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Aus und vorbei: DER SOLDAT 1956 - 2014

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Erstausgabe 1956
17. Dezember 2014
2,10 Euro
Nr. 24/2014
Gegründet 1956
www.der soldat.at
Unabhängige Zeitung für Wehr- und Sicherheitspolitik
Stress und Schmerz
Ein Extremsportler schilderte an
der TherMilAk seine Erfahrungen
Seite 4
Brüssel
STRATEG
NATO-Rüstungsdirektoren steckten
ihre zukünftigen Ziele ab
Seite 5
SK-Kdt philosophierte an der LVAk
über die Zukunft des Bundesheeres
Seite 8
Aus und vorbei: DER SOLDAT 1956 - 2014
Aus einem gewissen
Galgenhumor heraus
könnte man die im Titel
angeführten Jahreszahlen
durch folgenden Spruch
auf dem imaginären Grabstein des SOLDAT ergänzen: „Nach zahlreichen
Anschlägen auf ihn, die
der SOLDAT immer wieder
parieren konnte, wurde
er nun durch einen Hieb
mit der Sparzwangkeule
niedergestreckt ... möge er
in Frieden ruhen.“ Hervorgerufen wurde das Ganze
durch die Einstellung
aller Abonnements des
SOLDAT durch das Ressort, wodurch die Zeitung
gezwungen wurde, das
Handtuch zu werfen.
Ich hatte nur einen Bruchteil der Zeit seines Bestehens
das Glück und Vergnügen,
dem SOLDAT als Chefredakteur Profil zu verleihen und
mitzugestalten. Ich übernahm die Zeitung im Mai
2010 als ein etabliertes und
anerkanntes Medium und
es gelang mir – gemeinsam
mit dem Redaktionsteam
und den zahlreichen Autoren – die Akzeptanz und
die Reputation des SOLDAT
noch weiter auszubauen.
Dies wurde mir in zahllosen
Gesprächen immer wieder
bestätigt. Die ausgewogene
Balance zwischen Analysen,
Informationen über nationale und internationale
Sicherheits- und wehrpolitische Aktivitäten, Wehrtechnik, Miliz, Ausbildung – und
nicht zuletzt der Chronikteil
– wurden allgemein positiv
aufgenommen und bewer-
In eigener Sache
Mit dieser 1.409. Ausgabe heißt es nach über 58 Jahren, Abschied zu nehmen. Das abrupte Ende
des SOLDAT hinterlässt tiefe Betroffenheit – vor allem wegen der Begleitumstände der Beendigung
einer langjährigen positiven Geschäftsbeziehung der ersten Stunde.
Mir als Herausgeberin und Verlegerin ist es ein besonders Anliegen, all jenen auf das Herzlichste zu
danken, die unseren Weg begleitet und mit viel Engagement und Können dazu beigetragen haben,
dass DER SOLDAT zur bekannten, etablierten und geschätzten Marke werden konnte.
Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen, Abonnenten, Autoren, Freunden, Inserenten, Kunden,
Mitarbeitern und Weggefährten frohe Feiertage, ein glückliches neues Jahr 2015 und hoffen,
dass Sie uns vermissen werden.
Mag. Christine Pawlikowsky-Hanusch
Herausgeberin & Verlegerin
mit dem gesamten SOLDAT-Team
Observer
Das Ende
Wenn eine Zeitung nicht mehr erscheint, dann ist das für
die Zeitungsgestalter immer mit einer gewissen Wehmut
verbunden. Denn viel Arbeit, verbunden mit Herzblut, Idealismus und Fleiß stecken meistens hinter den unzähligen
geschriebenen Zeilen. Das trifft auch für dieses Blatt zu.
Es hat das Bundesheer seit seinen Anfängen begleitet, und
so mancher Chronist sieht den SOLDAT als unverzichtbare Fundstelle für das wehr- und sicherheitspolitische Geschehen in unserem Land und damit für das Bundesheer.
In keinem anderen Medium unserer Republik findet sich
das gesamte Spiegelbild unserer bewaffneten Macht wieder,
mit ihren Höhen und Tiefen. Wehr- und Sicherheitspolitik
standen im Zentrum. Aber nicht nur das, mit Weitblick wurde über das sicherheitspolitische Weltgeschehen berichtet,
es analysiert und kommentiert. Und über die Ereignisse im
Bundesheer stellten Angehörige der Truppe und diverser
Dienststellen ihre Berichte vor. Damit ist nun Schluss. Das,
was vor 58 Jahren auf Initiative weitsichtiger Menschen geschaffen wurde, dieses Medium, stellt seinen Betrieb ein.
Die finanzielle Not des Bundesheeres als Auswirkung der
Politik diverser Regierungen hat auch dieses Unternehmen
zum Zusperren gezwungen. So scheint es zumindest zu sein,
ob es tatsächlich die mangelnden Budgetmittel sind, wissen
nur die Insider.
Es bleibt die Frage, wer die Funktion dieses Blattes nun
übernimmt? Wer kann das volle Spektrum dieses Mediums im 14-Tage-Rhythmus qualitativ ersetzen? Oder
benötigt unser Land diese Informationen nicht mehr? Wer
informiert unsere Soldaten, egal ob sie im Dienst-, Präsenz-, Miliz-, Ruhe- oder Reservestand sind, unmittelbar
und nicht politisch korrekt zurechtgeschrieben? Wer ersetzt
diese Zeitung bei den zahlreichen Dienststellen des Bundesheeres, den Informationsoffizieren, den wehrpolitischen
Verbänden, den Partnerfirmen, bei der „Politik“ mit den
Wehr- und Sicherheitssprechern und bei den Redaktionen
unserer großen Medien? Es ist keine Frage, dass man
„bunte Seiten“ mit Lobhudelei voll drucken kann, wenn
man dafür das Geld aufbringen will. Aber dient man damit unserer Republik oder nur gewissen Interessen? Lässt
es nicht nachdenklich werden, wenn man ein Druckwerk
mit dem Namen DER SOLDAT in unserer so friedlichen
und so zivilisierten Welt untergehen lässt, vielleicht weil
sich Frauen in Uniform nicht vertreten fühlen könnten, wie
ein hoher Funktionsträger einmal gemeint hat? Oder weil
weit und breit keine gewaltsame Bedrohung für Österreich
erkennbar wäre? Jene Leute, die so empfinden, kennen allerdings die Studie eines Humaninstituts nicht, wonach „67 %
der Österreicher ihr Sicherheitsbedürfnis seitens der Politik
nicht ausreichend befriedigt sehen“. DER SOLDAT kann
darüber nicht mehr berichten, denn er hat sein Lebensende
erreicht. – Auch der Kommentator dieser Kolumne stellt
damit seine Tätigkeit ein. 21 Jahre hindurch, ohne Unterbrechung, durften hier seine Gedanken gedruckt werden.
Für die wohlwollende Aufnahme dieser Ausführungen
Observer
dankt hiermit
tet. Quer durch alle Schichten innerhalb des Militärs
und des Ressorts ebenso wie
aus der Leserschaft, auch im
benachbarten deutschsprachigen Ausland, erhielt ich
durchwegs positive Signale.
Leider trifft das nicht auf
die militärischen und politischen Entscheidungsträger
in unserem Land zu. Unter
dem Aufhänger des allgemeinen Sparens wurde einem Medium, das man nicht
völlig unter Kontrolle hatte,
nach mehrmaligen Fehlversuchen in den vergangenen
Jahren nun der endgültige
Garaus gemacht. Die Kommentare, die die Entscheidung des Ressorts hervorrief,
kann und will ich an dieser
Stelle nicht wiedergeben.
Beitrag geleistet
Sparen ist das Wort der Stunde. Auch vom SOLDAT wurde – wie schon mehrmals in
den letzten Jahren – verlangt,
zu sparen. Gespart hat der
SOLDAT immer. Nur zur Illustration: Im Zeitraum zwischen 2004 und 2014 wurden die Aufträge seitens des
Ressorts (Abonnements und
Schaltung von Inseraten)
um 43 % (!) gekürzt. Im selben Zeitraum ist neben allgemeinen Kostensteigerungen
der Verbraucherpreisindex
um rd. 25 % gestiegen, die
Postgebühren für den Zeitungsversand sogar um 40 %.
Jeder nur mittelmäßig mathematisch Begabte wird erkennen, dass hier eine kaum
mehr handhabbare Schere
aufklafft. – Außer, man will
den Zusammenhang nicht
erkennen und sucht ein Argument, sich eines nicht
völlig kontrollierbaren Mediums zu entledigen.
Interessant wird es in der
Zukunft zu beobachten, ob
der Spargedanke nur eine „Lex
SOLDAT“ ist, oder ob der Rotstift auch bei anderen externen militäraffinen Zeitschriften angesetzt werden wird.
sowie ein breites Themenangebot geachtet. Geht das
nicht im Zeitungsformat?
Die „unmoderne“ Aufmachung war immer wieder
Thema von Diskussionen:
Auf die Frage, wie ein „moderner“ SOLDAT aussehen
sollte, gab es meist nur unbefriedigendes Gestotter …
und das war’s dann schon.
Oft endeten solche Diskussionen mit einem „Ich weiß
doch auch nicht, wie, aber
moderner sollte er eben
sein ...!“ Schmeck‘s – dachte
ich mir dann.
Konservativ?
Unmodern?
Hindernislauf
DER SOLDAT war von Anfang an das einzige militärische Medium im Zeitungsformat, und wir haben bewusst daran festgehalten.
Manchmal ist daher das
Argument gegenüber der
Herausgeberschaft gebracht
worden, dass DER SOLDAT
zu wenig modern und zu
konservativ sei. Sind die in
Österreich führenden Qualitätszeitungen konservativ –
nur weil sie vorrangig auf das
geschriebene Wort setzen?
Muss es ein Magazin-Format
sein, um zu gelten?
Wir haben als Medium
ohne Parteizugehörigkeit –
auch nicht für (jeweils) die
richtige – auf möglichst aktuelle, ausgewogene, gut aufbereitete Sachinformation
Eigenartig und verschlungen sind die Wege innerhalb
des Ressorts, wenn man eine
konkrete Aussage erhalten
will – und Verantwortliche
sind so selten anzutreffen
wie der Yeti.
Als bekannt wurde, dass
mit Ende des Jahres die für
die Abonnentenverwaltung
verantwortliche Dienststelle
alle Abos des SOLDAT gekündigt hatte, nahm ich mit der
Personalsektion Verbindung
auf, wie es nun weitergehen
solle. Mir wurde in diesem
Gespräch glaubhaft versichert, dass diese Kündigung
auf Vorschlag (Weisung?) des
Generalstabs zurückzuführen sei. So weit so gut – oder
auch nicht, denn bei einem
Gespräch versicherte der
höchstrangige Offizier der
Herausgeberin, dass diese Entscheidung nicht von ihm gekommen sei, und er verwies sie
auf die dafür zuständige Sektion. Was stimmt nun? Weiter
zum nächsten Hindernis. Die
Herausgeberin begann sofort
die Verhandlungen, in welchem Rahmen eine Reduktion der Abonnements noch
verkraftbar sein könnte. Dabei
wurde eine Lösung gefunden,
die den Weiterbestand des
SOLDAT – wenn auch unter
größten Schwierigkeiten –
möglich gemacht hätte. Dass
mittlerweile die Kündigung
aller Abos für den SOLDAT
seitens des Ressorts bereits
Eingang in ein Besprechungsprotokoll auf höchster militärischer Ebene gefunden hatte, war offensichtlich nicht
wert, bei einem persönlichen
Gespräch oder zumindest einem Telefonat gegenüber der
Herausgeberin kommuniziert
zu werden.
Erinnerung
Das plötzliche Aus ist für das
Team des SOLDAT bitter und
schmerzlich. Ich hoffe aber,
dass Sie uns in guter Erinnerung behalten. Dem Österreichischen Bundesheer, das
DER SOLDAT seit Anbeginn
medial begleitet hat, wünsche ich eine bessere Zukunft
und viel Soldatenglück.
Ihr
Obst Karl-Heinz Leitner
Chefredakteur
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04.12.14 12:19
2
SICHERHEITSPOLITIK/WEHRPOLITIK
Weltgeschehen im Brennpunkt
Kein Kommentar
Viereinhalb Jahre, genau 112 Ausgaben lang, war ich für
das Aussehen und den Inhalt der Zeitung verantwortlich.
Mit der Ausgabe Nr. 24/2014 halten Sie das letzte Exemplar in Händen. Es ist nun an der Zeit, Danke zu sagen.
Danke an alle, die am Gelingen der Zeitung maßgeblichen Anteil hatten.
Das ist in erster Linie das Redaktionsteam unter der
Leitung der Herausgeberin, Mag. Christine PawlikowskyHanusch, und den beiden Damen, Susanne Neuwirth und
Romana Habitzl, die im Hintergrund dafür sorgten, dass
Sie den SOLDAT immer zeitgerecht in der gewohnten
Qualität erhielten.
Dieses Rumpfteam war das Resultat vorangegangener Sparedikte seitens des Ressorts, denen zwei Vollzeitkräfte zum
Opfer fielen, nach dem Motto: „Alles wird teurer, nur
DER SOLDAT muss billiger werden.“
Mein besonderer Dank gilt auch jenen Kolumnisten,
die sehr lange, z.T. über Jahrzehnte hinweg, ihre Beiträge
für die Zeitung im 2-Wochen-Rhythmus geliefert haben.
Besonders hervorzuheben sind der „Observer“ und der
„Spectator“, die immer wieder eine breite Palette an Gefühlen – von voller Zustimmung bis zur totalen Ablehnung – bei der Leserschaft hinterließen. Ebenso gilt mein
Dank „Rene“ für die Zusammenstellung der International Military News, die zunehmend Anklang fanden, Obst
Christoph Philipp für seine wehrtechnischen Übersichten, dem Team der Militärvertretung Brüssel und dem
Leiter der MVB, GenLt Günter Höfler, für die News aus
Brüssel, die dazu beigetragen haben, in Österreich das Bewusstsein dafür zu schärfen, was „die da draußen in Brüssel“ eigentlich tun. Des Weiteren gilt mein Dank Bgdr
Reinhard Trischak von der MilPol sowie den Instituten
der Landesverteidigungsakademie für die Bereitstellung
aktueller internationaler sicherheitspolitischer Themen.
Nicht zu vergessen ist natürlich auch Obstlt Helmut
Gekle mit seinem Team, die unermüdlich Beiträge rund
um die internationalen Einsätze des Bundesheeres bereitstellten und vor allem mit Berichten über das Engagement (vorrangig) österreichischer Kunstschaffender der
verschiedensten Richtungen in „Künstler im Einsatz“ eine Synthese zwischen Militär und Kunst schafften. Ebenso erwähnenswert waren Obstlt Gekles Beiträge über die
Interna der Streitkräfte in der Zeit seiner Dienstverwendung in Graz.
Der Miliz gilt ein besonders herzliches Dankeschön.
Sowohl Obst Johannes Viehhauser, der emsig darum bemüht war, Informationen von der Miliz, aber auch aus
deren Umfeld für die Leserschaft des SOLDAT heranzuschaffen, wie auch allen Kommandanten und ÖA-Verantwortlichen der Milizeinheiten und -verbände, die von
sich aus über die zahlreichen Aktivitäten der Miliz – auch
abseits des militärischen Betriebs – zu berichten wussten.
Ein Beweis, dass die Miliz noch immer lebt; – auch wenn
das von so manchem ehemaligen Minister anders geplant
war.
Nicht zuletzt gebührt mein Dank allen Autorinnen und
Autoren, die mit ihren Beiträgen Leben in den SOLDAT
gebracht haben. Seien es die Sportseite, Nachrichten aus
dem Schulbetrieb, Kommentare, wehr- oder sicherheitspolitische Analysen, wehrtechnische Berichte, Ausbildung, Reportagen zu Ballereignissen, wie z.B. dem Ball
der Offiziere, Aufbereitung von Themen die verschiedenen Konfessionen im ÖBH betreffend, bis hin zur bunten
Vielfalt der Chronik mit den Berichten aus dem Kern des
Bundesheeres, der Truppe. Weiters danke ich allen jenen,
die mit ihren Leserbriefen ihre Anteilnahme an den Inhalten der Zeitung bekundet haben.
Sie alle waren sowohl Bereitsteller wie auch Empfänger
von Informationen. Leider sind Sie nun dieses Mediums
beraubt. Ich hoffe jedoch, dass sich für Sie andere
Quellen zur gehaltvollen und korrekten Informationsbeschaffung auftun. Denn nichts ist für Mitarbeiter schlimmer, als uninformiert vor vollendete Tatsachen gestellt zu
werden. Auch wenn manche Führungspersönlichkeit der
Meinung ist, dass uninformierte Mitarbeiter leichter zu führen
seien.
Wunsch ans Christkind
Ich wünsche mir, dass mit der Auftragsstornierung an
den SOLDAT die budgetäre Lage des BMLVS so nachhaltig verbessert werden kann, dass dem Bundesheer einige
sorgenfreie Jahre ins Haus stehen werden.
Obst Karl-Heinz Leitner
Chefredakteur
IMPRESSUM
Gegründet 1956
Erscheint zwei Mal im Monat, Jahresabo Inland € 37,60 (inkl. USt.)
Medieninhaber DER SOLDAT, Zeitungs- und Zeitschriften Verlagsgesellschaft mbH,
1010 Wien, Parkring 4/1c, Tel.: 01/523 23 24, aboservice@dersoldat.at, anzeigen@dersoldat.at
Herausgeberin und Geschäftsführerin Mag. Christine Pawlikowsky-Hanusch,
zeitung@dersoldat.at Redaktion 01/523 23 24/10, redaktion@dersoldat.at
Chefredakteur Obst Karl-Heinz Leitner, chefredakteur@dersoldat.at Verlags- und
Herstellungsort Wien Satz und Repro M&B Zeitschriftenproduktions GmbH,
1140 Wien Hersteller Mediaprint Zeitungsdruckerei GmbH & Co KG, 1230 Wien,
Richard Strauss-Straße 16
www.dersoldat.at
DER SOLDAT ist Mitglied der European Military Press Association (EMPA)
Afghanistan braucht die Hilfe Pakistans und Chinas
Nach dem Abzug der NATO geführten ISAF-Truppen wird der Terrordruck durch die Taliban und andere
Dschihadisten massiv zunehmen. Das deutet sich bereits jetzt an. Betroffen sind v.a. Afghanistan, aber
auch Pakistan. Islamische Extremisten bedrohen jedoch auch China, besonders in der Unruheregion
Xinjiang. Eine engere Kooperation der drei Länder liegt nahe.
Zum Ende des laufenden
Jahres wird der Großteil der
noch in Afghanistan verbliebenen 34.000 ausländischen
Soldaten der ISAF aus dem
Land abziehen. Die Masse
der Truppen hat sich nach
13 Jahren Krieg bereits zurückgezogen. Und die Gewalt
der Taliban nimmt laufend
zu. Eine jüngste Anschlagserie in der Hauptstadt Kabul
lässt Böses für die kommende
Zeit befürchten.
Um das Land am Hindukusch nicht gänzlich der
islamistischen Gewalt zu
überlassen, sollen ab 2015
weiterhin ausländische Soldaten im Land verbleiben.
Sie sollen sich der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte unter der von der
NATO geführten Mission
„Resolute Support“ (Ziel
12.000 Truppen) widmen.
Die US-Soldaten werden
dies ebenfalls tun, sollen
aber auch die „Jagd auf die
Überreste von Al-Qaida“
durchführen. Ursprünglich
wollten die USA 8.000 Soldaten für die NATO-Mission
und 4.000 für Antiterroreinsätze einsetzen. Da sich
aber die NATO schwer tut,
die fehlenden 4.000 Kräfte
aufzubieten, werden weitere 1.000 US-Soldaten der
NATO zur Verfügung gestellt. Nach einem Bericht
der New York Times hat der
US-Präsident das Mandat
für seine Soldaten erweitert.
Es sollen auch Einsätze gegen die Taliban und andere
Kräfte, die afghanische oder
US-Tr uppen gefährden,
möglich sein.
Insgesamt hat sich die
Auffassung schließlich
durchgesetzt, dass nur eine
politische Lösung das Land
und die Region befrieden
kann. Pakistan, China und
Afghanistan wollen zusammenarbeiten, um ihre
Sicherheit zu erhöhen und
ihre wirtschaftlichen Zwänge zu lösen.
Jüngst wurde eine vermehrte Reisediplomatie
sichtbar. Während der letzten Wochen haben die Chefs
von Pakistan und Afghanistan China besucht. Der
neue afghanische Präsident,
Ashraf Ghani Ahmadzai, sicherte sich während seiner
viertägigen Reise nach Peking 245 Mio. $ als Hilfe für
die kommenden drei Jahre
sowie für die Ausbildung
von 3.000 afghanischen Beamten. Etwa zwei Wochen
später verbrachte der pakistanische Premierminister
Nawaz Sharif drei Tage in der
chinesischen Hauptstadt Peking und erhielt eine Zusage
von rd. 42 Mrd. $ für Investitionen v.a. in den Strom- und
Energiesektor.
Afghanistans
Interessen
In Afghanistan sind große
Veränderungen im Gange.
Der Rückzug der International Security Assistance
Force (ISAF) hinterlässt gewaltige Sicherheitsprobleme, wie sich bereits jetzt
zeigt. Vor etwa drei Monaten bekam das Land seinen
ersten neuen Präsidenten
seit der Gründung der PostTaliban-Regierung im Jahr
2002. Ein neuer Vertrag über
die Machtverteilung besteht
für die neue Ära nach dem Stromknappheit, die stänAusscheiden von Hamid dige Blackouts im ganzen
Karzai mit Präsident Ashraf Land verursacht und den
Ghani Ahmadzai (65) und Handel untergraben hat,
dem als CEO (Chief Executi- deutlich reduzieren würde.
ve Officer) bezeichneten AbDoch Peking sieht die Entdullah Abdullah (60) – dem wicklung mit Pakistan nur
Hauptgegner Ghanis bei der langsam voranschreiten und
Präsidentschaftswahl.
lässt die Zunahme der InDiese veränderten Umstände haben auch die
strategische Ausrichtung
der Afghanen geändert.
Für die längste Zeit versuchte Kabul seine engen
Beziehungen zu Neu-Delhi zu verwenden, um Islamabad im Kampf gegen
die Taliban zur Zusammenarbeit zu bewegen.
In den letzten Jahren hat
Afghanistan jedoch realisiert, dass dieser Ansatz
nur begrenzte Vorteile
geboten hat. Während
Afghanistan eine lange Afghanistan wird – wie Pakistan – von
Grenze mit Pakistan be- China umworben
sitzt, verfügt es über keine
Landverbindung zu Indien, vestitionen erst allmählich
sodass Neu-Delhi nicht in ansteigen. Pakistan weiß
der Lage war und auch nicht das, weshalb Präsident Shabereit ist, mehr als eine be- rif speziell während seiner
grenzte Beteiligung in dem Reise nach Peking erwähnt
hat, dass seine Regierung
Land einzugehen.
Nachdem Präsident Gha- fest entschlossen ist, sicherni und der afghanische CEO zustellen, dass uigurische
Abdullah die Geschäfte in Islamisten von seinem Land
Kabul übernahmen, haben aus China nicht bedrohen.
sie das Bemühen um eine Er versicherte auch seinen
Zusammenarbeit mit den chinesischen Gastgebern,
Chinesen erkennen lassen. dass Islamabad alles MögliDenn der große Nachbar che tun würde, um chineChina hat wichtige Bezie- sische Privatpersonen und
hungen zu Islamabad. Des- Interessen in Pakistan zu
halb versucht Kabul, Peking schützen.
Abseits der innenpolitizu gewinnen, damit es Pakistan zu einer Kooperation schen und wirtschaftlichen
gegen die Taliban bewegt. Interessen braucht IslamaChina könnte nämlich mit bad Pekings Hilfe zur Stärseiner wirtschaftlichen Ein- kung seiner Beziehungen
flussnahme auf Pakistan mit Kabul. In den letzten
helfen, den Kampf gegen die Jahren, seitdem Pakistan
„Gotteskrieger“ zu forcieren. mit dem eigenen TalibanDas scheint zunehmend Aufstand zu tun hat, haben
möglich, weil Islamabad seit seine Bemühungen, sich
geraumer Zeit seine eigenen von den afghanischen TaSorgen mit den Taliban hat. liban zu lösen und bessere
Diese sind von einem Inst- Beziehungen mit Kabul
rument der Außenpolitik zu herzustellen, zugenommen.
einer Bedrohung der natio- Doch Neu-Delhis enge Benalen Sicherheit für die Pa- ziehung mit dem Karzai-Rekistani geworden. Gerade gime und anderen Interesin letzter Zeit hat Islamabad sengruppen, zusammen mit
die afghanischen Taliban- einem Mangel an Vertrauen
Rückzugsgebiete in Nord- zwischen Islamabad und KaWaziristan im Rahmen der bul, haben verhindert, dass
Operation Zarb-e-Azb gezielt die Pakistani Fortschritte
angegriffen. Aber grenz- mit Kabul erreicht haben.
Pakistan hofft nun, dass
überschreitende Taliban-Aktionen können nicht ohne es mit Chinas Hilfe in der
bilaterale Zusammenarbeit Lage ist, Indiens Einfluss in
zwischen Kabul und Islama- Afghanistan zu schwächen
oder zu beseitigen. V.a. will
bad bewältigt werden.
man die Dschihadistengemeinsam mit
Pakistans Bedürfnisse Bedrohung
der afghanischen Regierung
Pakistan benötigt unbedingt und ihren Sicherheitskräfausländische Investitionen, ten effektiver gestalten. Zu
weil die USA und westliche diesem Zweck besuchte der
Investoren sich aus dem pakistanische Armeechef
Land zurückgezogen haben. Gen Raheel Sharif Kabul
Deshalb verlässt sich Islama- am 6. November – eine Reibad stark auf die Chinesen, se, die Islamabad über die
die in der Regel eine deutlich Beziehungen zu Afghanihöhere Risikobereitschaft stan optimistisch gemacht
haben und Islamabad als hat. Der neue GeneraldiSchlüssel zur Sicherung von rektor des pakistanischen
Chinas Interessen in Süd- Geheimdienstes ISI, Genasien sehen. Obwohl China Lt Rizwan Akhtar, flog am
kein Ersatz für den Westen 10. November, zwei Tage
ist, ist es die einzige andere nach seiner Ernennung, nach
große Macht, auf die sich Kabul. Vom afghanischen
Pakistan als Verbündeten Präsidenten wird erwartet,
verlassen kann.
dass er alsbald Islamabad eiDie Sharif-Regierung hat nen Besuch abstattet.
starke innenpolitische Anreize, um Chinas Investiti- Chinas strategische
onen in den pakistanischen
Energiesektor zu fördern. Als Interessen
Sharif an die Macht kam, Afghanistan und Pakistan
versprach er, dass er die sind für China von geopoliCIA-Factbook
Diesmal hatte ich den festen Vorsatz, die spitze Feder eingepackt
zu lassen. Ganz ist es mir dann
doch nicht gelungen.
Dieser Kommentar soll vor allem
dazu dienen, allen jenen meinen
Dank auszusprechen, die 24 Mal
im Jahr zum Gelingen des
SOLDAT beigetragen haben.
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
tischer Bedeutung. Pakistan
ist ein wichtiger Verbündeter im Becken des Indischen
Ozeans, und Afghanistan ist
für Pekings Pläne wichtig,
um seine wirtschaftlichen
Interessen mit Zentralasien
zu fördern. Bevor es aber das
eine oder andere Land nutzen kann, braucht China
die Sicherstellung, dass
die pakistanischen und
afghanischen Sicherheitsprobleme wieder
auf ein tolerierbares Niveau zurückkommen.
Pekings unmittelbare
Sorge ist, dass beide Länder Schutzgebiete für
die militanten islamistischen Kräfte der ethnischen Uiguren sind, die
eine große Bedrohung
für die Stabilität Chinas
darstellen. Die Gefahr
weiterer islamistischer
Aktionen, v.a. in der chinesischen Unruheregion
Xinjiang, erklärt weiters,
warum sowohl der afghanische Präsident als auch der
pakistanische Premierminister versprachen, China
im Kampf gegen die islamistische Ost-TurkestanBewegung zu helfen. Der
ISAF-Rückzug könnte den
gegen China gerichteten
Dschihad-Kräften einen
weiteren Auftrieb verleihen.
Pekings Strategie ist es,
v.a. mit Islamabad zu kooperieren, das politisch
weit stärker ist als Kabul
und der Schlüssel für den
Umgang mit den Dschihadisten in der Region ist.
Denn diese haben ihre Basis in den grenzüberschreitenden paschtunischen
Gebieten Pakistans und
Afghanistans. Noch dazu
ist die pakistanische Wirtschaft seit 2007 gefährlich
geschwächt worden und
braucht eine Stützung. Peking ist deswegen in Sorge, in naher Zukunft ein
Schlachtfeld in den beiden
Nachbarstaaten zu erleben,
das dem aktuellen syrischirakischen sehr ähnlich
werden könnte.
Aus diesen Gründen ist
China bereit, weit mehr
finanzielle Mittel an Pakistan zu geben als an Afghanistan, v.a., um den
Strom- und Energiesektor
des Landes neu zu beleben.
Dies könnte dazu beitragen,
Pakistans Wirtschaft zu fördern, was wiederum weitere
Unruhen vermeiden kann
und Islamabad hilft, der
Dschihad-Bedrohung innerhalb seiner Grenzen zu
begegnen. Wenn Pakistan
sein politisches und wirtschaftliches Gleichgewicht
nicht wiedergewinnt, dann
ist es unmöglich, die Lage
in Afghanistan zu bewältigen. Und deshalb sorgen
sich die Chinesen um die
Fähigkeit Pakistans, den
uigurischen Dschihadisten
ein Rückzugsgebiet zu verweigern.
Stand: 5.12.2014
Mit dem Ende des SOLDAT
endet auch diese Kolumne,
die ich seit 1997, also seit
17 Jahren, ohne Unterbrechung betreuen durfte.
Ich danke den Lesern für das
Interesse und für die zahlreichen positiven, aber auch
kritischen Zuschriften.
Spectator
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
Marine/Wiedbrauk
Die Deutsche Marine blickt auf eine 165-jährige Geschichte – eine männliche Geschichte zurück. Erst seit einem Jahr
gibt es bei den deutschen Seefahrern weibliche Kommandanten. Im Juni 2013 übernahmen Kapitänleutnant Inka
von Puttkamer und Kapitänleutnant Helena Linder-Jeß die
Kommandos über zwei Minenjagdboote der Marine – Linder-Jeß über die „Datteln“, ihre Kameradin von Puttkamer
über die „Homburg“.
Die „Homburg“ ist dz. an den Operationen der multinationalen Standing NATO Mine Countermeasures Group 2 im
Mittelmeer beteiligt. Im Verband mit spanischen, griechischen, türkischen und britischen Minenjägern und unter
Leitung der italienischen Fregatte „Aviere“ ist sie Teil des
maritimen Einsatzverbands der NATO, überwacht im Rahmen der Operation Active Endeavour den Seeverkehr im Mittelmeer und übt die Suche und Zerstörung von Seeminen.
(Bundeswehr)
Libanon – Armee gelobt, die eindringenden
dschihadistischen Terroristen zu besiegen
Die libanesische Armee hat geschworen, die dschihadistischen Terroristen zu besiegen. Sie erwartet einen Krieg der
„Abnützung“ mit den Militanten, die heimlich aus dem benachbarten Syrien in den Libanon eindringen.
„Wir schlagen sie hart und wir werden sie auch weiterhin
bekämpfen, bis wir sie besiegen, egal wie lange es dauert“,
erklärte Gen Jean Kahwaji, der Kommandant der libanesischen Streitkräfte, am 4. Dezember gegenüber Iran Press
TV. „Unser Kampf gegen den Terrorismus und Terroristen
ist offen bis zum Ende, und wir erwarten, dass es ein Abnutzungskrieg sein wird“, fügte er hinzu.
Der libanesische General verpflichtet sich zudem, die Operationen gegen die Dschihadisten zu intensivieren. „Wenn
die Terroristen auf die durchgeführten Präventivschläge der
Armee reagieren, dann ... wird es mehr ähnliche Schläge geben“, sagte Kahwaji.
Der Konflikt ist von Syrien in den Libanon eingedrungen.
Nord-Libanon ist das Epizentrum der heftigen Zusammenstöße zwischen den Anhängern und Gegnern der syrischen
Regierung.
Die mit Al-Qaida verbundene al-Nusra-Front und die
Kämpfer des IS (sogenannter Islamischer Staat) überrannten im August die östliche libanesische Stadt Arsal, die etwa
124 km nordöstlich von Beirut liegt, nahmen etwa 20 Soldaten und Polizisten gefangen und töteten einige von ihnen.
Später köpften sie sogar drei der Geiseln. Die libanesische
Armee vertrieb die Terroristen aus diesem Gebiet und tötete
eine Anzahl der Dschihadisten.
In den letzten Monaten hat der Libanon unter Terroranschlägen durch der Al-Qaida-verbundene Dschihadisten
und fallweisen Raketenangriffe gelitten, die als das Überschwappen des Konflikts in Syrien angesehen werden.
Die IS-Dschihadisten kontrollieren dz. Teile Syriens, zumeist im Osten und Norden des Landes.
Verteidigungsministerien Russlands und
Pakistans besiegeln Kooperation
Die Verteidigungsministerien von Russland und Pakistan
haben am 4. Dezember d.J. in Islamabad ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, berichtet RIA Novosti. Ihre
Unterschriften unter das Dokument setzten Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu und sein pakistanischer
Amtskollege Khawaja Asif, hieß es in der pakistanischen
Hauptstadt.
Seit geraumer Zeit schon verhandelt Russland mit Pakistan
über Lieferungen von Mi-35-Hubschraubern, teilte Sergej
Tschemesow, Chef des russischen Staatsunternehmens
Rostech, im Juni Journalisten mit.
Darüber hinaus hat der russische Regierungschef Wladimir Putin Pakistan als einen wichtigen Partner Russlands in
Südasien und in der islamischen Welt eingestuft, meldet die
russische Agentur.
„Ich möchte mit Genugtuung feststellen, dass unser bilateraler Handelsumsatz den Vorkrisenstand erreicht hat,
wenngleich die absoluten Zahlen leider nur bescheiden sind
für solche Länder wie Pakistan und Russland.“ Das sagte Putin am 3. November in Strelna bei St. Petersburg bei einem
Treffen mit seinem pakistanischen Amtskollegen Yousuf
Raza Gilani.
Pakistan sei als Beobachter bei der Shanghaier Kooperationsorganisation (SOZ) beeindruckt von dem Impuls, den die
Organisation erhalten habe, lobte der hohe pakistanische
Gast. „Islamabad ist an der Festigung der Beziehungen zu
Russland interessiert. Wir kooperieren bereits im Bereich der
Verteidigung und in anderen Sphären. Wie Sie richtig bemerkt haben, sollten wir unsere Zusammenarbeit in Sicherheit und Wirtschaft sowie auf der Ebene der SOZ in den Bereichen Infrastruktur und Energie aufstocken“, sagte Gilani.
Der Shanghaier Kooperationsorganisation gehören China, Russland, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan an. Der Iran, Indien, die Mongolei und Pakistan
haben Beobachterstatus. Vertreter Afghanistans und Turkmenistans nehmen an den Sitzungen der Organisation als
Gäste teil. Weißrussland und Sri Lanka sind Partner der SOZ.
vom Persischen Golf zurückgezogen hat. Die NSA Bahrain
ist Heimathafen und HQ der 5. US-Flotte, die dem US Naval
Forces Central Command untersteht.
Die Vereinigten Staaten haben Stützpunkte in jedem Land
am Persischen Golf, außer im Iran.
Russland genehmigt das Programm für
die Entwicklung von Militärrobotern
Das russische Verteidigungsministerium hat ein komplexes
Programm mit dem Namen „Schaffung von fortschrittlichen Militärrobotern 2025“ genehmigt, sagte der stv.
Verteidigungsminister Pavel Popov der russischen Zeitung
Krasnaja Swesda in einem Interview. Er erklärte, dass die
militärische wissenschaftliche Industrie gemeinsam mit der
Militärverwaltung eine Vorstellung von der Anwendung militärischer Roboter entwickelt habe.
Das Verteidigungsministerium hat die Kommission für
die Entwicklung von Robotertechnik gebildet, die vom russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu geleitet wird.
„Neben der Entwicklung neuer Modelle wollen wir Spezialisten für die Instandhaltung der fortgeschrittenen Modelle
ausbilden. Die Aufgabe wird durch das Bildungssystem des
Ministeriums durchgeführt werden“, sagte Popov.
Bereits früher hatte der stv. russische Ministerpräsident
Dmitri Rogosin erklärt, dass die Produktion von Robotern
eine der obersten Prioritäten des neuen russischen
Rüstungsprogramms von 2016 bis 2025 sein wird.
Libanesische Quelle – Mobile Raketenwerfer
können jedes Ziel in Israel treffen
Ballistischen Lenkflugkörper Fateh-110 (vierte Generation
mit Reichweite von mehr als 300 km), die von getarnten
Lkw-Containern gestartet werden können, vermögen
die meisten der relevanten Ziele in Israel zu treffen. Israel
glaubt, dass die Hisbollah diese und auch ein „paar Dutzend“ Scud-D-Raketen mit einer Reichweite von 700 km, die
in der nördlichen Bekaa-Ebene versteckt werden, erworben
hat. Das berichtete die libanesischen Zeitung Daily Star am
24. November.
Allerdings bereiten die Scud-D der Hisbollah logistische
Kopfschmerzen im Vergleich zu anderen Raketensystemen.
Scud-Raketen haben einen Flüssigbrennstoff, der für ein langes, kompliziertes und potenziell gefährliches Startverfahren
sorgt, im Vergleich zu Alternativen mit festen Brennstoffen.
Sie erfordern auch spezielle große Lkw-Startplattformen, die
schwerer in den Libanon zu schmuggeln, mühevoller zu verstecken und zu betreiben sind, ohne entdeckt zu werden.
Die mit festen Brennstoffen betriebenen Fateh A-110 und
M-600 (syrische Variante), auf der anderen Seite, werden
von umgebauten Schiffscontainern, die auf Lkw montiert
sind, gestartet. Das Dach der Container klappt so auf, dass
die Startrampe angehoben und die Rakete abgefeuert wird.
Die meisten Ziele in Israel, die eine Aufmerksamkeit der
Hisbollah erregen könnten, befinden sich in der nördlichen
Hälfte des Landes, wo der Großteil der Bevölkerung lebt, und
wo sich die meisten der militärischen Einrichtungen, Unternehmen und Industrien Israels befinden. Es gibt relativ
wenige wertvolle Angriffziele in Israel südlich der gedachten
Linie zwischen Ashdod und Jerusalem, eine Strecke die etwa
143 km von der libanesischen Grenze entfernt ist. Innerhalb
dieser Linie könnten die Hauptziele auch mit M-600 und
natürlich mit der vierten Generation der Fatehs erreicht
werden.
Die einzige Ausnahme südlich der Ashdod-JerusalemLinie ist Israels Atomreaktor in Dimona. Sollte Israel einen
Angriff gegen Irans Atomanlagen starten, kann ein Vergeltungsschlag mit Scud-Raketen der Hisbollah gegen Dimona
geeignet und möglicherweise wert sein, die logistischen Herausforderungen der Raketen anzunehmen. Aber wenn die
Hisbollah wirklich die vierte Generation der Fateh-Raketen
erworben hat, würden die umständlichen Scud-Raketen für
den Angriffszweck auf Dimona nicht mehr benötigt werden.
UK will Marinebasis in Bahrain als
operativen Hafen wieder eröffnen
In einer Vereinbarung mit dem bahrainischen Regime wird
das britische Militär nach einem Angebot zu seinem ehemaligen Marinestützpunkt am Persischen Golf nach 40 Jahren
zurückkehren, um ihn als größte Einsatzzentrale der Royal
Navy außerhalb Großbritanniens zu verwenden. Das meldete Iran Press TV am 6. Dezember.
„Diese neue Basis ist eine ständige Erweiterung der Einrichtungen der Royal Navy und ermöglicht Britannien,
mehr und größere Schiffe zu entsenden, um die Stabilität
im [Persischen] Golf zu stärken“, sagte demnach der britische Verteidigungsminister Michael Fallon. „Wir werden
nun wieder langfristig im [Persischen] Golf stationiert sein“,
ergänzte er.
Lt. dem Bericht erklärte Bahrains Außenminister Khalid
bin Ahmed Al Khalifa auch, dass der Deal „unsere gemeinsame Entschlossenheit bekräftigt, die regionale Sicherheit
und Stabilität angesichts der schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten“.
Der Umzug wurde jedoch von dem führenden bahrainischen Oppositionellen und Protestführer Nabeel Rajab gestört, der betonte, dass Großbritannien eines der wenigen
Länder ist, das der repressiven Regierung in Bahrain offene
Unterstützung gewährt.
„Ich denke, Sie werden eine Menge Leute sehen, die gegen
diese Basis in Bahrain sind, v.a., da das Angebot von einer
Regierung kommt, die nicht eine freundliche Regierung für
unseren Kampf um Demokratie und Menschenrechte ist
und die das repressive Regime hier in Bahrain total
unterstützt, sagte Rajab in
einem Interview.
Bahrain beherbergt bereits
die größte Marinebasis der
Region, die vom US-amerikanischen Militär dominiert
wird. Naval Support Activity Bahrain (oder NSA Bahrain) in Manama ist eine
ehemalige Einrichtung der
Royal Navy, die 1971 der USwww.uniqa.at
Administration übergeben
wurde, als sich Britannien
Deutschland – „Operation Rückverlegung“
aus Afghanistan
Mit dem Abzug der deutschen ISAF-Soldaten aus Afghanistan müssen Unmengen von Material wie z.B. Panzer, Lastwagen und Container bewegt werden. Logistiker der Streitkräftebasis organisierten in den letzten Monaten den größten logistischen Kraftakt in der Geschichte der Bundeswehr.
Bundeswehr/Wils
Deutschland – Zwei Frauen in Kommandantenfunktionen von Minenjagdbooten
Die ersten weiblichen Kommandanten deutscher Minenjagdboote
3
WEHRTECHNIK/WEHRPOLITIK
Rücktransport aus Afghanistan – ohne Papiere geht nichts
Mehr als 1.000 Fahrzeuge und tonnenweise Container
wurden zusammengestellt, begutachtet und schließlich für
den Rücktransport nach Deutschland vorbereitet. Doch vor
dem eigentlichen Transport mussten grundsätzliche Dinge
geklärt werden: Welches Material kann zuerst weg, was wird
bis zum Schluss benötigt? Welche Transportmittel kommen
in Frage, und welche Routen wählt man aus? Was sind die
kostengünstigsten Maßnahmen? Alle diese Fragen wurden
im Vorfeld des „Re-Deployment“ sorgfältig geklärt.
Am Ende der Überlegungen ergaben sich drei Möglichkeiten: Sicherheitsempfindliches Material – wie bspw. Waffen
und Munition – gingen per Direktflug vom afghanischen
Mazar-i Sharif nach Deutschland. Weitere Möglichkeiten
zur Rückverlegung boten der Landweg über Schiene und
Straße oder aber die sichere und günstige Route über die
türkische Hafenstadt Trabzon.
Zunächst flog man das Material mit gecharterten Transportflugzeugen des Typs Antonov An-124 aus Afghanistan
aus. Um Kosten zu sparen, endeten die Transportflüge am
Schwarzen Meer.
Auf einer großen betonierten Fläche im Hafen entstand
für das Material der Bundeswehr eine Art Zwischenlager.
Immer, wenn genügend Material bereitstand, charterten
die Logistiker entweder ein sogenanntes RoRo-Schiff oder
aber sie beluden reguläre Containerschiffe mit freier Kapazität. So gelangten Fahrzeuge, Container und Material auf
dem Seeweg nach Deutschland.
Vizeadmiral Manfred Nielson, Inspekteur der Streitkräftebasis, erklärte nach Abschluss des Unternehmens: „Wir haben den bisher größten Einsatz der Bundeswehr mit einem
logistischen Kraftakt erfolgreich beendet. Dafür danke ich
allen Beteiligten. Sie haben einen großartigen Job gemacht –
darauf können wir alle stolz sein.“ (Bundeswehr)
Denk wahre GESCHENKE
gibt's in keinem
PACKERL.
Rene
4
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
WEHRPOLITIK
Herbstsymposium 2014
Im Rahmen des Symposiums
wurde am ersten und zweiten Veranstaltungstag die
Entwicklung von Tugenden
und Kompetenzen in der
hochschulischen Berufsausbildung aus pädagogischer,
psychologischer, theologischer, physiologischer und
biologischer Sicht betrachtet und anschließend diskutiert. Am finalen Veranstaltungstag wurde über die
Möglichkeiten zur Unterbindung von chronischem
Stress, der zur Erschöpfung führt, referiert und
diskutiert. Den Abschluss
des Symposiums bildete der
Vortrag des Extremsportlers
Wolfgang Fasching, der
sein persönlich entwickeltes Stressmanagement für
außergewöhnliche Herausforderungen wie das „Race
across America“, das Bezwingen des Mount Everest
oder seine nonstop Radfahrt
durch Russland von Wladiwostok nach St. Petersburg
vorstellte.
Als erstes Resümee lässt
sich sagen, dass das Herbstsymposium 2014 eine hochwertige Veranstaltung war,
bei der wertvolle neue Erkenntnisse präsentiert und
diskutiert wurden. Diese Erkenntnisse können nun in
die Lehre am FH-BaStg MilFü
sowie an den teilnehmenden Bildungseinrichtungen
in die Lehre integriert werden. Darüber hinaus wurde
mit dieser Veranstaltung ein
hervorragender Rahmen für
die Schaffung von Kontakten für mögliche neue Kooperationen geboten.
„Kompetent, fähig,
aber charakterlich
mangelhaft“
Das Herbstsymposiums 2014
wurde durch Akademiekommandant Bgdr Mag. Gerhard
Herke eingeleitet. Univ.-Prof.
Dr. Jörg Henning Schluss
von der Universität Wien referierte über die klassischen
Tugenden wie Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und
Mäßigung sowie die christlichen Tugenden. Die Zusammenfassung und den Abschluss dieses Vortrags bildete die Vorstellung des Kompetenzatlas nach Heyse &
Erpenbeck.
Die Aktualität und die Bedeutung dieser klassischen
Werte in der Gegenwart er-
läuterte Univ.-Doz. HS-Prof.
Dr. Johann Pehofer von der
Pädagogischen Hochschule
Burgenland in seinem Vortrag mit dem Titel „Tugend
– Eine interdisziplinäre Annäherung an wieder aktuelle
historische Werte“.
„Kompetent und zu allem
fähig, aber charakterlich
mangelhaft“ wurde durch
es sich bei „Vermittlung“
und „Aneignung“ keinesfalls um gleiche, sondern
um sehr unterschiedliche
geistige Prozesse handelt. So
scheitert jede noch so gute
Vermittlung meistens an der
Kompetenz der Aneignung.
Den Abschluss des ersten
Tages bildete Univ.-Doz. Dr.
Ralph Sichler von der Fach-
Akzeptanz mehrerer Werte
unterschiedlicher Kulturen
verlangt, jedoch aufgezwungene oder befohlene Tugenden ihren Wert verlieren.
Anschließend zeigten die
Vertreter der Sicherheitsakademie des BM.I, Bgdr Thomas Schlesinger und Mag.
Andreas Nagl, mit der Präsentation des „Kompetenz-
einander verbunden. Auch
bedarf es situationsbezogen „Mentaler Stärke“ bzw.
„Mentaler Fitness“, um das
individuelle Leistungspotenzial ausschöpfen zu können.
Obst Ewald Lichtenauer stellte „Kompetenzentwicklung im Rahmen eines
Auslandssemesters“ und
TherMilAk
Der FachhochschulBachelorstudiengang
Militärische Führung
(FH-BaStg MilFü) veranstaltete von 5. bis
7. November das Herbstsymposium 2014 unter
den Titeln „Tugenden
und Kompetenzen“ und
„Stress, Schmerz, Erschöpfung und Erholung“.
An den drei Veranstaltungstagen konnten ca.
200 Vertreter verschiedener Pädagogischer Hochschulen, Fachhochschulen
und Universitäten, aus der
Privatwirtschaft sowie des
Bundesministeriums für
Inneres (BM.I) und dem
eigenen Ressort begrüßt
werden.
Slanic, dass Kompetenzen
Selbstorganisationsdispositionen physischen und
psychischen Handelns bezeichnen, wobei der Einsatz
von Wissen und Fähigkeiten genauso eingeschlossen
wird wie soziale und Verhaltenskomponenten. Ergänzt
durch die Tugenden, unter
denen besondere moralische Haltungen verstanden
werden, gelten „Tugenden
und Kompetenzen“ als Fähigkeiten zur erfolgreichen
Bewältigung komplexer Anforderungen in spezifischen
Situationen.
Faschings
persönliches
Stressmanagement
Bgdr Pichlkastner und Extremsportler Fasching (v.l.)
Univ.-Prof. Dr. Alfred Schirlbauer vermittelt, brachte das
Publikum zum kritischen
Nachdenken, wobei v.a. die
Differenzierung zwischen
„Wissen“ und „Bildung“
hervorgehoben wurde.
Dr. Günther Fleck von
der LVAk setzte mit seiner
Präsentation „Kritische
Selbstreflexion des eigenen
Denkens und Handelns“ die
Anregungen zum selbstständigen Denken fort. Dabei
wurde auch auf die Besonderheiten der soldatischen
Lebensweise eingegangen
und die Reflexion des eigenen Gewaltpotentials näher
gebracht.
Im Anschluss demonstrierte Mag. Michael Ungersböck, wie diese Aspekte der
Selbstreflexion, Selbstentwicklung und Selbstständigkeit im neuen Lernmodell
des Masterstudiengangs
„Wirtschaftsberatung und
Unternehmensführung“ der
Fachhochschule Wr. Neustadt bereits verwirklicht
wurden.
Univ.-Doz. DDr. habil.
Karl Klement brachte mit
seinem Vortrag „Aneignung
von Kompetenzen und Haltungen im Prozess des Lehrens und Lernens“ den Hörern die Tatsache näher, dass
hochschule Wr. Neustadt.
Er demonstrierte, dass es
sich bei effektiver Führung
nicht unbedingt um „gute
Führung“ handelt. Umgekehrt stellt sich aber jede
Form von schlechter Führung als unethisch und ineffektiv dar.
Kompetenzen als
permanente Baustelle
Der zweite Veranstaltungstag des Herbstsymposiums 2014 ermöglichte den
Teilnehmern ihr Bild über
„Kompetenzen und Tugenden“ um wichtige Punkte
zu ergänzen bzw. zu vervollständigen. Der Tag
wurde mit einem Vortrag
über „Das Theresianische
Führungsmodell“ von Bgdr
Mag. Karl Pichlkastner, dem
Studiengangsleiter des FHBaStg MilFü, eingeleitet. Das
Theresianische Führungsmodell ist das zeitgemäße
System zur Vermittlung von
Tugenden und Kompetenzen im Rahmen der Truppenoffiziersausbildung am
FH-BaStg MilFü.
MilSupIntdt DDr. KarlReinhart Trauner erklärte
die „Tyrannei des Prinzips“,
das eine plurale Gesellschaft, die Co-Existenz und
Eine gute, sichere Fahrt in einem glücklichen
neuen Jahr 2015, mit zumindest
„einer Handbreit Wasser unter dem Kiel“,
wünscht allen Kameraden
des Österreichischen Bundesheeres,
insbesondere den Pionieren,
unseren traditionellen Partnern,
und ihren Angehörigen der
Österreichische Marineverband
Präsident ObstdhmtD aD Baurat h.c.
Prof. Dipl.-Ing. Karl Skrivanek
management bei der Österreichischen Bundespolizei“
ein anderes, jedoch ähnliches Modell der im sicherheitspolizeilichen Sektor
angewandten Kompetenzen sowie dessen Entwicklung und Umsetzung. „Der
Grundauftrag von Bundesheer und Polizei, nämlich
Menschen zu schützen, ist
der gleiche.“ Daraus resultiert ein ähnliches Anforderungsprofil hinsichtlich
Kompetenzen.
Der Höhepunkt dieses Tages war der Begründer des
Kompetenzmodells nach
Heyse & Erpenbeck, Prof.
Dr. phil. habil. Volker Heyse.
Mit seinem Vortrag „Wissen
ist noch keine Kompetenz“
stellte er dar, dass eine „Emotionalisierung“ des Wissens
ausschlaggebend sei, um
Wissen kompetent vermitteln zu können. „Man muss
aus dem Wissensstand ein
Kompetenzgold schaffen“,
so Heyse. Denn erst „die
Frage, wie Wissen umgesetzt wird, geht in Richtung
Kompetenz“. Weiters ist der
Prozess der Aneignung von
Kompetenzen niemals abgeschlossen. Vielmehr handelt
es sich dabei um eine „permanente Baustelle“.
„Fähigkeiten zur Selbstorganisation des Handelns in
Bezug auf mentale und physische Stärke“, präsentierten
Obst Mag. Horst Stocker und
Mag. Christina Lechner. Die
geistigen und körperlichen
Anforderungen und die
damit verbundene notwendige Leistungsfähigkeit des
Soldaten, insbesondere aber
die des Kommandanten,
wurden dabei dargestellt.
Dabei sind Wissen, Können
und körperliche Leistungsfähigkeit unmittelbar mit-
Obst MMag. Dr. Alexander Kastner die Bedeutung
von „Lob und Tadel im
Einsatz“ dar. Nach diesen
Ausführungen wurden in
„Disziplinäre Würdigungen und deren Nachhaltigkeit in den moralischen
Haltungen“ von Bgdr Mag.
Alexander Klecatsky, anhand ausgewählter Fallbeispiele disziplinäre Wiederholungstäter samt deren
„Motivlage“ dargestellt. Der
anschließende Vortrag von
Univ.-Prof. iR Dr. phil. Sepp
Porta behandelte das Thema
„Physiologische Perspektive
der Tugenden und Kompetenzen“. Dabei wurde vor
allem die Überkompensation nach gebrachter Leistung
behandelt, die bei folgenden Herausforderungen im
Bereich Bewältigungsmanagement zu erheblichen
Erleichterungen führt. Eine
ständige Überkompensation im Berufsalltag, also
ein „permanentes Ärgern“,
kann jedoch zu einer negativen Sauerstoffbilanz im Blut
führen – und somit zu einem
erhöhten Herzinfarktrisiko.
Mag. Michael Ungersböck
bezog sich mit „Leadership
into the Wild“ auf ein Wahlpflichtfach des Masterstudiums „Wirtschaftsberatung
und Unternehmensführung“, bei dem die Studierenden die Möglichkeit
erhalten, Führungskompetenzen zu entwickeln. So
sollen die Studierenden in
herausfordernden Situationen selbstständig handeln,
Führung sowie Verantwortung übernehmen und die
daraus folgenden Konsequenzen der Entscheidung
tragen.
Zusammenfassend erklärte Obst MMag. Dr. Reinhard
Seinen Höhepunkt fand
das Herbstsymposiums am
dritten Tag mit dem Vortrag von Extremsportler
Wolfgang Fasching. Zuvor
referierte Bgdr Mag. Karl
Pichlkastner über Führung,
Sieg und Niederlage, gefolgt
von Prim. Univ.-Prof. Dr.
Rudolf Likar über die Entstehung von chronischen
Schmerzen, wie diese zu diagnostizieren sind und die
Behandlungsmöglichkeiten. Dr. Harald Stossier und
Univ.-Prof. Dr. Sepp Porta
präsentierten ihre Erkenntnisse zu Stress und dessen
Entstehung sowie Vorbereitung auf Belastungen und
Erholung von diesen. Wolfgang Lauterbach referierte
über die möglichen Folgen
von unzureichenden Stressmanagement, wie Burnout,
Boreout, Erschöpfung bis
zum „Chronical Fatigue
Syndrom“.
Dr. Alois Kogler präsentierte im Anschluss noch
die mentalen Einflüsse auf
die menschliche Wahrnehmung und Leistung.
Den krönenden Abschluss
des Symposiums bildete der
Vortrag des Extremsportlers Wolfgang Fasching.
Der dreifache Gewinner
des „Race across America“
präsentierte dem Publikum
die Stärken und aber auch
die Grenzen seines persönlichen Stressmanagements,
die ihm die Absolvierung
seiner enormen sportlichen
Leistungen ermöglichten.
Ein erstes Resümee unmittelbar nach dem Herbstsymposium 2014 ergibt, dass
ideale organisatorische und
infrastrukturelle Rahmenbedingungen die Voraussetzung für hochwertige
Veranstaltungen dieser Art
sind. Diese Veranstaltungen ermöglichen einerseits
die Präsentation von Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Lehr- und
Forschungspersonals des
FH-BaStg MilFü einem
Fachpublikum, andererseits
können durch den ebenfalls
angestrebten Austausch
in der Community die Erkenntnisse in die Lehre am
FH-BaStg MilFü und an den
teilnehmenden Bildungseinrichtungen in die Lehre
einfließen, sowie in diesem
Rahmen Raum für mögliche neue Kooperationen
geschaffen werden.
Denn nur so kann für die
Berufsoffiziersanwärterinnen und Berufsoffiziersanwärter, bei eingeschränkt
verfügbaren finanziellen
Ressourcen, die bestmögliche Ausbildung für die einsatzwahrscheinlichsten Aufgaben der Führungskräfte
des ÖBH im multinationalen Verbund sichergestellt
werden.
Mjr Mag. (FH) Michael Moser
TherMilAk
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
5
INTERNATIONALES
Die Militärvertretung Brüssel wird an dieser Stelle über allgemeine sicherheitspolitische und verteidigungspolitische Entwicklungen aus dem Bereich der Europäischen Union sowie der NATO berichten.
In den ersten Ausgaben wird die MVB ihre einzelnen Abteilungen wie auch ihre Verbindungsstellen
in Europa und Amerika vorstellen. In weiterer Folge wird über aktuelle Ereignisse, Konferenzen
und Einsätze der EU und NATO berichtet. Durch diese Berichterstattung in der Zeitung DER SOLDAT
soll das Bewusstsein für den Bereich Sicherheitspolitik und Krisenmanagement geschärft werden.
NEWS
AUS BRÜSSEL
Konferenz der Nationalen Rüstungsdirektoren
große Herausforderung darstellt. Vor diesem Hintergrund gewinnen die multinationalen Kooperationen
auch im Nordatlantischen
Verteidigungsbündnis immer mehr an Bedeutung. Je-
Aufklärung und Abwehr von kleinen und Kleinst-UAV als künftige
Herausforderung
Informationsaustausch über
die Standardisierung, bis zur
konkreten multinationalen
Kooperation in Form von
gemeinsamen Beschaffungen oder Beteiligung an gemeinsamen Übungen und
Einsätzen.
Ableitungen für
die Fähigkeitenentwicklung und
Rüstung
Das in Wales vereinbarte
Ziel der NATO-Mitgliedstaaten, innerhalb eines Jahrzehnts ihre Verteidigungsausgaben auf 2 % des Bruttoinlandprodukts und den
Investitionsanteil auf 20 %
der Verteidigungsausgaben
anzuheben, ist eine politische Willensäußerung, die
in Anbetracht der aktuellen
Wirtschaftsdaten und -prognosen für die meisten eine
nes sucht auch eine ständige
Zusammenarbeit mit sowie
eine frühe Einbindung der
Industrie, um nicht zuletzt Kostenersparnisse zu
erzielen.
Schutz vor
Sprengfallen –
Counter-IED
Verbesserte Maßnahmen
zum Schutz vor „improvisierten Sprengmitteln aller
Art“ bis hin zum Schutz vor
Anschlägen durch Selbstmordattentäter bilden weiterhin ein unerlässliches
Fähigkeitsziel. Aktuelle und
künftige internationale
Operationen können mit
dieser Art der Bedrohung
konfrontiert sein. Dabei gilt
es, mehrere Aspekte zu berücksichtigen. Neben den
technischen Aspekten wie
der Auswertung mit labor-
sich erstaunt über das breite
Spektrum der Diskussionsfelder und wies auf die drei
großen Herausforderungen
hin, denen sich Sprachendienste auch zukünftig zu
stellen haben: Zeitdruck,
Budgetknappheit und Qualitätserhalt. Anschließend
führte Obst Dr. Josef Ernst,
der mit der Führung des
Sprachinstituts betraut ist,
die Teilnehmer in einer Zeitreise durch die Geschichte
der Stiftskaserne.
Die Gastgeberrolle für diese zweitägige Konferenz
übernahm das Sprachinstitut des Bundesheeres
(SIB) gemeinsam mit dem
Sprachbeauftragten der in
der Wipplingerstraße im
Haus der Europäischen Union in Wien dislozierten Außenstelle der GDÜ, Achim
Braun.
Am ersten Tag ihres Treffens hieß GenLt Mag. Erich
Csitkovits 40 Vertreter von
insgesamt 24 Sprachendiensten an der Landesverteidigungsakademie herzlich willkommen. In seinen
Einführungsworten zeigte er
Breite Palette
an Themen
Diese Initiative zielt auf
mehr Leistung für gleiches
Geld ab, wobei multinationale Kooperationen als
Schlüssel zum Erfolg betrachtet werden. Als erster
Erfolg konnte für das Projekt
„Gemeinsame Beschaffung
und Lagerung von Luft-Boden-Präzisionsmunition“
der Letter of Intent durch die
beteiligten Verteidigungsminister aus Dänemark,
Tschechien, Griechenland,
Norwegen, Portugal und
Spanien unterzeichnet werden. Ansonsten will man
Die Begegnung mit feindlichen unbemannten kleinen Flugkörpern stellt eine
große Herausforderung dar.
Diese zu erkennen, sie z.B.
von Vögeln zu unterscheiden, die Freund-Feind-Kennung auszurichten, weiters
deren Art der Bedrohung
abzuleiten und bei Bedarf
gezielt auszuschalten, sind
die Herausforderungen für
die Zukunft.
sich im Rahmen von Smart
Defence auf klare Fähigkeitslücken und realisierbare Projekte konzentrieren. Es gilt
dabei der Grundsatz „Tiefe
vor Breite“.
Als nennenswerter österreichischer Beitrag im Rahmen von Smart Defence ist
die Mitwirkung im Rahmen
des Multinationalen Hauptquartiers in Ulm anzuführen.
Zusammenfassung
Die Partnerschaft für den
Frieden eröffnet den Partnern auch zukünftig eine
Palette an Kooperationsmöglichkeiten im Bereich
der Fähigkeitenentwicklung und Rüstung mit dem
Ziel der Verbesserung von
Interoperabilität bei internationalen Einsätzen. Der
Mehrwert für Österreich ergibt sich durch die bereits
eingespielte langjährige
internationale Zusammenarbeit und dem Erfahrungsaustausch aus verschiedenen Einsätzen. Dies leistet
einen wichtigen Beitrag
zur in der Österreichischen
Sicherheitsstrategie festgeschriebenen Nutzung von
Kooperationsmöglichkeiten. Eine besondere Herausforderung ist dabei, dass
gemeinsame Projekte internationale Abstimmung
benötigen und auf gegenseitigem Vertrauen basieren, damit im Anlassfall die
gegenseitigen Erwartungen
erfüllt werden.
Obst Anton Resch, MSD
Rüst/MVB
Stv. Landeshauptfrau besucht AUTINT
Am 19. November besuchte die stv. Landeshauptfrau
von Niederösterreich, Mag.
Karin Renner, gemeinsam
mit LAbg. Christa Vladyka,
dem Götzendorfer Bürgermeister Johann Ackermann
und Vzlt Wilhelm Dibon
vom Zentralausschuss die
Auslandseinsatzbasis. Der
Kommandant AUTINT, Obst
Claus Amon, informierte in
einem detaillierten Briefing
über die Aufgaben dieser
Drehscheibe der Auslandseinsätze, der Leiter der
Lehrabteilung, Obst Sandor
können. Das Spektrum der
im Verlauf der Tagung besprochenen Themen reichte
von Möglichkeiten der Effizienzsteigerung über konkrete Bearbeitungsverfahren bis hin zu maschinellen
Übersetzungen und deren
Grenzen.
Als außerordentlich wichtig und nützlich wurden der
formelle Informationsaustausch unmittelbar nach
den Vorträgen einerseits,
und die informellen Gespräche während des Begleitprogramms andererseits aufgenommen. Eine
Stadtrundfahrt, der Besuch
des Schlosses Schönbrunn
und ein Heurigenbesuch
boten hierfür Gelegenheit.
Das rege Interesse, die vielen Beiträge und Vorschläge
sowie die spontane Bereitschaft mehrerer Vertreter,
die nächste Fachtagung ausrichten zu wollen, unterstrichen die Bedeutung dieser
gelungenen Veranstaltung
wie auch die Notwendigkeit,
künftig verstärkt zusammenzuarbeiten.
Obst Amon (3.v.l.) mit seinen
interessierten Gästen
Galvics, führte eine Einweisung am internationalen
Gefechtsfeldübungsplatz
durch. Zusätzlich wurde von
Olt Alexander Raidl noch
die Bekleidung und Ausrüstung der österreichischen
Soldatinnen und Soldaten
für den Auslandseinsatz
vorgestellt. Somit konnte in
dem zweistündigen Besuch
der Delegation ein informativer Überblick über die
mannigfaltigen Aufgaben
des AUTINT, inkl. der gerade
laufenden Ausbildung der
OSZE-Monitore, gegeben
werden.
Obstlt Helmut Gekle
AUTINT
Kapsch Group
Dem Österreichischen Bundesheer
und insbesonders unseren Partnern
danken wir für das uns entgegengebrachte
Vertrauen im Geschäftsjahr 2014.
ObstdhmfD Dr. Josef Ernst, MBA
SIB/LVAk
LVAk
Im Verlauf der verschiedenen Tagungsbeiträge stellte
sich rasch heraus, dass trotz
der großen Unterschiede
einzelner Sprachendienste,
seien sie personeller, infrastruktureller oder inhaltlicher Natur, ein derartiges
Netzwerk, wie es sich hier im
Aufbau befindet, oder gerade deshalb, höchst notwendig ist, um unter den immer
schwieriger werdenden Rahmenbedingungen mögliche
Synergien auszuloten und
zukünftig auch erzielen zu
Smart Defence
Neue Initiativen
Länderübergreifende Zusammenarbeit
Die Sprachendienste von
Ministerien und Behörden deutschsprachiger
EU-Mitgliedsländer
hielten ihre diesjährige
Fachtagung am 20. und
21. November in Wien ab.
Die Tagung stand unter
der Schirmherrschaft der
von Margret Meyer-Lohse
geleiteten Deutschen
Sprachabteilung der
Generaldirektion Übersetzung (GDÜ) der Europäischen Kommission.
Auch eine Form der IEDBedrohung und die Verwendung im Terrorismus
können nicht ausgeschlossen werden. Alle Rüstungsgruppen (Land - Luft - See)
und die Industrie sowie
die Organisation für Forschung und Entwicklung
sind bei dieser Initiative
eingebunden. Künftig wird
diese Materie in Doktrinen,
Taktiken, Techniken und
Prozeduren einzuarbeiten
sein.
Eine andere Initiative
beschäftigt sich mit Lösungsmöglichkeiten für die
verbesserte Steuerung von
Hubschraubern bei Nebel
und schlechter Sicht, v.a.
während des Start- und
Landevorgangs. Hier will
man hochtechnologische
digitale Flugkontrollsysteme entwickeln und 2016
in den Vereinigten Staaten
und in einer zweiten Stufe
2017 in Europa zur Erprobung bringen.
technischen Analysen nach
erfolgten Anschlägen stehen
künftig Maßnahmen gegen
die im Hintergrund stehenden Netzwerke im Vordergrund der Bemühungen. Es
ist dabei bedeutend, die im
Hintergrund agierenden Urheber herauszufinden, unter
anderem durch verstärkte
Aufklärung und Aufbau von
biometrischen Datenbanken. Alle Anstrengungen in
diesem Bereich werden fortgeführt und Counter-IED
bleibt eine Querschnittsmaterie, die in allen Rüstungsgruppen (Land - Luft - See)
bearbeitet wird.
Im Counter-IED Centre
of Excellence in Madrid
(Spanien) sind mittlerweile
250 Spezialisten ausgebildet
worden. Österreich sieht
Counter-IED als wichtige
Maßnahme für den Truppenschutz und wird sich
weiterhin an diversen Arbeitsgruppen beteiligen
und Ausbildungsangebote
nützen. Weiters ist auch eine Mitwirkung als Ausbilder
im Rahmen des COE in Madrid beabsichtigt.
Wukoschitz
Dieses hochrangige Treffen findet einmal jährlich
statt, während sich auf Arbeitsebene die nach Brüssel
entsandten Vertreter der
Nationalen Rüstungsdirektoren im Monatsrhythmus
treffen.
Im Nordatlantischen Verteidigungsbündnis fallen
die Fähigkeitenentwicklung
und die Implementierung
neuer Technologien in den
Verantwortungsbereich des
CNAD-Gremiums (Conference of National Armaments
Directors). Es ist auch Beratungsorgan für den Nordatlantikrat in Rüstungsangelegenheiten. Es beschleunigt
weiters die Multinationale
Kooperation mit dem Ziel
der Interoperabilität im
militärischen Fähigkeitsbereich, um die militärische
Wirkung zu verbessern.
Fast alle Fähigkeitsziele –
mit Ausnahme der Luft-Boden-Aufklärung und der Raketenabwehr – finden unter
Einbindung von Partnern
statt.
Für Österreich eröffnet
sich die Chance zur weiteren Steigerung der Interoperabilität, womit eine
Verbesserung der Fähigkeiten einhergeht und die
Handlungsmöglichkeiten
für die Beteiligung an Internationalen Missionen
erhöht werden. Die Facette
der Mitwirkung reicht vom
NATO/CNAD
Am 23. Oktober
nahm Österreich im
Rahmen der Initiative
Partnerschaft für den
Frieden an der diesjährigen Konferenz in
Brüssel teil. An der Spitze
der österreichischen
Delegation stand als
Nationaler Rüstungsdirektor der Leiter der
Sektion III, GenLt
Mag. Norbert Gehart.
In diesem Sinne wünschen wir
ein frohes Weihnachtsfest und ein
erfolgreiches Jahr 2015.
always one step ahead
Die Vertreter von 24 Sprachendiensten deutschsprachiger Ministerien und Behörden bei ihrer Fachtagung am
Sprachinstitut des Bundesheeres
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05.11.14 09:15
6
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
INTERNATIONALES
INFORMATIONEN
INTERNATIONALE EINSÄTZE – GÖTZENDORF
ausleba.oea@bmlvs.gv.at
Österreichisches Krampusspiel im Kosovo
„Höllische“
Performance
Für die Gruppe Tantalus-Pass
wurde die Reise zwar keine
Odyssee, doch drei Auftritte
in vier Tagen gingen sowohl
den Teufeln und Engeln als
auch ihren Begleitern an die
Substanz. Nach der Ankunft
in Priština wurde zuerst in
Camp Film City Quartier
bezogen, ehe es weiter nach
Peć zum ersten Auftritt
ging. Die höllische Performance, in der sich das Böse
zusammenschließt, um den
Nikolaustag abzuschaffen,
wurde von den Besuchern
begeistert aufgenommen.
Nach dem Sieg des Guten
wurde die Rückfahrt nach
Priština angetreten, wo am
nächsten Tag zuerst ein Besuch bei Radio Andernach
am Programm stand. Eine
Stunde lang wurde Programm gemacht, dann ging
es nach Prizren zu einer
Stadtführung.
Mit Kärntner Würsteln,
Glühwein und Waffeln
wurde die Gruppe Tantalus-Pass beim Eintreffen im
deutschen Feldlager Prizren auf das Herzlichste begrüßt. Mehr als 300 Gäste,
Einen ganz speziellen Personenkreis hatte die „Herc“
im Zuge eines Versorgungsflugs in den Kosovo am
2. Dezember an Bord.
15 Mitglieder der Gruppe
Tantalus-Pass. Tantalus-Pass
hat insgesamt 30 Mitglieder
und ist in Windischgarsten
beheimatet. Die Gruppe
führt Krampusspiele und
Krampusläufe durch. Die
Figur des Tantalus findet
sich in der griechischen
Mythologie. Tantalus ist
der Urvater der Tantaliden,
er frevelte gegen die Götter
und wurde als „Dank“ dafür
mit ewigen Qualen, den sogenannten Tantalusqualen,
bestraft. Nachzulesen ist die
Geschichte der Bestrafung
auch in Homers berühmter
Erzählung Odyssee.
unter ihnen auch der österreichische Botschafter Dr.
Johann Brieger mit Gattin,
verfolgten das höllische
Treiben. Auch sie zeigten
sich vom Krampusspiel begeistert und lobten die Idee,
Am dritten Tag wurden
die Gäste zum Amselfeld,
einem der schicksalsträchtigsten Orte des Kosovos,
geführt. Am 15. Juni 1389
kam es hier zur berühmten
Schlacht, bei der das serbi-
Präsident des Bundes der
Kommunisten Serbiens, am
Amselfeld vor einem Millionenpublikum eine Rede, die
oft als wesentlicher Schritt
auf dem Weg in den jugoslawischen Bürgerkrieg gewertet wird. Von dieser historischen Stätte ging es zurück
ins Camp, wo der nationale
Kontingentskommandant,
Obst Franz Madner, die
Gruppe in seinem Büro zu
einem Office Call empfing.
Marek
Vor elf Jahren wurden
drei Hercules C-130 beim
Österreichischen Bundesheer in Dienst gestellt.
Seit diesem Zeitpunkt
wurden Tonnen von
Ausrüstung und Gerät
verfrachtet sowie
zahllose Personentransporte in die
verschiedensten Einsatzräume durchgeführt.
Für „Licht ins Dunkel“
Aufgrund der Mundpropaganda war beim Auftritt
abends der Ö-Hof gerammelt
voll, niemand wollte sich das
dritte höllische Spektakel
entgehen lassen. Nach dem
erfolgreichen Auftritt wurden zahlreiche Fotos von
den nationalen und internationalen Angehörigen des
Kontingents mit den Engeln,
Teufeln und dem Nikolaus
geschossen. Bei allen Auftritten sammelte Tantalus-Pass
auch für die Aktion „Licht
ins Dunkel“ und konnte aufgrund der Spendenfreudigkeit der Soldatinnen und Soldaten eine schöne Summe in
der Geldbox verzeichnen.
Der Teufel hat den Kosovo (noch) fest im Griff
diese österreichische Adventtradition zu unseren
Soldatinnen und Soldaten
sowie ihren ausländischen
Kameraden in den Einsatzraum zu bringen. Und so wie
von Peć ging es auch von
Prizren spät in der Nacht
wieder zurück nach Priština
ins Camp Film City.
sche Koalitionsheer auf die
osmanische Armee traf. Es
gab keinen eindeutigen Sieger, beide Anführer, Fürst
Lazar Hrebeljanović auf
serbischer Seite und Sultan
Murad I. auf osmanischer
Seite, fielen in der Schlacht.
Zum 600. Jahrestag hielt
Slobodan Milošević, damals
Am vierten Tag wurde erschöpft, aber glücklich die
Heimreise mit der Hercules
angetreten. Die Mitglieder
der Gruppe Tantalus-Pass
zeigten sich beeindruckt
von den Leistungen, die
vom KFOR-Kontingent erbracht werden, die österreichischen Soldatinnen und
Soldaten sowie ihre internationalen Gäste erlebten eine
einzigartige Truppenbetreuung, die noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird.
Für das Team der Betreuung und Öffentlichkeitsarbeit endet damit ein erfolgreiches Jahr, das viele neue
Künstlerinnen und Künstler
zu unseren Kontingenten
brachte und diese damit zu
Botschaftern und Multiplikatoren des Slogans „In the
Service of Peace“ machte.
Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings kaum, denn schon
am 9. Jänner fliegt auf besonderen Wunsch des Kontingents die steirische Austropop-Gruppe „Grodaus“
in den Kosovo. Und dann
gibt es statt teuflischem Höllenlärm himmlischen Gitarrensound.
Obstlt Helmut Gekle
AUTINT
Gipfelsieg am Schloßberg
Gemäuer gotisch erweitert
und ab 1544 nach Plänen
von Domenico dell‘Allio zu
einer Renaissancefestung
ausgebaut. Die Burg ist im
Innenstadt erkundet und
der Schloßberg erklommen.
Wuchtig ragt das Dolomitgestein 123 m über
dem Hauptplatz. Neben dem Uhrturm, dem
Wahrzeichen von Graz,
befindet sich auch der
Glockenturm, liebevoll
Liesl genannt, auf dem
Schloßberg. Um 1125
wurde auf dem damals
nackten Felsen eine romanische Burg errichtet,
die Graz ihren Namen
gab. Dieser kommt vom
slowenischen „gradec“
und bedeutet „kleine
Burg“. Später wurde das
Traf man sich in den letzten
Jahren einmal in Götzendorf und zwei Mal in der
Mitte, so stand diesmal Graz
am Wanderprogramm. Mit
zwei Stadtführern wurde die
Angerer
Auch Napoleon
scheiterte
Das AUTINT-Team kurz vor dem Gipfelsieg auf dem Grazer Schloßberg
1. Lfz-Einsatz der C-130 unter ATARES-Nutzung
Die ursprüngliche Planung
war auf drei Tage ausgelegt.
Aufgrund der aktuellen
Entwicklung der Ebola war
der geplante Nightstop auf
Gran Canaria beim Rückflug nicht mehr möglich.
Die spanischen Behörden
haben die Übernachtung
für Besatzungen, die aus
Mali kommen, nicht genehmigt. Daher war eine zweite
Crew einzuplanen und auf
dem Hinflug auf Gran Canaria zu stationieren, um
das Luftfahrzeug für den
Flug nach Linz zu übernehmen. Auch die Abholung
des Cargo aus Landsberg/
DE war aus Wettergründen
mit zahlreichen Umplanungen verbunden.
Von zentraler Bedeutung
für die optimale Durchführung solcher Flüge sind einerseits die Vorbereitung/
Flugplanung in der Zelle
Dispatch Planung Opera-
Dienststellen und natürlich
die der Lufttransportstaffel
haben sich durch Reaktionsfähigkeit und Flexibilität bei
den Folgeplanungen ausgezeichnet.
Gorup
Von 19. bis 20. November
wurde der erste Lfz-Einsatz unter der Kooperationsbasis ATARES
(Air Transport & Air Refuelling and Exchange of
Other Services) nach Bamako/Mali mit der Hercules C-130 durchgeführt.
Die Crew beim Briefíng vor dem Mali-Flug
tioneller Lufttransport im
Kommando Luftunterstützung, andererseits die Beantragung der erforderlichen
Überfluggenehmigungen
durch das Referat Führung
Luftunterstützung der Abteilung J3(Lu) im Streitkräfteführungskommando.
Die Bediensteten beider
Das Zusammenspiel aller
beteiligten Dienstellen war
vorbildlich (LuU, SKFüKdo,
Att und VAs), und damit
konnte der erste Folgeversorgungsflug nach Mali sowie
die Transportaufgabe für die
deutsche Bundeswehr erfolgreich durchgeführt werden.
Obstlt Mag. Dr. Gerhard Köstner, MSD
gann Ludwig Freiherr von
Welden mit der Umgestaltung des einstigen Festungsberges in einen romantischen Garten mit zahlreichen Spazierwegen und teils
südländischen Pflanzen, die
hier dank des vergleichsweise milden Grazer Klimas gedeihen.
Im Zweiten Weltkrieg
wurde durch Zwangsarbeiter im Inneren des Berges
ein umfangreiches Stollensystem mit 6,3 km Länge,
20 Eingängen und etwa
12.000 m² Nutzfläche angelegt, das während der
schweren Bombenangriffe
auf Graz als Kommandozentrale, Luftschutzbunker
für bis zu 50.000 Personen
und Lazarett diente. Heute
Guinness-Buch der Rekorde
als stärkste Festung aller Zeiten verzeichnet.
Auch Napoleon konnte
sie Anfang des 19. Jh.
nicht erobern. Erst als
er 1809 Wien besetzte
und mit der Zerstörung
der Hauptstadt drohte,
ergab sich das erpresste
Graz, und es wurden fast
alle Festungsanlagen geschleift. Lediglich die
Liesl und der Uhrturm
blieben erhalten, da sie
von den Grazer Bürgern
freigekauft und somit vor
der Zerstörung bewahrt
werden konnten.
Stollenanlage
Rd. 30 Jahre später be-
befinden sich im Stollensystem ein Lift, die Märchengrottenbahn und ein Veranstaltungszentrum.
Nach dem Besuch der
wichtigsten historischen
Stationen der Innenstadt
wurde mit einem Glühwein am Adventmarkt die
Wanderung beendet und
in die Heimatgarnisonen
verlegt. Für alle Teilnehmer
war klar, auch nächstes Jahr
wieder dabei zu sein, denn
auch wenn man an zwei
Orten disloziert ist, sollte
das Gemeinsame sowohl
im Dienst als auch ab und
zu auch ein wenig abseits
davon im Vordergrund
stehen.
Obstlt Helmut Gekle
AUTINT
Militärattachés an der HLogS
Am 12. November besuchten 21 in Österreich
akkreditierte Militärattachés aus insgesamt
18 Nationen die Heereslogistikschule.
Hierbei bot sich die Gelegenheit, den Offizieren die
Aufgaben und das Spektrum
der Heereslogistikschule näherzubringen. Eingeleitet
wurde der Tag mit einem
Vortrag des Streitkräftekommandanten, der die Schule
mit ihren einzelnen Instituten vorstellte und auf die
Herausforderungen durch
neue Technologien und Verfahren im Schatten der budgetären Zwänge hinwies.
In Folge präsentierte der
Institutsleiter Versorgung,
Mjr Hölbling, sein Institut
und legte das Schwergewicht des Vortrags auf die
internationale Einsatzausbildung im Bereich
Logistik. Den Abschluss
des Vormittags bildete
der Vortrag von Obst Reitschmied, der auf die inter-
nationalen Einsätze und
hier im Speziellen auf die
höchst erfolgreichen Einsätze der multinationalen
Mobile Training Teams in
BiH und Moldau einging.
Die Militärattachés wurden
nach einer Kurzeinweisung
auf mehrere Stationen aufgeteilt. Je nach Interessengebiet konnten sich die Attachés dann bei den einzelnen
HLogS
Es ist schon Tradition,
dass im Dezember den
Angehörigen der Auslandseinsatzbasis die
Möglichkeit geboten
wird, an einer Adventwanderung teilzunehmen. Im Rahmen dieses
CI-Projekts können die
Grazer und Götzendorfer
Anteile in gemütlicher Atmosphäre das vergangene
Jahr Revue passieren lassen und das Zusammengehörigkeitsgefühl
vertiefen.
Die Attachés zeigten größtes Interesse an Gerätschaften und Ausbildung
an der HLogS
Im Anschluss wurden die
ausländischen Gäste durch
die Lehrküche in gewohnter Weise verköstigt. Nach
dem Essen präsentierte
Obstlt Rumpelnik das Institut Technischer Dienst.
Ständen näher informieren.
Dabei konnte reges Interesse
an unserem Gerät und v.a. an
der technischen Ausbildung
festgestellt werden.
Obst Wolfgang Reitschmied
HLogS
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
7
INTERNATIONALES
Symposium Luftstreitkräfte 2014 der FlFlATS
eine beispielhafte Übersicht
über die von Bgdr Gruber
angesprochenen Themen:
• Single European Sky –
dieser bringt völlig neue
Verfahren der Luftraumbewirtschaftung mit sich.
• Einsatz luftgestützter
Wirkmittel vom Luftfahrzeug herkömmlicher Art
bis hin zu unbemannten
Flugkörpern – Letztere
• Die Privatisierung/Industrialisierung vormals staatlicher Aufgaben.
Seit den 80er Jahren des
letzten Jahrhunderts steigt
die Nachfrage nach zivilem
Lufttransport. Seit 1995 ist
klar, dass der europäische
Luftraum in seiner gegenwärtig existierenden fragmentierten Struktur nicht
geeignet ist, den stetig stei-
und Verteidigungsbelangen
gehört.
Abstimmungsbemühungen
Dies kann zum Zweck einer
reibungslosen und erfolgreichen Umsetzung des SES
zum Vorteil aller Beteiligten, ob zivil oder militärisch,
aber nur gelingen, wenn
mit sind im Grunde gleich
gelagerte Kompetenzen auf
unterschiedlichen Ebenen
angesiedelt und die Kooperation erheblich erschwert.
Gute und intensive zivilmilitärische Zusammenarbeit innerhalb der Staaten
stellt auch heute zumindest
sicher, dass diese im Single
Sky Committee die militärischen Aspekte mit ein-
Ledermann
Bereits zum 7. Mal führte
die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule
(FlFlATS) ein Symposium
Luftstreitkräfte (LuSK)
zur Kaderfortbildung der
Fachoffiziere durch. Dies
dient der Bewusstseinsbildung für Belange, die
nicht direkt dem jeweils
eigenen Fachbereich entspringen, aber sehr wohl
durchaus große Auswirkungen von außen auf
die eigene Arbeit haben.
Natürlich kann ein zweitägiges Symposium keine Lösungen für alle Probleme liefern,
sehr wohl kann es aber bei
den jeweils Verantwortlichen Probleme, die auf einen
zukommen können, erkennen lassen sowie Verständnis für den jeweils anderen
zivilen bzw. militärischen
Luftraumnutzer wecken. Das
heurige Symposium stand
unter dem Generalthema
„Einheitlicher Europäischer
Luftraum“ oder auch „Single
European Sky“ (SES).
Die Herausforderung besteht nun darin, sie alle in
einen Rahmen zu bringen,
angesichts der Tatsache,
dass sie schon in Fragen
der Zivilluftfahrt, aber natürlich auch in Fragen der
Militärluftfahrt oftmals unterschiedliche Vorstellung
besitzen.
Und nun gilt es, aus dieser
höchst heterogenen Masse
ein Orchester zu formen,
das eine komplexe Sinfonie
intoniert, in einer Weise die
allen Zuhörern wohl klingt.
Diese erfordert ein ausgewogenes Arrangement und natürlich die Durchsetzungsfähigkeit der Leitung bei der
Umsetzung.“
Gemeinsamer
Drohnen-Wortschatz
Ein Luftraum für alle
Die EU-Kommission hat das
Bestreben, die Luftraumbewirtschaftung in Europa zu
vereinheitlichen. Dadurch
soll für die Fluglinien ein
Einsparungspotenzial von
3 Mrd. € jährlich erzielt
werden (durch Einsparung
an Gebühren für einzelne
nationale Flugverkehrskontrollen, aber auch an Treibstoffkosten durch Begradigung von Luftfahrtstraßen,
was wiederum dem Umweltschutz dient). Auch wenn
die einzelnen europäischen
Luftstreitkräfte davon ausgenommen sind (bleiben
in nationaler Kompetenz),
sind natürlich alle von diesen Änderungen betroffen,
da nun mal zivile und militärische Luftfahrt sich ein
den denselben Luftraum
teilen.
Nationale sowie internationale Experten referierten
hiezu aus ihrem jeweiligen Fachbereich. Air Chief
Bgdr Karl Gruber (ÖBH),
der Abteilungsleiter zivilmilitärische Koordination
in EUROCONTROL, Michael Steinfurth, Mjr André
Haider vom Joint Air Power
Competence Center oder
Brigadegeneral Burghard
Pototzky vom Zentrum
Luftoperationen der Bundeswehr, um nur einige zu
nennen, stellten ihre Sicht
der Dinge dar.
Dass dieses Thema durchaus sehr komplex ist, zeigt
Gruppenfoto mit Kommandanten, Panelleitern, Rednern sowie den Militärattachés, die beim Symposium Luftstreitkräfte anwesend waren
•
•
•
•
werden immer mehr von
Behörden und zivilen
Firmen genutzt, der Luftraum kommt an seine Aufnahmegrenzen.
Border Crossing Operations – Zusammenarbeit
nationaler Luftwaffen bei
der Luftraumsicherung
z.B. bei Großveranstaltungen wie das Weltwirtschaftsforum in Davos
(Schweiz).
Taktische Luftraumbewirtschaftung – Militärfliegerei.
Cyber War – Attacken gegen Flugverkehrskontrolle.
Einsatz bodengestützter
Wirkmittel im Luftraum
(Artillerie, Fliegerabwehr).
Ziele von SES
Michael Steinfurth von EUROCONTROL erläuterte die
wesentlichen historischen
Gründe für die Entwicklung
des SES und seiner Ziele:
• Die stetig steigende gesellschaftliche Nachfrage
nach Lufttransport.
• Eine ineffiziente nationale
Fragmentierung des europäischen Luftraums.
• Die Erweiterung der EU
mit gleichzeitiger Abgabe
nationaler Verantwortlichkeiten.
genden Luftraumbedarf zu
decken. Mehr Luftraumkapazität zur Nachfragedeckung bereitzuhalten,
ist ein Ziel des SES. Dies
erfolgt nunmehr seit Mai
2004 mit der sich stetig
fortentwickelnden SESGesetzgebung und überträgt seitdem vormals nationale Befugnisse für den
zivilen Flugverkehr und
seine Abwicklung kontinuierlich nach Brüssel zur
EU oder nach Köln an die
Europäische Agentur für
Sicherheit im Luftverkehr
(EASA). Dennoch ist das
Ziel noch nicht erreicht.
Die Kommission macht
dafür die Mitgliedstaaten
verantwortlich. Diese würden die EU-Gesetze und
Verordnungen nur mit Verzögerung und nicht zielgerichtet umsetzen.
In diesem komplexen
Gebilde Luftraum treffen
vielfältigste Interessen und
Verantwortlichkeiten aufeinander und müssen in eine
Lage gebracht werden, die
es ihnen erlaubt, ihre Aufgaben und Belange gleichermaßen und gleichberechtigt
durchführen zu können,
wozu auch eine ausgewogene Berücksichtigung von
Wirtschafts-, Sicherheits-
man gemeinsam Konzepte,
Regularien, Verordnungen
und Verfahren erarbeitet
und einführt, die für alle
gleichermaßen tragbar und
durchführbar sind und damit auch den unterschiedlichen Belangen hinreichend
Rechnung tragen.
Obst Dipl.-Ing. Werner
Itzlberger, seit 2007 deutscher Vertreter im Military
Air Traffic Management
Board, zuständig für zivilmilitärische Zusammenarbeit und Leiter im Amt für
Flugsicherung der Bundeswehr, brachte es auf den
Punkt: „Einfach war es vor
SES. Die Kompetenz für Regulierung und Aufsicht lag
in Gänze bei den Staaten.
Zivil-militärische Koordination war damit eine Hausaufgabe, die durch intensive
Abstimmungs- und Harmonisierungsbemühungen auf
europäische Ebene, insbesondere bei EUROCONTROL, untermauert wurde.
Mit dem Single European
Sky wechselte die Kompetenz für Regulierung für
die zivile Komponente auf
die europäische Ebene. Regulierung für militärische
Aspekte verbleibt aufgrund
der gesetzlichen Vorgaben
in der Hand der Staaten. Da-
bringen und vertreten. Wieweit sie allerdings bei der
Entscheidung über künftige
Regelungen Berücksichtigung finden und finden
können, ist angesichts der
der Kommission zugewiesenen Zuständigkeiten eine
sehr schwierige Frage.
Dazu kommt die Tatsache,
dass neben Staaten und deren gemeinsamer Organisationen auch verschiedene
Agenturen eine Rolle in europäischen Luftfahrtfragen
spielen. In der Hauptsache
sind dies EUROCONTROL
als zivil-militärische Organisation, die EASA als Agentur
unter der Obhut der Kommission zuständig in Fragen
der Zivilluftfahrt und die
European Defence Agency
(EDA) mit ihrer Kompetenz
in militärischen Aspekten.
Sie alle umfassen Mitgliedstaaten in unterschiedlicher Zahl und Zusammensetzung.
EUROCONTROL umfasst
deutlich mehr als die Europäische Union, und die
NATO bringt darüber hinaus Mitglieder außerhalb
Europas mit. Die Agenturen
dienen unterschiedlichen
Herren und sind in der Zusammensetzung ihrer Mitglieder unterschiedlich.
Hinzu kommt, dass die
Form der Luftraumnutzer
immer komplexer wird.
Unbemannte Luftfahrzeuge werden in Zukunft von
staatlichen und privaten
Nutzern in immer höherem
Ausmaß betrieben werden.
Dabei gibt es noch nicht
einmal eine vereinheitlichte Klassifizierung und
Standardisierung von unbemannten Lfz auf europäischer Ebene (bisher nur auf
nationaler Ebene). Daher
ist es unabdingbar, einen
gemeinsamen DrohnenWortschatz zu definieren.
Zur Vermeidung von Kollisionen mit Drohnen (die
außerhalb des Sichtbereichs
des „Drohnen-Operators“
fliegen) im Luftraum kann
auf lange Sicht nur ein automatisches „Sense and Avoid
System“ an Bord der Drohne
Abhilfe schaffen.
Es darf auch nicht auf die
Luftraumnutzer vergessen
werden, die mit Artillerie
und Fliegerabwehr in die
Dritte Dimension hineinwirken. Am Beispiel des
Word Economic Forums in
Davos zeigte Obst iG Karl
Heinz Graf vom Lehrverband Fliegerabwehr 33 die
Problematik und die Herangehensweise der Schweizer
Fliegerabwehr an diese Aufgabenstellung.
Auch wenn dieses Symposium die anstehenden
Probleme nicht lösen kann,
so zeigt es zumindest die
Komplexität der Thematik.
Manch einer der Teilnehmer
mag mit dem Bewusstsein
nach Hause gefahren sein,
dass er Dinge zu bedenken
habe, von denen er bis jetzt
nichts wusste.
Mjr Andreas Ledermann
FlFlATS
Von 19. bis 21. November
fand in Wals/Salzburg die
3. Konferenz zur Pooling &
Sharing Mountain
Training Initiative
(P&S MTI) unter Federführung des Streitkräfteführungskommandos
statt. Acht Nationen beteiligten sich neben Österreich an der Konferenz in
Salzburg, die durch das
Pionierbataillon 2 der
6. Jägerbrigade hervorragend organisatorisch
vorbereitet und durchgeführt wurde.
Ziel und Zweck dieser Initiative ist es, eine Koordinierungsrolle im Bereich Ausbildungsangebot wahrzunehmen, eine EU-weite Standardisierung der Gebirgsaus-
6. JgBrig
Pooling & Sharing
Mountain Training Initiative
Gemeinsame Gebirgskampfausbildung ist das Schwergewicht der
MTI-Initiative
bildung herbeizuführen und
den Lessons Learned-Prozess
im Bereich Gebirgskampf sowie in der Gebirgsausbildung
zu integrieren.
Die Konferenz wurde am
Abend des 18. November,
nach Eintreffen der Vertreter der Teilnehmernationen, mit einem „Beer
Call“ im Offizierskasino der
Sc hwarzenberg-K aser ne
begonnen. Dieser wurde bereits zu informellen Gesprächen über die Bedürfnisse
der verschiedenen Nationen im Bereich der Gebirgsausbildung in den Jahren
2015 und 2016 genutzt.
Offiziell wurde die Konferenz am 19. November
mit einem gemeinsamen
Antreten und der Flaggenparade eröffnet. Bgdr Mag.
Karl Pernitsch begrüßte die
Teilnehmer und erwähnte,
wie erfreulich der bisherige
Stand der Entwicklungen
dieser Initiative sei, und,
dass er aus österreichischer
Sicht garantieren kann, dass
die ersten geplanten Vorhaben in Bälde umgesetzt werden können.
Sehr erfreulich aus österreichischer Sicht war, dass
sich Tschechien und die
Niederlande mit Vertretern
erstmals aktiv an der Initiative beteiligten und ihre
Kompetenzen und etwaige
Anforderungen kommunizieren konnten.
Inhaltliche Schwerpunkte
des ersten Konferenztages
waren die Präsentation des
Ausbildungsangebots der
6. JgBrig sowie die Ausbildungsangebote und der Ausbildungsbedarf der Teilnehmernationen im Rahmen
dieser Initiative. Abgerundet
wurde dieser Tag mit einer
interessanten Stadtführung
durch Salzburg. Der zweite
Konferenztag wurde mit einer kurzen Zusammenfassung des Kommandanten
der 6. JgBrig, Bgdr Mag. Peter Grünwald, begonnen.
Neben Vorträgen des Heeressportwissenschaftlichen
Dienstes war es Ziel des zweiten Tages, den Fortschritt im
Standardisierungsverfahren
der gemeinsamen EU-weiten Gebirgsausbildung zu
diskutieren. Weiters wurden durch die 6. JgBrig zwei
MTI-Leuchtturmprojekte,
die Edelweiss Raid 2015 und
die Verbandsübung Capricorn 2016 zur internationalen Teilnahme beworben
(www.facebook.com/edelweissraid)
Weiterführende Informationen finden Sie auf der
Homepage: https://www.
mti.bmlv.gv.at
Hptm Andreas Wach
6. JgBrig
8
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
SICHERHEITSPOLITIK
„Die Krise als Chance – der Weg des ÖBH in die Zukunft“
Vortrag im Rahmen der STRATEG an der LVAk
Was ist
der Sachstand?
Nun, das ÖBH – und damit
auch die Streitkräfte – sind
ein Instrument der Politik,
das einen Beitrag zur Krisenund Konfliktbewältigung
im Rahmen der USV (ULV)
leistet. Mit der neuen Teilstrategie Verteidigungspolitik wurden wesentliche
konzeptionelle Grundlagen
zur Umsetzung der politischen Vorgaben und Ziele
der Österreichischen Sicherheitsstrategie geschaffen. Die österreichische Bevölkerung kann sich darauf
verlassen, dass das Österreichische Bundesheer seine
verfassungsmäßigen Aufgaben, angepasst an die neuen
Rahmenbedingungen, weiterhin erfüllen wird.
Die neue Teilstrategie Verteidigungspolitik präzisiert:
„ D a s Ö st e r re i c h i s c h e
Bundesheer (ÖBH) ist die
bewaffnete Macht der Republik Österreich zur Verteidigung ihrer Verfassung und
Werteordnung. Das ÖBH ist
ein wesentliches Mittel zur
Gestaltung einer nach den
Prinzipien des Völkerrechts
und der Humanität orientierten österreichischen und
europäischen Außen- und
Sicherheitspolitik und ein
Instrument zur internatio-
Die Ordnung des Völkerrechts, aber auch des innerstaatlichen Rechts – man
denke nur an die Verfassungsbestimmungen und
die einfachen Gesetze zur
Landesverteidigung, bauen
prinzipiell (siehe KSE und
B-VG) darauf auf. Das Völkerrecht und das Kriegsvölkerrecht bauen ebenfalls darauf
auf. Doch das Westfälische
System ist an seine Grenzen
gekommen.
überlagern. Solche Konflikte
verlaufen zunehmend dynamisch, d.h. es sind mehrere
Handlungsräume zugleich
betroffen, wenn auch mit
unterschiedlicher Intensität. Man kann daraus jedoch
nicht eine Entwicklung in
Richtung einer weniger sicheren Welt ableiten.
Konflikte werden sich vermehrt in Räume begrenzter
Staatlichkeit verlagern, d.h.
Räume, die sich staatlicher
malen wie Staaten. Sie maßen sich Gesetzgebung und
Vollziehung an, das mitten
in verschiedenen Staaten, ja
Kontinenten.
Landesverteidigung
und asymmetrische,
hybride Konflikte
Die verfassungsgesetzlichen
Aufgaben des ÖBH sind
in den Artikeln 9a und 79
des B-VG festgelegt. Natür-
LVAk
Vor Kurzem fand in der Sala
Terrena der Landesverteidigungsakademie im Rahmen
der STRATEG (Gesellschaft
für politisch-strategische
Studien) der Festvortrag von
GenLt Mag. Franz Reißner,
Kdt des SKFüKdo, zum Thema „Die Krise als Chance –
Der Weg des ÖBH in die Zukunft“ statt. GenLt Reißner
ging weniger auf politische
und strategische Festlegungen der jüngsten Zeit ein
und stellte ganz am Beginn
klar, dass er die politischen
und militärstrategischen
Vorgaben mittrage, das ist
ja selbstverständlich unter
den Aspekten des Primats
der Politik und des demokratischen Rechtsstaates.
Um den möglichen Weg
des ÖBH in die Zukunft zu
skizzieren, um einige Beiträge zum Nachdenken
zur weiteren Beurteilung zu
liefern, hat er vielmehr sich
selbst philosophische Fragen
gestellt und hat diese dann
systemisch beantwortet.
Die Fragen waren:
• WasistderSachstand?
• WasistdieAufgabe?
• Welche Maßnahmen –
Welche Wege in die Zukunft – können daraus
resultieren?
• Welche grundsätzlichen
Wirkmechanismen und
welche Sicherheitsordnung definieren die heutigen und künftigen AufgabenvonStreitkräften?
Der Kommandant der Streitkräfte führte nachfolgend
aus:
Bis zum Fall des Eisernen
Vorhangs bedeutete Schutz
& Hilfe durch das Bundesheer einerseits die Raumverteidigung im Rahmen
einer Abhaltestrategie, eingebettet in die Umfassende
Landesverteidigung, und andererseits erfüllte das Bundesheer im Ausland im Rahmen der Vereinten Nationen
einfache friedenserhaltende
Aufgaben zur Überwachung
von Waffenstillstandsabkommen.
Seit dem Beitritt zur EU
hat die österreichische Verteidigungspolitik ihr Fundament in einer engagierten
Neutralitätspolitik und in
einem solidarischen Europaverständnis. Das Vorbeugen
von Krisen und ein stabiles
Umfeld sind zentrale Anliegen einer umfassenden
Sicherheitsvorsorge. Daher
muss den Krisen dort begegnet werden, wo sie entstehen. Als neutrales Land
kann Österreich in internationalen Konflikten zudem
als glaubwürdiger Vermittler
und „Brückenbauer“ auftreten – so weit so gut.
GenLt Reißner philosophierte über Fragen abseits der strategischen Festlegungen der letzten Zeit
nalen Solidaritätsleistung
unter dem völkerrechtlichen Primat der Vereinten
Nationen.“
Und zur Einordnung von
Streitkräften – was kennzeichnet Streitkräfte und
den Charakter von Streitkräften nach internationalen
Maßstäben – führte er aus:
1. Militärische Kräfte existieren, um zur Erreichung
politischer Ziele eingesetzt zu werden.
2. Militärische Kräfte im
Einsatz sind „by trade“
von kollektiver, undifferenzierter Gewaltanwendung durch organisierte
Kräfte bedroht.
3. Militärische Kräfte erfüllen ihren Auftrag im militärischen Einsatz unter
der Möglichkeit kollektiver Gewaltanwendung.
Daher muss man zunächst,
um zu gedanklichen Beiträgen für den Weg in die Zukunft zu kommen, beleuchten, wie sich Konflikte heute
und in Zukunft gestalten
und welcher Systematik sie
unterliegen.
Zu deren Systematik hat
der Generalleutnant zwei
Aspekte angeführt:
1. Das Westfälische System
und sein Einfluss auf das
bisherige Denken und
2. die Frage von Symmetrie
und Asymmetrie in der
Sicherheitspolitik sowie
in Konflikten.
Das Westfälische System:
Diese Systematik war ja an
sich, im 17. Jh., eine Errungenschaft zur Einhegung
von Kriegen.
„Das ‚Westphalian System‘ ist ein feststehender
Begriff in der politikwissenschaftlichen Debatte,
v.a. im angelsächsischen
Raum, und bestimmt die
faktischen sicherheitpolitischen Denkkategorien
bis heute. Die von diesem
System ausgehende politische Ordnung stellte den
souveränen Staat, Territorialität, Selbstbestimmung,
Nichteinmischung als das
wünschenswerte Idealbild
hin – ein einfaches, faszinierendes und elegantes
System.“
1. Der souveräne Staat ist
nicht mehr der alleinige
Akteur auf der internationalen Bühne.
Bereits 1945 kam mit der
UN-Charta zur Schaffung
und Aufrechterhaltung
einer wirksamen Friedensordnung eine überstaatliche Institution, die
den völkerrechtlichen
Primat der Weltordnung
verkörpert, hinzu, und
die Prinzipien des Westfälischen Systems waren
damit relativiert.
2. Neben überstaatlichen
Akteuren sind heute und
in Zukunft die nicht
staatlichen Handelnden
zu wesentlichen strategischen Faktoren geworden, was für uns und unsere fragile Gesellschaft
nicht immer verstanden
wird.
3. Das Prinzip der Nichteinmischung wird unter
gewissen Umständen
aufgehoben und die Einmischung sogar zur Verpflichtung, zumindest zu
ethischer Verpflichtung
(Responsibility to Protect).
Die Schlussfolgerung lautet
daher:
Das Völkerrecht, aber auch
innerstaatliches Recht orientiert sich stark am Westfälischen System. Dass dieses zufolge der beschriebenen Entwicklungen in der
gegenwärtigen Form an
seine Grenzen stößt, ist
evident.
Eine internationale aber
auch nationale Aufgabe wäre es, adäquate zukunftsfeste Rechtsnormen zu entwickeln, um Rechtssicherheit
zu schaffen und den neuen
Wirkmechanismen Rechnung zu tragen.
Konflikte heute und
in Zukunft
„Es ist weniger mit einer
größeren Anzahl, sondern
vielmehr mit einer größeren Diversifikation von
Konflikten und Akteuren
zu rechnen, bei der sich inner- und zwischenstaatliche
Konflikte vermischen und
Souveränität, Regulierung
und Durchgriffsmöglichkeiten mehr oder weniger
entziehen. Dies sind vorrangig Länder mit fragiler
Staatlichkeit, maritime Räume, der Weltraum und der
Cyber-Raum.
Insbesondere der CyberRaum als neuer, virtueller,
äußerst dynamischer und
deshalb nur schwer zu erfassender Raum gewinnt
dabei, auch aufgrund von
Wechselwirkungen mit anderen Räumen, zunehmend
an Bedeutung.
Es ist damit zu rechnen,
dass sich Räume begrenzter Staatlichkeit ausweiten
werden – insbesondere dort,
wo bei bereits vorhandener
fragiler Staatlichkeit hohes
Bevölkerungswachstum mit
unzureichendem wirtschaftlichem Wachstum einhergeht. Destabilisierung, Verschlechterung der humanitären Lage und nicht staatliche Konflikte werden dabei
verstärkt transnationalen
Charakter annehmen. Die
Befähigung, kurzzeitig von
außen in solche instabile Regionen einzuwirken,
wird an Bedeutung gewinnen. Entscheidungen erfolgen nicht mehr in offenen
Schlachten, sondern hauptsächlich durch Überlegenheit im Informationsraum
und das Beherrschen von
Verbindungslinien und Ballungsräumen. Letztere sind
ein dichtes, schwer zu fassendes, unsicheres Umfeld.
Die bewaffneten Konflikte
und Kriege haben sich verändert. Klassische Kriege
mit organisierten militärischen Kräften von Staaten
oder Staatengruppen gegen
ebensolche Kräfte von anderen ebensolchen Staaten
oder Staatengruppen sind
unwahrscheinlich geworden. Klassische SK stoßen
in zahlreichen Konflikten
auf „Nichtarmeen“. Letztere werden nicht von Völkerrechtssubjekten kontrolliert, sie kümmern sich
nicht um Völkerrecht und
Schutz von Zivilisten, nein,
sie organisieren sich zum
Teil mit ähnlichen Merk-
lich auch im KSE-B-VG. Der
Kommandant der SK führte
dazu aus, dass in den vergangenen Jahren Fehler gemacht
wurden, weil man sich intellektuell zu weit von den
Rechtsquellen entfernt hat.
Das Phänomen „Fog and
Friction“ war und ist die Folge. Diese Oberflächlichkeit
gab gewissen Interessen die
Möglichkeit, sich auszubreiten, zumindest informell.
So wird verschiedentlich
argumentiert, dass MLV im
Sinn des § 2 (1) a des WG de
facto nicht mehr denkbar
sei, weil von Völkerrechtssubjekten keine Gefahr
mehr ausginge. Weil also
die Bedrohung durch organisierte militärische Kräfte
anderer Staaten oder Staatengruppen de facto auszuschließen sei – allenfalls bis
auf ein diffuses militärisches
Restrisiko.
Kann es also Einsätze zur
MLV nach § 2 (1) a des WG
noch geben, wenn kein militanter Kampfgegner gegen
die Staatsgewalt unter der
Kontrolle eines feindlich gesinnten Staates mehr wahrscheinlichist?
Militärische Landesverteidigung nach § 2 (1) a WG
ist also dann möglich und
geboten, wenn es zur Bewältigung der Bedrohung
von außen militärischer
Mittel bedarf. Nach welcher
Rechtsgrundlage Einsätze
des ÖBH erfolgen, ist eine
politische Festlegung.
Wir Offiziere als Fachleute müssen aber vorbereitet
sein, die Politik präzise zu
beraten und zur eigenständigen Operationsführung
befähigt zu sein. Das ist
nicht nur verfassungsgesetzlicher Auftrag, sicherheitspolitische und militärische Notwendigkeit, sondern auch ein wesentlicher
„Hygienefaktor“ für unser
Selbstverständnis, unser
Selbstbewusstsein und die
Frage der Sinngebung.
Militärische Landesverteidigung nach § 2 (1) a WG ist
also unter den Bedingungen
asymmetrischer, hybrider
Konflikte eine Kernaufgabe
des Bundesheeres. Wir müs-
sen das nur in unsere Denkkategorien übernehmen
und umsetzen.
Zum Budget
Da ist einmal die politische
Herangehensweise „Ressourcenzuordnung“ der Republik. Also das Budget. Ich
denke, ich brauche das nicht
näher auszuführen. Klar, wir
sind und waren historisch in
der Geschichte der 2. Republik krass unterdotiert; zumindest im Vergleich mit
anderen Heeren in Europa
„Das Einzige was wirklich
ungebrochene Tradition hat
in österreichischen Streitkräften seit Montecuccoli,
ist der Budgetmangel.“
Die Lage ist tatsächlich
schwierig. Man muss erkennen und akzeptieren, dass
die Politik seit vielen Jahren
keine zusätzlichen Ressourcen für das sicherheitspolitische Instrument Bundesheer aufwenden will – und
dz. offenbar auch nicht
kann. „Wo die Ursachen für
Letzteres liegen, ist ja allgemein bekannt, und ich befürchte“, so GenLt Reißner,
„diese Situation wird sich –
im internationalen Vergleich – auch nicht so bald
in signifikanter Weise verändern.“
Weil die Republik einerseits nicht kann – Bildung,
Gesundheit, Pensionen,
staatlich zu finanzierende Infrastruktur, und weil
Gründe dafür andererseits
im noch zu erörternden
Warum liegen könnten.
Eine Frage tut sich jedoch
massiv auf: „Wie gehen wir
aber mit den vorhandenen
Ressourcen um“? Das herauszufinden, würde den
heutigen Rahmen jedoch
sprengen, einen Grund hat
er jedoch angeführt:
Es ist auffällig, dass wesentliche Investitionen, von
denen wir noch heute profitieren, in einer relativ kurzen
Zeitspanne getätigt wurden.
Gleichzeitig bringen uns gerade diese gleichsam gebündelten Beschaffungen der
70er und frühen 80er Jahre
heute in kumulierende Probleme – aus einem simplen
Grund – diese gleichzeitigen
Beschaffungen von damals
werden alle gleichzeitig alt,
stehen heute am Ende ihrer
Lebensdauer.
Europa und
die Nationalstaaten
In Zukunft wird vielleicht
auch im Rahmen der europäischen Verteidigung das
Kunststück der EU wohl
weiter darin bestehen, sowohl die Souveränität der
Mitgliedstaaten in sicherheitspolitischen Fragen zu
bewahren und zu bestärken, um auch international
handlungsfähiger zu werden, indem die einander
ergänzenden Kapazitäten
und Kompetenzen der EULänder vernünftig gebündelt werden. Ein mitunter
vernünftiger, schwieriger Balanceakt zwischen nationaler und europäischer Außenund Sicherheitspolitik wird
dazu beschritten werden
müssen. Für Österreich gilt,
dass das Bundesheer das wesentliche Mittel zur Gestaltung einer am Völkerrecht
und an der Humanität orientierten österreichischen
und europäischen Außenund Sicherheitspolitik ist,
so der Kommandant der
Streitkräfte.
Obst Thomas Rapatz MSD
STRATEG
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
9
MILIZ
INFORMATIONEN
AUS DER MILIZ – FÜR DIE MILIZ
Zusammengestellt von
Oberst Johannes Viehhauser
Kampfmittelabwehr & C-IED-Ausbildung
Im folgenden Beitrag
werden die neuen Durchführungsbestimmungen
für die Ausbildung zur
Kampfmittelabwehr &
Countering Improvised Explosive Devices
(DBKMAbw&C-IEDAusb)
vorgestellt.
Geltungsbereich
Die Durchführungsbestimmungen für die Ausbildung
zur Kampfmittelabwehr &
Countering Improvised
Explosive Devices regeln
die Ausbildung für das Erreichen der Fähigkeiten
betreffend die Kampfmittelabwehr und die Maßnahmen gegen unkonventionelle Spreng- und
Brandvorrichtungen (unkonventionelle Sprengund Brandvorrichtungen
werden international als
Improvised Explosive Devices, abgekürzt IED bezeichnet) ohne jene der
Kampfmittelbeseitigung.
Die Ausbildungen für die
zu erreichenden Fähigkeiten der Kampfmittelbeseitigung, der Munitionstechnik
einschließlich der Fachkunde werden in den Durchführ ungsbestimmungen
für die Kampfmittelbeseitigungs- und Munitionstechnische Ausbildung
(DBKMBes&MunTeAusb)
festgelegt.
Die Durchführungsbestimmungen für die Ausbildung zur Kampfmittelabwehr & Countering Improvised Explosive Devices
bilden die verbindliche
Grundlage für die Planungen der Ausbildung, der
Lehrgänge des Ressorts,
der internationalen Kursbeschickungen und für die
Erstellung/Anpassung der
betreffenden Curricula sowie der Zielkataloge.
Die Behandlung und Beseitigung von Munition bei
Ausbildungsvorhaben und
Übungen im Bundesheer
sind kein Teilbereich der
Kampfmittelabwehr und
somit nicht Inhalt dieser
Durchführ ungsbestimmungen.
Die Ausbildung für die
Angehörigen des Entminungsdienstes ist mit den
Durchführ ungsbestimmungen für die Ausbildung
zur Erlangung der Sondersprengbefugnis Entminungsdienst geregelt.
Die Ausbildung zur Erreichung der erforderlichen
Sprengqualifikationen und
die damit verbundenen Befugnisse und Auflagen sind
mit den Durchführungsbestimmungen für die Ausbildung und die Befugnisse im
Rahmen von Sprengungen
und pyrotechnischen Darstellungen geregelt.
Ziel der Ausbildung
Ziel der Ausbildung zur
K ampfmittelabwehr &
Countering Improvised
Explosive Devices ist es,
ebenenangepasst die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten
(Grundbefähigung Kampfmittelabwehr, Erweiterte
Kampfmittelabwehr und
Spezialisierte Kampfmittelabwehr) zu vermitteln,
damit die Soldaten diese in
den jeweiligen Einsätzen
bedrohungsadäquat anwenden können.
Grundsätzliches
Kampfmittelabwehr ist eine
waffengattungsübergreifende, führungsebenenunabhängige Aufgabe. Sie umfasst:
• B e w u s s t s e i n s b i l d u n g
( E x p l o s i ve O r d n a n c e
Awareness, EOA),
• Kampfmittelerkundung/auf klär ung (Explosive
Ordnance Reconnaissance, EOR),
• K a mp f m i t t e l rä u m u n g
(Explosive Ordnance
Clearance, EOC),
• Kampfmittelbeseitigung (Explosive Ordnance Disposal, EOD),
• B e s e i t i g u n g v o n
Sprengfallen (Booby
Traps Disposal, BTD),
• Beseitigung von unkonventionellen
Spreng- und Brandvorrichtungen (Improvised Explosive Device
Disposal, IEDD) und
• M i l i t ä r i s c h e S u c h e
nach Kampfmitteln
(Military Search).
Gemäß Vorhabensabsicht C-IED und den Bearbeitungen zum fähigkeitsbasierten Planungsprozess sind nachstehende C-IED Fähigkeiten
aufzubauen:
• Führungsfähigkeit,
• MilitärischeSuche:
- Allgemeine Suche von IED (Basic
Search, BS),
- Erweiterte Suche von
IED (Intermediate
Search, IS),
- Eingehende Suche
von IED (Advanced
Search, AS),
• Räumen(vonIEDentlang) von Bewegungslinien (Route Clearance,
RC),
• K a m p f m i t t e l b e s e i tigung von IED (Improvised Explosive
Device Disposal, IEDD)
einschließlich Sekundärbedrohung durch Kampfmittellage und asymmetrische Kriegsführung
(High Threat, HT),
• Kampfmittelbeseitigung
von IED mit chemischen,
biologischen, radioaktiven oder nuklearen Wirkladungen (CBRN IED),
• Manuelle Neutralisation
von komplexen IED (Manual Neutralisation Techniques, MNT),
• Technische, forensische
Analyse und Auswertung
(Exploitation durch Weapon Intelligence Team,
WIT),
• Suchen und Beseitigen
von Kampfmitteln unter
Wasser und
• EinsatzvonKampfmittelspürhunden im Rahmen
von C-IED (Mitwirkung
bei Militärischer Suche,
Kampfmittelbeseitigung/
Beseitigung von unkonventionellen Spreng- und
Brandvorrichtungen, taktische und technische Exploitation).
Diese C-IED-Fähigkeiten
werden im Bereich der
Kampfmittelabwehr ergänzt
durch die Fähigkeiten:
• Kampfmittelerkundung/
-aufklärung,
• Schaffen von Gassen
durch kampfmittelbelastetes Gelände,
• Kampfmittelräumung,
• Kampfmittelbeseitigung
vo n ko n ve n t i o n e l l e r
Munition (Conventional Munition Disposal,
CMD) und
• Kampfmittelbeseitigung
biologisch/chemischer
Munition (Biological
Chemical Munition Disposal, BCMD).
Zuordnung der
Fähigkeiten
Nachdem gemäß Vorhabensabsicht C-IED von einer „Jedermannfähigkeit“
Auswertung sowie Suchen
und Beseitigen von Kampfmitteln unter Wasser.
Für das Munitionsfachpersonal (z.B. Munitionsunteroffizier) umfasst die
Spezialisierte Kampfmittelabwehr die Munitionstechnik (einschl. der Fachkunde) sowie die erforderliche
Kampfmittelbeseitigung.
Die Führungsfähigkeit ist
eine querschnittliche Fähigkeit von Kommandanten- und Fachfunktionen,
die sowohl die Erweiterte
als auch die Spezialisierte
Kampfmittelabwehr betrifft.
fordert die Ausbildung
„Kampfmittelabwehr aller
Truppen“ (KMAbwaTr) im
Regelfall durch die Truppe.
Sie schafft die Basis für aufbauende Ausbildungen der
Führungsfähigkeit sowie
der Erweiterten und Spezialisierten Kampfmittelabwehr. Diese Ausbildung
wird mit Priorität für Soldatinnen und Soldaten von
K ader präsenzeinheiten,
Soldatinnen und Soldaten
in unmittelbarer Einsatzvorbereitung für Auslandseinsätze sowie Offiziersund Unteroffiziers-Kader-
Kampfmittelabwehr im ÖBH
Erweiterte
Kampfmittelabwehr
Kampfmittelerkundung/
-aufklärung
Spezialisierte Kampfmittelabwehr
Suchen und Beseitigen von
KM unter Wasser
Technische, forensische
Analyse und Auswertung
Kampfmittelbeseitigung von
konventioneller Mun,
BCMun, IED (HT), CBRN
IED, Manuelle
Handentschärfung
Räumung (von IED entlang)
von Bewegungslinien
Kampfmittelräumung
Schaffen von Gassen durch
KM-belastetes Gelände
Militärische Suche
Kampfmittelbeseitigung
und Munitionstechnik
(Fachkunde)
Führungsfähigkeit
Grundbefähigung Kampfmittelabwehr
für alle Soldaten sowie dem
Vorhandensein der notwendigen Spezialisten aus dem
Bereich der Kampfmittelabwehr in allen Szenarien
und in jedem Einsatzraum
ausgegangen werden muss,
werden die vorhin angeführten Fähigkeiten, ausgehend von einer Grundbefähigung Kampfmittelabwehr,
der Erweiterten Kampfmittelabwehr und der Spezialisierten Kampfmittelabwehr
zugeordnet.
Die Gr undbefähigung
Kampfmittelabwehr bildet
hinkünftig die wesentliche
Grundlage für Verwendungen in Auslandseinsätzen
für alle Soldaten.
Die Erweiterte Kampfmittelabwehr umfasst die
Fähigkeit Kampf mittel erkundung/-aufklärung.
Die Spezialisierte Kampfmittelabwehr umfasst für
die kämpfende Truppe die
Fähigkeiten Militärische
Suche nach Kampfmitteln,
Schaffen von Gassen durch
Kampfmittelbelastetes Gelände, Kampfmittelräumung, Räumung (von IED
entlang) von Bewegungslinien, Kampfmittelbeseitigung von konventioneller
Munition, Biologisch/Chemischer Munition, IED und
CBRN IED, Manuelle Handentschärfung, Technische,
forensische Analyse und
Die Fähigkeit Suchen und
Beseitigen von Kampfmitteln unter Wasser ist derzeit
nicht in der Vorhabensabsicht C-IED abgebildet,
wurde jedoch als erforderliche Fähigkeit der Einsatzorganisation des Bundesheeres im fähigkeitsbasierten
Planungsprozess berücksichtigt und somit in die
Zuordnung aufgenommen.
Das Erreichen der Fähigkeit Einsatz von Kampfmittelspürhunden im
Rahmen von C-IED bedarf
zur Beurteilung der Ausbildungserfordernisse einer
gesonderten Bearbeitung.
Die ggf. ergänzende Ausbildung von Militärhunden
ist nicht Gegenstand dieser Durchführungsbestimmungen. Die Verfahren für
das Zusammenwirken von
Kampfmittelspürhunden
mit Spezialisten der Kampfmittelabwehr im Rahmen
von C-IED werden in Vorschriften festgelegt.
Die konkrete Durchführung der jeweiligen Ausbildung wird durch den jährlichen Ausbildungskalender
der Streitkräfte geregelt.
Ausbildung zur
Erreichung der
Fähigkeiten
Die Grundbefähigung
Kampfmittelabwehr er-
anwärtern durchgeführt.
Spezifischer Kader wird an
der Heerestruppenschule mittels des Lehrgangs
Kampfmittelgefahren Trainer (LG KMGfTrain) zur
Planung und Leitung der
Ausbildung Kampfmittelabwehr aller Truppen befähigt.
Berufsoffiziere und Berufsunteroffiziere werden
durch ergänzende Ausbildungsinhalte betreffend
der Führ ungsfähigkeit
Kampfmittelabwehr und
C-IED an der Heersunteroffiziersakademie, Theresianischen Militärakademie
und Landesverteidigungsakademie ebenenbezogen
ausgebildet. Zusätzlich
werden Spezialisten der
ABC-Abwehr an der ABCAbwehrschule zur CBRN
EOD-Beratung auf Stabsebene ausgebildet (LG CBRN
EOD-Berater Stb-Ebene).
Spezialisten der Kampfmittelabwehr werden an der
Heerestruppenschule zur
Führung und Mitarbeit in
einer KampfmittelabwehrLeitstelle (LG KMAbw Leitstelle) ausgebildet.
Die Fähigkeit Kampfmittelerkundung/-aufklärung erfordert die Ausbildung Kampf mittel aufklärung (LG KMAufkl) an
der Heerestruppenschule.
Die Durchführung dieser
Ausbildung ist noch zu entscheiden.
Die Ausbildung zur Erreichung der Fähigkeit
Schaffen von Gassen durch
KM-belastetes Gelände ist
bereits in der Kadergrundausbildung integriert und
erfolgt an der Heerestruppenschule.
Mittels der Ausbildungen
Suchen und Markieren von
Kampfmitteln (LG Suchen
Markieren KM), Behandlung und Räumung von
Kampfmitteln (LG Behandlung Räumen KM) sowie
Bergung aus kampfmittelbelasteten Geländeteilen
mit Luftfahrzeugen (LG
Bergen KMbelastGld),
jeweils an der Heerestruppenschule, wird die
Fähigkeit zur Kampfmittelräumung erreicht.
Das Erreichen der
Fähigkeit Militärische
Suche erfordert die Ausbildungen Basic Search
(diese wird integriert in
der Ausbildung Kampfmittelabwehr aller Truppen vermittelt), Intermediate Search (LG Intermediate Search) einschl.
CBRN Search (LG CBRN
Search) und Advanced
Search (LG Advanced
Search). Die Durchführung der Ausbildung Advanced Search ist noch
zu entscheiden. Die Ausbildungen Intermediate
Search und Advanced
Search sind der Heerestr uppenschule zugeordnet, die Ausbildung
CBRN Search der ABCAbwehrschule.
Die Fähigkeit Kampfmittelbeseitigung von
IED unter Sekundärbedrohung wird durch die
Ausbildung Kampfmittelbeseitigung High
Threat(LGIEDD/HT)ander
Heerestruppenschule erreicht. Das Erreichen der
Fähigkeit Kampfmittelbeseitigung von IED mit
CBRN Wirkladungen bedarf
für ABC-Abwehrspezialisten einer diesbezüglichen
Ausbildung (LG CBRN EODABCAbwSpez) an der ABCAbwehrschule.
Mittels der Ausbildung
Weapons Intelligence Team
(LG WIT) wird die Fähigkeit
Technische, forensische
Analyse und Auswertung erreicht. Diese Fähigkeit wird
derzeit durch die Teilnahme
an einem internationalen
Lehrgang sichergestellt.
Zur Erreichung der Fähigkeit Suchen und Beseitigen
von KM unter Wasser bedarf es der Ausbildung zum
Kampfmitteltaucher (LG
KMTa) an der Heerestruppenschule. Die Durchführung dieser Ausbildung ist
noch zu entscheiden.
Zum Zweck des Befugniserhaltes sind periodische Fortbildungsseminare durch Kampfmittelgefahren-Trainer (Sem
KMGfTrain), Minensucher
(Sem Minensucher) und
Kampfmittelräumer (Sem
KMRä) an der Heerestruppenschule zu absolvieren.
Die Durchführungsbestimmungen für die Kampfmittelabwehr & C-IEDAusbildung wurden mittels Verlautbarungsblatt I,
Nr. 34/2014 kundgemacht.
Mjr Walter Hofer, MBA, MSD
InstPi/HTS
10
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
AUSBILDUNG
LFX GRIFFIN STRIKE 2014
Die Live Fire Exercise (LFX)
GRIFFIN STRIKE ist ein Ausbildungsszenario auf Kompanieebene für multinationale
teilstreitkräfteübergreifende
Feuerunterstützung. Deutsche, belgische und niederländische Joint Fire Support
Teams (JFST) forderten Feuerunterstützung an, koordinierten den Ablauf und
lenkten das Feuer ins Ziel.
Dazu stand ihnen beinahe
die komplette Bandbreite an
JFS-Wirkungsmittel zur Verfügung: 155 mm Panzerhaubitzen (PzH 2000), 105 mm
l e i c h t e Fe l d h a u b i t z e n ,
120 mm und 81 mm Mörser
(Granatwerfer), deutsche Tornado, belgische F-16 Kampfflugzeuge und – erstmals im
scharfen Schuss – deutsche
Kampfhubschrauber Tiger.
Erstmals nahmen JFSExperten der Heerestruppenschule im Rahmen der
deutsch-österreichischen
Ausbildungskooperation als
Beobachter teil.
Konzept der Streitkräftegemeinsamen
Taktischen Feuerunterstützung (STF)
Bereits im September 2009
wurde durch den damaligen Inspekteur des deutschen Heeres, GenLt Budde,
befohlen, eine neue zentrale
Ausbildungseinrichtung für
die Koordinierungselemente der Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung (STF) einzurichten
(im ÖBH und international
als Joint Fire Support [JFS])
bezeichnet. Ziel war es, die
Inhalte der STF-Ausbildung
teilstreitkräfteübergreifend
und multinational, auch im
scharfen Schuss, durchzuführen.
Der Truppenübungsplatz
Baumholder eignet sich
Ausbildungskonzept für
GRIFFIN STRIKE 2014
nicht nur wegen dessen
Geländebedingungen und
dem darüber liegenden Luftsperrgebiet für diese Aufgabe, sondern auch die Nähe
zur Artillerieschule in IdarOberstein ist ein ausschlaggebendes Kriterium bei der
Wahl dieses Standorts. Die
Artillerieschule ist dem Ausbildungszentrum Munster
unterstellt, die Fähigkeit STF
jedoch am Standort IdarOberstein etabliert.
ferstellung durch die eigene Artillerie, simultanes
Zerschlagen des Hinterhalts
mittels CAS …
Die essenziellen Herausforderungen für die JFST lagen daher meist in der Koordination des gleichzeitigen
Einsatzes der Wirkungsmittel – ohne Gefährdung der
eigenen. Ungünstige Wettersituationen erschwerten
die Zielaufklärung und die
Zielzuweisung an die Piloten. Trotzdem konnten alle
Teams die gestellten Aufgaben äußerst professionell
bewältigen. Im Rahmen
des Stationsbetriebs wurden
für die CAS-Simulationen
auch private Learjets und
PC-9 angemietet.
Da der Learjet mit demselben Aufklärungs-Pod
(Recce Airborne Pod mit
Video-Downlink) wie der
deutsche Tornado ausgestattet ist, konnte auch das
Luftbild über den RoverBildschirm in Echtzeit an
das Luft/Boden-Team übertragen werden. Unmittelbar
nach jeder Gefechtsaufgabe
wurde durch den Stationskommandanten/Instruktor eine Nachbesprechung
(Hot-Wash-Up) durchgeführt.
zollten durch ihre Anwesenheit auf dem TÜPl Baumholder der Übung GRIFFIN
STRIKE ihren Respekt.
Einerseits wurden die JFSTeams im Zusammenwirken
untereinander geschult, andererseits die Koordination
mit der Kampftruppe geübt.
Der Anwendung der NATO
Standing Operating Pro-
Der taktische
Leitfaden
cedures (SOP) bei Feueranforderung und -leitung der
Boden- und Luftwirkungsmittel kam dabei besondere
Bedeutung zu. Die Arbeitssprache war selbstverständlich Englisch.
Die Ausbildungsziele
wurden in der ersten Ausbildungswoche im Rahmen eines Stationsbetriebs in IdarOberstein und Umgebung
vermittelt. In der zweiten
Ausbildungswoche wurde
das Erlernte im scharfen
Schuss am TÜPl Baumholder umgesetzt. Die Instruktoren der Gruppe STF der
deutschen Artillerieschule
sowie nationale Instruktoren leiteten die Ausbildung
und überwachten den Trainingserfolg.
Die Leitung der Übung
hatte der Kommandant
der Zentralen Ausbildungseinrichtung STF an der
deutschen Artillerieschule,
Obstlt Joachim Schwarz.
GenLt Bruno Kasdorf,
Inspekteur des deutschen
Heeres, und eine hochrangige Runde von niederländischen, belgischen und
norwegischen Generalen
gerichtet, die in den letzten
Jahren im Rahmen des ISAFEinsatzes zur Gefechtstechnik wurden. Dabei lag das
Hauptaugenmerk auf der
Force Protection für die
Kampftruppe und dem
Prozedere: „Beratung – Information – Koordination – Wirkung“. Klassische
TIC-Situationen (Troops in
Contact) lieferten die Beispiele. Hybride Gefechtssituationen stellten hohe
Anforderungen an die JFST.
Beispiel:
Die eigene kompaniestarke
Patrouille gerät in einen
Hinterhalt. Das Spitzenfahrzeug wird durch IED
angesprengt, der Gegner eröffnet das Feuer und bringt
RPG und Granatwerferfeuer
zum Einsatz.
E r wa r t et e s Ve rh a l t e n
durch das JFST:
Nach Lageinformation
und Anforderung zur Feuerunterstützung durch den
OSC (On-Scene Cdr, der
taktisch führende Kommandant vor Ort) schlägt
der Kdt des JFST seine Lösung vor: z.B. Bekämpfung
der feindlichen Grantwer-
Das Training war hauptsächlich auf Szenarien aus-
Bundeswehr
Multinationales Training von Joint Fire Support Teams (JFST) an der
deutschen Artillerieschule in Idar-Oberstein
und am Truppenübungsplatz Baumholder.
Die Koordinierungselemente für JFS
Für JFS gibt es drei wesentliche Koordinierungselemente auf taktischer Führungsebene: auf Einheitsebene
(Kompanie) – das Joint Fire
Support Team (JFST), auf
Verbandsebene (Bataillon) –
das Joint Fire Support Coordination Team (JFSCT) und
auf Großverbandsebene (ab
Brigade) – die Joint Fire Support Coordination Group
(JFSCG).
Das JFST führt die Zielaufklärung/Ortung durch, fordert die Feuerunterstützung
an, markiert die Ziele, lenkt
das Feuer und bewertet die
Wirkung im Ziel. Dabei ersetzen sie alle bisher bekannten Beobachtungstrupps
(z.B. Artillerie- und Granatwerferbeobachter, TACP/
FAC). Das Team besteht aus
zwei Beobachtungsfahrzeugen (Fennek), von denen
jeweils eines auf die Feuerunterstützung für indirektes
Feuer (Boden/Boden) und
das andere auf die Luftnahunterstützung (Close Air
Support – CAS, auch Luft/
Boden-Team genannt) spezialisiert ist. Das Luft/Boden-Team hat einen NATO
zertifizierten Forward Air
Controller (FAC) als „Qualified Controller“ integriert.
Die taktische Führung des
JFST wird durch das Boden/
Boden-Team übernommen.
Kommandant ist ein Offizier
(OF-2).
Bewertung durch
die österreichischen
Beobachter
Das Übungs- und Ausbildungskonzept GRIFFIN
STRIKE 2014 war sehr ambitioniert und stellte an alle
teilnehmenden JFST große
Ansprüche. Das Instruktorenteam überzeugte durch
höchste Lehrkompetenz,
gepaart mit Einsatzerfahrung – insbesondere bei
den FAC-Intruktoren – und
ausgezeichnetem Englisch.
Die angewandte Methodik
war überzeugend.
Die Vielfalt der eingesetzten Wirkungsmittel
und Effektoren im scharfen
Schuss beeindruckte alle
Teilnehmer und demonstrierte eindrucksvoll die
Prinzipien Jointness und
Combined.
Ableitungen für
Österreich
Bereits ausgebildete österreichische FAC sollten mit
qualifizierten Steilfeuerbeobachtern zu ersten „konzeptionellen“ JFST ausgebildet
werden. JFS-Experten des Instituts Artillerie der HTS und
der FlFlATS erarbeiten zurzeit
ein Trainingskonzept. Da das
ÖBH über das gleiche Simulationssystem (VBS-2) wie
die Bundeswehr verfügt und
mit der PC-7, der SAAB 105
und dem OH-58 auch die geeigneten fliegerischen Plattformen für CAS-Training
besitzt, könnte sich unsere
(nationale) Ausbildung weitgehend am Trainingsmodell
der Bw orientieren.
Sowohl für den abgesessenen als auch stationären
Einsatz eignen sich „handheld“ Laser-Entfernungsmesser (plus Stativ) mit integriertem Digital-Kompass.
Gepaart mit einem GPS-Receiver liefern diese Systeme
hochwertige Zielkoordinaten. Bei den deutschen
und niederländischen JFST
zählen sie ohnehin zur Standardausrüstung.
Bei Stückpreisen von ca.
20.000 € sollte deren Ankauf
selbst dem bescheidenen
österreichischen Wehretat
keinen Schaden zufügen.
Mit der Bereitstellung kompatibler Funkgeräte – insbesondere zur Zusammenarbeit mit Fliegern – wären
österreichische JFST adäquat
ausgerüstet.
Nutzen für Österreich
Die Teilnahme eines österreichischen JFST an der GRIFFIN STRIKE im Juni 2015 würde die Interoperabilität steigern, einen gemeinsamen
Nutzen für alle Beteiligten
erzielen und dem Pooling &
Sharing-Prinzip entsprechen.
Ein entsprechendes Angebot
der Bundeswehr liegt vor.
Obstlt Franz Unger, MSD
Mjr Gerald Moser
Vzlt Michael Wirth
StWm Georg Brzobohaty
HTS
Salzburger Kapellmeister bilden sich bei der Militärmusik fort
warten sie konzentriert
auf ihren Einsatz.
Am Dirigentenpult steht
nicht wie gewohnt Militärkapellmeister Obst Ernst
Herzog, sondern Florian
Ernst. Er ist einer der fünf
Teilnehmer der Kapellmeisterfortbildung des Salzburger Blasmusikverbands.
Und das Kursorchester ist
nicht irgendein Orchester – mit der Militärmusik
Salzburg steht den jungen
Kapellmeistern die Elite der
jungen Blasmusiker des Landes zur Seite. Florian Ernst
senkt den Dirigentenstab,
und mit einem mächtigen
Gongschlag setzt das gesamte Orchester ein.
VERBUND mit all seinen Tochtergesellschaften wünscht allen
Angehörigen des Bundesheers, insbesondere ihren langjährigen
Partnern, dem Militärkommando Niederösterreich, dem
Militärkommando Kärnten, der Pioniertruppenschule
Klosterneuburg und der LVAk, ein frohes Weihnachtsfest
und ein erfolgreiches Jahr 2015.
VB_Soldat_Weihnachtswünsche_2014_130x95.indd 1
20.11.14 10:31
Mit den Augen
dirigieren
„Es ist schon eine tolle Möglichkeit, mit der Salzburger
Militärmusik zu proben“,
erzählt Florian Ernst. Der
30-Jährige leitet zu Hause
die Trachtenmusik Ramingstein. Bei der Militärmusik Salzburg genießt er
ein wenig Heimvorteil, da
er hier 2003 seinen Grundwehrdienst geleistet hatte. Vortragender auf dem
Kapellmeisterkurs ist Toni
Scholl, Chefdirigent des
Polizeimusikkorps BadenWürttemberg in Deutschland. Der studierte Dirigent
und Orchestermusiker gilt
in Europa als hervorragender Gastdozent. Mit viel
Geschick und Wissen geht
er den jungen Kapellmeistern zur Hand und lehrt
sie, die Musiker zu führen.
Mit den Augen dirigieren,
Atemübungen, fast artistische Handbewegungen – die
Übungen wirken manchmal
lustig, doch sie schaffen es,
tiefe Emotion und große
Klangerlebnisse bei Dirigent
und Musikern hervorzulocken.
Von 17. bis 21. November
dauerte der Fortbildungskurs für die jungen Dirigenten. Am Vormittag stand das
Arbeiten mit der Militärmu-
sik auf dem Programm, am
Nachmittag dann Theorie.
Die Kapellmeister der zivilen Musikkapellen nahmen
sich für diesen Kurs Urlaub.
Militärmusik Salzburg
als ideales
Kursorchester
Verantwortlich für den Kurs
ist Landeskapellmeister
Christian Hörbiger. Für
ihn ist die Militärmusik das
Besetzung und die Möglichkeit, am Vormittag zu proben, machen die Militärmusik zum idealen Kursorchester. Für die Militärmusiker
ist ihre Mitwirkung auf dem
Kurs ein Gewinn. Sie bekommen kurz vor dem Abrüsten
nochmals eine Fortbildung
auf höchstem Niveau. Großes Lob kommt für Militärkapellmeister Obst Ernst
Herzog und seine Kadersoldaten, die jedes Jahr mit
Riedlsperger
Im Probesaal der Militärmusik Salzburg ist es so
leise, dass man eine
Stecknadel fallen hören
könnte. Und das obwohl fast 60 Musiker
im Raum sind. Mit den
Blasinstrumenten an den
gespitzten Lippen angesetzt und den Augen auf
den Dirigenten gerichtet
Toni Scholl verfeinert die Dirigiertechnik von Florian Ernst
ideale Kursorchester. „Die
Musiker sind kurz vor dem
Abrüsten und haben durch
ihr Jahr bei der Militärmusik
ein sehr hohes Können. Somit ist es möglich, sehr Anspruchsvolles zu proben“,
erklärt Hörbiger, der selber
seinen Grundwehrdienst bei
der Militärmusik abgeleistet
hat. Das Können, die große
den Grundwehrdienern
eine der besten Blasmusikkapellen des Landes bilden.
Viele der Militärmusiker
übernehmen in weiterer
Folge Leitungsfunktionen
in den zivilen Kapellen, die
ein wichtiger Kulturträger
Österreichs sind.
Mjr Mag. (FH) Gerald Gundl
MilKdoS
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
11
WEHRPOLITIK
Enquete 2014
Kirche und Religionsgemeinschaften im Ersten Weltkrieg
Im Gedenkjahr 100 Jahre
nach dem Ausbruch des
Ersten Weltkrieges stellte
die diesjährige Enquete
des Instituts für Religion
und Frieden die Frage
nach der Rolle der Katholischen Kirche sowie anderer Konfessionen und
Religionsgemeinschaften
im Ersten Weltkrieg.
eine sehr liberale und friedliche Botschaft.
Kriegsbegeisterte
Hirtenbriefe
Dr. Wilhelm Achleitner,
der Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg in
Wels, zeichnete ein düsteres
Bild der Kriegstheologie der
anfänglichen Begeisterung
vieler Soldaten beigetragen,
so Dr. Claudia Reichl-Ham
vom Heeresgeschichtlichen
Museum in Wien. Vereinzelt gab es auch kritische
Feldkapläne, die von der
vorgesetzten Behörde beobachtet und bei Bedarf ins
Hinterland versetzt wurden.
Da sich so viele Seelsorger –
geweigert hatten, Schweinefleisch zu essen. Während
des Krieges kam es dann
kaum mehr zu Konflikten.
Auf die Speisevorschriften
wurde Rücksicht genommen, auch Muslime durften
ihre Glaubensfeste feiern.
Aufgrund von Platz- oder
Zeitmangel, und weil die
katholischen Vorschriften
Erb
Auf Einladung von Militärbischof Mag. Christian
Werner und Institutsleiter
Bischofsvikar Dr. Werner
Freistetter nahmen Vertreter der Militärseelsorge aus
14 Ländern an der Veranstaltung teil, darunter Militärerzbischof Santo Marciano (Italien), Militärbischof
František Rábek (Slowakei)
und Weihbischof Frank Richard Spencer (USA).
Religionsgemeinschaften in
der Türkei sprach der türkische Schriftsteller und Journalist Mustafa Akyol. Als der
Krieg begann, war ein Drittel
der Bevölkerung nicht muslimisch (Griechen, Armenier, Juden …), heute sind es
1 %. Im Gefolge des Ersten
Weltkrieges, in dem Bürger
der unterschiedlichen Reli-
Wien war
wichtiges Zentrum
Vor 100 Jahren marschierten
die Europäer in einen Krieg,
der sich rasch von einem
lokalen zu einem globalen
Konflikt auswuchs und ideologisch und materiell totalisierend wirkte, erläuterte Dr.
Patrick Houlihan von der
Universität Chicago. Seine
Auswirkungen haben die
moderne Welt mitgestaltet.
Der Faktor Religion wird in
der Betrachtung dieses Krieges weitgehend ignoriert.
Erst neuere Studien weisen
auf den bestimmenden Einfluss des Krieges auch auf
die religiöse Geschichte der
modernen Welt hin. Wien
sei dafür ein wichtiger Erinnerungsort. Trotz der engen
Verbindung von Thron und
Altar (Katholische Kirche)
hatte Österreich-Ungarn
auch Protestanten, Juden,
Orthodoxe und Muslime als
offizielle Religionsgemeinschaften anerkannt. So stand
der Islam aus dem Osten –
viele Jahrhunderte der ideologische Erzfeind der Habsburgermonarchie – am Ende
auf ihrer Seite, kämpften bosnische Muslime in der k.u.k.
Armee. Die Vielfalt religiöser Erfahrung während und
nach dem Krieg lasse sich,
so Houlihan, nicht einfach
anhand des Schemas Glaubensverlust und Niedergang
der religiösen Institutionen
begreifen. Nach dem Krieg
behielten viele Christen ihren Glauben. Im Deutschen
Reich gab es etwa 1923 trotz
der Gebietsverluste 18 %
mehr katholische Priester als
1914. Eine wichtige Rolle als
Autoritätsfiguren zwischen
Heimat und Front, Kirche
und Staat, Kombattanten
und Nichtkombattanten
kam Militärseelsorgern zu.
Sie standen im Dienst der
jeweiligen Staaten, die von
ihnen erwarteten, im staatlichen Interesse den Kampfwillen der Soldaten zu stärken und keinen Spielraum
für Verweigerung aus Gewissensgründen zuließen. In
der Öffentlichkeit wurden
jedenfalls viele liturgischen
Handlungen als Waffensegnungen und Sanktionierung
der militärischen Gewalt
wahrgenommen. Manche
Seelsorger waren aber auch
wichtige historische Zeugen,
manche dokumentierten
und reflektierten schonungslos die Schrecken moderner
Kriege.
Nationalistischer
Wahn in der Türkei
Über die Auswirkungen des
Ersten Weltkrieges auf die
Seelsorger aus 14 Ländern setzten sich mit dem Verhalten von Kirche und Religionsgemeinschaften im Ersten Weltkrieg auseinander
gionen und Nationalitäten
auf osmanischer Seite noch
gemeinsam kämpften, kam
es im Zuge einer Politik nationaler Vereinheitlichung
zur Entchristianisierung der
Türkei. Für alles Nichttürkische gab es keinen Platz
mehr. Minderheiten wurden vertrieben oder im Zuge
eines Bevölkerungstauschs
zwischen Griechenland und
der Türkei umgesiedelt. Viele Armenier wurden schon
während des Krieges im
osmanischen Reich unter
jungtürkischer Führung gewaltsam vertrieben bzw. ermordet. Die Kurden wurden
zu Türken erklärt (Bergtürken), ihre Sprache verboten.
Ein nationalistischer Wahnsinn hatte die Türkei erfasst,
ganz ähnlich wie auch viele
andere Länder. In den 600
Jahren osmanischer Herrschaft hatte es zwar gewisse
Einschränkungen für nicht
muslimische Minderheiten
gegeben, aber keine vergleichbaren Vertreibungen
oder Repressionen. Das Ende des Osmanischen Reichs
bedeutete auch das Ende des
Kalifats, das trotz fortschreitenden Bedeutungsverlusts
der islamischen Welt doch
noch eine gewisse Struktur gegeben hatte. Ihr Verschwinden ermöglichte erst
das Auftauchen fanatischer
Gruppen, die z.T. offen das
Kalifat für sich reklamierten.
Sie entstanden vielfach in
Situationen der Bedrohung
oder Erniedrigung: in den
von den Folgen des Kolonialismus geprägten und teils
künstlich geschaffenen arabischen Staaten nach dem
Scheitern marxistischer
bzw. arabisch-nationalistischer Projekte. Besonders
Palästina wurde zu einem
Brennpunkt dieser Entwicklungen. In einer sehr schönen Stelle des Korans heißt
es, dass Gott zwar eigentlich
eine einzige Gemeinschaft
wollte. Um die Menschen zu
testen, habe er aber verschiedene Religionen zugelassen,
die einander im Tun des Guten Konkurrenz machen
sollten. Das ist eigentlich
österreichischen Bischöfe
im Ersten Weltkrieg. Ohne
Zögern übernahmen sie die
Kriegsideologie von Kaiser,
Politik und Generalität. Sie
bezeichneten den Krieg,
den Österreich-Ungarn zu
führen „genötigt“ wurde,
als gerechten Krieg. Gott
stehe deshalb auf seiner
Seite und werde ihm zum
Sieg verhelfen. Alle religiösen Subjekte, Symbole und
Handlungen (Gott, Trinität,
Herz-Jesu-Verehrung, Maria,
hl. Josef, Gebete, Andachten, Rosenkranz, Kirchenglocken, Kommunion etc.)
wurden zugunsten der k.u.k.
Monarchie mobilisiert. Der
Krieg sei zudem Strafgericht
Gottes über die Sünden der
Einzelnen und der Völker,
aber auch Tugendschule für
die Guten. Eine Analyse der
politischen Kriegsursachen
unternahmen die Bischöfe
kaum. Wenn, dann galten
v.a. die Freimaurer als Kriegstreiber. Jesus Christus, der
zentrale Inhalt des christlichen Glaubens, kommt in
den Texten nur am Rande
vor, und wenn, dann geht
es angesichts der Schrecken
des Krieges v.a. um das Vorbild Christi beim Erdulden
von Leid und Schmerzen.
Interessanterweise führte
auch die Kriegsniederlage
nicht zur Aufgabe oder Veränderung der Positionen der
österreichischen Bischöfe.
Bis heute hat sich niemand
für die kriegsbegeisterten
Hirtenbriefe entschuldigt.
Keiner der Texte hat im Übrigen die kritische Position
Papst Benedikts XV. aufgegriffen. Benedikt XV. hatte den Krieg als sinnloses
Schlachten bezeichnet und
eine der wenigen ernstzunehmenden Friedensinitiativen unternommen.
aller Konfessionen – als Militärseelsorger bewarben,
musste das k.k. Kriegsministerium schon am 26. August einen Aufnahmestopp
verhängen(!). Dennoch gab
es anfangs große Schwierigkeiten bei der pastoralen
Betreuung, v.a. aufseiten
der Evangelischen Kirche,
von der erst effiziente Strukturen aufgebaut werden
mussten und deren Gläubige weit zerstreut waren.
Neben katholischen und
evangelischen wurden auch
griechisch-katholische, jüdische und muslimische
Seelsorger einberufen. Die
muslimischen Soldaten waren hauptsächlich in den
4 (später 8) bosnisch-herzegowinischen Regimentern
konzentriert, in denen auch
eine geregelte muslimische
Seelsorge eingerichtet wurde. 1918 gab es einen Militärmufti, zwei Militärimame,
fünf Militärimame der Reserve und 92 Militärimame
der Reserve auf Kriegsdauer.
Vor Kriegsbeginn hatte es
Probleme mit muslimischen
Soldaten gegeben, etwa weil
sie sich (begreiflicherweise)
interkonfessionelle Kirchen
nicht zuließen, war es vielerorts nicht möglich, für
jede Religionsgemeinschaft
ein Gebetshaus zu errichten.
Also verordnete man 1916,
dass „dem Ernste der gottesdienstlichen Handlung
würdige Räume“ bereitzustellen seien. Gottesdienste
im Freien sollten eigentlich
die Ausnahme sein, waren
oft aber die einzige Möglichkeit. Die Militärseelsorger
hatten vielfältige Aufgaben:
Sie sollten Moral und Sitte
der Soldaten aufrechterhalten und sie auf den Tod im
Kampf vorbereiten. Sie feierten Gottesdienste an der
Front und im Hinterland,
besuchten die Soldaten täglich in den Schützengräben,
erteilten die Generalabsolution vor einer Schlacht. Sie
betreuten die Kranken und
Verwundeten in den Lazaretten, tauften, trauten und
feierten Begräbnisse, begingen die Schlachtfelder auf
der Suche nach Toten, führten die Matrikel und waren
auch für die Betreuung der
Kriegsgefangenen- und
Heimkehrerlager zuständig.
„Verwaltung“ von
2,3 Mio. Soldaten
Über die Seelsorge unter den
Kriegsgefangenen Österreich-Ungarns im Ersten
Weltkrieg berichtete Dr. Julia
Walleczek-Fritz vom Forum
Österreich-Ungarn im Ersten
Weltkrieg. Zwischen 8 und
9 Mio. Soldaten gerieten im
Ersten Weltkrieg insgesamt
in Kriegsgefangenschaft.
Öster reich-Ungarn hatte
bis zu 2,3 Mio. Soldaten zu
„verwalten“. Im Hinterland
entstanden 50 große Lager,
die für mindestens 10.000
Gefangene konzipiert waren, zu Spitzenzeiten aber
ein Vielfaches beherbergten.
Ab der zweiten Hälfte 1915
begannen sich diese Lager
zu leeren, weil die Kriegsgefangenen (mit Ausnahme
der Offiziere) zur Zwangsarbeit herangezogen wurden.
Das Recht auf freie Religionsausübung in der Kriegsgefangenschaft wurde auf
völkerrechtlicher Ebene in
der Haager Landkriegsordnung von 1899 bzw. 1907
festgeschrieben (Art. 18).
In Österreich-Ungarn war
die religiöse Betreuung der
Kriegsgefangenen Aufgabe
der Militärseelsorge. Anforderungen an die Seelsorger
waren physische Eignung,
patriotisch dynastische
Gesinnung sowie Sprachkenntnisse, weil sie oft auch
dolmetschen mussten. Theoretisch gab es zwar genug
Geistliche, in der Praxis kam
es aber bald zu Engpässen,
als die Zahl der Kriegsgefangenen anstieg, und die Betreuung der Gefangenen in
den verstreuten Arbeitspartien immer schwieriger
wurde und immer mehr
Personal erforderte. Notfalls
wurden zivile Priester aus
der Umgebung herangezogen. Nach dem Kriegseintritt Italiens konnte auch
der steigende Bedarf an italienischsprachigen Seelsorgern nicht mehr abgedeckt
werden. Gefangenen italienischen Priestern wurde
vom Heereskörper erst nach
langem Zögern erlaubt, die
Messe für Ihre Mitgefangenen zu lesen.
Die Enquete 2014 war
auch Teil der Reihe 1914-Frieden-2014, die das Institut
für Religion und Frieden
gemeinsam mit dem Friede
Institut für Dialog, dem Forum für Weltreligionen und
der Journalists and Writers
Foundation veranstaltet.
Dr. Christian Wagnsonner
IRF
Für ein modernes Bundesheer,
das auch 2015 alle Aufgaben erfüllen kann!
Der ÖVP-Parlamentsklub wünscht allen Angehörigen des
Österreichischen Bundesheeres und deren Familien
ein gesegnetes Weihnachtsfest
und ein erfolgreiches Jahr 2015!
Rücksichtnahme auf
Speisevorschriften
Die starke Kriegsbegeisterung auf kirchlicher Seite
ist auch in die Predigten
und Kriegsandachten der
Militärseelsorger eingegangen und hat ihren Teil zur
Dr. Reinhold Lopatka
ÖVP-Klubobmann
Mag. Bernd Schönegger
ÖVP-Wehrsprecher
12
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
WEHRTECHNIK
Feuerleitgeräte – Entwicklung und Geschichte
Superfledermaus
FLGer 65
Das Österreichische Bundesheer beschaffte 1965 18
Feuereinheiten Oerlikon
35 mm-Zwillingsfliegerabwehrkanonen (ZFlAK 65)
mit den dazugehörenden
Feuerleitgeräten Superfledermaus (FLGer 65). Mit diesen Feuereinheiten wurden
die FlAA 1 bis 3 noch 1965
ausgestattet.
Im Rahmen der Fliegerdivision wurden LuAB 1 bis 3
(ab Oktober 1980 FlAB 11 bis
13) neu organisiert und mit
gebrauchten ZFlAK 65 sowie
FLGer 65 ausgerüstet. Die
4. LuAB 3 erhielt 1977 von
der FlAA 3 (Salzburg/Siezenheim) zwölf ZFlAK 65 sowie
fünf Feuerleitgeräte Superfledermaus FLGer 65. U.a.
waren dabei, das Hundertprozent-Feuerleitgerät Nr.
110 und das Problem-Feuerleitgerät Nr. 113. Das eine
Gerät hatte bei einem Luftzielschießen am Schießplatz
Oggau die Geschütze zu fast
100 % Treffer gesteuert, und
das andere Gerät wurde zur
Ausbildung der Radarmechaniker verwendet und war
mit Tücken behaftet. Leider
wurde das FLGer Nr. 110
schon in der 2. FlAA 3 häufig beim Luftzielschießen
verwendet, sodass einige
mechanischen Teile etwas
abgenützt waren. Trotzdem
konnte die 4. LuAB 3 (später
2. FlAB13) mit diesem Gerät
noch hervorragende Schießergebnisse erzielen. Die
FLGer 65 wurden 1982 an
die Fa. Contraves zurückgegeben, lediglich die FlAWTS
behielt noch die alten Feuerleitgeräte.
Das FLGer 65 Superfledermaus ist ein Pulsradar
mit der Möglichkeit zum
Rund- oder Sektorsuchen
und zur automatischen Conical Scan-Zielverfolgung.
Die Reichweite beträgt
40 km bei einer Sendeleistung von 150 kW. Das Radar
arbeitet mit einem Magnetronsender im X-Band (8,6 9,6 GHz). Die Stromversorgung erfolgt mit einem
Feldkraftwerk (FKW), und
ein Analogrechner dient zur
Vorhalterechnung für zwei
Geschütze. Das Luftlagebild
wird auf einem PPI (Plan-Position-Indikator) und RH/AMonitor (Entfernung und
Höhe) dargestellt. Das Feuerleitradar wiegt 5.400 kg
und der zweiachsige Container-Anhänger wird von
einem geländegängigen Lkw
gezogen.
Die Bedienung des FLGer
65 im Österreichischen Bundesheer bestand aus dem
Radarbeobachter-UO, dem
Rechner-UO und dem optischen Richter am Turm des
Geräts. Zusätzlich gab es den
FKW-Wart und einen optischen Zielzuweiser. Kommandant der Radar- und
Vermessungsgruppe war
der Geräte-UO. Der Zugskommandant versah abgesetzt vom FLGer 65 seinen
Dienst und hatte zum Führen des Feuerkampfes einen
tragbaren Signalkasten. Um
die Trefferlage zu verbessern, gab es zusätzlich einen
Handkorrekturapparat, den
aber nur einige Offiziere beherrschten.
Mit dem FLGer 65 konnten Festzeichen und bewegte Ziele nur schwer unterschieden werden. Nur wenige Radarbeobachter des
FLGer 65 hatten die Fähigkeit, tieffliegende Jagdbomber und Hubschrauber aufzufassen, um anschließend
mit Augen, Händen und
Füßen die automatische
Zielverfolgung einzuleiten.
Einer davon war der Gefreite Kliment der 4. LuAB 3,
der später die Berufsoffizierslaufbahn einschlug.
Um bewegte Ziele von Festzeichen besser unterscheiden zu können, wurde das
Puls-Doppler-Verfahren
entwickelt.
Feuerleitgerät
FLGer 75/79
integrierten Teilsystemen
zum Suchen und Folgen
von Luftzielen sowie zum
Steuern von zwei 35 mmZFlAK 85. Luftziele werden
mit dem Suchradar entdeckt
und mit dem Zielradar oder
elektrooptischen System
Die Beschaffung von weiteren 18 ZFlAK 65 Feuereinheiten mit Festzeichenunterdrückung ausgestatteten FLGer
69, war für 1973 geplant. Die
Fotos: Gärtner
Das Jahr 1960 führte die
Fliegerabwehrtruppe in
das Radarzeitalter.
Sie erhielt das Feuerleitgerät 60 „Fledermaus“
der Fa. Contraves für die
Fernsteuerung der Bofors
40 mm-FlAMK 55/57. Die
damalige Fliegerabwehrschulbatterie 1 und die
Fliegerabwehrabteilung 1
(FlAA 1) in Langenlebarn
wurden mit dem FLGer 60
ausgestattet, wobei
ein Feuerleitgerät zwei
40 mm-FlAMK steuerte.
FlAZg Kdt 2. FlAA 3 mit Signalkasten für den Feuerkampf,
abgesetzt von der Superfledermaus
Getarntes FLGer 79 Skyguard der 2. FlAB 13 bei einer Übung
bereits gelieferten aber noch
nicht an die Truppe ausgelieferten FLGer 69 Superfledermaus gingen an die Fa.
Contraves zurück, dafür erhielten 1976 die FlAA 1 bis 3
(später FlAB 1 bis 3) 18 neue
Skyguard FLGer 75. Ab 1982
ersetzte man die FLGer 65
durch fabrikneue FLGer 79 in
den FlAB 11 bis 13. FLGer 79
sind modifizierte FLGer 75
mit neuer Antenne (cosec²
statt cheese) und leistungsfähigerem Computer.
Das im X-Band (8 bis 10
GHz) arbeitende FLGer 79
ist ein Allwettersystem mit
verfolgt. Die Reichweite beträgt 15 km bei einer Sendeleistung von 25 KW. Das
Pulsdoppler Suchradar hat
eine große Entdeckungswahrscheinlichkeit mit
großer Informationsdichte
und guter Festzeichenunterdrückung. Das Pulsdoppler
Zielfolgeradar mit Monopulsauswertung und hoher
Störfestigkeit besitzt eine
Raketen-Entdeckung und
Alarmauslösung. Präzise automatische TV-Zielverfolgung sowie Zielverfolgung
mit Steuerknüppel und TVKamera ist eine mögliche
passive Variante. Das Richtgerät trägt die Antenne des
Zielfolgeradars, die Kamera
der TV-Anlage und die unabhängig rotierende Antenne des Suchradars. Eine
Echtzeit Datenverarbeitung
mit Computer CORA II MB
berechnet die Vorhaltewerte, die digital an die 35 mmZFlAK 85 weitergeleitet werden. Am Bedienungspult
befinden sich ein PPI-Bildschirm zur Luftlagedarstellung und ein Monitor des
TV-Verfolgungssystems mit
eingeblendeter R-Spur (Entfernung) und Zieldaten für
die elektrooptische Zielverfolgung. Ein vollklimatisierter Bedienungsraum sorgt
für eine möglichst ermüdungsfreie Umgebung. Die
Energieversorgungsanlage
kann eingebaut oder abgesetzt verwendet werden. Für
überraschend auftauchende
Luftfahrzeuge steht ein optisches Zielzuweisungsgerät
zur Verfügung. Das Bedienungspersonal besteht aus:
Feuerleitoffizier, TV-Beobachter, optischem Zielzuweiser und FKW-Wart.
Die Gerätebedienungen
der 2. FlAB 13 in Hörsching
konnten häufig mit Jet-Piloten des JaBoGeschw auf
Gegenseitigkeit üben. Dabei wurden auch Angriffsverfahren der Saab 105 und
Abwehrmaßnahmen der
Fliegerabwehr erprobt. 1986
wurde ein Radarsimulator
der Fa. Oerlikon-Contraves
für die Fliegerabwehrschule
beschafft. Der hohe Bedarf
an Ausbildungsplätzen erforderte allerdings bald einen zweiten Simulator.
Skyguard FLGer 98
In den späten 90er Jahren
modernisierte man die
FLGer 75/79 Skyguard, die
dann als FLGer 98 bezeichnet wurden. Aufgrund der
Erfahrungen sah das Kampfwertsteigerungskonzept folgende Schwerpunkte vor:
Höherer Automatisierungsgrad, bessere Zielverfolgung
und zuverlässige Luftzielbekämpfung auch unter
elektronischen Störmaßnahmen und Erhöhung der
Abschussleistung bei Mehrfachzielen.
Die vom Suchradar-Datenextraktor (SRDE) erzeugten digitalen Suchradardaten werden im sogenannten
Track-While-Scan (TWS) zu
Flugspuren aufbereitet. Die
mit dem SRDE neu realisierbaren Systemfunktionen
sind:
• Erstzielalarm,
• automatische Erstzielerfassung und -aufschaltung,
• automatische Bedrohungsbewertung,
• Aufschalten auf ein Ziel
mit Tastendruck ohne Gebrauch der Rollkugel,
• schnellerZielwechselauf
Tastendruck.
Wenn ein im Suchkanal
empfangener Rauschstörer den internen Pegel um
einen bestimmten Betrag
überschreitet, erzeugt das
Radar sofort eine Störanzeige und es werden automatisch Gegenmaßnahmen
eingeleitet. Die Integration
des Laser-Entfernungsmessers macht die TV-Zielverfolgung unabhängig von
der Entfernungsmessung
mittels Radar und verhindert die Bekämpfung mit
Antiradarraketen.
Das FLGer 98 bildet zusammen mit zwei 35 mmZFlAK 85 ein mobiles Allwetter-Feuerleitsystem für
die Tiefflieger- und Flugkörperabwehr.
Das FLGer 98 löst dabei
folgende Aufgaben:
• ZielerkennungundZielerfassung mit Radar bis zu
einer Entfernung von ca.
15 km.
• Bedrohungsbewer tung
durch eingebauten SRDE.
• Zielerkennung und Ziel­
erfassung mithilfe eines
Optischen Zielzuweisers
(OZ) für überraschend
auftauchende Ziele.
• Automatische Zielverfolgung in zwei Koordinaten
(Seiten-, Höhenwinkel)
mittels TV und Entfernung mit Radar oder Laser.
• Manuelle Zielverfolgung
mit zwei Koordinaten
(Seiten-, Höhenwinkel)
mittels Steuerknüppel
und TV sowie Entfernung
mit Radar oder Laser.
Obst iR Kurt Gärtner
KdoEU übernimmt OSN 9S18-Materialerhaltung
Insourcing von Firmenleistungen zur Budgetentlastung
Somit konnten zwei Wochen
später durch das Kommando Einsatzunterstützung
(KdoEU) bereits die ersten
dieser leichten Lastkraftwagen in den Werkstätten der
Heereslogistikzentren Klagenfurt, Salzburg und Wels
(in Folge auch Wien sowie
beim Versorgungsregiment 1
in Gratkorn) zum Service
bzw. zur Instandsetzung
übernommen werden.
Realisierung von
Einsparungspotenzial
Die Mobilitätskrise und die
daraus resultierende Reduzierung bei den altbewährten Geländefahrzeugen
sowie die sehr begrenzten
Budgetmittel machten es
erforderlich, die Durchführung der Materialerhaltung
und ihre Abläufe tabulos
nach Einsparungspotenzialen zu durchleuchten.
Der Anfang Juni unter
Einbindung der Logistikzentren durchgeführ te
interne Workshop ergab
folgende Erkenntnisse: Das
„Insourcen von (teuren) Firmenleistungen“ ist nach der
im Frühjahr erfolgten Reduzierung der Pinzgauerflotte
möglich und stellt erhebliches Sparpotenzial dar. Weiteres Potenzial liegt noch
in/bei der Verbesserung
der Benützermaterialerhaltung, der Optimierung von
Services, Reparaturen, der
Ersatzteilkosten und der Instandsetzungstiefe.
Anfang Juli wurde unter
Einbindung der Streitkräfte,
der Akademien und Schulen, des Heerespersonalamts
und der diversen ministeriellen Fachabteilungen in
einem „MatE-Gipfel“ das
Gesamtpaket geschnürt und
die weitere Vorgangsweise
festgelegt.
Begleitmaßnahmen
und Ersatzteilbudget
erforderlich
Für die nach wie vor im
Bestand befindliche RäderFlotte der Pinzgauer, Puch G,
sLkw und Steyr Diesel 12M18
bedeutet das, dass Regelungen und Maßnahmen z.B.
zur Ersatzteilgewinnung/
-entnahme für die TMatE, für die Erstreckung von
Serviceintervallen, die Instandsetzung von Eigenunfallschäden (Ausdrücken
von Dellen und Ausbesserung von Lackschäden vs.
z.B. Kotflügeltausch), die
Unfallbearbeitung, die Verwendung von Nachbau- und
Gleichteilen etc. erlassen
werden müssen.
Das Leistungsinsourcing
für Service und Materialerhaltung bedingt u.a. im
Gegenzug jedoch auch die
Ausstattung der Werkstätten mit den dafür erforderlichen Diagnosegeräten
bzw. notwendigen Werkzeugsätzen und einigen
Spezialgeräten. Erforderlich
ist auch die Einpflege der
Ersatzteildaten der Firmen
in das LOGIS-MatE sowie
die Erlassung der verschiedenen Dokumentationen
des Lkw MAN in die Werkstätten sollte mit März 2015
möglich sein, für das kom-
Hadler
Als Ergebnis der intensiven Beurteilungs- und
Entscheidungsfindungsprozesse zur Budgeteinsparung bei der „Materialerhaltung von Räderfahrzeugen“ erfolgte nun mit
der 43. KW die Freigabe
der Truppenmaterialerhaltung (TMatE) des Systems OSN 9S18 seitens der
zuständigen Fachabteilung im BMLVS (FGP).
Anfang November wurde der erste Klein-Lkw im HLogZ Wels einem
Jahresservice unterzogen
(TDVBH) zur Herstellung
der Versorgungsreife.
Darüber hinaus bedarf es
der Ausbildung und Schulung des Mechanikerfachpersonals auf die neuen
Fahrzeugtypen und die
durchzuführenden Tätigkeiten. Die Hereinnahme
der Hakenladesysteme und
plexere System des Unimog
wird die zweite Jahreshälfte
2015 angepeilt.
Sicherheit steht an
oberster Stelle
Einsparungspotenziale lassen sich nur durch eine
wirtschaftlich-rationale In-
standsetzung erzielen, die in
Abwägung der anstehenden
Nutzungsdauer und dem
Aufgaben- und Einsatzspektrum des Kraftfahrzeugs zu
erfolgen hat. Bei Sicherheitsaspekten wird nie gespart werden.
Sehr wohl werden jedoch
bei anstehenden Instandsetzungsmaßnahmen, z.B. ein
Ausdrücken einer Kotflügeldelle vs. Kotflügeltausch, der
Einbau von Nachbauteilen
bzw. von Umlaufteilen oder
auch ausgeschlachteten Ersatzeilen vs. Originalteilen,
ins Kalkül zu ziehen sein.
Die interne Servicierung
bzw. Mater ialerhaltung
der OSN 9S18 ist der erste
wichtige Schritt, um mit
den dadurch eingesparten
Geldmitteln den (internen)
Output für andere einsatzrelvante Lkw und Räderfahrzeuge, und somit die Mobilität im Bundesheer, erhöhen
zu können. Die dadurch
wegfallenden externen Arbeitszeitkosten können 1:1
in die Instandsetzung investiert werden.
Obstlt Dieter Grassl
KdoEU
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
13
SICHERHEITSPOLITIK/WEHRPOLITIK
Schutz Kritischer Infrastrukturen
LVAk-BOKU-Tagung 2014
Die Österreichische Sicherheitsstrategie definier t
demzufolge den Schutz Kritischer Infrastrukturen als
eine der zentralen gesamtstaatlichen Herausforderungen. Das „Austrian Program
for Critical Infrastructure
Protection (ACIP)“ hat darin
deutliche Priorität. Die Landesverteidigungsakademie
(LVAk) und die Universität
für Bodenkultur (BOKU),
die auf der Basis eines Kooperationsvertrags langjährig zusammenarbeiten,
leisten wissenschaftliche
Grundlagenarbeit in diesem Bereich. Gerade beim
Thema des Schutzes Kritischer Infrastrukturen ergibt
sich eine hohe Überschneidungsmenge gemeinsamer
Interessen in Forschung und
Lehre. So veranstalteten die
LVAk und BOKU im Sommersemester ein gemeinsames Seminar zu „Resilienz“
sowie am 18. November eine
Tagung zum Thema „Schutz
Kritischer Infrastrukturen“
an der LVAk.
Vielfältige Gründe für
Ausfälle
GenLt Erich Csitkovits, der
Kommandant der LVAk,
und Univ.-Prof. DDr. Martin
Gerzabeck, der Rektor der
Universität für Bodenkultur,
begrüßten gemeinsam die
Teilnehmer an der Tagung.
Als Podiumsdiskutanten
fungierten Wissenschaftler
und Sicherheitsexperten, im
Auditorium versammelten
sich mehr als hundert Vertreter der Professorenschaft
che Plattform mit der Technischen Universität Wien
im Entstehen. Dies werde
folglich auch zu einer neu-
immer schneller werdenden
Abläufen gekennzeichnet
und wird dadurch für CyberAngriffe ein interessantes
Erb
Komplexe Gesellschaften
sind vielfach verwundbar.
Funktionierende Infrastrukturen sind für sie
lebensnotwendig. Allein
der Ausfall von Energienetzen hätte massive
Auswirkungen auf die
Wasser- oder Lebensmittelversorgung. Auch der
Betrieb medizinischer
Einrichtungen könnte
nur mehr rudimentär
aufrechterhalten werden.
Selbst der soziale Frieden
käme über kurz oder lang
unter Druck. Eine Gegensteuerung wird dadurch
schwieriger, als die
Infrastruktur zunehmend
nicht mehr in öffentlicher
Hand ist.
Wissenschaftler und Militärs diskutierten verschiedene Bedrohungsszenarien für Einrichtungen der
Kritischen Infrastruktur
und Studenten der BOKU,
fachlich befasste Angehörige von Bundesheer und
Exekutive sowie vom staatlichen und nicht staatlichen
Krisenmanagement. GenLt
Csitkovits verwies auf Naturkatastrophen, technische
Unfälle, menschliches Versagen, Gefahren im CyberRaum, Kriminalität oder Terrorismus als mögliche Ursachen für einen teilweisen
oder kompletten Ausfall von
Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen. Eine
Verringerung von deren Verletzlichkeit sei, so Csitkovits,
eine hochkomplexe Herausforderung. Um Optionen zu
entwickeln, sei ein systematisches, methodisches, und
wissenschaftliches Vorgehen notwendig. Rektor DDr.
Gerzabeck betonte, dass die
Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse und die
Anforderungen an staatliche Resilienz rasant zunehmen. In der Aufarbeitung
kritischer Schwachpunkte
sei, so der Rektor der Universität für Bodenkultur, eine
gemeinsame wissenschaftli-
en Ebene in der Forschungskooperation von BOKU und
LVAk führen.
Herausforderung
Stromversorgung
Als erstes Thema der Podiumsdiskussion wurde Energie mit besonderer Berücksichtigung von elektrischem
Strom behandelt. Hier stellt
die Länge der Netze in einem europäischen Leitungsverbund, der von Dänemark
bis Süditalien und von Portugal bis in die Türkei reicht,
eine besondere Problematik
dar. Regionale Netze erfordern die Vorhaltung von zusätzlicher Infrastruktur und
verursachen vergleichsweise
hohe Kosten. Die Mitversorgung durch Nachbarn setzt
wiederum überregionale
Leitungen voraus. Das sichere Auffangen von Stromausfällen mittels Reserven
braucht beide Netzarten. Zu
einem Problembereich kann
die Einspeisung von Energie
aus neuen Gewinnungsformen werden. Der Energiehandel wiederum ist von
Ziel sein. In Fällen einer allgemeinen Energieknappheit
wäre als Vorsorgemaßnahme eine rechtzeitige Einleitung einer Energielenkung
ein probates Mittel.
400 Ziele in
Österreich
Der zweite Themenkomplex
beschäftigte sich mit dem sicherheitspolizeilichen Kontext für Kritische Infrastrukturen. Die Erfahrungen der
vergangenen Jahre aus verschiedenen Ländern zeige,
dass man nicht mehr nur
an den Schutz von isolierten Objekten denken dürfe. Gefährdet sei vielmehr
die gesamte Schlüsselinfrastruktur einer Region oder
eines Staates, die sowohl in
öffentlicher, aber auch privater Nutzung stehen kann. In
Österreich zählen dazu etwa
400 mögliche Ziele. Das Risikomanagement bzw. die
Verringerung der Verletzbarkeit muss jedenfalls lange vor der Realisierung einer
konkreten Gefahr ansetzen.
Erforderlich ist ein gesamtstaatlicher Ansatz, der neben den öffentlichen Stellen
auch private Betriebsvorsorgen umfassen muss. Klarheit
herrscht jedenfalls darüber,
dass absoluter Schutz nicht
möglich ist. Resilienz, also
idealerweise die Fähigkeit,
Störungen so gut zu verkraften, dass die ursprünglichen
Funktionen weitgehend
wieder aufgenommen werden können, müsse ein erreichbares strategisches Ziel
sein.
Ausbildung im
Objektschutz
Seitens des Bundesheeres,
das im dritten Themenkomplex behandelt worden ist,
bestehen erprobte Verfahren für Schutzoperationen.
Objektschutz ist im Ausbildungskatalog vorgesehen,
und auch eine Anhebung
der Zahl von rasch mobilisierbaren Milizeinheiten
ist im Gange. Darüber hin-
Die LVAk-BOKU-Tagung 2014 war ein Element einer seit
2010 bestehenden intensiven wissenschaftlichen Kooperation. In einer gemeinsamen Seminarreihe mit über
30 Studierenden werden seit Jahren jeweils im Sommersemester Schwerpunktthemen zu sicherheitspolitischen und
naturwissenschaftlichen Fragestellungen behandelt. 2014
standen verschiedene Aspekte von Resilienz als gesamtstaatliche Aufgabe im Zentrum. Technisch wird darunter
die Widerstandsfähigkeit eines komplexen Systems verstanden. Ein überlebensfähiges System – biologisch, technisch oder auch gesellschaftlich – soll in der Lage sein, mit
Veränderungen wie ein Stehaufmännchen umzugehen, das
sich aus jeder beliebigen Lage wieder aufrichten kann.
aus verfügt das Bundesheer
über Kapazitäten in der Luftraumüberwachung, mit denen bei Bedarf zum Schutz
von Großveranstaltungen,
aber auch Infrastruktur jederzeit Flugverbotszonen
mit zeitlicher Beschränkung
oder auf Dauer durchgesetzt
werden können. Rechtliche
Rahmenbedingungen für
diese Aufgaben sind gesetzlich festgeschrieben. Allein
im Jahr 2014 konnten etwa
in Wien bei den zwei Übungen SCHUTZ 2014 sowie im
November bei der „Netzwerk 2014“ im Zusammenwirken mit der Sicherheitsexekutive und zivilen Organisationen wertvolle Erfahrungen gesammelt werden.
Eine wesentliche Erkenntnis
war dabei, dass ein Objekt
nur gemeinsam mit dessen
Betreibern erfolgreich geschützt werden kann.
Ressource Wasser
Abschließend wurde die
Ressource Wasser behandelt, die weltweit zu einem
Thema geworden ist. Es geht
dabei nicht nur um Oberflächenwasser, sondern auch
Gesteinsformationen, die
als Grundwasserleiter, sogenannte Aquifere, genutzt
werden können. Wasserschutzgebiete sind ebenfalls
kritisch zu betrachten, weil
sie zukünftige Reserven darstellen. Verwundbar und aus
Hygienegründen wichtig
sind allerdings auch Systeme
zur Wasserentsorgung. Der
Wasserbau stellt ein wesentliches Element zum Schutz
vor Hochwasser dar und
kann beim Begriff der Kritischen Infrastruktur nicht
ausgeklammert werden.
Im Zusammenhang damit
stehen Dämme, Schleusen
und Wehren. Wasserbau betreffende Szenarien bedürfen einer entsprechenden
Rechnerkapazität, um im
Detail durchgespielt werden
zu können. Bei dieser Frage
schloss sich damit wieder
der Kreis, inwieweit CyberAttacken zu einer übergreifenden Problematik der Zukunft werden könnten.
Mag. Maja Grošinić
FoMngt/LVAk
Ball der Offiziere
Miliz eröffnet wieder
Wiener Schrammeln ist
für jeden Geschmack
etwas dabei.
Milizsoldaten aus ganz
Österreich sowie Offiziersanwärtern der Militärakademie Brünn zusammen.
Eröffnung bunt und
international
Die Miliz tanzt mit
Traditionell bildet das Eröffnungskomitee, geleitet von
der Tanzschule Elmayer, das
erste Highlight am Ball der
Offiziere. Das Komitee setzt
sich aus Fähnrichen der Militärakademie, Zöglingen
des Militärrealgymnasiums,
Minich
Am 16. Jänner 2015 findet
in den Räumlichkeiten
der Wiener Hofburg der
traditionelle Ball der
Offiziere statt. Die Absolventenvereinigung der
Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt
lädt nationale und internationale Gäste zu ihrem
Ball. Über Jazzmusik,
klassischen Tönen von
der Wiener Gardemusik
bis hin zur gemütlichen
Heurigen-Musik von den
Milizsoldaten des Bundesheeres können sich anmelden, wenn sie folgende Anforderungen erfüllen: höchstens 35 Jahre alt, Dienstgrad
mindestens EF-Wachtmeister sowie Besitz einer Ausgangsuniform grau mit weißem Hemd einschließlich
Volldekoration. Darüber
hinaus sollten sie an allen
Proben im Vorfeld des Balls
teilnehmen können.
Anmelden und
mittanzen
Lt Dr. Bolliger (l.) würde sofort wieder den Ball der Offiziere eröffnen
Eine Anmeldung ist auch
ohne Tanzpartnerin möglich. Anmeldungen werden
unter info@ballderoffiziere.at entgegengenommen.
Weitere Informationen zur
Eröffnung erfolgen nach
der Anmeldung. Die Website zum Ball finden Sie unter
www.ballderoffiziere.at
Interview mit Dr. Michael
Bolliger, Turnusarzt und
Leutnant der Miliz. Er hat
den Ball der Offiziere 2014
eröffnet.
Wie war der Ball der Offiziere 2014?
Einer der schönsten Bälle,
auf dem ich je war, überraschend jung besucht, durch
die vielen Freunde und Kameraden dort auch wunderbar unterhaltsam.
Was war das Besondere daran?
Teil dieser Tradition zu sein,
die Uniform herzuzeigen,
kurz im Rampenlicht zu stehen als Eröffnender.
Wie war die Vorbereitung?
Teilweise war es etwas militärisch zackig, wunderbar
geleitet vom Chef der Tanzschule Elmayer. Danach
wusste ich genau, wie es ablaufen wird.
Was war die größte Herausforderung?
Die russischen Kollegen in
diversen Sprachen auf die
Choreographie einzuschulen bzw., wie immer bei
Bällen, die Abstände so einzuhalten, damit man nicht
den halben Saal über den
Haufen rennt beim Eröffnungswalzer.
Würdest Du wieder eröffnen?
Ja, immer wieder gerne.
Was würdest Du einem Kameraden sagen, der überlegt, sich zu melden?
Unbedingt machen, der Ball
der Offiziere ist als solcher in
Österreich einzigartig, das
Ambiente wunderschön und
die Atmosphäre dieser Ballnacht mit den größten anderen Bällen auf einer Stufe.
Wir dürfen wieder auf ein Jahr voller gemeinsamer Aktivitäten zwischen HUAk
und Stadtgemeinde Enns zurückblicken. Ich möchte mich hiermit für die
freundschaftliche Zusammenarbeit bedanken und wünsche
„Genussvolle Weihnachtstage, viel Zeit für Familie
und einen guten Start ins neue Jahr“
Franz Stefan Karlinger
Bürgermeister der Stadt Enns
Mag. Cornelia Harwanegg
Komm/BMLVS
STADT
SEIT 1212
GENUSSVOLL ANDERS
14
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
CHRONIK
Giesauf
Von Strengen im Oberland bis Kufstein waren
die zahlreichen Blauhelme und Freunde der Vereinigung Österreichischer
Peacekeeper zur ersten
Weihnachtsfeier der
Tiroler Friedenssoldaten
in den Peacekeepertreff
Kranebitterhof in
Innsbruck gekommen.
Aktion „Soldaten und Kinder backen Hilfe“ – Eine
Aktion, die durch das MilKdoST initiiert wurde und in den
steirischen Schulen großen Anklang findet, ist das karitative Projekt „Soldaten und Kinder backen Hilfe“. Wie in
den vergangenen Jahren war auch dieses Jahr das JgB 17 aus
Straß beteiligt. 13 Schülerinnen und Schüler der Volksschule
St. Johann im Saggautal buken gemeinsam mit Soldaten der
Erzherzog-Johann-Kaserne leckere Kekse, die schließlich
im Rahmen eines Verkaufsstands mit musikalischer Unterstützung der Militärmusik Steiermark am 6. Dezember in
St. Johann im Saggautal verkauft wurden. Der Reinerlös
kommt „Licht ins Dunkel“ zu Gute.
Salzburger Kinderkrebshilfe erspielte die Militärmusik Salzburg bei einem Benefizkonzert in Maria Kirchental. Militärkommandant Bgdr Heinz Hufler und Militärkapellmeister
Obst Ernst Herzog überreichten den Scheck an die Obfrau
der Kinderkrebshilfe Salzburg, Heidi Janik. Janik bedankte
sich für die langjährige Unterstützung durch das Militärkommando: „Vielen herzlichen Dank für diese Spende. Das
Bundesheer und v.a. die Militärmusik Salzburg sind ein verlässlicher Partner.“
Reges Interesse gab es an der Lesung von Obst Parth aus seinem
aktuellen Buch
Weihnachten vor 40 Jahren
auf den Golanhöhen am
Mount Hermon „Dschabal
asch-Schaich“ auf 2.800 m.
Ebenso fand die Ansprache von Servitenpater Gerhard Walder hinsichtlich
der erbrachten Opfer und
Leistungen von österreichischen UN-Soldaten bei
den Peacekeepern großes
Interesse. Einige bei der Feier anwesenden Kameraden,
die in der Vergangenheit
Weihnachten in den Einsatzgebieten der Welt erlebt
hatten, wurden während
unserer Weihnachtsfeier an
diese Zeit erinnert.
Keep Peace.
Gerhard F. Dujmovits
VÖP Tirol
Im Gedenken
Das österreichische Kontingent unter dem Kommando von ObstdG Thomas
Ruthner führte mit den im
Einsatzraum Dienst versehenden Soldaten ein Totengedenken durch. Am 3. November gedachten Teile des
österreichischen Kontingents an die im Einsatzraum
verstorbenen Kameraden.
Seit Beginn des EUFOREinsatzes haben sieben
österreichische Soldaten ihr
Leben im Einsatz verloren.
Die feierliche Kranzniederlegung fand im Camp
Butmir am Denkmal der
gefallenen österreichischen
Kameraden statt. Die Gedenkfeier wurde durch die
Gestellung eines Ehrenzugs
vom Multinationalen Bataillon feierlich umrahmt.
Die Kranzniederlegung im
militärischen Rahmen wurde zum sichtbaren Beweis
der Ehrerbietung gegenüber
jenen, die sich für die Gemeinschaft und Institutionen des Staates eingesetzt
haben.
Maier
Riedlsperger
Landesleiter Bgdr Nikolaus
Egger überreichte dem Presseoffizier ChefInsp iR Franz
Köfel aus Völs die Auszeichnung für besondere Verdienste um die Vereinigung.
Großen Anklang fand die
Lesung von Obst iR Gerold
Parth aus seinem kürzlich
erschienenen Buch über
Spende für Kinderkrebshilfe – 2.350 € zugunsten der
Das Denkmal für die verstorbenen österreichischen Soldaten
StWm Michael Hoffellner
1.456 Kameraden in Wieselburg
Beinahe 1.500 Kameraden
trafen einander bei
der 60-Jahr-Feier des
NÖ Kameradschaftsbunds
in Wieselburg.
„Das Herz kann viel Leiden
überwinden, wenn sich zur
Qual und Not Mitmenschen
finden“ – dieses Zitat von
William Shakespeare könnte
als Motto bei der Gründung
des Niederösterreichischen
Kameradschaftsbunds gedient haben.
Denn einst war der Verband in der Tat eine Zweckund Notgemeinschaft, die
Soldaten und Heimkehrern
und deren Familien half, die
schwierigen Lebensumstände der damaligen kargen
Zeiten zu meistern. Karg sind
die Zeiten in unseren Breiten
Gott sei Dank nicht mehr,
doch der Kameradschaftsbund und seine Werte sind
heute gefragter denn je.
1.456 Kameradinnen und
Kameraden und 104 Fah-
Bundesheer und Industrie wirken zusammen durch militärische
und wirtschaftliche Leistungen.
Die Soldaten unseres Bundesheeres sorgen für die Sicherheit
unseres Landes und wir sorgen mit neuester Reifentechnologie
für die Sicherheit unserer Soldaten auf Österreichs Straßen
und auch bei ihren Auslandseinsätzen.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest
und viel Soldatenglück für 2015
wünschen wir allen Angehörigen des Österreichischen
Bundesheeres, insbesondere unseren Partnern
auf dem TÜPI Seetaler Alpe.
nen machten die Halle 10
auf dem Festgelände Wieselburg für einen Vormittag
zur NÖKB-Halle. Diese und
zahlreiche Ehrengäste fanden sich ein, um 60 Jahre
ÖKB im Bundesland zu feiern. LR Mag. Karl Wilfing,
Militärkommandant Mag.
Rudolf Striedinger, Gen-
Mag. Stephan Schnitzer (StV
Hollabrunn) und Diakon
Obst Wilhelm Holl.
Bundesheer im
Mittelpunkt
Seine Rede nutzte Präsident
Teszar, um auf die derzeitige, für ihn äußerst besorg-
Pfleger
Bartsch
Bazaar im Austria Center – The United Nations
Women’s Guild lud bereits zum 46. UNWG Festival Bazaar
am 28. und 29. November ins Austria Center Vienna/UNO
City. Wie bereits in den vorangegangenen Jahren hat eine
Gruppe der Lehrkompanie/FlFlATS bei den Vorbereitungen
und Aufbau des Bazars tatkräftig Unterstützungsarbeit geleistet. Der Zweck der Gilde ist es, Kindern in Not und/oder
Mutter-Kind-Pflegeprogramme auf der ganzen Welt zu unterstützen. Mehr als 40 Länder nahmen bei diesem UNWG
Festival Bazaar 2014 teil und boten eine große Chance für
Weihnachtseinkäufe. Vom Kunsthandwerk, verschiedenen
traditionellen Getränken und Süßigkeiten über tolle Gewänder bis zum vielfältigen kulinarischen Verwöhnprogramm
aus aller Herren Länder war alles verfügbar und ließ keine
Wünsche offen.
Dujmovits
Weihnachtliche Erinnerungen der
„Blauhelme“
Bild-Chronik
ÖKB-Präs. Bieringer, Militärkommandant Bgdr Mag. Striedinger, NÖKBPräs. Bgdr iR Teszar, LR Mag. Wilfing und gf.-Präs. SR Josef Pfleger (v.l.)
Mjr Mag. Arthur Reis, ÖSKLandesgeschäftsführer Ing.
Otto Jaus und die Protektoren NR Barbara Rosenkranz
und Prof. Dr. Hannes Bauer
konnte Präsident Bgdr Franz
Teszar ebenso begrüßen
wie ÖKB-Präsident Ludwig
Bieringer und die Landespräsidenten Karl Petrovitz
(Steiermark) und Franz
Deim (Wien). Rot-KreuzPräsident ÖkR Willi Sauer,
ASBÖ-BRR Werner Füzer
und Ehrenpräsident Franz
Karlinger wurden wie der
Kommandant der ABC-Abwehrschule, Obst Michael
Schuster, ebenfalls persönlich begrüßt.
Nach der Begrüßung
folgte die hl. Messe, bei der
Hauptzelebrant Dechant
Msgr. KR Mag. Franz Dammerer eine beeindruckende
Predigt hielt, die auf den
ÖKB genauso einging wie
auf die Erhaltung des Friedens. Mit ihm feierten P.
niserregende Situation des
Bundesheeres ebenso einzugehen wie auf die 60 erfolgreichen Jahre des NÖKB.
Das Bundesheer fand sich
auch in allen anderen Reden.
Egal ob Wilfing, Bieringer
oder Striedinger, sie waren
einer Meinung: Das derzeitige Vorgehen mit unseren
Truppen spottet nicht nur jeder Beschreibung, es ist auch
gefährlich für die Sicherheit
unserer geliebten Heimat
– auch das Thema Heimat
fand in den Reden seinen
Raum. Denn Heimatliebe
und aktiver Einsatz für diese
und die Menschen stellen
einen wesentlichen Schwerpunkt für den NÖKB dar.
Am treffendsten formulierte es wohl Kamerad Landesrat Mag. Karl Wilfing:
„Eure soziale und karitative
Leistungsbereitschaft ist
das richtige und wichtige
Gegenstück zur leider heute
vorherrschenden ‚Ich-Ge-
sellschaft‘.“ Dafür bekam er
spontanen Sonderapplaus.
Pflege hoher Werte
Alle Redner waren voll des
Lobes für die in den letzten
60 Jahren geleistete Arbeit
auf dem sozialen und dem
kulturellen Sektor sowie für
die konsequente Pflege der
hohen Werte des ÖKB.
Ein Höhepunkt der Feier war aber sicher auch der
rund halbstündige PowerPoint-Rückblick auf 60 Jahre
Landesverband Niederösterreich von Landespressereferent Martin Pfleger, der mit
dem Leitspruch von Präsident Franz Teszar endete:
„Tradition und Zukunft sind
durchaus vereinbar – man
muss mit den Inhalten nur
richtig umgehen.“
Er erhielt ebenso viel Applaus wie gf. Präsident SR
Josef Pfleger für die GesamtOrganisation und Moderation dieses würdigen Geburtstagsfests.
Besonderer Dank
Präsident Teszar sprach dem
örtlichen Kameradschaftsbund, dem StV Wieselburg,
für die geleistete Arbeit Dank
und Anerkennung aus und
überreichten Obmann Franz
Kitzwögerer eine entsprechende Urkunde. Obmann
Kitzwögerer und Ehrenobmann Josef Hofmarcher wurden mit Landesauszeichnungen bedacht.
Ganz besondere Auszeichnungen gab es vonseiten des
Bundesverbands für Bundesfunktionäre aus Niederösterreich: Präsident Franz
Teszar erhielt die höchste
Auszeichnung, das „Große Bundesehrenzeichen in
Gold“, VPräs. Johann Glöckl
und Bundeskassier Prok. Johann Kuso das „Große Bundesehrenzeichen in Silber“.
Martin Pfleger
NÖKB
Nr. 24 – Mittwoch, 17. Dezember 2014
15
SPORT/CHRONIK
11. Adventlauf von Wr. Neustadt 2014
Obst Reinhard Pieber, Leiter der Führungssimulation an der Akademie, und
Obstlt Horst Karas, Stadtrat
Mit dem geweihten Feuer ging es laufend zu den sozialen Einrichtungen
in und um Wr. Neustadt
Spendengelder an
soziale Einrichtungen
Bei der Veranstaltung wurde aufgrund der Spendenfreudigkeit der Sponsoren
ein fünfstelliger Eurobetrag
eingenommen. Diese Gelder
und zahlreiche, notwendige
Sachspenden wurden anschließend von den Läufern
an die verschiedenen sozialen Einrichtungen von Wr.
Neustadt übergeben.
„Ohne die tatkräftige
Unterstützung der Theresianischen Militärakademie,
könnten wir diese Wohltätigkeitsveranstaltung in dieser
Form nicht durchführen“, so
Dr. Goldsteiner, Hauptorganisator des Adventlaufs von
Wr. Neustadt. Die Veranstaltung fand bereits zum 11. Mal
statt und diente dem Zweck,
Menschen, denen es nicht so
gut geht in unserer Gesellschaft, gerade zur vorweihnachtlichen Zeit schnell und
v.a. unbürokratisch Hilfe zukommen zu lassen.
Vzlt Martin Pickl
TherMilAk
Die Toten mahnen zum Frieden
An mehreren dieser Gedenkakte hat eine Delegation des Österreichischen
Schwarzen Kreuzes - Kriegsgräberfürsorge (ÖSK) teilgenommen und Kränze für die
gefallenen österreichischen
Soldaten und für alle Kriegsopfer niedergelegt.
Friedhof
Columbiadamm
Den Beginn bildete am
Vorabend des Volkstrauertages ein Totengedenken am Garnisonsfriedhof
Columbiadamm, in dem
österreichisch-ungarische
Soldaten, die in einem Berliner Lazarett in den Jahren
des Ersten Weltkrieges aufgrund ihrer Kriegsverletzungen verstorben waren,
ihre letzte Ruhestätte fanden. Den Kranz am Denkmal inmitten der Gräber
begleiteten der Präsident des
ÖSK, ÖkR Peter Rieser, und
der österreichische Verteidigungsattaché GenMjr Anton Oschep gemeinsam mit
dem ungarischen Vertreter,
stv. Verteidigungs-, Heeresund Luf twaffenatt ac hé
Obstlt iG Viktor Nagy.
Garnisonsfriedhof
Lilienthalstraße
Bundesministerium
der Verteidigung
Stauffenbergstraße
Am Totensonntag wurde
mit einer Kranzniederlegung durch Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen
beim Ehrenmal der Bundeswehr im Bendlerblock am
Gelände des Verteidigungsministeriums jener Soldaten
gedacht, die im vergangenen Jahr bei Einsätzen der
deutschen Soldaten im Einsatz gestandenen deutschen
Juden, über Verfolgung
und Gräuel des Holocaust
im Nationalsozialismus
bis hin zur Nachkriegszeit,
ÖSK/Barthou
Kurz darauf fand im Garnisonsfriedhof Lilienthalstraße die Internationale
Gedenkveranstaltung zum
Volkstrauertag 2014 statt.
Zahlreiche Botschafter mit
ihren Verteidigungsattachés
aus Europa und Übersee
wohnten dieser Feierlichkeit
bei. In ihren Ansprachen appellierten der Präsident des
Verbands der Deutschen
Kriegsgräberfürsorge (VDK),
Markus Meckel, und der
Botschafter des Königreiches Belgien, S.E. Ghislain
D´hoop, an die Völker und
Nationen, die Zusammengehörigkeit in der EU als Garant für einen weiteren Frieden in Freiheit zu bewahren.
Sie erinnerten daran, dass
das Andenken an die Kriegsopfer eine der Voraussetzungen für dieses Ziel bildet. Die
abschließende Kranzniederlegung symbolisierte diese
Gemeinsamkeit beim Gebet
und beim Totengedenken
unter den Klängen des „Guten Kameraden“.
Bundeswehr und im Dienst
in der Heimat verstorben
waren. In einer sehr persönlich gehaltenen Ansprache
gedachte sie dieser Opfer
und kondolierte den An-
Garnisonsfriedhof Lilienthalstraße – die Kränze der ehemals
kriegführenden Mächte zum Gedenken an die Opfer aller Kriege
gehörigen. Die geladenen
Gäste, darunter die in Berlin
stationierten Attachés, legten weiße Rosen nieder.
Plenarsaal
des Deutschen
Bundestages
Den Höhepunkt bildete
die im Plenarsaal des Bundestages stattfindende Gedenkveranstaltung mit dem
deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Er gedachte der Opfer von Krieg
und Gewaltherrschaft und
an die Solidarität mit deren
Familien. Die eigentliche
Gedenkansprache hielt der
ehemalige israelische Botschafter in Deutschland,
Avi Primor. Er spannte dabei den Bogen von den im
Kaiserlichen Heer im Ersten
Weltkrieg gemeinsam mit
len Leistungen und starken
Nerven, die sie an den drei
Wettkampftagen zeigten,
ließen sie alle Mitkonkurrenten hinter sich und wurden Weltmeister. Für diese
Meisterleistung wurden sie
zum Sportler, zur Sportlerin des Jahres des ÖHSV
gewählt.
Vzlt Wolfgang Riedlsperger
MilKdoS
Bgdr Hufler und Obstlt Ing. Wallner überreichten die Auszeichnungen
Schutz und Hilfe in Tirol
ÖSK am Volkstrauertag in Berlin
Was Allerseelen in
Österreich bedeutet,
ist zwei Wochen später
der Volkstrauertag
in Deutschland: Ein
Erinnern und Gedenken
an die Verstorbenen. In
feierlichen Zeremonien
auf Friedhöfen und
Gedenkstätten wird dabei
der Opfer der Kriege
gedacht.
Der Österreichische Heeressportverein (ÖHSV) kürte
kürzlich die Sportler des
Jahres. Die Weltmeisterin
und der Weltmeister mit
dem Langbogen kommen
aus Saalfelden. Eva Georg
und Kurt Neumayr vom
HSV Saalfelden holten sich
Gold bei den IFAA-Weltmeisterschaften in Potchefstroom, Südafrika. Nach tol-
in der es die Bundesrepublik
durch viele Jahre hindurch
geschafft hat, ihre dunkle
Vergangenheit aufzuarbeiten. Wörtlich führte er aus:
„Die heutigen Denkmäler
an die Zeit der Schande und
des Verbrechens wären die
Zeugen für diese Vergangenheitsbewältigung.“ „Juden und Deutsche könnten
nunmehr auch gemeinsam
trauern und ihrer Opfer gedenken.“ Er zitierte dabei
den jüdischen Geistlichen
Baal Shem Tov aus dem
18. Jh., der meinte, „in der
Erinnerung befindet sich
die Erlösung“. Betroffenheit,
aber auch Zuversicht war
im Plenarsaal spürbar. Die
Bedeutung dieser Veranstaltung in Deutschland wurde
durch die Live-Übertragung
im ZDF dokumentiert.
Das Motto „Schutz
und Hilfe“ ist für das
Bundesheer in Tirol
auch im Alltag verankert. Die Soldaten des
Baupionierzugs vom
Militärkommando
Tirol bauen in Innsbruck Schneeabladerampen auf.
Hörl
Im Dienst für
eine gute Sache
z.V.g.
Die Teilnehmer wurden
im Speisesaal der Militärakademie mit Würsteln,
Mehlspeisen sowie Tee und
Glühwein gestärkt. Die
Grundidee dieser Veranstaltung ist, die Adventzeit
in Wr. Neustadt durch eine Veranstaltung zu bereichern, die einerseits einen
sportlichen Charakter in die
bewegungsarme Zeit bringt,
andererseits aber auch
schnelle Hilfe für bedürftige
Menschen in und um Wr.
Neustadt ermöglicht. Vier
Laufgruppen liefen mit geweihtem Adventfeuer vom
Hauptplatz von Wr. Neu-
und Versorgungchef an der
Militärakademie, ließen es
sich nicht nehmen, eine
fordernde Laufstrecke für
den guten Zweck in Angriff
zu nehmen. Auch andere
Offiziere und Unteroffiziere
der Militärakademie, bis hin
zu den diensthabenden Rekruten in der Küche der Militärakademie, stellten sich
gemeinsam in den Dienst
für die gute Sache.
stadt in alle Himmelsrichtungen, um in auf dem Weg
liegenden sozialen Einricht u n g e n We i h n a c h t s g e schenke zu verteilen.
Riedlsperger
Am 30. November fand
die Zusammenkunft
der rd. 300 Läufer,
nach dem Besuch der
sozialen Einrichtungen
von Wr. Neustadt, in
den Räumlichkeiten
der Militärakademie
statt. Ein wunderbarer
und würdiger Rahmen
für den Ausklang dieser
Veranstaltung für den
guten Zweck.
Salzburger wurden
Sportler des Jahres
Der Kommandant, OStWm Bernardi,
überwacht die Zusammenführung
der Bauteile
Am 10. November hat
der Baupionierzug von
der Stabskompanie des Militärkommandos Tirol in Zusammenarbeit mit der Stadt
Innsbruck den Aufbau der
drei Schneeabladerampen
im Bereich Innrain, der Rossau sowie am Sieglanger in
Innsbruck begonnen.
Unter dem Kommando von OStWm Markus
Bernardi haben 30 Pioniere
innerhalb einer Woche die
massiven, 32 t schweren
Stahlkonstruktionen, die
zur Schneeeinbringung in
den Inn dienen, fachgerecht
aufgebaut.
Das Österreichische Bundesheer ist vertraglich verpflichtet, die Rampen, die
zum Katastrophengerät des
Landes Tirols gehören, jährlich auf- und auch wieder abzubauen. Diese Pionierleistung stellt einen zentralen
Inhalt bei der Ausbildung der
jungen Pioniere dar, ebenso
wie die Wartung des Geräts.
Vzlt Maximilian Appeltauer
MilKdoT
Ein frohes Weihnachtsfest
und ein erfolgreiches neues
Jahr allen Bundesheerangehörigen, im Besonderen der
ABC-Abwehrschule, wünscht
ihre Partnerfirma.
Obst iR Alexander Barthou
Treueeid in der Innsbrucker Standschützenkaserne
Das Stabsbataillon 6 hat
am 28. November im
Rahmen eines Festakts
107 Soldaten des Einrückungstermins Oktober
und November 2014 in der
Standschützenkaserne
in Innsbruck feierlich
angelobt. Die Rekruten
werden in weiterer Folge
im Bereich des Militärkommandos Tirol, beim
Baupionierzug und beim
Stabsbataillon 6 als Wachsoldaten ihren Dienst
versehen.
Als Ehrengäste konnten
Abg.z.NR Hermann Gahr
und als höchster militärischer Vertreter der stv.
Militärkommandant von
Tirol, Obst Gerhard Pfeifer,
begrüßt werden. Die Fahnenabordnungen der Traditionsverbände des StbB 6
und die zahlreichen Eltern
und Angehörigen bildeten
den festlichen Rahmen für
die jungen Wehrpflichtigen,
die lautstark ihren Treueeid
auf die Republik Österreich
leisteten.
Obst Pfeifer eröffnete
seine Ansprache mit den
Worten „Eine Angelobung
von Rekruten des Österreichischen Bundesheeres
ist immer etwas Besonderes“ und er betonte weiters,
dass Umweltkatastrophen
vermehrt auftreten und
das Bundesheer von einer
Minute auf die andere für
Assistenzeinsätze herangezogen werden könne. Dem
schloss sich in seiner Rede
Abg.z.NR Gahr inhaltlich
an und übermittelte den Re-
kruten den Dank des Landes
für ihren Entscheid zur Ableistung des Wehrdienstes.
Für die musikalische Umrahmung sorgte die Militärmusik Tirol unter der Leitung von OStv Erwin Feiss.
Der besinnliche Teil dieses
Festakts wurde vom Tiroler MilDekan Mag. Werner
Seifert gemeinsam mit dem
evangelischen Militärpfarrer Mag. Richard Rotter gestaltet.
Vzlt Maximilian Appeltauer
MilKdoT
Rosenbauer Österreich Gesellschaft m.b.H., Haidfeldstraße 37,
4060 Leonding, Telefon: +43 732 6794-0, oesterreich@rosenbauer.com,
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10.11.2014 14:13
BDO_Inserat_266x408_Layout 1 03.12.14 14:32 Seite 1
Ball der Offiziere
16. Jänner 2015
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