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Januar 2015 - SWR

EinbettenHerunterladen
SWR2 Tandem
Programm Januar 2015
Montag bis Freitag von 10.05 Uhr bis 10.30 Uhr
und von 19.20 Uhr bis 20.00 Uhr
Kontakt:
Südwestrundfunk
SWR2 Tandem
76522 Baden-Baden
E-mail: Tandem@swr.de
Homepage: www.swr2.de/tandem
Wöchentlich aktuelle Informationen aus der Redaktion erhalten Sie über unseren Newsletter,
den Sie über unsere Homepage www.swr2.de/tandem kostenlos abonnieren können.
Sende-Mitschnitte können Sie bei SWR Media GmbH, 76522 Baden-Baden bestellen.
Liebe Hörerinnen und Hörer,
wie immer ist der Jahresanfang voll von Wünschen und guten Vorsätzen. Was tun
damit? Stecken Sie sie doch einfach in eine Flaschenpost und werfen Sie sie in den
nächsten Fluss. Vielleicht findet sie ja jemand.
„Message in a Bottle“ heißt unser Tandem Auftakt 2015 (Freitag, 2. Januar um
10.05 Uhr). Darin erzählt Joachim Römer von seiner ganz besonderen
Sammelleidenschaft. Weit mehr als tausend Flussnachrichten hat er in den letzten
Jahren gefunden.
SWR2 Tandem bleibt dabei. Wir erzählen Geschichten von Menschen bzw.
Menschen erzählen von ihren ganz persönlichen Lebenserfahrungen. Ob das nun
Daniela Reim ist, die als gebürtige Rumänin Landsleuten hilft, die hier als
Wanderarbeiter ihr Geld verdienen (Montag, 8. Januar um 10.05 Uhr) oder Marina
Kem, die sich auf die Spuren ihres kambodschanischen Vaters begibt ( Mittwoch,
14. Januar um 10.05 Uhr) oder deutsche Rentner, für die Ungarn zur zweiten Heimat
geworden ist (Montag, 12. Januar um 10.05 Uhr).
Und dabei sind wir keineswegs unpolitisch. Im Gegenteil. Eine Sendung, die mir in
diesem Zusammenhang ganz besonders am Herzen liegt, ist „Dutchbat III“ von
Rainer Schwochow (19. Januar um 19.20 Uhr). Drei ehemalige niederländische
Blauhelm-Soldaten erzählen von ihrem Einsatz in Srebrenica. 20 Jahre ist das
grausame Massaker, das dort geschah, nun her, und sie hatten es nicht verhindern
können. Die jungen Männer von damals tragen heute noch an den Schuldgefühlen,
dabei waren sie selbst Opfer einer sich selbst überschätzenden und inkompetenten
Politik. Wenn heute verstärkt über militärische Auslandseinsätze diskutiert wird, dann
sollte man diesen Männern zuhören, um aus ihren Erfahrungen lernen.
Vermutlich sähe die ganze Welt, im Großen wie im Kleinen, besser aus, wenn wir
einander zuhören könnten.
Fangen wir doch an damit, bei Tandem zum Beispiel.
Mit den besten Wünschen für 2015
Ihre Nadja Odeh
Freitag, 02. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Message in a Bottle
Der Flaschenpostsammler
Von Gerd Michalek
Warum kritzeln Menschen Botschaften auf einen Zettel, um sie per Flasche im Fluss
zu verschicken? Seit 1999 sucht Joachim Römer eine Antwort auf diese Frage.
Damals fand der Kölner Graphiker und Künstler am Rhein seine erste Flaschenpost.
Und es folgten viele weitere: Neujahrsgrüße, die Spaßbotschaft von Kindern, die von
einer Insel gerettet werden wollen; die Meldung von Medizinstudenten, die gerade
das Examen bestanden haben oder etwa Pamphlete religiöser Eiferer. Inzwischen
besitzt Joachim Römer mindestens 1000 solcher „Flussnachrichten“, die ihm
manchmal auch persönliche Kontakte beschert haben.
(SWR 2014 / Red.: Nadja Odeh)
Freitag, 02. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Bewegende Kreativität - Annie Lennox wird 60
Von Christiane Rebmann
In den 80er Jahren beeinflusste sie mit den Eurythmics nachhaltig die Musikszene.
Niemand ließ so schön warme Stimme auf kühle Synthiesounds treffen. Nach dem
Split des Duos machte die eigenwillige Schottin erfolgreich allein weiter. Mit ihrer
androgynen Ausstrahlung ist Lennox, die sich seit langem für den Kampf gegen HIV
einsetzt, nicht nur eine Ikone der Homosexuellen. „Sie ist kreativ, sexy, intelligent und
hat eine bewundernswerte Energie“, schwärmt auch ihr 25 Jahre jüngerer Kollege,
der britische Jazzstar Jamie Cullum.
(SWR 2014, Redaktion Bettina Stender)
Montag, 05. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Die Eltern kamen zweimal im Jahr
Arbeitsmigration und die psychischen Folgen für die Kinder
Von Marie Wildermann
Hakan, 1978 in Berlin geboren, wird noch im Säuglingsalter zu einer Tante in die
Türkei gegeben, zwei Geschwister leben schon dort. Die Eltern fahren zurück nach
Deutschland. Zum Geldverdienen. Damit die Kinder es mal besser haben. Sie wollen
nur zwei, drei Jahre bleiben, doch es werden zwanzig. Hakan und seine Geschwister
leben zwischen Deutschland und der Türkei. Immer auf Abruf. Schätzungen zufolge
leben mehr als 700.000 sogenannter Kofferkinder in Deutschland und der Türkei. Als
Erwachsene beginnen sie, sich mit den Folgen fehlender Bindung und Elternliebe
auseinanderzusetzen.
(SWR 2014 / Red.: Nadja Odeh)
Montag, 05. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Auf, auf zum Vagabundenkongress
Beobachtungen in einem Freiraum
Von Julia Tieke
Regie: Julia Tieke
1929 fand in Stuttgart der erste und einzige Vagabundenkongress in Deutschland
statt. Gregor Gog versammelte vor 85 Jahren die „Lumpen-Kaste der IndustrieModerne“ und Künstler/innen unter der Losung „Generalstreik ein Leben lang“. Die
Regisseurin und PerformerinTanja Krone reaktivierte die Ideen Gogs und übertrug
sie ins Stuttgart von heute. Kunstaktivist/innen aus elf Ländern fanden sich im Juni
2014 in der Stadt zusammen und schufen einen kreativen Freiraum mit politischer
Ambition. Julia Tieke war dabei.
(SWR 2014 / Red.: Katrin Zipse)
Dienstag, 06. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Feiertagsprogramm
Dienstag, 06. Januar 2015 um 19.20 Uhr
The Last Supper
Monolog von Claudia Gabler
Regie: Judith Lorentz
Ein Museumswärter steht unter einem Gemälde von Andy Warhol und kämpft mit
seinen Gedanken. Wird das wahr, was man ausspricht? Und wie weit hat man sich
selbst eigentlich unter Kontrolle? Würde nicht eine einzige blitzschnelle Handlung
genügen und das Bild von Warhol wäre für immer zerstört? So wie ein einziger
Rechenfehler genügt hat, um einen ganzen Lebensentwurf zu vernichten. Aber was
bleibt denn, wenn man sich nicht einmal mehr an Zahlen festhalten kann?
(SWR 2012 / Red.: Katrin Zipse)
Mittwoch, 07. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Zu lange gehofft
Eine Kubanerin plant ihre Zukunft
Von Wiebke Keuneke
Es ist nicht einfach mit Celia einen Ort zu finden, an dem sie sich sicher sein kann,
dass keiner zuhört. Wenn die junge Kubanerin über ihre Herkunft und ihr Leben
spricht, bekommen die Wände Ohren. Das nervt sie. Dennoch liebt Celia ihre Heimat
Kuba. Viele ihrer Freunde arbeiten und studieren bereits im Ausland. Auch Celia hat
begonnen, Sprachen zu lernen. Englisch, Französisch und Deutsch. "Erfolgreich"
und "Gleichgewicht" sind ihre Lieblingsworte. Doch wie viele Enttäuschungen braucht
es, bis die Vision von der Freiheit über ihre Heimatliebe siegt?
(Übernahme RBB / Red.: Petra Mallwitz)
Mittwoch, 07. Januar 2015 um 19:20 Uhr
Rakete (Aufzeichnung)
Junge Leute im Gespräch
Moderation: Sophie Wenkel
Redaktion: Ralf Kröner
Donnerstag, 08. Januar 2015 um 10:05 Uhr
Beraterin für mobile Beschäftigte
Daniela Reim kämpft gegen unwürdige Zustände
Von Godehard Weyerer
Daniela Reim arbeitet seit einem Jahr in der Oldenburger Beratungsstelle für mobile
Beschäftigte. Im ehemaligen Großherzogtum Oldenburg im Westen Niedersachsens
konzentriert sich die deutsche Fleischindustrie mit vielen großen Mast- und
Schlachtbetrieben. Die gebürtige Rumänin fährt durchs Land und versucht,
Werkvertrags- und Wanderarbeitern aus Bulgarien und Rumänien zu helfen. Dabei
erlebt Daniela Reim täglich, dass viele von ihnen unter unwürdigen Bedingungen
leben und arbeiten müssen. Aber das führt nicht dazu, dass sie aufgibt. Im Gegenteil,
sie nutzt ihre Erfahrungen, um zu helfen und etwas zu verändern.
(Autor für SWR 2014 / Red.: Ralf Kröner)
Donnerstag, 08. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Hörer live
Moderation: Lennart Seebald
Redaktion: Ralf Kröner
Freitag, 09. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Von einem der auszog, das Schwimmen zu lernen
Selbstversuch eines Erwachsenen
Von Hans Rubinich
Wie du kannst nicht schwimmen? Das ist eine Frage, die Autor Hans Rubinich in
seinem Leben oft gehört hat. Er war lange Nichtschwimmer. An zwölf Abenden mit
zwölf weiteren noch Nichtschwimmern wagt er sich in die Tiefe, angeleitet von seinen
beiden Schwimmlehrern Victor, ein russischer Bär, und Atilia, ein ehemaliger
Bundeswehr-Soldat. Am Ende des Kurses hält sich der Autor über Wasser und ist
auch ein wenig mutiger und selbstbewusster geworden.
(Der Autor für SWR 2014 / Red.: Rudolf Linßen)
Freitag, 09. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Musik
Unerhörtes aus Pop, Jazz und Weltmusik
Moderation: Bernd Lechler
Montag, 12. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Alles für die Hälfte
Deutsche Rentner in Ungarn
von Natasa Konopitzky
Ungarn ist bei den Deutschen als günstiges Urlaubsland beliebt. Für einige deutsche
Rentner ist Ungarn aber mehr: Es ist ihre zweite Heimat geworden, sie haben sich
ein Haus gekauft, verbringen den Sommer dort oder sind ganz ausgewandert. Das
Klima in Ungarn ist mild und selbst mit einer bescheidenen deutschen Pension lässt
es sich gut leben. Auch für jene alten Menschen, die zu Pflegefällen geworden sind,
gibt es immer mehr Angebote in Ungarn: Denn die Betreuung kostet nur halb so viel
wie in Deutschland.
(SWR 2014 / Red.: Karin Hutzler)
Montag, 12. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Zusammenbruch, Ausbruch
Der Weg eines Zauberers
Von Carina Pesch
Er nennt sich "ZaPPaloTT", und er ist Zauberer. Er tritt vor Erwachsenen
gleichermaßen wie vor Kindern auf und war im Jahr 2014 sogar für die Deutschen
Meisterschaften der Zauberkunst qualifiziert. Doch der Weg dorthin führte durch
Depression, Manie, Psychatrien, tiefe Krisen. Der Künstler musste erst festgefahrene
innere Systeme überwinden, so sieht er es heute. Mit seiner Zauberkunstmöchte er
vor allem eins: Menschen bewegen und ihnen Mut machen, ihren eigenen Weg zu
gehen. Carina Pesch lässt ZaPPaloTT seine Geschichte erzählen und inszeniert
Zusammenbruch und Neuanfang als inneren Kampf mit einer Systemstimme im
Kopf.
(Autorin für SWR 2014 / Red.: Fabian Elsässer)
Dienstag, 13. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Das Universum ist eine komische Sache
Hörspiel von Regina Dürig und Christian Müller
Millie wartet auf den Bus, der sie in die Stadt bringt. Millie wartet darauf, dass endlich
etwas passiert. Millie wartet und die anderen leben weiter wie immer. Dave renoviert
die Tankstelle, Karen kellnert und Jonathan kauft einen Rasenmäher. Er denkt:
Manche Sterne fliegen mit einer Geschwindigkeit von ein paar hundert Kilometern in
der Sekunde vom Zentrum der Milchstraße weg und das schon seit Ewigkeiten. Das
ist doch irgendwie beruhigend. April betrachtet ihre Stickerei, die insgesamt etwas
erbärmlich ist und aus der niemals ein Kissenbezug oder ein Deckchen werden wird
und erklärt: Wenn ich aufstehen könnte, würde ich an die Bushaltestelle gehen und
ich würde der kleinen Patterson sagen, dass das Weggehen der leichte Teil ist. Dass
sie nicht die geringste Vorstellung davon hat, was es heißt, zurückzukommen.
(Autoren für SWR 2014 / Red.: Katrin Zipse) (Produktion: Butterland 2014)
Mittwoch, 14. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Nah und trotzdem fremd
Eine Tochter und das Schweigen ihres kambodschanischen Vaters
Von Marina Kem
Als junger Mann kam Ottara Kem aus Kambodscha in die damalige DDR, studierte
dort und bekam drei Kinder. Marina, geboren 1975, ist die älteste. Über seine Familie
in Kambodscha sprach er zuhause so gut wie nie. Bevor er an Lungenkrebs starb,
wünschte er sich, in seiner alten Heimat begraben zu werden. Marina reist mit seiner
Asche und ihren Schwestern nach Kambodscha und begibt sich auf die bewegende
Suche nach der Geschichte ihres Vaters und ihren eigenen Wurzeln.
(SWR 2014 / Red.: Petra Mallwitz)
Mittwoch, 14. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Rakete (Aufzeichnung)
Junge Leute im Gespräch
Moderation: Rebecca Rodrian
Redaktion: Fabian Elsäßer
Donnerstag, 15. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Tante Kirsten und Onkel Björn
Die eigentümliche Bedeutung von Patenbeziehungen
Von Wibke Starck
Was habe ich mir damals für Gedanken gemacht, wer die richtigen Paten für mein
Kind sein können - erinnert sich Wibke Starck. Heute pflegt sie den Kontakt zu
"Tante" Kirsten ganz bewusst, bastelt in gewisser Weise ‚künstlich’ an einer
Beziehung, die sonst vielleicht nie entstanden wäre. Mit offenem Ausgang. Zugleich
plagt sie selbst immer wieder ein schlechtes Gewissen, weil sie den Kontakt zu ihrem
Patenkind vor Jahren hat einschlafen lassen. Wie geht es eigentlich anderen mit
ihren Patenschaften, wollte sie wissen und hat viele emotionale Geschichten erzählt
bekommen. Und das, obwohl keine rechtliche Verpflichtung aus diesem Amt entsteht
und obwohl kirchliche Rituale zur Bedeutungslosigkeit verkommen zu sein scheinen.
(NDR 2014 / Red.: Petra Mallwitz)
Donnerstag, 15. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Hörer live
Moderation: Fabian Elsäßer
Redaktion: Petra Mallwitz
Freitag, 16. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Anwalt der Opfer
Der Jurist Henry Ormond und sein Sohn
Von Hans Rubinich
Im Februar 1965 ist der Nebenkläger Henry Ormond empört: Das Gericht verurteilt
den Stellvertreter von Adolf Eichmann und seinen Rechtsberater zu sehr milden
Strafen: Fünf Jahre Zuchthaus und Freispruch. Der Jurist Henry Ormond wird nicht
aufgeben, vier Jahre lang fahndet er nach neuen Beweisen und weiteren Zeugen.
Und tatsächlich: Das Verfahren wird neu aufgerollt. Nun kommt es zu Höchststrafen.
Sein Sohn Thomas wird davon berichten, wie er seinen Vater erlebte und welches
Verhältnis die beiden miteinander hatten. Zu hören sind auch Henry Ormonds
Kollegen Christian Raabe und Gerhard Wiese, einst Staatsanwalt im AuschwitzProzess.
(Autor für SWR 2015 / Red.: Rudolf Linßen)
Freitag, 16. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Musik
Unerhörtes aus Pop, Jazz und Weltmusik
Moderation: Fabian Elsäßer
Montag, 19. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Gott sei Dank
Das zweite Leben der Frisörin Franziska Dinter
Von Ellen Häring
In Deutschland sorgen still und leise Hunderttausende von Ehrenamtlichen dafür,
dass arme Menschen ein Leben in Würde führen können. Eine davon ist Franziska
Dinter. Die Frisörmeisterin bietet in Berlin und Brandenburg ihre Dienste denjenigen
an, die sich keinen Frisör leisten können - es sind Obdachlose und Bedürftige. Dabei
lebt Franziska Dinter selbst von einer winzigen Rente in bescheidenen Verhältnissen.
Seit sie - wie durch ein Wunder - einen Verkehrsunfall überlebt hat, ist sie schwer
beschädigt und erwerbsunfähig und meint es wörtlich, wenn sie ihr heutiges Leben
mit "Gott sei Dank" kommentiert.
(DLR 2014 / Red.: Nadja Odeh)
Montag, 19. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Dutchbat III
Holländische Blauhelmsoldaten 20 Jahre nach ihrer Rückkehr aus Srebrenica
Von Rainer Schwochow
Im Januar 1995 trifft das holländische Blauhelmbataillon Dutchbat III in der
Schutzzone von Srebrenica ein. Ein ganz normaler Einsatz von sechs Monaten,
denken die Soldaten. Doch die Zeit in Bosnien wird das Leben der meisten von ihnen
verändern. Im Juli 2014 stellt ein niederländisches Gericht die Mitschuld der
holländischen Blauhelme am Tod von 300 bosnischen Männern fest. Auch ohne
dieses Urteil werden die ehemaligen Blauhelmsoldaten die Frage nach ihrer
Verantwortung nicht mehr los.
(Autor für SWR 2015 / Red.: Nadja Odeh)
Dienstag, 20. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Dutchbat III
Holländische Blauhelmsoldaten 20 Jahre nach ihrer Rückkehr aus Srebrenica
Von Rainer Schwochow
Wiederholung vom Montag, 19.20 Uhr
Dienstag, 20. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Klappstuhllesung
Marakuda Below
Von Martina Momo Kunz
Regie: Ulrich Lampen
„Mir war langweilig. Um mich herum war alles abgegrast. Ich hatte jede Regung, die
in der Luft lag, gierig aufgesogen und desinteressiert wieder ausgeatmet. Die
Menschen, die ich ansprechen und ein bisschen festhalten konnte, habe ich
ausgequetscht. Habe ihnen Fragen gestellt und viel genickt. Ich habe geduldige
Gedanken geübt, habe sie vor dem Frühstück trainiert und bei all dem nichts Neues
erfahren.“ Eine junge Frau beschließt, aus ihrem langweiligen Leben auszubrechen
und in die Mongolei zu reisen. „Ich flüchtete vor der Leere, indem ich in ein Bild für
die Leere flüchtete“, konstatiert sie nüchtern, nur um am Ziel ihrer Reise zu dem nicht
weniger ernüchternden Schluss zu kommen: „Die Mongolei und ich waren
Schwestern im Geiste. Brachland mit Potential.“
(SWR 2015 / Red.: Katrin Zipse)
Mittwoch, 21. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Chronik eines Absturzes
Eine Geburtshelferin vor Gericht
Von Eva Schindele
Die Geburt dauerte 17 Stunden und das Baby starb dabei. Das Schwurgericht
Dortmund verurteilte im Oktober 2014 die Hebamme, die die außerklinische Geburt
begleitet hat, zu fast sieben Jahren Haft, lebenslangem Berufsverbot und hohen
Schadensersatzzahlungen an die Eltern. Der Richter sah es als erwiesen an, dass
sie den Tod des Neugeborenen bewusst in Kauf nahm, um ihr berufliches
Renommee nicht zu beschädigen. Die Geburtshelferin und Ärztin hatte in ihrer 35
jährigen Berufslaufbahn etwa 2000 Geburten begleitet. Bis zum Schluss versuchte
sie ihre Unschuld zu beweisen. Persönlich und finanziell steht sie vor einem
Scherbenhaufen. Ihre Verteidiger haben inzwischen Revision gegen das Urteil
eingelegt.
(Autorin für SWR 2015 / Red.: Petra Mallwitz)
Mittwoch, 21. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Rakete (Aufzeichnung)
Junge Leute im Gespräch
Moderation: Roland Wagner
Redaktion: Ralf Kröner
Donnerstag, 22. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Flüchtlingsheim Cosmopolis
Asylbewerber leben im Grandhotel neben Touristen
Von Michael Fischer
Flüchtlinge werden hierzulande in der Regel in Heimen untergebracht und dürfen
nicht arbeiten. Geliebt sind sie nicht. In Augsburg wollte eine Gruppe von Künstlern
das ändern und eröffnete das „Grandhotel Cosmopolis“, wo Menschen auf der
Flucht genauso unterkommen wie Touristen. Die Künstler haben in Eigenregie ein
ehemaliges Altersheim zu einem Hotel umgebaut, wo nicht nur Tagesgäste, sondern
auch Asylbewerber willkommen geheißen werden. Reporter Michael Fischer
übernachtete im Cosmopolis.
(SWR 2015 / Red.: Rudolf Linßen)
Donnerstag, 22. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Hörer live
Moderation: Roland Wagner
Redaktion: Rudolf Linßen
Freitag, 23. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Notkoffer griffbereit
Timon und die Kinderherzsportgruppe
Von Gudrun Holtz
Kinder und Jugendliche mit angeborenen Herzfehlern sind oftmals langsamer in ihren
körperlichen Bewegungen und im Leistungsvermögen als ihre gesunden Freunde.
Ein geschwächtes Immunsystem durch mangelnde Bewegung und ein nicht normal
funktionierendes Herz fördert Erkältungen, Lungenentzündungen und Fieber. Aber
die Jungen haben die Möglichkeit, sich dagegen zu wappnen. Jeden Mittwochabend
findet die Kinderherzsportgruppe statt, die von einem speziell ausgebildeten
Sportlehrer und einer Kinderkardiologin geleitet wird. Timon liebt den Sport in der
Kinderherzsportgruppe. Für alle Fälle ist ein Defibrillator griffbereit. Gudrun Holtz war
dabei.
(SWR 2014 / Red.: Rudolf Linßen)
Freitag, 23. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Musik
Unerhörtes aus Pop, Jazz und Weltmusik
Moderation: Roland Wagner
Montag, 26. Januar 2014 um 10.05 Uhr
Die Geschichtsstunde
Thomas Geve erzählt 15-jährigen Schülern von seiner Kindheit im KZ
Von Barbara Geschwinde
Wenn Geschichtslehrer ankündigen: „Im nächsten Halbjahr ist unser Thema
Nationalsozialismus“, dann maulen Schüler gern und zeigen sich entnervt. Umso
erstaunlicher scheint es da, dass der Besuch des Zeitzeugen Thomas Geve in
deutschen Schulen viele Jugendliche, gleich welcher Herkunft, geradezu begeistert.
Es sind Authentizität und Nahbarkeit des KZ-Überlebenden, die die Schüler öffnen
und ihnen einen Zugang zu der schwierigen Vergangenheit ermöglichen, ganz ohne
Betroffenheitsdruck. Autorin Barbara Geschwinde hat Thomas Geve bei einem
solchen Schulbesuch begleitet.
(SWR 2015 / Red.: Nadja Odeh)
Montag, 26. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Der Vergangenheit ein Gesicht geben
Eine Schule und ihre Geschichte
Von Annika Erichsen
Regie: die Autorin
Jedes Jahr am 29. September gedenken die Schüler des Berliner Walter-RathenauGymnasiums am Geburtstag ihres Namensgebers der Opfer des Antisemitismus. Die
Schüler setzen sich mit dem Attentat auf Rathenau auseinander, aber ebenso mit
den Lebensgeschichten ehemaliger jüdischer Schüler. Zum Beispiel der von Werner
Barasch: Er ging auf die Rathenau-Schule, bis er 1938 vor den Nationalsozialisten
flüchtete und diese Flucht in einem Tagebuch festhielt. Auch große Namen des
deutschen Widerstandes gehören zu den Ehemaligen: Dietrich Bonhoeffer, Hans von
Dohnanyi und Justus Delbrück. Wie gehen die Schüler heute mit dem Gewicht der
Vergangenheit um?
(SWR 2015 / Red.: Karin Hutzler)
Dienstag, 27.01.2015 um 10.05 Uhr
Der Vergangenheit ein Gesicht geben
Eine Schule und ihre Geschichte
Von Annika Erichsen
Wiederholung vom Montag, 19.20 Uhr
Dienstag, 27.01.2015 um 19.20 Uhr
Schifoan
Hörspiel von Jan Decker
Nichts ist mehr so wie es mal war in Sankt Ganghart im schönen Tirol. Der
Klimawandel hat den Schnee vertrieben und die Engländer die Russen. Jetzt wird mit
schwedischen Schneekanonen beschneit und die Engländer randalieren besoffen
auf der Piste und fahren den Sohn vom Bürgermeister zusammen. Dabei ist der der
einzige, der schwedische Bedienungsanleitungen lesen kann. Aber das hilft ihm gar
nichts, weil er nämlich verletzt durch den Tiefschnee robbt, während es langsam und
unerbittlich dunkel wird.
(SWR 2015 / Red.: Katrin Zipse)
Mittwoch, 28.01.2015 um 10.05 Uhr
Relevant
Tandem Relevant heißt: Einmal im Monat halten wir uns einen Sendetermin offen,
um auf aktuelle Ereignisse zu reagieren und akute Entwicklungen widerzuspiegeln.
Wir berichten über Fragen, die gerade in der Diskussion sind, und rücken Themen in
den Mittelpunkt, von denen wir glauben, dass sie kurzfristig Beachtung finden sollen.
(SWR 2015 / Red.: Ralf Kröner)
Mittwoch, 28.01.2015 um 19.20 Uhr
Rakete (Live)
Junge Leute im Gespräch
Moderation: Bernd Lechler
Redaktion: Fabian Elsäßer
Donnerstag, 29.01.2015 um 10.05 Uhr
Abenteuer als Schulfach
Drei Wochen ohne Lehrer, Eltern und Handy
Von Tina Hüttl und Carolin Pirich
Hirnforscher halten Kinder und Jugendliche größtenteils für unterfordert. Im
Gegensatz zu noch vor 20 Jahren ist ihr Aktionsradius extrem geschrumpft.
Das will eine Schule in Berlin ändern: Sie gibt ihren 13- bis 16-Jährigen drei Wochen
Zeit, ihre Grenzen auszutesten. Das Projekt nennt sich "Die Herausforderung": 150
Euro zum Überleben, keine Eltern,
keine Lehrer, komplette Freiheit und ein selbst gesuchtes Ziel. Tina Hüttl und Carolin
Pirich begleiten sieben Kinder auf ihrer Kanutour auf der Havel. Zur Sicherheit ist
eine Begleiterin dabei, die aber nur im Notfall tätig wird. Ansonsten muss sie
staunend zusehen.
(DLR 2014 / Red.: Nadja Odeh)
Donnerstag, 29.01.2015 um 19.20 Uhr
Hörer live
Moderation: Bernd Lechler
Redaktion: Nadja Odeh
Freitag, 30. Januar 2015 um 10.05 Uhr
Nähen in Myanmar?
Auf Markterkundungsreise in Südostasien
Von Karmen Frankl und Andreas Maus
Noch ist Bangladesh die Nähstube der Welt. Das Land kämpft mit seinem schlechten
Image nach der Rana-Plaza Katastrophe im April 2013, bei der 1.239 Menschen
starben. Und schon fragt sich die westliche Textil-Branche, in welchem Land kann sie
ihren unermüdlichen Hunger nach billigen Arbeitskräften stillen? Reporter Karmen
Frankl und Andreas Maus sind unterwegs von Dhaka nach Myanmar und begleiten
eine sogenannte Markterkundungsreise deutscher Unternehmer, die überprüfen
wollen, unter welchen Bedingungen sich in Myanmar produzieren lässt. Frankl und
Maus beobachten die Manager bei Fabrikbesichtigungen.
(Autorin für SWR 2014 / Red.: Rudolf Linßen)
Freitag, 30. Januar 2015 um 19.20 Uhr
Musik
Unerhörtes aus Pop, Jazz und Weltmusik
Moderation: Bernd Lechler
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Seele and Geist
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