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DHZ, Ausgabe 24/2014 - Handwerkskammer Dresden

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Gute Stimung im Handwerk:
Baubranche ist Zugpferd der
Seite 6
Konjunktur.
PRODUKTVIELFALT
Ausg. 24 | 19. Dezember 2014 | 66. Jhrg. | www.deutsche-handwerks-zeitung.de
Foto: Marcus Golejewski/Geisler/picture-alliance
Im Jahr der Helene
Jetzt ist die Zeit der Jahres-Rückblicke.
Den ganzen Dezember, in dieser besinnlich-glühweingeschwängerten Adventszeit,
sollen wir uns erinnern an das, was war.
Das Erschreckende daran ist, dass uns
die medialen Rückblicke vor Augen führen,
wie vergesslich wir eigentlich sind. „Ach
ja, das war ja auch 2014 ...“
Doch inzwischen malträtieren uns nicht
nur die Fernsehsender mit Rückschauen
von Jauch bis Lanz, sondern auch soziale
– alle
Medien. Facebook. Twitter, YouTube
Yo
hauen sie jetzt ihre Hitlisten raus. Rankings lieben wir Deuteben genauso
schen ebe
Jahres-Rückblicke.
wie JahresListe 2014 von
Die List
Facebook zeigt: DieFaceboo
Land hat erstses La
mal nichts als
Fußball im Kopf.
Fuß
WM, BundesliWM
ga und Helene
Fischer stehen
Fisch
auf den ersten drei
Plätzen. Nicht anders bei Twitter: Das WM-Tor von Mario
Götze auf Rang eins, Platz zwei das 7 : 1
gegen Brasilien.
Aber wer ist nochmal Helene Fischer?
Die Torhüterin der Frauen-Nationalmannschaft? Die Tochter von Legende Klaus
Fischer? Oder die beste Kopfball-Frau aller
Zeiten („Birne Helene“)? Da aber haben
wird es ganz atemlos erfahren von den
Journalisten-Kollegen von der „Wirtschaftswoche“: Helene Fischer ist eine Geldmaschine! Auf der Titelseite des Wirtschaftsmagazins war sie abgebildet, wir wurden
gleich ganz neidisch und sagten uns, das
können wir auch (siehe Abbildung in dieser
Kolumne). Wäre dieses Ziel also auch noch
2014 erledigt: einmal Helene auf Seite 1.
Aber wie ein junger Handwerker aus
Hessen verdient die Geldmaschine nicht.
Da hat einer im Euro-Lotto 58,7 Millionen
Euro gewonnen. Da muss selbst Frau
Fischer lange für singen. Was der Handwerker jetzt macht: Erstmal weiterarbeiten
– das ist löblich, denn im Handwerk brauchen wir jeden Mann. Aber er arbeitet
natürlich weiter, damit er nicht auffällt. Wir
werden ihn also nicht als „Handwerker des
Monats“ auf der Titelseite zeigen können.
Aber wir haben ja Helene Fischer.
bur
DIE AKTUELLE ZAHL
0,8
Prozent Umsatzplus hat das
zulassungspflichtige Handwerk im dritten
Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahresquartal erreicht (Statistisches Bundeamt).
Frohe Weihnachten
Wir wünschen Ihnen,
liebe Leserinnen und
Leser, besinnliche
Feiertage und einen
guten Start in ein glückliches, neues
Jahr. Die Deutsche Handwerks Zeitung wird Sie
auch 2015 wieder rundum
mit vielen interessanten
Themen, Nachrichten und
Service-Artikeln versorgen.
Herausgeber, Verlag und Redaktion
Die Bilder des Jahres:
Was von 2014 in
Erinnerung bleibt. Seite 16
Handwerkskammer Dresden
Verkaufte Auflage: 479.611 Exemplare (IVW III/2014) | Preis: 2,69 Euro
Neue Gesetze und Regeln:
Das bringt 2015
THEMEN DIESER AUSGABE
Über Gebühr
Viele Handwerker klagen über die
Höhe der Rundfunkgebühren. Der
ZDH versucht, strukturelle ÄnderunSeite 2
gen auszuhandeln.
REGIONAL
Dresden
Mindestlohn,
Tachographenpflicht
und mehr: Im Jahr 2015
ändern sich viele
Verordnungen, Gesetze
und Regelungen.
Alles dazu auf Seite 3
Betriebswirt (HWK): Die besten
sechs von 113 Absolventen erhalten
eine Auszeichnung
7
Vollversammlung: Mitglieder ziehen
Bilanz für ein ereignisreiches Kammerjahr
7
Foto: Britta Pedersen/dpa/picture-alliance
Mindestlohn kommt
Bürger sollen mehr sanieren
Steuerliche Anreize für energetische Sanierungen sollen kommen –
Im Gegenzug will die Bundesregierung aber den Steuerbonus auf Handwerkerleistungen kürzen
Von Karin Birk
D
as Handwerk begrüßt den Kabinettsbeschluss
für mehr Energieeffizienz: „Die steuerliche
Anreizförderung ist ein wichtiger Schritt, um die
deutlich eingeschränkte Investitionstätigkeit wiederzubeleben“, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), mit Blick auf die Beschlüsse der Regierung zum „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ und zum „Aktionsprogramm Klimaschutz
2020“. „Bauherren und Modernisierer haben seit
langem auf ein Signal aus Berlin gewartet“, sagt
auch Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär, Heizung, Klima.
Konkret sollen Investitionen für mehr Energieeffizienz in selbstgenutzten Wohnimmobilien mit
einer Milliarde Euro im Jahr steuerlich gefördert
werden. Wer Dach, Fenster, Heizung oder Hauswand erneuert, soll zehn bis 25 Prozent der Kosten
über zehn Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehen können. Die Förderung soll 2015 beginnen
und bis 2020 begrenzt sein.
Allein die steuerliche Förderung bringt laut
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD)
private Investitionen von bis zu zwölf Milliarden
Euro im Jahr. Darüber hinaus sollen die KfW-Programme zur energetischen Gebäudesanierung
ausgebaut und auch auf Nichtwohngebäude ausgedehnt werden. Die Mittel werden um 200 Millionen Euro auf zwei Milliarden Euro pro Jahr erhöht.
Jetzt müssen schnellstmöglich ein abgestimmtes Konzept und der Gesetzesentwurf erarbeitet
werden, sagte die umweltpolitische Sprecherin der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött,
der Deutschen Handwerks Zeitung. „Den Ländern
ist ein Finanzierungsangebot gemacht worden. Sie
sollten nicht darauf lauern, bei der Gelegenheit
mehr zu nehmen als zu geben“, warnte Dött.
Bis Ende Februar 2015 soll es zu einer Entscheidung mit den Ländern kommen. Dann könnte das
Einkommensteuergesetz noch 2015 rückwirkend
zum Jahresanfang geändert werden. Eine Arbeitsgruppe nimmt sich jetzt des Themas an.
Umstritten ist vor allem die Finanzierung, die
schon einmal am Veto der Bundesländer geschei-
tert ist: Um das zu verhindern, hat Gabriel einen
Vorschlag zur teilweisen Gegenfinanzierung ins
Spiel gebracht. Danach soll der Steuerbonus auf
Handwerkerleistungen gekürzt und erst Rechnungen sollen ab 300 Euro steuerlich geltend gemacht
werden können.
ZDH-Präsident Wollseifer hält den Steuerbonus
als Mittel gegen Schwarzarbeit für unverzichtbar.
Aber eine „Fortentwicklung“ mit einem Sockelbetrag als Freigrenze kann er sich vorstellen. Von
weitergehenden Einschränkungen hält er jedoch
nichts. Dies gelte umso mehr, da die Steuerausfälle der Länder gerade in den ersten Jahren sehr gering seien und zusätzliche Steuer- und Beitragseinnahmen gegengerechnet werden müssten.
Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) kritisiert Gabriels Vorstoß scharf: „Das lehnen wir ab.“
Wenn die Bürger ihre Handwerkerrechnungen
nicht mehr absetzen könnten, wäre dies für viele
eine zusätzliche Belastung. Kommentar: Seite 4
Weitere Informationen für Unternehmen unter
www.dhz.net/klimaplaene
Paris von sächsischem
Kunsthandwerk begeistert
Handwerker in Israel
Als Geste der Versöhnung helfen
Handwerker Holocaust-Überlebenden und behinderten arabischen
Seite 14
Kindern in Israel.
HANDWERK ONLINE
WWW.DEUTSCHE-HANDWERKS-ZEITUNG.DE
˾
World Press Photo 2014:
Bilder, die die Welt bewegten
www.dhz.net/worldpress
˾
Rallye Aïcha des Gazelles: Jetzt
noch für Startplatz bewerben
www.dhz.net/aicha
˾
Ferrari fahren in Monza: Cooles
Foto schicken und gewinnen
www.dhz.net/ferrari
Anzeige
Ein Wüstenabenteuer
für Frauen
Elf Betriebe nehmen an Messe teil
Für Begeisterung sorgten elf Betriebe aus dem
sächsischen Kunsthandwerk vom 3. bis 7. Dezember in Paris. Sie nahmen als Aussteller an Frankreichs wichtigster Kunsthandwerkermesse „Le
Carrousel des Métiers d’Art et de Création“ teil.
Sachsen war in diesem Jahr Partnerland der
Messe unterm Louvre. „Die vielfältigen Produkte
der sächsischen Kunsthandwerker stehen für Tradition, Qualität und Ideenreichtum. Ich bin mir sicher, dass sie auch das Publikum in Paris begeistern werden“, sagte der neue sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig. Die Aussteller kamen mit vielen Eindrücken, guten Verkäufen und
manchem Kooperationsangebot zurück. Seite 9
Mit der Einführung des gesetzlichen
Mindestlohns am 1. Januar 2015
bestehen für Betriebe auch neue Dokumentationspflichten. Bei Verstößen und Versäumnissen drohen
Seite 11
hohe Geldbußen.
John Stanmeyer/World Press Photo
QUERGEDACHT
Foto: Frank Hoermann/Sven Simon/picture alliance
NEUE
Foto: Katharina Täubl
Anzeige
Aïcha-Rallye in Marokko
Jetzt
w
be erben!
Auch die deutsche Botschafterin in Paris, Susanne Wasum-Rainer (Mitte), schaute am sächsischen Gemeinschaftsstand vorbei. Hier wird sie von Töpfermeister Thomas Thunig aus Schmölln begrüßt. Foto: Stefanie Flechsig
www.dhz.net/aicha
Regional
Sachsen
Sieben Bundessieger im praktischen
Leistungswettbewerb kommen aus
dem Kammerbezirk Dresden.
Deutsche Handwerks Zeitung
Seite 9
Handwerkskammer Dresden
Ausg. 24 | 19. Dezember 2014 | 66. Jahrgang
7
Ansichten zum Jahresende
Lieber dafür als dagegen
Jörg Dittrich,
Präsident der
Handwerkskammer Dresden.
Foto: André Wirsig
Messe „room&style“ vom 9. bis
11. Januar 2015 in Dresden
Die „room&style“ in der Messe Dresden ist
die Trend- und Lifestylemesse für
Wohnideen und Lebenskultur. Am Stand
der Handwerkskammer Dresden in der Via
Mobile 3 werden die Abschlussarbeiten
des gewerkeübergreifenden Fortbildungskurses „Gestalter im Handwerk“ vorgestellt. Der Loungebereich lädt zu einer individuellen Beratung ein. Auch werden drei
Kunsthandwerker von der französischen
Partnerkammer in Val de Marne/Paris als
Aussteller am Stand dabei sein.
Am 9. Januar, 17 Uhr, findet auf der
Messe eine Veranstaltung aus der Reihe
„Treffpunkt Zukunft“ der Handwerkskammer Dresden statt. Vortragsschwerpunkt
wird die individuelle Gestaltung von Ladenlokalen und Kundenräumen sein. Der Fokus liegt auf der Erwartungshaltung des
Kunden und der gezielten Ansprache.
Ansprechpartner dazu und Anmeldung:
Ulrich Goedecke, Tel. 0351/4640-505,
E-Mail: ulrich.goedecke@hwk-dresden.de.
Die Messe ist geöffnet am Freitag,
15 bis 22 Uhr, am Samstag 11 bis 21 Uhr
und am Sonntag 11 bis 18 Uhr.
KarriereStart 2015: Die Bildungs-,
Job- und Gründermesse in Sachsen
vom 23. bis 25. Januar 2015
„Zukunft selbst gestalten“ – unter diesem
Motto findet die 17. KarriereStart in Dresden statt. Die Messe vereint die Themenbereiche Bildung, Beruf, Personal und
Gründung unter einem Dach und führt Anbieter und Interessenten an drei Messetagen zusammen. Das Handwerk wird u. a.
wieder mit einem von der Handwerkskammer Dresden organisierten Gemeinschaftsstand in Halle 2 Stand B16 vertreten sein.
Gemeinsam mit Innungen (SHK, Dachdecker, Steinmetz, Friseur, Fleischer, Bäcker, Metall, Vulkaniseure, Elektrotechnik
und Bau) und Bildungsstätten (BZ Handwerk, Wirtschaftsakademie) wird live die
Vielfalt des Handwerks den Besuchern gezeigt sowie über Ausbildungsberufe und
Zukunftsperspektiven im Handwerk informiert. Neu dabei ist die Landesinnung des
Sächsischen Vulkaniseur- und Reifenmechanik-Handwerks. Geöffnet ist die Messe
am Freitag von 9 – 17 Uhr und am Samstag/Sonntag 10 – 17 Uhr.
www.messe-karrierestart.de
Brückentag: Kammer bleibt am
2. Januar geschlossen
Am Freitag, 2. Januar, bleibt die Handwerkskammer Dresden wegen eines Brückentages mit ihren Bildungszentren in
Dresden, Großenhain und Pirna geschlossen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Kammer stehen am 29. und 30. Dezember sowie wieder regulär ab Montag,
5. Januar 2015, als Ansprechpartner zur
Verfügung.
Facebookseite „Handwerk in
Sachsen“ mit 4.000 Likes
Über moderne Kommunikationsplattformen, wie z. B. Facebook, lässt sich die
Vielfalt des Handwerks gerade für Jugendliche wunderbar darstellen. Deshalb hatte
die Handwerkskammer Dresden im Februar 2013 die Facebookseite „Handwerk in
Sachsen“ eingerichtet. Mit Erfolg: Anfang
Dezember konnten 4.000 Likes auf der
Seite verbucht werden – d. h. 4.000 Personen haben die Seite positiv bewertet
und folgen ihr regelmäßig.
Unter www.facebook.com/handwerkinsachsen „laden wir dazu ein, sich über
Handwerks- und Ausbildungsthemen auszutauschen“, so Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich.
Neben der Zeugnisübergabe wurden auch die besten Absolventen ausgezeichnet (v.l.): Susanne Dazert (Bürokauffrau), Dagmar Rehnelt (Automobilkauffrau),
Uwe Eisold (Kfz-Meister), Steffi Broscheit (Industriekauffrau), Marco Ledermann (Kfz-Mechaniker). Foto: André Wirsig
Investition in berufliche Zukunft
Handwerkskammer Dresden ehrt die diesjährigen Absolventen Betriebswirt (HWK) – Sechs Beste ausgezeichnet
S
ich weiterentwickeln. Auf dem Stand der Zeit
bleiben. Tiefere Einblicke gewinnen… – die
Gründe waren vielfältig, aus denen die diesjährigen 113 Absolventen zum Betriebswirt (HWK) bei
der Handwerkskammer Dresden die Fortbildung
in Angriff genommen haben. Sie erhielten am
25. November nach rund zweijähriger Ausbildungszeit im Festsaal des Hotels Königshof in
Dresden ihre Zeugnisse. Jetzt stehen ihnen „die
Türen offen, gehen Sie auch hindurch“, formulierte es Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich in
seiner Rede.
Unter den Absolventen im Alter zwischen 21
und 57 Jahren befinden sich auch viele Handwerker verschiedenster Gewerke. So z. B. Jürgen Goldberg aus Radebeul. Er ist einer der insgesamt
16 Meister des Jahrgangs, die sich ab jetzt Betriebswirte nennen dürfen. Der 35-jährige Orthopädietechnikermeister sieht den Abschluss als logische Konsequenz, um sich beruflich weiterzuentwickeln: „Im Laufe der zweijährigen Ausbil-
Termine
Start-Termine für die Fortbildung Geprüfter Betriebswirt/nach HwO bei der Handwerkskammer Dresden: in
Vollzeit: 02.03.15 bis 17.07.15 und 02.11.15 bis
29.04.16 in Dresden; in Teilzeit (samstags): 07.03.15
bis 29.04.17 und 12.09.15 bis 30.09.17 in Dresden,
07.03.15 bis 29.04.17 und 12.09.15 bis 30.09.17 in
Bautzen/Zittau; in Teilzeit (Dienstag/Mittwoch):
10.03.15 bis 05.04.17 und 15.09.15 bis 27.09.17 in
Dresden.
Ansprechpartner: Kundenberaterin Kerstin Hinderer, Tel. 0351/8087-520, E-Mail: kerstin.hinderer@hwk-dresden.de
dung, die ich neben meiner Anstellung bei der
Meditech Sachsen GmbH absolvierte, erhielt ich
einen noch tieferen Einblick in die Betriebswirtschaftslehre, die ich als Fach auch schon bei der
Meisterausbildung hatte.“ Die gelernte Industriekauffrau Carmen Hauswald, ebenfalls aus Rade-
Interessenvertretung über viele Kanäle
3. Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden 2014 – Bilanz gezogen für ein ereignisreiches Kammerjahr
Am 2. Dezember trafen sich die Mitglieder der
Vollversammlung (VVS) der Handwerkskammer
Dresden zu ihrer dritten und letzten Sitzung in
diesem Jahr. Gastredner war diesmal der Präsident
des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB),
Prof. Friedrich Hubert Esser. Er sprach zum Thema „Herausforderungen an das duale Ausbildungssystem“.
Im Anschluss gab der Präsident, Jörg Dittrich,
einen Überblick über die umfangreichen Aktivitäten seit der letzten Vollversammlung im Juli. So
waren von Seiten des Ehren- und des Hauptamtes
der Handwerkskammer Dresden die Landtags-
wahl und die Ausarbeitung des Koalitionsvertrages
in Sachsen aktiv begleitet worden.
Ausblick auf 2015
„Das Handwerk hat im Koalitionsvertrag durch
unser Zutun viel Beachtung gefunden. Jetzt gilt es
darauf zu achten, dass die Maßnahmen umgesetzt
werden“, gab der Präsident einen Ausblick auf
2015. Dittrich nannte auch weitere Themen, die
das Handwerk 2015 beschäftigen werden: „Da ist
zum einen der Mindestlohn ab dem 1. Januar.
Hier müssen wir gemeinsam mit der Politik schau-
Aktuelle wirtschaftspolitische
Nachrichten fürs
Handwerk
unter:
deutsche-handwerks-zeitung.de
beul, stellte sich der Herausforderung, um ihren
Mann in seinem Dachdeckerbetrieb noch besser
unterstützen zu können: „Nun kann ich vieles
selbst erledigen, womit sich zum Beispiel zuvor
unser Steuerberater auseinandersetzen musste.“
Und Sandro Spindler, Maler- und Lackierermeister aus Crosta, möchte mit seinem erworbenen
Abschluss auf seine Meisterausbildung aufbauen,
auf dem Stand der Zeit bleiben und seinen Betrieb
weiter voranbringen.
Die Absolventen erlangten während ihrer Weiterbildung zum Betriebswirt nicht nur nützliches
Wissen in Bereichen wie Betriebswirtschaft, Recht
und Kommunikation, sie konnten auch wertvolle
Kontakte und Freundschaften knüpfen. Claudia
Jacquemin, die 2012 als eine der besten Absolventen hervorging, gab den frischgebackenen Absolventen in ihrer Rede einen wichtigen Ratschlag
mit auf den Weg: „Verstauen Sie Ihre Ordner, aber
nicht die Menschen, die wissen wo der Lösungsweg steht.“
Bei jeder Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden werden auch Gäste als Gesprächspartner eingeladen: Diesmal war es der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Prof Friedrich Hubert Esser
(2.v.l.), hier mit (v.l.) Vizepräsident Hans-Ulrich Kunz, Präsident Jörg Dittrich, Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski und Vizepräsident Wilfried Arndt. Foto: Anke Richter
en, welche Auswirkungen er hat und rechtzeitig
reagieren. Und natürlich gilt es weiterhin, dass wir
uns für den Erhalt des Meisterbriefes auf europäischer Ebene stark machen.“
Der Präsident informierte außerdem darüber,
dass er, als einziger Handwerker, in den Mittelstandbeirat des Bundeswirtschaftsministers berufen worden ist. „Das ist eine große Ehre und
gleich­zeitig eine weitere Chance, alle Kanäle zu
nutzen, um die Interessen des Handwerks an den
wichtigen Entscheidungspunkten zu vertreten“, so
Jörg Dittrich.
Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski
sprach u. a. zum Wirtschaftsplan der Kammer für
2015 vor und gab einen Zwischenstand zum Stand
der Planungen für den Neubau des Bildungszentrums „Campus Handwerk“ am Standort Dresden.
So habe es am 12. November eine erweiterte Sitzung des Bauausschusses der Kammer gegeben,
wo Fragen geklärt werden konnten. „Wir befinden
uns in der Phase der Vorplanung. Der Vertrag mit
den Architekten ist unterschrieben. Aktuell müssen wir uns noch einmal mit der Parksituation beschäftigen, da die angedachte Tiefgarage nicht gefördert wird und damit aus den Planungen raus
ist“, so Brzezinski.
Eine positive Bilanz zog er für 2014 mit Blick auf
die neu abgeschlossenen Lehrverträge: „Hier können wir ein Plus von acht Prozent im Vergleich
zum Vorjahr verzeichnen.“
Ansprechpartner: Andreas Brzezinski, Haupt­
geschäftsführer der Handwerkskammer Dresden,
Tel. 0351/4640-400, E-Mail: hgf@hwk-dresden.de
Wäre das Jahr 2014 ein Auto und die
Handwerkskammer der TÜV, dann könnte
man jetzt eine lange Mängelliste erstellen.
Man könnte sich über die Situation an den
Berufsschulen beklagen. Man könnte die
unausgegorene Energiewende kritisieren.
Man könnte sich dem Fachkräftemangel
ausgeliefert fühlen. Angesichts der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen aus Krisenländern könnte man Vorurteile schüren. Und
natürlich könnte man wütend werden,
wenn man den einen oder anderen EU-Vorstoß betrachtet.
Aber es genügt nicht, einfach nur dagegen zu sein. Wir wollen für das „Dafür“ stehen, weil wir die Mängel beseitigen wollen.
Dazu muss man den Kopf anstrengen und
Hand anlegen. Nur ein paar Beispiele: Das
Handwerk war schon immer eine weltgewandte und offene Gesellschaft. Es konnte
sich nur entwickeln, weil es Einflüsse von
außen aufgenommen und gleichzeitig Traditionen und Wissen exportiert hat. Anfang
Dezember zeigten Handwerksbetriebe aus
Sachsen auf der Messe „Le Carrousel“ in
Paris, wie stark und innovativ das Handwerk sein kann. Ausbilder aus dem Kammerbezirk fahren nach Frankreich, umgekehrt kommen Kfz-Lehrlinge aus La Reunion nach Sachsen. Vertreter der Handwerkskammer waren in China, um eine Bildungskooperation auf den Weg zu bringen. Spanische Lehrlinge suchen hier eine
neue Chance – und entgegen allen Unkenrufen sind sie alle noch da.
Man kann sich voller Sorge fragen, warum man in Brüssel offenbar der Meinung
ist, weniger Ausbildung führt zu mehr Arbeit, wenn der geregelte Zugang ins Handwerk entfällt. Wir ziehen es vor, das Gegenteil zu beweisen. Nehmen wir den Zukunftspreis der Handwerkskammer Dresden. Damit werden Betriebe geehrt, die
mit innovativen Ideen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagieren. So wie der diesjährige Preisträger – die berneis natürlich – aktiv GmbH.
Ohne qualitativ hochwertige Ausbildung
wäre der Betrieb nicht dort, wo er heute
steht.
Ja, wir haben die Politiker vor den Wahlen in diesem Jahr mit unseren Forderungen genervt. Und wir haben erreicht, dass
im Koalitionsvertrag von CDU und SPD in
Sachsen das Handwerk ein großes Thema
ist. Wir haben unsere Argumente mit Fakten belegt – beispielsweise mit der Standortzufriedenheitsbefragung in allen Landkreisen des Kammerbezirks. Wir haben
beim Tag der Sachsen in Großenhain gezeigt, welche Innovationen das Handwerk
zu bieten hat. Wir kooperieren nicht nur
mit der TU Dresden, der HTW und der
Hochschule Görlitz/Zittau, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern,
sondern auch mit Dynamo Dresden, der
Jugendfeuerwehr und der Bundeswehr. Ein
Teilerfolg wurde erreicht – am Jahresende
steht ein Plus von 8 Prozent bei den neuen
Ausbildungsverträgen.
Bundespräsident Joachim Gauck hat bei
der Meisterfeier der Handwerkskammer
gesagt: „Der Kammerbezirk Dresden kann
richtig stolz sein auf das, was hier geleistet wird.“ Das klingt gut, aber zum Aus­
ruhen reicht das nicht. Denn auch im
nächsten Jahr wird es wieder darum gehen, Mängel nicht nur festzustellen, sondern zu beseitigen.
Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes
Weihnachtsfest und einen guten Start ins
neue Jahr!
Ihr Jörg Dittrich
Impressum
Handwerkskammer Dresden
01099 Dres­­den, Am Lagerplatz 8,
Te­­le­­fon 4640-30, Fax 4719188,
E-Mail: info@hwk-dresden.de,
Internet: www.hwk-dresden.de
Ver­­ant­­wort­­lich:
Hauptgeschäftsführer
Dr. Andreas Brzezinski
8
Deutsche Handwerks Zeitung
Handwerkskammer Dresden
Ausg. 24 | 19. Dezember 2014 | 66. Jahrgang
Weiterbildung mit Zukunft
Neu: Bildungsprogramm 2015 der Handwerkskammer
Handwerkskammer ändert
Gebührenordnung und -verzeichnis
Das Sächsische Staatsministerium für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hat den Beschluss der Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden vom 9. Juli 2014
über die Änderung des Gebührenverzeichnisses sowie über die Änderung der Gebührenordnung genehmigt. Die Gebührenordnung und das Gebührenverzeichnis
sind mit dieser Veröffentlichung in der
Deutschen Handwerks Zeitung vom
19. Dezember 2014 gültig und im Internet
unter www.hwk-dresden.de/rechtsgrundlagen hinterlegt und einsehbar.
Ausbildungsregelung für behinderte
Menschen: Beschluss genehmigt
Das Sächsische Staatsministerium für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr genehmigt
gemäß §§ 38 Abs. 1 und 42 m Abs. 1 der
Handwerksordnung (HwO vom 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074, 2006,
2095), zuletzt geändert durch Artikel 19
des Gesetzes vom 25. Juli 2013 (BGBl. I
S. 2749) in Verbindung mit § 91 Abs. 1
Nr. 4 a sowie § 106 Abs. 1 Nr. 10 HwO
folgenden Beschluss der Vollversammlung
der Handwerkskammer Dresden vom
9. Juli 2014: Ausbildungsregelung für behinderte Menschen nach § 42 m Handwerksordnung (HwO) über die Berufsausbildung zum/zur Fachpraktiker/-in für
Gebäudereiniger/-in.
Ein Riesenstriezel, ein Messer und ein Bäckermeister: René Krause machte den ersten Schnitt beim diesjährigen Stollenfest. Am Ende wurden 10.000 Portionen verkauft. Fotos (2): André Wirsig
Dresdner Stollenfest 2014
Ein Festtag für das Bäcker- und Konditorenhandwerk und Höhepunkt der Saison
65 Bäcker und Konditoren, 400 Stollenplatten á 8 Kilo, 1,2 Tonnen Mehl,
1,5 Millionen Sultaninen, 750 Kilo-
gramm Butter, 200 Kilogramm Zucker ... das alles zusammen ergibt
den Riesenstollen, der beim 21. Dres-
Vorträge
zur Vergabe
Neue Wintervortragsreihe
Auch im kommenden Jahr wird die
Handwerkskammer Dresden wieder
eine Wintervortragsreihe rund um
das Thema „Öffentliche Vergabe“
veranstalten. Auftakt ist am 19. Januar, 17 Uhr, im Dresdener Bildungszentrum der Handwerkskammer
Dresden.
Kernpunkt der ersten Veranstaltung wird das Thema „Aktuelle Probleme aus dem Vergabealltag und praxisorientierte Lösungsansätze“ sein.
Hierbei sollen insbesondere folgende
Aspekte Berücksichtigung finden:
Richtiges Ausfüllen der Unterlagen,
Erläuterungen der Vergabeprinzipien
(z. B. auch hinsichtlich der Frage
nach der Gleichwertigkeit von Produkten), Kommunikationsprobleme
zwischen Auftraggeber und Bieter,
Probleme in Verbindung mit Nachträgen und Qualität der Ausschreibungsunterlagen und Leistungsverzeichnisse.
Um Anmeldung wird gebeten bei
Peggy Noack, Tel. 0351/4640-459,
E-Mail: peggy.noack@hwk-dresden.de
Auch andere Innungen und Handwerker feiern mit beim Stollenfest: Hier Mitglieder der Metall-Innung Oberes Elbtal mit dem Präsidenten der Handwerkskammer
Dresden, Jörg Dittrich (M.), dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Andreas Brzezinski (r.), sowie dem 1. Bürgermeister von Dresden, Dirk Hilbert (2.v.r.).
Licht wie von Zauberhand
Radeberger Malermeister Pinkert erfindet berührungslos dimmbaren Schwibbogen
Wusch, gleitet die Hand über den
Schwibbogen. Das Licht geht an.
Wusch, noch einmal. Das Licht wird
heller. Was wie ein Zaubertrick wirkt,
ist der erste berührungslos dimmbare LED-Schwibbogen. Erfunden hat
ihn der Radeberger Malermeister
und passionierte Hobby-Drechsler
Karl-Heinz Pinkert. Mit seinem
Schwibbogen hat er es in diesem Jahr
auf die Handwerkermeile zum Tag
der Sachsen in Großenhain und bis
zu einer Nominierung beim Sächsischen Designpreis geschafft.
Dabei hat alles mit einem Holzkegel angefangen: Im Jahr 2009 beob-
achtet Karl-Heinz Pinkert seine Frau,
wie sie kleine Stoff-Wichtel herstellt.
Das muss auch mit Holz funktionieren, denkt sich der pfiffige Handwerker und stellt sich an die Drechselbank.
Mittlerweile hat er rund 360 verschiedene Wichtel entwickelt – weihnachtliche, aber auch solche, die Berufsbilder und Hobbys darstellen.
„Ausgangspunkt ist immer ein gedrechselter Kegel, der zersägt und
mit Extras dran wieder zusammengesetzt und bemalt wird“, erklärt der
62-Jährige seine Methode, für die er
einen Designschutz innehat. Die Ide-
Wirtschaft trifft
Wissenschaft
Hochschule Zittau/Görlitz
lädt Unternehmer ein
Zum sechsten Mal laden die Hochschule Zittau/Görlitz, der Allgemeine
Unternehmerverband Zittau und
Umgebung, die Handwerkskammer
und die IHK Dresden zur Veranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“
in die Hochschule Zittau/Görlitz ein.
Termin: 8. Januar 2015, 19 Uhr, Zittau, Hochschulcampus, Theodor
Körner Allee 8, Haus Z IV „Peter Dierich Haus“.
Das Programm: Unternehmer der
Region besuchen die Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften und speziell die Laborräume der molekularen Biotechnologie. Praxispartner
der Fakultät werden über ihre Zusammenarbeit bei Forschung und
Entwicklung mit der Hochschule berichten. Der Prorektor Forschung,
Prof. Tobias Zschunke, wird die aktuelle Entwicklung der Hochschule im
letzten Jahr zusammenfassen.
Um Anmeldung bis zum 5. Januar
wird gebeten bei der IHK Dresden,
Geschäftsstelle Zittau, Tel. 03583/
502230, E-Mail: braeuer.ute@dresden.
ihk.de.
dener Stollenfest mit einem 1,60 Meter langen und zwölf Kilo schweren
Stollenmesser angeschnitten wurde.
In tausende Einzelportionen zerschnitten, wurde der Riesenstollen
am 6. Dezember an die Festbesucher
verkauft. Ein Großteil des Erlöses
stiftet der Schutzverband Dresdner
Stollen e. V. für eine karitative Einrichtung und die Förderung des Bäckernachwuchses.
Mit dem Dresdner Stollenfest feiern die Dresdner Bäcker und Konditoren gemeinsam mit zahlreichen
anderen Handwerkern und Gästen
aus aller Welt den Dresdner Christstollen. Seit 21 Jahren ist das Fest mit
seinem farbenfrohen Umzug durch
die Dresdner Altstadt der Höhepunkt
der Dresdner Stollensaison.
Zwei Herzen schlagen in seiner Brust: Im Hauptberuf ist Karl-Heinz Pinkert selbstständiger Malermeister. Wenn es da mal nichts zu tun gibt, steht er an seiner Drechselbank und stellt Radeberger Wichtel und berührungslos dimmbare Schwibbögen her.
Foto: André Wirsig
en dazu kommen ihm während der
Arbeit als selbstständiger Malermeister oder als Wunsch von den Kunden. Seine Wichtel haben mittlerweile weltweit Liebhaber gefunden, so z.
B. in Schweden, Kanada, Israel oder
Brasilien. „Wer vom Wichtel infiziert
ist, der kommt immer wieder“, sagt
Pinkert mit einem Augenzwinkern.
Die Wichtel sind auch „schuld“,
dass es den Schwibbogen gibt. „Ich
suchte nach etwas, um die Wichtel
besser mit Licht in Szene zu setzen.
Fand aber nichts Passendes“, erzählt
Karl-Heinz Pinkert. Also begab er
sich wieder selbst an die Drechselbank, recherchierte zum Thema
LED-Lichttechnik und Dimmer und
am Ende stand der formschöne Prototyp.
Mittlerweile arbeitet der Malermeister mit einer Ottendorfer Tischlerei zusammen, die die Teile der
Schwibbögen in der Rohfassung liefert. Seit Oktober ist Karl-Heinz Pinkert mit seinem Schwibbogen am
Markt, mit Erfolg. Denn seine zauberhafte Beleuchtung ist viel zu schade, nur an Weihnachten herausgeholt zu werden. „Bei uns steht der
Bogen das ganze Jahr“, so Pinkert.
Und er tüftelt schon wieder: ob
die Schwibbogen-Beleuchtung vielleicht auch mit Sprachsteuerung
möglich ist.
www.radeberger-wichtel.de
Handwerksbetriebe sind gut beraten,
wenn sie in Sachen Fortbildung am
Ball bleiben. Denn gut ausgebildete
Fachkräfte mit Spezialkenntnissen
werden zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. „Es gibt kaum noch eine Branche, die sich über Jahre auf
ihrem Wissen ausruhen kann. Auch
im Handwerk gibt es immer mehr
technologieintensive Bereiche, in denen Spezialwissen unerlässlich ist“,
sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer
Dresden.
Eine Orientierung bietet das
neu erschienene Bildungsprogramm
2015 der Handwerkskammer Dresden. Darin wird ein umfassendes
Kursangebot von mehr als 350 Lehrgängen vorgestellt. So u. a. im Bereich Unternehmensführung der Geprüfte Betriebswirt nach der HwO
oder der Kaufmännische Fachwirt
(inkl. Ausbildereignung nach AEVO).
Letzterer ist die Zulassungsvoraussetzung für den Geprüften Betriebswirt nach HwO, beide Kurse sind
Aufstiegsfortbildungen mit anerkanntem Abschluss.
Im Fachbereich Bau/Holz/Farbe/
Gesundheit/Textil steht die Meisterausbildung im Vordergrund. Zudem
werden der Fachwirt für Gebäudemanagement und der gewerkeübergreifende Gestalter im Handwerk angeboten.
Bei der Elektro- und Informationstechnik/Erneuerbare Energien sind
als neue Angebote die Fachkraft für
Rauchwarnmelder, der Workshop
SmartHome selbst bauen sowie zahlreiche Kurse im Bereich Erneuerbare
Energien, rund um die Themen Gebäudesanierung und Energiemanagement hinzugekommen.
Kursangebote auf mehr als 400 Seiten enthält das Bildungsprogramm der
Foto: HWK
Handwerkskammer Dresden. „Die Angebote unserer Bildungszentren sind klar an den Interessen
der Teilnehmer und den geänderten
Markterfordernissen angepasst“, so
Andreas Brzezinski.
Die Handwerkskammer Dresden
als einer der größten Bildungsanbieter in Sachsen legt mit dem Bildungsprogramm 2015 eine Auswahl in
Theorie und Praxis vor, die sachsenweit Maßstäbe setzt. Auf mehr als
400 Seiten dokumentiert das neu erschienene Bildungsprogramm die
vielfältigen Möglichkeiten in den Bildungszentren der Handwerkskammer in Dresden, Großenhain und
Pirna.
Die Bildungsbroschüre ist an allen
Standorten der Handwerkskammer
Dresden erhältlich. Bestellung: Tel.
0351/8087-50, E-Mail: kundenberatung@hwk-dresden.de. Informationen
zu den Kursangeboten, Prüfungsterminen unter www.hwk-dresden.de
Christstollen reist
als Geschenk nach Spanien
Spanische Auszubildende erlebt Dresdner Weihnacht
Als Aurora Madrid Albornoz ihre
Ausbildung am 1. September dieses
Jahres im Dresdner Backhaus begann, liefen die Vorbereitungen auf
die Weihnachtszeit bereits auf Hochtouren. Die 27-Jährige gehört zu den
22 jungen Spaniern, welche im Sommer 2014 für eine Ausbildung im
Handwerk in den Kammerbezirk
Dresden kamen.
Nach einem Praktikum und einigen Stunden Deutschunterricht lernt
Aurora jetzt den Beruf der Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk.
Mittlerweile kennt sie die Besonder-
heiten des Original Dresdner Christstollen schon sehr gut: „Ich finde es
toll, wie sich die Dresdner an Stollen
und anderem Weihnachtsgebäck erfreuen – auch mir schmeckt es sehr
gut und ich werde meiner Familie in
Spanien zum Weihnachtsfest etwas
mitbringen.“
Auch in ihrer Heimat gibt es Spezialitäten zur Weihnachtszeit. „Eine typisch spanische Weihnachtsspezialität zum Naschen ist Mantecado, ein
Gebäck, das aus etwas Schweineschmalz, Mehl, Mandeln, Zucker und
Zimt besteht“, verrät Aurora.
Die Spanierin Aurora Madrid Albornoz absolviert im Dresdner Backhaus eine
Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk. Geschmack hat sie am
Foto: Claudia Fischer
Dresdner Christstollen gefunden. Neue Lehrverträge: Acht Prozent mehr
Bisher 1.920 neue Ausbildungsverhältnisse im Kammerbezirk Dresden – Ein Viertel der neuen Lehrlinge sind weiblich
Das sächsische Handwerk hat sich
vor dem Weihnachtsfest bereits
selbst das schönste Geschenk gemacht. Die frühzeitig Suche nach
Lehrlingen hat sich ausgezahlt: Sachsenweit kann ein Anstieg bei den neu
abgeschlossenen Lehrverträgen um
6,2 Prozent (Stand 30. November) gegenüber dem Vorjahr verzeichnet
werden. Im Kammerbezirk Dresden
sind es sogar 7,9 Prozent bzw. 140
neue Lehrverträge mehr. Rund ein
Viertel der 1.920 neuen Lehrlinge im
Kammerbezirk (518) sind Frauen.
Dazu Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden: „Auf dieses Ergebnis
können die Betriebe, die Innungen,
die Kreishandwerkerschaften und die
Handwerkskammer stolz sein. Doch
es war auch ein ganzes Stück Arbeit.
Doch Klappern gehört seit jeher zum
Handwerk und für guten und ausreichenden Berufsnachwuchs kann
man nicht laut genug klappern.“
Handwerksbetriebe, die bereits für
das kommende Ausbildungsjahr freie
Lehrstellen anbieten, können diese
kostenfrei in die Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Dresden (www.hwk-dresden.de/lehrstellen) eintragen lassen.
Ansprechpartner: Ingolf Radecke,
Tel. 0351/4640-946, E-Mail: ingolf.
radecke@hwk-dresden.de
Deutsche Handwerks Zeitung
Sachsen
Ausg. 24 | 19. Dezember 2014 | 66. Jahrgang
Sächsisches Handwerk
unterm Pariser Louvre
Organisationen
Metallinnung Meißen wählt Matthias
Teichmann erneut zum Obermeister
Die Mitglieder der Metallinnung Meißen
wählten im November für die nächsten
fünf Jahre Innungsvorstand sowie Kassenund Rechnungsprüfungsausschuss. Erneut
erhielt Obermeister Matthias Teichmann
das Vertrauen. Zu seinem Stellvertreter
wurde ebenfalls erneut Frank Kühne gewählt. Die Innung vertritt Metallbauer und
Feinwerkmechaniker im Landkreis Meißen
und hat die Führung der Geschäfte an die
Kreishandwerkerschaft Region Meißen
übergeben.
Baugewerbeinnung Bautzen bestätigt Obermeister Matthias Pursche
Wahlen standen auch im November bei der
Baugewerbeinnung Bautzen an. Erneut erhielt Obermeister Matthias Pursche für die
nächsten fünf Jahre das Vertrauen. Zu seinem Stellvertreter wurde ebenfalls erneut
Uwe Nostitz gewählt. Die Innung vertritt
das Bauhandwerk im Landkreis Bautzen
und hat die Führung der Geschäfte
der Kreishandwerkerschaft Bautzen übergeben.
Sieben Bundessieger aus dem Kammerbezirk Dresden
E
Hintergrund
Obermeister Matthias Teichmann.
Foto: Metallinnung Meißen
Handwerker aus Sachsen beim
Bundeswettbewerb ganz vorn
Elf Betriebe stellen auf der Kunsthandwerkermesse „Le Carrousel“ aus
lf sächsische Handwerksbetriebe
waren vom 3. bis 7. Dezember als
Aussteller auf Frankreichs wichtigster Kunsthandwerkermesse „Le Carrousel des Métiers d’Art et de Création“ in Paris unterm Louvre vertreten.
Sachsen war in diesem Jahr Partnerland der Messe – nach Russland und
Japan in den vergangenen Jahren.
An einem „Sachsen-live“-Gemeinschaftsstand präsentierten sich der
Freistaat mit seiner Kampagne „So
geht sächsisch“ und die Unternehmen. Aus dem Kammerbezirk Dresden waren vier Kunsthandwerksbetriebe vertreten: die Goldschmiede C.
Schelle aus Radeberg mit Goldschmiedemeisterin
Anna-Maria
Schelle, der Porzellanmaler und Porzellanschmuckdesigner Peter Michael Lobe aus Coswig, die Töpferei
Der sächsische Gemeinschaftsstand
wurde organisiert im Auftrag des
Sächsischen Staatsministeriums für
­
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr von
der Wirtschaftsförderung Sachsen
GmbH (WFS) in Zusammenarbeit mit
den sächsischen Handwerkskammern.
Wer auf der Messe ausstellen möchte,
muss erst ein Auswahlkomitee von der
Qualität seiner Stücke überzeugen. Die
beliebte Verkaufsmesse findet im Zweijahresrhythmus statt und zieht durchschnittlich rund 50.000 Besucher an.
Messeberatung: Handwerkskammer Dresden, Angela Müller,
Tel. 0351/4640-937, E-Mail: angela.mueller@hwk-dresden.de, Außenwirtschaftsberatung: Handwerkskammer Dresden, Katja Schleicher,
Tel. 0351/4640-943, E-Mail: katja.
schleicher@hwk-dresden.de
Prominenz am sächsischen Gemeinschaftsstand, hier bei der Herrnhuter Sterne GmbH: Die französische Ministerin für Handwerk, Carole Delga (sitzend), Jörg Ditt­
rich (Präsident Handwerkskammer Dresden, 2.v.l.), Alain Griset (Präsident des Dachverbandes der französischen Handwerkskammern APCMA, 2.v.r.), Laurent Munerot
(Präsident der Regionalhandwerkskammer Ile de France, 3.v.r.) und Thomas Richter
(Projektleiter Wirtschaftsförderung Sachsen, r.). Foto: Handwerkskammer Dresden/Stefanie Flechsig
Thomas Thunig aus Schmölln und
die Herrnhuter Sterne GmbH.
Aussteller knüpfen Kontakte
Für die Aussteller war die Teilnahme
eine große Ehre und hat ihnen auch
erste Kontakte zu möglichen Kooperationspartnern vor Ort gebracht. So
sagte Goldschmiedemeisterin AnnaMaria Schelle hinterher: „Das war für
mich ein tolles und einmaliges Er­
lebnis. Und ich konnte sogar Kontakt
zu einer französischen Modedesignerin knüpfen, die Interesse an einer
Zusammenarbeit mit mir hegt.“
­Peter Michael Lobe hat bereits Erfahrung mit Kunsthandwerkermessen in
Frankreich. Doch auch für ihn hat
9
die Paris-Reise womöglich positive
Nachwehen: „Während der Messe
kam eine Boutiquebesitzerin auf
mich zu, die meine Werke eventuell
in ihrem Laden verkaufen möchte.
Ich bin gespannt, was daraus wird.“
Bei der Eröffnung der Kunsthandwerkermesse dabei war auch Jörg
Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden. Er sagte: „Im
Handwerk zählt nicht, wo man herkommt, sondern, wo man hinwill.
Diese Chancen zu ergreifen, setzt eine gewisse Weltoffenheit voraus. Die
elf Handwerksbetriebe auf der ‚Carrousel des Métiers d’Art et de Création‘ in Paris sind Beispiele dafür, dass
das Handwerk auch über den regionalen Tellerrand schaut.“
Überaus erfolgreich war der Handwerksnachwuchs des Kammerbezirkes Dresden in diesem Jahr beim
bundesweiten Leistungswettbewerb
des deutschen Handwerks. In gleich
sieben Berufen konnten junge Handwerker erste bis dritte Plätze nach
Hause tragen. Erste Bundessieger
aus dem Kammerbezirk wurden:
Keramiker Richard Schmidt aus
Stolpen (Ausbildungsbetrieb: Keramikermeister Thomas Thunig,
Schmölln).
Medientechnologe Druck Martin
Schmidt aus Radeburg (Druckerei
Vetters GmbH & Co. KG, Radeburg).
Beide konnten sich gegen Mitbewerber aus dem gesamten Bundesgebiet
durchsetzen. Im Vorfeld hatten sie in
ihrem Beruf auch den Sieg auf Landesebene davongetragen – und sich
so für den Bundeswettbewerb qualifiziert.
24 Landessieger gestellt
„Diese jungen Nachwuchshandwerker sind der gelebte Beweis für die
hohe Qualität der dualen Berufsausbildung im Handwerk und für das
Engagement der Ausbildungsbetriebe, hochqualifizierten Nachwuchs
auszubilden. Mit dem guten Gesellenabschluss stehen den jungen
Handwerkern nun alle Türen offen,
sich beruflich weiterzuentwickeln“,
so der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Jörg Dittrich.
Beim diesjährigen Landeswettbewerb des Deutschen Handwerks
konnten sich die Starter aus dem
Kammerbezirk Dresden in insgesamt
24 Berufen als Sieger durchsetzen
und hatten sich damit für die Teilnahme an den jeweiligen Bundeswettbewerben in den unterschiedlichen Berufen qualifiziert.
2. und 3. Plätze
Weitere junge Handwerker aus dem
Kammerbezirk Dresden waren auf
Bundesebene erfolgreich. Den zweiten Platz belegten:
Sattler/Fahrzeugsattlerei: Sebastian Wagner aus Schirgiswalde (Clemens Schelle, Sohland an der
Spree).
Informationselektroniker/Bürosystemtechnik Christoph Wollmann
aus Radeberg (SB Büroausstatter
GmbH, Radeberg).
Einen dritten Platz errangen:
Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk – Bereich Fleischerei
Mareen Engelmann aus Großenhain (Edeka Scheller, Großenhain).
Maurer Kai Kunath aus Dresden
(Schornsteinbau Forker GmbH,
Dresden).
Sattlerin/Reitsportsattlerei Melanie Wiedemann aus Dresden (Sattlermeister Thomas Büttner, Dresden).
Junge Handwerkerinnen und Handwerker, die ihre Lehre mit mindestens der Note 2,0 abgeschlossen haben und z. B. auch bei den Leistungswettbewerben erfolgreich waren,
können sich für ein Stipendium der
Bundesstiftung Begabtenförderung
für berufliche Weiterbildung bewerben.
Kontakt: Handwerkskammer Dresden, Thomas Götze, Tel. 0351/4640964, E-Mail: thomas.goetze@hwkdresden.de
Bekenntnis zum Meisterbrief
Mit 160 Teilnehmern war der Sächsische Dachtag für den LIV ein voller Erfolg. Foto: LIV Dachdecker Sachsen
Impressum
Ver­­ant­­wort­­lich: Hauptgeschäftsführer
Dr. Andreas Brzezinski,
Am Lagerplatz 8, 01099 Dres­­den,
Telefon 0351/4640-406,
Fax 0351/4640-34406,
E-Mail: info@hwk-dresden.de
Mühe hat, einen zu finden, da sie so
stark nachgefragt sind. Umso größer
ist dann die Freude, zum Beispiel
im wunderbar neu gemalerten
Wohnzimmer
zu stehen. Bei
Handwerksmeistern kann
man sich beruhigt auf die
Qualität verlassen – sei es
beim
Bäcker
und seinen Weihnachtsstollen oder
aber in meinem eigenen Elternhaus.
Wenn auch nicht im engeren Sinne
Handwerker, so ist mein Vater doch
Meister der Forstwirtschaft und so
steht an Heiligabend ein von
­Meisterhand geernteter Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Ein gutes
Gefühl!“
Thomas Jurk (SPD): „Als gelernter
Handwerker kenne ich die Be­
deutung meisterlichen Handwerks
gut. Der Handwerksmeister in
Deutschland ist
nach wie vor
ein Garant für
Qualität
und
hervorragende
Ausbildung. Es
war deshalb für
mich selbstverständlich, den Antrag
zum deutschen Meisterbrief im
Deutschen Bundestag namentlich zu
unterstützen. Und mit Blick auf
die Weihnachtszeit möchte ich –
nicht ganz uneigennützig – natürlich
mit meiner Familie auch künftig
­einen handwerklich-meisterlich gebackenen Weihnachtsstollen ge­
nießen.“
Foto: SPD
Maria Michalk (CDU): „Ich halte viel
von dem Spruch ,Bist du Meister eines Faches, werde Schüler eines anderen‘, denn lebenslanges Lernen ist
das A und O für
meisterliches
Können. Daraus resultiert
Verlässlichkeit
und damit Vertrauen in eine
(Dienst-)Leistung, was für
den nächsten Auftrag wichtig ist. Privat habe ich rund um unser Haus
schon oft das meisterliche Können
der einzelnen Gewerke bewundert.
Und besonders zu Weihnachten
schätze ich die Handwerkskunst der
Zahntechniker, denn unbekümmert
,zubeißen‘ zu können, ist ein schönes
Lebensgefühl.“
Klaus Brähmig (CDU): „In unserer
Heimat Sachsen gibt es über Jahrhunderte meisterliche Handwerkskunst: Instrumente aus dem Musikerwinkel, Weihnachtskunst aus dem
Erzgebirge, Christstollen aus Dresden, Pfefferkuchen aus Pulsnitz, Uhren aus
Glashütte, Porzellan aus Meißen. Handwerk
ist somit gerade
auch zur Weihnachtszeit ein
Identitätsstifter für ganze Regionen.
Als Handwerksmeister werde ich
mich deswegen für den Erhalt des
Meisterbriefs starkmachen, denn er
ist ein Qualitätssiegel. Wer ihn abschaffen will, versündigt sich an den
Verbrauchern und an unserer Geschichte und Tradition.“
Daniela Kolbe (SPD): „Handwerk hat
goldenen Boden. Das spürt man immer, wenn man auf der Suche nach
einem guten Handwerker ist und
Foto: PR
Am 6. November fand in Dresden der
Sächsische Dachtag 2014 statt. Im Mittelpunkt standen dabei drei Fachvorträge
von Josef Rühle, Geschäftsführer Technik
des Zentralverbandes des Deutschen
Dachdeckerhandwerkes. Mit dem Dachtag
testete der Landesinnungsverband (LIV)
der Dachdecker Sachsen ein neues Veranstaltungskonzept, bei dem gezielt Betriebe angesprochen wurden, die noch nicht
in der Innung organisiert sind. Mit Erfolg:
160 Dachdecker folgten der Einladung.
„Wir sind positiv überrascht von der hohen
Resonanz, die wir mit dem Dachtag erzielt
haben. Das bestärkt uns auf unserem
Weg, neue Mitglieder für die Innungen zu
gewinnen, indem wir spannende Veranstaltungen in zeitgemäßem Format anbieten“,
sagte Sten Schmidt, Geschäftsführer des
LIV.
Unter dem Titel „Der deutsche Meisterbrief: Erfolgreiche Unternehmerqualifizierung, Basis für handwerkliche Qualität und besondere Bedeutung für die duale Ausbildung“
­haben am 5. Dezember die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und
SPD einen Antrag in den Deutschen
Bundestag eingebracht. Darin wird
die Bundesregierung u. a. aufgefordert,
das bestehende System der zulassungspflichtigen Handwerksberufe
zu stärken,
gegenüber der EU-Kommission zu
betonen, dass die Frage der Reglementierung von Berufen eine autonome Entscheidung der Mitgliedstaaten ist,
die übrigen EU-Mitgliedstaaten zu
unterstützen, selbst duale Aus­
bildungsstrukturen einzuführen,
die Attraktivität der beruflichen
Aus- und Weiterbildung weiter zu
steigern und
die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung
sowie die Durchlässigkeit zu
fördern.
Der Antrag wurde an die entsprechenden Ausschüsse verwiesen. Der
Deutsche Bundestag wird sich voraussichtlich noch vor dem Jahreswechsel damit befassen und die Beschlussempfehlung der Ausschüsse
beraten und beschließen. Für das
Handwerk wäre die Annahme des
Antrages durch den Deutschen Bundestag ein weiterer wichtiger Schritt
bei der Sicherung des qualifikationsgebundenen Berufszugangs (Meisterbrief). Die DHZ befragte sächsische Bundestagsabgeordnete von
CDU und SPD, die den Antrag mit
unterzeichnet haben und Mitglied
im Wirtschaftsausschuss sind, welche Bedeutung für Sie meisterliches
Handwerk hat – übers Jahr und jetzt
zu Weihnachten:
Foto: PR
160 Teilnehmer beim Sächsischen
Dachtag 2014
Plenardebatte im Deutschen Bundestag – DHZ befragt sächsische Abgeordnete
Foto: PR
Der Vorstand der Baugewerbeinnung
Foto: Innung
Bautzen. Den vollständigen Antrag sowie
das Wortprotokoll und das Video
zur Bundestagssitzung finden Sie
unter www.zdh.de/themen/handwerkspolitik/bundespolitik-2014-2017.html
Stolze Bundessieger: In diesem Jahr fand die Ehrung der Bundessieger bei den
Foto: ZDH
Nachwuchshandwerkern in Mannheim statt. CDU/CSU-Wirtschaftsexperten
für Erhalt des Meisterbriefes
Forderungen der Landtagsfraktionen formuliert
Unter dem Titel „Wirtschaft stärken –
Investitionen erhöhen – Wettbewerbsfähigkeit ausbauen!“ haben
Anfang Dezember die wirtschaftspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen von CDU und CSU eine
„Dresdner Erklärung“ veröffentlicht.
Darin sprechen sich die UnionsWirtschaftsexperten der Länder dafür aus, die Wachstumskräfte in
Deutschland zu stärken, öffentliche
und private Investitionen kräftig zu
erhöhen und insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit von Staat und Wirtschaft signifikant auszubauen.
Koordiniertes Vorgehen
Das soll im Wesentlichen durch sieben Maßnahmen erreicht werden,
wozu unter Punkt 7 auch der Erhalt
des deutschen Meisterbriefes zum
Schutz des Handwerks und der Verbraucher gefordert wird.
Bei diesem Punkt machte sich vor
allem Sachsen – hier in Form des
wirtschaftspolitischen Sprechers der
sächsischen CDU-Fraktion, Frank
Heidan, stark. „Der Meisterbrief ist
ein Standortvorteil für Deutschland.
Er steht für Qualitätsarbeit und Qualitätsprodukte, die sich trotz höherer
Preise auch auf dem Weltmarkt behaupten“, so Heidan.
Zum Thema Meisterbrief und seine Bedeutung und Sicherung auf
deutscher und europäischer Ebene
wolle man nun in allen 16 Landtagen
aktiv werden und koordiniert vorgehen, so Frank Heidan. Zu den weiteren sieben Punkten gehören:
1. Keine weiteren Steuererhöhungen.
2. Ausbau der digitalen Infrastruktur.
3. Weitere Investitionen in die Verkehrs-Infrastruktur.
4. Eine stärkere Berücksichtigung
von Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit im Rahmen der Energiewende.
5. Eine wirksamere Regionalpolitik in
Deutschland, unabhängig vom Aufbau Ost.
6. Am Prinzip der Bund-Länder-Finanzbeziehungen festhalten.
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