close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

(fast) nicht zu erkennendes Kontaktgleis aus einem M-Gleis gebaut

EinbettenHerunterladen
Ein (fast) nicht zu erkennendes Kontaktgleis aus einem M-Gleis gebaut
Diese Anleitung habe ich primär für mich und alle Bastler erstellt, die schon einmal ein Kontaktgleis
aus einem alten Märklin M-Gleis hergestellt haben oder es noch wollen. Dann hat man sich (so wie
ich) im sichtbaren Bereich der Anlage doch daran gestört, dass das meistens außen angelötete Kabel
trotz aller „Tarnversuche“ weiterhin leicht zu erkennen ist.
Es folgt die bebilderte Anleitung ein (fast) nicht zu erkennendes Kontaktgleis herzustellen:
Schritt 1: Auf der kompletten Länge eines normalen geraden Gleises (180 mm) die Halterungen der
Metallschiene mit einem dünnen Schraubenzieher vorsichtig aufbiegen und die Metallschiene
entfernen. Hier ist Vorsicht angebracht, die aufgebogenen Halterungen brechen gerne ab.
Tipp: Im Bereich des Kontaktstückes (ich empfehle eine Länge von 45 mm, also die Strecke über 6
Halterungen) müssen die Halterungen auf alle Fälle beidseitig aufgebogen werden, im restlichen Teil
(links und rechts davon) reicht meistens das Aufbiegen auf einer Seite der Schiene um sie dann
komplett rausziehen zu können.
Bild 1: M-Gleis mit herausgenommener Metallschiene und diversen Bearbeitungen
Wenn man das Gleis und die Trennscheibe gut fixieren kann ist es auch möglich nur das Kontaktstück
mittels Dremels herauszutrennen, ohne die gesamte Schiene zu entfernen. Um aber zu vermeiden,
dass beim Auftrennen unschöne Schleifspuren an der Trennstelle entstehen empfehle ich die
Metallschiene immer komplett zu entfernen und das Trennen mit einem Dremel separat
durchführen.
Schritt 2: Unbedingt die Innenseiten der aufgebogenen Halterungen abschleifen (siehe Bild 1), in
denen später das mit Schrumpfschlauch ummantelte Metallgleis eingesetzt werden soll. Hier
befinden sich aus dem Stanzprozess noch sehr spitze Kanten, welche beim Zurückbiegen manchmal
einen ungewollten Kontakt zur Schiene durch den Schrumpfschlauch herstellen. Auch die
Auflageflächen des späteren Kontaktstückes zwischen den Halterungen mit einem konischen Aufsatz
des Dremels schleifen, damit der Höhenunterschied welcher durch den Schrumpfschlauch entsteht
ausgeglichen wird und damit sich auch hier keine spitzen Kanten durch den Schrumpfschlauch
drücken können.
Schritt 3: Mit einem Metallbohrer (2 mm) direkt unter die spätere Anschlussstelle (also in der Mitte
der 6 Halterungen) vorsichtig ein Loch in den Gleiskörper bohren (siehe Bild 1). Das Loch ebenfalls
schleifen mit dem konischen Aufsatz des Dremels. Insbesondere die Metallfransen entfernen, welche
an der Unterseite des Lochs entstehen.
Schritt 4: Die herausgelöste Schiene trennen (z.B. mit einem Dremel) und an den Schnittstellen
sauber abschleifen um später einen ungewollten Kontakt durch Späne zu vermeiden.
Schritt 5: Ein normales Kabel abisolieren (etwas weniger als die ½ Länge des rausgetrennten
Schienenstückes). Anfangs habe ich dann die Litze mittels Heißkleber eingeklebt. Wer will und kann,
kann natürlich die Litzen auch festlöten und die Lötstelle anschleifen. Ich muss gestehen, dass ich
nicht besonders geschickt im Löten bin.
Bild 2: Die eingeklebte Litze
Inzwischen habe ich auch die „Klebemethode“ durch die „Klemmmethode“ ersetzt. Hierbei biege ich
das Schienenstück mit einem schmalen Schraubenzieher auf der einen Halbseite auf, drücke die Litze
bis in den oberen Teil des Gleisstückes und drücke das Gleis wieder mit einer Kombizange vorsichtig
zu. Das hält bombenfest und ist absolut kontaktsicher im Gegensatz zur Klebemethode. Den Kontakt
kann man auch noch durch die Abisolierung der doppelten Länge und durch Falten und Verdrillen der
isolierten Kupferlitze erhöhen.
Bild 3: Die eingeklemmte Litze
Schritt 6: Einen Schrumpfschlauch in der Länge des herausgetrennten Schienenstückes (+ 2mm)
abschneiden, in der Mitte ein Loch einstechen und das Gleisstück mit dem Kabel voraus in den
Schrumpfschlauch einführen, das Kabel durch das „Mittelloch“ wieder herausführen und das
Gleisstück komplett einziehen. Ist ein bisschen fummelig aber mit Abbiegen des Schrumpfschlauches
in Höhe des Loches geht es meistens sehr schnell.
Bild 4: Das Kontaktstück wird in den Schrumpfschlauch eingezogen
Schritt 7: Nun den Schrumpfschlauch schrumpfen, z.B. mittels Industriefön oder notfalls mit dem
Ansatz des Lötkolbens. Anschließend auch über das Kabel ein kleines Stück dünnen Schrumpflauch
ziehen und es ebenfalls schrumpfen (siehe Bild 5). Wichtig: Hierbei den letzten Millimeter vor der
Schiene nicht schrumpfen (dient als Stopper, damit der Schlauch nicht durch das Loch rutschen kann
(siehe Schritt 8). Es ergibt sich das Bild eines kleinen „T-Stücks“. Von dem etwas locker nach unten
hängenden Kabel nicht irritieren lassen, das gibt sich im nächsten Schritt.
Bild 5: Das fertige „T-Stück“
Schritt 8: Das Kabel durch das Loch im Gleis ziehen und den schmalen Schrumpfschlauch durch das
Loch drücken. Durch den nicht geschrumpften letzten Millimeter wird dieser dicht an die Schiene
gedrückt und verhindert, dass
1. der Schrumpfschlauch durch das Loch rutsch
2. die Litze aus der Klebe-/Löt-/Klemmstelle beim Anziehen des Kabels rausgezogen wird und
natürlich dass
3. die Litze mit dem Gleiskörper in Kontakt kommt
Ein für mich weiterer, wichtiger Nebeneffekt ist, dass das Kabel dadurch nahezu unsichtbar wird
(siehe Bild 6), welche Farbe auch immer verwendet wird.
Schritt 9: Die Halterungen vorsichtig andrücken, sie brechen leider - wie bereits geschrieben - sehr
leicht ab. Schrumpfschlauch über den Halterungen der Länge nach auf beiden Seiten unterhalb des
oberen Schienenkopfes einschneiden und den abgeschnittenen Teil entfernen. Die leichten
Schnittspuren lassen sich bei besserer Feinmotorik sicher auch noch verhindern .
Bild 6: Das eingebaute „T-Stück“ von oben
Bild 7: Der Kabelaustritt unter der Schiene
Schritt 9: Es empfiehlt sich das Gleis schon mal an einer gut zugänglichen Stelle auf der Anlage
provisorisch einzubauen und die Funktion über einen Stromfluss zu testen, z.B. mit einem Lichtsockel
und einem Wagen.
Bild 8: Erster Funktionstest
Schritt 10: Die beiden Schienenstücke rechts und links des Kontaktstückes wieder einsetzen, bzw.
einschieben und die Halterungen auch hier wieder vorsichtig zurückbiegen. Nochmals provisorisch
einbauen und testen. Fertig!
Ergebnis: Ein (fast) „unsichtbares“ Kontaktgleis!
Bild 8: Das fertige Kontaktgleis
Auf diesem Bild sieht man noch, dass ich anfangs auch noch den Ansatz der beiden Reststücke mit
Schrumpfschlauch unterlegt habe, um den leichten Höhenunterschied zu kompensieren. Durch das
Abschleifen der Aufsatzpunkte zwischen den Halterungen (siehe Schritt 2) konnte ich mir das auch
sparen.
Document
Kategorie
Technik
Seitenansichten
14
Dateigröße
979 KB
Tags
1/--Seiten
melden