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LESESTOFF: WO DDR-FLÜCHTLINGE WIEDER ALS OSSIS GELTEN | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
OBERES VOGTLAND
Montag, 15. Dezember 2014
Preis aus
Asien geht ins
Erzgebirge
LOKALES
KLINGENTHAL
Schüler bieten ein
tolles Konzert
Mit seinen Leiterplatten hat sich
Hersteller KSG in Gornsdorf (Erzgebirgskreis) in den vergangenen Jahren einen Namen in der Branche gemacht. Längst werden die Produkte
der Firma im Ausland geschätzt.
Das belegt nun auch eine Auszeichnung, die die KSG in Singapur erhalten hat. Dort kürte der Industrieelektronikkonzern Pepperl + Fuchs
die erzgebirgische Firma zum weltbesten
Leiterplattenlieferanten.
„Wenn man bedenkt, dass 80 Prozent der Leiterplatten weltweit in
Asien gefertigt werden und trotzdem wir als deutsches Unternehmen diese Auszeichnung erhalten
haben, macht uns das besonders
stolz“, betont Firmenchef Udo
Bechtloff. Die KSG beschäftigt in
Gornsdorf bei Chemnitz 670 Mitarbeiter und beliefert über 600 Kunden in 21 Ländern. Im Bild: Mitarbeiterin Pamela Günther beim Prüfen versandfertiger Leiterplatten.
Rund 100 Schüler des Gymnasiums und der Grundschule Klingenthal haben mit ihrem Weihnachtskonzert die Besucher in der
vollbesetzten Rundkirche Zum
Friedefürsten begeistert. Unter
der Leitung der Musiklehrerinnen
hatten sich junge Musiker und
Sänger seit Schuljahresbeginn auf
das Konzert vorbereitet, die Chöre
in zwei eigens dafür organisierten
Chorlagern in der Jugendherberge
am Aschberg. Lieder in gleich
sechs Sprachen bekommt man in
einem Konzert nicht jeden Tag zu
Seite 11: Bericht
hören. (eso)
OELSNITZ/KLINGENTHAL
Gefesselt im
Altersheim-Bett
Für knapp 550 Menschen sollten
die vogtländischen Amtsgerichte
vergangenes Jahr Bettgitter, Bettgurte und dergleichen genehmigen. Das sind freiheitsentziehende Maßnahmen, die dem Schutz
der Senioren dienen sollen. Die
Gerichte sehen das zunehmend
skeptisch. Am Freitag gab es eine
Veranstaltung, bei der Heimleiter
über Alternativen informiert
wurden. (manu) Seite 10: Bericht
IN DIESER AUSGABE
Hintergrund 60 Prominente
rufen zum weiteren Dialog
mit Russland auf
Kultur Von Musik bis Fußball - die neuen Bücher des
Chemnitzer Verlages
FOTO: WOLFGANG SCHMIDT
Rettungsdienst über Weihnachten
in diesem Jahr gesichert
Erstmals seit Jahren kann
die notärztliche Versorgung frühzeitig sichergestellt werden. Experten
halten das System dennoch für reformbedürftig.
VON UWE KUHR
SPORT AM MONTAG
FOTO: BERND WEIßBROD/DPA
DRESDEN — Sachsens Notarztsystem
Lutricia Bock verpasst Titel
Eiskunstläuferin Lutricia Bock
(Foto) hat zum Abschluss der deutschen Meisterschaften in Stuttgart
den Titel verpasst. Es siegte die
Essenerin Nicole Schott.
bleibt fragil, obwohl die Besetzung
der Bereitschaftsdienste erstmals
seit Jahren ein reibungsloses Weihnachten verspricht. Vor allem aus
Südwestsachsen kommen Signale
der Entspannung: Hier gab es nicht
nur zu den Festtagen, sondern bis
Mitte 2014 immer wieder größere
Probleme für den Betrieb der Rettungswachen. Schon länger galten
Chemnitz, Kirchberg und LimbachOberfrohna im Landkreis Zwickau
sowie Adorf und Schöneck im Vogtlandkreis als besondere Brennpunk-
Skispringen Severin Freund
gewinnt Weltcup im
russischen Nischni Tagil
Fußball
VfL Osnabrück –
Chemnitzer FC
2:0
WETTER VOR ORT
6 Uhr 10 Uhr 14 Uhr 18 Uhr
5°
5°
Morgen
4°
0°
6°
Einzelpreis 1,00 Euro
3°
Übermorgen
5°
0°
Ausführliches Wetter: Seite 8
10051
te, wo regelmäßig Notarztdienste
unbesetzt blieben.
Das hat sich gebessert. Von einer
dauerhaften Stabilisierung ist der
Rettungsdienst jedoch weit entfernt,
meint Jens Leistner, Chef des Rettungszweckverbands Südwestsachsen. Der Verband ist für das Vogtland
und den Kreis Zwickau zuständig
und kann nach wie vor einige Dienste nur über Ärzte aus anderen Regionen sicherstellen. Der Grund: Die Paracelsus-Klinik
Adorf-Schöneck
stellt tagsüber keine Notärzte mehr.
Der ärztliche Direktor Dieter Haugk
sagte zur Begründung: „Wir haben
eine neue Abteilung, das Personal
kommt überwiegend aus Tschechien.“ Den Medizinern fehle die Notarztbefähigung.
Die Lücken waren nur mit einem
Notarzt-Vermittler aus SchleswigHolstein zu schließen, so Leistner.
Die Gesetzliche Krankenversicherung habe zugesichert, diese Kooperation bis Ende 2015 zu finanzieren.
Die Fremdärzte übernehmen ab Januar die Zwölf-Stunden-Tageswa-
chen in Adorf und Schöneck komplett. Anders ist es in Chemnitz. Hier
nimmt das Klinikum heute offiziell
einen der vier Notarztwagen in der
Stadt in seine Obhut. Das Klinikum
verpflichtet sich, die Besetzung des
Autos durch eigene oder fremde Mediziner zu sichern.
Für viele Organisatoren und Ärzte des Notarztdienstes in Sachsen
bleibt jedoch das Freiwilligkeitsprinzip das Hauptproblem, verbunden mit der zunehmenden Arbeitsbelastung. Einer Umfrage der Lan-
desärztekammer zufolge nimmt
deshalb die Mehrzahl der Ärzte mit
„Notarzt-Pass“ nicht mehr am Notarztsystem teil.
„Das jetzige System kann so auf
Dauer nicht funktionieren“, sagt
Leistner. Er fordert deshalb mehr
Verbindlichkeit unter Einbeziehung
von Kliniken und Personaldienstleistern. In der Politik gibt es dazu
Zustimmung von der Linken. Die
Koalition aus CDU und SPD will
zwar den Rettungsdienst absichern,
strebt aber keine Reform an.
Viele Ärzte wegen Doppelbelastung nicht im Notarztdienst
In Sachsen sind 3850 Ärzte mit Notarzt-Qualifikation registriert. Tatsächlich nehmen nur gut ein Drittel dieser
Mediziner am Rettungsdienst teil.
Bei einer Umfrage der Landesärztekammer von 2014 gaben 76 Prozent
jener Ärzte an, die nicht als Notarzt
arbeiten, dass die Arbeitsbelastung in
Klinik oder Praxis zu hoch sei. 43 Prozent kritisierten die schlechte Verein-
barkeit von Familie und Beruf. 30
Prozent würden bei besseren Rahmenbedingungen Notarztdienst tun.
Vorgeschlagen wird, die derzeit
noch mehr oder weniger konkurrierenden Bereiche – ärztlicher Bereitschaftsdienst der niedergelassenen
Ärzte, Rettungsdienst und Notfallambulanzen der Krankenhäuser – künftig gemeinsam zu koordinieren. (uk)
Himmlische Ruhe!
Seite 6: Bericht
Land erhöht
Asylgelder für
Kommunen
Kreise und Großstädte
erhalten 33 Millionen Euro
DRESDEN — Sachsens
Kommunen
haben sich mit dem Land auf weitere finanzielle Unterstützung für die
Unterbringung von Flüchtlingen
geeinigt. Im kommenden Jahr erhalten die Landkreise und kreisfreien
Städte dafür eine Investitionspauschale in Höhe von 18 Millionen Euro, wie das Finanzministerium gestern in Dresden mitteilte. Für 2016
seien 15 Millionen Euro vorgesehen.
Die Einigung gebe den Kommunen Planungssicherheit für die kommenden beiden Jahre, erklärte der
Präsident des Städte- und Gemeindetages, Christian Schramm (CDU).
Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) sieht in
der Investitionspauschale aber nur
„einen Teil der Antwort“ – besonders
für jene Städte wie Chemnitz, die
Flüchtlinge vor allem dezentral in
Wohnungen unterbrächten. Ebenso
wichtig sei, „dass sich der Freistaat
äußert, wie er mit dem Thema Erstaufnahme von Flüchtlingen umgehen will“, so Ludwig. In Chemnitz
und einer Außenstelle in Schneeberg befinden sich die zentralen Anlaufstellen Sachsens zur Erstaufnahme von Flüchtlingen, in denen es
immer wieder zur Überbelegung
kommt. (te mit dpa) Bericht: Seite 2
Heute vor 30 Jahren veröffentlichte die englische Band „Wham!“ ihren Weihnachts-Hit „Last Christmas“
Natürlich waren Sie schon einmal
auf einem Weihnachtmarkt. Dann
wissen Sie: Weihnachtslieder stimmen einen nicht immer besinnlich,
sondern können auch sehr aggressiv
machen. Etwa weil sie, stark überzuckert und nur knapp über der Wahrnehmungsschwelle abgedudelt, aus
allen Budenritzen tröpfeln und sich
im Rinnstein mit ihren Artverwandten zusammenkleistern. Weil sie
von semiprofessionellen Alleinunterhaltern, also nuschelnden alten
Männer oder ihr Talent heillos überschätzenden jungen Frauen, zu
klappriger Dosenmusik-Begleitung
von lieblos mit Restreisig getarnten
Bühnen-Provisorien herunter zu
Medleys zusammengeschändet wer-
den. Oder schlicht: Weil man sie einfach zu oft gehört hat. Im Fall von
„Last Christmas“, dem Weihnachtshit der 80er-Band Wham!, gilt wohl
letzteres. Das Stück, das heute vor
30 Jahren auf den Mark kam, gehört
zu den ganz wenigen Popsongs, die
es tatsächlich in den weltweiten Ka-
Andrew Ridgeley (l) und George Michael während ihres Abschiedskonzerts im
ausverkauften Wembley Stadion in London im Juni 1986.
FOTO: DPA
non der beliebten Weihnachtslieder
geschafft haben. Warum? Weil „Last
Christmas“ einfach wunderbar ist
und mit seinem silbrigen Rentierglocken-Gebimmel und der schneeglitzernden, pathosfreien Festfreude
richtig zu Herzen geht. Eine Weihnachtsplatte hat zwar wohl jeder
Star von Wolle Petry bis Herbert von
Karajan schon mal aufgenommen,
aber niemand trifft die Stimmung
eines ersten Feiertages so perfekt
wie dieses in seinem naiven Kern so
unaufdringliche Popstück. Wenn einem das schon auf den Keks geht,
sollte man das als Warnung verstehen: Man steht kurz vom einem
Weihnachts-Burnout und benötigt
himmlische Ruhe!
Tim Hofmann
CO2-REDUZIERUNG
Klimagipfel einigt
sich auf Kompromiss
LIMA — Es ist ein Minimalkonsens
mit vielen Fragezeichen: Nach zähem Ringen haben die Teilnehmer
des UN-Klimagipfels in Lima gestern ein Kompromiss über die Reduzierung der Treibhausgasemissionen erzielt. Nach langen Verhandlungen einigten sich die UN-Mitgliedstaaten in der peruanischen
Hauptstadt auf Eckpunkte für einen
Weltklimavertrag, der 2015 in Paris
geschlossen werden soll. Umweltverbände zeigten sich enttäuscht.
Seite 5: Fragen & Antworten
(afp)
4 190932 801007
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
52. Jahrgang, Nr. 290, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
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2 Freie Presse
SACHSEN
Montag, 15. Dezember 2014
Drei Verletzte
durch Unfall
mit Kutsche
NACHRICHTEN
BRÄNDE
Senioren-Ehepaar
kommt im Qualm um
In Oberwiesenthal sind gestern drei
GRIMMA/PLAUEN — Bei
einem
Schwelbrand auf einem Hofgelände
in Grimma (Landkreis Leipzig) sind
zwei Senioren ums Leben gekommen. Der 91 Jahre alte Mann und die
88 Jahre alte Frau starben nach Polizeiangaben trotz Wiederbelebungsversuchen am Samstag an einer
Rauchvergiftung. Nach ersten Erkenntnissen sei der Brand durch einen technischen Defekt an einer
Verteilerdose ausgebrochen und habe auf ein Sofa übergegriffen, sagte
ein Polizeisprecher gestern. Das Ehepaar habe zu dieser Zeit geschlafen.
Im vogtländischen Plauen wurden
in der Nacht zu Sonntag zwei Hausbewohner bei einem Dachstuhlbrand verletzt. Retter brachten die
beiden 41 und 45 Jahre alten Männer mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus, wie die Polizei gestern mitteilte. Die Brandursache und die Höhe des Sachschadens
waren zunächst unklar. (dpa/te)
ältere Frauen bei einem schweren
Unfall mit einer Pferdekutsche verletzt worden. Die Tiere waren am
Nachmittag durchgegangen – zu einem Zeitpunkt, als die Ausfahrt fast
schon beendet war. Laut Polizei hatte der Kutscher bereits die Bremse
angezogen und den meisten Fahrgästen beim Aussteigen geholfen,
als ein plötzliches lautes Geräusch
die beiden Pferde scheuen ließ. Sie
rasten etwa 500 Meter eine Gefällestrecke entlang und zogen das Fuhrwerk mit. In einer Rechtskurve
wurde es von einer Leitplanke gestoppt. Die Kutsche kippte um und
verkeilte sich. Infolge des Aufpralls
wurde eine 80-Jährige schwer verletzt, sie muss stationär in einem
Klinikum behandelt werden. Eine
74-jährige und eine weitere 80-jährige Frau hätten ambulant versorgt
werden können. Ursprünglich saßen zwölf Fahrgäste in der Kutsche,
hieß es weiter. Doch der Großteil
war zum Glück schon ausgestiegen,
als die beiden Pferde durchgingen.
Die Tiere kamen ohne schwere VerFOTO: BERND MÄRZ
letzungen davon.
FÖRDERGELDER
Projekte gegen
Schulabbruch
DRESDEN — Sachsen
will in den
nächsten Jahren die Quote von
Schulabbrechern und Wiederholern senken. Dafür stehen bis 2020
rund zehn Millionen Euro an EUund Landesmitteln zur Verfügung,
wie das Kultusministerium in Dresden mitteilte. Das Geld soll vor allem in Projekte für abschlussgefährdete Schüler und Schülercamps fließen. Anträge für die nächsten Sommerferien können bis Ende März bei
der Sächsischen Aufbaubank eingereicht werden, hieß es. Von 2007 bis
2013 flossen laut Ministerium rund
14,2 Millionen Euro in 169 Maßnahmen. An Schülercamps nahmen
mehr als 3700, an Projekten für abschlussgefährdete Schüler mehr als
5300 Jugendliche teil. Der Anteil
von Schülern ohne Hauptschulabschluss lag 2012/2013 im Freistaat
bei rund zehn Prozent. Damit hat
Sachsen laut einer Bertelsmann-Studie eine der höchsten Schulabbrecherquoten bundesweit. (dpa)
Tillich fordert mehr Aufklärung
und Solidarität mit Flüchtlingen
Seit Wochen gehen Menschen auf die Straße, um
gegen eine angebliche
Überfremdung und eine
verfehlte Asylpolitik zu
demonstrieren. Nun wird
heftig diskutiert, wie darauf reagiert werden soll.
VON REINHARD OLDEWEME
CHEMNITZ/DRESDEN — In
ENTWICKLUNGSPOLITIK
Grüne: Sachsen lässt
Gelder verfallen
DRESDEN — Die Grünen haben Sach-
sens Regierung mangelndes Engagement für Entwicklungspolitik vorgeworfen. Im Kern geht es um das
von der Bundesregierung unterstützte Programm „Eine Welt- PromotorInnen“. Damit sollen engagierte Leute animiert werden, sich
für global nachhaltige Entwicklung
in der eigenen Region einzusetzen.
„Sachsen lässt bisher Bundesmittel
für sieben Fachstellen in der Entwicklungspolitik verfallen“, rechnete der Landtagsabgeordnete Gerd
Lippold vor. Der Bund fördert seit
2013 Personalstellen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit
mit einer Quote von 60 Prozent.
Sachsen könnte mit einer Kofinanzierung von je 22.000 Euro pro Jahr
sieben Stellen aus dem Programm
schaffen, sagte Lippold und verlangte eine Verankerung der Gelder im
nächsten Doppelhaushalt. (dpa)
ALKOHOLMISSBRAUC H
Weniger jugendliche
Koma-Säufer
LEIPZIG — Die Anzahl der Jugendlichen in Sachsen, die mit einer Alkoholvergiftung in die Klinik kommen, ist nach Angaben der Krankenkasse DAK zurückgegangen. 2013
seien 760 Fälle von sogenanntem
Koma-Saufen gezählt worden – ein
Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Krankenkasse berief sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. 476 der jugendlichen Koma-Säufer seien Jungen gewesen, 284 Mädchen. Alkohol
ist für Jugendliche und sogar Kinder
kein Tabu mehr. Trinken erscheint
hip und cool. 117 der Rauschtrinker
sind jünger als 16. (dpa)
Chemnitz
waren am Samstag mit 400 Teilnehmern an einer vom Bündnis „Chemnitz wehrt sich“ veranstalteten Protestaktion ebenso viele Leute beteiligt wie an der gleichzeitig von Asylbewerbern organisierten Demonstration für die Rechte von Flüchtlingen. Beide Märsche verliefen weitestgehend friedlich. Mit rund
100 Beamten hatte die Polizei dafür
gesorgt, dass es keinen Zusammenstoß zwischen den Gruppen gab.
Heute Abend werden wieder Tausende der Aufforderung der PegidaInitiative („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) folgen und in Dresden für eine
Verschärfung des Asylrechts auf die
Straße gehen. Zeitgleich wird sich
ein vom Bündnis „Dresden für alle“
gestarteter Demonstrationszug in
Bewegung setzen. Deshalb braucht
es noch drängender Antworten auf
die Frage: Was kann die Politik, was
können Länder und Kommunen angesichts rassistischer Ressentiments
tun?
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) mahnte gestern in einem Interview Solidarität
mit den Flüchtlingen an. Er erinnerte an die Situation in den arabischen
Kriegsländern. Menschen, die zu
Recht Asyl erhielten, müssten auch
willkommengeheißen werden. „Wir
Ostdeutschen haben auch Solidarität erfahren im Herbst 1989“, sagte
Tillich. Zugleich will er auf die Pegida zugehen, gerade weil es in der Gesellschaft Kräfte gebe, die alles Fremde ablehnen würden. „Deswegen
möchte ich, dass wir versuchen, mit
denjenigen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen, ins Gespräch zu kommen“, sagte Tillich.
Warum die Menschen an den Pegida-Demos teilnehmen würden, habe nicht nur etwas mit Asyl zu tun.
Es gebe viele Facetten. „Dialog bedeutet aber, dass beide Seiten zum
Gespräch bereit sind und diesen
auch unvoreingenommen führen“,
sagte Tillich. Ziel sei es, deutlich zu
machen, dass Sachsen weltoffen ist.
Innenminister Markus Ulbig (CDU)
kündigte unterdessen an, noch besser über Asylfragen und Ausländerpolitik zu informieren. „Das wollen
wir mit Fakten tun, verstärkt über
Facebook und Twitter.“
Das Kulturbüro Sachsen hat ein
anderes Problem erkannt: „Über die
Asylsuchende, Studenten und Vertreter des Bündnisses „Chemnitz nazifrei“
demonstrieren in Chemnitz für die Rechte von Flüchtlingen. FOTO: HÄRTELPRESS
Sicht der Betroffenen und die Unterstützung für Asylsuchende wird zu
wenig berichtet“, heißt es in einer
Presseerklärung des Vereins. Nach
seiner Einschätzung vertritt Pegida
chauvinistische Positionen und ein
autoritäres Demokratieverständnis.
Darüber hinaus werde ein Resonanzraum für Rassismus geschaffen, hieß es weiter. „Erfolgen Dialogangebote auf Augenhöhe ausschließlich in Richtung Pegida, sorgt
das für eine Verstärkung des rassistischen Resonanzraums.“
Grit Hanneforth, Kulturbüro-Geschäftsführerin, schreibt dazu: „Jede
Woche engagieren sich Tausende
ehrenamtlich, um die Lebensbedingungen für Asylsuchende zu verbessern. Würde man alle diese Menschen in Dresden versammeln, wäre
auf den Straßen kein Platz mehr für
Pegida. Nur weil Pegida laut und
sichtbar ist, sind sie nicht die gesellschaftliche Mehrheit.“
Nach einem Bericht des „Spiegel“
gibt es in der Pegida-Führung um
den wegen Drogenhandels vorbestraften Versammlungsleiter Lutz
Bachmann weitere polizeibekannte
Personen. So werde ein Pegida-Mitorganisator in den Polizeiakten unter dem Stichwort „allgemeine Kriminalität“ geführt, ein dritter sei als
Betrüger auffällig geworden, berichtet das Magazin. (mit dpa)
EINEN LEITARTIKEL zum Thema lesen Sie
auf Seite 4.
Mann stirbt im Gully
Ein 42-Jähriger will seinen
Schlüsselbund aus der
Kanalisation angeln. Das
wird dem Freiberger
zum Verhängnis.
VON JOCHEN WALTHER
UND FRANK HOMMEL
FREIBERG — Es ist kurz vor sechs Uhr
am Samstag, Dunkelheit liegt noch
über Freiberg. Wie fast jeden Morgen ist Hans S.* mit dem Fahrrad unterwegs: Zeitungen austragen. Wie
jeden Morgen steuert er auch das
Haus am Forstweg an, steigt vom
Rad ab, steckt die Zeitung in den
Briefkasten. „Ich wollte gerade wieder losfahren, als ich es aus den Augenwinkeln sah“, berichtet er noch
immer fassungslos. Aus einem Einlauf in der Kanalisation ragten zwei
Beine. Hans S. stoppt ein Auto, die
Polizei wird alarmiert.
Am Tag danach stellt sich der Fall
so dar: Vermutlich hat der Mann versucht, seinen Schlüssel aus der Kanalisation zu angeln, verlor das
Gleichgewicht und stürzte kopfüber
in den Schacht der wasserführenden
Kanalisation. Aus dem vermochte er
sich nicht mehr selbst zu befreien.
Einsatzkräfte fanden den Schlüssel
später. Laut Polizei muss eine gerichtsmedizinische Untersuchung
aber noch die genaue Todesursache
klären. Mit einhundertprozentiger
Sicherheit sei das Opfer bisher noch
nicht identifiziert. „Wir sind uns
aber sehr sicher, um wen es sich handelt“, sagte ein Polizeisprecher.
Nach Informationen der Freien
Presse handelt es sich um einen 42-
jähriger Familienvater, der Frau und
zwei Kinder hinterlässt. Die Nachbarn reagierten betroffen, der Verunglückte sei immer freundlich und
zuvorkommend gewesen. Auch im
beruflichen Umfeld wurde der
plötzlich Todesfall mit Bestürzung
aufgenommen. „Wir sind schockiert“, sagte gestern Florian Wendt,
Geschäftsführer der ortsansässigen
Firma Actech. Mehr könne er derzeit
nicht dazu sagen.
Kurz nach dem Fund hatte der
Katastrophenschutz des DRK-Kreisverbands ein Zelt am Unglücksort
aufgebaut, um den Fundort abzuschirmen und Spuren trotz des Regens sichern zu können. Auch das
ehrenamtliche Betreuungsteam war
im Einsatz. Jörg Rehwagen vorm
DRK-Kreisverband betonte: „Das
war auch für uns ein nicht alltäglicher Einsatz.“ Zugleich zeigte er sich
Einheitliche
Standards
bei Bildung
Sachsens Kultusministerin
dringt auf Reform
DRESDEN — Sachsens Kultusministe-
rin Brunhild Kurth (CDU) will als
neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz einheitliche Bildungsstandards forcieren. „Auf dem Arbeitsmarkt wird heute Flexibilität
gefordert, was den Familien mehr
Mobilität abverlangt“, sagte sie. Deshalb bräuchten wir einheitliche Bil-
Brunhild Kurth
Kultusministerin
in Sachsen
FOTO: ARNO BURGI/DPA
dungsstandards in Deutschland. Sie
seien nötig, damit Kinder beim Umzug der Eltern in ein anderes Bundesland auf gleichem Niveau weiterlernen könnten. Eine Unvereinbarkeit gleicher Standards wegen der
unterschiedlichen Schulformen in
den Bundesländern sieht Kurth indes nicht. „Wenn wir Standards setzten, heißt das nichts anderes, als dass
der Schüler am Ende eines Schulabschnittes ein bestimmtes Wissen
und bestimmte Fähigkeiten aufweisen müsse. Da sei es nicht entscheidend, in welcher Schulform das erreicht werde. Mit Kurth übernimmt
Sachsen am 1. Januar erstmals seit
der Wende den Vorsitz in der Kultusministerkonferenz. (dpa)
UNFALL
überzeugt, dass seine Leute professionell gehandelt haben.
*DER NAME wurde von der Redaktion geändert.
In den Schacht unter diesem Gullydeckel in Freiberg stürzte der Mann
zu Tode.
FOTO: JOCHEN WALTHER
Tod nach Kollision
mit Linienbus
LEIPZIG — Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem Linienbus ist in
Leipzig eine 17-Jährige ums Leben
gekommen. Der 18 Jahre alte Fahrer
des Unfallwagens kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.
Wie ein Polizeisprecher in Leipzig
sagte, hatte er gestern Nachmittag
im Südwesten Leipzigs die Kontrolle über sein Auto verloren. Der Wagen kam ins Schleudern und prallte
mit der Beifahrerseite frontal gegen
einen Linienbus. Die 17-Jährige auf
dem Beifahrersitz erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Die Busfahrerin erlitt einen Schock, eine
67-Jährige im Bus wurde leicht verletzt. Die Rettungskräfte waren mit
mehreren Krankenwagen, Hubschrauber, Notarzt, Feuerwehr und
Polizei im Einsatz. Die Ermittlungen
zur Unfallursache laufen. (dpa)
Montag, 15. Dezember 2014
ZEITGESCHEHEN
Freie Presse
3
Rentenschock für DDR-Flüchtlinge
Gundhardt Lässig darf im
Mai 1989 die DDR
verlassen und wird Bundesbürger. Das geltende
Rentenrecht macht ihn
heute wieder zum Ostdeutschen. Er büßt damit
500 Euro pro Monat ein.
Nun klagt Lässig vor dem
Bundesverfassungsgericht.
VON ANDREAS DEBSKI
LEIPZIG — Die Verbitterung hat sich
Gundhardt Lässig ins Gesicht gegraben. Tiefe Furchen zeugen vom aufreibenden, bislang erfolglosen
Kampf durch die Institutionen.
Selbst das Bundessozialgericht ließ
ihn hängen. So jedenfalls sieht es der
frühere Saalfelder. Nun zieht der 67Jährige vor das Bundesverfassungsgericht, um die letzte Schlacht auszufechten – denn nicht nur Ostrentner und geschiedene DDR-Frauen
sehen sich bei der Rente benachteiligt, auch DDR-Flüchtlinge wie
Gundhardt Lässig pochen auf Gerechtigkeit.
„Wir haben entscheidend zum
Niedergang der DDR beigetragen,
vieles ertragen müssen. Doch mit
dem Rentenüberleitungsgesetz wurden wir nachträglich wieder in den
Osten eingebürgert und haben damit einen erheblichen Teil unserer
Ansprüche eingebüßt“, klagt Gundhardt Lässig. Er will nicht locker lassen. Konkret geht es um das Fremdrentengesetz, das für jene galt, die
aus der DDR in die alte BRD kamen.
Da mit der Ausreise sämtliche Ansprüche auf die sozialistische Rentenkasse verwirkt waren, wurden
Flüchtlinge und Übersiedler wie jeder andere Bundesbürger in die
Deutsche Rentenversicherung eingegliedert – und das rückwirkend.
So, als hätten sie ein Leben lang in
der Bundesrepublik gelebt und gearbeitet.
Mit dem seit 1992 gültigen Rentenüberleitungsgesetz wurde dieser
Passus aber für all jene außer Kraft
gesetzt, die nach 1937 geboren wurden. „Ein Unding“, meint Gundhardt Lässig, „wir werden um die
Rente betrogen.“ Allein für ihn geht
es um etwa 500 Euro pro Monat.
Geld, das er mehr haben könnte –
wenn zum Zeitpunkt der Ankunft
im Westen geltende Gesetze eingehalten würden oder aber seine Familie in der DDR geblieben wäre. „Wer
sich mit dem SED-System arrangiert
hat, wird heute dafür belohnt“,
schimpft der frühere Betriebsleiter
Nicht nur geschiedene Frauen aus der DDR kämpfen um eine Besserstellung im Rentenrecht, sondern auch Flüchtlinge, die die DDR gen Westen verlassen haben. Sie sehen sich um einen Teil ihrer Ansprüche gebracht. Darunter Margitta und Gundhardt Lässig, das Foto zeigt sie im Zeitgeschichtlichen Forum in LeipFOTO: ANDREAS DOERING
zig vor einer Wand mit Überwachungsvideos der Stasi. Auf einem haben sie sich selbst entdeckt.
im Energiekombinat Gera, „und bei
uns wird so getan, als hätten wir im
Osten quasi von Sozialhilfe gelebt,
nichts eingezahlt.“ Er hat Ansprüche aus Sonderversorgungssystemen der DDR verloren, außerdem
rächt sich der politisch veranlasste
Bruch in seiner Erwerbsbiografie in
der Zeit unmittelbar vor seiner Ausreise.
„Alle, mit denen ich
rede, wissen, dass
betrogen wurde –
nur machen will
niemand etwas.“
Gundhardt Lässig, Ex-DDR-Flüchtling
Gundhardt Lässig hatte im November 1986 gemeinsam mit seiner Frau
Margitta, die die Exportabteilung
beim Schokoladen-Hersteller Rotstern Saalfeld leitete, und Sohn Da-
niel einen Ausreiseantrag gestellt.
„Uns ging es nicht schlecht, doch
wir haben es einfach nicht mehr
ausgehalten, waren nie in der Partei“, sagt das Ehepaar, „deshalb wollten wir mit Anfang 40 noch mal neu
beginnen.“
Gundhardt Lässig demonstriert
in den achtziger Jahren als Einzelner
im Saalfelder Stadtzentrum und hat
bald eine Reihe von Sympathisanten
in der thüringischen Kleinstadt,
schreibt immer wieder Eingaben an
die DDR-Führung, wird dutzendfach von der Stasi abgeholt. Dem
Ausreiseantrag folgt die Degradierung des Betriebsleiters zum Heizer
und Gärtner; Margitta Lässig wird
zum Schraubenverwalten verbannt.
Im Mai 1989 dürfen die Lässigs
schließlich die DDR verlassen. Beide
bekommen im Westen rasch eine
Arbeit, leben seither in Hessen, fühlten sich auch fürs Alter gut abgesichert.
Doch dann der Schock, als der
Rentenbescheid eintrifft: Für seine
24 Arbeitsjahre in der DDR zahlt die
Bundesrepublik dem 67-Jährigen
monatlich nur 440 Euro Rente – er
wird nicht, wie damals im Mai 1989
versprochen, nach dem Fremdrentengesetz behandelt, sondern nach
der Rentenüberleitung für Ostdeutsche. Wie Gundhardt Lässig ergeht
es 316.000 DDR-Flüchtlingen und
Übersiedlern. Doch nur die wenigsten von ihnen wissen von der Liquidierung der West-Ansprüche, da viele Betroffene noch keine Rentner
sind und das Thema deshalb nur selten zur Sprache kam.
Zu erklären ist das damit, dass die
Rechtsänderung 1991 im Gesetzgebungsverfahren so versteckt untergebracht worden war, dass sie praktisch niemand auffallen konnte.
Selbst Norbert Blüm (CDU), in den
1990er Jahren Sozialminister, erklärte im Jahr 2012 eindeutig: „Niemand
hat seine Fremdrenten-Ansprüche
verloren.“ Auch die Sozialexpertin
der Linken im Bundestag, Martina
Bunge aus Dresden, machte damals
Eine Verfassungsklage – 316.000 Betroffene
Das Bundessozialministerium geht
von 316.000 Betroffenen aus, die vor
dem Mauerfall in die BRD flohen oder
übersiedelten. Deren Renten werden
nun anders berechnet als ihnen bei
ihrer Einreise von der Bundesrepublik
zugesichert worden war.
Das 1992 erlassene Rentenüberleitungsgesetz wird auch auf alle DDRFlüchtlinge angewendet. Doch es gibt
auch Ausnahmen: So konnten ehemalige Angestellte der Reichsbahn die
alte Regelung in Anspruch nehmen.
Außerdem gilt für alle vor 1937 gebo-
renen Flüchtlinge und Übersiedler ein
sogenannter Vertrauensschutz, der
ihnen die zugesagte West-Rente garantiert.
Die Interessengemeinschaft ehemaliger DDR-Flüchtlinge (IEDF) hat
sich 2008 gegründet, um eben jene
Renten-Ansprüche durchzusetzen.
Gundhardt Lässig ist Mitglied des Vorstands und führt eine exemplarische
Klage bis vor das Bundesverfassungsgericht. Gemeinsam haben die Mitglieder die Anwaltskosten von bislang
36.000 Euro gesammelt. (ski)
klar: „Die DDR-Altübersiedler waren zum Zeitpunkt ihres Übertritts
eindeutig Bundesbürger mit allen
Konsequenzen; das kann nicht
nachträglich umgewandelt werden.“ Führende Verfassungsexperten stützen die Auffassung von
Gundhardt Lässig. Der Tenor mehrerer Gutachten lautet: Es darf keine
nachträgliche Schlechterstellung
geben – denn diese verstößt gegen
das Grundgesetz. Der Petitionsausschuss des Bundestages schlägt deshalb eine Neuregelung vor.
Allein: Das Bundessozialministerium sieht keinen Handlungsbedarf.
Und das nicht erst, seitdem dort die
Große Koalition regiert. Auch in der
vorangegangenen Regierungszeit
von Union und FDP war dem von
Ursula von der Leyen (CDU) geleiteten Sozialministerium kein Einlenken abzuringen.
Die „Mitteldeutsche Zeitung“ aus
Halle zitierte schon 2011 aus einem
Schreiben der damaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) an die Interessengemeinschaft der DDR-Flüchtlinge:
„Sie wissen, dass die FDP das Anliegen ... immer unterstützt hat und
auch weiterhin unterstützt. Leider
sind unsere Koalitionspartner und
hier besonders das federführende
Bundesministerium für Arbeit und
Soziales nicht ausreichend von einer Änderung zu Ihren Gunsten
überzeugt. Ich kann Ihnen daher
nur empfehlen, sich mit ihren Forderungen verstärkt bei den Kolleginnen und Kollegen der CDU und
CSU einzusetzen ...“
Die Prozesse, die Gundhardt Lässig und seine Mitstreiter von der Interessengemeinschaft der DDRFlüchtlinge bislang führten, mussten mit Niederlagen enden, da mit
der Rentenüberleitung eben jene
rückwirkende Eingruppierung gesetzlich verankert wurde. „Alle, mit
denen ich rede, wissen, dass betrogen wurde – nur machen will niemand etwas. Hier wird eiskalt auf eine biologische Lösung gewartet“,
meint Gundhardt Lässig und ist entsetzt.
Das Bundesverfassungsgericht
soll nun endgültig für Klarheit sorgen, die Klage ist eingereicht. Doch
bis die Karlsruher Richter entscheiden, vergehen erfahrungsgemäß
drei bis fünf Jahre. Sollte das Urteil
im Sinne von Gundhardt Lässig ausfallen, müsste eine Neuregelung erfolgen. Gleichzeitig würde dies eine
Klagewelle auslösen: Schätzungen
gehen von bis zu dreistelligen Millionenbeträgen aus, die pro Jahr zusätzlich auf die Rentenkasse zukommen könnten. Außerdem stünde
Gundhardt Lässig eine Nachzahlung zu, momentan wären das rund
30.000 Euro. (lvz)
„Ebay-Dorf“ will sich komplett allein mit Energie versorgen
„Kaufen Sie doch Ihr eigenes Dorf!“ – Mit diesem Internet-Slogan wurde für ein sächsisches Mini-Dorf ein Eigentümer gesucht und gefunden – Er hat ehrgeizige Pläne
VON ANETT BÖTTGER
BAUTZEN — Ein Wohnhaus, drei Stallund Lagergebäude, knapp 1,5 Hektar Land und ein Teich – Andreas
Reitmann gehört ein eher unscheinbarer Vierseithof im Osten Sachsens.
Doch Liebon, wie der Mini-Ort abseits der Straße zwischen Bautzen
und Kamenz heißt, hat 2009 bundesweit Schlagzeilen gemacht. Als
ganzes Dorf boten ihn seine damaligen Besitzer 2009 auf der Auktionsplattform Ebay an. Die Versteigerung im Internet brachte jedoch
nicht direkt einen Käufer. Reitmann
erwarb das Anwesen erst später, um
seine Idee von einem energie-autarken Mehrgenerationenhof dort zu
verwirklichen.
Die Vision des gelernten Kaufmanns ist, auf fossile Brennstoffe
völlig zu verzichten. „Es gibt keine
Alternative zu regenerativen Energien“, sagt der Mann, der 2000 in
München in seine erste private Fotovoltaik-Anlage investierte. Er arbeitet für eine Schweizer Firma, die
Wind- und Solaranlagen baut. Neben Sonnenenergie will er auf dem
eigenen Hof auch Erdwärme sowie
Brunnen- und Quellwasser nutzen.
„Das, was ich machen will, ist durchkalkuliert.“
Derzeit wohnt der Vater von drei
Kindern in Dresden zur Miete. Ende
2014 wollte er eigentlich nach Liebon ziehen. Grundsätzlich werde
die energetische Sanierung von Gebäuden gefördert, sagt Reitmann.
Doch bislang bekam er keinen Kredit. „Die Banken machen mir das Leben schwer“, klagt der 48-Jährige.
Zumindest 800.000 Euro braucht er,
um im ersten Schritt das Wohnhaus
auszubauen.
Die betroffene Bank will sich
nicht äußern. Generell gelte, dass
persönliche Kreditwürdigkeit, vorhandene Sicherheiten sowie mögliche Risiken einer Investition beurteilt würden, teilt sie mit.
„Wir hoffen, dass Herrn Reitmanns Konzept die Banken überzeugt“, sagt der Landrat des Landkreises Bautzen, Michael Harig
(CDU). Die historische Bausubstanz
Andreas Reitmann neben dem Ortschild seines Dorfes Liebon. Der Mini-Ort
wurde 2009 als ganzes Dorf auf Ebay angeboten und zu einem späteren Zeitpunkt von Reitmann erworben.
FOTO: ARNO BURGI/DPA
in Liebon vor dem Verfall zu retten,
noch dazu mit der Idee eines autarken Dorflebens, komme der Zielstellung des Landkreises entgegen.
Das 1332 erstmals erwähnte Dorf
liegt im Siedlungsgebiet der katholischen Sorben, einer slawischen Minderheit. Ein Kruzifix gleich hinter
dem Ortsschild weist darauf hin,
dass es ein geweihter Ort ist. „Sogar
einen eigenen Pfarrer hatte die Gemeinde“, berichtet Reitmann. Nur
noch zugewachsene Ruinen stehen
von einem zweiten Gehöft. Es sei in
den 1960er-Jahren abgebrannt.
Liebon stand bei Ebay für 300.000
Euro zum Verkauf. Als Interessent
hatte sich zwischenzeitlich ein
kirchlicher Orden ins Gespräch gebracht. Ihm fehlte jedoch das nötige
Geld. Zum Preis von 62.000 Euro erhielt Reitmann 2012 den Zuschlag.
„Damals war das Dorf mit acht Leuten noch bewohnt“, erinnert er sich.
Der riesige Hof könnte Platz für
deutlich mehr Menschen bieten.
Der neue Eigentümer plante ein
Modelldorf zum nachhaltigen Leben – mit Wohnungen in allen Gebäuden. Das allerdings erlaubte die
Gemeinde Göda nicht, zu der Liebon
gehört, wie Reitmann berichtet. Nur
ein Haus darf er zum ständigen
Wohnen sanieren. Für Ställe, Scheunen und Lager musste er seine Pläne
ändern. Herberge, Hofladen, Büros
und Schankwirtschaft könnten darin entstehen.
Cordula und Veit Hofrichter be-
sitzen ebenfalls ein ganzes Dorf:
Burghardsmühle in Neuler (Baden
Württemberg). Den Hof, zu dem
zwei Häuser, Ställe, fünf Hektar
Land und ein eigenes Ortseingangsschild gehören, kauften die beiden
Landwirte 2008. „Seither sind wir im
ewigen Aufbau“, räumt Cordula
Hofrichter ein. Mit den beiden Söhnen wohnt das Paar im früheren
Mühlengebäude. Es handelt mit
Bio-Lebensmitteln, hält eine Kuhherde und will sein Land komplett
ökologisch bewirtschaften. Die Familie nutzt eine eigene Trinkquelle,
Holz zum Heizen und Solarenergie
zum Erwärmen von Wasser. „Nachhaltigkeit ist auch unser Thema.“
Andreas Reitmann gibt auch
nicht auf. Er prüft finanzielle Alternativen für sein Mini-Dorf. „Die Zeit
läuft, zumal ich sehe, wie es verfällt“, sorgt er sich. Freunde, Bekannte und Verwandte hätten sich für die
Idee begeistern lassen, künftig auf
dem geplanten Energiehof zu leben.
„Wenn Interessenten abspringen,
habe ich keine Bange, neue zu finden“, sagt Reitmann. (dpa)
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 15. Dezember 2014
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Mehr als
eine Demo
Karlspreis für einen
Vorzeige-Europäer
TORSTEN KLEDITZSCH
HÄLT PEGIDA UND CO.
FÜR WENIG ÜBERRASCHEND
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz
wird für seine Verdienste um die EU geehrt
FOTO: SVEN HOPPE/DPA
4 Freie Presse
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„... und das hält bis Paris?“
KARIKATUR: TOMICEK
„Wieder Krieg in Europa?
Nicht in unserem Namen“
Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und
Russland treiben unausweichlich
auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen, tragen gemeinsam die
Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht
aus den Augen verliert, vermeidet
Irrwege.
Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die
Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990,
am Ende des Kalten Krieges, durften
wir alle darauf hoffen. Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und
der friedlichen Revolutionen haben
schläfrig und unvorsichtig gemacht.
In Ost und West gleichermaßen. Bei
Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist
die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach
Osten ohne gleichzeitige Vertiefung
der Zusammenarbeit mit Moskau,
wie auch die völkerrechtswidrige
Annexion der Krim durch Putin,
nicht zu erklären.
In diesem Moment großer Gefahr
für den Kontinent trägt Deutschland besondere Verantwortung für
die Bewahrung des Friedens. Ohne
die Versöhnungsbereitschaft der
Menschen Russlands, ohne die Weitsicht von Michael Gorbatschow, ohne die Unterstützung unserer westlichen Verbündeten und ohne das
umsichtige Handeln der damaligen
Bundesregierung wäre die Spaltung
Europas nicht überwunden worden.
Die deutsche Einheit friedlich zu ermöglichen, war eine große, von Vernunft geprägte Geste der Siegermächte. Eine Entscheidung von historischer Dimension.
Aus der überwundenen Teilung
sollte eine tragfähige europäische
Friedens- und Sicherheitsordnung
von Vancouver bis Wladiwostok erwachsen, wie sie von allen 35 Staatsund Regierungschefs der KSZE-Mitgliedsstaaten im November 1990 in
der „Pariser Charta für ein neues Europa“ vereinbart worden war. Auf
der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien und erster konkreter
Maßnahmen sollte ein „Gemeinsames Europäisches Haus“ errichtet
werden, in dem alle beteiligten Staaten gleiche Sicherheit erfahren sollten. Dieses Ziel der Nachkriegspolitik ist bis heute nicht eingelöst. Die
Menschen in Europa müssen wieder
Angst haben.
Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer
Verantwortung für den Frieden in
Europa gerecht zu werden. Wir
brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf
der Grundlage gleicher Sicherheit
EINSPRUCH: RUSSLAND NICHT AUSGRENZEN
Einspruch – Standpunkte zum Streiten. Unter diesem
Motto veröffentlicht die „Freie Presse“ heute ein
Plädoyer, initiiert vom ehemaligen Kanzlerberater
Horst Teltschik (CDU), Ex-Verteidigungsstaatssekretär Walther Stützle (SPD) und der früheren
Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne).
Vor einem bei Kämpfen beschädigten Wohnhaus im ostukrainischen LisiFOTO: IVAN BOBERSKYY/DPA/ARCHIV
chansk spielt ein Junge mit einem Panzer.
für alle und mit gleichberechtigten,
gegenseitig geachteten Partnern. Die
deutsche Regierung geht keinen
Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin
zur Besonnenheit und zum Dialog
mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der
Deutschen, der Polen, der Balten
und der Ukrainer.
„Wir brauchen
eine neue Entspannungspolitik für
Europa.“
Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland
zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht
haben, das gewaltsam zu ändern,
sind blutig gescheitert – zuletzt das
größenwahnsinnige
HitlerDeutschland, das 1941 mordend
auszog, auch Russland zu unterwerfen.
Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages,
als vom Volk beauftragte Politiker,
dem Ernst der Situation gerecht zu
werden und aufmerksam auch über
die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen
Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer
Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden
statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.
Wir appellieren an die Medien,
ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung
überzeugender
nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen.
Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen
verstehen, seit Nato-Mitglieder 2008
Georgien und die Ukraine einluden,
Mitglieder im Bündnis zu werden.
Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um
Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu
nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung
eine Menge beitragen.
Am 3. Oktober 1990, am Tag der
Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker:
„Der Kalte Krieg ist überwunden.
Freiheit und Demokratie haben sich
bald in allen Staaten durchgesetzt.
(...) Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell
Ausgewählte Unterzeichner
Unterzeichnet haben den Appell
mehr als 60 Persönlichkeiten. Sie plädieren darin für eine neue Entspannungspolitik auf dem Kontinent. Zu
den Unterzeichnern gehören:
Mario Adorf, Schauspieler
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Erhard Eppler (Bundesminister a. D.)
Prof. Heino Falcke (Propst i. R.)
Pater Anselm Grün
Roman Herzog (Bundespräsident
a. D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Sigmund Jähn (ehem. Kosmonaut)
Prof. Margot Käßmann (ehemalige
EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Prof. Gabriele Krone-Schmalz
(ehem. Moskau-Korrespondentin)
Lothar de Maizière (Ministerpräsident a. D.)
Jim Rakete (Fotograf)
Friedrich Schorlemmer (Theologe)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler
a. D.)
Wim Wenders (Regisseur)
DIE KOMPLETTE LISTE ist zu finden unter:
» www.freiepresse.de/dialogaufruf
absichern, dass daraus erstmals eine
gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann. Für die Völker Europas beginnt damit ein
grundlegend neues Kapitel in ihrer
Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist
ein gewaltiges Ziel. Wir können es
erreichen, aber wir können es auch
verfehlen. Wir stehen vor der klaren
Alternative, Europa zu einigen oder
gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische
Gegensätze zurückzufallen.
Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers
Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.
Wie weiter mit Russland?
Das Verhältnis zwischen der EU und
Russland wird in dieser Woche einer
der Schwerpunkte in unserer politischen Berichterstattung sein. Im Interview äußert sich der frühere Verteidigungsstaatssekretär Walther
Stützle, einer der Unterzeichner des
Aufrufes. Zudem beziehen in einer Erwiderung 100 deutschsprachige Osteuropaexperten Position gegen die
hier veröffentlichte Erklärung.
Welche Meinung haben Sie? Leserpost an: „Freie Presse“, Chef vom
Dienst, Postfach 261, 09002 Chemnitz, leserbriefe@freiepresse.de.
Schulz wurde 1994 erstmals ins
Europaparlament gewählt. Seither
erklomm der Sozialdemokrat beharrlich die Karriereleiter. 2012 wurde er erstmals Präsident des EU-Parlaments. Bei der diesjährigen Europawahl setzte er eine Premiere
durch: Er ließ er sich zum Spitzenkandidaten der Europäischen Sozialdemokraten aufstellen, die ihn
gleichzeitig zu ihrem Anwärter für
den Posten des Kommissionspräsidenten kürten. Die anderen Parteien
folgten dem Beispiel. Der Karlspreis
wird seit 1950 an Persönlichkeiten
und Institutionen vergeben, die sich
um die Einigung Europas verdient
gemacht haben. (dpa)
Abe gewinnt
vorgezogene
Neuwahl
in Japan
Rechtskonservativer
Premier kann weitere
vier Jahre regieren
VON LARS NICOLAYSEN
TOKIO — Japans
rechtskonservativem Regierungschef Shinzo Abe ist
der erhoffte Befreiungsschlag bei
den vorgezogenen Neuwahlen gelungen. Nach Berichten japanischer
Medien hat sich Abes Liberaldemokratische Partei (LDP) am Sonntag
mit ihrem kleineren Koalitionspartner Komeito die Mehrheit im Unterhaus gesichert. Nach den Prognosen
dürften sie auf eine Zweidrittelmehrheit von mehr als 300 der 475
Sitze in der mächtigen Parlamentskammer kommen. Der seit zwei Jahren amtierende Abe hatte die Wahl
um zwei Jahre vorgezogen, um seine
„Abenomics“ genannte Wirtschaftspolitik absegnen zu lassen. Mit
dem erwarteten Sieg hat er vier weitere Jahre Zeit gewonnen, um die
drittgrößte Volkswirtschaft der Welt
aus der jahrelangen Deflation und
wirtschaftlichen Stagnation zu holen.
Abe will trotz Widerstands in der
Bevölkerung zudem wieder Atomkraftwerke hochfahren. In Folge der
Atomkatastrophe in Fukushima vor
fast vier Jahren stehen weiter alle
Meiler still. Auch Abes nationalistische Agenda trifft
auf Kritik. Der
Rechtskonservative verfolgt seit
Amtsantritt eine
Stärkung der Sicherheitspolitik Japans, was China
und Südkorea mit
Argwohn verfolgen. Die Beziehungen der beiden Nachbarstaaten mit
Japan sind wegen Inselstreitigkeiten
und Japans Umgang mit seiner
Kriegsvergangenheit belastet.
Auch an Abes Wirtschaftspolitik
– einer Mischung aus Geldschwemme, Konjunkturspritzen und Reformen – gab es zuletzt Zweifel. Eine rasante Abwertung des Yen in Folge einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik hatte zwar die Exporterlöse
großer Unternehmen sowie die Aktienkurse erhöht. Zugleich aber verteuerten sich die Importpreise, was
die privaten Haushalte und kleinere
Unternehmen belastete.
Nach einer Erhöhung der Mehrwertsteuer im April dieses Jahres
rutschte die japanische Wirtschaft
erneut in eine Rezession. Daraufhin
verschob Abe eine für kommendes
Jahr geplante weitere Erhöhung der
Steuer und rief Neuwahlen aus. Abe
profitierte davon, dass das Oppositionslager zersplittert und schwach
ist. (dpa)
FOTO: KIMIMASA MAYAMA/DPA
N
ein, das Abendland geht
nicht unter. Nicht wegen
Pegida und erst recht nicht
wegen der Flüchtlinge, die nach
Deutschland streben. Nicht wegen
„Chemnitz wehrt sich“ und auch
nicht wegen der Unzulänglichkeiten in der deutschen Asylpolitik.
Aber – es verändert sich etwas in
Deutschland, wofür die aktuelle
Flüchtlingsdebatte nur ein Ausdruck ist. In der Republik äußert
und organisiert sich ein politisches
Milieu, das vermutlich zwar schon
immer vorhanden war, aber öffentlich schwieg. Es umfasst die, denen
Deutschland zu europäisch und die
Gesellschaft zu konziliant ist.
Diese Bewegungen gibt es analog
in ganz Europa, nur in Deutschland
gab es sie bislang nicht. Hier gab es
CDU/CSU am rechten Rand des demokratischen Parteienspektrums.
Und es gab die Rechtsextremen, deren Auftreten aber nicht dazu angetan war, auf Dauer mehr als Randgruppen hinter sich zu vereinen. Dazwischen ein politisch unbeackertes
Feld, jedenfalls in der Öffentlichkeit.
Das ändert sich. Die AfD ist die
parteipolitische Ausprägung dieses
Prozesses. Sie befindet sich zwar
noch auf Kurssuche, wird sich am
Ende aber rechts von der Union positionieren – oder verschwinden,
um einer weiteren Neugründung in
diesem Sinne Platz zu machen. Die
„Alternative für Deutschland“ betont das Nationale auf eine neue Art
und Weise schon im Namen – als
Abgrenzung zu anderen. Nicht anders lautet – abseits der Bürgerklagen gegen tatsächliche Missstände
vor Ort – der Tenor auf den Kundgebungen von Pegida und Co sowie in
begleitenden Internetforen und
auch Leserbriefen: Jetzt muss es erst
einmal wieder um Deutschland gehen, mit dem Islam lässt sich nicht
friedlich zusammenleben, allein
ginge es uns besser.
Allein ist auf dieser Welt zwar
niemand mehr, und besser ginge es
ihm damit erst recht nicht. Aber
dass auch ein Teil der Deutschen so
denkt, ist eher logisch, als es verwunderlich wäre. Am Ende – so ist
zu vermuten – dürfte die derzeitige
Entwicklung deshalb auch Deutschland eine politische Kraft bescheren,
die dieses Milieu vertritt. Wie stark
chauvinistisch sie auftritt, ist heute
noch nicht vorherzusehen. So oder
so – man wird sich mit ihr auseinandersetzen müssen. Und je klüger
und früher man das tut, umso geringer wird deren Bedeutung sein.
Der Internationale Karlspreis zu Aachen geht im kommenden Jahr an
den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD). Der 58-Jährige habe sich um eine Stärkung der Parlamentarisierung und der demokratischen Legitimation in der Europäischen Union verdient gemacht, erklärte das Direktorium des Karlspreises am Samstag. Er bekomme
den Preis auch in Anerkennung seiner Rolle als wichtiger Vordenker
der EU. Die Auszeichnung sei eine
Ehre und berühre ihn zutiefst, teilte
Schulz im Onlinedienst Twitter mit.
Da er aus der Region Aachen stamme, habe dieser Preis „eine ganz besondere Bedeutung“ für ihn.
POLITIK
Montag, 15. Dezember 2014
Freie Presse
Afghanistan:
Minimalkonsens soll Klima retten Einsatz
nach
RUSSLANDEXPERTE
CDU-Politiker
Schockenhoff ist tot
Konferenz in Lima beschließt Eckpunkte für künftigen Vertrag – Umweltschützer kritisieren Ergebnis als schwach
Von der Leyen warnt vor
schnellem Abzug
BERLIN — Der CDU-Bundestagsabge-
ordnete und Russland-Experte Andreas Schockenhoff ist tot. Er starb im
Alter von 57 Jahren eines natürlichen Todes, wie die Unionsfraktion
im Bundestag gestern in Berlin mitteilte. Schockenhoff war seit 1990
Mitglied im Bundestag für den
Wahlkreis Ravensburg und seit 2005
einer der Vize-Vorsitzenden seiner
Fraktion. Seit 2006 war er Koordinator für die deutsch-russische zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit. Schockenhoff hatte 2011 bekannt gemacht, dass er alkoholkrank sei. Die Staatsanwaltschaft
Ravensburg ermittelte gegen ihn
wegen Fahrerflucht und Trunkenheit im Verkehr. (afp)
FOTO: KARL-JOSEF HILDENBRAND/DPA
MASAR-I-SCHARIF — Bei einem zwei-
Während die Delegierten auf der Klimakonferenz im peruanischen Lima um jedes Wort rangen und in die Verlängerung gingen, um sich wenigstens auf miniFOTOS: ENRIQUE CASTRO-MENDIVIL/REUTERS
male gemeinsame Ziele zu einigen, blieb den wartenden Journalisten kaum etwas anderes übrig, als sich auszuruhen.
SCHWEDEN
Russland bestreitet
Beinahe-Kollision
MOSKAU — Russland hat Vorwürfe
zurückgewiesen, ein russisches
Kampfflugzeug sei am Freitag über
Schweden fast mit einem Passagierflugzeug kollidiert. Der Abstand zu
der Passagiermaschine aus Kopenhagen habe mehr als 70 Kilometer
betragen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums,
Igor Konaschenkow, gestern laut der
Nachrichtenagentur Tass. Es habe
daher keine Gefahr einer Kollision
im internationalen Luftraum über
der Ostsee bestanden. Der Sprecher
bestätigte, dass der Kampfjet nicht
seinen Transponder angeschaltet
hatte, der zivilen Flugzeugen eine
Identifikation erlaubt. Die baltischen und skandinavischen Staaten
sind beunruhigt über die Zunahme
der Aktivitäten der russischen Luftwaffe über der Ostsee. Es gab zudem
wiederholt Klagen über eine Verletzung ihres Luftraums. (dpa)
LÄNDERFINANZAUSGLEICH
CSU-Chef Seehofer
droht mit Veto
2016 möglich
LIMA — In Lima sollten die Grundpfeiler für einen neuen Weltklimavertrag gesetzt werden. Doch
viele von ihnen wurden auf der
Klimakonferenz in Perus Hauptstadt nicht wie erhofft eingeschlagen, andere wackeln. Umweltschützer sprechen denn auch von
einem sehr schwachen Beschluss.
Die „Freie Presse“ beantwortet die
wichtigsten Fragen zur Klimakonferenz.
Was wurde in Lima beschlossen?
Die Vertreter von 195 Staaten vereinbarten unter anderem ein 37 Seiten starkes Vorläuferpapier für das
geplante Paris-Protokoll – das jedoch
noch viele widersprüchliche Wünsche enthält. Die meisten Länder
sollen ihre Klimaziele für Paris bis
spätestens 31. März 2015 abgeben.
Sie werden aber nur freundlich gebeten, auch Informationen zu liefern, wie sie diese Ziele überhaupt
erreichen wollen. „Obwohl die EU
ein ambitioniertes Ergebnis in Lima
wollte, glauben wir, dass wir auf
Kurs sind, um nächstes Jahr in Paris
ein globales Abkommen zu vereinbaren“, meint dennoch EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete.
Was ist beim Thema Geld passiert?
Für den Vertrag von Paris ist keinerlei Plan vorgesehen, wie ärmere
Staaten vom Jahr 2020 an Geld für
die Anpassung an die Erderwärmung und ihre klimafreundliche
Entwicklung erhalten sollen. Das Lima-Papier drängt reiche Länder lediglich, dafür Geld zu geben. Die Industrieländer hatten bereits vor fünf
Jahren 100 Milliarden Dollar (80
Milliarden Euro) an Klimahilfen für
2020 angekündigt. Aber auch hier
fehlt jeder Plan, wie dieses Geld zusammenkommen soll. Für den Grünen Klimafonds sind jetzt immerhin mehr als 10 Milliarden Dollar
(8 Milliarden Euro) an Klimahilfen
für Entwicklungsländer zugesagt.
Auch ärmere Staaten wie Mexiko,
Panama, Peru und Kolumbien zahlten ein und zeigten damit den Willen, zum Klimaschutz beizutragen.
Was fehlt in den Eckpunkten für
Paris?
Die bereits verkündeten und noch
erwarteten Klimaziele der einzelnen
Staaten genügen nicht, um die Erderwärmung auf noch erträgliche
zwei Grad zu begrenzen. Und es
fehlt ein zunächst vorgesehener Mechanismus dafür, wie später nachgebessert werden kann. Auf Drängen
Chinas muss nicht einmal überprüft werden, ob sich die Länder ein
ihrem wirtschaftlichen Stand angemessenes Ziel gesetzt haben. Malaysia und andere Staaten kritisierten
scharf, dass Verluste und Schäden
durch den Klimawandel im Entwurf
für Paris bislang kaum eine Rolle
spielen. Dabei gibt es schon heute in
Inselstaaten Menschen, die wegen
der Überflutung ihrer Gemeinden
umgesiedelt werden müssen. Die Industriestaaten befürchten allerdings, dass sie künftig für klimawandelbedingte Verluste zahlen
müssen und dass dies ein Fass ohne
Boden wird.
Gibt es Hoffnung, die Erderwärmung auf noch erträgliche zwei
Grad zu begrenzen?
„Wenn ab 2030 die Emissionen jährlich um drei Prozent sinken, ist das
Ziel noch zu erreichen“, sagt der
Chefökonom des Potsdam-Instituts
für Klimafolgenforschung, Ottmar
Edenhofer. „Das ist aber sehr ambitioniert. Derzeit liegen wir bei plus 2,2
Prozent pro Jahr.“ Voraussetzung für
die Berechnung sei zudem, dass alle
Länder ihre angekündigten Klimaziele auch erreichen. Möglich wäre
die Reduktion um drei Prozent
durch einen Preis für jede Tonne
Kohlendioxidausstoß und indem
reiche Staaten den ärmeren helfen,
sich klimafreundlich zu entwickeln.
Das umfasse Geld, aber auch wissenschaftliche Unterstützung beim
Umbau der Energiesysteme.
Was reagieren die Umweltverbände?
Enttäuscht. Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ sprach von
einer verpassten Chance für die Opfer des Klimawandels. Der BUND erklärte, die Konferenz von Lima habe
die Welt nicht einen Schritt weiter
gebracht auf dem Weg in eine Energiewirtschaft ohne Kohleverstromung, Öl, Atomkraft und Gas. Ein
Nabu-Vertreter sagte, die internationale Staatengemeinschaft habe in
Lima „unzählige Chancen ungenutzt liegen lassen“. Resigniert zeigte sich auch der World Wide Fund
For Nature (WWF) in Deutschland:
„Leider schreitet der Kimawandel
viel schneller voran als die Politik.“
(dpa/epd/fp)
tägigen Afghanistan-Besuch hat Verteidigungsministerin Ursula von
der Leyen vor einem zu schnellen
Abzug der internationalen Truppen
gewarnt. Nach einem Gespräch mit
Präsident Aschraf Ghani schloss sie
gestern nicht aus, dass der neue
Nato-Ausbildungseinsatz über die
bisher geplanten zwei Jahre hinausgeht. Man müsse zunächst bis 2016
mit „voller Kraft“ zum Aufbau des
Landes beitragen und dann sehen,
wie die Lage ist, sagte sie.
Während des Besuchs erfuhr von
der Leyen vom Tod ihres Vaters, des
früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Sie
setzte trotzdem ihr Besuchsprogramm unverändert fort.
Die Nato beendet am 31. Dezember nach 13 Jahren den Kampfeinsatz ihrer Internationalen Schutztruppe Isaf in Afghanistan, will aber mit
12.000 Soldaten zur
Ausbildung und
Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land bleiben.
Die Bundeswehr
stellt bis zu 850 Soldaten. Bisher ist
eine starke Verringerung der Truppenstärke im zweiten Jahr geplant,
so dass die Ausbildung deutlich eingeschränkt werden müsste. Von der
Leyen sieht das skeptisch. „Wichtig
ist mir, dass wir (...) das Land in einer
Situation verlassen, in der es eine
Stärke erreicht hat, damit es sich
auch behaupten kann“, sagte sie .
Die Sicherheitslage ist verheerend. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden
in diesem Jahr bis Mitte November
bereits 6000 afghanische Sicherheitskräfte durch Anschläge und
Angriffe der Taliban getötet. Im Vorjahreszeitraum waren es 4300. Nach
Angaben der Vereinten Nationen
wurden bis Mitte November auch
3000 Zivilisten getötet. 55 deutsche
Soldaten kamen in Afghanistan in
den vergangenen 13 Jahren ums Leben. (dpa)
NÜRNBERG — CSU-Chef Horst Seeho-
fer droht mit einem Veto Bayerns bei
der Neuregelung der Bund-LänderFinanzbeziehungen. Es müsse eine
„vorzeigbare Entlastung“ im Länderfinanzausgleich geben, die die CSU
vor der bayerischen Bevölkerung
vertreten könne, sagte Seehofer
beim CSU-Parteitag in Nürnberg.
„Ansonsten schließen wir nicht ab,
und das halten wir auch aus.“ Der
Anlass von Seehofers Drohung: Bayern zahlt inzwischen mit knapp
fünf Milliarden Euro weit mehr als
die Hälfte des Länderfinanzausgleichs; Berlin kassiert gut drei Milliarden und ist damit größter Empfänger. Bayern und das grün-rot regierte
Baden-Württemberg fordern vom
Bund, wegen der Sonderrolle Berlins
auch einen großen Teil der BerlinKosten zu übernehmen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
(CDU) sperrt sich bislang. (dpa)
RASSISMUS
Massenproteste in
vielen US-Städten
YORK — Zehntau-
sende Menschen haben Wochenende in Washington, New York, Boston
und anderen amerikanischen Städten friedlich gegen Polizeigewalt
und Rassismus demonstriert. Allein
in der Hauptstadt Washington versammelten sich am Samstag laut Organisatoren bis zu 50.000 Menschen. Es seien mit die größten
Kundgebungen der jüngsten Protestwelle, hieß es. Die Polizei machte
keine Angaben zur Teilnehmerzahl.
Anlass der Proteste sind mehrere
Fälle, in denen Polizisten unbewaffnete Schwarze getötet haben und
nicht angeklagt wurden. Seit Wochen kommt es immer wieder zu
Demonstrationen, teilweise begleitet von Ausschreitungen. (dpa)
FOTO: REUTERS
NACHRICHTEN
WASHINGTON/NEW
5
A N ZE I G E
Edathy enttarnt
Informanten
Seit Monaten wird nach
dem Leck in der EdathyAffäre gefahndet. Jetzt gibt
Edathy selbst den Namen
eines Parteifreundes preis.
Vieles bleibt unklar.
VON TIM BRAUNE
BERLIN — Mit der Enthüllung seines
angeblichen Informanten aus der
SPD hat der frühere Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy die Polit-Affäre neu angefacht. Edathy behauptet, sein Parteifreund Michael
Hartmann habe ihn vor drohenden
Kinderporno-Ermittlungen
des
Bundeskriminalamtes (BKA) gewarnt. Am Donnerstag will Edathy
(45) vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss erscheinen, der
seit Monaten vergeblich nach der
undichten Stelle sucht. „Selbstverständlich werde ich im Ausschuss
nicht schweigen“, sagte Edathy.
Grüne und auch Unionsleute sehen neue Fragen an die SPD-Parteispitze, die im Oktober 2013 vom damaligen Innenminister Hans-Peter
Friedrich über den Verdacht gegen
Edathy unterrichtet worden war.
CSU-Mann Friedrich stürzte, was die
Große Koalition stark belastete.
Edathy gab nun im Gespräch mit
dem „Stern“ preis, Hartmann habe
ihm am Rande des SPD-Parteitags in
Leipzig im November 2013 in einem
persönlichen Gespräch über die
BKA-Erkenntnisse informiert. Hartmann (51), SPD-Innenexperte und
rheinland-pfälzischer Bundestagsabgeordneter, wiederum soll nach
Angaben Edathys vom damaligen
BKA-Präsidenten Jörg Ziercke eingeweiht worden sein. Der mittlerweile
pensionierte Ziercke ließ das als unzutreffend zurückweisen. Gestern
wehrt sich Hartmann nach vorausgegangenem Schweigen. Alles
falsch, was Edathy in die Welt gesetzt habe. Der habe ihm in Leipzig
Sebastian
Edathy
Ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter
FOTO: MAURIZIO GAMBARINI/DPA
gestanden, aus den Medien vom
Auffliegen des Kinderporno-Anbieters in Kanada erfahren zu haben.
Auf der Kundenliste, die dann beim
BKA landete, stand Edathys Name.
Er habe sich Edathy verpflichtet gefühlt. „Auf angebliche Informationen des damaligen BKA-Präsidenten
Ziercke griff ich dabei nicht zurück“,
erklärt Hartmann. In der SPD-Fraktion wittern sie eine „Schmutzkampagne“, die Edathy anzetteln wolle.
Was passiert, wenn dieser am Donnerstag vor der Presse – wo er nicht
unter Eid steht – prominente Genossen mit reinzieht? (dpa)
3578336-10-1
6 Freie Presse
NACHRICHTEN
DEUTSC HE BAHN
Gratis-Internet in
der ersten Klasse
WIRTSCHAFT
Montag, 15. Dezember 2014
Leiterplatten aus dem Erzgebirge
kommen in Asien gut an
BÖRSENWOCHE
Eine Woche für
Spekulationen
VON KLAUS DIETER OEHLER
BERLIN — Bahnkunden können seit
gestern in der ersten Klasse der ICEZüge auf W-LAN zurückgreifen. Der
drahtlose Internetzugang ist eine
der Neuerungen des Fahrplanwechsels und im Fahrpreis inbegriffen.
Die übrigen Reisenden müssen noch
bis 2016 darauf warten; die Bahn
will die Züge erst komplett damit
ausstatten, wenn die Technik stabil
funktioniert. Mit dem Fahrplanwechsel hat die Bahn auch einige
Nachtzüge durch Europa eingestellt.
Begründet wurde dies mit mangelnder Wirtschaftlichkeit. (dpa)
BRAUNKOHLE
Gabriel steht zu
Tagebau-Ausbau
STOCKHOLM — Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) steht
zum Ausbau des Braunkohle-Tagebaus in der Lausitz – unabhängig
von den Verkaufsplänen des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall.
Kohlekraftwerke würden noch „auf
lange Sicht als Rückendeckung für
die erneuerbaren Energien“ gebraucht. Dafür seien auch im Revier
in der Lausitz in nächster Zeit Investitionen erforderlich: „Der Verkaufsprozess, der da stattfindet, sollte diese Investitionen nach Möglichkeit
nicht behindern“, sagte Gabriel am
Rande eines Treffens mit Schwedens
Ministerpräsident Stefan Löfven.
Vattenfall plant in der Lausitz bis zu
fünf weitere Tagebaue. (dpa)
BILLIGF LIEGER
Ryanair will künftig
in München landen
MÜNCHEN — Der Billigflieger Ryanair
will mehr Geschäftsreisende anziehen und künftig in München landen. „Wir kommen in alle größeren
Flughäfen außer Frankfurt“, kündigte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs in der „Wirtschaftswoche“ an.
Ganz oben auf der Liste stehe das
Lufthansa-Drehkreuz
München.
Zwar sei noch nichts unterschrieben: „Aber München passt ideal zu
uns, da gibt es hohe Preise und genug Platz“, so Jacobs. Noch bilden
Regionalflughäfen wie Hahn im
Hunsrück die Schwerpunkte im
deutschen Ryanair-Flugplan. (dpa)
AGRAR
Minister starten
Tierschutzinitiative
Die Gornsdorfer KSG ist
von einem Kunden in Singapur zum weltbesten Lieferanten gekürt worden.
Für die Firma ist der Preis
das Sahnehäubchen in
einem erfolgreichen Jahr.
L
VON JAN-DIRK FRANKE
GORNSDORF — Die Tatsache, dass
Elektronikprodukte oft aus Asien
kommen, ist keine Überraschung.
Dass eine mittelständische Firma
aus dem Erzgebirge bei einem Elektronikhersteller in Asien zum weltbesten Lieferanten für Leiterplatten
gekürt wird, hingegen schon. Der
KSG Leiterplatten GmbH in Gornsdorf ist das jetzt gelungen, sie hat
sich einen der Preise gesichert, den
der Konzern Pepperl + Fuchs an seinem Standort Singapur unter seinen
500 Lieferanten ausgelobt hatte.
Udo Bechtloff, Geschäftsführer
und Mitgesellschafter des Auftragsfertigers, ist jedenfalls sichtlich stolz
auf den Titel. Schließlich kaufe der
Konzern – er ist einer der global führenden Hersteller von elektronischen Sensoren – seine Leiterplatten
weltweit ein, meint Bechtloff. Schätzungsweise 80 Prozent des weltweiten Marktvolumens werden in Asien gefertigt – zu Preisen, bei denen
kein hiesiger Anbieter mithalten
kann. Nur fünf Prozent kämen aus
Europa. Doch nicht immer zählt
eben der günstigste Preis. Bei Pepperl + Fuchs sei etwa die Art der Zusammenarbeit bewertet worden, der
Umgang mit Kundenwünschen und
die Kommunikation zwischen Lieferant und Abnehmer, berichtet der
KSG-Chef. Sogenannte „weiche Faktoren“, bei denen die Erzgebirger offensichtlich punkten können.
Für Bechtloff und seine mittlerweile 670 Mitarbeiter ist der Preis
das Sahnehäubchen in einem insgesamt sehr erfolgreichen Jahr. Voraussichtlich 77 Millionen Euro wird
der Betrieb dieses Jahr umsetzen – so
viel wie noch nie. Um rund zehn
Millionen Euro wird der Umsatz
Blick in die Produktion. In dem Werk in Gornsdorf wird derzeit in rollender Woche gearbeitet.
über dem Vorjahresergebnis liegen.
Seit November 2013 läuft die Produktion in rollender Woche – also
an sieben Tagen in drei Schichten.
14 Millionen Euro wurden seit Jahresbeginn in neue Technik investiert, für 2015 sind noch einmal zwischen sechs und acht Millionen Euro vorgesehen. Denn das Geschäft
läuft. „Die Kunden quälen uns“, sagt
Bechtloff augenzwinkernd.
Im Schnitt werden
täglich 140 verschiedene Aufträge
abgewickelt, 40
davon sind neu.
Entsprechend ist auch die Zahl der
Mitarbeiter stetig gewachsen – gut
140 Männer und Frauen sind innerhalb von zwei Jahren dazugekom-
men. Die Zahl der Leiharbeiter ist
auf 15 Prozent begrenzt, danach
wird eingestellt. Mit dem Stichtag 1.
Januar erhielten wieder 47 Leiharbeiter einen festen Arbeitsvertrag
bei KSG, berichtet der Firmenchef.
Die Firma stellt Leiterplatten für
die unterschiedlichsten Anforderungen in kleinen oder mittelgroßen Serien her. Viele Kunden kommen aus dem Bereich Industrieelektronik und Automatisierungstechnik. 60 Prozent des Umsatzes entfallen auf diesen Zweig. Auch die Automobilindustrie ordert immer häufiger bei der KSG, so Bechtloff. Zu den
mehr als 600 Kunden gehören Firmen wie Bosch, Hella und Continental, aber auch Unterhaltungselektronikanbieter wie Sennheiser.
In 21 Länder liefern die Erzgebirger ihre Platten. Auf etwa 30 Prozent
schätzt Bechtloff den Exportanteil.
Im Schnitt werden täglich gut 140
verschiedene Aufträge abgewickelt,
von denen rund 40 neu sind. Die
kleinsten Leiterplatten haben Ab-
FOTO: WOLFGANG SCHMIDT
messungen von fünf mal 20 Millimeter, die größten 450 mal 500 Millimeter. Es sind oft Spezialitäten mit
hohem Engineeringsaufwand und
hohen Genauigkeiten. Ein Beispiel
dafür ist eine Leiterplatte für ein Abstandsradar für Pkws – ein System,
mit dem der Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen automatisch geregelt wird.
Die KSG steht nach eigenen Angaben auf Platz drei der Branchenrangliste in Deutschland, europaweit haben sich die Erzgebirger auf
Platz fünf vorgekämpft. Gut 200 Fabriken gibt es laut Bechtloff in Europa. Sein Ziel ist es, die KSG auf die Liste der 100 größten Leiterplattenfirmen der Welt zu bringen. Dafür
muss er die Umsatzmarke von rund
100 Millionen Dollar knacken.
Wenn die Geschäfte weiter so laufen, wird es wohl nicht mehr allzu
lange dauern: Für 2015 rechnet
Bechtloff mit einem Umsatzplus
von fünf Prozent – das würde beim
aktuellen Dollarkurs reichen.
Solarworld will Produktion in Thüringen ausbauen
Konzern startet in früherem Bosch-Werk in Arnstadt Testbetrieb für ein Vorprodukt – Neue Fabrik in Katar
VUGHT — Deutschland, Holland und
ARNSTADT — Solarworld geht nach
Dänemark wollen beim Tierschutz
stärker zusammenarbeiten. Eine
entsprechende Erklärung haben Agrarminister Christian Schmidt
(CSU) und seine beiden Kollegen
gestern im niederländischen Vught
unterzeichnet. Die Länder wollen
sich stärker austauschen und in der
Forschung und bei der Verbesserung
der Tierhaltung kooperieren. (dpa)
der Standortübernahme in Thüringen auf Expansionskurs. „Wir möchten einen weiteren Teil des BoschWerks in Arnstadt wiederbeleben“,
sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck
dem „Handelsblatt“. Derzeit laufe in
dem thüringischen Werk der Testbetrieb. Asbeck will dort Ingots, ein
Vorprodukt für Solarmodule, fertigen. „Wir könnten dort im zweiten
Quartal mit der Produktion starten“,
sagte Asbeck. Bisher kauft Solarworld das Vorprodukt auf dem Weltmarkt ein.
Der Bonner Konzern hatte das
Werk vor einem halben Jahr von
Bosch übernommen. Nach seinem
verlustreichen Ausflug in die Solartechnik hatte Bosch der Solarworld
dabei noch eine Mitgift von rund
130 Millionen Euro gegeben.
Auch die Zusammenarbeit mit
dem Großaktionär Qatar Solar Technologies soll dabei helfen, den Konzern voranzubringen. Ein Siliziumwerk soll Anfang 2015 die Produktion in Katar aufnehmen, ein Werk
zur Herstellung von Solarmodulen
werde geplant. „Noch im nächsten
Jahr will Qatar Solar Technologies
mit dem Bau beginnen“, so Asbeck.
Bis 2016 soll dort ein Werk für Hoch-
leistungsmodule mit einer Jahreskapazität von rund 250 Megawatt für
den arabischen Markt entstehen. Im
Oktober hatte Solarworld angesichts florierender Geschäfte in den
USA bereits den Ausbau seines
Werks in Hillsboro (Oregon) angekündigt. An seinem deutschen
Hauptproduktionsstandort Freiberg
beschäftigt der Bonner Konzern derzeit rund 1400 Mitarbeiter. (rtr//fp)
angsam wird die Zeit knapp.
Nur noch eine volle Handelswoche, und dann steht schon
das Christkind vor der Tür. Wer
noch keine Geschenke hat, der wird
vermutlich darauf warten, dass die
Preise vor den Feiertagen weiter fallen. Dabei bereitet die niedrige Inflationsrate den Währungshütern
schon jetzt einiges Kopfzerbrechen.
Weil Öl und Heizöl immer billiger
werden, sind nun die meisten Ökonomen in den Banken davon überzeugt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) 2015 möglichst schnell
die nächste „Bazooka“ herausholen
wird und Staatsanleihen und Firmenanleihen kaufen wird oder was
auch immer nötig sei, um die Konjunktur anzukurbeln und die Preise
wieder nach oben zu bringen. Weil
gleichzeitig in den USA die Wirtschaft immer besser läuft, die Arbeitslosenzahl zurückgeht und die
Riesentanne vor dem RockefellerCenter in New York so schön strahlt,
steht für die Analysten auch fest,
dass die US-Notenbank Fed von ihrer Nullzinspolitik abrückt und die
Zinsen früher oder später erhöht.
Sowohl die Fed- als auch die EZBEntscheidung scheinen also sicher
zu sein, doch für die Anleger laufen
die Wetten nicht mehr auf das „Ob“,
sondern auf das Wann. Und deshalb
wird auch in der letzten vollen Handelswoche vor dem Weihnachtsfest
kräftig spekuliert werden. Dies wird
noch dadurch verstärkt, dass am
Freitag ein Hexensabbat ansteht: An
diesem Tag laufen viele Wett-Termine aus und die Profis sind in der Regel darauf aus, durch aktives Handeln, Kaufen oder Verkaufen, die
Kurse noch in die ihnen genehme
Richtung zu bewegen. Die Sitzung
der US-Notenbank am Mittwoch
könnte dabei behilflich sein, die
Stimmung zu verändern. Ob der
deutsche Dax noch einmal einen
Anlauf auf die 10.000-Punkte-Marke
nimmt, ist jedoch nach dem Kursrutsch der Vorwoche von fast fünf
Prozent eher fraglich. Aber sicher ist
an der Börse eben nichts.
WEIHNAC HTSGESCHÄFT
Händler sind bis
jetzt nicht zufrieden
FRANKFURT (MAIN) —
Die Einzelhändler sind mit dem Weihnachtsgeschäft bislang nicht zufrieden.
„Wir haben noch Luft nach oben“,
sagte der Hauptgeschäftsführer des
Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth. „In der Vorwoche haben
sich die Kunden eine kleine Verschnaufpause vor dem Endspurt gegönnt“. Er setzt auf kurzfristige Käufe. „Heiligabend fällt auf einen Mittwoch. Deshalb gehen wir in diesem
Jahr von einer großen Zahl an LastMinute-Shoppern aus.“ (dpa)
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3576153-10-1
KULTUR
Montag, 15. Dezember 2014
NACHRICHTEN
EUROPÄISCHER FILMPREIS
Akademie wählt
„Ida“ aus Polen
RIGA — Der Europäische Filmpreis
2014 geht nach Polen. Das Schwarzweiß-Drama „Ida“ von Pawel Pawlikowski wurde am Samstagabend in
der lettischen Hauptstadt Riga zum
besten Spielfilm gekürt. Der Stuttgarter Marc Bauder gewann mit seiner Banker-Doku „Master of the Universe“ den Preis in der Kategorie bester Dokumentarfilm. Natascha Curtius-Noss und Claus-Rudolf Amler
bekamen Preise für Kostüm- sowie
Szenenbild des Alpendramas „Das
finstere Tal“. Mehr als 1000 Filmschaffende hatten sich in Riga zur
Filmpreis-Gala versammelt. Die Gewinner werden von den mehr als
3000 Mitgliedern der Europäischen
Filmakademie gewählt. (dpa)
CASPER
Rapper adaptiert
Festival-Idee
DRESDEN — Der Rapper Casper, im
Sommer noch als Stargast auf dem
„Kosmonaut“-Festival seiner Kumpels von Kraftklub gefeiert, will
2015 eine eigene Mini-Festival-Reihe starten. Die sogenannten „Castivals“ sollen in sechs verschiedenen
Städten stattfinden, darunter Hamburg, Dortmund, Berlin und Hannover. Dabei will Casper mit Co-Headlinern wie K.I.Z. oder Haftbefehl auftreten. Nach Sachsen kommt er dabei am 4. Juli 2014, wo das „Castival“
zusammen mit Bosse am Elbufer
Dresden stattfinden soll. (tim)
KONSALIK
Manuskripte
aufgetaucht
BERLIN — Dagmar
Konsalik, die
Tochter des Bestsellerautors Heinz
G. Konsalik (1921-1999), hat unveröffentlichte Manuskripte ihres Vaters gefunden. Ein Wasserschaden
im Keller des Familiensitzes in Aegidienberg (Nordrhein-Westfalen) habe einen Ordner mit mehr als 50 Geschichten zum Vorschein gebracht.
Die Texte stammten aus der Zeit, bevor Konsalik 1957 mit dem Roman
„Der Arzt von Stalingrad“ der
Durchbruch als Autor gelang. Der
Schriftsteller war 1999 im Alter von
78 Jahren an einem Schlaganfall gestorben. (dpa)
WARTBURG
Sanierung wird
teurer als geplant
EISENACH — Die Sanierung der Wartburg zum 500. Reformationsjubiläum wird teurer als geplant. Laut
Burghauptmann Günter Schuchardt sind bis Ende 2016 einige
hunderttausend Euro zusätzlich nötig, weil Restauratoren unerwartet
auf Hausschwamm und gebrochene
Balken gestoßen sind. Vom Bund
und vom Land waren 1,8 Millionen
Euro zugesagt worden. Jetzt rechnet
die Wartburg-Stiftung mit 2,5 Millionen Euro Gesamtkosten. (dpa)
Freie Presse
Von Bällen, Wegen und Klängen
7
DIE ALBEN DES JAHRES
Fünf Neuerscheinungen
aus dem Chemnitzer
Verlag erzählen über dunkle und helle Zeiten der
sächsischen Vergangenheit
und Gegenwart.
PLATZ 13
Future Islands:
„Singles“
VON MATTHIAS ZWARG
CHEMNITZ — Wer
die Geschichte
kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft menschlich gestalten. Was so banal klingt, ist doch
eine immerwährende Herausforderung, der sich auch der Chemnitzer
Verlag mit dem Buchprogramm der
„Freien Presse“ stellt. Fünf Neuerscheinungen erzählen – jede auf ihre Weise – originell und spannend
über Geschichte und Gegenwart
Sachsens.
„Abenteuer Afrika“ Einer kleinen, aber besonderen Episode der
Geschichte hat sich Eberhard Görner angenommen. In „Abenteuer Afrika“ erzählt er die teilweise skurrile
Chronik einer Expedition auf den
schwarzen Kontinent, die Auguste
der Starke 1731 ausrichten ließ, um
dort exotische Pflanzen und Tiere
für seine Sammlungen zu beschaffen. Die aus Wissenschaftlern und
Ärzten bestehende Reisegruppe wäre beinahe gar nicht in Afrika angekommen, weil der betrunkene Kapitän ihres Schiffes den Hafen verfehlte – aber schließlich landete sie doch
in Tunis und bekam schon 200 Jahre
vor der Globalisierung eine Ahnung
davon, wie Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenleben können. Und ein paar
Löwen schickte sie schließlich auch
nach Dresden... Das Buch kostet
13.90 Euro.
„Weltweit!“ agieren die Instrumentenbauer der Region nicht erst
seit heute, wie Tim Hofmanns
gleichnamiges Buch zeigt. Vieles,
was in der Musik Standard und Exklusivität in der Welt repräsentiert,
hat seine Wurzeln in Sachsen und
im Vogtland. Wie erfand ein Schneeberger das erste Ventil für Blechblas-Instrumente, wie ein Leipziger
die Klarinette? Warum kamen
die ersten brauchbaren Klaviere
vom Kleinbobritzscher Silbermann,
musste der Markneukirchener Martin seine heute weltbekannte Gitarren-Firma in Amerika gründen?
Wer in Sachsen baut Synthesizer für
Depeche Mode, Oboen für Albrecht
Mayer oder Bässe für Metallica? Wie
machte Klingenthal Akkordeon
und Mundharmonika bekannt, wie
der erste Musikalien-Versandhandel
Markneukirchen reich? Tim Hofmann, Musikredakteur der „Freien
Presse“, erzählt diese und andere
Geschichten kenntnisreich, mit
überraschenden Wendungen und
aus liebevoll-kritischem Blickwinkel. Das Buch kostet 19.90 Euro.
„Träume, Titel, tausend Tore“
Sehr tiefgründig hat der ehemalige
TAZ-Redakteur und Fußballenthusi-
Der Markneukirchener Geigenbauer Ekkard Seidl aus dem Instrumentenbau-Buch „Weltweit!“.
ast Christoph Schurian die Geschichte dieser Sportart in Chemnitz recherchiert – mit zahlreichen
spannenden Ergebnissen. Nicht nur,
dass zu den Gründern des ersten
Fußballvereins in Chemnitz einst
ein Student aus Mittweida gehörte,
der auch den legendären FC Barcelona mit aus der Taufe hob. Schurian
ging auch der Geschichte der einstigen Wunderstürmer Willimowski
und Helmchen in Chemnitz nach,
die in ihrer gesamten Laufbahn
mehr als 3000 Pflichtspieltore geschossen haben sollen. Und er hat
über den einst erfolgreichen Chemnitzer Polizeisportverein recherchiert, in dem nur ein „echter“ Polizist spielte – leider einer mit dunklen Seiten. Und Schurian hat auch
erkundet, wie die Staatssicherheit in
Karl-Marx-Stadt einst für mehr Dynamo- als FCK-Begeisterung sorgen
wollte: allerdings ohne Erfolg. Das
Buch kostet 19.95 Euro.
„Stark wie der Tod“ Erfolglos
blieben auch die Hindernisse, die die
Nationalsozialisten einst einer ganz
besonderen Liebe in den Weg legten.
Davon erzählt die Seiffener Autorin
Helga Kaden in ihrem zweiten Roman „Stark wie der Tod: Eine Liebe
in dunkler Zeit“. Nach einer wahren
Begebenheit schildert sie, wie die
junge Frau Katharina in NaziDeutschland um ihre Liebe zu dem
Halbjuden Alfred kämpft. Sie erfährt
dabei Bedrohung, Gefahr, Erniedrigung und Verfolgung, lernt aber
auch Solidarität und Tapferkeit kennen. Das Buch kostet 13.50 Euro.
„Sächsischer Wanderführer“
Zeugnissen der Geschichte begegnen die Leser – und vor allem die
Wanderer – auch, wenn sie HansGerd Türke folgen, der ihnen im
nun schon neunten Band des „Sächsischen Wanderführers“ das Vogtland vorstellt. In einem ersten Band
FOTO: ANDREAS WETZEL
über diese entdeckenswerte Wanderregion beschreibt er zunächst
zwölf Touren zwischen Schneckenstein und Greiz, durch das Göltzschtal und bis nach Greiz. Doch wie
in allen früheren Bänden auch beschreibt Hans-Gerd Türke weit
mehr als nur Natur und Wege:
Kaum ein Haus am Wegrand, kaum
ein Gedenkstein oder eine Hinweistafel, denen er nicht ihre Geschichte
entlockt. So sind Türkes Wanderführer neben ausführlicher Wegbeschreibung immer auch ein kleines
Kompendium der Kultur und Natur
der durchwanderten Gebiete – eben
auch Streifzüge durch den Geschichtenwald. Das Buch kostet
14.80 Euro.
KAUFEN Die Bücher aus dem Chemnitzer
Verlag sind in alle Geschäftsstellen der „Freien Presse“ zu haben. Dort kann man auch viel
andere Titel aus dem Buchhandel bestellen.
» www.freiepresse.de/shop
Sam Herring steht am Tresen des
„Weltecho“ und philosophiert über
Kassetten. Also Tapes, MC’s – diese
eckigen Dinger, die so etwas wie das
Dederon der Musikindustrie sind.
Herrings Band, die Future Islands,
habe „die Plattenfirma förmlich angebettelt, damit sie das Album auch
auf Kassette raus bringt. Sie haben
diese tolle Haptik: reinstecken, spulen, rausdrücken, rumdrehen – das
gehört zu einer Tour im Mini-Van irgendwie dazu“, sagt er und streicht
mit der Hand über die SchieferOberfläche des Tresens. „Ich bin gelernter Steinmetz. Auch sowas
handfestes.“ Spricht da der Sänger,
der eben noch seinen Schweiß über
die Fingerkuppen perlen ließ und
dann ins Publikum schleuderte? Der
Mann, der sich gerade noch auf die
Brust trommelte, als wollte er ein
Loch reinschlagen, damit ihm endlich Luft wird, damit aus dem von
Schmerz zugeschnürten Hals die bösen Geister rasselnd fliehen können? Ja, das ist er. Das war vor zwei
Jahren, der zweite Auftritt in Chemnitz der Band aus North Carolina,
die fast sechs Jahre ununterbrochen
tourte. Der ewige Geheimtipp – mit
ihrem vierten Album „Singles“ ist es
mit diesem Status vorbei, vor allem
seit dem Auftritt in der Late Night
Show von David Letterman. Geblieben ist der stämmige New WaveBeat der dreiköpfigen Band. Fast immer im Vier-Viertel-Takt gibt er einen stabilen, handfesten Rahmen
für die theatralische Performance
des Frontmanns, dessen Stimme
mal Bing-Crosby-Honig ist, mal ausbricht in Raubtiergefauche. Neben
den einfach gehaltenen, symmetrischen Liedstrukturen, die von Synthesizer und Bass oder Gitarre poppig gestanzt werden, leben die Songs
vor allem von der Antithese: „Fleißig
wie ein Anglistik-Student“, schrieb
mal ein Kritiker, sammelt Herring
Gegensatzpaare: Sommer-Winter
(„Seasons“), Sonne-Mond („Like The
Moon“), Leben-Tod („Fall From Grace“), „wie jemand, der binnen acht
Sekunden ein Liebesgedicht schreiben muss.“ Es stimmt, das Album ist
simpler und poppiger geworden.
Aber wenn es komplizierter arragiert wäre als das Bild einer einsamen Discokugel in einer halbdunklen Industriebrache, würde es nur
von Herrings herzzerreißendem,
süchtig machendem Melodram ablenken – das kommenden Sommer
übrigens wieder in Chemnitz aufgeführt wird.
Christian Gesellmann
DIE ALBEN DES JAHRES wurden von den
Musikkritikern der „Freien Presse“ ausgewählt. » www.freiepresse.de/alben2014
Wetten, dass... war’s?
Am Samstag flimmerte
„Wetten, dass …?“ mit
der 215. Ausgabe zum letzten Mal über die Mattscheibe. Die Show wurde
vom ZDF und Moderator
Markus Lanz würdig
verabschiedet.
VON MAURICE QUERNER
MAINZ — Es war eine gute Idee vom
„Wetten, dass...?“-Moderator Markus Lanz in Nürnberg.
FOTO: DAVID EBENER/DPA
ZDF, „Deutschlands größte Show“
(Markus Lanz) mit einem Auftritt
der „Fantasitischen Vier“ zu starten.
Das Quartett brachte notwendige
Leichtigkeit ins Geschehen. Es hätte
so weitergehen mögen, aber ganz
ohne Larmoyanz ging es dann leider
doch nicht.
In der Nürnberger Messehalle
hatte sich eine Menge Prominenz
aus Show und Politik eingefunden.
Auf der Bühne nahmen unter anderen die wie immer fröhlich aufgelegte Katarina Witt, der österreichische
Skistar Hermann Maier, die Schauspieler Jan Josef Liefers und Til
Schweiger sowie die Komiker Otto
Waalkes und Elton auf der Couch
Platz.
Schauspieler Ben Stiller war diesmal der einzige internationale Star,
der wie üblich die Show vorzeitig
und womöglich erleichtert verließ.
Wie so viele seiner US-Kollegen
wurde er vom Moderator genötigt,
ein bisschen deutsch zu sprechen,
was auch diesmal nicht lustig, son-
dern nur peinlich war. Die erste
Wette bekam der Zuschauer erst
nach einer halben Stunde zu sehen.
Trotz Showacts wie die Auftritte von
Helene Fischer und den Fantastischen Vier wies auch die letzte Show
von „Wetten, dass …?“ wieder einige
Längen auf, was an den zahlreichen,
nicht enden wollenden Rückblicken
in die Geschichte der Sendung gelegen haben mag.
So gegen 22.45 Uhr war die Luft
raus. Doch eine fantastische Sportwette machte die wohl zu diesem
Zeitpunkt mehrheitlich ermüdete
Zuschauerschaft wieder munter.
Der Parcours-Läufer Jakob Vöckler
wettete, dass er schneller an einem
mehrstöckigen Parkhaus rauf und
runter klettern könne, als RallyeWeltmeister Sébastien Ogier mit seinem Sportwagen hinauf und wieder
hinunter fahren könne. Es war eine
rasante, äußerst spannende Variation des bei „Wetten, dass …?“ freilich
schon so oft gesehenen Kampfes
„Mensch gegen Maschine“. Während Vöckler zu Recht zum letzten
Wettkönig gewählt wurde, musste
Samuel Koch einst einen hohen
Preis in diesem Wettstreit zahlen.
Sein Auftritt geriet zum emotionalen Höhepunkt der Show. Doch der
Jungschauspieler entzog sich jeglicher Betroffenheitsrhetorik des Moderators mit trockenem Humor.
Über neun Millionen Zuschauer
verabschiedeten sich am Samstag in
einer letztlich gelungenen Show, die
so ein würdiges Ende fand. Und dennoch konnte man dem Song von
Unheilig wohl folgen, der mit dem
Titel „Zeit zu gehen“ eine TV-Karriere offiziell beendete.
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 15. Dezember 2014
Südafrikanerin zur Miss World gekürt
KURZ GEMELDET
INDONESIEN
Mindestens 32 Tote
bei Erdrutsch
Zum 20. Mal ausgebrochen
KOPENHAGEN — Die Polizei in Däne-
mark fahndet nach einem Kriminellen, dem bereits zum 20. Mal die
Flucht aus dem Gefängnis gelungen
ist. Wie die Polizei am Wochenende
mitteilte, hatte er die Gitterstäbe an
seinem Zellenfenster durchgesägt
und war in der Nacht zum Samstag
mithilfe von Strickleitern in die Freiheit geklettert. Der Mann saß eine
siebenjährige Haftstrafe wegen bewaffneten Raubüberfalls ab. (dpa)
JAKARTA — Nach einem Erdrutsch in
Indonesien ist die Zahl der Toten auf
32 gestiegen. Die Erdmassen hatten
am Freitag ein Dorf auf der Insel Java
unter sich begraben. 76 Dorfbewohner wurden noch vermisst, wie die
Katastrophenschutzbehörde
des
südostasiatischen Landes gestern
mitteilte. Die Erdmassen verschütteten 105 Häuser und mehrere Autos.
Mehr als 2000 Helfer, darunter vor
allem Soldaten und Polizisten, suchten im Schlamm nach Überlebenden. Die Polizei habe Leichenspürhunde geschickt, um bei der Suche
nach Toten zu helfen. Mehr als 590
Menschen haben nach Behördenangaben durch den Erdrutsch ihre
Häuser verloren. Auslöser des Unglücks im Bezirk Banjarnegara waren tagelange heftige Regenfälle. Im
Jahr 2006 waren in der Region mindestens 90 Menschen gestorben, als
ein Erdrutsch ein Dorf unter sich begraben hatte. (dpa)
Wildtierverbot für Zirkusse
DEN HAAG — Zirkusse in den Nieder-
landen müssen künftig auf sämtliche Wildtiere verzichten. Ein entsprechendes Verbot sei vom Regierungskabinett beschlossen worden,
teilte das Wirtschaftsministerium
am Samstag mit. Das Verbot gilt ab
15. September 2015. Mehrere Länder
haben bereits solche Verbote verhängt, darunter Belgien, Großbritannien und Österreich. (dpa)
GEWONNEN?
ern: Die 22 Jahre alte Medizinstudentin aus Südafrika ist gestern in London zur Miss World
2014 gekürt worden. Sie setzte sich in dem
Schönheitswettbewerb gegen 120 Konkurren-
Euro-Jackpot
Ziehung vom 12. Dezember: 1, 8, 15, 19,
37, Eurozahlen: 7, 9
tinnen durch und übernahm die Krone von der
bisherigen Titelträgerin, Megan Young von den
Philippinen. Der Miss-World-Wettbewerb wurde zum 63. Mal ausgetragen. Die für Deutschland angetretene 17-jährige Zahnarzthelferin
LEUTE HEUTE
Egzonita Ala schaffte es nicht unter die ersten
25. Neben tadellosem Aussehen mussten die
Teilnehmerinnen in dem Wettbewerb auch mit
sozialem Engagement, Sportlichkeit und RedeFOTO: TOBY MELVILLE/REUTERS
talent punkten.
Nach „Miami Vice“ nun Tarantino
Glücksspirale
Endziffer(n): 7: 10 ¤, 78: 20 ¤, 132:
50 ¤, 0620: 500 ¤, 92571: 5000 ¤,
301907, 266336 : 100.000 ¤, 2252086,
8518142: monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Sex, Drogen und weißer
Anzug – damit ist USSchauspieler Don Johnson
bekannt geworden. Heute
wird er 65 – und raucht
nur noch E-Zigarette.
Tele-Bingo
Vier Ecken: B4, B7, B11, B15, I16, I17, I24,
I25, I26, N32, N33, N37, N38, N40, N41,
N43, G46, G47, G49, G52, G55, G59, O62,
O66, O68, O73, O74
Das Kreuz: I23, I27, O64, O67
Der Rahmen: B3, I19, I22, I30, N31, N34,
N36, G54, G56
Full House: B1, B2, B13, N39, N44, O61,
O69
VON FRIEDERIKE FRANTZ
NEW YORK — Die Krimiserie „Miami
Vice“ hat ihn zum Star gemacht:
Don Johnson war in den 80er-Jahren
der Inbegriff von Coolness. Nach
hinten gegelte Haare, weißer Anzug,
Pastellshirts und Loafer ohne Socken machte er zur Mode. Dabei benahm er sich, wie es sich für einen
Star gehört: Jede Menge Frauen, Drogen und ein bisschen Popmusik gehörten zu seinem Image. Heute
raucht er E-Zigarette und sagt, er habe den eigenen Ruhm überlebt. Heute wird Don Johnson 65 Jahre alt.
Eine Highschool-Lehrerin er-
Keno
Ziehung vom 13. Dezember: 1, 5, 14, 21,
23, 25, 26, 28, 30, 32, 37, 38, 39, 42, 44,
45, 54, 57, 64, 67
Zusatzlotterie Plus 5: 38834
Ziehung vom 14. Dezember: x, x, xx, xx,
xx, xx, xx, xx, xx, xx, xx, xx, xx, xx, xx,
xx, xx, xx, xx, xx, xx, xx, xx
Zusatzlotterie Plus 5: XXXXX
Alle Angaben ohne Gewähr
kannte Johnsons schauspielerisches
Talent und verhalf ihm zu einem
Universitätsstipendium. Theaterstücke und Fernsehfilme waren der
Beginn seiner Karriere, aber Drogen
und Alkohol machten ihn zu unzuverlässig für größere Engagements.
„Ich habe getrunken, Gras geraucht,
Kokain genommen“, sagte er später.
Sein „Lebensretter“ sei 1982 sein
Sohn Jesse gewesen. Als der verkaterte Vater nach einem von vielen
durchzechten Wochenenden heimkehrte, habe ihm der entsetzte Blick
in den Augen des neun Monate alten
Jungen klar gemacht, dass er sich ändern musste. Johnson ging in Therapie und wurde abstinent – vorübergehend.
Mit Miami Vice kam der schauspielerische Durchbruch. Als Polizist Sonny Crockett, der undercover
gegen Drogenbosse ermittelte, spielte Don Johnson sich in die Herzen eines weltweiten Publikums und gewann damit bereits nach der zweiten Staffel den Golden Globe. Getragen vom TV-Erfolg veröffentlichte
er 1986 und 1989 zwei Pop-Alben
und startete damit einen kurzen Abstecher in eine Musikkarriere.
In den 90er-Jahren konnte er seinen Fernseherfolg mit der Hauptrolle als „Nash Bridges“ in der gleichnamigen Serie wiederholen. Gleichzeitig kam die Sucht zurück. „Ich muss-
Don Johnson
Schauspieler
FOTO: DAVID MAUNG/DPA/ARCHIV
te mich wieder ein paar Jahre mit
Drogen, Alkohol und gescheiterten
Beziehungen quälen“, sagt Johnson.
Ebenso bekannt wie seine Serienerfolge sind seine Erfolge bei Frauen.
Als er 22 Jahre alt war, lernte er die
damals 14-jährige Melanie Griffith
kennen, zwei Jahre später lebten sie
zusammen, weitere drei Jahre später
heirateten sie und trennten sich
wieder. Mit der erneuten Hochzeit
1989 schien ihre Liebesgeschichte
ein Happy-End zu nehmen, die Ehe
hielt zwar nur bis 1996, brachte aber
die gemeinsame Tochter Dakota
hervor.
Seit 1999 scheint Johnson mit
Ehefrau Kelley Phleger und den drei
gemeinsamen Kindern endgültig
das große Glück gefunden zu haben.
In den „Nash-Bridges“-Jahren habe
er Autos, Boote und Flugzeuge besessen, trotzdem habe er sich gefragt: „Warum bin ich so unglücklich?“, sagte Johnson. „Ich habe mich
massiv gewandelt.“
Zwischen seinen großen Serienerfolgen wurde es immer wieder
sehr ruhig um den Serienstar. Johnson erklärt das damit, dass er sehr
wählerisch sei. So richtig den Anschluss verloren hat er trotzdem
nicht. Zuletzt war er unter anderem
in Quentin Tarantinos „Django Unchained“ zu sehen, in diesem Jahr
spielte er in dem Kinofilm „Die
Schadenfreundinnen“ mit und übernahm einen Part in der neuen Serie
„From Dusk Till Dawn“. (dpa)
Charley Ann Schmutzler (21),
Sängerin und Schauspielerin, hat
bei der Fernsehshow „The Voice of
Germany“ den Sieg geholt. Die Zuschauer stimmten
am späten Freitagabend klar für die
blonde Berlinerin.
Sie setzte sich mit
ihrem Song „Blue
Heart“ gegen drei
Konkurrenten
durch. Die Siegerin
ist die Tochter der Schauspielerin
Claudia Schmutzler. Michi Beck
und Smudo von den Fantastischen
Vier hatten die Berlinerin in der Sendung als Coaches betreut. (dpa)
FOTO: JÖRG CARSTENSEN/DPA
Rolene Strauss (vorn, 2. von rechts) lässt sich fei-
Lotto am Samstag
5, 8, 12, 18, 26, 43
Superzahl: 6
Spiel 77: 4896103
Super 6: 828279
Prinz George (1), Nummer drei in
der britischen Thronfolge, ist zum
Gegenstand einer Art Weihnachtsfrieden zwischen dem Königshaus
und der Presse geworden. Weil die
Verlage in den vergangenen Wochen
auf Paparazzi-Fotos
des kleinen Prinzen
verzichtet hatten,
bekamen sie gestern von Georges
Eltern William und Kate ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: drei
Bilder des 17 Monate alten Söhnchens. Die im November im Hof des
Londoner Kensington-Palastes aufgenommenen Fotos zeigen George
„very british“ – mit Kniestrümpfen,
Pullunder und kurzen Hosen. (dpa)
FOTO: HO/DPA
Gewinnzahlen
Karte: Westermann Schulbuchverlag
DAS WETTER AM MONTAG
6
8
7
1
Hoyerswerda
1
1
Riesa
Leipzig
Görlitz
7
Rochlitz
1
Mittweida
Dresden
Bautzen
Freiberg
5
Chemnitz
5
0
Glauchau
Marienberg
Zwickau
Annaberg-Buchholz
Auerbach
Aue
Plauen
Klingenthal
Fichtelberg
1215 Meter
2
25
Wind in km/h
15.12.2014
In milder Luft trocken
Heute: Heute kann sich die Sonne
nur mancherorts gegen Wolken längere Zeit durchsetzen. Dabei bleibt es
überwiegend trocken, und die Temperaturen klettern am Tage auf 5 bis
8 Grad. Nachts sinken die Werte
dann auf 0 bis 3 Grad. Dazu kommen
mehr Wolken auf, die örtlich Regen
oder Schnee zurücklassen. Der Wind
weht mäßig aus südwestlichen Richtungen.
Oslo
Aussichten: Morgen gibt es nur stellenweise Sonnenschein. Mitunter ist
es stark bewölkt, aber meist trocken,
und die Temperaturen klettern am
Tage auf 4 Grad. Nachts sinken die
Werte auf minus 1 Grad. Der Wind
weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen.
Biowetter: Die aktuelle Witterung
verursacht beschleunigten Stoffwechsel und erhöhten Blutdruck.
Rheumatische und asthmatische Beschwerden, Gelenk-, Glieder-, Muskel- und Narbenschmerzen treten
verstärkt auf.
Dublin
Helsinki
Stockholm
Kopenhagen
London
Berlin
Warschau
Prag
Paris
Basel
Wien
Budapest
Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Mondaufgang:
Monduntergang:
08:04 Uhr
16:03 Uhr
00:27 Uhr
12:30 Uhr
Biarritz
Lissabon
Bukarest
Madrid
Rom
Tunis
Kanarische Inseln
Istanbul
Athen
Algier
Rostock
Hamburg
Berlin
Vorschau für Chemnitz
Di
4
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wolkig
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4
Höchstwerte in °C
Tiefstwerte in °C
Niederschlagsdauer in h
Sonnenscheindauer in h
SchneeRegenNebel
Regen
stark
Schneeschauer
schauer
bewölkt
regenbedeckt
SprühGewitter schauer SchneeSchnee
regen
regen
Temperaturen gestern 12 Uhr:
Aue
4 Grad
Berlin
4 Grad
Carlsfeld
4 Grad
Chemnitz
3 Grad
Dresden
4 Grad
Fichtelberg
2 Grad
Gera
2 Grad
Görlitz
4 Grad
Leipzig
3 Grad
Plauen
4 Grad
Zinnwald
4 Grad
-15°C
-10°C
-5°C
0°C
5°C
Wetterlage: Sturmtief Doris wandert von Island langsam ostwärts nach Norwegen und schwächt sich leicht ab. Die Ausläufer des Tiefs erfassen auch das
nördliche Mitteleuropa. Ausläufer von Tief Charlotte sorgen im Alpenbereich für etwas Regen oder Schnee, am westlichen Mittelmeer für Gewitter.
Köln
Chemnitz
Frankfurt
Nürnberg
München
10°C
15°C
20°C
25°C
30°C
35°C
Temperaturangaben bilden die Höchst- und Tiefstwerte des 24-Stunden-Tages ab.
Reisewetter heute
16°
Athen
19°
Antalya
13°
Barcelona
8°
Budapest
12°
Istanbul
21°
Kairo
8°
Kopenhagen
16°
Lissabon
8°
London
heiter
sonnig
Regen
stark bewölkt
heiter
heiter
Regen
sonnig
wolkig
Moskau
Nizza
Palma d. M.
Paris
Prag
Rom
Stockholm
Tunis
Varna
Wien
0°
16°
15°
7°
9°
15°
5°
19°
10°
7°
wolkig
Regen
bedeckt
bedeckt
bedeckt
stark bewölkt
Regen
heiter
heiter
stark bewölkt
OBERES VOGTLAND
Freie Presse
Montag, 15. Dezember 2014
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
GABRIELE
SKROBANSKI
03741 408-15146
red.ovl@freiepresse.de
Seite 9
Nico Müller
singt Lieder
zur Weihnacht
MOMENT MAL
Abschieds-Träne
Namen sind Schall und Rauch. Da
trat einst bei „Wetten, dass?“ eine
Pop-Ikone namens Kylie Minogue
auf. Ich kannte sie ebenso wenig wie
sie mich. Als der hochhackige Star
auf der Bühne stolperte und stürzte,
witzelte Thomas Gottschalk spontan: „Dass ich das noch erleben darf:
Kylie Minogue liegt mir zu Füßen.“
Dann half er der Gestrauchelten
wieder empor. Seit diesem
Zwischenfall weiß ich, wer Kylie
Minogue ist. Unterhaltung aus
Down Under. Fernsehen bildet eben
doch. Nicht immer, aber von Fall zu
Fall. Und deshalb schicke ich
„Wetten, dass?“ eine Abschiedsträne nach. (ach)
Im oberen Vogtland wurde am Wochenende der Reigen der Weihnachtsmärkte fortgesetzt. In Klingenthal lockte der traditionelle
Bornkinnelmarkt viele Besucher an
(unten rechts). Einer der Höhepunkte war der überraschende
Kurzauftritt des bekannten Sängers
Nico Müller (oben). Obwohl sein
Terminkalender eng gefüllt ist,
nutzt er jede Gelegenheit und
nimmt sich die Zeit, um in seine
Heimatstadt zu kommen. Bereichert wurde der Bornkinnelmarkt
unter anderem auch durch die musikalischen Programme der Kindergärten der Stadt, der Harmonikagruppe Vogtland, des Posaunenchores und der Musikschule. Umlagert
war der Weihnachtsmann und begrüßt wurden Gäste aus der italienischen Partnerstadt Castelfidardo.
Zum Auftakt des Weihnachtsspektakels in Adorf griffen Bürgermeister Rico Schmidt und Bäckergeselle
Alexander Eisenbuchner zum Messer und schnitten den knapp zwei
Meter langen Stollen an. Über den
Erlös von rund 100 Euro kann sich
der Förderverein der Zentralschule
freuen. Natürlich schaute der Weihnachtsmann auch in Adorf vorbei
und hatte für die Kleinsten Überraschungen im Sack (unten links).
In der Hellgasse konnten Kinder,
im Foto unten Mitte Tabea Jacob
und Natalie Seidel, Lebkuchen baFOTOS: ECKHARD SOMMER
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3575691-10-1
NACHRICHTEN
FEUE RWE HR
Auto fängt bei
Probefahrt Feuer
OELSNITZ — Samstagmorgen hat auf
der Theumaer Straße in Oelsnitz ein
Peugeot Feuer gefangen. Ein Mitarbeiter einer Werkstatt war mit dem
Auto zu einer Probefahrt unterwegs,
als plötzlich der Motor ausging. Der
58-Jährige ließ das Auto ausrollen
und bemerkte, dass aus dem Motorraum Rauch aufstieg. Er öffnete die
Motorhaube und ihm schlugen
Flammen entgegen. Die Feuerwehr
Oelsnitz löschte das Feuer. Der
Mann blieb unverletzt, es entstand
ein Schaden von 4000 Euro. (gsi)
GRUNDSCHULE
Sanierung: Planung
kostet mehr Geld
Drogenkonsum und die Folgen:
Prävention braucht neue Wege
Zur Suchtgefahr sollte
schon in der Grundschule
aufgeklärt werden,
fordert der Klingenthaler
Bürgermeister.
VON THORALD MEISEL
OELSNITZ — 30.000 Euro zusätzlich
hat der Oelsnitzer Stadtrat für die
weitere Planung zur Sanierung der
Grundschule am Karl-Marx-Platz
freigegeben. Die muss die Stadt
schnellstmöglich anschieben, um
einen Antrag auf Fördermittel stellen zu können. 80 Prozent der Kosten von mehr als einer Million Euro
könnte Oelsnitz aus dem Programm
„Städtebaulicher Denkmalschutz“
erhalten. In der Grundschule sollen
in den kommenden zwei Jahren unter anderem gravierende Brandschutz-Mängel behoben und die Sanitäranlagen gebaut werden. (aheb)
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Die
Drogenprävention müsse direkt in den
Lehrplan aufgenommen werden,
und das schon in den Grundschulen, nicht erst in den Mittelschulen.
Das forderte Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) auf
der von der Euregio Egrensis
in Plauen veranstalteten DrogenFachtagung „Neue Wege in der
Präventionsarbeit“. Dazu werde aber
auch entsprechendes Fachpersonal
benötigt. „Machen wir das nicht,
brauchen wir in absehbarer Zeit in
Größenordnung Pflegeeinrichtun-
gen, die entsprechende finanzielle
Belastungen nach sich ziehen“, zeigte sich Hennig überzeugt.
Unterstützt wird diese Forderung
auch von Šárka Benešova, zuständig
für die Präventionsarbeit im Karlsbader Kreis. Nach ihren Worten ist
es heute Normalität, dass schon Sieben- bis Neuenjährige erstmals in
Kontakt mit Drogen kommen. Das
Problem auf tschechischer Seite sei,
dass es dazu an Geld und Fachleuten
fehle. Die Schulen müssen Präventionsprojekte selbst beantragen und
finanzieren. Im Ergebnis gab es seit
2013 im Karlsbader Kreis keine solchen Projekte mehr.
Auch auf deutscher Seite gibt es
nach den Worten von Dorit Ullmann vom Diakonischen Kompetenzzentrum für Suchtfragen Oelsnitz/Plauen noch keine flächendeckende und kontinuierliche Präventionsarbeit an den Schulen. „Die Beratungslehrer, die die Aufgabe nebenher bewältigen müssen, sind
durch die Spezifik der Anforderungen oft überfordert“, ist ihre Einschätzung. Zu den Präventionsangeboten des Kompetenzzentrums für
Schulen gehören beispielsweise die
sogenannte Suchtrallye und eine
Multiplikatorenschulung für Lehrer
und Sozialpädagogen.
„Die Entwicklung
ist dramatisch.“
Dr. Lothar Franz Facharzt aus Rehau
Zweigeteilt ist auf tschechischer Seite der Drogenmarkt nach den Erfahrungen von Dr. Lothar Franz, Ärztlicher Direktor der Bezirksklinik
Rehau. Nur zwei Kilometer von der
tschechischen Grenze entfernt gibt
es Pervitin für tschechische Kunden
und das stärkere Crystal Speed für
Deutsche.
A 72: Schild
kommt erst
später
Die Tagung in Plauen war die
dritte zur Drogenproblematik nach
Asch/Aš und Rehau. „Seit unserem
Treffen in Rehau hat sich erneut viel
getan, sagte er. So seien viele Crystal-Patienten auf neue Drogen umgestiegen, so auf diverse Kräutermischungen. Die sind schwer nachweisbar und kaum zu behandeln.
„Zudem haben wir inzwischen auch
Fälle, in denen Crystal und Marihuana gemeinsam genommen werden.“
In Zusammenarbeit mit der
Dienststelle für Drogenprävention
der Polizei in Hof hatte Dr. Franz
kürzlich deutsche und tschechische
Schulklassen mit ihren Lehrern zu
einen Treffen mit Mitgliedern der
Drogen-Selbsthilfegruppe in die Rehauer Klinik eingeladen. „Das war
unheimlich emotional. Ich bin mir
sicher, dieser direkte Kontakt mit
Drogenopfern hat auch den Schülern etwas gebracht“, machte der
Mediziner deutlich.
» www.suchtberatung-vogtland.de
Markneukirchen lässt
Werbetafel vorerst ruhen
MARKNEUKIRCHEN — Die Stadt Mark-
neukirchen lässt ihre genehmigte
braune Werbetafel für die Autobahn
A 72 vorerst nicht gestalten. Die Aktion ruhe vorerst, sagte jetzt Bürgermeister Andreas Jacob (CDU).
Grund ist die Entwicklung beim Akkordeonbauer Harmona. Geschäftsführer Andreas Schertel hatte zuletzt angekündigt, nicht wie erst geplant komplett von Klingenthal
nach Markneukirchen umzuziehen,
sondern weiter auch in Klingenthal
bleiben und produzieren zu wollen.
Diese Aussage hat schon für Verwirrung gesorgt. Denn auf dem Schild
ist neben anderen Instrumenten
auch ein Akkordeon über dem Wort
Markneukirchen zu sehen. Die Stadt
will jetzt erst die Entwicklung bei
Harmona abwarten, sagte Jacob. Im
Haushalt 2015 sind nach seinen
Worten 5000 Euro für die Tafel eingeplant. (hagr)
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10 Freie Presse
OBERES VOGTLAND
Montag, 15. Dezember 2014
Modellbahnen
ziehen
Besucher an
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110, Feuerwehr und Rettungsdienst 112, Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Adorf, Bad Brambach, Bad Elster,
Markneukirchen, Klingenthal, Oelsnitz, Schöneck, Muldenhammer:
19 - 7 Uhr, Bereitschaft, 116117,
03741457222
Die fantastische Welt der Modell-
eisenbahn lockte am Wochenende
zahlreiche große und kleine Besucher in die sehenswerte Ausstellung
des Obervogtländischen Modelleisenbahnclubs nach Adorf. Den ganzen Tag über bestaunten interessierte Besucher die wunderschönen
verschiedenen Anlagen im Vereinsdomizil, dem ehemaligen Kaufhaus
am oberen Markt in Adorf. Mit tollen Attraktionen, wie zum Beispiel
fahrenden Modellautos, einer Seilbahn und einem belebten Rummelplatz oder auch eine für Kinder
selbst zu bedienenden Kleinstanlage mit Winterlandschaft in einem
Fernsehergehäuse, ist die Ausstellung seit Jahren zum Besuchermagnet geworden. Auf mehr als
250 Quadratmeter Ausstellungsfläche können die Besucher auf zwei
Etagen vieles entdecken. Im Zentrum der Schau stehen die großen
Anlagen der Vereinsmitglieder.
Noch einmal geöffnet ist die Modellbahnschau am 31. Januar und
1. Februar sowie am 7. und 8. Februar jeweils von 9.30 Uhr bis 17.30
FOTO: STEFFEN ADLER
Uhr.
KINDERARZT
Oberes Vogtland: 19 - 22 Uhr, Sprechstunde 19 - 22 Uhr, FÄ Ramune Kaiser-Mykolaitiene, Klosterstraße 7,
Plauen, 037413836555, 03741457222
APOTHEKEN
Klingenthal, Schöneck, Tannenbergsthal: 8 - 8 Uhr, Bären-Apotheke, Klingenthaler Straße 25, Tannenbergsthal, 0374652277
Oelsnitz und Oberland: 8 - 8 Uhr, Alte
Stadtapotheke, Schützenstraße 2,
Adorf, 0374235740
Plauen: 8 - 8 Uhr, Johannes-Apotheke,
Bahnhofstraße 18, Plauen,
03741223335
TIERARZT
Adorf/Klingenthal: TA Matthias
Schneider, nur Kleintiere,
03746725927, 0374232298
Kottengrün: Dr. Bernd Scheinert,
01728470657
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland Dr.
Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744212471
WIR GRATULIEREN
Adorf: Peter Rösch 72 Jahre, Klingenthal: Gertha Zoglauer 90, Hans Saueressig 87, Elfriede Brunner 80, Werner Sittig 77, Hartmut Geilert 70 Jahre, Markneukirchen: Bernd Illig
72 Jahre, Manfred Meyer 78 Jahre,
Edeltraud Zwillich 72 Jahre, Oelsnitz:
Manfred Hermann 75, Brunhilde
Jäckel 73, Siegfried Pichler 82, Heinz
Schuster 83, Klaus Zinnert 74 Jahre,
Bad Brambach: Josef Undesser
80 Jahre, Breitenfeld: Maria Schmidt
77 Jahre, Eichigt: Monika Lenk
70 Jahre, Hammerbrücke: Klaus
Schetelich 78 Jahre, Pabstleithen:
Irmgard Apelt 77 Jahre, Taltitz: Henni
Trillitzsch 79 Jahre, Triebel: Ingrid
Taubert 79 Jahre, Zwota: Elfriede
Braungart 78 Jahre, Isolde Müller
74 Jahre, Ria Hähnel 73 Jahre.
Gefesselt im Altersheim-Bett
Viele alte Menschen bekommen Bettgitter, Gurte
für den Rollstuhl und Gurte fürs Bett. Die vogtländischen Amtsgerichte lehnen
Anträge auf solche freiheitsentziehenden Maßnahmen zunehmend ab.
VON MANUELA MÜLLER
— Annerose
hieß sie. Bis sie 84 war, kam sie allein
zurecht in ihrer Wohnung, trotz Demenz. Dann stürzte sie und brach
sich den Oberschenkelhals, die Ärzte mussten operieren. Annerose
kam ins Altenheim. Ihre Pflegerinnen hatten Angst, dass sie aus dem
Bett stürzen würde. Also kam das
Gitter an ihr Bett. Für Menschen wie
sie ein unüberwindbares Gefängnis.
OELSNITZ/KLINGENTHAL
OBERES VOGTLAND
Vogtland
Rainer Räch, Regionalleiter,
Telefon: 03741 408-15140
Ulrich Riedel, Telefon: 03741 408-15158
Uwe Selbmann, Telefon: 03741 408-15157
Redaktion Oelsnitz
08606 Oelsnitz, Wallstraße 1
Telefon: 037421 560-15441
Telefax: 0371 656-17544
Red.OVL@freiepresse.de
Redaktion Klingenthal
08248 Klingenthal, Untere Marktstraße 1a
Telefon: 037467 598-15340
Telefax: 0371 656-17534
Leser-Obmann
Reinhard Oldeweme
Telefon: 0371 656-65666
Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr
leser-obmann@freiepresse.de
Geschäftsstelle Oelsnitz
08606 Oelsnitz, Wallstraße 1
Anzeigen, Anzeigenberatung,
Abonnements, Leserreisen, Bücher
Telefon: 037421 560-0
Telefax: 0371 656-17540
Geschäftsstelle Klingenthal
08248 Klingenthal, Untere Marktstraße 1a
Telefon: 037467 598-0
Telefax: 0371 656-17530
Verlagsbezirksleiter
Stefan Seidel, Telefon: 03741 408-15000
Stefan.Seidel@freiepresse.de
Anzeigenverkaufsleiterin
Nadien Riedel, Telefon: 03741 408-15050
Nadien.Riedel@freiepresse.de
Geschäftsstellenleiterin
Silvia Fischer, Telefon: 03741 408-15100
Silvia.Fischer@freiepresse.de
SERVICE-TELEFON
0800 80 80 123
kostenfrei
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr
SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme
Abo-Service | Ticket-Service
„60 Prozent der
Anträge lehnen
wir ab.“
Regina Tolksdorf Richterin
Die 84-Jährige ist einer von knapp
550 alten Menschen in Heimen und
Krankenhäusern, für den die Amtsgerichte in Plauen und Auerbach
vergangenes Jahr freiheitsentziehende Maßnahmen genehmigen
Endstation Pflegebett. Gitter und Gurte nach Angaben von Experten gängige
FOTO: JENS KALAENE/DPA
Praxis in vielen Seniorenheimen.
sollten: Gitter und Gurte fürs Bett,
die Feststellbremse und Gurte für
den Rollstuhl. Das soll verhindern,
dass sich die Menschen verletzen.
Die Anträge kommen von Betreuern, die Empfehlungen von den Pflegern, der Attest von den Ärzten. Begründung: Demenz, Unruhe, Sturzgefahr. Weil Gitter und Gurte die
Freiheitsrechte beschneiden, müssen die Gerichte dem zustimmen.
Richter besuchen die Betroffenen in
ihren Heimen und entscheiden. Damit tun sie sich zunehmend schwerer. „60 Prozent der Anträge lehnen
wir ab. Man macht sich mehr Gedanken über Lebensqualität“, sagt
Regina Tolksdorf, Direktorin des
Amtsgerichts Plauen.
Bundesweit sei es lange gängige
Praxis gewesen, dass die Anträge genehmigt wurden – beinahe automatisch. „Die Bettgitter sind standardmäßig hochgefahren worden. Wir
haben gedacht, das ist das Beste“,
sagt Elmar Müller, Betreuungsrichter am Amtsgericht Zwickau. Wie
im Vogtland zweifeln auch im Zwickau die zuständigen Richter an der
Praxis. Den Anstoß gibt ein Richter
aus Garmisch-Partenkirchen, der zusammen mit dem Chef einer Betreuungsbehörde ein neues Modell entwickelt hat. Danach steht nicht
mehr das Sicherheitsdenken der Angehörigen und Pfleger im Fokus,
sondern der Betroffene.
Am Freitag haben die vogtländischen Amtsgerichte über diesen
„Werdenfelser Weg“ informiert.
Rund 200 Heimleiter und Betreuer,
Richter und Behördenmitarbeiter
saßen bei der Veranstaltung im Haus
Vogtland in Plauen. Es ging um Alternativen zu Bettgitter und Gurt,
denn ein Großteil könne vermieden
werden, so Tolksdorf. Sie spricht von
niedrigeren Betten mit Matratzen,
die zum Schutz davor liegen, und
von Sensoren-Bettvorlegern, die
Alarm schlagen, wenn der Demenzpatient nachts aufsteht. „Die Menschen verlieren den Lebensmut und
werden apathisch, wenn sie ans Bett
gefesselt werden“, sagt sie. Immer
wieder gebe es Fälle, in denen sich
Senioren mit dem Fixiergurt strangulierten. 30 Fälle seien bundesweit
pro Jahr. Die Dunkelziffer schätzten
Experten aufs Zehnfache.
Es sei gängige Praxis, dass die Gitter ans Bett kommen, während der
Antrag darauf im Gericht noch läuft.
Bei der 84-jährigen Annerose musste das Gitter wieder weg. Regina
Tolksdorf, die selbst Betreuungsrichterin ist, hat den Antrag abgelehnt.
Stattdessen bekam die betagte Frau
ein niedriges Bett, schlief also nur 30
Zentimeter über dem Boden mit einer Matratze davor. „Die Frau war
taff und ihr Leben lang aktiv. Sie hat
sich eingegrenzt gefühlt“, sagt die
Richterin. Sie will, dass der Fall im
Vogtland Schule macht. Dabei sprechen die Zahlen des Zwickauer Betreuungsrichters Elmar Müller für
sich. 2012 gab es dort 364 Anträge
auf freiheitsentziehende Maßnahmen in der Pflege, 2014 waren es bis
Anfang Dezember 88. „Das ist phänomenal.“ Bei den Fällen, die übrig
blieben, handele es sich vor allem
um vorübergehende Verwirrtheit
bei Krankenhauspatienten.
ANTRÄGE AUF FREIHEITSENTZIEHENDE
MAßNAHMEN Amtsgerichtsbezirk Plauen
2012: 151 Anträge 2013: 150 Anträge.
Amtsgerichtsbezirk Auerbach 2012: 320
Anträge 2013: 399 Anträge (inklusive Krankenhaus für Psychiatrie).
„Für den Rest des Lebens“
Sebastian Kirsch,
promovierter Richter aus GarmischPartenkirchen, hat
die Initiative angestoßen. Manuela
Müller sprach mit
ihm, warum.
FOTO: PRIVAT
AUGENARZT
Oberes Vogtland, Plauen, Auerbach:
19 - 7 Uhr, DM Angelika Dorer, Rodewisch, 0374448611, 016095379360,
03741 457222
Wie kamen Sie auf die Idee, an den
Bettgittern und Gurten für betagte
Menschen zu zweifeln?
Ich war Betreuungsrichter und habe
mich interessehalber in eine Fachtagung des Gesundheitsministeriums
gesetzt. Dort erfuhr ich von den
schweren Schäden, sogar von Todesfällen, die diese Sicherheitsmaßnahmen verursachen können. Das war
mir als Betreuungsrichter nicht bewusst gewesen.
Von welchen Schäden sprechen
Sie?
Pflegewissenschaftler sagen seit vielen Jahren schon, dass die Gitter und
Gurte keine Lösung sind. In der Regel
bleiben die Menschen 10, 15 Stunden
am Tag festgeschnallt. Es kommt zu
Lungenentzündungen, zum Muskelabbau, zu Liegegeschwüren. Die Maßnahmen produzieren eine Vielzahl
von Erkrankungen. In Extremfällen
führt das bis zum Strangulieren.
Darüber haben Sie als Betreuungsrichter mitentschieden.
Das war ein Preis, der mir nicht bekannt war. 95 Prozent der Anträge
auf freiheitsentziehende Maßnahmen
sind über Jahre hinweg von den Gerichten genehmigt worden. Einer hat
den Antrag gestellt, und alle haben
mitgemacht. Eine Entscheidung für
den Rest des Lebens. Bundesweit
geht man von 250.000 bis 400.000
Betroffenen aus.
„Nazis raus“-Rufe vor dem Theumaer Landhotel
Braune Umtriebe schaden
der Region und ihrem Ruf.
Vogtländer protestierten
deshalb am Samstag gegen
ein Treffen der rechten
Szene in Theuma.
THEUMA — Rund 50 Teilnehmer aus
Theuma und Umgebung sind dem
Aufruf des Aktionsbündnisses Vogtland gegen Rechts zu einer Kundgebung vor dem Theumaer Landhotel
„Zum Anker“ und einem Friedensgebet in der Kirche Theuma gefolgt.
Sie fürchten um den Ruf der Gemeinde und der Region, die am
Samstag zum wiederholten Mal
Treff für rechtsextreme und reaktionäre Kräfte war.
Mit Plakaten, Trillerpfeifen und „Nazis raus“-Rufen protestierten 50 Vogtländer dagegen, dass das Theumaer Landhotel „Zum Anker“ regelmäßiger Treffpunkt rechtsextremistischer und reaktionärer Kräfte wird.
FOTO: ELLEN LIEBNER
Die reisten offenbar aus allen Teilen
Deutschlands an: Unmittelbar vor
dem Lokal parkten mehrere Fahrzeuge mit auswärtigen (DLG, UN,
BLK), aber auch Kennzeichen der Region– vom Erzgebirge über das Vogtland bis zum Saale-Orla-Kreis.
„Bunt statt Braun“ und „Mit Zivilcourage für Vielfalt und Toleranz“
war auf Transparenten der Demonstranten zu lesen, zu denen auch Vertreter des Gemeinderates und jüngere Theumaer gehörten. Einige Einwohner blieben nur Zaungäste.
Nach der Begrüßung durch Pfarrer
Hans-Jörg Rummel ergriff Gerhard
Liebscher das Wort. Der Einwohner
und Vosla-Geschäftsführer erinnerte, dass sein Unternehmen international agiert: „Wir können es uns gar
nicht leisten, andere Menschen zu
verachten, nur weil sie Ausländer
sind, anders denken oder sich anderen Religionen zugehörig fühlen.
Wir brauchen Mitarbeiter, die offen
und frei von Vorurteilen in die Welt
gehen, um unsere Produkte zu vermarkten.“ Die bekomme man aber
nicht, wenn sich Ausländerhass und
Fremdenfeindlichkeit verbreiten.
Weiterer Redner war Erik Wolf vom
DGB Südwestsachsen. Während der
Kundgebung erschien ein Teilnehmer des NPD-Treffens in Militäruniform des Deutschen Kaiserreichs
und mit Pickelhaube auf der Treppe
des Lokals und beschimpfte die Demonstranten, in dem er ihnen unter
anderem zurief: „Früher wärt ihr alle
ins Gefängnis gekommen.“ Die Demokratie heute hält dagegen Leute
wie ihn aus – und sperrt sie nicht
weg. (oert/us)
OBERES VOGTLAND
Montag, 15. Dezember 2014
NACHRICHT
FAHRPLANWECHS EL
Vogtlandbahn stellt
neue Züge in Dienst
Vogtlandbahn hat mit dem Fahrplanwechsel gestern sechs weitere modernisierte Regio-Shuttle in Dienst
gestellt. Die Fahrzeuge sind klimatisiert und mit Videoüberwachung
ausgestattet. Stufenloser Einstieg ermöglicht einen leichten Zugang. Zudem steht eine barrierefrei erreichbare Toilette zur Verfügung. Ein
Mehrzweckbereich bietet Platz für
Kinderwagen, Fahrräder und Gepäck. Zu den Neuheiten im Fahrplan
gehört, dass auf der Linie VL 4 der
Elstertalbahn die bislang zwischen
Gera-Hauptbahnhof und Weischlitz
verkehrenden Züge über Weischlitz
hinaus bis nach Bad Brambach und
Cheb verlängert sind. Die Heilbäder
Bad Elster, Bad Brambach und Franzensbad sind somit von Ostthüringen aus umsteigefrei erreichbar. Alle
Fahrpläne sind im Internet zu fin» www. vogtlandbahn.de
den. (us)
Freie Presse
Gymnasiasten und Grundschüler
begeistern in der Rundkirche
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Die
SITZUNG
Gemeinderat spricht
über Baumfällungen
BÖSENBRUNN — Um Baumfällungen
in Burkhardtsgrün geht es in der
Sitzung des Gemeinderates Bösenbrunn heute Abend. Beginn ist 19
Uhr im Bürgerhaus Schönbrunn.
Die Bäume sollen für den grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt ab
Frühjahr 2015 weichen. Außerdem
wird ein Termin für die Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr festgelegt.
Amtsinhaber Jürgen Reichelt (65,
parteilos) tritt nicht mehr an. (hagr)
KURZ GEMELDET
Hexe Baba Jaga ausverkauft
BAD ELSTER — Die Märchenkomödie
„Die Hexe Baba Jaga“ am Samstag,
20. Dezember im König-Albert-Theater Bad Elster ist ausverkauft. Das
hat die Chursächsische Veranstaltungsgesellschaft mitgeteilt. (hagr)
Morgen Kraftwerksführung
BAD ELSTER — Zum letzten Mal in diesem Jahr lädt der Versorger Eins
morgen zur Führung durch das
Fernheizwerk Bad Elster. Treffpunkt
ist 14 Uhr am Werkstor an der Forststraße. Der Eintritt ist frei, Teilnahme ab zwölf Jahren möglich. (hagr)
Da blieb kaum ein Auge
trocken und sorgte bei den
Besuchern für ein Gänsehaut-Gefühl: Rund 100
Klingenthaler Schüler haben am Freitagabend mit
ihrem Weihnachtskonzert
die Zuhörer in der Rundkirche Zum Friedefürsten
bestens unterhalten.
Verdi-Büro zieht um
PLAUEN — Die Geschäftsstelle der Ge-
werkschaft Verdi befindet sich ab
heute an der Gottschaldstrasse 1a in
Plauen. Die nächste Sprechstunde
ist am Donnerstag. (bju)
Christen starten morgen –
Übergabe am Samstag
rung des Malteser Hilfsdienstes und
der katholischen Herz-Jesu-Pfarrei
Plauen werden in diesem Jahr zum
18. Mal Kinder aus christlichen Gemeinden aufbrechen, um das
Friedenlicht aus der Geburtsgrotte
des in Bethlehem geborenen Gottessohnes Jesus Christus zu holen. Auf
die Reise gehen diesmal aus dem
Vogtland mit vielen Begleitern
Arthur Tischendorf aus der evangelischen Gemeinde und Simon Roth
aus der katholischen Gemeinde.
Sie starten morgen. Einer guten
Tradition folgend, werden die Kinder in ökumenischer Eintracht das
Licht dann nach Plauen bringen. Es
soll am Samstag, 18 Uhr auf dem
Weihnachtsmarkt übergeben werden. (bju)
KLINGENTHAL — Wer auf den letzten
VERKEHRSBEHINDERUNGEN
Schüler des Gymnasiums und der Grundschule Klingenthal haben am Freitag mit ihrem Weihnachtskonzert die BesuFOTO: ECKHARD SOMMER
cher in der vollbesetzten Rundkirche Zum Friedefürsten begeistert.
Bäume werden an
der Straße gefällt
sechs Sprachen – Englisch, Latein,
Französisch Spanisch, Suaheli und
natürlich Deutsch – die bekommt
man in einem Konzert nicht jeden
Tag zu hören. Angesagt wurden sie
von Anna Lischka, Laura Seifert und
Tom Röder. Dass sich die Mühe und
der Fleiß gelohnt haben, war am
Freitag in der Rundkirche zu hören.
Erstaunlich, wie viele musische Talente in Klingenthal schlummern.
Was aus ihnen werden kann bei ein
wenig Glück, mit Ehrgeiz und Beharrlichkeit, beweist der Adoro-Sänger Nico Müller, am tags darauf
LAUTERBACH — Baumfällarbeiten
werden ab heute bis Mittwoch in
Lauterbach durchgeführt, teilte die
Stadtverwaltung Oelsnitz mit. Die
Baumschnitt- und Baumfällarbeiten
finden an der kommunalen Straße
Am Kindergarten in Lauterbach
statt. Die Arbeiten werden als Wander- und Tagesbaustelle jeweils in
der Zeit von 8 bis 16 Uhr durchgeführt. Zeitweise wird es für die Kraftfahrer deshalb zu Verkehrsbehinderungen in dem Bereich kommen. Eine Verkehrsbeschilderung ist ausgewiesen. (gsi)
beim Bornkinnelmarkt mit einem
überraschenden Kurzauftritt begeisterte.
„Guten Abend, schön Abend“ –
damit begann der Chor der Grundschule und des Gymnasiums gemeinsam das zweistündige Konzert
nicht nur, es war auch sein Motto.
Als rund 100 Schüler dieses besinnliche Lied anstimmten, kribbelte es
zum ersten Mal den Rücken hinunter. Genauso wie bei „Im Schein der
Kerzen“, dem Welthit von José Feliciano „Feliz Navidad“ oder dem sakralen „Dona nobis pazem“. Dafür
gab es zu Recht viel viel Beifall. Das
Konzert war eine kollektive Bravourleistung und die Auftritte von
Solisten das Sahnehäubchen. Beispielsweise Lea und Sarah Fiedler
(Flöte), Maximilian Muck (Klavier),
Samuel Horn (Akkordeon), Max Gerisch (Mundharmonika) oder Merle
Baumgärtel, die auf der Flöte ganz
wunderbar „Green sleeves“ spielte.
Mit „We are the world“ endete das
mitreißende Konzert und von den
Schülern ließe sich das an diesem
Abend auch so deuten: Wir sind
Klingenthal.
Jubiläum: Kleintierzüchter organisieren 50. Schau
die aktive züchterische Betätigung,
bei der sich die Mitglieder zugleich
dem Tierschutz, der Tiergesundheit
und den optimalen Haltungsbedingungen verpflichtet fühlen. Besonders erfreut und dankbar ist Heinz
Ottiger auch über die hervorragende
Zusammenarbeit mit dem Agrarunternehmen Aproha. Seit vielen Jahren nutzt der Verein die Lagerhalle
des Landwirtschaftsbetriebes und
In der Aproha-Halle in
Altmannsgrün hat der
Verein Droßdorf/Juchhöh
am Wochenende 471 Tiere
gezeigt.
VON STEFFEN ADLER
Blick hinter die Kulissen
BAD ELSTER — In das Herzstück des
König-Albert-Theaters, die modernen Technikräume, können Besucher morgen, 16 Uhr blicken. Die
90-minütige Führung im 100 Jahre
alten Haus schließt die Publikumsräume ein und kostet 5 Euro. Anmeldung: Ruf 037437 53900. (hagr)
Kinder
holen das
Friedenslicht
PLAUEN/OELSNITZ — Unter Federfüh-
VON ECKHARD SOMMER
Drücker am Freitagabend in die
Klingenthaler Rundkirche kam,
weil er noch arbeiten oder fix etwas
besorgen musste, der hatte in der Tat
Mühe einen Platz zu finden. Bis hinauf in die Emporen drängten sich
die Besucher. Grund genug, denn
zwar heißt ein Weihnachtslied „Alle
Jahre wieder“, aber nur alle zwei
Jahre besteht die Gelegenheit, ein
gemeinsames Weihnachtskonzert
von Klingenthaler Schülern des
Gymnasiums und der Grundschule
zu erleben.
Unter der Leitung der Musiklehrerinnen Ines Schlosser, Heike
Hochmuth und Anette Glaß sowie
Kerstin Lange und Heike Meinel
hatten sich rund 100 junge Musiker
und Sänger seit Schuljahresbeginn
auf das vorweihnachtliche Konzert
vorbereitet, die Chöre in zwei eigens
dafür organisierten Chorlagern in
der Jugendherberge am Aschberg.
Nicht nur, was das Einstudieren der
Melodien betrifft. Lieder in gleich
11
ALTMANNSGRÜN — Zur 50. Kleintierschau lud der Kleintierzüchterverein Droßdorf/Juchhöh am Wochenende in die Aproha-Halle ein. Die
traditionelle Lokalschau zeichnet eine große Beständigkeit aus. Das runde Jubiläum fand im 51. Jahr des Vereinsbestehens statt. „Nur ein einziges Mal, das war im Jahr 1989, konnten wir unsere Kleintierschau nicht
veranstalten, die damals noch im
Gasthof in Juchhöh stattfand, weil
zu diesem Zeitpunkt der Saal renoviert wurde“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Heinz Ottiger. Er war –
hält das Gebäude in Ordnung. Mit
insgesamt 471 Tieren beteiligten
sich 32 Aussteller an der Jubiläumsschau und stellten mit großer Leistungsfähigkeit erneut die guten
Zuchtergebnisse unter Beweis. Neben den prämierten Vereinsmeistern erhielten außerdem 11 Züchter
Glückwünsche für Zuchtergebnisse,
die 16 Mal mit der Note „vorzüglich“
bewertet wurden.
Vereinsmeister
Als Vereinsmeister prämiert wurden Ronald Feustel, Heinz Ottiger, Detlef
Bollmann und Alexander Bollmann (v. links). Nicht im Foto ist Jasmin Winkelmann von der Abteilung Jugend.
FOTO: STEFFEN ADLER
ebenso wie auch Lothar Lämmerzahl – 1963 Gründungesmitglied.
Beide sind bis heute noch aktive
Züchter.
Nahezu stabil geblieben ist in den
vergangenen Jahrzehnten auch die
Zahl der Vereinsmitglieder. Insge-
samt 51 Zuchtfreunde konnten eine
erfolgreiche Zucht präsentieren.
Summiert man die Tierzahlen aller
Ortsschauen in den zurückliegenden 50 Jahren, so kommt das stattliche Ergebnis von 18.638 zusammen.
Im Vordergrund steht noch heute
Kaninchen: 1. Alexander Bollmann,
Hermelin weiss (Blauaugen); 2. Detlef
Bollmann, Lux-Rex; 3. Michael Beuchler, Lohkaninchen schwarz.
Wassergeflügel und Hühner: 1.
Detlef Bollmann, Sachsenenten blaugelb; 2. Andre Weidner, New Hampshire goldbraun; 3. Margitta Martin,
Böhmische Gänse weiß.
Zwerghühner: 1. Heinz Ottiger,
Moderne Englische Zwerg-Kämpfer
kennfarbig; 2. Irena Ottiger, Moderne
Englische Zwerg-Kämpfer birkenfarbig; 3. Ullrich Schulz, Zwerg-Plymouth Rocks gelb.
Tauben: 1. Ronald Feustel, Französische Bagdetten; 2. Robin Vesper,
Französische Bagdetten; 3. Detlef
Bollmann, Gimpeltaube Kupferg.
Schwarzflügel.
Jugendvereinsmeister: 1. Jasmin
Winkelmann, Federfüßige Zwerghühner; 2. Lilly-Ann Schätzer, Moderne
Englische Zwerg-Kämpfer.
A N ZE IG E N
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3578885-10-1
12 Freie Presse
VORSCHAU
Dorothee Oberlinger, die derzeit
profilierteste, weltweit präsente
Virtuosin im Fach Blockflöte, ist Solistin im 4. Sinfoniekonzert am
Mittwoch
im
Neuberinhaus
FOTO: JOHANNES RITTER
Reichenbach.
WOHIN
Montag, 15. Dezember 2014
Geklöppelte Quadrate
fügen sich zu bunter Einheit
Bergvesper
erlebt ihre
zehnte Auflage
Bergbrüder laden herzlich
nach Bad Schlema ein
Ein Weltrekordversuch
aus feinen Fäden kann
derzeit im Schneeberger
Kulturzentrum „Goldne
Sonne“ bestaunt werden.
Es handelt sich um das
Projekt einer Firma aus
Oederan.
BAD SCHLEMA — Ihre zehnte Auflage
wältigend, nicht nur bundesweit. So
kamen allein aus Tschechien mehr
als 100 Einsendungen. Im September wurde das riesige Klöppelmosaik das erste Mal öffentlich präsentiert. Alle Einzelarbeiten sind auf
zwei Meter hohen Stoffbahnen angeordnet, die nebeneinander aufgehängt werden. 2015 soll das Werk
auf der „Creativa“ als Europas größter Kreativmesse präsentiert werden. Bis dahin wollen die Oederaner
noch den Eintrag ins Guinessbuch
der Rekorde schaffen.
Bisher hat sich Jung und Alt an
diesem einzigartigen Großkunstwerk beteiligt. Die Motive reichen
von Seepferdchen über abstrakte
Gebilde und Blätterranken bis hin
zu collageartigen Arbeiten, Tieren,
Pflanzen und allerlei anderen Mustern. Das Betrachten nimmt daher
viel Zeit in Anspruch – und verspricht eine spannende Entde-
ZU SEHEN ist das Klöppelmosaik in Schneebergs „Goldner Sonne“ ab sofort zu den
Bürozeiten, in den Zwischentagen und bis
nach Silvester. Der Eintritt ist frei. Bürozeiten:
Montag und Mittwoch von 8 bis 15 Uhr, Dienstag von 8 bis 18 Uhr, Donnerstag von 8 bis
17 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr. Gruppen können sich telefonisch anmelden.
Anmeldung: Ruf 03772 370911
erlebt heute die Bergvesper in Bad
Schlema. Die Frauen und Männer
der Bergbrüderschaft aus der Gemeinde hoffen natürlich auf eine rege Teilnahme.
„Alle Einwohner, Gäste, Kinder,
Eltern und Großeltern sind ganz
herzlich eingeladen, mit uns zu marschieren“, heißt es in der Ankündigung der Veranstalter. Geplant ist
wie jedes Jahr ein kleiner Bergaufzug mit Mitgliedern aus immerhin
fünf Knappschaften. Für Musik auf
dem Weg sorgt eine Kapelle. Die
Laufroute führt ab 17.30 Uhr vom
Rathaus Bad Schlema über die Curie- und die Richard-Friedrich-Straße
bis zum Kurhotel der Gemeinde.
Dort ist aber noch nicht Schluss.
Denn das Finale der Bergvesper bildet ein gemütlicher Ausklang, bei
dem unter anderem die Original Erzgebirgsmusikanten Bockau/Lauter
aufspielen. Es gibt einige Grußworte, eine kurze Ansprache vom Pfarrer und eine Totenehrung. Den musikalischen Abschluss dieser Zeremonie bildet der Steigermarsch. Gesungen und gespielt werden fünf
Strophen, ehe der Bergaufzug den
Platz wieder verlässt.
Weitere Bitte der Gastgeber: Jeder
soll für eine bessere Atmosphäre Fackeln, Lampions oder ein bergmännisches Geleucht mitbringen. (ane)
KLAVIERKONZERT
MÄRCHEN
WEIHNAC HTSKINO
KINO
AUTOGRAMMSTUNDE
Träumereien im
Schein der Kerzen
Landesbühnen
führen Klassiker auf
An drei Tagen laufen Über den Teufel
Filme für Kinder
in Menschengestalt
Morgen Auftritt
von Stefanie Hertel
BAD ELSTER — Zu einer romantischen
Winterträumerei lädt Pianist Radim
Vojír aus Eger heute ins Königliche
Kurhaus Bad Elster ein. Er spielt ab
19.30 Uhr Werke von Chopin, Schumann oder Brahms – Melodien wie
das Präludium e-Moll, den Walzer
cis-Moll, den „Faschingsschwank
aus Wien“ oder wie bekannte „Träumerei“. Karten für das Klavierkonzert des Festivals Chursächsische
Winterträume kosten 6 Euro. (hagr)
BAD ELSTER — Den Märchen-Dauer-
AUERBACH — Zum Weihnachtskino
lädt die Nicolaikirche Auerbach für
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils 9.30 und 15.30 Uhr ein.
Morgen läuft „Morgen Findus wird’s
was geben“ und „Das Mädchen mit
den Schwefelhölzern“, am Mittwoch „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ und „Rapunzel“ sowie am
Donnerstag „Der Teufel mit den drei
goldenen Haaren“ und „Aschenputtel“. Eintritt: 2 Euro. (ike)
PLAUEN — Der bisher aufwändigste
WEISCHLITZ — Volksmusikstar Stefa-
Spielfilm des deutsch-türkischen
Regisseurs Fatih Akin ist heute und
morgen, jeweils 20 Uhr, in der Kinoreihe im Plauener Malzhaus zu sehen. „The Cut“ wurde im August auf
den Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt. Akin schließt damit seine Trilogie Liebe, Tod und Teufel ab,
die er mit „Gegen die Wand“ begann
und mit „Auf der anderen Seite“ fortsetzte. (us) » the-cut.pandorafilm.de
nie Hertel ist morgen zu Gast im
Globusmarkt in Weischlitz. Ihr Auftritt ist für 18 Uhr geplant. In der Passage vor dem Globus-Restaurant
können ihre Fans den Volksmusikstar aus dem Vogtland hautnah bei
einer Autogrammstunde erleben.
Stefanie Hertel gibt am kommenden
Sonntag im Ratskellersaal Rodewisch ein Konzert, das allerdings
ausverkauft ist. (ike)
Tischerstraße, Weihnachtsbäckerei, 16-18 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30, Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Auerbach: ASB Begegnungsstätte (Hochhaus), A.-Schweitzer-Straße 34, Nachhilfe für
Schüler, anschließend Spiele- und Bastelnachmittag, 14-17 Uhr
Awo Jugendzentrum High life, Eisenbahnstraße 49, Offener Treff, 15-20 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Sporttreff: Halle, 17-19 Uhr, 03744 308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Str. 19,
Märchenzeit auf Leinwand, 12-18 Uhr
Bad Brambach: Fahrbibliothek, Grundschule, 9-12 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, darunter 111 Säugetiere in 22
Tierarten, Tropenhaus mit 77 Tieren in 39 verschiedenen Arten, 10-16 Uhr, 03745 5421
Verein Kirche im Laden, Gartenstraße 19,
Warten auf Weihnachten, ein Adventskalender
für Schulkinder - Fröbelsterne, 16-17.30 Uhr,
03745 751475
Hermsgrün: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
15.30-16 Uhr
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Jugendtreff, Schulstraße 4,
Offener Treff, 15-19.30 Uhr
Leubetha: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
13-13.30 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurs, 8 bis 12 Jahre,
15-16 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr;
Weihnachtsbäckerei, 14 Uhr
Pausa: Jugendclub, Paul-Scharf-Straße,
Spielpunkt, Freizeitangebot des Kinderland
Plauen, 15-18 Uhr
Wohlbach: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
14-15 Uhr
Bäume in Öl und Aquarell, von Matthias Kiesel,
9-13 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Skisport im oberen Vogtland, zusammengestellt von Thorald Meisel, 8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, weitere Termine nach telefonischer Voranmeldung, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, All-Berts kleine
Raumfahrtwelt, Sonderausstellung - Raumfahrtspielzeug aus 5 Jahrzehnten, 10-17 Uhr;
Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr, 037465 2538
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstr. 31,
In 25 Jahren vom Schutzwall zum Naturschutzgebiet - Grünes Band, fotografische Streifzüge
durch die Natur von Heidrun Penzel, Tiefenbrunn, 9-16 Uhr
Rodewisch: Museum Göltzsch, Schlossinsel, Große Weihnachtsschau, historisches Spielzeug, lebensechte Babypuppen, Riesenpyramide, Weihnachtsmannwerkstatt, Modelleisenbahnen, Erzgebirgischer Bergaufzug, Spielzeug
zum Anfassen, 10-12, 13-16.30 Uhr
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D,
ab 12 J, 14, 17, 20 Uhr; Die Mannschaft, 14.30,
17.15 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar,
14.30 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar 3D,
14.30, 17 Uhr; Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J, 14, 17, 20 Uhr; Dumm
und Dümmehr, ab 12 J, 20.15 Uhr; Interstellar,
ab 12 J, 19.30 Uhr; Kill the Boss 2, ab 12 J,
20.15 Uhr; Mein Freund, der Delfin 2, 14.30 Uhr;
Paddington, 14.30, 17 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 0374115320;
The Cut, ab 12 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661629111;
Alles ist Liebe, 14.30, 17.15, 20 Uhr; Der Hobbit:
Die Schlacht der Fünf Heere 3D, ab 12 J, 15,
19 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar 3D, 14.45,
17 Uhr; Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil
1, ab 12 J, 20 Uhr; Dumm und Dümmehr, ab 12 J,
20.15 Uhr; Paddington, 14.30, 17.30 Uhr
Hof: Central-Kino, Altstadt 8, 09281142488;
Alles ist Liebe, 17, 20 Uhr; Am Sonntag bist du
tot, ab 16 J, 17.15, 20.15 Uhr; Der Hobbit: Die
Schlacht der Fünf Heere, ab 12 J, 16.45,
19.45 Uhr; Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf
Heere 3D, ab 12 J, 14, 16.30, 19.30 Uhr; Die
Mannschaft, 14.30 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar, 14.15 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar
3D, 14.15, 17.15 Uhr; Kill the Boss 2, ab 12 J,
20.15 Uhr; Magic in the Moonlight, 20 Uhr;
Paddington, 14.30, 17 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 0374222637; Die Tribute von
Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J, 20 Uhr
VON ANNA NEEF
SCHNEEBERG — Ein
SINFONIEKONZERT
Vorweihnachtliche
Kostbarkeiten
REICHENBACH — Die Suite „Die
Nacht vor Weihnachten“ entführt
das Publikum zum 4. Sinfoniekonzert im Neuberinhaus Reichenbach am Mittwoch in die vorweihnachtliche Märchenwelt, in der
Wakula der Dorfschönen Oxana
Dank einer List über den Teufel die
Sonntagsschuhe der Zarin zum
Weihnachtsgeschenk
machen
wird. Herrlich-bunte Klangbilder
kennzeichnen die gleichnamige
Oper von Rimski-Korsakow. Ähnliche Stimmung wird die den Konzertabend eröffnende Ouvertüre
zur Spieloper „Das Christ-Elflein“
von Hans Pfitzner verbreiten – ein
Werk, das zunehmend wieder auf
den Konzertbühnen erklingt. Im
Mittelpunkt stehen jedoch die
kostbaren konzertanten Beiträge:
Zwei Suiten für Altblockflöte und
Orchester von Georg Philipp Telemann und Gordon Jacob. Solistin
ist Dorothee Oberlinger, die derzeit
profilierteste, weltweit präsente
Virtuosin im Fach Blockflöte. Die
Vogtland Philharmonie musiziert
unter Leitung von David Marlow.
DAS 4. SINFONIEKONZERT der Vogtland
Philharmonie am Mittwoch im Neuberinhaus Reichenbach beginnt 19.30 Uhr, eine
dreiviertel Stunde vor Beginn findet im kleinen Saal eine Einführung statt.
BÜHNE
Rodewisch: Aula des Pestalozzigymnasiums, Eine Weihnachtsgeschichte, mit Schülern
der AG-Märchenspiel des Pestalozzi-Gymnasiums und der Kindertagesstätten Flohkiste und
Schwalbennest, 9.30 Uhr
MUSIK
Bad Brambach: Sante Royale Hotel- und
Gesundheitsresort, Badstraße 45, Streichzüge durch London, Konzert mit dem Trio Divertimento der Chursächsischen Philharmonie,
14. Chursächsische Winterträume, 20 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Romantische Winterträumerei, Klavierabend im Kerzenschein mit Radim Vojir, 14. Chursächsische
Winterträume, 19.30 Uhr
Schöneck: Bürgerhaus, Kirchstraße 7,
Weihnachtskonzert der Musikschule, 19 Uhr
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Jugendzentrum Oase, Dr.-KarlGelbke-Straße 1, Offener Treff, 14.30-20 Uhr;
Oase-Adventskalender, 17.30 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr; Jugendzentrum, Fußball in der Halle ab 10 Jahre,
16.30 Uhr
Kinderklub „No Name“, Herbartstraße 2,
Weihnachtsbäckerei, Leckeres aus dem
Backofen, 15-17 Uhr; Hutz’nstubn,
17-18 Uhr
Kinderklub Fünfte, Anton-Kraus-Straße 31,
Weihnachtsbäckerei, Leckeres aus dem Backofen, 15-17 Uhr; Hutz’nstubn, 17-18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben bis
zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln,
16-18 Uhr
Markuskeller, Morgenbergstraße 34, Kindertreff (6-13 Jahren), 13-19 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe „Floh“, 10 Uhr; Eltern-Kind-Sport,
15.30 Uhr; Tanzgruppe 4, 16.30 Uhr
Weltrekordversuch unter dem Motto „Das ist Spitze – kreativ ohne Grenzen“ macht
derzeit im Kulturzentrum „Goldne
Sonne“ in Schneeberg Station: Es
handelt sich um ein 42 Quadratmeter großes Kunstwerk aus feinen Fäden, und es wächst ständig: Mehr als
1500 geklöppelte Quadrate, zusammengefügt auf langen Stoffbahnen,
bilden einen Weltrekordversuch,
der derzeit im zweiten Obergeschoss
der „Sonne“ die Wände ziert.
Der Nähfadenproduzent Alterfil
aus Oederan in Mittelsachsen hatte
im Frühjahr 2014 seine Kunden via
Internet aufgerufen, Klöppelarbeiten einzusenden. Farbwahl, Muster,
Motive – all das stand den Teilnehmern frei. Einzige Bedingung: Die
Werke müssen alle 15 mal 15 Zentimeter groß sein. Das Echo war über-
A N ZE I G E
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Es wirkt fast wie ein Teppich: Aus etlichen gleichgroßen Quadraten setzt sich das sehenswerte Klöppelmosaik zusamFOTO: ANNA NEEF
men, das noch bis Jahresende in Schneebergs „Goldner Sonne“ zu sehen ist.
brenner „Schneeweißchen und
Rosenrot“ der Gebrüder Grimm
bringen die Landesbühnen Sachsen
in der Regie von Manuel Schöbel
zweimal auf die Bühne des Elsteraner König-Albert-Theaters. Die für
Kinder ab fünf Jahren geeigneten
Vorstellungen laufen morgen und
am Mittwoch jeweils 9.30 Uhr. Karten gibt es für 10, 12 und 14 Euro,
Kinder zahlen 5 Euro Eintritt. (hagr)
AUSSTELLUNGEN
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Plauen: Rathaus, Unterer Graben 1, „Flussperlmuschel - Künstler in heimischen Bächen“,
Wanderausstellung der Sächsischen Landestiftung Natur- und Umwelt, 9-13 Uhr
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Erzählte
Wirklichkeiten, moderne schwedische Textilkunst und Handstickerei von Annika Wahlström, 10-17 Uhr, 03741 443187
Vogtlandmuseum, Nobelstraße 9 - 13, Kleine
Küchen - Große Küchen, Zeitreise zurück in die
Geschichte der Küche und der Puppenküche,
11-18 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Schöne
Welt, Ausstellung von Malerei und Collagen des
Familien- und Kulturzentrums Schöne Welt
Plauen, 9-17 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, Natur- und
Jagdausstellung, zu sehen sind u. a. Bildtafeln
heimischer Bäume, Spuren, Fährten, eine Duftorgel und vieles mehr, 9-13 Uhr;
ckungsreise in die Welt der feinen
Fäden.
A N ZE I G E
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WEIHNACHTEN
Plauen: Altmarkt, Weihnachtsmarkt, 1020 Uhr; Besuch des Weihnachtsmannes, 16 Uhr
Stadt-Galerie, Postplatz 1, Weihnachtszauber:
Der Nußknacker aufgeführt von den Evergreen
Kids, 16 Uhr
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
037411469050; Alles ist Liebe, 17, 20 Uhr; Am
Sonntag bist du tot, ab 16 J, 17.15, 20.15 Uhr; Der
7bte Zwerg 3D, 14.30 Uhr; Der Hobbit: Die
Schlacht der Fünf Heere, ab 12 J, 16, 19.30 Uhr;
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3572208-10-1
SONSTIGES
Plauen: Agentur für Arbeit, Neundorfer
Straße 70, Berufsinformationszentrum, Informationsveranstaltung zu Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundespolizei, Ausbildungsinhalte, Anforderungen und Auswahlverfahren,
10 Uhr
Alaunbergwerk „Ewiges Leben“, Reichsstraße (gegenüber Commerzbank), Plauen unter
Tage erleben, telefonische Voranmeldung:
03741 529426
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Auerbach: Eberhard Gütter, Feldstr. 27, Modellbahnausstellung, komplette Sammlung der
deutschen Eisenbahngeschichte in HO, 60 Züge, 14.30-18 Uhr
Brunn: Oberer Gasthof, Dr.-EckenerStraße 42, Tanznachmittag, 14 Uhr,
03765 13625
Erlbach: Brauhaus, Klingenthaler Straße 12,
Führung durch die handwerkliche Schaubrauerei, 14 Uhr
Falkenstein: Verein Kirche im Laden,
Gartenstraße 19, Handarbeiten Erwachsene für Anfänger und Fortgeschrittene, 19-21 Uhr,
03745 751475
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-16 Uhr,
037467 280860
Oelsnitz: Café Biene, Otto-Riedel-Straße 3,
Seniorensport für Alle, 9.30 Uhr
OBERES VOGTLAND
Montag, 15. Dezember 2014
NACHRICHT
INFORMATION
Zustellprobleme
bei Stadtanzeiger
OELSNITZ — In Oelsnitz gibt es Probleme bei der Zustellung des monatlichen Amtsblattes Stadtanzeiger. Bereits im Oktober hatte der Verteilerdienst gewechselt, aber noch immer
hat nicht jeder Haushalt die Zeitung
im Briefkasten. Die Stadt ist damit
unzufrieden, heißt es in einer Mitteilung – die Zustell-Qualität soll
besser werden. Wer keinen Stadtanzeiger erhält, kann sich an die Druckerei Papier Grimm (Ruf 03741
598838,
mail@papiergrimm.de)
oder die Stadt Oelsnitz, Ruf 037421
730, wenden. In den Gemeindeverwaltungen Bösenbrunn, Eichigt und
Triebel sowie im Oelsnitzer Rathaus
sind Stadtanzeiger erhältlich. (hagr)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
MOTORRÄDER ERLAUBT — Der Stadt-
verwaltung von Bad Elster gelingt es
nicht, Fahrverbotszeiten für Motorräder als Verkehrseinschränkung im
Kurort durchzusetzen. Der Stadtrat
lehnt diesen Plan ab.
Vor 50 Jahren
TOD NACH TRAM-UNFALL — In Plauen
ist ein 97-Jähriger nach dem Zusammenstoß mit einer Straßenbahn auf
der Bahnhofstraße an den Folgen
seiner Verletzungen gestorben. Der
Fußgänger wollte die Trasse unterhalb der August-Bebel-Straße überqueren und wurde dabei von einem
Wagen angefahren und zu Boden geworfen.
Vor 100 Jahren
KREUZER UNTERGEGANGEN — Vom Un-
tergang zweier Kreuzer bei den Falklandinseln sind auch vogtländische
Familien betroffen. Fregattenkapitän Haun, Kommandant der „Leipzig“, gehört einer Apotheker-Familie
in Adorf an. Julius Märker war Kapitän der „Gneisenau“ und Bruder des
Treuener Fabrikanten Bernhard
Märker. (pa)
Freie Presse
Schwerer Brand macht
sieben Menschen obdachlos
37 Wünsche
gehen für
Heimkinder
in Erfüllung
In Stöckigt ist gestern ein
Mehrfamilienhaus unbewohnbar geworden. Der
Dachstuhl brannte komplett nieder. Es ist der
zweite Brand, den die Bewohner durchmachen.
Aktion im Kinderspielhaus
in Grünbach zum
siebenten Mal erfolgreich
VON MARGITTA ROSENBAUM
VON MANUELA MÜLLER
STÖCKIGT — Am dritten Advent haben Rolf und Sabine Käferstein verloren, was sie sich 20 Jahre lang aufgebaut haben. Als sie schliefen,
brannte ihr Haus nieder. Die Flammen haben den Dachstuhl weggefressen. Das Mehrfamilienhaus, das
die Käfersteins für sich und ihre drei
Kinder neben der alten Gummifabrik in Stöckigt saniert hatten, ist unbewohnbar. „War alles selbst gemacht. 20 Jahre lang haben wir gebaut und gebaut“, sagt Rolf Käferstein, 70. Gestern Nachmittag wollte
das Ehepaar das Nötigste aus seiner
Wohnung holen, Wechselwäsche
wenigstens. Doch die Türen waren
von der Polizei versiegelt, weil die
Brandermittler weiterarbeiten müssen. Nach Angaben der Polizei ist die
Ursache des Feuers ungeklärt.
„Damals das war
nur ein Wohnungsbrand – verglichen
mit dem hier.“
Rolf Käferstein Hausbesitzer
Fakt ist, dass die Flammen aus der
Dachwohnung des ältesten Sohnes
der Käfersteins kamen. Gegen vier
Uhr am Sonntagfrüh ist das Feuer in
der Küche des 45-Jährigen ausgebro-
13
FOTO: ELLEN LIEBNER
Beim Wohnhausbrand in Stöckigt ist der Dachstuhl zerstört worden.
chen, heißt es. Er soll von den Geräuschen wach geworden sein und seinen Bruder geweckt haben, der nebenan wohnte. Die beiden Männer
liegen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung auf der Intensivstation.
Vor allem der Jüngere, der 41-Jährige, soll die Gase eingeatmet haben.
4.19 rückten die ersten Feuerwehren aus. Als der Einsatzleiter die
Flammen sah, rief er drei weitere
Feuerwehren zur Hilfe. Fast zwei
Stunden brauchten sie, um den
Brand zu löschen. Die beiden Brüder
waren noch in dem brennenden
Haus, als die Feuerwehrmänner kamen. Das Dach konnten die Löschtrupps nicht mehr retten, es stürzte
ein. Da es eng ist vor dem Grundstück, hatten es die Retter schwer.
Fast sieben Stunden waren sie gestern dort, insgesamt 55 Mann.
Die sieben Bewohner kamen mit
dem Leben davon. Die Stadt hält
Notunterkünfte für sie bereit, denn
was die Flammen übrig gelassen haben, hat das Löschwasser vernichtet.
Wann sie wieder ein Zuhause haben
werden, steht in den Sternen. Für
heute hoffen sie auf ein Gespräch
mit ihrer Versicherung. Ein Déjà-vu
für die Familie, denn bereits vor
30 Jahren machten sie einen Brand
in diesem Haus durch. Damals hatte
die Heizdecke im Kinderzimmer ihrer Tochter das Feuer ausgelöst.
„Aber das war nur ein Wohnungsbrand – verglichen mit dem hier“,
sagt Rolf Käferstein. Vor seinem
70. Geburtstag hatte er sich mit sei-
ner Frau neue Möbel geleistet, Küche und Wohnzimmer. Ein knappes
Jahr konnten sie es genießen.
Gestern suchten sie die drei Katzen, die im Haus lebten. Doch nur
Susi schlich am Nachmittag durch
den Garten, der seit Wochen auf das
Weihnachtsfest vorbereitet war, mit
Lichterketten und Rentieren aus
kleinen Lämpchen.
Rolf Käferstein versuchte, die Ruhe zu bewahren, er hat Erfahrung
damit: „In Budapest sind wir im
Wohnmobil ausgeraubt worden. Da
standen wir genauso da wie jetzt.“
Seine Frau wollte die Familie am Adventssonntag mit Entenbraten überraschen. Das Essen stand fertig in
der Küche, hinter der versiegelten
Tür.
GRÜNBACH —
Wünsche wurden
wahr für die Kinder vom Kinderheim Haus Tannenmühle in Erlbach und vom Falkensteiner Nest.
Am Samstag wurde im Kinderspielvogtland in Grünbach Lichterfest
gefeiert. Im Rahmen der Aktion
„Heimkinder glücklich machen“
waren Spender und Kinder eingeladen. „Alle 37 Wünsche im Wert von
insgesamt über 3500 Euro konnten
erfüllt werden“, freute sich Susan
Friedel, die Leiterin des Kispi.
Die Kinder aus Erlbach wurden
in diesem Jahr besonders überrascht. „Sie wissen noch nichts. Die
Betreuer haben für sie die Wunschzettel ausgefüllt. „Wir wollen große,
leuchtende Kinderaugen sehen“,
sagte Rena Grüner über ihre Schützlinge. Die sind auch das Jahr über oft
im Kispi zu Gast. Laut vernehmbar
war das Staunen der Kinder, als der
Weihnachtsmann Platz genommen
hatte, der Vorhang sich öffnete und
den Blick auf einen großen Berg von
Geschenken frei gab. Neben Geldspenden in Höhe von 540 Euro gingen vor allem Sachspenden ein.
Die meisten Spender hatten Freude daran, selbst die Geschenke auszusuchen und liebevoll zu verpacken. Karl-Heinz Ficker, Gemeindearbeiter im Bauhof Grünbach, hat einen Werkzeugkasten und einen original Bundesliga-Fußball für den
zwölfjährigen Maurice gekauft.
„Man gibt für so viele Dinge Geld
aus, warum nicht für sowas?“, meint
er. Gerhard und Margot Müller haben ein musikalisches Geschenk
ausgesucht. Die vierjährige Lisa-Marie bekam ein Starterset mit den
schönsten Liedern zum Mitsingen.
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14 Freie Presse
BLICK NACH BÖHMEN
Montag, 15. Dezember 2014
Ein Schatz
schlummert
in 136 alten
Flaschen
NACHRICHTEN
BÜRGERMEISTER
Landespolitiker
wechselt ins Rathaus
EGER/CHEB — Neuer Bürgermeister
der rund 32.500 Einwohner zählenden westböhmischen Stadt Eger/
Cheb ist der Sozialdemokrat Petr
Navratíl, bisher stellvertretender
Landrat des Karlsbader Kreises. In
Cheb entscheidet seit der Wahl im
Oktober diesen Jahres eine Koalition
aus Sozialdemokraten, der Ano-Partei und den Kommunisten, die
gemeinsam über mehr als 15 der insgesamt 30 Mandate im Stadtrat
verfügt. Stellvertreter von Navratíl
sind Daniela Seifertová (Ano)
und der frühere Parlamentsabgeordnete Pavel Hojda von den Kommunisten. (tm)
Fund im Wert von rund
900.000 Euro lagert jetzt
in einem speziellen Depot
VON THORALD MEISEL
PETSCHAU/BECOV — Auf mindestens
LITERATUR
Junger Autor bleibt
in der Erfolgsspur
FALKENAU/SOKOLOV — Filip
Koryta,
ein junger Autor aus Falkenau/Sokolov, hat mit einem Text über Franz
Kafka (1883-1924) den Literaturwettbewerb der nordböhmischen
Stadt Leitmeritz/Litoměřice gewonnen. Für Koryta ist es bereits der
zweite Erfolg innerhalb weniger
Monate, denn schon im Mai hatte er
bei einem landesweiten Literaturwettstreit den Siegerpreis erhalten.
Der junge Mann machte sich außerdem als Musiker einen Namen: Gemeinsam mit seinem Freund Zdeněk Mihula tritt er als Glajstr-Duo
auf. (tm)
FOTOS (2): STEFFEN NEUMANN
Jana Plihalova und ihr Ehemann Miroslav in ihrem Bahnhofscafé.
Dampflok vorm Eingang lockt
in Bahnhofscafé für Nostalgiker
Jana Plihalova wollte
nur ihren 50. Geburtstag
feiern. Jetzt betreibt sie ein
Café mit dem besonderen
Flair der Eisenbahn.
VON STEFFEN NEUMANN
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LEITMERITZ/LITOMERICE — Im Februar
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TERMINE
20. Dezember: Luby, Marktplatz:
traditionelles Weihnachtstreffen –
mit Erlbach und Markneukirchen.
Beginn: 14 Uhr.
20. und 21. Dezember: Chodov,
Altstadt: Weihnachtsmarkt, geöffnet jeweils von 8 bis 18 Uhr.
26. Dezember: Eishockey, Extraliga: Karlovy Vary gegen Mountfield
HK (15.30 Uhr) und Litvínov gegen
Kometa Brno (17.30 Uhr).
27. Dezember: Eishockey, 1. Liga:
SK Kadan gegen Salith Šumperk.
Spielbeginn: 17.30 Uhr.
Bis 26. Dezember: Cheb, historischer Marktplatz: Adventsmarkt, geöffnet täglich ab 13 Uhr.
28. Dezember: Abertamy, Rathaus:
Handschuhmachermuseum, geöffnet von 13 bis 17 Uhr – mit Vorführungen der Arbeitsschritte.
Bis 31. Dezember: Ostrov, Galerie
im Alten Rathaus: Weihnachtsausstellung, geöffnet mittwochs bis
sonntags von 13 bis 17 Uhr.
1. Januar: Loket, Stadtzentrum:
Neujahrslauf für jedermann. Start
ist 14 Uhr. Das Rennbüro im Rathaus hat ab 13.15 Uhr geöffnet.
1. Januar: Kraslice, Stadtzentrum:
Feuerwerk zur Begrüßung des neuen Jahres. Beginn: 18 Uhr.
Bis 6. Januar: Karlovy Vary, Museum Nova louka: Ausstellung von
Weihnachtskrippen des Schnitzers
Václav Nekuda. (tm)
2013 wollte Jana Plihalova ihren
50. Geburtstag in einem Bahnhof feiern. „Mein Mann hielt mich anfangs
für etwas verrückt“, sagt sie. Ihr Plan
war, einen solch ungewöhnlichen
Ort zu mieten. Denn mit der Bahn
sind beide verbunden. „Als Schaffnerin fing ich an und durchlief dann
alle möglichen Positionen.“ Ihr Gatte Miroslav war vor allem im Bahnanlagenbau tätig.
Der Traum von der Feier im
Bahnhof wurde schnell wahr, aber
anders als gedacht: Das Paar erwarb
als alleiniger Bieter bei einer Versteigerung gleich eine ganze Bahnstation. Das Gebäude in Leitmeritz/
Litoměřice war sanierungsbedürftig
und lag, wie sich einige Wochen später zeigen sollte, im Hochwassergebiet. Heute sitzt die zierliche Frau
mit dunkler Kurzhaarfrisur und
Brille in ihrem Café, das sie im Bahnhof eingerichtet hat, nur wenige
100 Meter vom Markt entfernt. Als
sie damals die Verkaufsanzeige sah,
zögerte sie keinen Moment. Denn
das Gebäude war die erste Arbeits-
Die historische Dampflok aus dem Jahr 1897 steht vor dem Café.
station ihres Mannes. Und dessen
Chef war Jana Plihalovas Onkel, der
im Bahnhof wohnte und den die Familie regelmäßig besuchte.
„Mein Mann hielt
mich anfangs für
etwas verrückt.“
Jana Plihalova Café-Betreiberin
Das Bahnhofsgebäude beherbergte
nur noch Büros und Wohnungen.
Der letzte Zug hielt 1957. „Der eigentliche Stadtbahnhof befand sich
außerhalb, weshalb zusätzlich dieser Haltepunkt eingerichtet wurde“,
erzählt Plihalova. Wegen der nahen
Elbe wurden die Gleise durch einen
Tunnel unter der Altstadt hindurch
geführt. Doch für eine zweigleisige
und elektrifizierte Strecke gab es eine neue Lösung. Der heutige Bahnhof liegt weiter östlich. Vor vier Jahren wurde der alte ganz aufgegeben.
Doch die Plihals machten ihn zu
einem Kleinod. Details wie ein historisches Schalterfenster und restaurierte Gusseisensäulen ziehen
die Blicke von Nostalgikern auf sich.
Ebenso wie die alte Dampflokomotive auf dem eigens dafür aufgebauten Gleis vor dem Café. „Die Idee
hatte mein Mann. Eine Lok zu finden, war aber gar nicht einfach“, berichtet Jana Plihalova. Nach langer
Suche fanden sie einen verkaufswilligen Sammler. Die 1897 in München gebaute Lok ist die Attraktion
auf dem Gelände, das noch eine kleine Modelleisenbahn beherbergt. Die
ist aber nur in der warmen Jahres-
zeit in Betrieb. Finanziell ist die Familie relativ unabhängig. Miroslav
Plihal verkaufte vor einigen Jahren
den Anteil an seiner Bahnanlagenbaufirma.
Selbst wer die Begeisterung für
die Eisenbahn nicht teilen kann,
sollte den Bahnhof aufsuchen. Denn
in dem gemütlichen Café mit dem
bezeichnenden Namen „Kava s parou“ – Kaffee mit Dampf – werden
Bohnen aus einheimischen Röstereien verwendet. Dazu gibt es Konditoreiwaren aus eigener Herstellung. „Das ist das Hobby meiner
Tochter“, verrät Plihalova.
Auf die Idee, in dem ehemaligen
Wartesaal ein Café einzurichten, kamen die Plihals nicht sofort. Es war
vieles im Gespräch: ein Fitnesszentrum, ein Kindergarten und eine
Praxis. Irgendwann ist klar gewesen,
dass die eine Hälfte durch ein Geschäft mit Outdoor-Mode besetzt
wird. Fürs Café entschied sich Plihalova wegen der Vorstellung, wie toll
es wäre, auf dem einstigen Bahnsteig Kaffee oder Wein zu genießen.
Seit Anfang Juli ist geöffnet. Und
die vielen Gäste sind für das Paar die
Bestätigung, alles richtig gemacht
zu haben. Groß Werbung brauchte
es nicht. „Schon als die Dampflok
angeliefert wurde, lockte das etliche
Schaulustige an“, sagt die Inhaberin.
Viele Gäste kommen wegen der Nostalgie. „Sie erzählen mir dann, dass
sie früher von hier aus mit dem Zug
gefahren sind. Das Gebäude war ja
gut 50 Jahre lang nicht mehr öffentlich zugänglich“, sagt Jana Plihalova.
900-Seiten-Werk gilt als einzigartig
Eine zweibändige
Publikation stellt die
Stadt Falkenau/Sokolov
vor – bis zum Jahr 1945.
Die Autoren sind ein
Professor und einer
seiner früheren Schüler.
VON VLADISLAV PODRACKÝ
FALKENAU/SOKOLOV — Eine Publika-
tion, die Sehenswürdigkeiten sowie
Kunst und Künstler von Falkenau/
Sokolov bis zum Jahr 1945 präsentiert, hat der Professor am städtischen Gymnasium, Vladimír Prokop, gemeinsam mit seinem ehemaligen Schüler Lukáš Smola herausgegeben. Das zweibändige Werk mit
fast 900 Seiten ist nicht nur in seinem Umfang einzigartig, sondern
auch, weil viele Denkmäler und anderes zum ersten Mal überhaupt öffentlich vorgestellt werden.
„Wir wollten damit an die Arbeit
von Anton Gnirs anknüpfen“, sagte
Prokop mit Blick darauf, dass er sich
Die Autoren Vladimír Prokop (links) und Lukáš Smola (rechts) mit Bürgermeister Jan Picka bei der Taufe des neuen Buchs.
FOTO: VLADISLAV PODRACKÝ
auf die Legende der regionalen Topografie berief. Gnirs hatte Anfang
des vergangenen Jahrhunderts eine
detaillierte Publikation über Karlsbad und Elbogen erstellt, schaffte
aber nicht die ganze Region. „Ursprünglich planten wir mit einem
Umfang von höchstens 500 Seiten.
Doch plötzlich taten wir gut 20.000
Bilder aus Archiven, Museen, Kir-
chen und Burgen auf – und wir hatten ein riesiges Problem, was wir damit machen.“ Das Duo wählte aus
und reduzierte das Bildmaterial auf
etwa 5000 Stück. Darunter Raritäten. Bei 50 abgerissenen Denkmälern, die nicht dokumentiert waren,
haben die Autoren in Zusammenarbeit mit Archäologen und anderen
Fachleuten zumindest Bildrekons-
truktionen erstellt. Aufgrund des
großen Materialumfangs änderten
Prokop und Smola schließlich auch
die Struktur des Buchs. Es ordnet die
Sehenswürdigkeiten nicht alphabetisch, sondern nach Regionen. Die
beiden Bände haben ein Gewicht
von mehr als fünf Kilogramm. Neben großen Baudenkmälern finden
Leser Informationen zu zahlreichen
kleinen und weniger bekannten
Sehenswürdigkeiten – wie Pestsäulen, Versöhnungskreuze und andere
Bauten. Gleichzeitig enthält die Publikation eine Zusammenfassung
von namhaften Künstlern und von
ihren Werken.
Allerdings weisen die Autoren
darauf hin, dass keines der jüngeren
Denkmäler oder Kunstwerke in ihrem Buch beschrieben wird. „Die
Abgrenzung zum Jahr 1945 war logisch. Wir wollten nicht barocke
Denkmäler oder wertvolle Vorkriegskunst auf die gleiche Ebene
mit den sozialistischen Werken aus
den Neubausiedlungen stellen.“
DAS ZWEIBÄNDIGE WERK soll in Kürze im
Museum von Falkenau/Sokolov und in
Buchhandlungen zu kaufen sein. Der Preis beträgt rund 1200 Kronen.
20 Millionen Kronen, das sind umgerechnet etwa 900.000 Euro, wird
der Wert von 136 Flaschen mit
Wein, Cognac und Champagner geschätzt, die auf dem westböhmischen Schloss Petschau/Bečov versteckt waren. 133 Flaschen fand
man bereits 1985, als auch das Versteck des Reliquiar des Heiligen
Maurus ans Licht kam – einem goldglänzenden Schrein von 1,40 Meter
Länge, verziert mit Reliefs, reich geschmückt mit Edelsteinen. Drei weitere Flaschen entdeckten Archäologen 2011.
Teils originale Etiketten
Der Schatz, der jetzt in einem speziellen Depot gelagert ist, wurde von
Jakub Pribyl vom Unternehmen Wines & Spirits analysiert. Nach seinen
Worten handelt es sich um Wein,
Cognac und Champagner überwiegend aus den Jahren 1890 bis 1899.
Teilweise sind sogar noch die originalen Etiketten vorhanden. „So
kann man nachvollziehen, von welchem Winzer die Flaschen stammen und welcher Kaufmann mit ihnen handelte“, sagte Pribyl der Zeitung „Sokolovsky Deník“. Aus der
Sicht des Experten ist es wahrscheinlich der wertvollste Weinfund in Tschechien. Die Sammlung
umfasst vor allem französische
Tropfen wie Bordeaux und Burgund,
aber auch Port. Mit dabei sind laut
Pribyl Flaschen aus dem legendären
Weingut Chateau d’Yquem mit
noch lesbaren Etiketten: „Es gehört
zum einzigartigen Winzerdorf Sauternes in Bordeaux.“
Versteck unterm Kapellenboden
Der Schatz gehörte einst der
belgisch-französischen Adelsfamilie
Beaufort-Spontin, die am Ende des
19. Jahrhunderts auch Burg und
Schloss Petschau besaß. Alfred de
Beaufort erwarb das Reliquiar des
Heiligen Maurus 1838, ließ es restaurieren und 50 Jahre später in
Brüssel ausstellen. Danach wurde es
auf Schloss Petschau verwahrt. Wegen Zusammenarbeit mit den Nazis
musste die Familie nach Ende des
Zweiten Weltkriegs die Tschechoslowakei verlassen. Reliquiar und
Flaschen versteckte man zuvor unter dem Boden der Burgkapelle.
KOMMUNIKATIONSTECHNIK
Großbildschirm
im Stadtzentrum
GRASLITZ/KRASLICE — Ein 3,2 Meter
breiter Bildschirm am Gebäude der
Kunstgrundschule in der westböhmischen Grenzstadt Graslitz/Kraslice soll künftig die Blicke der Passanten auf sich ziehen. Kommune
und Schule wollen die Anlage als Informationskanal nutzen: mit Meldungen der Stadtverwaltung sowie
der Ankündigung von Veranstaltungen und Wetterdaten. (tm)
THEATER
Abonnement für
deutsche Besucher
REICHENBERG/LIBEREC — Das F. X. Šal-
da-Theater im nordböhmischen
Reichenberg/Liberec bietet seit diesem Monat ein spezielles Abonnement für deutsche Gäste an. In
der vergangenen Saison besuchten
rund 1000 Zuschauer aus Sachsen
das Theater, sagt Jaroslav Kabeš, Leiter der Marketingabteilung des Hauses. Besonders gefragt sind nach seinen Worten Opern- und Ballettabende. (tm)
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 15. Dezember 2014
Seite S1
Biathlon
Simon Schempp
Zweiter beim
Biathlon-Weltcup
von Hochfilzen
Seite S5
FUSSBALL
2. Bundesliga
Greuther Fürth
SV Sandhausen
Erzgebirge Aue
Braunschweig (A)
1860 München
FSV Frankfurt
FC St. Pauli
FC Ingolstadt
VfR Aalen
- RB Leipzig (N)
- VfL Bochum
- FC Heidenheim (N)
- FC Union Berlin
- Karlsruher SC
- Fort. Düsseldorf
- SV Darmstadt (N)
- FC Kaiserslautern
- 1. FC Nürnberg (A)
1. FC Ingolstadt
17
2. Karlsruher SC
17
3. SV Darmstadt (N)
17
4. Fort. Düsseldorf
17
5. FC Kaiserslautern
17
6. RB Leipzig (N)
17
7. Eintr. Braunschweig (A) 17
8. FC Heidenheim (N)
17
9. 1. FC Nürnberg (A)
17
10. VfL Bochum
17
11. SpVgg Greuther Fürth 17
12. FC Union Berlin
17
13. SV Sandhausen
17
14. FSV Frankfurt
17
15. VfR Aalen
17
16. 1860 München
17
17. Erzgebirge Aue
17
18. FC St. Pauli
17
28:11
24:13
21:12
27:20
25:18
21:11
25:19
28:17
20:28
27:27
22:23
20:28
14:22
21:29
14:22
22:29
15:27
18:36
0:1
0:0
1:1
1:1
2:3
0:2
0:1
2:0
1:2
36
30
29
28
28
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27
25
23
21
21
21
20
18
16
15
13
13
3. Liga
FSV Mainz II (N) - Fortuna Köln (N)
1:1
Preußen Münster - VfB Stuttgart II
1:0
Rot-Weiß Erfurt
- Hansa Rostock
4:1
Holstein Kiel
- Bor. Dortmund II
0:2
Wehen Wiesbaden - SpVgg Unterhaching 4:0
Jahn Regensburg - Stuttgarter Kickers 0:2
SG Großaspach (N) - MSV Duisburg
1:1
Hallescher FC
- Arminia Bielefeld (A) 0:3
VfL Osnabrück
- Chemnitzer FC
2:0
Dresden (A)
- Energie Cottbus (A) 1:0
1. Arminia Bielefeld (A)
2. Preußen Münster
3. Stuttgarter Kickers
4. MSV Duisburg
5. VfL Osnabrück
6. Dynamo Dresden (A)
7. Energie Cottbus (A)
8. Wehen Wiesbaden
9. Rot-Weiß Erfurt
10. Holstein Kiel
11. Fortuna Köln (N)
12. Chemnitzer FC
13. Hallescher FC
14. VfB Stuttgart II
15. SpVgg Unterhaching
16. Bor. Dortmund II
17. SG Großaspach (N)
18. FSV Mainz II (N)
19. Hansa Rostock
20. Jahn Regensburg
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
40:23
32:22
33:24
29:20
35:30
28:23
24:19
36:26
31:28
22:16
24:19
20:18
25:28
25:33
30:39
24:28
22:37
23:33
28:42
17:40
40
39
35
35
35
35
34
33
33
30
29
28
28
25
23
21
21
20
17
12
SPRUCH DES TAGES
„Jetzt bin ich ein
richtiger Bobfahrer.“
Nico Walther Bobpilot vom BRC Riesa
nach seinem Sturz in Lake Placid
Eisprinzessin traurig über Bronze
Bei den deutschen Meisterschaften der Eiskunstläufer in Stuttgart belegte
Lutricia Bock den
dritten Rang. Für den
Chemnitzer EC war es bei
den Damen die erste
Medaille seit zehn Jahren.
VON MARTINA MARTIN
STUTTGART — Als sie gestern nach ih-
LEUTE HEUTE
FOTO: IMAGO
Cristiano Ronaldo (29) scheut weder Kosten noch Mühen, um seine
Mitspieler beim spanischen Rekordmeister Real Madrid bei Laune zu
halten. Der Portugiese schenkte jedem seiner TeamKollegen eine sehr
teure Armbanduhr
einer italienischen
Luxusmarke. Es sei
eine Prämie für den
Gewinn der Décima, des zehnten Champions-League-Titels gewesen, verriet Real-Profi Álvaro Arbeloa. Der Außenverteidiger freute sich: „Eine Super-Geste“.
Die Sportzeitung „As“ schrieb, jede
dieser Uhren koste 8200 Euro .(dpa)
FOTO: BERND WEIßBROD/DPA
Die Chemnitzerin Lutricia Bock während ihrer Kür bei den deutschen Eiskunstlaufmeisterschaften in Stuttgart.
rer Kür das Eis verließ, war Lutricia
Bock in den ersten Minuten untröstlich. Mit der Hand vor dem Gesicht
schüttelte sie immer wieder den
Kopf. Die aufmunternden Worte ihrer Trainerin Monika Scheibe schien
sie gar nicht wahrzunehmen. Bis ihre Wertung aufleuchtete, versuchte
sie tapfer ihre Tränen zurückzuhalten, später in der Kabine ließ sie ihnen dann erst einmal freien Lauf.
Die Enttäuschung nach ihrem
Auftritt war groß, denn der Chemnitzerin unterliefen bei ihren
Höchstschwierigkeiten ungewohnt
gleich mehrere Fehler. Zu Beginn
patzte sie bei der hochkarätigen
Kombination dreifach Flip-dreifach
Toeloop, die sie als einzige deutsche
Läuferin kann, später stürzte sie
noch beim doppelten Axel. Elemente, die sie eigentlich sicher beherrscht. Das hatte sie erst am Tag
zuvor im Kurzprogramm, das ihr
überzeugend gelang, nachdrücklich
unter Beweis gestellt. So besaß die
16-Jährige eigentlich eine glänzende
Ausgangsposition für ihr großes
Vorhaben, ein Ticket für die EM zu
erkämpfen.
„Das ist wirklich traurig und sehr
schade. Solch eine Leistung war
nicht abzusehen. Im Training lief
zuletzt jede Kür gut, sodass es keine
Bedenken gab“, rätselte Monika
Scheibe. Das Selbstvertrauen gestärkt hatte zudem der vorhergehende internationale Wettbewerb in
Graz, als sie eine „geniales Programm“ (Scheibe) zeigte und sich
um vier Plätze verbesserte. Zum Vergleich: Da erhielt sie separat fast 20
Punkte mehr. Sie selbst fand auch
mit etwas Abstand keine Erklärung.
„Ich weiß nicht, woran es lag. Im
Wettkampf ist mir das so noch nie
passiert, keine Ahnung. Und zu nervös war ich auch nicht“, meinte die
Schülerin, die inzwischen nicht nur
mit sportlichem Vermögen, sondern
auch mit ihrer anmutigen Darstellungsart überzeugt.
Doch irgendwie schien wohl
doch die Erwartungshaltung sie unbewusst zu erdrücken. Denn auch
von den Experten wurde sie nach
dem bisherigen Saisonverlauf hoch
gehandelt, obwohl die Chemnitzerin erst ihr Debüt in der Meisterklasse gab. „Sie ist meine Geheimfavoritin. Was Lutricia an Schwierigkeiten beherrscht, ist schon enorm“,
wertete beispielsweise der einstige
WM-und EM-Dritte Stefan Lindemann, der als Trainer jetzt mit Sarah
Hecken eine der Konkurrentinnen
betreut, vorher. Auch mit Blick auf
das kontinentale Championat lag
sie gut im Rennen, da für die Nominierung auch zwei der besten internationalen Wettbewerbe mit einfließen. Sie führte die Punktwertung
sogar an, wurde aber nun auf der
Zielgeraden von Nicole Schott aus
Essen, die nach starken Auftritten
Gold vor der bereits für die EM gesetzten Natalie Weinzierl (Mannheim) gewann, noch abgefangen.
Nun bleibt Lutricia Bock weiter
die Chance, sich für die JuniorenWM zu qualifizieren, bei der sie in
der Vorsaison Rang als viertbeste Europäerin Zwölfte war. Auch wenn
die Ambitionen der ehrgeizigen
Läuferin einen Dämpfer erhielten,
trägt sie große Hoffnungen, einmal
die erfolgreichen Chemnitzer Traditionen fortzusetzen. Für ihren Heimatverein CEC erkämpfte sie nach
20 Jahren Abstinenz (1995: 3. Simone Lang) bei den Damen wieder die
erste Meisterschaftsmedaille. Als
kleinen Trost erhielt sie zudem ei-
nen Ehrenpreis, der nach einer Umfrage die beste Nachwuchsathletin
bekommt. Das für ihr Alter schon
beachtliche Können registrierte
auch der Weltverband. Als einzige
Deutsche gehört sie weltweit zu den
vier jungen Damen, die als Anerkennung ein Sonder-Stipendium von
5000 Schweizer Franken erhalten.
Dieses Geld will sie für einen weiteren Trainingslehrgang in Kanada
verwenden.
EINEN WEITEREN BERICHT zur deutschen
Meisterschaft lesen Sie auf Seite S6
Schützling von Anett Pötzsch gewinnt Gold bei den Herren
Die Eistänzer Nelli Zhiganschina und
Alexander Gazsi gewannen in überlegener Manier seit 2006 ihren sechsten Titel. Mit ihren beiden Programmen erzählten die Moskauerin und
der Chemnitzer wieder außergewöhnliche Geschichten. „Wir sind froh, dass
alles sehr gut geklappt hat. Unsere
besten Leistungen in dieser Saison“,
freute sich Alexander Gazsi. Das Duo
hofft, bei der EM näher ans Podest zu
kommen. Seit 2011 belegen sie Ränge
unter den besten Zehn.
Nelli Zhiganshina und Alexander
Gazsi holten den Meistertitel im Eistanz.
FOTO: BERND WEIßBROD/DPA
Anett Pötzsch, Olympiasiegerin 1980
aus Chemnitz, jubelte nach der Herrenkonkurrenz: Ihr Schützling Franz
Streubel gewann nach zwei fehlerfreien Auftritten erstmals Gold und erhielt auch das EM-Ticket. Seit September trainiert er auf eigenem Wunsch
bei der früheren Weltklasseläuferin in
Dresden. Unter ihren Fittichen machte er sichtbare Fortschritte.
Peter Liebers, bereits fünffacher
Meister, konnte in die Entscheidung
nicht eingreifen. Der Olympia-Achte
zeigte nur sein Kurzprogramm, verzichtete aber auf die Kür. „Die Belastung ist noch zu hoch, ich will nicht
mit einem schlechten Gefühl zur EM
gehen“, begründete der 26-Jährige.
Er hatte sich im Sommer bei einem
Sturz einen Knochen in der Schulter
gebrochen, trainiert erst seit sechs
Wochen wieder.
Martin Rappe vom Chemnitzer EC
belegte den vierten Rang. Wegen einer Rückenverletzung in der Vorbereitung konnte der 21-Jährige, der in
Berlin trainiert, sein eigentliches Leistungsvermögen nicht zeigen. (mm)
Aue-Präsident gibt Trainer Stipic Job-Garantie
Gut gespielt, viele Torchancen erarbeitet, aber
wieder nicht gewonnen:
Der Fußball-Zweitligist
FC Erzgebirge steckt im
Tabellenkeller fest.
VON OLAF MORGENSTERN
AUE — Trotz zweier leichtfertig her-
Mit seiner Mannschaft seit sieben
Spieltagen sieglos: Aue-Trainer Tomislav Stipic.
FOTO: PICTURE POINT
geschenkter Punkte und der
schlechtesten Zweitliga-Hinrunde
in der Auer Vereinsgeschichte hat
Trainer Tomislav Stipic nichts von
seinem Optimismus verloren.
„Wenn meine Mannschaft so weiter-
spielt, wird Aue niemals absteigen“,
betonte der Kroate nach dem 1:1 seiner Elf im Heimspiel gegen Aufsteiger Heidenheim. Doch Fußball ist
ein Ergebnissport – und gute Ergebnisse sind in den vergangenen
Wochen ausgeblieben. Zum siebenten Mal in Folge schritten die Veilchen am Freitagabend sieglos vom
Rasen. Magere drei Punkte hat die
Stipic-Elf seit dem 19. Oktober erkämpft. Aue findet sich nach dem
Ende der Hinrunde mit 13 Punkten
auf dem vorletzten Platz der 2. Fußball-Bundesliga wieder.
In den Reihen der Spieler war die
Enttäuschung entsprechend groß.
„Wir waren Heidenheim spielerisch,
kämpferisch und läuferisch überlegen und haben zwei Punkte ver-
schenkt“, erklärte Angreifer Frank
Löning. „Das ist eine gefühlte
Niederlage”, gestand der auffälligste
Mann auf dem Rasen, Torschütze
Fabian Müller: „Wir waren extrem
gut im Spiel, hatten alles im Griff.
Aber wir haben versäumt, schon vor
der Pause das zweite Tor nachzulegen.“ In der Tat lieferten die Auer
eines ihrer besten Heimspiele in dieser Saison ab und präsentierten sich
nicht wie ein Absteiger.
Müller & Co. erarbeiteten sich
zahlreiche Torchancen und ließen
gegen die beste Offensive der Liga
auch defensiv kaum etwas anbrennen. Nur zweimal kam Heidenheim
gefährlich vors Auer Tor, die zweite
Möglichkeit nutzte der eingewechselte Marcel Titsch-Rivero in der
82. Minute zum Ausgleich. „Spielerisch und kämpferisch war diese
Leistung ein Lichtblick. Aber man
sieht genau, wo es fehlt“, sagte Vereinspräsident Helge Leonhardt und
ärgerte sich über den vergebenen
vierten Heimsieg, der den Rückstand zum rettenden Ufer verkürzt
hätte. Mit Blick auf die zahlreichen
ungenutzten Torchancen ergänzte
Leonhardt: „Wir haben Quantität,
aber es fehlt an Qualität.“
„Auf uns wartet am Mittwoch
schon die nächste Aufgabe. Wenn
wir das Nürnberg-Spiel erneut in
dieser Art und Weise annehmen,
dann werden die drei Punkte in Aue
bleiben”, meinte Stipic, der nicht um
seinen Job fürchten muss. Leonhardt will das Team in der Winter-
pause gezielt verstärken. An der
Arbeit von Stipic zweifelt er nicht.
„In Sachen Trainer werden wir auf
keinen Fall etwas verändern“, versicherte der Vereinschef.
Auf Stipic wartet in den kommenden Wochen viel Arbeit. Am
Mittwoch und Sonntag muss er
seine Kicker auf die letzten beiden
Punktspiele in diesem Jahr gegen
den 1. FC Nürnberg und beim VfL
Bochum vorbereiten. Außerdem gilt
es, den Kader zu analysieren, die
Wintervorbereitung zu planen und
mögliche Neuzugänge nach Aue zu
locken. Ein Mammutprogramm für
den vierfachen Familienvater –
doch Stipic versichert: „Ich fühle
mich pudelwohl in diesem Geschäft
und glaube an meine Mannschaft.“
S2 Freie Presse
LEVERKUSEN - GLADBACH
1:1 – kein Sieger
im Verfolgerduell
LEVERKUSEN — Bayer Leverkusen hat
in der Fußball-Bundesliga zwar die
Rückkehr auf den dritten Tabellenplatz geschafft, Borussia Mönchengladbach sitzt der Werkself aber weiter punktgleich im Nacken. Im Verfolgerduell trennten sich beide
Teams 1:1 (1:1). Bayer blieb in dieser
Saison weiter auf eigenem Platz
ungeschlagen. Vor 30.210 Zuschauern in der BayArena waren die Gastgeber in der 18. Minute verdient
durch Hakan Calhanoglu in Führung gegangen, der den zu weit von
seinem Tor stehenden Borussen-Torwart Yann Sommer mit seinem
Schuss aus 20 Metern überraschte.
Anschließend hätte Bayer das Ergebnis durch Heung-Min Son, Gonzalo
Castro und dem einmal mehr überragenden Calhanoglu in die Höhe
schrauben können. In der 40. Minute war dann aber überraschend Roel
Browers nach einer Ecke von Thorgan Hazard zur Stelle. „Insgesamt ist
der eine Punkt okay“, sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre, Leverkusens Kapitän Simon Rolfes trauerte dagegen zwei verlorenen Zählern
nach: „Wir waren die bessere Mannschaft. Es gibt eben solche Spiele,
nach denen man hadert.“ (sid)
SPRÜCHE
„Der Matchplan war, dass wir gewinnen wollen.“ Hertha-Trainer Jos Luhukay.
„Wir stehen unten drin, da hat man die
Scheiße am Fuß. Wir brauchen nicht
drumherum reden: Gegen Köln muss
ein Sieg her.“ Der Mainzer Johannes
Geis nach dem 1:1 gegen Stuttgart.
„Da kann der Schiedsrichter nichts machen, wenn der Linienrichter nicht die
Fahne hebt. Der war nichts.“ Bremens
Kapitän Clemens Fritz nach dem
3:3 gegen Hannover 96.
„Wir müssen uns nicht in die Hose machen und wollen drei Punkte holen, mit
denen keiner rechnet. Köln hat das auch
geschafft.“ Werder-Manager Thomas
Eichin über die nächsten Gegner
aus Gladbach und Dortmund.
„Dass du gegen Bayern mal einen auf
den Sack bekommst, ist nicht das
Schlimmste auf der Welt.“ Augsburgs
Flügelstürmer Tobias Werner nach
dem 0:4 im Topspiel.
„Die hatten schon in der ersten Halbzeit
einen gewissen Puls, aber das kann man
nicht durchhalten, wenn man nicht elf
Leute auswechseln kann.“ Bayern-Profi
Thomas Müller mit einem Grinsen
nach dem 4:0 innerhalb von zwölf
Minuten gegen Augsburg.
„Alle haben es die 100 Spiele mit mir
ausgehalten.“ Christian Streich
über seine 100 Bundesligapartien
auf der Trainerbank des SC Freiburg.
„Wir müssen dahin kommen, endlich
mal ein ekliges Tor zu machen.“ Freiburgs Stürmer Felix Klaus über die
mangelhafte Offensive (dpa)
Montag, 15. Dezember 2014
Die Krise ist zurück in Dortmund
Ausgerechnet der ehemalige BVB-Stürmer Julian
Schieber sorgt mit seinem
Siegtor für Hertha BSC für
schlechte Stimmung bei
den Schwarz-Gelben.
Köln gewinnt
nach über
21 Jahren
auf Schalke
Eklat um Feuerzeug-Wurf
von der VIP-Tribüne –
Co-Trainer verletzt
VON JÖRG SOLDWISCH
VON ULLI BRÜNGER
BERLIN — Nach dem Abpfiff gab Juli-
GELSENKIRCHEN — Herber
Rückschlag für müde Champions-League-Helden: Der FC Schalke hat im
Kampf um die Europapokal-Plätze
wieder an Boden verloren. Drei Tage
nach dem Einzug ins Achtelfinale
der Königsklasse kassierte der
Revierclub beim 1:2 (0:0) gegen den
1. FC Köln die erste Heimniederlage
der Bundesliga-Saison. „Das dritte
Spiel in sieben Tagen ist immer das
schwierigste. Unsere Chancenauswertung war heute
nicht so gut“, sagte
Schalkes Trainer
Roberto Di Matteo,
der wusste, dass
man sich gegen die defensiv orientierten Kölner keine Fehler erlauben
kann. „Leider haben wir in der zweiten Hälfte welche gemacht, die dann
zu den Gegentoren geführt haben.
Danach hat uns vielleicht die Spritzigkeit gefehlt.“
Anthony Ujah (Foto) und Matthias Lehmann per Foulelfmeter bescherten den Rheinländern den ersten Sieg auf Schalke seit mehr als
21 Jahren. Das Anschlusstor des eingewechselten Leroy Sané (85.) kam
zu spät. Die nunmehr zweitbeste
Auswärtself der Liga beendete ihre
Mini-Krise von zuletzt drei Niederlagen und steht im gesicherten Mittelfeld. „Wir haben lange die Null
gehalten und dann unsere Chancen
genutzt“, beschrieb der nach einer
Gelbsperre zurückgekehrte Lehmann die erfolgreiche Taktik. „Am
Ende war es eine Schlacht.“
Und während dieser Schlacht gab
es auch noch einen Eklat. „Das ist
ein Unding“, kommentierte der
Schalkes Sportvorstand Horst Heldt
jene Szene in der Nachspielzeit, als
S04-Co-Trainer Sven Hübscher auf
der Haupttribünenseite von einem
Feuerzeug, das aus dem Zuschauerblock geworfen wurde, am Kopf getroffen wurde. Die Wucht des Aufpralls verursachte eine klaffende
Platzwunde, die genäht werden
musste. „Wir versuchen, den Täter
zu ermitteln. Ich hoffe, dass wir den
einen oder anderen Zeugen finden“,
berichtete Heldt. Offenbar gibt es
keine Videoaufnahmen – das Feuerzeug flog aus dem VIP-Block, der angeblich nicht filmisch überwacht
wird. Nach einem Zusammenprall
des Schalker Torwarts Ralf Fährmann mit dem Kölner Thomas Bröker waren Trainer und Betreuer der
Gäste aufgesprungen und hatten
sich protestierend Richtung Schalker Bank bewegt. Bei dieser „Rudelbildung“ an der Außenlinie flog das
Feuerzeug. Und die Moral von der
Geschicht‘: VIP-Tribüne schützt vor
Blödheit nicht! (dpa mit sid)
an Schieber dem Ball ein paar zärtliche Küsse, dann tröstete er sofort
seine niedergeschlagenen Ex-Mitspieler aus Dortmund. „Es tut schon
weh, die alten Kollegen leiden zu
sehen“, sagte der Stürmer von Hertha BSC, nachdem er den BVB mit
seinem Siegtreffer zum 1:0 (1:0) zurück in die Bundesliga-Krise geschossen hatte. Nun gibt es vom
Gegner also schon Mitleid für Dortmund – spätestens jetzt müssten alle
Alarmglocken schrillen.
Als auch noch Hertha-Trainer Jos
Luhukay in der Pressekonferenz
über die „fantastische Mannschaft“
und den „hervorragenden Trainer“
der Dortmunder schwärmte, konnte
sich Jürgen Klopp einen süffisanten
Kommentar nicht verkneifen. „Diese großartige Mannschaft“, sagte der
BVB-Coach, „hat aber auch großartige Probleme.“ Und diese konnte das
Team vor 75.254 Zuschauern im Berliner Olympiastadion nicht mehr
kaschieren. Der Vizemeister spielte
größtenteils auch so, wie es seinem
16. Tabellenplatz entspricht: wie ein
Abstiegskandidat. Auf die heutige
Auslosung des Achtelfinalgegners
in der Champions League freute
sich kaum noch jemand.
Mchitarjan: Sechs Wochen Pause
„Beschissen“ sei die Situation,
schimpfte Sven Bender. Der Mittelfeld-Abräumer war nach der neunten Saisonniederlage, die den zarten
Aufschwung der vergangenen Woche wieder zunichte machte, richtig
geladen: „Wir hauen uns auswärts
jedes Mal tiefer in den Strudel rein.
Das ist Käse!“ Die Abstiegsgefahr
lässt sich auch statistisch belegen:
Nur 14 Punkte aus 15 Spielen – das
bedeutet BVB-Negativrekord seit
FOTO: IMAGO
NACHRICHT
SPORT
Nur noch Entsetzen: Die Dortmunder Ciro Immobile und Lukasz Piszczek nach dem Abpfiff.
Einführung der Drei-Punkte-Regel.
Neun Niederlagen zu diesem Zeitpunkt gab es zuletzt vor 30 Jahren.
Seinen Kampfgeist hat Klopp
aber immer noch nicht verloren.
„Wir haben jetzt noch zwei Spiele
Zeit, um unsere Ausgangssituation
für die Rückrunde dramatisch zu
verbessern“, sagte der 47-Jährige:
„Das ist jetzt der Auftrag.“ Dabei
wird der Trainer auf Henrich Mchitarjan (25) verzichten, der aufgrund
eines Muskelbündelrisses im rechten Oberschenkel sechs Wochen
ausfällt. Sollte der achtmalige Meister aber auch gegen Wolfsburg und
in Bremen versagen, dürften die
Fans nicht mehr so bedingungslos
hinter dem Team stehen wie trotz
der Niederlage in Berlin. „Unsere
Zuschauer“, betonte Klopp, „haben
sich nichts zu schulden kommen
lassen. Das kann man von uns nicht
behaupten.“
Der „Schattenmann“ schlägt zu
Selbstverschuldet ist die Krise auch
deshalb, weil die Stürmer weiter auf
der Suche nach ihrer Form sind. Der
Italiener Ciro Immobile scheiterte
in der zweiten Halbzeit bei einem
Kopfball kläglich, der eingewechselte Adrian Ramos blieb bei seiner
Rückkehr nach Berlin wirkungslos.
Bayern Herbstmeister: Robben lebt’s vor
FOTO: JAN KUPPERT/SVEN SIMON
Dass auf der anderen Seite ausgerechnet Schieber zum Matchwinner
wurde, passte ins Bild. Klopp nahm
seinen Ex-Spieler noch auf dem Feld
herzlich in den Arm. „Er hat mir zu
meinem Spiel gratuliert“, verriet
Schieber, der den Durchbruch in
Dortmund als Schattenmann von
Robert Lewandowski nicht geschafft hatte und vor dieser Saison
an die Spree gewechselt war. Wie ein
strahlender Held sah Schieber nach
dem Spiel aber nicht aus. „Ich würde
mich jetzt am liebsten auf die Couch
fallen lassen“, sagte der 25-Jährige:
„Das war das intensivste Spiel, das
ich als Fußballer erlebt habe.“ (sid)
ENGLAND
Spieler des Tages: Niederländer glänzt mit Solos und zwei Toren gegen Augsburg
Manchester United
siegt im Klassiker
AUGSBURG — Karl-Heinz Rummenigge lobte Arjen Robben zunächst als
besten Spieler der Welt, korrigierte
sich dann aber mit einem Grinsen
schnell: „Bester Feldspieler der
Welt.“ Bester Spieler soll ja bald Torwart Manuel Neuer werden. Aber
egal. Die Botschaft war klar. Der
Niederländer von Bayern München
ist schon seit langem eine Klasse für
sich. Auch beim 4:0 gegen den
FC Augsburg und der Herbstmeisterschaft unterstrich der dribbelstarke Offensivspieler mit seinen unwiderstehlichen Alleingängen seine
Ausnahmestellung. Zwei tolle Tore
untermauerten dies noch. Es waren
die Saisontreffer sieben und acht
von Robben. Was der 30-Jährige
auch noch am Ende des strapaziösen
WM-Jahres leistet, verdient das Prädikat Weltklasse. Zum elften Mal
traf er doppelt in der Bundesliga, auf
64 Tore kommt er in 116 Spielen.
Das „schöne Kompliment“ des
Bayern-Bosses machte Arjen Robben
ein wenig verlegen. „Ich glaube, da
gibt es auch noch ein paar andere
Spieler, die sind vielleicht noch ein
bisschen besser“, entgegnete er.
Trainer Pep Guardiola lobte auch,
aber allgemein die „überragende
Mentalität“ seiner Stars: „Sie haben
in den letzten beiden Jahren schon
alles gewonnen, aber sie wollen immer weiter gewinnen, gewinnen,
gewinnen“, erklärte der Spanier:
„Gratulation an den Verein, an Kalle
Rummenigge, an Matthias Sammer
für diese Spieler, die sie mir gegeben
haben.“ Robben lebt das Sieger-Gen
bei den Münchnern jedoch in besonderer Weise vor. (sid)
LONDON — Der englische FußballRekordmeister Manchester United
hat den Liga-Klassiker gegen den FC
Liverpool 3:0 (2:0) gewonnen. Mit
31 Punkten festigten die „Red Devils“ in der Premier League den dritten Tabellenplatz hinter Spitzenreiter FC Chelsea (39) und Manchester
City (36). Nationalspieler Wayne
Rooney (12.) brachte die Mannschaft
von Coach Louis van Gaal auf Kurs.
Noch vor dem Wechsel erhöhte Juan
Mata (40.). Robin van Persie setzte
gegen die enttäuschenden Gäste den
Schlusspunkt. Der deutsche U21Nationalspieler Emre Can kam bei
Liverpool nicht zum Einsatz. (dpa)
van, Baba - Baier - Bobadilla, Feulner, Altintop
(73. Kohr), Tobias Werner (70. Esswein) Djurdjic (64. Mölders).
München: Neuer - Rafinha, Benatia, Jerome
Boateng, Bernat - Alonso (74. Götze) - Rode,
Schweinsteiger (72. Hojbjerg) - Robben (77.
Thomas Müller), Lewandowski, Ribery.
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg), Tore: 0:1
Benatia (58.), 0:2 Robben (59.), 0:3 Lewandowski (68.), 0:4 Robben (71.), Zuschauer:
30.660 (ausverkauft).
Hoffenheim - Eintracht Frankfurt 3:2 (1:0).
Hoffenheim: Baumann - Beck (V), Süle (10.
Strobl), Bicakcic, Kim (V) - Polanski, Schweg-
ler - Volland, Firmino (V), Elyounoussi (87.
Schipplock) - Modeste (62. Szalai).
Frankfurt: Hildebrand - Chandler, Russ, Anderson (V), Oczipka - Hasebe (V) - Aigner (90.
Kittel), Stendera (82. Madlung), Inui (75. Piazon) - Meier, Seferovic.
Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim),
Tore: 1:0 Volland (43.), 1:1 Aigner (58.), 2:1
Szalai (65.), 2:2 Seferovic (77.), 3:2 Firmino
(87.), Zuschauer: 28.331.
Leverkusen - Mönchengladbach 1:1 (1:1)
Bayer: Leno - Jedvaj (V), Toprak, Spahic, Wendell (V) - Lars Bender (V), Castro - Bellarabi,
Calhanoglu (71. Brandt), Son (57. Rolfes) Kießling (V).
Borussia: Sommer - Korb, Brouwers, Jantschke, Dominguez (V) - Kramer, Xhaka - Hahn,
Herrmann (79. Traore) - Max Kruse, Hazard
(89. Raffael).
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen); Tore:
1:0 Calhanoglu (18.), 1:1 Brouwers (39.); Zuschauer: 30.210 (ausverkauft).
VfL Wolfsburg - SC Paderborn 1:1 (1:0)
VfL: Benaglio - Sebastian Jung (70. Hunt), Naldo (V), Knoche, Marcel Schäfer - Luiz Gustavo
(V), Arnold (V) - Vieirinha, De Bruyne, Perisic
(V/70. Caligiuri) - Dost (85. Bendtner).
Paderborn: Lukas Kruse - Wemmer, Strohdiek
(V), Lopez, Hünemeier (V), Brückner (46.
Kutschke) - Rupp, Bakalorz - Stoppelkamp
Arjen Robben
Bayern-Profi
FOTO: IMAGO/ULMER
FUSSBALL-BUNDESLIGA – 15. SPIELTAG
FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 1:1 (1:0).
Mainz: Karius - Brosinski, Bell, Noveski, Diaz Geis, Park - Samperio (V/82. De Blasis), Malli
(82. Soto), Allagui (69. Djuricic/V) - Okazaki.
Stuttgart: Ulreich - Schwaab, Baumgartl, Niedermeier, Gotoku Sakai - Romeu (57. Maxim) Klein (69. Kostic), Hlousek (V) - Gentner Ginczek (V), Timo Werner (90.+3 Rausch).
SR.: Dankert (Rostock), Tore: 1:0 Geis (36.),
1:1 Kostic (72.), Zuschauer: 29.279.
Hertha BSC - Borussia Dortmund 1:0 (1:0).
Berlin: Kraft - Pekarik, Hegeler, Brooks (V), Nico Schulz - Niemeyer - Beerens, Ronny (82.
Lustenberger), Skjelbred (70. Hosogai), BenHatira (70. van den Bergh) - Schieber.
Dortmund: Langerak - Piszczek (V), Subotic
(83. Sahin), Hummels, Schmelzer - Sven Bender, Kehl (46. Ramos) - Aubameyang, Gündogan, Mchitarjan (35. Blaszczykowski) - Immobile.
Schiedsrichter: Perl (Pullach), Tor: 1:0 Schieber (40.), Zuschauer: 75.254.
Werder Bremen - Hannover 96 3:3 (1:1).
Bremen: Strebinger - Gebre Selassie, Galvez,
Caldirola (V), Sternberg (39. Garcia) - Fritz,
Kroos (V) - Bartels (V), Aycicek (77. Hajrovic),
Junuzovic - Lorenzen (57. Selke).
96: Zieler - Hiroki Sakai (V), Marcelo, Christian
Schulz, Albornoz - Schmiedebach (V/76. Salif
Sane), Gülselam (V) - Briand (90.+1 Bitten-
court), Stindl, Kiyotake (90. Prib) - Joselu.
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden), Tore: 0:1
Stindl (12.), 1:1 Junuzovic (36.), 2:1 Lorenzen
(55.), 2:2 Joselu (62.), 2:3 Kiyotake (64.), 3:3
Selke (88.), Zuschauer: 40.932.
Schalke 04 - 1. FC Köln 1:2 (0:0).
Schalke: Fährmann - Neustädter, Kirchhoff,
Höwedes (V) - Uchida, Fuchs (74. Leroy Sane)
- Aogo - Barnetta (58. Clemens), Meyer (83.
Sam) - Huntelaar, Choupo-Moting.
Köln: Horn - Olkowski, Mavraj, Wimmer (V),
Hector - Lehmann - Risse (68. Maroh), Vogt,
Gerhardt, Svento (81. Bröker) - Ujah.
Schiedsrichter: Brych (München), Tore: 0:1
Ujah (47.), 0:2 Lehmann (67., Foulelfmeter),
1:2 Leroy Sane (85.), Zuschauer: 61.516.
SC Freiburg - Hamburger SV 0:0.
Freiburg: Bürki - Riether, Torrejon (V), Kempf,
Günter (V) - Höfler (46. Julian Schuster), Darida - Klaus (81. Zulechner), Schmid - Guede
(71. Schahin), Mehmedi.
Hamburg: Drobny - Diekmeier, Djourou, Cleber
(V), Marcos - Behrami (V) - Nicolai Müller (71.
Gouaida), van der Vaart (65. Jiracek), Holtby Rudnevs, Lasogga (90.+2 Stieber).
Schiedsrichter: Stark (Ergolding), Zuschauer:
24.000 (ausverkauft). Besonderes Vorkommnis: Drobny hält Foulelfmeter von Darida (2.).
FC Augsburg - Bayern München 0:4 (0:0).
Augsburg: Manninger - Verhaegh, Hong, Kla-
Tabelle
1. (1.)
2. (2.)
3. (4.)
4. (6.)
5. (3.)
6. (5.)
7. (8.)
8. (7.)
9. (9.)
10. (10.)
11. (12.)
12. (11.)
13. (15.)
14. (13.)
15. (16.)
16. (14.)
17. (17.)
18. (18.)
Bayern München
VfL Wolfsburg
Bayer Leverkusen
Bor. Mönchengladbach
FC Augsburg
FC Schalke 04
Hoffenheim
Eintr. Frankfurt
Hannover 96
SC Paderborn (N)
1. FC Köln (N)
FSV Mainz
Hertha BSC
Hamburger SV
SC Freiburg
Borussia Dortmund
Werder Bremen
VfB Stuttgart
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
12
9
6
6
8
7
6
6
6
4
5
3
5
4
2
4
3
3
3
3
6
6
0
2
5
3
2
6
3
8
2
4
8
2
5
4
0
3
3
3
7
6
4
6
7
5
7
4
8
7
5
9
7
8
37:3
29:14
26:19
20:13
20:18
26:20
24:24
29:29
17:24
20:24
16:21
18:21
20:26
9:18
15:21
15:22
23:34
19:32
39
30
24
24
24
23
23
21
20
18
18
17
17
16
14
14
14
13
25:2
16:5
17:9
14:9
15:10
16:9
19:14
17:16
8:10
14:9
4:8
8:6
11:10
7:7
6:8
7:7
11:9
4:16
24
20
16
15
15
17
17
13
12
13
5
10
13
11
7
10
9
4
12:1 15
13:9 10
9:10 8
6:4 9
5:8 9
10:11 6
5:10 6
12:13 8
9:14 8
6:15 5
12:13 13
10:15 7
9:16 4
2:11 5
9:13 7
8:15 4
12:25 5
15:16 9
(72. Ziegler), Meha - Kachunga (84. Ducksch).
- Trainer: Breitenreiter
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin), Tore: 1:0 Lopez
(17. Eigentor), 1:1 Meha (51. Foulelfmeter),
Zuschauer: 26.044, Besonderes Vorkommnis:
Kruse hält Foulelfmeter von Perisic (30.).
Torschützenliste
10 Tore: Alex Meier (Eintracht Frankfurt)
8 Tore: Arjen Robben (Bayern München)
E. M. Choupo-Moting (FC Schalke)
Shinji Okazaki (FSV Mainz 05)
7 Tore: Karim Bellarabi (Leverkusen)
Mario Götze (Bayern München)
Robert Lewandowski (FC Bayern)
Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke)
6 Tore: Anthony Ujah (1. FC Köln)
Thomas Müller (FC Bayern)
Haris Seferovic (Frankfurt)
Franco Di Santo (Werder Bremen)
17. Spieltag
Dienstag, 16. Dezember, 20.00 Uhr: FC Bayern - Freiburg, Hannover - Augsburg, Hamburger SV - Stuttgart, Köln - Mainz, Mittwoch,
17. Dezember, 20.00 Uhr: Dortmund - Wolfsburg, Mönchengladbach - Bremen, Hoffenheim - Leverkusen, Frankfurt - Hertha, Paderborn - Schalke.
SPORT
Montag, 15. Dezember 2014
NACHRICHT
2. BUNDESLIGA
FC Ingolstadt
gewinnt Topspiel
INGOLSTADT — Der FC Ingolstadt hat
die Kaiserslauterer Attacke im Topduell der 2. Fußball-Bundesliga abgewehrt und sich dank eines hart
erkämpften Heimsiegs deutlich von
den Verfolgern abgesetzt. Die Oberbayern erreichten gestern ein 2:0
(0:0), das dem Team von Trainer
Ralph Hasenhüttl einen SechsPunkte-Vorsprung auf den neuen
Zweitplatzierten aus Karlsruhe bescherte. Der KSC löste den 1. FC Kaiserslautern dank eines 3:2 (0:1) bei
1860 München ab. Den Ingolstädtern reicht ein Zähler aus den verbleibenden beiden Partien, um
sicher als Tabellenführer zu überwintern. Der Vorsprung auf den Aufstiegs-Relegationsrang und Darmstadt 98 beträgt sieben Punkte. In
einer hitzigen Partie sorgte Lukas
Hinterseer nach einem Freistoß von
Pascal Groß (52. Minute) für die Führung; es war schon sein siebtes Saisontor. Kurz vor Schluss gelang
Stefan Lex die Entscheidung (84.).
Lauterns Amin Younes hatte zuvor
nach wiederholtem Foul Gelb-Rot
(60.) gesehen und sein Team gegen
die Bayern vor eine nahezu unmögliche Aufgabe gestellt. (dpa)
FUSSBALL
2. Bundesliga
Erzgebirge Aue - Heidenheim 1:1 (1:0)
Braunschweig - Union Berlin 1:1 (1:1).
Schiedsrichter: Kempter (Stockach), Tore: 1:0
Ryu (22.), 1:1 Thiel (28.), Zuschauer: 23.050.
FSV Frankfurt - Düsseldorf 0:2 (0:1).
Schiedsrichter: Brand (Gerolzhofen), Tore: 0:1
Benschop (45.+2), 0:2 Benschop (63.), Zuschauer: 7021. Besonderes Vorkommnis: Unnerstall (Düsseldorf) hält Foulelfmeter von
Grifo (71.).
1860 München - Karlsruher SC 2:3 (1:0).
Schiedsrichter: Schriever (Dorum), Tore: 1:0
Wittek (28.), 1:1 Hennings (59.), 1:2 Yamada
(67.), 1:3 Hennings (69.), 2:3 Okotie (74.),
Zuschauer: 16.400.
SV Sandhausen - VfL Bochum 0:0.
Schiedsrichter: Weiner (Giesen), Zuschauer:
4023.
Greuther Fürth - RB Leipzig 0:1 (0:0).
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel),
Tor: 0:1 Hoheneder (76.), Zuschauer: 10.225.
FC St. Pauli - SV Darmstadt 98 0:1 (0:0).
Schiedsrichter: Osmers (Hannover), Tor: 0:1
Holland (86.), Zuschauer: 23.000.
Ingolstadt - 1. FC Kaiserslautern 2:0 (0:0).
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg), Tore: 1:0
Hinterseer (52.), 2:0 Lex (84.), Zuschauer:
13.359. Gelb-Rote Karte: Younes (Kaiserslautern) wegen wiederholten Foulspiels(60.).
VfR Aalen - 1. FC Nürnberg 1:2 (0:1).
Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück), Tore:
0:1 Füllkrug (11.), 0:2 Füllkrug (60.), 1:2 Gjasula (64., Foulelfmeter), Zuschauer: 11.184.
Nächster Spieltag:
Dienstag, 16. Dezember: Braunschweig Düsseldorf, Greuther Fürth - Bochum, Union
Berlin - Karlsruher SC, FSV Frankfurt - Heidenheim (alle 17.30 Uhr). Mittwoch, 17. Dezember: 1860 München - Kaiserslautern, Ingolstadt - FC St. Pauli, VfR Aalen - RB Leipzig, SV
Sandhausen - SV Darmstadt, FC Erzgebirge
Aue - 1. FC Nürnberg (alle 17.30 Uhr).
3. Liga
Osnabrück - Chemnitzer FC 2:0 (0:0).
Münster - VfB Stuttgart II 1:0 (1:0).
Schiedsrichter: Schlager (Niederbühl), Tor: 1:0
Dominik Schmidt (2.), Zuschauer: 8023.
Rot-Weiß Erfurt - Hansa Rostock 4:1 (2:0).
Schiedsrichter: Schröder (Hannover), Tore:
1:0 Kammlott (4.), 2:0 Kammlott (10.), 3:0
Tyrala (56.), 3:1 Ziemer (59.), 4:1 Wiegel
(67.), Zuschauer: 7378. Gelb-Rote Karte:
Schwertfeger (Rostock) wegen wiederholten
Foulspiels (46.).
Holstein Kiel - Dortmund II 0:2 (0:1).
Schiedsrichter: Göpferich (Bad Schönborn),
Tore: 0:1 Kefkir (37.), 0:2 Jordanow (69.), Zuschauer: 4920.
Wehen Wiesbaden - Unterhaching 4:0 (1:0).
Schiedsrichter: Schult (Hamburg), Tore: 1:0
Book (40.), 2:0 Schnellbacher (47.), 3:0
Schindler (85.), 4:0 Mrowca (88.), Zuschauer:
3936.
Regensburg - Stuttgarter Kickers 0:2 (0:1).
Schiedsrichter: Bandurski (Oberhausen), Tore:
0:1 Baumgärtel (3.), 0:2 Stein (75., Foulelfmeter), Zuschauer: 2909.
Großaspach - MSV Duisburg 1:1 (1:1).
Schiedsrichter: Huber (München), Tore: 1:0
Rizzi (17., Foulelfmeter), 1:1 Janjic (26.), Zuschauer: 2300.
Hallescher FC - Arminia Bielefeld 0:3 (0:2).
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart), Tore: 0:1
Klos (4.), 0:2 Klos (12.), 0:3 Christian Müller
(84.), Zuschauer: 6623.
Dynamo Dresden - Cottbus 1:0 (0:0).
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf) Tor: 1:0 Tekerci (55.), Zuschauer: 28.440. Besonderes
Vorkommnis: Wiegers (Dresden) hält Handelfmeter von Mattuschka (89.).
1. FSV Mainz II - Fortuna Köln 1:1 (1:1).
Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen), Tore: 0:1
Dahmani (36.), 1:1 Weil (45.), Zuschauer:
666.
Nächster Spieltag:
Sonnabend, 20. Dezember: Dynamo Dresden
- Osnabrück, Bielefeld - Chemnitzer FC, Fortuna Köln - Hallescher FC, VfB Stuttgart II - RotWeiß Erfurt, FC Hansa Rostock - Holstein Kiel,
Energie Cottbus- Preußen Münster, Duisburg FSV Mainz II, Stuttgarter Kickers - Großaspach, SpVgg Unterhaching - Regensburg,
Dortmund II - Wehen Wiesbaden (alle 14 Uhr).
Freie Presse
S3
CFC fehlen Cleverness und Glück
Cleverness und Glück. Auf die Verliererstraße gerieten die Himmelblauen in der 57. Minute, als sie sich
von einer einstudierten Freistoß-Variante düpieren ließen: Kunstschütze Massimo Ornatelli servierte den
Ball maßgerecht auf den Kopf des
langen Ex-Leipzigers Tobias Willers,
der von außen auflegte für Torjäger
Stanislav Iljutcenko. Danach setzte
es drei weitere Nackenschläge, die
den CFC vollends aus der Bahn warfen. Zwei Mal haderten die Chemnitzer mit dem Schiedsrichter Benjamin Cortus. Der zweitligaerfahrene
Referee entschied nicht auf Elfmeter, als der Ball nach einer Ecke von
Philip Türpitz an den ausgefahrenen
Arm von Ornatelli sprang (64.) – es
hat schon für unauffälligere Handspiele Elfmeter gegeben.
Endgültig geschlagen war der
CFC dann, als kurz nach dem 0:2
(69.) durch Iljutcenko – der aus dem
russischen Jaschalta stammende
Stürmer erzielte nach einer Rechtsflanke von Stephan Thee seinen
achten Saisontreffer – Marc Endres
vom Platz flog (71.). Der Referee hatte auch das zweite Foul des formstarken Abwehrhünen mit Gelb bestraft; eine harte Entscheidung in einem intensiven, aber fairen Spiel.
„Ich habe nur zwei normale Fouls
gemacht, das darf man so nicht bestrafen“, ärgerte sich Endres. Trainer
Torsten Bittermann, der die Mannschaft zusammen mit Kay-Uwe Jendrossek betreute, bescheinigte dem
Team eine gute Vorstellung: „Wir haben es dem VfL in der ersten Stunde
sehr schwer gemacht. Für unsere
Verhältnisse haben wir angesichts
der letzten Wochen ein sehr ordentliches Spiel gemacht.“
Die Talfahrt geht weiter,
die Auswärtsschwäche
hält an: Wer das blanke
Ergebnis sieht, das der
Chemnitzer FC beim VfL
Osnabrück erzielte, kommt
an diesen Tatsachen nicht
vorbei. Doch hinter dem
0:2 verbirgt sich durchaus
eine Leistungssteigerung.
VON HARALD PISTORIUS
OSNABRÜCK — Inwieweit das an den
überraschenden Umstellungen lag,
die Interimstrainer Torsten Bittermann in Absprache mit dem Trainerteam und Manager Stephan Beutel vornahm, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Erstmals seit
dem 0:0 Ende Oktober gegen Holstein Kiel stand Philipp Pentke wieder im Tor; zur eigenen Überraschung („Ich habe es am Morgen
beim Spaziergang erfahren“) und
zum Ärger von Max Reule.
Erfahrung vor Jugend, Defensivkraft vor Spielwitz – diese Grundüberlegung stand auch hinter den
weiteren Umstellungen, die dazu
führten, dass sich die CFC-Startelf
auf sechs Positionen verändert zeigte. Mit dem Ausfall von Chefcoach
Karsten Heine, so beteuerten alle,
habe das nichts zu tun. Der Fußballlehrer musste wegen einer Grippe
zu Hause bleiben.
Er verpasste eine couragierte erste Halbzeit seiner Mannschaft, die
die Osnabrücker mit zäher Defensivarbeit und einigen gefährlichen
Kontern nervte. Im 4-1-4-1-System
wurde zwar bei den lila-weißen Angriffswellen die Abwehrreihe oft eine Sechserkette, doch der Zweck heiligte die Mittel. Außer einem Volleyschuss von David Pisot, der nach einer Ecke knapp verzog (29.), und
dem Schuss aus Nahdistanz von
Stanislav Iljutcenko, den Pentke abwehrte (43.), gab es keine nennens-
Enttäuschung nach dem Spiel bei den Chemnitzern Philipp Pentke (l.) und Marc Hensel.
werten Chancen für die Osnabrücker. Zudem war der CFC nah dran
am ersten Auswärtstor seit dem 17.
September, als Marco Kehl-Gomez
zum 3:1-Endstand bei der U23 von
Borussia Dortmund traf. Nach einer
guten halben Stunde spielte sich der
CFC auf der linken Seite gut durch,
plötzlich stand Fabian Stenzel frei
vor Daniel Heuer Fernandes, schei-
terte aber aus etwas spitzem Winkel
an dem Osnabrücker Schlussmann.
Weil auch Anton Fink quirlig unterwegs war, hatte der CFC durchaus
seine Anteile an einer ausgeglichenen, ansehnlichen Drittligapartie.
Doch am Ende stand die fünfte
Niederlage in Folge, das Abrutschen
auf Rang 12, und ein Chemnitzer
Tor in der Fremde hat es seit 405 Mi-
FOTO: PICTURE POINT
nuten nicht gegeben. Und doch hatte Marc Hensel – erstmals in dieser
Saison im Einsatz bei den Profis –
Recht, als er sagte: „Die Mannschaft
hat ein gutes Gesicht gezeigt. Wir
haben hier die Chance auf eine
Überraschung gesehen – und die
wäre auch möglich gewesen.“
Stimmt, doch in den entscheidenden Szenen fehlten dem CFC
STATISTIK: Osnabrück: Heuer Fernandes
–Pisot, Willers, Grassi (V/51. Thee), Dercho –
Ornatelli, Chahed, Feldhahn, Kandziora – Iljutcenko (79. Alvarez), Menga ( 90. Sembolo).
Chemnitz: Pentke – Conrad, Endres, Röseler,
Cincotta –Hensel – Scheffel (71. Ziereis), Stenzel, Kehl-Gomez (71. Ofosu), Türpitz – Fink.
Schiedsrichter: Cortus (Röthenach), Tore:
1:0 Iljutcenko (57.), 2:0 Iljutcenko (69.),
Zuschauer: 8300. Gelb-Rot: Endres (71., wiederholtes Foulspiel).
Wiegers und sein gutes Gedächtnis
RB: Rebic fällt lange aus
3. Liga: Reservekeeper sichert Dynamo Dresden 1:0-Sieg gegen Energie Cottbus
2. Bundesliga: Muskelbündelriss bei Leipzigs Stürmer
DRESDEN — Ruhig und souverän gab
FÜRTH/LEIPZIG — Die Stürmerproble-
Patrick Wiegers am Samstag ein Interview nach dem anderen, als würde er täglich vor die Presse treten.
Dabei stand er als Ersatzkeeper von
Fußball-Drittligist Dynamo Dresden
bislang eher im Schatten. Doch das
wird jetzt anders. Mit seinem gehaltenen Elfmeter im Ostgipfel gegen
Energie Cottbus sicherte Wiegers
Dynamo den 1:0-Heimsieg und
avancierte zum Helden des Tages.
„Der erste Einsatz und gleich einen
Elfmeter gehalten. Das ist Wahnsinn“, sagte der 24-Jährige, der ab der
34. Minute den verletzten Benjamin
Kirsten ersetzen musste. Weil der
Patrick Wiegers
Torhüter
von Dynamo Dresden
FOTO: PICTURE POINT
mit einem Mittelhandbruch mehrere Wochen ausfällt, wird der Einsatz
von Wiegers keine Eintagsfliege
bleiben. Dass sein Dynamodebüt
derart furios endete, hatte Wiegers
seinem guten Gedächtnis zu verdanken. „Vor zwei Jahren habe ich mit
Regensburg bei Union Berlin gespielt. Damals hat Mattuschka auch
einen Elfmeter gegen uns geschossen, und er hat auf dieses Eck gezielt.
Darauf habe ich mich verlassen,
dass er da wieder hin schießt“, erklärte der Deggendorfer.
Mit einem beherzten Sprung
nach links parierte er den Handelfmeter von Torsten Mattuschka in
der 89. Minute. Damit blieb es beim
1:0, das Sinan Tekerci in der 55. Minute erzielt hatte. Wiegers ist als
Elfmeterschreck bekannt, was auch
Dynamo bereits leidvoll zu spüren
bekam. In der 2. Bundesliga hielt er
im Trikot von Regensburg in der
Saison 2012/13 gleich zwei Strafstöße gegen Dresden. (dpa)
me bei RB Leipzig reißen genauso
wenig ab wie die unglückliche Zeit
von Ante Rebic. Dabei sah es in der
vergangenen Woche so aus, als würde der kroatische Stürmer sich endlich beweisen können. Weil mit Terrence Boyd, Daniel Frahn und Yussuf Poulsen gleich drei Angreifer
fehlten, durfte Rebic beim 1:0 (0:0)Auswärtssieg am Freitagabend in
Fürth sein Startelfdebüt beim sächsischen Fußball-Zweitligisten feiern.
Doch wie der Verein am Sonnabend vermeldete, hat sich Rebic
dabei einen Muskelbündelriss im
rechten Oberschenkel zugezogen.
Er wird etwa sechs Wochen ausfallen – das Fußballjahr ist für den
21-Jährigen damit vorzeitig beendet,
und die Leidenszeit des Angreifers
geht weiter. Deshalb musste in
Fürth ein Abwehrspieler aushelfen.
Niklas Hoheneder erlöste den ambitionierten Aufsteiger mit seinem
ersten Zweitliga-Treffer. Das 1:0 bei
den Franken war der erste Auswärtssieg der Leipziger nach vier Monaten. Damals begann auch Hoheneders Leidenszeit. Im Spiel gegen
den FC Erzgebirge Aue stürzte der
Innenverteidiger in einem Kopfballduell schwer und stauchte sich die
Halswirbelsäule. (dpa)
Eispiraten: Ganz starke Leistung gegen Landshut
Nach einem überlegenen
Sieg gegen die Bayern gab
es für die Crimmitschauer
gestern in Ravensburg eine
knappe 2:3-Niederlage.
Am
Freitagabend haben die Eispiraten
Crimmitschau eine ganz starke Leistung gezeigt. Sie konnten gegen den
EV Landshut einen 6:2 (1:0,4:1,1:1)Sieg feiern. In der Partie streifte sich
Test-Stürmer Eric Lampe zum ersten
Mal das Eispiraten-Trikot über. Der
28-Jährige kam in der Paradereihe
zum Einsatz. „Ich freue mich, dass es
zum Einstand gleich mit einem Sieg
geklappt hat“, sagt Eric Lampe. Der
US-Amerikaner hatte seine beste
Szene in der 49. Minute, als er mehrere Gegenspieler auf sich zog und
RAVENSBURG/CRIMMITSCHAU —
sich genau im richtigen Moment
von der Hartgummischeibe trennte.
Dadurch konnte Sturmpartner Jamie MacQueen mühelos zum 6:1
einschießen. Licht und Schatten
beim Lampe-Debüt hat Trainer
Chris Lee gesehen.
„Er hatte gut Szenen, aber auch
Fehler gemacht. Eine Bewertung
fällt schwer, weil sich Eric Lampe
erst in die Mannschaft finden muss“,
sagt Chris Lee, der auf jeden Fall
auch am nächsten Wochenende
noch einmal auf den Test-Stürmer
zurückgreifen kann. Dagegen wird
Robin Slanina nicht mehr für die
Eispiraten stürmen. Der 24-jährige
Deutsch-Tscheche, der nur in der
vierten Reihe zum Einsatz kam, ist
zum Oberligisten ERC Sonthofen gewechselt. Die frei gewordene Stelle
soll nach Angaben von EispiratenSportchef Ronny Bauer kurzfristig
nicht wieder besetzt werden.
Auch gestern Abend bei den EVR
Tower Stars in Ravensburg konnten
die Eispiraten überzeugen. Allerdings nur im letzten Drittel. Die
Gastgeber sorgten mit dem 3:0 für
eine Vorentscheidung. Die Crimmitschauer fanden spät zu ihrer Linie
und verkürzten durch MacQueen in
der 35. Minute auf 1:3. Als Eric Lampe das 2:3 erzielte, keimte Hoffnung
auf, doch in der turbulenten
Schlussphase rettete Ravensburg
den Vorsprung über die Zeit. (hof)
STATISTIK: Crimmitschau – Landshut 6:2
(1:0, 4:1, 1:1). Tore: 1:0 Matthias Forster (6.),
2:0 Heinisch (25.), 2:1 Fenton (28.), 3:1 Walsh
(28.), 4:1 Schietzold (34.), 5:1 Heinisch (39.),
6:1 MacQueen (49.), 6:2 Max Forster (60.).
Strafminuten: Crimmitschau 8, Landshut 12.
SR: Vogl (München). Zuschauer: 1520.
Ravensburg - Crimmitschau 3:2 (3:0, 0:1,
0:1). Tore: 1:0 Roloff (5.), 2:0 Farny (8.), 3:0 de
Paly (16.), 3:1 MacQueen (35.), 3:2 Lampe (53.)
Martin Heinisch erzielte beim 6:2-Sieg der Crimmitschauer gegen Landshut
zwei Treffer.
FOTO: ANDREAS KRETSCHEL
S4 Freie Presse
SPORT
Montag, 15. Dezember 2014
Furiose Rückkehr der Weltmeister Chem-Cats
beim Primus
NACHRICHT
HANDBALL
BSV Zwickau festigt
den zweiten Platz
ZWICKAU — Mit einem 25:22 (15:10)-
Heimsieg gegen den HC Rödertal
festigten die Handballerinnen des
BSV Sachsen Zwickau den zweiten
Platz in der 2. Bundesliga. Mit Zuber,
Loll (beide Kreuzbandriss) und Starcek (Handverletzung) verpassten
gleich drei BSV-Leistungsträgerinnen das Sachsenderby. Hana Martinkova erzielte beim 5:3 (9.) das
300. Saisontor für Zwickau. In der
zweiten Halbzeit begann der BSV furios und baute seinen Vorsprung bis
auf 17:10 (32.) aus. Die folgenden 13
Minuten waren gekennzeichnet
von großer Nervosität. Plötzlich lag
der BSV nur noch knapp vorn
(20:18/ 45.). „Wir hätten viel ruhiger
spielen müssen. Die erste Halbzeit
war von der Qualität her gut, die
zweite in der Effektivität nicht ganz
so. Da haben wir fünf klare Chancen
in neun Minuten nicht genutzt“,
sagte BSV-Trainer Jiri Tancos. Rückraumspielerin Silvia Bachrata meinte: „Wir haben gekämpft bis zum Ende. In der zweiten Halbzeit haben
uns die Kräfte etwas gefehlt.“ (rr)
STATISTIK BSV: Kurzke, Neagoe; Hessel (1),
Alexsandraviciute (3), Kallenberg, Kracht (1),
Stein (4/2), Martinkova (4), Preuß (3), Bachrata (2), Choinowski (5), Majer, List (2), Stegert.
Zuschauer: 720. Siebenmeter: BSV 4/2, HCR
9/6. Zeitstrafen: BSV 10, HCR 8 min.
Schiedsrichter: Arndt/Kobilke (Biederitz).
FUSSBALL
Landesliga
Markkleeberg - Empor Glauchau 3:0 (2:0).
Glauchau: Schmidt, Wagner, Gasser (V), Fischer (V), Groß, Spranger (46. Weise), Jordan,
Tiepelt, Jäger II (46.Brandt), Pfoh, Jäger I (70.
Schumann). SR: Taugerbeck (Dresden), Tore:
1:0 Schabram (14.), 2:0 Kalex (44.), 3:0 Freyer (62.), Zuschauer: 58. (luhi)
FC Int. Leipzig - BSC Freiberg 2:3 (1:0).
Freiberg: Heydel, Uhlig, Richter, Otto, Fischer,
Römmler, Erler, Müller, Mehner (83. Sensfuß),
Krondorf (46. Thomas), Schäfer (46. Singer).
SR: Biastoch (Chemnitz), Tore: 1:0 Lako (43.),
1:1 Singer (57.), 1:2 A. Martin (59. ET), 2:2
Wakino (69.), 2:3 Thomas (89.), Zuschauer:
35. (fp)
chancenlos
Die deutschen Bobfahrer
können doch noch gewinnen. Zehn Monate nach
der Schmach von Sotschi
konnten Maximilian Arndt
und Francesco Friedrich
im Weltcup wieder jubeln.
Basketball: 64:96 gegen
Spitzenreiter Wasserburg
VON FRANK KASTNER
LAKE PLACID — Prellungen, rampo-
nierte Schlitten, aber zwei WeltcupSiege im Gepäck: Die Bob-Weltmeister Maximilian Arndt und Francesco
Friedrich haben sich auf der anspruchsvollen Hochgeschwindigkeitsbahn in Lake Placid in ihren
Parade-Disziplinen eindrucksvoll in
der Weltelite zurückgemeldet. Nach
dem Erfolg von Friedrich (Oberbärenburg) im Zweierbob war Arndt
am Samstag in der Königsdisziplin
Viererbob nicht zu schlagen. Dabei
verwies der Oberhofer zehn Monate
nach der historischen Olympia-Pleite in Sotschi den Russen Alexander
Kasjanow nach zwei Läufen mit
lediglich einer Hundertstelsekunde
Vorsprung auf Rang zwei. Dritter
wurde der Lette Oskars Melbardis.
Entscheidende Zentimeter
„Mir machen solche engen Rennen
wirklich Spaß. Man kann immer
versuchen, eine Hundertstel auf der
Uhr zu stoppen. Da weiß jeder, wie
schwer das ist. Mein Rekord liegt bei
sechs Hundertstel. Es sind also Zentimeter, die da entscheidend sind auf
so einer langen Bahn und nach zwei
Läufen“, meinte Arndt. Zugleich war
der Pilot erleichtert, dass es nun
nach Calgary zu einer leichteren
Bahn weitergeht. „Zum Glück geht
es allen ganz gut. Als ich den Sturz
von Francesco gesehen habe, habe
ich mich gleich an meinen eigenen
Anfang der Woche erinnert gefühlt“, sagte Arndt.
Francesco Friedrich und Thorsten Margis waren beim Weltcup in Lake Placid im Zweierbob die Schnellsten. FOTO: IMAGO
Beim Trainingssturz am vergangenen Montag hatten seine Anschieber Kevin Corona eine Gehirnerschütterung und Joshua Bluhm eine
Rippenprellung
davongetragen.
Zudem musste der beschädigte
Schlitten repariert werden. „Daher
ließen sie das Training an den folgenden Tagen aus und starteten
praktisch aus der kalten Hose.
Zweierbob-Auftaktsieger Friedrich hatte auf einer seiner Lieblingsbahnen ebenfalls Pech und stürzte
im zweiten Lauf in Kurve neun mit
105 Stundenkilometern. „Es ist nix
passiert. Man kann sich nur festhalten und hoffen, dass es schnell vor-
bei ist. Es ist eben Rennsport, ein Formel-1-Fahrer hält sich auch nicht
immer auf dem Asphalt“, sagte der
jüngste Zweierbob-Weltmeister der
WM-Geschichte.
Bobpilotinnen nicht auf Podest
Gestürzt ist auch Weltcup-Debütant
Nico Walther aus Riesa. Beim Einsteigen blieb er mit seinen Spikes in
den Lenkseilen hängen und kippte
in Kurve zwei. Nach einem „Rodeo“
im 20 Kurven umfassenden Eislabyrinth richtete sich der 630 Kilogramm schwere Bob im unteren Teil
wieder auf und fuhr mit gut fünf
Sekunden Rückstand ins Ziel. „Ich
konnte mit der linken Hand nicht
richtig zugreifen, und deshalb war
kein Start im zweiten Lauf möglich“,
meinte Walther.
Die deutschen Bobpilotinnen
haben die Podestplätze nur knapp
verpasst. Die Erfurterin Anja Schneiderheinze wurde Vierte, hatte mit
Anschieberin Lisette Thöne nach
zwei Läufen aber 1,62 Sekunden
Rückstand auf die siegreiche Amerikanerin Elana Meyers Taylor. „Sie
fährt momentan in einer anderen
Liga“, meinte Langen. Jazmine Fenlator und Jamie Poser Greubel komplettierten den amerikanischen
Dreifach-Erfolg. (dpa)
WASSERBURG — Zum Auftakt der
Bundesliga-Rückrunde gab es für die
Chemnitzer Basketballerinnen gestern Nachmittag erwartungsgemäß
nichts zu holen. Beim Spitzenreiter
TSV Wasserburg, der in der Hinrunde in allen Ligaspielen ungeschlagen geblieben war, kassierten die
Chem-Cats eine deutliche 64:96-Niederlage. Bereits zur Pause lagen die
Gastgeberinnen, bei denen fünf
Korbjägerinnen zweistellig punkten
konnten, klar auf Siegkurs (50:28).
Die Chemnitzerinnen mussten
erneut auf ihre verletzte Kapitänsfrau Tina Menz verzichten. Die
25-Jährige wird voraussichtlich im
Januar wieder ins Training einsteigen können. Im ersten Viertel konnten die Gäste die Partie noch einigermaßen offenhalten und lagen nur
mit drei Zählern zurück (17:20).
Dann aber zog der Ligaprimus unaufhaltsam davon und erspielte sich
bis zur Halbzeitpause einen komfortablen 22-Punkte-Vorsprung.
Auch nach dem Seitenwechsel
demonstrierte Wasserburg vor
600 Zuschauern eindrucksvoll seine
Klasse und war in allen Belangen
überlegen. Der zwölfte Saisonsieg
geriet nie in Gefahr. Die treffsichersten Werferinnen standen allerdings
im Team der Verlierer: Die US-Amerikanerinnen April Sykes und Molly
Elizabeth Schlemer markierten jeweils 16 Zähler. Beim TSV war Sheylani Marie Peddy (15) am zielsichersten. Chemnitz geht damit als Tabellenvorletzter ins neue Jahr. Das erste
Punktspiel 2015 bestreiten die Katzen am 10. Januar zu Hause gegen
den Tabellendritten Herner TC. (fp)
Statistik Chem-Cats: Mihalyi, Böhmke (3),
Bondarenko (4), Priede (9), Dzinic (7), Davidson (9), Sykes (16), Schlemer (16).
Landesklasse
Staffel West
FC Stollberg – VFC Plauen II 1:3 (1:1)
SR: Schulze (Meißen). Tore: 1:0 Kinas
(34.),1:1 Ketzel (37.), 1:2, 1:3 Freimann
(56./70.). Zu.: 50.
VfB Chemnitz – Lok Zwickau 2:1 (0:0)
SR: Steingräber (Annaberg-B.). Tore: 0:1
Kretschmar (50.), 1:1 Weigel (71./FE), 2:1
Schneider (90.+1). Zu.: 75.
Motor Marienberg – FC Lößnitz 2:0 (0:0)
SR: Neugenbauer (Dresden). Tore: 1:0 Hauser
(66.), 2:0 Schmidt (90.). Zu.: 60.
Rapid Chemnitz – BSV Gelenau 5:3 (1:2)
SR: Kneusel (Dresden). Tore: 1:0 Vettermann
(3.), 1:1, 1:2L. Kolditz (12./30.), 2:2 Laskowski (50.), 2:3 D. Demmler (64./ET), 3:3 Wolf
(74.), 4:3, 5:3 Hamann (90./90.+1). Zu.: 120.
TSV Crossen – Ifa Chemnitz 2:1 (1:0)
SR: Rehm (Aue). Tore: 1:0 Bleich (32.), 1:1
Hübsch (63.), 2:1 Düring (78.). Zu.: 80.
Gelb-Rot: Schaller (Crossen/90.).
Schneeberg – Fortuna Plauen 3:0 (1:0)
SR: Reschke (Döbeln). Tore: 1:0 Meinhardt
(30.), 2:0 Trültzsch (68.), 3:0 Schumann
(75.). Zu.: 85. Gelb-Rot: Stopp (Schneeberg/58.). (jz)
EHV verpasst Heimsieg knapp
Niners ohne Belohnung
2. Handball-Bundesliga: Aue – Hamm-Westfalen 28:28 (15:14)
Basketball: SC Vechta – BV Chemnitz 72:69 (30:38)
AUE — Hauchdünn schrammten die
Auer Zweitliga-Handballer im vorletzten Heimspiel der Hinrunde am
Sieg vorbei. Am Ende trennten sich
die Gastgeber vom ASV HammWestfalen mit 28:28 (15:14).
Erst gut zwei Minuten vor dem
Ende – der EHV führte 28:26 – entrissen die Gäste den Erzgebirgern noch
einen Zähler. „Im Moment ärgere
ich mich noch über den Punktverlust, aber morgen sieht die Welt
sicher schon wieder besser aus”, beschrieb Aues Co-Trainer Stephan
Swat kurz nach der Begegnung seine
VECHTA — Die
FUSSBALL
und Marvin Sommer waren mit
sechs Toren die erfolgreichsten Werfer. Während Faith seinen Vertrag
beim EHV bis 2017 verlängerte,
scheint der Abschied von Sommer
besiegelt. Ein Wechsel zum SC
DHfK Leipzig ist im Gespräch. (wf)
STATISTIK EHV: Musil, Petursson, Schäfer,
Roch (1), Mazur (1), Mägi (4), Sigtryggsson (4),
Sigthorsson (4), Sommer (6/1), Faith (6/2),
Gunnarsson, Kempe, Runarsson (2). Siebenmeter: EHV: 5/3; ASV: 7/7. Strafminuten:
EHV: 8 min. Zuschauer: 1250. Schiedsrichter: Heine/Standke (Braunschweig/Friedland)
Korbjäger der BV
Chemnitz 99 verloren am Sonnabend ihr Pro-A-Auswärtsspiel in
Vechta mit 69:72 (38:30). Vor 3100
Zuschauern gelang es den Niners
nicht, den klaren Pausenvorsprung
über die zweite Halbzeit zu bringen.
„Es tut mir für die Mannschaft
leid, die wieder eine gute Leistung
zeigte und wie schon in Hamburg
einfach nicht belohnt wurde“, sagte
BV-Trainer Kai Buchmann, der mit
dem Team innerhalb von sechs
Tagen auswärts zweimal knapp
scheiterte. Eine halbe Minute vor
Ende lag Chemnitz noch vorn. Nach
einem Punkterfolg der Gastgeber
musste Levi Knutson einen schwierigen Wurf nehmen, der nicht in
den Korb ging. So war die Niederlage
gegen den Bundesligaabsteiger
besiegelt. „Über die gesamte Partie
betrachtet, war unsere Reboundunterlegenheit wohl der entscheidende Faktor“, meinte Buchmann.
Am Sonnabend hat die BV zum Jahresabschluss Gotha zu Gast. (jz)
STATISTIK BV: Wilson (17), Matthews (19),
Mixich (2), Heide, Calvin (5), Simon (8), Osborne, Knutson (7), Bellscheidt (6), Cardenas (5).
WINTERSPORT
Landesliga
Eilenburg
Bischofswerda
FCI Leipzig
Riesa
FC Grimma
Markkleeberg
Görlitz
FSV Zwickau II
Gefühle zwischen einem gewonnenen und einem verlorenen Punkt
gegen den Tabellenachten. Nach
ausgeglichenen ersten zwanzig
Minuten (11:11/22.) gelang es dem
EHV, sich erstmals mit drei Toren
abzusetzen (15:12/26.). Hamm hielt
jedoch dagegen und konnte auch
den 17:20 Rückstand (38.) im zweiten Durchgang wieder aufholen
(20:20, 41.). Der 18 Jahre alte Dadi
Runarsson, der den verletzten EHVKapitän Eric Meinhardt in der Zentrale vertrat, erhielt für seinen mutigen Auftritt viel Applaus. Jan Faith
Landesklasse West
- Döbeln
- Kamenz
- Freiberg (N)
- Heidenau (A)
- PSV Dresden (N)
- VfB Glauchau (N)
- Chemie Leipzig (N)
- Hohenstein-E.
1. Chemie Leipzig (N)
2. FC Grimma
3. FCI Leipzig
4. Bischofswerda
5. Eilenburg
6. Riesa
7. Görlitz
8. Markkleeberg
9. Freiberg (N)
10. VfB Glauchau (N)
11. Heidenau (A)
12. FSV Zwickau II
13. Hohenstein-E.
14. Kamenz
15. PSV Dresden (N)
16. Döbeln
15
16
16
15
16
16
16
16
16
16
16
15
15
16
16
16
1:0
2:0
2:3
1:0
3:0
3:0
1:3
verl.
29:8
37:19
33:18
25:12
22:12
21:18
28:17
28:23
28:33
29:39
19:24
21:20
18:25
18:20
16:41
14:57
33
30
30
30
28
27
25
21
21
19
18
16
16
15
6
5
FC Stollberg (A)
VfB Chemnitz (A)
Thalheim
Marienberg
Germ. Chemnitz
Rapid Chemnitz
Crossen
Schneeberg
Biathlon
- VFC Plauen II
- Lok Zwickau
- Rabenstein
- FC Lößnitz
- Reichenbach
- Gelenau (N)
- Ifa Chemnitz (N)
- Fort. Plauen (N)
1. Rapid Chemnitz
2. Reichenbach
3. VfB Chemnitz (A)
4. Crossen
5. Gelenau (N)
6. Marienberg
7. FC Lößnitz
8. FC Stollberg (A)
9. Rabenstein
10. Schneeberg
11. Germ. Chemnitz
12. Thalheim
13. Lok Zwickau
14. VFC Plauen II
15. Fort. Plauen (N)
16. Ifa Chemnitz (N)
16
15
16
16
16
16
16
16
15
16
15
15
16
16
16
16
1:3
2:1
ausg.
2:0
ausg.
5:3
2:1
3:0
42:21
30:14
20:14
25:19
39:35
32:28
24:20
19:19
13:17
21:29
26:27
14:21
21:27
24:31
20:34
24:38
36
33
28
25
24
24
22
22
21
20
17
17
15
15
14
13
Rodeln
EISKUNSTLAUF
Deutsche Meisterschaften
in Stuttgart: Damen: 1. Schott (Essen)
165,20 Punkte, 2. Weinzierl (Mannheim)
156,09, 3. Bock (Chemnitz) 145,85, 4. Hecken (Mannheim) 134,71, 5. Zetzsche (Dresden) 121,56; Herren: 1. Streubel (Oberstdorf) 209,63, 2. Fentz 206,13, 3. Berneck
(beide Berlin) 178,95, 4. Rappe (Chemnitz)
162,32, 5. Bjelde (Oberstdorf) 157,27; Paare: 1. Vartmann/van Cleave (Dortmund/Berlin) 154,61, 2. Hase/Seegert (Berlin) 118,41;
Eistanz: 1. Zhiganshina/Gazsi 164,84, 2. Ur-
Weltcup in Hochfilzen: Frauen, Staffel: 1.
GER
(Kummer/Hildebrand/Hinz/Preuß)
1:11:40,41 h, 2. BLR 21,12 s zur., 3. CZE
22,22, 4. ITA 39,96, 5. NOR 46,29, 6. POL
47,43; Verfolgung (10 km): 1. Mäkäräinen
(FIN) 30:44,88 min/1 Schießfehler, 2. Glasyrina (RUS) 34,38 s zur./1, 3. Bescond (FRA)
46,50/1, 4. Podchufarova (RUS) 49,64/2, 5.
Crawford (CAN) 53,34/1, 6. Oberhofer (ITA)
55,39/3, 7. Preuß (Haag) 1:03,25 min zur./3,
8. Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) 1:06,48/
3, ... 14. Hinz (Schliersee) 1:47,57/3, 43.
Horchler (Clausthal-Zellerfeld) 3:44,29/1, 45.
Kummer (Frankenhain) 3:50,91/4.
Männer, Verfolgung (12,5 km): 1. Fourcade
(FRA) 32:53,78 min/0, 2. Schempp (Uhingen)
4,07 s zur./0, 3. Fak (SLO) 10,89/1, 4. J. Boe
(NOR) 16,12/2, 5. Schipulin (RUS) 28,44/1,
6. T. Boe (NOR) 45,04/1, 7. Birnbacher
(Schleching) 48,79/2, ... 12. Böhm (Buntenbock) 1:09,51 min zur./1, 18. Lesser (Frankenhain) 2:03,87/2, 43. Peiffer (ClausthalZellerfeld) 4:14,28/6; Staffel: 1. RUS
1:16:14,85 h, 2. FRA 20,18 s zur., 3. NOR
27,91, 4. AUT 30,45, 5. GER (Lesser/Birnbacher/Böhm/Schempp) 31,42, 6. CAN 2:55,40
min zur..
ban/Lerche (alle Oberstdorf) 120,17, 3. Rehfeld/Preiss (Dortmund/Möhnesee) 94,30.
Grand Prix in Barcelona: Herren: 1. Hanyu
(JPN) 288,16, 2. Fernández (ESP) 253,90, 3.
Woronow (RUS) 244,53; Damen: 1. Tuktamyschewa 203,58, 2. Radionowa (beide RUS)
198,74, 3. Wagner (USA) 189,50; Paare: 1.
Duhamel/Radford (CAN) 220,72, 2. Stolbowa/Klimow (RUS) 213,72, 3. Sui/Cong (CHN)
194,31; Eistanz: 1. Weaver/Poje (CAN)
181,14, 2. Chock/Bates (USA) 167,09, 3. Papadakis/Cizeron (FRA) 162,39.
Weltcup in in Calgary: Frauen: 1. Geisenberger (Miesbach) 1:33,860 min, 2. Gough
1:33,918, 3. Jones (beide CAN) 1:34,274, 4.
Hüfner (Friedrichroda) 1:34,294, 5. Wischnewski (Oberwiesenthal) 1:34,347, 6. Eitberger (Ilmenau) 1:34,404; Sprint: 1. Gough
31,749, 2. Hamlin (USA) 31,759, 3. Geisenberger 31,825, 4. Eitberger 31,869, 5. Wischnewski 31,950, 6. Hüfner 31,954.
Männer: 1. Edney (USA) 46,146 s, 2. Loch
(Berchtesgaden) 0,109 s zur., 3. Mazdzer
(USA) 0,117, 4. Egger (AUT) 0,223, 5. Langenhahn (Zella-Mehlis) 0,233, 6. Fischnaller
(ITA) 0,279, 18. Berkes (Suhl) 0,527, 24. von
Weltcup in Are: Slalom: Frauen: 1. PietiläHolmner (SWE) 1:43,65 min, 2. Maze (SLO)
0,06 s zur., 3. Hansdotter (SWE) 0,32, 4.
Shiffrin (USA) 0,34, 5. Kirchgasser (AUT)
0,71, 6. Costazza (ITA) 0,76, 19. Wirth (Lenggries) 2,68, 23. Schmotz (Leitzachtal) 3,20,
27. Dürr (Germering) 6,12; Männer: 1. Hirscher (AUT) 1:40,37 min, 2. Neureuther (Partenkirchen) 0,10 s zur., 3. Khoroshilov (RUS)
0,15, 4. Hargin 0,52, 5. Baeck 0,80 , 6. Lindh
(alle SWE) 1,13, 7. Dopfer (Garmisch) 1,16.
1000 m: 1. Kulischnikow 1:08,77 min, 2. Nuis
1:09,04, 3. Otterspeer (beide NED) 1:09,06,
4. Jesin (RUS) 1:09,32, 5. Schwarz (Berlin)
1:09,39, 6. Morrison (CAN) 1:09,50, 9. N. Ihle
1:09,52; 1500 m: 1. Szymanski (POL)
1:45,92, 2. Heuvel (NED) 1:46,22, 3. Davis
(USA) 1:46,33, 4. Swings (BEL) 1:46,55, 5.
Nuis 1:46,65, 6. Niedzwiedzki (POL) 1:46,70;
5000 m: 1. Kramer 6:12,74, 2. Bergsma (beide NED) 6:14,08, 3. Heuvel 6:19,58, 4. de
Jong (NED) 6:20,48, 5. Pedersen (NOR)
6:22,56, 6. Rumjanzew (RUS) 6:23,07, 8. Beckert (Erfurt) 6:24,78; Massenstart: 1.
Bergsma, 2. Lee, 3. Francolini (ITA), 4. Derraugh (CAN), 5. Giovannini (ITA), 6. Beckert,
... 9. Weber (München).
Frauen, 500 m: 1. Richardson 37,72 s, 2. Bowe (beide USA) 38,05, 3. Lee (KOR) 38,07, 4.
Kodaira (JPN) 38,16, 5. Hesse (Erfurt) 38,17,
6. Oenema (NED) 38,19; 1000 m: 1. Richardson 1:14,63 min, 2. Bowe 1:14,68, 3. Qishi
(CHN) 1:15,71, 4. Wüst (NED) 1:15,75, 5. Erbanova (CZE) 1:16,03, 6. Hesse 1:16,12;
1500 m: 1. Richardson 1:53,87, 2. Bowe
1:54,70, 3. Leenstra 1:55,95, 4. Wüst
1:56,01, 5. Sablikova (CZE) 1:56,37, 6. de
Vries (NED) 1:56,93, 20. Ost (Berlin) 2:01,85;
Massenstart: 1. Blondin (CAN); 2. Kim (KOR),
3. Schouten (NED), 4. Sablikova, 5. Pechstein
(Berlin), 6. Takagi (Japan), 12. Kraus (Berlin);
Mannschaftsverfolgung: 1. NED 2:59,69
min, 2. GER (Pechstein/Kraus/Ost) 3:01,96, 3.
POL 3:02,31, 4. RUS 3:03,46, 5. JPN 3:03,61,
6. KOR 3:08,33; MannschaftsverfolgungEndstand: 1. NED 350 Punkte, 2. GER 240, 3.
POL 236, 4. JPN 226, 5. RUS 180, 6. CAN
160.
Eisschnelllauf
Skilanglauf
Weltcup in Heerenveen: Männer, 500 m: 1.
Kulischnikow (RUS) 34,58 s, 2. Was (POL)
34,87, 3. Smeekens (NED) 35,01, 4. Dubreuil
(CAN) 35,07, 5. Poutala (FIN) 35,07, 6. Mo
(KOR) 35,09, ... 9. N. Ihle (Chemnitz) 35,13;
Weltcup in Davos: Männer, Sprint (1,3 km):
1. Krogh 2:18,16 min, 2. Gløersen 0,62 s zur.,
3. Brandsdal (alle NOR) 1,07, 4. Petuchow
(RUS) 1,35, 5. Halfvarsson (SWE) 2,06, 6.
Northug (NOR) 2,29, 29. Eisenlauer (Sontho-
Schleinitz (Königssee) und Ludwig (Oberhof)
je 0,822; Sprint: 1. Mazdzer 30,866, 2. West
(USA) 30,902, 3. Edney 30,915, 4. Egger
30,973, 5. Langenhan 30,980, 6. Kindl (AUT)
31,014, 14. Loch 31,666; Doppel: 1. Eggert/
Benecken (Ilsenburg/Suhl) 1:27,806 min, 2.
Wendl/Arlt
(Berchtesgaden/Königssee)
1:27,845, 3. Walker/Snith (CAN) 1:28,014, 4.
A. Sics/J. Sics (LAT) 1:28,027, 5. Oberstolz/
Gruber (ITA) 1:28,180, 6. Bogdanow/Medwedew (RUS) 1:28,228, 10. Geueke/Gamm (Fredeburg/Winterberg) 1:28,438.
Bob
Weltcup in Lake Placid: Männer, Vierer: 1.
GER (Arndt/Korona/Bluhm/Heber) 1:49,31
min, 2. RUS 0,01 s zur., 3. LTU 0,04, 4. CAN
0,27, 5. USA 0,49, 6. USA II 0,56, ... 14. GER
II (Friedrich/Speer/Grothkopp/Margis) 7,58
(54,64/1:02,25 min).
Frauen, Zweier: 1. Taylor/Garrett 1:52,68
min, 2. Fenlator/Deratt 1,12 s zur., 3. Poser/Gibbs (alle USA) 1,36, 4. Schneiderheinze/Thöne (Erfurt) 1,62, 5. Humphries/Lotholz
(CAN) 1,64, 6. Willemsen/Holthof (BEL) 1,77,
7. Szczurek/Nolte (Oberhof) 2,03.
Ski alpin
fen), 30. Wenzl (Zwiesel); Klassisch (15 km):
1. Sundby 39:39,7 min, 2. Toenseth (beide
NOR) 6,6 s zur., 3. Cologna (SUI) 7,3, 4. Roethe (NOR) 16,4, 5. Richardsson (SWE) 22,9, 6.
Jauhojärvi (FIN) 25,4, 28. Dotzler (Sonthofen)
1:34,5 min zur., 30. Bing (Dermbach) 1:39,3,
31. Dobler (Traunstein) 1:44,6, 45. Kühne
(Oberwiesenthal) 2:14,8.
Frauen, Sprint (1,3 km): 1. Østberg 2:33,72
min, 2. Falla 0,57 s zur., 3. Brun-Lie 2,37, 4.
Bjørgen 3,16, 5. Weng (alle NOR) 3,79, 6.
Nilsson (SWE) 11,00, 7. Herrmann (Oberwiesenthal), 8. Kolb (Buchenberg), 18. Ringwald
(Schonach), 27. Anger (Oberstdorf), 50.
Böhler (Ibach), 51. Fessel (Oberstdorf); Klassisch (10 km): 1. Johaug (NOR) 28:30,8 min,
2. Bjørgen 42,5 s zur., 3. Niskanen (FIN) 58,5,
4. Haag 1:07,1 min zur., 5. Bleckur (beide
SWE) 1:16,4, 6. Weng 1:21,0, ... 17. Böhler
1:55,8, 19. Fessel 2:01,3, 24. Nystad (Oberwiesenthal) 2:11,7, 41. Herrmann 2:52,5.
Skispringen
Weltcup in Nischni Tagil: Samstag: 1. Fannemel (NOR) 263,1 Punkte (132,0 m/133,0
m), 2. Schlierenzauer (AUT) 257,3 (129,0/
133,0), 3. Freund (Rastbüchl) 254,9 (130,5/
127,0), 4. Kraft (AUT) 254,4 (130,5/130,0),
5. Prevc (SLO) 240,0 (127,0/124,5), 6. Bardal (NOR) 238,9 (126,5/127,0), 8. Kraus
(Oberaudorf) 237,4 (130,0/125,5), ... 14. Eisenbichler (Siegsdorf) 226,2 (124,5/124,0),
18. Neumayer (Oberstdorf) 221,2 (125,5/
124,0), 24. Wank (Hinterzarten) 214,1
(121,0/121,5), 45. Geiger (Oberstdorf)
(110,5); Sonntag (Abbruch nach 1. Durchgang): 1. Freund 145,7 (131,5), 2. Fannemel
143,3 (135,0), 3. Kraft 141,1 (138,0), 4.
Schlierenzauer 140,9 (135,0), 5. Hayboeck
(AUT) 139,8 (131,0), 6. Pungertar (SLO)
127,8 (130,5), ... 10. Kraus 123,2 (123,0),
13. Neumayer 121,1 (130,0), 18. Wank
115,2 (121,5), 21. Eisenbichler 112,4
(121,5), 31. Geiger 105,9 (117,5).
SPORT
Montag, 15. Dezember 2014
Freie Presse
S5
Neuaufbau beginnt mit Staffelplatz eins
NACHRICHTEN
OBERWIES ENTHAL
Peter Riedel neuer
WSC-Präsident
OBERWIESENTHAL — Der WSC Erzgebirge Oberwiesenthal hat mit Peter
Riedel einen neuen Präsidenten für
seine knapp 300 Mitglieder gewählt.
Der bisherige, Kurt Rehahn, bleibt
als Stellvertreter dem Verein erhalten. Der 51-jährige Peter Riedel ist
Diplom-Ingenieur. Seine Firma fertigt Spezialsporttechnik wie zum
Beispiel Anlaufspuren. „Meine
sportlichen Wurzeln sind im Alpinbereich zu finden. Gleichzeitig bin
ich durch meine Arbeit viel im nordischen Bereich unterwegs. Daher
weiß ich, dass es zwischen den Disziplinen immer wieder Rangkämpfe
gibt. Und das ist auch in Ordnung so
und spornt jeden an, das Beste zu geben“, sagte Riedel und fügte an:
„Doch um den WSC auch in Zukunft so erfolgreich zu gestalten, ist
es wichtig, dass wir alle an einem
Strang ziehen.“ (fp)
SKI ALPIN I
Wackler kostet
Neureuther den Sieg
ÅRE — Felix Neureuther sah nicht allzu glücklich aus, als er Sieger Marcel
Hirscher standesgemäß abklatschte.
Er war nah dran am zehnten Weltcup-Sieg seiner Karriere, dann allerdings nahm ihm sein österreichischer Dauerrivale beim Slalom im
schwedischen Åre doch 0,10 Sekunden ab. „Ja, klar“, sei er ein bisschen
enttäuscht über Rang zwei, sagte
Neureuther, „vor allem, wenn man
nach dem ersten Durchgang führt.“
Nach dem ersten Lauf lag der Bayer
noch 0,25 Sekunden vor dem Weltmeister, dann wackelte er ein bisschen, vor allem ein Patzer im
Schlussabschnitt kostete ihn den
Sieg, mit dem er in der Liste der deutschen Weltcup-Sieger an Markus
Wasmeier vorbei auf Platz eins gezogen wäre. Überraschend stark fuhr
auch der Russe Alexander Koroschilow auf Rang drei. (sid)
SKI ALPIN II
Frauen enttäuschen
im Slalom von Åre
Bereits beim zweiten
Weltcup fuhren die
deutschen Biathletinnen
mit der Staffel ihren ersten
Sieg ein und holten auch in
den Einzelwettbewerben
gute Ergebnisse.
VON SANDRA DEGENHARDT
HOCHFILZEN — Magdalena
Neuner
fand die Leistungen ihrer Nachfolgerinnen einfach nur „großartig“.
Nach dem unerwarteten Staffelsieg
der deutschen Skijägerinnen beim
Weltcup in Hochfilzen gratulierte
die Biathlon-Rekordweltmeisterin
via Facebook: „So kann’s weitergehen“. Die frühere Ausnahmekönnerin freute sich nicht nur über den
ersten emotionalen Höhepunkt des
Winters. Sondern auch darüber, dass
das junge deutsche Team mit starken Platzierungen in Sprint und Verfolgung zeigte: Die Zukunft des
deutschen Frauen-Biathlons ist vielleicht doch nicht so schwarz wie sie
angesichts des notwendigen Neuaufbaus gemalt wurde.
„Wenn der Neuaufbau so beginnt,
macht das
schon Spaß.“
Gerald Hönig Damen-Bundestrainer
„Wir wussten ja vorher schon, dass
wir es können. Nur alle anderen
wussten es noch nicht“, gab Franziska Hildebrand lachend und sichtlich gelöst zu Protokoll: „Das ist gut
für die Außendarstellung, dass alle
sehen, wir sind ein gutes Team, auch
wenn wir jung sind.“ Auch die Her-
FOTO: IMAGO
Golden Girls: Vanessa Hinz, Franziska Preuß, Luise Kummer und Franziska Hildebrand (von links).
ren untermauerten mit den Plätzen
zwei und drei im Sprint durch
Simon Schempp und Andreas Birnbacher ihren Anspruch, absolut
konkurrenz- und siegfähig zu sein.
Mit der Staffel hatte es zu Platz fünf
gereicht.
Einen Tag nach dem überraschenden Staffelerfolg durch Luise
Kummer, Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Franziska Preuß bestätigten gestern in der Verfolgung
Preuß als Siebente, Hildebrand als
Achte und Hinz als 14. die guten
Ergebnisse der vorherigen Rennen.
Bereits im Sprint hatten Hildebrand
(5.), Hinz (6.) und Preuß (10.) es in
die Top 10 geschafft. „Wenn der Neuaufbau so beginnt, macht das schon
Spaß“, bekannte Bundestrainer Gerald Hönig.
Der Coach will das jüngste Team
seit der Wiedervereinigung behutsam an die Weltspitze und zu alten
Erfolgen führen. Euphorie ließ er
aber gar nicht erst zu: „Wir sollten
nicht so blauäugig sein und erwarten, dass es von Woche zu Woche so
weitergeht. Es wird wieder Rennen
geben, wo man sieht, dass die Mädchen noch sehr jung sind und nicht
diese Stabilität haben.“
Miriam Gössner würde derweil
nach ihrem folgenschweren Black-
out die Tage von Hochfilzen am
liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen. Die Erfolge im Pillerseetal
erlebte sie nicht mehr mit, sie war
am Samstagmorgen nach Hause gereist. Tags zuvor hatte sie im Sprint
eine Strafrunde vergessen und verpasste wegen einer Zeitstrafe die
Qualifikation für den Verfolger. „Das
war sicher ein mentaler Tiefschlag
für sie“, sagte Hönig, der nun auch
als Psychologe gefragt ist. Noch ist
offen, ob Miri Gössner weiter im
Weltcup läuft oder eine Pause bekommt.
Auf den ersten Sieg ihrer Teamgefährtinnen gleich im ersten Mann-
schaftswettbewerb hätten wohl nur
die wenigsten gewettet. Nach dem
Karriereende von Grande Dame
Andrea Henkel, dem Dopingskandal
und Rücktritt von Evi Sachenbacher-Stehle ist das einst siegverwöhnte deutsche Frauen-Team mit
einem Durchschnittsalter von
22 Jahren im Umbruch. Die kritische Berichterstattung im Vorfeld
der Saison war eher Ansporn als
Ärgernis. „Es macht jetzt umso mehr
Spaß zu zeigen, dass wir es doch
drauf haben. Wir können zuversichtlich sein. Ich freue mich schon
auf Pokljuka, wo wir wieder angreifen wollen“, sagte Preuß. (dpa)
Norweger-Festspiele gehen weiter
Siegesserien gerissen
Skilanglauf: Oberwiesenthalerin Denise Herrmann sprintet auf Rang sieben
Rodeln: Geisenberger und Loch in Calgary geschlagen
DAVOS — Denise Hermann und Han-
CALGARY — Nach dem Einzelsieg gab
es für Natalie Geisenberger im Zielraum Jubel – doch einen Tag später
musste die Rodlerin mit Rang drei
vorlieb nehmen. Die Olympiasiegerin hat beim Weltcup in Calgary den
Nimbus der Unschlagbarkeit verloren. Beim neuen Sprintwettkampf
schaffte es die Bayerin erstmals in
der Saison nicht auf das oberste
Treppchen, da musste sie sich Alex
Gough (Kanada) und Erin Hamlin
(USA) geschlagen geben.
Im Einzel belegten Tatjana Hüfner und Anke Wischnewski die Ränge vier und fünf. Bei den Herren riss
die Siegesserie von Felix Loch, der
einen durchwachsenen Nordamerika-Trip hinter sich hat. „Sam war
ÅRE — Bei der WM in Vail und Beaver
Creek soll Viktoria Rebensburg auf
keinen Fall die einzige deutsche Skirennfahrerin sein. „Das wäre völlig
undarstellbar. Wir fahren auf jeden
Fall im Team. Ich gehe davon aus,
dass die ein oder andere die Norm
noch fahren wird“, sagte Wolfgang
Maier, Alpindirektor des Deutschen
Skiverbandes, 50 Tage vor den Titelkämpfen in den USA. Auch DamenCheftrainer Markus Anwander will
das Nur-Eine-Frau-Szenario unter
allen Umständen verhindern. „Da
kämpfen wir bis zur letzten Rille“,
versprach er nach dem enttäuschenden Weltcup-Slalom in Åre/Schweden. Rang 19 von Barbara Wirth war
beim Heimsieg von Maria PietiläHolmner am Samstag das beste Resultat aus Sicht des DSV. (sid)
A N ZE I G E
na Kolb in den Top-10, Josef Wenzl
und Sebastian Eisenlauer im Viertelfinale: Die deutschen Sprinter haben sich gestern beim LanglaufWeltcup in Davos/Schweiz leicht
verbessert gezeigt und das bescheidene Abschneiden in den KlassikRennen einen Tag zuvor kompensiert. Mit den übermächtigen Norwegern konnten weder die DSVLäufer noch die restliche Konkurrenz mithalten. Therese Johaug und
Ingvild Flugstad Östberg bei den Damen sowie Martin Johnsrud Sundby
und Finn Hagen Krogh machten die
Norge-Festspiele perfekt.
„Für mich kommt es zum jetzigen Zeitpunkt weniger auf die Er-
HEERENVEEN — Sichtlich
3553957-10-1
Skilangläuferin
FOTO: IMAGO
gebnisse an, vielmehr auf die Verbesserung der Grundlagen für erfolgreiche Wettkämpfe“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich. Sein Blick richtet
sich zunächst auf die Tour de Ski, die
Anfang des Jahres startet. Bis dahin
soll sein Team in entsprechender
Form sein. Die Ränge sieben und
acht durch die Sprinterinnen Hermann und Kolb nahm er daher zufrieden zur Kenntnis. „Das gibt ja
auch Selbstvertrauen. Die Mädels
merken, dass es vorangeht, auch das
ist wichtig“, sagte der Coach aus
Thüringen.
Vor allem für seine Top-Sprinterin Denise Hermann warb Ullrich
um Geduld. Die Oberwiesenthalerin
hatte bei ihrem Halbfinal-Auftritt
nur um eine Hundertstelsekunde
den Endlauf verpasst. „Sie hat bewusst am Samstag den langen Klassik-Kanten gewählt, um weiter Ausdauer zu gewinnen“, erklärte der
Bundestrainer. Da fehlt dann in einem Feld, das unwahrscheinlich
eng zusammen ist, vielleicht ein wenig Spritzigkeit. Und wenn diese da
ist, wird sie auch die Ellenbogen
wieder einsetzen.“ (dpa)
einfach nicht zu schlagen auf seiner
Bahn“, erklärte der Berchtesgadener
nach Rang zwei im Einzel. Samuel
Edney hatte für den ersten kanadischen Weltcupsieg im Rennrodeln
überhaupt und im Olympiaort von
1988 zugleich für den großen Gänsehautmoment gesorgt. Beim Siegerfoto holte Edney einen Jugendlichen
aufs Podest, der an einer schweren
Hautkrankheit leidet, Betroffene
werden Schmetterlingskinder genannt. Der 19-jährige Richard Flamenco hatte im Rahmen einer Charity-Aktion Edneys Helm bemalt.
„Darin habe ich mich unaufhaltsam
gefühlt“, sagte der stolze Sieger
unter Tränen. „Das war wohl der
schönste Tag meines Lebens.“ (dpa)
Deutschland-Express rast zu Silber
Für Claudia Pechstein
läuft es in der nacholympischen Saison nicht nur im
Einzel gut. Nico Ihle
sprintet auf Platz neun.
Denise
Herrmann
vergnügt
reckte Claudia Pechstein die tellerförmige Silbertrophäe in die Höhe
und gab den deutschen Eisschnellläuferinnen auch beim Feiern die
Richtung vor. Mit der 42-Jährigen an
der Spitze war das Damen-Trio beim
Weltcup im niederländischen Heerenveen in der Teamverfolgung
überraschend auf den zweiten Platz
gestürmt. Dabei stellte Pechstein
ihre Führungsrolle einmal mehr unter Beweis. „Das war ein schöner Tag.
Unser Ziel war es, auf das Podium zu
kommen. Wir haben uns mit unserer Taktik durchgesetzt“, sagte Pech-
stein. In 3:01,96 Minuten hatten sich
Pechstein, Bente Kraus und Isabell
Ost (alle Berlin) nur Olympiasieger
Niederlande (2:59,69) geschlagen geben müssen.
Nach einem starken Start durch
Ost lief das Team konstant gute Zeiten und ließ nicht nur Polen im direkten Duell hinter sich, sondern
verdrängte die Olympiazweiten
auch im Gesamtweltcup noch auf
den dritten Rang. Damit lösten die
Damen wie zuvor bereits die Herren
das Ticket für die EinzelstreckenWM an gleicher Stelle (12. bis 15. Februar 2015). Im Ziel hob Pechstein
den Daumen, Kraus und Ost strahlten vor Freude und selbst das niederländische Fachpublikum in der
„Heiligen Halle“ der EisschnelllaufGroßmacht spendete anerkennend
Applaus. „Die Zeit ist toll. Die sind
wir sehr selten gelaufen“, lobte
Chef-Bundestrainer Markus Eicher.
Für die deutschen Frauen war es
bereits der zweite Podestplatz der
laufenden Weltcup-Saison. Zum
Auftakt in Obihiro/Japan waren
Pechstein und Co. auf den dritten
Rang gelaufen. 2006 und 2010 noch
Olympiasiegerinnen, hatten sich die
Frauen nicht für die Winterspiele
2014 in Sotschi qualifiziert. Nun
scheint der „Deutschland-Express“
wieder auf Kurs.
Weniger erfreulich verlief das
Wochenende für die Sprint-Asse.
Eine Woche nach ihrem überraschenden Doppelsieg in Berlin lan-
Mit Volldampf zu Silber: Die deutschen Eisschnellläuferinnen. FOTO: J. LAMPEN/DPA
deten Samuel Schwarz (1:09,35) und
Nico Ihle (1:09,52) über 1000 m auf
den Plätzen fünf und neun. Angesichts der Leistungsdichte in der
Weltspitze wertete das Duo die Resultate dennoch positiv. „Ich kann
zufrieden sein. Es ist fast die gleiche
Zeit wie in Berlin“, sagte der Chemnitzer Ihle, der über 500 m am Freitag nach einem Fehlstart disqualifiziert worden war. Auch Schwarz ärgerte sich nicht. „Das Podium ist in
Reichweite“, sagte der Berliner. Der
Sieg ging an Pawel Kulischnikow
(Russland/1:08,77), der derzeit die
Sprintstrecken nach Belieben dominiert. „Er ist von einem anderen Planeten“, kommentierte Ihle.
Erfreulich verlief der letzte Weltcup des Jahres für die deutsche Meisterin Judith Hesse (Erfurt), die auf
der langen Sprintstrecke mit der persönlichen Saisonbestleistung von
1:16,12 Minuten auf den sechsten
Platz lief. (sid)
S6 Freie Presse
NACHRICHTEN
RADSPORT
Winokurow weist
die Vorwürfe zurück
ASTANA — Die neuen Vorwürfe gegen
seine Astana-Mannschaft in Berichten der Staatsanwaltschaft Padua
sind für Teammanager Alexander
Winokurow eine „große Lüge“. In
einem Interview der kasachischen
Website „sport.zakon.kz“ bezeichnete der Ex-Profi die Behauptungen als
falsch, er und Teile seines Teams hätten mit dem auf Lebenszeit gesperrten Dopingarzt Michele Ferrari Kontakt gehabt. „Ich habe gesagt, dass
ich mit ihm 2007 gearbeitet habe,
aber nicht mehr danach. Es ist alles
eine große Lüge. Da sind ganz klar
Leute, die nicht wollen, dass Astana
eine Lizenz hat“, sagte Winokurow,
für den auch der aktuelle Toursieger
Vincenzo Nibali (Italien) fährt. In
der vergangenen Woche hatte das
umstrittene Team die WorldTourLizenz erhalten, obwohl zuletzt fünf
Dopingfälle in seinen Reihen registriert worden waren. (dpa)
SHORTTRACK
Dresdnerin Seidel
Weltcup-Neunte
SHANGHAI — Olympiastarterin Anna
Seidel aus Dresden ist beim dritten
Shorttrack-Weltcup der Saison in
Shanghai auf Platz neun über 1500
Meter gelaufen. Nach jeweils dritten
Plätzen im Vorlauf und im Halbfinale qualifizierte sich die 15-Jährige für
das B-Finale auf ihrer Spezialstrecke
und belegte dort gleichfalls den dritten Rang. Den Streckensieg machten im A-Finale die Asiatinnen untereinander aus. Es siegte Han Yulong (China) vor der Südkoreanerin
Shim Suk Hee. Die deutschen Männer kamen in den meisten Weltcuprennen nicht über die Vorläufe hinaus. (dpa)
EISHOCKEY
Mannheim wieder
DEL-Spitzenreiter
MANNHEIM — Adler Mannheim hat
sich in der Deutschen EishockeyLiga (DEL) die Tabellenführung zurückgeholt. Durch den 4:2 (1:0, 1:2,
2:0)-Erfolg im Spitzenspiel gegen die
Iserlohn Roosters verdrängten die
Mannheimer mit 60 Punkten den
spielfreien EHC München (58) von
der DEL-Spitze. Mannheim legte vor
11.000 Zuschauern durch Tore von
Frank Mauer und Robert Raymond
ein 2:0 vor, kam dann aber in Bedrängnis. Marko Friedrich und Chad
Bassen sorgten für den Iserlohner
Ausgleich. Sieben Minuten vor Spielende erlöste Steven Wagner die Adler mit dem viel umjubelten 3:2.
Marcus Kinks 4:2 vier Sekunden vor
Schluss war die Zugabe. (dpa)
HANDBALL
Magdeburg bleibt
auf Erfolgskurs
MAGDEBURG — Die Handballer des SC
Magdeburg haben in der Bundesliga
ihren fünften Sieg hintereinander
gefeiert und halten weiter den Kurs
auf einen Europacup-Startplatz. Die
Mannschaft von Trainer Geir
Sveinsson setzte sich gestern gegen
den TSV GWD Minden mit 28:22
(13:10) durch. Top-Torschütze Robert Weber erzielte vor 6079 Zuschauern acht Treffer. Der dritte
Heimsieg im dritten Spiel war für
den SCM ein hartes Stück Arbeit,
denn die Gäste ließen sich lange Zeit
nicht abschütteln. In der ersten
Halbzeit hatte der Favorit mit phasenweise vier und sogar fünf Toren
(13:8/28.) geführt. Aber der kampfstarke Kontrahent hielt ordentlich
dagegen und machte es lange Zeit
spannend. (dpa)
SPORT
Montag, 15. Dezember 2014
Eine Premiere voller Hoffnungen
Kurzarbeiter
Freund
beeindruckt
in Russland
Bei den deutschen Meisterschaften der Eiskunstläufer in Stuttgart stellte
sich Aljona Savchenko mit
ihrem neuen Partner
Bruno Massot aus
Frankreich außerhalb der
Konkurrenz erstmals mit
einem Programm vor.
VON MARTINA MARTIN
STUTTGART — Ehe die zwei (!) aktuell
noch bestehenden deutschen Paare
am Sonnabend den Preisrichtern ihre Kurzprogramme zeigten, gehörte
die Eisfläche für einige Minuten
ganz allein Aljona Savchenko und
Bruno Massot. Nur für sie stand eine
Einlaufzeit auf dem Programm,
denn es durfte offiziell keine Verbindung zu den Titelkämpfen geben.
Dennoch lag eine besondere Spannung in der Luft, auch die Hauptakteure wirkten vor ihrer Premiere
nervös. Dann zeigten die Chemnitzerin und der Franzose ein Kurzprogramm nach den Klängen des „Jailhouse Rock“ von Elvis Presley. Ihnen
gelangen zwei Dreifachwürfe sowie
als Einzelsprung der dreifache Toeloop recht ansprechend, indes die
Harmonie bei den Bewegungen oder
Pirouetten fehlte noch. Trotzdem
hätte das Duo, wäre es in die Wertung gekommen, die Spitze behauptet. Die anderen Paare kamen an dieses Niveau nicht heran.
Alexander König überrascht
„Es war für das erste Mal ganz okay,
auch wenn wir es im Training schon
besser hinbekommen haben. Aber
es verlief alles ein bisschen stressiger, wir wollten ja besonders gut
sein“, befand Aljona Savchenko
nach dem gemeinsamen Debüt.
Man sah der 30-Jährigen an, dass sie
froh war, endlich wieder einmal vor
Publikum zu laufen. Sie genoss die
Begeisterung der Zuschauer sichtlich, freute sich über die Nürnberger
Lebkuchen als spezielles Geschenk
des Paarlauf-Fanclubs, erfüllte geduldig und lächelnd die unzähligen
Autogramm- und Fotowünsche.
Auch ihr neuer Partner strahlte –
aber vor allem wohl vor Erleichte-
rung. „Ich habe schon einen großen
Druck gefühlt. Denn es ist für mich
eine Ehre, mit der Weltmeisterin zu
laufen. Sie hat so viele Erfahrungen.
Eine bessere Partnerin kann ich
nicht bekommen“, meinte der Franzose und fügte hinzu: „Es war unglaublich, dass sie sich für mich entschied. Nun visieren wir ein großes
Ziel an, für das wir hart arbeiten.“
Überrascht zeigte sich übrigens
ebenso ihr derzeitiger Trainer Alexander König, als Anfang Oktober die
Anfrage von Aljona Savchenko
kam. Nach der Trennung von Ingo
Steuer war das neue Duo zu jener
Zeit auf sich allein gestellt.
Franzosen bleiben hartnäckig
Den Wechsel in den Allgäu unterstützt auch die Deutsche EislaufUnion (DEU), die angesichts der Situation starkes Interesse an der Entwicklung zeigt. „Beide haben in der
kurzen Zeit ihre Sache schon sehr
gut gemacht. Ihr Programm, das erst
drei Wochen alt ist, besitzt schon
Weltniveau, auch wenn es noch viele Unstimmigkeiten gab“, resümierte der Coach, einst selbst erfolgreicher Paarläufer (u. a. EM-Dritter
1988 mit Peggy Schwarz). Da er
selbst im Allgäu weitere 20 Läufer
aller Altersstufen betreut, unterstützen ihn auch viele Kollegen, so beispielsweise Eistanztrainer Rostislav
Sinicyn bei der Choreografie. Für die
Zukunft ist angedacht, möglicherweise einen renommierten Fachmann aus dem Ausland über ein
Lehrgangssystem einzubinden.
Doch besondere Eile diesbezüglich ist derzeit nicht notwendig, sodass alles genau abgewogen werden
kann. Bis Ende März 2015 ist es Aljona Savchenko und Bruno Massot
verboten, an Wettbewerben oder
Shows teilzunehmen. . Der französische Verband erteilt Massot keine
Freigabe. Die Verantwortlichen der
DEU berichteten, dass vor kurzem
erst erneut ein Schreiben in das Heimatland des 25-Jährigen abgeschickt wurde, eine Antwort liegt
noch nicht vor. Die große Hoffnung
besteht, dass über den Weltverband
ISU, der eingeschalten werden soll,
dann 2015 eine positive Entscheidung erfolgt.
„Wir bleiben positiv, geben die
Hoffnung nicht auf. Jetzt können
wir nur weiter trainieren, uns fit halten und warten bis der Tag kommt.
Aber wir haben wir noch so viel zu
Skispringen im Ural wegen
zu starker Windböen
vorzeitig abgebrochen
VON CHRISTOPH LEUCHTENBERG
NISCHNI TAGIL — Für den neuen „Abbruch-König“ kam der Sieg wieder
unverhofft: Skispringer Severin
Freund steckte mitten in den letzten
Vorbereitungen auf den zweiten
und entscheidenden Durchgang im
russischen Nischni Tagil, als sich
plötzlich die Gratulanten um den
verdutzten
Team-Olympiasieger
scharten. Denn dem hatte die windbedingte Halbierung des Wettbewerbs wie schon im März bei der
Skiflug-WM einen vorzeitigen Triumph beschert.
Severin Freund
Skispringer
FOTO: IMAGO
Aljona Savchenko und ihr neuer Partner Bruno Massot zeigten ihr KurzproFOTO: BERND WEIßBROD/DPA
gramm, eine Kür gibt es noch nicht.
tun, dass uns nie langweilig wird“,
berichtete Aljona Savchenko, die
auch ihren Wohnsitz nach Oberstdorf verlegt. Trotzdem versicherte
sie gegenüber „Freie Presse“, dass sie
weiterhin für den Chemnitzer Verein startet, ihr Partner indes für Bayern. Ab Januar wird sie zudem Mitglied der Bundeswehrsportfördergruppe, ist damit finanziell abgesichert. Bruno Massot erhält vor allem
von der DEU Unterstützung. Zudem
war dieser Leistungsnachweis in
Stuttgart notwendig, um einen Antrag an die Sporthilfe zu stellen.
Nach dem Rücktritt von Robin
Szolkowy, mit dem Aljona Savchenko zweimal Olympiadritte, fünfmal
Welt- und viermal Europameister
war, kam das neue Duo im Sommer
zusammen. Es hegt einen großen
Traum: Olympiagold 2018.
EM-Medaillentraum geplatzt
Die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen
unterlag zum Hauptrundenauftakt Titelverteidiger
Montenegro in Zagreb
nach einer ganz schwachen
Angriffsleistung mit 20:27.
ZAGREB/KÖLN — Nach dem 32:39-De-
saster zum Abschluss der Vorrunde
gegen Schweden präsentierte sich
die deutsche Mannschaft im Defensivverhalten zunächst verbessert.
Die Abwehr agierte aggressiver und
auch die in Montenegro bei Buducnost Podgorica unter Vertrag stehende Torhüterin Clara Woltering zeigte eine deutliche Leistungssteigerung. Gegen den abwehrstarken
Olympiazweiten tat sich der WMSiebte im Angriff allerdings von Beginn an schwer, ein 5:8-Rückstand
(18.) war die Folge.
Die DHB-Auswahl kämpfte sich
aber ins Spiel und wollte ihre letzte
Chance auf die erste EM-Medaille
seit 20 Jahren unbedingt nutzen. Die
im bisherigen Turnierverlauf enttäuschende Kreisläuferin Anja Althaus glich in Überzahl in der 21. Minute zum 8:8 aus. Doch nach einigen technischen Fehlern und vergebenen Chancen lag die Jensen-Truppe zur Halbzeit 10:12 zurück.
Nach dem Wechsel blieb die Partie umkämpft, das deutsche Team
musste für jedes Tor weiter hart arbeiten. Die verletzte WM-Torschützenkönigin Susann Müller wurde
schmerzlich vermisst. Montenegros
Auswahl kam derweil durch die
Starspielerinnen Katarina Bulatovic
und Milena Knezevic immer mal
wieder zu leichten Treffern aus dem
Rückraum.
Beim deutschen Team mehrten
sich zudem die Ballverluste, so wurde aus einem 15:16 (40.) binnen kurzer Zeit ein 15:19 (43.). Jensen nahm
eine Auszeit und schwor seine
Mannschaft eindringlich auf die
Schlussphase ein - es half aber nichts
mehr. „Das war eine desolate Angriffsleistung“, lautete das Urteil
vom ehemaligen Welthandballer
und Sport1-Experten Daniel Stephan. Das deutsche Team wurde mit
der dritten Niederlage den eigenen
„Ein Sieg in zwei Durchgängen
wäre schon schöner gewesen“, sagte
Bundestrainer Werner Schuster
nach dem Triumph seines Vorfliegers: „Aber der Abbruch war berechtigt. Severins Qualität war sehr, sehr
hoch, aber eben nicht nur seine,
auch die von Anders Fannemel und
Gregor Schlierenzauer. Severin hatte dann nun Mal im ersten Sprung
die Nase vorne.“ Und das reichte
dem 26 Jahre alten Kurzarbeiter
Freund zum ersten Saisonsieg, seinem insgesamt zehnten WeltcupErfolg und fünften in diesem Kalenderjahr. Zwei Wochen vor der Vierschanzentournee schürte Deutschlands Nummer eins damit die Hoffnungen auf den ersten Gesamtsieg
der DSV-Adler seit Sven Hannawald
von 13 Jahren.
„Er springt noch nicht optimal,
wird noch besser“, sagte Schuster:
„Bei der Vierschanzentournee ist einiges von ihm zu erwarten. Und
nicht nur von ihm: Wir sind allgemein auf einem guten Weg.“ Für
Freund war der Trip in den tiefsten
Ural ein kleines russisches Wintermärchen. Am Samstag bereits hatte
er hinter dem Norweger Fannemel
und Österreichs wieder erstarktem
Topstar Schlierenzauer Platz drei
und damit seinen ersten Podestplatz
im WM-Winter erreicht. Das weckte den Hunger auf mehr: „Jetzt noch
ein bisserl springen, und ich bin
ganz vorne dabei“, sagte Freund, der
sich im Gesamtweltcup auf Platz
zwei vorschob. (sid)
HOCKEY
Triumph bei der
Champions Trophy
BHUBANESHWAR — Hockey-Olympia-
Kim Naidzinavicius kann sich hier am Kreis erfolgreich gegen Marija Jpovanovic (l.) aus Montenegro durchsetzen.
FOTO: GEORGI LICOVSKI/DPA
Ansprüchen nicht gerecht. Auf die
Frage, welche Schlagzeile er gerne
über die deutschen Frauen am Ende
des Turniers lesen würde, hatte
DHB-Präsident Bernhard Bauer im
Interview mit der Handballwoche
vor der EM geantwortet: „Deutschlands Handball-Frauen begeistern
die Bevölkerung. Die Frauen verzau-
bern die Handballwelt und landen
verdient auf dem Treppchen.“ Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
klaffte eine riesige Lücke. In den abschließenden beiden Hauptrundenspielen trifft die DHB-Auswahl morgen (20.15 Uhr) auf Frankreich und
am Mittwoch (18.00 Uhr/beide
Sport1) auf die Slowakei. (sid)
sieger Deutschland hat zum zehnten Mal die Champions Trophy gewonnen und sich eindrucksvoll in
der Weltspitze zurückgemeldet. Im
indischen Bhubaneswar setzte sich
die stark verjüngte Mannschaft von
Trainer Markus Weise gegen den
dreimaligen Titelträger Pakistan mit
2:0 (1:0) durch. Christopher Wesley
erzielte per Stecher im zweiten Viertel die Führung für die konzentriert
auftretende Auswahl des Deutschen
Hockey-Bundes (18.), die in Indien
sieben Junioren-Weltmeister von
2013 im Kader hatte. Für den Endstand sorgte Florian Fuchs (58.). (sid)
A N ZE I G E
KONTAKTE
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Montag, 15. Dezember 2014
EISHOCKEY
Zum dritten Mal
gegen Halle verloren
Nach zuletzt zwei Auswärtssiegen in Folge hat sich das
Oberliga-Eishockeyteam aus Schönheide am Freitag in Halle 1:4 (0:3; 1:0;
0:1) geschlagen geben müssen. Gegen den Tabellenzweiten war damit
vor 700 Zuschauern auch im dritten
Spiel der Saison nichts zu holen. Die
Erzgebirger bleiben auf Platz 5. Die
Niederlage zeichnete sich bereits im
ersten Drittel ab, Halle führte bereits
nach 13 Minuten 3:0. Schönheides
Torhüter Sebastian Modes war entnervt. Für ihn stand nun Stephan
Quietzsch im Kasten. Im zweiten
Durchgang verkürzte Kapitän
Miroslav Jenka nach Zuspiel von
Petr Kukla und Roy Hähnlein den
Rückstand. Die Gastgeber nutzten in
der 46. Minuten ein Überzahlspiel
zum 4:1. (emä)
HALLE —
HANDBALL
Klingenthaler sacken
vier Punkte ein
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Die Hand-
baller des HV 90 Klingenthal haben
am Samstag das Schlusslicht der
2. Bezirksklasse, HC Fraureuth II,
knapp 25:23 bezwungen. Zu diesen
zwei Punkten kamen unter der
Woche zwei weitere vom Sportgericht: Die bekam der HV 90 aus der
Vorwoche gutgeschrieben, weil der
FSV Rittersgrün nicht angetreten
war. Die Klingenthaler gehen damit
als Tabellensechster in eine vierwöchige Spielpause. Am 10. Januar treten sie als nächstes beim Vorletzten
USG Chemnitz II an. (pj)
WASSERBALL
SVV Plauen bringt
einen Zähler mit
Die Bundes
liga-Wasserballer des SVV Plauen
haben sich am Samstag im Punktspiel der Gruppe B vom gastgebenden SV Krefeld 11:11 (2:3, 3:3, 2:2,
4:3) getrennt. Im Spiel der dritten
DSV-Pokalrunde forderten die Vogtländer gestern in Niedersachsen
dem Team Waspo Hannover (Tabellenzweiter der Gruppe A) alles ab.
Der haushohe Favorit siegte 16:11
(5:1, 3:2, 4:4, 4:4), doch die Plauener
boten ihm ab dem zweiten Viertel
Paroli. (michk)
KREFELD/HANNOVER —
FUSSBALL
Vogtlandliga Männer
Werda
- Kottengrün
Sp
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
0:0
Tore
47:15
40:26
27:26
35:19
39:24
42:20
36:27
33:19
25:35
19:35
23:41
16:37
15:38
16:51
P
40
29
28
27
26
25
24
21
14
13
13
13
7
5
Hallenkreismeisterschaften F-Junioren
Zwischenrundengruppe A
Sp
3
3
3
3
Tore
P
5: 1 9
7: 2 6
3: 4 3
1: 9 0
Sp
3
3
3
3
Tore
P
3: 0 7
3: 3 4
3: 3 3
2: 5 3
Sp
1. SG Traktor Lauterbach 3
2. BSV Irfersgrün
3
3. FSV Bau Weischlitz
3
4. Erlbach/Markneukirchen 3
Tore
P
11: 0 9
4: 3 6
4: 5 3
1:12 0
1. Reichenbacher FC
2. SpG Pausa/Mühltroff
3. VfB Lengenfeld
4. SG Stahlbau Plauen
Zwischenrundengruppe B
1. VfB Auerbach
2. 1. FC Wacker Plauen
3. VFC Plauen
4. Grünbach-Falkenstein
Zwischenrundengruppe C
Zwischenrundengruppe D
1. SpVgg Zobes
2. 1. FC Rodewisch
3. SG Jößnitz
4. Tirpersdorf/Bergen
Freie Presse
Vogtlandligist Syrau ist draußen
NACHRICHTEN
1. Kottengrün
2. Schreiersgrün
3. Grünb.-Falkenst.
4. Werda
5. Rodewisch
6. Neustadt
7. Oelsnitz
8. VfB Auerbach II
9. Syrau
10. Stahlbau Plauen
11. Lengenfeld
12. Irfersgrün
13. Schöneck
14. Wernesgrün
LOKALSPORT
Sp
3
3
3
3
Tore
P
5: 3 7
4: 3 5
7: 4 3
0: 6 1
In der Endrunde stehen sich am Samstag ab
9 Uhr in Treuen folgende Mannschaften
gegenüber. Staffel A: Reichenbacher FC, 1. FC
Wacker Plauen, SG Traktor Lauterbach und
1. FC Rodewisch. Staffel B: SpG Pausa/Mühltroff, VfB Auerbach, BSV Irfersgrün und SpVgg
Zobes.
Die Vorrunde der Fußball-Hallenkreismeisterschaft hat ihre erste Überraschung. In der Gruppe C
kamen Rodewisch und
Brunn in die nächste Runde, in der Gruppe D Oelsnitz und Wildenau.
PLAUEN — Während der 1. FC Rode-
Rodewisch kaum gefordert
Rodewisch startete mit drei klaren
Siegen ins Turnier. Erst im Duell gegen Syrau wurden der Meister von
2013 gefordert. Remters frühe Führung glich Höfer aus, als der Rodewischer Harand nach einem Foulspiel
auf der Strafbank saß. Sennewald
sorgte sogar für das 2:1 für Syrau.
Doch ein Eigentor und Torwart Seidels Treffer in der Schlussminute
ließ die Rodewischer noch jubeln.
Bei ihnen überzeugte Flink mit acht
Treffern. Harand (6) sowie Remter
und Zeitler (je 5) sorgten für jede
Menge Offensivaktionen. Spektakulär war das 10:0 über Dorfstadt in
zehn Minuten Spielzeit.
Das vorletzte Match musste die
Entscheidung um den zweiten Platz
bringen. Die Syrauer, angetreten
ohne ihren besten Hallenspieler
Weigl, spulten bis dahin ihr Pensum
herunter, gewannen vier Spiele
ohne Gegentor, aber auch ohne groß
zu überzeugen. Brunn quälte sich
gegen Rebesgrün und Trieb zu knappen Siegen. Dorfstadt und Großzöbern wurden deutlicher bezwungen. Damit waren Syrau und Brunn
punktgleich. Dem Vogtlandligisten
hätte ein Remis zum Weiterkommen gereicht. Nach der 1:0-Führung
durch Sauer nach zwei Minuten
deutete nichts auf eine Überraschung hin. Als Krenkel mit einem
Heber über Torwart Zöphel der Ausgleich gelang, nahm die Spannung
zu. Dann unterlief dem Syrauer
Feger etwas mehr als eine Minute
vor dem Ende ein Eigentor. Sein Pass
von der Mittellinie in Richtung eigenes Tor war für den spielenden Keeper Oheim gedacht. Der war aber
schon zu weit aufgerückt und sah
wie der Ball vom Innenpfosten ins
Tor kullerte. Brunn ließ nichts mehr
anbrennen, und die Syrauer waren
wie schon im Vorjahr nach der Vorrunde raus aus dem Wettbewerb.
In den 21 Spielen gab es nicht ein
einziges Remis. Der 4:2-Treffer des
Kottengrün
gibt erstmals
Punkte ab
Fußball, Vogtlandliga:
Derby in Werda endet 0:0
VON MIRKO MODES
wisch am Samstag vor 270 Zuschauern in der Plauener Sporthalle an der
Wieprechtstraße seiner Favoritenrolle gerecht geworden ist und nach
sechs Siegen bei einem Torverhältnis von 36:3 in die Zwischenrunde
einzog, blamierte sich Vogtlandligist SC Syrau. Er unterlag im entscheidenden Spiel dem Kreisligisten
TSG Brunn 1:2, der sich damit das
Weiterkommen sicherte.
S7
Robin Sterzel (rechts) und sein Kreisliga-Team der TSG Brunn erreichten die Zwischenrunde. Sie warfen den SC Syrau
FOTO: OLIVER ORGS
aus dem Wettbewerb. Der TSV Trieb (links Torwart Willi Bräutigam) kam auf Platz 5.
Der Taltitzer Routinier Heiko Leistner (Bildmitte), hier umringt von den Rothenkirchenern Benjamin Näser, Nico Kühnel und Eric Fuchs (von links) schoss gestern das 300. Tor der Hallenkreismeisterschaft 2014/15.
FOTO: OLIVER ORGS
Rebesgrüners Groß war das 200. Tor
der diesjährigen Turnierserie. Mit
seinen sieben Toren trug Groß wesentlich zum vierten Platz seiner
Mannschaft bei.
Oelsnitz dominiert nach Belieben
Gestern überzeugte der SV Merkur
Oelsnitz vor 176 Zuschauern und
dominierte die Vorrundengruppe D.
Keiner der fünf Kontrahenten konnte dem Vogtlandligisten das Wasser
reichen. Bis auf Keeper Thoß trugen
sich alle Spieler in die Torjägerliste
ein. Am erfolgreichsten war der
fünffache
Torschütze
Merkel.
Genauso viele Tore erzielten gestern
Leis (VFC Reichenbach), der Rothenkirchener Marschner und Wildenaus Oliver Weede. Letzterer trug
mit seiner Leistung wesentlich dazu
bei, dass sein Team überraschend
den Einzug in die nächste Runde
schaffte.
Wer mit Wernitzgrün oder Taltitz gerechnet hatte, wurde bitter
enttäuscht. Wernitzgrün verlor das
direkte Duell gegen Wildenau 2:3.
Spannend wurde es, als der Wernitzgrüner Torwart Zorn nach einem
Foulspiel für zwei Minuten auf die
Strafbank musste und sein Team
trotz Unterzahl noch den Anschluss
schaffte. Zu mehr reichte es jedoch
nicht. Nach der 1:4-Niederlage gegen
Taltitz waren die Wernitzgrüner
endgültig raus. Das 2:0 in diesem
Spiel, erzielt durch Routinier Leistner, war der 300. Turniertreffer.
Wildenau verdiente sich das Weiterkommen auch durch den klaren
5:0-Erfolg über Taltitz. Nach sieben
Minuten lag der Kreisligist schon
3:0 vorn. Als der Taltitzer Stein nach
einem Foul am Torwart für zwei
Minuten auf die Strafbank musste,
machten Oliver Weede und Liebehentschel alles klar.
Im drittletzten Spiel des Nachmittags ließ Oelsnitz der SpVgg Wernitzgrün beim 5:1 keine Chance. Taltitz bewahrte sich mit dem 5:2 über
den VFC Reichenbach den letzten
Funken Hoffnung auf das Erreichen
der nächsten Runde. Doch Wildenau gab sich gegen den Ortsnachbarn Rothenkirchen keine Blöße.
Nach zwei Reinhardt-Toren und je
einem Treffer der Weede-Zwillinge
war nach zehn Minuten alles klar.
Der Rothenkirchener Ehrentreffer
durch Wappler konnte das Weiterkommen der Wildenauer nicht
mehr verhindern.
STATISTIK Vorrunde C: Ergebnisse: Trieb –
Großzöbern 2:0, Syrau – Dorfstadt 4:0, Rodewisch – Brunn 6:0, Rebesgrün – Trieb 4:0,
Großzöbern – Syrau 0:5, Dorfstadt – Rodewisch 0:10, Brunn – Rebesgrün 2:1, Trieb – Syrau 0:4, Rodewisch – Großzöbern 8:0, Rebesgrün – Dorfstadt 4:2, Brunn – Trieb 4:3, Syrau
– Rodewisch 2:3, Großzöbern – Rebesgrün 0:4,
Dorfstadt – Brunn 0:4, Trieb – Rodewisch 0:5,
Rebesgrün – Syrau 0:3, Brunn – Großzöbern
3:0, Dorfstadt – Trieb 2:3, Rodewisch – Rebesgrün 4:1, Syrau – Brunn 1:2, Großzöbern –
Dorfstadt 5:1. Tabelle: 1. 1. FC Rodewisch 18
Punkte/36:3 Tore, 2. TSG Brunn 15/15:11, 3. SC
Syrau 12/19:5, 4. SV Blau-Weiß Rebesgrün
9/14:11, 5. TSV Trieb 6/8:19, 6. SG Großzöbern
3/5:23, 7. FC Dorfstadt 0/5:30.
Vorrunde D: Ergebnisse: Wernitzgrün – VFC
Reichenbach 6:1, Wildenau – Oelsnitz 3:5, Taltitz – Rothenkirchen 3:1, Wildenau – Wernitzgrün 3:2, Rothenkirchen – VFC Reichenbach
3:1, Oelsnitz – Taltitz 4:0, Wernitzgrün – Rothenkirchen 4:1, Taltitz – Wildenau 0:5, VFC
Reichenbach – Oelsnitz 0:6, Taltitz – Wernitzgrün 4:1, Oelsnitz – Rothenkirchen 9:1, Wildenau – VFC Reichenbach 2:2, Oelsnitz – Wernitzgrün 5:1, VFC Reichenbach – Taltitz 2:5,
Rothenkirchen – Wildenau 1:4. Tabelle:
1. Merkur Oelsnitz 15 Punkte/29:5 Tore, 2. SV
Wildenau 10/17:10, 3. TSV Taltitz 9/12:13,
4. Grün-Weiß Wernitzgrün 6/14:14, 5. SV Rothenkirchen 3/7:21, 6. VFC Reichenb. 1/6:22.
WERDA — 0:0 endete gestern das
Nachholspiel der Fußball-Vogtlandliga zwischen Werda und Spitzenreiter Kottengrün. Der ging erstmals
diese Saison nicht als Sieger vom
Platz. Trotz der fehlenden Tore lieferten sich die beiden alten Rivalen
ein packendes Derby. Das hatte seinen Höhepunkt in der 52. Minute,
als Kottengrün einen Foulelfmeter
zugesprochen bekam. Doch der
erfahrene Paulick scheiterte am
Werdaer Torhüter Baranovsky, der
seiner Mannschaft damit den Punkt
festhielt.
Beide Mannschaften bemühten
sich bei schwierigen äußeren Bedingungen um ein gutes Spiel. Sie erarbeiteten sich gute Chancen, die aber
ungenutzt blieben, weil beide
Abwehrreihen sicher standen. Nach
der Pause bekam Kottengrün das
Spiel besser in den Griff. Die Werdaer Abwehr hatte nun alle Hände voll
zu tun, hielt aber immer dagegen.
Kurz nach dem verschossenen
Elfmeter lag der Ball tatsächlich im
Werdaer Tor, doch der vermeintliche Treffer fand keine Anerkennung, weil ihm ein Foul vorausgegangen war. Die Gastgeber stemmten sich bis zum Schluss tapfer
gegen den Kottengrüner Angriffsdruck. Am Ende zeigten sich beide
mit der Punkteteilung zufrieden.
Die Kottengrüner bleiben damit
ungeschlagen und gehen mit elf
Punkten Vorsprung auf Schreiersgrün in die Winterpause.
STATISTIK Werda - Kottengrün 0:0. SR:
Schiepe (Muldenhammer); Zuschauer: 110;
Reserven: 1:4.
FECHTEN
Bad Elster bejubelt
Gold und Silber
BERLIN/BITTERFELD — Gleich zwei-
mal Grund zum Jubeln hatten die
Nachwuchsfechter der SG Medizin
Bad Elster am Wochenende. Luisa
Hammerschmidt (Schüler-Jahrgang
2003) startete am Samstag in Berlin
beim Turnier um das Bärliner
Schwert im Degenfechten und holte
sich dort die Goldmedaille. Lucy
Roth startete am gleichen Tag in Bitterfeld-Wolfen bei den offenen Landesmeisterschaften der B-Jugend
Sachsen-Anhalts. Sie erkämpfte sich
am Vormittag im Degenfechten die
Silbermedaille in ihrer Altersklasse
hinter Leona Vogel aus Radebeul.
Gleich nach der Siegerehrung ging
es mit den Florettwettbewerben
weiter. Auch in diesen Gefechten
konnte Lucy Roth gut bestehen, sie
wurde Siebente in ihrem Jahrgang
2002. Damit geht für die jungen
Fechter und Fechterinnen der
SG Medizin ein überaus erfolgreiches sportliches Jahr zu Ende. (gaw)
Der VSV Oelsnitz schüttelt seinen Verfolger ab
Glatt 3:0 (25:20, 25:22,
25:22) schlugen die Vogtländer im Spitzenspiel der
Volleyball-Regionalliga Ost
den Tabellendritten USV
TU Dresden.
OELSNITZ — Nach dem 3:0-Sieg in der
Vorwoche beim VC Altenburg wollten die Oelsnitzer unbedingt nachlegen. Doch mit dem neuen Tabellendritten USV TU Dresden kam ein
ganz anderes Kaliber ins Vogtland.
Die Partie hatte das Prädikat Spitzenspiel dann auch verdient, denn
beide Teams schenkten sich nichts.
Die rund 230 Zuschauer sahen einen
offenen Schlagabtausch und einen
überragenden Eric Schannwell
beim VSV. Am Ende siegen die Oelsnitzer verdient 3:0 und gehen mit
vier Punkten Vorsprung als Tabel-
lenzweiter in die kurze Weihnachtspause. Der nächste Kracher wirft
seine Schatten schon voraus, denn
am 10. Januar empfangen die Oelsnitzer den ungeschlagenen Spitzenreiter VC Dresden II.
Druckvolle Aufschläge beider
Teams, krachende Angriffe und häufige Führungswechsel kennzeichneten die Begegnung am Samstag. Die
technisch hervorragend ausgebildeten Gäste machten viel Stimmung
in der Halle und punkteten häufig
durch gefährliche Flatteraufschläge.
Die Oelsnitzer benötigten nach
einer schnellen Führung einige
Minuten, sich darauf einzustellen.
Ein zwischenzeitlicher Rückstand
wurde aber durch gute Aufschläge
und Blockpunkte egalisiert und in
eine 14:11-Führung umgebogen.
Beide Mannschaften brannten ein
regelrechtes Angriffsfeuerwerk ab.
Die Hausherren gewannen den ersten Satz verdient 25:20.
In der Mitte des zweiten Satzes
wackelte die Oelsnitzer Annahme,
daraus resultierend stotterte der
Angriffsmotor. In dieser Phase
kamen Jürgen Hanitzsch und Thilo
Schmalfuß für Sascha Singer und
Alexander Krug in die Partie. Das tat
dem Oelsnitzer Spiel gut. Der Block
stellte sich immer besser auf die
Dresdener ein. Der VSV kämpfte
verbissen um jeden Ball und wurde
mit dem 25:22-Satzgewinn belohnt.
Nach einem 4:0-Blitzstart im dritten Satz war erneut Sand im Getrie-
Mit einem begeisternden Spiel verabschiedeten sich die Oelsnitzer Volleyballer am Samstag für dieses Jahr von ihrem Publikum.
FOTO: HARALD SULSKI
be der Vogtländer. Erst beim 4:7 wurde ein Aufschlagwechsel erzwungen. Zum Glück fand der VSV den
Spielfaden schnell wieder. Die Oelsnitzer ließen nun keine größeren
Punkteserien mehr zu. Eric Schannwell erwischte einen Sahnetag und
konnte vom gegnerischen Block
beziehungsweise der Abwehr so gut
wie nie gestoppt werden. Er war
einen Tag nach seinem 28. Geburtstag der Punktgarant in einem sehr
geschlossen agierenden VSV-Team.
Das Aufbäumen der Gäste und auch
zahlreiche Wechsel warfen die Gastgeber nicht mehr aus der Bahn,
unbeirrt strebten sie dem 3:0-Sieg
entgegen. Schannwell war es
schließlich vergönnt, mit einem
Block den zweiten Matchball zum
25:22 zu verwandeln.
OELSNITZ: Damaschke, J. Hanitzsch, M. Hanitzsch, Krug, Masur, Preußner, Neuber,
Schannwell, Schmalfuß, Singer. (mha)
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KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 15. Dezember 2014
Fernsehen
Eine sanft-ironische Komödie
über Ehe und
Liebe. Seite A3
Seite A1
Das zerrissene Kind
NACHRICHTEN
PARTNERSCHAFT
Unordnung
gefährdet Beziehung
Unterschiedliche Auffassungen von
Ordnung und Sauberkeit gehören
zu den häufigsten Konfliktthemen.
Gleichauf liegen für 42 Prozent der
Paare schlechte Angewohnheiten
des Partners sowie die Eltern oder
Schwiegereltern. Dahinter folgen
Geldfragen (41) und die Aufgabenverteilung im Haushalt (36). Je
knapp ein Drittel nennt als Auslöser
unterschiedliche Ansichten zur
Kindererziehung und nervige Kommentare beim Autofahren. (dpa)
INTERNET
Moderierte Chats
für Kinder sicherer
Kinder nutzen vor allem Chats im
Internet oder mobile Messenger zur
Kommunikation. Der Umgangston
kann dort manchmal rau sein. Bevor
ein Konflikt an Schärfe gewinnt,
sollten Eltern mit den Kindern vereinbaren, dass sie sich bei Problemen jederzeit an sie wenden können, ohne ein Chatverbot fürchten
zu müssen. Das rät die Initiative
„Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht“. Bis zwölf sollten Kinder vor allem Chats nutzen, die von
geschultem Personal durchgehend
moderiert werden. WhatsApp ist
zum Beispiel erst ab 16 Jahren zugelassen. (dpa)
BABY-ERNÄHRUNG
Das Richtige für
Zwischendurch
Ab etwa dem achten Lebensmonat
können Babys selbstständig mit den
Fingern essen. Besser als Kekse, die
viel Zucker enthalten, sind Dinkelstangen oder Reiswaffeln ohne Salz.
Ebenfalls eine gute Alternative sind
zerbröselte Vollkornkekse oder
-zwieback, gemischt mit Fruchtmus,
heißt es in der Zeitschrift „Junge Familie“. Wenn es darum geht, dass
das Baby kräftig kaut, sind Apfelspalten oder Brotrinde gut. Ständige
Snacks werden aber schnell zur Gewohnheit. (dpa)
SUCHT
Abhängige senden
deutliche Signale
Vernachlässigen Jugendliche plötzlich ihre Körperpflege und legen keinen Wert mehr auf ihr Äußeres,
können das Zeichen für eine Sucht
sein. Auch ein ungesundes Schlafund Essverhalten weist womöglich
auf eine Abhängigkeit von Alkohol
oder Drogen hin, informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Auch Zittern und Schwierigkeiten beim Sprechen können solche Anzeichen sein. (dpa)
A N ZE I G E
Jedes fünfte Kind in
Sachsen wächst nur mit
einem Elternteil auf. Vor
allem Weihnachten sorgt
das für Streit. Die fünf
häufigsten Konflikte und
wie sie sich lösen lassen.
VON STEPHANIE WESELY
Wilfried M. aus Meerane im Landkreis Zwickau will gar nicht an das
Weihnachtsfest denken. Denn ein
gemeinsames Feiern mit seinen beiden Kindern wird es wohl wieder
nicht geben. Im letzten Jahr ließ sich
seine Ex, wie er sie nennt, mit den
Kindern von ihrem neuen Freund
abholen und verbrachte das Fest an
einem ihm unbekannten Ort. Er hatte nicht einmal die Möglichkeit, seine Geschenke persönlich zu übergeben. Es blieb ihm keine andere
Wahl, als die Pakete bei einer Nachbarin abzugeben, ohne zu wissen, ob
die Kinder sie überhaupt bekommen haben.
Solche Schilderungen kennt
Manfred Ernst zur Genüge. „Vätern,
denen der Umgang mit ihren Kindern zu Weihnachten verwehrt
wird, haben meist auch das ganze
Jahr über Probleme, ihre Kinder sehen zu dürfen. Es sind Stellvertreterkriege der Ex-Partner, die über die
Kinder ausgetragen werden“, sagt
der Bezirksvorsitzende des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht. In den wöchentlichen Treffen dieser Selbsthilfegruppe in Dresden kommen Betroffene aus ganz
Sachsen zusammen, die Rat in solchen Fragen suchen oder sich mit
anderen austauschen wollen.
Als Mediatorin und Fachanwältin
für Familienrecht vermittelt auch
Almut Patt aus Chemnitz beinahe
täglich in solchen Konfliktsituationen, besonders in der Zeit vor Weihnachten. Sie hat die häufigsten
Streitpunkte beim Umgangsrecht in
der Weihnachtszeit und die Positionen der Gerichte zusammengefasst.
1. Kontakt zum Kind wird verweigert: „Wird der eine Elternteil –
meist der Vater – zu Weihnachten
wiederholt ausgesperrt, hilft nur ein
gerichtliches Eilverfahren, eine
einstweilige Anordnung“, sagt die
Anwältin. Sie rät aber, zuvor alles daran zu setzen, den anderen Elternteil
zur Vernunft zu bringen, indem
man selber oder über einen Anwalt
die abgesprochenen Rechte einfordert. „In der Regel werden die Gerichte es nicht akzeptieren, dass ein
Elternteil versucht, einseitig Fakten
zu schaffen. Im Wiederholungsfall
kann man sogar darüber nachdenken, dass das Kind dann bei diesem
Elternteil nicht mehr dauerhaft leben sollte. Denn die sogenannte Bindungstoleranz (das ist die Akzeptanz, dass der andere Elternteil im
Leben des Kindes eine wichtige Rol-
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3572213-10-1
ie das ist, wenn die Kinder auf den Weihnachtsmann warten. „Wie viel
noch schlafen?“ hat mich die kleine
Schwester gefragt, meine fünfjährige Tochter. Da war es gerade November geworden, und ich dachte noch
nicht an Heiligabend.
„Wie viel noch?“ hat sie gefragt.
Da war Dezember. Und dann mischte sich der große Bruder ein, der neuerdings zur Schule geht, und er lachte sein düsteres Schuljungenlachen.
„Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung. Aus Afrika oder Ausilien“,
sagte der große Bruder. Das habe seine Religionslehrerin erklärt, und ich
fragte mich, warum Erstklässler Religionsunterricht haben müssen.
Mein Sohn, der große Bruder,
fuhr fort im Aufklärungsunterricht.
Es gibt keinen Weihnachtsmann,
wohl aber den Nikolaus. Ganz in
echt gibt es den, schon seit Trillio-
Soll ich mit Mama Weihnachten feiern oder mit Papa? Eine solche Entscheidung überfordert Kinder.
le spielt) ist ein sehr wichtiges Kriterium. Es wird bei der Auswahl herangezogen, bei welchem Elternteil
das Kindeswohl am Besten gewährleistet ist“, sagt sie.
2. Eltern haben neue Partner: Für
alle Beteiligten ist die Situation
schwierig, wenn Vater oder Mutter
wieder neue Beziehungen und möglicherweise eigene Kinder haben. Eltern sollten gerade am Anfang einer
neuen Partnerschaft versuchen, behutsam damit umzugehen, das Kind
in diese neue Situation hineinzuführen. Häufig ist das Kind noch
durch die Trennung der Eltern
schmerzlich belastet und versteht
deswegen nicht, dass jetzt unter Umständen schon so schnell ein neuer
Partner die frühere Rolle von Mutter
oder Vater übernimmt. Almut Patt:
„Besonders beim ersten Weihnachtsfest nach der Trennung ist es
deshalb meist gut, wenn der neue
Partner noch nicht mit präsent ist.
Auf der anderen Seite entstehen na-
türlich auch in solchen Beziehungen gute, vertraute Verbindungen
zwischen dem neuen Partner und
dem Kind. Patchworkfamilien können auch bereichernd für die Kinder
sein. Das müssen die Eltern aber individuell betrachten. Mediatoren
oder Familienberater können unparteiisch helfen. Denn Weihnachten ist für ein Kind ein besonders
emotionales Familienereignis.
3. Feiertage sollen aufgeteilt werden: Doch auch wenn Einigkeit darüber herrscht, dass das Kind einen
Tag beim anderen Elternteil verbringt, gibt es oft noch Probleme, bei
wem das Kind wann sein darf. „Viele
Familien finden da eigene, gute Wege. Das muss auch gesagt werden.
Konflikte sind zwar häufig, aber keinesfalls die Regel“, sagt die Anwältin. Wenn Anwälte oder Gerichte
eingeschaltet werden müssen, bieten sich zwei Alternativen an: Entweder man unterteilt die Weihnachtsfeiertage selber und tauscht
» http://forum.isuv-online.de
4. Kind soll sich für einen entscheiden: Will man die Kinder
selbst entscheiden lassen, wo sie das
Fest verbringen wollen, muss nach
Meinung der Familienfachanwältin
sehr stark auf die persönliche Reife
des Kindes geschaut werden: Ob es
überhaupt bereit ist, solch eine Entscheidung zu treffen. Die meisten
Kinder werden es als Belastung
empfinden, einem Elternteil den
Vorrang geben zu müssen, da es sich
für sie so anfühlt, den anderen verraten zu haben. Denn im Grunde hätten sie lieber beide Eltern zu Weihnachten um sich. Es sei deswegen in
aller Regel besser, wenn die Eltern
das Kind entlasten und ihm diese
Entscheidung abnehmen. Eine starre Altersgrenze, wann Kinder einbezogen werden müssen, gibt es hier
aber nicht. Der Kindeswille sei gera-
Bart und den Gummi. Und jetzt
weiß er, warum. Wie der Nebel eines
Räucherkerzchens schwebt seit diesem Tag im frühen Dezember seine
Theorie durch unser Haus: Der Nikolaus verkleidet sich als Weihnachtsmann. Hat er sich aus dem Religionsunterricht abgeleitet, weil es
den Nikolaus ja gibt und den Weihnachtsmann nicht gibt. Weil das die
Lehrerin gesagt hat, irgendwie.
Der kleine Junge ist hin- und hergerissen. Das erzählen mir seine Augen, das muss er mir nicht mit Worten sagen. Und dann schnitt er aus
dem Spielzeugkatalog den Fotoapparat und den Plüsch-Papagei aus
und klebte beides auf seinen
Wunschzettel. Für den Schulhort,
sie haben dem Weihnachtsmann einen Brief von allen Hortkindern geschickt. Ja, dem Weihnachtsmann.
„Wie oft noch schlafen?“ fragte
der große Bruder, als er morgens seinen Adventskalender öffnete. „Du
musst die Säckchen zählen, die noch
voll sind. Daran siehst du es“, sagte
ich. Wie das ist, wenn sich die Kinder auf den Weihnachtsmann freuen. Wie sie Heiligabend, wenn es so
still ist draußen, auf dem Fensterbrett sitzen und wartend in die Dunkelheit starren. Wie sie mit Tränen
in den Augen vor dem Weihnachtsmann ihr Gehorsamkeitsgelübte ablegen, alle Jahre wieder. Wie schön
das ist, abseits von den ganzen viel
zu vollen Geschenktüten und dem
viel zu hellen Geglitzer da draußen.
Die Rechtslage
Die UN-Kinderrechtskonvention
enthält die Festlegung, dass das
Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen Kinderrecht ist. Die Konvention
hat auch die Bundesrepublik Deutschland ratifiziert.
Mit dem Kind in Kontakt zu bleiben,
ist als Recht und Pflicht aller Elternteile im Bürgerlichen Gesetzbuch (Pa-
ragrafen 1684 und 1685) festgeschrieben. Ein Recht auf Umgang haben auch Großeltern und Geschwister.
Es gibt ein Internetforum des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht, indem Verletzungen des Umgangsrechts veröffentlicht werden
können.
UNTER UNS
Herzklopfen
MANUELA MÜLLER
ÜBER DEN LEDER-WEIHNACHTSMANN
manuela.mueller@freiepresse.de
nen Jahren oder so. Er hat es ja schon
immer gewusst, so als großer Bruder.
„Und bei eurem Weihnachtsmann
im Kindergarten ist Leder im Gesicht, hab ich ja geseh-heen“, sagte er
und hüpfte eine Runde durchs
Wohnzimmer. Ein Siegestanz der
aufkeimenden Weisheit. Leder?
Dachte ich, wo hat ein Weihnachtsmann Leder? Letztes Jahr saß der
Junge selbst noch im Kindergarten
vor dem Leder-Weihnachtsmann.
„Du Lüger!“ sagte die kleine
Schwester. Aber er hat es genau gesehen letztes Jahr, das Leder hinterm
diese dann im jährlichen Wechsel,
oder man lässt das Kind das Weihnachtsfest bei einem Elternteil komplett verbringen und im nächsten
Jahr dann komplett beim anderen.
Mit Silvester und Neujahr wählt
man die gleiche Verfahrensweise.
Doch auch die Entfernung spielt eine Rolle, welche Variante man
wählt. Denn stundenlange Bahnoder Autofahrten können den Kindern schwer zugemutet werden. Leben beide Elternteile im gleichen
Ort, kann der Heilige Abend auch
auf mehrere Familien aufgeteilt
werden, dann wird im Drei-Stunden-Takt gefeiert.
FOTO: PATRICK PLEUL DPA
de bei kleineren Kindern nicht das
allein ausschlaggebende Kriterium
in Umgangsfragen, denn er sei stark
manipulierbar.
5. Keine Vorsorge getroffen: „Konflikte lassen sich im Vorfeld verringern. Das ist dann der Fall, wenn die
Eltern es auch nach der Trennung
schaffen, auf der Elternebene konstruktiv und im Idealfall auch vertrauensvoll miteinander umzugehen.
Denn sie bleiben nach wie vor Eltern, auch wenn sie sich als Paar getrennt haben“, sagt Almut Patt. Das
Kind wird dort zumindest deutlich
weniger Probleme mit der Trennung und damit eventuell auch mit
einem neuen Partner haben, wenn
es merkt, dass die Eltern nicht gegeneinander stehen und das Kind
sich nicht für einen Elternteil entscheiden muss. Patt: „Ich rate deswegen immer dazu, in einem frühen
Stadium den Mut aufzubringen, ein
Problem frühzeitig anzusprechen.
Väter und Mütter tun gut daran, persönliche Probleme mit dem Ex-Partner im Sinne der Kinder zurückzustellen und einen Kompromiss zu
suchen.“
RAT UND HILFE in Fragen des Umgangsrechts geben der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht in Dresden, Telefon:
0351 3139066, E-Mail: dresden@isuv.de, oder
der Verband alleinerziehender Mütter und
Väter, Landesverband Sachsen, AndreasSchubert-Straße 33, 08468 Reichenbach. Telefon: 03765 16339. www.sachsen.vamv.org.
WEIHNAC HTEN
Dieses Jahr schenken
wir uns nichts
Viele Paare treffen die Abmachung,
sich dieses Jahr nichts zu schenken.
Die dann wirklich mit leeren Händen dastehen, fühlen sich hintergangen, wenn ihnen entgegen der
Vereinbarung doch ein Präsent überreicht wird. Denjenigen sei als Erstes
der Rücken gestärkt, sagt Inge Wolff
vom Arbeitskreis Umgangsformen:
„Nicht Sie, die Sie sich an die Abmachung gehalten haben, brauchen
sich in irgendeiner Form mies zu
fühlen. Der Schwarze Peter liegt auf
der Seite des Trotzdem-Schenkenden. Nehmen Sie die Gabe also einfach ohne schlechtes Gewissen an,
auch wenn es schwerfällt. Es zurückzuweisen wäre ein sehr hartes
und überzogenes Signal.“ (rnw)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
E
r legte eine Pause ein und
strich das Kaugummipapier
erneut glatt. „Auf solch einem Stück Glanzpapier zeigen sich
Fingerabdrücke besonders deutlich.
Wir werden schnell herausfinden,
wer es angefasst hat. Aufgrund solcher Beweise sind Straftäter schon
hinter Gittern gelandet.“
„Das hab ich schon mal im Fernsehen gesehen“, meinte Jean-Paul.
„In einem amerikanischen Film.
Engrenages darf ich nicht sehen. Meine Mutter sagt, dafür wäre ich noch
zu jung.“
„Deine Mutter hat recht. Ich frage
mich manchmal selbst, ob ich denn
schon alt genug dafür bin“, sagte
Bruno. Jede Folge dieser Fernsehserie schien mit einer toten Frau zu beginnen, die auf einer Müllhalde oder
im Kofferraum eines ausgebrannten
Wagens gefunden wurde. „Und jetzt
zu dir, Abdul.“ Bruno wandte sich an
den Sohn von Karims Cousin, der erschrocken hochfuhr. „Weißt du, wofür die Abkürzung DNA steht?“
Abdul warf einen Blick auf die
Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 56
Lehrerin, die ihm aufmunternd zulächelte.
„Das hat irgendwas mit Genetik
zu tun“, antwortete der Junge.
„Richtig. In dieser Tüte hier
steckt ein Zigarettenstummel. Darauf sind mit Sicherheit Speichelreste zurückgeblieben. Und anhand der
DNA-Spuren, die solche Speichelreste
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ben dem Bühneneingang, denn es
kommt manchmal vor, dass die Musiker früher kommen und mein Vater nicht da ist“, antwortete der Junge mit Blick auf den Welpen. „Den
habe ich genommen.“
„Wusste dein Vater davon?“
Luc, der neben Jean-Paul stand,
schaltete sich ein: „Ich hab ihn darum gebeten, die Tür zu öffnen, um
Onkel Philippe einen Gefallen zu
tun.“
„Ich war auch dabei“, sagte Mathieu fast stolz. „Die anderen wollten
mich nicht außen vor lassen.“
Bruno schmunzelte. „Kann ich
verstehen. Das hätte ich auch nicht
gewollt. Was wollte Onkel Philippe?
Hattet ihr die schwarze Farbe von
ihm?“
„Sie lässt sich ganz einfach wie-
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Eltern und einen Magistrat zu Rate
ziehen, und dann wird es ernst. Versteht ihr das?“
Die Jungen nickten.
„Ich frage nur dich, Jean-Paul,
denn du weißt, wo bei euch die
Schlüssel hängen: Wie seid ihr in die
Höhle gekommen?“
Jean-Paul warf einen Blick auf seine Freunde und knabberte an der
Unterlippe. In diesem Moment
stand Balzac, der an Florence’ Ärmel
geschnuppert hatte, auf, tapste auf
die Jungen zu und blickte mit großen, treuherzigen Augen zu JeanPaul auf. Sein Schwanz schlug gegen
das Pult, als der Junge die Hand ausstreckte und ihn streichelte.
„Wir haben einen Ersatzschlüssel. Der liegt unter einem Stein ne-
der abwischen, hat er gesagt“, antwortete Jean-Paul. „Er wollte nur für
einen Artikel sorgen, damit mehr
Leute in die Höhle kommen.“
„Und du, Abdul, hattest Zigaretten deines Vaters dabei“, sagte Bruno.
„Dass du zum Rauchen noch zu
jung bist, weißt du. Wenn du damit
anfängst, wirst du vielleicht nie gut
Fußball spielen können.“
„Werden Sie mich bei meinem
Vater verpetzen?“, fragte Abdul, der
Hassans Reaktion anscheinend sehr
viel mehr fürchtete als Brunos Fragen.
„Ich schlage vor, ihr erzählt mir
jetzt alles. Wo hattet ihr zum Beispiel den Ziegenkopf her?“, fragte
Bruno.
„Der war schon da“, antwortete
Jean-Paul.
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den Stummel im Mund hatte. Wusstest du das?“
Abdul schüttelte den Kopf. Luc
schluckte, und Mathieu, der Jüngste,
schien jeden Moment in Tränen auszubrechen. Jean-Paul, der Sohn des
Höhlenpächters, war kreidebleich
geworden.
Bruno fühlte sich nicht wohl dabei, wusste aber nicht, wie er die Vernehmung hätte anders führen können. Er sah zu Florence, um sich von
ihr eine Rückmeldung geben zu lassen. Sie nickte ihm stumm zu, was er
als Ermunterung verstand, weiterzumachen.
„Ich ahne, wer in der Höhle war.
Wenn ich die Fingerabdrücke abgleichen und die DNA-Spuren analysieren lasse, werde ich Gewissheit
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 15. Dezember 2014
IM RADIO
MUSIKSZENE
Selbst das Klavier
ist festgeschraubt
Freie Presse
A3
Alte Liebe rostet nicht
nische Erzählung dessen, was sich
alles zutrug bis zum kommenden
Gerichtstermin.
Es begann vor fünf Jahren. Der
Sohn zog aus, und man hätte sich
nun „schreiend durch die Gänge vögeln können“, wie Richard formuliert. Er hatte sich darüber hinaus
schon auf die Feier der Silberhochzeit auf seiner Lieblingsinsel Lesbos
gefreut, mit möglichst vielen Freunden. Dafür, dass daraus nichts werden sollte, sorgt ein von Gattin Charlottes bester Freundin angezetteltes
Online-Dating. Ein Online-Abgleich
hatte die „98-prozentige Übereinstimmung“ mit einem jüngeren
Lehrer (Hendrik Duryn) ergeben,
der Vergleich mit Richard, ihrem
Mann, ergab eine Übereinstimmung
von 14 Prozent. Spätestens jetzt hätte Richard ein Licht aufgehen müssen: Ob er sich nicht doch in der
Langzeit-Ehe viel zu sicher fühlt?
Doch Richard bleibt weiter
selbstgefällig. Fast ist es dann auch
schon zu spät, Charlotte scheint sich
von ihm zu entfernen. Jetzt hilft
es auch nicht, nach einem Opernbesuch des Dating-Paares beim Diner
im Restaurant mit laut gesungenen
Mozartarien den Störenfried zu machen. Die Romantic Comedy mit
dem betont trivialen Titel lebt aber
weniger von solch krassen Szenen
als vielmehr von kleinen Sottisen
und Screwball-Gefechten.
Der grellen Ausmalung der Figuren hätte es eigentlich gar nicht bedurft: Charlotte führt ein Geschäft
für Brautmoden – das geht ja noch.
Richard aber ist Werbefotograf – einer der unter anderem Leberwürste
und Innereien fotografiert. In seinem eigentlichen Metier, der Malerei, ist er nicht vorangekommen.
Das zumindest behauptet sein bester Freund Stefan, der mit ihm seit
mehreren Jahren „verfeindet“ ist.
Stefan ist immerhin Restaurator.
Stefan, den August Zirner mit leicht
teuflischer Komik gibt, hatte einst
einen Seitensprung Richards bei
dessen Frau Charlotte gepetzt. Charlotte, die Treue, aber hatte damals
um Richard wie wild gekämpft.
Auch Richard wird kämpfen, dazu wird er ja auch von Stefan provoziert. Ohnedies liegt über allem der
Unterton des Einverständnisses zwischen den eingespielten Eheleuten da passt kaum ein anderer wirklich
dazwischen. Wie das dann aber auf
durchaus unvorhersehbare Weise
vor dem Amtsrichter auch noch bestätigt wird, ist eine saukomisch
hingegrunzte Slapstick-Nummer.
Nichts Tiefgründiges, das alles. Aber
ein unterhaltsamer Spaß mit fulminanten Akteuren. (tsch)
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DEUTSCHLANDFUNK
20.10 UHR Langsam gleitet das Kreuzfahrtschiff aus
dem Hafen, während im Salon der
Pianist Alexander Krichel den Reisenden Musik von Mozart und Chopin darbietet. Auch alte Kreuzfahrthasen wie Pianist Helmut Deutsch
und Bariton Adrian Eröd musizieren
gern auf hoher See. In ihrem Programm vermitteln sie die Reise als
Metapher für Lebensweg, Abschied
und unstillbare Sehnsucht. Das Besondere an diesen Konzerten: Der
Flügel ist festgeschraubt, in die klaren Klänge mischt sich der Bordunton der Motoren. Und beim Speisen
und Flanieren entsteht ein zwangloser Kontakt zu den Künstlern... (fp)
Nach 25 Ehejahren droht
die Scheidung. Und das
alles, weil Charlotte bei einem Partnerportal online
ging. „Meine Frau, ihr
Traummann und ich“
ist eine Schneeballschlacht
mit Axel Milberg und
Ulrike Kriener.
/VON HANS CZERNY
ZDF 20.15 UHR
MDR FIGARO 22 UHR Rätselraten im
winterlichen Bruck am Inn: Was ist
nur mit Nanni los? Immer häufiger
findet man im Kiosk am Stadtplatz
statt der beliebten Ladnerin eine ungeschickte Aushilfe vor. Tatsächlich
wirkt Nanni seit einiger Zeit wie
ausgewechselt. Als ein Gemeindearbeiter Zeuge wird, wie sie in den Wagen eines Unbekannten steigt,
scheint die Sache klar: Nanni hat
sich spät verliebt. Bis die Polizei die
Leiche eines Erfrorenen findet... (fp)
Mit mürrischer Mine
steigt ein Mensch mit schütterem
Haupthaar ins Taxi ein: „Zum Amtsgericht“, sagt er zum griechischen
Fahrer. „Heute lassen wir uns scheiden!“ – Wir, das sind Richard und
Charlotte, gespielt von Axel Milberg
und Ulrike Kriener, deren Mann Georg Weber hier auch für Buch und
Regie zuständig war. Es geht um Ehe
und Liebe, und darum, ob beides zugleich möglich ist. Und, wenn ja.
Warum? Klar, dass die romantische
Komödie „Meine Frau, ihr Traummann und ich“, die diesmal nicht am
Freitagabend im Ersten, sondern am
Montag im Zweiten läuft, mit durchaus ironiefähigen Schauspielern
und augenzwinkernden Texten, die
Antwort schuldig bleiben wird. Wovon sie allerdings ganz gut lebt. Kein
Rosenkrieg, sondern eine sanft-iro-
,!
HÖRSPIEL
Die Winterliebe
des Robert Hültner
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Charlotte (Ulrike Kriener, links) trifft Thomas (Hendrik Duryn) nach einem Online-Dating im Museum. Er ist Lehrer,
FOTO: BARBARA BAURIEDL/ZDF
ein Test erbrachte eine Übereinstimmung von 98 Prozent!
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A4 Freie Presse
RATGEBER IM TV
Gefährliche Servietten?
RATGEBER
Montag, 15. Dezember 2014
Kein Anschluss auf dieser Leitung
20.15 Uhr NDR: Markt. Zu Weihnachten werden gern festlich bedruckte Papierservietten gekauft.
Doch „Markt“ hat einen Verdacht:
Die Servietten sind häufig mit bunter Farbe bedruckt, und die können
giftige Substanzen enthalten. Die
Sendung geht dem Verdacht nach.
Außerdem: 18.35 Uhr n-tv: Ratgeber Hightech. Mit: Smarte Haushaltsgeräte – intelligente Geschenke
für zu Hause; 19.25 Uhr ZDF: Wiso.
U. a. Cola-Test: Marke oder No-Name?
(Programmänderungen möglich)
EXPERTENTIPP
Geschwister
uneins bei Testament
Wir sind drei Geschwister. Unsere
Mutter ist vor drei Jahren verstorben. Die Eltern hatten zusammen
kein Testament gemacht. Mein Vater möchte nun Streit zwischen
uns Geschwistern vermeiden. Deshalb will er in einem Testament genau festlegen, wer von uns was bekommt. Er hat die Dinge mit uns
Kindern besprochen. Zwei von uns
sind mit der Regelung einverstanden, nur unser ältester Bruder
nicht. Was können wir tun?
VON RÜDIGER MÜLLER
NACHRICHTEN
WETTBEWERB
Beliebtesten Stollen
aus Sachsen gekürt
Die öffentliche Stollenverkostung
zur Ermittlung des sächsischen
Lieblingsstollenbäckers 2014 ist beendet. Der Sieg ging an die Dresdner
Bäckerei Maaß, die sich damit gegen
vier andere Bäckermeister durchsetzen konnte. Die fünf für die Endrunde nominierten Stollen trennten
nur wenige Zehntelpunkte. Bäckermeister Siegfried Heller vom Dresdner Stollenschutzverband sagte:
„Das Resultat zeigt, dass die Qualität
aller getesteten Stollen sehr gut und
jeder ein Gewinner ist.“ Nach dem
Aufruf zur Suche des beliebtesten
Stollenbäckers, der auch in der
„Freie Presse“ zu lesen war, wurden
308 Vorschläge eingesandt. 50 Bäcker kamen so auf die Liste, nominiert wurden die fünf am meisten
Genannten. Entschieden wurde
nach Aussehen, Geruch und Geschmack. (rnw)
ENERGIE
Kritik an Gebühren
für Schuldenzahlung
Verbraucherschützer bemängeln,
dass Stromversorger säumigen Kunden zu wenige Zahlungsoptionen
bieten, um ein Abstellen des Stroms
verhindern zu können. Anpassungen der monatlichen Abschlagszahlung und monatliche Abrechnungen seien teils nur gegen erhebliche
Gebühren möglich, bemängelt die
Verbraucherzentrale
NordrheinWestfalen. Manche Versorger nehmen dafür 35 Euro pro Rechnung,
was „absurde 385 Euro pro Jahr“ ergebe, so die Verbraucherschützer.
Wer seine Abrechnung nicht bloß
einmal im Jahr, sondern monatlich
erhalte, könne aber viel besser seine
monatlichen Kosten im Auge behalten. Auch Ratenzahlungen zum Abstottern von Energieschulden gewähren einige Versorger weiterhin
nur unter eng gefassten Bedingungen und mit hohen Zusatzkosten.
Die Bearbeitungsgebühr für eine Ratenzahlung variiert derzeit zwischen 5 und 50 Euro. (dpa)
ERNÄHRUNG
Fondue funktioniert
auch für Veganer
Mit Gewürzen, Gemüse, Teig und
Fett oder Brühe – so funktioniert ein
Fondue auch für Veganer. Bei einem
Fettfondue sei es wichtig, darauf zu
achten, dass das Fett hoch erhitzbar
und geschmacksneutral sei, raten
Experten vom Programmbereich
Kochen und Verwöhnen des GU Verlags. Sie empfehlen Kokosfett oder
Sonnenblumenöl. Das Fondue funktioniert dann ähnlich wie eine Fritteuse: Gemüse oder Tofu können
pur eingetaucht werden. Man kann
ihnen aber auch einen Teigmantel
verpassen. Eine Gemüsebrühe für
das Fondue kann mit Kräutern oder
Gewürzen wie Lorbeer, Thymian
und Rosmarin aromatisiert werden.
Für eine asiatische Variante passen
Ingwer, Chili und Sojasoße gut. Feste Gemüsesorten wie Steckrüben,
Pastinaken und Karotten sollten vor
dem Eintauchen kurz in Salzwasser
garen und dann abgetrocknet für
das Fondue bereitgestellt werden.
Zartere Gemüse wie Champignons,
Zucchini oder Lauch können ohne
Vorgaren in den Fonduetopf. (dpa)
FOTO: GETTY IMAGES
Adé, analoges Zeitalter: Auch Oma wird künftig übers Internet telefonieren. Merken soll sie das nicht – wenn alles klappt.
Die Telekom baut ihr Netz
um und kündigt dafür
Verträge. Fast alle Kunden
sollen besser gestellt
werden. Stimmt das?
VON ANDREAS RENTSCH
Auf den ersten Blick scheint es bei
dem Projekt nur Gewinner zu geben: Die Deutsche Telekom modernisiert ihre Netze, damit mehr Kunden schneller im Internet surfen
können. Zwar müssen für den Start
ins neue Zeitalter alte Verträge gekündigt werden, doch die Telekom
möchte diese Kunden behalten. Also verspricht der Konzern, der Vertragswechsel sei nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden. Zumindest in den allermeisten Fällen. Für
Online-Verweigerer, die nur telefonieren, ändere sich gar nichts. Wo
also ist das Problem?
Bis 2018 neuer Netzstandard
Es steckt, wie so oft, im Detail. Dazu
ist es zunächst wichtig zu wissen,
was da eigentlich technisch passiert.
Die Telekom stellt ihr Netz bis 2018
auf einen Standard um, mit dem im
Internet Daten hin- und herge-
schickt werden. Das klassische Telefonnetz und die Vermittlungsstellen
haben ausgedient. Stattdessen wird
künftig über dieselben Netzwerke
telefoniert, die für den Transfer der
Datenpakete genutzt werden. Das
senkt den Wartungsaufwand und
spart Kosten. Diese Migration ist eine gewaltige Aufgabe, die sich über
Jahre hinzieht. Auch organisatorisch muss einiges passieren: Seit
Monaten schreibt das Unternehmen
Georg von
Wagner
Telekom-Sprecher
FOTO: TELEKOM
Analog-Festnetz- und ISDN-Kunden
an und weist darauf hin, dass deren
in vier bis fünf Monaten auslaufender Vertrag nicht unverändert fortgeführt werden kann. Es folgt ein
Hinweis: Bei verweigerter Zustimmung könne der bestehende Vertrag
zum Ende der Laufzeit ordnungsgemäß gekündigt werden.
Dem mehr oder mindert sanften
Druck haben sich inzwischen viele
gebeugt. Doch ihr Start in die Welt
der Telefonie via Internet war oft
holprig: Im Laufe des Herbstes häuf-
ten sich mehrfach Beschwerden
über technische Probleme mit der
Technik. „Ich hatte zehn Jahre keine
Telefonstörung. Seit vier Wochen
bin ich umgestellt auf IP-Anschluss
und kann praktisch kein Telefon
mehr nutzen“, berichtet ein Gewerbetreibender im Forum „Telekom
hilft“. „Ich will sofort zurück auf die
alte, stabile [...] Plattform!“
Die Telekom hat nach den Vorfällen beteuert, die Probleme seien
schnell behoben worden. Allerdings
berichten Kunden nach wie vor davon, dass die Sprachqualität bei der
Internettelefonie schlecht oder zumindest schwankend sei. Grundsätzlich ist davon auszugehen, „dass
die Voice-over-IP-Technik mittelfristig nicht störanfälliger ist als die herkömmliche“, erklärt die Bundesnetzagentur.
Doch es bleibt noch eine andere
Frage: die nach den Kosten. Kunden,
die ausschließlich Festnetztelefonie
in Anspruch nehmen, müssen sich
kein neues Gerät zulegen. Internetnutzer brauchen dagegen einen
Router, der „IP kann“, wie TelekomSprecher Georg von Wagner erklärt.
Wer Miete für seinen alten Router
zahle, tue das nachher auch für den
neuen – finanziell ändere sich so
nichts, so von Wagner. Bei der monatlichen Gebühr lasse sich gar ein
wenig sparen. „Der IP-Anschluss ist
in der Regel um fünf Euro günstiger
als der derzeitige ISDN- oder Analog-Anschluss.“ Im Umkehrschluss
heißt das: Besitzer eines nicht IPtauglichen Routers müssen sich ein
neues Gerät kaufen oder leihen. Für
gängige Speedport-Router beginnen
die Pauschalen bei 3,95 Euro pro Monat. Im Preis inbegriffen ist eine Instandhaltung, sofern zuvor eine Störung „bei ordnungsgemäßem Gebrauch“ aufgetreten ist.
dass dies bereits der Fall ist. Für den
Anschluss von ISDN-Endgeräten muss
der Router auch über eine S0-Schnittstelle verfügen.
Rufaufbau: Bis die Verbindung
„steht“, dauert es u.U. länger als
beim Analog-/ISDN-Anschluss. Die
Rufaufbauzeit kann durch Drücken
der Raute-Taste (#) am Ende der Rufnummer meist abgekürzt werden.
Notfallsicherheit: Analog- und ISDNAnschlüsse bieten mit geeigneten
Endgeräten die Option, auch bei
Stromausfall zu telefonieren. Das
geht beim IP-Anschluss nicht.
Faxen: Die Fax-Übertragung ist bei
Analog/ISDN möglicherweise stabiler
als bei IP-Anschlüssen.
Dienste: Bestimmte Dienste, wie
Rückruf-bei-Besetzt oder Datenübertragung via Modem/ISDN-Karte (z.B.
für Fernwartung, Alarmanlagen), sind
mit einem IP-Anschluss teilweise
nicht möglich. Nutzer von Diensten
wie EC-Cash oder Hausnotruf (z.B. für
Senioren) müssen darauf achten, dass
ihr Gerät für den Betrieb am IP-Anschluss geeignet ist.
„Ohne Murren“ in die IP-Welt
Telekom-Sprecher Georg von Wagner sagt auf Nachfrage, weit über
90 Prozent der angeschriebenen
Kunden würden „ohne Murren“ in
die IP-Welt wechseln. Angst vor dieser technischen Neuerung sei unbegründet und solle nicht geschürt
werden. So sieht es auch die Verbraucherzentrale Sachsen. „Die Telekom ist bei der IP-Umstellung so etwas wie der letzte Mohikaner“, sagt
Referatsleiterin Katja Henschler.
Viele Mitbewerber seien beim Thema Voice over IP deutlich weiter.
An manche Veränderung wird
sich der Durchschnittskunde aber
trotzdem erst gewöhnen müssen.
Dazu zählt die Tatsache, dass IP-Telefone bei einem Stromausfall lahmgelegt sind (siehe unten).
Vor- und Nachteile eines IP-Anschlusses
Vorteile: Preis-Leistung: Es gibt zwei
Leitungen und mehrere Rufnummern
(bis zu 10) ohne zusätzlichen Aufpreis. Früher war dafür ein ISDN-Anschluss erforderlich, der teurer war
als der einfache Analoganschluss.
Surftempo: Nutzer mit ADSL-Anschlüssen (DSL 16000 oder weniger)
können – je nach technischer Verfügbarkeit – von einem höheren Tempo
beim Hochladen profitieren. Beim IPAnschluss sind es bis zu 2,4 MBit/s
(DSL mit Analog oder ISDN: bis zu ein
MBit/s oder weniger).
Qualität: HD-Telefonie (bessere
Sprachqualität) zu anderen TelekomIP-Kunden und zu Telekom-Mobilfunkkunden möglich, sofern es beteiligte Geräte (Router, Telefone) auf
beiden Seiten unterstützen.
Konfiguration: Je nach individueller
Installation können Geräte wegfallen,
etwa der Splitter oder fürs ISDN notwendige NTBA.
Nachteile: Neue Technik: U. U. ist ein
neuer DSL-Router nötig. Der muss
Voice over IP sowie den DSL-Standard
Annex-J beherrschen. Je neuer der
Router, um so größer die Chance,
Quelle: www.appenzeller-online.de
Ihr Vater kann frei entscheiden, welche Verfügungen er in seinem Testament trifft. Die Zustimmung der
Kinder ist nicht erforderlich. Den
„Familienfrieden“ fördert es jedoch
oft, wenn ein Testament im Kreis
der Familie „vorbesprochen“ wird.
Missverständnisse lassen sich so
vermeiden. Vielleicht lässt sich im
Gespräch eine Gestaltung finden,
die alle Geschwister akzeptieren.
Alleinerbe oder Erbenmehrheit
Ihre Frage deutet an, dass Ihr Vater
im Testament genau festlegen will,
wer welchen Gegenstand bekommen soll. Ihr Vater sollte bedenken:
Einzelne Gegenstände kann man
nicht „direkt“ vererben. Nach dem
Tode gibt es zunächst immer einen
Alleinerben oder eine Erbenmehrheit – eine sogenannte Erbengemeinschaft.
Der Erbengemeinschaft gehört
zunächst erst einmal alles gemeinschaftlich. Mit einer sogenannten
Teilungsanordnung kann Ihr Vater
aber bestimmen, wie die Erbengemeinschaft die einzelnen Vermögensgegenstände untereinander zu
verteilen hat. Durch Vermächtnisse
können die Erben außerdem dazu
verpflichtet werden, einzelne Gegenstände an bestimmte Personen
zu übertragen.
Wenn Ihr Vater ein Testament errichten will, in dem er solche Einzelregelungen trifft, sollte er sich unbedingt fachlichen Rat einholen.
Laiendokument oft fehlerhaft
Von Laien errichtete Testamente
sind gerade hier sehr oft fehlerhaft
und unvollständig. Bei Errichtung
eines Testaments vor einem Notar
fallen zudem für die ausführliche
Beratung keine gesonderten Gebühren neben den Beurkundungskosten an.
Der Autor ist Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen.
» www.notarkammer-sachsen.de
Haben auch Sie eine Frage?
Schreiben Sie an „Freie Presse“,
Kennwort „Ihre Frage“, Serviceredaktion, 01055 Dresden, oder E-Mail an:
expertentipp@redaktion-nutzwerk.de
Das muss ab sofort auf Verpackungen stehen
Die EU will mehr Klarheit
beim Einkauf und regelt in
einem seit Sonnabend
gültigen Gesetz von der
Schriftgröße bis zur
Onlinekennzeichnung.
Die wichtigsten Änderungen im
Überblick:
Schriftgröße: Bei Pflichtangaben
wie den Zutaten müssen die gedruckten Buchstaben mindestens
1,2 Millimeter groß sein, bei kleineren Packungen muss die aufgedruckte Schrift aber lediglich
0,9 Millimeter groß sein.
Allergie-Kennzeichnung: Die 14
wichtigsten
allergieauslösenden
Stoffe müssen in der Zutatenliste
hervorgehoben werden – etwa fett
gedruckt. Bei loser Ware wie beim
Bäcker können Kunden auch mündlich informiert werden. Eine schriftliche Dokumentation muss aber
verfügbar sein.
muss dies ebenfalls auf der Packung
vermerkt sein.
„eingefroren am ...“ das Datum genannt werden.
Tiefkühlkost: Bei Fisch und
Fleisch muss in einem Aufdruck
Nano: Produkte können zugesetzte
winzige Nanopartikel enthalten, et-
Lebensmittel-Imitate: Wenn ein
Ersatzstoff verwendet wird, muss er
direkt neben dem Produktnamen
genannt werden – zum Beispiel,
wenn Pflanzenfett statt Käse als Pizzabelag dient.
Was interessiert Kunden auf der Packung?
Fleisch und Fisch: Wenn ein
Fleischprodukt etwa mit Enzymen
aus kleinen Teilen zusammengeklebt wurde, muss auf dem Etikett
„aus Fleischstücken zusammengefügt“ aufgedruckt sein. Das gilt auch
für Fischprodukte. Falls Fleisch oder
Fisch mit so viel Wasser aufgespritzt
wurde, dass es mehr als fünf Prozent
des Produktgewichts ausmacht,
Am wichtigsten sind den Bundesbürgern Angaben zu Zutaten, Tierschutz,
regionaler Herkunft und gentechnikfreier Produktion, wie eine Umfrage
des Ernährungsministeriums ergab.
Auch auf die Kalorienzahl und eine
gesundheitliche Wirkung kommt es
vielen an. Zu Hause liest laut einer
Umfrage der Lebensmittelwirtschaft
dann kaum noch jemand etwas nach.
Besonders hoch ist das Interesse
nach Lebensmittelskandalen.
Wenn Eltern für die Kita oder den
Sportverein einen Salat machen oder
Kuchen backen, greifen diese Aller-
gie-Kennzeichnungsvorgaben nicht.
Denn der „Verkauf von Lebensmitteln
durch Privatpersonen“ und der gelegentliche Umgang damit sind von den
neuen Regeln ausdrücklich ausgenommen. Für Wohltätigkeitsveranstaltungen sowie „Märkte und Zusammenkünfte auf lokaler Ebene“ gelten
die Auflagen nicht, wie im EU-Gesetz
steht. Sich vorher nach Allergikern zu
erkundigen, ist aber sinnvoll.
Am Stichtag 13. Dezember seien keine schlagartigen Änderungen zu erwarten, heißt es beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Vorhandene
wa um Stoffe besser löslich zu machen. Dann muss künftig hinter
dem Inhaltsstoff das Wort „Nano“
auf der Verpackung aufgedruckt
werden. (dpa)
Packungen können abverkauft werden, manche Hersteller haben Aufdrucke schon vorab umgestellt. Und
weitere Neuregelungen folgen. Ab
1. April müssen auch bei unverarbeitetem Fleisch von Schwein, Schaf, Ziege und Geflügel die Orte der Aufzucht
und der Schlachtung angegeben werden wie schon bei Rindfleisch. Ab
2016 wird eine Nährwerttabelle
Pflicht – etwa zu Salz, Fett und Zucker. Diskutiert wird auch über Vorgaben für vegetarische und vegane Produkte, wie es von der Lebensmittelbranche heißt. Etiketten werden also
nicht zum letzten Mal geändert. (dpa)
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