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Marktreport
19. Dezember 2014
Wirtschaft · Finanzen · Edelmetalle
USD per Feinunze Gold
UNSERE TOP-THEMEN
1800
1700
1600
Folgen der Russlandkrise (S. 2)
1500
Die Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegenüber Russland richten große Schäden an. Doch der Westen scheint mit ihnen nicht den politischen Zielen, die er
erreichen will, näherzukommen.
1400
1300
1200
Konjunkturrisiken nehmen zu (S. 3 bis 4)
1100
Jan 12
Jan 13
Mit Blick auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftslage zeigt sich eine wachsende Zahl von Risikofaktoren, die sich als belastend für den Euroraum erweisen
könnten.
Jan 14
USD per Feinunze Silber
39
36
Schweiz führt Negativzins ein (S. 5)
33
Die Schweiz will die Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro mit einem
Negativzins „bekämpfen“. Am Erfolg dieser Politik lassen sich jedoch Zweifel
anmelden.
30
27
24
Bald ohne Bargeld? (S. 6)
21
Hinter dem Vorschlag namhafter Ökonomen, das Bargeld solle abgeschafft
werden, verbirgt sich nichts Gutes.
18
15
Jan 12
Jan 13
Jan 14
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Sorge vor
Deflation (S. 7 bis 8)
EURUSD
1,40
Dass die EZB zu „QE“ greifen wird, ist wohl kaum mehr zu verhindern – auch
wenn sich hier und da noch Widerstand regt.
1,35
Edelmetallmärkte: Zur US-Zinspolitik: das Gold der
Russen (S. 9 bis 17)
1,30
1,25
1,20
Jan 12
Jan 13
Dass Russland (Teile) seiner offiziellen Goldbestände verkaufen könnte, um sich
Devisen zu beschaffen, ist zwar nicht auszuschließen, doch eine Reihe Gründen
spricht dagegen.
Jan 14
Quelle: Bloomberg. Tageswerte.
Wirtschafts- und Marktentwicklungen (S. 19)
Edelmetallpreise
In den USA und in Großbritannien steigen die Häuserpreise merklich. – Die
Langfristzinsen setzen ihren Abwärtstrend fort. – US-Bankkredite wachsen
recht kräftig, während die Euro-Bankkredite weiter schrumpfen.
Aktuell
(Spot)
Veränderungen gegenüber (in Prozent):
2W
3M
12 M
I. In US-Dollar
Gold
1.199,5
2,8
-0,7
-0,5
Silber
16,0
3,3
-6,1
-17,9
Platin
1.202,9
0,2
-7,6
-12,4
793,1
-2,0
2,4
10,6
976,6
4,2
2,0
11,8
-7,9
Palladium
II. In Euro
Gold
Silber
13,0
4,3
-3,4
Platin
979,4
1,4
-5,0
-1,6
Palladium
646,1
-0,4
5,4
23,9
III. Goldpreis in anderen Währungen
JPY
143.132,4
3,4
8,0
12,8
CNY
7.461,4
4,1
0,6
2,3
GBP
766,1
2,7
2,8
5,3
INR
75.645,7
1,9
1,1
1,5
RUB
74.073,0
27,3
54,8
86,9
Quelle: Bloomberg, eigene Berechungen.
Sehr verehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und
ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr.
An dieser Stelle bedanken wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse, das Sie uns im
ablaufenden Jahr haben zukommen lassen.
Nach einer kurzen Pause zwischen den Jahren melden wir uns bei Ihnen mit
dem nächsten Degussa Marktreport am 16. Januar 2015 zurück.
Ihr Marktreport Team.
2
19. Dezember 2014
Außenwert des russischen Rubel ist
abgestürzt
Anzahl der Rubel für einen US-Dollar (invertiert) und Rohölpreis (USD pro Fass)
20
160
140
30
120
100
40
80
50
60
60
40
20
70
06
08
10
12
Ölpreis (LS)
14
USDRUB (RS)
Quelle: Thomson Financial.
Russische Auslandsschulden
in Mrd. US-Dollar
800
600
400
200
0
Gesamt
Banken
Staat
Unternehmen
Quelle: Thomson Financial.
Wechselkurse der ‚aufstrebenden
Volkswirtschaften‘ werten sich ab
Russischer Aktienmarktindex in Rubel
und US-Dollar*
2400
2200
2000
1800
1600
1400
1200
1000
800
600
400
06
08
in Rubel
10
12
14
in US-Dollar
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Auf den Index in Rubel
normiert.
Folgen der Russlandkrise
Die Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegenüber Russland richten große Schäden an. Doch der Westen scheint mit ihnen nicht den politischen
Zielen, die er erreichen will, näherzukommen.
Es ist unklar, ob es allein der fallende Ölpreis und die Handelsrestriktionen sind,
die Russland unter Druck setzen. Vermutlich bringen vor allem die finanziellen
Sanktionen, die die USA erlassen haben, das Land in arge Bedrängnis. 1 Im Zuge
ihrer „Financial Warfare“ haben die USA russische Banken und Firmen zusehends von den internationalen Aktienmärkten abgeschnitten, vor allem von den
ausländischen Kreditmärkten: Eine Reihe von russischen Unternehmen erhält
keine langfristigen Kredite mehr und ist zusehends auf kurzfristige Kredite (30Tage-Laufzeit) angewiesen. Dies wiederum dürfte zusätzlich zu den verringerten
Öleinnahmen die finanzielle Position Russlands und das dem Land entgegengebrachte Vertrauen schwächen und letztlich zu Kapitalflucht führen.
Russische Unternehmen haben derzeit Auslandschulden in Höhe von etwa
422,4 Mrd. US-Dollar, Banken in Höhe von 192,0 Mrd. US-Dollar. Dem standen
Ende November frei verfügbare Fremdwährungsreserven des Staates in Höhe
von gut 360 Mrd. US-Dollar (ohne Goldbestände) zur Verfügung. Mitte 2014
waren 60 Prozent aller Auslandsschulden in US-Dollar denominiert, 11 Prozent in
Euro und 26 Prozent in Rubel. Sollten russische Banken und Unternehmen nicht
in der Lage sein, ihre Auslandsverbindlichkeit wie vereinbart zu zahlen, drohen
den Haltern der von ihnen emittierten Papiere – Kapitalsammelstellen in Europa
und den USA und anderswo auf der Welt – Verluste, die letztlich die Sparer zu
tragen haben. Zudem wären Vertrauensverluste in den weltweiten Kreditmärkten denkbar, die sich zu einer „Kreditkrise“ auswachsen könnten. Kapital würde
zusehends aus den ‚Emerging Markets‘ abgezogen und Kreditfinanzierungsprobleme in den betroffenen Ländern auslösen; zu denken wäre etwa an die
Türkei, Brasilien und Südafrika. Nicht zuletzt hängt Europas Energieversorgung
an Russland. Für Deutschland etwa sind Öl und Gas die Hauptenergieträger mit
einem Anteil von zusammen 55 Prozent am Gesamtenergieverbrauch. Russland
ist Hauptlieferant und stellt jeweils etwa ein Drittel des Bedarfs bereit. Lieferstörungen können weitreichende Wirtschaftsschäden nach sich ziehen, gerade natürlich für die deutsche Wirtschaft.
In einer eng vernetzten internationalen Arbeitsteilung ist das wirtschaftliche
Wohlergehen eines jeden Teilnehmers im Interesse aller. Die Wirtschaftssanktionen, die gegen Russland erlassen werden, führen zu einer Schädigung aller Beteiligten: Der russischen Bevölkerung gehen Arbeitsplätze und Einkommen verloren, ihre Versorgungslage verschlechtert sich. In Europa, insbesondere Deutschland, werden ebenfalls Produktion und Beschäftigung leiden, und zudem wird
die Handlungsfreiheit der Konsumenten und Unternehmen eingeschränkt. Für
den Westen könnte es schwierig werden, seine Sanktionen gegenüber Russland
aufrecht zu erhalten, sollten sie zu noch größerer Not in der russischen Bevölkerung führen. Es wäre dann sogar denkbar, dass die Sanktionen aufgehoben
werden (müssen), ohne dass es zu Konzessionen von russischer Seite kommt. Die
ökonomische Einsicht würde obsiegen: Wirtschafts- und Finanzsanktionen sind
nicht geeignet, um politische Ziele durchzusetzen und führen in jedem Fall zur
Schädigung aller Betroffenen.
1
Für eine Übersicht über die Sanktionen, die die USA erlassen haben, klicken sie hier .
3
19. Dezember 2014
Konjunkturrisiken nehmen zu
Ein Blick auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftslage lässt eine wachsende Zahl von Risikofaktoren erkennen, die sich belastend für den Euroraum erweisen könnten.
Der gefallene Ölpreis (in US-Dollar gerechnet) senkt die Rechnung der ölimportierenden Länder und erhöht so die verfügbare Kaufkraft von Bürgern und Unternehmen.
Chinesische Häuserpreise geben weiter nach
Preisveränderungen gegenüber Vorjahr in
Prozent
10
8
6
4
2
0
Dem steht gegenüber, dass die ölexportierenden Länder (soweit sie keine größere Ölmenge absetzen) nun weniger Einnahmen haben und folglich ihre
Nachfrage nach Auslandsgütern einschränken.
-2
11
12
13
14
-4
Neubauten
Altbestände
Weltwirtschaftlich kommt es folglich zu einem Umverteilungseffekt: ölimportierende Länder gewinnen, ölexportierende Länder verlieren. Wie der NettoEffekt auf die Weltwirtschaft ausfällt, ist ungewiss.
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.
Vor allem in der kurzen Frist, denn der stark gesunkene Ölpreis verursacht Anpassungskosten. Etwa in der US-amerikanischen Fracking-Industrie, wenn Investitionsprojekte sich nicht mehr rechnen und eingestellt werden müssen.
Wechselkurse der ‚aufstrebenden
Volkswirtschaften‘ werten sich ab
Nationale Wechselkurse gegenüber dem
US-Dollar*
Oder in Form einer verschlechterten Haushaltslage, etwa in den arabischen
Ländern, in denen Öleinnahmen die Quelle sind, um insbesondere sozialbefriedende Transferzahlungen zu bestreiten.
120
Obwohl der gesunkene Ölpreis tendenziell einen (leicht) positiven Netto-Effekt
auf die Weltwirtschaft haben sollte, hat sich das internationale Konjunkturumfeld dennoch in den letzten Wochen eingetrübt.
80
Die chinesische Wirtschaft scheint sich weiter zu verlangsamen – wie es sich
beispielsweise in fallenden Häuserpreisen, aber auch in einer nachlassenden
Nachfrage nach Rohstoffen (wie vor allem Eisenerz und Kupfer) zeigt.
Sorge vor Staatsbankrott stark gestiegen
Preise der Kreditversicherungen für fünfjährige Staatsanleihen*
1200
4500
4000
1000
3500
800
3000
2500
600
2000
400
1500
1000
200
500
0
0
07
08
09
Russland
10
11
12
Venezuela (RS)
13
14
15
Ukraine (RS)
Quelle: Bloomberg. Gezeigt werden die Preise für Kreditausfallversicherungen („Credit
Default Swap Spreads“). Beispiel: Beträgt der Preis 200 Basispunkte für eine fünfjährige
Anleihe mit einem Volumen von 10 Mio. Euro, so beläuft sich die (anfänglich) zu zahlende Versicherungsprämie auf 200.000 Euro (meist zuzüglich weiterer Zahlungen).
Die japanische Wirtschaft hat sich auf eine „QE-Politik“ eingelassen, doch
100
60
40
Jan. 12
Jan. 15
Jan. 13
Jan. 14
Russischer Rubel
Indische Rupie
Türkische Lira
Argentinischer Peso
Thai Baht
Brasilianischer Real
Südafrikanischer Rand
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Januar 2012 = 100.
4
19. Dezember 2014
Wirtschaftslage im Euroraum nach
wie vor enttäuschend
Reales Bruttoinlandsprodukt*
106
105
104
103
102
101
100
99
98
97
96
95
die erhofften Erfolge bleiben aus. Die Fortsetzung der QE-Politik macht Japan
nun zum internationalen Stabilitätsrisiko.
Mittlerweile werten die Wechselkurse vieler ‚aufstrebender Volkswirtschaften'
stark ab – ein Zeichen des abnehmenden Vertrauens der Investoren in die
Wachstumsaussichten dieser Regionen.
Neben Russland sind auch Venezuela und die Ukraine zum akuten Sorgenfall auf
den Kreditmärkten geworden: Die Fähigkeit dieser Länder, ihre Auslandsschulden zu bedienen, wird ihnen zusehends abgesprochen.
Auswirkungen auf den Euroraum
Eine Eintrübung der internationalen Konjunkturlage dürfte sich besonders belastend für den Euroraum erweisen.
Frankreich
Deutschland
Italien
Euroraum
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Q1 2007 = 100.
Arbeitslosigkeit im Euroraum immer
noch nahe am Rekordhoch
Arbeitslosenquote in Prozent
12
11
Auch nach dem schweren Wirtschaftseinbruch 2009 zeigt sich im Euroraum keine überzeugende Verbesserung der Produktions- und Beschäftigungslage. Die
Gütererzeugung liegt vielerorts nach wie vor unter dem Vor-Krisenniveau.
Die offizielle Arbeitslosenquote im Euroraum verharrte im Oktober 2014 mit
11,5 Prozent recht nahe an ihrem bisherigen Rekordhoch. Keine Entwarnung
gibt es bei der Jugendarbeitslosigkeit: Sie liegt bei 23,5 Prozent.
Die Neuinvestitionen, die dafür verantwortlich sind, dass der Kapitalstock gemehrt wird, sind jüngst wieder geschrumpft, und befinden sich auf dem Niveau
von etwa Ende 1999.
Griechenland – trotz Hilfskrediten und Teilschuldenerlass – steht wieder vor der
Zahlungsunfähigkeit. Auch deuten mögliche innenpolitische Änderungen an,
dass die Griechen unwillig sind, die Staatsschulden zu begleichen.
10
9
Rolle der Geldpolitik
8
7
99 01 03 05 07 09 11 13 15
Quelle: Thomson Financial.
Neuinvestitionen im Euroraum wieder rückläufig
Investitionen im Euroraum, Mrd. Euro
580
560
540
520
500
480
460
440
420
400
380
Ein Nachgeben der Konjunktur könnte sich rasch zu einer weiteren ernsten Belastungsprobe für den Zusammenhalt des Euroraums auswachsen – und insbesondere die Geldpolitik auf den Plan rufen.
Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass der Euroraum zusammengehalten wird
von der Aussicht, die Europäische Zentralbank (EZB) werde strauchelnde Staaten
und Banken über Wasser halten.
Diese Erwartungshaltung hat sich in den Finanzmärkten bereits festgesetzt. Sie
verhindert ein Ansteigen der Zinsen und damit Zahlungsausfälle auf breiter
Front.
Die EZB wird diese Erwartungen bedienen müssen. Das ist der Grund, warum die
Bank ihre Bemühungen vorantreibt, bald mit dem Aufkauf von Staatsanleihen –
also einer Vermehrung der Geldmenge – beginnen zu können.
95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Q1 2007 = 100.
Wie man es auch drehen und wenden will: Das Bestreben, den Euro zu halten,
läuft auf eine Herabsetzung seiner Kaufkraft hinaus. Eine konjunkturelle Verlangsamung würde diesen Prozess vermutlich nur noch beschleunigen.
Denn gerade angesichts einer lahmenden Wirtschaftslage stiege vermutlich der
Druck auf die EZB erheblich an, immer mehr Staatsanleihen gegen Ausgabe von
neuem Geld aufzukaufen.
5
Schweiz führt Negativzins ein
Die Schweiz will die Franken-Aufwertung mit einem Negativzins „bekämpfen“. Am Erfolg dieser Politik lassen sich jedoch Zweifel anmelden.
Am 19. Dezember 2014 verkündete die Schweizer Nationalbank (SNB), sie wolle
negative Zinsen auf Kontoguthaben, die zum Beispiel Banken, Versicherungen
und ausländische Zentralbanken bei ihr unterhalten, einführen: Ab dem 22. Januar 2015 wird auf deren Guthaben, soweit sie 10 Mio. CHF übersteigen, ein
Zins in Höhe von – 0,25 Prozent pro Jahr erhoben. Der Negativzins dürfte dazu
führen, dass auch die Konten der Privaten früher oder später mit einem negativen Zins belegt werden. Das gilt sowohl für diejenigen, die Frankenguthaben
bei einer Bank im Euroraum halten als auch für diejenigen, die ihr Guthaben bei
einer Bank in der Schweiz führen.
Mit dem Negativzins soll verhindert werden, dass der Franken-Wechselkurs gegenüber dem Euro (weiter) aufwertet und der von der SNB verkündete Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgegeben werden muss. Es liegt nun nahe anzunehmen, dass der Negativzins vor allem ausländische Anleger davon
abhalten wird, Franken nachzufragen. Schließlich drohen ihnen Verluste. Allerdings drohen den Euro-Sparern ebenfalls negative Zinsen, so dass ein Wechsel
von Euro in Franken keine „Verschlechterung“ bedeuten würde – es sei denn,
der Negativzins in der Schweiz wird so weit erhöht, dass er den Negativzins im
Euroraum merklich übersteigt.
Eine weitere Überlegung ist bedeutsam an dieser Stelle. Wenn die Europäische
Zentralbank (EZB) beginnt, Staatsanleihen aufzukaufen (bereits Anfang 2015
könnte es soweit sein), käme es zu einer gewaltigen Erhöhung der EuroBasisgeldmenge – vor allem in Relation zur Franken-Basisgeldmenge. Die Rede
ist bereits davon, dass die EZB zusätzlich eine Billion Euro (eine eins gefolgt von
neun Nullen!) ausgibt, die sich mit der bereits ausstehenden FrankenBasisgeldmenge von 375,9 Mrd. Franken vergleicht. Allein dadurch, dass Investoren ihre Währungshaltung diversifizieren, sollte es zu einer zusätzlichen Nachfrage nach Franken kommen (zumal ja auch im Euroraum ein Negativzins zu
bezahlen ist).
Ganz entscheidend für die Aussichten des Wechselkurses des Franken gegenüber dem Euro dürfte jedoch die Bereitschaft der SNB sein, Euro gegen Ausgabe von neuen Franken zu kaufen, und zwar bedingungslos. Sie müsste daher
bereit sein, einer Inflationspolitik der EZB zu folgen, koste es, was es wolle. Sollten Investoren auch nur leiseste Zweifel an der Entschiedenheit der SNB haben,
würde sich der Zustrom in den Franken vermutlich beträchtlich verstärken: Denn
dann würde das Halten von Franken Aufwertungsgewinne gegenüber dem Euro in Aussicht stellen.
Solange die Schweizer nicht bereit sind, ihre Franken tatsächlich gegen Euro
einzutauschen, besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Alpenrepublik irgendwann die Politik des Mindestkurses beendet – was der Fall sein könnte,
wenn die (derzeit noch nicht sichtbaren) negativen Wirkungen der Geldmengenvermehrung zutage treten: die Zerrüttung der Kaufkraft des Geldes. So gesehen lassen sich Zweifel anmelden, ob die Einführung eines Negativzinses langfristig den Franken an der Aufwertung gegenüber dem Euro hindern wird.
19. Dezember 2014
SNB kauft immer mehr Euro, um
Franken vor Aufwertung zu hindern
EURCHF-Wechselkurs und monetäre Basis (Mrd. CHF)
1,7
500
1,6
400
1,5
300
1,4
200
1,3
100
1,2
1,1
0
07 08 09 10 11 12 13 14 15
EURCHF (LS)
Monetäre Basis (RS)
Quelle: Thomson Financial.
Steigende Immobilienpreise in der
Schweiz – (auch) dank expansiver
Geldpolitik
Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr
in Prozent
500
450
400
350
300
250
200
Q1 1990
Q1 2000
Q1 2010
Büros
Einfamilienhäuser
Selbst genutzte Appartements
Mietwohnungen
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.
6
19. Dezember 2014
Bargeld wieder beliebter
Bargeld in Prozent des Volkseinkommens
10
Bald ohne Bargeld?
Hinter dem Vorschlag namhafter Ökonomen, das Bargeld solle abgeschafft werden, verbirgt sich nichts Gutes.
9
8
In einer Vorlesung an der Ludwig-Maximilians-Universität München am 19. November 2014 forderte der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff die Abschaffung des Bargeldes: „Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leichter Negativzinsen durchsetzen, um so die Wirtschaft anzukurbeln“, wird er zitiert. Wenn
die Einlagenzinsen negativ sind, würden die Bankkunden sich ihre Einlagen in
Bargeld auszahlen lassen und unter das Kopfkissen stecken. Eine wirtschaftliche
Anschubwirkung, die der negative Zins bringen soll, wäre vereitelt. Außerdem
könnten Steuerflucht und Drogenkriminalität besser bekämpft werden, wenn
das Bargeld abgeschafft wird.
7
6
5
4
3
2
USA
Euroraum
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.
Dieser Vorschlag ist nicht nur ökonomisch hanebüchen, er ist auch politisch hintertrieben. Denn einem nach Allmacht strebenden Staat ist das Bargeld ein Dorn
im Auge. Wenn er nämlich zu aggressiv wird, haben die Bürger mit Bargeldzahlungen die Chance, sich seinen Drangsalierungen zu entziehen. Solange es also
noch Bargeld gibt, ist der staatliche Totalitarismus noch nicht ganz perfekt. Als
Monopolproduzenten des Geldes verfügen die Staaten allerdings über die
Macht, die Bargeldverwendung zurückzudrängen oder letztlich ganz aus dem
Verkehr zu ziehen. Sie können Bargeldzahlungen verbieten, die einen bestimmten Betrag übersteigen. Oder sie können die Bargeldverwendung verteuern und
damit ihre Attraktivität vermindern: Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken höhere Kosten für die Bargeldversorgung in Rechnung, die dann die
Kunden am Bargeldterminal treffen. Das alles lässt sich vermutlich nicht über
Nacht auf den Weg bringen, weil sich ja Zahlungsgewohnheiten nur relativ langsam ändern. Doch ein langsamer, gradueller Abschied vom Bargeld sollte erzwingbar sein.
Zumal sich die bisherige Erfolgsbilanz der Staaten in Sachen Geld sehen lassen
kann. Es ist gelungen, die Goldeinlösepflicht des Geldes zu beenden. Es ist gelungen, die Rolle des US-Dollar als internationale Papierleitwährung in den letzten Jahrzehnten noch weiter zu stärken. Und es ist gelungen, den internationalen Währungswettbewerb, der dem ungedeckten Papiergeld gefährlich werden
kann, herabzusetzen. Etwa dadurch, dass eine europäische Einheitswährung
durch Verschmelzung vieler nationaler Fiat-Währungen geschaffen wurde. Die
Unterwürfigkeit der breiten Bevölkerung gegenüber der staatlichen Geldhoheit
scheint bislang keine Grenzen zu kennen. Doch spätestens dann, wenn das Bargeld abgeschafft, der letzte Fluchtweg versiegelt ist und der Staat ungehemmt
und ungestraft volle Einsicht in die Zahlungen der Bürger nehmen kann, ist
George Orwells „Big Brother“-Dystopie Wirklichkeit geworden; dann ist es nur
noch ein ganz kleiner Schritt, bis der Staat entscheiden kann, wer was kaufen
und wer wohin reisen darf. Aber noch ist Bargeld beliebt. In den Vereinigten
Staaten von Amerika nimmt die Bargeldhaltung seit etwa Mitte der 80er Jahre
zu. Das kann mehrere Gründe haben. Zum einen heben die sinkenden Zinsen die
Bargeldhaltung, weil es die Kosten der Bargeldhaltung vermindert. Zum anderen
findet das US-Dollar-Bargeld wachsende Verbreitung in vielen Teilen der Welt.
Auch im Euroraum steigt die relative Bargeldhaltung seit der Euro-Einführung
an. Offensichtlich gibt es den wachsenden Wunsch, anonym Zahlungen abwickeln zu können. Es lässt hoffen, dass der Vorschlag „Weg mit den Bargeld“
nicht oder zumindest nicht ganz widerstandslos in die Tat umgesetzt werden
kann.
7
Der wirtschaftspolitische Kommentar
Sorge vor Deflation
Dass die EZB zu „QE“ greift, ist kaum mehr zu verhindern – auch wenn
sich hier und da noch Widerstand dagegen regt.
19. Dezember 2014
Geldmengenwachstum treibt Preisveränderungen
Konsumentenpreise und Geldmenge M3
im Euroraum, Jahresveränderung in Prozent
18
16
14
Im Euroraum warnen meinungsführende Ökonomen und Zentralbankentscheider vor den Gefahren „niedriger Inflation“ oder gar Deflation – also dauerhaft sinkender Preise auf breiter Front. Der drastische Rückgang der Rohölpreise verstärke nun diese Gefahr – und erhöht die Notwendigkeit, dass die
Europäische Zentralbank (EZB) zu „unkonventionellen“ Maßnahmen greift –
wie zum Beispiel großvolumige Staatsanleihekäufe –, um diese Entwicklung zu
bekämpfen. Was ist davon zu halten?
12
Eine Antwort auf diese Frage sollte bei der aktuellen Inflationsentwicklung beginnen. Offiziell wird die Inflation anhand von Konsumentenpreisindices gemessen. An diesem Verfahren gibt es vielerlei auszusetzen. Lässt man die
grundsätzliche Kritik jedoch hier einmal außer Acht, so zeigt sich, dass bislang
die Konsumentenpreise immer noch ansteigen. Im November stiegen die Preise um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die Preissteigerung
nach wie vor im „Korridor“ der EZB, die eine Inflation von mehr als null Prozent und „nahe“ 2,0 Prozent vorsieht.
-2
10
8
6
4
2
0
Allerdings nehmen die Preissteigerungen seit Anfang 2012 ab. Angesichts
dessen wird vielerorts befürchtet, die Preise können bald sogar – und dauerhaft – fallen. Was ist schlecht, wenn die Preise weniger stark steigen als ursprünglich erwartet beziehungsweise absinken? Grundsätzlich ist das in einer
Marktwirtschaft „natürlich“ und unproblematisch und führt zu einer Umverteilung. Wenn die Preise abnehmen, steigt die Kaufkraft des Geldes. Die Geldhalter werden „reicher“, sie können sich nun mehr leisten als bisher.
Dem gegenüber steht, dass Schuldner „ärmer“ werden, weil ihre Schuldenlasten sich in realer Rechnung erhöhen. Wenn sie ihre Zins- und Tilgungszahlungen nicht mehr leisten können, müssen sie Bankrott anmelden. In solch einem
Fall würden zum Beispiel Staatsanleihen wertlos. Bei Bank- und Unternehmensanleihen kann der Gläubiger gegebenenfalls hoffen, aus der Konkursmasse bedient zu werden. Ein solcher Zahlungsausfall würde jedoch die wirtschaftlichen Güter nicht zerstören: Die Werkshallen, Autos und Flugzeuge gäbe es immer noch. Lediglich die Eigentumsverhältnisse würden sich verändern.
Folglich ist es nicht überraschend, dass die Verschuldeten – allen voran die
Staaten und Banken – es als bedrohlich ansehen, wenn plötzlich die Inflation
geringer ausfällt als ursprünglich erwartet und sie dafür plädieren, die Zentralbank solle wieder für eine höhere Inflation sorgen. Weil heutzutage die Meinung vorherrscht, ein Ansteigen der Preise sei „notwendig“ für Produktionsund Beschäftigungsgewinne, fällt die Forderung, die Zentralbank müsse eine
drohende Deflation bekämpfen, auf fruchtbaren Boden.
Inflationärer Boom
Nun sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass das heutige Geldsystem – das
sich treffend als ungedecktes Papiergeldsystem bezeichnen lässt – quasi von
Haus aus inflationär ist. Denn die Geldmenge wird hier fortwährend per Kreditvergabe ausgeweitet, also durch Kredite, denen keine „echte Ersparnis“
70 75 80 85 90 95 00 05 10 15
Preise
Geldmenge M3
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.
Langfristig lässt sich ein relativ enger Zusammenhang zwischen dem Geldmengenwachstum und der Inflation der Konsumentenpreise beobachten. Dahinter
verbirgt sich die Einsicht, dass die Geldmengen das Preisniveau bestimmen. In
der kurzen Frist können jedoch die Preise
auch andere Faktoren beeinflussen. So
können etwa stark fallende Ölpreise
kurzfristig die Preise drücken, also den
langfristigen Zusammenhang zwischen
Geldmenge und Preisniveau schwächen.
Solange jedoch die Geldmenge wächst
(und zwar stärker als die Güterproduktion zunimmt), ist nicht damit zu rechnen,
dass die Preise auf breiter Front fallen
werden.
8
19. Dezember 2014
Was Inflation und Deflation wirklich
sind – und was sie nicht sind
Als Inflation wird üblicherweise der Anstieg der Konsumentenpreise im Zeitablauf bezeichnet. Doch das Ansteigen der
Preise ist lediglich ein Symptom. Die Ursache für Inflation ist das Anwachsen der
Geldmenge. Inflation ist – wie Milton
Friedman (1912 – 2006) es einmal eingängig formulierte – immer und überall
ein monetäres Phänomen. Steigt die
Geldmenge, so fallen die Preise notwendigerweise höher aus (und zwar im Vergleich zu einer Situation, in der die
Geldmenge unverändert bleibt). Die
Geldmengenausweitung ist quasi sichtbar, da sie die Preise anhebt. Eine Geldmengenausweitung ist nicht sichtbar,
wenn sie verhindert, dass die Preise fallen
(was sie tun würden, wäre die Geldmenge nicht ausgeweitet worden). Eine steigende Geldmenge schlägt sich nicht nur
in den Preisen der Lebenshaltung nieder.
Sie beeinflusst auch die Preise von zum
Beispiel Aktien, Häusern, Grundstücken
und Anleihen. Entsprechend ist eine Deflation ein (fortgesetzter) Rückgang der
Geldmenge. Fallende Preise sind das
Symptom einer schrumpfenden Geldmenge. Ohne dass die Geldmenge abnimmt, kommt es auch nicht zu einem
Verfall aller Preise. Gleichwohl mag es
durchaus mal geschehen, dass trotz steigender Geldmenge einige Güterpreise
absinken (beispielsweise, weil der Ölpreis
oder die Wechselkurse sich in kurzer Frist
stark verändert haben).
Euro-Geldmenge wächst stärker, als
die Güterproduktion zulegt
Reale Bruttoinlandsprodukt und EuroGeldmenge M3*
290
270
250
230
210
190
170
150
130
110
90
95
99
03
07
Reales BIP
11
15
M3
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. Q1 1995 = 100.
gegenübersteht. Und da das neu geschaffene Geld über den Kreditmarkt in
die Volkswirtschaft eingespeist wird, führt es zu Zinsverzerrungen: Die Kreditvergabe (der keine echte Ersparnis gegenübersteht) drückt den Marktzins
künstlich herab (und zwar unter den Zins, der sich einstellen würde, wenn die
Kreditvergabe nicht künstlich ausgeweitet worden wäre). Der verzerrte Zins
ermutigt zu Investitionen, die ohne den gesenkten Zins nicht angegangen
worden wären. Die Kreditvergabe, durch die die Geldmenge „aus dem
Nichts“ ausgeweitet wird, führt zu einem Scheinaufschwung, einem Boom.
Wenn der Zustrom von Kredit- und Geldmenge versiegt, kippt der Boom in
einen Abschwung (Bust) um. Das ist auch der Grund, warum die EZB darauf
drängt, die Bankkreditvergabe im Euroraum wieder in Gang zu bringen (etwa
durch den Ankauf von Bankkrediten in Form von „Asset Backed Securities“
(ABS)). Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Allerdings dürfte schon jetzt klar
sein, dass eine solche inflationäre Geldpolitik dauerhaft nicht durchführbar ist.
Denn jede Inflationspolitik kommt einmal an ihr Ende; und jede Inflationspolitik endet irgendwann einmal in einem Wirtschaftszusammenbruch.
Euro-Bust abwehren
Dessen ungeachtet soll der Euro-Boom – der mit der Einführung der Einheitswährung spätestens Anfang 1999 begann und der die Verschuldung drastisch
in die Höhe getrieben hat – in Gang gehalten werden, ein Euro-Bust soll mit
allen Mitteln verhindert werden. Dafür wird es notwendig sein, nicht nur die
Zinsen lange Zeit auf null Prozent (oder gar noch tiefer) zu bringen und dort
zu halten. Es wird eben auch erforderlich sein, neues Geld an den Mann und
an die Frau zu bringen. Was aber, wenn der Euro-Bankenapparat nicht mehr
in der Lage oder willens ist, neue Kredite zu vergeben und dadurch die Geldmenge zu vermehren?
Es liefe vermutlich darauf hinaus, dass die europäischen Staaten ihre Haushaltsdefizite ausweiten und die EZB als Kreditgeber auftritt. Das auf diese
Weise neu geschaffene Geld wird verausgabt, um zum Beispiel Infrastrukturprojekte oder sonstige Beschäftigungsmaßnahmen zu finanzieren. Das neu
geschaffene Geld gelangt dann folglich als Lohnzahlung in Umlauf, oder aber
in Form von Bezahlungen von Aufträgen, die an den Unternehmenssektor
vergeben wurden. Die Geldschöpfung, die bisher durch die private Verschuldung erfolgte, wird durch einen Geldschöpfung ersetzt, die im Zusammenhang mit der öffentlichen Verschuldung steht.
In jedem Fall braucht die EZB bei solch einem Vorgehen den Zugang zu einer
„QE“-Politik. Verbal sind die Weichen bereits gestellt. EZB-Präsident Mario
Draghi hat in Aussicht gestellt, dass es Anfang 2015 bereits soweit sein kann,
dass dann die EZB beginnt, Staatsanleihen gegen Ausgabe von neuem Geld
aufzukaufen. Widerstand gegen ein QE der EZB, wie er noch aus der Deutschen Bundesbank zu hören ist, hat wohl mehr die Chance, den eingeschlagenen Politikkurs zu korrigieren; die Anhängerschaft für eine QE-Politik
scheint bereits zu groß geworden zu sein: Das Schüren der Deflationssorgen
hat sich dabei als ein höchst wirksames Instrument erwiesen, um eine Geldpolitik auf den Weg zu bringen, die die Staatsschulden monetisiert – zu Lasten
der Kaufkraft des Euro.
9
19. Dezember 2014
Edelmetallmärkte
Gold (USD pro Feinunze)
1270
Zur US-Zinspolitik; das Gold der Russen
Gold
In USD (pro Feinunze)
Aktuell
1200,4
Änderung in den letzten zwei Wochen
in USD
7,9
in %
0,7
Höchster Preis
1230,9
1189,7
Niedrigster Preis
In Euro (pro Feinunze)
Aktuell
977,1
Änderung in den letzten zwei Wochen
13,5
in Euro
in %
1,4
Höchster Preis
999,5
Niedrigster Preis
951,1
1250
Silber
Platin
Palladium
16,0
1204,4
794,1
-0,3
-1,9
17,1
15,7
-19,3
-1,6
1247,0
1192,7
-7,7
-1,0
818,7
778,7
1230
1210
1190
1170
1150
1130
19. Sep.
13,0
980,3
646,4
-0,2
-1,1
13,9
12,6
-8,4
-0,9
1012,5
953,4
-1,5
-0,2
658,8
622,5
19. Okt.
18. Nov.
18. Dez.
Silber (USD pro Feinunze)
18,0
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen auf Basis der Schlusskurse.
17,5
Am 17. Dezember 2014 hat die amerikanische Zentralbank (Fed) verkündet,
sie werde „geduldig“ sein, wenn es gilt, die Zinsen anzuheben. Damit setzt
die Fed ihre bisherige Praxis fort: Sie stellt Zinsanhebungen in der Zukunft in
Aussicht, schiebt sie aber fortwährend immer weiter in die Zukunft – beziehungsweise macht sie abhängig von der „Datenlage“. Letztere zu bestimmen
und zu interpretieren, obliegt allein der Fed. Sie hat damit allergrößten Spielraum, ihre Zinspolitik nach Gutdünken zu gestalten – und vor allem künftige
Zinserhöhungen weiterhin vorzugaukeln, aber dennoch nicht durchzuführen.
Interessant ist an dieser Stelle ein Blick auf die Entwicklung der US-Zinsen, die
ja bekanntermaßen eine bedeutende Rolle für den Goldpreis spielen (zumindest kurzfristig).
17,0
16,5
16,0
15,5
15,0
19. Sep.
19. Okt.
18. Nov.
18. Dez
Platin (USD pro Feinunze)
1.350
1.330
Die (Langfrist-)Zinsen sinken weiter ab
Kurz- und Langfristzinsen in Prozent
1.310
1.290
3,5
1.270
3,0
1.250
1.230
2,5
1.210
2,0
1.190
19. Sep.
1,5
1,0
19. Okt.
18. Nov.
18. Dez
Palladium (USD pro Feinunze)
0,5
840
0,0
13
14
Fed Funds Rate
5-Jahre Treasuries
15
2-Jahre T-Bills
10-Jahre Treasuries
Quelle: Thomson Financial.
Seit etwa Anfang 2014 steigen die Kurzfristzinsen (hier dargestellt mit Laufzeiten von zwei Jahren) im Trendverlauf an. Gleichzeitig nehmen die Langfristzinsen (hier dargestellt mit Laufzeiten von zehn Jahren) ab. Offensichtlich
rechnen
die
Marktakteure
damit,
dass
selbst
mögliche
Fed-
820
800
780
760
740
19. Sep.
19. Okt.
Quelle: Bloomberg.
18. Nov.
18. Dez
10
19. Dezember 2014
Zinserhöhungen den Trend sinkender Langfristzinsen nicht aufhalten werden, beziehungsweise, dass die Fed-Zinserhöhungen begrenzt und vermutlich nur von vorübergehender Dauer sein werden. Weil die amerikanischen
Zinsen die weltweiten Zinsen maßgeblich bestimmen, sollte diese Entwicklung für die Edelmetallpreise – in mittlerer und längerer Sicht – positiv sein:
Niedrige Zinsen stärken tendenziell die Edelmetallnachfrage (weil die Erträge, die dabei entgehen, gering sind) und damit auch deren Preise.
Gold (Euro pro Feinunze)
1000
990
980
970
960
950
940
930
920
910
19. Sep.
19. Okt.
18. Nov.
18. Dez.
Silber (Euro pro Feinunze)
14,5
14,0
13,5
13,0
12,5
12,0
19. Sep.
19. Okt.
18. Nov.
18. Dez.
Platin (Euro pro Feinunze)
1.050
1.040
1.030
1.020
1.010
1.000
990
980
970
960
950
19. Sep.
Nicht nur Deutschland, auch Österreich will die Lagerung der offiziellen
Goldreserven innerhalb der eigenen Landesgrenzen ausweiten, zumindest
empfiehlt das der österreichische Rechnungshof. Österreich verfügt über etwa 280 Tonnen, davon lagern aber nur etwa 17 Prozent im Inland, 3 Prozent in der Schweiz, der Rest in London. Bereits gegen Ende November 2014
wurde bekannt, dass die niederländische Zentralbank 122,5 Tonnen ihrer offiziellen Goldreserven von New York in ihren Hauptsitz in Amsterdam verlagert hat. Insgesamt belaufen sich die offiziellen Goldreserven der Niederländer auf 612,5 Tonnen. Davon werden nun 31 Prozent in Amsterdam, 31
Prozent in New York, 20 Prozent im kanadischen Ottawa und 18 Prozent in
London gelagert.
Abwertung von Chinesischem Renminbi und Indischer Rupie
19. Okt.
18. Nov.
18. Dez.
Palladium (Euro pro Feinunze)
680
660
640
620
(a) USDCNY-Wechselkurs und Goldpreis in CNY/oz
8,0
7,8
7,6
7,4
7,2
7,0
6,8
6,6
6,4
6,2
6,0
12000
11000
9000
8000
7000
Quelle: Bloomberg.
18. Nov.
18. Dez.
66
94000
61
84000
56
74000
64000
51
54000
46
44000
6000
5000
4000
09
11
USDCNY (LS)
19. Okt.
(b) USDINR-Wechselkurs und Goldpreis
in INR/oz
10000
07
600
580
19. Sep.
Die offiziellen Goldreserven Russlands belaufen sich (Stand September 2014)
auf 1,149.8 Tonnen. Besteht die Aussicht, Russland könnte seine Goldbestände verkaufen, um sich notwendige Devisen zu beschaffen? Der Marktwert des russischen Goldes beträgt zu laufenden Preisen „nur“ etwa
44 Mrd. US-Dollar. Zudem würde ein Goldverkauf die Struktur der russischen Reserven stark verschlechtern: Derzeit belaufen sich die Goldreserven
nur auf zehn Prozent der Gesamtreserven. Zum Vergleich: In den Vereinigten
Staaten von Amerika liegt diese Zahl bei 72 Prozent, in Deutschland bei 67
Prozent, in Italien bei 66 Prozent, in Frankreich bei 65 Prozent und in der
Schweiz bei sieben Prozent. Ein Goldverkauf würde die Politik, die seit etwa
Ende 2006 eingeleitet wurde – den Aufbau der Goldreserven zu forcieren –
zunichte machen und die Russen würden mit einem Goldverkauf eine solide
monetäre Grundlage für die Zeit „nach der Krise“ aufgeben. Fazit: Dass
Russland (Teile) seiner offiziellen Goldbestände verkaufen könnte, um sich
benötigte Devisen zu beschaffen, ist zwar nicht auszuschließen, jedoch gibt
es eine Reihe von Gründen, die das wenig wahrscheinlich erscheinen lassen.
13
15
Goldpreis (RS)
41
34000
36
24000
07
09
11
USDCNY (LS)
13
15
Goldpreis (RS)
Quelle: Bloomberg. USD = US-Dollar, CNY = Chinesischer Renminbi, INR = Indische
Rupie.
11
19. Dezember 2014
Edelmetallpreise und ETF-Bestände
Goldpreis (USD/oz) und ETF-Goldbestände (Mio. oz)
58
1380
57
1330
56
55
1280
54
1230
53
1180
52
51
Dez. 13
Mrz. 14
Jun. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Sep. 14
Goldpreis (USD/oz, RS)
1130
Dez. 14
Silberpreis (USD/oz) und ETF-Silberbestände (Mio. oz)
655
23
650
22
645
21
640
20
635
19
630
18
625
17
620
16
615
Dez. 13
Mrz. 14
Jun. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Sep. 14
15
Dez. 14
Silberpreis (USD/oz, RS)
Platinpreis (USD/oz) und ETF-Platinbestände (Mio. oz)
2,9
1550
1500
2,8
1450
2,7
1400
2,6
1350
1300
2,5
1250
2,4
2,3
Dez. 13
1200
Mrz. 14
Jun. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Sep. 14
1150
Dez. 14
Platinpreis (USD/oz, RS)
Palladiumpreis (USD/oz) und ETF-Palladiumbestände (Mio. oz)
3,2
950
3,0
900
2,8
850
2,6
800
2,4
750
2,2
700
2,0
Dez. 13
Mrz. 14
Jun. 14
Mio. Feinunzen (LS)
Quelle: Bloomberg, Tagesdaten.
Sep. 14
Palladiumpreis (USD/oz, RS)
650
Dez. 14
12
19. Dezember 2014
Edelmetallpreise und MACD*
Goldpreis (USD/oz) und MACD
1700
190
1600
140
1500
90
1400
1300
40
1200
-10
1100
-60
1000
13
Gold (LS)
14
MACD (RS)
MACD-Signal (RS)
15
Silberpreis (USD/oz) und MACD
35
4
30
25
2
20
0
15
10
-2
5
0
-4
13
Silber (LS)
14
MACD (RS)
MACD-Signal (RS)
15
Platinpreis (USD/oz) und MACD
1800
240
200
160
120
80
40
0
-40
-80
-120
1600
1400
1200
1000
13
14
Platin (LS)
15
MACD (LS)
MACD-Signal (RS)
Palladiumpreis (USD/oz) und MACD
950
900
850
800
750
700
650
600
550
500
450
400
80
40
0
-40
13
Palladium (LS)
14
MACD (LS)
MACD-Signal (RS)
15
Quelle: Bloomberg. Schattierte Flächen: Verkaufssignal, unschattierte Flächen: Kaufsignal. *Steht für „Moving Average Convergence/Divergence“. Tagesdaten.
13
19. Dezember 2014
COMEX Gold-Futures, Handelsvolumen und ‘Open Interest’, Mrd. US-Dollar (Tagesdaten)
100
80
60
40
20
0
07
08
09
10
Gesamte Handelsvolumen, Mrd. USD
11
12
13
'Open Interest', gesamt, Mrd. USD
14
COMEX Gold-Futures, Handelsvolumen und ‘Open Interest’, Feinunzen (Tagesdaten)
80.000.000
70.000.000
60.000.000
50.000.000
40.000.000
30.000.000
20.000.000
10.000.000
0
07
08
09
10
Gesamtes Handelsvolumen, Feinunzen
11
12
13
'Open Interest', gesamt, Feinunzen
14
‘Open Interest’ der COMEX Gold-Futures, Mrd. US-Dollar, und Goldpreis (USD/oz) (Tagesdaten)
2000
90
1800
1600
70
1400
50
1200
1000
30
800
10
600
07
08
09
10
11
'Open Interest', gesamt, Mrd. USD
12
13
Goldpreis (USD/oz), RS
14
Volatilität der Gold- und Silberpreise USD/oz) und Volatilität des S&P 500* (Wochendaten)
100
80
60
40
20
0
07
08
09
Gold-Volatilitätsindex
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.
10
11
Silber-Volatilitätsindex
12
13
S&P 500 Volatilitätsindex (VIX)
14
14
19. Dezember 2014
Edelmetallpreise, aktuell und Schätzungen (pro Feinunze)
In US-Dollar
I. Aktuell
Gold
Silber
Platin
Palladium
1.200,4
16,0
1.204,4
794,1
II. Gleitende Durchschnitte
5 Tage
1.195,8
15,9
1.200,9
789,0
10 Tage
1.209,0
16,4
1.219,9
800,3
20 Tage
1.203,1
16,4
1.220,9
800,6
50 Tage
1.201,5
16,5
1.228,7
785,2
100 Tage
1.229,3
17,6
1.303,8
815,0
200 Tage
1.263,8
18,8
1.379,9
819,9
III. Prognosen
Bandbreite
Unten
Bandbreite
Bandbreite
Oben
Unten
Oben
Unten
Bandbreite
Oben
Unten
Oben
Q4 2014
1.130
1.242
16
18
1.190
1.350
740
840
Q1 2015
1.160
1.270
17
19
1.220
1.380
750
860
Q2 2015
1.205
1.310
18
20
1.290
1.430
770
880
Q3 2015
1.269
1.350
20
21
1.320
1.460
800
900
Q4 2015
1.325
1.410
21
23
1.430
1.580
810
920
IV. Jahresdurchschnitte
2012
1678
31
1556
648
2013
1396
23
1473
725
2014 (geschätzt)
1.254
19
1.372
805
2015 (geschätzt)
1.287
20
1.389
836
In Euro
I. Aktuell
Gold
Silber
Platin
Palladium
977,1
13,0
980,3
646,4
II. Gleitende Durchschnitte
5 Tage
962,7
12,8
966,9
635,3
10 Tage
975,7
13,2
984,6
645,9
20 Tage
969,6
13,2
983,9
645,2
50 Tage
959,5
13,2
981,2
627,2
100 Tage
961,9
13,8
1.019,2
637,5
200 Tage
955,2
14,2
1.041,6
620,1
III. Prognosen
Bandbreite
Unten
Bandbreite
Oben
Unten
Bandbreite
Oben
Unten
Bandbreite
Oben
Unten
Oben
Q4 2014
904
993
13
15
952
1.080
592
672
Q1 2015
957
1.047
14
16
1.006
1.138
619
709
Q2 2015
1.025
1.114
15
17
1.097
1.216
655
748
Q3 2015
1.112
1.183
17
19
1.157
1.280
701
789
Q4 2015
1.198
1.274
19
21
1.292
1.428
732
831
IV. Jahresdurchschnitte
2012
1.299
16
1.219
526
2013
1.052
25
1.204
501
2014 (geschätzt)
931
14
1.019
598
2015 (geschätzt)
1.114
17
1.202
723
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. Prognosen der Degussa Goldhandel GmbH (jeweils für das Quartalsende).
15
19. Dezember 2014
Rohstoffpreise im Überblick
Ausgewählte Rohstoffe
Aktueller Preis Veränderungen gegenüber (in Prozent):
Volatilität (in Prozent):
in USD 2 Wochen
1 Monat 3 Monate 6 Monate 12 Monate
30 Tage
90 Tage
I. Energie
NYMEX WTI Rohöl
54,72
ICE Brent Rohöl
59,54
NYMEX Benzin
152,97
NYMEX Heizöl
194,84
ICE Gasoil
553,75
NYMEX Erdgas
3,67
II. Agrarprodukte
Mais
409,75
Weizen
644,75
Soja
1040,25
Kaffee
174,35
Zucker
14,99
Baumwolle
60,85
III. Industriemetalle
Aluminium, Future (3M)
1911,00
Kupfer (Future, 3M)
6315,00
Zink
2126,00
Blei
1865,00
Eisenerz
68,50
IV. Edelmetalle
Gold
1198,27
Silber
15,94
Platin
1202,75
Palladium
793,75
V. Edelmetale, rel. Preise
Gold-Silber
75,17
Gold-Platin
1,00
Gold-Palladium
1,51
Palladium-Platin
0,66
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.
-17,3
-15,6
-16,3
-9,8
-16,6
-10,3
-41,8
-43,1
-40,2
-32,3
-37,7
-14,1
-43,7
-43,5
-41,8
-33,0
-38,5
-21,4
-43,7
-43,5
-41,8
-33,0
-38,5
-21,4
-40,5
-43,5
-41,0
-34,6
…
-16,6
46,0
36,4
40,1
32,7
28,1
53,7
32,0
26,1
29,1
23,1
20,4
39,2
5,4
11,5
1,7
-7,0
-3,8
1,3
8,5
10,7
0,0
-15,0
-14,0
-9,2
-12,2
-4,8
-16,3
-6,2
-21,4
-21,8
-12,2
-4,8
-16,3
-6,2
-21,4
-21,8
-11,1
-0,6
-9,1
41,7
-15,5
-22,9
21,7
28,8
24,9
33,3
22,9
19,4
23,8
24,5
23,4
37,0
21,8
18,1
-4,6
-0,6
-4,0
-8,0
0,2
-8,8
-9,6
-9,9
-16,8
-20,5
4,0
-7,7
3,5
-11,0
-25,7
4,0
-7,7
3,5
-11,0
-25,7
6,2
-14,2
3,5
-16,0
-48,7
14,4
15,7
14,6
15,8
16,2
15,2
17,6
16,0
2,6
3,2
0,2
-1,9
-6,9
-18,1
-15,6
-12,3
-4,1
-15,3
-17,2
-5,1
-4,1
-15,3
-17,2
-5,1
-0,6
-18,0
-12,4
10,6
19,8
40,5
20,1
16,9
16,2
29,1
16,7
23,4
-0,3
2,5
4,3
-1,7
14,0
10,4
6,4
3,6
12,9
16,0
1,4
14,4
12,9
16,0
1,4
14,4
21,3
13,5
-10,0
26,1
22,7
12,8
22,7
20,2
17,3
11,7
23,2
19,5
…
…
S&P Rohstoffpreisindices (auf US-Dollar-Basis)
260
240
220
200
180
160
140
120
100
80
60
40
07
08
09
Gesamtindex
10
Industriemetalle
Quelle: Bloomberg. Serien sind indexiert (Januar 2007 = 100).
11
12
Energie
13
14
Agrarprodukte
15
16
19. Dezember 2014
Comex Gold- und Silberbestände (Millionen Feinunzen)
(a) Gold
(b) Silber
0,19
12
0,18
11
0,17
0,16
10
0,15
0,14
9
0,13
8
0,12
0,11
7
0,10
6
0,09
07
08
09
10
11
12
13
07
14
08
09
10
11
12
13
14
Quelle: Bloomberg.
Goldleihemarkt
(a) Gold Forward Offered Rate in Prozent
(b) Gold-Lease-Rate in Basispunkten
1,0
100
0,8
80
0,6
60
0,4
40
0,2
20
0
0,0
11
12
13
14
-0,2
-20
-0,4
-40
-0,6
-60
11
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate
12
1-Monat
6-Monate
13
14
3-Monate
12-Monate
Zur Erklärung: „Gold Offered Forward Rates“ (GOFO) stehen für die Zinsen, die im Goldleihemarkt gezahlt werden, und zwar von der
Partei, die einen Kredit aufnimmt, der mit Gold besichert ist (Goldverleiher), und den die Partei erhält, die einen mit Gold besicherten
Kredit vergibt (Goldleiher). Der Goldverleiher kann den Kreditbetrag, den er erhält, zwischenzeitlich anlegen, und zwar zum Libor-Zins
(London Interbank Offered Rate). Die Differenz zwischen dem Libor-Zins und GOFO wird als „Lease Rate“ bezeichnet. GOFO sind üblicherweise positiv (und lehnen sich in der Regel eng an den Leitzins der US-Zentralbank). Wenn GOFO negativ sind, so bedeutet das,
dass der Kreditnehmer (der Goldverleiher) vom Kreditgeber (dem Goldleiher) belohnt wird: Es kostet ihn also nichts, einen Kredit aufzunehmen, er verdient sogar daran. Das ist natürlich eine „ungewöhnliche“ Situation, und sie tritt i. d. R. in angespannten Marktsituationen auf, in der es zum Beispiel eine starke Nachfrage nach physischem Gold gibt.
17
19. Dezember 2014
Wichtige Wirtschaftsdaten, aktuell und Schätzungen
I. Notenbankzinsen (in %)
US Federal Reserve
EZB
Bank von England
Bank von Japan
Schweizer Nationalbank
Aktuell
Q414
Q1 15
Q2 15
Q3 15
0,00 - 0,25
0,05
0,50
0,10
0,0 - 0,25
0,00 - 0,25
0,05
0,50
0,10
0,0 - 0,25
0,0 - 0,25
0,05
0,50
0,10
0,0 - 0,25
0,0 - 0,25
0,05
0,50
0,10
0,0 - 0,25
0,50
0,05
0,50
0,10
0,0 - 0,25
0,62
2,22
0,36
1,87
0,27
0,82
2,25
0,48
2,35
0,40
0,80
2,30
0,50
2,40
0,38
0,79
2,20
0,49
2,30
0,35
0,80
2,10
0,45
2,20
0,39
1,23
146,60
0,78
7,65
1,20
1,22
143,68
0,77
7,50
1,20
1,19
142,25
0,76
7,42
1,20
1,16
140,82
0,76
7,35
1,20
1,12
139,42
0,76
7,28
1,15
58,79
433,15
56
416
58
424
59
437
61
450
II. Staatsanleihen (in %)
Deutschland 10-J
USA 10-J
Japan 10-J
Großbritannien10-J
Schweiz 10-J
III. Währungen
EURUSD
EURJPY
EURGBP
EURCNY
EURCHF
IV. Öl
Ölpreis (Brent, Fass)*
Rohstoffpreise (S&P, USD)
Quelle: Bloomberg, eigene Schätzungen.
Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen seit Jahresanfang in Prozent
(a) In nationaler Währung
(b) In Euro
-64
S&P 500
Nasdaq
Euro STOXX 50
FTSE 100
DAX
Swiss MI
Nikkei
Hang Seng
Bovespa
Russia
CRB Index
Gold
Silber
Rohöl
EURUSD
EURJPY
EURGBP
EURCHF
USDCAD
USDGBP
USDJPY
US-Staatsanleihe 7-10 J.
US-Staatsanleihe 1-3 J.
Euro-Staatsanleihe 7-10 J.
Euro-Staatsanleihe 1-3 J.
UK-Staatsanleihe 7-10 J.
UK-Staatsanleihe 1-3 J.
Japan-Staatsanleihe 7-10 J.
Japan-Staatsanleihe 1-3 J.
-48
-32
-16
0
-100 -80 -60 -40 -20
16
11,5
13,7
2,2
-4,2
2,7
9,9
8,2
-0,8
-5,8
-2,2
-15,1
-0,5
-18,0
-46,8
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.
-10,9
1,0
-5,7
1,7
8,9
-5,5
13,3
3,3
0,6
16,3
1,7
11,1
1,6
4,5
0,4
S&P 500
Nasdaq
Euro STOXX 50
FTSE 100
DAX
Swiss MI
Nikkei
Hang Seng
Bovespa
Russia
CRB Index
Gold
Silber
Rohöl
EURUSD
EURJPY
EURGBP
EURCHF
USDCAD
USDGBP
USDJPY
US-Staatsanleihe 7-10 J.
US-Staatsanleihe 1-3 J.
Euro-Staatsanleihe 7-10 J.
Euro-Staatsanleihe 1-3 J.
UK-Staatsanleihe 7-10 J.
UK-Staatsanleihe 1-3 J.
Japan-Staatsanleihe 7-10 J.
Japan-Staatsanleihe 1-3 J.
0
20
40
22,4
24,5
2,2
1,5
2,7
8,1
7,2
7,5
-6,7
-60,9
-4,2
10,3
-7,2
-36,0
-10,9
1,0
-5,7
1,7
8,9
-5,5
13,3
14,1
11,5
16,3
1,7
16,8
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19
19. Dezember 2014
Wirtschafts- und Marktentwicklungen
In den USA und in UK steigen die Häuserpreise merklich
Entwicklung der Konsumentenpreise*
290
240
190
140
90
Q1 2000
Q1 2002
Q1 2004
Q1 2006
USA
Q1 2008
Euroraum
Q1 2010
Q1 2012
Kanada
Q1 2014
UK
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Q1 2000 = 100.
Die Langfristzinsen setzten ihren Abwärtstrend fort
Zehnjährige Jahresrenditen der Staatsanleihen in Prozent
16
14
12
10
8
6
4
2
0
90
92
94
96
98
USA
00
Deutschland
02
04
Japan
06
08
UK
10
Frankreich
12
14
Italien
Quelle: Thomson Financial.
US-Bankkredite wachsen recht kräftig, während die Euro-Bankkredite weiter schrumpfen
Jahresveränderungen in Prozent
14
9
4
-1
-6
99
01
03
05
07
Euro-Bankkredite an Euroraum Ansässige
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.
09
11
US-Bankkredit
13
WIR WÜNSCHEN
FROHE
WEIHNACHTEN
UND EIN
GUTES NEUES
JAHR 2015.
Wir wünschen Ihnen geruhsame Feiertage und
einen guten Start in ein erfolgreiches neues Jahr.
Edelmetalle werden auch 2015 zu jedem ausgewogenen Anlageportfolio gehören – und auch als
Schmuck oder Geschenk positive Emotionen
wecken. Freuen Sie sich schon jetzt auf unsere
Neuheiten im kommenden Jahr.
DEGUSSA-GOLDHANDEL.DE
Frankfurt I Berlin I Hamburg I Hannover I Köln I München I Nürnberg I Pforzheim I Stuttgart I Zürich I London I Madrid
21
Notizen:
19. Dezember 2014
22
Notizen:
19. Dezember 2014
23
19. Dezember 2014
Beiträge in bisher erschienenen Ausgaben
Ausgabe
Inhalt
19. Dezember 2014
5. Dezember 2014
21. November 2014
7. November 2014
24. Oktober 2014
10. Oktober 2014
26. September 2014
12. September 2014
29. August 2014
15. August 2014
1. August 2014
18. Juli 2014
Folgen der Russlandkrise
Konjunkturrisiken nehmen zu
Schweiz führt Negativzins ein
Bald ohne Bargeld?
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Sorge vor Deflation
Edelmetallmärkte: Zur US-Zinspolitik; Das Gold der Russen
Der „Illiquiditäts-Faktor“ als Krisentreiber
Negativzins im Goldleihemarkt
SNB im Euro-Kaufrausch
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Gutes Geld braucht freien Wettbewerb
Edelmetallmärkte: Zum Gold-Silberpreis-Verhältnis
Gold ist Geld
Das „Japanrisiko“ steigt
Der „Ur-Zins“ kann nicht negativ werden
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Zur Schweizer-Goldinitiative
Edelmetallmärkte: Institutionelle halten sich (noch) zurück
Öl, Gold und Zins
Was man über die Schuldenwirtschaft wissen sollte
Fed-Abrakadabra
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Ich sehe was, was du nicht siehst
Edelmetallmärkte: Wechselkurs- versus Goldpreisbewegungen
Blasenwirtschaft
Sorgen vor „Eurokrise 2.0“
EZB kauft ABS
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Ausweg „Währungswettbewerb“
Edelmetallmärkte: Mehr Chancen als Risiken; Schweizer Gold-Initiative
Tiefe Zinsen, hohe Schulden
Mehr Inflation ist nicht besser
Risikofaktor Japan
Zurück zum Goldstandard
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Entparlamentarisiert
Edelmetallmarkt-Bericht: US-Dollar und Goldpreis
Der Goldpreis und der Spuk steigender Zinsen
Chinas Wirtschaft schwächt sich ab
Weltbevölkerung steigt stärker an
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Kein Entkommen aus der Tiefzinspolitik
Edelmetallmarkt-Bericht: Gegenwind
QE XXL
Schock aus Schottland
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Talfahrt des Euro
Edelmetallmarkt-Bericht: Zinserwartungen drücken Edelmetallpreise
Dollar-Dominanz
Zinswende bleibt aus. Gut für Gold.
EZB will mehr Inflation
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Kredit und Vertrauen
Edelmetallmarkt-Bericht: Goldanleihe
Was die Euro-Bankenabwicklung wirklich bedeutet
Warnsignale für die Konjunktur
Zins, Inflation, Realzins
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Venezuelas Hochinflation
Edelmetallbericht: Über das „Silberfixing“ und die Goldnachfrage
Gold, nicht ungedecktes Papiergeld, verdient Vertrauen
Amerikanische Behörde besorgt vor „Runs“ auf Geldmarktfonds
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Das Feigenblatt-Alibi der EZB
Edelmetallmarkt-Bericht: Fed-Politik eröffnet Chancen für Edelmetalle
Konjunkturerholung mit bedenklichen Begleiterscheinungen
Verkaufsdruck im Gold-Future-Markt
Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Kaufkraft des Geldes schwindet
Edelmetallmarkt-Bericht: Weißmetallpreise im Aufwind
Der Degussa Marktreport ist zu beziehen unter:
www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx
Alle bisherigen Ausgaben des Degussa Marktreports stehen dort auch zum Download zur Verfügung.
24
19. Dezember 2014
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Für die Erstellung dieser Ausarbeitung ist Degussa Goldhandel GmbH, Frankfurt am Main, verantwortlich. Die Verfasser dieses Dokuments bestätigen,
dass die in diesem Dokument geäußerten Einschätzungen ihre eigenen Einschätzungen genau wiedergeben und kein Zusammenhang zwischen ihrer
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Impressum
Der Marktreport erscheint 14-tägig freitags und ist eine kostenlose Serviceleistung der Degussa
Goldhandel GmbH
Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 19. Dezember 2014.
Herausgeber: Degussa
Goldhandel GmbH, Kettenhofweg 29, 60325 Frankfurt, Tel.: (069) 860068-0, Fax: (069) 860068-222
E-Mail: info@degussa-goldhandel.de, Internet: www.degussa-goldhandel.de
Redaktion: Dr. Thorsten Polleit, Julia Kramer
Degussa Marktreport ist im Internet abrufbar unter: http://www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx
An- und Verkaufsniederlassungen:
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