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Mitteilungsblatt der Kärntner Jägerschaft, Dezember 2014 Ausgabe 218, 43. Jahrgang
www.kaerntner-jaegerschaft.at
SCHWERPUNKT
GAMSWILD
• Jagdhundeausbildung
• Neue EDV
• Jägerwallfahrt
Nr. 218/2014
Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Spalte
3
Gamswild
Gamswild in Kärnten
AGJSO
Gamswild-Biologie, Hege,
Bejagung
4
6
Gamswild in der Steiermark
7
11
17
Gamswild in den
Nachbarländern
18
Krankheiten des Gamswildes
Jagdliches Wissen
19
Rechtliche Information
Hundehaltungsvorschriften
20
Jahr des Auerwildes
20
Wald–Wild–Schule
22
Berichte
Jagdhundeausbildung
Zeugnisverleihung
Ergänzung zu den
Abschussrichtlinien
Jägerwallfahrt
Hubertusmesse
Erntehirschenschau
Jägerinnenstammtisch
Hegeringversammlungen und
Hegeschauen
23
25
26
27
28
29
29
30
Informationen der
Landesgeschäftsstelle
Neue EDV
Wildfleischuntersucher
33
36
Termine
38
Bücher
40
Wortanzeigen/Totentafel
42
Kärntner Jäger
Liebe Jägerinnen und Jäger!
Das Jagdjahr geht zu Ende und wieder einmal gilt es für sich, in der
eigenen Jagd, bis hin zur Landesebene Rückschau zu halten.
Nach einem höchst erfolgreichen reduzierenden Jagdjahr 2013
kam heuer laut Abschussstatistik
ein kleiner Einbruch, der, da sich
in ganz Österreich das gleiche Bild
zeigt, zu Überlegungen Anlass
gibt.
Gehen wir davon aus, dass alle
12.000 Kärntner Jägerinnen und
Jäger mit gleicher Lust und Laune
auch heuer wieder jagern waren
und dass der Abschussrückgang
mit und ohne Trophäenträger
gleich hoch war, so ist neben den
Wetterkapriolen im verregneten
Sommer sicher auch unsere Jagdstrategie von entscheidender Bedeutung.
Glauben wir jenen Leuten, die
unser Jagdverhalten untersuchen,
und das sollten wir tun, dann müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass
z.B. unser geliebter Abendansitz,
womöglich auf immer den gleichen Hochsitzen, mit der Zeit
kontraproduktiv wird, weil das
Wild, dies alles bemerkend, einfach dort bei Tageslicht nicht mehr
austritt. So stellt man dort auch
fest, dass die Morgenpirsch, also
die Jagd in den Tag hinein, direkt
im Wald eine viel höhere Effizienz
aufweist, dass auch das regelmäßige Inruhelassen gewisser Gebiete
von großem Vorteil ist, also eine
Art Intervalljagd. Gerade in der
aktuellen Jagdliteratur empfehlen
Fachleute neue Bejagungsmethoden, was für manche von uns natürlich eine Veränderung des bisher gepflogenen „Jagerns“ bedeuten würde.
Vor allem auch die grenzüberschreitenden, gemeinsamen, eventuell sogar mit Hunden durchgeführten Stöber- und Riegeljagden
auf Rot- und Schwarzwild werden
von allen Experten forciert.
Hier greifen auch die Weiterbildungsveranstaltungen im Zuge
der Bildungsplattform der Kärntner Jägerschaft, aber auch Fortbildungstagungen für Aufsichtsjäger
durch den KJAV sehr gut, die noch
verstärkt werden sollten.
Da gerade wir Aufsichtsjäger in der Frage der Wildstandsregulierung
verstärkt gefragt sind, war ein
Zukunftsgespräch mit den
Vertretern des KJAV, dem
größten Verein innerhalb
der Kärntner Jägerschaft,
von großem Nutzen, bei
dem auch höchsterfreulich
zu bemerken war, dass gerade die jungen Funktionäre in den Bezirken und im Landesvorstand des KJAV, mit guten
Ideen ausgestattet, bereit sind, die
Zukunft der Jagd in Kärnten mitzugestalten, dafür ein aufrichtiges
Weidmannsdank!
Auch das „Jahr des Auerwildes“ geht zu Ende und kann als
großer Erfolg verbucht werden.
Viele Biotope konnten dank der
Unterstützung der Kärntner Jägerschaft und des Landesjagdreferenten neu gestaltet und verbessert werden, Projekte konnten so
durchfinanziert werden und wird
im Jänner in einer Pressekonferenz genauestens darüber Bericht
erstattet werden.
Bei dieser Gelegenheit wollen
wir auch das „Jahr des Niederwildes“ einläuten, Wildarten betreffend, die in Kärnten da oder dort
trotz wesentlicher Veränderungen
in der landwirtschaftlichen Produktion mit unserer Hilfe wieder
Fuß fassen sollen. Auch hier haben wir einen gemeinsamen Topf
gefüllt, der die gezielte Unterstützung von Niederwildbiotopen
zum Ziel hat.
In der letzten Nummer des
„Kärntner Jäger“ haben wir über
die geplanten Veränderungen bei
den Abschussrichtlinien berichtet
und wird auch das kleine grüne
Büchlein rechtzeitig vor Aufgehen
der Schusszeit 2015 an Sie versandt. Sofort werden Sie erkennen, wie einfach handhabbar dieses ist, und vor allem, wie frei wir
hier in Kärnten noch jagern können.
Dies, vor allem auch mit einem
Blick über die Grenzen, wollen
wir Ihnen in der nächsten Ausgabe des „Kärntner Jäger“ anhand diverser in der
3
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DI Dr.
Gorton, LandesS S S S S S S
jägermeister
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Aktuelle Spalte
A K T U E L L E S P A LT E
4
Kärntner Jäger
A K T U E L L E S P A LT E
Nr. 218/2014
BRD geplanter und teilweise vollzogener
Jagdgesetzänderungen
einmal vor Augen führen, wie ungezwungen wir hier in Kärnten,
selbst in der momentan so ernsten
Zeit der Wildstandsregulierung,
unserer Passion noch nachgehen
können.
Vieles haben wir nächstes Jahr
noch vor und werden wir Ihnen offen darüber stets auch Bericht erstatten.
Mit den besten Wünschen zum
bevorstehenden
Jahreswechsel
wünsche ich Ihnen im Namen des
Landesvorstandes und des Landesausschusses der Kärntner Jägerschaft vor allem Gesundheit
und viel Freude auf und bei der
Jagd, Ihr
Landesjägermeister
DI Dr. Ferdinand Gorton
Gamswildbewirtschaftung in Kärnten
Gamswild, das Wappentier der
Kärntner jägerschaft, kommt in
den gebirgigen Regionen Kärntens
flächendeckend vor. Nur die Tallagen und Tieflandbereiche beheimaten kein Gamswild.
Die kärntenweiten Entnahmezahlen von Gamswild stiegen – wie
auch bei Reh- und Rotwild – bis
Mitte der 70er Jahre stark an,
schwanken seitdem allerdings auf
einem Niveau zwischen 2.500 und
3.500 Stück (Abb.1.).
Die Gamsjagd in Kärnten beginnt am 1. August und endet am
31. Dezember. Die jagdliche Entnahme konzentriert sich auf die
„Jugendklasse“. In den letzten 6
Jahren entfielen rund 55% aller erlegten Gamsböcke auf die Klasse
III. Böcke der Klasse II machten in
Summe 27% aller erlegten Stücke
aus. In die Klasse I fielen etwa 18%.
Nur etwa 2% aller erlegten Böcke
erreichten ein Alter von mehr als 10
Jahren. Analysiert man das Abschussverhältnis von IIer zu Ier
Böcken, zeigt sich, dass sich dieses
in den letzten Jahren von ursprünglich rund 2:1 auf etwa 1,2:1 deutlich
verbessert hat, die Entnahmevorgaben der Abschussrichtlinien, 40%
IIIer, 20% IIer und 40% Ier Böcke
zu entnehmen, werden derzeit in
Kärnten jedoch nicht erfüllt.
Die Situation der Gamsgeißbewirtschaftung ist ähnlich: in den
letzten 6 Jahren wurden rund
54,5% IIIer, 24% IIer und 21,5% Ier
Stücke erlegt. Mit Einführung der
Gamsgeißenklasse im Jahr 2007
konnte das Abschussverhältnis der
IIer und Ier Geißen von fast 3:1 auf
etwa 1,1:1 verbessert werden.
Derzeit ist der Altersklassenaufbau – auf Grund des Fehlens einer
entsprechenden Anzahl an älteren
Abb.1. Ersichtlich sind die kärntenweiten jährlichen Gamswildabschüsse von 1951 – 2013.
Stücken – sowohl bei Geißen, vor
allem aber bei Böcken aus wildbiologischer Sicht unbefriedigend.
Gründe dafür sind unter anderem
die starken jagdlichen Eingriffe in
Jugend- und Mittelklasse. Die Kitzbejagung spielt in Kärnten eine
untergeordnete Rolle.
Das zukünftige Ziel der Gamswildbewirtschaftung in Kärnten ist
die Erhöhung des Gamsdurchschnittsalters. Um dieses Ziel umzusetzen werden folgende Punkte
verfolgt:
1. In Bereichen, in denen es keine
Wildschadenproblematik
gibt
bzw. keine Bestandesabsenkung
notwendig ist, soll die Entnahme
der aktuellen Umweltsituation
angepasst werden und in der
Klasse III geringer ausfallen.
2. Die Entnahme in der Mittelklasse muss zukünftig noch stärker
reduziert werden.
3. Die Gründung von Gamswildhegegemeinschaften fördern, um eine nachhaltige, großräumige
Gamswildbewirtschaftung
sicherzustellen, da Abschussplanung auf Revierebene viel leichter zu einer Bestandsübernutzung führen kann.
4. Den „Zusätzlichen Abschuss“ als
hilfreiches Instrument für die
nachhaltige
Gamswildbewirtschaftung stärker in den Mittelpunkt stellen. Durch den „Topf“
kann in Jahren, in denen die Zuwachsraten hoch ausfallen, bei
restriktiver Planung zusätzlich
jagdlich eingegriffen werden. Der
„Zusätzliche Abschuss“ darf jedoch nicht dazu dienen, generell
verstärkt in die Jugendklasse
einzugreifen.
Neben vielen positiven Beispielen einer erfolgreichen Gamswildbewirtschaftung in Ober- und in
Mittelkärnten
ist vielleicht die
„Gamswildbewirtschaftungsgemeinschaft Petzen“ in Unterkärnten zu erwähnen. Diese wurde 1997
gegründet und umfasst die Nordseite des Petzenstockes mit einer
Fläche von rund 9.500 ha. Seit 12
Jahren wird dort auf freiwilliger
Basis kein IIer Gamsbock mehr
freigegeben und nimmt die jagdliche Bewirtschaftung auf die aktuelle Umweltsituation Rücksicht,
wie beispielsweise im Jahr 2009, als
nach dem vorhergehenden strengen
Winter die Entnahme auf die Hälfte reduziert wurde.
GAMSWILD
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Das Ergebnis ist eine deutliche
Zunahme alter Stücke. Erlegungen
von 18-jährigen Gamsgeißen oder
12-jährigen Ier Böcken sind am
Petzenstock mittlerweile keine
Ausnahme mehr. Besonders erfreulich ist auch die Entwicklung in der
Abschussplanung in den Bezirken
Klagenfurt, Feldkirchen und Völkermarkt, die nun schon einige Jahre freiwillig die Mittelklasse bei
den Gamsböcken schonen, um die
Altersstruktur zu verbessern.
GAMSRÄUDE
In Kärnten treten immer wieder
Seuchenzüge der Gamsräude auf.
Erstmals wurde diese Krankheit in
Kärnten im Jahr 1870 im Maltatal
registriert. Der nächste große seuchenhafte Ausbruch trat im Jahr
1905 in der Innerfragant auf. In den
1930er Jahren erfolgte ein massiver
Gamsräudezug, der im Mölltal seinen Ausgang nahm und erstmals
auch Gebiete südlich der Drau erreichte. Ab 1949 breitete sich die
Räude auf österreichischer und italienischer Seite in den Karnischen
Alpen aus.
In den 60er Jahren wanderte die
Gamsräude von den Karnischen Alpen ins Dreiländereckgebiet von
Italien, Slowenien und Österreich
und breitete sich in weiterer Folge
ab den 70er Jahren bis Anfang der
90er Jahre entlang der Karawanken
Richtung Osten aus. Aktuell gibt es
kein verstärktes seuchenhaftes
Auftreten der Gamsräude in Kärnten.
Da sich beim Gamswild die Abschusszahlen in ganz Österreich zusehends verschlechtern (19.100
Stück, dies ist ein Minus von 7,8%
und in den letzten 20 Jahren ein
Rückgang von einem Drittel), stellt
sich die Frage, warum dies eine solche extreme Entwicklung annimmt. Erwähnenswert ist dabei,
dass bis zum letzten Jahr Kärnten
davon ausgenommen war und sich
die Abschusszahlen auf etwa 3.000
Stück im Jahr stabilisiert hatten.
MÖGLICHE URSACHEN FÜR
POPULATIONSRÜCKGÄNGE
BZW. BESTANDESÜBERNUTZUNG BEIM GAMSWILD
u Kleinräumige revierweise Abschussplanung
Revierweise Gamswildabschuss-
Auch alte Geißen nehmen eine wichtige Funktion in einem Gamsrudel ein.
planung führt oftmals zur Übernutzung, da Gamswildganzjahreslebensräume meist deutlich größer
sind als die entsprechenden Jagdgebiete. Gamsbestände werden dadurch oftmals überschätzt, da das
Vorkommen derselben Individuen
in mehreren Revieren als Grundlage für die Abschussplanung herangezogen wird. Großräumige, gemeinsame Zählungen sind notwendig um besseren Einblick in die
Gamswildsituation zu bekommen.
u Überschätzung der Zuwachsrate
Die effektive Zuwachsrate des
Gamswildes liegt – je nach Umweltsituation – bei etwa 10 – 20%
des Gesamtbestandes und damit
weit unter dem Zuwachs von beispielsweise Rehwild. Ergeben sich
hohe Bestandsverluste durch Räude, strenge Winter oder ähnliches,
muss die jagdliche Bewirtschaftung
– sofern der Gamsbestand nicht dezimiert werden soll – entsprechend
angepasst und die Bejagungsintensität zurückgenommen werden. Intensive Jagd kann nach Jahren mit
hoher natürlicher Mortalität einen
starken zusätzlichen populationsdezimierenden Faktor darstellen,
der sich über mehrere Jahre negativ
auswirken kann.
u Verstärkte Nutzung der mittelalten Stücke
Gams zeichnen sich durch eine
hohe Jugendsterblichkeit, eine geringe Sterblichkeit in der Klasse
der mittelalten und einer wieder
ansteigenden Sterblichkeitsrate bei
den Alttieren aus. Derzeit werden
die Jugend- und Mittelklasse –
nicht nur in Kärnten – jagdlich
häufig übernutzt. Der Anteil alter
Individuen in den Gamsbeständen
ist gering. Dies kann in weiterer
Folge negative Auswirkungen auf
den Bestandesaufbau haben.
Alte Stücke haben oftmals eine
höhere
natürliche
Immunität
gegenüber Krankheiten – da sie mit
diesen Krankheitserregern in ihrem
Leben eventuell bereits Kontakt
hatten – und tragen somit positiv
zur Bestandesvitalität bei.
Fehlen alte Böcke in einer Population bzw. ist der Bockanteil generell gering, nehmen junge Böcke
verstärkt an der Brunft teil. Diesen
Tieren fehlt oftmals der körperliche
Reifezustand. Damit kann die
Brunft sie so stark schwächen, dass
sie den Winter nicht überleben oder
krankheitsanfälliger werden.
Ein geringer Gamsbockanteil
kann zudem die direkte Krankheitsübertragung erhöhen, da ein
Bock eine höhere Anzahl an Geißen
belegen muss und damit z.B. zu einer stärkeren Verbreitung von Räudemilben beitragen kann.
Zudem kann die Brunft bei verschobenem Geschlechterverhältnis
(geringe Bock- und hohe Geißanzahl) durch Nachbrunft in die Länge gezogen werden und sich damit
noch energieaufwändiger gestalten.
Durch diese – vor allem bei Be-
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6
Kärntner Jäger
GAMSWILD
Nr. 218/2014
ständen mit geringem Durchschnittsalter – zum Tragen kommenden Faktoren ergibt sich eine
negative Rückkoppelung in Bezug
auf den Bestandsaufbau.
u Zwischenartliche Konkurrenz
Auch zwischenartliche Konkurrenz z.B. mit Rotwild, dessen Nahrungsansprüche und Raumansprüche sich überschneiden, kann ein
Grund für Bestandesrückgänge
beim Gamswild sein. Großräuber
als Ursache für Bestandesrückgänge spielen in Kärnten aktuell noch
keine Rolle.
u Rücksichtnahme – ein Gebot in
der heutigen Zeit?
Die neuen Formen des Tourismus
und des Freizeitsports im Alpenraum haben natürlich für die Tierund Pflanzenwelt und insbesondere
fürs Gamswild Folgen, die als wenig erfreulich angesehen werden.
Der Lebensraum des Gamswildes
wird eingeschränkt und in zunehmenden Maße meiden sie die guten
Äsungsgebiete und suchen nun
auch schon im Sommer die Deckung bietenden Waldbereiche auf.
Dies ist oftmals ein Resultat von
menschlichen Tätigkeiten, bei denen es weniger um Erholung als um
Extremerfahrung und Abenteuer
geht. Die sich daraus ergebenden
Konflikte zwischen den Ansprüchen der Touristen und Freizeitsportler einerseits und jenen von
Wildtieren, und hier im Speziellen
des Gamswildes, andererseits, nehmen in einer Weise zu, dass es notwendig ist, rasch breit abgestützte
Grundlagen zu erarbeiten und auch
rechtzeitig Gegenmaßnahmen umzusetzen (Ruhezonen, Projekte wie
im Gail- und Lesachtal).
Zusammenfassend kann gesagt
werden, dass die Entwicklung der
Abschusszahlen durchaus positiv
ist, die Abschussplanung 2015/16
jedoch großräumiger auf Gemeinschafts- oder Hegeringbasis oder
sogar in Wildregionen angedacht
und umgesetzt werden sollte. Die
Freigabe nach Altersklassen und
Geschlechterverhältnis soll in einem realistischen Maß gams- und
nicht jägergerecht umgesetzt werden. Es macht keinen Sinn mit utopischen Abschussplanzahlen in die
nächste Planung zu gehen. Unser
Wappentier „der Gams“ wird es
uns danken.
BJM Ing. Franz Koschuttnigg
Gamswildreferent
Mag. Gerald Muralt
Wildbiologe
62. AGJSO-Tagung: Sorgen um das Gamswild
Am 24. und 25. Oktober 2014 hielt die
Arbeitsgemeinschaft der Südostalpenländer (AGJSO) in Mariazell,
Steiermark, ihre 62. Jahrestagung
ab. Ihr gehören die Jagdverbände
von Südtirol, Belluno, Trentino,
Triest, Görz, Udine, Slowenien, Tirol, Steiermark und Kärnten an.
Die Steirische Landesjägerschaft organisierte die Tagung; das
Thema „Gamswild heute – Biologie, Bejagung, Krankheiten“ und
wohl auch der bekannte Tagungsort
veranlassten zahlreiche Jägerschaftsfunktionäre und Gäste zum
Kommen. Die Tagung begann am
Vorabend mit einer heiligen Messe
in der Basilika zu Mariazell. Im Anschluss daran lud die Steirische
Landesjägerschaft zu einem gemütlichen Beisammensein und jagdlichen Gedankenaustausch.
Tags darauf begrüßte LJM DI
Heinz Gach die Tagungsteilnehmer
im bedeutendsten österreichischen
Wallfahrtsort Mariazell und freute
sich über den guten Besuch. Das
Gamswild bereitet auch den steirischen Jägern große Sorgen, weshalb die diesjährige AGJSO-Tagung gerade diesem Thema gewidmet war.
Im Anschluss eröffnete Präsident
Dr. Walter Brunner die Tagung, begrüßte die Teilnehmer aller Mit-
Im Rahmen der 62. AGJSO-Tagung widmeten sich die Teilnehmer intensiv dem Gamswild.
gliedsverbände, ganz besonders die
Präsidenten und Landesjägermeister sowie die Referenten und die
Übersetzer und er bedankte sich
bei der Steirischen Landesjägerschaft für die großzügige Einladung
und ausgezeichnete Organisation.
Organisatorisch wurde die Zusammenlegung der Internationalen
Jagdkonferenz (IJK) mit der Arbeitsgemeinschaft der Jagdverbände der Südostalpenländer (AGJSO)
angeregt. Darüber entspann sich eine rege Diskussion. Der Vorschlag
wird in den Mitgliedsverbänden
diskutiert, sodass anlässlich der
nächsten AGJSO-Tagung darüber
entschieden werden kann.
Ein abendliches Galadinner sowie eine Exkursion zum Mariazeller Wallfahrts- und Heimatmuseum
rundeten das Programm ab.
Höhepunkt und Abschluss war
der Besuch des 20 km entfernten
„Brandhofes“. Erzherzog Johann
erwarb ihn 1818 und machte daraus einen landwirtschaftlichen
Musterbetrieb. Heute steht der
Brandhof mit rund 6.500 ha Eigenfläche im Besitz der Familie Meran.
Frau Charlotte Keil geborene Gräfin Meran, Ururenkelin des Erzher-
GAMSWILD
zog Johann, führte sachkundig
durch Haus, Hof und die Arbeitsräume. Sie berichtete ausführlich
über das Leben und Wirken des
Erzherzogs, seine Liebe zur Steiermark und seine Passion zur Jagd
und zum Gamswild.
SCHLUSSERKLÄRUNG
Am Ende der diesjährigen
AGJSO-Tagung
verabschiedeten
die Vertreter der Mitgliedsverbände
folgende Schlusserklärung:
Der Alpenraum wird immer
mehr ganzjährig touristisch genutzt. Darunter leiden die Gamsbestände. Die Erhaltung der Lebensräume und der Aufbau eines gut
strukturierten Gamsbestandes sind
wichtige Aufgaben der Gamswildhege. Eine großflächige Abschussplanung und Bewirtschaftung ist
unerlässlich, wobei auf die unterschiedlichen
Gamslebensräume
Nr. 218/2014
Rücksicht zu nehmen ist. Unter Berücksichtigung der Winterverluste
wird eine Abschussplanung im
Frühjahr/Frühsommer empfohlen.
Der Verkauf von Abschusspaketen
auf Jahre voraus wirkt sich fatal
auf das Gamswild aus und ist abzulehnen. Auch ist zu berücksichtigen, dass durch das Ansteigen der
Waldgrenze (Klimawandel, Änderungen in der Almbewirtschaftung)
wertvoller Gamslebensraum verloren geht.
Durch die Beunruhigung (Tourismus) wird das Wohlbefinden der
Gams gestört und das wiederum erhöht die Krankheitsanfälligkeit.
Auch die Jäger tragen Verantwortung und haben für entsprechende
Sozial- und Altersklassen zu sorgen. Bei einer gestörten Altersstruktur (fehlende Altböcke) werden Böcke der Mittelklasse überbeansprucht, wodurch sich die Brunft
verlängert. Nicht absehbar sind die
Kärntner Jäger
Folgen des Klimawandels für das
Gamswild, besonders was die Verbreitung von Krankheiten (z.B. Parasiten in Hochlagen) und die
Äsungsqualität (frühzeitiges Verholzen der Äsungspflanzen) betrifft.
Durch die Lebensraumverbesserung, die Anpassung der Gamsbestände (Schalenwildbestände) an
den Lebensraum und durch das
seuchensichere Entfernen krankheitsverdächtiger oder kranker Tiere ist es möglich, das Infektionsrisiko und den Infektionsdruck zu senken. An die Jäger wird appelliert,
den Gamsabschuss möglichst frühzeitig zu erfüllen und den Jagddruck ab Mitte November zu reduzieren!
WK
Die Referate der AGJSO-Tagung
sind aufgrund ihrer Bedeutung und
des Kärntenbezuges in dieser Ausgabe im Folgenden abgedruckt.
Gamswild – Biologie, Hege, Bejagung
Bock und Geiß – auf den ersten Blick
könnte man meinen: Gams ist
Gams, der Unterschied fällt kaum
auf. Wer genau hinschaut, der findet aber jede Menge Gegensätze.
Der Geschlechtsdimorphismus bei
dieser Wildart ist gering, zu bestimmter Jahreszeit aber für jeden
Laien erkennbar. Das ist eine Facette wenn es um Leben und Lebensstrategie dieser Wildart geht, auch
Jugendentwicklung und Fortpflanzungssystem lassen sich nicht so
ohne weiteres einfachen, herkömmlichen Mustern zuordnen. Zwischen
einzelnen Regionen gibt es auch bedeutende
Gewichtsunterschiede.
Sie hängen oft mit Bestandesdynamik und Sozialstruktur zusammen.
Ab einem Alter von etwa eineinhalb
Jahren zeigen Böcke und Geißen
unterschiedliche Wachstumsmuster.
Geißen reproduzieren bereits wenn
sie knapp 80% ihres endgültigen
Körpergewichtes erreichen. Sie erlangen ihr Erwachsenengewicht etwa drei Jahre früher als Böcke. Das
Gewicht der Böcke steigt bis zum
sechsten Lebensjahr, jenes der Geißen bis zum dritten oder vierten
Lebensjahr deutlich an. Der größte
Gewichtsunterschied zwischen den
beiden Geschlechtern tritt dann im
Alter von 7 bis 8 Jahren auf.
SAISONALER GESCHLECHTSDIMORPHISMUS
Wer Steinbock mit Steingeiß
vergleicht, der sieht auf Anhieb,
welches Tier das männliche, welches das weibliche ist. Dasselbe gilt
für Hirsch und Hirschtier oder
Widder und Schaf. Bei Gams tritt
der Unterschied zur Brunftzeit
ebenfalls zu Tage, im restlichen
Jahr ist es aber oft gar nicht einfach
die beiden Geschlechter auseinander zu halten. Bei jenen Tierarten,
wo sich ein Männchen während der
Fortpflanzungsperiode mit mehreren Weibchen paart - also bei polygynen Arten - führt die sexuelle
Auswahl zur Entwicklung von großen Männchen. Bei Rotwild wird
klar was gemeint ist. Die Körpergröße ist ein recht guter Weiser für
die Kampfkraft eines Hirsches und
daher auch für seine Erfolgsaussichten im Einsatz um brunftige
Tiere. Dazu gibt es einige Grundregeln: Polygyne Systeme sind eher in
offenen, gut übersichtlichen Landschaften zu finden, vor allem wenn
dort Weibchen in größeren Gruppen
zusammen leben. Hier bietet sich
die Gelegenheit einen Harem zu
verteidigen. Monogame Systeme
gibt es eher in dichten, bewaldeten
Lebensräumen. In der Regel steht
die Fortpflanzungsstrategie auch in
losem Zusammenhang mit dem
Körpergewicht. Monogame Arten
leben häufig territorial und sind
eher klein, polygyne Tierarten sind
dagegen meist groß, die Geschlechter leben getrennt. Das sind einfache Grundmuster – an die sich
Gams aber nicht halten ...
Anne Loison, eine französische
Zoologin, die intensiv über diese
Wildart gearbeitet hat, bezeichnet
Gams als die kleinste polygyne
Schalenwildart! Wie meistert aber
ein Gamsbock die Herausforderungen, welche an ein Männchen gestellt werden, das eine Gruppe von
Weibchen gegen Konkurrenten verteidigt und für sich allein beansprucht. Ein Platzbock, der ein
Brunftrudel hält, sollte eigentlich
deutlich größer und schwerer als
die Geißen sein. Das hat nicht nur
mit der Kampfkraft zu tun, es hat
vielleicht noch viel mehr mit der
Ernährung während der Fortpflan-
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8
Kärntner Jäger
GAMSWILD
Nr. 218/2014
Foto: Bernhard Schatz
zungszeit zu tun. Reife Hirsche,
Steinböcke und auch Gamsböcke
nehmen während der Brunft kaum
Äsung auf, sie brauchen also unbedingt ausreichend große Reserven
wenn sie zwei, vielleicht drei Wochen lang durchhalten wollen.
Ein Blick auf den Körperbau von
Böcken und Geißen zeigt: Das Skelett erwachsener Gamsböcke ist nur
geringfügig größer als jenes von
Geißen, dennoch sind die Böcke im
Herbst um bis zu 40% schwerer!
Am Ende der Brunft sowie im
Frühling sind Böcke und Geißen
beinahe gleich schwer, und wie gesagt, auch der Größenunterschied
ist gering. Bei Kantabrischen Gams
konnte man sogar zeigen, dass die
Nierenfettanlagerung bei Böcken
zu Beginn der Brunftzeit dreimal so
groß war wie bei Geißen – der Nierenfettindex ist ein guter Konditionsweiser – am Ende des Winters
ist bei den Kantabrischen Gamsböcken aber nur mehr halb so viel
Fett an den Nieren angelagert wie
bei den Geißen.
Reife Gamsböcke erfüllen also
zu Beginn der Brunftzeit alle Anforderungen, die an ein polygynes
Männchen gestellt werden, am Ende der Brunft sind sie den „Ballast“
an Fett- und Muskelreserven aber
wieder los. Das hat den Vorteil, dass
sie – bezogen auf die Körpergröße –
über den Winter nur annähernd
gleich viel Energie brauchen wie
die Geißen. Ein abgebrunfteter
Hirsch verliert zwar ebenfalls viel
an Gewicht, aber er bleibt auch
nach der Brunft immer noch deutlich größer als ein Tier und braucht
daher auch dann immer noch mehr
Energie. In diesem Zusammenhang
spielt es auch eine Rolle wie die
Männchen ihre Auseinandersetzungen führen. Gibt es Schiebekämpfe,
oder wird der Gegner gerammt,
dann spielt Gewicht und Größe eine wichtige Rolle. Gams kämpfen
aber ganz anders – bei den Hetzjagden, die es zwischen den Böcken
gibt, kommt es vor allem auf Geschwindigkeit und Kondition an.
Ein großes schweres Männchen wäre dabei im Nachteil. Was sich also
die einen über einen „Ring- oder
Boxkampf“ ausmachen, das regeln
Gams über einen „Sprintbewerb“.
Allein dieses Verhalten verhindert
also schon, dass sich im Laufe der
Evolution immer größere Böcke
durchsetzen – sie wären den wendigen, schnellen Konkurrenten nicht
gewachsen. Steinböcke sind ausgezeichnete Kletterer, aber sie „steigen“ langsam. Ausgewachsene
Böcke sind viel schwerer als Geißen, wenn sie kämpfen, dann kommen die großen Hörner und das volle Gewicht zum Einsatz. Gams stehen höher auf den Läufen, ihre
Krucken sind gefährliche „Reißhacken“, deren Einsatz zu schlimmen Verletzungen führt. Diesen
Krucken heißt es auszuweichen, dafür ist Wendigkeit und Geschwindigkeit notwendig. Was also Steinböcke mit Kraft machen, das machen Gams mit Geschwindigkeit.
Das ist auch ein Grund dafür, dass
jüngere Gamsböcke am Ende der
Brunft, wenn die Platzböcke schon
etwas geschwächt sind, für kurze
Zeit noch ein wenig mitmischen
können. Die jungen sind zwar körperlich noch nicht voll entwickelt,
aber sie sind schnell und wendig.
Dadurch, dass sie bis zur Brunftzeit
nicht so viel Reserven aufbauen
können, haben sie eigentlich keine
Möglichkeit ein Brunftrudel zu halten. Ein Gamsbock, der noch nicht
reif ist, kann also gar nicht wie ein
polygyner Haremshalter agieren, es
fehlen ihm ganz einfach die körperlichen Reserven dazu. Ein reifer
Bock sollte wenigsten sieben bis
acht Jahre alt sein. Diese mittelalten Böcke sind in der Brunft am
meisten aktiv. Nach meiner Erfahrung würde ich die deutlich
schwersten Böcke aber bei den
zehn- bis dreizehnjährigen einordnen. Womit wir kurz einen Blick auf
die Ernährungsstrategie der Böcke
werfen.
ERNÄHRUNGSSTRATEGIE
Wir wissen heute, dass Gamswild im Winterhalbjahr sein Verdauungssystem
dem
kargen
Äsungsangebot anpasst. Aus einem
sommerlichen Konzentratselektierer wird vereinfacht ein Raufutterfresser. Die Wildart wird deshalb
als „Zwischentyp“ bezeichnet. Wir
wissen heute auch, dass der Stoffwechsel im Winter gedrosselt wird
um Energie zu sparen. Während der
Brunft kann der Pansen eines erwachsenen Gamsbockes auf etwa
45% des vorherigen Maximalvolumens schrumpfen, das sind immerhin 3,5 bis 4 Liter weniger. Bleiben
wir vorerst noch einmal bei der
GAMSWILD
Brunft. Sowohl Brunfthirsch wie
auch Gamsbock äsen während der
Fortpflanzungszeit kaum – obwohl
sie eigentlich genug Zeit dafür hätten. Weder Gamsbock noch Hirsch
laufen den ganzen Tag hinter weiblichem Wild her, und sie müssen
auch nicht andauernd mögliche Rivalen vertreiben.
Das Bild vom dauernd aktiven
Brunftbock stimmt nicht. Wobei
hier natürlich die Altersstruktur
von Bedeutung ist. In der Schweiz
haben Christian Willisch und Paul
Ingold das Verhalten von telemetrierten Gamsböcken während der
Brunft studiert. Ergebnis: die
Gamsböcke verbrachten während
der Brunft deutlich weniger Zeit
beim Äsen. Während sie vor der
Brunft etwa 8,5 Stunden je 24Stunden-Tag mit der Äsungsaufnahme zubrachten, war es während
der Brunft nur noch knapp eine
Stunde. Vergleicht man die Liegezeiten, dann ergeben sich aber
kaum Unterschiede, während der
Brunft liegen die reifen Böcke sogar
mehr als davor. Dasselbe konnten
wir bei Untersuchungen am Hochschwab feststellen. Anstatt zu äsen
verbrauchen sie zur Brunft ihre
Fettreserven.
Vom Rotwild wissen wir aber,
dass dieser Schwenk vom Äsen auf
die Reserven erst bei erwachsenen
Hirschen von sechs Jahren aufwärts
möglich ist, jüngere Hirsche äsen
auch während der Fortpflanzungszeit regelmäßig. Warum bleiben
aber reife Böcke inaktiv, auch wenn
sie äsen könnten? Genau kennen
wir den Grund noch nicht. Eine Ursache dafür könnte sein, dass man
mit vollem Pansen nicht rasch auf
hohe Aktivität umstellen kann. Der
Verdauungsrhythmus kann so nur
schwer eingehalten werden. Damit
würde auch die Äsung nicht gut
aufgeschlossen
werden. Große
Wiederkäuer brauchen Zeit um die
Nahrung
aufzuschließen.
Der
Wechsel zum Ausrasten scheint die
günstigere Lösung, schließlich spart
man ja auch dabei Energie.
Hier möchte ich noch einen
Punkt einfügen, der die Bedeutung
von Altersstruktur und erwachsenen reifen Männchen unterstreicht.
Ein Gamsbock ist mit fünf bis sechs
Jahren gerade einmal ausgewach-
Nr. 217/2014
sen; mit sieben oder acht Jahren ist
er im besten Alter. Es sind diese reifen Böcke, die ausreichend viele
Feistreserven anlegen und dann in
der Brunft kaum noch äsen. Bei
Untersuchungen an nordamerikanischen Schneeziegen wurden folgende Zusammenhänge deutlich:
Innerhalb einer Altersklasse gibt es
einen Zusammenhang zwischen
dem Gewicht eines Schneeziegenbockes und der Zeit, die er für das
Werben um brunftige Geißen aufwendet – eigentlich müsste man sagen „aufwenden kann“. Böcke mit
mehr Reserven können sich deutlich länger und intensiver um die
Weibchen kümmern. Womit das
Paarungszeremoniell
überhaupt
erst richtig ablaufen kann.
SOZIALSTRUKTUR UND
LEBENSRAUM
In den meisten österreichischen
Bundesländern sowie in Bayern fallen Gamsböcke mit dem vollendeten achten Lebensjahr bereits in die
oberste Altersklasse. Das ist jene
Gruppe, in welcher die reifen und
alten Tiere eines Bestandes zusammengefasst werden. Man ist
sich heute einig, dass die Mittelklasse zu schonen ist, das sind die
vier- bis siebenjährigen Böcke. Die
stärksten Eingriffe sollen in der Jugendklasse erfolgen, diese schließt
alle Jahrgänge von den Kitzen bis
zu den Dreijährigen ein.
Nun sind Abschussrichtlinien
immer Kompromisse zwischen den
Wünschen oder Fähigkeiten der Jäger und den Ansprüchen der Wildart. Im Falle des Gamswildes hindern sie uns aber seit langem, dass
wir diese Wildart überhaupt verstehen lernen. Warum? Weil oft schon
die mittelalten Böcke zur „Ernteklasse“ zählen – ein Gamsbock mit
sieben oder acht Jahren ist aber gerade erst einmal in seinem „besten“
Alter.
Die erwähnte Klasseneinteilung
führt dazu, dass wir Böcke entnehmen, die für die Fortpflanzung eine
wichtige Rolle spielen. Wirklich reife und alte Stücke sind in den meisten Beständen sehr selten – da die
Nachfrage
dennoch groß ist,
schraubt man eben die Altersgrenzen nach unten um Bedürfnisse zu
befriedigen. Hilfreich ist dabei,
Kärntner Jäger
9
10
Kärntner Jäger
GAMSWILD
Nr. 218/2014
dass die jährlichen Zuwächse bei
Gamskrucken im Alter nur mehr im
Bereich von Millimetern liegen. Vielen bereitet es Schwierigkeiten das
Alter überhaupt zu bestimmen.
Dies führt dazu, dass man froh ist,
wenn man überhaupt einen achtjährigen Bock findet. Die Mittelklasse bei den Böcken wird in der
Regel übernutzt. In den meisten Beständen überwiegt zudem das
weibliche Wild bei weitem.
Die frühzeitigen Eingriffe bei
den Gamsböcken führen dazu, dass
wir unser Charaktertier der Alpen
oft gar nicht richtig kennen, weil sie
verhindern, dass Verhaltensweisen
zur Ausprägung kommen, die mit
ausgeglichenem Geschlechterverhältnis und ausreichendem Anteil
an reifen männlichen Tieren verbunden sind. Auch Gamsböcke
können knapp zwei Jahrzehnte alt
werden, mit zehn Jahren ist der
Bock also nicht wirklich alt, sondern reif. Der Anteil der reifen Böcke steht in engem Zusammenhang
mit dem Ablauf der Brunft, mit
dem Territorialverhalten und damit
auch mit der Raumnutzung im Jahreslauf. Grundmuster des Verhaltens ändern sich in einem Wildtierbestand, je nachdem wo Tiere leben
und welche sozialen Klassen dominieren.
Besonders bei den Männchen
treten diese Unterschiede am deutlichsten zu Tage. Für sie geht es dabei in der Regel um eine zentrale
„Ressource“, nämlich – Weibchen –
mit denen sie sich fortpflanzen
können. Jeder männliche Nachbar
ist demnach ein potenzieller Konkurrent um Weibchen, je größer die
Konkurrenz, desto deutlicher die
Reaktion darauf. Es gibt also kein
einfaches durchgehendes System,
das man bequem erklären und von
einem Berg auf den nächsten übertragen kann. Dennoch kann man
die verschiedenen Strategien von
Gamsböcken anschaulich darlegen.
Gamsböcke im Wald stehen in der
Regel allein – es kann auch vorkommen, dass da und dort zwei
Kumpane zusammen ziehen, oder
ihre Einstände aneinander grenzen.
Gamsböcke im Almrevier können
ein Territorialsystem aufbauen, sodass bei ausreichend Platz und hohem Anteil an reifen Böcken ein
Mosaik aus aneinander gereihten
Territorien entsteht. Günstig für
dieses Reviersystem ist ein Wechsel
aus Freiflächen mit hochwertiger
Äsung und Deckung in Form von
Latschen, Grünerlen oder kleinen
Waldinseln.
Der Lebensraum ist halboffen.
Hier zeigen Gamsböcke bereits im
Frühjahr ausgeprägtes Territorialverhalten. Die Böcke kennen ihre
Reviere sehr genau. Sie beziehen
diese je nach Witterung schon etwa
Mitte April und halten sie über den
Sommer bis zur Brunftzeit im
Herbst. In manchen Gebieten verlassen die Böcke sommersüber auch
diese Reviere und kehren im Herbst
wieder dorthin zurück. Große GeißKitz-Rudel kommen in dem Lebensraum kaum vor. Sind im Spätherbst Geißen im Revier, oder in
dessen Randbereich, bleibt der
Bock oder verlagert allenfalls das
Revierzentrum. Benachbarte Böcke
kennen sich gut, weil sie häufig in
Kontakt miteinander kommen.
Gibt es ausreichend alte, reife
Gamsböcke, dann sollte also eigentlich ein Reviersystem helfen
um Auseinandersetzungen zu vermeiden und den Status von Böcken
festzulegen. Gamsböcke in baumund strauchfreien Hochlagen geben das Reviersystem meist auf und
stehen dann oft in Gruppen oder
Rudeln beisammen. Wirklich alte
Böcke sind selten dabei. Die Böcke
aus so einem Bockrudel kennen
sich und können einander ebenfalls
gut einschätzen. Rangordnungen
sind jahrüber gefestigt worden, beginnt die Brunft, sind damit die
Verhältnisse zwischen ihnen geregelt.
Auf übersichtlichen Freiflächen,
meist sind das steile Graslehnen,
können gleichrangige Gamsböcke
ebenfalls vorübergehend kleine
Territorien verteidigen. Meist ist
das im Bereich von Hangverebnungen oder Kuppen mit günstigem
Überblick. Diese Böcke tolerieren
ihre Nachbarn, sie halten sich an
die Reviergrenzen und warten bis
ein Rudel durch ihr Territorium
zieht. Dann werben diese Böcke um
brunftige Geißen und versuchen sie
in ihrem Revier zu halten. Es reihen
sich also mehrere Platzböcke
nebeneinander, ohne das aber einer
von ihnen ein eigenes Brunftrudel
hält. Das Scharwild verteilt sich
über die Reviere der Platzböcke.
Möglich ist auch, dass ein Gamsbock im freien Gelände einen Bereich beherrscht, in dem sich ein
Brunftrudel aufhält. Das heißt, obwohl auch noch andere Böcke dabeistehen dominiert der Platzbock
bei Werbung und Paarung. Wichtig
ist bei jedem System, dass Werben
und Paarung ohne Störung ablaufen können!
Wir wissen heute aus Schweizer
GAMSWILD
Untersuchungen, dass der Gamswildlebensraum sich in der Nacheiszeit keineswegs nur auf alpine
Matten und Felsbereiche oberhalb
der Waldgrenze beschränkte. Gams
waren ursprünglich durchaus auch
in tieferen Lagen anzutreffen. Vereinfacht können wir also drei verschiedene Lebensraumtypen einteilen, der effektive Zuwachs und damit auch die möglichen Nutzungsraten sind in diesen Lebensräumen
deutlich unterschiedlich. Das zeigen auch Untersuchungen in der
Steiermark.
Zum Typ 1 zählen die Gamslebensräume im Hochgebirge. Hier
spielt der Winter eine wesentliche
Rolle und es kann je nach Winterstrenge zu starken Bestandesschwankungen kommen. Unter Typ
2 fallen Bereiche, wie wir sie häufig
in den Kalkalpen finden. Diese Lebensräume zeichnen sich durch eine enge Verzahnung von Einstands-, Äsungs- und Felsflächen
aus, das Klima spielt hier in der Regel keine so dominante Rolle mehr,
das Nahrungsangebot im Winter ist
meist höher als in Typ 1 und eine
Reihe von milden Wintern führt zu
einem Anwachsen der Bestände. In
Extremwintern kann es lokal zu
überdurchschnittlich hohen Fall-
Nr. 218/2014
wildverlusten kommen. Die Bedeutung von Raubwild als Bestandesregulator nimmt zu. Typ 3 beinhaltet Lebensräume im Wald mit eingesprengten Felspartien. Hier hat
das Klima auf die Bestandesregulation kaum noch Einfluss, wohingegen die Bedeutung von innerartlicher Konkurrenz und jene von
Raubtieren, wie z.B. dem Luchs,
stark zunimmt.
Die „effektiven“ Zuwachsraten
können je nach Lebensraum und
Winter zwischen 10% und 20% des
Gesamtbestandes schwanken. Im
Lebensraumtyp 3 können sie aber
auch deutlich darüber liegen. Geht
es um Jagd oder Regulation, dann
sollte jedenfalls nicht über einen
Kamm geschoren werden, vor allem
wenn es um effektive Zuwachsprozente geht. Gamswild lässt sich gut
„vermarkten“, oder es wird als
„Schädling“ abgestempelt, der im
Wald nichts zu suchen hätte. Beides
führt immer wieder dazu, dass die
Sozialstruktur
von
Beständen
durch die Bejagung stark gestört
wird. Zusätzlich kommt, dass über
den Wunsch nach einer Trophäe die
Bedeutung des Altersklassenaufbaues aber oft vernachlässigt wird.
Erhaltung einer Sozialstruktur mit
ausgeglichenem Geschlechterver-
Kärntner Jäger
11
hältnis und ausreichendem Anteil
an reifen Stücken ist ein zentraler
Punkt wenn es um die Hege des
Gamswildes geht. Daneben sollte
die Jagd nicht zu stark an das Jahresende verlegt werden. Nachhaltige Jagd nimmt auch Rücksicht auf
strenge Winter mit viel Fallwild.
Geht es um das Wohlergehen unseres Gamswildes, so ist aber zusätzlich zum Aufbau eines gut
strukturierten Bestandes auch die
Erhaltung der Lebensräume ein
ganz wesentlicher und schwieriger
Teil der heutigen Gamswildhege.
Die Alpen werden touristisch immer stärker genutzt. Speziell der
Wintertourismus nimmt mehr und
mehr zu. Eine der Herausforderungen für die Zukunft wird daher sein
die Landnutzung auch im Tourismus- und Erholungsbereich so
zu gestalten und zu entwickeln,
dass sowohl den Ansprüchen der
Freizeitgesellschaft wie auch den
Ansprüchen der Wildtiere Rechnung getragen wird. Bewusstseinsbildung für einen nachhaltigen
Umgang mit unserer Natur ist aber
nur dann möglich, wenn die Jäger
glaubwürdig und fundiert die
Interessen des Wildtieres vertreten.
Dr. Hubert Zeiler
Krankheiten des Gamswildes
Gamswild ist als gesellige Wildart für
eine rasche Ausbreitung von Infektionskrankheiten und Parasitosen
innerhalb der Rudel anfällig. Obwohl der Winter im alpinen Lebensraum alljährlich eine Auslese
schwachen Wildes bewirkt, sind
Gamswildkrankheiten relativ häufig.
Bei Gamswild im Ostalpenraum
treten häufig Räude und Gamsblindheit auf, weiters sind Gämsen
relativ empfänglich für einen Lungen- und Bandwurmbefall sowie
Lippengrind oder Papillomatose.
Unruhe (wie Tourismus oder hoher
Jagddruck besonders im Winter)
und für diese Wildarten ungeeignete oder suboptimale Lebensräume
stellen ebenso wie auch der Klimawandel prädisponierende Faktoren
für den Ausbruch von Krankheiten
dar.
Die folgende Kurzbeschreibung
soll das Erkennen von Krankheiten
erleichtern, die Einsendung von
Untersuchungsmaterial in Zweifelsfällen fördern, einen Beitrag zur
Wildbrethygiene leisten und auf
mögliche Infektionsgefahren für
den Jäger hinweisen. Weiters wird
dadurch die Mitverantwortung der
Jäger für die Gesunderhaltung der
Wildtierbestände
unterstrichen
und damit auch ein Beitrag zu positiver Öffentlichkeitsarbeit der Jagd
geliefert.
In der überwiegenden Zahl der
Fälle sind am Ausbruch schwerer
Erkrankungen an Einzeltieren oder
bei Massenerkrankungen negative
Umweltfaktoren, prädisponierende
Faktoren seitens der Wildtiere
selbst, Konkurrenz mit anderen
Schalenwildarten, Eigenschaften
Abbildung 1: Einflussfaktoren für die Entstehung von Krankheiten
(Faktorenkrankheiten)
der Krankheitserreger und viele
weitere Faktoren beteiligt („Faktorenkrankheiten“).
12
Kärntner Jäger
Einteilung
Krankheit/Erreger
Erregerbedingte Bakterielle
Erkrankungen Erkrankungen
Nichterregerbedingte
Erkrankungen
GAMSWILD
Nr. 218/2014
*Gamsblindheit (Mycoplama conjunctiave)
* Tuberkulose (Mycobacterium spp.)
Partuberkulose (M. avikum subs. paratuberculosis)
Bakt. Lungenentzündung (Mannheimia spp.,
Pasteurella spp.)
*Dermatophilose (D. congolensis)
* Brucellose (Brucella spp.)
*Salmonellose (Salmonella spp.)
Parauschbrand (Cl. septicum)
Parasitäre
Erkrankungen
*Räude (Sarcoptes rupicaprae)
Befall mit BandwürmernoderFinnen (mehrere Arten)
Lungenwurmbefall (mehrere Arten)
Befall mit Magen-Darmwürmern (mehrere Arten)
harlings- und Lausfliegenbefall
Seltenere: Kokzidiose (bes. bei Kitzen), Leberegel,
Babesiose
Virusbedingte
Erkrankungen
*Lippengrind
Papillomatose
Seltenere: *Tollwut, *Maul- und Klauenseuche, Border
disease
Pilzinfektion
selten (außer bei Zootieren)
Organkrankheiten
Erkrankenungen der Veraduaungs-, Atmungs, Harn-,
Geschlechts- und Bewegungsorgane sowie des
Herz-Kreislaufssystems
z.B. Leber-, Gallengangs-, Haut- oder Hodentumoren
Schalenmissbildungen, angeborene Missbildungen
Hauthörner
Tumoren
Missbildungen
Regelwidrigkeiten
Tab. 1: Einteilung der wichtigsten Erkrankungen des Gamswildes im Alpenraum
* Mögliche Infektionsgefahr für den Menschen
GAMSRÄUDE
Vor etwa hundert Jahren war die
Räude auf die Gebirge von Kärnten, Salzburg und der Steiermark
beschränkt. Ab den 1950er Jahren
nahm das Verbreitungsgebiet der
Räude ständig zu. Abnehmende
Fallzahlen in den letzten 20 Jahren
hängen möglicherweise auch mit
den sinkenden Gamsbeständen zusammen. Gamsräude trat auch
massiv in Italien (Südtirol und Region Tarvis) sowie in Slowenien auf,
wo sie bei Erstauftreten mit Ausfällen zwischen 82% und 94% bestandsgefährdende Züge annahm.
Weiters wurde über Räudezüge in
spanischen
Gamspopulationen
(Cantabrische Gämse, Rupicapra
pyrenaica parva) berichtet.
Den Erreger der Gamsräude, die
Grabmilbenart Sarcoptes rupicaprae, zeichnet eine hohe Vermehrungsrate aus. Die etwa 0,2 bis 0,4
mm großen Milbenweibchen graben Bohrgänge in die Haut, wo sie
Eier ablegen. Die daraus schlüpfenden Larven wandern nach ein bis
zwei Häutungen an die Hautoberfläche und paaren sich dort nach
Erreichung der Geschlechtsreife,
die bereits 18 bis 24 Tage nach dem
Schlüpfen aus den Eiern eintritt.
Räude beginnt mit vermehrter
Schuppenbildung am Haupt und
Träger sowie an der Bauchdecke
und den Beugeflächen der Läufe.
Sie befällt später in schweren Fällen den ganzen Körper und verläuft
mit hochgradigem Juckreiz. In der
Folge entstehen starke Hautverdickungen mit schwarzbraunen
Krusten und Schuppenbildung,
Haarausfall und eitrige Hautentzündungen durch bakterielle Sekundärinfektionen sowie Scheuerstellen
und
Hautverletzungen
durch Kratzen an Felsen, Bäumen
und anderen Gegenständen.
Die Übertragung erfolgt durch
direkten Kontakt, wie Benützung
derselben Lager, Geiß-Kitz-Kontakt und Kontakte in der Brunft.
Zu ersten klinischen Erscheinungen kommt es zwei Monate nach
der Ansteckung. Mitunter befallen
Milben auch den Menschen, wo sie
eine Scheinräude hervorrufen, die
nach spätestens 3 Wochen spontan
abheilt, da sich Gamsräudemilben
in der menschlichen Haut nicht
vermehren. Außerhalb des Wirtstie-
res sind Räudemilben nur kurzfristig (max. 14 Tage bei 5° C und hoher
Feuchtigkeit, meist höchstens 1 Woche) überlebensfähig und sie entfernen sich auch nur max. 1 m vom
verendeten Wirt, was „Verbrennungsaktionen“ bei Fallwild erübrigt.
In einer italienischen Untersuchung wurde ein jährliches Fortschreiten der Räude um durchschnittlich 3,4 km beobachtet. Im
steirischen
Untersuchungsgebiet
war bei der Ausbreitung der Räude
in Richtung Süden in den Jahren
1980 bis 1984 ein jährliches Fortschreiten um 15 bis 20 km festzustellen. Dies wird mit gleichzeitig
auftretenden Fällen bei Steinwild
in Zusammenhang gebracht. Steinwild wäre hier als wesentlicher
Vektor für Gamsräude zu nennen,
weil es durch weiträumige Wanderungen – besonders junger Böcke –
die Räude in kurzer Zeit relativ
weit verschleppen kann.
Erfahrungsgemäß sind die Ausfälle in Gebieten wo die Räude erstmalig auftritt wesentlich dramatischer als in Gebieten, in denen sie
schon längere Zeit vorkommt, was
sicherlich auch auf immunologische Faktoren zurückzuführen ist.
Bisher wurden weder über medikierte Lecksteine noch mittels
strenger jagdlicher Maßnahmen
(„Räudejäger“) wirkungsvolle Konzepte zur Räudebekämpfung gefunden, was bei den mannigfaltigen
Faktoren, die im Räudegeschehen
mitbestimmend sind, nicht verwundert. Rückläufige Räudefälle in den
seit langem bekannten Räudegebieten (z. B. Obersteiermark) in den
letzten Jahren dürften nicht zuletzt
mit den sinkenden Gamswildbeständen im Ostalpenraum zusammenhängen.
Weitere Erkrankungen, die ebenfalls mit einem bisweilen starken
Juckreiz einhergehen und die mit
Räude verwechselt werden können,
sind der Befall mit Gamslausfliegen, Haarlingen, seltener Läusen
oder den Larven von Herbstgrasmilben.
Eine sichere Räudediagnose ist –
außer in hochgradigen Fällen mit
deutlicher Borkenbildung an den
typischen Lokalisationen (Haupt,
Träger, Bauchdecke, Beugeflächen
der Läufe usw.) – durch die mikro-
GAMSWILD
skopische
Untersuchung
Hautgeschabsels zu stellen.
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
eines
GAMSBLINDHEIT
Die Gamsblindheit oder Infektiöse Keratokonjunktivitis (IKK, Keratokonjunktivitis = Lidbindehautentzündung) ist die häufigste Augenerkrankung der Haus- und
Wildwiederkäuer. An IKK, die beim
Schaf weltweit vorkommt, erkranken auch Gams- („Gamsblindheit“), Stein- und Muffelwild. Obwohl das Krankheitsbild seit über
200 Jahren bekannt ist, gelang der
Erregernachweis
(Mycoplasma
conjunctivae, eine kleine Bakterienart) erst vor rund 30 Jahren. Als
die Krankheit begünstigende und
mit auslösende Faktoren werden
Fliegen, Staub, intensives Sonnenlicht, hohe Tierdichten, sekundäre
Infektionserreger und auch der Klimawandel angeführt.
Die IKK, die meist beidseitig
auftritt, kann klinisch in vier Stadien eingeteilt werden. Im ersten
Stadium sind Tränenfluss, verstärktes Blinzeln, Lichtscheu und
eine Lidbindehautentzündung, die
häufig spontan abheilt, charakteristisch. Das zweite Stadium ist
durch eine beginnende Hornhautentzündung und die Einwanderung
von Blutgefäßen in die Hornhaut
gekennzeichnet. Im dritten Stadium sind eine eitrig-schleimige
Lidbindehautentzündung, Trübung
der Hornhaut und starker Tränenfluss („Sekretrinne“), die Ausbildung gelber Herde auf der Hornhaut und Vorwölbung der Hornhaut
zu erkennen.
Das vierte Stadium führt nach
dem Aufbrechen von Hornhautgeschwüren und Ausrinnen des Kammerwassers zum völligen Erblinden. In milderen Fällen klart die
Hornhaut vom Rand ausgehend
wieder auf, die Lidbindehautentzündung geht zurück, und es kann
im Zuge der Selbstheilung wieder
zur Erlangung der vollen Sehkraft
kommen. Die Selbstheilungsrate in
Stadium I und II kann bis um 80%
betragen. Durch die Sehstörungen
sind eine Einschränkung der
Äsungsaufnahme sowie die Gefahr
des Abstürzens gegeben.
Die IKK ist innerhalb sowie zwischen Wildtierrudeln und Schafherden hoch ansteckend. Häufige
Stadium I: Tränenfluss
Stadium II: Hornhautentzündung
Stadium III: Eitrige Lidbindehautentzündung
Stadium IV: Hornhautgeschwür
Abbildung 2 - 5: Verschiedene Stadien der Gamsblindheit
und enge Kontakte zwischen Tieren
scheinen die Voraussetzung für die
rasche Ausbreitung zu sein. Der Erreger wird über Aerosole (z. B.
Staub, Nebeltröpfchen), Augen-besuchende Insekten sowie Körperkontakte übertragen. Eine Verhaltensstudie ergab, dass Begegnungen
zwischen geweideten oder gealpten
Schafen, Ziegen, Gams- und Steinwild in den Schweizer Alpen relativ
häufig vorkommen. Für die Übertragung ist auch der Klimawandel
von Bedeutung. So waren im Zuge
des Gamsblindheits-Seuchenzuges
in den Niederen Tauern im Jahre
2006 noch Ende November Fliegen
in Seehöhen von über 1.800 m zu
beobachten.
Vorbeugemaßnahmen hinsichtlich der Übertragung der IKK von
Schafen auf Gamswild wären Auftriebsuntersuchungen
bei
den
Schafen vor dem Almauftrieb.
Untersuchungen
von
gealpten
Schafen und Ziegen werden in
Westösterreich freiwillig durchgeführt und sind in einigen Schweizer
Kantonen vorgeschrieben. Die IKK
beim Hausschaf ist heilbar.
Treten in einem Gebiet Fälle von
„Gamsblindheit“ bei Gams- oder
Steinwild auf, so sind schwer erkrankte Stücke (Stadium III und
IV) möglichst ohne Beunruhigung
und Versprengung des Restbestandes zu erlegen. Da Fälle im Stadium
I und II in vermutlich einem hohen
Prozentsatz selbst ausheilen und
sich damit eine Bestandsimmunität
aufbauen kann, sind Abschüsse in
diesen Fällen umstritten, obwohl
natürlich
sämtliche
erkrankte
Stücke auch Infektionsquellen für
noch gesunde Stücke darstellen.
Hinsichtlich
der
möglichen
Übertragbarkeit der IKK auf den
Menschen ist besonders der Kontakt von Kindern zu erkrankten
Schafen/Gämsen zu verhindern
und es wird empfohlen, im Umgang
mit erkrankten Tieren Schutzhandschuhe zu tragen sowie übliche Hygieneregeln
(Vermeidung
von
Schmierinfektionen usw.) einzuhalten.
PARATUBERKULOSE
Aus Österreich lagen bis ins Jahr
2002 Berichte über das Auftreten
von Paratuberkulose bei Rindern,
Schafen und Ziegen und bei Wildtieren aus Gatterhaltung sowie ver-
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14
Kärntner Jäger
GAMSWILD
Nr. 218/2014
einzelt aus freier Wildbahn bei Rotwild vor. Ab dem Jahr 2002 häuften
sich Fälle bei Wild in freier Wildbahn. Paratuberkulose ist eine
weltweit verbreitete, ansteckende,
chronische Darmerkrankung besonders der Wiederkäuer, die durch
Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis hervorgerufen wird.
Der Erreger wird vorwiegend
über Kot (bis 100 Mio. Erreger pro
Gramm Kot/Losung!) ausgeschieden, die Infektion erfolgt vor allem
durch orale Aufnahme der Erreger
meist schon in den ersten Lebenswochen. Die Infektionsdosis, die zu
einer Infektion führt, ist bei jungen
Tieren vermutlich sehr gering, zudem kann der Erreger in der Umwelt über ein Jahr überleben. Die
Inkubationszeit (Zeitraum von der
Infektion bis zum Ausbruch von
Krankheitserscheinungen)
kann
beim Rind bis zu 10 Jahre betragen.
Bei den von uns untersuchten Wildtieren waren auch Erkrankungsfälle bei 4- bis 6-monatigen Kitzen
und Kälbern von Reh-, Gams- und
Rotwild zu beobachten, die vermutlich auch auf einen hohen Infektionsdruck hindeuten.
Folgende Symptome konnten bei
erkrankten Tieren festgestellt werden: Abmagerung, vergrößerte
Darmlymphknoten, Durchfall, ver-
zögerter Haarwechsel, abnormer
Geruch bei frisch verendeten oder
erlegten Stücken, Ödeme im Bereich des Darmtraktes sowie
Bauchwassersucht. Die für das
Rind typische hochgradige („hirnwindungsähnliche“)
Verdickung
und Faltenbildung der Darmwand
ist bei Wildtieren nicht oder nur in
geringgradiger Ausprägung zu beobachten. Es gelang auch der Nachweis der intrauterinen Übertragung
(Infektion der noch ungeborenen
Kälber/Kitze) von M. paratuberculosis bei Rot- und Gamswild
(DEUTZ et al., 2005).
Eine Bekämpfung der Paratuberkulose bei Wildtieren wird erst
nach einer Eindämmung der Paratuberkulose bei Rindern Wirkung
zeigen. Der zunehmende Nachweis
von M. paratuberculosis bei Wildtieren muss als Indikator für eine
steigende Prävalenz von Paratuberkulose in Rinderbetrieben gewertet
werden. Seit 2006 ist die Paratuberkulose bei Rindern, Schafen, Ziegen
und bei Farmwild eine in Österreich anzeigepflichtige Tierseuche.
LIPPENGRIND
(ECTHYMA CONTAGIOSUM)
Lippengrind ist eine virusbedingte Infektionskrankheit (Parapockenviren), die bei Wildtieren
fast ausschließlich bei Gams- und
Steinwild (seltener Rotwild) und
darüber hinaus bei Hausschafen
und -ziegen sowie nach Kontakt
mit erkrankten Tieren auch beim
Menschen auftritt.
Die Erkrankung verläuft meist
ohne deutliche Beeinträchtigung
der infizierten Tiere, weiters ist die
Selbstheilungsrate relativ hoch. Die
Erreger dringen über Haut- oder
Schleimhautverletzungen
(Äser,
Lecker, Läufe) ein und verursachen
blasenartige Veränderungen und
später geschwürige Entzündungen
an Äser, Lippen, Gaumen, Lecker
und seltener an den Extremitätenenden.
Durch die Veränderungen im
Äserbereich wird bei Komplikationen in hochgradigen Fällen die
Äsungsaufnahme erschwert bis unmöglich, was Todesfälle infolge
Entkräftung und Verhungerns hervorruft. Lippengrind kommt fast
nur im Winter und hauptsächlich
bei jungen oder schwachen Stücken
vor, was auf zusätzliche Faktoren
(Harschschnee, extreme Witterung,
Äsungsknappheit, Beunruhigung
usw.), die zum Angehen dieser Erkrankung führen, hindeutet.
Im Frühjahr kommt es durch die
verbesserten Lebensbedingungen
nicht selten zu Selbstheilungen. In
abgefallenen Hautkrusten kann der
Erreger mehrere Jahre überleben
und infektiös bleiben. Bei Auftreten
mehrerer Fälle sind Salzlecken
(häufige Ansteckungsquelle) zu
entfernen.
Beim Menschen können nach
Kontakt mit an Lippengrind erkrankten Tieren Erreger über Hautwunden eindringen, die nach 3 bis 7
Tagen vorwiegend an Händen, Armen, Hals sowie im Gesicht oder
Nacken Bläschen, Pusteln und
Krusten hervorrufen. Diese Veränderungen heilen i.d.R. innerhalb
weniger Wochen komplikationslos
ab. Daneben werden vereinzelt Fieber,
Lymphknotenschwellungen
oder Gelenksschmerzen beobachtet.
PAPILLOMATOSE
Die durch Papovaviren verursachte Papillomatose mit erhabenen, warzenartigen Veränderungen
(bei Lippengrind meist eingesenkte
Geschwüre) an den Schleimhäuten
der Verdauungsorgane oder der
GAMSWILD
Haut (besonders an den Läufen)
wurde bisher bei Gams- Stein-, seltener bei Rot-, Dam- und Rehwild
sowie Hasen und Wildkaninchen
nachgewiesen. Die Übertragung erfolgt über kleine Wunden, Insektenstiche, direkten Kontakt oder auch
bei Salzlecken. Krankheitserscheinungen treten hauptsächlich im
Winter auf, können die Nahrungsaufnahme behindern (Papillomatose im Äserbereich, an der Zunge, in
der Speiseröhre oder im Vormagensystem) oder zu Bewegungsstörungen (Papillomatose an den Läufen)
führen. Im Frühjahr heilt Papillomatose in den überwiegenden Fällen wieder ab.
DERMATOPHILOSE
Eine erst selten nachgewiesene,
aber sicherlich häufiger vorkommende
Hauterkrankung
beim
Gamswild ist die Dermatophilose.
Dabei handelt es sich um eine
durch die Bakterienspezies Dermatophilus congolensis verursachte,
akut bis chronisch verlaufende,
übertragbare Hautkrankheit. Es
überwiegen milde Verlaufsformen,
bei denen nach Wegfall hautschädigender Einflüsse Selbstheilungen
vorkommen. In generalisierten Fällen kann sie jedoch zum Tode führen. Die Dermatophilose kommt
vorwiegend in wärmeren Klimazonen, vereinzelt aber auch in Europa, bei über 30 Tierarten sowie gelegentlich beim Menschen vor.
International wird eine Ausbreitung dieser Erkrankung beobachtet. In Österreich wurde 1998 das
Vorkommen der Dermatophilose
bei Rind, Pferd und Gamswild erstmalig nachgewiesen (DEUTZ u.
HINTERDORFER, 1997). Vorher
war die Dermatophilose bei Gamswild nur in der Schweiz beschrieben worden.
Die Ansteckung erfolgt über
Hautverletzungen und Ektoparasiten, während dem direkten Tierkontakt geringere Bedeutung zuzukommen scheint. Begünstigend für
das Auftreten sind längere Regenperioden (Aufweichung der oberen
Hautschichten), intensive Sonnenbestrahlung, andere Hautinfektionen oder Zeckenbisse. Dermatophilose beginnt mit dem Aufrichten
einzelner Haarbüschel und Krustenbildung. Innerhalb einiger Wo-
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
chen entwickeln sich haarhaltige,
schwer entfernbare Borken ohne
Juckreiz (Unterschied zur Räude!).
Diese Veränderungen können sowohl mit Räude als auch mit Lippengrind verwechselt werden.
fauna. In den letzen Jahren sind
hochgradige Parasitosen bereits in
immer höheren Lagen feststellbar,
was auf die steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen
zurückgeführt wird.
BRUCELLOSE
KRANKHEITEN UND
KLIMAWANDEL
Weiters von Bedeutung sind serologische Befunde von Brucellose
bei freilebendem Gams-, Stein- und
Muffelwild in Westeuropa, zumal
durchaus anzunehmen ist, dass
Brucellose auch im Ostalpenraum
beim Gamswild vorkommt. Gebiete
mit einem hohen Anteil sog. „Geltgeißen“ sind verdächtig. An gegenseitige Ansteckungen zwischen
Schafen/Ziegen und Gams-/Steinwild muss gedacht werden. Eine
ein- oder beidseitige Vergrößerung
der Brunftkugeln bei Gamsböcken
liefert einen Hinweis auf Brucellose
und sollte diagnostisch abgeklärt
werden, nicht zuletzt weil auch eine
Infektionsgefahr für den Menschen
besteht.
SALMONELLOSE
Einige Fälle von Salmonellose
bei Gamswild traten in den Jahren
1998 und 1999 auf Almen in Tirol
auf (Glawischnig et al., 2000). Erkrankte Stücke (hauptsächlich ältere Gamsböcke in ihren tieferliegenden Sommereinständen) verendeten innerhalb weniger Tage an
einem
akuten
septikämischen
Durchfallgeschehen. Als Infektionsquellen konnten Salmonellenausscheidende Rinder identifiziert
werden, die besonders Tränkeplätze, aus denen auch Gämsen schöpften, mit Erregern kontaminierten.
ENDOPARASITEN
Unter den Endoparasitosen sind
bei Gams- und Steinwild besonders
Lungenwürmer, Bandwürmer und
Magen-Darmwürmer von größerer
Bedeutung. Gleich wie Ektoparasitosen treten auch Endoparasitosen
als Faktorenkrankheiten massiver
bei negativen Umweltfaktoren
(Stress, suboptimale Lebensräume
usw.) auf. Einige Endoparasiten
sind zwischen Gams- und Steinwild bzw. auch zwischen diesen und
Schafen und Ziegen wechselseitig
übertragbar, überwiegend trägt jedoch jede Art ihre eigene Parasiten-
Die Hitzesommer 2003 und 2013
waren sowohl für Haus- als auch
für Wildtiere ein enormer Stressfaktor. Damit verbunden war vermutlich auch eine höhere Krankheitsanfälligkeit (z.B. Paratuberkulose, Endoparasitosen). Klimaforscher gehen davon aus, dass derartige Hitzesommer häufiger auftreten werden. Auswirkungen dieses
Klimawandels sind bereits unter
anderem das Auftreten von für
Mitteleuropa neuen Krankheitserregern, das „Ansteigen“ von einigen
Parasitosen auf rund 2.000 m Seehöhe sowie von Veränderungen im
Lebensraum (Waldgrenze; Auswirkungen auf die Äsungsqualität wie
frühere „Verholzung“ der Äsungspflanzen).
Erregerhaltige Zecken (z.B. mit
Babesien) und Stechmücken (z. B.
mit Schmallenberg-Virus) sind bereits auf rund 1.500 m Seehöhe
nachweisbar. Auch Parasiteneier
und -larven sowie Zwischenwirte
von Parasiten sind heute in deutlich
größeren Höhen nachweisbar und
profitieren von höheren Jahresdurchschnittstemperaturen. In diesem Zusammenhang finden wir
beispielsweise vermehrt eitrige
Lungenentzündungen bei Gamswild in der Folge des Befalles mit
Kleinen Lungenwürmern.
Beispielhaft für einen u.a. mit
Klimafaktoren zusammenhängenden Krankheitsausbruch sei auch
ein Seuchenzug von Gamsblindheit
(Infektiöse Keratokonjunktivitis) in
den Niederen Tauern angeführt. Im
Jahre 2006 ereignete sich ein Seuchenzug in den Bezirken Murau,
Judenburg und Liezen mit über 80
gemeldeten Fällen.
Wenn man berücksichtigt, dass
die Gamsblindheit überwiegend
durch Fliegen übertragen wird und
dass noch bis Ende November/Anfang Dezember 2006 Insekten
selbst in höheren Regionen beobachtbar waren, wird klar, dass die
infektionsgefährdete Zeit klima-
15
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Kärntner Jäger
GAMSWILD
Nr. 218/2014
tisch bedingt deutlich verlängert
war.
GÜLLEN –
EIN INFEKTIONSRISIKO?
Prinzipiell kann eine intensive
Almbewirtschaftung mit Düngung
einige Vorteile für Wildtiere bringen, dennoch sollten dabei mögliche Nachteile sowie Hygienerisiken
nicht völlig übersehen werden. Da
sich Vor- und Nachteile einer intensiven Almbewirtschaftung mit
Düngung für Wildtiere nicht scharf
trennen lassen bzw. auch regional
sowie abhängig von Pflanzenbeständen, Bodenverhältnissen oder
betroffenen Wild- und Haustierarten auch unterschiedlich verhalten
können, werden im Folgenden einige Aspekte aufgezeigt, die aus veterinärmedizinischer und wildbiologischer Sicht in einer derartigen
Diskussion nicht übersehen werden
sollten.
Eine wesentliche Frage betreffend der geruchlichen Beeinträchtigung von Wildtieren bzw. der Äsung
durch Dung/Gülle ist der Zeitpunkt
des Almauftriebes und -abtriebes
bzw. der Zeitpunkt der Düngung.
Auf vielen Almen Österreichs finden sowohl der Auftrieb als auch
der Abtrieb zu spät statt. Bei einem
zu späten Abtrieb ist der noch folgende Aufwuchs nur noch spärlich
bzw. sind Geruchs- und Geschmacksbelastungen durch Düngung zu lange wirksam, sodass diese Äsung möglicherweise nicht
mehr genutzt wird.
Bei Gülle-Düngung mit starken
Druckfässern können gegenüber
der Festmistdüngung noch dazu
wesentlich größere Flächen im Gelände gedüngt werden, was über einen Zeitraum von mehreren Wochen eine verminderte Akzeptanz
dieser Flächen nach sich zieht. Für
den Geruch der Gülle sind u.a. Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Putrescin und Cadaverin verantwortlich, wobei ein Teil dieser Komponenten flüchtig ist.
Im Zusammenhang mit Düngungsfragen sollte auch der natürliche Nährstoffeintrag auf beweideten und beästen Almflächen (Kot,
Losung, Harn), besonders an sensiblen Standorten (z.B. Kalkmagerrasen), nicht unberücksichtigt bleiben. Aus wildbiologischer Sicht ist
ein Aspekt, nämlich jener der Artenverschiebung oder -verarmung
nicht zu vernachlässigen, der aber
Schalenwildarten – abhängig von
ihrem Äsungsverhalten – unterschiedlich trifft. Am stärksten betroffen von einer Verarmung wäre
als „Konzentratselektierer“ das
Rehwild, gefolgt von den „Mischtypen“ Gams- und Rotwild. Rot- und
Gamswild passen sich recht opportunistisch
an
die
jeweiligen
Äsungsverhältnisse
an,
wobei
Gamswild im Sommerhalbjahr
recht selektiv Äsung aussuchen
kann.
Im Zuge der Nutzung gemeinsamer Äsungs-/Weideflächen kann es
zu gesundheitlichen Wechselwirkungen zwischen Wildtieren und
landwirtschaftlichen
Nutztieren
kommen. Krankheitsübertragungen erfolgen seltener durch direkten Kontakt, häufiger durch Losung/Kot (z. B. Parasitosen, Paratuberkulose), Gülle oder Festmist,
Vektoren wie Fliegen (z.B. Gamsblindheit) oder die gemeinsame Annahme von Salzlecken. Ein Restrisiko resultiert auch aus der Düngung mit organischem Dünger.
Bei der Ausbringung von Gülle
sind neben klassischen Düngungsfragen auch hygienische Mindeststandards zu beachten. Nicht erst
seit der „EHEC-Krise“ in Deutschland, als vorerst u.a. Gurken und
auch Gülledünger unter Verdacht
standen, wird der Ausbringung von
Stalldünger besonderes Augenmerk
geschenkt.
Im Winter 2011/12 ereigneten
sich in Österreich 4 Rückrufaktionen bei 4 verschiedenen Herstellern
von Wild-Rohwürste, in denen
EHEC/ STEC nachgewiesen wurden. Ebenso tauchen diese Fragen
bei der Bekämpfung von Tuberkulose und Paratuberkulose oder vom
Großen Leberegel auf.
GRUNDSÄTZLICHE
BEKÄMPFUNGSMASSNAHMEN
GEGEN GAMSKRANKHEITEN
Grundsätzliche Bekämpfungsmaßnahmen gegen Gams- und
Steinwildkrankheiten sind:
u Etablierung eines effektiven Informationssystems über Gamsund Steinwildbestände, auftretende Krankheiten und jagdliche
Eingriffe,
u verstärkte Untersuchung von erkrankten
und
verdächtigen
Stücken,
u Erzielung von Beständen mit
ausgeglichenem
Geschlechterverhältnis und ausreichend alten
Stücken,
u Anpassung der Schalenwildbestände an den jeweiligen (Winter-)Lebensraum (Konkurrenz!),
u die Bejagung von erkrankten Tieren sollte möglichst wenig Unruhe im Revier verbreiten,
u volle Berücksichtigung der Hegeabschüsse in der Abschussplanung,
u bei seuchenhaft auftretenden
Krankheiten Übertragungsmöglichkeit an den Sulzen beachten,
u möglichst frühzeitige Abschusserfüllung, reduzierter Jagddruck
ab November
VORBEUGE- UND
KONTROLLMASSNAHMEN
Gemäß dem Spruch „Vorbeugen
ist besser als Heilen“ ist es möglich
das Infektionsrisiko und den Infektionsdruck innerhalb von Wildtierpopulationen durch Verbesserung
des Lebensraumes, Anpassung der
Schalenwildbestände an den Lebensraum und durch seuchensicheres
Entfernen
krankheitsverdächtiger oder kranker Tiere zu
senken. Eine laufende Kontrolle der
Wildtiergesundheit sollte über die
regelmäßige Untersuchung von
Fallwild und auch durch Stichprobenuntersuchungen bei Stücken
ohne auffällige Krankheitssymptome erfolgen. Ebenfalls anzuraten
wäre das Anlegen von Serumbanken.
Eine intensive und fachkundige
Auseinandersetzung der Jäger mit
den Themen „Wildtiergesundheit“
sowie eine entsprechende Verantwortung für Wildpopulationen wird
zukünftig eines der Hauptargumente für die Aufrechterhaltung
der Jagd in annähernd gewohnter
Art und Weise darstellen.
OVR Univ.-Doz.
Dr. Armin Deutz,
E-Mail: armin.deutz@stmk.gv.at
Literaturverzeichnis kann in der
Redaktion angefragt werden.
GAMSWILD
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Gamswild in der Steiermark
Die Steiermark mit ihrem hohen Gebirgsanteil ist ein klassisches
Gamsland. Die steirischen Gamsbestände bereiten der Jägerschaft derzeit allerdings große Sorge. Ein Erfüllungsprozentsatz von 73,7% der
genehmigten Abschusszahlen im
vergangenen Jagdjahr ist ein allzu
deutliches Zeichen, dass die Wünsche groß, zu groß sind, das Wunschobjekt aber nicht mehr in entsprechender Anzahl vorhanden ist.
Der Rückgang bei der Gamswildstrecke in den vergangenen 20
Jahren ist eklatant. Lag die Gamswildentnahme in der Steiermark im
Jahre 1992/93 mit 6.127 Stück so
hoch wie nie zuvor, so ist sie innerhalb von 20 Jahren auf 3.281 Stück
im Jagdjahr 2013/14 zurückgegangen. Das ist ein Rückgang um 46%.
Der Druck anderer Naturnutzer,
der dafür so oft ins Treffen geführt
wird, kann wohl nicht alleine ausschlaggebend sein, denn auch im
Schweizer Nationalpark, wo ein
strenges Wegegebot, ja im Winter
überhaupt
Betretungsverbot
herrscht und auch kontrolliert
wird, ist ebenfalls eine rückläufige
Entwicklung festzustellen.
Die Ursache für das Gamsproblem ist wahrscheinlich multifaktoriell. Natürlich trägt die immer
intensiver in die Gamswildlebensräume vordringende Freizeitnutzung das Ihre dazu bei. Aber Klima
und Bejagung und die Kombination
aus beiden sind sicher ebenso wichtig. Tatsächlich können wir die Einbrüche in den Gamspopulationen
nach sogenannten Katastrophenwintern deutlich in der Statistik erkennen. Was aber im Vergleich auffällt: In unbejagten Beständen haben sich die Bestände bald wieder
erholt, um beim Auftreten des
nächsten Katastrophenwinters erneut einzubrechen. In den bejagten
Gamsbeständen Österreichs wurden die Bestände auch nach solchen
Wintern unverändert wie vorher
genutzt, manchmal damit sicher
übernutzt, die Erholung dauerte
damit ungleich länger, und ein weiterer Katastrophenwinter hat die
„Talfahrt“ beschleunigt.
Es gilt nun, Bewusstsein und
Überzeugung und daraus neue Ein-
Entwicklung des steirischen Gamsabschusses von 1980/81 bis heute.
stellungen zu schaffen. Die Gesellschaft sollte endlich erkennen, dass
bei der Nutzung, Erschließung und
Weitererschließung des Gamswildlebensraumes für die Freizeitaktivitäten der Menschen auch auf die
Wildtiere Rücksicht genommen
werden muss. Auch Gams sind ein
Kulturgut, das es zu bewahren gilt.
Diese Einsicht muss auch von den
Grundeigentümern, die ja vielfach
auch die Jagdausübungsberechtigten sind, gefordert werden. Man
kann nicht ein und denselben
Grund und Boden einerseits als
„Sportgerät“ und „Wirtschaftsraum“ vermarkten und andererseits die darauf lebenden Wildtiere
jagdlich in den gleichen Größenordnungen „weiterbewirtschaften“
– sprich, den Abschuss verkaufen –
wie zu Zeiten eines ungestörten Lebensraumes.
Von den Jägern werden in der
Zukunft eine Einsparung beim Abschuss und eine klassenmäßige Einhaltung des Abschussplanes ohne
Wenn und Aber als Maßnahme gegen sinkende Bestände zu fordern
sein. Und das natürlich auch, obwohl gerade Gams eine jagdwirtschaftlich nicht zu unterschätzende
Größe darstellen, weil sie bei einheimischen und ausländischen Jägern begehrt sind und durchaus hohe Preise für Abschüsse bezahlt
werden. Das darf aber nicht dazu
führen, dass unter dem Titel „Wald-
gams“ und „Wildschaden“ von
manchen Bewirtschaftern unserer
Reviere gnadenloser Raubbau an
unseren Gamsbeständen betrieben
wird. Ohne die Unterstützung
durch Politik und durch Behörden
wird ein Umdenken aber wohl
nicht gehen.
In der Steiermark wurden als
Maßnahme neue Abschussrichtlinien für das Gamswild erarbeitet,
die mit dem Jagdjahr 2014/15 in
Kraft getreten sind. Beibehalten
wurde die Einteilung in drei Altersklassen. Wissenschaftlichen Erkenntnissen folgend wurde das Alter für Gamsböcke der Klasse I auf
8 Jahre (ab 2016 auf 9 Jahre) und
für Gamsgeißen der Klasse I auf 11
Jahre angehoben, so dass sich nun
folgende
Altersklasseneinteilung
ergibt: Böcke Klasse III und Geißen
Klasse III vom vollendeten ersten
bis zum vollendeten 4. Lebensjahr
(Ein- bis Dreijährige), Böcke Klasse
II vom vollendeten vierten bis zum
vollendeten 8. Lebensjahr (Vier- bis
Siebenjährige), Geißen Klasse II
vom vollendeten vierten bis zum
vollendeten 11. Lebensjahr (Vierbis Zehnjährige), Böcke Klasse I ab
dem vollendeten 8. Lebensjahr
(Achtjährige und älter), Geißen
Klasse I ab dem vollendeten 11. Lebensjahr (Elfjährige und älter). Die
Klasse II wird als Schonklasse angesehen, in ihr sollen nur Abschüs-
17
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Kärntner Jäger
GAMSWILD
Nr. 218/2014
se von Stücken, die Zweifel an einem guten Gesundheitszustand
aufkommen lassen bzw. die von
schlechter körperlicher Entwikklung sind, getätigt werden. Wie
überhaupt bei der Entnahme sämtliche Kriterien in Zusammenhang
mit der Trophäe gestrichen wurden
und nur noch auf das Alter und den
körperlichen Zustand abgestellt
wird.
Es wurde aber auch festgestellt,
dass die Zuwachsraten in den verschiedenen Gamslebensräumen der
Steiermark unterschiedlich hoch
sind. Deshalb ist geplant, großräumige Einheiten mit abgestimmten
Bewirtschaftungszielen zu bilden,
um die Abschussfreigabe auf den
tatsächlich nutzbaren Zuwachs
und somit auf die Bestandesdynamik und die Bestandesstruktur ab-
zustimmen. Auch hinsichtlich der
Wildstandserfassung muss etwas
überlegt werden; großräumige Zählungen und Referenzreviere sind
ebenso angedacht wie eine steiermarkweite Kartierung des Gamswildes. Bleibt zu hoffen, dass
Grundeigentümer, Jäger und Behörden überzeugt werden können,
an einem Strang zu ziehen.
Mag. Karl Sirowatka
Einblicke in die Gamswildbewirtschaftung
der Nachbarländer
Kurzzusammenfassung der Referate
von: Dott. Luca Pellicioli, Dr. Zamboni,
Elio Dal Prà, Dr. Saimon Ferfolja, DI Lothar Gerstgrasser und Branko Galjot
ITALIEN
Die Schalenwildkommission der
UNCZA (Unione Nazionale Cacciatori Zona Alpi) hat im Jahr 2012 ein
Forschungsvorhaben in die Wege
geleitet, welches zum Ziel hat, das
Schalenwildvorkommen auf dem
Alpenbogen zu schätzen und entsprechende Entnahmezahlen zu erheben. Auf Grundlage dieser Daten
wird die Gamswildanzahl auf dem
italienischen Alpenbogen auf über
115.000 Stück geschätzt. Die jagdliche Entnahme betrug im Jahr 2010
11.941 Stück und im Jahr 2011
12.352 Stück. Die Gamswildsituation unterscheidet sich jedoch je
nach Provinz deutlich.
Trient
Gamswild war im Laufe
letzten Jahrhunderte in Trient
mer präsent, jedoch begann
jagdliche Bewirtschaftung
der
imdie
des
Gamswildes erst, als der Trienter
Jagdverband Anfang der 1970er die
Zuständigkeit erhielt, für die Wildtierfauna
Sorge
zu
tragen.
Zwischenzeitlich ging diese Befugnis an die Behörde, mittlerweile ist
sie jedoch wieder dem Trienter
Jagdverband übertragen worden.
Der Gamswildbestand wird in
Trient in Populationen unterteilt,
die in regelmäßigen Abständen gezählt werden. Auf Grundlage dieser
Zählung wird die Entnahme geplant, die nicht höher als 15% des
Gesamtbestandes sein darf. Kitze
werden nicht zum Abschuss freigegeben. Aktuell wird das freizugebende Gamswild in Trient in 6
Klassen, nach Alter und Geschlecht, eingeteilt.
Der Gamswildbestand ist in den
letzten 3 Jahrzehnten von anfangs
5.000 Stück auf mittlerweile 25.000
Stück angewachsen. Mit Beginn der
90er Jahre sind die östlichen Populationen von einem Räudezug erfasst worden, was die Bestandeszunahme nachhaltig beeinflusst hat.
Im westlichen Bereich wird das
Gamswild in den letzten 15 Jahren
nicht mehr jagdlich bewirtschaftet.
Obwohl hier auch keine größeren
Krankheitsgeschehen festgestellt
wurden, ist dort der Gamsbestand
von ehemals 3.000 Stück auf unter
1.000
Stück
zusammengeschrumpft. Die Ursachen dafür
sind weiterhin unklar.
Provinz Belluno
Die Bestandeserhebungen werden nach Populationseinheiten, die
Gebirgsstöcken entsprechen, vorgenommen. Sofern in einer Populationseinheit eine Bestandeszunahme angestrebt wird, darf die Entnahme 15% des Bestandes nicht
überschreiten. Soll die Population
stabilisiert werden, darf der Abschussplan 18% des gezählten Bestandes erreichen. Der Abschuss ist
aufgeteilt in 30% Böcke, 40% Geißen und Kitze sowie 30% Jahrlinge
unabhängig vom Geschlecht. Böcke
und Geißen werden weiters in 3 Altersklassen eingeteilt: II = 2–
3 Jahre, III = 4 – 10 Jahre, IV = > 10
Jahre.
Die Homepage der Kärntner Jägerschaft:
Auf der Homepage finden Sie
unter anderem aktuelle Informationen, Termine, Berichte;
auch Formulare zur Ausstellung
der Jagdkarte, Anträge für Jagdgastkarten sowie diverse Projektanträge etc. stehen zum
Download bereit.
www.kaerntner-jaegerschaft.at
GAMSWILD
Die Gamsräude wurde in Belluno im Jahr 1995 erstmals festgestellt. Als Erstmaßnahme gegen die
Ansteckung wurden hohe Gamsabschüsse durchgeführt, jedoch ist
rund um das Jahr 2000 die Gamsräude in den bereits befallenen Gebieten erneut und mit aller Wucht
aufgetreten. In weiterer Folge hat
sich die Gamsräude in Belluno weiter ausgebreitet.
Versuche, die Räude zu kontrollieren bzw. einzugrenzen, indem die
Abschusszahlen erhöht werden, haben nicht die erhofften Ergebnisse
gebracht. Problematisch ist, dass
dieselben Korridore, die für die
Gamswildpopulationsvernetzung
essenziell sind, auch der Ausbreitung der Gamsräude dienen.
Zukünftig werden in Belluno eine niedrigere Gamswilddichte und
eine intensive Beobachtung der Bestände angestrebt um die Gamsräude möglichst unter Kontrolle zu
bringen.
Friaul-Julisch Venetien
Aktuell geht man in der Region
Friaul-Julisch Venetien von einem
Gamsbestand von rund 9.000 Stück
aus. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich auf den gesamten Alpenbogen und auf die Voralpen in
der Region.
Eine Besonderheit in der Region
Friaul-Julisch Venetien stellt die
Gamswildkolonie im Triester und
Görzer Karst dar, da es ich dabei
um eine der tiefstgelegenen Gamskolonien Europas handelt, die im
Karstgebiet an der Küste auf einer
Seehöhe zwischen nahezu 0 und einigen hundert Metern leben.
Die Gamsjagd beginnt am 16.
August und endet am 31. Dezember,
führende Geißen mit Kitzen dürfen
nur von 1. – 31. Dezember erlegt
Nr. 218/2014
werden. Je nach Hegeziel bewegt
sich die Gesamtentnahme zwischen
5% (wenn die Population zunehmen soll) und 15% (wenn die Population stabilisiert werden soll).
Räude tritt sporadisch in einigen
Gebieten auf, könnte jedoch bei
weiterer Zunahme der Gamswildpopulation eventuell verstärkt auftreten. Generell scheint das Aufflammen der Räude eng mit dem
vorhandenen Steinwild verknüpft
zu sein.
Gamsjagd in Südtirol
In Südtirol ist die Gamsjagd nur
in Begleitung eines geprüften
Gamspirschführers erlaubt. Die
Abschusspläne sehen die Entnahme
von je einem Drittel Böcke, Geißen
und Kitze vor. Seit 2012 wird zwischen jungen Böcken (2-3 Jahre),
mittelalten (4-7 Jahre) und alten
Böcken (8+) unterschieden. Bei den
Geißen wird unterteilt in jung (2-4
Jahre), mittelalt (5-11 Jahre) und
alt (12+). Der Abschuss soll vorwiegend in der Klasse der jungen und
alten erfolgen, mittelalte Stücke
sollten möglichst geschont werden.
Die Gamsstrecke im Jahr 2013 betrug in Südtirol 3.534 Gämsen.
In den 80er und 90er Jahren hat
eine Räudewelle die Gamsbestände
im Gebiet nördlich des Pustertals
befallen und stark dezimiert.
Zwischenzeitlich hat es immer wieder Räudefälle gegeben. In den letzten Jahren ist die Gamsräude im
Norden des Landes erneut aufgeflammt.
SLOWENIEN
Der zentrale Lebensraum beträgt aktuell 22% der Gesamtfläche
Sloweniens. Auf einer doppelt so
großen Fläche sind Gämsen Standwild mit sehr geringer Dichte.
Kärntner Jäger
Gamswild wurde während des
Krieges (1941-1945) sehr stark dezimiert. Ab Kriegsende bis 1949
war der Gamsabschuss untersagt
und innerhalb der nächsten 30 Jahre wuchs der Gamsbestand planmäßig stark an. Der Abschuss hinkte in dieser Zeit dem Zuwachs stark
hinterher und betrug 8 – 12% des
geschätzten Bestandes, der aber oft
unterschätzt wurde. In dieser Zeit
war die Abschussstruktur stark unnatürlich, da Geißen mehrheitlich
geschont wurden, Eingriffe in der
Jugendklasse nur gering ausfielen
und Kitzabschüsse eher symbolisch
waren.
In den 70er Jahren wurde die
Gamswildbewirtschaftung
überarbeitet, gleichzeitig jedoch machten sich diverse Krankheitszüge,
vermutlich Resultate der Überpopulation, bemerkbar. Gamsblindheit, Papilomatose, virale Lungenentzündung und Gamsräude zogen
durch die Gamsbestände.
Die Gamsräude wurde erstmals
1973 im Dreiländereck ÖsterreichSlowenien-Italien registriert. Beim
ersten Seuchenzug bis zum Jahr
1983 waren die Verluste sehr hoch
und es verendeten rund 47% des geschätzten Bestandes, in stark betroffenen Gebieten sogar bis zu
90%. In den folgenden Dekaden
war ein abflachender Trend erkennbar. Aktuell flackert die Gamsräude
nur noch sporadisch auf. Jedoch erfolgt im Triglav Nationalpark nur
eine sehr zurückhaltende Bejagung
im Randbereich, wodurch sich ein
potenzieller Krankheitsherd ergibt.
Mittlerweile wird auch in Slowenien jagdlich gleichmäßig in beide
Geschlechter eingegriffen, die Jugendklasse stärker genutzt und die
Klasse der mittelalten Stücke nur
sehr zurückhaltend bejagt. G. M.
Jagdliches Wissen – Gamswild!
In dieser Ausgabe des „Kärntner Jäger“ wird nach Rot- und
Rehwild das Gamswild in den
Mittelpunkt gestellt. Aus diesem
Grund dreht sich das jagdliche
Wissen um das Wappentier der
Kärntner Jägerschaft.
1. Wie entwickelte sich der
Gamsabschuss in den letzten
Jahrzehnten in Kärnten?
2. Welche Krankheiten können
beim Gamswild auftreten?
3. Wann ist die Gamsräude das
erste Mal in Kärnten aufgetreten?
4. Was sind die Kernsymptome
der Gamsräude?
5. Welche Ursachen können für
Populationsrückgänge des Gams-
wildes verantwortlich sein?
6. Welche Lebensraumtypen
werden vom Gamswild genutzt?
7. Wie sieht die Zuwachsleistung des Gamswildes aus?
Alle Antworten finden sich auf
Seite 42.
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Kärntner Jäger
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AUS DEM JAGDRECHT / JAHR DES AUERWILDES
Hundehaltungsvorschriften wieder in Kraft gesetzt
Die
Bezirkshauptmannschaften
Hermagor, Klagenfurt, St. Veit a. d.
Glan, Spittal a. d. Drau, Villach,
Völkermarkt, Wolfsberg, Feldkirchen,
sowie die Magistrate Villach und
Klagenfurt haben gemäß § 69 Abs. 4
Kärntner Jagdgesetz 2000, i.d.g.F.,
für ihre Verwaltungsbezirke folgende, weitestgehend gleich lautende
Hundehaltungsvorschriften erlassen:
u Zum Schutz des Wildes während
der Brut- und Setzzeit oder bei
Schneelagen, die eine Flucht des
Wildes erschweren, werden alle
Hundehalter verpflichtet, außerhalb von geschlossenen verbauten Gebieten ihre Hunde ausnahmslos bei Tag und Nacht an
der Leine zu führen oder sonst
tierschutzgerecht sicher zu verwahren.
u Innerhalb geschlossener verbau-
ter Gebiete sind alle Hundehalter
verpflichtet, ihre Hunde so zu
halten, dass dieselben am Wildbestand keinen Schaden anrichten können.
u Diese
Bestimmungen
gelten
nicht für Blinden-, Rettungs-,
Polizeihunde,
Jagdgebrauchshunde, Hunde der Zollwache, des
Bundesheeres und Hirtenhunde
sowie Fährten- und Lawinensuchhunde, wenn sie als solche
erkennbar sind, für die ihnen zukommende Aufgabe verwendet
werden und sich aus Anlass ihrer
Verwendung vorübergehend der
Einwirkung ihrer Halter (Besitzer) entzogen haben.
u Übertretungen dieser Verordnung
werden, sofern sie nicht nach anderen Bestimmungen mit stren-
geren Strafen bedroht sind oder
ein gerichtlich zu ahndender Tatbestand vorliegt, gemäß § 98 Abs.
2 Kärntner Jagdgesetz 2000,
i.d.g.F., mit Geldstrafen bis zu
€ 1.450,– geahndet.
u Bei Vorliegen erschwerender Umstände,
insbesondere,
wenn
durch die Übertretung ein erheblicher jagdwirtschaftlicher Nachteil eingetreten oder der Täter
schon einmal wegen der gleichen
strafbaren Handlung bestraft
worden ist, ist der Täter mit einer
Geldstrafe bis zu € 2.180,– zu bestrafen.
u Die Verordnungen gelten bis 31.
Juli 2015 (mit Ausnahme Wolfsberg und Hermagor: 30. Juni
2015).
Auerwild im Herbst
Vom Beerenklauben, Herbstbalz und Wintertrupps
Das „Auerwildjahr“ geht dem Ende
zu. Nach dem von der Sichtbarkeit
her eher heimlicheren Sommer geht
es in den Herbst und in den Winter.
Im Herbst wird Auerwild häufiger
gesehen – oder sind in dieser Zeit
nur die Jäger aktiver? Ja, wie so
oft, scheinen die Dinge doch
irgendwie zusammenzuhängen!
...DIE JUNGEN GEHEN IHRER
WEGE
Endet der Sommer, werden die
jungen Auerhühner erwachsen, jedenfalls trifft das für die Hennen
zu. Ab September ist eine Unterscheidung zwischen Alt- und Junghennen nicht mehr möglich. Anders
bei den Junghahnen: diese sind
zwar deutlich größer als ihre
gleichaltrigen Schwestern, von den
Althahnen aber aufgrund ihrer geringeren Größe und dem kurzen
Stoß bis zur nächsten Mauser gut
zu unterscheiden. In dieser Zeit löst
sich auch das Gesperre auf, wobei
sich die Junghahnen einige Wochen
früher absondern, die Hennen kön-
Jungdamenballett im November. Nach dem Auflösen des Gesperres bilden sich im Herbst meist
kleine Gruppen gleichen Geschlechtes.
(Foto: Karl Tschernig)
nen sich noch bis Anfang Oktober
bei der Mutter aufhalten. Bis in den
Spätherbst hinein können durchaus
noch kleine Familientrupps angetroffen werden, doch überwiegen
die gleichgeschlechtlichen Grup-
pen. Herbst- und winterliche Gruppenbildung kommt auch bei den erwachsenen Vögeln vor, wobei für
die Größe der Gruppen naturgemäß
die Siedlungsdichte bestimmend
ist.
JAHR DES AUERWILDES
.... ABER VERLIEREN SICH
NICHT
Die herbstliche Raumnutzung
hat, wie zu anderen Jahreszeiten
auch, viel mit Nahrungssuche und
Sozialverhalten zu tun. Auerwild
ist zu dieser Jahreszeit recht mobil.
Der Grund liegt einerseits in der
Auflösung der Gesperre in kleine
Gruppen und mit dem damit verbundenen Selbstständigwerden der
Jungvögel.
Weiters werden von allen Altersgruppen besonders gute, vor allem
beerenreiche Nahrungsplätze aufgesucht. Mit der Umstellung von einer im Sommer eher heimlicheren,
wenig mobilen Lebensweise auf
dem Boden zu einer „sichtbareren“,
offenen Lebensweise auf den Bäumen werden auch die sozialen Kontakte erleichtert und es kommt eher
zu der schon erwähnten Bildung
der Wintergruppen. In den heimischen Revieren bestehen die Gruppen meist aus zwei bis drei Hahnen,
wobei diese lichtere Bestände und
Randbereiche aufsuchen, wogegen
die Hennen etwas jüngeren und
dichteren Aufwuchs nutzen und
sich gleichmäßiger verteilen.
BALZ IM HERBST
Die ersten kühlen Herbstmorgen
lassen im Bergwald neben den Rufen der Hirsche auch leisere, feinere
Laute an das kundige Ohr des Jägers dringen: das feine Spissen des
Haselhahnes und das hölzerne
Glöckeln des Auerhahnes. Während
die Herbstbalz unserer Waldhühner
dem territorialen Haselhuhn zur
Verpaarung dient, erscheint das
herbstliche Revierverhalten beim
Auerhahn vorerst nicht so verständlich. Wie viele Jäger bestätigen werden, ist das herbstliche Balzen des Hahnes in Gebieten mit einigermaßen guten Beständen nicht
die Ausnahme, sondern die Regel.
Mehrheitlich werden dabei auch
die gleichen Plätze aufgesucht wie
im Frühjahr, es können aber auch
andere Orte sein.
Auch Hennen erscheinen an den
Orten des herbstlichen Revierverhaltens, doch unsteter und seltener
als im Frühjahr. Dient das Ganze
nur zur Unterhaltung des horchenden Hirschjagers und als Ode an
den leiser und bunter werdenden
Bergwald? Nun, die Herbstbalz fällt
Nr. 218/2014
genau in die Zeit der Auflösung der
Gesperre. Die Jungvögel werden
selbständig und suchen freie Wohngebiete im Bereich des sommerlichen Aufwachsens oder wandern
ab. Der herumstreifende Nachwuchs erhält so erste Informationen über die aktuellen Balzplätze
und durch das Besetzen der
(Balz)Territorien auch über die soziale Rangordnung der erwachsenen Hähne.
VON REIFEN BEEREN ZU
KARGEN NADELN
Im Spätsommer und Frühherbst
spielen Beeren, vor allem die Heidelbeere, in der Äsung des Auerwildes eine entscheidende Rolle. Aus
Gründen des zuwachsenden Lebensraumes kommt Auerwild in
immer höheren Lagen vor, nicht zuletzt deshalb hat auch die Preiselbeere eine wichtige Funktion in der
Äsung, und das bis zu den ersten
Frösten (Zuckergehalt!) auch später
in den Herbst hinein. Hinzu können
noch Wacholder-, Ebereschen- oder
Vogelbeeren kommen, regional
auch Früchte wie Bucheckern oder
Zirbelnüsse.
Insgesamt jedoch geht ab Oktober der Anteil vielfältigerer grüner Pflanzenbestandteile stark zurück und es erfolgt die Umstellung
auf die eher einförmige Baumäsung
in der Form verschiedener Koniferennadeln, mit klarer Bevorzugung
der Kiefer. Interessant ist das
Äsungsverhalten der Junghähne:
sie haben im Herbst erst 2/3 ihres
Kärntner Jäger
Gewichtes erreicht und sind anders
als die Altvögel und die bereits ausgewachsenen Junghennen weit
stärker auf noch energetisch gute
Äsung angewiesen: sie halten sich
daher im Herbst zu deren Suche
länger auf dem Boden auf und nehmen auch in den Monaten Oktober
und November weit häufiger Insekten auf als Junghennen und Altvögel!
ES IST WEGEN DER
FUCHSFEE ...
Mit dem Spätherbst kommt die
Zeit der reifen Bälge und der hellen
Nächte. Ja, die Bejagung des Fuchses ist ein Teil des Auerwildjahres,
und ergänzend zu den Lebensräumen zu sehen. Doch: dem Fuchs
nachstellen, ihn den ganzen Herbst
zu erahnen, seine Silhouette, seinen
Schatten, im Sinnieren und Träumen wie hingezaubert auf dem
Schnee zu sehen, das darf man auch
ohne einen Gedanken an das damit
zu rettende Auerwild. Einfach so.
Wegen dem Geheimnis der Fuchsfee. Wegen der stillen, wilden
Nacht.
DI Thomas Huber
Raufußhuhnreferent
VERWENDETE LITERATUR:
Klaus, S., Andreev, A.V., Bergmann, H.H., Müller, F., Porkert, J. &
J. Wiesner (1989): Die Auerhühner.
Neue Brehm Bücherei, Ziemsen
Verlag.
Zeiler, H. (2001): Auerwild – Leben. Lebensraum. Jagd. Österreichischer Jagd- und Fischereiverlag.
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22
Kärntner Jäger
WA L D – W I L D – S C H U L E
Nr. 218/2014
Wald, Wild und Schule mit der
Volksschule St. Margarethen o. T.
Am 2. Juli 2014 wurden 42 Kinder der
Volksschule St. Margarethen ob
Töllerberg frühmorgens von den
Jagdaufsehern Christian Rogatschnig und Albert Gomernig sowie
den Jagdkameraden der Jagdgesellschaft St. Margarethen o.T., Hermann Rutter, Werner Stornig, Veronika und Johann Kutschek, auf
das Herzlichste in Empfang genommen und auf die bevorstehende
Mission „Wild, Wald und Schule“
vorbereitet. Damit nicht unnötig
Zeit vergeudet wurde, ging es flotten Schrittes auf in Richtung der
zuvor schon sorgsam vorbereiteten
Walderlebniswelt. In dieser waren
„alle“ unsere heimischen Wildtiere
als Ganz- oder Teiltierpräparat an
verschiedenen Stationen aufgebaut
und zur Schau gestellt.
Unter den Präparaten waren somit
Rabenvögel, Tag- und Nachtgreife,
das restliche Federwild samt einiger Wasservögel sowie das Raubund Schalenwild vertreten.
An dieser Stelle ein Dank an all jene Jagdkameraden, die nicht nur
die Präparate zur Verfügung stellten, sondern
diesen unvergesslichen Tag für die Kinder erst ermöglichten.
Nicht umsonst waren die Kinder
und Lehrkräfte hellauf begeistert
und bombardierten uns Jäger regelrecht mit allerlei Fragen. Nur zu
gerne standen wir Rede und Ant-
Ein vielfältiges Programm brachte den Kindern der VS St. Margaretehen o. T. die Zusammenhänge von Wald und Wild näher.
wort. Es galt nicht nur die Fragen
zu beantworten, sondern die anwesenden Personen auch auf all die
negativen Einflüsse aufmerksam zu
machen, mit welchen das Wild im
21. Jahrhundert zu kämpfen hat.
Mitunter wurde auf die Probleme
mit Tourismus, Freizeitsport, freilaufenden Hunden und Landwirtschaft (in Bezug auf Mähtod) hingewiesen.
Diese Thematik frühzeitig den Kindern verständlich näherzubringen
ist ein unabdingbares Mittel, um
nicht nur ein besseres Verständnis
hierfür zu wecken, sondern auch
ein friedliches, vernünftiges Mit-
einander von Jägern und Nichtjägern zu schaffen. Unser Engagement führte letztlich dazu, dass zu
keinem Zeitpunkt von irgendjemandem ein negatives Wort zum
Thema Jagd geäußert wurde. Im
Gegenteil, etliche Kinder wollten
die „Ausstellung“ liebend gerne
nochmals mit ihren Eltern besuchen.
Demzufolge wurde das erklärte
Ziel erreicht.
Da die Luft im Walde bekanntlich
den Hunger weckt, gab es anschließend noch eine Jause für die wissbegierigen Kinder.
HRL Albert Gomernig
Abschluss Jagdprojekt VS West
Die Schüler lernten an diesem Tag alle Aspekte der Jagd kennen
und hatten die Möglichkeit Wald und Wild zu „begreifen“.
Zum Abschluss des Projektes „Wild
und Wald“, das sich über zwei Jahre erstreckte, durften die Kinder
der 2.b und 2.c Klassen der VS West
Spittal die Eigenjagd Leitnerhube
und die Gemeindejagd Schwaig/
Baldramsdorf besuchen.
Bei anfänglichem Regenwetter
marschierten wir mit den Aufsichtsjägern Helmut Unterrieder
und Thomas Rohrer über das Feld
und durch den Wald. Die Kinder
konnten Fegeschäden sehen, entdeckten Spuren im Schlamm, die
von Rotwild stammten, und Wech-
sel im Wald.
Ihr Wissen konnten die Kinder
unter Beweis stellen, indem sie Präparate von verschiedenen Wildtieren bestimmten. Ein Höhepunkt
war das Beobachten eines BussardHorstes mit drei Jungbussarden.
Am Feld wurden auch noch
Mauslöcher, welche vom Fuchs
durchstöbert worden waren, untersucht.
Zu guter Letzt kam die Sonne
heraus! Danke für den – für uns alle – lehrreichen Vormittag!
Ing. Thomas Rohrer
BERICHTE
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Jagdhundeausbildung – jagdliche
r
e
d
s
Audlichen Eignung am Schwarzwild
jag raxis
P
In
der
Juniausgabe 2014
wurde
bereits die bevorstehende Ausbildung von Jagdhunden am Schwarzwild in Ausbildungsgattern vorgestellt.
Am 27. und 28. Juni 2014 waren
erstmals Jagdhunde aus Kärnten,
mit finanzieller Unterstützung der
Kärntner Jägerschaft, im Ausbildungsgatter Stadtroda in Thüringen. Zu diesem Termin hatten sich
acht Hundeführer mit ihren vier
Deutschen Wachtelhunden, drei
Dachshunden und zwei Deutschen
Jagdterriern gemeldet. Es handelt
sich dabei ausnahmslos um Jagdhunde, welche bereits an mehreren
Stöberjagden auf Schalenwild im
Einsatz waren.
Beginn im Ausbildungsgatter
war am Freitag, dem 29.6.2014 um
9 Uhr, wo wir vom verantwortlichen Gattermeister und Leiter des
Forstamtes Stadtroda, Martin Balke, mit seinem Team bereits erwartet wurden. Nach sorgfältiger Kontrolle der Dokumente von Hundeführern und Jagdhunden erfolgte
eine ausführliche Unterweisung
und Belehrung über das Verhalten
der Hundeführer.
Hundeführer und Hunde fieberten gleichermaßen der bevorstehenden Ausbildung entgegen und
so mancher unserer Jagdhunde
konnte seinen Laut kaum noch zurückhalten, nachdem er die erste
kräftige Witterung von Schwarzwild aufgenommen hatte.
Gattermeister, Hundeführer und
ein Jagdhund machten sich auf den
Weg zum Eingang des Übungsgatters, gefolgt von den restlichen
Hundeführern, welche außerhalb
auf einem Hügel die nun beginnende Arbeit verfolgen konnten.
Kurz vorher wurden vier Stück
Schwarzwild zwischen 40 und 80 kg
mit einem Eimer Mais vom Ruhegatter ins Arbeitsgatter gelockt.Vertraut durch die tägliche Fütterung
sind sie die Lockrufe der Gatterbetreuer gewohnt und lassen sich führen, als wären es zahme Haus-
schweine. Je nachdem ob der Hund
bereits Erfahrungen mit Schwarzwild gemacht hatte, wurde er auf
unterschiedliche Art und Weise ans
Schwarzwild herangeführt.
Diejenigen Jagdhunde, welche
noch keine Erfahrung am Schwarzwild hatten, wurden an der langen
Leine vom Hundeführer auf Sichtweite ans Schwarzwild herangeführt. Hier zeigte sich bereits beim
einen oder anderen Passion, sowie
das erste zaghafte Verbellen des
Schwarzwildes. Dieses war davon
jedoch nicht sonderlich beeindruckt
und nahm weiter am Boden ausgestreute Maiskörner auf. Da brachte
der Gattermeister die Schwarzkittel
durch Rufen und Antreiben in Bewegung und zur Flucht. Somit war
der Bann gebrochen und lauthals
ging es an der langen Leine dem
Schwarzwild hinterher.
Denjenigen, welche hier viel Passion zeigten, wurde die Halsung abgenommen und unter Beihilfe des
Hundeführers das Schwarzwild immer wieder angetrieben und von
den Jagdhunden unter kräftigem
Laut in Bewegung gehalten. Wohlgemerkt, immer nur von einem
Jagdhund alleine, weil Ausbildung
und Arbeit nur dann beurteilt werden kann. In der Meute ist bekanntlich auch ein schwacher Jagdhund
plötzlich stark.
Diejenigen Jagdhunde, welche
bereits Erfahrung und Kontakt mit
Schwarzwild hatten, konnten im
Übungsgatter das Schwarzwild su-
chen und durch anhaltendes Verbellen und Bedrängen in Bewegung
bringen. Eine Aufgabe, die am ersten Ausbildungstag noch keiner unserer Jagdhunde selbstständig geschafft hatte. Hier muss jedoch gesagt werden, dass das Schwarzwild
von diesem Ausbildungsgatter
mehr als 800 Jagdhunde pro Jahr
kennengelernt hatte – somit viel
mehr Erfahrung mitbringt als
Schwarzwild in freier Wildbahn
und überhaupt nur von einem
wirklich gut eingearbeiteten und
erfahrenen Hund in Bewegung gebracht werden kann.
Eine Übungseinheit dauert für
einen Hund ca. 15 – 20 Minuten je
Tag, wobei hier immer darauf geachtet wird, dass der Hund mit einem positiven Abschluss die
Übungseinheit beendet.
Am nächsten Tag waren wir wieder um 9 Uhr beim Übungsgatter
und sofort hat man an der Arbeit
jedes einzelnen Hundes eine deutliche Verbesserung gegenüber dem
Vortag erkennen können. Diejenigen, welche am ersten Tag noch
zaghaft und nur unter Mithilfe von
Hundeführern ans Wild herangegangen sind, waren plötzlich viel
mutiger und zeigten bereits vielversprechende Leistungen.
Diejenigen, die bereits am ersten
Tag selbstständig das Schwarzwild
gesucht hatten, haben es nun geschafft, durch ihr anhaltendes Verbellen und Bedrängen die Schwarzkittel immer wieder in Bewegung
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Kärntner Jäger
BERICHTE
Nr. 218/2014
Übung und konsequente Wiederholung von bereits erlernten Ausbildungsschritten sind die Basis
einer erfolgreichen Hundeausbildung.
zu bringen. Durchaus sehenswerte
Leistungen.
Am 3. und 4. Oktober war ein
neuerlicher Termin im Übungsgatter von Stadtroda. Diesmal waren
drei Parson Russel Terrier, zwei
Deutsche Jagdterrier und eine
Brandlbracke mit dabei.
Am Freitag, den 3.10.2014 um 9
Uhr waren wir wieder pünktlich im
Gatter und mit deutscher Gründlichkeit, wieder das gleiche Prozedere. Dokumente überprüfen, Belehrungen und dann ging es endlich
ins Gatter.
Der Brandlbrackenrüde und die
Jagdterrierhündin hatten noch keinen Kontakt zum Schwarzwild und
auch keine Erfahrungen auf Bewegungsjagden gemacht. Der Jagdterrier und die drei Parson Russel Terrier waren bereits mehrmals bei
Schwarzwild Bewegungsjagden dabei gewesen.
Dementsprechend
flott
und
selbstständig haben die erfahrenen
Jagdhunde das Schwarzwild angenommen und verbellt, jedoch durch
zu wenig Druck noch nicht in Bewegung gebracht. Nach wenigen Minuten waren sie wieder beim Hundeführer. Nun ging es – wie es auch
bei Bewegungsjagden üblich ist –
unter Begleitung des Führers zum
Stück. Durch diese Verstärkung
wurde die Motivation des Hundes
deutlich gesteigert und durch den
gemeinsamen Druck ging die Jagd
nun quer durch das Übungsgatter.
Eine Arbeitsweise der Hunde, wie
sie bei der Schwarzwildjagd erwünscht ist und gerne gesehen wird.
Nur eine erfahrene ältere Bache
hatte sich immer wieder dem Hund
gestellt, sodass es schwierig wurde
die Hunde am Ende der Übungseinheit und nach erfolgreicher Arbeit
wieder vom Wild abzutragen.
Der Brandelbrackenrüde, welcher auch als Nachsuchenhund in
der Bereichshundestation eingesetzt wird, hat an der langen Leine
mit viel Passion gleich die ältere
Bache angenommen, kräftig verbellt und auch bedrängt. Daraufhin
wurde er geschnallt um selbstständig weiter zu arbeiten. Nun hat sich
jedoch die fehlende Erfahrung des
Hundes am Schwarzwild bemerkbar gemacht und als er durch zu
starkes Bedrängen zu nahe an die
Bache herangekommen war, hatte
ihn diese angenommen und zurückgeworfen. Verletzt wurde dabei wie
im Ausbildungsgatter vorgesehen
natürlich keiner, jedoch hatte der
Hund sofort daraus gelernt und ist
nicht mehr ohne den Hundeführer
an die Bache herangegangen. Am
langen Riemen gab der Rüde wieder kräftig Laut, als es wieder ans
Schwarzwild ging.
Die Jagdterrierhündin hatte leider kein Interesse und keine Passion am Schwarzwild gezeigt und
war auch durch Unterstützung des
Hundeführers nicht zur Arbeit zu
ermutigen.
Wir waren schon alle gespannt,
wie sich unsere Hunde am Samstag
im Gatter ihrer Aufgabe stellen
würden. Die drei Parson Russel Terrier waren zur Prüfung für das
Leistungszeichen „jagdliche Eignung Schwarzwild“ angemeldet.
Durch die positive Bestärkung
von der Arbeit des Vortages haben
diesmal zwei der zur Prüfung gemeldeten Parson Russel Terrier das
Schwarzwild im Übungsgatter gesucht und auch ausreichend, also
mindestens fünf Minuten durchgehend, verbellt und bedrängt, ohne
zwischendurch zum Hundeführer
zurückzukehren. Die Leistung des
Dritten hatte leider diesmal für das
Bestehen dieser selektiven Prüfung
nicht gereicht.
Der Brandelbrackenrüde hatte
die Attacke vom Vortag noch nicht
weggesteckt und war an der langen
Leine durch den Führer unterstützt,
sehr stark am Schwarzwild, jedoch
alleine noch nicht zur selbstständigen Arbeit bereit und die Terrierhündin auch durch viel Bemühen
nicht zur Arbeit zu ermuntern.
Vor und nach den Übungen haben wir viel Zeit mit Fragen und
Diskussionen zu den gezeigten
Hundeleistungen verbracht und –
durch unseren Gastgeber – außerdem die herzliche Gastfreundschaft, sowie Kultur und Landschaft in der näheren Umgebung
kennengelernt.
Durch diese Übungstage konnte
jeder Teilnehmer, sowohl Hund als
auch Hundeführer, viele lehrreiche
Erlebnisse mit auf den Nachhauseweg nehmen. Einstimmigkeit unter
den Hundeführern herrschte auch
darüber, dass ein weiterer Termin,
ca. ein Monat nach dem ersten Termin, für das Lernen der Hunde von
großem Vorteil wäre.
Neben den beschriebenen Leistungen unserer Hunde habe ich
mehrere andere Hunde und Hunderassen im Übungsgatter bei der
Arbeit gesehen. Da habe nicht nur
ich die vorgefertigte Meinung, dass
es sogenannte Spezialistenrassen
gibt und solche, die nicht dafür geeignet sind, über Bord geworfen.
Durch Übung und konsequente
Wiederholung von bereits erlernten
Ausbildungsschritten ist bei der
Hundeausbildung viel zu erreichen.
Im kommenden Jahr ist beabsichtigt, interessierte Hundeführer
der Bereichshundestationen für die
Einarbeitung ihrer Hunde am
Schwarzwild zu gewinnen. Hier
kann es die Überlebensversicherung des Jagdhundes sein, wenn
sein Führer das Verhalten des Hundes am Schwarzwild kennt und der
Hund mit der Wehrhaftigkeit des
Schwarzwildes rechtzeitig vertraut
gemacht wurde.
Dazu bitte um Kontaktaufnahme mit Gerald Hopfgartner, Tel.
0664/6013 9765 13.
Gerald Hopfgartner
Landesjagdhundereferent
BERICHTE
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Jagdaufseherprüfung 2014
Obwohl von besonderer Bedeutung
soll – etwas verspätet und erst in
dieser Ausgabe – den JagdaufseherPrüfungskandidaten
gebührend
Platz eingeräumt werden.
In diesem Jahr legten 60 Kandidaten erfolgreich die Prüfung zum
Jagdaufseher ab. Am 6. Juni erfolgte
in Mageregg die feierliche Übergabe
der Prüfungszeugnisse, die von der
Jagdhornbläsergruppe
Bärental
musikalisch umrahmt wurde.
Hausherr Landesjägermeister DI
Dr. Gorton begrüßte die zukünftigen Jagdaufseher sowie deren
Freunde und Angehörige im
Schlosspark Mageregg. In seiner
Ansprache ging er auf die große Verantwortung der Jagdaufseher vor
allem in Hinblick auf die mannigfa-
chen Probleme im Rahmen der
Wald-Wild-Situation ein. Landesrat
Mag. Ragger lud die zukünftigen
Jagdaufseher in seinen Grußworten
ein, an der positiven Entwicklung
der Jagd in Kärnten mitzuarbeiten.
Nach der Zeugnisverleihung
durch LJM DI Dr. Gorton und Landesrat Mag. Ragger bedankte sich
Ing. Manfred Glantschnig bei den
Vortragenden und der Prüfungskommission. Den Abschluss dieser
Veranstaltung bildete ein Buffet,
das von der Kärntner Jägerschaft
gesponsert wurde. Die Kärntner Jägerschaft wünscht den neuen Jagdaufsehern viel Erfolg bei ihrer neuen verantwortungsvollen Tätigkeit
und ein kräftiges Weidmannsheil!
G.M.
Anlässlich der Verleihung erhielten 60 Jagdaufseher ihr Prüfungszeugnis.
Zeugnisverteilung in Mageregg
Am 26. September 2014 fand am Vorplatz des Schlosses Mageregg die
feierliche Zeugnisüberreichung an
die Jungjägerinnen und Jungjäger
statt. Inmitten zahlreicher Festgäste, Freunde und Verwandter begann für 110 Prüflinge das zukünftige Jägerleben.
In seiner Festansprache hieß
Landesjägermeister DI Dr. Ferdinand Gorton alle Jungjägerinnen
und Jungjäger im Kreise der Jägerschaft herzlich willkommen und
gab ihnen einen ersten Einblick in
die Jagd in Kärnten. Getreu dem
Leitspruch der Kärntner Jägerschaft „Jagd ist Verantwortung –
Jagd ist Freude“ wünschte er allen
LJM DI Dr. Gorton und LJM-Stv. Monz gratulierten 110 Jungjägerinnen und Jungjägern anlässlich
der Zeugnisverteilung.
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Kärntner Jäger
BERICHTE
Nr. 218/2014
Unter den Gratulanten war auch Landesrat Jagdreferent Mag. Christian Ragger.
Zeugnisempfängern
einen
erfolgreichen aber auch verantwortungsvollen Start in ihr jagdliches
Leben.
Unter Beisein von Landesjagdreferent Mag. Christian Ragger, der in
seiner Ansprache das Zukunftsbild
der jagdlichen Ausbildung in Kärnten zeichnete, und fast aller Bezirksjägermeister bzw. deren Stellvertreter fand anschließend die
Zeugnisverleihung statt.
Für den Sommerprüfungstermin
hatten sich 153 Personen angemeldet, von denen letztendlich 136
Die Jaghornbläsergruppe Jagdmusik Villach umrahmte die Veranstaltung musikalisch.
Kandidaten zur Prüfung angetreten sind.
Das Ergebnis der Sommerprüfung war höchst erfreulich, denn in
Summe haben über 81%, das sind
110 Kandidaten, die Prüfung erfolgreich bestanden.
Auch bei diesem Prüfungsdurchgang war der Frauenanteil mit
über 25% hoch. Mit einem kräftigen Weidmannsheil gratuliert die
Kärntner Jägerschaft allen Jungjägerinnen und Jungjägern zur bestandenen Jagdprüfung.
G.M.
Ergänzende Erklärung zum Bericht
„Rotwild in Kärnten“ Kärntner Jäger, Ausgabe 217, Oktober 2014
Thema: „Hirschfreigabe im Verhältnis zur Gesamtfreigabe Rotwild“
Ergänzend zum Bericht „Rotwild in
Kärnten“ aus dem letzten Kärntner
Jäger (Nr. 217/2014) muss noch auf
das Thema „Hirschfreigabe im Verhältnis zur Gesamtfreigabe Rotwild“ näher eingegangen werden,
damit es bei der Abschussplanung
in den einzelnen Hegeringen im
Frühjahr zu keinen Missverständnissen kommt.
In Tabelle 3 auf Seite 8 des
Freigabe gesamt
„Kärntner Jäger“ Nr. 217/2014
wird erläutert, wie für die nächsten
beiden Abschussplanperioden die
Hirsche in Bezug auf das Kahlwild
(Tiere und Kälber) freizugeben
sind. Aufmerksame Leser des Berichtes haben zu Recht darauf hingewiesen, dass es übersichtlicher
ist, die Freigabe aller Rotwildklassen in einer Tabelle darzustellen.
Die neue Tabelle, in welcher nun
Stück
Hirsch I
Hirsch II
Hirsch III
Tier
Kalb
bei
100
4
2
14
40
40
bei
75
3
1,5
10,5
30
30
bei
50
2
1
7
20
20
bei
25
1
0,5
3,5
10
10
ersichtlich ist, wie viele Hirsche der
Klasse I, II und III, Tiere und Kälber
in Abhängigkeit von der Gesamtanzahl seitens des Hegeringleiters
freizugeben sind, sieht wie folgt aus
(siehe Tabelle links unten):
Mit dieser aussagekräftigeren
Tabelle muss es nun möglich sein,
allen Hegeringleitern die gleiche
Planungsrundlage für die kommende Abschussplanung zu liefern.
Auch weiß jetzt jeder Jagdausübungsberechtigte, auf welchen
Grundlagen die Planungen für das
jeweilige Revier basieren.
Ing. Stefan Kulterer
Vorsitzender des
Rotwildausschusses
BERICHTE
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Jägerwallfahrt 2014 in St. Georgen/Längsee
Am 9. November, einer der wenigen
regenfreien Tage in der ersten Novemberwoche, pilgerten rund 150
Jägerinnen und Jäger aus den Talschaften des Bezirkes von den bekannten Sammelplätzen zum Stift
St. Georgen am Längsee. Im Stiftshof wurden sie von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz empfangen.
Den Gruß an den Bischof richtete
Landesjägermeister DI Dr. Ferdinand Gorton, der die jagenden Pilger von der Kirche Wohlschart weg
anführte. Nach Segnung durch den
Bischof erfolgte der Einzug der Pilger in die Stiftskirche, in welcher
die heilige Messe von Diözesanbischof Dr. Schwarz unter Mitwirkung des Stiftspfarrers Dr. Stromberger zelebriert und vom 8Gsong
und der JHBG Herzogstuhl musikalisch umrahmt wurde.
In seiner Predigt veranschaulichte
der Bischof, dass eine Begegnung
mit dem Herrn auch in Kathedralen
möglich ist, die nicht von Menschenhand gebaut wurden. Die Natur in ihrer Vielfalt, Schönheit und
Vollkommenheit ist wie eine Kathedrale, die einlädt in sich zu gehen
und mit dem Schöpfer zu kommunizieren.
Der Bischof gab die Empfehlung
ab, das Leben nach den Bäumen
auszurichten. Stärke und Widerstandsfähigkeit sind die wesentlichsten Merkmale der Bäume, die
aber auch Menschen, Tieren und
Boden Schutz bieten. Diesen Ge-
danken folgte der Aufruf, für die
Schöpfung – wie sie sich uns in ihrer Vollkommenheit täglich zeigt
und wie wir sie genießen können –
zu danken.
Daraufhin ging der Bischof noch
auf die einzelnen Baumarten ein,
die in ihrer Einzigartigkeit jeden
Menschen anders ansprechen und
eine eigene Faszination auf jeden
ausüben. Untermalt wurde dies mit
einem Beispiel aus seiner Jugend
und dem elterlichen Bergbauernhof: sein Vater benannte die Hochsitze nach den Bäumen, auf denen
sie gebaut wurden und jedermann
wusste, welche Örtlichkeit gemeint
war.
Der Bischof schloss seine Predigt
mit dem Appell, dass wir Jäger uns
viel mehr von den Bäumen abschauen und in die Bäume hineinhören und diesen mit Ehrfurcht begegnen sollten.
Während der Messe brannte zum
Gedenken an die verstorbenen Jä-
gerinnen und Jäger eine Kerze auf
einem Kerzenständer aus Abwurfstangen. Der Kerzenständer wurde
von der Bezirksgruppe St. Veit an
der Glan gespendet.
Ein besonderer Dank gilt unserem Diözesanbischof Dr. Alois
Schwarz für die Hubertusmesse mit
der ergreifenden Predigt, sowie
Herrn Stiftspfarrer Dr. Stromberger für die Gestaltung und das Verfassen der Fürbitten.
Weiters sei den Sängern des
8Gsongs und den Mitgliedern der
Jagdhornbläsergruppe Herzogstuhl
für ihre Mitwirkung herzlich gedankt. Dank sei auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stiftes St. Georgen für ihre Mitwirkung
bei der Vorbereitung und bei der
Durchführung der Jägerwallfahrt
und der Zubereitung der köstlichen
Pilgersuppe, welche bei der Agape
allen Pilgern gereicht wurde, gesagt.
AK
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Kärntner Jäger
BERICHTE
Nr. 218/2014
Die feierliche Hubertusmesse wurde von Pfarrer Mag. Plohl zelebriert.
Zweisprachige Hubertusmesse am Radsberg
Bei prächtigem Herbstwetter und einem Nachmittag, an dem die Natur
in schönster Farbenbracht erstrahlte, lud die rührige Jagdgesellschaft
Radsberg, Obmann Thomas Ogris
und Organisator Anton Penz, zu einer zweisprachigen Hubertusmesse
bei der idyllisch gelegenen Hubertuskapelle ein.
Pfarrer Mag. Plohl zelebrierte
die Messe und ging in seiner Pre-
digt auf die Hubertuslegende näher
ein. Die Fürbitten waren der Erhaltung der Natur, dem Schutz des
Wildes und der Jäger und der verstorbenen Weidkameraden gewidmet.
Im Anschluss begrüßte Anton
Penz die vielen Gäste und Jäger
und freute sich besonders über die
Anwesenheit zahlreicher Weidkameraden aus den angrenzenden
Jagdrevieren.
Frau Helga Huber-Lerchster las
dem Anlass gemäß eigene Gedichte.
Danach luden die Jäger zu einer
Agape ein, bei der sich Nichtjäger
und Jäger bis zum Sonnenuntergang angeregt unterhielten.
Die Stimmen des Polizeichores
Klagenfurt und die Jagdhornbläsergruppe
Waidmannsklang
Grafenstein/Poggersdorf umrahmten die Hubertusmesse musikalisch.
W. K.
Hubertusmesse Hegering Baldramsdorf
Bei strahlendem Wetter luden die JG
Hubertus/Schwaig Baldramsdorf
und die Eigenjagd Leitnerhube, unter Obmann Stefan Mitterer, am
Sonntag den 19.11.2014, zur alljährlichen Hubertusmesse auf der
Marhube, Gemeinde Baldramsdorf.
In den Ruinen der Ortenburg feierten die Jagdkameraden und ihre
Angehörigen mit Pfarrer GR Mag.
Franz Unterberger die heilige Messe. Umrahmt wurde die stimmungsvolle Feier von den Jagdhornbläsern Rosenheim unter der Leitung
von Sepp Wilscher. Hegeringleiter
Hans Obertaxer sprach die Begrüßungsworte und erzählte geschichtliches über die Ruine und die Bedeutung der Jagd in früheren Zeiten. Im Anschluss wurde noch zu einem kleinen Imbiss geladen.
Ing. Thomas Rohrer
BERICHTE
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
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Erntehirschenschau 2014 in der Malztenne in Hirt
Die diesjährige Erntehirschenschau des
Bezirkes St. Veit an der Glan fand
am 17. Oktober in den Räumlichkeiten der Malztenne Hirt statt.
BJM Drescher begrüßte die anwesenden Gäste, unter ihnen LJM-Stv.
Sepp Monz, Bezirksjägermeisterkollegen und Hegeringleiter sowie
deren Stellvertreter und vom Braukeller Hirt Küchenchef Jonny Czusnar, bei dem er sich für das Buffet
und die Dekoration durch seine
Partnerin Conny Feuerstein herzlich bedankte.
Umrahmt wurde die Erntehirschenschau von der Bläsergruppe
Weydgesellen. BJM Drescher beglückwünschte die Jägerinnen und
Jäger zu den ausgestellten Trophäen und dem ausgezeichneten
Ergebnis, verwies aber mit Besorgnis auf die bisherige Abschusserfüllung beim Kahlwild.
BJM-Stv. Kogler berichtete vom
ausgezeichneten Ergebnis der vorgelegten Trophäen. Es wurden in
Summe 53 Hirsche vorgelegt, wovon 32 Hirsche der Klasse I und 11
Stück der Klasse II zuzuordnen wa-
ren. Von den IIer Hirschen wurden 4
Stück mit 9 Jahren bewertet. Besonders erfreulich ist auch, dass das
Durchschnittsalter der erlegten Ier
Hirsche bei 12,1 Jahren lag und der
älteste Hirsch mit 18 Jahren+ bewertet wurde. Kogler bedankte sich
bei den Jägerinnen und Jägern für
die Disziplin in der Mittelklasse
während der vergangen Jahre, wodurch sie die Dichte und das
Durchschnittsalter in der Ernteklasse erhöht haben.
Ebenfalls mit Besorgnis verwies
Kogler auf die Abschusserfüllung
bei Tieren und Kälber, welche deutlich hinter jener des Vorjahres liegt.
Mit dem Auftrag, sich besonders
der Erfüllung des Kahlwildabschusses zu widmen, schloss Kogler
seinen Bericht zur Schau.
Anschließend begrüßte Jonny
Czusnar die anwesenden Gäste im
Namen der Eigentümer und Belegschaft des Braukellers Hirt und
brachte seine Freude zum Ausdruck, Wild aus heimischen Wäldern, welches er als hochwertigstes
Lebensmittel bezeichnete, für die
Die Erntehirschenschau mit 32 Hirschen der Klasse I hat alle Anwesenden sehr beeindruckt.
Küche zur Verfügung gestellt zu bekommen.
Das Buffet mit den herrlichen
Wild-Köstlichkeiten, welches der
Braukeller zur Verfügung stellte,
wurde von ihm eröffnet. Die Jägerinnen und Jäger verbrachten
noch einige gemütliche Stunden, in
denen noch so manche Jagderlebnisse ausgetauscht wurden.
AK
Jägerinnenstammtische
SCHROTSCHUSSSEMINAR
Am 9. September trafen sich die
Damen des Jägerinnenstammtisches auf der Schießstätte Pakein
und ließen sich von DI Kurt Rohner
fachkundig in der „Kunst“ des
Schrotschusses unterweisen. Nach
dem Seminar meinte eine begeisterte Teilnehmerin: „Durch Herrn
Rohners Einweisungen verliert der
Schrotschuss sein Geheimnis“.
TIERISCH STARKE MEDIZIN
Seit alters her weiß man, dass
man aus tierischen Fetten Salben,
Gels, Glosses und aus der Volksmedizin bekannte Medizinalien herstellen kann.
Frau Barbara Hoflacher hat dieses alte Wissen gesammelt und gibt
es an interessierte Jäger weiter.
Beim Seminar „Tierisch starke Medizin“ begeisterten sich die Teilnehmerinnen für die vielfältigen Ver-
Wertvolle Nebenprodukte der Jagd.
wendungsmöglichkeiten der tierischen Fette.
Wussten Sie zum Beispiel, dass
eine Salbe aus Gamsfett im Winter
Ohrläppchen und Nasenspitze vor
Erfrierungen schützt?
Claudia Haider
Brauchtumsreferentin
30
Kärntner Jäger
Hegeringversammlungen
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HEGERINGVERSAMMLUNGEN
Nr. 218/2014
Einladung zu den Hegeringversammlungen
und Hegeschauen 2015
Hiemit ergeht an alle Mitglieder der Kärntner
Jägerschaft die Einladung zu den Hegeringversammlungen und Hegeschauen. Falls keine gesonderten Einladungen ergehen, gilt die
Anzeige im „Kärntner Jäger“ als Einladung. Wir
bitten daher alle Jägerinnen und Jäger, die
nachstehenden Termine vorzumerken! Die Be-
B EZI R K
richte der Funktionäre und Sachbearbeiter
sollten alle Jäger interessieren. Darüber hinaus
ist für das Revier viel Interessantes und Wissenswertes zu erfahren. Auch ersuchen wir unsere Mitglieder, die Trophäen in sauberem Zustand, mit einem Anhänger versehen, vorzulegen.
B EZI R K
Klagenfurt
furrt
Villach
u HR 204003 (Ebenthal) und HR
204006 (Grafenstein): Bewertung:
Samstag, 7. Februar, 14 Uhr, Poggersdorf, GH Krassnig; Hegeschau:
Sonntag, 8. Februar, 10 Uhr, Poggersdorf, GH Krassnig
u HR 207017 (Feld am See-Afritz):
Samstag, 31. Jänner, 14 Uhr, Afritz,
Kultursaal; Bewertung: Donnerstag, 29. Jänner, 16 Uhr, Hegeschau:
Freitag, 30. Jänner und Samstag, 31. Jänner, 9 Uhr, Afritz, Kultursaal
u HR 204004 (Klagenfurt-Nord) und
HR 204005 (Maria Saal): Bewertung:
Samstag, 31. Jänner, 10 Uhr, Zollfeld/Maria Saal, GH Fleissner; Hegeschau: Samstag, 31. Jänner, 14
Uhr, Zollfeld/Maria Saal, GH
Fleissner
u HR 204007 (Ludmannsdorf): Bewertung: Samstag, 7. Februar, 9
Uhr, Köttmannsdorf, GH Puschnig;
Hegeschau: Samstag, 7. Februar,
14 Uhr, Köttmannsdorf, GH Puschnig
u HR 204008 (Klagenfurt-West) und
HR 204009 (Moosburg): Bewertung:
Freitag, 6. Februar, 14 Uhr, Krumpendorf, GH Jerolitsch; Hegeschau:
Samstag, 7. Februar, 14 Uhr, Krumpendorf, GH Jerolitsch
u HR 204010 (Keutschach): Bewertung: Freitag, 23. Jänner, 17 Uhr,
Keutschach, GH Schaschl – Karawankenblick Pyramidenkogel; Hegeschau: Freitag, 23. Jänner, 19 Uhr,
Keutschach, GH Schaschl - Karawankenblick, Pyramidenkogel
u HR 204011 (Feistritz i. R.), HR 204012
(Zell-Pfarre), HR 204013 (St. Margareten i. R.) und HR 204014 (Ferlach):
Bewertung: Freitag, 20. Februar, 13
Uhr, Ferlach, Rathaus Ferlach; Hegeschau: Samstag, 21. Februar, 14
Uhr, Ferlach, Rathaus Ferlach
u HR 207018 (Arriach): Samstag, 14.
Februar, 19 Uhr, Arriach, GH Bauerwirt; Bewertung: Donnerstag, 12.
Februar, 19 Uhr; Hegeschau: Freitag, 13. Februar, 9 bis 20 Uhr und
Samstag, 14. Februar von 9 bis 18
Uhr, Arriach, GH Bauerwirt
u HR 207019 (Treffen): Samstag, 21.
Februar, 19 Uhr, Treffen, GH Kuchlerwirt; Bewertung: Donnerstag,
19. Februar, 19 Uhr; Hegeschau:
Freitag, 20. Februar, 16 Uhr, Treffen,
GH Kuchlerwirt
u HR 207020 (Weißenstein-FresachFerndorf): Sonntag, 1. Februar, 14
Uhr, Fresach, GH Mayer; Bewertung: Samstag, 31. Jänner, 9 bis 12
Uhr; Hegeschau: Sonntag, 1. Februar, 12 bis 14 Uhr, Fresach, GH
Mayer
u HR 207021 (Wernberg-Velden):
Sonntag, 25. Jänner, 14 Uhr,
Kerschdorf, GH Thomann; Bewertung: Samstag, 24. Jänner, 18 Uhr;
Hegeschau: Sonntag, 25. Jänner, 14
Uhr, Kerschdorf, GH Thomann
u HR 207022 (St. Jakob): Samstag,
28. Februar, 14 Uhr, St. Jakob, Kulturhaus; Bewertung: Freitag, 27.
Februar, 16 Uhr; Hegeschau:
Samstag, 28. Februar, 10 bis 14 Uhr,
St. Jakob, Kulturhaus
u HR 207023 (Finkenstein): Freitag, 6.
Februar, 19 Uhr, Altfinkenstein, GH
Baumgartnerhof; Bewertung: Donnerstag, 5. Februar, 18 Uhr; Hegeschau: Freitag, 6. Februar, 14 bis 18
Uhr, Altfinkenstein, GH Baumgartnerhof
u HR 207024 (Arnoldstein): Freitag,
30. Jänner, 19 Uhr, Agoritschach,
GH Fertala; Bewertung: Donnerstag, 29. Jänner, 18 Uhr; Hegeschau:
Freitag, 30. Jänner, 9 bis 18 Uhr,
Agoritschach, GH Fertala
u HR 207025 (Hohenthurn-ThörlFeistritz/Gail): Samstag, 24. Jänner,
19 Uhr, Hohenthurn, Mehrzweckhaus; Bewertung: Freitag, 23. Jänner, 18 Uhr; Hegeschau: Samstag,
24. Jänner, 9 bis 18 Uhr, Hohenthurn, Mehrzweckhaus
u HR 207026 (Nötsch-Dobratsch):
Freitag, 27. Februar, 19 Uhr, Nötsch,
Kultursaal; Bewertung: Donnerstag, 26. Februar, 18 Uhr; Hegeschau:
Freitag, 27. Februar, 9 bis 18 Uhr,
Nötsch, Kultursaal
u HR 207028, HR 207029, HR 207030
(Foscari-Paternion, Paternion-Weißenstein, Stockenboi): Sonntag, 22. Februar, 14 Uhr, Paternion GötzStadl; Bewertung: Samstag, 21. Februar, 8 Uhr; Hegeschau: Sonntag,
22. Februar, 9 Uhr, Paternion, GötzStadl
u HR 207031, HR 207032 (Villach WestMagistrat, Villach Nord/Ost/Süd-Magistrat): Freitag, 16. Jänner, 19 Uhr,
Villach-St. Georgen, GH Wiegele;
Bewertung HR 31: Freitag, 16. Jänner, 9 Uhr; Bewertung HR 32: Donnerstag, 15. Jänner, 18 Uhr; Hegeschau: Freitag, 16. Jänner, 12 bis 19
Uhr, Villach-St. Georgen, GH Wiegele
HEGERINGVERSAMMLUNGEN
B EZI R K
Hermag
u HR 203033 (Würmlach): Bewertung: Freitag, 9. Jänner, 18 Uhr,
Würmlach, GH Zebedin; Hegeschau: Samstag, 10. Jänner, 17 Uhr,
Würmlach, GH Zebedin
u HR 203034 (Mauthen): Bewertung:
Freitag, 9. Jänner, 19 Uhr, Mauthen,
GH
Brückenwirt;
Hegeschau:
Samstag, 10. Jänner, 19 Uhr, Mauthen, GH Brückenwirt
u HR 203035 (Kötschach): Bewertung: Freitag, 9. Jänner, 14 Uhr,
Kötschach, GH Engl-Kirchenwirt;
Hegeschau: Freitag 9. Jänner, 19
Uhr, Kötschach, GH Engl-Kirchenwirt
u HR 203036 (Maria Luggau-Liesing):
Bewertung: Freitag, 9. Jänner, 19
Uhr, St. Lorenzen i. L., GH Salcher;
Hegeschau: Samstag, 10. Jänner, 10
Uhr, St. Lorenzen i. L., GH Salcher
u HR 203037 (Birnbaum): Bewertung:
Freitag, 9. Jänner, 12 Uhr, Wodmaier, Alpenhof Wolayersee; Hegeschau: Samstag 10. Jänner, 14 Uhr,
Wodmaier, Alpenhof Wolayersee
u HR 203039 (Dellach) und HR 203040
(Reisach): Bewertung: Freitag, 23.
Jänner, 17 Uhr, GH Jantschgi; Hegeschau: Samstag, 24. Jänner, 13
Uhr, Grafendorf, GH Jantschgi
u HR 203041 (Kirchbach) und HR
203042 (Rattendorf): Bewertung:
Donnerstag, 22. Jänner, 16 bis 18
Uhr, Tröpolach, GH Durnthaler;
Hegeschau: Freitag, 23. Jänner, 19
Uhr, Tröpolach, GH Durnthaler
u HR 203043 (Möderndorf): Bewertung: Donnerstag, 15. Jänner, 16 bis
18 Uhr, Kameritsch, Hotel Hubertushof; Hegeschau: Freitag, 16. Jänner, 18 Uhr, Kameritsch Hotel Hubertushof
u HR 203044 (St. Lorenzen i. Gitschtal)
und HR 203045 (Weißbriach): Bewertung: Samstag, 17. Jänner, 16 bis 18
Uhr, Jadersdorf, GH Jury; Hegeschau: Sonntag, 18. Jänner, 10 Uhr,
Jadersdorf, GH Jury
u HR 203046 (Hermagor): Bewertung: Samstag, 17. Jänner, 18 Uhr,
Radnig, GH Grollitsch; Hegeschau:
Sonntag, 18. Jänner, 14 Uhr, Radnig, GH Grollitsch
u HR 203047 (Egg): Bewertung:
Samstag, 24. Jänner, 15 Uhr, Latschach, GH Plamenig; Hegeschau:
Nr. 218/2014
Sonntag, 25. Jänner, 18 Uhr, Latschach, GH Plamenig
u HR 203048 (St. Stefan i. Gailtal): Bewertung: Freitag, 16. Jänner, 18 Uhr,
St. Stefan, Sonnenhof Smole; Hegeschau: Samstag, 17. Jänner, 16 Uhr,
St. Stefan, Sonnenhof Smole
u HR 203049 (Vorderberg): Bewertung: Freitag, 16. Jänner, 18 Uhr,
Vorderberg, GH Ortsburg; Hegeschau: Samstag, 17. Jänner, 13 Uhr,
Vorderberg, GH Ortsburg
B EZI R K
Spittal
u Talschaft I (Spittal): Samstag, 21.
Februar, 14 Uhr, Kulturhaus Rothenthurn. HR 206057 (Lurnfeld):
Freitag, 30. Jänner, 19 Uhr, GH Haslacher Prinz Eugen, Möllbrücke.
u Talschaft II (Greifenburg): Samstag,
31. Jänner, 14 Uhr, Kultursaal Greifenburg; HR 206063 (GreifenburgSüd): Sonntag, 22. Februar, 15 Uhr,
GH Rossmann, Greifenburg; HR
206067 (Irschen): Freitag, 23. Jänner,
19 Uhr, GH Dorfwirt, Irschen; HR
206068 (Oberdrauburg): Samstag, 31.
Jänner, 18 Uhr, GH Niedermüller/
Pontiller, Oberdrauburg
u Talschaft III (Obervellach): Sonntag,
25. Jänner, 14 Uhr, Kultursaal
Mühldorf; HR 206069 (Reißeck Ost
Kolbnitz): Freitag, 23. Jänner, 19
Uhr, GH Schwarzenbacher, Kolbnitz; HR 206070 (Reißeck West Penk):
Freitag, 23. Jänner, 19.30 Uhr, Feuerwehrhaus Napplach; HR 206071
(Obervellach): Donnerstag, 22. Jänner, 19.30 Uhr, GH Waldschenke Familie Hadt; HR 206072 (Flattach):
Freitag, 23. Jänner, 19 Uhr, Hotel
Fraganter Wirt; HR 206073 (Mallnitz): Freitag, 23. Jänner, 19.30 Uhr,
NP-Bios Mallnitz
u Talschaft IV (Winklern): Sonntag,
22. Februar, 14 Uhr, Kultursaal
Rangersdorf; HR 206074 (Stall):
Samstag, 14. Februar, 16 Uhr, GH
Zur Brücke, Stall; HR 206075
(Rangersdorf): Samstag, 10. Jänner,
14 Uhr, Hotel Margarethenbad,
Lainach;
HR 206076 (Winklern):
Samstag, 21. Februar, 19 Uhr, Hotel
Post, Mörtschach; HR 206077 (Großkirchheim): Samstag, 14. Februar, 19
Kärntner Jäger
Uhr, GH Post, Großkirchheim; HR
206078 (Heiligenblut): Donnerstag,
19. Februar, 20 Uhr, Dorfsaal Heiligenblut
u Talschaft V (Gmünd): Samstag, 17.
Jänner, 15 Uhr, Stadtsaal Gmünd;
HR 206079 (Trebesing): Samstag, 14.
März, 20 Uhr, Trebesinger Wirt;
HR 206080 (Gmünd): Mittwoch, 14.
Jänner, 20 Uhr, GH Hofer, Oberbuch;
HR 206081 (Malta-Süd
Dornbach): Samstag, 28. Februar, 19
Uhr, GH Zirbenhof, Malta; HR
206082 (Malta-Nord): Freitag, 27. Februar, 19 Uhr, GH Zirbenhof, Malta; HR 206084 (Leobengraben): zu
Redaktionsschluss noch kein Termin bekannt; HR 206086 (Rennweg):
Freitag, 6. März, 19 Uhr, GH Post,
Rennweg
u Talschaft VI (Millstatt): Samstag,
7. Februar, 14 Uhr, Kulturhaus Seeboden. HR 206087 (Seeboden): Freitag, 23. Jänner, 19.30 Uhr, GH Ertl,
Seeboden; HR 206088 (Millstatt): zu
Redaktionsschluss noch kein Termin bekannt; HR 206089 (Radenthein): Freitag, 27. März, 19.30 Uhr,
GH Thurnerhof Schattseite; HR
206090 (Kaning): Sonntag, 15. Februar, GH Unterwirt, Kaning
B EZI R K
Feldkirchen
ch
hen
u Hegeringe 210095 (Sittich), 2100100
(Steindorf),
210101
(Steuerberg),
210102 (Glantal), 210103 (Feldkirchen):
Samstag, 31. Jänner, 14 Uhr, Glanegg, Mehrzwecksaal; Bewertung:
Freitag, 30. Jänner, 10 Uhr, Trophäenanlieferung: bis 10 Uhr
u Hegeringe 210096 (Gnesau), 210097
(Himmelberg), 210098 (Patergassen),
210099 (Ebene Reichenau): Samstag,
21. Februar, 14 Uhr, Ebene Reichenau, Nockstadl; Bewertung: Freitag, 20. Februar, 9 Uhr; Trophäenanlieferung: Donnerstag, 19. Februar, 16 bis 19 Uhr; Hegeschau: Freitag, 16 Uhr und Samstag, 8 bis 14
Uhr
u
Hegering 210094 (Sirnitz):
Samstag, 7. Februar, 14 Uhr, Sirnitz,
Kultursaal; Bewertung: 9 Uhr; Trophäenanlieferung: Donnerstag, 6.
Februar, bis 12 Uhr
31
32
Kärntner Jäger
HEGERINGVERSAMMLUNGEN
Nr. 218/2014
B EZI R K
St. Veit/Glan
Glan
u HR 205111 (Althofen, Guttaring,
Hüttenberg), HR 205122 (Meiselding,
Mölbling) und HR 205123 (Kappel/
Krappfeld): Veranstaltungshalle Meiselding, Leiter: HRL Georg Welik;
Trophäenanlieferung: Freitag, 23.
Jänner, 13 bis 16 Uhr; Bewertung:
Samstag, 24. Jänner, 8 Uhr; Hegeschau: Samstag, 24. Jänner, 14 Uhr
GÖRTSCHITZTAL
u HR 205112 (Hüttenberg, Lölling), HR
205113 (Wieting), HR 205114 (Klein St.
Paul, Eberstein) und HR 205115 (Brückl):
Kultursaal Eberstein, Leiter: HRL
Hugo Zöhrer; Trophäenanlieferung:
Donnerstag, 5. März, 14 bis 18 Uhr;
Bewertung: Freitag, 6. März, 9 Uhr;
Hegeschau: Samstag, 7. März, 14
Uhr
WILDREGION GLANTAL
u HR 205106 (Sörg, Liebenfels), HR
205107 (Hörzendorf, Hardegg), HR
205108 (St. Georgen a. L.), HR 205109
(St. Veit/Glan, Frauenstein) und HR
205110 (Frauenstein, Wimitz): Gemeindeamt St. Georgen, Launsdorf,
Leiter: HRL Karl Schmied; Trophäenanlieferung: Freitag, 30. Jänner, 14 bis 17 Uhr; Bewertung:
Samstag, 31. Jänner, 8 Uhr; Hegeschau: Samstag, 31. Jänner, 14 Uhr
u HR 205124 (Friesach) und HR 205125
(St. Salvator): GH Prodinger, Friesach, Leiter: HRL Helmut Khom;
Trophäenanlieferung: Freitag, 20.
Februar, 15 bis 18 Uhr; Bewertung:
Samstag, 21. Februar, 8.30 Uhr;
Hegeschau: Samstag, 21. Februar,
14 Uhr
METNITZ
u HR 205126 (Grades), HR 205127
(Metnitz), HR 205128 (Flattnitz), HR
205129 (Oberhof): Turnsaal des BZ
Metnitz, Leiter: HRL Günther Auer; Trophäenanlieferung: Donnerstag, 12. Februar, 15 bis 20 Uhr; Bewertung: Freitag, 13. Februar, 13
Uhr; Hegeschau: Samstag, 14. Februar, 14 Uhr
GURKTAL
u HR 205116 (Straßburg), HR 205117
(Weitensfeld Nord), HR 205118
(Glödnitz), HR 205119 (Deutsch
Griffen), HR 205120 (Weitensfeld Süd)
und HR 205121 (Gurk, Pisweg): Kultur-
saal Deutsch Griffen, Leiter: HRL
Helmut Laßnig; Trophäenanlieferung: Donnerstag, 26. Februar, 16
bis 20 Uhr; Bewertung: Freitag, 27.
Februar,
9
Uhr;
Hegeschau:
Samstag, 28. Februar, 14 Uhr
Bewertung: Freitag, 30. Jänner,
Rehwild 18 Uhr, Rotwild und
Gamswild 18 Uhr
B EZI R K
Völkermarkt
mark
kt
B EZI R K
Wolfsberg
rg
g
u HR 209141 (Reichenfels): Hegeschau: Samstag, 24. Jänner, 14 Uhr,
Reichenfels, GH Hirschenwirt; Trophäenabgabe: Donnerstag, 22. Jänner, 14.30 bis 16 Uhr; Bewertung:
Donnerstag, 22. Jänner, Rehwild 16
Uhr, Rotwild und Gamswild 17 Uhr
u HR 209132 (Bad St. Leonhard): Hegeschau: Freitag, 20. Februar, 19
Uhr, Schiefling/Bad St. Leonhard,
GH Simmerlwirt; Trophäenabgabe:
Donnerstag, 19. Februar, 14.30 bis
16 Uhr; Bewertung: Donnerstag, 19.
Februar, Rehwild 17 Uhr, Rotwild
und Gamswild 18 Uhr
u HR 209133 (Preitenegg): Hegeschau: Samstag, 7. Februar, 14 Uhr,
Preitenegg, Kultursaal; Trophäenabgabe: Donnerstag, 5. Februar, 15
bis 17 Uhr; Bewertung: Donnerstag, 5. Februar, Rehwild 18 Uhr,
Rotwild und Gamswild 19 Uhr
u HR 209134 (Frantschach-St. Gertraud): Hegeschau: Samstag, 24.
Jänner, 14 Uhr, Frantschach-St.
Gertraud, Festsaal der Mondi
Frantschach Packaging; Trophäenabgabe: Donnerstag, 22. Jänner, 15
Uhr; Bewertung: Donnerstag, 22.
Jänner, Rehwild 17 Uhr, Rotwild
und Gamswild 18.30 Uhr
u HR 209135 und 209138 (St. Andrä
und Wolfsberg Süd): Hegeschau:
Samstag, 31. Jänner, 19 Uhr, St. Marein, GH Weinberger; Trophäenabgabe: Samstag 31. Jänner, 8 bis 9
Uhr; Bewertung: Samstag, 31. Jänner, Rehwild 9 Uhr, Rotwild und
Gamswild 10 Uhr
u HR 209137 (Wolfsberg West): Hegeschau: Sonntag, 8. Februar, 14 Uhr,
St. Margarethen i.Lav., Hotel Stoff;
Trophäenabgabe: Freitag, 6. Februar, 14 bis 16 Uhr; Bewertung: Freitag, 6. Februar, Rehwild 16 Uhr,
Rotwild und Gamswild 17 Uhr
u HR 209136 und 209139 (St. Paul und
Lavamünd): Hegeschau: Sonntag, 1.
Februar, 14 Uhr, Lavamünd, GH
Hüttenwirt; Trophäenabgabe: Donnerstag, 29. Jänner, 17 bis 20 Uhr;
u Bezirkstrophäenschau der Bezirksgruppe Völkermarkt am Samstag, 31.
Jänner, 13 Uhr, Landwirtschaftliche
Fachschule Goldbrunnhof
Bewertung: Freitag, 30. Jänner,
HR 208143 – 144 - 145 - 146 (Bad
Eisenkappel): 12.30 bis 16 Uhr; HR
208147 (Gallizien – Sittersdorf) und HR
208149 (St. Kanzian – Eberndorf):
10.30 bis 12.30 Uhr; HR 208148
(Bleiburg): 13.30 bis 16 Uhr, HR
208150 (Völkermarkt): 8 bis 10.30
Uhr; HR 208151 (Griffen – Ruden): 8
bis 10.30 Uhr, HR 208152 (Diex): 10.30
bis 11.30 Uhr; Besichtigungsmöglichkeit der Trophäen am Samstag,
31. Jänner, ab 8 Uhr
u
Hegeringversammlungen: HR
208150 (Völkermarkt): Sonntag, 25.
Jänner, 14 Uhr, Haimburg, GH Kilian; HR 208151 (Griffen – Ruden):
Freitag, 23. Jänner, 19 Uhr, Griffen,
GH Kuchling; HR 208152 (Diex): Freitag, 23. Jänner, 19 Uhr, Diex, GH
Kramer; HR 208147 (Gallizien –
Sittersdorf): Freitag, 23. Jänner,
18.30 Uhr, Gallizien, GH Zenkl; HR
208148 (Bleiburg): Freitag, 23. Jänner, 19 Uhr, St. Michael o. Bleiburg,
GH Loser; HR 208149 (St. Kanzian –
Eberndorf): Samstag, 24. Jänner, 14
Uhr, Unterburg, GH Fichtenhof
Bezirksversammlungen 2015
u Hermagor: Freitag, 6. März, 18
Uhr, 9635 Dellach, 65 Dellach, Kultursaal Dellach
u Klagenfurt: Samstag, 7. März, 9
Uhr, Jägerhof Schloss Mageregg
u St. Veit/Glan: Samstag, 21. März,
14 Uhr, Metnitz, GH Schaar Metnitzerhof
u Spittal/Drau: Samstag, 11. April, 9
Uhr, Lendorf, Landwirtschaftliche
Fachschule Litzlhof
u Villach: Samstag, 21. März, 14
Uhr, Casineum Velden
u Völkermarkt: Freitag, 6. März, 19
Uhr, Diex/Grafenbach, GH Leitgeb/Fam. Glaboniat
u Wolfsberg: Freitag, 13. März, 19
Uhr, Schönweg, GH Brenner
u Feldkirchen: Samstag, 18. April, 10
Uhr, Gnesau, Kultursaal
I N F O R M AT I O N E N D E R L A N D E S G E S C H Ä F T S S T E L L E
NEUE EDV
Die neue Jagdsoftware der Kärntner Jägerschaft „WIS.KÄRNTEN“ ist seit Oktober
2014 in Betrieb und bringt einen neuen
Standard bei der Verwaltung aller jagdrelevanten Daten im Bundesland Kärnten.
Das Wiener Unternehmen UNIDATA GEODESIGN GMBH, ein auf komplexe Datenverarbeitungen spezialisiertes und erfahrenes IT-Unternehmen, wurde 2012 mit der Konzeption
und Entwicklung eines neuen Wildinformationssystems betraut. Als besondere Herausforderung galt es, die vielen vertikalen und horizontalen Informationsflüsse dergestalt zu bündeln,
dass eine durchgehende Unterstützung
und Vereinfachung der Verwaltungsagenden der Kärntner Jägerschaft umgesetzt werden konnte. Während der
Implementierungsphase durfte der
laufende Betrieb der Verwaltung nicht
unterbrochen werden und sämtliche
Altdatenbestände der abgelösten Software mussten ohne Informationsverlust im neuen System Eingang finden.
WIS.KÄRNTEN ist ein browserbasiertes high-end Jagd-Management
System, das alle organisationsspezifischen Bereiche und Prozesse von der
Mitgliederverwaltung, der Erfassung
der Abschussplandaten, der Abschussmeldungen, der umfassenden Verwaltung der Jagdgebietsdaten, einer integrierten Bescheid-Verwaltung bis zum
finanziellen Controlling der Jagdabgaben und der Mitgliedsbeiträge vollständig abdeckt. Durch den modularen
Aufbau ist diese Jagd-ManagementSoftware flexibel und kann individuell,
den Anforderungen der jeweiligen Benutzergruppe entsprechend, angepasst
werden.
ÜBERSICHTLICHKEIT UND
EFFIZIENZSTEIGERUNG FÜR ALLE
BENUTZER
Das neue WIS.KÄRNTEN hat einen
modernen modularen Aufbau. Es gliedert sich in die Hauptobjekte Mitglieder, Jagdgebiete und Jagddaten sowie
Bescheide-Verwaltung und Administration und die jeweils zugeordneten
Unterobjekte. Beim Modul Jagdgebiete
sind dies z. B. – im internen Arbeitsbereich – die Stammdaten zu Jagdgebieten, Kontaktinformationen zu den
Jagdschutzorganen und allen verant-
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Wildinformationssystem WIS.KÄRNTEN ab sofort online
wortlichen Personen sowie Details zu
den Pachtzeiten oder zu den Jagdabgaben. Sämtliche im WIS KÄRNTEN
verwalteten Stamm- oder Bewegungsdaten werden auf einer Zeitreihe historisiert abgespeichert. Damit liegen für
die befugten Benutzer in der KÄRNTNER JÄGERSCHAFT alle Daten
transparent vor und eine nachträgliche
Recherche ist effizient durchführbar.
EIN SYSTEM FÜR ALLE
Das WIS.KÄRNTEN steht allen 4
Ebenen der Kärntner Jagd maßgeschneidert zur Verfügung: Über die
Jahre wurden von der Landesgeschäftsstelle Anwender-Wünsche gesammelt. Der Jagdausübungsberechtigte hat weiterhin, aber in nunmehr
verbesserter Form, die Möglichkeit, die
Abschussmeldungen online an den Hegeringleiter zu übermitteln, dieser gibt
die von ihm bestätigten Meldungen
weiter an die Bezirksgeschäftsstellen
in den Jagdbezirken. Die Landesgeschäftsstelle führt alle Datenbestände
für eine effiziente und transparente
Mitglieder-, Jagdgebiete- und Jagddatenverwaltung zusammen und erreicht
dadurch eine noch bessere Betreuung
ihrer Mitglieder.
NEUHEITEN:
Bei Eingabe der Abschussmeldung
erscheint eine Entnahmestatistik. Diese Entnahmestatistik zeigt für die angegebene Wildart den Abschussplan,
was bisher in der Planperiode erlegt
wurde, was noch frei ist, die AbschussErfüllung, die Erlegungen im Gemeinsamen Abschuss GA, die Erlegungen
im Zusätzlichen Abschuss ZA, die Erlegungen gem. § 52(2), die Erlegungen
gem. § 52(4), die Erlegungen gem. § 72
sowie das Fallwild an.
Die Abschussliste befüllt sich automatisch – hier wurde einem lange gehegten Wunsch der Anwender Rechnung getragen – und kann ab 31.12.
digital dem Hegeringleiter übermittelt
werden.
Die Rückseite der Abschussliste
(Abschussliste Niederwild) kann nunmehr ebenso digital geführt und ab
31.12. dem Hegeringleiter übermittelt
werden.
ACHTUNG: Die Frist für die Über-
mittlung an den Hegeringleiter ist der
15.1. – nach diesem Datum ist die
Übermittlung der Abschussliste sowie
die Eingabe von Abschussmeldungen
für das Jahr 2014 nicht mehr möglich!
Die Abschuss-, Fang- und Auffindungsmeldung für Kolkrabe, Aaskrähe, Eichelhäher und Elster kann nunmehr ebenfalls digital geführt werden;
auch hier ist eine digitale Übermittlung an den Bezirksjägermeister bis
zum 15.1. bzw. bis zum 30.3. möglich.
Selbstverständlich können alle vorhandenen Formulare und Berichte
auch gedruckt und gespeichert werden.
Mehr als 200 Dokumentvorlagen,
Berichte und Statistiken sind online
verfügbar.
WIS.KÄRNTEN unterstützt die Verwaltung. Das integrierte Berichts- und
Dokumentenverwaltungssystem stellt
auf Knopfdruck alle erforderlichen
Dokumente wie Blanko- oder vorausgefüllte Formulare, Bescheidvorlagen,
standardisierte Briefvorlagen und Berichte zur Verfügung. Die vielfältigen
Auswertungen der über einen mehrjährigen Zeitraum vorhandenen Jagddaten (Abschussdaten, Soll/Ist-Vergleiche der Abschussplanerfüllung)
dienen der Unterstützung einer sachorientierten Argumentation und stellen unverzichtbare Werkzeuge in internen und externen Diskussionsprozessen dar.
WICHTIGER HINWEIS:
Das Programm wird bis zum Jahresende noch mit Berichten und Funktionen erweitert werden.
Bitte um Verständnis, sollte der eine
oder andere Wunsch (noch) nicht erfüllt sein. Geben Sie uns bitte durch
dementsprechende
Rückmeldungen
Ihre Anregungen bzw. Ergänzungswünsche bekannt, damit wir diese mit
Ihnen besprechen und umsetzen können.
Wie bei jeder großen EDV-Umstellung kann es in der ersten Anlaufphase zu dem einen oder anderen Stolperstein kommen, diesbezüglich ersuchen
wir Sie um Ihre Geduld, aktive Mitarbeit und vor allem dementsprechende
Kommunikation.
Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger
Geschäftsführerin
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Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Allen unseren Mitgliedern und Freunden des Weidwerks
ein frohes Weihnachtsfest und ein
gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Weidmannsdank
allen Jägerinnen und Jägern,
die durch weidgerechtes Jagen
dazu beigetragen haben,
das Ansehen der Jägerschaft
zu wahren.
Allen Funktionären
danken wir für ihren Einsatz
für Wild und Jagd.
Der Landesvorstand
Die Landesgeschäftsstelle
Die Redaktion
Wildbretpreise
Die Wildbretpreise sind in den letzten Monaten konstant geblieben.
Nach Rücksprache in den Bezirken wurden Ende November folgende
durchschnittliche Wildbretpreise (ohne MWSt.) je kg in der Decke erzielt:
Rehwild:
6 bis 8 kg
8 bis 12 kg
über 12 kg
Rotwild:
Schwarzwild:
Gams:
Muffelwild:
€ 1,50
€ 3,00
€ 4,00
€ 2,30
20 bis 80 kg
€ 1,00
unter 20 kg und über 80 kg
€ 0,70
bis 12 kg
€ 2,00
über 12 kg
€ 3,00
€ 1,00
Alle Wildstücke nur mit gutem Schuss ohne Haupt. Bei Privatverkauf
können höhere Preise erzielt werden. Wir halten ausdrücklich fest, dass es
sich nur um Durchschnittswildpreise handelt. Die Wildbretpreise müssen
daher bei Erscheinen der Ausgabe nicht auf dem aktuellen Stand sein! Wir
erinnern daran, dass laut Wildfleischverordnung jedes Stück Schalenwild,
das in den Verkehr gebracht wird, mit einem ausgefüllten Wildbretanhänger zu versehen ist. Der Wildbrethandel wünscht, dass wegen der Verkeimung die Drossel entfernt und das Schloss nicht geöffnet wird. Straßenfallwild darf nicht in den Verkehr gebracht werden.
Die Landesgeschäftsstelle und
alle
Bezirksgeschäftsstellen
der Kärntner Jägerschaft
sind in der Zeit von
22. Dezember 2014
bis 6. Jänner 2015
geschlossen.
Ab 7. Jänner 2015 sind wir
gerne wieder für Sie da!
In dringenden Fällen kontaktieren Sie bitte den örtlich zuständigen Bezirksjägermeister
oder die Geschäftsführerin.
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Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
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In Kärnten dürfen bejagt werden:
Folgendes Wild darf nur während der
angeführten Zeiträume (Jagdzeiten)
bejagt werden und ist außerhalb derselben zu schonen:
Rotwild*:
Hirsche der Klasse III – einjährig –
Schmalspießer und nichtführende Tiere** vom 1. Mai bis 31.
Dezember
führende Tiere und Rotwildkälber
vom 1. Juli bis 31. Dezember
Hirsche der Klasse I, II und III vom
1. August bis 31. Dezember.
Damwild: vom 1. 8. bis 31. 12.
Gamswild*: vom 1. 8. bis 31. 12.
Muffelwild*: vom 1. 7. bis 31. 12.
Rehwild*:
Böcke der Klasse III vom 1. 5. bis
31. 10.
Böcke der Klasse I und II vom 1. 6.
bis 31. 10.
nichtführende Geißen, nichttragende Geißen vom 1. 5. bis 31. 12.
führende Geißen und Kitze vom 1.
8. bis 31. 12.
Schwarzwild: führende Bachen vom
1. 8. bis 31. 1.
Murmeltiere*: vom 1. 8. bis 15. 10.
Feldhasen und Alpen- oder Schneehasen: vom 1. 10. bis 31. 12.
Dachse: vom 1. 6. bis 31. 1.
Edelmarder vom 1. 11. bis 28. 2.
Steinmarder: vom 1. 7. bis 31. 3.
Große Wiesel (Hermelin): vom 1. 11.
bis 31. 1.
Iltisse: vom 1. 7. bis 31. 3.
Auerhahnen***: ganzjährig geschont
Birkhahnen***: ganzjährig geschont
Haselhahnen: vom 16. 9. bis 15. 11.
Rebhühner: vom 1. 10. bis 31. 10.
Fasanhahnen: vom 16. 10. bis 31. 12.
Stock-, Krick-, Pfeif-, Schnatter-,
Spieß-, Löffel-, Tafel-, Reiher- und
Knäkenten: vom 1. 9. bis 31. 12.
Grau-, Saat- und Kanadagänse: vom
1. 9. bis 31. 1.
Blässhühner: 21. 9. bis 10. 3.
Waldschnepfen*: 11. 9. bis 19. 2.
Ringeltauben: vom 1. 9. bis 31. 1.
Türkentauben: vom 21. 10. bis 20. 2.
Aaskrähen***: ganzjährig geschont
Eichelhäher***: ganzjährig geschont
Elstern***: ganzjährig geschont
Kolkraben***: ganzjährig geschont
Folgendes Wild darf während des
ganzen Jahres bejagt werden:
Schwarzwild (Keiler, nichtfüh-
Jagdkarte 2015
Für die Verlängerung der Gültigkeit der Jagdkarte für das Jahr 2015 sollte
nach Möglichkeit der zugesandte Zahlschein verwendet werden, welcher
personalisiert ist und damit gewährleistet, dass die Einzahlung auch entsprechend verbucht werden kann.
WICHTIG!
Sollte eine andere Form der Einzahlung gewählt werden, ist darauf
zu achten, dass die untenstehenden Angaben in die Überweisung aufgenommen werden:
a) Name und Adresse
b) Mitgliedsnummer: Diese ist unbedingt in das Feld „Zahlungsreferenz“ einzutragen (nur damit ist eine exakte Zuordnung der Einzahlung gewährleistet)
Empfänger:
Bankinstitut:
BIC:
IBAN:
Verwendungszweck:
Besten Dank!
Kärntner Jägerschaft
Bank für Kärnten und Steiermark
BFKKAT2K
AT 10 1700 0001 0011 21 67
Jagdkarte 2015
rende
Bachen,
Überläufer,
Frischlinge),
Wildkaninchen,
Waschbären, Füchse und Marderhunde.
Folgendes Wild ist während des ganzen Jahres zu schonen: Steinwild, Bär, Wolf, kleines Wiesel,
Fischotter, Luchs, Wildkatze, Biber, Auerhenne, Birkhenne, Haselhenne,
Alpenschneehuhn,
Steinhuhn, Fasanhenne, Wachtel, Wacholderdrossel (Krammetsvogel), Graureiher, Haubentaucher, Bekassine, Wildenten,
ausgenommen
Stock-,
Krick-,
Pfeif-,
Schnatter-,
Spieß-, Löffel-, Tafel-, Reiherund
Knäkenten, Wildgänse,
ausgenommen Grau-, Saat- und
Kanadagänse, Hohltauben, Taggreifvögel und Eulen.
*
nur im Rahmen des Abschussplanes
** unter „nichtführenden Tieren“ ist
weibliches Wild, welches kein Kalb
führt und nicht tragend (innehabend) ist, zu verstehen
*** Ausnahme nur im Rahmen der von
der Landesregierung erlassenen Bescheide
Sonne und Mond
Die Angaben beziehen sich auf den Raum Villach, N 46°40’, O 13°50’. Im Lavanttal sind Aufund Untergang um 3 Minuten früher, in Heiligenblut um 2 Minuten später.
Gesetzliche Jagdzeit = +/– 1 Stunde. Bitte sich
darüber hinaus in den aktuellen Tageszeitungen
zu informieren.
Sonnen- Sonnen- Mond- Mondaufgang untergang aufgang untergang
7.12.
14.12.
21.12.
28.12.
4. 1.
11. 1.
18. 1.
25. 1.
1. 2.
8. 2.
15. 2.
7.33
7.40
7.44
7.47
7.47
7.45
7.41
7.35
7.28
7.18
7.07
16.15
16.15
16.17
16.22
16.28
16.36
16.45
16.55
17.06
17.17
17.27
17.32
6.38
11.35
16.17
23.08
5.19
10.09
15.07
21.58
3.58
7.58
12.01
16.12
6.41
10.30
14.53
23.26
5.24
9.00
13.35
Mondphasen
6.12.
14.12.
22.12.
28.12.
5. 1.
13. 1.
20. 1.
27. 1.
4. 2.
12. 2.
19. 2.
1
2
8
4
1
2
8
4
1
2
8
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Kärntner Jäger
Nr. 218/2014
I N F O R M AT I O N E N D E R L A N D E S G E S C H Ä F T S S T E L L E
Tollwutmonitoring
Da nun wieder die „Fuchszeit“ beginnt, sollen an dieser Stelle nochmals die Eckpunkte des neuen Tollwutuntersuchungsprogrammes des
Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) angeführt werden. Seit
dem Jahr 2013 wird in Österreich
keine Tollwutbekämpfung, d.h.
Ausbringung von Impfködern,
mehr durchgeführt. Seitdem dürfen
auch keine im Rahmen der normalen Bejagung erlegten Füchse zur
Tollwutuntersuchung im Rahmen
des Monitoringprogrammes eingesendet werden.
Es können nur mehr eingesendet
werden:
1. alle tollwutverdächtigen Wildtiere
2. Indikatortiere, das sind Wildtiere
(Fuchs, Dachs, Marderhund und
Waschbär), die als Fallwild tot
aufgefunden wurden
Handelt es ich um ein tollwutverdächtiges Tier, ist der zuständige
Amtstierarzt zu verständigen, der
den Tollwutverdacht bestätigen
muss.
Für alle Einsendungen werden
vom BMG weiterhin 25 € für die
Müheverwaltung bezahlt.
In letzter Zeit waren Jagdausübungsberechtigte immer wieder
vor das Problem gestellt, dass
Proben, die laut neuem Untersuchungsprogramm weiterhin in
den Gemeinden abzugeben sind,
nicht angenommen wurden, da die
Firma Medlog, die den Probentransport durchführen sollte, die Gemeinden nicht mehr automatisch
anfährt.
Seitens der Veterinärabteilung
gibt es dazu die Information, dass
diese Situation bekannt ist, jedoch
gemäß
Tierseuchengesetz
der
Bürgermeister die 1. Ansprechperson ist und das Erforderliche zu
veranlassen hat und bei Fragen die
Amtstierärzte der Bezirksverwaltungsbehörden zu Verfügung stehen.
Um Spießrutenläufe bei einer
Probenabgabe zu vermeiden, wird
geraten, bei Unklarheiten den zuständigen Amtstierarzt zu kontaktieren.
Film zu den
Zerwirkkursen
Endlich gibt es den Film zu
den innovativen Zerwirkkursen.
Die Kärntner Jägerschaft stellt
mit dem Lehrfilm „Vom Revier
auf den Teller“ allen Interessierten eine fachgerechte Anleitung
vom Aufbrechen über das Ausder-Decke-Schlagen bis hin zum
Zerwirken zur Verfügung. Ein
Lehrfilm von Jägern für Jäger, in
dem Schritt für Schritt gezeigt
wird, wie´s geht. Ab sofort zu beziehen in der Landesgeschäftsstelle und in den Bezirksgeschäftsstellen.
Verkaufspreis € 8,–
Weitere Wildfleischuntersucher ausgebildet
Nachstehende Jägerinnen und Jäger
haben im Zeitraum 2014 nach Ausbildung zur kundigen Person gemäß § 27(3) Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz – LMSVG, BGBl. Nr. 13/2006
die Berechtigung zur Untersuchung
von in freier Wildbahn erlegtem
Wild im Bundesland Kärnten erworben:
u Manuel Luser, Nr. 401, 9640
Kötsch.-Mauthen
u Andreas Novak, Micheldorf Nr.
50, 9624 Egg bei Hermagor
u Thomas Rettl, Treßdorf 7, 9632
Kirchbach
u Mag. Thomas Waysocher, Obervellach Nr. 18, 9620 Hermagor
u Wolfgang Zojer, Plon 1, 9640 Kötschach
203 – HERMAGOR
u Hermann Brandtner jun., Nr. 100,
9622 Weißbriach
u Mario Guggenberger, Raut 3,
9655 Maria Luggau
u Florian Guggenberger, St. Lorenzen 7, 9654 Lesachtal
u Gabriela Hübler, Radnig 18/1,
9620 Hermagor
u Anton Jank, Mellach 10a, 9624
Egg
u Siegfried Kerschbaumer, Kornat
18, 9652 Birnbaum
u Stefan Lenzhofer, Nr. 82, 9633
Reisach
204 – KLAGENFURT
u Dipl.-Ing. Dieter Fleissner, Zollfeld 23, 9063 Maria Saal
u Mag. Maximilian W. Hesse, Thon
7, 9131 Grafenstein
u Gregor Kulterer, Thon 16, 9131
Grafenstein
u Gabriel-Benjamin Logar, Bahnweg 20, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
u Gideon Ernst Loudon, Haber 2,
9131 Grafenstein
u Dr. Gabriele Orsini-Rosenberg,
Schlossweg 3, 9131 Grafenstein
u Katharina Rohner, Birkenweg 19,
9020 Klagenfurt am Wörthersee
u Mag. phil. Michaela Maria Tänzer, Ginzkeygasse 50/6, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
u Brigitte Waldl, Gottesbichlstraße
3, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
u Josef Zechner jun., Hauptstraße
8, 9131 Pubersdorf
205 – ST. VEIT/GLAN
u Martin Bretterbauer, Hauptstraße 1, 9314 Launsdorf
u Mag. (FH) Maximilian BurgerScheidlin, Jasomirgottstraße 4/18,
1010 Wien
u Jürgen Fritz, Feistritz 34, 9362
Grades
u Dipl.-Ing. Dr. Ferdinand Gorton,
Hauptstraße 1, 9341 Straßburg
u Mag. Isabel Grün, Schwagweg 4,
9313 St. Georgen/Längsee
u Constantin-Alexander Gussich,
Kandlgasse 20, 1070 Wien
I N F O R M AT I O N E N D E R L A N D E S G E S C H Ä F T S S T E L L E
u Ing. Elisabeth Klinzer-Thurn und
Taxis, Sittenberg 9, 9373 Klein St.
Paul
u Franz Josef Knappinger, Blintendorf 3, 9300 St.Veit/Glan
u Roland Köstenberger, Nr. 111,
9343 Zweinitz
u Wilhelm Leser, Unterfarcha 1,
9341 Straßburg
u Mag. Christine Loudon, Haber 2,
9065 Ebenthal
u Christian Mostegl, St. Martin a.
S. 41, 9375 Hüttenberg
u Ing. Konrad J. Petautschnig,
Kirchweg 4, 9311 Kraig
u Johann Ranner, Unterpassering
1, 9314 Launsdorf
u Wolfgang Ruhdorfer, Unterfarcha 1, 9341 Straßburg
u Bruno Sabitzer, Lobisserweg 2,
9341 Straßburg
u Andrea Sacherer, St. Martin a. S.
16, 9375 Hüttenberg
u Tamara Viktoria Unterweger, Hohenstein 7, 9556 Liebenfels
u Ing. Siegfried Wuzella, Pisweg 30,
9342 Gurk
u Robert Pirker, Schrott 9, 9545 Radenthein
u Hans Herwig Pirstnig, Laufenberg 23, 9545 Radenthein
u Reinhold Preimel, Dornbach 69,
9853 Gmünd
u Hubert Raunig, Nr. 4, 9821 Obervellach
u Franz Reiner, Brandstatt 32, 9854
Malta
u Elisabeth Rieger, Polan 10, 9815
Kolbnitz
u Josef Rieger, Polan 10, 9815 Kolbnitz
u Josef Steiner, Nr. 17, 9805 Baldramsdorf
u Josef Franz Steiner, Nr. 17, 9805
Baldramsdorf
u Karl J.G. Stocker, Mitterberg 1,
9754 Steinfeld
u Marissa Strafner, Teuchl 67, 9816
Penk
u Jakob Triebelnig, Obertweng 10,
9545 Radenthein
u Reinhard Tschlatscher, St. Peter
73, 9545 Radenthein
u Markus Wielscher, Feichtendorf
10, 9811 Lendorf
206 – SPITTAL/DRAU
u Alfred Bugelnig, Zandlach 69,
9815 Kolbnitz
u Caroline Ebner, Lainach 95, 9833
Rangersdorf
u Martin Egger, Lederergasse 20,
9800 Spittal/Drau
u Gerwald Fercher, Reintal 4, 9841
Winklern
u Thomas Grutschnig, Hühnersberg 16, 9811 Lendorf
u Herbert Hadt, Nr. 112, 9821
Obervellach
u Patrick Heregger, Pölland 23,
9773 Irschen
u Marco Alexander Hofer, Nr. 122,
9854 Malta
u Klaus Kohlmayer, Hühnersberg
1, 9811 Lendorf
u Andreas Krapfl, Gartenstraße 11,
9800 Spittal/Drau
u Lorenz Krug, Laufenberg 17,
9545 Radenthein
u Ing. Gerhard Lackner, Kleblach
8, 9753 Lind / Drau
u Elke Leiter, Laufenberg 9, 9545
Radenthein
u Manfred Lercher, Asten 2, 9842
Mörtschach
u Michael Oberlader, Rettenbach 3,
9842 Mörtschach
207 – VILLACH
u Reinhold Gaggl, Wernberger-Str.
140, 9500 Villach
u Herwig Gütler, Stadt 1, 9543 Arriach
u Sandro Huter, Stockenboi 28,
9714 Stockenboi
u Hans Jakob Klinar, Rennsteinerstraße 178, 9500 Villach
u Josef Lederer, Vincaweg 12, 9581
Ledenitzen
u Martin Moser, Mooswald 16, 9712
Fresach
u Werner Niederkofler, Rautbodenweg 20, 9711 Paternion
u Josef Ortner, Feldweg 3, 9542
Afritz am See
u Wolfram Pilgram, Millstätter
Straße 86, 9542 Afritz am See
u Bernhard Scherzer, Glanz 52,
9702 Ferndorf
u Josef Schmette-Krch, Stadt 6,
9543 Arriach
u Mario Schneider, Millstätter Str.
47, 9544 Feld am See
u Dipl.-Ing. Oskar Seidler, Egger
Seeuferstraße 3f/3, 9580 Egg a. See
u Harald Taupe, Pappelweg 6, 9524
St. Magdalen
u Hermann Matthias Tschernutter,
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Hochegg 9, 9713 Zlan
u Karl Vierbauch, Innerteuchen 13,
9543 Arriach
u Severin Walcher, Judendorfer
Straße 7K, 9500 Villach
u Julia Zernatto, Pöllingerstrasse 7,
9521 Treffen
208 – VÖLKERMARKT
u Bernd R. Bergner, Kaltenbrunner
Straße 8, 9100 Völkermarkt
u Anton Brencic, Berg ob Attendorf
1a, 9111 Haimburg
u Erich Gerstl, Unterort 24, 9150
Bleiburg
u Thomas Grubelnik, Ebriach 72,
9135 Bad Eisenkappel
u Gerhard Ladinig, Diex 213, 9103
Diex
u Franz Karl Pirker, Remschenig
35, 9135 Bad Eisenkappel
u Ing. Gerhard Unterberger, Griffner Gemeinde 10, 9112 Griffen
209 – WOLFSBERG
u Raimund Baumgartner, Sommerau 53, 9463 Reichenfels
u Franz Janko jun., Pfarrdorf 87,
9473 Lavamünd
u Werner Erhard Kreuzer, Unterpreitenegg 17, 9451 Preitenegg
u Thomas Steinbauer, Limberg 30,
9413 St. Gertraud
u Michael Traußnig, Hattendorf
148, 9411 St. Michael
u Franz Chr. Weishaupt, Weitenbach 45, 9463 Reichenfels
210 – FELDKIRCHEN
u Dr. Wolfgang Albrecht, Förgweg
122, 9570 Ossiach
u Ägydius Brandstätter jun., Nr.
119/1/3, 9565 Ebene Reichenau
u Rene Gwenger, St. Leonhardstraße 7a/1, 9571 Sirnitz
u Ing. Gerhard Köck, Pollenitz 6,
9560 Feldkirchen
u Hannes Lagler, Haidnerstraße 17,
9560 Feldkirchen
u Alexander Nusser, Bahnhofstraße 26, 9560 Feldkirchen
u Christopher Roth, Zedlitzdorf 55,
9563 Gnesau
u Ing. Wolfgang Safron, Kindergartenstraße 15, 9560 Feldkirchen
u Caroline Wernig, 10.-OktoberStraße 10, 9551 Bodensdorf
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Kärntner Jäger
TERMINE
Nr. 218/2014
Fallenstellerkurs 2015
Aufgrund des großen Interesses organisiert die Kärntner Jägerschaft, in Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss für
Raubwild, am 25. und – bei Bedarf – am 26. April 2015 wieder einen
GANZTÄGIGEN FALLENSTELLERKURS IM JÄGERHOF SCHLOSS MAGEREGG.
Die Teilnehmer werden vormittags eingehend über die gesetzlichen Bestimmungen informiert. Am Nachmittag werden die
gebräuchlichsten Fallen im Wildpark praxisnahe gezeigt und erläutert.
Die Bejagung der Kulturfolger Fuchs, Dachs, Marder, Iltis usw. mit der Falle ist in der heutigen Kulturlandschaft unerlässlich und bei richtigem Umgang auch tierschutzkonform und effektiv. Zudem kommt eine intensive Bejagung der Beutegreifer dem Niederwild und den Raufußhühnern zugute und gewinnt man bei der Fallenjagd wertvolle Bälge aus heimischen Revieren.
Interessierte Jäger melden sich telefonisch oder schriftlich bei der Landesgeschäftsstelle der Kärntner
Jägerschaft, Frau Birgit Wascher, Mageregger Straße 175, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, Tel. 0463/5114 69-26 (8 bis 12
Uhr) oder per E-Mail: birgit.wascher@kaerntner-jaegerschaft.at
Anmeldeschluss ist der 31. März 2015
15 Jahre
Chor der Kärntner Jägerschaft
Mit der Jågd
über’s Jåhr
Jagd-Kultur
in Wort und Klang
Einladung zu den Bezirkskonzerten
u Bezirk St. Veit/Glan Freitag, 6. März
Weitere Mitwirkende:
Ort: Althofen, Kulturhaus. Beginn 20 Uhr
JHBG Salzerkopf / Quartett Mölltal
u Bezirk Völkermarkt Freitag, 27. März
Weitere Mitwirkende:
u Bezirk Hermagor
Weitere Mitwirkende:
Ort: St. Kanzian, K3. Beginn 20 Uhr
JHGB Petzen / Kärntner Viergesang
Freitag, 17. April
Ort: Kötschach, Festsaal. Beginn 20 Uhr
JHBG Kötschach / Bleiberger Viergesang
u Franz Ferstner bringt Kärntner Jagdgeschichten und Marterln
Vorverkauf: € 10,–
Eintritt: € 12,–
Kartenverkauf bei den Hegeringleitern und Bezirksgeschäftsstellen sowie an der Abendkassa.
WEITERE TERMINE IM JAHR 2015:
8. Mai Bezirk Klagenfurt (Ferlach)
29. Mai Bezirk Villach (Afritz)
DIE BEVÖLKERUNG, ALLE JÄGER UND FREUNDE DER JAGDMUSIK SIND HERZLICH EINGELADEN!
TERMINE
Nr. 218/2014
Kärntner Jäger
Veranstaltungen in den Bezirken
BEZIRK ST. VEIT
u Brückler Jägerball, Samstag, 7. Februar, 20 Uhr, Gemeinschaftshaus
Brückl, Brückl
u Krappfelder Jägerball, Samstag, 14.
März, 20 Uhr, Stadtsaal Althofen
u Jägerball St. Salvator, Samstag, 17.
Jänner, 19.30 Uhr, St. Salvator
VILLACH
u 20. Arriacher Jägerball, Samstag,
31. Jänner, 20 Uhr, Bauerwirtsaal in
Arriach; mehrere Ansitzjagden und
Wildabschüsse werden verlost, für
das leibliche Wohl ist gesorgt.
u Gegendtaler Jäger-Eisstockturnier,
Sonntag, 8. Februar in Arriach; eine
Mannschaft besteht aus 4 Jägern
(event. 3 Jäger und ein Treiber);
Auskünfte und Anmeldung bei
Ewald Ebner, Tel.: 04247/8847 oder
0664/1066 532; Preise: Wildabschüsse, Jagdeinladungen
und
Sachpreise
Jagdhorn-Bläserfest
in Werfenweng/Salzburgerland
30. – 31. Mai 2015
1. Internationaler Jagdhornbläser-Wettbewerb
2. Salzburger
JagdhornbläserWettbewerb
Nähere Informationen unter
www.jagdhorn.werfenweng.cc
Aufruf zur „Nacht des Fuchses“
Der Fachausschuss für Raubwild
ruft – wie schon in den
vergangenen Jahren –
auch heuer wieder zu
den „Nächten des Fuchses“ auf.
Der bevorstehende Winter bietet
sich bestens für die Bejagung von
Fuchs, Marder, Iltis usw. an. Sehr
bewährt haben sich revierübergreifende Ansitzjagden bei Schnee und
Mond mit gemeinsamer Streckenlegung (z.B. hegeringweise).
Aber auch der Ansitz am Bau,
Pass und Luderplatz oder Fuchsriegeljagden und Baujagden können
sehr erfolgversprechend sein. Daher der Aufruf an alle Hegeringleiter, Jagdausübungsberechtigte, Obmänner und Jagdleiter der Jagdgesellschaften, solche Jagden zu organisieren und durchzuführen. Auch
kann dem einen oder anderen Jungjäger eine Einladung große Freude
bereiten und bietet gleichzeitig Gelegenheit, jagdliche Erfahrungen zu
sammeln.
Im Vergleich zu 2012 ist die
Fuchsstrecke im Vorjahr um ca.
18% angestiegen. Nach wie
vor grassieren in unserem
Bundesland die Krankheiten Staupe und Räude.
Die Tollwut in Norditalien wurde
zwar mittlerweile erfolgreich bekämpft, aber die vorangeführten
Krankheiten sind Indikatoren für
mögliche Überpopulationen.
Ein Grund mehr, in den kommenden Monaten alle Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen um die
überaus reizvolle und spannende
Jagd auf Beutegreifer mit Passion
auszuüben.
Darüber hinaus gewinnt man
wertvolle Bälge aus heimischen Revieren, die sich wunderbar verarbeiten lassen und das Herz so mancher Jägersfrau höher schlagen lassen.
Gerald Eberl
Vorsitzender des
Fachausschusses für Raubwild
34. ÖJGV Schweißprüfung
Die 34. Schweißprüfung des Österreichischen JagdgebrauchshundeVerbandes (ÖJGV) fand am 18. Oktober 2014 in Reith bei Kitzbühel in
Zusammenarbeit mit dem Tiroler Jägerverband und der Nachsuchestation Kitzbühel statt. Bei der Schweißprüfung wurde nach der ÖJGVPrüfungsordnung für Einzelleistungen-Schweißsonderprüfung geprüft.
Von den 16 genannten Jagdhunden aus 15 verschiedenen Jagdhunderassen sind 15 angetreten und haben 10 Jagdhunde diese selektive
Prüfung erfolgreich bestanden. Die Kärntner Jägerschaft gratuliert
Herrn Anton Mair aus dem Bezirk Hermagor mit seinem Dachsbrackenrüden „Eiko von Mühllach“ zur erfolgreich abgelegten Prüfung!
Neujahrsschießen
in Blintendorf
Für frostsichere Flintenschützen
und
schneefeste
Kugeljäger
möchte die Kärntner Jägerschaft
die Schießsaison wieder eröffnen
und lädt zum
20. Neujahrsschießen
am Sonntag, 18. Jänner 2015,
ab 9 Uhr, auf der Schießstätte
Blintendorf bei St. Veit a. d. Glan,
ein.
Nennschluss:
Nenngeld:
12 Uhr
€ 24,–
DISZIPLINEN:
25 Wurfscheiben - Jagdparcours
Jagdliche Kugel 100 m:
u 5 Schuss liegend frei (Jagdscheibe)
u 5 Schuss stehend angestrichen,
(Jagdscheibe) freier Bergstock
u 6 Schuss Revolver Kal. 38.spezial
Siegerehrung: gegen 14 Uhr
Schießstempel:
Bitte den gültigen Zahlschein für
die Jagdkarte 2015
mitbringen!
Das Schießen ist für alle Jägerinnen und Jäger sowie Freunde des
Jagdschießens offen.
39
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Kärntner Jäger
BÜCHER
Nr. 218/2014
Bücher
Der Beute auf der Spur
Die Jagd: Gestern - heute - morgen
Othmar Wokalik, ISBN:
978-3-7020-1481-0,
€
19,90, Bestellmöglichkeit:
Leopold Stocker Verlag,
8011 Graz, Hofgasse 5, Tel.:
0316/8216
36,
Fax:
0316/8356-12, E-Mail: stokker-verlag@stocker-verlag.com,
Internet:
www.stocker-verlag.com
Die Zukunft der Jagd
Seit es Menschen gibt, waren sie Jäger.
Doch allein im 20. Jahrhundert sind über 80
Säugetier- und 140 Vogelarten weltweit
ausgestorben. Welche Berechtigung hat die
Jagd noch in unseren Tagen?
Stahl und Beton fressen sich mehr und
mehr in den natürlichen Lebensraum des
Wildes. Zügelloser Kommerz und fortschreitende Verschmutzung der Landschaft
bedrohen weltweit die Refugien noch intakter Natur und führen zu einem Rückgang
frei lebender Wildtiere und zu einem Artensterben. Eine Jagdethik, die den Herausforderungen der Moderne angemessen ist,
muss den Jäger als Verbündeten von Natur
und Wildtieren sehen, der bestrebt ist,
größtmögliche Artenvielfalt in weitgehend
natürlichen Lebensräumen aufrechtzuerhalten.
In vielfältiger Form hat sich der Mensch
im Laufe seiner Geschichte als Jäger mit
der Natur auseinandergesetzt. Von der
Jungsteinzeit bis zu den europäischen Entwicklungen der letzten Jahre spannt der
Autor den Bogen der Betrachtung und geht
dabei auch auf die Jagdmethoden der Prärieindianer, der Buschmänner, Massai und
Pygmäen in Afrika, der Jagd mit dem Bumerang in Australien und mit dem Blasrohr
in Südamerika sowie auf die Jagd bei indigenen Völkern des hohen Nordens ein. Immer geht es dabei um das Verhältnis von
Mensch, Wildtier und Natur. Aus dem Blick
auf die Geschichte und die unterschiedlichen Jagdkulturen der einzelnen Völker
ergibt sich eine neue Sicht auf das Zusammenwirken von Jagdethik, Natur- und
Umweltschutz in unserer Zeit.
Der Autor: Dr. Othmar Wokalik, ein ausgebildeter Jurist, ist seit Jahrzehnten nicht
nur als Verfasser rechtspolitischer, sondern
auch jagdhistorischer Artikel und Beiträge
hervorgetreten. Auch das gegenwärtige
Buch geht auf eine Artikelserie in der Jagdzeitschrift „St. Hubertus“ zurück.
Geschoßwirkung und Kugelfang beim Büchsenschuss
Norbert Steinhauser, ISBN: 978-3-85208-122-9,
€ 35,00, Bestellmöglichkeit: Österreichischer
Jagd- und Fischerei-Verlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel.: 01/4051 636-39, Fax: 01/4051
636-59, E-Mail: verlag@jagd.at, Internet:
www.jagd.at
„Bleifreie Munition“ – das Thema hat in
letzter Zeit viel
Staub aufgewirbelt. Über Tötungswirkung
und Abprallverhalten der bleifreien Büchsengeschoße wurde
und wird heftig
diskutiert. Jeder
Jäger stellt sich
die Fragen: Wann
soll ich auf bleifrei umstellen? Auf welches
Geschoß? Und wird mein Gewehr mit dem
neuen Geschoß genauso gut schießen? – Das
Buch „Geschoßwirkung und Kugelfang“
gibt leicht verständliche und klare Antworten darauf. Es zeigt, wie moderne Büchsengeschoße wirken und worauf der Jäger bei
der Wahl seiner Munition achten muss.
Der zweite Schwerpunkt des Buches
liegt auf dem Thema „Kugelfang“. Hier
geht es um das Eingemachte, nämlich um
die Sicherheit. In zahlreichen Bildbeispielen zeigt Norbert Steinhauser, welcher
Schuss fallen darf und wann der Finger gerade bleiben muss. Bei jedem Foto kann sich
der Leser fragen: Hätte ich selbst geschossen oder nicht? Auch Fragen wie: Lenkt der
Schuss durch Gras oder Weizen das Geschoß ab? Wie steht es mit Mais? Wie mit
Stauden? Wie groß ist die Gefahr eines Abprallers, wenn Schützen bei Riegeljagden
entlang eines Weges angestellt sind? – Diese
und viele andere Fragen werden in dem
Buch „Geschoßwirkung und Kugelfang“
leicht verständlich und exakt beantwortet.
Es ist ein Buch, das längst fällig war: Ein
Buch, das dem Jäger Sicherheit gibt!
Jagdliche Mosaike
Impressionen einer Leidenschaft
Lothar C. Rilinger, ISBN: 978-37020-1434-6, €
24,90, Bestellmöglichkeit: Leopold
Stocker
Verlag,
8011
Graz, Hofgasse 5,
Tel.: 0316/8216
36, Fax: 0316/
8356-12, E-Mail:
stocker-verlag@stocker-verlag.com, Internet: www.stocker-verlag.com
„Der Jagd gehört meine Verbundenheit,
und wenn ich diese dann auch noch hoch in
den Bergen, ob in den Hochalpen, in den
Karpaten oder in den norddeutschen
Mittelgebirgen, ausüben kann, wenn das
Pirschen durch die Berge noch erschwert
wird und wir in der Abgeschiedenheit menschenleerer Gegenden dem Wilde nachstellen können, dann kann sich meine jagdliche
Passion so richtig entfalten“, schreibt Lothar C. Rilinger.
Vom Salzburger Hüttwinkltal bis nach
Ostpreußen, der untergegangenen Provinz,
die einst Heimat seiner Familie war, spannen sich die in diesem Buch beschriebenen
jagdlichen Erlebnisse. Nicht um die Trophäen geht es dem Autor dabei in erster Linie, sondern um Eindrücke, Beobachtungen
und Stimmungen, die er aus der verwehten
Gegenwart im Gedächtnis zu bewahren
versucht, um sie später wieder aus den Tiefen der Erinnerung heben zu können.
Sauen
Grobe Keiler, raue Bachen
Markus Zeiler/Hubert Zeiler, ISBN:
978-3-85208-124-3,
€ 49,00, Bestellmöglichkeit: Österreichischer Jagdund Fischerei-Verlag, 1080 Wien,
Wickenburggasse
3, Tel.: 01/4051 63639, Fax: 01/4051
636-59,
E-Mail:
verlag@jagd.at, Internet: www.jagd.at
Das Wildschwein war immer etwas Besonderes: ursprünglich, wehrhaft, Respekt
einflößend. Es ist auch heute noch ein Tier,
bei dem sich einem die Nackenhaare aufstellen, wenn man ihm gegenübersteht. Es
hat etwas Archaisches, und es ist etwas Archaisches. Das Wildschwein hat den Menschen schon im Altertum fasziniert. Es
stand für unberührte Natur und für Wehrhaftigkeit. Wer es als Jäger wagte, sich mit
dem wilden Eber einzulassen, der genoss
hohes Ansehen.
In den letzten Jahrzehnten ist das Wildschwein fast nur mehr als Schadwild ins
Blickfeld des Menschen gerückt: umbrochene Wiesen, geplünderte Äcker, marodierende Großstadt-Sauen. Dementsprechend
wurden und werden Sauen unerbittlich
verfolgt – mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln. Nur zu oft vergaß man dabei, was für spannende, hochentwickelte,
aber auch liebenswerte Tiere Wildschweine
sind.
Markus Zeiler ist diesem nächtlich lebenden Wildtier mit seiner Kamera sehr nahe gekommen. Er hat die Sauen über Jahre
begleitet und ihre Fährte immer und immer
wieder in stimmungsvoller Aulandschaft
aufgenommen. Sein Kameraauge hat die
Wildschweine in allen Lebenslagen eingefangen. Sein Kameraauge war zugleich
auch das Auge des Jägers.
Wie Markus Zeiler sich mit der Kamera
den Sauen nähert, so nähert sich Hubert
Zeiler, der Bruder, ihnen mit Worten: Er, der
Wildbiologe, hat die einzelnen Kapitel ausgearbeitet und geschrieben. Seine Texte
machen einem bewusst, wie viel einem neu
ist und wie spannend das Verhalten der
Sauen ist.
Über dem Wildschwein liegt seit alters
her ein Zauber. Dieser Zauber ist in unserer
Zeit zunehmend verlorengegangen. Das
Buch „Grobe Keiler, raue Bachen“ ver-
BÜCHER
Nr. 218/2014
sucht, den Sauen ein wenig von ihrem Zauber zurückzugeben. Mag sein, dass der eine
oder andere auf den folgenden Seiten ein
Stück des Weges zurückfindet und wieder
besser erkennt, wo wir Menschen im Gefüge der Natur eigentlich stehen …
Silvanas Wildrezepte
Das Wildkochbuch aus der Nationalparkregion
Hohe Tauern
Silvana Saupper, ISBN: 978-3-85208-126-7, €
11,00, Bestellmöglichkeit: Österreichischer Jagdund Fischerei-Verlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel.: 01/4051 636-39, Fax: 01/4051 636-59,
E-Mail: verlag@jagd.at, Internet: www.jagd.at
Auf dem Bergbauernhof der Familie
Saupper im Nationalpark Hohe Tauern
wird seit jeher auf zwei Dinge größter Wert
gelegt: auf Gastfreundschaft und auf hausgemachte Qualitäts-Lebensmittel. Da auch
die Jagd auf dem Hof große Tradition hat,
spielte auch Wildbret aus dem familieneigenen Revier dabei stets eine große Rolle. So
fand Silvana Saupper, als sie auf den Hof
heiratete, eine Menge bewährter Wildrezepte vor. Mit ihrem Gespür für das gewisse Etwas verfeinerte sie diese ständig, erfand
neue – und fand damit riesigen Anklang.
Zur Legende geworden ist zum Beispiel ihre „Gelbe Gamssuppe“. Aber auch die anderen Rezepte zu Reh, Gams und Hirsch
werden sowohl ausgefuchste Küchenfexe
begeistern als auch jungen Hobbyköchen
das natürlichste Lebensmittel der Welt
schmackhaft machen: Wildbret – eines der
besten Dinge, die unsere Natur zu bieten
hat!
Fazit: In „Silvanas Wildrezepten“ werden kurz und leicht verständlich jahrzehntelang erprobte und beliebte Wildrezepte
von Silvana Saupper vorgestellt. Ein kleines, feines Kochbuch der Sonderklasse!
Himbeerbock und
Bergschuh-Rührei
Der neue „Meyden“ verbreitet mit seiner Erzählkunst auf höchstem Niveau wieder Jagdfieber, das extrem ansteckend ist.
Auch für Nicht-Jäger. Schon der Titel
„Himbeerbock und Bergschuh-Rührei“
verrät, dass Gerd H. Meyden, der derzeit
wohl gefragteste Autor von Jagdbüchern, in
seinem neuen Buch wieder eine bewährte
und beliebte Mischung aus Jagderzählungen kredenzt, die ganz einfach süchtig
macht. Wie kaum ein anderer vereint Meyden stilistische Meisterschaft mit der Gabe,
(fast) alltägliche Erlebnisse auf der Jagd so
in Worte zu kleiden, dass sich nicht nur Jäger Zeile für Zeile wiederfinden, sondern
auch Nicht-Jäger plötzlich verstehen, warum das Weidwerk so große Anziehungskraft auszuüben in der Lage ist. Denn der
Abschuss selbst steht bei Meyden nicht im
Vordergrund, ihm geht es um die Stimmung, die er von seinen Pirschgängen mit
nach Hause bringt und an Menschen wie du
und ich vermitteln möchte. Die neuen Erzählungen tragen Überschriften wie „Sohle
mio“, „Bergschuh mit Rührei“, „Vom
Schlitzohr zum Schlappohr“, „Knalleffekt“, „Der Himbeerbock“ oder „Jäger, was
tust du?“ – man kann davon ausgehen, dass
Meyden in gewohnter Manier Gewöhnliches ungewöhnlich schildert, eine gehörige
Portion Spaß mitansitzen lässt, Jägerlatein
ausdeutscht und an Jagdfieber „erkrankt“,
das schlicht und einfach extrem ansteckend
ist. Heilung bietet dieses Buch.
Der Autor: Gerd H. Meyden ist seit mehreren Jahrzehnten passionierter Jäger, Revierbetreuer und begeisterter Hundeführer.
Sein erstes im Leopold Stocker Verlag erschienenes Buch „All das ist Jagd“ erlebt
bereits die 5. Auflage. Gerd H. Meyden
schreibt auch immer wieder Artikel für diverse Jagdzeitschriften.
Naturparke in Österreich
Herfried Marek/Ewald Neffe, ISBN: 978-3-70201396-7,
€ 39,90,
Bestellmöglichkeit:
Leopold Stokker Verlag,
8011 Graz, Hofgasse 5, Tel.:
0316/8216 36,
Fax: 0316/8356-12, E-Mail: stocker-verlag@
stocker-verlag.com, Internet: www.stocker-verlag.com
Zwei der besten österreichischen Natur-
Jagderzählungen
Gerd H. Meyden,
ISBN: 978-3-70201486-5, € 19,90,
Bestellmöglichkeit: Leopold Stocker Verlag, 8011
Graz, Hofgasse 5,
Tel.: 0316/8216 36,
Fax: 0316/8356-12,
E-Mail: stocker-verlag@stocker-verlag.com, Internet:
www.stocker-verlag.com
Kärntner Jäger
fotografen geben mit über 300 faszinierenden Bildern Einblick in die schönsten Natur- und Kulturlandschaften Österreichs
mit ihren Besonderheiten von Tier- und
Pflanzenwelt. Auch alle für Besucher wichtigen Informationen über Themenwege und
Erlebnisführungen, Tiergehege, Spezialmuseen und Abenteuerspielplätze bis hin zu
Lama-Wanderungen und Kräuterführungen findet der Leser.
Vor 50 Jahren wurde der erste österreichische Naturpark gegründet – heute sind
es 48 vom Ötztal bis zum Neusiedler See
und vom Heidenreichsteiner Moor bis zum
Dobratsch.
Die „Naturparke in Österreich“ repräsentieren eine Vielfalt charakteristischer
Landschaften, die sich durch ihre Unberührtheit, ihre natürlichen und kulturellen
Höhepunkte sowie ein breites Angebot an
Möglichkeiten des Naturerlebens und Naturbegreifens auszeichnen. Sie alle kann
man nun in einem großformatigen Bildband
kennen lernen.
Betreutes Jagen
Haralds
Klavinius,
ISBN: 978-3-85208113-7, € 39,00,
Bestellmöglichkeit:
Österreichischer Jagdund Fischerei-Verlag,
1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel.:
01/4051 636-39, Fax:
01/4051 636-59, EMail: verlag@jagd.at,
Internet: www.jagd.at
Nicht nur unsere Gesellschaft wird immer älter, sondern auch die Jäger, und auch
Haralds Klavinius – auch wenn man das
seinen Karikaturen nicht ansieht. Im
Gegenteil: Sie werden immer schärfer. In
diesem Buch wendet sich Haralds Klavinius
jenen Jägern zu, die nah an ihrem Lebensabend stehen und bläst ihnen mit dem Buch
„Betreutes Jagen“ ein Letztes Halali. Speziell ausgestattete Rollatoren, besonders
saugfähige Seniorenwindeln für den langen
Nachtansitz, in Gehhilfen eingebaute
Schießstöcke und viele andere seniorengerechte Jagdutensilien sind in diesem Buch
zu sehen.
Dieser Karikaturenband ist wirklich der
und das Letzte – und ein garantiertes Muss
für alle, die das Lachen noch nicht verlernt
haben. Und natürlich auch für alle, die sich
wieder einmal so richtig empören wollen.
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Kärntner Jäger
Nr. 218/2014
J A G D L I C H E S W I S S E N / W O R TA N Z E I G E N / TOT E N TA F E L
Prüfen Sie Ihr jagdliches Wissen!
Die Antworten zu Seite 19
1. Die kärntenweiten Entnahmezahlen von Gamswild stiegen – wie
auch bei Reh- und Rotwild – bis
Mitte der 70er Jahre stark an,
schwanken seitdem allerdings auf
einem Niveau zwischen 2.500 und
3.500 Stück pro Jahr.
2. Die wichtigsten Gamskrankheiten sind: Gamsblindheit, Gamsräude, Lippengrind, Papillomatose.
Häufig treten auch Lungen- und
Bandwurmbefall auf. Natürlich
kann Gamswild auch von diversen
weiteren Krankheiten heimgesucht
werden. Nähere Information dazu
findet sich im Artikel auf Seite 11.
3. Die Gamsräude wurde in
Kärnten erstmals im Jahr 1870 im
Maltatal registriert.
4. Räude beginnt mit vermehrter
Schuppenbildung am Haupt und
Träger sowie an der Bauchdecke
und den Beugeflächen der Läufe.
Sie befällt später in schweren Fällen den ganzen Körper und verläuft
mit hochgradigem Juckreiz. In der
Folge entstehen starke Hautverdickungen mit schwarzbraunen
Krusten und Schuppenbildung,
Haarausfall und eitrige Hautentzündungen durch bakterielle Sekundärinfektionen sowie Scheuerstellen
und
Hautverletzungen
durch Kratzen.
5. Überschätzung des Gamsbestandes und der Zuwachsrate bei
der Abschussplanung, Übernutzung der jungen und mittelalten
Stücke, zwischenartliche Konkurrenz, Krankheiten und generelle
Lebensraumeinschränkungen sind
mögliche Ursachen von Bestandesrückgängen beim Gamswild.
6. Man kann unterscheiden zwischen
Gamslebensräumen
im
Hochgebirge (Gratgams), Gamslebensräumen
in
Waldgebieten
(Waldgams) und Lebensräumen, die
sich im Übergangsbereich befinden
und durch eine enge Verzahnung
von Einstands-, Äsungs- und Felsgebieten auszeichnen.
7. Die effektiven Zuwachsraten
des Gamswildes liegen je nach Lebensraumtyp im Normalfall zwischen 10 und 20% des Gesamtbestandes.
Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kärntner Jägerschaft, Mageregger Straße 175,
9020 Klagenfurt am Wörthersee, Tel.: 0463/5114 69-26, Fax: 0463/5114 69-20. Redaktion ebendort. Mitteilungs- und Informationsorgan im Sinne der satzungsmäßigen Aufgaben der Kärntner Jägerschaft. Alleininhaber: Kärntner Jägerschaft. Redaktionsteam: Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger (Gesamtverantwortlich für den redaktionellen Inhalt), Mag. Gerald Muralt.
Red.-Mitarbeiterin: Angelika Schönhart, 0463/5114 69-17, redaktion@kaerntner-jaegerschaft.at
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0463/5980 20. Druck: Stiepan Druck, Hirtenbergerstraße 31, 2544 Leobersdorf. Erscheinungsweise: sechsmal jährlich (Februar, April, Juni, August, Oktober, Dezember) Für Mitglieder kostenlos. Titelfoto: Bernhard Schatz. Redaktionsschluss ist jeweils am 7. Jänner, 1. März, 1. Mai,
1. Juli, 1. September und 1. November
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Redaktionsschluss
FÜR DIE NÄCHSTE AUSGABE
IST DER 7. JÄNNER 2015.
ANZEIGENSCHLUSS:
15. JÄNNER 2015
Wir gedenken unserer Weidkameraden
Bezirk Hermagor
Ing. Ofö. Ebner Herbert,
Birnbaum
Zwick Anton, St. Stefan
Bezirk Klagenfurt
Poganitsch Ernst, Ferlach
Bezirk St. Veit/Glan
Engl Lambert, Metnitz
Treppo Franz Wilhelm, Zweinitz
Bezirk Spittal/Drau
Egarter Josef, Malta
Dr. Klier Gernot, Deutschland
Peternell Josef, Döbriach
Ing. Rainer Willibald, Kolbnitz
Zirknitzer Alfred, Großkirchheim
Bezirk Villach
Gruber Hans, Afritz am See
Hoffer Franz, Velden
DI Kofler Franz, Ferndorf
Bezirk Wolfsberg
Dr. Kunter Christine, St. Paul
Rossmann Gerald, Wolfsberg
Bezirk Feldkirchen
Gössinger Reinhold, Liebenfels
Leopold sen. Alexander,
Feldkirchen
Natmessnig Rudolf, Himmelberg
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