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2/2014 - Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

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Juli.2014
2
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D S[ IW
NTERN]
Aktuelles aus der Arbeit der Stiftung Weltbevölkerung
Äthiopien
Wie Armut Mensch und Umwelt schadet
D
ichte Nebelschwaden bahnen sich ihren Weg
in die Baumwipfel, der langsam aufgehenden
Sonne entgegen. Die Bäume verschwinden
unter einer Decke aus Feuchtigkeit, dennoch
bestehen nicht die geringsten Zweifel an der schier
endlosen Lebendigkeit des Waldes. Mit den ersten
Sonnenstrahlen beginnen Affen und Vögel um die
Wette zu lärmen und der intensive Duft nasser,
fruchtbarer Erde durchzieht die gesamte Ebene.
Mit einem solch atemberaubenden Naturschauspiel
beginnt der Tag im Bonga Forest, UNO-Biosphären­
reservat und einer der letzten Bergnebelwälder
Äthiopiens. Die Baumriesen speichern Wasser und
sorgen für den natürlichen Kreislauf aus Verdunstung
und Regen, sie machen den Boden fruchtbar, binden
Kohlenstoff und sind Heimat einer einzigartigen
Tier- und Pflanzenwelt. Doch diese magische Region
im Südwesten des Landes ist stark gefährdet, denn
der Wald wird immer kleiner. Allein in den letzten ­
beiden Jahrzehnten ist der Baumbestand um etwa
die Hälfte gesunken.
Addis Abeba
Bonga Forest
Hauptstadt Äthiopiens
und Sitz des Länderbüros
der Stiftung
Eine der Hauptursachen für den massiven Rückgang der Wald­
fläche ist die große Armut der Bewohner. Als Kleinbauern leben
die Menschen der Region von der Hand in den Mund. Um ihre
Familien zu ernähren, roden sie deshalb den Wald und bebauen
das Land.
Holz ist eine lebenswichtige Ressource für die Menschen vor Ort,
es ist die einzige Energiequelle und die wirtschaftliche Basis der
Region. Um den sich stetig erhöhenden Bedarf an Energie,
Siedlungsfläche und Ackerland zu decken, müssen immer mehr
Bäume kultivierter Acker- und Weidefläche weichen. Um der
Armut zu entkommen zerstören die Kleinbauern langfristig so
das sensible Ökosystem des Regenwaldes und ­vernichten
­ungewollt ihre Lebensgrundlage.
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*** Deutsche Stiftung Weltbevölkerung *** Spendenkonto 38 38 38 0 *** Commerzbank Hannover *** BLZ 250 400 66 ***
*** DSW *** IBAN: DE56 2504 0066 0383 8380 00 *** BIC: COBADEFF 250 *** Commerzbank Hannover ***
[ 2 ] DSW-Intern «2» Juli.2014
Wie die Stiftung Weltbevölkerung sich
für die Menschen und den Wald einsetzt
Genau hier setzt die Stiftung Weltbevölkerung
mit ihrem innovativen Projekt im Bonga Forest
an. In den stiftungseigenen Jugend­klubs erhalten
die Mädchen und Jungen von Gleichaltrigen
Informationen über freiwillige Familienplanung
und geben ihr erlerntes Wissen aktiv in ihre
Gemeinden weiter. Die Jugendberater vermitteln ihr Wissen über Sexualität und
Kleingewerbemanagement auf Augenhöhe an Gleichaltrige.
Die Armut in der Region wird häufig bedingt
durch ungewollte Schwangerschaften und die
dadurch entstehenden größeren Familien.
Zumeist wissen die Menschen nicht, wie man
verhütet, oder ihnen fehlt schlicht der Zugang
zu Ver­hütungsmitteln. Der Zusammenhang
­zwischen Familiengröße, Armut und Wald­
zerstörung ist den Leidtragenden oftmals gar
nicht bekannt.­
Darüber hinaus hilft die Stiftung den Jugend­
klubmitgliedern, ihre wirtschaftliche Situation
langfristig zu verbessern und gleichzeitig den
Wald in seiner biologischen Vielfalt zu schützen.
Die Jugendlichen erhalten durch die Stiftung
spezielle Schulungen im Bereich Kleingewerbe­
management und Umweltschutz und lernen so,
ihr Leben mit Rücksicht auf die Natur selbst in
die Hand zu nehmen. Durch den Verkauf von
selbstgemachten Briketts aus Altpapier tragen
die Heranwachsenden beispielsweise aktiv zum
Umweltschutz bei. Mit einem solch umwelt­
freundlichen Kleingewerbe verhindern sie, ­
dass weiterhin Bäume als Brennmaterial gefällt
­werden, und erwirtschaften gleichzeitig ihr
­eigenes Einkommen.
Die Aufklärungsarbeit der Stiftung Weltbevöl­ke­
rung ist im Bonga Forest somit gleich mehrfach
wirksam: Die Jugendlichen lernen durch die
Sexualaufklärung und Weiterbildung nicht nur,
wie sie sich eigenständig eine Perspektive
­aufbauen können, sie tragen darüber hinaus
maßgeblich dazu bei, den Wald zu schützen ­
und ihre Gemeinde zu stärken.
Durch die Zucht und den Verkauf unterschiedlicher
Setzlinge ­tragen die Jugendklubs zur Wiederauf­
forstung bei und erwirtschaften gleichzeitig ein
eigenes Einkommen.
Dank der Schulungen durch die Stiftung verdient diese junge
Frau ihr Geld durch das Flechten von Tellern und Körben aus
getrockneten Blättern und Halmen.
*** Deutsche Stiftung Weltbevölkerung *** Spendenkonto 38 38 38 0 *** Commerzbank Hannover *** BLZ 250 400 66 ***
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DSW-Intern «2» Juli.2014
Peter Owaga, Länderbüroleiter des Stiftungsbüros in Tansania,
bei seiner Rede während der Abschlussfeier in Nairobi
Erfolgreicher Projektabschluss
„Fit for Life“
Im Rahmen des EU-kofinanzierten „Fit for Life“Projektes hat die Stiftung Weltbevölkerung in
den letzten drei Jahren junge Menschen in ihrer
Wirtschaftskraft gestärkt und ihnen durch die
Kombination von Aufklärung und Ausbildung
ein besseres Leben ermöglicht. Dank der zahl­
reichen Spenden wurden insgesamt 755 Jugend­
liche und Frauen als Trainer ausgebildet, die ­
mit ihrem Wissen über Unternehmergeist und
freiwillige Familienplanung fast 9.000 Gemeinde­
mitglieder mit Informationen erreichten. Bei
den von der Stiftung organisierten Gesundheits­
kampagnen wurden zudem Aufklärungs­
materialien an über 100.000 Gemeinde­mitglieder
verteilt. Ein toller Erfolg, zu dem unsere Förderer
maßgeblich beigetragen haben.
Herzlichen Dank!
Stiftungsinitiative führt zu Gesetz
gegen Kinderehen in Uganda
Wenngleich es bereits nationale Gesetz­gebungen
gegen Kinderehen in Uganda gibt, werden fast die
Hälfte aller Mädchen in dem ostafrikanischen
Land vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Im
ostugandischen Tororo gibt es seit diesem
Frühjahr nun auch ein lokales Gesetz gegen
Kinderehen, das auf eine Initiative der Stiftung
Weltbevölkerung in Zusammenarbeit mit anderen
Entwicklungs­organisationen zurückzuführen
ist. Unter ­anderem drohen Erziehungs­berech­
tigten sechs Monate Haft, wenn sie ihre Kinder
nicht vor einer Frühverheiratung bewahren.
Wird ein Ge­setz wie dieses auf lokaler Ebene
verabschiedet, hat dies eine viel größere
Bedeutung für die Gemeindemitglieder als die
nationale Gesetz­gebung.
[3]
!
Renate Bähr trifft Entwicklungs­
minister Gerd Müller
Die Erfolge können sich sehen lassen!
Im vergangenen Jahr haben wir im Bonga Forest
Äthiopien ...
… mehr als 8.500 Jugendliche und rund
6.300 Gemeinde­mitglieder zu Sexualität und
Verhütung beraten und aufgeklärt.
… mehr als 1.100 Frauen mit
Familienplanungsangeboten versorgt.
… über 100 Jugendliche auf HIV getestet.
… durch die Jugendklubmitglieder rund
63.000 Setzlinge gepflanzt.
Mit Ihrer Spende möchten wir im nächsten
Projektjahr mehr als 15.000 weitere Jugendliche
mit wichtigen Informationen über freiwillige
Familienplanung, Umweltschutz und Kleingewerbe­
management erreichen.
Höchst interessiert und unterstützungsbereit
zeigte sich Entwicklungsminister Gerd Müller
beim Treffen am 4. Juni mit der Stiftungs­
geschäfts­führerin Renate Bähr. Fortschritte
beim Zugang zu Familienplanung sieht der
Minister als Schlüssel für eine nach­haltige
Entwicklung und betonte dabei die wichtige
Rolle, die die Stiftung Weltbevölkerung als
einzige deutschsprachige Organisation in
­diesem Themenfeld einnimmt.
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[ 4 ] DSW-Intern «2» Juli.2014
Was Sie tun können
Neben einer Spende an die Stiftung Weltbevöl­
kerung gibt es zahllose weitere Möglichkeiten,
unsere wichtige Aufklärungsarbeit zu fördern.
Die eine Unterstützung kostet Sie Geld, die
andere vielleicht ein Gespräch mit einem guten
Freund und die nächste nur einen zusätzlichen
Maus­klick beim Interneteinkauf.
Herausgeber
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Göttinger Chaussee 115, 30459 Hannover
Telefon: 0511 94373-0
Fax: 0511 94373-73
E-Mail: hannover@dsw.org
Internet: www.weltbevoelkerung.de
Redaktion Sina Rabe, Renate Bähr (V.i.S.d.P.)
Gestaltung Simone Schmidt, Hannover
Egal, für welche Art der Unterstützung Sie sich
entscheiden, jede Hilfe ist für uns wertvoll und
trägt dazu bei, Jugendlichen in Ostafrika eine
­bessere Zukunft zu ermöglichen:
• Als Fördermitglied setzen Sie ein Zeichen
der Verbundenheit und helfen uns, voraus­
schauend zu planen.
• Lassen Sie sich zu besonderen Anlässen ein
gutes Gefühl schenken und bitten Sie statt
Geschenken um Spenden für die Stiftung
Weltbevölkerung.
• Sind Sie Staatsanwalt oder Richter oder ­kennen
Sie jemand, der diesen Beruf ausübt? Diese
können Angeklagte zu Geldauflagen in Form
von Spenden verurteilen und so die Stiftung
Weltbevölkerung unterstützen.
• Lassen Sie bei Ihrem nächsten Internet­einkauf
doch den Onlineshop spenden. Besuchen ­
Sie einfach vor Ihrer Bestellung die Stiftung
­Welt­bevölkerung unter: ­
www.weltbevoelkerung.de/online-helfen.
• Sie finden unsere Jugendaufklärungsarbeit
wichtig? Dann sagen Sie es weiter! Erzählen
Sie Ihrer Familie und Ihren Bekannten von
uns und verlinken Sie unsere Weltbevöl­
kerungsuhr auf Ihrer Homepage.
Bitte helfen Sie mit!
• 50 Euro helfen, ein Jugendklubmitglied
im Bereich Kleingewerbemanagement
zu schulen.
• 80 Euro helfen, einen Jugendlichen zum
Jugendberater auszubilden.
• 120 Euro helfen, eine umweltfreundliche Geschäftsidee der Jugendlichen
in die Tat umzusetzen.
Mit Ihrer Unterstützung können
Jugendliche langfristige Perspektiven
für sich und ihre Umwelt aufbauen!
Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch, wie Sie helfen können.
Ihre Ansprechpartnerin: Sina Rabe, Telefon: 0511 94373-15, sina.rabe@dsw.org
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