close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Aktuelle Ausgabe Dezember 2014 - Handelskammer und

EinbettenHerunterladen
HAW aktuell
Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur
Ausgabe 22, Dezember 2014
>2
Lohngleichheitsdialog
Der Schweizerische Arbeitgeberverband
nimmt Stellung.
>5
Herbstversammlung 2014
Rückblick auf den Anlass an der Privatklinik
Lindberg.
>6
Export-Infos
MendelOnline: Plattform mit detaillierten
Informationen über weltweite Zolltarife.
Editorial
«Reich wird man nicht durch das,
was man verdient, sondern durch
das, was man nicht ausgibt» ...
... sagte der 1947 verstorbene Henry
Ford. Was bedeutet dies für die
schwierige Finanzlage unserer Stadt?
Wesentliche Einnahmequellen sind
nicht in Sicht. Das vom Stadtrat vor­
geschlagene Paket mit einer Steuer­
erhöhung sowie einer zeitlich begrenz­
ten Lohnsenkung von 2 Prozent ist
richtigerweise aus unterschiedlichen
Gründen verworfen worden. Trotzdem
ist anzustreben, den Personalaufwand
als entscheidenden Kostenblock der
Verwaltung gezielt anzugehen. Mitar­
beiterbestände sind zu durchleuchten,
genauso, wie dies in der Privatwirt­
schaft in der Regel geschieht. Ein
kontinuierliches Stellenwachstum führt
erfahrungsgemäss dazu, dass Prozesse
nicht angepasst werden. Dazu gehören
auch Doppelspurigkeiten, welche in
einer grösseren Verwaltung mit ihrer
Vielzahl an Departementen kaum ver­
meidbar sind. Ein Personaleinstellungs­
Stopp könnte ein erster Schritt sein.
Natürliche Abgänge sowie die Erreichung
der Altersgrenze führen dazu, dass
sich eine solche Aktion auch sozial­
verträglich umsetzen lässt. Vakanzen
müssen durch interne Wechsel besetzt
werden. Weitere Sparthemen wie die
Zukunft der «Metalli» sind im Fokus.
Die nach wie vor sehr vorteilhaften
Bedingungen der Pensionskasse sollten
auch Sparthema sein.
Peter Widmer, Finanzkommission HAW
Gründe für die und Wege aus der Winterthurer Finanzmisere: Die HAW hat bei CVP, FDP, GLP und SVP nachgefragt.
Die HAW hat CVP, FDP, GLP und SVP drei Fragen zum Thema Finanzen Stadt Winterthur
gestellt. Hier sind die Antworten von Andreas Geering, Präsident CVP Winterthur, Dieter Kläy, Präsident FDP Winterthur, Michael Zeugin, Co-Präsident GLP Winterthur, und
Simon Büchi, Präsident SVP Winterthur.
Stadtfinanzen: 3 Fragen an …
1. Was sehen Sie als die drei Hauptgründe
für die Finanzmisere der Stadt Winterthur?
CVP
Die wichtigsten Gründe sind die regelmässig
steigenden Bildungs- und Sozialkosten und
die Revision des Finanzausgleichsgesetzes.
Ausserdem wurden in den letzten Jahren viele,
an sich wichtige Infrastrukturprojekte losgetreten. Man kommt auch nicht darum herum, an
dieser Stelle die Einbussen bei Steuereinnahmen
aufgrund von geänderten Steuergesetzen und
einer Absenkung des Winterthurer Steuerfusses
zu nennen.
FDP
• Starkes Aufgaben- und Personalwachstum
in der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren.
• Die Zahl der Arbeitsplätze, vor allem privater
Arbeitgeber, wächst in Winterthur zu wenig
stark im Vergleich zur Bevölkerung.
• Attraktive Wohnmöglichkeiten für gute
Steuerzahler sind rar. Massvolle Projekte (zum
Beispiel Zeughausareal) werden unvernünftigerweise abgelehnt. Dies hat Folgen für das
Steuersubstrat.
GLP
• Die schnelle Bevölkerungszunahme führt zu
Ausgabensteigerungen und im kantonalen
Quervergleich konnte die unterdurchschnittliche Steuerkraft nicht verbessert werden.
• Mit dem Finanzausgleich entfiel die kantonale
Defizitgarantie und die Stadt hätte finanzielle
Eigenverantwortung übernehmen müssen.
Viel zu spät wurde erkannt, dass wir über die
Verhältnisse leben.
• Die finanzielle Führung ist mangelhaft.
Ohne seriöse, langfristige Planung kommt
es regelmässig zu massiven Budgetabweichungen und Gebundenheitserklärungen in Millionenhöhe.
SVP
• Expansionitis: Planlose Wachstumspolitik
>
2
HAW aktuell | Dezember 2014
(Fortsetzung von Seite 1)
unter Stadtpräsident Wohlwend.
• Subventionitis: Geldverteilung an alle möglichen Institutionen.
• Experimentitis: Projekte mit unabsehbaren
finanziellen Folgen. Stichwort Biorender.
2. Welche drei Massnahmen würden Sie dem
Stadtrat empfehlen, die er für ein ausgeglichenes Budget als dringlich ergreifen muss?
CVP
Der Stadtrat soll seine Versprechungen mit
dem Projekt Balance einhalten und das Budget
um mindestens 40 Mio. Franken entlasten. Die
CVP hatte die zeitlich befristete Lohnkürzung,
in Kombination mit einer Steuererhöhung, unterstützt. Die Mehrheit hat anders entschieden.
Mit dem 10-Mio.-Franken-Defizit für 2015
muss Winterthur nun leben. Die CVP erwartet,
dass die Stadt ab 2016 positive Zahlen vorlegt.
Wie dies geschehen soll, hat der Stadtrat im
kommenden Jahr aufzuzeigen.
FDP
• Massnahmen aus dem Projekt Balance rasch
und gezielt umzusetzen.
• Das jährliche Stellenwachstum bremsen.
• Priorisierung der Projekte durch den Stadtrat.
GLP
Würden die Ausgaben der Stadt nur um die
Hälfte wachsen, hätten wir keine Probleme.
Lösungen sehen wir zum Beispiel mit einem
Stellenstopp, der Reduktion des Sachaufwands
und einer professionelleren Umsetzung von
Projekten (zum Beispiel Superblock).
SVP
• Einstellungsstopp per sofort einführen und
rigide umsetzen. Mit der natürlichen Fluktuation reduziert sich der Personalbestand, ohne
dass Entlassungen notwendig sind.
• Sozialleistungen auf gesetzliches Minimum
reduzieren und Leistungsbezüger schärfer
kontrollieren.
• Interne Organisation und Prozesse inspizieren und optimieren, um die Verwaltung zu
verschlanken.
Andreas Geering,
Präsident CVP Winterthur
Dieter Kläy,
Präsident FDP Winterthur
3. Welche drei mittelfristigen Massnahmen
(fünf Jahre) sehen Sie für ein ausgeglichenes Budget als zwingend an?
CVP
Die Verwaltung ist zu reformieren, mit dem Ziel,
Kosten zu sparen. Ausserdem dürfen die Bildungs- und Sozialkosten nicht jedes Jahr ansteigen. Es gilt, im Kanton Zürich diesbezüglich ein
neues System einzurichten. Weiter muss sich der
Stadtrat dafür einsetzen, dass die Kosten nicht
einfach von Bund und Kanton an die Gemeinden
weitergereicht werden.
FDP
• Die einzelnen Teilprojekte aus Balance sind
nachhaltig umgesetzt. Daraus geplante Spareffekte werden wirkungsvoll realisiert.
• Die Verselbständigung von nicht zwingend
städtischen Verwaltungseinheiten (wie zum
Beispiel Stadtwerk u. a. m.) ist aufgegleist.
• Die Stadt setzt Massnahmen um, die langfristig
die Attraktivität für finanziell gut situierte Zuzügerinnen und Zuzüger markant verbessert und
ein höheres Steuersubstrat in Aussicht stellt.
GLP
• Unverzügliche Priorisierung der politischen
Agenda für mehr Wertschöpfung und mehr
Arbeitsplätze in Winterthur.
• Damit die Stadt Winterthur nicht von einem
Sanierungsprogramm ins nächste rutscht,
braucht es dringend eine starke Professionalisierung der finanziellen Führung.
• Alle Ausgaben müssen laufend überprüft und
die Arbeitsabläufe in der Stadtverwaltung
effizienter gestaltet werden.
SVP
• Keine neue Stellen schaffen. Wo dringend eine
neue Stelle notwendig ist, soll eine Stelle an
einem anderen Ort abgebaut werden.
• Privatisierung und Verselbstständigung von
Einrichtungen wie dem Stadttheater oder
der Stadtgärtnerei. Die Stadt soll sich auf ihre
Kernaufgaben konzentrieren und «nice to
have»-Tätigkeiten bleiben lassen.
• Keine Erhöhung von Steuern oder Gebühren,
damit den Unternehmen und Einwohnern die
Luft nicht abgeschnitten wird. ■
Michael Zeugin, CoPräsident GLP Winterthur
Simon Büchi,
Präsident SVP Winterthur
Lohngleichheitsdialog
Stellungnahme des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes vom 22. Oktober 2014.
Was ist Lohngleichheit?
Der Grundsatz der Lohngleichheit für Frau
und Mann ist in der Bundesverfassung und im
Gleichstellungsgesetz verankert. Gleiche und
gleichwertige Arbeit muss für beide Geschlechter gleich entlöhnt werden.
Fakten und Zahlen
Obwohl die Lohndifferenz zwischen Frauen und
Männern langsam abnimmt, zeigen Statistiken,
dass Frauen im Vergleich zu Männern immer
noch schlechter bezahlt sind. Bewusste, direkte
Lohndiskriminierungen gibt es heute praktisch
keine mehr. Ein Grossteil der Lohnunterschiede
kann durch objektive Faktoren erklärt werden wie
kürzere Ausbildungen, weniger Weiterbildung,
weniger Erfahrungsjahre infolge Familienpausen,
Teilzeitarbeit und daher eher untervertreten in
Kaderpositionen etc. Dennoch dürfte unter dem
Strich ein Lohnunterschied zwischen Frau und
Mann von bis zu acht Prozent verbleiben, der
statistisch nicht direkt erklärbar ist und deshalb
als diskriminierend vermerkt wird.
Lohngleichheitsdialog
Mit dem Lohngleichheitsdialog ergriffen die
Sozialpartner die Initiative, um einen staatlichen
Kontrollmechanismus zu vermeiden. Das Projekt
war breit abgestützt: seitens der Arbeitgeber
durch den Schweizerischen Arbeitgeberverband
und den Schweizerischen Gewerbeverband,
seitens der Arbeitnehmer durch den Schweizerischen Gewerkschaftsbund sowie Travail Suisse.
Zusammen mit dem Eidg. Büro für Gleichstellung von Frau und Mann, dem Bundesamt
für Justiz und dem Seco unterzeichneten alle
Beteiligten eine Trägerschaftsvereinbarung,
in der sich die Verbände verpflichten, aktiv zu
informieren und die Unternehmen zur Teilnahme
zu motivieren. Der Lohngleichheitsdialog wurde
während fünf Jahren (März 2009 bis Februar
2014) durchgeführt.
Ziel nicht erreicht – Sensibilisierung gestärkt
Ende Februar 2014 hatten sich 51 Unternehmen mit rund 230 000 Mitarbeitenden daran
beteiligt. Das gesetzte Ziel der Anzahl Unternehmen, die mit diesem Projekt die Lohngleichheit
freiwillig überprüfen sollten, wurde aus verschiedenen Gründen nicht erreicht. Als zentrales
Argument für die Nichtteilnahme gaben die
Unternehmen an, bereits eigene Instrumente zur
Lohnüberprüfung anzuwenden und somit die
Lohngleichheit sicherzustellen. Ausserdem wurde
kritisiert, dass von Bund und Kantonen diverse
betriebliche Lohnanalyse-Instrumente
>
3
HAW aktuell | Dezember 2014
(Fortsetzung von Seite 2)
nicht anerkannt werden (lesen Sie die gesamte
Schlussevaluation sowie die Medienmitteilung
vom 30. Juni 2014 der Trägerschaft). Die Sensibilisierung der grossen und kleineren Unternehmen für die Lohngleichheit konnte hingegen
gestärkt werden. Auch in der Öffentlichkeit
und in der Politik hat das Thema an Bedeutung
gewonnen.
Vorschlag des Bundesrates stösst auf Kritik
und Ablehnung
Aus Sicht des Bundesrates sei der Handlungsbedarf, die Lohngleichheit zu realisieren, unbestritten. Er möchte deshalb Arbeitgeber mit 50 und
mehr Mitarbeitenden verpflichten, ihre Löhne
und Lohnanalysen durch Dritte kontrollieren zu
lassen. Der Arbeitgeberverband erachtet solche
Massnahmen als unnötig und wertet sie als
Misstrauensvotum gegenüber der Wirtschaft. Es
brauche keine gesetzlichen Zwangsmassnahmen.
Anstatt nur ein einziges System der Lohnanalyse
zu anerkennen, sollen Bund und Kantone die
auch schon in der Vergangenheit durchgeführten
und bewährten betrieblichen Lohnanalyse-Instrumente zulassen. Der Schweizerische Arbeitgeberverband lehnt deshalb den Vorschlag des
Bundesrates klar ab. ■
Arbeitszeiterfassung –
Anpassung der Kontrollpraxis
Art. 46 ArG und Art. 73 Verordnung 1
zum ArG: Weisung des SECO, gültig ab
1. Januar 2014, in der die Arbeitgeber
angewiesen werden, wie und in welcher
Art die Arbeitszeit in den Betrieben zu
erfassen ist.
Es hat sich gezeigt, dass eine Klärung nötig ist
bezüglich der verschiedenen Möglichkeiten,
wie die Arbeitszeiterfassung geschehen kann.
Deshalb hat das SECO eine Ergänzung zu
seiner Weisung von Dezember 2013 erlassen,
die gewisse Erleichterung für die Unternehmen
bringt. Es ist nicht immer zwingend, dass alle
in Art. 73 ArGVO 1 aufgeführten Informationen minutiös aufgezeichnet werden. Dies gilt
insbesondere für Arbeitnehmende, die ihre
Arbeitszeit frei einteilen können. Unabdingbar
ist jedoch die Dokumentation der täglichen
und wöchentlichen Arbeitszeit.
Das SECO bildet neu drei Vollzugskategorien
von Arbeitnehmenden und hält fest, in welchen Fällen eine vereinfachte Dokumentierung
der Arbeitszeit ausreichend ist:
A) keine Arbeitszeiterfassung
B) vereinfachte Arbeitszeiterfassung
C) Arbeitszeiterfassung gemäss Art. 75 ArGVO 1
für alle übrigen Arbeitnehmenden
Ausführliche Informationen finden Sie unter
folgenden Links:
• Informationen zu den drei Vollzugskategorien von Arbeitnehmenden bezüglich
Arbeitszeiterfassung
• Voraussetzungen für eine vereinfachte Arbeitszeiterfassung – Information für Betriebe
• Arbeitszeit – Anpassung der Kontrollpraxis,
Weisung vom Dezember 2013
Mirjam Giarrizzo, HAW ■
Berufsbildungskongress: Die Welt kam nach Winterthur
Die duale Berufsbildung ist in vielen Ländern
– selbst im fortschrittlichen Skandinavien – keine
Selbstverständlichkeit. Diese kämpfen gegen eine
hohe Jugendarbeitslosigkeit. In der Schweiz gilt
das duale Bildungssystem als Antwort auf die
mangelnde Zukunftsperspektive der jungen Generation und als Treiberin für die hohe Innovationsquote. Winterthur leistete dabei Pionierarbeit:
Die Firma Sulzer gründete bereits 1870 als erstes
Unternehmen des Landes eine firmeneigene
Berufsschule.
druckender Leidenschaft geprägt, die Führungen
waren von hoher Qualität. Den Ausbildungsstätten, den Ausbildnern und vor allem den Lernenden, die sich für die internationalen Gäste ins
Zeug legten, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
Ein Dankeschön geht auch an die breite Trägerschaft aus Unternehmen, Kantonen, Wirtschaftsverbänden und der Stadt Winterthur,
ebenso an die Sponsoren UBS, Robert und
Ruth Heuberger-Stiftung und Rieter.
Wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit für die nächsten beiden Kongresse
mit unseren Partnern und auf das Mitwirken
der Lehrbetriebe – jener Institutionen also,
die für die Berufsbildung seit Generationen
Hervorragendes leisten.
Karin Landolt, Standortförderung Winterthur ■
Im vergangenen September übernahm Winterthur einmal mehr die Vorreiterrolle. Die
Standortförderung Region Winterthur führte im
Auftrag des Bundes den ersten Internationalen
Berufsbildungskongress der Schweiz durch. Über
300 Bildungsminister und Wirtschaftsvertretende
aus aller Welt diskutierten hier über Image und
Zukunftsrolle des dualen Bildungssystems. Ein
breites Netzwerk wurde geschaffen, um der
praktischen Berufsbildung im Ausland zu ihrem
verdienten Stellenwert zu verhelfen.
Ein Dankeschön an die Lehrbetriebe vor Ort
Auf grosse Sympathie bei den Kongressteilnehmenden stiess das Angebot, Lehrbetriebe und
Bildungsinstitutionen vor Ort besuchen und
den Lernenden über die Schultern schauen zu
können. Der Einsatz der Betriebe war von beein-
Theater Winterthur, 16. September 2014: Botschafterin Suzi LeVine, US-Vizepräsidenten-Gattin Jill Biden und
Bundesrat Johann Schneider-Ammann lauschen einem Referat zur Berufsbildung.
4
HAW aktuell | Dezember 2014
Vorsprung
durch
Erfahrung.
Mit der Komplexität der Immobilie
steigt auch das Interesse an der
effizienten Bewirtschaftung. Unsere ganze Konzentration legen wir
auf die Sicherstellung der Infrastruktur für die effiziente betriebliche Nutzung – von der Versorgung
bis zur Entsorgung. Als aktiver
Partner garantieren wir die Funktionalität der Immobilie und damit
auch die höhere Qualität der Nutzung. Profitieren Sie von unserem
Vorsprung durch über 150 Jahre
Erfahrung.
Auwiesen Immobilien AG
Klosterstrasse 17, 8406 Winterthur
Tel. 052 260 33 00, www.auwiesen.ch
Seit über 150 Jahren.
AUWAG_Inserat_190x248_v1_141127.indd 2
Bewirtschaftung,
Portfolio- und Areal-Management.
28.11.14 11:21
5
HAW aktuell | Dezember 2014
Rückblick Herbstversammlung 2014 an der Privatklinik Lindberg
Rund 70 Mitglieder und Gäste konnte
Thomas Anwander am 13. November 2014
an der traditionellen Herbstversammlung
der HAW begrüssen. Diesmal waren wir
zu Gast bei der Privatklinik Lindberg. Als
Referent konnte Stadtrat Josef Lisibach gewonnen werden. Informationen über die
GSMN Zürich AG, zu der auch die Privatklinik Lindberg gehört, erhielten wir von CEO
Beat Röthlisberger. Marco Gugolz, Direktor
der Privatklinik Lindberg, informierte über
die Geschäftsstrategie der Privatklinik.
Wirtschaftliche Lage
HAW-Präsident Thomas Anwander betrachtet
das Risikomanagement als wichtiges Thema in
der heutigen Unternehmensführung. Eine solche
Risikobetrachtung lasse sich auch für die Schweiz
und den Wirtschaftsraum Winterthur machen.
Die konjunkturellen Signale seien gemischt, die
Wirtschaft in den USA scheine sich zu erholen,
während Europa eher auf eine Rezession zusteuere. Risiken für die Schweiz sieht der Präsident
von politischer Seite. Eine Flut von Volksinitiativen
(Ecopop, Gold, Erbschaftssteuer etc.) würden das
Erfolgsmodell Schweiz bedrohen.
Stadtpolitik: Das Tech (School of Engineering)
gehört zu Winterthur!
Die Mitteilung des Rektors der ZHAW kam völlig
überraschend und stiess auf Unverständnis
und heftige Kritik – auch seitens der HAW. Es
sei unbesonnen, das alteingesessene Technikum ins «Exil» nach Dübendorf zu zügeln und
zeuge von einer kurzsichtigen Optik. Mit dem
Technopark Winterthur habe die ZHAW bereits
einen Innovationspark und mit den Winterthurer
Unternehmen sowie der HAW starke Investitionspartner. Scharf kritisiert Thomas Anwander auch
die Haltung der Bildungsdirektion, die mit ihrer
linksgerichteten Politik seit 2004 den Bildungsund Forschungsstandort Winterthur abstrafe. Er
fordert mindestens eine unabhängige Instanz für
die Erstellung der angekündigten Standortstudie.
Primär gehe es um Inhalte, Ausrichtung und Abstimmung mit allen Stakeholdern und dem Input
der Wirtschaft und Politik. Das Standortkonzept
sei schlussendlich das Ergebnis eines Strategieprozesses, aber sicherlich nicht der starting point.
Städtische Finanzen, zögerlicher Stadtrat
Dem Präsidenten missfällt die zögerliche Umsetzung von strukturellen Massnahmen in der städtischen Finanzpolitik. Es müsse geklärt werden,
welche Aufgaben die Stadt zu erfüllen habe und
welche besser und effizienter von Privaten erfüllt
werden (zum Beispiel MSW, Betriebskonzept Museen, Reduktion Sozialaufwand, Überprüfung von
Standards). Ein erfolgreiches Risikomanagement
bestehe darin, Massnahmen zu definieren und Ri-
siken einzuschätzen sowie rechtzeitig zu minimieren, damit später nicht auf äusseren Druck, oder
weil es nicht mehr anders gehe, einschneidende
Massnahmen ergriffen werden müssten.
Referat Josef Lisibach
Stadtrat Josef Lisibach blickt in seinem Referat auf seine 200-tägige Amtszeit zurück und
bringt den Anwesenden die Finanzstrategie
2014 – 2016 näher. Um die Ziele zu erreichen, sei
eine Umsetzung der Massnahmen von «effort
14+» und neu «Balance» wichtig; ebenso
müssten Prioritäten gesetzt und auf einige nicht
zwingend notwendige Projekte verzichtet werden. Der Gesamtstadtrat rechnet damit, 2017 die
ersten Ziele der Finanzstrategie zu erreichen.
Privatklinik Lindberg
Nach den Ausführungen von Beat Röthlisberger
und Marco Gugolz ging es gruppenweise in die
Operationssäle, wo die Teilnehmenden selber
«Hand anlegen» durften und an Modellen
beispielsweise das Nähen von Wunden oder das
Verschrauben von Knochenbrüchen üben konnten. Notabene in perfekter OP-Kleidung und mit
desinfizierten Händen. Gekrönt wurde der Anlass
durch einen dem Auge sowie dem Gaumen gleichermassen schmeichelnden Apéro, der durch
die hauseigene Spitalküche zubereitet wurde und
an Perfektion kaum zu überbieten war.
Mirjam Giarrizzo, HAW ■
ZHAW-Kälteforschung
An der ZHAW ist in Zusammenarbeit mit den Winterthurer Firmen Scheco AG und Leplan
AG ein Kältelabor entstanden. Mit dieser in der Schweiz einzigartigen Form eines Kälteprüfstands lassen sich Kälteanlagen unter anderem auf Effizienz testen.
Das Erzeugen von Kälte ist energieaufwendig
und je nach Art der Kühlung mehr oder weniger
klimaschädlich. Darum sind Forscherinnen und
Forscher immer wieder auf der Suche nach
neuen Kühlmitteln und Möglichkeiten zur
Effizienzsteigerung. Dies sind auch die Hauptverwendungszwecke eines neuen Kältelabors an
der ZHAW, welches die Hochschule in Zusammenarbeit mit den Firmen Scheco AG und Leplan
AG entwickelt und gebaut hat. Die Winterthurer
Firma Scheco ist im Bereich Kälte-, Klima- und
Wärmepumpenanlagen tätig und hat das Layout
der Laborinfrastruktur sowie der beiden installierten Kältemaschinen erarbeitet. Das Messkonzept
hat das Institut für Energiesysteme und FluidEngineering (IEFE) an der ZHAW entwickelt.
Altes versus neues Kältemittel
Kühlschränke sind die wohl bekanntesten
Typen von Kälteanlagen. Theoretisch gesehen handelt es sich dabei um Maschinen, die
einen Wärmetransport von einem kälteren
Ort zu einem wärmeren Ort ermöglichen und
damit Kälte erzeugen – sprich einen Zustand
unterhalb der Umgebungstemperatur. Um im
Bereich dieser Geräte zu forschen, braucht es
eine spezielle Umgebung. Im Kältelabor sind
zwei Kältemaschinen installiert, die durch
das Zu- und Wegschalten von Komponenten
getestet werden können. Eine wird mit einem
gängigen Kältemittel (HFKW R134a) betrieben,
die andere mit dem im Verhältnis dazu sehr viel
klimaneutraleren CO2.
Doch nicht nur aufgrund unterschiedlicher Kühlmittel wird geforscht, auch die Energieeffizienz
steht im Zentrum vieler Untersuchungen. Da bei
einer Kältemaschine stets mehr Abwärme
>
6
HAW aktuell | Dezember 2014
(Fortsetzung von Seite 5)
als Kühlleistung entstehe, sei es von Interesse,
diese zu nutzen, erklärt Prof. Dr. Frank Tillenkamp, Leiter des IEFE an der ZHAW. Mit der
Abwärme lasse sich zum Beispiel eine Heizung
betreiben oder Brauchwarmwasser erhitzen.
«Damit wird indirekt der Energieverbrauch gesenkt, da sich der Energiebedarf der eigentlichen
Heizung verringert oder sogar auf eine Heizung
verzichtet werden kann», so der ZHAW-Dozent.
Einzigartig in der Schweiz
Sven Hüftle von der Scheco AG, Projektleiter
beim Bau der Anlage, erklärt, dass im Labor vor
allem Energieverbrauch, Einsatzgrenzen und
Betriebsverhalten untersucht würden. «Der
Kälteprüfstand beinhaltet Maschinen, die wir
in unserer Firma auch einsetzen. Neu daran ist
aber die Anordnung extra für die Versuche von
Studierenden. Die Anlage ist damit einzigartig in
der Schweiz.»
Abraham Gillis,
ZHAW Corporate Communications ■
NÄCHSTE TERMINE
Welche Bedeutung hat die ZHAW für
Winterthur? Podiumsdiskussion
Mittwoch, 14. Januar 2015, 18.30 Uhr
ZHAW, Theaterstrasse 15c, Winterthur
Generalversammlung 2015
Dienstag, 5. Mai 2015, 17.30 Uhr
AXA Winterthur
Herbstversammlung 2015
Donnerstag, 5. November 2015, 17.30 Uhr
Heineken Switzerland AG
KMU-Apéros 2015
Neun Mal im Jahr, jeweils am 3. Mittwoch im Monat, lädt der KMU-Verband
zum KMU-Apéro ein. Fachleute und special Guests stehen bei einem Glas Wein
Red und Antwort zu aktuellen Themen
aus Marketing, Kommunikation, Recht
oder Verwaltung. Eine willkommene
Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und
sich auszutauschen.
Der nächste KMU-Apéro findet am
21. Januar 2015 in der Albani Bar of
Music (www.albani.ch) statt.
Weitere Termine
18. Februar und 18. März 2015.
Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!
Export: MendelOnline Öffnungszeiten HAW
Detaillierte Informationen über weltweite
im Dezember 2014
Zolltarife.
Der Service MendelOnline bietet seit dem
1. Januar 2014 in Zusammenarbeit mit Switzerland Global Enterprise (S-GE) Unternehmen
in der Schweiz und Liechtenstein freien Zugang
zu detaillierten Informationen über die weltweiten Zolltarife. Das neue Angebot ist auf viel
Interesse und positives Feedback gestossen.
Über die Zolltarife hinaus enthält MendelOnline auch die Importformalitäten für mehr als
100 Bestimmungsländer.
Die Importformalitäten können nach Land
und Warennummer ermittelt und angezeigt
werden. Ausserdem ist es möglich, direkt von
der ausgewählten Warennummer im Modul
«Zolltarife» in das Modul «Importformalitäten»
zu wechseln und umgekehrt.
Auf entsprechende Anfragen liefert das Modul
«Importformalitäten» jeweils eine Fülle von
wertvollen Informationen in englischer Sprache:
• einen so genannten Overview mit horizontalen Informationen zu Zoll- und Einfuhrbestimmungen für jedes Land
• die für jede Warenart notwendigen Einfuhrformalitäten (z. B. Zollanmeldung)
• die für besondere Waren(nummern) erforderlichen Einfuhrformalitäten (z. B. Importlizenz)
• eine Vielzahl von Muster- / Beispielformularen
Das Modul «Importformalitäten» präsentiert
sich als äusserst nützliche Ergänzung zu den
auf MendelOnline verfügbaren Zolldaten
und überzeugt vor allem durch eine hohe
Benutzerfreundlichkeit, umfassende und detaillierte Informationen und deren praxisnahe,
übersichtliche Darstellung.
www.mendel-online.eu ■
Die Geschäftsstelle der HAW (inkl. Beglaubigungsdienste) bleibt vom 24. bis 31. Dezember 2014 geschlossen. Gerne sind wir ab
Montag, 5. Januar 2015, wieder für Sie da.
In dringenden Fällen erteilt Ihnen in dieser Zeit
Frau G. Teufelhofer telefonische Auskünfte
unter der Telefonnummer 079 416 00 53.
Wir danken für die gute Zusammenarbeit und
wünschen Ihnen erholsame Feiertage und viel
Erfolg im 2015. ■
IMPRESSUM
Herausgeberin: Handelskammer und
Arbeitgebervereinigung Winterthur,
Neumarkt 15, 8400 Winterthur
www.haw.ch
Verantwortlich:
Thomas Anwander, Präsident
Christian Modl, Geschäftsführer
Konzept, Redaktion und Layout: P-ART,
Dr. Cornelia Bachmann, Susanne Engeli
www.p-art.ch
Gestaltungskonzept: Elfstern,
Dr. Thomas Oehninger
www.elfstern.com
Inserate: Telefon 052 213 07 63
SO ERREICHEN SIE UNS
Beglaubigungsdienste
Beglaubigungen / Carnet ATA / Exportinfos
Mo – Fr 9.00 – 11.00 / 14.00 – 16.00 Uhr
Telefon 052 213 07 62
beglaubigungsdienste@haw.ch
Geschäftsstelle HAW
Mo, Di, Do 8.00 – 11.30 / 14.00 – 16.00 Uhr
Telefon 052 213 07 63
office@haw.ch
www.haw.ch
Insertionspreise: 1 / 1 Seite CHF 300.–,
1 / 2 Seite quer CHF 150.–, 1 / 3 Seite quer
CHF 100.–, 1 / 6 Seite hoch CHF 60.–
Abonnement: Elektronische Ausgabe
kostenlos anfordern unter
office@haw.ch
Auflage: 300
Erscheint 4 x jährlich
© Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
3
Dateigröße
1 511 KB
Tags
1/--Seiten
melden