close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

248b stgb schema

EinbettenHerunterladen
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014 • WWW.WIRTSCHAFTSBLATT.AT
teiermark
ÖSTERREICHS ZEITUNG FÜR WIRTSCHAF T UND FINANZEN - REGIONALAUSGABE
◆ Hutter Acustix Lärmschutz-Experte mit Großauftrag in Wien 10 ◆ Logicdata Möbelsteuerungs-Spezialist
baut Zentrale aus 11 ◆ Branchenreport Kleine Skigebiete unter Druck 22 ◆ Karriere Fehler bei Jobinseraten 28
Klares Nein zu neuen Einkaufszentren
Foltin π
Interview. Der Shoppingcenter-Markt ist in der Steiermark hart umkämpft. Klaus Ruckenstuhl, Manager des Shopping Center West, sieht keinen Platz für weitere Einkaufszentren im Großraum Graz. Dass die Einkaufstempel für
das Aussterben der Ortskerne verantwortlich sind, bezweifelt er: „Ich sehe die Grazer Innenstadt als eine Region,
die noch am meisten Potenzial hat, sich zu entwickeln.“ Keiner komme auf die Idee, ein gemeinsames Marketing auf
6-8
die Beine zu stellen. Von einer Sonntagsöffnung hält Ruckenstuhl nichts.
Gemeindefusionen.
Jetzt bestellen.
Wie viel die Gemeindereform kostet und was sie der
2
steirischen Wirtschaft bringt.
Jeden Monat Wirtschafts-News aus Ihrem Bundesland.
Name und Anschrift an: wirtschaftsblatt.at/regional
GZ 13Z039580W Retouren an PF 100, 1350 Wien Redaktion: 1030 Wien, Hainburger Straße 33, Tel: 01 60117-0
2|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
THEMA
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
|3
FUSIONEN
Gemeindereform: Hoffen auf Investitionen und Jobs
www.bigshot.at / Christian Jungwirth
Am 1. Jänner 2015 wird die
Steiermark nur noch 287
Gemeinden zählen. Was
die Fusionen kosten, und
was sie der Wirtschaft
bringen – eine Annäherung an die Gemeindestrukturreform.
Hermann Schützenhöfer
und Franz Voves versuchen
zu reformieren – nicht zur
Freude aller Beteiligten
CHRONIK
n 2010 LH Franz Voves (SPÖ) und
Hermann Schützenhöfer (ÖVP) bilden zum zweiten Mal eine Koalition. Wichtigstes Projekt: die Gemeindestrukturreform.
n 2011 starteten die Verhandlungen mit den Gemeinden, einige
Funktionäre verweigerten teilweise die Zusammenarbeit. In zahlreichen Gemeinden stimmten Bürger
gegen Gemeindefusionen.
VON MARTINA LEINGRUBER
n 2012 wurde zwischen Land und
Gemeinden verhandelt, 382 Gemeinden wurden aufgefordert zu
fusionieren. Bezirke wurden zusammengelegt: Aus 17 wurden 13.
P
etroleum Engineering
ist einer von vier Geschäftsbereichen der
TDE Group. Die rund
150 Mitarbeiter von
Gerhard Thonhauser
werden in den kommenden Monaten siedeln, die Gruppe verlegt
ihr Headquarter nach Trofaiach.
Dort wird neben Büroflächen eine
Fertigungshalle mit 1500 Quadratmetern entstehen. Produziert
wird künftig Sensorelektronik für
Messsysteme von Ölbohranlagen.
„Wir planen ein modulares Gebäude, das im ersten Schritt 200
bis 300 Mitarbeitern Platz bieten
wird“, sagt Thonhauser.
Die neue Firmenzentrale der
TDE Group entsteht auf einem
Areal, das bis 31. Dezember 2012
Gemeindegebiet von Gai war. Gai
gibt es nicht mehr. Zumindest
nicht als eigenständige Gemeinde.
Gai, Hafning und Trofaiach haben
am 1. Jänner 2013 fusioniert, entstanden ist die Stadt Trofaiach.
Trofaiach in der Obersteiermark sowie Buch-Sankt Magdalena in der Oststeiermark waren
Anfang 2013 die ersten Fusionskandidaten der steirischen Gemeindestrukturreform. Die beiden neuen Gemeinden waren Versuchskaninchen, sie haben schon
hinter sich, was 385 Gemeinden
n 2013 entstanden am 1. Jänner
die ersten beiden Fusionsgemeinden: Trofaiach und Buch-Sankt
Magdalena. Bis 30. September
konnten sich die Freiwilligen eine
50.000-€-Prämie abholen.
n 2014 Beim VfGH wurden 41 Anfechtungsanträge gegen Fusionen
eingebracht. Im Herbst wurden 16
davon abgewiesen.
n 2015 Ab 1. Jänner wird die
Steiermark 287 Gemeinden statt
542 zählen.
am 1. Jänner 2015 bevorsteht. Vor
dem Start der Reform im Jahr 2011
zählte die Steiermark 542 Gemeinden, Anfang 2015 werden es nur
mehr 287 sein.
„TDE hat mit Gai schon in den
Jahren zuvor verhandelt, aber eine
Einigung konnte nie erzielt werden“, erzählt Mario Abl, Bürgermeister von Trofaiach. Geklappt
hat es erst nach der Fusion, 2013
war man sich einig. Dieser Tage
wurde die Baubewilligung für den
Neubau ausgestellt. „Projekte wie
das unsere benötigen größere
Einheiten, da dafür entsprechendes Know-how und Kapazität erforderlich sind“, sagt Thonhauser.
„Da sich eine Gemeinde nur mit
ausreichenden Arbeitsplätzen
entwickeln kann, ist eine bestimmte Mindestgröße wichtig.
Andernfalls ist eine kontinuierliche Abwanderung mit allen Begleiterscheinungen nicht zu verhindern.“
Unternehmer brauchen Rahmenbedingungen, in welchen ihre
Betriebe die Möglichkeit haben zu
wachsen. Sie brauchen fundierte
Unterstützung in Raumordnungsund Rechtsfragen. Diese Unterstützung könne man nun, nach
der Fusion, geben, sagt Bürgermeister Abl. Auch die Abwanderung habe sich verlangsamt.
„Durch die Fusion ist so etwas wie
Aufbruchsstimmung entstanden.“
Nicht ohne Gegenwehr
Projekte wie das
unsere benötigen
größere Einheiten
GERHARD THONHAUSER
TDE GROUP
Das ist nicht in allen Fusionsgemeinden so. Die Reform, die von
Landeshauptmann Franz Voves
(SPÖ) und seinem Stellvertreter
Hermann Schützenhöfer (ÖVP)
initiiert wurde, hat beiden Kritik
und herbe Verluste bei der Nationalratswahl 2013 sowie bei der
EU-Wahl 2014 eingebracht. 306
der 385 Gemeinden werden freiwillig fusionieren, der Rest wird
per Zwangsfusion zusammenge-
führt. 41 Gemeinden sind vor den
Verfassungsgerichtshof gezogen,
16 Einsprüche hat der VfGH mittlerweile abgewiesen.
Die Ziele der Reform formulierten Voves und Schützenhofer wie
folgt: „Die Reform soll wirtschaftliche, leistungsfähige und professionelle Gemeinden ermöglichen,
die in der Lage sind, ihre gesetzlichen Aufgaben ohne Haushaltsabgang zu erfüllen, und über eine
ausreichend freie Finanzspritze
für Investitionen verfügen.“
Was bürokratisch klingt, soll
mittelfristig einerseits für Einsparungen sorgen, denn mit dem Landesbudget steht es nicht zum Besten. Andererseits bedeuten größere Gemeinden Mehreinnahmen
durch den Finanzausgleich. Durch
diese erhofft man sich wiederum
finanziellen Spielraum, der für Investitionen und die Schaffung von
Arbeitsplätzen verwendet werden
kann.
Kritiker der Reform weisen zurecht daraufhin, dass die selbst ernannten Reformpartner genaue
Zahlen zu Kosten und Einspa-
Eine optimale
Gemeindegröße gibt
es nicht
HANS PITLIK
WIFO
rungspotenzialen der Reform
schuldig bleiben würden. Auch im
Interview mit dem WirtschaftsBlatt nannte Schützenhöfer (siehe
Nachgefragt auf Seite 4) keine
konkreten Zahlen.
50.000 € Prämie
Benennen kann man zumindest
die Kosten, die durch die Fusionsprämien entstehen: Je freiwillig
fusionierter Gemeinde gibt es einmalig 50.000 € vom Land. Multipliziert man die Prämie mit den
306 Freiwilligen, kommt man auf
etwas über 15 Millionen €. Zusätzlich gibt es auch vom Bund eine
Fusionsprämie: 200.000 €, aufgeteilt auf vier Jahre.
„Die Gemeindestruktur der
Steiermark war zu kleinteilig“,
sagt Hans Pitlik vom Wirtschafts-
forschungsinstitut. Vor der Reform hatte die Steiermark 77 Gemeinden unter 500 Einwohnern
und 200 unter 1000. Nach der Reform sind es zwei unter 500 Einwohnern sowie zehn unter 1000.
Die durchschnittliche Einwohnerzahl wird sich von 1754 auf 3342
erhöhen, der österreichische
Durchschnitt liegt bei 2840 Einwohnern.
„Eine aus wirtschaftlicher Sicht
optimale Gemeindegröße gibt es
nicht“, sagt Pitlik. Sich bei der
durchschnittlichen Einwohnerzahl nach oben zu orientieren, sei
ein richtiger Schritt, ab einer Größe von 2000 Einwohnern sei im
Vergleich zu Kleinstgemeinden
mit Einsparungen bei Gemeindeausgaben zu rechnen - darunter
fallen etwa Ausgaben für Bil-
4|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
dungseinrichtungen, aber auch
Schneeräumung oder Abfallwirtschaft.
Eine Studie von Joanneum Research kommt zu dem Schluss,
dass „die Betreuungskosten der
Gemeinden (...) mit der Größe der
Gemeinde je Einwohner tendenziell abnehmen“. Demnach seien
die Pro-Kopf-Ausgaben in Gemeinden mit 2500 bis 5000 Einwohner mit 1534 € am geringsten.
Fazit von Joanneum Research: Ein
Einsparungspotenzial von 40,9
Millionen € ist möglich. „Für die
Steiermark bedeutet dies, dass mit
einer Investition von 40,9 Millionen € jährlich 40,1 Millionen € an
zusätzlicher Wertschöpfung generiert werden.“ Im besten Falle
würden diese Investitionen zu
neuen Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft führen.
Spielraum erarbeitet
Heruntergebrochen auf die jährlichen Gesamtausgaben der Gemeinden sagt Wolfgang Wlattnig,
der für die Umsetzung der Reform seitens des Landes verantwortlich ist: „Zwei bis vier Prozent Einsparungen sollten möglich sein.“ Synergieeffekte, etwa
durch größere Einkaufsmengen
oder die Reduzierung der Zahl
von Gemeinderäten sollen für geringere Kosten sorgen. Gemeindepersonal würde mittelfristig eingespart werden – durch Pensionierungen und das Nicht-Nachbesetzen von Posten.
Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern würden, so Wlattnig, erheblich von den zusätzlichen Mitteln aus den Ertragsanteilen des
Finanzausgleichs profitieren. So
auch Trofaiach, das nach der Fusion rund 11.500 Einwohner zählt.
„Jährlich bekommen wir 1,4 Millionen € mehr an Ertragsanteilen“,
sagt Bürgermeister Abl. Man können wieder gestalten, habe nun
einen Investitionsspielraum von
2,5 Millionen €. Erste Projekte:
Das Schwimmbad wird umgebaut
und die Straßenbeleuchtung auf
LED umgerüstet. „Gai, Hafning
und Trofaiach waren vor der Fusion Abgangsgemeinden“, erklärt
Abl. Das Land musste also Gelder
zum Budget der Gemeinden zuschießen. „Jetzt sind wir eine
Stadt, die Überschüsse erwirtschaftet.“ Im Falle von Trofaiach
scheint die Rechnung aufzugehen.
Die Autorin erreichen Sie unter
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
www.bigshot.at / Christian Jungwirth
Seit 1. Jänner 2013: Trofaiach ist schon fusioniert. Momentan scheint die Rechnung aufzugehen
Nachgefragt. Hermann Schützenhofer und
die Kosten der Reform
WirtschaftsBlatt: Was sind die
wichtigsten Aspekte der Gemeindestrukturreform aus Ihrer Sicht?
Sind es Einsparungspotenziale, ist
es die Verschlankung der Verwaltung, sind es die Auswirkungen
des Finanzausgleichs?
Hermann Schützenhöfer: Erstens ist es die Stärkung des ländlichen Raums. Es gibt weltweit
einen Zuzug zu den Städten. Den
können wir nicht aufhalten.
Zweiter Punkt ist die Geburtenstatistik: Vor 25 Jahren hatten wir
in der Steiermark 25.000 Geburten jährlich, jetzt haben wir
10.000. Wenn ich dennoch weiterhin eine funktionierende Gemeinde-Infrastruktur haben
möchte, muss ich ganz kleine
Einheiten zu größeren zusammenführen. Das Gemeindeamt
hat mit der Identität der Bürger
nichts zu tun. Es ist eine notwendige Reform, wo das finanzielle
Einsparungspotenzial einer von
mehreren Aspekten, aber nicht
der wichtigste ist.
Was kostet die Reform und welche
Einsparungspotenziale bringt sie?
Alle, die mit Pauschalzahlen
argumentieren, werden den Kern
nicht treffen. Es gibt die Bedarfszuweisungsmittel, es gibt die einzelnen Ressorts, von denen in die
Gemeinden Gelder fließen. Das
alles von 542 auf 287 Gemeinden
zu reduzieren – das ist jedem
Kind klar, dass das Einsparungen
bringen muss. Dass wir in allen
Ressorts zusammengewirkt haben, um die Fusionsprämien auf
die Beine zu stellen, das haben
wir bewusst gemacht. Das kostet
jetzt auch Geld, aber das sind Investitionen in die Zukunft.
Wie viel Geld genau, können Sie
noch nicht beziffern?
Ich habe noch nie eine Zahl genannt, weil das nicht seriös wäre.
Dass es mittelfristig massive Einsparungen geben wird, ist gar
keine Frage.
Was ändert sich für die Unternehmen vor Ort durch die Fusion von
Gemeinden?
Die Arbeit in den Gemeindeämtern, die Verwaltung wird
professionalisiert – Stichwort:
Genehmigungen und Baubescheide. Man darf nicht vergessen: Die Gemeinden haben dann
mehr zu vergeben, mehr finanziellen Spielraum. Die Perspektiven, die wir mit den Gemeinden erarbeitet haben, beinhalten
auch neue Infrastrukturprojekte.
Deswegen sage ich immer, die
Reform wird uns erst einmal
Geld kosten. Doch dieses Geld
nützt den Unternehmen, nützt
dem Kreislauf der Wirtschaft.
Wie stehen Sie zur Forderung
nach mehr Steuerhoheit bzw.
Steuerautonomie der Gemeinden?
Ich bin bereit, über alles zu diskutieren, aber meine ganz persönliche Meinung ist: Österreich
ist zu klein für zehn Steuergesetzgebungen, also Bund und
neun Länder. Und noch einmal
doppelt zu klein, Gemeinden
eine Steuerhoheit zu gewähren.
Suchen Sie Österreich im neuen
Europa, und dann suchen Sie die
Steiermark. Da brauchen Sie eine
Lupe. Steuerhoheit ist nicht der
Weisheit letzter Schluss. Aber
ich bin diskussionsbereit, da ich
selbst auch nicht der Weisheit
letzter Schluss bin.
Die IV Steiermark hätte im Zuge
der Reform gerne die Entwicklung
weiterer urbaner Zentren neben
Graz gesehen. Als Beispiel wurde
Bruck/Kapfenberg/Leoben genannt – eine sinnvolle Forderung?
Ich kann nicht alles zentralisieren, aber nach der Reform ist vor
der Reform. Sie können Gift darauf nehmen, dass es, solange ich
in der Politik bin, keine Zusammenlegung mehr geben wird.
Aber wenn Freiwillige kommen,
dann ist es etwas anderes. Und
ich glaube, dass in den nächsten
fünf bis 15 Jahren sich einiges bewegen wird, wenn die Gemeinden sehen, dass diese Reform
Substanz hatte.
[male]
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
6|
INTERVIEW
V
or 25 Jahren wurde in
Graz das Shopping Center West als erstes Einkaufszentrum eröffnet.
Doch man ist nicht mehr alleine,
die steirische Landeshauptstadt
hat mit mehr als 100 Quadratmetern pro 100 Einwohner die höchste Shoppingcenter-Dichte Österreichs. Vor allem die Shopping City Seiersberg, das zweitgrößte
Center Österreichs, macht der
Konkurrenz in Graz zu schaffen.
Klaus Ruckenstuhl, Center-Manager des Center West, spricht im
Interview mit dem WirtschaftsBlatt über die schwierige Situation am steirischen Markt und
wieso er nicht der Meinung ist,
dass man Shoppingcenter für das
Brachliegen von Ortskernen verantwortlich machen kann.
WirtschaftsBlatt: 2012 hat das
Center West den Eigentümer gewechselt: Ikea hat an den österreichischen Immobilienentwickler Fabian Kaufmann verkauft. Was hat
sich seitdem geändert?
Klaus Ruckenstuhl: Vorher waren
wir eingegliedert in einen internationalen Konzern, jetzt sind wir
ein Familienunternehmen in österreichischer Hand. Das macht
manche Wege kürzer und die
Kommunikation einfacher, man
bekommt schnellere Entscheidungen. Der Eigentümer kommt aus
dem Bereich Architektur, das hat
man auch beim Umbau gemerkt.
Wie lauten die Zielvorgaben des
neuen Eigentümers?
Der Klassiker ist natürlich ein
Plus in der Frequenz und ein Plus,
was den Umsatz betrifft. Aber
nachdem wir eine lebendige Immobilie sind, ist es wichtig, die Attraktivität am Standort für unseren Kunden zu steigern, neue
Konzepte zu überlegen und vielleicht auch Verkaufsflächen zu bereinigen. Es ändert sich das Kaufverhalten, wir müssen den Kunden vielleicht mehr Entertainment bieten. Mit Entertainment
meine ich nicht Events, sondern
die Minigolfanlage am Dach von
Toys“R”Us und BabyOne. Mehr
ins Entertainment zu investieren
könnte ein Weg sein.
Durch den Umbau hat sich auch
die Verkaufsfläche erhöht ...
Ja, das ist richtig. Wir haben
2500 Quadratmeter Verkaufsfläche mehr geschaffen. Also halten
wir nun bei 52.500 Quadratmeter.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Foltin π
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
„Wir sind
mittlerweile am
Zenit angekommen“
Klaus Ruckenstuhl. Der Shoppingcenter-Markt ist in der Steiermark hart
umkämpft. Wieso Graz kein weiteres Einkaufszentrum vertragen würde, erklärt
der Manager des Shopping Center West im WirtschaftsBlatt-Gespräch.
VON MARTINA LEINGRUBER
Meiner Meinung
nach wird es demnächst zu einer Flächenbereinigung
kommen
Investiert wurden zwischen 15
und 20 Millionen €.
Wie sieht die Frequenzentwicklung
seit der Wiedereröffnung im September 2013 aus? Zufriedenstellend?
Bezüglich Frequenzentwicklung kann es immer mehr sein.
Wir spüren die nicht so positive
wirtschaftliche Stimmung natürlich. Wir haben ein minimalistisches Plus geschafft. Aber man
muss ganz ehrlich sagen: Die Erwartungen waren höher.
Der Umsatz des Center Wests belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf
178,2 Millionen €. Können Sie Zahlen für 2013 nennen?
Zahlen für 2013 möchte ich
noch nicht nennen. Wie gesagt:
Es gibt minimalistische Steigerungen in den Bereichen Umsatz
und Frequenz.
Der ehemalige Eigentümer Ikea
war anfangs im Hauptgebäude angesiedelt. Mittlerweile ist er in
einem eigenen Bau in unmittelbarer Nähe. Wie wichtige ist das
schwedische Möbelhaus als Frequenzbringer für das Center West?
Man darf in dieser Hinsicht
nicht ausschließlich Ikea nennen.
Jeder Partner am Standort, sei es
Ikea oder Obi, aber auch das neue
Shopping West vis-à-vis mit 770
Quadratmetern Verkaufsfläche inklusive Bellaflora, stärkt den Grazer Westen. Ikea ist aber nach wie
vor einzigartig in der Steiermark
und ein wichtiger Partner am
Standort.
Verstehe ich es richtig, dass Sie die
Revitalisierung des Fachmarktzentrums auf der gegenüberliegenden
Straßenseite positiv bewerten?
Ja, definitiv. Und zwar aufgrund
des unterschiedlichen Konzepts
– Stichwort Fachmarkt. Auf alle
Fälle gibt es mehr Synergien, als
mit einer zehn Jahre lang leerstehenden, vor sich hin rottenden
Hallenkonstruktion.
Welches Konzept verfolgen Sie, um
sich von der nicht zu knappen Konkurrenz in Graz abzuheben? Die
Shopping City Seiersberg zum Beispiel versucht, über zahlreiche
Events und Veranstaltungen Frequenz zu lukrieren.
Wir haben in der Steiermark,
besonders im Großraum Graz,
eine der höchsten Shoppingcenter-Dichten Europas. Es ist natürlich schwierig, sich von den Mitbewerbern abzuheben. Zum einen
möchten wir die uniquen Ankermieter weiter ausbauen, sprich
einzigartige Partner in der Steiermark zu lukrieren. Zum anderen
haben wir eine hohe Kompetenz
im Bereich Kinder – vor allem
durch Toys“R”Us, durch BabyOne
und durch das neue spanische
Konzept Eureka Kids. Hier möchten wir uns noch mehr festigen
und zu stärken. Wir sind nicht
dieses Veranstaltungscenter. Wir
versuchen, verkaufsfördernde
Maßnahmen zu setzen. Wir wollen, dass unsere Partner am
Standort einen guten Umsatz machen und eine Beständigkeit haben. Events und Veranstaltungen
muss man machen, aber die sind
Eine Stadt wie
Graz ist nichts
anderes als ein
Shoppingcenter
|7
bei uns zweitrangig. Wir leben
vom Verkauf.
Häufig werden Einkaufscenter für
das Aussterben der Innenstädte
beziehungsweise Ortskerne verantwortlich gemacht. Ihre Replik zu
diesem Vorwurf?
Ich denke, dieser Vorwurf ist so
nicht zutreffend. Da nehme ich
Graz als Beispiel: In der Altstadt
könnten wir eine viel bessere
Stimmung haben. Was meine ich
damit? Die Verantwortlichen sollten nachzudenken beginnen, ob
man sich nicht einen Shoppingcenterbetreiber ins Boot holt. Ich
sehe die Innenstadt als eine Region, die noch am meisten Potenzial hat sich zu entwickeln. Ein jeder jammert und beschwert sich
ob der Shoppingcenter, aber keiner kommt auf die Idee, vielleicht
einmal ein gemeinsames Marketing auf die Beine zu stellen. Eine
Stadt ist nichts anderes als ein
Shoppingcenter. Man kann gemeinsame verkaufsfördernde
Maßnahmen setzen, es macht
aber keiner. Der Einzige, der in
den vergangenen Jahren in der
Altstadt Mut bewiesen und Geld
in die Hand genommen hat, ist
Kastner & Öhler.
Wäre Kastner & Öhler ein Partner
zur Zusammenarbeit für gemeinsame Initiativen oder meinen Sie
die Altstadt als Gesamtes?
Ich denke, es wäre für die gesamte Innenstadt wichtig, aggressiver zu werden und mit einer
Stimme zu sprechen. Ein Shoppingcenter bietet eine perfekte Infrastruktur – Stichwort Parken. In
dieser Hinsicht sollte man sich in
der Innenstadt auch etwas einfallen lassen. Wir als Centerbetreiber müssen ständig daran arbeiten, neue Ideen zu entwickeln. Ich
glaube schon, dass wir einer Stadt
weiterhelfen könnten.
Wir haben über die große Dichte
an Einkaufscentern im Großraum
Graz schon gesprochen – würde die
Landeshauptstadt Ihrer Meinung
nach noch ein weiteres Center vertragen?
Ein klares Nein. Man spürt das
auch, wenn man sich mit den Expansionsmanagern der Konzerne
unterhält. Im Augenblick halten
diese die Expansion sehr, sehr
flach. Ich persönlich glaube, dass
wir am Zenit angekommen sind,
was Shoppingcenter betrifft,
8|
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
Foltin π
vielleicht sogar was Retailflächen ganz allgemein betrifft. Es
wird demnächst zu einer Flächenbereinigung kommen. Der
eine oder andere wird sich überlegen, welcher Standort noch
profitabel ist. Jene, die nicht profitabel sind, werden bereinigt.
Aus diesem Grund wird es umso
wichtiger für den stationären
Handel, sich neu zu definieren
und sich – auch gegenüber dem
Onlinehandel – einen eigenen
USP zu verschaffen.
Kehren wir zurück zu Ihren Mitbewerbern: Die Shoppingcity Seiersberg ist das zweitgrößte Center
Österreichs und befindet sich in
unmittelbarer Nähe zu Ihrem
Standort. Immer wieder gibt es
Diskussionen um angeblich nicht
legale Um- und Ausbauten. Wie ist
die Stimmung bei den Grazer
Shoppingcenter-Betreibern untereinander?
Wir konzentrieren uns auf
unser Geschäft und auf das Center West und nicht auf unsere
Mitbewerber – ob sie korrekt
oder nicht korrekt bauen. Wir beobachten auch die gerichtliche
Auseinandersetzung zwischen
Spar und Seiersberg aus der Ferne. Wir haben so viele Aufgaben
selbst zu lösen, dass wir uns auf
uns selbst konzentrieren müssen.
Wir wollen verkaufen und nicht
streiten.
Verhält sich Seiersberg im Wettbewerb fair?
Die Partnerschaft innerhalb von
Graz zwischen Shopping Nord,
Murpark, Citypark, Center West
ist eine bessere. Mehr möchte ich
dazu nicht sagen.
Im Herbst soll die neue Raumordnungsnovelle den steirischen Landtag passieren. Vorrangig geht es
dabei um die Umbaumöglichkeiten
in Einkaufscentern beziehungsweise um die Verschiebung von Einkaufsflächen im Zuge eines Umbaus. Wie schätzen Sie diese Gesetzesänderung ein?
Ich glaube, dass uns das kaum
betreffen wird.
Sie befürchten nicht wie einige
Kritiker, dass hier eine Lücke im Gesetz aufgemacht wird, um eine relativ einfache Ausweitung der Verkaufsfläche erreichen zu können?
Nein, das sehe ich nicht als Gefahr. Denn Verkaufsflächen müssen funktionieren. Wenn sie das
nicht tun, sind sie ganz schnell
wieder weg.
Wenn Sie an die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen denken, was
würden Sie als Center West benötigen, um besser wirtschaften zu
können?
Wir bräuchten eine Vereinfachung für unsere Retailer im Bereich Öffnungszeiten beziehungs-
weise Zuschläge, bezogen auf die
Mitarbeiter.
Sie haben die Öffnungszeiten angesprochen. Was konkret ist hier
Ihr Anliegen? Würden Sie gerne
am Sonntag aufsperren?
Ich bin kein Freund von Sonntagsöffnungszeiten. Die Öffnungszeiten auch unter der Woche bis
19:30 Uhr sind ausreichend. Worauf ich anspiele, sind die Zuschläge, die unsere Partner ab einer gewissen Zeit ihren Mitarbeitern
zahlen müssen. Diese Zuschläge
gehen ins Geld, man sollte diese
Regelungen überarbeiten und an
die aktuellen Gegebenheiten anpassen.
Wieso sind Sie kein Freund der
Sonntagsöffnung?
In Wien sehe ich den Bedarf
durchaus, die Kärntnerstraße
würde sicher funktionieren, wahrscheinlich auch die Mariahilferstraße und die SCS. Aber bei uns
in Graz fehlt meiner Meinung
nach der Bedarf. Wir merken
unter der Woche, dass der Kundenstrom verlässlich um 19 Uhr
abbricht.
Was beschäftigt Sie in Ihrer Arbeit
im Shopping Center West aktuell
am meisten?
Wir arbeiten daran, einzigartige, attraktive Partner in unser
Center zu lotsen. Das ist momen-
tan die größte Herausforderung.
Dabei darf ich aber nicht auf unsere bestehenden Kunden vergessen. Auch diesen müssen wir Frequenz bringen, damit sie am Leben bleiben können.
Wenn man durch das Center West
geht, fallen einige Verkaufsflächen
auf, die nicht vermietet sind. Wer
soll einziehen? Gibt es konkrete
Namen?
Wir haben natürlich einige
Wunschkandidaten, es gibt auch
Gespräche am laufenden Band.
Aber ich möchte noch keine Namen nennen.
Die Autorin erreichen Sie unter
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
■ Klaus Ruckenstuhl leitet als
Centermanager die Geschicke des
Shopping Center West in Graz. Auf
52.500 Quadratmetern sind 72
Shops angesiedelt, die 650 Mitarbeiter beschäftigen. Rund 4,4
Millionen Kunden besuchen das
Center jährlich. 2012 betrug der
Umsatz 178,2 Millionen €. Ruckenstuhl war schon im Center West tätig, als dieses noch im Eigentum
von Ikea stand. 2012 kaufte Immobilienentwickler Fabian Kaufmann
(Center West Holding GmbH) den
1989 eröffneten Shoppingtempel.
10 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
LÄRMSCHUTZ
Hutter verpackt Erste-Campus
FC Acustix
Wenn 2016 die ersten Mitarbeiter in das Headquarter der Erste Group einziehen, profitieren sie von
der Erfindung eines KMU
in der Weststeiermark.
Deren Fassadenelemente
absorbieren Lärm.
VON GABRIELE REINSTADLER
BIRKFELD. Vor Kurzem wurde
die letzte Platte an der Außenhaut
des „Erste Bank Campus“ in Wien
montiert. Mit der Aufgabe, die
Fassade undurchlässig für die störenden Geräusche einer Großstadt zu gestalten, wurde das Birkfelder Unternehmen Hutter Acustix betraut. „Wir konnten in einem
Monat ein auf Holz basierendes
Bauteil entwickeln“, sagt Geschäftsführer Armin Hutter. Die
notwendigen 1700 Stück wurden
in der eigenen Tischlerei gefertigt, in der 35 Mitarbeiter beschäftigt sind.
2002 entwickelte Hutter die
„selektive Schalllenkung“. Sie ermöglicht es, die Akustik in Gebäuden zu optimieren. Mehr als 150
Räume in Österreich, Südtirol und
Bayern hat er bisher ausgestattet:
Probenräume und Konzertsäle,
Hotels, Restaurants, Wellnessbereiche. Gäste erwarten in solchen
Räumen Ruhe. Patienten wie jene
Hutter Acustix dämmt den Erste-Campus mit 1700 Holzplatten gegen den Großstadtlärm
der Schwarzlklinik in Graz erhoffen Intimität. „Mir ist wichtig, die
Wünsche des Kunden akustisch,
technisch und optisch umzusetzen“, sagt Hutter. Dieser Zugang
hat immer neue Entwicklungen
zur Folge. Von den rund 3,5 Millionen € Jahresumsatz fließen circa 100.000 € in die Forschung.
Weniger Stress
Mit einer weiteren Eigenentwicklung, dem „Sound2“, lassen sich
akustisch schwierige Räume sanieren. „Weniger Lärm ist weni-
ger Stress. Viele Menschen wissen
nicht, dass es kostengünstige Abhilfe gegen Lärmbelästigung gibt.“
Heimkinolösungen runden die
Produktpalette des 1948 als Tischlerei gegründeten Familienunternehmens ab. Vor Kurzem ging in
Moskau das private Home Cinema
eines Mitglieds der russischen Regierungsspitze in Betrieb. Acustix
kam zum Zug, weil es im Rahmen
einer europaweiten Auswahl in
der Lage war, die anspruchsvolle
Idee des Schweizer Architekten
verwirklichen zu können.
Die Leidenschaft „Akustik“
kombinieren Armin Hutter und
seine Familie mit einer zweiten:
„Der Abwanderung Einhalt zu gebieten. Als Unternehmer tragen
wir Verantwortung.“ Im Zentrum
von Birkfeld betreibt seine Frau
mit dem „Klangtunnel“ einen
Akustikschauraum. Zur Belebung
des sterbenden Ortskerns riefen
beide mitten auf dem Hauptplatz
eine Kleinkunstbühne ins Leben.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter steiermark@wirtschaftsblatt.at
BAUSTOFFE
„Wir müssen zum Bestbieter-Prinzip kommen“
Mayrπ
Peter Giffinger: Aufruf zu österreichischen Baustoffen
BAD AUSSEE. Saint-Gobain-Rigips-Austria-Chef Peter Giffinger
äußert im Gespräch mit WirtschaftsBlatt Steiermark eine klare
Forderung in Sachen Vergabe:
„Wir müssen vom Billigstbieterzum Bestbieter-Prinzip kommen.“
Wenn man den Trockenbau an
Ein-Personen-Unternehmen vergebe, dürfe man sich nicht wundern, wenn die Qualität dann
nicht passe, sagt der Chef des Bad
Ausseer Baustoffherstellers. Gif-
finger: „Ich rufe zu österreichischen Baustoffen auf.“
Rigips selbst verfolgt eine Qualitätsstrategie. Die Innovationsquote liegt laut Giffinger bei bis
zu 18 Prozent: „Das heißt, keines
unserer Produkte ist älter als fünf
Jahre.“ Die Innovationen reichen
von schallgeschützten Trennwänden, die man auch in Kinos einsetzen kann, bis zu Gipskartonplatten, die die Raumluft verbessern. Auch beim Service baut Ri-
gips auf Innovation. Hier steht
derzeit vor allem die „letzte Meile“ zum Kunden im Fokus: Kunden werden eine Stunde vor Lieferung per SMS verständigt.
Saint-Gobain Rigips Austria beschäftigt 208 Mitarbeiter und betreibt Werke in Bad Aussee (Gipskartonplatten) und Puchberg
(Pulverprodukte). Umsatz: 60,7
Millionen €.
[vorm]
michael.vorauer@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
| 11
STEUERUNGEN
Logicdata baut die Zentrale aus
Beigestellt
Möbelsteuerungsspezialist Logicdata erweitert
die Kapazitäten am Hauptstandort in Deutschlandsberg aus. Die Mitarbeiterzahl dort soll von 135 bis
auf 280 steigen. Der Umsatz wächst stark.
Logicdata-Gründer Walter
Koch erwartet
für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von über
50 Millionen €
VON WOLFGANG WILDNER
DEUTSCHLANDSBERG. Bereits
im Geschäftsjahr 2013/14 (bis 31.
Jänner 2014) gelang der Logicdata
Electronic & Software Entwicklungs GmbH ein Umsatzsprung
von 26 auf knapp 50 Millionen €.
„Im laufenden Geschäftsjahr“, erklärt der Logicdata-Gründer und
geschäftsführende Mehrheitsgesellschafter Walter Koch, „werden
wir klar über 50 Millionen € liegen.“
Abnehmer der Hightech-Antriebe und Steuerungen für elektrisch verstellbare Möbel ist, bei
einem Exportanteil von 100 Prozent, die Möbelindustrie, vorwiegend in Skandinavien und in den
USA. Die Hauptgründe für den
Wachstumssprung lägen, so Koch,
in der guten Entwicklung am amerikanischen Markt. Dort punkten
die Hightech-Entwickler vor allem im Home-Furniture-Segment
und beliefern unter anderem den
lokalen Marktführer.
Gestützt auf eine Niederlassung
in Grand Rapids, Michigan, erwartet sich Koch vom US-Markt
mittelfristig weiterhin deutlichen
Zuwachs. „Wir werden die Niederlassung ausbauen und Vertrieb, Service und Warehousing
stärken.“ Durch die vergleichsweise hohe Homogenität des amerikanischen Marktes könne damit
sehr viel bewegt werden.
Filiale in Hongkong
Nicht zuletzt um Kunden auch in
den Vereinigten Staaten noch effizienter beliefern zu können, hat
man jüngst auch eine Niederlassung in Hongkong eröffnet. Produziert werden die Module in
China, Ungarn und der Slowakei
in Lohnfertigung.
Forschung und Entwicklung
von Logicdata sind in Deutschlandberg angesiedelt. Noch in diesem Jahr soll hier der Grundstein
für eine Erweiterung gelegt werden. Ein eindeutiges Bekenntnis
zum F&E-Standort Steiermark,
wie Koch bestätigt. „Wir investieren massiv, es geht um viele Millionen.“ Was konkrete Zahlen angeht, hält er sich allerdings bedeckt. „Nur so viel: Wir planen für
etwa 250 bis 280 Mitarbeiter.“
Derzeit sind in Deutschlandsberg
135 Menschen beschäftigt, im gesamten Unternehmen rund 150.
Neue Steuerung
Die Markteinführung einer in den
vergangenen Jahren entwickelten
Steuerung für elektrisch verstellbare Schreibtische, die ohne
Schalter und Fernsteuerung durch
bloße Berührung des Möbels
funktioniert, stehe unmittelbar
bevor. „Damit untermauern wir
unsere Technologieführerschaft
und wappnen uns gegen die zunehmende Konkurrenz. Für zwei
oder drei Jahre werden wir uns
etwa auf dem erreichten UmsatzNiveau stabilisieren, um dann zu
einem weiteren Wachstumsschub
auszuholen“, sagt Koch.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter steiermark@wirtschaftsblatt.at
ANZEIGE
12 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
PHARMA
Microinnova wächst
um 20 Prozent
ENGINEERING
Kämmerer peilt fünf
Millionen € Umsatz an
Beigestellt
ALLERHEILIGEN. Ein kleines
Unternehmen in der Südsteiermark revolutioniert Chemie- und
Pharmaindustrie. Mit Know-how,
das weltweit einzigartig ist, begleitet Microinnova die Branche
rund um den Globus.
Energie sparen, gefährliche
Stoffe sicher verarbeiten, die Qualität steigern, Abfall vermindern
– die damit verbundene Kostenersparnis ist ein treibender Faktor,
der Unternehmen wie Roche oder
Novartis nach Allerheiligen bei
Wildon führt. Dort, im Labor von
Microinnova Engineering, wird
mithilfe von Mini-Chemieanlagen
die Produktion des Kunden bis ins
Detail analysiert.
„Ähnlich wie die Entwicklung
der Elektroindustrie von der Röhre zum Mikrochip“ verlaufe derzeit die Umwälzung in der chemischen Industrie, sagt Geschäftsführer Dirk Kirschneck. „In der
herkömmlichen Chemie wird der
Prozess der Anlage angepasst.
Wir gehen den umgekehrten Weg.
Die chemische Reaktion verläuft
Wir beherrschen
Prozessentwicklung
und Engineering
DIRK KIRSCHNEK
GESCHÄFTSFÜHRER
MICROINNOVA
in einem kontinuierlich fließenden Strom.“ Mikrotechnologie ermöglicht es, chemische Prozesse
zu steuern und sie dadurch effizient zu gestalten.
Beispiel Sonnenmilch
Beispiel Sonnenmilch: Bisher legen die Moleküle im Produktionsprozess oft mehrere Meter zurück,
im sogenannten Flow-Verfahren
nur noch Millimeter, allenfalls
Zentimeter. Statt Stunden dauert
das Verfahren Sekunden oder Minuten. Im Durchschnitt steigt die
Effizienz um den Faktor 50 bis 100,
hat Kirschneck errechnet. Bei
einer Anlage in Düsseldorf gelang
es jüngst, die Reaktionszeit einer
gefährlichen Substanz von zwölf
Stunden auf eine Stunde zu reduzieren, was dem Faktor 700 entspricht. „Unser USP ist, dass wir
sowohl die chemische Prozessentwicklung beherrschen als auch
das Engineering bis hin zur TurnKey-Anlage“, erläutert Kirschneck, der Microinnova Engineering Ende 2003 als Spin-off der
TU Graz gründete.
Derzeit erwirtschaftet das südlich von Graz ansässige Unternehmen mit 18 Mitarbeitern 1,1 Millionen € Umsatz bei jährlichen
Steigerungsraten von rund 20 Prozent. Zu den Kunden zählen Renbaxy, fünftgrößter Generikahersteller weltweit, und Sigma-Aldrich, einer der größten Laborchemikalien-Lieferanten. [ghr]
steiermark@wirtschaftsblatt.at
Microinnova Engineering
In Graz von Kämmerer entwickelt: Der Leichtbau-Beiwagen Mython
GRAZ. „Wir sind gefordert“ –
Werner Schimanofsky, Geschäftsführer der Graz-Niederlassung
des in Stuttgart beheimateten Engineering-Dienstleisters Kämmerer Group, kommt gleich zur Sache. Große Mitbewerber wie Ferchau würden vermehrt auch nach
kleineren Geschäften Ausschau
halten und auf den heimischen
Markt drängen. Dennoch wird die
Grazer Kämmerer-Niederlassung
heuer wieder zulegen. Nach rund
drei Millionen € Umsatz im Jahr
2013 sollen es heuer 4,5 Millionen
werden. „2015 wollen wir mit bis
zu 80 Mitarbeitern die Fünf-Millionen-€-Umsatzmarke hinter uns
lassen.“
Das Engineering-Unternehmen
bietet Konstruktion, Geräte- und
Softwareentwicklung für elektrische und elektronische Bauteile
sowie Kunststofftechnik, Leichtbau und Simulation. Die Leistung
wird dabei auch durch Überlassung von Hightech-Mitarbeitern
erbracht.
Mehr Vernetzung
Microinnova beschäftigt 18 Mitarbeiter in Allerheiligen
Eine stärkere Vernetzung der
Kämmerer-Standorte untereinander soll in Zukunft vermehrt größere Aufträge bringen. „Der AutoInnenraum mit dem Armaturenbrett zum Beispiel“, präzisiert
Schimanofsky, „war für einzelne
Standorte bisher zu groß. Gemeinsam könnten wir solche Aufträge abwickeln.“ Mittelfristig will
er („mit Rückendeckung der Zentrale“) die Fühler stärker Rich-
tung Wien und Oberösterreich
ausstrecken. Aber auch in der
Steiermark sieht er noch genug
Potenzial. Ein Wachstumsmarkt
sei auch intelligente Haustechnik.
Ende 2012 hatte die 2007 gegründete Graz-Niederlassung
noch 30 Mitarbeiter und war vorwiegend auf den Automotive-Sektor ausgerichtet. „Um die Auslastung zu steigern, versuchten wir,
unser Know-how aus dem Automotive- und Anlagenbereich über
eine Stärkung des Vertriebs breiter zu nutzen.“ Das Konzept sei
aufgegangen. Die Mitarbeiterzahl
konnte 2013 auf über 50 gesteigert
werden. Schimanofsky: „Würden
wir uns nach wie vor hauptsächlich im Automotive-Bereich bewegen, würde es uns vermutlich
gar nicht mehr geben.“ Zu den
Kunden der Grazer Niederlassung
zählen unter anderem Magna,
AVL, Andritz AG, der Althofener
Hardware-Hersteller Flextronics,
die Gratkorner NXP-Semiconductors und der Pelletsheizungserzeuger KWB.
Der Standort Graz ist eine
Tochter des vom heutigen
100-Prozent-Eigentümer Bernd
Kämmerer im Jahr 2000 gegründeten Unternehmens. Die Gruppe
verfügt über 12 Standorte in
Deutschland, Polen und Österreich. Mit Kunden wie BMW, Audi, Siemens, Bosch und Bombardier und 380 Mitarbeitern setzt
sie 20 Millionen € um.
[wowi]
steiermark@wirtschaftsblatt.at
14 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
NEU IM GESCHÄFT
LG FÜR ZRS GRAZ
FiberTech Ges.m.b.H., Aigen 18,
8543 St. Martin im Sulmtal, FN
422208w. GF+GS: DI (FH) Martin
Peiskammer, Christoph Marx.
FM Beherbergungs Ges.m.b.H.,
Unterfeistritz 99, 8131 Floing, FN
423550v. GF+GS: Martin Josef
Gremsl, Franziska Kulmer.
AB+C Creative Advertising GmbH
& Co KG, Hauptstraße 39, 8093 St.
Peter am Ottersbach, FN 422637a.
GS: Supermaxi Beteiligungs
GmbH. Komm.: Mag. Christian
Puntigam.
Acutus Consulting Einzelunternehmen, Sporgasse 36/DG, 8010
Graz, FN 423454b. Inh.: Gerald
Grosz.
Alpha Bestattungen GmbH, Conrad-von-Hötzendorf-Straße 151,
8010 Graz, FN 422667w. GF: Roman Wurzer. GS: Wurzer Besitz
GmbH.
Auto Wilfling GesmbH, Obergroßau 72, 8261 Sinabelkirchen, FN
422882k. GF+GS: Richard Wilfling.
Fidus
Immobilientreuhand
GmbH, Elisabethstraße 3/I, 8010
Graz, FN 421772d. GF+GS: Mario
Bruckner-Simon, Herbert Pöllibauer.
Höller Transporte GmbH, Schönaich 91, 8521 Wettmannstätten,
FN 423405f. GF+GS: Patrick Höller. GS+Prok.: Harald Hösele.
Schwarz, Krenn OG, HammerPurgstall-Gasse 9, 8330 Feldbach,
FN 423016h. GS: Ing. Gernot
Krenn, Helmut Schwarz.
Huszar Gastro GesmbH, Roseggergasse 2, 8230 Hartberg, FN
423132d. GF+GS: Juri Huszar, Michaela Huszar-Käfer.
AvioElectric Einzelunternehmen,
Ahornstraße 29/7, 8111 JudendorfStrassengel, FN 423465v. Inh.:
Ing. Thomas Pretterhofer.
MGR Fachmarkterrichtungs
GmbH, Grazer Straße 13, 8230
Hartberg, FN 423523d. GF+GS:
Mag. Gerhard Rein.
BT Projektentwicklung GmbH,
Teichweg 22, 8071 Hausmannstätten, FN 423221i. GF: Bernd Thomanitsch. GS: Ing. Peter Thomanitsch.
Naturstein Design Prah GmbH,
Laßnitzthal 1d, 8200 Laßnitzthal,
FN 422016m. GF: Andi Prah, Deni
Prah. GS: Dorjana Prah.
Noki Home Solutions GmbH,
Münzgrabenstraße 92/4, 8010
Graz, FN 422826d. GF: Mag. Martin Pansy. GS: Up to Eleven Digital
Solutions GmbH.
P.a.u.l brennt OG, Holubgasse 2,
8010 Graz, FN 422497w. GS: Oliver Mitteregger, Wolfgang Lierzer.
Principal M.A. GmbH, ProkeschOsten-Gasse 22/4, 8020 Graz, FN
421061h. GF+GS: Marwan Athamna.
Salzstiegl Tourismus GmbH,
8584 Hirschegg 241, FN 422801t.
GF+GS: Friedrich Kaltenegger. GF:
Regina Kaltenegger.
Great Lengths Productions Austria GmbH, Gleichenbergerstr. 2a,
8083 St. Stefan im Rosental, FN
421339t. GF+GS: Matteo Antonino,
Anita Lafer. GS: Silvia Lafer.
Schiester GmbH, Riegersbach 68,
8252 Mönichwald, FN 422571d.
GF: Andreas Schiester. GS: Josef
Schiester.
Manio Real GesmbH, Schillerplatz 13, 8010 Graz, FN 423233b.
GF+GS: Norbert Marek.
WLB OG, Leska 39, 8160 Weiz, FN
422702x. GS: Susanna Reisinger,
MAS, Johanna Mandl.
Fruchtgartl Obsthandels KG,
Kalch 27, 8211 Großpesendorf, FN
423080b. GS: Matthias Lammer.
Komm.: Gertrud Lammer, Franz
Lammer.
fz Strategie & Komm.unikation
KG, Reininghausstraße 13, 8020
Graz, FN 422294x. GS: Franz Zuckriegl, MBA. Komm.: Mag. Christian Eigner.
LG LEOBEN
Schrank GmbH, Mürzstraße 27,
8641 St. Marein im Mürztal, FN
422990w. GF: Sabine Schrank,
Andreas Schrank.
Lewi GmbH & Co.KG Zweigniederlassung Österreich, Mariazeller Straße 25, 8605 Kapfenberg, FN 419860t. GS: LEWI
VerwaltungsgesmbH. Komm.:
Wilhjem Lebenicnik.
Markus Schweiger Einzelunternehmen, 8960 Öblarn Nr.
7, FN 423546m. Inh.: Markus
Schweiger.
ML Stahlhandel & Vertriebs
GmbH, Johannesweg 9, 8642
St.Lorenzen im Mürztal, FN
423413t. GF+GS: Marietta
Lammer.
Pelso Engineers GmbH, Ringgasse 30, 8792 St. Peter-Freienstein, FN 421951t. GF+GS: DI Janos Röszler. GS: Ulrike Röszler.
hochzeitundevent Meister Einzelunternehmen, Frohsinnstraße
17-7, 8200 Gleisdorf, FN 423220h.
Inh.: Edith Meister, MBA.
CodeRabbit Ges.m.b.H., Salzlände 13/8/37, 8700 Leoben, FN
422807a. GF+GS: DI Murat Sari.
Manuel Kahr & Christian Nistl
OG, Hauptstraße 7, 8472 Straß, FN
423471b. GS: Manuel Kahr, Christian Nistl.
Kaliba GmbH, Leobnerstraße
43, 8720 Knittelfeld, FN
423194w. GF+GS: Waltraud Kaliba. GS+Prok.: Jürgen Trieb.
Telberia Einzelunternehmen, Anton Hubmann Platz 1/2, 8077 Gössendorf, FN 423656z. Inh.: Patrick
Fuchshofer.
Marcus Fresh Autopflege
GmbH, Anna-Neumann-Straße
23, 8850 Murau, FN 423133f.
GF+GS: Zoltan Patko, Adam Patko. GS: MIZAG Kereskedelmi es
Szolgaltato Beteti Tarsasag.
Best of Spirits Mag. Ingeborg Rehak Einzelunternehmen, Kalsdorferstraße 6, 8072 Fernitz bei
Graz, FN 420082v. Inh.: Mag. Ingeborg Rehak.
Ernst Autischer.
brandscout GmbH, Auf der Weide 7, 8605 Kapfenberg, FN
422816p. GF+GS: Mag. Edith Illmaier.
F-V-F Sportbetriebe GmbH,
Kaltenbachstraße 7, 8684 Spital am Semmering, FN 422893b.
GF+GS: Peter Fahrner. GS: Manfred Vielgut, Wolfggang Fahrner.
Kufner GmbH, Webereistraße 7,
8741 Weißkirchen, FN 422696m.
GF: Ulrich Sogl, Andreas Stein,
Franz Josef Karl AuerspergBreunner. GS: Kufner Textil
GmbH, VMS Beteiligung Vier
GmbH.
Gasthaus zur Waldschenke
Bernhard GmbH & Co KG, Uferweg 7, 8740 Zeltweg, FN
422695k. GS: Gasthaus zur
Waldschenke Bernhard GmbH.
Komm.: Thomas Bernhard.
Grantek Kft. Zweigniederlassung Spital am Semmering,
Hinterleiten 1d, 8684 Spital am
Semmering, FN 423154k. GF:
Mihaly Horvath.
Hungaricum Gastronomiebetriebs OG, Hangweg 31, 8740
Zeltweg, FN 422758d. GS: Janos
Walczer, Jozsef Pogacsas.
Io-La Malerbetrieb OG, Sandgasse 24a, 8720 Knittelfeld, FN
422594m. GS: Ioan Iordachescu, Ioan-Calin Lazea.
Profund Beteiligungs GmbH,
Bundesstraße 13b, 8850 Murau,
FN 423087m. GF+GS: Mag.
Holzbau Berger GmbH, Waldweg 20, 8772 Traboch, FN
422222s. GF+GS: Robert Berger.
LG LEOBEN
Wasser- und Erlebnispark Aqua
Natura GmbH, Bodenweg 64,
8933 St. Gallen, FN290434i. MV:
Mag.jur. Werner Seifried, 8750 Judenburg.
(K)
Marlis Scharf, Bundesstraße 7,
8714 Kraubath an der Mur, Einzelfirma. MV: Dr. Karl Maier, 8720
Knittelfeld.
(SV)
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG GRAZ
Novella Haus & Bau GmbH, Diamantenstraße 1, 8295 St. Johann
in der Haide. FN277602p. MV: Dr.
Paul Wuntschek, 8020 Graz. (SV)
Michael Schachner Gesellschaft
m.b.H., Elisabethstraße 31, 8010
Graz. FN33002h. MV: Mag. Stefan
Kohlfürst, 8046 Graz St. Veit. (K)
Dr. Claudio Zagoda Psychotherapeut, Riesstraße 61, 8047 Graz
Ragnitz, Einzelfirma. MV: Mag. Dr.
Michael Axmann, 8010 Graz. (K)
Mag. Werner Leutschacher KG,
Wienerstraße 33, 8020 Graz, FN
280514x. MV: Dr. Clemens Jaufer,
8010 Graz.
(K)
SFM – Schnabl Facility-Management GmbH, Weiberfelderweg 77,
8054 Graz Straßgang, FN317332s.
MV: Hon.Prof. Dr. Axel Reckenzaun, 8020 Graz.
(SV)
Alexandra Josefine Holzer,
Schmiedgasse 23, 8010 Graz, Einzelfirma. MV: Dr. Norbert Kollerics, 8010 Graz.
(SV)
Funkhouser Decorations GmbH,
Industrieparkstraße 6-8, 8480
Mureck, FN225687v. MV: Dr. Wolfgang Reinisch, 8430 Leibnitz. (K)
Ingo Lichtenegger, Norbert Ehrlich Siedlung 111, 8530 Deutschlandsberg, Einzelfirma. MV: Hon.
Prof. Dr. Axel Reckenzaun, 8020
Graz.
(SV)
Johann Anton Gössler, 8152 Stallhofen Nr. 120, Einzelfirma. MV: Dr.
Wolfgang Klobassa, 8570 Voitsberg.
(K)
Grein Tec GmbH, Triesterstraße
167, 8020 Graz, FN238683f. MV:
Mag. Stefan Kohlfürst, 8046 Graz
St. Veit.
(K)
PV Products GmbH, 8551 Wernersdorf 111, FN337208w. MV: Dr.
Christian Pfandl, 8010 Graz. (K)
Fuchs Transport GmbH, Feldkirchnerstraße 185, 8055 Seiersberg, FN268795m. MV: Dr. Norbert Kollerics, 8010 Graz.
(K)
Manuela Pammer Blumenhandel, Markt 29, 8323 St. Marein Einzelfirma. MV: Mag. Georg Wielinger, 8010 Graz
(K)
Computer Team IL KG, Grazerstraße 1, 8530 Deutschlandsberg,
FN361203g. MV: Hon.Prof. Dr. Axel
Reckenzaun, 8020 Graz.
(SV)
Ing. Manfred Fuchs e.U., Daimlergasse 7, 8055 Graz Puntigam,
FN318699a. MV: Dr. Norbert Kollerics, 8010 Graz.
(SV)
Klaus Schwarzenberger, Emil
Ertlgasse 10, 8042 Graz St. Peter
Einzelfirma. MV: Mag. Eva Pany,
8055 Graz Puntigam
(K)
Michael Schachner GmbH & CO
KG in Liqu., Elisabethstraße 31,
8010 Graz, FN186919g. MV: Mag.
Stefan Kohlfürst, 8046 Graz St.
Veit.
(K)
EHS Baugesellschaft mbH, Dietrichsteinplatz 1, 8010 Graz FN
409522p. MV: Dr. Helmut Horn,
8010 Graz.
(K)
Suat Caliskan, Brandstetterstraße 9, 8600 Bruck an der Mur, Einzelfirma. MV: Dr. Gernot Prattes,
8600 Bruck an der Mur.
(K)
GWH Installationsgesellschaft
m.b.H., Gassing 1, 8642 St. Lorenzen im Mürztal. FN73800f. MV: Dr.
Gernot Prattes, 8600 Bruck an
der Mur.
(K)
Eibegger Installationen Gesellschaft m.b.H., Lise-Meitner-Straße 4, 8753 Fohnsdorf, FN299314v.
MV: Dr. Helmut Fetz, 8700 Leoben.
(SV)
„Foto Hruby“ Foto- Verlags- und
Handels- Gesellschaft m.b.H.,
Hauptstraße 108, 8740 Zeltweg,
FN79265t. MV: Dr. Helmut Fetz,
8700 Leoben.
(K)
„Lambrechter Hof“ Betriebsgesellschaft m.b.H., Au 25a, 8813
St. Lambrecht, FN291520g. MV:
Mag. Herbert Ortner, 8020 Graz.
(K)
Sägewerk Gams Gesellschaf
m.b.H., Nr. 140, 8922 Gams bei
Hieflau, FN142181s. MV: Dr. Michael Zsizsik, 8600 Bruck an der
Mur.
(SV)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanierungsverfahren, (SVE) = Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Forderungen können u.a. beim Kreditschutzverband, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870-1000, Fax: 050
1870-99 1000; www.ksv.at
ÜBERBLICK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Steiermark
in Zahlen
-10.531
GEHALT
Ganzjährig vollzeitbeschäftigte
Steirerinnen verdienen im
Schnitt um 10.531 € weniger als
ihre männliche Kollegen. Aufs
Jahr umgelegt arbeiten sie 86
Tage unbezahlt. Daher war der
statistische Equal Pay Day in der
Steiermark am 7. Oktober 2014.
Die größten Einkommensnachteile in Österreich hatten mit
30,8 Prozent Vorarlbergerinnen.
+5%
PREISANSTIEG
Die Quadratmeterpreise für gebrauchte Einfamilienhäuser stieg
in der Steiermark laut Immobilien.net im ersten Halbjahr 2014
um fünf Prozent auf 1640 €.
Deutlich teurer als in der Steiermark waren die Quadratmeterpreise in Tirol. Gegenüber der
Vergleichsperiode verzeichnete
das Bundesland ein Plus von sieben Prozent auf 3538 €.
In der Steiermark zogen im 1. Halbjahr 2014 die Quadratmeterpeise an. Beim Einkommensunterschied
zwischen Männer und Frauen liegt das Bundesland im
Mittelfeld.
-4,3%
| 15
960 Mio. 114,2%
NEUZULASSUNGEN
PFLEGEAUFWAND
BUNDESZUSCHUSS
Im September 2014 ist in der Steiermark
die Zahl an neu zugelassenen Pkw im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,8 Prozent auf 30.495 Fahrzeuge gesunken, so
Statistik Austria. Österreichweit lag das
Minus bei 4,3 Prozent. Insgesamt wurden
237.363 Fahrzeuge angemeldet.
Zwischen Jänner und Oktober 2014 erhielten steirische Gemeinden vom Bund Vorschüsse auf Ertragsanteile von rund 960
Millionen €. Wie eine Kommunalnet-Erhebung ergab, lag der Wert 5,5 Prozent über
der Vorjahresperiode. Im Oktober betrug
das Plus nur 4,5 Prozent.
Bis 2030 rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut mit mehr als einer Verdoppelung des öffentlichen Aufwandes im
Pflegebereich. Für die Steiermark beträgt
der zu erwartende Anstieg 114,2 Prozent.
Am stärksten dürften die Aufwendungen
in Vorarlberg mit 158,8 Prozent steigen.
TRENDS
Landwirtschaftliche Produktion
Insolvenzen 1.-3. Quartal 2014
Passiva (in Mio. EUR)
456
401
Wert zu Herstellungspreisen im Jahr 2013 (in Mio. €)
2354
NÖ
1681
OÖ
Gesamt: 7,08 Mrd. €
1292
ST
Anteile an  Pflanzliche
414
399
374
310
149
B
K
T
S
V
 Tierische Erzeugung  Anderes
102
W
W
ST
Gesamt: 2,00 Mrd. €
250
OÖ
198
K
142
B
Fälle (absolut)
715
Quelle: Statistik Austria
NÖ
315
429
98
98
45
S
T
V
Gesamt: 2455
379
306
152
113
141
146
Quelle: RE/MAX AustriaWirtschaftsBlatt
74
Grafik/Cmund
ANZEIGE
16 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Planen Sie in
der kommenden
Wintersaison einen
Skiurlaub?
66
Ja
Weiß noch nicht
Nein
Die ewige Diskussion um
die bösen Shoppingcenter
M
29
%
Diskutieren Sie mit:
steiermark@wirtschaftsblatt.at
5
29%
5%
66%
Ergebnis: Von 454 Lesern
planen 29 Prozent einen Skiurlaub. 66 Prozent legen
keinen Wert auf Pistengaudi.
IMPRESSUM
Medieneigentümer, Herausgeber und
Verleger: WirtschaftsBlatt Medien GmbH,
Anschrift: Hainburger Straße 33,
1030 Wien, Telefon: 01/60 117-0
Redaktion: DW 305, Fax 259
Vorsitzender der Geschäftsführung:
Dr. Rudolf Schwarz
Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger
Chefredakteure: Eva Komarek,
Gerhard Hofer
Redaktionsleitung Regionalausgaben:
Markus Stingl, DW 164,
regional@wirtschaftsblatt.at
Geschäftsleitung Werbemarkt:
Romana Stelzl, DW 281,
anzeigen@wirtschaftsblatt.at
Produktionsleitung: Ing. Matthias Netopilek
Marketingleitung: Brigitte Galley
Vertriebsleitung: Regina Giller
Abonnements:
regional-leser@wirtschaftsblatt.at
Regionale Ansprechpartner Steiermark:
Redaktion: steiermark@wirtschaftsblatt.at
Verkauf: Monika Roth,
0676/871970193,
regionalverkauf.steiermark@wirtschaftsblatt.at
Offenlegung gem. § 25 MedienG. http://
www.wirtschaftsblatt.at/impressum
Hersteller: Druck Carinthia GmbH & Co KG
Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz,
sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien.
an hat die Qual der Wahl: Shoppingcity Seiersberg, Center West, Murpark, Citypark. Shoppingcenter gibt es im
Großraum Graz nicht zu knapp. Während in Wien 34
Quadratmeter Einkaufscenterfläche auf 100 Einwohner kommen,
ist dieser Wert in der steirischen Landeshauptstadt dreimal so
hoch. Bei diesem Überangebot sorgt natürlich die Raumordnungsnovelle, die im Herbst im steirischen Landtag beschlossen werden
soll, für Aufregung. Kritiker befürchten, dass es damit für Betreiber bestehender Einkaufscenter einfacher werden wird, die Verkaufsfläche zu vergrößern. Der massive Zuwachs an Shoppingcentern sei ja für die wirtschaftlichen Probleme bzw. das Aussterben
von Ortskernen verantwortlich. Doch so einfach darf man sich diese Diskussion nicht machen. Natürlich braucht es Bau- und Raumordnungsgesetze. Es braucht aber auch Möglichkeiten für Unternehmer, neue Projekte umsetzen zu können. Klaus Ruckenstuhl,
Manager des Shopping Center West, sieht die Raumordnungsnovelle im Interview mit dem WirtschaftsBlatt Steiermark ganz pragmatisch: „Verkaufsflächen müssen funktionieren. Wenn sie das
nicht tun, sind sie ganz schnell wieder weg.“
A
m Beispiel Graz sieht man, dass die Shoppingcenter wenig
dafürkönnen, dass der Handel in der Altstadt unter Druck
steht. In der Stadtregierung fehlt es an Konzepten, wo man
mit der Altstadt hinmöchte. Zeitgemäße Entwicklungsschübe der
vergangenen Jahre gehen fast ausschließlich auf Initiativen Grazer
Unternehmer zurück – siehe Umbau des ersten Hauses am Platz,
Kastner & Öhler. Entstanden ist nach Millionen-Investitionen ein
Kaufhaus internationalen Rangs, dessen Dachterrasse sich zum
jüngsten Wahrzeichen der Stadt entwickelt hat.
Doch die Stadt tut sich mit ihrer eigenen Weiterentwicklung
schwer. Zum einen müssten die Unternehmer beginnen, mit
einer Stimme zu sprechen. Zum anderen müsste die Stadtregierung zuallererst sinnvolle Parklösungen bzw. Lösungen
für den öffentlichen Verkehr schaffen. Im Moment haben
die Shoppingcenter-Betreiber die Nase vorn, weil sie die
Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllen können. Das kann
man ihnen nicht zum Vorwurf machen.
MARTINA LEINGRUBER
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
FORUM
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 17
ZITAT
Durch die Verlängerung des Mercedes-G-Auftrags für
Magna profitieren auch zahlreiche Zulieferbetriebe
Peroutka π
CHRISTIAN BUCHMANN
Wirtschaftslandesrat
AUSGEZEICHNET
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Martina Leingruber [male]
Die WirtschaftsBlatt-Korrespondentin schreibt über alle Wirtschaftsthemen in der Steiermark.
Wolfgang Wildner [wowi]
Der steirische Journalist berichtet über kleine und mittlere
Unternehmen in der Region.
Alexander Pfeffer [pepe] Der
WirtschaftsBlatt-Redakteur leitet
das Ressort Business-Talk in allen
WirtschaftsBlatt-Publikationen.
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
steiermark@wirtschaftsblatt.at
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Michael Vorauer [vorm]
Beobachtet die Unternehmenslandschaft und berichtet mit
Schwerpunkt Steiermark.
Martina Madner [mad] Ist
Arbeitsmarkt-Expertin und
schreibt über Bildung, Karriere
und Unternehmen.
Christoph Pridun [chp] Berichtet über wirtschaftliche Events
und Unternehmensveranstaltungen in Ihrem Bundesland.
michael.vorauer@wirtschaftsblatt.at
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
christoph.pridun@wirtschaftsblatt.at
Markus Stingl [mast] Leitet das
Regionalressort im WirtschaftsBlatt. Schreibt über relevante
Themen für den Mittelstand.
Claudia Peintner [clp] Die
gebürtige Osttirolerin schreibt
über Neuigkeiten aus Unternehmen und Wirtschaftsthemen.
ANZEIGENKONTAKT Monika
Roth ist Ihre Ansprechpartnerin in der Steiermark.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
regionalverkauf.steiermark@wirtschaftsblatt.at, Telefon: 01/60117-193
REDAKTION steiermark@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0 DW 305, Fax 259
18 |
FINANZEN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FINANZEN
| 19
GELDANLAGE
Mit alternativen Investments das Portfolio erweitern
Bloomberg
Alternative Investments
können vieles sein – von
Hedgefonds übers Zinshaus bis hin zum Kunstwerk an der Wand. Freilich
gilt auch hier: Nicht alles
auf ein Pferd setzen.
der Meinung sein, dass US-Aktien
besser sind als europäische Aktien, und diese Meinung als Strategie in seinem Fonds umsetzen.“
Was alternative Investments in
der Regel eint, sind geringere Regulierung und geringere Liquidität. Wer kauft sich schließlich
schon täglich eine Karibikinsel?
VON ROSA KUPPKE
Nicht alles auf ein Pferd
Ungebremst in den Himmel wachsen die Erträge von alternativen
Investments freilich auch nicht.
Von den Höchstständen haben
sich beispielsweise Gold, Diamanten, Platin oder auch die Preise
feiner Weine zuletzt entfernt. Entsprechend gilt auch hier der alte
Investment-Leitspruch: Nicht
alles auf ein Pferd setzen.
D
ie Grenzziehung ist
nicht immer eindeutig: Was ist ein
alternatives Investment, was ein
herkömmliches?
„Grob gesprochen ist ein alternatives Investment eine Veranlagung, die nicht in den Bereich Aktien oder Anleihen oder dementsprechende Fonds fällt“, erläutert
Martin Greil, Generalsekretär Alternative Investment Fonds Manager (AIFM) Federation Austria.
Alternative Investments sollten
laut Greil „für eine höhere Diversifikation im Portfolio sorgen“ –
im Idealfall sollte also die Entwicklung der alternativen Anlage
mit den Entwicklungen des Mainstream-Marktes nichts zu tun haben, nicht korrelieren.
Abseits der Kapitalmärkte
Wer sich ganz abseits der herkömmlichen Kapitalmärkte bewegen will, der kann in Autos, Uhren, Diamanten oder Briefmarken
investieren. Bei Wein sind es allen
voran die großen Bordeaux-Weine, die international begehrt sind.
Vor allem die Nachfrage aus Asien
verknappt das Angebot zunehmend. Wer in Kunst investiert, so
raten Experten, sollte nur Werke
kaufen, die auch dem eigenen Geschmack entsprechen: Wenn die
erhoffte Wertsteigerung ausbleibt,
kann man sich zumindest an der
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter regional@wirtschaftsblatt.at
LIV-EX100FINEWINEINDEX
380
280
Dist blub volla con unt utatvolla
sinveligni unt utat a dist paruptam quia con earuptat
180
31.10.09
1.4.12
31.8.14
smallCharts for Bloomberg
Alternative Investments sorgen für höhere Diversifikation
MARTIN GREIL
GENERALSEKRETÄR
AIFM AUSTRIA
Optik erfreuen. Die britische Privatbank Coutts, ein Tochterunternehmen der Royal Bank of Scotland, hat einen Index mit „Passion
Assets“ – frei übersetzt mit „Liebhaber-Werte“ – entwickelt und berechnet. Im „Objects of Desire“-
Index enthalten sind beispielsweise Kunstgegenstände wie alte
Meister, chinesische Kunst oder
Skulpturen.
Unter der Rubrik „Collectibles“
werden Classical Cars, Münzen,
Briefmarken, Wein oder seltene
Musikinstrumente aufgeführt.
Ebenfalls enthalten sind Juwelen
und Uhren sowie Immobilien. Seit
der Index im Jahr 2005 entwickelt
wurde, ist er um mehr als 77 Prozent gestiegen. Die Kategorie
„Classical Cars“ legte gar um
mehr als 250 Prozent zu, „Classical Watches“ verbuchte ein Plus
von über 170 Prozent und auch
Feriendomizile sind im Wert gestiegen.
Aber es muss nicht gleich eine
ganze Karibikinsel sein. Im Prinzip ist auch eine Eigentumswoh-
nung ein alternatives Investment,
ebenso wie der Kauf eines Waldes
oder eines Infrastrukturfonds.
Die komplexeste Variante von
alternativen Investments sind
Hedgefonds. Zwei Merkmale sind
es für Christian Süttinger, Alternative Investments Dachfondsmanager bei der Erste-Sparinvest, die
alternative Investments kennzeichnen. „Ein klassischer Investmentfonds kauft Anleihen oder
Aktien in der Erwartung, dass sie
steigen. Ein Hedgefonds kann – je
nach Ausrichtung – von steigenden und fallenden Kursen profitieren.“
Auf der anderen Seite zeichnen
Hedgefonds die Relativität aus.
„Ein Hedgefondsmanager muss
keine explizite Meinung zu einzelnen Aktien haben, er kann aber
Feine Weine. Lieber länger lagern als profitlos trinken
Wein kann man trinken, natürlich. Wer seinen Durst im Zaum
hält, kann aber auch auf Wertsteigerungen der edlen Tropfen spekulieren. International begehrt
sind französische Weine, und
hier in erster Linie der Bordeaux.
„Die Nachfrage nach Bordeaux
nimmt zu, vor allem in China und
Hongkong werden die Weine immer beliebter“, sagt Robin Khanna, Geschäftsführer von Bordeaux Traders in Wien. „Das Angebot an Bordeaux ist begrenzt,
weil die Weinbauern in Frankreich per Gesetz nur eine bestimmte Menge produzieren dürfen.“ Da die eine oder andere Fla-
sche auch ausgetrunken wird,
verknappt sich das Angebot weiter. Dennoch wurden zuletzt
nicht mehr die Rekordpreise wie
noch vor zwei, drei Jahren für die
großen Bordeaux-Weine bezahlt.
Wer in Wein investieren möchte, kann in internationale WeinFonds veranlagen oder sich ein
individuelles Portfolio zusammenstellen lassen, wie es bei
Bordeaux Traders angeboten
wird. Allerdings sollte man das
nötige Kleingeld dafür haben.
Bei Bordeaux Traders kann ab
10.000 € investiert werden. Die
Voraussetzung: „Die FMA hat
uns vorgeschrieben, dass unsere
Investieren in Wein – mit Fonds
oder flaschenweise im Depot
Investoren ein Vermögen von
100.000 € vorweisen müssen“,
sagt Khanna.
Wird dann der Wein für die
Kunden gekauft, landet dieser in
einem Weinlager. Der Investor
erhält ein Eigentumszertifikat.
Wird der Wein später mit entsprechendem Gewinn verkauft,
erhält Bordeaux Traders 20 Prozent des Profits. Die Gewinne, die
der Investor macht, sind steuerfrei. Einzig, wer sich ein Fläschchen behält, um es selbst zu trinken, muss dafür dann Mehrwertsteuer zahlen.
[roku]
regional@wirtschaftsblatt.at
20 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KONJUNKTUR
UMFRAGE
Die Zukunft bringt …
Jeden Monat bitten wir Unternehmer und Manager um ihre Einschätzung der Wirtschaftslage. Dieses regionale
Konjunkturbarometer bietet einen unmittelbaren Einblick in die Entwicklung in Ihrem Bundesland.
CHRISTIAN
KNILL
CEO
KNILL
GRUPPE
DORIS
ENZENSBERGER
GF
LIEB BAU WEIZ
HERBERT
RITTER
GF
M&R
AUTOMATION
KATHRIN
WESONIG
MITGLIED DER GF
WEITZER
PARKETT
ANDREAS
GERSTENMAYER
CEO
AT&S
SUSANNE
MEININGER
GF
VERPACKUNGSZENTRUM GRAZ
ALEXANDER
TESSMARPFOHL
VORSTAND
SATTLER AG
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
l Die BIP-Korrekturen von
Nationalbank und Wifo können wir bestätigen. Minimale
Zuwächse im 4. Quartal.
l Wir erwarten ein schwaches
nächstes Quartal: durch den
frühen Winterbeginn und fehlende Investitionen in Europa.
s Softwaretechniker, Sales
Manager, Mitarbeiter für technischen Dokumentation und
Entwicklungskonstrukteur.
t Nach wie vor deuten die aktuellen Prognosen auf keine
positive Konjunkturentwicklung, wichtige Impulse fehlen.
l Das niedrige Preisniveau im
Baugewerbe erschwert die Akquise, das vierte Quartal ist
von der Witterung abhängig.
t Da sich die heurige Bausaison dem Ende zuneigt, suchen wir derzeit keine neuen
Mitarbeiter.
l Im Bereich Automatisierung
entwickelt sich die Konjunktur
in Europa stabil, Nordamerika
positiv und China rückläufig.
s Wir sind gut ausgelastet und
sehen im Bereich Automatisierung und Robotik keine Abschwächung in naher Zukunft.
s Ja, wir haben aktuellen
Personalbedarf in den Bereichen Engineering, Vertrieb
und Projektmanagement.
l Europa hat weiterhin Aufholpotenzial. Speziell international gut aufgestellte Unternehmen werden profitieren.
s Das Herbstgeschäft ist voll
angelaufen und wir verzeichnen Zuwächse zum Vorjahr.
s Wir suchen einen Gebietsverkaufsleiter für München/
Rosenheim. Fachpersonal
(Holzbereich) ist gefragt.
l Wir sehen keine großen Veränderungen für die kommenden Monate.
l Wir sehen keine großen Veränderungen für die kommenden Monate.
l Wir haben aktuell keinen
Bedarf.
s Optimistisch für jene Unternehmen, die auf Qualität,
Corporate Social Responsibility sowie Innovation setzen.
s Wir erwarten Umsatzsteigerungen, da die Konsumenten
verstärkt umweltfreundliche
Verpackungen verlangen.
s Wir sind im Bereich Marketing und Verkauf auf der Suche, da wir in Zukunft auch in
Europa präsent sein wollen.
l Generell rechnen wir nicht
mit einer positiven Entwicklung
der Konjunktur in den kommenden drei Monaten.
l Saisonbedingt ist das dritte
Quartal immer schwächer als
das zweite, wir erwarten keine
positiven Überraschungen.
s Es besteht Bedarf an spezifische Fachkräften im technisch
orientierten Vertrieb.
foto-MAXL.at, Liebbau, MR Automation, beigestellt, ATS, Weitzer Parkett, Verpackung Kanizaj
22 |
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 23
Steiermark Tourismus Kreischberg
SKIGEBIETE
Tourismus stagniert
im Schatten der
Weltmeisterschaft
Die Skiregion Kreischberg erhofft sich von der heurigen Freestyle- und SnowboardWM kräftige Impulse. Unterdessen verschärft sich die Lage für kleine Skigebiete. Vor
allem die hohen Kosten für Kunstschnee bereiten Sorgen.
VON WOLFGANG RÖSSLER
M
anchmal hat
man einfach
Pech. Im Sommer
2013
heuerte Pistenbetreiber
Hans Bruggraber eine neue Mannschaft für sein Skigebiet Alpl an.
Ein Glücksgriff, wie es zunächst
schien: Ein benachbartes Skigebiet schloss die Pforten, Bruggraber sollte ein eingespieltes Team
übernehmen. Kurz vor Saisonstart
die Hiobsbotschaft: Der Konkurrent sperrte nun doch auf. „Meine
Angestellten sind mir davongelaufen“, sagt Bruggraber.
Dann kam ein enttäuschender
Winter, erst spät begann es zu
schneien, das Personal für die
Schneekanonen fehlte. Trotz guter Buchungslage endete die vergangene Wintersaison für den
Ski-Unternehmer und Hotelier in
einer Katastrophe: „Wir haben
den Winter nicht überlebt. Derzeit sind wir in einem Sanierungsverfahren.“ Man verhandle mit Investoren, um das kleine Skigebiet
mit sechs Liften wieder öffnen zu
können.
Die Skiwelt Alpl ist nicht das
einzige steirische Wintersportgebiet, das zuletzt ins Trudeln gekommen ist. Die Welle der Eupho-
rie über die Snowboard-WM am
Katschberg täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die Lage für
den Wintersport alles andere als
rosig ist. Vor allem kleinere Betreiber klagen über ausbleibende
Kundschaft und steigende Kosten
durch schneeärmere Winter.
Kein Breitensport mehr
„Der Wintersport in der Steiermark stagniert generell“, sagt Elias Walser, Geschäftsführer der
Tourismusregion Ramsau. Vor allem die einheimische Kundschaft
würde mehr und mehr auslassen:
„Es gibt gewisse Trends, die man
nicht wegdiskutieren kann“, sagt
er. „Ein Faktor ist das Wetter, der
Klimawandel.“ Viel mehr aber
würden die Skigebiete unter
Für kleine Gebiete
ist frühes Beschneien
unwirtschaftlich
ELIAS WALSER
GF TOURISMUSREGION
RAMSAU
Turbo für Wintersport? Nicht
alle steirischen
Skigebiete können von den
Schlagzeilen
der Ski-WM am
Kreischberg
profitieren
einem gesellschaftlichen Wandel
leiden: Durch den Wegfall der
Schulskikurse und einem größeren Anteil „von Menschen mit Migrationshintergrund“ werde Skifahren als Massensport zunehmend weniger attraktiv.
Schnee aus der Konserve
Dazu kämen steigende Anforderungen der Gäste, die sich bereits
im Spätherbst präparierte Pisten
erwarten würden. „Vor allem für
kleine Betriebe ist das frühe Beschneien unwirtschaftlich.“
In der Ramsau hat man sich
jetzt für eine neue Strategie entschieden: Schnee aus der Konserve. Im Frühling, kurz bevor es
warm wird, „schieben wir den
Schnee zusammen und decken
ihn mit Hackschnitzeln ab“. Unter
einer Isolierfolie würde der
Schnee dann die warme Jahreszeit
überstehen, im November werde
er wieder ausgepackt und verteilt.
„Wir haben 5000 Quadratmeter
Schnee konserviert, davon bleiben uns rund 80 Prozent.“
Mit solchen Problemen muss
sich Karl Fussi nicht herumschlagen. Der ehemalige Wintersportunternehmer ist der Sprecher der
Weltmeisterschaft am Kreischberg, wo in diesem Winter
ZAHL
6,0
Milliarden €
■ Seit dem Jahr 2000 investierten die heimischen Seilbahnunternehmen laut eigenen Angaben
mehr als sechs Milliarden € in Modernisierung der Anlagen, Beschneiungstechnik, Gastronomie
etc. Im Vorjahr waren es rund 507
Millionen €.
Der Kassenumsatz der Branche
ging im Winter 2013/14 im Vergleich zum Jahr davor um 2,8 Prozent auf rund 1,2 Milliarden € zurück. Die Zahl der Beförderungen
sank um etwas mehr als drei Prozent auf 585 Millionen €.
HINTERGRUND
Foltin π
■ Zur Branche gehören laut Zahlen des Bundesministeriums für
Verkehr, Innovation und Technologie 253 Seilbahnunternehmen
(Winter-, Gletscher- und Zweisaisonbetrieb, dazu elf reine Sommerbetriebe) und rund 550
Schlepplift-Unternehmen. Insgesamt verfügt die Branche über
1098 Seilbahnen und rund 1850
Schlepplifte. Auf den Sommerbetrieb (205 Seilbahnunternehmen
haben zwischen Mai und Oktober
offen) entfallen rund zehn Prozent
des Gesamtumsatzes der Branche.
■ Österreichs Skigebiete verfügen über 23.000 Hektar Pistenfläche; 60 Prozent sind beschneibar.
Laut Branchenangaben konnte der
Energieverbrauch zur Schneeerzeugung zuletzt deutlich reduziert
werden - pro Skifahrer und Tag auf
4,2 Kilowattstunden. Damit käme
ein Pkw sechs Kilometer weit.
■ Die Seilbahnen beschäftigten
rund 15.600 Mitarbeiter. Laut Zahlen der Wirtschaftskammer sichert
die Branche zudem 67.500 Arbeitsplätze bei Partnern und Dienstleistern außerhalb der Bergbahnbetriebe.
■ Der Altersdurchschnitt der Skifahrer auf Österreichs Pisten beträgt laut Gästebefragungsdatenbank der Seilbahnen 38 Jahre, ein
Wert, der sich über Jahre hinweg
stabil halte.
24 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
Steiermark Tourismus / ikarus.cc
Snowboarder und FreestyleSkifahrer bei der Freestyle- und
Snowboard-WM ihr Können
demonstrieren werden. Schon vor
elf Jahren war die Region Kreischberg Austragungsort, von den damaligen Investitionen in die Infrastruktur, verbunden mit der weltweiten Werbung, zehre man noch
heute: „Die Snowboard-WM 2003
war eine Initialzündung für die
Region“, sagt er. „Seitdem sind
2000 Gästebetten dazugekommen, die Anzahl der Nächtigungen hat sich verdoppelt.“
Auch von der heurigen WM erwartete er sich kräftige Impulse.
„Mit dem Image einer WM-Region kann man auch im Ausland
bei Investoren gut reüssieren“,
sagt er. Rund 40 Prozent der Skifahrer am Kreischberg seien Inländer, je 22 Prozent kämen aus
Deutschland und Ungarn. Das seien zugleich auch jene Länder, in
denen besonders viele Wintersportbegeisterte bei den Abfahrten mitzittern würden.
Große helfen Kleinen
Dass die goldenen Zeiten der
Wintersportbranche vorbei sind,
leugnet auch Fussi nicht. „Ich
weiß, dass sich vor allem die kleinen Gebiete durch die hohen Kosten für die Beschneiung schwer
tun“, sagt er. Werden also am Ende nur die Großen übrig bleiben?
Das, meint Fussi, könne niemand
ernsthaft wollen. Denn gerade die
kleinen Skigebiete in unmittelbarere Nähe der Wohngebiete seien
wichtig, um Kinder und Jugendliche an das Skifahren heranzuführen. Daher beteilige sich die
Region Kreischberg auch an der
Aktion „Große helfen Kleinen“.
Fussi: „Wir unterstützen ein
kleines Skigebiet in der Region
mit Schneekanonen und Knowhow.“ Das sei keineswegs ganz uneigennützig: „Wenn die Volksschüler dort im Turnunterricht
ein wenig auf der Piste rutschen,
haben sie später eher Lust, zu uns
zu kommen.“
Auch die Landesregierung hat
unlängst eine Million Euro zusätzliche Förderungen für kleine Skigebiete freigegeben. Das hilft dem
insolventen Skigebiet Alpl zwar
derzeit wenig. Aber Betreiber
Bruggraber ist dennoch frohen
Mutes: „Wenn alles gut geht, sperren wir nächstes Jahr wieder auf.“
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter steiermark@wirtschaftsblatt.at
Nachgefragt. „Freeride-Trend tangiert die
kleineren Skigebiete nur am Rande“
WirtschaftsBlatt: Die Wintersaison steht unmittelbar bevor – welche Trends orten Sie 2014/2015?
Markus Eck: Der Trend hin zu
Genuss-Skitouren, dem Fahren
abseits der Piste wird nicht abreißen, er wird sich verstärken.
Auch aus Kostengründen, Skitouren sind günstiger.
Skigebiete haben aus verschiedenen Gründen zu kämpfen – wie
schätzen Sie die Situation im Hinblick auf den Freeride-Trend ein?
Je früher es ins Tal schneit,
desto besser für die Skigebiete,
egal ob groß oder klein. Meiner
Meinung nach tangiert der Freeride-Trend die kleineren Skigebiete nur am Rande, für die ist es
ausschlaggebender, ob sie sich
Beschneiungsanlagen leisten
können oder nicht. Wir als Pieps
GmbH (Umsatz 2013: sechs Millionen €, Anm.) arbeiten mit großen Gebieten zusammen, also
Lech/Zürs oder Montafon. Hier
ist der Bedarf an Sicherheitsausrüstung groß.
Wintersportler, die vermehrt den
Weg abseits der Pisten suchen, benötigen Sicherheitsausrüstung –
wie sehr tangiert Sie das?
Sehr, ich kann mich noch an
Zeiten erinnern, als Skigebiete
gesagt haben, „bei uns gibt es keine Lawinen“. Nun treten Skigebiete mit Wunsch nach Schulungen an uns heran, und Organisationen empfehlen Sicherheitsausrüstungen, die unsere Produkte beinhalten: LawinenPieps, Schaufel und Sonde. Auch
Lawinen-Airbags wie unser Jetforce werden immer wichtiger.
Für 2014 erwarten wir eine schöne Umsatzsteigerung.
Hartl
Markus Eck, Geschäftsführer
der Pieps GmbH aus Lebring
Die Pieps GmbH hat eine Exportquote von 70 Prozent sowie einen
Weltmarktanteil von 40 Prozent.
Was unterscheidet Sie vom Mitbewerb?
Meiner Meinung nach ist es
die enge Verbindung zwischen
Praxis und Ingenieurskunst. In
unserem Entwicklerteam arbeiten drei ehemalige Bergführer,
wir kennen die Anforderungen
an unsere Produkte sehr genau.
Die gesamte Entwicklung passiert in der Zentrale in Lebring,
wir haben auch eine kleine Produktion hier. Zudem sind wir bemüht, alle Produktionsschritte
im nahen Umfeld zu behalten
bzw. aus Asien zurückzuholen.
Die Leiterplatten unserer LVSGeräte werden zum Beispiel von
Anton Paar in Graz hergestellt.
Seit 2012 steht die Pieps GmbH im
Eigentum des amerikanischen
Black-Diamond-Konzerns. Was
hat sich verändert?
Wir sind weiter ein eigenständiges Unternehmen, profitieren
aber vom Netz eines internationalen Konzerns. Das macht auch
die Planung einfacher. [male]
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
26 |
RECHT & STEUERN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
RECHT & STEUERN
| 27
colourbox.de, Ecovis
ARBEITSPLATZ
Betriebe
müssen Psyche
prüfen
WIEN. Seit einer Novelle im
Arbeitnehmerschutzgesetz
(ASchG) 2012 müssen alle
Unternehmen in Österreich die
„arbeitsbedingten physischen
und psychischen Belastungen,
die zu Fehlbeanspruchungen
führen können“, ermitteln und
beurteilen. Die Arbeitsinspektorate statten seit 2013 in einem
ersten Schritt vor allem größeren Betrieben Besuche ab, um
diese Vorgänge zu kontrollieren, aber auch, um zu beraten.
Konkret müssen die Unternehmen durch einen standardisierten Fragebogen (Anm. erhältlich auf www.arbeitsinspektion.gv.at) oder in moderierten, anonymisierten Gruppengesprächen ermitteln, wo
Schwachstellen liegen: Liegt
eine hohe körperliche oder
geistige Belastung vor? Beispiele dafür wären ein häufiger
Umgang mit unzufriedenen
Kunden, der Zwang zum Dauerlächeln oder eine Unterforderung bei Aufgaben.
Abgefragt werden muss auch
die Zufriedenheit mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes
oder mit dem Organisationsklima. Gibt es ausreichend
Unterstützung durch Führungskräfte oder Kollegen?
Werden Mitarbeiter aureichend informiert? Passt die Beleuchtung?
Konkrete Maßnahmen
Tauchen psychische Fehlbelastungen auf, sind Betriebe verpflichtet, „konkrete und nachvollziehbare“ Maßnahmen zu
setzen und diese zu dokumentieren. Fühlen sich Mitarbeiter
etwa von E-Mails in der Freizeit belästigt, können Betriebe
Server so einstellen, dass nach
18 Uhr kein Weiterleiten erfolgt. Ausgegangen ist die NeuRegelung im ASchG von der
EU. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Krankenstände aufgrund psychsicher Fehlbelastung zu reduzieren.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
nehmenswert mittels eines Multiplikators in Verbindung mit Umsatz, Gewinn vor Zinsen und
Steuern (EBIT), Gewinn vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) oder dem Jahresüberschuss. Vorteil dieser Methode ist die schnelle
Berechnung.
GASTKOMMENTAR
Was mein
Betrieb
Wert ist
Achtung vor Fehlern
Die Planungsrechnung erfolgt durch den Unternehmer bzw. das Controlling im Betrieb. Der
Unternehmenswert wird vom Wirtschaftstreuhänder errechnet. Fehler treten in KMU oft bereits bei der Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung auf und verfälschen die Planungsrechnungen und so die prognostizierten finanziellen
Überschüsse. Ebenso häufig wird der Diskontierungssatz falsch bestimmt. Schon kleine Veränderungen von Annahmen bewirken Schwankungen beim Wert: Es braucht daher niemanden zu
wundern, wenn zwei Gutachter des Öfteren zu
völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Die Einschätzung des Unternehmenswertes
ist eine der schwierigsten Aufgaben für
Unternehmer. Maschinen oder Kunden sind
nebensächlich. Es kommt auf Zukunftsgewinne und die richtigen Formeln an.
BARBARA
HÖLZL
Was ein Unternehmen tatsächlich am Papier
D
ie Gründe für eine Unternehmensbewertung sind vielfältig:
Unternehmensnachfolge als Erwerber oder Veräußerer, Verkauf
von Unternehmensanteilen, Einund Austritt von Gesellschaftern,
Umgründungen oder als Planungsinstrument für
Unternehmensstrategien.
Die Einschätzung des eigenen Unternehmenswertes ist jedoch einer der schwierigsten unternehmerischen Vorgänge. Bilanzkennzahlen aus
aktuellen Bilanzen zu ermitteln, ist in Sekunden
möglich, da sie auf Vergangenheitsdaten aufbauen. Bei der Unternehmensbewertung sind aber
die zukünftigen finanziellen Überschüsse des
Unternehmens zu planen. Die gängigen Methoden der Bewertung wurden in einem neuen Fachgutachten vom 26. März 2014 von der Kammer
Fehler treten in KMU oft bereits
bei der Analyse der Gewinnund Verlustrechnung auf
der Wirtschaftstreuhänder beschlossen. Wesentliches Ziel ist die Aufwertung rechnerischer Verfahren zur Unternehmensbewertung.
Planung künftiger Cashflows
Die Basis jeder Bewertung ist die Planung künftiger Cashflows. Zu berücksichtigen sind insbesondere interne Plandaten und Analysen der Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie der
vom Unternehmen angebotenen Leistungen.
Ebenso sind marktbezogene Faktoren wie die Ent-
wicklung der Branche, Konkurrenzsituation und
Absatzmärkte relevant. Der Substanzwert, wie
etwa Betriebsgrundstücke oder Maschinen eines
Unternehmens, haben für die Unternehmensbewertung keine Bedeutung. Die Substanzwertmethode, bei der die aktuellen Marktwerte der Vermögensgegenstände ermittelt werden, wird heutzutage nur mehr herangezogen, um prognostische
Bewertungsmethoden zu untermauern.
Formel zur Berechnung
Die finanziellen Überschüsse werden in der Regel in Phasen geplant, welche abhängig von Struktur, Größe, Branche und Lebensdauer des zu bewertenden Betriebes unterschiedlich lang sind.
Die Detailplanung sollte zumindest für die nächsten drei Jahre durchgeführt werden. Für die Zeit
danach wird die Formel der „ewigen“ Rente herangezogen. Das bedeutet, dass nach Ablauf der
zweiten Phase davon ausgegangen wird, dass der
ermittelte Ertrag auf ewig aufrechterhalten werden kann. Zwei Berechnungsverfahren sind in der
Praxis am gängigsten: das Diskontierungsverfahren und die Multiplikatormethode.
Bei den Diskontierungsverfahren ergibt sich
der Unternehmenswert aus dem Barwert finanzieller Überschüsse. Die Berechnung des Barwerts erfolgt mit dem Kapitalisierungszinssatz
(risikoloser Zinssatz zzgl. unternehmensabhängiger Risikoaufschlag). Je höher der Kapitalisierungszinssatz ist, desto niedriger wird der Wert
des Unternehmens ausfallen. Für einen kleinen
Gewerbebetrieb wird der Kapitalisierungszinssatz aufgrund des Risikoaufschlages höher sein
als beispielsweise bei einem leichter handelbaren
börsenotierten Unternehmen.
Multiplikatorverfahren ermitteln den Unter-
wert ist, steht nicht in den Sternen, sondern beruht auf rechnerischen Verfahren
■ Die Autorin ist Steuerberaterin bei ECOVIS Austria,
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
ANZEIGE
28 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KARRIERE
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KARRIERE
| 29
Eizinger, beigestellt
KURSE
GRAZ
Kreativitätstechniken für zielorientiertes Denken, 17.+19.11.2014, Mo+Mi 17:1521:15 Uhr, Kosten: 354 €, bit, Kärntnerstr.
311, 8054 Graz, Tel.: 0316/28 55 50, office@bit.at, www.bit.at
Führen für Meister, 21.+22.11.2014, Fr
14:00-22:00 Uhr, Sa 09:00-17:00 Uhr,
Kosten: 320 €, Wifi, Körblerg. 111-113,
8010 Graz, Tel.: 0316/602-1234, info@
stmk.wifi.at, www.stmk.wifi.at
JUDENBURG
Werkzeuge wirksamer Führung,
10.+11.12.2014, Mi 10:00-19:00 Uhr, Do
08:30-17:00 Uhr, Kosten: 1380 €, Hotel
Schloss Gabelhofen, Schlossg. 53, 8753
Fohnsdorf, Tel.: 0512/26 27 07, info@
ausculta.com, www.ausculta.com
LEIBNITZ
Moderation, 20.+21.11.2014, Do + Fr
09:00-17:00 Uhr, Kosten: 320 €, Leopold Feßler G. 1, 8430 Leibnitz, Tel.:
0316/602-1234, info@stmk.wifi.at,
www.stmk.wifi.at
LEOBEN
Grundlagen des Führens, 07.+08.11.2014,
Fr 14:00-21:00 Uhr, Sa 09:00-18:00 Uhr,
Kosten: 400 €, BFI, Pestalozzistr. 92, 8700
Leoben, Tel.: 05/72 70-6004, leobenpestalozzi@bfi-stmk.at, www.bfi-stmk.at
MÜRZZUSCHLAG
Social Network – Facebook, Xing und
Co., 12.+13.11.2014, Mi+Do 16:00-20:00
Uhr, BFI, Grüne Insel 2, 8680 Mürzzuschlag, Tel.: 05/72 70-4100, muerzzuschlag@bfi-stmk.at, www.bfi-stmk.at
UNTERPREMSTÄTTEN
Marketing, 18.+19.11.2014, Di+Mi 09:0017:00 Uhr, Kosten: 360 €, Wifi, Seering 8,
8141 Unterpremstätten, Tel.: 0316/6021234, info@stmk.wifi.at, www.stmk.wifi.at
WILDALPEN
Hamsterrad ade – Bestform für die Zukunft, 14.–16.11.2014, Fr 10:00-17:30, Sa
09:00-17:30, So 09:00-16:00, Kosten:
460 €, Hotel Bergkristall Wildalpen, 8924
Wildalpen, Tel.: 0664/456 48 13 office@
emotioninmotion.at, emotioninmotion.at
Sie haben auch einen Kurs
anzukündigen? Senden Sie die Infos
bitte an regional@wirtschaftsblatt.at
WEITERBILDUNG
X Das Netzwerken
effizienter gestalten
GRAZ. Die Supply Chain ist ein
Netzwerk aus Unternehmen, die
zusammenarbeiten, um ein Produkt herzustellen und es zum
Endkunden zu bringen. In der
Steiermark gäbe es laut WifiTrainer Ernst Kurzmann in vielen Betrieben noch Aufholpotenzial, was Effizienz anbelangt. Das Wifi startet einen neuen Lehrgang für Supply-Chainund Export-Management. [mad]
Infos: www.stmk.wifi.at/logistik
PERSONALSUCHE
Mit dem
Stelleninserat
für sich werben
Bei der Suche nach den
optimalen Mitarbeitern
bringt so manches Inserat
von Klein- und Mittelbetrieben nicht den gewünschten Erfolg. Dabei
lassen sich manche Fehler
einfach ausräumen.
VON MARTINA MADNER
M
it einer Liste an fachlichen Qualifikationen und einem Anforderungsprofil alleine ist ein Stelleninserat selten
von Erfolg gekrönt. Dessen ist
sich Bert Jandl, Geschäftsführer
des Feriendorfs Vila Vita Pannonia in Pamhagen im Burgenland,
sicher. „Wir unterscheiden uns
mit der sozialen Komponente von
den Stelleninseraten anderer“,
sagt Jandl. Das Soziale spiegelt
sich im 164 Mitarbeiter großen
Betrieb zum Beispiel an Kinderbetreuung vor Ort, Freizeitangeboten für Mitarbeiter oder auch
Aus- und Weiterbildung wider.
Stelleninserate sind für Jandl
auch ein Marketinginstrument: „Es
ist sicher schwieriger geworden,
Fachkräfte zu finden. Tourismusberufe müssen für junge Menschen oder Wiedereinsteigerinnen
attraktiver werden. Auch die Generation 50 plus, in der viele hochqualifiziert sind, ist bei uns herzlich willkommen.“
Was Jandl bereits umsetzt, empfielt Christian Klement, Geschäftsführer der Personalberatung ePunkt, auch anderen kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU): „Wesentlich ist beim Stelleninserat, dass Unternehmer es
als Werbeplattform für sich im
Kundenkreis Arbeitsmarkt sehen.
Der Kandidat ist kein Bittsteller.“
Bei der Suche nach den besten der
Besten müssen sich Unternehmen
mit ihren Inseraten aus der Masse
an Angeboten herausstechen. Irma Brazda, Leiterin des Bundesländergeschäfts der Personalberatung Iventa, sieht das ähnlich:
„Nicht nur bei Technikern auch in
der Bilanzbuchhaltung, Lohnverrechnung und im Controlling haben die Bewerber oft zwei bis drei
Angebote in der Hand. Da liegt es
an den Unternehmen, sich um sie
zu bewerben.“
Unternehmen vorstellen
Ziel eines Stelleninserats ist natürlich die rasche Besetzung der
Stelle mit dem passenden Mitarbeiter. Laut Florens Eblinger,
Geschäftsführer von Eblinger und
Partner, geht es deshalb um die
Stressresistenz wird
als 60-StundenWoche interpretiert
FLORENS EBLINGER
GESCHÄFTSFÜHRER
EBLINGER & PARTNER
Technisch und
kaufmännisch
ausgebildete
Bewerber können
aus vielen Stellenangeboten wählen
ANZEIGE
„Treffsicherheit, eine qualitativ
gute und hohe Rücklaufquote“
von Bewerbungen.
Der Stil muss zum Unternehmen passen: „In der Kreativszene
kann das Inserat vermitteln: Bist
du schräg genug für uns?“, meint
Eblinger. Die Industrie müsse dagegen mit eher faktenorientierten
Argumenten wie der Marktposition oder konkreten Alleinstellungsmerkmalen der Produkte
punkten. Klar ist jedenfalls, dass
sich insbesondere KMU, die – anders als Konzerne oder BranchenLeitbetriebe – weitgehend unbekannt sind, sich Bewerbern vorstellen sollten: Die kurz umrissene Unternehmensphilosophie
sollte im Inserat nicht fehlen.
sei in einem Betrieb auch ein Projektmanager, in einem anderen gehe es rein um den Außendienst.
Mit zu detaillierten Vorgaben
könne man sowohl Branchenfremde verschrecken als auch hoch motivierte Personen mit einer fehlenden Qualifikation, die sich im Betrieb erwerben lässt. Für Bewerber
sind Möglichkeiten zur Weiterbildung und Entwicklung der Karriere laut Klement durchaus Gründe,
die für einen Betrieb sprechen.
Platz sparen könne man bei Nona-Aussagen, Controller sind per
Definition zahlenaffin und PRLeute kommunikativ. Vor manchem warnt Eblinger sogar:
„Stressresistenz wird von vielen
Häufige Fehler
WUSSTEN SIE …
Das Anforderungsprofil und das
Aufgabengebiet sollten nicht die
Suche nach der Eier-legendenWollmilch-Sau vermitteln. Große
Firmen, die mit 250 Bewerbungen
rechnen müssen, können laut
Eblinger sehr eng ausschreiben.
Ein Nischenunternehmen, sollte
aber Spielraum offen lassen.
Brazda ergänzt: „Interne Positionsbezeichnungen sollte man
besser vermeiden. Damit ist noch
nicht klar, was die konkreten Anforderungen sind.“ Ein Vertriebler
■ Diskriminierung ist in betriebliche Stellenausschreibungen verboten. Nicht gesetzeskonform wäre
die Suche nach einem „Abwäscher
mit sehr guten Deutschkenntnissen“. Das diskriminiert Migranten
und Frauen. Für die Tätigkeit reicht
„gutes“ Deutsch aus und mit der
Formulierung „Abwäscher/in“
spricht der Betrieb auch Frauen an.
■ Gehaltsangaben in Inseraten
sind ebenfalls verpflichtend. Ein
Kandidaten als 60 StundenArbeitswoche interpretiert.“
Aber: „Eine gewisse Ehrlichkeit ist
schon wichtig, schließlich kostet
die Personalsuche Geld. Wenn der
neue Mitarbeiter den Betrieb
gleich wieder verlässt, beginnt die
Suche von neuem.“
Konkret sollten auch die Gehaltsangaben sein: „Der kollektivvertragliche Mindestlohn mit der
Bereitschaft zur Überzahlung ist
eine Nullaussage, die abschrecken
kann. Charmanter ist eine realistische Bandbreite, die auch Topleute anspricht.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
korrektes Beispiel wäre: „2000 €
brutto pro Monat laut Kollektivvertrag, eine Überzahlung ist abhängig
von beruflicher Qualifikation und
Erfahrung möglich“. Die Kür sind
realistische Spielräume, wie „2500
bis 3000 € je nach Erfahrung.
■ Beim ersten Verstoß erfolgt jeweils eine Verwarnung durch die
Bezirksverwaltungsbehörde, bei
weiteren Verstößen ist mit Geldstrafen bis 360 € zu rechnen.
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
30 |
IMMO-TRENDS
NACHHALTIGKEIT
GEWERBEIMMOBILIEN
STEIERMARK
Saniertes Gebäude erzeugt
jetzt Stromüberschuss
Miete, Oktober 2014
Tendenz gg. Sept.
AngebotsNettopreis
Lager
Büro
(in €/m²)
Graz (Stadt)
6,8
Graz-Umgebung
6,8
Leoben
7,8
Alle Bezirke
6,4
Graz (Stadt)
6,4
Graz-Umgebung
4,0
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
Laut der KPMG-Studie „Property
Lending Barometer 2014“ wird Österreichs Immobilienmarkt als stabil bewertet. Die befragten Banken
sehen das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung als strategisch
wichtig an und zeigen sich aufgeschlossen bezüglich der Finanzierung von Projekten.
Nicht nur im Neubau, auch
in der Altbausanierung
steckt viel grünes Potenzial. Das sanierte Schulungszentrum der LSI-Installateure erzeugt mehr
Strom, als es verbraucht.
VON HEIMO KOS
A
nstatt die Firmenzentrale samt Schulungszentrum neu zu bauen, entschlossen sich die LSIInstallateure aus Voitsberg dazu,
eine leerstehende Zielpunktfiliale
zu kaufen, thermisch zu sanieren
und vorzuzeigen, was punkto Gebäudesanierung Stand der Technik ist. In sechs Monaten Bauzeit
wurden 700.000 € in das 900-Quadratmeter-Objekt investiert. Der
Klima- und Energiefonds (KLIEN)
förderte die umweltrelevanten Investitionen mit 50 Prozent, was
einer Summe von 240.000 € entspricht.
KLIEN-Geschäftsführer Ingmar
Höbarth: „Ziel ist es, Gebäude
emissionsfrei zu gestalten. Machbar ist dies durch umfassende
thermische Sanierungen und den
Einsatz erneuerbarer Energietechnologien.“
LSI-Geschäftsführer Herbert
Reisinger ist stolz auf seine neue
Zentrale: „Wir erzeugen 22.000
Kilowattstunden Strom, verbrauchen aber nur 18.000.“ Die alte
Haustechnik wurde auf erneuerbare Energie umgestellt: 72 Quadratmeter Solarkollektoren und
ein 10.000-Liter-Pufferspeicher
sorgen dafür, dass 70 Prozent des
Heizbedarfes mit Sonnenenergie
abgedeckt werden. Unterstützt
wird die solare Heizung von einer
Luft-Wasser-Wärmepumpe. Der
Strom für den Betrieb kommt von
zwei hauseigenen Photovoltaikanlagen. Letztere liefern genug
Sonnenenergie, um damit die
ANZEIGE
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
| 31
Kos
Wärmepumpe, alle elektrischen
Geräte und die LED-Beleuchtung
zu betreiben. Im Vergleich zur alten Beleuchtung werden 12.000
Kilowattstunden Strom pro Jahr
gespart.
Weniger Fläche
Das Konzept für das Plusenergiehaus erstellte die Grazer Energieagentur. Deren Geschäftsführer
Boris Papousek sagt über den Sinn
von Altbausanierungen: „Erstens
spart man Fläche, zweitens
braucht man weniger Baustoffe,
und drittens ist der Umweltnutzen höher.“
Reisinger ergänzt: „Natürlich
rechnet sich eine solche Investition nicht nach sieben Jahren, wie
oft gefordert. Es geht darum, die
Umwelt zu schonen, regionale
Wertschöpfung zu sichern und
daher mit einem Lebenszyklus
von mindestens 30 Jahren zu kalkulieren.“
In der LSI-Zentrale zeichnen 28
Datenpunkte rund um die Uhr alle strom- und wärmetechnischen
Zwei Photovoltaikanlagen versorgen die LSI-Zentrale in Voitsberg mit grüner Energie
Daten auf: Wärmeanlieferung
vom Solarkollektor, Gesamtstromverbrauch, Stromverbrauch
einzelner Geräte, Temperaturunterschiede im Pufferspeicher,
Luftfeuchtigkeit, Raumtempera-
tur, CO2-Gehalt in der Luft und
Sonneneinstrahlung. Gesteuert
werden die Prozesse im Gebäude
mit der Software HMI-Master.
Als Überschusseinspeiser verkauft LSI den selbst erzeugten
Strom oder speichert einen Anteil
davon in einer Lithium-EisenPhosphat-Batterie.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter steiermark@wirtschaftsblatt.at
ANZEIGE
32 |
BUSINESSTALK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
PREMIERE
Frankl
Erfolgen
auf der Spur
GRAZ. Steirischer Pioniergeist und bahnbrechende
Innovationen: Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Michael Schlamberger hat sich mit seinem
Team auf die Suche nach den Wurzeln des Erfolgs
gemacht – das Ergebnis ist „Styria Region unlimited“ – die Weltpremiere des Films ging im Schubertkino über die Leinwand. Mit dabei waren
u.a.: Wirtschaftskammer-Präsident Josef
Herk, Landesrat Christian Buchmann
und Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der Industriellenvereinigung.
Innovationskraft und Kreativität der steirischen Wirtschaft auf der Leinwand: WK-Präsident Josef Herk, Landesrat Christian Buchmann
und Regisseur Michael Schlamberger (v. li.) bei der Weltpremiere des Standortfilms „Styria Region unlimited“ im Schubertkino in Graz
FEST
Networking
beim Schlössl
GRAZ. Zu einem Herbstfest hatte Christian Kehrer
als Vorsitzender der steirischen Landesgruppe des
„Wirtschaftsforums der Führungskräfte“ (WdF) ins
St. Veiter Schlössl geladen. Mit dabei: Jochen Pildner-Steinburg, der Präsident der steirischen Industriellenvereinigung, Finanzlandesrätin Bettina
Vollath, Erik Venningdorf, Vorstand der Grazer Wechselseitigen Versicherung, FHRektor Karl Peter Pfeiffer sowie „Kleine Zeitung“-Geschäftsführer Thomas Spann.
Gery Wolf/www.kleinezeitung.at
Jochen PildnerSteinburg, Präsident der steirischen Industriellenvereinigung,
Finanzlandesrätin Bettina
Vollath und
Gastgeber Christian Kehrer (re.)
beim WdFHerbstfest
Gerhard Deutsch
Auszeichnung für
den „Steira Wirt“
TRAUTMANNSDORF.
„Koch des Jahres“ kann
sich Richard Rauch vom
Restaurant „Steira Wirt“
jetzt nennen. Ausgezeichnet wurde der Gastronom
von Gault-Millau-Herausgeber Karl Hohenlohe gemeinsam mit Johann Marihart, Generaldirektor der
Agrana Beteiligungs-AG.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
173
Dateigröße
10 471 KB
Tags
1/--Seiten
melden