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tacheles
4 14
Ausgabe 58
Dezember 2014
ISSN 1438-4582
Z e i t u n g f ür d i e m i t g l i e d e r d e s L a n d e s v e r b a n d e s K a t h o l i s c h e r K i n d e r t a g e s s t ä t t e n
Schon schwieriger ist die Frage:
Wie viel Leitung braucht die Kita?
Der Katalog der Aufgaben ist lang.
Der Qualifizierungsbedarf ist erheblich. Die KiTaVO berechnet beim
Fachkraftbedarf präzise die Stellen
hinterm Komma. Zu Leitungszeiten
macht sie keine Angaben. Was darf
Leitung kosten? Was lassen wir sie
uns kosten? Was ist sie uns wert?
Die Fragen bleiben offen.
Die Zeit ist reif, diese Lücke zu
schließen. Eltern haben nicht nur
Recht auf einen Platz in der Kita, sie
haben auch das Recht auf einen
Platz in einer „guten“ Kita. Die Freistellung der Leitung ist ein unverzichtbares Qualitätskriterium. Viele
Kommunen haben das längst verstanden und gewähren den Einrichtungen bereits freiwillig besondere
Leitungszeiten. Jetzt ist also die
Landesregierung am Zuge. Der
Landesverband hat sich schon
2007 mit Eckwerten zur Leitungsfreistellung positioniert. Die Personalrichtlinie der Diözese Rottenburg-Stuttgart aus dem Jahr 2012
baut mit ihren Empfehlungen darauf auf. Diese Instrumente haben
sich in der Praxis bewährt. Was jetzt
noch fehlt, ist eine verbindliche gesetzliche Regelung.
Ihre
Dr. Ursula Wollasch
Foto: privat
Delegierte wählen drei Vertretungen für die Leitungen – Verband reagiert auf gestiegenen Beratungsbedarf
Dr. Ursula Wollasch (l.) und Andréas Hofstetter-Straka (2. v. l.) gratulierten dem neu gewählten Verbandsrat (diesem Tacheles liegt eine Übersicht über die Mitglieder bei)
STUTTGART/WERNAU. Im März und
April fanden in den Trägerkonferenzen des Landesverbandes die
satzungsmäßigen Gremienwahlen statt. Am 9. Juli 2014 hat sich
die Delegiertenversammlung in
Wernau konstituiert. Die Delegierten wählten die Vertretung
der Leitungen im Verbandsrat.
Daniela Hatzenbühler (Tuttlingen), Claudia Kutscher (Baltringen) und Michael Walter
(Stuttgart) konnten die Delegierten für sich gewinnen und gehören seit Oktober dem Verbandsrat an.
Das Interesse der Leitungen
und die Bereitschaft zur Kandi-
datur waren bemerkenswert
groß. Der Vorsitzende Andréas
Hofstetter-Straka dankte allen
Kandidatinnen und Kandidaten
ganz herzlich für ihre Verantwortungsbereitschaft und lobte
zugleich die lebendige Verbandskultur, die sich am Wahlverfahren zeige.
A u S de m Ve r b An d
Gemeinsam für Familien
Konzept zur Kooperation von Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege
STUTTGART. Kindertageseinrichtungen und
Kindertagespflege
sind seit 2008 vom
Gesetzgeber im Hinblick auf Förderziele
und Förderauftrag
gleichrangig zusammengefasst. Diese Regelung bietet für
kirchliche Träger von
Kindertageseinrichtungen Herausforderungen und Chancen
zugleich. Im Rottenburger Kindergartenplan wurde mit der Beschlussfassung 2 darauf reagiert:
„Die Diözesanleitung befürwortet den Ausbau der Kooperation zwischen Kindergärten und
Tagespflege, mit deren Hilfe bedarfsgerechte Angebote vor Ort
realisiert werden können. Der
Landesverband wird beauftragt,
ein Konzept zur Kooperation
von Kindergärten und Tagespfle-
ge zu erarbeiten und nach Freigabe durch die Diözesanleitung
in Rahmen seines Dienstleistungsprofils umzusetzen.“
Das nun vorliegende Konzept
beschreibt in einem ersten
Schritt die gesellschaftliche Situation von Familien und stellt
die rechtlichen Grundlagen von
Tagespflege und Tageseinrichtungen im Vergleich dar. Anschließend werden Chancen
und Grenzen einer guten Kooperation von Tagespflege und
Tageseinrichtung aufgezeigt.
Verschiedene Formen der Kooperation werden im vierten Kapitel vorgestellt und erläutert.
Das fünfte Kapitel benennt Rahmenbedingungen, die die Qualität der Kooperationsbeziehungen absichern und in Kapitel
sechs finden Sie einen handlungsorientierten Leitfaden für
die praktische Arbeit.
Entsprechend der örtlichen Situation können spezifische Kooperationsmodelle geschaffen
werden, um den Betreuungsbedarf der Familien abzudecken.
Das Konzept zur Kooperation
von Kindertageseinrichtung und
Kindertagespflege bietet dabei
vh
Unterstützung.
info
Das Konzept steht als Download auf der
Homepage des Landesverbandes Kath.
Kindertagesstätten bereit: www.lvkita.de
Rückblick und neue Perspektiven
Andréas Hofstetter-Straka eröffnete die Veranstaltung mit einem Rückblick auf die zweite
Amtsperiode, dankte nochmals
Hildegard Koppenborg für ihren Einsatz als Vorsitzende und
Lesen Sie weiter auf Seite 2
PIA: Ein Erfolgsmodell zur
Fachkräftegewinnung!?
S ei te
SPATZ qualitativ
weiterentwickelt
S ei te
Religion erLeben und
erlebbar machen
S ei te
Die hundert Sprachen der
Kinder
S ei te
Landesverband Kath. Kindertagesstätten Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V.
Landhausstraße 170 70188 Stuttgart
Postvertriebsstück, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, E 48144
Eltern, die ihr
Kind in der
Krippe anmelden, erwarten eine
souveräne,
ruhige und
freundliche
Leitung, die ihnen das sichere Gefühl vermittelt, dass ihr Kind gut aufgehoben ist. Elternbeiräte erwarten
kompetente Pädagoginnen und Pädagogen, die ihre Einrichtungen, ihr
Konzept und ihr Team überzeugend
vertreten. Kooperationspartner bei
Behörden erwarten von der Leitung
klare und fundierte Informationen.
Eigentlich sind sich alle einig: Ohne
Leitung geht es nicht!
Delegiertenversammlung und Verbandsrat starten
in eine neue Amtsperiode
Foto: Panthermedia
Liebe Mitglieder,
liebe Leserinnen und Leser,
3
5
7
8
-2Fotos: privat
Tacheles
rung für ihn von besonderer Bedeutung sei. Er verstehe die Wiederwahl zugleich als Bestätigung
für den Kurs der Verbandsführung durch den Vorstand und
dankte dabei ausdrücklich auch
Stefan Glasebach und Dr. Ursula Wollasch für die sehr konstruktive und vertrauensvolle
Zusammenarbeit.
Entscheidungen definieren Schwerpunkte der künftigen Arbeit
„Delegiertenversammlung und
Verbandsrat“ –
Fortsetzung von Seite 1
begrüßte in Abwesenheit Stefan
Glasebach als neuen Stellvertretenden Vorsitzenden in der Delegiertenversammlung. Wie ein
roter Faden hat das Thema der
Leitungsfreistellung die politische Arbeit des Landesverbandes durchzogen. Hofstetter-Straka erinnerte nochmals an den
offenen Brief der Delegierten an
Staatssekretär Mentrup aus dem
Jahr 2012.
Verbandsintern wurden in
den Bereichen Qualitätsmanagement und Religionspädagogik
neue Weichen gestellt. Ab 2015
werden die Fachberater(innen)
Einrichtungen und Träger als interne Auditor(inn)en begleiten
und sie damit näher an eine
KTK-Gütesiegel-Zertifizierung
heranführen. Mit seiner religionspädagogischen Fortbildungskonzeption unterstützt der Landesverband die katholischen
Einrichtungen in der Diözese
schon jetzt bei ihrer spezifischen
Profilbildung.
Mitgliederbefragung bildet den Auftakt für eine Verbandsentwicklung
Die fachlichen Weiterentwicklungen sind eingebettet in einen
Prozess der Verbandsentwicklung, der auf eine Initiative im
Verbandsrat im Herbst 2013 zurückgeht und in Form einer Zukunftswerkstatt Gestalt annahm.
Im Frühjahr 2014 hat der Verbandsrat aus der Arbeit in der
Zukunftswerkstatt Konsequenzen gezogen und einen Prozess
zur Verbandsentwicklung beschlossen. Eine Mitgliederbefragung im Frühjahr 2015 bildet
den Auftakt. Ihr Ziel ist es, die
Bedarfslagen der Träger und
Einrichtungen vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und familienpolitischen
Entwicklungen, der zunehmenden Bürokratisierung und den
Veränderungen in der Trägerlandschaft zu erheben sowie Ansatzpunkte für eine Angebotsentwicklung zu bestimmen.
Themen aus den Trägerkonferenzen
Unter den Anträgen aus den
Trägerkonferenzen wurde eine
Anfrage zur Inklusion beraten.
Die Träger wünschen sich eine
Handreichung zur konkreten
Umsetzung. Dr. Wollasch sagte
zu, die bestehenden Empfehlungen überarbeiten zu lassen.
Daneben wurde das Thema
der Altersmischung diskutiert.
Der Landesverband gab ihr in
Tuttlinger Delegierte bei der Abstimmung
der Vergangenheit im Vergleich
zu altershomogenen Gruppen
den Vorrang, was aber inzwischen pädagogisch nicht mehr
unstrittig ist. Eine Arbeitsgruppe
wird sich mit der Frage befassen,
wie Kriterien für die Wahl der einen oder anderen Betreuungsform aussehen können.
und
Träger
Leitungen
wünschten sich weiter, dass der
Landesverband auch künftig das
Thema der Leitungsfreistellung
politisch konsequent weiterverfolgt. Dr. Ursula Wollasch machte in diesem Zusammenhang auf
ein unveröffentlichtes Papier zur
Leitungsfreistellung aufmerksam,
das den Delegierten zuvor ausgehändigt worden war. Die Delegiertenversammlung
hatte
2013 den Leitfaden in Auftrag
gegeben. Dr. Wollasch sagte zu,
das Papier nach der Abstimmung mit den zuständigen Stellen im Bischöflichen Ordinariat
der Diözese ins Internet zu stellen. Dies wurde zwischenzeitlich umgesetzt. Der Landesverband nimmt damit eine praktische und zugleich politische Positionierung vor.
Aus der Trägerkonferenz in
Nürtingen stammte ein Antrag,
die Frage der Praxisanleitung in
der Praxisintegrierten Ausbil-
AuS de n min iS te ri en
Andréas Hofstetter-Straka im Amt
des Vorsitzenden bestätigt
Trotz Bahnstreik kam der
neue Verbandsrat am 15. Oktober 2014 in Stuttgart zu seiner
ersten, konstituierenden Sitzung
zusammen. Mit großer Mehrheit
bestätigte der Verbandsrat Andréas Hofstetter-Straka für eine
weitere Amtsperiode als Vorsitzenden des Landesverbandes. Er
dankte allen Mitgliedern des
Gremiums für das große Vertrauen, das gerade in Zeiten des
Umbruchs und der Umorientie-
VORANKÜNDIGUNG
Das Land legt bei der Kleinkindbetreuung
noch ne Schippe drauf
STUTTGART. Das Land baut somit
die Förderung der Kleinkindbetreuung deutlich aus und legt
gleichzeitig ein Landesinvestitionsprogramm auf.
Im Doppelhaushalt 2015/16
werden die Mittel für die Kleinkindbetreuung um insgesamt
190 Millionen Euro aufgestockt.
Damit beträgt die Landesbeteiligung an der Kleinkindbetreuung 660 Millionen Euro im Jahr
2015 und 795 Millionen Euro im
Jahr 2016. Zudem wird 2015 ein
einmaliges Landesinvestitionsprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro aufgelegt. Bislang
wurden Investitionsmittel zum
U3-Ausbau allein vom Bund bereitgestellt.
Die Koalitionspartner unterstützen die Kommunen nochmals deutlich und wollen damit
dung verstärkt zu verfolgen. Der
Ressourcenaufwand für Träger
und Einrichtungen sei erheblich.
Außerdem seien Kompetenzen
erforderlich, die nicht einfach
vorhanden sind. Dr. Wollasch
teilte diesbezüglich mit, dass es
in der Ressourcenfrage vorerst
keinen gemeinsamen politischen
Vorstoß der 4-K-K geben werde.
Die Verhältnisse und Interessen
in den Diözesen und den Landeskirchen seien dafür zu unterschiedlich. Aber sie sagte zu,
Kontakte zu den Fachschulen in
der Diözese herzustellen, um
durch eine stärkere Vernetzung
auch den Austausch von Kompetenzen und vielleicht sogar
Ressourcen zu erleichtern.
sicherstellen, dass der Ausbau
der Kleinkindbetreuung im Land
vorangetrieben wird.
Die kommunalen Landesverbände und das Land hatten 2011
im Pakt für Familien mit Kindern
ein dynamisches Modell der Finanzierung vereinbart. Für 2012
und 2013 überwies das Land jeweils einen Festbetrag an die
Kommunen. Auf dieser Basis
leistete das Land im Jahr 2013
Zuweisungen in Höhe von 477
Millionen Euro (einschließlich
Bundesmitteln rund 568 Millionen Euro). Ab 2014 haben Land
und Kommunen eine Abrechnung nach tatsächlich betreuten
Kindern basierend auf den Vorjahreszahlen vereinbart. Das
Land trägt demnach unter Einbeziehung der Bundesmittel 68 %
der Betriebsausgaben pro Kind –
Dem neuen Verbandsrat, der
satzungsgemäß im Sinne von
Steuerung und Kontrolle die Arbeit des Vorstands überwacht,
lag der Entwurf des Haushaltsund Stellenplans vor. Der
Rechtsanspruch wird an einer
deutlich gestiegenen Anzahl der
künftig zu betreuenden Gruppen im Jahr 2015 deutlich. Auf
den damit verbundenen gestiegenen Beratungsbedarf reagiert
der Verband mit einem Mix aus
Stellenausbau, Qualifizierung
und Investitionen in die IT-Ausstattung der Arbeitsplätze. Der
Verbandsrat hat diese personalpolitische Linie des Vorstandes
ausdrücklich unterstützt und mit
seinem Beschluss bekräftigt.
Seit 2010 beschäftigen sich
Vorstand und Verbandsrat mit
der Änderung der Satzung. Der
Handlungsbedarf wurde erneut
bestätigt. Im Frühjahr 2015 wird
der Vorstand einen Entwurf vorlegen mit dem Ziel, diesen im
Sommer 2016 durch die Delegiertenversammlung zu verabschieden. Verbandsentwicklung
und Satzungsreform bedingen
sich wechselseitig. Die Arbeit im
Verbandsrat wird daher in der
neuen Amtsperiode zweigleisig
verlaufen. Die Weichen dafür
wo
sind gestellt.
Wichtig!
KONGRESS
KINDERRECHTE
ein Spitzenwert im Bundesländervergleich.
Jedoch hatte sich die Basis,
auf die sich die 68 % beziehen,
in der Praxis als zu niedrig erwiesen. Bislang wurden zur Berechnung Elternanteile in Höhe
von 8 % der Nettoausgaben der
Kommunen berechnet. Künftig
werden die zugrunde gelegten
Elternanteile auf 20 % angehoben.
Der Weg für einen bedarfsgerechten Ausbau der Kleinkindbetreuung ist bereitet. Den Kommunen werden nochmals zusätzliche Mittel zur Verfügung
gestellt. Offen bleibt eine verbindliche gesetzliche Regelung
der Rahmenbedingungen und
Standards für ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot.
vh
Stuttgart, Hospitalhof
15. Oktober 2015
Die Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention bilden eine wichtige
Grundlage der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Doch
was bedeutet das konkret für die Praxis der pädagogischen Fachkräfte
in der Arbeit mit den Kindern und den Familien? Welche Verantwortung
haben dabei die Träger der Einrichtungen?
Der Kongress bietet Ihnen Impulse und Anregungen sowie Gelegenheit
zu Diskussion und Austausch:
2 Eröffnungsbeiträge zu den Kinderrechten
8 Workshops und Foren zu relevanten Themen im Kita-Bereich
– Kinder haben ein Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit.
– Kinder haben ein Recht auf Religion.
– Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt und Misshandlung.
– Kinder haben ein Recht auf Teilhabe und Förderung ihrer Fähigkeiten.
– Kinder haben ein Recht auf Beteiligung.
– Kinder haben ein Recht auf eine gesunde Entwicklung.
– Kinder haben ein Recht darauf, gehört zu werden.
– Kinder haben das Recht auf eine eigene Identität und eine Staatsangehörigkeit.
Markt der Möglichkeiten
Foto: Photocase/C-PROMO.de
Kandidatinnen für den Verbandsrat stellen sich vor
-3-
Änderungen in der Verordnung
zur Arbeitsmedizinischen
Versorgung (ArbMedVV)
STUTTGART. Die geänderte ArbMedVV ist am 31.10.2013 in Kraft
getreten: Wesentliche Änderungen
in dieser überarbeiteten Fassung
sind u. a. die Möglichkeit, für die
Mitarbeiterin und den Mitarbeiter
auch bei Pflichtvorsorgen eine klinische Untersuchung abzulehnen.
Die Pflicht zur Beratung bleibt aber
bestehen. Darüber hinaus darf die
schriftliche Ergebnismitteilung an
den Arbeitgeber auch bei den
Pflichtuntersuchungen nur noch die
Mitteilung über die Teilnahme an
der Untersuchung und nicht mehr
die Aussage, ob aus gesundheitlicher Hinsicht Bedenken bestehen
oder nicht, umfassen. Mit dieser
Änderung soll das Individualrecht
der Beschäftigten stärker berücksichtigt werden. Das Arbeitsmedizinische Institut hat seine Ergebnismitteilung über die erfolgten Untersuchungen bereits entsprechend
angepasst.
Die Aufgaben für den Träger sind
unverändert: die Pflicht zur Veranlassung der Arbeitsmedizinischen
Vorsorge und der Unterweisung
nach Biostoffverordnung, wobei
eine Nachuntersuchung auch entfallen kann, wenn gegen die Erkrankung ein lebenslanger Impfschutz besteht.
Dr. Marcus Bauer/hb
Falls Fragen über die Durchführungsmodalitäten bestehen, wenden sich Träger
an das Arbeitsmedizinische Institut Vinzenz
von Paul Kliniken gGmbH,
Tel.: 07116489-21 90,
E-Mail: Marcus.Bauer@vinzenz.de
Förderpreis für interkulturellen
Dialog
Gesucht werden beispielhafte und
nachhaltig wirkende interkulturelle
Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche, die mit künstlerischen
Ausdrucksformen den interkulturellen Dialog fördern.
vh
Bewerbungsschluss: 1. Mai 2015
Preis: 1 000 Euro
Weitere Infos: www.pillmayerstiftung.org
Medikamentengabe in
Kindertageseinrichtungen
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat im
Juli die Broschüre
„Medikamentengabe in Kindertageseinrichtungen“
herausgegeben
und online gestellt.
Die
Broschüre
zeigt den rechtlichen Rahmen auf,
in dem sich die Medikamentengabe
bewegt. Ob im Zusammenhang mit
der Verabreichung eines Medikamentes in der Kindertageseinrichtung der Schutz der gesetzlichen
Unfallversicherung besteht, ist abhängig davon, ob dieser Teil der
Personensorge von den Erziehungsberechtigten auf die pädagogischen Fachkräfte übertragen
wurde. Wann und wie dies im Alltag
sinnvoll geschieht, wird in der Broschüre erläutert.
hb
Zu beziehen ist die
Broschüre
(Information 202-092)
unter www.dguv.de/publikationen.
4 2 01 4
A u S de n m i n i St er i e n
PIA: Ein Erfolgsmodell zur Fachkräftegewinnung!?
Fachgespräch am 14. Oktober 2014 in Berlin – PIA wird primär von kommunalen Trägern genutzt
Foto: privat
>> K u r Z u n d b ü n d i g
A u sga b e
2012 startete die Landesregierung an zwei Standorten,
mit einer kommunalen und
einer kirchlichen Fachschule,
die vergütete praxisintegrierte Erzieher(innen)ausbildung in Baden-Württemberg. Zwei Jahre später
wurde dieser Schulversuch
evaluiert. Seit März liegen
die Ergebnisse vor.
STUTTGART/BERLIN. Am 14. Oktober 2014 stellte Staatssekretärin
Marion v. Wartenberg in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin ihr Fazit Expertinnen und Experten aus anderen
Bundesländern vor. Erfahrungen
aus der Praxis berichteten Serena
Meduri, eine Schülerin, und
Samuel Schölch, ein Schüler der
Johanna-Wittum-Schule in Pforzheim, ihre Lehrerin Anja Mayer,
Claudia Schlütter Amtsleiterin
für Bildung und Sport in Pforzheim, Constanze Ott, Schulleiterin in Freiburg, und Dr. Ursula
Wollasch als Vertreterin der Trägerverbände.
Zwei Jahre nach dem Start
des Schulversuchs wird deutlich,
dass die neue Ausbildungsmöglichkeit bei Schülerinnen und
Schülern, Schulen und Trägern
sehr positiv aufgenommen wurde. Allerdings zeigt sich auch,
dass in der Mehrzahl kommunale Träger den Ausbildungsweg
PIA nutzen. Auf der Seite der
kirchlichen Träger zeigt sich
noch eine deutliche Zurückhaltung. Die Schulen geben an,
dass ihnen gegenwärtig Plätze
fehlen. Die Nachfrage ist größer
als das Angebot. Nach wie vor
ist auch für viele Interessent(inn)en die klassische Ausbildung eine Option. Von einer
Verdrängung kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht
sprechen. Dies war auch nach
Marion v. Wartenberg zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt. Beide Ausbildungswege haben ihre
Stärken, die sie für spezifische
Personengruppen attraktiv machen. Man habe mit PIA nun
zwei Optionen und erreiche auf
diese Weise Personenkreise, für
die der Erzieher(innen)-Beruf
zuvor nicht infrage kam.
PIA gelingt dort, wo Schulen,
Kommunen und Träger eng kooperieren. Noch bestehen jedoch landesweit erhebliche
„blinde Flecken“, d. h. Regionen,
in denen die praxisintegrierte
Ausbildung bisher nicht angekommen ist. Die Zusammenarbeit zwischen Träger und Kommune bekommt mit PIA neue
Fragestellungen und Handlungs-
Dr. Ursula Wollasch im Austausch mit PIA-Expertinnen und -Experten
bedarfe. Zugleich muss das enge Zusammenspiel zwischen
Schule und Einrichtung organisiert werden, damit eine intensive Begleitung der Schüler(innen) gewährleistet werden kann.
Die Anleitung in der Einrichtung
muss neu definiert, die Rolle geklärt und die Arbeit mit Ressourcen ausgestattet werden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen,
dass kleine Träger in besonderer
Weise auf regionale Netzwerke
angewiesen sind, wenn sie sich
an PIA beteiligen wollen. Die
Schulen können Knotenpunkte
in solchen Netzwerken sein, die
Träger, Kommune und Schüler(innen) zusammenführen.
Von Anfang an in ein Team
eingebunden
Hätte er nicht ein FSJ im
Waldkindergarten gemacht, wäre der 22-jährige Samuel Schölch
kaum auf die Idee gekommen,
nach seinem Abitur Erzieher zu
werden. Er schätzt an PIA, dass
er von Anfang an in ein Team
und in die konkrete Arbeit mit
den Kindern eingebunden ist.
Er baut Beziehungen auch zu
den Eltern auf und kann die Entwicklung der Kinder über die
ganze Zeit verfolgen. Mit männlichen Erziehern haben Einrichtungen mehr und andere Möglichkeiten auch in der pädagogischen Arbeit. In seinem Team
sehe man in dem männlichen
Kollegen einen großen Vorteil.
Mit 40 noch einmal als Schülerin anzufangen, war für Serena
Meduri keine Herausforderung,
sondern eher eine Chance. Die
Mutter von zwei Kindern und
ausgebildete Lehrerin für Gymnastik und Sport sieht ihr Alter
nicht als Problem an. Wer lernen
will, muss annehmen können,
auch von Jüngeren. Allerdings
erwartet sie Wertschätzung auf
beiden Seiten. Lehrer, sagt sie,
müssten selbst das verkörpern,
was sie in der Theorie vermitteln, beispielsweise Partizipati-
on. An PIA fasziniert sie, dass sie
ihr neues Wissen oft gleich in
der Praxis erproben kann. Die
Frage, wofür man etwas lerne,
sei damit sofort beantwortet.
Anja Mayer bestätigt, dass
PIA-Schüler(innen), die bereits
viel Lebens- und Berufserfahrung mitbringen, für Lehrer eine
anspruchsvolle Aufgabe darstellen. Gleichzeitig könne man mit
ihnen manche Themen viel intensiver und praxisnäher bearbeiten. Der Unterricht gewinne
dadurch ganz von selbst eine
neue Qualität. Die konstante Begleitung über drei Jahre komme
allen Beteiligten zugute.
Claudia Schlütter berichtet,
dass die Stadt Pforzheim allen
Trägern, den kommunalen und
den kirchlichen, die PIA-Ausbildung nahelegt. Die Stadt nimmt
bewusst keine Verrechnung mit
dem zugelassenen Fachkraftschlüssel vor. Schlütter beobachtet, dass PIA eine ganz neue Dynamik in die Zusammenarbeit
zwischen Praxis und Schule
bringt. Die Schule arbeitet praxisnäher und bei den Trägern
nimmt das Verständnis für die
Ausbildung zu. Interessant sei
auch, dass bei den Schülern die
Vergütung gar nicht an erster
Stelle stehe. Wichtiger sei ihnen
die Qualität der Ausbildung. Mit
diesem berechtigten Anspruch
nehmen sie alle Beteiligten in
die Pflicht.
Der Beratungsbedarf hat
zugenommen
Constanze Ott bestätigte diese Einschätzung aus der Sicht
einer Schulleitung. Der Beratungsbedarf im Vorfeld der Entscheidung für die eine oder andere Ausbildung habe erheblich
zugenommen. Angesichts der
knappen Ausbildungsplätze
müsse aber auf die jeweilige Eignung umso mehr geachtet werden. 23 % der Bewerber(innen)
könne man in Freiburg einen
PIA-Ausbildungsplatz geben und
die Nachfrage nehme noch zu.
Die Schule sehe sich in einer
vermittelnden Rolle zwischen
Schülerinnen/Schülern, Trägern
und Kommunen. PIA verlange
von allen Akteuren Verantwortungsbereitschaft und Vertrauen.
Mit gemeinsamen Veranstaltungen und der gezielten Weitergabe von Informationen mache
man in Freiburg gute Erfahrungen.
Für Träger bedeutet die PIAAusbildung, so Dr. Ursula Wollasch, Geschäftsführerin des Landesverbandes Kath. Kindertagesstätten in Stuttgart, eine neue
Möglichkeit der Personalgewinnung und -bindung, gleichzeitig
dürfe man die Anforderungen
an die Personal- und Teamentwicklung nicht unterschätzen.
Daneben sei die Koordination
der An- und Abwesenheiten der
Schülerinnen und Schüler eine
große Herausforderung an die
Dienstplangestaltung. Der Betrieb muss im Interesse der Kinder und ihrer Familien ungehindert ablaufen. Kleine Träger
kommen hier schnell an ihre
Grenzen, zumal das Thema der
Anleitung für die Träger noch
keineswegs befriedigend gelöst
ist. Qualifizierung, Finanzierung
und Vergütung brauchen verbindliche Lösungen, die PIA für
alle Träger möglich machen. Daneben ist die Verantwortung der
Leitung zu sehen, die mit ihrer
Kompetenz, Koordination und
Unterstützung den Ausbildungsprozess im Hintergrund maßgeblich mitbestimmt. PIA ist ein
Grund mehr, die anteilige Leitungsfreistellung endlich rechtsverbindlich zu verankern. Die
Träger sehen durchaus die Zukunftschancen, die PIA enthält,
aber die Hürden, sich auf die
Ausbildung konkret einzulassen,
sind für viele noch sehr hoch.
Hier muss das Land mehr Anreize setzen, wenn PIA wirklich
überall und auf Dauer ein Erfolg
wo
werden soll.
-4-
Tacheles
intereSSAnteS AuS dem netZ
AKt u eL L
KVJS-Ratgeber
Kleinkindbetreuung
Externe Betreuung des IT-Systems hält dem Landesverband den Rücken frei für das Kerngeschäft
Der Gesetzgeber hat in den vergangenen Jahren auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagiert, in denen zunehmend die Notwendigkeit außerhäuslicher Betreuung von Kindern auch vor dem dritten Lebensjahr deutlich sichtbar
wurde.
Mit einem Betreuungsangebot für
Kleinkinder stellt sich den Trägern
und dem pädagogischen Personal
vielfach die neue Aufgabe, für Kinder
dieser besonders sensiblen Entwicklungsphase die notwendigen
Rahmenbedingungen zu schaffen.
Der KVJS-Ratgeber Kleinkindbetreuung gibt Trägern von Einrichtungen, Fachkräften und Verwaltungen
einen Überblick über Rahmenbedingungen zur Eröffnung und Betriebsführung einer Kleinkindgruppe. vh
Für den Erfolg und zur
Sicherung einer guten
Dienstleistungsqualität des
LVKITA spielen zuverlässige
und leistungsfähige Informations- und Kommunikationssysteme eine wichtige Rolle.
Dies gilt nicht nur für die
externe Kommunikation mit
Trägern, Gremien und Organisationen, sondern auch für
den internen Austausch mit
Mitgliedern, Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern. Informationen und Daten sind heute
wertvoller denn je. Die permanente Verfügbarkeit von
vollständigen Informationen
an jedem Ort und zu jeder
Zeit ist selbstverständlich
geworden.
BAD WALDSEE/STUTTGART. Für die
Arbeitsabläufe des LVKITA bestand dringender Handlungsbedarf, die bestehenden Einzelsysteme, die vielfach nicht nur autark,
sondern auch veraltet waren,
durch eine integrierte und stabile Gesamtlösung zu ersetzen. Eine wesentliche Anforderung war
die Integration verschiedener
Systeme bei gleichzeitiger Reduzierung der technischen Komplexität.
Zudem war es eine zentrale
Anforderung, zukünftig eine moderne und zukunftsweisende ITLandschaft zu nutzen, die hinsichtlich Kosten sicher kalkulierbar und gleichzeitig günstiger
als die eigenbetriebenen und
veralteten Serversysteme sein
wird.
Bei einem IT-Outsourcing finden die meisten Prozesse im
Hintergrund statt. Die Computer,
an denen wir täglich arbeiten,
dienen nur als Zugangsmedium
zu deutlich komplexeren Systemen, die Unmengen von Daten
für uns speichern und zur Verfügung stellen sowie die Grundlage für sämtliche Unternehmensprozesse darstellen. Es ist für
viele Laien schwer vorstellbar,
dass die sogenannten Rechenzentren zumeist Kilometer vom
eigenen Arbeitsplatz entfernt in
irgendeinem Hochsicherheitstrakt stehen. Ist ja auch nicht so
wichtig, „solange mein Rechner
läuft und funktioniert“.
Die PCs an unseren Arbeitsplätzen sind aber nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Sollte
die Basis (in diesem Falle die ITServersysteme) überholt oder
veraltet sein und wegbrechen,
wäre der eigene PC nutzlos und
würde, um in der Bildsprache zu
bleiben, ziellos auf der Wasser-
Fotos: St. Elisabeth-Stiftung
Erfolgreiches IT-Outsourcing an die St. Elisabeth-Stiftung
Serverlandschaft in Rechenzentrum
IT-Mitarbeiter der St. Elisabeth-Stiftung
oberfläche umherirren.
Da die IT-Systeme in den allermeisten Fällen 24 Stunden an
365 Tagen im Jahr durcharbeiten, scheuen viele Unternehmen
und Einrichtungen den Eingriff
in den laufenden Prozess – „never change a running system“.
Zudem ist eine Umstellung der
IT-Systeme mit einem gravierenden Eingriff in die eingespielten
Ablaufprozesse verbunden. Die
mit der Umstellung verbundenen hohen Kosten runden das
negative Profil des Investitionsantrages ab und führen im
schlimmsten Fall zu einer Vertagung des Problems, das in diesem Moment ja noch keines ist.
Wird das Problem zu lange unterschätzt und die Lösung in die
Zukunft vertagt, können die
Auswirkungen in der Gegenwart
fatale Folgen haben, zur Handlungsunfähigkeit führen und
letztendlich die Existenz eines
Unternehmens oder einer Einrichtung gefährden.
Auch der LVKITA hatte im
Jahr 2013 mit veralteten IT-Systemen zu kämpfen. „Das Problem an sich haben wir schnell
erkannt, die möglichen Konsequenzen und Gefahren für den
LVKITA wurden uns aber erst
nach und nach bewusst“, so Dr.
Ursula Wollasch, Geschäftsführerin des LVKITA. Über einen externen Berater kam dann der
Kontakt zur IT der St. ElisabethStiftung zustande. „Da wir unter
einem gewissen Zeitdruck standen, waren wir auf eine schnel-
le, professionelle und kompetente Handlungsbereitschaft angewiesen. Nach einer Systemanalyse bei uns vor Ort hat die
St. Elisabeth-Stiftung mit sofortiger Wirkung die Betreuung der
IT-Systeme übernommen“, so
Dr. Wollasch weiter. „Die Zusammenarbeit mit der IT der St.
Elisabeth-Stiftung kann ich im
Nachhinein als äußerst positiv
und kollegial bewerten. Wir hatten sofort das Gefühl, den richtigen Partner gefunden zu haben. Dieses Gefühl wurde im
Laufe des Projekts durch die aktive Zusammenarbeit bestätigt.
Vor allem auch die Möglichkeit
zur Nutzung einer IT-Hotline,
die sich jederzeit, freundlich und
kompetent um alle Belange der
IT-Benutzer kümmert, ist ein herausragendes Merkmal des Services.“
Für Roland Hüber, Leiter des
Geschäftsbereichs IT der St. Elisabeth-Stiftung, war die Situation
des LVKITA zwar keine kleine,
aber eine bekannte und damit
lösbare Herausforderung. „Nach
der Analyse haben wir umgehend ein Konzept erarbeitet, mit
dem wir nach der Abstimmung
mit dem LVKITA auch direkt in
die Umsetzung gegangen sind.“
So wurden innerhalb kürzester
Zeit die Daten und Programme
der LVKITA komplett in das
zentrale und datenschutzkonforme Rechenzentrum der St.
Elisabeth-Stiftung übernommen.
„Eine erfolgreiche und geräuschlose Umstellung auf un-
sere Systeme war für uns natürlich ein ganz wichtiger Meilenstein in diesem Projekt. Die
Umstellung wurde im Hintergrund vorgenommen, sodass
die Mitarbeiter des LVKITA davon kaum etwas mitbekommen
haben und die gewohnten Abläufe nicht dauerhaft beeinflusst
wurden“, so Roland Hüber weiter. Nach der erfolgreichen Umstellung der IT-Systeme ist der
Auftrag für die St. Elisabeth-Stiftung aber noch nicht beendet.
Roland Hüber betont: „Die ITSysteme des LVKITA stehen wieder auf sicheren Beinen. Wir
werden aber auch nach der Umstellung noch weitere Optimierungen vorantreiben, wie beispielsweise den Ausbau der Datenleitungen, um auch in Zukunft auf dem neuesten Stand zu
bleiben. Die Welt der IT ist sehr
dynamisch. Wer sich zu lange
ausruht oder tatenlos bleibt,
wird in der Zukunft mehr korrigieren als weiterentwickeln. Es
lohnt sich daher, visionär zu
denken und zu handeln.“
Für den LVKITA bedeutet
dies, dass heute nicht nur eine
moderne und stabile IT-Umgebung zu definierten Kosten zur
Verfügung steht, sondern die gesamte IT von einem einzigen
Partner betreut wird. Die komplette Betriebsverantwortung für
die Server liegt bei der St. Elisabeth-Stiftung, die sich zudem
auch um die Sicherheit und die
Sicherung der Daten kümmert.
Die St. Elisabeth-Stiftung ist korporatives Mitglied im DiözesanCaritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V. und kennt
daher die Besonderheiten der
Sozialbranche.
Der zentrale Leitspruch der
St. Elisabeth-Stiftung lautet: „Wir
sind da und helfen, wenn Menschen uns brauchen.“ Für Roland Hüber ist es wichtig, dass
dieser Leitspruch auch für die
Mitarbeiter seines Geschäftsbereichs gilt: „Diesen Auftrag nehmen wir auch in der IT gerne an
und setzen ihn mit einem motivierten und dynamischen Team
täglich für unsere zahlreichen
internen und externen Kunden
in die Tat um.“
Simon Eitel
info
Sie haben Fragen zu den IT-Dienstleistungen
und -Services der St. Elisabeth-Stiftung?
St. Elisabeth-Stiftung, Bereich IT
Roland Hüber, Steinacher Straße 70
88339 Bad Waldsee
Tel.: 07524 906 300
E-Mail:
roland.hueber@st-elisabeth-stiftung.de
www.st-elisabeth-stiftung.de
Der Ratgeber steht zum Download bereit:
www.kvjs.de/jugend/tagesbetreuung-vonkindern/kleinkindbetreuung.html
Qualität der Zusammenarbeit
mit Eltern – Leitfaden für den
Frühpädagogischen Bereich
Der Kita-Ausbau in Deutschland
kommt inzwischen schnell voran,
doch Kritiker befürchten, dass die
Qualität dabei nicht Schritt halten
kann. Wissenschaftler und Praktiker aus dem frühpädagogischen
Bereich haben nun im Auftrag der
Vodafone Stiftung und der Karl Kübel Stiftung einen Leitfaden mit
Qualitätsgrundsätzen erarbeitet, die
in jeder Kindertageseinrichtung und
Kindertagespflegestelle umgesetzt
werden können. Dabei konzentrieren sich die Vorschläge auf die Zusammenarbeit mit Eltern als eine
der zentralen Voraussetzungen für
eine qualitätsvolle Betreuung und
Bildungsbegleitung von Kindern.
Der Leitfaden bietet eine Übersicht
leicht umsetzbarer Vorschläge und
in der Praxis erprobter Handlungsempfehlungen für alle Stationen der
Kita-Zeit – vom Erstkontakt über
die Eingewöhnungsphase und die
tägliche Zusammenarbeit bis hin
zur Einbeziehung des Lebensumfeldes der Kita und Kindertagespflegestelle.
vh
Der Leitfaden steht kostenfrei im Internet
zum Download bereit. Eine für den Onlinegebrauch angepasste Infografik finden Sie
hier ebenfalls:
www.vodafone-stiftung.de
www.kkstiftung.de
>> K u r Z u n d b ü n d i g
Seminare der Unfallkasse
Baden-Württemberg
Die UKBW bietet in ihrem Fortbildungsprogramm 2015 Seminare
für Kindertageseinrichtungen zu folgenden Themen an:
• Sicherheit und Gesundheitsschutz in Kindertageseinrichtungen
• Gesund bleiben in Kindertageseinrichtungen – Workshop zur
Durchführung der Gefährdungseinschätzung
Die Seminare richten sich an Einrichtungsleitungen und Sicherheitsbeauftragte.
vh
Weitere Informationen: www.uk-bw.de
-5-
A u sga b e
AuS de n min iS te ri en
AuS d er d iö Z e S e
Foto: iStockphoto
SPATZ qualitativ weiterentwickelt
STUTTGART. Der Ministerrat hat am
29. Juli 2014 eine qualitative Weiterentwicklung von SPATZ beschlossen. Die Veränderungen
greifen bereits seit dem neuen
Kindergartenjahr.
Die grundlegende Sprachbildung und Sprachförderung ist
im Orientierungsplan für die baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen verankert.
Darüber hinaus kann für sprachförderbedürftige Kinder ab drei
Jahren bis zum Schuleintritt zualltagsintegrierte
sätzliche
Sprachförderung
angeboten
werden. Aufgrund der ersten Erfahrungen wurde die Richtlinie
zum Kindergartenjahr 2014/2015
weiterentwickelt. Die wesentlichen Änderungen sind:
• Maßgebliche Feststellung des
Sprachförderbedarfs in allen
drei Kindergartenjahren durch
die pädagogische Fachkraft:
In den ersten beiden Kindergartenjahren hat bereits bisher
die Erzieherin/der Erzieher
über die Notwendigkeit einer
zusätzlichen intensiven Sprachförderung entschieden. Zukünftig soll auch im dritten
Kindergartenjahr die Entscheidung bei der pädagogischen Fachkraft liegen. Allerdings sind die Ergebnisse des
SETK3-5 der Einschulungsun-
tersuchung einzubeziehen.
• Absenkung der Mindestgruppengröße von 4 auf 3 Kinder.
• Absenkung des Gruppenteilers von 12 auf 7 Kinder. Bei
SBS-Gruppen kann die Gruppe mit nicht förderbedürftigen Kindern bis maximal 20
aufgefüllt werden.
• Absenkung der Gruppengröße bei Kitas mit mindestens
80 % Kindern mit Migrationshintergrund auf 5 Kinder
• Einheitlicher Zuschussbetrag
von 2.200,– Euro pro Fördergruppe unabhängig von der
Gruppengröße
• Vorverlegung des Auszahlungszeitpunktes vom 1. Februar auf den 1. Januar, um
kleinen Trägern den Einstieg
zu ermöglichen
• Einbeziehung von Familienund Kinderzentren sowie Einrichtungen der Wohlfahrtspflevh
ge
info
Antragsformulare erhalten Sie unter
www.l-bank.de/SPATZ.
Aktuelle Informationen zu SPATZ:
www.sprachfoerderung-bw.de
AuS de r P rA x iS
Aufgepasst – jetzt kommen wir!
Partizipation im Kindergarten St. Magnus in Wernau
WERNAU. Wir, das sind laut der Leiterin Gabriele Schultes nicht die
Erzieherinnen vom Kindergarten
St. Magnus. Wir, das sind 70 Kindergartenkinder, die das Haus mit
Leben füllen.
Partizipation bedeutet Teilhabe und Mitbestimmung. Zu den
Kinderrechten gehört auch das
Recht, dass Kinder gehört und
beteiligt werden. Damit dies
auch wirklich gelingen kann, ist
es unerlässlich, sich mit diesem
Thema im Team auseinanderzusetzen. Das Team von St. Magnus sieht die Partizipation als eine Herausforderung, die Rolle
der Erzieherin/des Erziehers zu
überdenken. Das Team hat sich
dieser Herausforderung in mehreren Sitzungen gestellt und erfolgreich auf den Weg gemacht.
Die Erzieherin/Der Erzieher ist
nicht länger die Person, die Kinder beschäftigt, überwacht oder
bei Streitigkeiten über Recht entscheidet. Das Kind als kompetenter Akteur seiner Entwicklung
steht im Mittelpunkt. Ihm wertschätzend, achtsam und interessiert zu begegnen, mit der Bereitschaft, sich auf seine Themen einzulassen, ist dem Team
4 2 01 4
ein Anliegen. Die Kinder zeigen
uns ihre Interessen und Themen, wenn wir bereit sind, diese zu sehen und wirklich auf sie
zu hören, so die Leiterin Schultes. Hier heißt es: Sehr gut beobachten, sich zurücknehmen und
das Kind agieren lassen.
Die Kinder werden ganz bewusst und intensiv in jegliche
Planung und Organisation des
Kindergartengeschehens einbezogen. Im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung planen und entscheiden die Kinder ihre Themen und
Projekte von Anfang an mit.
Über Ausflugsziele, Inhalt und
Ablauf von Festen, Projekte,
Raumgestaltung und vieles mehr
entscheiden die Kinder. Dabei ist
es wichtig, offene Fragen zu stellen. Fragen, bei denen die Kinder wirklich mitreden können.
Also weg von manipulierenden
Fragen, bei denen die Antwort
schon vorgegeben ist. Jetzt ist
die Erzieherin ganz Ohr und
hört aufmerksam zu, was die
Kinder sagen. Die Bedürfnisse,
Wünsche, Anregungen und auch
die Kritik der Kinder werden bewusst wahrgenommen.
Kirchliche Seite begrüßt SPATZWeiterentwicklung
STUTTGART. Mit Schreiben vom
29.9.2014 hat die 4-K-K zur geplanten Änderung der Verwaltungsvorschrift über Zuwendungen zur Sprachförderung in allen
Tageseinrichtungen für Kinder
mit Zusatzbedarf von 2012 Stellung genommen.
Die 4-K-K begrüßt die qualitativen Veränderungen, insbesondere, dass die neuen Vorgaben die Kompetenz der pädagogischen Fachkräfte verstärkt einbeziehen. Die neue Entscheidungsbefugnis im Hinblick auf
die Frage, ob eine Förderung
im dritten Kindergartenjahr erfolgen soll, trägt der Alltagsrealität in den Einrichtungen auf
angemessene Weise Rechnung.
Bindung und Beziehung sind
gerade in der Sprachförderung
nicht zu unterschätzende Faktoren. Daher kommt der Einschätzung der pädagogischen Fachkraft berechtigterweise eine entscheidende Funktion zu. Die Änderung war fachlich überfällig.
Ungeachtet der qualitativen
Verbesserungen, die auch in den
neuen Gruppengrößen, dem Zulassungsverfahren und den Antragsmodalitäten zum Ausdruck
kommen, sieht die 4-K-K nach
wie vor den Handlungsbedarf
im Hinblick auf ein alltagsintegriertes Gesamtkonzept. Die
Vereinfachung des Verwaltungs-
verfahrens kommt Trägern und
Einrichtungen zugute, über die
Qualität der Sprachförderung an
sich sagt sie nichts aus. Wie
schon in ihrer Stellungnahme
vom 3.7.2012 und zuletzt in einem Schreiben an Staatssekretärin Marion v. Wartenberg vom
11.3.2014 mahnt die 4-K-K auch
jetzt die Entwicklung eines alltagsintegrierten Konzepts zur
Sprachbildung und -förderung
an. Neben spezialisierten Fachkräften ist die fachspezifische
Begleitung der Teams notwendig. Im Hinblick auf die Sprachentwicklung der Kinder muss
das ganze Team sensibel und
kompetent sein. Die Erweiterung der förderberechtigten Institutionen nimmt die 4-K-K mit
Zurückhaltung auf. Hier ist aus
ihrer Sicht erst noch eine juristische Klärung notwendig, ob
Mütter- und Familienzentren zu
den im KiTaG erwähnten Jugendhilfeeinrichtungen im engeren Sinne zählen. Den Nachweis
einer engen Kooperation mit einer Kita betrachtet die 4-K-K als
nicht ausreichend. Im Rahmen
der SBS-Bildungskooperationen
regt die 4-K-K eine Öffnung an,
die nicht nur örtliche Musikschulen, sondern auch kirchliche Träger und Vereine berücksichtigt.
wo
AuS d en mini Steri e n
Die Kinder erfahren dabei,
dass sie ernst genommen werden, mitbestimmen und etwas
bewirken können. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt und
Selbstwirksamkeit erlebt. Das
Kind erfährt Wertschätzung und
Anerkennung. Freies Sprechen
im Plenum ist ihm vertraut, es
bildet sich eine eigene Meinung
und kann Bedürfnisse äußern.
Das Team um Gabriele Schultes ist überzeugt von seinemWeg, mehr Partizipation mit den
Kindern zu leben.
Und was sagen die Kinder
dazu?
Fabio: „Gut, dass wir am Naturtag da hingehen, wo wir wollen.
Wir müssen nicht irgendwohin.“
Lars: „Gut, dass wir mitbestimmen. Mir gefällt, dass ich sagen
kann, was ich gut finde.“
Felix: „Ich finde das auch gut.
Man kann sagen, was man will,
und was einem nicht gefällt,
wird besprochen. Wir stimmen
richtig ab.“
Simon: „Ich finde das gut, dass
wir entscheiden können, wie wir
was machen. Jetzt ist es nie langweilig.“
Gabriele Schultes/vh
Pilotprojekt gestartet
Elektronische Abgabe der unverzüglichen Personalmeldung
STUTTGART. Träger von Kindertageseinrichtungen unterliegen gemäß § 47 SGB VIII der Meldepflicht gegenüber der Aufsichtsbehörde vor Betriebsaufnahme
der Einrichtung. Neben Name
und Anschrift des Trägers sowie
Art und Standort der Einrichtung
sind unter anderem auch Namen
und Ausbildung der Leitung und
der Betreuungskräfte anzuzeigen.
Änderungen diesbezüglich sind
dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) als Aufsichtsbehörde unverzüglich zu
melden.
In Bezug auf Erleichterung im
Betriebserlaubnisverfahren haben sich das Land, die kommunalen Landesverbände und der
KVJS im Rahmen des Flexibilisierungspakets U3 auf entbürokratisierende Verfahrenserleichterungen verständigt. Der KVJS hat
eine elektronische Lösung zur
Abgabe der unverzüglichen Personalmeldung gemäß § 47 SGB
VIII im Rahmen des EDV-Programms „Kita-Data-Webhouse“
(KDW) entwickelt. Mit der elektronischen Meldung über KitaData-Webhouse haben die Träger die Möglichkeit, mit geringem bürokratischem Aufwand
ihrer Meldepflicht nachzukommen.
Das Verfahren wird nun in einigen Landkreisen auf seine Praxistauglichkeit erprobt, bevor es
flächendeckend eingeführt wird.
Dabei werden zum einen die Erfahrungen der Träger und Einrichtungen im Umgang mit dem
neuen Verfahren eingeholt, zum
anderen erprobt das KVJS-Landesjugendamt die Arbeitsmenge
und deren Verarbeitung.
Die Erprobungsphase hat am
1. September 2014 begonnen
und läuft bis zum 28. Februar
2015. Nach Auswertung der Erfahrungen soll dann im Anschluss die elektronische Abgabe der unverzüglichen Personalmeldung ab Sommer 2015 flächendeckend für alle Träger in
Baden-Württemberg eingeführt
werden.
vh
-6-
Tacheles
Au S den m i niS t er ien
AKtue LL
„Kinderschutz und Frühe Hilfen“ in Baden-Württemberg
STUTTGART. Der Report, der im
Auftrag des Sozialministeriums
von der FamilienForschung im
Statistischen Landesamt erstellt
wurde, zeigt laut Sozialministerin Katrin Altpeter, dass die Jugendämter immer mehr Kinder
und Jugendliche wegen akuter
Krisensituationen in Obhut nehmen müssen, um sie bei einer geeigneten Person oder Einrichtung vorläufig unterzubringen.
Insgesamt hat sich demnach
die Zahl der vorläufigen Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von
1 658 Fällen im Jahr 2005 auf
3809 Fälle im Jahr 2013 erhöht.
Etwa ein Fünftel der Kinder und
Jugendlichen wurde auf eigenen
Wunsch in Obhut genommen.
Die vollständige oder teilweise Übertragung der elterlichen
Sorge auf das Jugendamt oder
einen Dritten als Vormund oder
Pfleger können nur Familiengerichte anordnen. 2013 wurden in
Baden-Württemberg 1 037 gerichtliche Maßnahmen zum Entzug der elterlichen Sorge ergriffen. Darunter waren 358 Kinder
im Alter von unter sechs Jahren.
Hauptgrund für vorläufige
Schutzmaßnahmen ist eine
Überforderung der Eltern oder
eines Elternteils, gefolgt von Be-
ziehungsproblemen, Anzeichen
von Misshandlung und Vernachlässigung.
Foto: Thinkstock
Die Zahl der vorläufigen
Schutzmaßnahmen für
Kinder und Jugendliche
unter 18 Jahren hat sich seit
2005 mehr als verdoppelt
Gefährdungseinschätzungen als
neues Instrument
Bei knapp einem Drittel der
Inobhutnahmen ging eine sogenannte Gefährdungseinschätzung (§ 8a Abs. 1 SGB VIII) voraus. Die Jugendämter müssen
seit Januar 2012 (Inkrafttreten
des Bundeskinderschutzgesetzes) das Gefährdungsrisiko für
junge Menschen einschätzen,
wenn ihnen gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des
Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden.
Flächendeckende Kinderschutznetzwerke
Gemeinsam mit den Stadtund Landkreisen setzt die Landesregierung auf präventive Kinderschutzmaßnahmen, um werdenden Eltern sowie Eltern mit
Säuglingen und Kleinkindern in
belastenden Lebensumständen
frühzeitig niederschwellige Beratung und Unterstützung anzubieten. Die Frühen Hilfen wurden in den vergangenen Jahren
massiv ausgebaut.
Familienhebammen bieten Hilfe
Als besonders wirksamer Ansatz im Bereich der Frühen Hilfen hat sich der Einsatz von
Familienhebammen und Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger(innen) erwiesen.
Dabei handelt es sich um speziell fortgebildete Hebammen
und Kinderkrankenschwestern
mit zusätzlichen Qualifikationen.
Vor allem die Familienhebammen kommen durch ihre Tätigkeit mit vielen Eltern in Kontakt.
berg von einer Steuerungsgruppe begleitet, in der alle maßgeblichen Akteurinnen und Akteure mitwirken. Im Rahmen der
Bundesinitiative stehen BadenWürttemberg 2014 rund 5,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Unterstützung durch Bundesinitiative
Weitere Maßnahmen
Umrahmt wird der Ausbau
des präventiven Kinderschutzes
im Land durch den Bund, der
den Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen in den Ländern im
Rahmen der Bundesinitiative
Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen unterstützt.
Die Umsetzung der Bundesinitiative wird in Baden-Württem-
info
www.sozialministerium-bw.de
www.fafo-bw.de
Über die Frühen Hilfen hinaus unterstützt das Sozialministerium Altpeter zufolge weitere
Maßnahmen zur Stärkung des
Kinderschutzes. Dazu gehörten
u. a. das Familienbildungsprogramm STÄRKE für Familien in
besonderen Lebenssituationen,
aber auch Projekte, bei denen
Ehrenamtliche junge Familien
begleiten und bei ihren Aufgaben unterstützen, und nicht zuletzt auch die geplante Verankerung der Kinderrechte in der
rie
Landesverfassung.
auch für kommunale Träger offen.
Inhalte, Methoden, Zeitumfang und Veranstaltungsort legen Träger
und Fachberatung individuell für die jeweiligen Einrichtungen fest.
Die Themen finden Sie im Tacheles-Magazin Spezial „Religion
erLeben“ auf der Homepage des Landesverbandes www.lvkita.de.
Bitte wenden Sie sich bei Interesse an Ihre Fachberatungsstelle.
Einführungsseminare
Seminare zu Einzelthemen
Basis-Seminare
Kompakt-Kurse
Konzeptionsentwicklung
Grundlage der Einführungsseminare
sind inhaltliche Module, die mit dem
Träger individuell verhandelt werden.
Empfohlen wird die Kombination eines Grundlagenseminars mit einem
Einzelthema (jeweils halbtägig).
Die Themenstellung wird vom Träger
vorgenommen. Der Themenkatalog
in der Fortbildungskonzeption stellt
dazu eine Empfehlung dar.
Im Basis-Seminar sind die Inhalte des
Kompakt-Kurses enthalten. Die Konzeptionsentwicklung wird vorbereitet.
Die Schwerpunkte werden individuell
mit dem Träger zusammen festgelegt.
Im Kompakt-Kurs ist die Konzeptionsentwicklung bereits enthalten.
Die Konzeption wird parallel zum
Kurs zusammen mit dem Träger und
seinen Einrichtungen erstellt.
Die Konzeptionsentwicklung kann
mit dem Basis-Seminar kombiniert
werden.
Dauer: 4 Tage, verteilt über max. ein
Jahr
Dauer: 8 Tage, verteilt über
mindestens ein Jahr
Preise: Für katholische Einrichtungen
in der Diözese Rottenburg-Stuttgart:
540,– Euro; auf Wunsch, halbtägig:
270,– Euro (Ermäßigung von 50 %
enthalten). Für kommunale Mitgliedseinrichtungen: 1 080,– Euro
Gruppenzusammensetzung:
22 Personen, aus Einrichtungen
eines Trägers empfohlen. Bei Bedarf
wird zusammen mit dem Träger die
Obergrenze der Teilnehmenden festgelegt.
Leitung: Geschäftsstelle des Landesverbandes Kath. Kindertagesstätten
Preise: Für katholische Einrichtungen
in der Diözese Rottenburg-Stuttgart:
1 512,– Euro (Ermäßigung von 30 %
enthalten). Für kommunale Mitgliedseinrichtungen: 2 160,– Euro
Gruppenzusammensetzung:
w22 Personen, aus Einrichtungen eines Trägers
Leitung: Fachberatungsstelle des
Landesverbandes Kath. Kindertagesstätten
# "!
!
S TUTTGAR T .
Die Ordnung der
Tageseinrichtungen
für Kinder
in der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde grundlegend überarbeitet und liegt nun
vor. Dabei wurden Anregungen
von Trägern und Leitungen zur
Weiterentwicklung der Ordnung
berücksichtigt. Die gesetzlichen
Anforderungen des aktuellen KiTaG und des Datenschutzes sowie die Kleinkindbetreuung sind
nun in die Ordnung aufgenommen. Als neue Anhänge enthält
die Ordnung eine Vereinbarung
zur Fortsetzung des Betreuungsverhältnisses im Anschluss an
die Betreuung in der Kleinkindgruppe und eine Einverständniserklärung zum Entfernen von
Zecken. Die Einwilligungserklärungen zur Entwicklungsdokumentation, Ton- und Videoaufzeichnungen und Veröffentlichungen von Fotos wurden der
Datenschutzbroschüre des Kultusministeriums angepasst.
GEMEINSAM
G E S TA
T A LT
LT E N
– MEHR ERR
EICHEN
Ordnung der
Tageseinricht
ungen für Kin
in der Diözes
der
e Rottenburg
-Stuttgart
Mit ihrer religionspädagogischen Konzeption geben katholische Träger
gegenüber den Eltern, ihren Kooperationspartnern und der Öffentlichkeit Auskunft über das besondere kirchliche Profil ihrer Einrichtung.
Der Landesverband unterstützt sie bei der Konzeptionsentwicklung ab
2015 mit speziell entwickelten Inhouse-Fortbildungen. Der Zukunftsfonds der Diözese Rottenburg-Stuttgart gewährt katholischen Trägern
eine finanzielle Förderung. Unabhängig davon sind die Fortbildungen
Dauer: 1 Tag
"
Kindertagese
Übersicht: Inhouse-Fortbildungen zur Religionspädagogik 2015
Dauer: 2 Tage
Ordnung der
Tageseinrichtung
für Kinder
Preise: Für katholische Einrichtungen
in der Diözese Rottenburg-Stuttgart:
3 024,– Euro (Ermäßigung von 30 %
enthalten). Für kommunale Mitgliedseinrichtungen: 4 320,– Euro
Dauer: 4 Tage, verteilt über
mindestens ein Jahr
Preise: Für katholische Einrichtungen
in der Diözese Rottenburg-Stuttgart:
Preise: Für katholische Einrichtungen 4 320,– Euro. Für kommunale Mitin der Diözese Rottenburg-Stuttgart:
gliedseinrichtungen: 4 320,– Euro
8 640,– Euro. Für kommunale MitFinanzielle Förderung: Katholischen
gliedseinrichtungen: 8 640,– Euro
Trägern wird empfohlen, bis zum
Finanzielle Förderung: Katholischen
Gruppenzusammensetzung:
Trägern wird empfohlen, bis zum
22 Personen, aus Einrichtungen eines 30.4.2015 beim Zukunftsfonds der
Trägers
Diözese einen Antrag auf Förderung
zu stellen.
Leitung: Fachberatungsstelle des
Landesverbandes Kath. Kindertagesstätten
30.4.2015 beim Zukunftsfonds der
Diözese einen Antrag auf Förderung
zu stellen.
Gruppenzusammensetzung:
22 Personen, aus Einrichtungen eines
Trägers
Gruppenzusammensetzung:
22 Personen, aus Einrichtungen eines Leitung: Geschäftsstelle des LandesTrägers
Die Veranstaltung wird von einer
verbandes Kath. Kindertagesstätten
Fachberaterin/einem Fachberater und Leitung: Geschäftsstelle des Landes- Die Veranstaltung wird von einer
einer Referentin/einem Referenten
verbandes Kath. Kindertagesstätten
Fachreferentin und einer Refekontinuierlich begleitet (TeamteaDie Veranstaltung wird von einer
rentin/einem Referenten kontinuierching).
Fachreferentin und einer Referenlich begleitet (Teamteaching).
tin/einem Referenten kontinuierlich
begleitet (Teamteaching).
inrichtung
vh
bestellung
Mitglieder können die Ordnung zum Preis
von 1,50 Euro beziehen. Für Nichtmitglieder
kostet das Exemplar 2,30 Euro.
Das Bestellformular des Materialdienstes finden Sie auf der Homepage des Landesverbandes: www.lvkita.de.
>> L i te r A t u r ti P P
Sexualpädagogik
in der Kita
Jörg Maywald zeigt im vorliegenden Buch auf, wie Kinder in ihrer
kindlichen Sexualität beschützt, gestärkt und begleitet werden können. Er beschreibt praxisnah die
frühkindliche Sexualpädagogik im
Kita-Alltag sowie die typischen
Merkmale kindlicher Sexualität und
die psychosexuelle Entwicklung.
Maywald beschäftigt sich im Buch
auch damit, wie die Kita sexualisierter Gewalt vorbeugen kann und
was bei sexuellen Übergriffen oder
Anzeichen für sexuellen Missbrauch
zu tun ist. Zahlreiche Fallbeispiele,
leitende Reflexionsfragen und ein
Informationsteil machen das Buch
sehr lesenswert und liefern wertvolle Informationen über Umsetzung
und Grundlagen der Sexualpädagogik in der Kita.
Jörg Maywald ist Geschäftsführer
der Deutschen Liga für das Kind,
Professor an der FH Potsdam und
Sprecher der National Coalition für
die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland.
Rie
Jörg Maywald: Sexualpädagogik in der Kita,
2013 Verlag Herder (19,99 Euro)
-7-
A u sga b e
4 2 01 4
Foto: privat
Qu AL ifiZ ier un g
Religion erLeben und erlebbar machen
Basisseminar zu religionspädagogischer Profilbildung
giösen Themen so eine Bereicherung für unsere Teamarbeit
ist.“ So das Resümee der Leiterin
Josefine Heinzler. Diese Besonderheit ist auch den Referentinnen Dr. Doris Ziebritzki und Anke Schmitzer aufgefallen, die es
für bemerkenswert halten, mit
welcher Offenheit die pädagogischen Fachkräfte den religiösen
Fragestellungen begegnet sind.
Vor allem der erste Fortbildungstag war geprägt von der persönlichen Auseinandersetzung mit
dem Thema Religion. Welche eigenen Erfahrungen habe ich bereits gesammelt und wie bereichern sie mich in meiner Arbeit
mit den Eltern und Kindern in
der Einrichtung? Diese Auseinandersetzung war für die Teilnehmenden ein wichtiger
>> K u r Z u n d b ü n d i g
Landesprogramm
„Gemeinsam sind wir bunt“
Foto: Thinkstock
SCHEMMERBERG. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des katholischen Kindergartens St. Martin
halten stolz die Teilnahmebestätigung in ihren Händen. Nach vier
erfolgreich verlaufenen InhouseFortbildungstagen ziehen alle Beteiligten eine positive Bilanz über
das Basis-Seminar „Religion erLeben“.
Die beiden Referentinnen
und die Teilnehmenden haben
sich am letzten Fortbildungstag
eingehend mit der Reflexion des
Basis-Seminars befasst, da sie zu
den drei Projektstandorten des
Landesverbandes gehören und
die gemachten Erfahrungen für
weitere Gruppen von wesentlicher Bedeutung sind.
„Wir hätten nicht gedacht,
dass der Austausch zu den reli-
Grundbaustein für den weiteren
Verlauf des Basis-Seminars.
Die folgenden drei Fortbildungstage wurden von den Referentinnen, der Gruppe und der
Fachberatung dialogisch gestaltet, indem die Wünsche und Bedürfnisse der Gruppe aufgegriffen wurden. Die Referentinnen
arbeiteten die Themen intensiv
für das Team aus, um den religionspädagogischen und spirituellen Hunger der Gruppe stillen
zu können.
Themen wie „Kirchenraumpädagogik“, „Tod“ oder „Beten“
wurden für die praktische Umsetzung mit den Kindern erarbeitet. Aber nicht nur die Arbeit mit
den Kindern, sondern auch die
Arbeit mit den Eltern war Bestandteil des Seminars. Ein El-
ternabend fand bereits statt, bei
dem religiöse Themen betrachtet
wurden. Diesen sahen sowohl
die Eltern als auch das Team als
positiven Baustein in der religionspädagogischen Arbeit.
Alle Beteiligten sehen ihre Erfahrungen in einem Zitat von
Prof. Dr. Martin Lechner treffend
zum Ausdruck gebracht: „Die
,religionssensible Erziehung’, die
in behutsamer Art das gläubige
Leben, die existentiellen Erfahrungen und die spirituellen
Sehnsüchte der Kinder wahrnehmen, anerkennen, herausfordern
und begleiten will, war der religionspädagogische Rahmen, in
dem die Seminarinhalte eingebettet waren.“
Die Konzeptionsentwicklung
war ein Teil der Agenda der
Fortbildung, sodass es dem
Team in den nächsten Wochen
möglich sein wird, die religionspädagogische Konzeption für ihre Einrichtung zu erarbeiten.
Sara Lautenbacher
A u S de r d iö Z e Se
Kinderschutz muss in den Alltag eingebunden werden
Fachforum Prävention sexuelle Gewalt stellt institutionelles Kinderschutzkonzept vor
Förderung von Modellprojekten
zum Bürgerengagement
Bewerbungsfrist 31.12.2014
STUTTGART. Im Rahmen der Umsetzung der Engagementstrategie Baden-Württemberg fördert das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren
Baden-Württemberg mit dem Programm „Gemeinsam sind wir bunt“
Modellprojekte in Städten und Gemeinden, die erproben, wie ein solidarisches Zusammenleben in einer
vielfältigen Gesellschaft wie der unseren verbessert werden kann.
Dazu gehören Vorhaben, die sich
beispielsweise mit Inklusion, Integration, Generationendialog, Engagement im Alter oder in der Pflege
beschäftigen.
Zielgruppe sind Akteure des bürgerschaftlichen Engagements, zum
Beispiel Kommunen und Landkreise, Verbände und Einrichtungen gemeinnütziger, mildtätiger
oder kirchlicher Zwecke, Kirchengemeinden und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts
sowie gemeinnützige eingetragene
Vereine, die bereit sind, die Trägerschaft im Rahmen des Programms
„Gemeinsam sind wir bunt“ zu
übernehmen und dafür eine koordinierende Stelle zu unterhalten.
Umfang und Art der Förderung:
Teilnehmende Projekte können
dank der Unterstützung der BadenWürttemberg Stiftung über einen
Zeitraum von zweieinhalb Jahren
mit jeweils bis zu 30 000 Euro gefördert werden.
vh
Weitere Informationen und
Ausschreibung zum Programm
„Gemeinsam sind wir bunt!“
unter www.sozialministerium-bw.de.
STUTTGART. Im Rahmen des Fachforums Prävention sexueller Gewalt wurden am 8. Oktober im
Tagungszentrum Stuttgart-Birkach die Prozesse und Ergebnisse von Maßnahmen eines institutionellen Kinderschutzkonzepts
vorgestellt.
In einem empirisch ausgerichteten Projekt arbeiteten in den
letzten zwei Jahren vier verschiedene Modellpraxisfelder in sieben Einrichtungen zusammen
mit der Universität Ulm an den
drei Schwerpunkten Risikoanalyse, Beschwerdemanagement
und Informationen zum sexuellen Missbrauch.
Prälat Wolfgang Tripp betonte
in seiner Begrüßung Achtsamkeit als wesentlichen Parameter
für eine Kultur der Verantwortung zum Schutz der Kinder in
Einrichtungen der Caritas. Diese
Haltung prägt auch die Leitlinien zur Prävention von sexuellem
Missbrauch sowie zum Verhalten
bei Missbrauchsfällen in den
Diensten und Einrichtungen des
Caritasverbandes der Diözese
Rottenburg-Stuttgart mit dem Titel: „Wir schauen hin – auch bei
Schwierigkeiten zeigten sich
• bei fehlenden deutschen Sprachkenntnissen,
• bei unterschiedlichen Kulturen mit unterschiedlichen Tabus zu Sexualität und Gewalt,
• bei dem Versuch, unterschiedliche Sichtweisen im Team auf einen gemeinsamen,
auch kleinen Nenner, zu bringen und
• durch Personalfluktuation.
uns.“ Den Schutz für Kinder weiterzuentwickeln, weiterzutreiben
und Sorge zu tragen für die anvertrauten Kinder, ist ein Ziel
des
Kinderschutzkonzepts.
Wichtig für einen wirksamen
Kinderschutz sind für Prälat
Tripp offene Augen und Ohren,
die Vernetzung von Diensten sowie deren Feld- und Fachkompetenz.
Laut Projektleiter Dr. Hubert
Liebhardt, Universität Ulm, ist es
im Projekt gelungen, Theorie,
Empirie und Praxis zusammenzubringen und aus Praxisbeispielen voneinander zu lernen.
Die Befragungen in den Modellpraxisfeldern machten auch das
Nichtwissen über Kinderschutz
deutlich. Kinderschutz braucht
Beteiligung und Stärkung der
Die Modellpraxisfelder:
Als Highlights wurden benannt:
Stationäre Tag-/Nacht-Struktur
SKF: Kinder- und Jugendhilfe Neuhausen
IN VIA: Hildegardisheim
• Sich Zeit nehmen im Team für ein Thema und ins Gespräch kommen über
grenzverletzendes Verhalten,
Ambulante Geh-Struktur
Caritasregion Ludwigsburg-Waiblingen-Enz:
Frühe Hilfen
• kritische Orte und Situationen in Bezug
auf Gewalt in der Kita finden und benennen,
Ambulante Komm-Struktur
IN VIA: KiTa/KiFaz Wilde Hilde
Jugendmigrationsdienste Caritasregion
Ost-Württemberg: Offene Jugendarbeit
Oberkochen
• gegenseitige Verständigung von Kita und
Familie zu Grenzverletzungen bei Kindern,
• Offenheit unter den Beteiligten trotz eines so emotionalen Themas,
Freizeiteinrichtung
Familienferiendorf Eglofs
• Atmosphäre im Haus hat sich über das
miteinander Reden verändert.
Kinder. Es müssen
Überall wurde mit den Kindern eine
Mindeststandards für Ampel entwickelt, die
eine Kultur der
Grenzachtung festge- • in Rot Verhalten nennt,
das immer falsch ist und
legt werden. Die
keinesfalls geduldet wird,
Schlussfolgerungen
von Dr. Liebhardt • in Gelb Verhalten nennt, das
pädagogisch kritisch ist und
aus den Projekterfahbesprochen werden muss,
rungen:
• Kinderschutz ist • in Grün Verhalten nennt,
das im Miteinander
immer ein Bündel
angemessen ist.
von präventiven
und interventiven
Maßnahmen.
le ausgestellte Ampeln zeigen
• Kinderschutz bedarf eines ste- an der Sprache und den Einteitigen Bewusstseins von Ach- lungen, dass sich die Kinder intung und Respekt.
tensiv damit auseinandergesetzt
• Erreichtes muss abgesichert haben und sehr genau wissen,
und regelmäßig geprüft wer- was ihnen guttut und was nicht.
den.
Deutlich wurde an allen Praxis• Kontinuität im Kinderschutz beispielen, dass Kinderschutz in
ist abhängig von zeitlichen den Alltag eingebunden sein
und personellen Ressourcen.
muss, wenn er ernst genommen
• Die Kultur des Schweigens wird. Beachtet werden müssen
muss durch eine Kultur der • verschiedene Altersgruppen,
Achtsamkeit und des Redens • unterschiedlichste Kinder,
darüber ersetzt werden.
• unterschiedlichste ErfahrungsDie Darstellungen der Prozesse
hintergründe sowie
aus den sieben Modellpraxisfel- • Migrationshintergrund und
dern gaben sehr interessante
ethnische Perspektiven.
Einblicke in die Erfahrungen aus Rollen in der Kindertageseinrichdem Projekt. Highlights und tung müssen geklärt sein und
Schwierigkeiten wurden be- es bedarf Haltung und Hartnänannt.
ckigkeit der pädagogischen
Aus allen Einrichtungen wur- Fachkräfte, immer wieder Gede berichtet, dass die Kinder und sprächsanlässe zum Thema Kinhb
Jugendlichen mit großem Enga- derschutz zu schaffen.
gement an ihren Beteiligungsformen mitgearbeitet haben. DaDie Ergebnisse der Projektarbeit werden
bei haben sowohl junge Kinder
im Jahr 2015 als Buch veröffentlicht:
als auch Jugendliche die für sie
Gerburg Crone/Hubert Liebhardt (Hrsg.),
Institutioneller Schutz vor sexuellem
und ihre Betreuenden zutreffenMissbrauch: Achtsam und verantwortlich
den Verhaltensweisen gesamhandeln in Einrichtungen der Caritas
Verlag Beltz Juventa
melt, diskutiert und zugeordnet.
ISBN 978-3-7799-3235-2
Beim Markt der Praxisbeispie-
infO
-8-
Tacheles
Foto: Thinkstock
AK tu eL L
Die hundert Sprachen der Kinder
Internationaler Kongress in Stuttgart
STUTTGART. Was können pädagogische Fachkräfte dazu beitragen,
dass Mehrsprachigkeit mehr
Chance als Belastung für die Bildungsentwicklung der Kinder
wird? Wie kann die Qualität der
(sprachlichen) Bildungsangebote vor dem Hintergrund der
neueren Erkenntnisse weiterentwickelt werden? Wie kann dabei
die Begleitung der Bildungsprozesse im Sinne einer dialogischen
Haltung gestaltet werden?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Internationalen
Kongresses „Die hundert Sprachen der Kinder“, zu dem das
Kultusministerium gemeinsam
mit der Stadt Stuttgart am 9. und
10. Oktober in die Liederhalle
eingeladen hatte. Experten stellten Erkenntnisse aus Forschung
und Praxis vor und gaben Impulse für die Weiterentwicklung
von Sprachförderung und
sprachlicher Bildung.
Sprachförderung braucht Familienorientierung
Dass Sprache als Schlüssel zu
mehr Bildungsgerechtigkeit betrachtet werden muss und den
Erzieher(inne)n dabei eine zentrale Rolle zukommt, ist mittlerweile allgemein anerkannt. Prof.
Dr. Marcus Hasselhorn vom
Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung
weist darauf hin, dass sprachliche Kompetenzunterschiede bei
Schuleintritt bereits „eine gute
Vorhersage über die spätere
Schulentwicklung“ zulassen. Um
Kindern hier zu mehr Chancengerechtigkeit zu verhelfen, sei
zusätzlich zum quantitativen
Ausbau eine Qualitätsoffensive
in der frühkindlichen Bildung
nötig. Studien zeigten, dass institutionelle Betreuung sich positiv
auf die Entwicklung von Kindern auswirke. Neuere Ergebnisse weisen aber auch darauf
hin, dass die Wirksamkeit der
Förderung im Kindergarten in
Wechselwirkung mit häuslichen
Faktoren stehe. Hasselhorn betont, dass eine hohe institutionelle Anregungsqualität sich
dann positiv auswirke, wenn
auch die häusliche sprachliche
Anregungsqualität hoch sei.
Um diese häusliche Anregungsqualität zu unterstützen,
müssen Fachkräfte in Kitas in
der Lage sein, Zugang zu Eltern
aus den unterschiedlichsten sozialen Lebenswelten zu finden.
Das ist auch der zentrale Blickwinkel von Prof. Dr. Carsten
Wippermann von der Kath. Stiftungsfachhochschule in München. Auf der Basis der DELTAMilieus stellt er die Vielfalt der
Lebenswelten von Familien in
Deutschland in den Mittelpunkt.
Kindertageseinrichtungen sollten vor diesem Hintergrund als
Chance für Begegnung und gesellschaftliche Integration gese-
hen werden – auch und gerade
mit Blick auf Sprache.
In Stuttgart führt diese Sichtweise dazu, dass die Stadt sich
besonders in sozial schwachen
Wohngebieten in der Förderung
von Kinder- und Familienzentren engagiert, so Bruno Pfeifle
vom Jugendamt Stuttgart. Staatssekretärin Marion v. Wartenberg
betont, das Land sehe Familienzentren als Chance für die Kindertageseinrichtungen insgesamt – nicht nur in sozial schwachen Quartieren. Familienzentren sollten in die Förderung
des Landes aufgenommen werden, so Marion v. Wartenberg.
Sprachliche Bildung im Dialog
Die Frage der Qualität der
sprachlichen Bildung in der Einrichtung stand im Mittelpunkt
weiterer Vorträge. Prof. Dr. Sabina Pauen, Uni Heidelberg, betonte den engen Zusammenhang zwischen Sprachentwicklung und Denkentwicklung.
Sprachliche Bildung müsse dialogorientiert an den Interessen
des Kindes ansetzen.
Die Gestaltung von Interaktionsanlässen im Alltag ist der
Schlüssel zur sprachlichen Bildung und Sprachförderung. Paola Cagliari aus Reggio Emilia und
Prof. Louise Derman-Sparks vom
Pacific Oak College in Pasadena/USA erweiterten diese Sichtweise um eine Komponente: Der
Zusammenhang von Sprache,
kindlicher (Denk-)Entwicklung
und Eltern müsse erweitert werden um die Aspekte von Gesellschaft und kultureller Identität.
Cagliari betonte die Notwendigkeit des Respekts vor der Individualität und Multikulturalität jedes Kindes. Aus Sicht der Reggio-Pädagogik sei jedes Kind
Träger seiner individuellen Variante der Herkunftskultur und jedes pädagogische Handeln müsse dieser Individualität Rechnung
tragen. Im von Louise DermanSparks begründeten Anti-BiasAnsatz spielt der Respekt vor der
personalen und der sozialen
Identität eine zentrale Rolle. Der
Ansatz, der in Deutschland unter
dem Stichwort „vorurteilsbewusste Erziehung“ bekannt ist,
fordert Respekt vor der Vielfalt
und ist bestrebt, die Ich-Identität
zu stärken. Erst auf der Basis eines Gefühls von Zugehörigkeit
könne (sprachliches) Lernen erfolgreich sein.
Fazit
wurden deutlich:
• Zum einen sollte die stärkere
Einbindung von Eltern in einer Haltung des Respekts vor
der Kultur und dem Milieu
der Familie gefördert werden.
Als Folge ergibt sich daraus
die Weiterentwicklung der Familienorientierung in den Kindertageseinrichtungen.
• Zum anderen besteht ein Weiterentwicklungsbedarf in der
stärkeren Betonung einer dialogischen Haltung in der
Sprachförderung sowie in der
Förderung von Zugehörigkeit
und der Verortung von
sprachlicher Bildung in alltäglichen Interaktionsanlässen. In
vielen Einrichtungen seien dazu aber die Alltage noch zu
voll und zu verplant. Zur
sprachlichen Bildung gehöre
Zeit und Gelegenheit, damit
Kinder sich einbringen und
äußern könnten, so Rosemarie
Tracy von der Uni Mannheim:
„Sprachförderung funktioniert
nicht im Chor, sondern nur
im direkten Dialog!“
Zwei Entwicklungsrichtungen
Harald Unseld
AK tu eL L
Lärm ist der Stressfaktor Nummer eins!
STUTTGART. Effektive Lärmschutzmaßnahmen halten mehr als
90 % der pädagogischen Fachkräfte bei der Frage nach den Arbeitsbedingungen für wichtig.
Dagegen sehen weniger als 30 %
der Befragten effektive Lärmschutzmaßnahmen als überwiegend erfüllt. Diese Ergebnisse einer bundesweiten Befragung zu
Arbeitsplatz und Qualität in Kitas
zeigen die Situation in den Einrichtungen eindrücklich auf.
Lärm in Kitas wird von den Fachkräften als Belastung empfunden.
Nach Studien der Berufsgenossenschaften und der DAK
sind 40 % der Erzieher(innen) einem durchschnittlichen Lärmpegel von über 85 Dezibel ausgesetzt – das ist so laut wie eine
Bohrmaschine. Beim Freispiel
wurden zum Teil auch 100 Dezibel gemessen. Ab einem dauerhaften Geräuschpegel von 80
Dezibel gilt ein Arbeitsplatz als
Lärmbereich und Gehörschutz
ist erforderlich.
Maßnahmen zur Lärmminderung
Maßnahmen zur Lärmminderung verbessern die Arbeitsbedingungen von pädagogischen
Fachkräften und fördern die Entwicklung der Kinder.
Das
Arbeitsschutzgesetz
(ArbSchG) sowie die Lärm- und
Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV)
schreiben geeignete Maßnahmen vor. Oftmals ist die Verknüpfung verschiedener MaßBeispiele für bauliche/raumgestalterische Maßnahmen zur Lärmbekämpfung
nahmen und Veränderungen
notwendig, um die Lärmbelastung zu reduzieren.
Bautechnische Maßnahmen
Bereits bei der Planung einer
Kindertageseinrichtung können
geeignete bautechnische Lösungen angestrebt werden, die eine
Lärmreduzierung
bewirken.
Auch in bestehenden Gebäuden
kann nachträglich z. B. durch
Beispiele für pädagogische Maßnahmen
zur Lärmbekämpfung
• Verkleidung von Wänden und Decken
mit geeigneten Akustikplatten etc.
• Einsetzen von Sprach- und Flüsterspielen als Lärmpause und zur Schulung von
bewusstem Zuhören
• Bodenbeläge mit lärmdämpfenden
Eigenschaften
• Sensibilisierung für verschiedene Lautstärken (z. B. mithilfe der Lärmampel)
• Verwenden entsprechender Schalldämpfer bei Heizung und Lüftung
• Vereinbarung verbindlicher Kommunikationsregeln (z. B. nicht den Gesprächspartnern ins Wort fallen, Zuhören)
• Sinnvolle Raumaufteilung entsprechend
der Nutzung
• Verwendung von Platz- und Tischdecken
• Filzgleiter an Stühlen und Tischen
• Gezielte Platzierung von aktiven Bewegungsphasen zum (Aus-)Toben im Alltag
• Durchführung von gezielter Intervention
bei aufkommender Unruhe
• Verwendung geeigneter Dämmungen für
Außen- und Innenwände
• Keine Duldung von Hintergrundmusik
• Einbau von Schallschutztüren und
-fenstern
• Festlegung von klaren Regeln für Ruheund Rückzugsbereiche
Schallabsorber eine verbesserte
Raumakustik erreicht werden.
In vielen Kindertageseinrichtungen wird zudem durch einfache Maßnahmen versucht,
die Ausbreitung von Lärm
zu verhindern. Bei der
Auswahl schallabsorbierender Materialien müssen die Sicherheitsanforderungen an Brandschutz, Raumlufthygiene und mechanische Belastbarkeit beachtet werden.
Roswitha Milla, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Tel.: 0711 9791-290
E-Mail: rmilla@bo.drs.de
Organisatorische Maßnahmen
Infos: www.kindergaerten-in-aktion.de
www.dguv.de/ifa/Fachinfos/Lärm/index.jsp
Durch eine angepasste Arbeitsorganisation kann störender Lärm in Kitas deutlich reduziert werden. Da diese Maßnahmen oftmals die Aufgabe lang
bewährter Strukturen und Gegebenheiten erfordern, ist die
Einbindung aller Beschäftigten
in entsprechende Überlegungen/Veränderungsprozesse beispielsweise hinsichtlich der
Raumnutzung und der Organisation der Arbeitsabläufe wichtig.
info
Pädagogische Maßnahmen
Neben den technischen und
organisatorischen Maßnahmen
trägt ein durchdachtes pädagogisches Konzept viel dazu bei, den
Lärm im Kindergartenalltag deutlich zu verringern.
Dies kann allerdings nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten eine Sensibilisierung zur
Lärmproblematik erfahren.
Roswitha Milla/vh/ws
Foto: Thinkstock
Lärmschutzmaßnahmen für pädagogische Fachkräfte
Jetzt anmelden!
Elternbefragung – ein Instrument zur
Qualitätsentwicklung im Kindergarten
Einmal im Jahr bieten wir Ihnen die Teilnahme an einer Elternbefragung an. Die Ergebnisse der Befragung geben Ihnen wichtige
Aufschlüsse über einzelne Aspekte des Dienstleistungs- und Betreuungsangebots Ihrer Einrichtung. Außerdem bieten die Ergebnisse für den Prozess der Weiterentwicklung wichtige Anhaltspunkte und Orientierung.
Befragungsinhalte
Der Fragebogen besteht aus einem Grundmodul mit Informationen zur Situation in Ihrer Einrichtung. Hinzu kommen zwei vertiefende Fragemodule, die sich mit der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindergarten einerseits und den Betreuungsangeboten und -zeiten andererseits befassen.
Zeitpunkt der Befragung
Die nächste Befragung findet im März 2015 statt.
Organisation der Befragung
Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis 20. Januar 2015
in der Geschäftsstelle des Landesverbandes an. Verwenden Sie hierzu bitte das Anmeldeformular, das Sie auf unserer Homepage herunterladen
können, oder fordern Sie dieses in der Geschäftsstelle an. Rechtzeitig vor
der Befragung bekommen Sie von der Geschäftsstelle den detaillierten Ablauf. In Folge erhalten die Einrichtungen von unserem Kooperationspartner an der Technischen Universität (TU) Darmstadt ein Paket mit allen notwendigen Unterlagen: gedruckten Fragebogen, neutralen Kuverts für alle
Eltern, freigestempelten Rücksendekuverts usw. Das Vorgehen wird in einem Leitfaden Schritt für Schritt erläutert. Alle Unterlagen sind bereits in
ausreichender Anzahl vorhanden – das lästige Kopieren entfällt. Die von
den Eltern ausgefüllten Fragebogen gehen von Ihrer Einrichtung gesammelt direkt an die TU Darmstadt und werden dort anonym für die einzelnen Einrichtungen ausgewertet.
Befragungsergebnisse
Als Rückmeldung erhalten Sie eine Auswertung in Papierform mit den Ergebnissen Ihrer Einrichtung. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, an einer Präsentation der Ergebnisse teilzunehmen. Die Ergebnisse zu Ihrer Einrichtung erhalten nur Sie, d. h. der Träger und die Leitungen. Dies bedeutet, dass Sie als Träger zusammen mit Ihrer Leitung entscheiden, in welcher Form und in welchem Umfang Sie die Befragungsergebnisse weitergeben oder veröffentlichen möchten.
Integration der Ergebnisse in Ihre Arbeit
Damit Sie die Befragungsergebnisse möglichst gewinnbringend für die kontinuierliche Verbesserung Ihrer Arbeit nutzen können, sollten Sie genügend
Zeit für die Aufarbeitung der Befragungsergebnisse einplanen. Das heißt,
die Ergebnisse sollten vor Ort im Team, mit dem Träger und den Eltern intensiv diskutiert und aufgearbeitet werden. Zudem kann der anschließende Dialog mit den Eltern ein wertvoller Beitrag zu einer gelebten Erziehungspartnerschaft sein. Bei der Vorbereitung dieser Aufarbeitung kann die Präsentation der Ergebnisse durch die TU Darmstadt hilfreich für Sie sein.
Befragungsturnus
Wir empfehlen, eine Elternbefragung in einem Turnus von drei Jahren
durchzuführen. Eine jährliche Befragung würde zu „Ermüdungserscheinungen“ bei den befragten Eltern führen.
Kosten
Der Preis für die Befragung liegt bei 275,– Euro für Verbandsmitglieder
(325,– Euro für Nichtmitglieder).
>> ne u im Kin de rg Arten Or dner
Werbung und Sponsoring (F I 13)
AVO Qualifizierung (K)
Vorübergehende Auslagerung einer Einrichtung oder Gruppe (D III 3)
Abholung von Kindern im Kontext von Trennungs- und Scheidungssituationen bei gemeinsam sorgeberechtigten Eltern – Recherche zur Rechtslage
(G S)
Kleintiere in der Kindertagesstätte (G T)
Handreichung: Erziehung, Bildung und Betreuung für die Jüngsten (O I)
Empfehlungen zur Umsetzung der Inklusion in Kindertageseinrichtung für
Kinder mit Behinderungen (S III)
Brandschutzhelfer (W 6)
Fragen und Antworten zur Rauchwarnmelderpflicht (W 6)
A u sga b e
4 2 01 4
A uS de r P rA xi S
Gelebtes Miteinander der Kirchen in Vaihingen/Enz
VAIHINGEN AN DER ENZ. Am 24.10.
wurde die Vereinbarung über die
Zusammenarbeit zwischen dem
Familienzentrum „Kleine Löwen“
und der Arbeitsgemeinschaft
Christlicher Kirchen (ACK) Vaihingen an der Enz feierlich unterzeichnet. Damit wird ein Meilenstein innerhalb der Zusammenarbeit gesetzt, die auch seitens der
Stadt Vaihingen ausdrücklich begrüßt wird.
„Religiöse Gastfreundschaft
spielt in den religionspädagogischen Konzeptionen der katholischen und evangelischen Kitas
in Baden-Württemberg eine zentrale Rolle. Hier erleben wir umgekehrt die Gastfreundschaft einer Einrichtung eines freien Trägers. Dies ist eine ungewohnte
und zugleich sehr schöne Erfahrung!“ So kommentierte Dr. Ursula Wollasch, die als Gast zur
feierlichen Vertragsunterzeichnung eingeladen war, die künftige Zusammenarbeit.
Im Sommer 2013 war die ACK
Vaihingen an der Enz gegründet
worden, nun hat sie sich gleich
einer großen Aufgabe gestellt.
Zusammen mit der Familienbildung, die unter freier Trägerschaft steht, soll das Recht des
Kindes auf Religion verwirklicht
und gelebt werden. Auf der
Grundlage des Orientierungsplans für Bildung und Erziehung
für die baden-württembergischen Kindergärten nimmt die
Foto: privat
Foto: Thinkstock
-9-
Die feierliche Vertragsunterzeichnung wurde durch Margit Rösslein (Familienbildung
Vaihingen/Enz e. V.), Dekan Rainer Zeyher (Evangelische Kirchengemeinde Vaihingen an der Enz), Pfarrer Hans-Peter Brucker (Katholischen Kirchengemeinde
St. Antonius) und Pastor Bernhardt Schäfer (Evangelisch-methodistischen Kirche
Vaihingen an der Enz) vorgenommen
kürzlich geschlossene Vereinbarung zwischen dem Familienzentrum „Kleine Löwen“ und der
ACK die Mitverantwortung der
Kirchen für die Bildung in Baden-Württemberg ernst und setzt
sich besonders für die Umsetzung des im Orientierungsplan
benannten Bildungs- und Entwicklungsfeldes „Sinn, Werte,
Religion“ ein. Dies geschieht
ganz praktisch in Auseinandersetzung mit den verschiedenen
christlichen Traditionen, aber
auch mit anderen Religionen.
Religiöse Fragen, die Kinder unterschiedlicher Religion und Prägung im Alltag stellen, werden
aufgegriffen. Vertreter mehrerer
Kirchen stehen in Gestalt der
ACK dem Kindergartenpersonal
zur Seite und stärken dieses in
seiner religiösen Kompetenz. In
dem gesamten Prozess geht es
nicht um Mission, sondern um
die Freiheit der verschiedenen
Religionen, die im Gespräch untereinander vernetzt sind. Der
Wunsch ist, dass durch die neu
geschlossene Vereinbarung im
Familienzentrum „kleine Löwen“
religiöse Themen offener kommuniziert werden. Erste konkrete Schritte sind ein Elternabend
unter dem Titel „Mit Kindern
Weihnachten feiern“ und ein
Fachtag.
Weitere konkrete Schritte der
Zusammenarbeit werden in einem jährlichen Kooperationskalender festgehalten.
Friedemann Wenzke/wo
A uS de r di ö Ze Se
Zukunftsfonds Kindergarten fördert 2015 weitere
Familienzentren für drei Jahre
ROTTENBURG/STUTTGART. Nach
den Fördertranchen in den Jahren 2011 und 2013 fördert der
Zukunftsfonds Kindergarten
2015 in einer dritten Tranche
weitere Standorte, an denen
eine Weiterentwicklung vom
Kindergarten zu einem Familienzentrum gestaltet wird.
Grundlage für die Weiterentwicklung ist die Konzeption der Diözese „Familie
im Zentrum – Familienzentrum“.
Ein maßgebliches Kennzeichen eines Familienzentrums am
Standort eines Kindergartens ist
die verbindliche Kooperation
mit drei Akteuren: der örtlichen
Kirchengemeinde, der Caritas in
der Region und der katholischen
Erwachsenenbildung.
Für die Modellförderung können sich alle katholischen Kindergartenträger in der Diözese
bewerben. Der Zukunftsfonds
Kindergarten fördert die Entwicklung mit einer Anschubfi-
nanzierung
von maximal 25 000
Euro pro
Kindergartenjahr pro
Standort
über
drei
Jahre. Eine
Förderung
von Bau- und
Investitionskosten ist generell ausgeschlossen.
Die Antragstellung beim Zukunftsfonds Kindergarten findet
durch ein Bewerbungsverfahren
statt, in dem sowohl der Träger
als auch die Verantwortlichen
des Zukunftsfonds im Vorfeld
Klarheit gewinnen sollen, ob die
notwendigen Voraussetzungen
für ein Familienzentrum gegeben bzw. welche Anforderungen auf dem Weg zu bewältigen
sind.
Bei der Bezuschussung gelten
die Allgemeinen Bewilligungsbedingungen für die Gewährung
von Zuwendungen aus dem Diözesanhaushalt und dem Ausgleichsstock für die Kirchengemeinden vom 23. Januar 1973
(KABL.1973, S. 230 ff).
Ute Niemann-Stahl
Bischöfliches Ordinariat
Hauptabteilung VI Caritas
info
Konzeption
„Familie im Zentrum – Familienzentrum“
(siehe caritas.drs.de unter Downloads)
Bewerbungsverfahren
Nähere Informationen zum Bewerbungsverfahren und die entsprechenden Fristen entnehmen Sie bitte dem Kirchlichen Amtsblatt
für die Diözese Rottenburg-Stuttgart Oktober
2014 und den entsprechenden Hinweisen
unter caritas.drs.de im Menüpunkt Kindergarten/Familienzentren.
Bitte informieren Sie uns kurz per E-Mail
(uniemannstahl@bo.drs.de), falls Sie eine
Bewerbung beabsichtigen. Das erleichtert
unsere Planung und sichert eine gute Bearbeitung in den gegebenen Bewerbungsfristen.
-10In jedem Kind,
das neu geboren wird,
können wir ihn erkennen.
Wir müssen nur
hören und sehen.
Er ist da.
U. W.
Gott will ein Gott der
Menschen sein,
mit den Menschen,
für die Menschen.
Gesegnete Weihnachten und ein glückliches Jahr 2015
wünscht Ihnen der Landesverband Katholischer
Kindertagesstätten Diözese Rottenburg-Stuttgart
Andréas Hofstetter-Straka
Vorsitzender
Vorstand
Stefan Glasebach
Stellvertretender
Vorsitzender
Dr. Ursula Wollasch
Geschäftsführerin
Vorstand
AuS de r P rA x iS
Kontakt zu Migrantenfamilien
stärken
SCHWÄBISCH GMÜND. Seit Herbst
2013 läuft in der Katholischen
Kindertagesstätte Marienheim
das Projekt Kinder- und Familienbildung KiFa. Es ist ein Integrationsprojekt zur Sprachförderung.
KiFa bezieht die Eltern in das Projekt ein und erläutert ihnen Bildungswege. Zurzeit sind vier Mütter beteiligt.
Wer die Kindertagesstätte in
der Innenstadt betritt, merkt sofort: Hier ist Leben in der Bude.
Das verwundert nicht, denn im
Marienheim sind mehr als 60
Kinder aus 18 Ländern angemeldet. Der Anteil der Kinder mit
Migrationshintergrund liegt bei
95 %. Da bietet sich ein Projekt
wie KiFa an.
Das Ziel von KiFa ist, dass die
deutsche Sprache in Migrantenfamilien Normalität wird. Dazu suchen Erzieher(innen) und muttersprachliche Mentor(inn)en Zugang zu den Familien. Im Marienheim sind dies Anne Aschenbrenner und Julija Shakhnjuk.
Die ausgebildete Erzieherin begleitet Shakhnjuk, deren Kind
auch in der Kita ist. Sie kommt
aus der Ukraine und trifft sich
mit den anderen Müttern einmal
in der Woche. Dabei sprechen
sie – in deutscher Sprache – über
Erziehung, über Eltern als Vorbild, über Sprachentwicklung
oder über gesunde Ernährung.
Immer gibt es dabei etwas Theorie und viel Praxis.
„Man erfährt viel, es macht
Spaß und man lernt andere Kulturen kennen“, sagt Tugba Erdem, eine der Teilnehmerinnen.
Seit sie bei KiFa dabei ist, verbringt sie zu Hause mit ihren
Söhnen mehr Zeit, sagt sie. „Auf
jeden Fall ist KiFa positiv“, zieht
sie Bilanz, denn „der Austausch
hilft bei der Lösung von Problemen“. Dabei gilt die Schweigepflicht, betont die Leiterin des
Marienheims, Diana Maisch.
Deutsche Pünktlichkeit und
türkische Gastfreundschaft nennt
Erdem auf die Frage nach kulturellen Unterschieden. Oksana
König aus Russland gefällt der
Kurs sehr gut: Die Tipps und
Ideen, die man bekomme, seien
hilfreich, deshalb nehme sie sich
die Zeit, sagt die Mutter eines
fast sechsjährigen Jungen.
KiFa will „gemeinsame Zeit
und Freude miteinander in der
Familie fördern“, sagt Shakhnjuk. Sieben Mütter haben sich für
den ersten Kurs angemeldet.
Drei von ihnen sind aus beruflichen Gründen wieder abgesprungen. Der erste Kurs ging
im Juli zu Ende, die Teilnehmerinnen bekamen ein Zertifikat.
Im Herbst hat der zweite Kurs
begonnen. Bislang sind und waren nur Mütter dabei. Möglich
aber, sagt dazu Aschenbrenner,
wäre auch ein Väterkurs. „Wir
sprechen die Familien an, informieren beim Elternabend und
bieten einen Schnuppertag an“,
erklärt Maisch. KiFa ist im gesamten Team verankert. Das ist
auch Annette Furch vom Träger
des Marienheims, der katholischen Kirchengemeinde, wichtig. „Wir wollten einen näheren
Kontakt zu den Eltern“, sagt sie.
Dafür sei KiFa ein guter Weg.
Das KiFa-Projekt wird von der
Stadt Schwäbisch Gmünd gemeinsam mit einer Stiftung finanziert.
Michael Länge/vh
A u sga b e
4 2 01 4
A uS de r Pr A xi S
Die Kirchengemeinde im Kindergarten – der
Kindergarten in der Kirchengemeinde
WANGEN IM ALLGÄU. „Die Kirchengemeinde im Kindergarten – der
Kindergarten in der Kirchengemeinde“ – mit diesem Thema setzen sich die sechs katholischen
Einrichtungen aus Wangen im Allgäu mit den Trägerverantwortlichen aus den Kirchengemeinden
St. Martin und St. Ulrich sowie
St. Andreas und St. Petrus (SE
Wangen) intensiv auseinander.
Die Botschaft, die nach außen
dringt, lautet: Unsere Kindergärten sind nicht „nur“ Teil unserer
Kirchengemeinde, sie sind Gemeinde!
Für alle Einrichtungen gelten
christliche Grundhaltungen als
Basis der pädagogischen Arbeit.
Im Mittelpunkt stehen die Bildung, Betreuung und Erziehung
des Kindes und damit der
Mensch, egal welcher Herkunft
und Religiosität. Dabei wird jedes Kind in seiner Einmaligkeit
als Geschöpf Gottes angenommen. So entstehen Urvertrauen
in das Leben und Vertrauen zu
sich selbst, zu anderen und zu
Gott. Damit wird die basis für
„religiöse Sprachfähigkeit“ gelegt.
Durch das individuelle Konzept der jeweiligen Einrichtung
wird der Grundgedanke unterschiedlich umgesetzt. Thematische Schwerpunkte und Ausrichtungen bewegen sich zwischen
• der Achtung, dem Staunen
und der Wertschätzung gegen-
Fotos: privat
In Jesus von Nazareth wird
Gott Mensch,
spricht er unsere Sprache,
erzählt er unsere Geschichten,
teilt er unser Leben,
Freude und Hoffnung,
Trauer und Angst.
Foto: Photocase/sally2001
Tacheles
über der Natur und allen Lebewesen,
• Gottvertrauen und Zuversicht
für neue Lebensabschnitte
(mit Segnungen),
• einer „Gebetsschule“ (als „Reden des Herzens“), um im Gespräch mit Gott zu bleiben,
• religiösen biblischen Geschichten im Kontext des Alltags,
• gestalteten Vorbereitungszeiten im Kirchenjahr und Jahreskreis,
• religiösen Ritualen als Sicherheit und Halt sowie
• liebe- und respektvollem Umgang mit jedem Einzelnen als
Boden emotionaler Sicherheit
und Gottvertrauen.
Bei der Umsetzung dieser religionspädagogischen Ansätze sind
alle Beteiligten gefragt. Eltern,
Gemeindemitglieder sowie das
Pastoralteam unterstützen die
engagierten Erzieher(innen) bei
ihrer lebensermutigenden und
wertvollen Arbeit mit den Kindern und deren Familien. Die
Grundhaltung „Der Mensch steht
in der Mitte der Liebe Gottes“
prägt die Zusammenarbeit. Die
Arbeit der Kindergärten ist in
das Pastoralkonzept „Mit Familien auf dem Weg des Glaubens“
eingebettet.
Elisabeth Dieing, KBP in der SE
Wangen im Allgäu
info
www.katholische-kirche-wangen.de//Kindergärten
Januar bis März 2015: Es sind noch Fortbildungsplätze frei!
Infos: 0800 1013865 (kostenlose Servicenummer) oder 0711 25251-14
Datum
14. u. 15.01.2015
20. u. 21.01.2015
04.02.2015
05. u. 06.02.2015
24.02.2015
24. u. 25.02.2015
26. u. 27.02.2015
04. u. 05.03.2015
05. u. 06.03.2015
09. u. 10.03.2015
11. u. 12.03.2015
26. u. 27.03.2015
27.03.2015
Nr. Baust.
127
3
140
25
1
20
1
91
4.4
144
92
4.4
93
4.4
97
4.5
129
53
2
22
1
69
4.1
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
§7
Titel
Vom Kindergarten in die Schule – Übergänge gestalten
Konfliktlösung ohne Scheu – Konflikte im Team konstruktiv lösen
Dazugehören …! Umgang mit Kindern, die uns herausfordern
Die Kinder spielen und was mache ich? Die Rolle d. päd. Fachkraft während des Freispiels
Kinder und Medien – Medienkompetenz entwickeln und stärken
Stress und Burn-out vorbeugen – Resilienz fördern
„Benimm ist in“ – die Kindertagesstätte als „Bühne des guten Benehmens“
Mit Kindern nachdenken
Zeig, was du fühlst! Emotionale Kompetenz und Widerstandskraft
Emotionale Kompetenz
Kinder beobachten und in ihrer Entwicklung unterstützen
Video-Home-Training
Alles hat seine Zeit – Zeit für den Tanz. Freude an freier und gezielter Bewegung erleben
Unsere Mitglieder
Wir beglückwünschen …
… zum 50-jährigen Jubiläum den
Kath. Kindergarten in Stuttgart-Fasanenhof.
… zum 40-jährigen Jubiläum das
Kinderhaus Erdbeerweg in Stuttgart-Sillenbuch.
Ort
Eriskirch
Amtzell
Aalen
Albstadt
Dornstadt
Winnenden
Bad Urach
Aalen
Möglingen
Rottweil
Wernau
Leutkirch i. A.
Lichtenstein
imPreSSum
Herausgeberin:
Dr. Ursula Wollasch (V.i.S.d.P.)
Landesverband Katholischer Kindertagesstätten
Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V.
Landhausstraße 170, 70188 Stuttgart
Tel.: 0711 25251-0, Fax: -15
E-Mail: tacheles@lvkita.de, www.lvkita.de
Redaktion: Dr. Ursula Wollasch (wo)
Ursula Vaas-Hochradl (vh)
Anita Hafner-Beck (hb)
Christa Rieger-Musch (rie)
Brigitte Mertens (me)
Wolfgang Strobel (ws)
Wir weisen Sie darauf hin, dass wir keinen
Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der
in den Links genannten Internetseiten haben.
Wir übernehmen keine Verantwortung für die
Inhalte der benannten Internetseiten.
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wieder. Die Redaktion behält es sich vor,
Artikel sinnwahrend zu kürzen.
Der Bezugspreis der Zeitung ist mit dem
Mitgliedsbeitrag abgegolten.
Auflage: 3200 Exemplare ISSN 1438-4582
Gestaltung: Wolfgang Strobel
Werbung & Kommunikation, Nürtingen
© Landesverband Katholischer Kindertagesstätten, Stuttgart 2014 – ISSN 1438-4582
Druck: Gmähle-Scheel Print-Medien GmbH,
Waiblingen
Postvertriebsstück, Deutsche Post AG, Entgelt
bezahlt, E 48144
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Bildung
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