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Kuba und die USA überwinden ihren historischen Konflikt

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Die unabhängige Schweizer Tageszeitung
Donnerstag
18. Dezember 2014
122. Jahrgang Nr. 294
Fr. 3.50, Ausland: € 3.00 / AZ 8021 Zürich
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D’Angelo singt sich
den Ärger von der
tiefschwarzen Seele.
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Helmut Piel frisierte
gleichentags Frisch
und Dürrenmatt.
Graffiti-Bouquet
Das Café Derby
kämpft mit Blumen
gegen Sprayereien.
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tagesanzeiger.ch
Kuba und die USA überwinden
ihren historischen Konflikt
Nach Vermittlung von Papst Franziskus nehmen die lange verfeindeten Länder diplomatische Beziehungen auf.
Sandro Benini
Mexiko-Stadt
«Die Vereinigten Staaten ändern ab sofort ihre Beziehungen zum kubanischen
Volk», verkündete gestern Barack Obama
in einer Ansprache, die man bereits als
historisch bezeichnen kann. Nach mehr
als fünfzigjähriger Feindschaft zwischen
der Supermacht und der sozialistischen
Karibikinsel sollen die diplomatischen
Beziehungen wiederhergestellt und die
1961 geschlossene US-Botschaft in Havanna wiedereröffnet werden. Zudem
soll das seit 1960 geltende US-Handelsembargo zumindest gelockert werden.
Am Dienstag hatten der US-Präsident
und sein kubanischer Amtskollege Raúl
Castro fast eine Stunde lang miteinander
telefoniert. Es war der erste offizielle
Kontakt zwischen einem amerikanischen
und einem kubanischen Staatschef seit
dem Triumph der Revolution im Jahre
1959. Eine wichtige Voraussetzung für die
Annäherung war, dass Kubas Regierung
eingewilligt hatte, den amerikanischen
IT-Spezialisten und Entwicklungshelfer
Alan Gross freizulassen. Gross war 2009
in Havanna festgenommen und später
wegen Spionage zu einer fünfzehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Im
Gegenzug liessen die USA drei kubanische Spione frei. Die Aussöhnung sei von
Papst Franziskus sowie der kanadischen
Regierung gefördert worden.
Widerstand der Republikaner
schen den beiden historischen Erzfeinden sei nach wie vor ungelöst: «Das
Handelsembargo, das unserem Land
grossen ökonomischen Schaden zufügt.
Es muss fallen.» Um die Handelsblockade
vollständig abzuschaffen, ist jedoch die
Zustimmung des republikanisch dominierten US-Kongresses notwendig. Be-
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redaktion@tages-anzeiger.ch
Leserbriefe www.tagesanzeiger.ch/leserforum
Online www.tagesanzeiger.ch, news@newsnet.ch
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Michael Garcia hat seinen Rücktritt als
Chefermittler der Fifa erklärt. Damit zog
der Amerikaner die Konsequenzen aus
dem umstrittenen Entscheid des Fussball-Weltverbands um mögliche Korruptionsfälle bei den WM-Vergaben an Russland und Katar. Am Dienstag hatte die
Fifa Garcias Einspruch gegen den Bericht
des Richters Hans-Joachim Eckert zu den
Vergaben der Weltmeisterschaften 2018
und 2022 zurückgewiesen. Der Deutsche
sah in Garcias Ermittlungsergebnissen
«keine gravierenden Verstösse», wogegen Garcia umgehend Einspruch einlegte. Der ehemalige US-Staatsanwalt beklagt in seiner Stellungnahme zum Rücktritt einen «Führungsmangel» innerhalb
der Fifa. Der Philosoph Gunter Gebauer
erklärt im TA-Interview, weshalb Ethikkommissionen wie diejenige der Fifa unbrauchbar seien. (SDA) – Kommentar und
Bericht Seite 40, Interview Seite 39
Der Rubel-Crash setzt
Putin unter Druck
In Militäruniform wandte sich gestern
auch Raúl Castro an die Öffentlichkeit;
seine Rede wurde von sämtlichen kubanischen Radio- und TV-Sendern übertragen. «Wir müssen die Kunst lernen, trotz
unserer Differenzen zivilisiert zusammenzuleben», sagte er, um gleichzeitig
zu betonen, das wichtigste Problem zwi-
Wetter
Leserbriefe
Todesanzeigen
Fernsehprogramme
Fifa-Chefermittler
Garcia tritt zurück
reits haben mehrere einflussreiche Organisationen in Miami lebender Exilkubaner sowie Exponenten der Republikaner
angekündigt, die Annäherung zwischen
den beiden Ländern verhindern zu wollen. Der Austausch von Gross gegen die
drei kubanischen Spione sei das Ergebnis
einer Erpressung. Floridas kubanisch-
Der Bundesrat will mehr Straftaten
mit Ordnungsbussen ahnden
Der Bundesrat will die Justiz entlasten,
indem künftig mehr Bagatelldelikte
ohne Strafverfahren nur mit Ordnungsbussen geahndet werden. Der Bundesrat
will unter anderem im Ausländergesetz,
im Asylgesetz, im Waffengesetz und im
Alkoholgesetz solche Delikte ohne Strafverfahren definieren. – Seite 4
Die Stadt Zürich budgetiert ein
Defizit von 130 Millionen Franken
Die Debatte ums Budget 2015 der Stadt
Zürich ist nach vier Tagen zu Ende: Der
Voranschlag weist ein Defizit von 129,7
Millionen Franken auf. Das Parlament
sparte damit nach 30-stündiger Beratung 30,3 Millionen Franken gegenüber
dem stadträtlichen Entwurf. Der Steuerfuss bleibt bei 119 Prozent. – Seite 14
Der Stadtrat geht gegen
Unterbelegung von Wohnungen vor
Der Zürcher Stadtrat will die Belegung
städtischer Wohnungen genauer kontrollieren. Alle zwei Jahre soll gemäss dem
Vorschlag an den Gemeinderat künftig
überprüft werden, ob die Mindestzahl an
Bewohnern der Liegenschaften unterschritten wird. Die Ratsrechte will zusätzlich die Einkommen prüfen. – Seite 11
Die Berater der Sika-Besitzerfamilie
geraten in die Kritik
Nach dem Verkauf der Kontrollmehrheit
der Familie Burkard an der BaustoffFirma Sika wird Kritik an deren Beratern
laut. Die Verantwortlichen der SchenkerWinkler-Holding, die das Familienvermögen verwaltet und den Sika-Verwaltungsrat beeinflusst, sollen den Milliardendeal eingefädelt haben. – Seite 31
stämmiger Senator Marco Rubio, der als
möglicher Präsidentschaftskandidat für
die Wahlen 2016 gilt, kündigte an, alles
zu tun, «um diesen gefährlichen und verzweifelten Versuch Obamas zu verhindern, sein politisches Erbe auf Kosten
des kubanischen Volkes aufzupolieren».
Kommentar und Bericht Seite 6
Russlands Präsident Wladimir Putin
nimmt heute an einer Medienkonferenz
erstmals Stellung zum dramatischen Zerfall der Landeswährung. Womöglich
wird er dabei schon die ZentralbankChefin Elwira Nabiullina entlassen. Doch
auch Premier Dmitri Medwedew könnte
bald zum Sündenbock für die Krise werden. Derweil gelang es Russland gestern,
durch weitere Verkäufe seiner Währungsreserven den Einbruch des Rubelkurses etwas zu bremsen. Die Befürchtung, dass eine rasche Wende in der USGeldpolitik den Druck auf den Rubel weiter erhöhen würde, bewahrheitete sich
nicht: Das Fed will seine lockere Geldpolitk vorerst fortsetzen. Die EU-Regierungschefs dürften an ihrem heutigen
Gipfel die Sanktionen trotz Angst vor einem Kollaps der russischen Wirtschaft
nicht lockern. (TA/Agenturen)
Analyse Seite 2, Berichte Seite 2, 3
Kommentare & Analysen
Beilage
«Die ETH müsste
das Halbwissen
der Politik bei
der Energiewende
korrigieren.»
Beat Gerber über eine Eliteschule,
die zu wenig hörbar ist. – Seite 30
Pakistans Taliban sind zu einem
Kraken geworden, der den Staat
zu strangulieren versucht. – Seite 6
Thierry Henry ist ein ungeliebter
Held. Er war kalt vor dem Tor
und kalt nach dem Tor. – Seite 7
Warum Michael von der Heide
sein geliebtes Zürich verlassen hat.
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