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Aufgaben zur Analysis I (Wintersemester 2014-15)

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Analysis I
Carsten Sch¨
utt
WS 2014/15
1. Falls Christa Purzelb¨
aume schl¨agt, dann ißt Bruno Torte.
Christa ist genau dann u
¨bel, wenn Anton Lik¨or trinkt und Christa Purzelb¨
aume
schl¨agt.
Falls Christa u
¨bel ist, dann ist Bruno besorgt und ißt Torte.
Entweder ist Anton traurig oder Christa ist u
¨bel.
Falls Anton traurig oder Bruno besorgt ist, dann schl¨agt Christa Purzelb¨
aume.
Was geschieht?
2. (De Morgan) Es sei K eine nicht leere Menge und M eine nichtleere Menge von
Teilmengen von K. Beweisen Sie
(i)
!c
\
[
M
=
Mc
M 2M
M 2M
(ii)
[
M 2M
M
!c
=
\
M c.
M 2M
3. Beweisen Sie:
N0 = {2m|m 2 N0 } [ {2m + 1|m 2 N0 }.
4. Welche der folgenden Abbildungen sind injektiv, surjektiv, oder bijektiv?
(i) f : N ! N mit f (n) = n2
(ii) f : Z ! N0 mit f (n) = n2
(iii) f : Z ! Z mit f (n) = 2n
Beweisen Sie Ihre Behauptungen.
Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk.
Leopold Kronecker, 1886
Abgabe: Mittwoch, 12.11.2014 um 8:15.
1
Analysis I
Carsten Sch¨
utt
WS 2014/15
5. Beweisen Sie oder widerlegen Sie:
(i) Es gibt eine bijektive Abbildung zwischen N und N0 ?
(ii) Es gibt eine bijektive Abbildung zwischen Z und N0 ?
Falls es bijektive Abbildungen gibt, geben Sie sie an.
6. (i) Es sei (K, +, ·) ein K¨orper und x 2 K. Beweisen Sie, dass die additiven
und multiplikativen, inversen Elemente zu x eindeutig sind. Zeigen Sie weiter, dass
x = ( x) und x = (x 1 ) 1 .
(ii) Es sei (K, +, ·, ) ein geordneter K¨orper. Beweisen Sie:
1. Es gilt genau dann x > 0, wenn x < 0.
2. F¨
ur alle x 2 K gilt |x| = | x|.
7. Entscheiden Sie, ob die folgenden Teilmengen von (Q, +, ·, ) Minimum, Maximum, Supremum und Infimum besitzen. Bestimmen Sie die Minima, Maxima,
Suprema und Infima, falls sie existieren.
⇢
1
(i)
n2N
(ii)
N
(iii)
Z
n
8. Beweisen Sie durch vollst¨andige Induktion: F¨
ur alle n 2 N gilt
2n
n X1

.
2
k
k=1
1892 begann Giuseppe Peano ein Projekt, die bekannten S¨
atze der Mathematik in
logischer Strenge zu formulieren, das Formulario Matematico (beendet 1908), das er
sp¨
ater auch f¨
ur seine Vorlesungen benutzte, was ein p¨
adagogischer Misserfolg wurde.
1901 wurde deshalb seine Lehrt¨
atigkeit an der Milit¨
arakademie beendet. An der Universit¨
at konnte man ihm dagegen nicht hineinreden. 1900 fand Peano Anerkennung
auf dem Internationalen Kongress f¨
ur Philosophie in Paris.
Wikipedia
Abgabe: Mittwoch, 19.11.2014 um 8:15.
2
Analysis I
Carsten Sch¨
utt
WS 2014/15
9. Beweisen Sie, dass (Q, +, ·) ein K¨orper ist.
10. Beweisen Sie durch vollst¨andige Induktion: F¨
ur alle x, y 2 Q und alle n 2 N
gilt
n ✓ ◆
X
n n k k
n
(x + y) =
x y ,
k
k=0
wobei die Binomialkoeffizienten durch
✓ ◆
n
n!
=
k
k!(n k)!
gegeben sind.
Benutzen Sie diese Gleichung, um zu zeigen, dass f¨
ur alle n 2 N
✓
◆n
1
2 1+
n
gilt.
11. Beweisen Sie durch vollst¨andige Induktion: F¨
ur alle n 2 N mit n
2n 
nn
.
n!
Hinweis: Benutzen Sie Aufgabe 10.
12. (i) Es sei n 2 N. Die Abbildung hn : N ! N sei durch
hn (k) = k n
gegeben. Ist diese Abbildung injektiv? Ist die Abbildung surjektiv?
(ii) Sind die Abbildungen , : N ⇥ N ! N, die durch
(n, k) = n + k
und
definiert sind, injektiv oder surjektiv?
3
(n, k) = n · k
6 gilt
Alexander Grothendieck, einer der wichtigsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts, starb am 13. November 2014, in Saint-Girons s¨
udlich von Bordeaux. Er
revolutionierte die Algebraische Geometrie.
Nur die 1-Fach Bachelor Studenten sind verpflichtet, die letzte Aufgabe zu bearbeiten.
Abgabe: Mittwoch, 26.11.2014 um 8:15.
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Carsten Sch¨
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WS 2014/15
13. Es sei q eine rationale Zahl. Dann setzen wir
Sq = {p 2 Q|p < q}.
(i) Zeigen Sie, dass Sq ein Dedekind Schnitt von Q ist.
(ii) Zeigen Sie, dass f¨
ur alle p, q 2 Q
Sp + Sq = Sp+q .
gilt.
(iii) Zeigen Sie, dass f¨
ur alle p 2 Q das additive Inverse
Sp von Sp
Sp = S p .
erf¨
ullt.
14. Welche der Folgen konvergieren in R und welche divergieren? Bestimmen Sie
die Grenzwerte, sofern diese existieren.
⇢
⇢
2 + 11n
2
(i)
(ii)
(iii) {2 ( 1)n }n2N
2
3n + 7 n2N
5n + 6 n2N
15. Welche der Folgen konvergieren in R, welche divergieren? Bestimmen Sie die
Grenzwerte, sofern diese existieren.
⇢
⇢ n
⇢
2n2 + n + 5
2 n!
n!
(i)
(ii)
(iii)
2
n+1
10n + 3n + 1000 n2N
n
10n n2N
n2N
16. Zeigen Sie die folgenden Aussagen:
(i) Es sei {an }n2N eine Folge positiver, reeller Zahlen. Die Folge
8s
9
r
q
<
p =
a1 + a2 + · · · + an 1 + an
:
;
n2N
konvergiert genau dann in R, wenn es eine Zahl c > 0 gibt, so dass f¨
ur alle n 2 N
n
die Ungleichung an  c(2 ) gilt.
(ii) Wenn es ein x 2 R gibt, so dass f¨
ur alle i 2 N die Gleichung
ai = x, dann
q
konvergiert diese Folge f¨
ur x > 0 und der Grenzwert ist 12 + x + 14 .
5
(Dieses Beispiel steht im Skript und muss nicht schriftlich bearbeitet werden.
Das Beispiel soll durchgearbeitet werden und Sie sollen in der Lage sein, es an der
Tafel vorzurechnen. Beachten Sie, dass einige Beweisschritte im Skript weggelassen
wurden.)
Felix Bernstein wurde am 14. Februar 1878 in Halle an der Saale geboren, er
starb am 3. Dezember 1956 in Z¨
urich. Er lehrte in G¨ottingen. Er gr¨
undete 1918
in G¨ottingen das Institut f¨
ur mathematische Statistik. 1919 wurde er zum Reichskommissar f¨
ur Anleihen ernannt.1924 kl¨arte er mittels statistischer Analyse den
AB0-Blutgruppen Erbgang. 1934 wurde ihm von den Nazis der Lehrstuhl entzogen
und er emigrierte in die USA.
Nur die 1-Fach Bachelor Studenten sind verpflichtet, die letzte Aufgabe zu bearbeiten.
Abgabe: Mittwoch, 3.12.2014 um 8:15.
6
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WS 2014/15
17. Es sei {xn }n2N eine Folge reeller Zahlen und
folgenden Aussagen ¨aquivalent sind:
(i)
8✏ > 0 9N✏ 2 N 8n > N✏ :
|xn
(ii)
8✏ > 0 9N✏ 2 N 8n N✏ :
|xn
(iii)
8✏ > 0 9N✏ 2 N 8n N✏ :
|xn
(iv)
9c > 08✏ > 0 9N✏ 2 N 8n N✏ :
|xn
x0 2 R. Zeigen Sie, dass die
x0 | < ✏
x0 | < ✏
x0 |  ✏
x0 |  c · ✏
18. Welche der Folgen konvergieren? Welches sind die Grenzwerte?
⇢
n p
p o
n2
(i)
(ii)
n(
n
+
1
n)
n + 2n n2N
n2N
(✓
)
◆2n
np p
p o
n+1
(iii)
(iv)
n( n + 1
n)
n
n2N
n2N
19. (i) Es sei J : N ! N eine strikt wachsende Abbildung, d.h. f¨
ur alle k 2 N gilt
J(k) < J(k + 1). Zeigen Sie, dass dann f¨
ur alle k 2 N k  J(k) gilt.
(ii) Es sei {xn }n2N eine reelle, konvergente Folge und {xki }i2N eine Teilfolge von
{xn }n2N . Zeigen Sie, dass die Teilfolge konvergiert und dass sie gegen den Grenzwert
von {xn }n2N konvergiert.
20. Die reelle Zahlenfolge {an }n2N sei durch a1 =
1
2
und f¨
ur alle n 2 N durch
an+1 = an + a2n
gegeben. Zeigen Sie, dass die Folge {an }n2N konvergiert, und bestimmen Sie ihren
Grenzwert.
(Aufgabe 20 muss nicht schriftlich bearbeitet werden, sie steht im Skript. Sie
sollen in der Lage sein, die Aufgabe an der Tafel vorzurechnen.)
7
Julius Wilhelm Richard Dedekind wurde am 6. Oktober 1831 in Braunschweig
geboren. Er starb am 12. Februar 1916 in Braunschweig. Er studierte in Berlin.
Er lehrte in G¨ottingen, Z¨
urich und Braunschweig. Er arbeitete auf dem Gebiet
der Algebra. Dedekind spielte sehr gut Cello und Klavier und komponierte eine
Kammeroper, zu der sein Bruder das Libretto schrieb.
Nur die 1-Fach Bachelor Studenten sind verpflichtet, die letzte Aufgabe zu bearbeiten.
Abgabe: Mittwoch, 10.12.2014 um 8:15.
8
Analysis I
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WS 2014/15
21. Benutzen Sie das Heron Verfahren, um
genau zu berechnen. W¨ahlen Sie x1 = 2.
p
7 auf 5 Stellen hinter dem Komma
22. Es sei {xn }n2N eine reelle Folge. Zeigen Sie, dass x0 genau dann H¨aufungswert
dieser Folge ist, wenn {xn }n2N eine Teilfolge hat, die gegen x0 konvergiert.
23. Beweisen Sie die folgenden Aussagen:
(i) Limes Superior und Limes Inferior einer reellen, beschr¨ankten Folge sind H¨aufungswerte
dieser Folge.
(ii) Der Limes Superior einer beschr¨ankten, reellen Folge ist der gr¨oßte H¨aufungswert
dieser Folge.
(iii) Der Limes Inferior einer beschr¨ankten, reellen Folge ist der kleinste H¨aufungswert
der Folge.
24. Es sei die Funktion
: N ! N durch
⇢ n
falls n gerade ist
2
(n) =
n+1
falls n ungerade ist
2
gegeben. Finden Sie alle H¨aufungswerte und Limes Inferior und Superior der Folge
{( 1)n + ( 1)
(n)
}n2N .
Everything is vague to a degree you do not realize till you have tried to make it
precise.
Bertrand Russell
Abgabe: Mittwoch, 17.12.2014 um 8:15.
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WS 2014/15
25. Welche der folgenden Reihen konvergieren, welche divergieren?
X 1
n!
n2N
X
p
(iii)
( 1)n ( n + 1
(i)
(ii)
p
n)
(iv)
n2N
X n!
nn
n2N
X 1
p
n
n2N
26. Welche der Reihen konvergieren, welche divergieren?
(i)
1
X
3n + 5
n2 + 10
n=1
(iii)
(ii)
1
X
1
n3
n=1
(iv)
1
X
4n + 7
n3 + 12
n=1
1
X
1
p
4
n
n=1
27. (i) Die Teilmenge Mp= {q 2 Q|q 2 < 2} von Q hat in Q kein Supremum. Als
Teilmenge von R hat sie 2 als Supremum.
(ii) Die Teilmenge
Mp2 = {q 2 Q|q 2 < 2} [ {q 2 Q|q  0}
von Q ist ein Dedekind Schnitt in Q.
28. Man stapelt Dominosteine u
¨bereinander und bildet einen halben Torbogen. Alle
Steine werden durch die Schwerkraft im Gleichgewicht gehalten. Welche Strecke
kann dieser halbe Torbogen maximal u
¨berspannen, ohne dass Steine aus dem Gleichgewicht geraten?
Diese Aufgabe muss nicht schriftlich bearbeitet werden, sie steht im Skript. Sie
sollen in der Lage sein, sie an der Tafel vorzurechnen.
29. Entscheiden Sie, in welchen Punkten die folgenden Funktionen stetig sind.
Verwenden Sie dabei nur die Definition
der Stetigkeit.
p
(i) f : [0, 1) ! R mit f (x) = x.
(ii) f : R ! R mit f (x) = |x|.
(iii) f : R ! R mit
⇢
x + 1 falls x  0
f (x) =
x
falls x > 0
10
Ein Biologe, ein Physiker und ein Mathematiker beobachten ein Haus. Das Haus
ist leer. Zwei Menschen betreten das Haus und nach einer Weile verlassen drei
Menschen das Haus. Der Biologe sagt:” Sie haben sich fortgepflanzt.” Der Physiker
sagt: ”Es liegt ein Messfehler vor.” Der Mathematiker sagt: ”Wenn jetzt noch ein
Mensch ins Haus geht, ist es leer.”
Abgabe: Mittwoch, 7.1.2015 um 8:15.
11
Analysis I
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WS 2014/15
30. (i) Gibt es eine Folge in den reellen Zahlen, f¨
ur die jede reelle Zahl H¨aufungswert
ist?
(ii) Gibt es eine Folge reeller Zahlen, f¨
ur die die Menge der H¨aufungswerte gleich
[0, 1] ist?
(iii) Gibt es eine Folge reeller Zahlen, f¨
ur die die Menge der H¨aufungswerte gleich
(0, 1) ist?
(iv) Es sei {xn }n2N eine reelle Folge, deren Menge von H¨aufungswerten beschr¨ankt
und nicht leer ist. Entscheiden Sie, ob Limes Superior und Inferior existieren.
31. Die folgenden Zahlen sind in Dezimalbruchdarstellungen.
(i)
0, 076923
(ii)
0, 45
Entscheiden Sie, ob diese Zahlen rational sind. Wenn sie rational sind, dann geben
Sie sie als Quotient zweier ganzer Zahlen an.
(iii) Zeigen Sie, dass die reelle Zahl mit der Dezimalbruchdarstellung
0, n1 n2 n3 . . .
wobei
ni =
⇢
1 i ist Quadratzahl
0
sonst
i2N
eine irrationale Zahl ist.
((iii) muss nicht schriftlich bearbeitet werden. Sie steht im Skript. Sie sollen in
der Lage sein, die Aufgabe an der Tafel vorzurechnen.)
32. Eine Funktion f : R ! R heißt konvex, falls f¨
ur alle x, y 2 R und alle t mit
0t1
f (tx + (1 t)y)  tf (x) + (1 t)f (y)
gilt. Zeigen Sie, dass f in allen reellen Punkten stetig ist.
33. Es sei X eine Teilmenge von R, es sei x0 2 X und f : X ! R. Wir sagen,
dass f in x0 linksseitig stetig ist, wenn g : X \ ( 1, x0 ] ! R mit g(x) = f (x) in x0
stetig ist. Entsprechend definiert man die rechtsseitige Stetigkeit.
(i) Zeigen Sie, dass f genau dann in x0 linksseitig stetig ist, wenn f¨
ur alle Folgen
{xn }n2N mit {xn }n2N ✓ X \ ( 1, x0 ] und limn!1 xn = x0
lim f (xn ) = f (x0 )
n!1
12
gilt.
(ii) Zeigen Sie, dass eine Funktion genau dann stetig ist, wenn sie links- und rechtsseitig stetig ist.
Johann Peter Gustav Lejeune Dirichlet wurde am 13. Februar 1805 in D¨
uren
geboren und starb am 5. Mai 1859 in G¨ottingen. Er studierte in Paris. Seine erste
wissenschaftliche Arbeit betraf die Vermutung von Fermat. Er wurde als 20j¨ahriger
Student eingeladen, an der Franz¨osischen Akademie der Wissenschaften u
¨ber diese
Arbeit einen Vortrag zu halten. Er lehrte in Berlin und G¨ottingen.
Abgabe: Mittwoch, 14.1.2015 um 8:15.
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