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30.05.2014

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INFORMATION
zur Pressekonferenz
mit
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
und
MMag. Wolfgang Bayer
Vorsitzender der Evaluierungskommission Spitalsreform II
am 30. Oktober 2014
zum Thema
„3. Evaluierungsbericht zur Spitalsreform II
für das Jahr 2013"
Weitere Gesprächsteilnehmer:
Dr. Matthias Stöger, Leiter der Direktion für
Soziales und Gesundheit Land OÖ
Dr. Georg Palmisano, Landessanitätsdirektor
Rückfragen-Kontakt:
Mag.a Karin Weichselbaumer (+43 732) 7720-11 106
2
Dritter Evaluierungsbericht zur Spitalsreform II für das Jahr
2013
Das oberösterreichische Spitalswesen genießt eine hohe Akzeptanz bei der
heimischen Bevölkerung. Laut einer aktuellen Market-Umfrage vom Juli/August 2014
sind über 80 Prozent der Oberösterreicher/-innen mit der Gesundheitsversorgung in
ihrem Bundesland zufrieden – und auch die Zufriedenheit mit dem Spitalsaufenthalt
bleibt weiterhin auf hohem Niveau.
Dreiviertel aller Patienten/-innen zeigen sich mit dem Spitalsaufenthalt zufrieden. Wobei
der höchste Wert bei jenen Personen zu verzeichnen ist, bei denen der letzte
Spitalsaufenthalt maximal ein Jahr zurück lag. In dieser Gruppe sind 86 Prozent
zufrieden und 64 Prozent sogar sehr zufrieden. Besonders positiv hervorgehoben
werden in diesem Zusammenhang auch die medizinische Versorgung, der bauliche
Zustand, die Ausstattung und Modernität der Spitäler sowie die Kompetenz des
Personals im Krankenhaus und die Länge des Anfahrtsweges zum Krankenhaus
(siehe Grafiken im Anhang).
Mit
dem Evaluierungsbericht
2013
liegen jetzt
die
Evaluierungsdaten des
abgeschlossenen Prioritätszeitraumes A (2011-2013) vor.
„Die positiven Entwicklungen der beiden Vorjahre konnten fortgesetzt werden und
sowohl die Krankenhaushäufigkeit als auch die Belagstage pro 1.000 Einwohner
wurden weiter reduziert. Diese Veränderungen entsprechen den Zielsetzungen und
Strategien der Spitalsreform II und führen zu den entsprechenden finanziellen Effekten
bei einer gleichbleibend hohen Qualität der Leistungserbringung." Das ist das klare
Fazit der Evaluierungskommission unter der Leitung von MMag. Wolfgang Bayer und
den weiteren externen Mitgliedern Dr. Michaela Moritz und Mag. Rudolf Linzatti
sowie der landesinternen Mitglieder mit beratender Stimme HR Dir. Dr. Matthias
Stöger, Leiter der Direktion für Soziales und Gesundheit Land OÖ und
Landessanitätsdirektor Dr. Georg Palmisano.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
3
Aktuelle österreichweite Krankenhauskennzahlen zeigen, dass auch in den anderen
Bundesländern
seit
2009
Verbesserungstendenzen
erkennbar
sind.
Obwohl
Oberösterreich den Abstand zum Österreichschnitt weiter verringern konnte, liegen die
Krankenhaushäufigkeit und die Belagstage pro 1.000 Einwohner in OÖ immer noch
über dem Bundesdurchschnitt. Oberösterreich weist daher nach wie vor erhebliches
Verbesserungspotential auf, das durch die Umsetzung der Maßnahmen der
Spitalsreform II ausgeschöpft werden muss, so die Kommission.
„Auch der Landesrechnungshof (LRH) bestätigte in seiner diesjährigen Prüfung die
positive Entwicklung bei den Indikatoren, verweist aber darauf, dass OÖ noch immer
über dem Bundesdurchschnitt liegt. Aus Sicht des LRH ist aber eine umfassende
Wirkungsmessung und Steuerung über den gesamten Reformzeitraum machbar.
Insgesamt lobt der LRH die Arbeiten und Intentionen der Spitalsreform II und verweist
darauf, dass der bisherige Erfolg der Reform in der konsequenten Steuerung und im
großen Engagement aller Beteiligten liegt.“, so Gesundheitsreferent LH Dr. Josef
Pühringer. Begleitet wird die Umsetzung der Spitalsreform darüber hinaus durch den
Landtags-Unterausschuss Gesundheit, zu dem auch die Kollegialen Führungen und
Betriebsräte der Spitäler eingeladen werden.
1. Wesentliche Ergebnisse 2013
„Der Prioritätszeitraum A (Ende per 31.12.2013) wurde erfolgreich abgeschlossen.
Nach einem Drittel des Umsetzungszeitraumes konnte bereits mehr als die Hälfte
der Maßnahmen umgesetzt werden, was in einer signifikanten Kostendämpfung zum
Ausdruck kommt. Sowohl die Krankenhaushäufigkeit als auch die Belagstagedichte
konnten reduziert werden, wobei die Auslastung praktisch gleichbleibend ist und die
Qualität auf hohem Niveau verbleibt. Der Erfolg der Spitalsreform wird vor allem auch
durch die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten getragen. Diese
gilt es für die nächsten Jahre beizubehalten um die Ziele zu erreichen.", so der
Vorsitzende der Evaluierungskommission Bayer.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
4
Die wichtigsten Ergebnisse aus den Jahresdaten für 2013 weisen darauf hin, dass
die Ziele und die daraus abgeleiteten Strategien der Spitalsreform aus heutiger Sicht
nachhaltig erfüllt werden können.
Die Krankenhaushäufigkeit gemessen an den vollstationären Aufenthalten je
1.000 Einwohner ist zum Vergleichsjahr 2009 um 10,2 Prozent bzw. von 285
(2009) auf 256 (2013) Aufenthalte gesunken. Der OÖ-Wert liegt damit noch
immer um 15 Prozent über den Österreichschnitt (ohne OÖ).
Die Belagstage je 1.000 Einwohner sind im selben Zeitraum um 11,7 Prozent
gesunken und belaufen sich auf 1.583. Der Österreichwert (ohne OÖ) liegt
mit 1.497 Belagstagen je 1.000 Einwohner nach wie vor darunter. Dieser
Unterschied ist jedoch geringer als bei der Krankenhaushäufigkeit.
Die
aktuelle
Ausgabenentwicklung
ergibt
für
das
Jahr
2013
eine
Kostendämpfung von rund 190 Millionen Euro. Kumuliert betrachtet beträgt
die Kostendämpfung bis 2020 aus heutiger Sicht 2,2 Milliarden Euro.
Die Bettenauslastung in OÖ verringerte sich von 83,1 Prozent (2009) auf 82,0
Prozent (2013) und liegt damit noch geringfügig über dem Österreichschnitt
(ohne OÖ) von 79,4 Prozent. Dieser Wert zeigt die Angemessenheit der
Bettenanpassung, wie sie von der Expertenkommission berechnet und
empfohlen wurde.
Die Anzahl an tagesklinischen Fällen wurde weiterhin gesteigert und es
besteht
nach
wie
vor
Potential,
um
vollstationäre
Leistungen
durch
tagesklinische Aufnahmen zu ersetzen.
Die
Maßnahmenumsetzung
der
Priorität-A-Maßnahmen
(2011-2013)
ist
inhaltlich und wirtschaftlich erfolgreich abgeschlossen.
Aufgrund der Initiative der Krankenhausleitungen wurden auch mehrere
Maßnahmen der Priorität B bzw. C vorgezogen und bereits teilweise
umgesetzt.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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Positiv beurteilt wird, dass sich das Verhältnis von Aufwendungen im
medizinischen und nicht-medizinischen Bereich um 0,4 Prozentpunkte – im
Vergleich zu 2009 – zugunsten des medizinischen Bereiches verändert hat
und auf dem Vorjahresniveau stabil geblieben ist.
Aus den bisherigen Befragungen ist ersichtlich, dass die Patientenzufriedenheit
weiterhin auf sehr hohem Niveau ist.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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2. Die Arbeitsweise und Aufgabe der Evaluierungskommission
Seitens des Landes arbeitet ein multiprofessionelles Steuerungsprojekt der
Abteilung Gesundheit, um die planmäßige Realisierung der Maßnahmen durch
Kontrolle, Steuerung, Korrekturen, Unterstützung bzw. Sanktionen bei Nichterreichung
weiterhin voranzutreiben.
Die definierten „Häuserverantwortlichen" stellen sicher, dass alle Einzelprojekte je
Haus termingerecht und im vereinbarten Ausmaß umgesetzt werden. Die Umsetzung
jeder einzelnen Maßnahme wird laufend überprüft und begleitet. Interpretationsfragen
zu den Maßnahmen werden integrativ mit der Evaluierungskommission abgestimmt.
In seinem diesjährigen Bericht kommt der Landesrechnungshof zu dem Schluss, dass
die Projektstruktur und die Steuerungsprozesse sehr gut geeignet sind um eine
erfolgreiche
Reformumsetzung
zu
gewährleisten.
Die
Anregungen
des
Landesrechnungshofes sind unmittelbar in die Projektarbeit und die Evaluierung
eingeflossen.
3. Evaluationsdesign
Gemäß dem Auftrag der Oö. Landesregierung bzw des Oö. Landtages wurden von der
Evaluierungskommission folgende Bereiche analysiert:
3.1. Ökonomische Bewertung
Zur Sicherstellung der Einhaltung der Kostendämpfungspotenziale wurde eine
„Steuerungskurve"
entwickelt,
welche
den
maximalen
Ausgabenrahmen
je
Krankenhaus darstellt. Eine periodische Adaptierung der Daten (Einarbeitung der
Voranschläge
bzw.
Rechnungsabschlüsse)
wird
in
Zusammenarbeit
mit
der
Wirtschaftsaufsicht der Abteilung Gesundheit des Landes Oberösterreich durchgeführt.
Die aktuelle Ausgabenentwicklung (September 2014) ergibt für das Jahr 2020 eine
Kostendämpfung von 322 Mio. Euro.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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Das kumulierte Kostendämpfungspotenzial bis 2020 beträgt rund 2,2 Milliarden
Euro und liegt geringfügig unter dem Ausgangswert von 2,3 Milliarden Euro – siehe
Grafik:
Tatsächliche Kostendämpfung (2010-2013) und -potential (2014-2020)
2.650 Mio
2.574 Mio
2.450 Mio
2.397 Mio
-322 Mio
-273 Mio
2.250 Mio
2.251 Mio
2.143 Mio
2.050 Mio
2.124 Mio
-198 Mio
1.985 Mio
1.927 Mio
1.851 Mio
1.850 Mio
1.743 Mio
1.682 Mio
1.650 Mio
2009
1.728 Mio
2010
-91 Mio
-153 Mio
1.759 Mio
1.774 Mio
2011
2012
-190 Mio
1.945 Mio
1.795 Mio
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Prognostizierte Ausgabenentwicklung ohne SR II (aktuelle Indexentwicklung)
Tatsächliches Budget (Rechnungsabschluss/Voranschlag) - ab 2016 Prognose mit SR II (aktuelle Indexentwicklung)
Investitionen in medizinischen Fortschritt und Medizinische Fakultät
„Die Reformen greifen. Damit ist es möglich, weiterhin in den medizinischen
Fortschritt und in die neue Medizinische Fakultät zu investieren“, betont
Gesundheitsreferent Pühringer. In den Jahren 2004 bis 2013 investierte das Land
Oberösterreich insgesamt 1,95 Milliarden Euro in die heimischen Krankenhäuser, allein
2014 sind es weitere 152 Millionen Euro.
Investitionen nach Versorgungsregionen
Zentralraum Linz
Zentralraum Wels
Innviertel
Pyhrn - Eisenwurzen
Mühlviertel
Traunviertel Salzkammergut
Summe:
2014 in EUR
56.688.107
26.523.600
16.807.416
25.030.357
3.689.573
23.260.947
152.000.000
Investitionen nach Rechtsträgern
Ordensanstalten
AKH-Linz GmbH
Oö. Gesundheits- u. SpitalsAG
Summe:
2014 in EUR
62.624.800
24.700.000
64.675.200
152.000.000
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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3.2. Quantität und Qualität der Leistungserbringung
3.2.1. Die Krankenhaushäufigkeit
Die Krankenhaushäufigkeit der Oö. Bevölkerung ist von 2009 auf 2013 sukzessive
gesunken, dennoch steht Oberösterreich im Jahr 2013 noch immer an der Spitze der
Inanspruchnahme. Der Österreichwert (ohne OÖ) liegt mit 222 vollstationären
Aufenthalten je 1.000 Einwohner nach wie vor deutlich darunter (dazu Grafik unten).
3.2.2. Die Belagstagedichte
Die Belagstage je 1.000 Einwohner (Belagstagedichte) verbesserten sich zwar in
Oberösterreich von 1.792 (2009) auf 1.583 (2013), sind aber damit immer noch um 6
Prozent höher als im Österreichvergleich (ohne OÖ) – siehe Grafik:
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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3.2.3. Die durchschnittliche Belagsdauer
Die durchschnittliche Belagsdauer ist von 5,18 (2009) auf 4,68 (2013) gesunken.
Damit liegt Oberösterreich genau im bundesweiten Trend der Belagsdauerverkürzung
und sogar um 11 Prozent unter dem Österreichschnitt ohne Oberösterreich – siehe
Grafik:
3.2.4. Der Umfang der Leistungserbringung
In
Oberösterreich
werden
weiterhin
überdurchschnittlich
viele
Kranken-
hausleistungen an Patienten/-innen erbracht. Das belegt ein bundesweiter Vergleich
der sogenannten LKF-Punkte (Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung).
In Oberösterreich wurden 2013 durchschnittlich 899 LKF-Punkte pro Einwohner/-innen
erbracht (Punktedichte). Dieser Wert ist zwar im Vergleich zu 2009 leicht gesunken,
Oberösterreich liegt aber damit noch immer um rund 10 Prozent über dem
Österreichdurchschnitt (ohne OÖ) – siehe Grafik:
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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3.2.5. Die Tageskliniken (TK)
Trotz bereits feststellbaren positiven Trends der TK-Fälle besteht nach wie vor ein
Potential vollstationäre Leistungen durch tagesklinische Aufnahmen zu ersetzen (TKPotential). 2013 wurden 40,9 Prozent aller potenziell tagesklinischen Fälle auch
tatsächlich tagesklinisch erbracht (Vergleichswert 2009: 24,0 Prozent). Dazu die
Tabelle:
TK-Fälle
2009
24,0 %
TK-Potential
76,0 %
2012
36,3 %
63,7 %
2013
40,9 %
59,1 %
3.2.6. Die Patienten-Bewegungen
In Oberösterreich werden mehr inländische Gastpatientinnen und -patienten behandelt,
als vergleichsweise oberösterreichische Patientinnen und Patienten in anderen
Bundesländern. Alleine im Jahr 2013 lag die Differenz im stationären Bereich bei
7.763 Fällen. Damit hat sich der Patientenzuzug im Vergleich zum Jahr 2009 um 974
Fälle erhöht. So wurden im Jahr 2013 insgesamt 23.175 oberösterreichische
Patienten/-innen in anderen Bundesländern behandelt. Im Gegenzug hat das Land
Oberösterreich 30.938 Gastpatientinnen und -patienten betreut.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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Insbesondere sind dafür die Patientenströme aus Niederösterreich und Steiermark
verantwortlich. Im Jahr 2013 wurden um 14.709 mehr Patienten/-innen aus
Niederösterreich aufgenommen als umgekehrt. Das sind um 1.367 Fälle mehr als im
Vergleich zum Basisjahr 2009. Ähnlich ist die Entwicklung in der Steiermark: So wurden
2013 insgesamt um 552 Fälle mehr in Oberösterreich behandelt als noch 2009.
Wie schon in der Vergangenheit zeigt sich, dass aufgrund der regionalen Lage
weiterhin mehr Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher in Salzburg behandelt
werden als umgekehrt. Dieser Trend hat sich auch 2013 bestätigt. Durch den
vermehrten Patientenzuzug vor allem aus Niederösterreich und Steiermark werden in
Oberösterreich insgesamt noch immer um 7.763 mehr Gastpatientinnen und
-patienten behandelt als Oberösterreicher/innen in den anderen Bundesländern.
3.2.7. Die Qualität der Leistungserbringung
Die kontinuierliche Verkürzung der Belagsdauer bei gleichzeitiger Reduktion der
stationären Fälle sowie annähernd gleichbleibender Wiederaufnahmeraten lässt den
Schluss
zu,
dass
die
Prozesseffizienz
–
bei
zumindest
gleichbleibender
Prozesseffektivität – entsprechend erhöht wurde. Ein weiterer positiver Aspekt ist die
Verkürzung der präoperativen Verweildauer. Diese Entwicklungen deuten auf eine
verbesserte Prozessqualität hin, die die Vorgaben der Expertenkommission
unterstützt.
Des Weiteren wurden die alters- und geschlechtsstandardisierten Mortalitätsraten
innerhalb Österreichs verglichen. Die Mortalitätsrate Oberösterreichs liegt unterhalb
des Vergleichswertes der anderen Bundesländer.
Im Rahmen der Landeszielsteuerung erfolgt eine mit der OÖGKK abgestimmten
Analyse der Versorgungsregionen in Hinblick auf das vorhandene Leistungsangebot.
Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet und
der Landeszielsteuerung zur Umsetzung vorgeschlagen.
Ab 2013 und in den kommenden Jahren wird die Ergebnisqualitätsmessung im
intramuralen Bereich weitergeführt; Austrian Inpatient Quality Indicators (A-IQI).
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
12
Die Pilotphase kann als abgeschlossen betrachtet werden. Ein Bericht über die
Ergebnisse aus dem Jahr 2013 dieses bundesweiten Projekts ist auf Bundesebene in
Ausarbeitung.
Für
das
Ergebnisqualitätsmessung
Jahr
auf
2014
die
wurde
der
Themenbereiche
Schwerpunkt
der
Linksherzkatheder,
Gebärmutterentfernung und Hernienoperationen gesetzt. Die Wichtigkeit der
Ergebnisqualitätsmessung
wurde
dadurch
betont
als
im
Rahmen
der
Gesundheitsreform die kontinuierliche Weiterentwicklung von A-IQI sowie die
Entwicklung eines vergleichbaren Systems für den gesamten ambulanten Bereich in
den Bundeszielsteuerungsvertrag aufgenommen wurde.
3.2.8. Die Patienten und Bürgerbeteiligung
Die im Juli/August 2014 durchgeführte Bevölkerungsbefragung zeigt, dass ein
überwiegender Teil der Bevölkerung mit ihrem letzten Spitalsaufenthalt zufrieden war.
Der Wert ist bei jenen Personen besonders stark ausgeprägt, die ihren Aufenthalt
innerhalb des letzten Jahres hatten.
Bei der OÖ. Patientenvertretung wurden lediglich fünf Eingaben eingebracht, die
einen direkten Zusammenhang zur Spitalsreform II aufweisen. Hierbei gilt es jedoch zu
bedenken, dass die Anzahl der Eingaben im Vergleich zu den stationären Aufenthalten
– in der Höhe von 480.185 – relativ gering ist.
Die vom Land Oberösterreich eingerichtete Clearingstelle für Angelegenheiten
personalrechtlicher Natur, die durch die Spitalsreform verursacht würden, wurde im Jahr
2013 mit einem einzigen Fall betraut.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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4. Umsetzung der Maßnahmen der Spitalsreform II im Detail
Die Maßnahmen der Spitalsreform II betreffen einerseits den medizinischen Bereich
und andererseits den nicht medizinischen Bereich.
Mit drei Ausnahmen sind alle Maßnahmen der Priorität A vollständig umgesetzt. Bei den
verbleibenden drei Maßnahmen wurde das wirtschaftliche Kostendämpfungsziel
erreicht, jedoch strukturell nur zum Teil umgesetzt. An diesen Maßnahmen wird
weiterhin gearbeitet.
Demgegenüber stehen eine Vielzahl von Maßnahmen die aus dem Prioritätszeitraum B
in den Prioritätszeitraum A von den Trägern vorgezogen wurden und es kann daher in
Summe von einer engagierten Umsetzung der SR II gesprochen werden kann.
Die mit den einzelnen Maßnahmen zu erbringenden Kostendämpfungspotentiale
werden bei der Erstellung der jährlichen Budgets, bei den einzelnen Häusern
berücksichtigt.
Im Nichtmedizinischen Bereich war das Ziel, dass die Kostenzuwächse zumindest im
gleichen Ausmaß wie im medizinischen Bereich gedämpft werden. Die Entscheidung in
welchem nichtmedizinischen Bereich die Kostendämpfung erfolgt, obliegt dem
jeweiligen Krankenhausträger.
Im Vergleich von 2009 und 2013 sind nur kleine Änderungen der Aufteilungsschlüssel
zwischen medizinischen und nicht-medizinischen Bereichen in den Häusern gegeben.
Das heißt, die Kosten für die nicht-medizinischen Bereiche wurden linear mit den
Maßnahmen im medizinischen Bereich angepasst (PR-Maßnahmen, Ge- und
Verbrauchsgüter, Einkauf etc.).
Durch die Tatsache, dass sich der Prozentsatz der medizinischen Aufwendungen
gegenüber der nichtmedizinischen Aufwendungen um 0,4 Prozentpunkte erhöht
(keine Veränderung zum Vorjahr) hat, ist diese Forderung der Expertenkommission
jedenfalls positiv erfüllt.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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5. Begleitmaßnahmen und Rahmenbedingungen
Hierbei
sind
vor
allem
die
Entwicklungen
bei
den
Organisations-
und
Zusammenarbeitsmodellen zu nennen:
Kepler Universitätsklinikum
Für die Leistungsabstimmung im Zentralraum Linz bildet die Umsetzung einer
medizinischen Fakultät und die damit verbundene Zusammenführung der Häuser AKh
Linz, LFKK und LNKL-WJ zu einer Universitätskrankenanstalt eine gute Chance,
Synergien zu erschließen. Die rechtliche Zusammenführung zu einer Krankenanstalt ist
für eine verstärkte Kooperation förderlich. In diesem Zusammenhang gilt es noch zu
erwähnen, dass die Zusammenführung von AKh Linz und LFKK bereits als „Vision“ in
der Spitalsreform II enthalten war.
Salzkammergut-Klinikum
Die Umsetzung der Maßnahme der Zusammenführung der Krankenanstalten Gmunden
und Vöcklabruck zu einer gemeinsamen Krankenanstalt bis 2016 inklusive der mittelbis
längerfristigen
Einbindung
des
Standortes
Bad
Ischl
wurde
vom
Krankenanstaltenträger gespag bereits in der Priorität A, im Jahr 2011, begonnen. Die
rechtliche und organisatorische Zusammenführung zu einem „Salzkammergut-Klinikum“
an drei Standorten mit einer Kollegialen Führung ist mit 1. Jänner 2014 erfolgt. Dieses
„Erfolgsmodell“ könnte als „Best Practice“ Beispiel auch für andere Regionen dienen.
6. Sonderthemen der Umsetzung
Eine der Aufgaben der Evaluierungskommission ist es auch, Schwerpunkte der
Patientenversorgung zu analysieren und Verbesserungspotentiale aufzuzeigen. In
diesem Zusammenhang wurden folgende Bereiche schwerpunktmäßig betrachtet:
1. Intensivversorgung:
Zusammenfassend
kann
gesagt
werden,
dass
Oberösterreich ausreichend mit Intensiv-Kapazitäten versorgt ist und dass die
Inanspruchnahme nicht über dem Österreichdurchschnitt (ohne OÖ) liegt, wie
dies bei der Gesamtbetrachtung von Intensiv- und Normalpflegekapazitäten der
Fall ist.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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2. Psychiatrieversorgung: Aufgrund der Vielfalt der Angebotsstruktur ist die
Etablierung von „Koordinations- und Steuerungsstellen“ zu empfehlen. Diese
sollten einerseits die Koordination zwischen den Anbietern vor allem zur
Abstimmung
der
Behandlungskontinuität
Behandlungskette
übernehmen.
Es
und
zur
Förderung
der
wird
daher
empfohlen
diese
Koordinations- und Steuerungsfunktion weiterzuentwickeln und weiterhin laufend
die Bedarfsentwicklung zu beobachten.
3. Onkologiebeirat: Nach der Erhebung des Iststandes zur onkologischen
Versorgung im Jahr 2013 hat sich der Onkologiebeirat im Jahr 2014 mit den
Kernaspekten für die Weiterentwicklung des Versorgungskonzeptes befasst. Die
hierbei gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für das geplante
Evaluierungsprojekt 2015, welches die konkreten Ziele der onkologischen
Versorgung und Empfehlungen für deren Erreichung definieren soll.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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7. Entwicklung Sprengelbeiträge für die Gemeinden
Die positive Entwicklung der Betriebsabgänge durch die Maßnahmen der Spitalsreform
II bringt den Oö. Gemeinden nunmehr das 4. Jahr in Folge eine deutlich spürbare
Entlastung ihrer Budgets. So wird es für die Oö. Gemeinden durch die Einsparungen
bei den Betriebsabgängen 2015 in Verbindung mit den Einsparungen aus der
endgültigen Abrechnung der Sprengelbeiträge 2012 im Budget 2015 zu keiner
zusätzlichen Erhöhung gegenüber dem Vorjahr durch die Krankenanstaltenbeiträge
kommen.
Die Umsetzung der Spitalsreform II hat konkret zur Folge, dass im Gegensatz zu früher,
wo der Sprengelbeitrag jährlich zwischen 5 und 10 Prozent gestiegen ist, im Jahr 2013
die Veränderung -6,9 Prozent betragen hat, im Jahr 2014 gleichbleibend und im Jahr
2015 eine geringfügige Steigerung um 1,5 Prozent stattfindet.
Nachstehende Grafik zeigt die Entwicklung der Sprengelbeiträge in absoluten Zahlen:
Im Jahr 2013 betrug der Aufwand für die Gemeinden rd. 266,2 Mio. Euro, im Jahr 2014
blieb er mit 266,1 Mio. gleich. Dieser Aufwand wird sich voraussichtlich im Jahr 2015
auf 270,1 Mio. Euro (+1,5 Prozent) geringfügig erhöhen.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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8. Resümee
„Das erste Drittel der Reform wurde – wie auch vom LRH bescheinigt –
erfolgreich umgesetzt. Die wesentlichen Kennzahlen zeigen die gewünschten
Verbesserungen und Oberösterreich ist daher auf einem sehr guten Weg, bei
weiterhin konsequenter Umsetzung aller Maßnahmen, die Reformziele zu
erreichen. Es zeigt sich, dass dieser Weg notwendig war und weiterhin ist. Durch die
Umsetzung der Spitalsreform können auch die Finanzziele aus dem Budgetpfad des
Bundes erreicht werden. Mit der Schaffung von Schwerpunkten und Bündelungen
der Kompetenzen, vor allem auch durch die Gründung der Medizinischen Fakultät
und des Kepler Universitätsklinikums, ist Spitzenmedizin in OÖ weiterhin
sichergestellt.
Mein großer Dank gilt der konstruktiven Mitarbeit der Krankenhausträger sowie
dem Verständnis der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die
Reformmaßnahmen engagiert mittragen", so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
abschließend.
Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
Anhang
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Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
Anhang
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Pressekonferenz am 30. Oktober 2014
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