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FernUni Perspektive
Zeitung für Angehörige, Freundinnen und Freunde der FernUniversität
Langer Film
Kurze Leitung
Marathon-Studie
Die „Fernweh“-Fachtagung begann mit
dem 230-minütigen Epos „Die andere
Heimat“. Regisseur Edgar Reitz stand
tags darauf Rede und Antwort. Seite 4
2.000 Anrufenden hilft das Service-Center durchschnittlich pro Woche schnell
und kompetent weiter. Jetzt feierte es
zehnjähriges Bestehen.
Seite 5
23 Jahre lang wurde im thüringischen
Gotha untersucht, wie sich Leben und
Einstellungen der Menschen seit dem
Mauerfall geändert haben.
Seite 8
Winter 2014
Ausgabe
50
40 Jahre FernUniversität
Die richtige Uni zur richtigen Zeit
„Zum 1. Dezember 1974 wird eine Fernuniversität als Gesamthochschule
mit dem Sitz in Hagen gegründet.“ Mit diesem schnörkellosen ersten Satz
des Gesetzes über die Errichtung einer Fernuniversität in Nordrhein-Westfalen – FUEG – vom 26. November 1974 begann offiziell eine Erfolgsgeschichte, die in der deutschen Hochschullandschaft beispiellos ist. Bereits
zehn Monate später lief der Studienbetrieb mit 1.330 Studierenden an. In
dieser und den folgenden drei Ausgaben der FernUni-Perspektive zeichnen
wir den Weg der FernUniversität in Hagen − die sich seit 1981 mit großem
„U” schreibt − zum renommierten Bestandteil der deutschen Universitätslandschaft nach. Erinnert haben sich hierfür ihre vier Rektoren Prof. em. Dr.
phil. Dr. h.c. mult. Otto Peters, Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ulrich Battis, Prof. Dr. Dr.
h.c. Günter Fandel und Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer an jeweils eine Dekade.
Es hätte kaum einen besseren Zeitpunkt geben können, um eine Fernuniversität in Deutschland zu gründen: ein „Studentenberg“ drohte,
neue didaktische Methoden mussten dringend zur Reform des Studiums beitragen, wissenschaftli-
che Weiterbildungsangebote fehlten. Deutschland brauchte immer
mehr hochqualifizierte Beschäftigte.
Gleichzeitig tickte vor allem im Ruhrgebiet die Uhr des wirtschaftlichen
Strukturwandels mit seinen tiefgreifenden technologischen und ge-
sellschaftlichen Folgen. Insbesondere Studierendenorganisationen verlangten 1967 den Einsatz technischer Medien in der Lehre, stärkere
Beteiligung der Studierenden und
vor allem die Einführung eines Fernstudiums.
Diese Forderungen machten sich in
den 1970er Jahren Universitäten,
Hochschulverwaltungen der Länder
und Fernsehanstalten zu eigen. Sie
wollten eine Bundes-Fernuniversität
für ein „Fernstudium im Medienverbund“ gründen.
Prof. Otto Peters erinnert sich: „Diese Planungen zogen sich wie bei einer schwierigen Geburt über einen langen Zeitraum hinweg. Schon
Die neue Universität
wird sichtbar: Kanzler
Ralf Bartz (oben) und
Rolf von der Heyden
schrauben am
3. Dezember 1974
das Schild
FERNUNIVERSITÄT
an der Villa
Bechem fest.
Foto: Westfälische Rundschau,
Hagen
bald sahen Experten, dass sich die
geplante Bundes-Fernuniversität
wegen ihrer Größe nur schwer managen und finanzieren lassen würde. Es drohte ein Fehlschlag.“
Das befürchtete auch Johannes Rau.
Der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister beschloss, eine
Fernuniversität des Landes NRW zu
Fortsetzung Seite 2
gründen.
Dies Academicus 2014
Prof. Alan Tait schilderte die lange Ehe von Technologie und Lernen.
Lernen mit Handy und Tablet: Das
ist nur ein Teil der Wahrheit. Neue,
Technik-getriebene Entwicklungen
für Studium und Lehre stellen für
Universitäten eine große Herausforderung dar, ihr Studiensystem
zu überdenken. Mit einem Blick von
außen betrachtete Alan Tait, Professor an der britischen Open University, auf dem DIES ACADEMICUS,
dem Hochschultag an der FernUniversität in Hagen, die „lange Ehe“
von Technologie und Lernen. Der
international renommierte Fernstu-
dienexperte zeigte in seinem Vortrag
auf, wie sich die technischen Entwicklungen auf das moderne Fernstudium auswirken und welche Aufgaben auf die Hochschulen allgemein zukommen, um die digitale
Technik für die Studierenden möglichst gut und sinnvoll nutzbar zu
machen.
Insbesondere im Fernstudium muss
bei der Auswahl der Lehr- und Lernwerkzeuge die spezielle Situation
der Studierenden im Blick stehen.
Denn diese sind zumeist im Alltag
vielfach eingebunden und stellen
hohe Ansprüche an die Studienorganisation.
Die Dezentralisierung des Lernens
durch eine zunehmende Digitalisierung kommt ihnen daher sehr entgegen, stellte Tait fest. Sie können
sich zusätzliches Studienmaterial beschaffen und im Netz vielfältig zusammen arbeiten.
Fortsetzung Seite 3
Editorial
infernum-Tag 2014
Wissenschaftsministerin zeichnet infernum aus
Klimaveränderung, demografischer
Wandel, Ressourcenknappheit – das
sind Herausforderungen, vor denen
die heutige Gesellschaft steht. Es
gilt, neue Konzepte und innovative
Strategien zu entwickeln, um verantwortungsvolle Lösungen zu finden. Ein wichtiger Baustein dafür
ist Bildung.
Die FernUniversität in Hagen und
das Fraunhofer-Institut UMSICHT
sind für ihr gemeinsames Studienangebot Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften (infernum) von der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerin Svenja Schulze als „Ort des Fortschritts“
ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung geht an Forschungseinrichtungen, Projekte und Unterneh-
*002440857*
002 440 857
99910 - 8 - 02 - HZ 1
„Lange Ehe“ von Technologie und Lernen
men, die technologische und soziale Innovationen hervorbringen – und
damit als Pioniere des gesellschaftlichen Wandels gelten.
Die Ministerin übergab die Urkunde im Rahmen des infernum-Tages 2014 an der FernUniversität,
der unter dem Leitmotiv „TAT-ORT
Nachhaltigkeit: Erfolgreiche Fälle
aus der Praxis“ stand. „Wir können den Zustand der Umwelt nur
dann nachhaltig verbessern, wenn
wir fachübergreifend denken und
handeln“, sagte die Ministerin. „Genau dort setzt infernum an: Berufstätige aus verschiedenen Branchen
lernen hier, ganzheitliche Lösungen
Prof. Dr. Görge
Deerberg und
Dr. Angela Oels
nehmen die
Auszeichnung von
Wissenschaftsministerin
Svenja Schulze
entgegen.
zum Wohl von Mensch und Natur
zu entwickeln – Lösungen, die ökonomisch, ökologisch und sozial tragfähig sind.“
Über die Auszeichnung freut sich
FernUni-Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut
Hoyer: „Wir sehen uns darin bestätigt, dass infernum als interdisziplinärer und berufsbegleitender Studiengang richtig konzipiert ist. Studierende haben die Möglichkeit, ihr
ganz individuelles Profil herauszubilden. Sie können auf ihr Vorwissen aufbauen und es vor allem um
Fachkenntnisse erweitern. Als Absolventinnen und Absolventen sind
sie dadurch qualifiziert, aktiv an der
Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung mitzuarbeiten.“
aw
Fortsetzung Seite 4
Es ist gerade 40 Jahre her, dass
der Landtag von Nordrhein-Westfalen die Gründung einer neuen
Hochschule beschlossen hat, der
FernUniversität Gesamthochschule in Hagen. Natürlich feiern wir
diesen Geburtstag. Wir feiern im
kommenden Jahr den Studienstart,
als auch unsere Studierenden vom
neuen Ausbildungsangebot profitieren konnten. Und wir laden Sie
herzlich ein mitzufeiern. Das Programm finden Sie ab Mitte Januar
auf unserer Homepage:
www.fernuni-hagen.de/jubilaeum .
Machen Sie mit!
Susanne Bossemeyer, Pressesprecherin
Campus
Fortsetzung von Seite 1
Seite 2
FernUni Perspektive
40 Jahre FernUniversität
Hochschulforum Digitalisierung
Viel Arbeit, großer Erfolg
Präsenz und Virtualität
Für Otto Peters war Raus Entscheidung „eine beachtliche bildungspolitische und hochschuldidaktische Innovation. Sie ist umso höher zu bewerten, als die traditionellen Universitäten zumeist in didaktischer
‚Neuerungsscheu‘ befangen blieben“. Eine „teure, aber geschickte
Doppelstrategie“: Als die Länder im
Mai 1975 die Bundes-Fernuni aus
Kostengründen stoppten, hatte die
NRW-Fernuni bereits zehn Professoren berufen.
Ab Mai 1974 entwickelte ein Vorbereitender Gründungsausschuss
mit 34 Wissenschaftlern und Hochschullehrern Raus Konzept weiter:
Die Fernuniversität sollte in erster
Linie eine Weiterbildungsuniversität vor allem für Berufstätige im
Teilzeitstudium werden, gedruckte
Studienbriefe, Audio- und Videokassetten und Fernsehen die forschungsbasierten und praxisorientierten Lehrinhalte vermitteln. Zentrale Bedeutung hatten die Qualität der Studienleistungen und der
Abschlüsse. Das Konzept sah Leistungs- und Lernkontrollen, fachliche Beratungen und Präsenz-Lehrveranstaltungen in Studienzentren
vor.
Erster Kanzler der FernUniversität –
die Schreibweise mit großem „U“
wird seit 1981 verwendet – wurde
am 1. Dezember 1974 Ralf Bartz.
Vier Tage später ernannte Rau
den „Vorbereitenden Gründungsausschuss“ zum „Gründungsausschuss“. Prof. Dr. Hans-Jürgen Krupp
wurde zum Vorsitzenden gewählt.
Ende 1974 lagen alleine für den
Verwaltungsbereich 1.500 Bewerbungen vor. Einsatzbereitschaft und
Lust auf Unbekanntes waren förderlich. Feste Arbeitszeiten? Arbeitsfreier Samstag? Niemand achtete darauf. Beschäftigte der ersten Stunde erinnern sich, dass ihr Vorstellungsgespräch am späten Abend
mit „Sie können morgen früh anfangen“ endete.
1975 wurden Rechenzentrum, Universitätsbibliothek, Zentrales Institut für Fernstudienforschung (ZIFF)
und Zentrum für Fernstudien-Entwicklung (ZFE) eingerichtet. Das ZIFF
entwickelte Konzepte für den optimalen Aufbau des Lehr- und Lernsystems der FernUniversität. Damit
erforschte erstmals eine Universität
ihren eigenen Lehrbetrieb. Das ZFE
beriet und unterstützte die Fachbereiche bei der Erstellung und Weiterentwicklung der Fernstudienkurse.
Erster Lehrstuhlinhaber (für Wirtschaftsrecht) wurde am 1. April Prof.
Dr. Ulrich Eisenhardt.
Am 18. April 1975 ernannte Minister Rau Prof. Dr. Otto Peters, der tags
zuvor auf den Lehrstuhl für Methodenlehre des Fernstudiums berufen
worden war, zum Gründungsrektor. Er war der einzige ausgewiesene
Fernstudienexperte im Gründungsausschuss. Daher traten neben die
klassischen Aufgaben eines Gründungsrektors – von der Schaffung
der Selbstverwaltung mit der Orga-
Erstes eigenes FernUni-Gebäude war
seit dem 3. Dezember 1974 die Villa Bechem, Sitz von Gründungsausschuss, Rektor und Kanzler. Im Herbst
1975 nahmen die ersten 13 NRWStudienzentren ihre Arbeit auf. Am
10. September 1976 fand der erste
Spatenstich für das 6.000 qm große Aufbau- und Verfügungszentrum
(AVZ) statt, das am 14. März 1981
von Johannes Rau, nun NRW-Ministerpräsident, eingeweiht wurde.
Nach zehn Jahren endete am 27. August 1984 die Amtszeit von Otto Peters. Die Gründungsphase ging damit zu Ende und Prof. Dr. Ulrich Battis übernahm das Amt. Es gab nun
sechs Fachbereiche: Wirtschaftswis-
NRW-Wissenschaftsminister
Johannes Rau
(2.v.li.) mit Rektor
Prof. Otto Peters
(3. v. li.), Kanzler
Ralf Bartz (li.)
und den Dezernenten Rolf von der
Heyden (4. v. li.)
und Gerd
Denkmann…
nisation des Senats über die Planung
und Entwicklung neuer Fachbereiche
bis zur Mitwirkung in der Westdeutschen Rektorenkonferenz – Tätigkeiten ganz eigener Art. Viele Hochschullehrer mussten in die völlig anderen Anforderungen der Fernlehre
eingeführt werden. Peters‘ „interne
Mission“ war es, ihnen zu vermitteln,
was Fernstudium eigentlich ist: Lehrtexte etwa sollen nicht nur informieren, sondern zugleich auch unterrichten und didaktische Hilfen zum
Selbststudium geben.
Am 1. Oktober 1975 begann das universitäre Fernstudium in der Bundesrepublik. Die ersten Studienmaterialien der Fachbereiche Erziehungswissenschaft, Mathematik und Wirtschaftswissenschaft waren am 26.
September per Post an die 1.330
Studierenden gegangen. Die Eröffnungsfeier der Fernuniversität – Gesamthochschule Hagen fand am 4.
Oktober 1975 statt.
Im Studienjahr 1979/80 hatte sie bereits 22.652 Studierende, die ersten
freuten sich über ihre Abschlüsse.
… auf dem FernUni-Campus mit dem AVZ (linkes Foto).
Rechts das Fernseh- und Tonstudio für Video- und
Audioaufnahmen, die in der Lehre eingesetzt wurden.
Von Hagen aus konferierten die Mitglieder der Themengruppe auch übers Web
miteinander.
Welche Herausforderungen und Chancen bieten digitale Formate für unterschiedliche Hochschultypen, wie lässt sich insbesondere die Qualität
in der Lehre sichern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich im Hochschulforum Digitalisierung die Themengruppe „Qualitätssicherung und Curriculum Design“, deren Themenpate der Rektor der FernUniversität in Hagen,
Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, ist. Sie tagte jetzt auf dem Campus in Hagen.
Die Arbeitssituation passte zum Thema: Die anwesenden Teilnehmerinnen
und Teilnehmer konferierten übers Web mit Mitgliedern der Themengruppe, die nicht nach Hagen reisen konnten (s. Foto). Die Kombination aus
Präsenz und Virtualität prägt die Lehre und das Lernen an der FernUniversität. „Der Zugang zu Wissen, das bislang den Hochschulen zur Vermittlung vorbehalten war, erfolgt heute auf unterschiedlichen Wegen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, sich sowohl mit dem Aspekt der Curriculum-Entwicklung zu befassen“, sagt Rektor Helmut Hoyer. „Darüber
hinaus möchten wir Empfehlungen aussprechen, wie die Teilnahme an digitalen Lehrformaten im Studium angerechnet werden kann.“ aw
senschaft, Rechtswissenschaft, Mathematik, Informatik, Elektrotechnik
und Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften.
Nach zehn Jahren etabliert
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die
FernUniversität bereits gut in der
deutschen Wissenschaftslandschaft
etabliert und die ihr vorgegeben
Ziele erreicht. Besonders das, vielen
Menschen ein Studium zu ermöglichen, die – wie Berufstätige – dazu
nicht in der Lage waren. Ihre neuen fernstudienspezifischen akademischen Lehrformen unter Verwendung von Medien für vollständige Studiengänge waren, so Peters,
ein für die Bundesrepublik einmaliges Reformergebnis: „Seine hochschuldidaktischen und bildungspolitischen Auswirkungen damals gar
nicht absehbar."
FernUni in sozialen Netzwerken
Best Of Social Media
Kennen Sie schon die FernUni-Profile bei Facebook (FB), Twitter (TW) und
Co.? An dieser Stelle zeigen wir die Highlights aus den sozialen Medien. Alle
Links finden Sie auf fernuni-hagen.de.
Topgeklickt auf Facebook
1.401* Neue Flyer – so funktioniert unsere Unibibliothek
(24. Oktober)
1.036 Studie zum „Denkapparat“: FernUni-Psychologe
Strobach sucht Teilnehmende (5. November)
941 Audio-Podcast: Fünf Fragen an
Prof. Kathrin Jonkmann (20. Oktober)
* Beitragsklicks, Gefällt-mir-Angaben, Kommentare und geteilte Inhalte
Wörtlich:
Wie sieht Peters heute sein Rektorat?
„Es war eine tolle Zeit des Aufbruchs,
alle waren begeistert – und die Arbeit
war von Erfolg gekrönt!“ Da
Tab aufm Schoß, Studienbrief zusammenfassen.
Katze auf den Beinen, keine Heizung nötig.
Mein Tempo, barrierefrei! Leben ist schön!“
Twitter-Nutzerin @SKittieM hat ihren Fernstudienrhythmus
gefunden (12. November).
www.fernuni-hagen.de/per50-02
Woher unsere Facebook-Fans kommen:
93 Prozent unserer 27.500 Fans
leben in Deutschland oder im
deutschsprachigen Ausland (Stand
18. November). Doch auch in 42
weiteren Ländern haben sich Menschen mit der FernUni-Seite bei Facebook verbunden: sogar in Thailand (27 Fans), Argentinien (22),
Aserbaidschan (16) oder Irak (14).
Hello everyone!
Österreich/
Schweiz 4%
Weitere
Länder 7%
Deutschland
89%
Dies Academicus 2014
Fortsetzung von Seite 1
Preise für ausgezeichnete Abschlüsse
Für die Lehrenden bietet die Digitalisierung den großen Vorteil, nahezu ständig mit einem zentralen Mitarbeiterstab die Studierenden vom
Campus aus überall in der Welt betreuen zu können.
Offene
Studienangebote
wie
MOOCs (Massiv Open Online Courses) und OER (Open Educational Resources) stellen die Hochschulen indes vor die Frage, ob der Nutzen
dieser Angebote die beträchtlichen
Kosten aufwiegt. Gleichwohl sei es
Pflicht des Lehrpersonals, sagte Tait,
neu entwickelte Technologien für
das Lehren und Lernen zu nutzen
und Studierende dabei zu unterstützen.
Um die FernUniversität auch zukünftig leistungs- und aufgabengerecht im deutschen Hochschulsys-
tem zu positionieren, erarbeitet sie
zurzeit ihren neuen Hochschulentwicklungsplan 2020, betonte Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer. Besonders vor dem Hintergrund des
neuen Hochschulgesetzes und der
darin verankerten erstmaligen Erstellung eines Landeshochschulentwicklungsplanes ist es unabdingbar,
die besondere FernUni-Rolle, aber
auch ihre Leistungsfähigkeit deutlich sichtbar zu machen und in die
Landesplanung einfließen zu lassen.
Festlicher Höhepunkt
Die Auszeichnung des wissenschaftlichen Nachwuchses für besondere Leistungen war ein festlicher Höhepunkt des Hochschultages. Die
Preise für die hervorragenden Examensarbeiten stiftete die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V. Ihr Vorstandsvorsitzende Frank Walter überreichte sie an:
• Manina Silvana Krämer (Langeneß), Magisterarbeit „Ärztliches
Denken und Handeln im Handbuch des Paulos von Aigina“, Prof.
Dr. Felicitas Schmieder (Fakultät
für Kultur- und Sozialwissenschaften);
• Nicole Dorner (Ennepetal), Bachelorarbeit „Auswirkungen eines per Online-Video-Instruktion durchgeführten Genusstrainings auf den wahrgenommenen
Stress und das subjektive Wohlbefinden", Prof. Dr. Karl-Heinz Renner (jetzt Universität der Bundeswehr München);
• Christian Schöner (Herzogenaurach), Bachelorarbeit „Über MIDY-Pseudoprimzahlen“, Prof. Dr.
Luise Unger (Fakultät für Mathematik und Informatik);
• Jutta Fitzek (Groß-Umstadt), Diplomarbeit „Parallelisierung des
Particle-in-cell-Codes PATRIC mittels GPU-Programmierung“, Prof.
Die Preisträgerinnen und Preisträger mit Rektor Prof. Helmut Hoyer (vorne re.) und
Frank Walter (oben, 2. v. li.). In der Mitte die DAAD-Preisträgerin Valérie Zimmer.
Dr. Jörg Keller (Fakultät für Mathematik und Informatik);
• Anja Ott (Plauen), Bachelorarbeit „Die Disponibilität des Urlaubsanspruchs unter Berücksichtigung der jüngsten Rechtsprechung des EUGH“, Prof. Dr.
Kerstin Tillmanns (Rechtswissenschaftliche Fakultät);
• Sven Sachse (Bielefeld), Masterarbeit „Gefahr: "Outbreak“ –
Rechtliche Probleme öffentlicher
Intervention im biologischen Krisenfall: Prävention, Management,
Nachwirkungen“, Prof. Dr. Andreas Haratsch (Rechtswissenschaftliche Fakultät);
• Birgit Böse (Hamburg), Bachelorarbeit „Der gemeine Wert von
unternehmerischem Vermögen
im Rahmen der Erbschaftsteuer
– Quantitative Analyse auf Basis
zukünftiger und tatsächlicher Erträge“, Prof. Dr. Stephan Meyering (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft);
• Dr. Christoph Schaab (München),
Masterarbeit „Empirischer Vergleich alternativer Strategien zur
mehrperiodischen Portfolio-Selektion“, Prof. Dr. Andreas Kleine (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft).
Die Auszeichnung für die besten
Promotionsarbeiten stiftete die
Sparkasse Hagen. Der Vorstandsvorsitzende Frank Walter überreich-
Dem Vortrag von Prof. Alan Tait (oben) hörte das Publikum
interessiert zu.
te die Preise an:
• Dr. Gerlind Pracht (Minden), Dr.
der Philosophie, „Stressbewältigung durch Blended Training Entwicklung und Evaluation eines
ressourcenorientierten OnlineCoachings“, Prof. Dr. Karl-Heinz
Renner (jetzt Universität der Bundeswehr München);
• Dr.-Ing. Lars Gollub (Hagen), „Verfahren zur Kontrollflussüberwachung in sicherheitsgerichteten
Rechensystemen“, Prof. Dr. Wolfgang Halang und Prof. Dr. Matjaž
Colnarič (Fakultät für Mathematik
und Informatik);
• Dr. Kilian Servais (Herne), Dr. der
Rechtswissenschaft, „Der Softwarepflegevertrag“, Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth und Prof. Dr.
Barbara Völzmann-Stickelbrock
(Rechtswissenschaftliche Fakultät);
• Dr. Daniel Weinreich (Hürth), „Essays on Norms, Fairness, Individual Risk Taking and Taxation“, Prof.
Dr. Thomas Eichner und Prof. Dr.
Alfred Endres (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft).
Den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes
(DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender erhielt Valérie Zimmer aus Luxemburg,
Studentin des Masterstudiengangs
Bildung und Medien. Der Preis überreichte Rektor Hoyer.
bos
Mobile Learning Day
Diskussion in Berlin
Ausstellung
eXtended
Der richtige Weg
Gelungene Integration
Auch in diesem Jahr war die Fachtagung an der FernUniversität in Hagen gut besucht: Mehr als 100 Teilnehmende schafften es trotz Bahnstreik nach Hagen, um sich beim
Mobile Learning Day X über Innovationen im mobilen Lernen auszutauschen. Das X, sagte Veranstalterin Prof. Dr. Claudia de Witt, stünde
für „extended“, also eine Erweiterung des Themenspektrums. Vorträge zu Cloud Computing, Crowdfunding, Wearable Computing und
Augmented Reality sorgten für eine
kurzweilige Veranstaltung. Kritisch
über den Tellerrand blickte Prof.
Manfred Mai (Uni Duisburg-Essen):
In seiner Keynote sprach er über die
medialen und technischen Entwicklungen und forderte zum Nachdenken über Bildungsziele, Inhalte und
Methoden in der Lehre auf.Unter
dem Hashtag #mldx14 twitterten
viele Teilnehmende vor Ort – auch
die FernUni-Pressestelle begleitete
die Tagung live auf Twitter und per
Blog.
bae
Wie können deutsche Universitäten der steigenden Nachfrage nach
berufsbegleitender akademischer
Qualifizierung und einer stärkeren
Öffnung für breite Bildungsschichten gerecht werden? Was können
Bund und Länder nach Aufhebung
des Kooperationsverbotes (§ 91b)
im Grundgesetz dafür leisten? Vertreterinnen und Vertreter aller politischen Parteien, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung,
des NRW-Wissenschaftsministeriums sowie des DGB und der BDA
diskutierten diese Fragen in Berlin.
Die Studierendenseite war durch die
Initiative Arbeiterkind.de vertreten.
Die FernUniversität hatte zu diesem
Austausch eingeladen.
Annähernd 20.000 deutschsprachige, zumeist jüdische Emigranten
fanden nach Hitlers Machtergreifung in Brasilien Zuflucht. Sie kamen nahezu mittellos in ein autoritär regiertes Land, dessen Sprache
sie nicht beherrschten. Die Behörden waren oft antisemitisch eingestellt, die NSDAP-Auslandsorganisation war hier beunruhigend aktiv. Brasilien stand und steht jedoch
für eine Gesellschaft, die zu integrieren vermag.
Unter http://e.feu.de/mldx14blog
finden Interessierte alle Einträge sowie Folien zu den Vorträgen.
Auf die wachsende Bedeutung des
lebenslangen Lernens und die daraus resultierenden Anforderungen
an die Universitäten wies Bildungswissenschaftler Andrä Wolter hin.
„Wir brauchen mehr berufsbegleitende Studiengänge, das Studiensystem der FernUniversität ist der richtige Weg.“ Wolter weiter: „Das Potential für Fernstudiengänge ist bei Weitem nicht ausgeschöpft.“ In NRW
haben im WS 2013/14 an den 14 Präsenzuniversitäten 380 Beruflich Qualifizierte ein Studium aufgenommen,
737 an den über 20 Fachhochschulen und alleine 1.543 an der FernUni.
Ihr Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer unterstrich, dass die FernUniversität dringend auf eine breitere Finanzierungsgrundlage gestellt werden
muss, um ihr Angebot der enormen
Nachfrage anzupassen.
Obwohl zwei Drittel ihrer Studierenden außerhalb von NRW leben,
trägt das Land fast die gesamte öffentliche Finanzierung. Mininisterialdirigent Peter Greisler, Leiter der Unterabteilung Hochschulen im BMBF,
wies darauf hin, dass im Rahmen des
Hochschulpakts das berufsbegleitende Studium eine Rolle spielen müsse.
Fazit: Nach Aufhebung des Kooperationsverbots müssen die Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen ausgebaut werden. Dabei sollen Bund und Länder gemeinsam
Verantwortung bei der Hochschulfinanzierung übernehmen. proe
http://e.feu.de/nachleseberlin
Anhand zahlreicher historischer
Dokumente belegte dies eine Ausstellung der Universitätsbibliothek
der FernUniversität in Hagen vom
22. Oktober bis 2. Dezember unter dem Label des Hagener Forschungsdialogs. Sie zeigte die großen Schwierigkeiten der Flüchtlinge, aber auch, dass viele zu Brückenbauern zwischen der neuen
und der alten Heimat wurden. Der
wechselseitige Kulturaustausch
wirkt bis heute weiter. Erarbeitet
wurde die Ausstellung vom Deutschen Exilarchiv 1933 –1945 der
Deutschen Nationalbibliothek unter Mitwirkung von Marlen Eckl.
Zur Eröffnung fand im UB-Ausstellungsraum eine Führung statt. Anschließend hielt Dr. Sylvia Asmus,
Leiterin des Deutschen Exilarchivs
1933 – 1945, einen Vortrag. Richard Saringer und Dr. Peter Schütze lasen Texte, in denen Stefan
Zweig, Ulrich Becher und andere
deutschsprachige Exilschriftsteller
das Land schildern.
Die Eröffnung fand in Kooperation
mit der Gesellschaft für ChristlichJüdische Zusammenarbeit Hagen
und Umgebung e.V. und der Jüdischen Gemeinde Hagen statt. Da
Gezeigt wurden auch Interviews mit
Exilantinnen und Exilanten.
Campus
Seite 4
FernUni Perspektive
Fachtagung zum „Fernweh“
Großes Kino in der FernUniversität
„Fernweh“: Jeder hat wohl eine
Vorstellung davon, was sich hinter
dem schillernden, schwer greifbaren Alltagsbegriff verbergen könnten, aber was es genau ist, weiß
niemand. Wer „Fernweh“ verspürt,
den überkommt ein unstillbares
Verlangen nach Ferne, verbunden
mit einem Unbehagen an der Gegenwart. Unter anderem sollte die
Tagung einen Beitrag zur Klärung
der Frage leisten, wie Reisen, Reiselust und Fernweh zusammengehören.
Deutlich wurde im Podiumsgespräch, dass für Reitz Fernweh, Heimat und Sehnsucht untrennbar miteinander verbunden sind. Und mit
der Erinnerung: „Wenn wir uns erinnern, greifen wir auf Bruchstücke
von Erinnerung zurück und setzen
unser Leben neu zusammen.“
Ein anderes Thema von Reitz sind
die Bindungskräfte, die eine Gesellschaft, auch eine Dorfgemeinschaft, hervorbringt. Woher nahmen dann die Emigranten die große Kraft zu gehen? „Heute ist Weggehen nicht endgültig, man hat das
Rückkehr-Ticket in der Tasche!“ Damals jedoch gab es kein Zurück.
Reitz bekannte, dass er immer daran gezweifelt hatte, dass nur die
sozialen Verhältnisse, Behördenwillkür und Hunger Gründe dafür waren, die Heimat zu verlassen. Was
also war es dann?
In seinem Film stellt Reitz Träume
der Menschen vor. Auch den Traum,
die Heimat zu verlassen.
Am ersten Abend wurde das 230-minütige Filmepos „Die andere Heimat. Chronik
einer Sehnsucht“gezeigt...
von hier, nur fort von hier!‘ Fernweh
von 1830 bis zur Gegenwart“ aufgeführt. Er stieß nicht nur bei den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern
dieser Konferenz auf großes Interesse, sondern auch bei vielen Filmund Literarturfreunden.
Wichtig ist das nicht Gezeigte
Viele der Zuschauerinnen und Zuschauer sah man am zweiten Abend
wieder, als der „Kultregisseur“ Edgar
Reitz an gleicher Stelle über seine Arbeit sprach, darüber, was ihn beim
Drehen seiner „Heimat“-Filme antrieb. Eine wichtige Rolle spielt nicht
zuletzt das, was nicht gezeigt wird,
was einstudiert und vielleicht gedreht wurde, dann aber der Schere
zum Opfer fiel. Diese Geschichten im
Hintergrund haben die Schauspielerinnen und Schauspieler jedoch verinnerlicht und können sie so indirekt
in ihre Rolle einbringen, was den Filmen ihre Dichte und ihre Nähe gibt.
Gesprächspartner auf dem Podium
war Prof. Dr. Thomas Koebner, der
sich als renommierter Publizist und
Filmwissenschaftler seit Jahren intensiv mit Reitz‘ Werken auseinandergesetzt. Moderiert wurde das
Gespräch von dem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Malte Kleinwort, der zusammen mit Dr. Irmtraud Hnilica, Matthias Plumpe und
Patrick Ramponi die Tagung organisiert hatte. Was bei der Planung
von Filmaufführung und Podiumsgespräch niemand hatte ahnen können: Am 21. Oktober wurde „Die
andere Heimat“ in die Vorauswahl
für den 27. Europäischen Filmpreis
aufgenommen.
Rückblickend konnten Patrick Ramponi und Matthias Plumpe für das
Organisationsteam eine überaus positive Bilanz ziehen: Der Begriff „Fernweh“ ist zwar auch weiterhin begriffsgeschichtlich schwer zu fassen,
jedoch konnte seine kulturelle Bandbreite und nachhaltige Wirkweise
… am nächsten Abend war Regisseur
Edgar Reitz in der FernUniversität
(li., mit Moderator Dr. Malte Kleinwort).
ausführlich dargestellt werden. Wie
breit auch die Medien gefächert sind,
in denen ‚Fernweh‘ eine wichtige Rolle spielt, zeigten nicht zuletzt die Beispiele aus Film, Fernsehen und Kolonialpostkarte, so Ramponi.
In literaturhistorischer Hinsicht konnte der „Rote Faden“ des Begriffs, der
ursprünglich mit dem bürgerlichen
Realismus und dem nachromantischen Reisediskurs eng verbunden
war, über die Zeit der großen Auswanderungswellen Mitte des 19.
Jahrhunderts bis in die Gegenwartsliteratur hinein verfolgt werden.
Hierdurch wurde seine Abnabelung
von der Romantik deutlich. „Durch
die Tagung konnte ‚Fernweh‘ besser für die wissenschaftliche Arbeit
erschlossen werden“, erläutert Matthias Plumpe.
Mitarbeiter-Initiative
Die Initiative zu der Veranstaltung
ging von den Wissenschaftlichen
Mitarbeitenden des Instituts für
Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft aus. Der Dekan
der Fakultät KSW, Prof. Dr. Armin
Schäfer, begrüßt, dass „in diesem
Fall die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts eigenständig
und lehrgebietsübergreifend eine
Tagung organisiert haben, die auf
eine erstaunlich große Resonanz
unter den Fachkollegen, den Studierenden und in der Öffentlichkeit
gestoßen ist. Dass die Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses durch die Lehrgebiete des Instituts und die Förderlinie der FernUniversität zu dieser gelungenen Tagung beigetragen hat, freut mich
sehr.“
Die Filmvorführung und das Podiumsgespräch fanden unter dem Label des Hagener Forschungsdialogs
der FernUniversität statt.
Da
Foto: Ilka Drnovsek
Großes Kino in der FernUniversität:
vier Stunden Filmschauen, Eis für
alle in der Pause und danach Gespräche bei einem Glas Wein. Und
es waren nicht wenige Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich für
das erst jüngst mit dem deutschen
Filmpreis prämierte Filmjuwel interessierten, das das Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft zeigte: „Die andere
Heimat. Chronik einer Sehnsucht“.
Der Film wurde zum Auftakt der kulturwissenschaftlichen Tagung „‚Fort
Die besten Absolventinnen und Absolventen des infernum-Studiengangs wurden
geehrt – auch von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.
Fortsetzung von Seite 1
infernum-Tag 2014
Nachhaltigkeit im Fokus
Unter dem Leitmotiv „TAT-ORT
Nachhaltigkeit: Erfolgreiche Fälle
aus der Praxis“ haben die FernUniversität in Hagen und das Fraunhofer-Institut UMSICHT als gemeinsame Anbieterinnen des Interdisziplinären Fernstudiums Umweltwissenschaften (infernum) bewiesen:
Es gibt praxiserprobte Konzepte zur
Nachhaltigkeit. Es ist möglich, ressourcenschonend zu leben und zu
wirtschaften. Überzeugende Aussagen dazu ließen sich beim „infernum-Tag 2014“ sammeln.
Im Rahmen der Veranstaltung
zeichnete die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze infernum persönlich als
„Ort des Fortschritts“ aus. Anschließend diskutierte sie mit Prof. Dr.
Görge Deerberg (Fraunhofer UM-
Abstracts der Vorträge:
http://www.fernuni-hagen.de/
literatur/tagung.fernweh.shtml.
Aufzeichnung des Podiumsgesprächs:
http://www.fernuni-hagen.de/
videostreaming/ksw/literatur/.
Streams zu den Vorträgen:
http://www.fernuni-hagen.de/
videostreaming/literatur/201410/l
Informationen zum Film
http://www.die-andere-heimat.
de/impressum-kontaklt.html.
Schon viele Jahre setzt sich der
Volkswirtschaftler Dr. Fred Luks von
der Wirtschaftsuniversität Wien mit
Nachhaltigkeit in Forschung und
Lehre auseinander: „Nachhaltigkeit
ist ein Suchprozess und ist niemals
abgeschlossen. An den Hochschulen erfüllt die Lehre eine wesentliche Funktion, um das Thema in die
Gesellschaft zu transportieren. Der
entscheidende Input erfolgt dabei
über Studierende. Was sie im Kopf
haben, wenn sie die Hochschule
verlassen, kann notwendige Veränderungsprozesse anstoßen.“
Wie sich Nachhaltigkeit erfolgreich
in unternehmerische Geschäftspro-
„Die Hochschulen, die sich nicht auf Weiterbildung einstellen,
werden schrumpfen.“
NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze
SICHT), Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut
Hoyer (FernUniversität in Hagen)
und Prof. Dr. Anke Hanft (Universität Oldenburg) über Nachhaltigkeit und Fortschritt in der Weiterbildung. Der Trend ist klar: Der Bedarf an berufsbegleitender Weiterbildung steigt – und zwar auf
Master-Niveau. Die Zahl der Studierenden an der FernUniversität zeigt
es deutlich.
www.fernuni-hagen.de/per50-04
i
(ICLEI). Sie fordert: „Städte müssen
in geschlosseneren Kreisläufen produzieren und konsumieren.“
Den Hochschulen stehen insgesamt
große Umwälzungsprozesse bevor.
Eine Forderung aus der Diskussion:
Weiterbildung muss so hochflexibel
sein, dass der Begriff Regelstudienzeit überflüssig werde. Ministerin
Schulze ist sicher: „Die Hochschulen, die sich nicht auf Weiterbildung
einstellen, werden schrumpfen.“
Lehre liefert Impulse
Für weitere Erkenntnisse am „TATORT” Nachhaltigkeit sorgten die
Impulsreferate aus der Praxis. Per Videokonferenzsoftware zugeschaltet war Monika Zimmermann vom
internationalen Städtenetzwerk Local Governments for Sustainability
zesse integrieren lässt, sagte Lothar
Hartmann vom ökofairen Versandhandel memo AG aus: „Wir setzen
das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich im Unternehmen um - von der
Sortimentsgestaltung über die Logistik bis hin zum eigenen Ressourcenverbrauch und unserer Mitarbeiterpolitik.“
Die Besten 2014
Der dritte Teil des infernum-Tages galt voll und ganz den Absolventinnen und Absolventen des
Fernstudiums infernum: Christian
Göpfert, ein herausragender Absolvent im vergangenen akademischen Jahr, stellte seine Masterarbeit zu kommunalen Klimaschutzkonzepten mit partizipatorischem
Ansatz vor. Anschließend erhielten die besten Absolventinnen und
Absolventen jeweils einen von der
Fraunhofer Academy ausgelobten
Preis.
aw
FernUni Perspektive
Zehn Jahre Service-Center
2.000 Anrufe pro Woche, 2.000 E-Mails im Monat
Der 30. Juli war bislang der härteste Arbeitstag des Jahres: 1.200 Anrufe nahmen die Beschäftigten im
Service-Center der FernUniversität in
Hagen entgegen. An diesem vorletzten Tag der Einschreibe- und Rückmeldefrist war der Beratungsbedarf
bei Studierenden und Interessierten
besonders hoch. Doch selbst ein solcher Ansturm bringt das Team der
zentralen Informations- und Servicestelle nicht mehr aus der Ruhe. Jetzt
hat das Service-Center seinen zehnten Geburtstag gefeiert. „Es ist den
Kinderschuhen entwachsen“, sagen
Teamleiterin Anke Polinski und Abteilungsleiterin Constanze Schick.
„Wir sind Teil der FernUni und wollen bestmöglichen Service bieten.“
Dieser Gedanke eint die mittlerweile 17 Beschäftigten. Sie sind überwiegend weiblich, arbeiten stundenweise oder in Vollzeit und haben die
unterschiedlichsten Lebensläufe. Die
gelernte Reiseverkehrskauffrau meldet sich unter der Telefonnummer
02331/987-2444 ebenso wie die
ehemalige Verwaltungsmitarbeiterin. „Was sie alle eint, ist die Liebe
zum ,Kunden‘“, stellt Anke Polinski
heraus. Etwa 2.000 Anrufe pro Woche nimmt ihr Team entgegen. Hinzu kommen 2.000 E-Mails im Monat
und die persönliche Beratung in zentraler Lage auf dem Campus.
Vor mehr als zehn Jahren initiierte
Kanzlerin Regina Zdebel aufgrund
der teils schlechten Erreichbarkeit
Zwei Teams,
eine Abteilung:
Die Beschäftigten
des ServiceCenters und
der Zentralen
Studienberatung
arbeiten eng
zusammen.
der FernUniversität die Projektgruppe „Service-Center“ unter Leitung
von Jürgen Deitelhoff. Nach intensiven Schulungen eröffnete das Service-Center im Oktober 2004 im Philipp-Reis-Gebäude mit einem neunköpfigen Team und seiner ersten Leiterin Monika Heil.
Erreichbarkeit bei 80 Prozent
Das Konzept ging rasch auf. Heute liegt die Erreichbarkeit bei 80
Prozent. Je nach Nachfragesituation sind zwei bis zu neun Beschäftigte im Einsatz. Constanze Schick ist
seit Oktober 2006 Abteilungsleiterin
und hat am Anfang selbst viel mittelefoniert. Auszeiten nach anstrengenden Gesprächen, räumliche Ausweichmöglichkeiten in den Stoßzeiten und gemeinsame Betriebsausflüge leisten ihren Beitrag dazu, dass
die Motivation bei den Beschäftigten
ungebrochen hoch ist. In zehn Jahren war das Service-Center nur einmal geschlossen – als der Sturm Kyrill im Januar 2007 den Betrieb an der
FernUni lahm gelegt hatte. Trotz einer kontinuierlichen Fluktuation unter den Beschäftigten zählen mit Angelika Weinberger, Bärbel Schmidt,
Ilona Krause und Carmela Engelhardt noch vier Mitarbeiterinnen der
ersten Stunde zum Team.
Zeit zurück zu blicken und nach vorn
zu schauen bot jetzt eine interne Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen des Service-Centers mit Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer und
Kanzlerin Regina Zdebel. Mit bewährtem Teamgeist stellten die Beschäftigten ein internationales Fingerfood-Buffet auf die Beine. Satt ist
das Team um Constanze Schick und
Anke Polinski indes nicht.
„Unser Traum ist es, langfristig unsere Beschäftigten selbst auszubilden und anschließend als Agentin oder Agent einzustellen“, beschreiben Anke Polinski und Constanze Schick ihre Vision für die
Zukunft. „Das sichert unsere Qualität. Auch unser Rekrutierungsproblem wäre damit gelöst.“ Zurzeit
wird zum zweiten Mal eine Servicekauffrau für Dialogmarketing ausgebildet.
can
i
Kontakt:
E-Mail: info@fernuni-hagen.de;
Telefon: 02331/987-2444
(Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr),
Besuchsadresse: Universitätsstraße 11, 58097 Hagen
(Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr)
Das gewisse Maß an Menschenkenntnis
Der Name gibt es vor: Service-Center, die Schaltzentrale der FernUni –
„Wir arbeiten serviceorientiert. Dafür ist es vor allem hilfreich, ein gewisses Maß an Menschenkenntnis
zu besitzen“, meint Katrin Haar-
Tagung „Mensch
und Staat“
Wie begegnet der Staat den Menschen? Wie gestaltet sich der Kontakt? Und vor allem: Wie sehen die
Bürgerinnen und Bürger dies? Um
diese Fragen ging es in der Fachtagung „Mensch und Staat. Erfahrungs- und kommunikationsgeschichtliche Perspektiven“ des Instituts für Geschichte und Biografie
der FernUniversität in Hagen. Sie
sollte die staatsbürgerliche Identität
und Loyalitätsbindung anhand der
Wahrnehmung staatlicher Ordnungen untersuchen. Und zwar aus der
Perspektive der Bevölkerung in der
Bundesrepublik Deutschland, in der
DDR und in der Republik Österreich.
Kauffrau für Dialogmarketing
Das Telefon klingelt. Katrin Haarmann hat die Wahl: verfügbar –
nicht verfügbar – Pause. Die 29-Jährige klickt auf „Pause“ und legt ihr
Headset zur Seite. Wie laufen die
Tage in der Abteilung ab, die sich
hinter der Rufnummer 02331/9872444 verbirgt und die in der Regel
die erste Anlaufstelle für Studierende und Studieninteressierte ist?
Seite 5
mann. „Jeder Anruf ist anders und
nie weiß man im Vorfeld, was einen erwartet. Wir notieren uns sofort den Namen, für eine persönliche Ansprache, und hören erstmal
zu.“ Katrin Haarmann sieht darin
das Besondere an ihrem Beruf.
Das Team navigiert auf der Suche
nach Antworten sicher durch die
weit verzweigte Struktur des FernUni-Webs. Jede und jeder hat einen eigenen Weg, aber kommt
meistens zum Ziel oder leitet die
Anfrage weiter. Die Zentrale Studienberatung, das Studierendensekretariat, die Prüfungsämter, De-
„Guten Tag, das
Service-Center der
FernUniversität
in Hagen, Katrin
Haarmann?!“
kanate oder der Helpdesk sind regelmäßig gefragt.
älter als andere Azubis und habe
etwas mehr Lebenserfahrung.“
„Länger als vier Stunden sitzt in
der Regel niemand bei uns am Telefon. Die Kolleginnen und Kollegen wechseln dann in die persönliche Beratung und kümmern
sich um die eingehenden Mails“,
sagt Haarmann, die sowohl einen Arbeitsplatz im Großraumbüro als auch einen eigenen separaten Schreibtisch hat. Denn sie hat
besondere Aufgaben im ServiceCenter.
Außerdem ist sie Mutter zweier
Söhne. Das stärkt Verantwortungsbewusstsein und Stressresistenz.
Für den Arbeitsbereich Feedback
ist das bestimmt von Vorteil. Hier
kommen über ein Formular auf der
Webseite Lob, Kritik und Anregungen an. Anliegen, die eine gewisse
Bearbeitungszeit in Anspruch nehmen. Darüber hinaus betreut Katrin Haarmann gemeinsam mit einer
Kollegin die offene Sprechstunde
für die Regional- und Studienzentren. „Die Kombination aus allen
Aufgaben finde ich super“, ist sie
über ihre Berufswahl froh.
Kundenkontakt und
Projektmanagement
Katrin Haarmann war die erste
Auszubildende an der FernUni als
Kauffrau für Dialogmarketing. Neben dem Kundenkontakt beinhaltet die dreijährige Ausbildung
kaufmännische Aspekte rund ums
Projektmanagement. Ihre Ausbildung hat sie bereits im Januar –
und damit vorzeitig – abgeschlossen. Was ihr in der Ausbildung zu
Gute kam: „Ich bin ja schon etwas
Verfügbar – nicht verfügbar – Pause? Katrin Haarmann rückt ihr Headset zurecht und klickt auf verfügbar. „Guten Tag, das Service-Center
der FernUniversität in Hagen, Katrin
Haarmann?!“ Am Satzende geht die
Stimme hoch. Das fordert die Anrufenden zum Sprechen auf. Gelernt
ist gelernt.
aw
Schwerpunktmäßig drehten sich
die Vorträge um das Beziehungs-,
Kommunikations- und Handlungsgeflecht zwischen individueller und
staatlicher Ebene. Namentlich ging
es um das Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zu den Institutionen sowie um Konsum, Kunst und
Architektur als Fenster der Interaktion und des Diskurses zwischen „unten“ und „oben“.
Beispiele zeigten, dass die Kommunikation zwischen Menschen und
Staat in der Bundesrepublik wie in
der DDR durchaus funktionieren
konnte, während ein Vortrag für
Österreich eine in diesem Fall ungleiche Machtbalance dokumentierte.
Konsum stabiliserte
In drei konsumgeschichtlichen Vorträgen ging es um die Bedeutung
des Konsums im Spannungsfeld
zwischen Mensch und Staat. Die Referenten waren sich einig, dass dies
ein ganz zentraler Bereich der Loyalitätsbindung an den Staat ist, resümierte apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch vom veranstaltenden Institut.
Auch in der DDR hatte der Konsum für den Alltag der Menschen
und die Stabilität des politischen
Systems eine hohe Bedeutung: „In
der friedlichen Revolution von 1989
spielte der Konsumgesichtspunkt
von Beginn an eine wichtige Rolle.“
Die DDR-Regierung hatte selbst
1988/89 eine „Verwestlichung in
Kauf genommen“ und z.B. westliche Künstler wie Bruce Springsteen ins Land gelassen. Immer mehr
Rentnerinnen und Rentner brachten von Besuchen im Westen Waren mit: Diese „Ventilfunktionen“
weckten jedoch neue Bedürfnisse.
„Konsum und Politik sind zweifellos zwei Seiten einer Medaille. Diese Erkenntnis ist ein ganz wesentliches Tagungsergebnis“, zog Schlegelmilch Bilanz.
Da
Einen ausführlichen Bericht finden
Sie unter www.fernuni-hagen.de/
per50-05, auf die Architektur in der
DDR wird auf S. 6 eingegangen.
Campus
Seite 6
FernUni Perspektive
Neue Behältertechnik
Tagung in Weimar
Automatisierte Logistik
Schopenhauer und Goethe
Es war Millimeterarbeit. Ganz genau gemessen und nachjustiert
wurde im neuen automatisierten
Hochregallager der FernUniversität in Hagen. Nun bieten 20.000
Regalfächer Platz für 11.000 verschiedene Artikel. Auf Hochtouren
wird im Logistikzentrum derzeit an
der Einführung der neuen Behältertechnik für den Versand gearbeitet. Pünktlich zum Hauptversand
für das Wintersemester 2014/2015
war mit der Fertigstellung des Regalbaus und der Fördertechnik der
erste Bauabschnitt abgeschlossen.
Das Verhältnis von Johann Wolfgang von Goethe und Arthur Schopenhauer wurde in neuerer Zeit
selten systematisch erforscht. Diesem Desiderat hat sich die Tagung
„Schopenhauer und Goethe“ angenommen, die im Goethe-Nationalmuseum in Weimar stattfand.
„Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt
Petra Hohmann, Dezernentin der
Technischen Medienadministration. Auch der zweite Bauabschnitt
wird parallel zum laufenden Betrieb
erfolgen. Bis März 2015 werden
die Fächer mit Studienbriefen, Büchern und weiteren Studienmaterialien befüllt. „Dann können wir jederzeit alle 11.000 Artikel liefern“,
sagt Hohmann.
Per Knopfdruck bewegen sich die
Behälter durch das große Koordinatensystem aus Regalen und steuern den gewünschten Artikel an.
Über die Fördertechnik gelangen sie
dann zu einem der drei Bahnhöfe,
die derzeit im Obergeschoss errichtet werden. „Bald wird alles aufgebaut sein“, sagt Petra Hohmann. Im
Frühjahr 2015 soll die neue Anlage
dann in Betrieb gehen. Letztmalig
wurden im Hauptversand für das
Blick in das neue
automatisierte
Hochregallager der
FernUniversität.
Wintersemester knapp 78.000 Pakete und Sendungen für die Studierenden ausschließlich über die bisherige Palettenkommissionierung
in die ganze Welt verschickt.
Verschwinden werden die Paletten indes nicht. Die neue Behältertechnik hat ihre Stärke im Zusammenstellen von individuellen Sendungen, während der Massenversand nach wie vor von der Palette
am schnellsten zu kommissionieren ist. „Die Arbeitsabläufe in der
Logistik werden effektiver und ergonomischer, der Versand flexibler
und leistungsfähiger“, sagt Petra
Hohmann. Einzelsendungen seien
bislang sehr aufwändig gewesen.
„Bald können wir Nachlieferungen,
Reklamationen und Nachsendungen flexibler und schneller bearbeiten.“
Bis mit dem Hauptversand für das
Sommersemester 2015 der Startschuss für die Behältertechnik fällt,
kommen noch viele Veränderungen auf die Beschäftigten im Lager- und Versandbereich zu. Ein erster Musterbahnhof ist im Obergeschoss des Logistikzentrums bereits
aufgebaut. Schritt für Schritt werden die Beschäftigten in Schulungen auf die neuen Abläufe vorbereitet. Viel Wert wird auf die ergonomische Einrichtung der Arbeitsplätze gelegt.
can
Die Organisatoren waren Prof. Dr.
Søren R. Fauth von der Universität Aarhus und Dr. Daniel Schubbe
von der FernUniversität in Hagen.
Sie legten Wert darauf, zusammen
mit renommierten Fachkolleginnen
und -kollegen sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern ein breites Panorama möglicher Anknüpfungspunkte zwischen Schopenhauer und
Goethe zu zeichnen. Thematisch
ging es nicht nur um die Farbenlehre, sondern auch um Probleme
der Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Naturphilosophie, Evolutionstheorie und Ästhetik. Durch
die Einbeziehung der Schopenhauer-Gesellschaft und der Goethe-Gesellschaft in Weimar erhoffen sich
die Organisatoren zudem eine weitere Kooperation. Gefördert wurde
die Tagung durch den Dänischen
Forschungsrat für Kommunikation
und Kultur sowie die FernUniversität im Rahmen ihres Hagener Forschungsdialogs.
Lemanski widmete seine Ausführungen Fragen der Evolutionstheorie mit Blick auf Goethe und Schopenhauer. Er stellte dazu in einer
wohl erstmaligen Ausführlichkeit
den Forschungsstand vor und verdeutlichte die Vielfalt von Problemen und Fragestellungen, die
Goethe und Schopenhauer in die
Geschichte der Evolutionstheorie
einzureihen erlauben. Insgesamt
zeigte sich in den Vorträgen und
Gesprächen, dass dem Thema bislang zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. „Durch die Gegenüberstellung gewinnen die beiden
Denker eine zusätzliche Kontur, die
auch dazu beiträgt, unsere eigene
wissenschaftliche Situation besser
zu verstehen“, so Daniel Schubbe.
Die Tagung machte nicht nur sichtbar, dass das Thema wissenschaftlich sehr fruchtbar ist, sondern auch
auf breites Interesse stößt. Mit 95
Teilnehmerinnen und Teilnehmern
wurden die Erwartungen der Organisatoren weit übertroffen. Sie planen daher, einen erweiterten Tagungsband herauszugeben. Proe
Arthur Schopenhauer
Mit Dr. Jens Lemanski trug auch
ein Mitarbeiter des Instituts für Philosophie der FernUniversität vor.
Forschung
Gewalt durch Sprache
Schall und Rauch oder linguistisches Messer?
Ein Sprichwort sagt „Worte sind wie
Schall und Rauch“. Sie haben etwas
Flüchtiges, sind nicht zu greifen und
vergehen. Somit scheinen sie auch
keinen Schaden anrichten zu können. Oder doch? Sprechen wir nicht
davon, dass uns Worte „verletzen“,
„treffen“ und „etwas antun“? Eine
Aussage, so sagen wir schließlich,
kann wie „ein Schlag ins Gesicht“
sein. Dr. Steffen Herrmann von der
FernUniversität in Hagen positioniert
sich eindeutig: „Mit Sprache können
wir Gewalt nicht nur beschreiben
oder androhen, sondern auch selbst
Gewalt zufügen.“
Worauf sich dieses Schädigungspotenzial gründet und unter welchen
Bedingungen es sich entfaltet, hat
der Wissenschaftler aus dem Institut
für Philosophie in seinem Forschungsprojekt „Warum Worte verletzen. Zur
Performanz sprachlicher Gewalt“ untersucht. Seine Erkenntnisse hat er in
einem Vortrag beim Forum Philosophicum im Hagener Forschungsdialog vorgestellt.
Im Gegensatz zu physischer Gewalt
wie etwa Folter zielt sprachliche Gewalt nicht auf körperliche Verletzung,
sondern auf die soziale Existenz des
Menschen. Denn, so die zugrunde
gelegte Annahme, der Mensch ist
von der Sprache abhängig. Sprache
knüpft das soziale Band zwischen Individuen. Droht es zu zerreißen, ist die
oder der Einzelne in Gefahr. „Das verleiht uns eine Verletzungsoffenheit“,
sagt Herrmann in Anlehnung an den
Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
Sprechen verändert die Welt
Hinzukommt, so der FernUni-Wissenschaftler weiter, dass Sprache
dem Menschen eine Stellung in der
Gemeinschaft verleiht. Der Philosoph John Langshaw Austin hat in
der Sprechakttheorie beschrieben,
dass das Sprechen Weltzustände
faktisch verändern kann. Befehle,
Namensgebungen, Eide, Versprechen sind sprachliche Handlungen,
Worte mit weitreichenden sozialen
Konsequenzen.
Nun kennt der Volksmund Menschen, die „ein dickes Fell“ haben,
die nicht mit Samthandschuhen anDr. Steffen Herrmann
gefasst werden müssen. Greift die
Beleidigung nur, wenn die Angesprochenen darauf reagieren? „Der
Vollzug sprachlicher Gewalt ist nicht
abhängig von individueller Aufnahme, sondern ist im Kontext zu sehen“, fasst Steffen Herrmann zusammen. Worte werden zu Waffen,
indem sie die Rolle eines Menschen
in Frage stellen. Durch Spott oder
Beleidigungen – etwa in Schimpf-
namen – wird ein Mensch herabgesetzt und geschwächt.
Macht der Institution
Wie sehr die oder der Einzelne getroffen ist, hänge unter anderem
von der Autorität des Beleidigenden ab. Das hat schon der französische Sozialphilosoph Pierre Bourdieu so gesehen. „Es ist beispielsweise entscheidend, ob ich jemanden
als Individuum missachte oder im
Namen einer gesellschaftlich legitimierten Instanz“, sagt Herrmann.
Ein Urteil im Namen des Gesetzes etwa entfaltet eine starke Wirkung. „Dahinter steht die komplette Macht der Institution.“
Auch die positioniert sich eindeutig: Mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug wird bestraft, wer ethnische
Gruppen beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
also Volksverhetzung begeht. aw
Seite 7
Foto: wikimedia commons, Quelle: National Archives and Records Administration der USA.
FernUni Perspektive
Der „Fall Gurlitt“
Auf Umweg zu Gerechtigkeit?
Geraubte Bilder? Müssen dem Eigentümer zurückgegeben werden.
Tatsächlich? Nein, nicht immer.
„Wenn eine solche Tat sehr lange
zurückliegt, wird es juristisch kompliziert mit der Rückgabe“, so Prof.
Dr. Andreas Bergmann, FernUniversität in Hagen. Er ist Inhaber des
Lehrstuhls für Bürgerliches Recht,
Privatrechtsgeschichte sowie Handels- und Gesellschaftsrecht. Nach
30 Jahren haben der Alteigentümer bzw. seine Erben keinen Anspruch auf Rückgabe mehr, auch
nicht gegen jemanden, der die Sache unberechtigt besitzt. Ein Käufer kann unter bestimmten Umständen sogar Eigentum an einer
Sache erwerben, die jemand veräußert, der dazu nicht berechtigt ist.
i
Eigentum und Besitz
Der Eigentümer einer Sache hat
die rechtliche Herrschaft über sie,
der Besitzer die (ggf. auch unrechtmäßige) Sachherrschaft. Eigentum und Sachherrschaft können auseinanderfallen, Eigentümer und Besitzer sind dann nicht
identisch. Zivilrechtlich hat der
Eigentümer gegen den Besitzer
grundsätzlich einen Anspruch
auf Herausgabe der Sache: die
Vindikation. Diese verjährt jedoch nach 30 Jahren.
Gutgläubiger Erwerb von
einem Nichtberechtigten
Durch eine Veräußerung wird
der Erwerber auch dann Eigentümer, wenn z.B. der Verkäufer
nicht berechtigt ist, sie zu veräußern. Voraussetzung ist, dass
der Erwerber in „gutem Glauben“ war. Das ist nicht der Fall,
wenn ihm bekannt oder infolge
grober Fahrlässigkeit unbekannt
ist, dass die Sache nicht dem Veräußerer gehört (vgl. §932 – 936
BGB). Ein gutgläubiger Erwerb
ist nicht möglich, wenn die Sache durch Raub, Erpressung u.ä.
abhandengekommen ist. Andererseits kann ein gutgläubiger
Erwerber eine Sache nach zehn
Jahren ersitzen.
Deutlich wurde die Problematik
durch über 1.500 Kunstwerke im
geschätzten Wert von bis zu 50
Mio. Euro, die die Staatsanwaltschaft Augsburg 2012 bei Cornelius Gurlitt sicherstellte (dessen Vater ein Hauptbeschaffer von Kunstwerken für das geplante „Führermuseum“ im österreichischen
Linz war). Ein großer Teil soll „NSRaubkunst“ sein, die vor allem Juden während der Nazi-Zeit zu einem Bruchteil ihres Wertes abgekauft, geraubt oder auf sonstige Weise „NS-verfolgungsbedingt
entzogen“ wurden. Andere Bilder
wurden als „entartete Kunst“ ab
1937 aus öffentlichen Sammlungen entfernt.
„Können die ursprünglichen Eigentümer ihre Werke zurückfordern?“ ist eine Frage, die Juristinnen und Juristen viel kontroverser diskutieren als die Öffentlichkeit. Bergmann: „Alteigentümer
von NS-Raubkunst und ihre Erben
haben wenig Chancen, Werke aus
privaten Sammlungen zurück zu
erhalten.“
Die Kernfrage ist: Wer ist heute überhaupt Eigentümer? Es ist nämlich
durchaus möglich, Eigentum an beweglichen Sachen von jemandem zu
erwerben, dem sie gar nicht gehören, der sie etwa Juden unter Druck
zu einem Spottpreis abkaufte. Dafür
muss der spätere Erwerber jedoch
„gutgläubig“ sein. Als erstes muss
geprüft werden: War der Erwerb
vom letzten eindeutig rechtmäßigen Besitzer rechtlich einwandfrei?
Eindeutig mit „ja“ zu beantworten
ist das, wenn der Staat damals seine eigenen Kunstwerke verkaufte.
Und bei Privatverkäufen, wenn der
Kaufpreis marktgerecht war und der
Verkauf ohne Druck zustande kam.
Während der NS-Staat mit seinem
Eigentum – z.B. „entarteter“ Kunst
– machen konnte, was er wollte,
ist die Sachlage bei privaten Werken kompliziert. Das fängt schon
mit dem Zeitpunkt des Erwerbs an.
Bergmann: „Der Druck auf Auswanderungswillige stieg in der Folge der
‚Nürnberger Rassegesetze‘ ab 1935
Ein amerikanischer
Soldat bewacht 1945
in der Schlosskirche
Ellingen ein Lager mit
NS-Raubkunst. Truppen
der dritten US-Armee
fanden dieses Lager.
enorm an.“ Viele Juden verloren ihre
Arbeit und „verscherbelten“ ihr Eigentum (Bergmann). Daher muss bei
einem Erwerb infolge der „Rassegesetze“ der heutige Besitzer einen
Verkauf ohne Druck und einen fairen Preis nachweisen. Ab 1941 beschlagnahmte oder enteignete der
NS-Staat den Besitz deutscher Juden, die ins Ausland zogen oder die
deportiert wurden. Damit konnten
Erwerber „die Preise noch stärker
drücken“. Andererseits gab es aber
auch faire Rechtsgeschäfte.
Bei unrechtmäßig erworbenen Werken ist es für eine Rückforderung,
te „Gutgläubigkeit“? Muss der Erwerber seine Gutgläubigkeit oder
der Alteigentümer dessen „Bösgläubigkeit" beweisen? Für viele Kunstrechtswissenschaftlerinnen
und
-wissenschaftler ist nur der „gutgläubig“, der sich – auch ohne Hinweise auf Raubkunst – ehrlich bemüht hat, die Herkunft des zu erwerbenden Kunstwerks zu ergründen. Handelte der Erwerber nicht in
gutem Glauben, ist das Kunstwerk
zwar weiterhin in seinem Besitz,
gleichzeitig jedoch im Eigentum des
Alteigentümers − dessen Rückgabeanspruch jedoch verjährt ist.
eine sogenannte „Vindikation“,
wichtig, wo sie sich heute befinden.
Zwar ist der Rückgabeanspruch gegen deutsche öffentliche Museen,
Archive oder Bibliotheken verjährt,
jedoch sind diese in eindeutigen Fällen zur Rückgabe angehalten.
Ist das gerecht? Bergmann: „Verjährung hat in gewisser Weise mit Gerechtigkeit gar nichts und in anderer
Weise sehr viel zu tun.“ Sie benachteiligt den Alteigentümer oder seine Erben, schafft aber Rechtsfrieden:
„Die Zeit verdunkelt die damaligen
Verhältnisse – irgendwann muss einmal Schluss sein.“ Dem BGB gehe es
um den Schutz derjenigen, die eine
Sache in gutem Glauben erworben
und fair bezahlt haben. „Der Beweis
hierfür ist aber nur noch in Einzelfällen möglich – hier ist Rechtsfrieden
angebracht! Ansonsten könnte man
doch fast jedes Rechtsgeschäft anfechten, auch 400 Jahre alte.“
Guter Glauben
Dagegen sind nach dem allgemeinen Zivilrecht „alle Ansprüche gegen
Privatpersonen nach 30 Jahren verjährt, sofern der Besitzer das Kunstwerk in ‚gutem Glauben‘ erworben
hat“, so Bergmann. Doch wo ende-
Haken für „Bösgläubige"
Für den heutigen bösgläubigen Besitzer, der kein Eigentümer ist, hat
die Sache aber einen Haken: Wenn
er das Kunstwerk veräußert, kann
der Eigentümer die Herausgabe
des Gewinns verlangen. Bergmann:
Prof. Andreas
Bergmann
„Bei einem Verkauf müssen also beide gemeinsame Sache machen. So
wird doch noch eine gewisse Gerechtigkeit hergestellt.“
Erben und Ersitzen
Auch ein Erbe des Nichtberechtigten kann Eigentum an der Sache
erwerben: indem er sie zehn Jahre lang ersitzt. Das dürfte in vielen Raubkunst-Fällen passiert sein,
auch bei Gurlitt. Wusste er von Herkunft der Bilder? Musste er es wissen oder erahnen? Bergmann: „Ein
gutgläubiger Erbe eines bösgläubigen Besitzers kann wahrscheinlich das Eigentum erwerben. Er hat
wohl lange nicht die Aufklärungspflicht wie ein Käufer. Kunstrechtler sehen das jedoch oft anders.“
Gerade der „Fall Gurlitt“ hat viele
seit 1945 ungelöste Fragen aufgeworfen. Kann man z.B. dem heutigen „nicht gutgläubigen“ Besitzer
von Raubkunst die Verjährung verweigern, wie der Freistaat Bayern es
jetzt sogar rückwirkend plant? Das
wäre für Bergmann „eher verfassungswidrig“ und würde einer langen Tradition widersprechen: „Die
Verjährung der Vindikation wurde
aus guten Gründen vom deutschen
Recht aus dem römischen übernommen. Seit 1.500 Jahren ist das
ein unglaublich spannendes Feld!“
Es werden wohl noch viele Jahre dazukommen…
Da
Weitere Informationen: §§ 197 I
Nr. 2, 985, 932 – 937 BGB.
Teilnehmende gesucht
Training für den Denkapparat
Aufmerksamer werden, sich besser konzentrieren und erinnern: Ist
der „Denkapparat“ des Menschen
flexibel genug, um seine kognitiven Fähigkeiten gezielt verbessern
zu können? PD Dr. Tilo Strobach
sucht Teilnehmende für eine Studie. Er vertritt die Professur für Allgemeine Psychologie: Urteilen, Ent-
scheiden, Handeln an der FernUniversität in Hagen.
Als eine interessante Möglichkeit
zur Verbesserung des kognitiven
Systems gelten „strukturierte, computer-basierte Gehirntrainings“:
Die Teilnehmenden führen regelmäßig bestimmte Aufgaben aus,
um grundlegende kognitive Prozesse zu verbessern: Aufmerksamkeit,
Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmung oder Gedächtnis. Dr. Strobach möchte diese Thematik systematisch und wissenschaftlich untersuchen: Wie wirken Gehirntrainings? Wie effizient sind sie? Sind
grundlegende kognitive Prozesse si-
tuationsunabhängig und lassen sich
die Effekte auf andere Situationen
übertragen? Seine Grundlagenforschung zielt auch auf die Rahmenbedingungen, die für eine Optimierung der Gehirnleistungen notwendig sind. Technisch realisiert wird
die Studie von der Firma NeuroNations. Die Teilnehmenden erhalten
als Dank nach Beendigung der Studie eine sechsmonatige Mitgliedschaft bei dem Start-Up-Unternehmen. „Zudem sind wir optimistisch,
dass sie von den Trainings der Studie
profitieren können“, so Strobach.
Interessierte sollten sich baldmöglichst unter www.neuronation.de/
fernunihagen informieren.
Da
Forschung
Seite 8
FernUni Perspektive
Die deutsch-deutsche Grenze ist schon lange weg, auch die „Mauer
in den Köpfen“ verschwindet. Von 1990 bis 2012 hat der Stadt- und
Regionalsoziologe Prof. Dr. Lothar Bertels von der FernUniversität in
Hagen untersucht, wie die Wiedervereinigung das Denken und das
Alltagsleben der Menschen in Ostdeutschland veränderte. Jetzt liegen alle Ergebnisse vor. Eine zentrale Rolle bei seiner Untersuchung
spielte das Wohnumfeld. Mit der DDR-Architektur befasst sich auch
der Historiker Frank Hager: Ihn interessieren die Kommunikationsmöglichkeiten in der DDR – und genügend Anlass zum Diskurs gab
die Architektur auf jeden Fall. Im Lüdenscheider Gespräch berichtete der damalige Regierende Bürgermeister, Walter Momper, über
die Wiedervereinigung von West- und Ost-Berlin.
Foto: Franziska Demmer
25 Jahre Mauerfall
Beim Festival „Berlin leuchtet“ am ersten Oktober-Wochenende wurde ein Bild der Menschenmassen auf der Mauer vor dem
Brandenburger Tor vor 25 Jahren auf das Wahrzeichen projiziert.
Marathon-Studie über Gotha
Aus „typisch ostdeutsch“ wurde „typisch deutsch“
Bereits kurz nach der Wende hatte apl. Prof. Dr. Dr. h.c. Lothar Bertels die Idee, dieses Großereignis in
einer „DDR-typischen“ Mittelstadt
zu untersuchen. Ausgewählt für die
zunächst kurzfristig geplante Studie
wurde Gotha. Bertels‘ Fazit nach der
Auswertung der Marathon-Studie:
„Der Transformationsprozess von der
kollektivistisch orientierten DDR-Gesellschaft in eine pluralistische und
individualisierte ist ohne große Verwerfungen erfolgt. Die Verhaltensstandards und die Lebenswelten
der Bewohner haben sich erheblich
verändert. Andererseits ist die wirtschaftliche Angleichung noch nicht
erfolgt.“ Die „insgesamt ermutigenden Ergebnisse“ dürften sich auf andere ähnliche Städte in Ostdeutschland übertragen lassen.
Das Ziel der FernUni-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler: „Wir
wollten den sozialen Wandel in Ostdeutschland darstellen. Wie haben
sich die objektiven Lebensbedingungen geändert? Wie dessen subjektive Wahrnehmung durch die Menschen?“ Sie arbeiteten heraus, wie
die Ostdeutschen die Westdeutschen sahen und wie sie ihrer Meinung nach von diesen gesehen wurden. Und wie sich diese Stereotype – vereinfachende, verallgemeinernde (Vor-)Urteile und pauschale
Wahrnehmungen – verändert haben. Erste Interviews fanden bereits im Juni 1990 auf dem Gothaer
Marktplatz statt.
Kurz nach der Wende sahen sich 78
Prozent der Ostdeutschen selbst als
kinderfreundlich, 18 Prozent als kinderfeindlich. Diametral entgegengesetzt war hierbei jedoch ihr Bild
von den Westdeutschen. Sich selbst
hielten sie für bescheiden und rück-
sichtsvoll, die Westdeutschen für
überheblich, selbstbewusst und geschäftstüchtig.
Als „Bürger zweiter Klasse“ fühlten
sich 1991 80 Prozent, 1993 sogar
83 Prozent (die Arbeitslosigkeit im
Osten war dramatisch gestiegen),
2012 dagegen nur noch 35 Prozent. Hatten jedoch früher 10 bzw.
8 Prozent (1991/1993) die Frage
mit „teils/teils“ beantwortet, waren
es 2012 46 Prozent, wohl als Folge
besserer Kenntnisse westdeutscher
Verhältnisse durch Reisen und Beruf.
Insgesamt sprechen deutliche Indikatoren dafür, dass sich Lebenschancen und Selbstwertgefühl verbessert haben. Und sind sich Ostund Westdeutsche näher gekommen? Über 60 Prozent sagen „ja“.
48 Prozent nehmen das für sich in
Anspruch, 66 Prozent billigen das
den Westdeutschen. Allerdings sehen 37 Prozent eine größere Distanz. Das Bild vom „Mantelmen-
DDR-Architektur
Interessante und spannende Details,
die einige der Ereignisse im Vorfeld
und am Abend des Mauerfalls in einem hellen, teilweise auch neuen
Licht erscheinen ließen, brachte Walter Momper einem gespannt lauschenden Publikum näher. Sein Vortrag im Lüdenscheider Gespräch fand
25 Jahre und zwei Tage nach den historischen Ereignissen statt. Der SPDPolitiker war damals Regierender Bürgermeister von West-Berlin, er wurde
auch als „Mann mit dem roten Schal“
bekannt.
Da
Die Veranstaltung wurde gestreamt:
www.fernuni-hagen.de/per50-08b.
Die Architektur im Widerspruch zwischen Repräsentationsbehauptung
und Glücksversprechen ist Thema
der Dissertation von Frank Hager
vom Hagener Institut für Geschichte
und Biografie. Auf der Fachtagung
des Instituts „Mensch und Staat. Erfahrungs- und kommunikationsgeschichtliche Perspektiven“ referierte er über Architektur und Stadtplanung in der Sojwetisch Besetzten Zone (SBZ) und frühen DDR
und die Kommunikationsräume im
Spannungsfeld zwischen Mensch
und Staat (s. S. 5). Den Ausgangspunkt für sein innovatives Archi-
Fazit: „Die Bürgerinnen und Bürger
leben gerne in Gotha, das heute eine
ganz normale deutsche – nicht ostdeutsche – Stadt ist. Ein Besuch lohnt
sich – auch für Westdeutsche!“ Da
Ihr Selbstvertrauen halten die Ostdeutschen für stark unterentwickelt, während sie die westdeutsche Selbstsicherheit auch heute
noch oft als Überheblichkeit interpretieren.
www.fernuni-hagen.de/per50-08a.
Raus aus dem tristen Umfeld
Die Gespräche in Gotha förderten teilweise wenig bekannte Details zutage. Wie z.B. Wohnsituation, Wohnumfeld und fehlende
Massenmobilität die Eigendynamik
der revolutionären Entwicklung befeuerten: „Auf ein Auto musste
man zehn Jahre warten. Die Menschen waren also stark von ihrem
oft völlig tristen Umfeld abhängig.
Die Bausubstanz war abrissreif, die
Identifikationsbereiche verloren.“
Wundert es, dass Reisen auf der
Wunschliste oben stand?
Bürger leben gern in Gotha
Heute ist nicht nur Gothas Wirtschaftsstruktur stabilisiert und
durchaus zukunftsorientiert. Die
Entwicklung der 44.000-Einwohner-Stadt mit langer Residenztradition hat auch bei der Stadtentwicklung große Fortschritte gemacht:
Marode Bausubstanz ist weitgehend verschwunden, ganze Stadtensembles wurden gerettet. Bertels‘
Ein Häuserensemble
in Gotha – Anfang der
1990er Jahre und heute.
Bericht aus
Gesamt-Berlin
schen aus dem Westen“ weicht zunehmend einer „skeptischen Annäherung“. Insgesamt nehmen
Stereotypen ab, einige haben sich
dagegen stabilisiert bzw. verfestigt.
i
Ab 1991 förderte die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG)
eine große Studie, die 1992/93
wiederholt wurde. Nach der DFGFörderung machten Prof. Bertels
und Prof. Dr. Ulfert Herlyn Universität Hannover, mit eigenen Mitteln
weiter. Anfangs war auch Prof. Dr.
Fred Staufenbiel, Bauhaus-Universität Weimar, beteiligt.
Die Entwicklungen in Gotha sind
in drei Büchern und einem Film
dokumentiert. Das dritte Buch ist
gerade erschienen: Lothar Bertels
(Hrsg.): Gotha im Wandel 1990 –
2012. Transformation einer ostdeutschen Mittelstadt. Springer
VS (Wiesbaden). Film und Bücher
können unabhängig voneinander
rezipiert werden, sie ermöglichen
gemeinsam aber auch einen neuen Zugang zur Forschung: „Wir
haben mit unserer Arbeit die Tür
für die in der Stadtforschung
neue Methode geöffnet“, betont
Prof. Bertels. „Buch und Film gewähren gemeinsam einen tieferen Einblick.“
„Kann man in Hoyerswerda küssen?“
tektur-Verständnis bildeten Diskurse zur Stadtplanung in der SBZ und
der jungen DDR: Der Architekt Hermann Henselmann konzipierte in
den 1950er Jahren einige der markantesten Gebäude der Ost-Berliner
Pracht- und Paradestraße Stalinallee
(heute Karl-Marx-Allee). Er galt damit fortan als einer der bedeutendsten Vertreter des „Sozialistischen
Realismus“. Hager zeigte, dass es
die von der DDR-Führung propagierte Mitbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner bei der
sozialistischen Stadtplanung nicht
gab. Jedoch konnten die Meinun-
gen zur Gestaltung Ost-Berlins bis
Ende der 1940-er Jahre erstaunlich
frei und kritisch geäußert werden.
Zunächst wurde im Friedrichshain
noch in der Bauhaus-Tradition geplant, ab 1951 jedoch in einer DDRVersion des „russischen Zuckerbäckerstils“ an der Stalinallee weitergebaut. Eine erneute Stiländerung
kam nach Stalins Tod 1953 und dem
späteren Wunsch Chruschtschows
nach einer effizienteren Bauweise.
Die nun favorisierte Plattenbauweise wurde zum heiklen Diskussionsgegenstand. Mit den emotionalen
Defiziten der sozialistischen Indust-
riestädte setzte sich Brigitte Reimann
1963 kritisch in ihrem Zeitungsartikel „Kann man in Hoyerswerda küssen?“ auseinander. Die SED griff erst
„lenkend“ ein, als die Diskurse aus
dem Ruder liefen.
Da
Plattenbau in Ost-Berlin
Aus den Fakultäten
FernUni Perspektive
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Im Steering Committee der ECPR Standing Group Identity
Auf der 8. Hauptkonferenz des ECPR, der europäischen Vereinigung für Politikwissenschaft, wurden Prof. Dr. Viktoria Kaina, Lehrgebiet Politikwissenschaft I:
Staat und Regieren, und Sebastian Kuhn als Mitglieder des Steering Committee der ECPR Standing Group Identity wiedergewählt. Für eine weitere Amtszeit von drei Jahren werden Prof. Kaina als Co-Convenor und Sebastian Kuhn
als Secretary des internationalen Forschungsnetzwerkes tätig sein.
Philosophie beflügelt internationale Beziehungen
Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann vom Institut für Philosophie an der FernUniversität und sein argentinischer Kollege Prof. Dr. Héctor Ferreiro von der Päpstlich Katholischen Universität in Buenos Aires intensivieren den deutsch-lateinamerikanischen Austausch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf
dem Gebiet der Philosophie über Programme und das Forschungsnetzwerk FILORED. Es fördert insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, indem es etwa Doppelpromotionen in zwei Ländern ermöglicht. Der
erste Promovend im Rahmen dieser Kooperation wird Daniel Wenz von der
FernUniversität sein. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der internen Forschungsförderung der FernUniversität unterstützt, so
dass Dr. Oscar Cubo als Koordinator der Aktivitäten beschäftigt werden kann.
Als Austauschpromovendin war in diesem Jahr unter anderem Katja Leistenschneider aus dem Lehrgebiet von Prof. Hoffmann in Buenos Aires. Bei einem
Besuch in Hagen hielt Prof. Ferreiro im Forum Philosophicum unter dem Dach
des Hagener Forschungsdialogs einen Vortrag mit dem Titel „Der Streit um die
hundert Taler. Begriff und Sein bei Kant und Hegel“. aw
Daniel Wenz, Dr. Oscar Cubo, Katja Leistenschneider, Prof. Héctor Ferreiro und Prof.
Thomas Sören Hoffmann (v.li.)
In Zentrale Ethikkommission berufen
Emeritus Prof. Dr. Jan P. Beckmann, Institut für Philosophie, ist von der Bundesregierung für 2014 bis 2017 erneut zum Mitglied der Zentralen Ethikkommission für Stammzellenforschung am Robert-Koch-Institut (Berlin) berufen worden.
Er gehört ihr bereits seit ihrer Einrichtung im Jahre 2002 ununterbrochen an.
„Gespräche zur Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr“
„Gespräche zur Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr 2015“ finden am 16.
Januar 2015 in der FernUniversität statt. Organisiert wird die Veranstaltung im
Rahmen des Hagener Forschungsdialogs mit dem Titel „Städte – Urkunden
– Editionen: Interdisziplinäre Projekte im Ruhrgebiet“ von Prof. Dr. Felicitas
Schmieder, Lehrgebiet Geschichte und Gegenwart Alteuropas, und Dr. Stefan
Pätzold, stellvertretender Leiter des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte.
Apl. Professorin
In einer Feierstunde verlieh Dekan Prof. Dr. Armin Schäfer PD Dr. Bernadette
Collenberg-Plotnikov den Titel „außerplanmäßige Professorin“. Nach wissenschaftlichen Stationen in Bochum, Paris, Konstanz und Berlin habilitierte sie
sich 2009 an der FernUniversität. Sie forscht und lehrt vor allem im Bereich der
Kunstphilosophie.
Seite 9
Rechtswissenschaftliche Fakultält
Neue StudiengangsKoordinatorinnen
Als Maßnahme zur weiteren Professionalisierung der Lehre haben in der
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften fünf neue Studiengangs-Koordinatorinnen ihre Arbeit mit unbefristeten Verträgen aufgenommen. Sie
sollen die Vorsitzenden der Studiengangskommissionen entlasten und Bindeglieder zum Zentralbereich sein. Ziel
ist es entsprechend dem Hochschulentwicklungsplan 2015, gemeinsame Arbeitsstrukturen auszubauen und zu intensivieren. Die FernUni-erfahrenen Koordinatorinnen Dr. Annabell Preußler
(Studiengangsfamilie Bildungswissenschaft), Ingeborg Voss (Studiengangsfamilie Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie) und Christiane Lammers (Akademiestudium und
virtuelles Auslandssemester) sollen ihr
Wissen mit den neuen Kolleginnen Dr.
des. Andrea Berlin (Studiengangsfamilie Kulturwissenschaften) und Dr. Anna
Müller (Studiengangsfamilie Psychologie) teilen, damit so ein gemeinsames
„Institutional Memory“ wächst.
Da
Promotionen
Timo Heydasch. Schriftliche Arbeit:
„Studienerfolgsprädikatoren bei Fernstudierenden – Eine empirische Untersuchung mit Studierenden des
Studiengangs B.Sc. Psychologie der
FernUniversität in Hagen.“ Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. KarlHeinz Renner, Prof. Dr. Bernd Marcus.
Sven Ellmers. Schriftliche Arbeit:
„Reflexive Freiheit. Zu Hegels Philosophie der Wirtschaft.“ Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Thomas
Bedorf, Prof. Dr. Georg Bensch.
Christian Kurrat. Schriftliche Arbeit: „Renaissance des Pilgertums.
Zur biographischen Bedeutung des
Pilgerns auf dem Jakobsweg.“ Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Heinz
Abels, Prof. Dr. Rainer Schützeichel.
Sebastian Koch. Schriftliche Arbeit:
„Politisches Asyl in der DDR am Beispiel der chilenischen Emigranten.“
Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Peter
Brandt, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Gerhard Besier, Dresden,
Christoph Seiler. Schriftliche Arbeit:
„Die Diskursethik im Spannungsfeld
von Systemtheorie und Differenzphilosophie. Habermas – Luhmann – Lyotard.“ Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr.
Thomas Sören Hoffmann, Prof. Dr. Thomas Bedorf.
Kooperation erneuert und ausgeweitet
Eng und erfolgreich arbeiten die rechtswissenschaftlichen Fakultäten der FernUniversität, der Universidad Nacional de Educacion a Distancia in Madrid (UNED)
sowie der Open Universiteit Nederlands in Heerlen (OU NL) seit vielen Jahren
zusammen. Ihre Kooperation erneuerten sie beim Treffen der European Association of Distance Teaching Universities (EADTU) in Krakau. Die European Summer School in Law, die seit 2008 abwechselnd in Spanien, den Niederlanden
und Deutschland stattfindet, ist ein Ergebnis ihrer gewachsenen Zusammenarbeit, ebenso bereits existierende „virtuelle“ Auslandsprogramme. Teil der Partnerschaft ist die verstärkte Kooperation auf Bachelor-, Master- und Promovenden-Ebene. In Zukunft werden die Fakultäten u.a. im Bereich der internationalen Graduiertenförderung weitaus stärker kooperieren. Das gemeinsame Projekt
EDELNet (European Distance Learning in Law Network) bildet dabei die Grundlage für den Austausch von Promovendinnen und Promovenden.
Rechtsgeschichte und Rechtsgeschehen in Italien
In der Schriftenreihe „Rechtsgeschichte und Rechtsgeschehen – Italien“, die
Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum zusammen mit neun italienischen und sechs
deutschen Kollegen herausgibt, sind vier neue Bände erschienen. Insgesamt
umfasst die Reihe nun sieben Bände. Die Texte hat der ehemalige Inhaber des
Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Juristische Zeitgeschichte an
der FernUniversität in Hagen aus dem Italienischen übersetzt.
Im Vorstand der Vereinigung der Arbeitsrechtslehrer
Prof. Dr. Kerstin Tillmanns, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und
Rechtsvergleichung, wurde auf dem 5. wissenschaftlichem Kolloquium der Vereinigung der Arbeitsrechtslehrer in Heidelberg erneut in den Vorstand gewählt.
Deutsch-Mexikanische Juristenvereinigung
Die Jahrestagung der Deutsch-Mexikanischen Juristenvereinigung e.V. (DMJV)
im Regionalzentrum Berlin eröffnete ihr Präsident Prof. Dr. Karl August Prinz
von Sachsen Gessaphe. Der Inhaber des Hagener Lehrstuhls für Bürgerliches
Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung
hielt den Vortrag „Das eigenhändige Testament in Mexiko und Deutschland“.
Promotionen
Zekai Dagasan. Schriftliche Arbeit:
„Das Ansehen des Staates im türkischen und deutschen Strafrecht.“
Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Dr.
Thomas Vormbaum, PD Dr. Asholt.
Evelyn Gabrys. Schriftliche Arbeit:
„Die Klagefrist im Falle einer Kündigung wegen des Betriebsübergangs.“
Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr.
Waas, Prof. Dr. Kerstin Tillmanns.
Simon Gruhn. Schriftliche Arbeit:
„Sky Marshals in der Zivilluftfahrt –
Rechtliche Rahmenbedingungen des
Einsatzes von Flugsicherheitsbegleitern an Bord deutscher Luftfahrzeuge.“ Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof.
Dr. Andreas Haratsch, Prof. Dr. Ennuschat.
Dorothea Peters. Schriftliche Arbeit: „Der Kriminalrechtsfall ‚Kasper
Hauser‘ und seine Rezeption in Jakob Wassermanns Casper-Hauser-Roman.“ Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof.
Dr. Dr. Thomas Vormbaum, PD Dr.
Martin Asholt.
Lewis Atholl Johnston. Schriftliche
Arbeit: „Die rhetorische Architektur
erstinstanzlicher Strafentscheidung.“
Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen, apl.
Prof. Dr. Gabriele Zwiehoff.
Kilian Servais. Schriftliche Arbeit:
„Der Softwarepflegevertrag.“ Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock, Prof. Dr.
Ulrich Wackerbarth.
Arne Timke. Schriftliche Arbeit:
„Die Vorlagenbefugnisse von Amtswegen in Deutschland und die
U.S.-amerikanische Discovery. Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Karl
August Prinz von Sachsen Gessaphe, Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock.
Timo Zeiske. Schriftliche Arbeit: „Das
Statut sozialer Sicherheit bei grenzüberschreitender Arbeitnehmerentsendung.“ Erst-/Zweitgutachter/-in:
Prof. Dr. Kerstin Tillmanns, Prof. Dr.
Andreas Haratsch.
Fakultät für Mathematik und Informatik
Prof. Jürgen Jahns zum
Präsidenten der EOS gewählt
Prof. Dr. Jürgen Jahns, Lehrgebiet Mikro- und Nanophotonik, ist zum Präsidenten der größten internationalen Wissenschaftsgesellschaft für Optik und Photonik in Europa gewählt
worden. Die European Optical Society (EOS) vernetzt die mehr als 20 nationalen Optik-Gesellschaften. Prof.
Jahns ist ab sofort im EOS-Vorstand
tätig. Die zweijährige Präsidentschaft
beginnt 2016.
Gastprofessor aus Kanada
„Das erinnert mich an meine Heimat,
die schwäbische Alb.“ Prof. Dr. Erhard
Neher hat von seinem Büro im Informatikzentrum auf dem FernUni-Campus einen grandiosen Ausblick. „Die
Arbeitsbedingungen an der FernUni
sind ideal“, sagt der Mathematiker,
der sich für zwei Monate als Gastprofessor im Lehrgebiet von Prof. Dr.
Winfried Hochstättler, Diskrete Mathematik und Optimierung, aufhält.
Erhard Neher forscht und lebt seit
1984 in Kanada. Zum Betreuer seiner Diplomarbeit, Prof. Dr. Ottmar
Loos, hielt er besonders intensiven
Austausch aufrecht und begann mit
den Planungen für ein Buchprojekt.
Seitdem treffen sich die beiden Mathematiker in regelmäßigen Abständen. „Wir schreiben eine neue Theorie zu einem klassischen Problem aus
der Algebra, das das Verhältnis von
Steinberg-Gruppen zu Jordan-Paaren
beschreibt“, skizziert Neher, dessen
Forschungsschwerpunkt Gruppentheorie ein Teilgebiet der Algebra ist.
Inzwischen ist Ottmar Loos Emeritus
(v.li.) Prof. Dr. Ottmar
Loos, Prof. Dr. Holger
Petersson, Prof. Dr.
Winfried Hochstättler,
Prof. Dr. Erhard Neher
und Honorarprofessor an der FernUniversität, ebenfalls im Lehrgebiet
Diskrete Mathematik und Optimierung. Den Kontakt zwischen Loos
und der FernUniversität hatte FernUni-Emeritus Prof. Dr. Holger Petersson hergestellt. Gemeinsam haben
die drei eine eintägige Konferenz mit
internationalen Algebra-Vorträgen in
Hagen organisiert.
aw
Promotionen
Giovanni Landi. Schriftliche Arbeit:
„Organic semiconductor material and
device characterization by low-frequency noise and admittance spectroscopy of polymer: fullerene solar
cells and silicon/organic thin film heterodiodes.” Erst-/Zweitgutachter/-in:
Prof. Dr. Wolfgang Fahrner, Prof. Dr.
Neitzert.
René Ramacher. Schriftliche Arbeit:
„Quality-of-Service-basierte Dienstselektion unter Unsicherheit: Modellbildung, Lösungsverfahren und Leistungsbewertung.“ Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Lars
Mönch, Prof. Dr. Bichler.
Zoltan Szeifert. Schriftliche Arbeit:
„Deflection Queuing. Preventing
Head-of-Line Blocking in Communication Network Switches.” Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr.-Ing. habil. Herwig Unger, Prof. Dr. Fengler.
Seite 10
Aus den Fakultäten
FernUni Perspektive
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Zwei Hagener Volkswirte
Keynote Speaker in Bath
Die hohe internationale Reputation der FernUniversität auf dem Gebiet der Umweltökonomie wird dadurch augenfällig, dass mit Prof. Dr.
Alfred Endres, Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre, insb. Wirtschaftstheorie, und Prof. Dr. Thomas Eichner,
Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre, insb.
Finanzwissenschaft, zwei ihrer Angehörigen Keynote Speaker der internationalen Konferenz über „Environmental Protection and Sustainability: Towards Global Agreements“
im Frühjahr 2015 im englischen Bath
sind. Dort wird Prof. Endres auch für
sein Lebenswerk geehrt (s.S. 12 unten rechts dieser FernUni Perspektive).
Seit 25 Jahren wissenschaftlich
verbunden
Das wissenschaftliche Interesse verbindet seit 25 Jahren Prof. Dr. Helmut Wagner, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Makroökonomik,
Prof. Kazumi Asako
und Prof. Kazumi Asako (PhD, Yale)
vom Institute of Economic Research
an der Hitotsubashi University in Tokio. Damals trafen sie sich als Gastprofessoren zum ersten Mal am Massa-
chusetts Institute of Technology (MIT).
Seitdem diskutieren sie gemeinsam
Fragen der Geld- und Finanzpolitik.
Prof. Asako wählte nun die FernUniversität als die Hauptstation eines Forschungsaufenthaltes in Europa. Gemeinsam arbeiten die beiden
Wissenschaftler daran, die politischen
Ansätze zur Regulierung der Finanzmärkte in Deutschland und Japan zu
vergleichen. „Wir haben in den beiden Ländern in der Vergangenheit
ähnlich tiefgreifende Finanzkrisen erlebt, ab 1990 in Japan und ab 2007
in Deutschland“, sagt Makroökonom
Asako. „Die Frage ist nun“, ergänzt
Wagner, „wie die Regierungen darauf mit ihrer Geld- und Finanzpolitik
reagiert haben. Haben sie aus den früheren Fehlern in Japan gelernt?“ Ihre
Ergebnisse werden die beiden Professoren in einem Fachaufsatz publizieren. Im Rahmen des Hagener Forschungsdialogs hielt Prof. Asako den
Vortrag „Langfristige Dynamiken zwischen Aktienmärkten“.
aw
Großes Interesse in China
Auf großes Interesse in der Volksrepublik China ist der Vortrag von Prof. Dr.
Helmut Wagner, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Makroökonomik, gestoßen, zu dem ihn der Direktor des Center for Macroeconomic Research an der Xiamen University eingeladen hatte (s. Perspektive
Nr. 49). Dort fand das „2014 International Symposium on China's Macro-economy: China's Economic Development and Income-doubling: Opportunities and Challenges“ statt. Das
Center ist das einzige makroökonomische Forschungszentrum der chinesischen Regierung. U.a. veröffentlichte die wichtigste politisch-wirtschaftliche Zeitschrift in der Volksrepublik,
der „Liaowang“, einen ausführlichen
Artikel über seinen Vortrag „A Major
Challenge to China's Policy: Structural
Change“. Auch das chinesische Fernsehen berichtete über die Konferenz
und den Vortrag.
Besuche in New York und Paris
An der Fordham University und an der
New York University stellte Prof. Dr.
Helmut Wagner, Lehrstuhl für VWL,
insb. Makroökonomik, neuere Arbeiten und Forschungsideen vor und
führte Fach- und Kooperationsgespräche. Aus gleichem Anlass war er
bereits zuvor in Paris an der Sorbonne
Universität.
Prof. Wagner nach Harvard
Prof. Dr. Helmut Wagner, Inhaber des
Lehrstuhls für VWL, insb. Makroökonomik, an der FernUniversität in Hagen, ist von den Direktoren des Center
of European Studies und des Fairbank
Center for Chinese Studies der Harvard Universität eingeladen worden,
die beiden Center zu besuchen, um
dort Kooperationsgespräche zu führen und für graduierte Studenten der
Harvard Universität Seminare über seine neueren Publikationen anzubieten,
u.a. zum Thema „Herausforderungen
Chinas durch den Strukturwandel”.
Prof. Wagner ist deswegen nach Boston/Cambridge in die USA geflogen.
Dr. Klaus Derfuß ausgezeichnet
Dr. rer. pol. Klaus Derfuß hat beim
Best Reviewer Award 2013 des Journal of Management Control als Second Runner Up den 3. Platz belegt.
Dr. Derfuß ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensrechnung und Controlling (Prof. Dr.
Jörn Littkemann).
Douglas-Stiftungslehrstuhl auf
Konferenzen
Auf der diesjährigen Konferenz Frontiers in Service in Miami war der Douglas-Stiftungslehrstuhl für Dienstleis-
tungsmanagement (Prof. Dr. Sabine
Fließ) mit einem Beitrag zum Thema
Kundenmitwirkung bei der Dienstleistungserstellung vertreten. Ergebnisse
des Forschungsprojekts „Customer’s
contribution to co-creation – a bibliometric review on developments in
scientific research” präsentierte Mailin Schmelter. Die Annahme des Beitrags spiegelt die hohe wissenschaftliche Relevanz des Themas wider. Das
Paper zur Studie erschien im referierten Tagungsband.
Die ISBM Academic Conference, die
jetzt in San Francisco stattfand, ist
eine international ausgerichtete, auf
die Erforschung von Business-to-Business Themen fokussierte Veranstaltung. Für sie wurde Eva Lexutts Beitrag „Service Transition from the Customer Perspective – an Explorative
Study” angenommen. Die Wissenschaftliche Mitarbeiterin befasst sich
mit der Kundenwahrnehmung der
veränderten Angebotsformen. Ihre
Untersuchung konnte sie auch in Rostock mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum diskutieren. Die
Rostocker Dienstleistungstagung behandelt ein breites Spektrum an aktuellen Fragestellungen der Dienstleistungsforschung.
Proe
Herausforderungen für die
Wohnungswirtschaft
Um „Aktuelle Entwicklungen in der
Immobilienwirtschaft“ ging es bei einem Symposium, zu dem der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre,
insbes. Investitionstheorie und Unternehmensbewertung von Prof. Dr.
habil. Thomas Hering, eingeladen
hatte. Neben Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern der Fakultät
für Wirtschaftswissenschaft und weiteren Beschäftigten der FernUniversität kamen vor allem externe Inte-
ressierte aus der Region. Mit „Managementstrategien in schrumpfenden Wohnungsmärkten“ setzte sich
Dr. Marco Boksteen als Geschäftsführer der Hagener Gemeinnützigen
Wohnungsgesellschaft auseinander.
Der Titel des Vortrags von Dr. Mathias Hain, Geschäftsführer der Ritterwald Unternehmensberatung aus
Berlin, lautete: „Performancesteigerung in der Wohnungswirtschaft“.
Zum Abschluss sprach Markus Drews,
Geschäftsführer der Im-mobilis GmbH
in Duisburg, über „Portfoliomodelle börsennotierter Immobiliengesellschaften“. Die Veranstaltung fand in
Rahmen des Hagener Forschungsdialoges statt.
Proe
Markus Drews, Prof. Thomas Hering
und sein Mitarbeiter Dr. Christian Toll,
Dr. Mathias Hain und Dr. Marco
Boksteen (v. li.)
Promotionen
Christina Klee. „Interdependenzen
am Finanzmarkt – Eine modellgestützte Untersuchung der Preisbeziehung
zwischen originären und unbedingten derivativen Finanztiteln.” Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Michael
Bitz, Prof. Dr. habil. Thomas Hering.
Arwed Nadzeika. Schriftliche Arbeit:
„Die Bedeutung sozialer Einflussfaktoren für die Stabilität von Dienstleistungsbeziehungen – eine netzwerkanalytische Betrachtung.” Erst-/
Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Sabine
Fließ, Prof. Dr. Ulrike Baumöl.
Lehre
Wikiade
Digitales Lehrprojekt erfolgreich gestartet
Es ist ein wohl bundesweit einmaliges Lernprojekt, das seit Oktober an
der FernUniversität in Hagen stattfindet: die „Wikiade“. Die Wikiade
ist ein universitätsinterner, fakultätsübergreifender Wissenswettkampf. Studierende und Lehrende
der FernUniversität können teilnehmen. Das Lehrgebiet Mediendidaktik (Prof. Dr. Theo Bastiaens) initiierte den Wissenswettkampf und
begleitet ihn wissenschaftlich. Das
Projekt läuft noch bis 31. Mai 2015.
Mehr als 700 Teilnehmende im
ersten Monat
Bereits im ersten Projekt-Monat haben sich mehr als 700 Teilnehmende
mit Beiträgen zu ihren Studieninhalten beteiligt. „Wir beobachten sehr
unterschiedliches Nutzungsverhalten, schon in den ersten Wochen“,
sagt Jana Hochberg. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrgebiet Mediendidaktik und Projektleiterin. Zum Beispiel mache sich
eine Nutzerin mit den Wiki-Grundlagen vertraut. Ein anderer Nutzer
stellte bereits ausformulierte Beiträge zu seinen Studieninhalten online. „Die Teilnehmenden unterstützen sich gegenseitig bei der Wissensvermittlung, zum Beispiel mit
Grafiken zur Veranschaulichung.“
Wissenswettstreit soll
Austausch fördern
„Mit der Wikiade wollen wir den
Austausch zwischen Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie ihren Lehrenden unterstützen“, sagt
Hochberg. Es geht um die Erpro-
bung kooperativer Lernformen.
„Doch auch die Beschäftigten sollen miteinander ins Gespräch kommen.“ Dafür setzt die „Wikiade“
beim kleinsten gemeinsamen Nenner an – den Studieninhalten.
Da die Erstellung von Wiki-Artikeln
zu Studieninhalten noch kein Wettkampf ist, haben sich Jana Hochberg und das Projektteam „Herausforderungen“ überlegt: „Wöchentlich gibt es ‚Aufgaben‘ und
sogenannte ‚Wiki-Wars‘“, sagt
Jana Hochberg. Das ermutige Teilnehmende, sich aktiv an der „Wikiade“ zu beteiligen. Zum
Beispiel, indem sie sich
selbst vorstellen.
In den „Wiki-Wars“
gehe es um die spielerische Erschließung der
Struktur eines Wiki und
den Aufbau von WikiArtikeln.
Für besondere Wikiade-Leistungen
vergibt das Projektteam Preise. Darunter eine Pebble Smartwatch,
ein iPad und einen Kindle E-BookReader. Eine Förderung der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V. ermöglichte diese und
weitere Sachpreis. Zu den Leistungen zählen verständliche Artikel zu
Studieninhalten. Aber auch nachvollziehbare Korrekturen mangelhafter Artikel.
Und was für die Olympiade gilt, gilt
natürlich auch für die Wikiade: Dabei sein ist alles. In diesem Sinne:
An die Tasten, fertig, los! fej
www.fernuni-hagen.de/per50-10
Einflüsse auf
Dienstleistungen
Weil Dienstleistungen vor dem Kauf
nicht inspiziert werden können,
haben Reputation und Image des
Dienstleisters, Werbung, Marken
sowie Awards und Gütesiegel besondere Bedeutung. Während der
Dienstleistungserstellung kommunizieren Anbietende und Nachfragende, aber auch Kunden untereinander. Das hat Folgen für das
Dienstleistungsergebnis und dessen
Bewertung. Zudem kann die Kommunikation zwischen Kunden nach
dem Kauf das Kaufverhalten anderer Kunden beeinflussen, ebenso Reputation, Image und Marke
des Dienstleisters. In einem Seminar
des Douglas-Stiftungslehrstuhls für
Dienstleistungsmanagement (Prof.
Dr. Sabine Fließ) befassten sich die
Studierenden theoretisch mit verschiedenen Aspekten der Kommunikationspolitik, Anwendungsbeispiele stellten die Praxisrelevanz sicher. Sie bewerteten das Seminar
sehr positiv.
Proe
Lehre
FernUni Perspektive
Virtueller Auslandsaufenthalt
Interkulturelle Erfahrung
In München sein, in Dublin studieren
Mobile Module
Gerade kommt Melanie Kersken
aus dem Seminarraum der Dublin City University (DCU). SeminarKritik stand auf dem Programm.
Wenn sie jetzt zum Fenster hinausschaut, sieht sie aber nicht etwa die
Liffey durch das Stadtgebiet strömen. Denn Kersken sitzt am heimischen Computer in München.
Den Seminarraum hat sie nur virtuell verlassen.
Andere Wissenschaftskulturen kennenzulernen und Fremdsprachenkenntnisse zu verfeinern ermöglicht
der „Virtuelle Auslandsaufenthalt“
Studierenden des Bachelor-Studiengangs Kulturwissenschaften der
FernUniversität in Hagen. „Dadurch
können unsere Studierenden Kursmodule in den Fächern Literatur,
Geschichte und Philosophie anderer
europäischer Fern- beziehungsweise Präsenzuniversitäten mit Fernstudienangebot belegen“, erläutert
Prof. Dr. Thomas Bedorf, Lehrgebiet
Philosophie III. Gemeinsam mit den
anderen kulturwissenschaftlichen
Lehrgebieten entwickelte und koordinierte sein Lehrgebiet dieses Angebot. Diese Aufgabe übernimmt
nun die neue Studiengangs-Koordinatorin Christiane Lammers (Mail
an christiane.lammers@fernunihagen.de). Bewerbungen sind jeweils zum 1. Oktober möglich, frühzeitige Kontaktaufnahmen sind wegen der begrenzten Anzahl gebührenfreier Plätze empfehlenswert.
Foto: Privat
weiterentwickeln“, sagt Melanie
Kersken. Das Seminar in Dublin
besuchte sie wie eines in Hagen
– an festen Abendterminen und
über die Online-Plattformen „Virtual Classroom“ und „Moodle“.
Via Audio- und Video-Übertragung diskutierte sie im virtuellen
Klassenzimmer mit ihrem Dozenten und Mit-Studierenden. Aus
verschiedenen Ländern Europas
und von Übersee belegten auch
sie dieses Modul: „Wir haben im
virtuellen Seminarraum Referate gehört, gehalten und besprochen. Wie in einer Präsenzveranstaltung“, berichtet Kersken.
Melanie Kersken arbeitet in Vollzeit im Geschäftsreise-Service. An
der FernUniversität in Hagen ist sie
Teilzeitstudentin im fünften Bachelor-Semester. Sie studiert KulturwisMelanie Kersken
senschaften mit Schwerpunkt Literatur. Am Fernstudienzentrum der
Die Tutorien zu Themen wie
Intensive Vorbereitung
DCU besuchte sie jetzt ein litera„Shakespeares Theaterstücke“
Was waren besondere Herausforturwissenschaftliches Seminar über
besuchte sie an festen Terminen
derungen? „Nicht nur die Fremd„The Renaissance“ – online und
– abends nach der Arbeit. Trotzsprache. Vor allem auch die Hausauf Englisch. Möglich macht das
dem: Auch an der DCU lege man
aufgaben.“ Dazu gehörte Literader „Virtuelle Auslandsaufenthalt“
Wert auf Flexibilität. „Die Tutoriturrecherche in englischsprachifür Bachelor-Stugen Datenbanken.
dierende der FaAußerdem das Ver„Ich wollte unbedingt meine Englischkenntnisse
kultät für Kulturfassen mehrerer Esweiterentwickeln.“
und Sozialwissensays. In sogenannMelanie Kersken
schaften (KSW).
ten „continuous
Es ist ein Beitrag
assessments“ wuren waren zwar live, verpasste Sitder FernUniversität zur Internatioden diese auch regelmäßig bezungen konnte ich mir aber von
nalisierung des Fernstudiums.
wertet. „Das war schon sehr anMoodle herunterladen“, erklärt
spruchsvoll, aber so bleibt man am
Englischkenntnisse anwenden
Kersken. Die Tutorinnen und TutoBall“, sagt Kersken.
„Ich wollte unbedingt meine Engren seien natürlich auch per Mail
erreichbar.
lischkenntnisse anwenden und
Fortsetzung Seite 14
Durch den regelmäßigen Kontakt
mit ausländischen Studierenden
und einer anderen Wissenschaftskultur sollen Studierende interkulturelle Erfahrung sammeln. Dafür
knüpfte Prof. Bedorf in den vergangenen vier Jahren zusammen
mit seinem Mitarbeiter Dr. Steffen
Seite 11
Herrmann ein Netzwerk mit europäischen Partnern. Zu den im Ausland studierbaren Kursmodulen gehören u.a. Seminare an der irischen
Dublin City University (DCU) und an
der Open Universiteit in den Niederlanden. Konkrete Kooperationsverträge regeln Rahmenbedingungen
wie die Anrechnung von Studienleistungen. Das gibt den Studierenden Rechtssicherheit. Bei Kooperationspartnern der FernUniversität erbrachte Modulleistungen sind
problemlos anrechenbar.
Hilfreich fürs Kontakteknüpfen
war die Kursaustauschplattform
„EPICS“ – European Portal of International Courses and Services,
ein Projekt von EU und europäischem Netzwerk der Fernuniversitäten (EADTU).
Alternative Wege
Module können auch an ausländischen Universitäten absolviert werden, mit denen die FernUniversität keine Kooperationsvereinbarung hat. Interessierte sollten sich
vorab über die Anrechenbarkeit
des externen Studienangebots und
Fördermöglichkeiten informieren.
In bestimmten Fällen gewährt der
FernUni-AStA ein Internationalisierungsdarlehen. fej
Infos: buero@asta-fernuni.de
Neuer cMOOC
Zurück zur Insel der Forschung
tel des zweiten FernUni-cMOOC.
Nun zogen Vogt und Hohlfeld Bilanz: „Wir freuen uns, dass uns so
viele Studierende auf unserer Bildungsreise begleitet haben.“
line Course. Frei übersetzt etwa: Ein
internetweit frei zugänglicher Kurs.
Das „c“ steht für konnektivistisch –
denn Lehrende wie Lernende können den Kurs interaktiv gestalten.
Auf das Wesentliche
zurückführen
Was ist ein cMOOC? Die Abkürzung steht für Massive Open On-
Nach der positiven Resonanz des
ersten cMOOC (#ExIF13) zum wissenschaftlichen Arbeiten war klar:
„Wir müssen zurück, zurück zur Insel der Forschung“, sagt Sebastian
Vogt. Der erste cMOOC entstand
in Kooperation mit dem Lehrgebiet
Mediendidaktik (Prof. Dr. Theo Bastiaens und Dr. Markus Deimann).
Foto: Stephan Simmuteit
Die Wanderschuhe sind wieder im
Schrank. Acht Wochen war Dr. Sebastian Vogt, Lehrstuhlvertretung
Empirische Bildungsforschung der
FernUniversität in Hagen, unterwegs. Ihn begleitete Günter Hohlfeld, Lehrbeauftragter der Fakultät
für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW). Sie waren „Zurück auf
der Insel der Forschung“, so der Ti-
Nun war es soweit. Für den zweiten Online-Kurs kehrten Vogt und
Hohlfeld unter der bewährten Regie von Detlev Mohr zurück. Technisch ermöglichte die Reise wieder
die Abteilung „Audio, Video und
Streaming“ des FernUni-Zentrums
für Medien und IT (ZMI).
Spaß und Spannung wecken, vor allem an Mathematik und Statistik. Das wollen Dr.
Sebastian Vogt (links) und Günther Hohlfeld mit ihrem cMOOC.
„Wir knüpfen auch beim ExIF14 an
die Idee vom ‚Bildungsfernsehen
reloaded‘ an. Die hat Markus Deimann gemeinsam mit mir entwickelt“, sagt Sebastian Vogt. Im Mittelpunkt stehe, die Möglichkeiten
audio-visueller und sozialer Medien im Fernstudium zu kombinieren.
„ExIF14 soll Freude an der Statistik wecken oder wiederwecken“,
erklärt Vogt. Vor allem im quantitativen empirischen Bildungsforschungsprozess. Dies erreichten die
Lehrenden durch ihre offene und
humorvolle Art. Mit den Teilnehmenden tauschten sie sich auf Augenhöhe aus.
Und durch die neue virtuelle Technologie des Videostudios wurden
abstrakte Gegenstände greifbar.
Etwa Berge, die sich in Grafiken
verwandeln und bimodale Verteilungen visualisieren.
Von ExIF13 zu ExIF14
Um die Interaktion mit und unter
den Teilnehmenden hoch zu halten, setzten die ExIF13-Macher im
vergangenen Jahr das soziale Medium „Twitter“ für Diskussionen
ein. Die einzelnen Folgen veröffentlichten sie auf der Videoplattform YouTube. Für ExIF14 änderte
sich einiges: „Durch die komplexere Produktion haben wir keine LiveSendung“, sagt Sebastian Vogt.
Der Vorteil: Videos wurden hochauflösend und als freie Bildungsressource auf der Videoplattform
„Vimeo“ veröffentlicht.
Intensive Diskussionen in der
ExIF14-Gemeinschaft gab es natürlich trotzdem, etwa per Twitter
(#ExiF14). Aber auch als Kommentare in einem Blog. Die Kombination von Aufzeichnung und Moderation machte vor allem die Wochenzusammenfassung im Blog und auf
Moodle möglich. „Wir mussten ja
nicht mehr parallel diskutieren und
vor der Kamera agieren“, erklärt
Günter Hohlfeld.
Gibt es einen #ExIF15? „Ja“, sagt
Sebastian Vogt. „Wir möchten unsere cMOOC-Erfahrungen und dieses Format an der FernUniversität
nachhaltig verstetigen. Wir haben
dafür ideale Produktionsbedingungen und ein hochmotiviertes Team
hier in Hagen.“
Es werde wieder um ein Thema der
empirischen Bildungsforschung gehen, verrät Vogt. Themenwünsche
und Anregungen nehmen die Verantwortlichen via Twitter (#ExIF14)
entgegen.
Für die nächste Reise zur Insel der
Forschung stehen nicht nur Sebastian Vogts Wanderschuhe schon
bereit. fej
Leute
Seite 12
FernUni Perspektive
Prof. Michael Niehaus
Im Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft
an der FernUniversität in Hagen hat
sich eine Lücke geschlossen: Seit 1.
Oktober komplettiert Prof. Dr. Michael Niehaus als Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik das Institut der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften. In
die Startphase des Wissenschaftlers fiel die literaturwissenschaftliche Tagung zum Thema Fernweh
in Hagen. „So hatte ich gleich die
Möglichkeit, viele Studierende kennenzulernen. Das war ein sehr guter Einstieg für mich“, sagt Niehaus.
Der 55-Jährige kommt von der TU
Dortmund, an der er seit 2010 einen
Lehrstuhl geleitet hat. Niehaus kann
bereits jetzt einen Unterschied zwischen Studierenden an einer Präsenzuni und denen der FernUniversität festmachen: „Die Studierenden an der FernUni arbeiten
selbstständiger, sie haben konturierte Vorstellungen von den Anforderungen und Aufgaben an sie.“
Die Schwerpunkte des Lehrgebiets
liegen auf der Ästhetik der Medien von der Gutenberg-Galaxis
bis zur Netzkultur und der litera-
rischen Kommunikation im Kontext der Kultur-, Medien- und Diskursgeschichte. Niehaus wird wissenschaftliche Akzente setzen. „Ich
habe unter anderem einen Schwerpunkt bei intermedialen Erzählformen, etwa Comics in Filmen oder
Prof. Michael Niehaus
Bilderbücher“, berichtet Niehaus.
Darüber hinaus hat er eine Faszination fürs Serielle – und dessen Erfolgsgeschichte. „Serien, wie im TV,
arbeiten mit der Variation des Immergleichen. Oftmals werden Cha-
raktere durch die Erzählung begleitet, das schafft Bindung.“ Auch
Erzählformen, die außerhalb der
klassischen literarischen Gattungsordnung stehen, wie Anekdote,
Sage, Legende oder Mythos, hat
Niehaus im Fokus. „Die sind interessant als einfache Formen, die durch
mündliche Überlieferungen weitergetragen werden.“
Der literarische Grad
Darüber hinaus leitet Niehaus die
Datenbank „Archiv des Beispiels“,
die er später gern in der Lehre
an der FernUni einsetzen möchte. „Das Beispiel ist eine literarische Form. Psychologische oder
kulturwissenschaftliche Sachtexte
kommen nicht ohne Veranschaulichung oder Beleg aus und verleihen dem Text einen literarischen
Grad“, beschreibt Niehaus. „Es
geht darum, welche Rolle Beispiele erfüllen.“ Ein anderes Projekt beschäftigt sich mit der Frage danach,
wie sich Ratgeberliteratur entwickelt hat. „Auf der einen Seite ist
Ratgeber-Literatur selbst eine literarische Form, auf der anderen Seite besitzt der Rat als Sprechakt eine
narrative Dimension. Wenn etwa
jemand erzählt, welche Folgen ein
beherzigter Ratschlag hatte.“
Foto: thinkstock
Die Faszination fürs Serielle
Für
seine
Habilitation Ende der
1 9 9 0 e r- J a h re hat sich Niehaus mit der Geschichte,
Theorie und Fiktion des
Verhörs beschäftigt.
„Verhöre sind nicht nur
ein Thema der Literatur
und des Films, Verhörprotokolle verraten auch viel darüber,
wie in unserer Kultur Wahrheiten
über Subjekte her- und sichergestellt werden.“
Weg in die Wissenschaft
Als sich Michael Niehaus 1977 an
der Universität Freiburg einschrieb,
hatte er noch keine wissenschaftliche Karriere im Blick. Er studierte
auf Lehramt: Philosophie, Deutsch
und Geschichte. Über einen seiner
damaligen Professoren blieb er im
Dr. Andrea Czelk
Prof. Endres wird für
Lebenswerk geehrt
Auf dem Weg zur Habilitation
Die FernUniversität in Hagen vergibt
Stipendien für Habilitandinnen. Wir
begleiten Stipendiatinnen auf ihrem
Weg zur Habilitation. Heute: Dr. Andrea Czelk (39), wissenschaftliche
Mitarbeiterin an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität in Hagen.
„Die Lehre habe ich am meisten vermisst“, erzählt Andrea Czelk in ihrem Büro auf dem Campus. Nach
der Geburt ihres Sohnes stieg die
Juristin 2012 für ein Jahr komplett
aus dem Wissenschaftsbetrieb aus.
Mit ihrer Familie zog sie von Hannover zurück in ihre Heimatstadt Dillenburg und wollte sich in erster Linie um ihren Sohn kümmern. Doch
mit einer guten Kinderbetreuung im
Rücken hatte sie viel schneller als
erwartet wieder den Kopf frei zum
Lehren und Forschen.
Jura-Studium, Promotion, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dozentin und Akademische Rätin an der
Leibniz-Universität in Hannover:
Ihre wissenschaftliche Karriere verlief nahtlos. Andrea Czelk arbeitete
rund um die Uhr. „Die Elternzeit war
eine wichtige Erfahrung für mich“,
sagt sie heute. „Die Dinge ändern
sich. Ich nutze meine Arbeitszeit
nun noch zielstrebiger.“
Das macht sie seit Mai 2013 als
wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Lehrstuhl für Öffentliches Recht, juristische Rhetorik und Rechtsphilosophie von Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen. Das ist allerdings
nur die eine Seite ihrer Arbeit. Zusätzlich wird sie seit einem Jahr von
der FernUni mit einem Habilitandinnen-Stipendium gefördert und bekommt eine halbe Stelle für ihre eigene wissenschaftliche Forschung
finanziert.
Drei Tage die Woche arbeitet die
39-Jährige am Lehrstuhl in Hagen,
zwei Tage nutzt sie ihr Homeoffice
für ihre Habilitation und Forschung.
Das Konzept geht auf. Thematisch
hat sie ihr Habilitationsprojekt festgezurrt, sie steht bereits am Ende
der Findungsphase. „Die letzten
Mosaiksteinchen setzen sich gerade zusammen“, sagt die Juristin.
Familienrecht, Sachenrecht und
Rechtsgeschichte waren ihre Arbeitsschwerpunkte in Hannover –
ihre Promotion entstand im Familienrecht. Darin erforschte sie Positionen der Bürgerlichen Frauenbewegung zum Unehelichenrecht und
zur Kindstötung im Kaiserreich. Habilitieren will sie nun mit einer dogmatischen Arbeit zum Verhältnis
stimmung und Koordinierung der
Beiträge. „Diese Netzwerkarbeit ist
eine sehr wertvolle Aufgabe“, sagt
Andrea Czelk auch im Hinblick auf
eine spätere Professur.
Eines hat sich mit ihrem Wechsel
von der Präsenzuni in die Fernlehre indes nicht geändert. „Die Lehre
bedeutet mir unglaublich viel“, betont Andrea Czelk. Präsenzseminare und die virtuelle Betreuung der
Fernstudierenden sind für sie Herzensangelegenheit. can
i
Andrea Czelk
von Gesetz und Recht am Beispiel
ausgewählter schuldrechtlicher und
sachenrechtlicher Fragen. „Offen
ist noch die Wahl des Objektivs“,
sagt Andrea Czelk. „Gehe ich mit
dem Tele- oder Weitwinkel an die
Fragestellung heran?“
Ihr zweites Großprojekt neben ihrer
Habilitation ist derzeit die redaktionelle Betreuung des Handbuchs für
juristische Rhetorik, das von Professorin Katharina Gräfin von Schlieffen herausgegeben wird. Sie hält
den Kontakt mit den Autorinnen
und Autoren und sorgt für die Ab-
universitären Umfeld, promovierte und habilitierte sich an der Universität − Gesamthochschule Essen. Er arbeitete in verschiedenen
Forschungsprojekten, bis 2006 eine
Vertragsverlängerung nicht mehr
möglich war. Niehaus nahm daraufhin sein Lehramtsstudium wieder
auf und ging als „Dr. habil.“ ins Referendariat. „Das war gar kein Problem, ich bin sehr gut mit meinen
Fachleitern ausgekommen.“ Im Anschluss blieb er für ein paar Monate im Schuldienst, bevor er wieder –
und endgültig – in die Wissenschaft
wechselte.
aw
Mit Stipendien für Habilitandinnen knüpft die FernUniversität in Hagen an die Maßnahme aus dem Gleichstellungskonzept 2010 bis 2013 an. Eine halbe Stelle, die in einem Lehrgebiet
oder Institut für eine Habilitandin vorgesehen ist, wird seitens
der FernUni für drei Jahre auf
eine ganze Stelle aufgestockt.
Nach einer Zwischenevaluation
ist eine Verlängerung um drei
weitere Jahre möglich. Die Stipendien können bis Ende 2015
beantragt werden. Nähere Informationen: Inga Brandes, Telefon
02331/987 − 2053. Mail:
Inga.Brandes@fernuni-hagen.de.
Auf Hochtouren laufen zurzeit an
der Universität Bath, England, die
Vorbereitungen für eine internationale Konferenz über „Environmental Protection and Sustainability: Towards Global Agreements“ (Umweltschutz und Nachhaltigkeit: Der
Weg zu globalen Vereinbarungen),
zu der im Frühjahr 2015 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt erwartet werden. Am Rande dieser Konferenz
wird Prof. Dr. Alfred Endres, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie an der FernUniversität in Hagen, für sein wissenschaftliches Lebenswerk geehrt. Er ist einer der Begründer der Umweltökonomie als
Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre und gilt als einer der führenden
europäischen Vertreter dieses Faches. Die European Association of
Environmental and Resource Economists (Europäische Vereinigung
der Umwelt- und Ressourcenökonomen) würdigt Endres mit einer
Sonderausgabe der Zeitschrift Environmental and Resource Economics (Umwelt- und Ressourcenökonomie), die mit der Widmung
„in the honour of Alfred Endres“
(zu Ehren von Alfred Endres) erscheinen wird. Endres ist auch einer der Keynote Speaker (Hauptredner) der Konferenz.
Proe
Studierende und Alumni
FernUni Perspektive
Seite 13
Dr. Katharina Hammerer
Louise Hoffmann
Mutmacherin für chronisch Kranke
Zuhause an der FernUni
„Da mir das Studium so viel Freude und Selbstvertrauen geschenkt
hat, würde ich gerne andere kranke oder behinderte Studierende ermutigen“, sagt Katharina Hammerer. „An der FernUniversität wurden mir Wohlwollen und Respekt
entgegen gebracht. Der Abschluss
ist Erfüllung und Bestätigung zugleich.“ Ihre Beeinträchtigung verIhre Freude über den Erfolg ist rieschwieg sie lieber, da sie keine Besig. „Für mich als chronisch KranKatharina
vorzugung wünschte. Auf die Hilke war ein Studium überhaupt nur
Hammerer
festellungen an der FernUni für
durch die Angebote der FernUni
chronisch kranke und behindermöglich“, erzählt sie. Früher zog es
zurück. Auch die richtigen Studiente Studierende verzichtete sie besie in die Berge – bis ihre Gesundheit
fächer musste sie erst finden. „Hilfwusst. „Aber es war ein gutes Genicht mehr mitspielte. „Die Krankreich waren die Präsenzseminare in
fühl zu wissen, dass es eine Stelle
heit darf mein Leben nicht bestimAltaussee mit Prof. Dr. Heinz Abels
gibt, an die man sich notfalls wenmen“, beschloss sie und erklomm
und Prof. Dr. Dr. Wieland Jäger. Daden könnte“, sagt sie. Der größte
im Rekordtempo einen Gipfel nach
durch hat sich mir die Soziologie erVorteil des Fernstudiums bestand
dem anderen im Studium: Magisschlossen“, sagt Katharina Hammefür sie darin, das Tempo flexibel zu
ter, Master und Promotion an der
rer. „Gerade am Anfang war der
bestimmen. Einen Zeitplan hatte
Fakultät für Kultur- und SozialwisAustausch in der Gruppe wichtig.“
sie gar nicht erst aufgestellt. „Das
senschaften in nur 17 Semestern.
geht bei einer chronischen ErkranMit 50 Jahren musste Katharina
Soziologie und Soziale Verhaltenskung nicht“, sagt die 62-Jährige.
Hammerer aus gesundheitlichen
wissenschaften kristallisierten sich
„Es gab Tage, wo nichts ging und
Gründen in den vorzeitigen Ruals Hauptfächer für ihr Magisterstudann wieder Tage,
hestand gehen,
wo ich nächtelang
im selben Jahr begearbeitet habe.“
gann sie mit dem „Für mich als chronisch Kranke war ein Studium überhaupt
nur durch die Angebote der FernUni möglich.“
Fernstudium und
Louise Hoffmann hat zwei Lebensmittelpunkte: Stuttgart und Hagen.
In Stuttgart wohnt sie, in Hagen studiert sie. Präziser: hat sie studiert.
„Die FernUni ist mein zweites Zuhause gewesen“, resümiert Hoffmann. Ein wenig Wehmut klingt
durch, der Abschied von der Hagener Hochschule ist noch frisch. Die
26-Jährige hat gerade ihre Bachelor-Arbeit für Kulturwissenschaften
abgegeben. Sie wechselt an eine
Präsenzuni – in Stuttgart. „Ich habe
mir die Entscheidung nicht leicht
gemacht, aber ich möchte gern einen Master nur in Geschichte machen.“
Es dauert ein wenig länger, bis Dr.
Katharina Hammerer am Telefon ist.
Die pensionierte Religionslehrerin
aus Braunau am Inn (62) in Oberösterreich ist chronisch krank. Sie hat
gerade ihre Promotion an der FernUniversität in Hagen mit „Magna
cum Laude“ abgeschlossen.
erfüllte sich ihren
Jugendtraum von
einem Hochschulstudium. Ihre Ausbildung zur Religionslehrerin absolvierte sie seinerzeit
an einer pädagogischen Akademie.
„Das war mit einem Hochschulstudium nicht zu vergleichen“, erklärt Katharina Hammerer. Eine Präsenzuni wäre für sie nicht in Frage
gekommen. „In einem überfüllten
Hörsaal mehrere Stunden zu sitzen,
das wäre für mich mit viel Anstrengung, Stress und Schmerzen verbunden gewesen“, sagt sie.
Kleinere Startschwierigkeiten hielten
die Österreicherin nicht vom Studieren ab. „Anfangs war ich mit dem
Computer nicht versiert“, blickt sie
Katharina Hammerer
dium heraus. Nach dem Abschluss
und einer Pause von fünf Jahren
schrieb sie sich zum Masterstudiengang „Individualisierung und Sozialstruktur“ ein. Es folgte die Promotion
in der Religionssoziologie. Ihr Thema:
„Seelsorge in Zeiten gesellschaftlicher Individualisierung und religiöser Pluralisierung – eine soziologische
Analyse“. Damit verband sie verschiedene Interessensgebiete – Soziologie, Psychologie und Religion.
Studieren mit
Behinderung
oder einer
chronischen
Erkrankung:
An der FernUni
gibt es
vielfältige
Hilfen.
Eine Prüfung nicht
anzutreten, kam
für sie nicht in
Frage. „Diese Macht wollte ich
der Krankheit nicht einräumen“,
sagt sie. Wenn irgendwie möglich,
nutzte sie die Gelegenheit, Prüfungen im Rahmen eines Seminares
abzulegen oder per Videokonferenz. Insgesamt nahm sie die beschwerliche Anreise nach Hagen
vier Mal in Kauf, zuletzt für ihre
Disputation.
Mit ihrer erfolgreichen Promotion
ist Dr. Katharina Hammerer ihrer
Ansicht nach im Ruhestand, woran aber Freunde und Bekannte
nicht so recht glauben. „Mit einigen Studierenden bin ich noch
in Kontakt und habe manchmal
die Rolle einer Mentorin inne“, erzählt Katharina Hammerer. „Auch
meine studierende Enkelin gibt mir
Arbeiten zum Korrekturlesen. Das
freut mich besonders.“ can
Dritte Runde im Bundesförderprogramm
23 Deutschlandstipendien vergeben
Die FernUniversität in Hagen vergibt zum dritten Mal Deutschlandstipendien: 23 Studierende – 15 Frauen und acht Männer – erhalten
ab dem Wintersemester 2014/15
eine monatliche Unterstützung von
300 Euro aus dem Bundesförderprogramm Deutschlandstipendium. Jeweils die Hälfte tragen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und private Förderer. 215
Bewerbungen lagen dem Auswahlgremium vor.
Über zehn Stipendien kann sich die
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften freuen, sechs erhält die
Fakultät für Mathematik und Informatik, fünf wurden der Fakultät für
Wirtschaftswissenschaft zuerkanntzwei erhält die Rechtswissenschaftliche Fakultät.
Die Förderer im
Studienjahr 2014/15
Die Förderer für das Studienjahr
2014/15 sind: die Gesellschaft der
Freunde der FernUniversität e.V.;
Sparkasse Hagen; Dörken AG,
Herdecke; Risse + Wilke Kaltband
GmbH & Co KG, Iserlohn; SIHK zu
Hagen; Rotary Club Hagen-Lenne;
Klaus Hacker, Hagen; Bernd Pederzani, Hagen; Hans-Rudolf Hermannsen, Hagen; zusammengefasste Einzelspenden und Gelder; Dr. Claudio Gruler, Schweizer Absolvent der
FernUniversität sowie ein weiterer
Absolvent, der namentlich nicht genannt werden möchte.
aw
Geschichte ist das wichtige wissenschaftliche Thema für Louise Hoffmann. Schon während ihres Bachelor-Studiums hat sie sich auf die
Landesgeschichte Stuttgart spezialisiert. Es wird ihr wissenschaftlicher
Schwerpunkt bleiben. „Ich finde Archivbesuche sehr spannend. Da findet man tolle Quellen.“ Nachdem
sie für eine Hausarbeit an der FernUni in einem Stuttgarter Archiv für
Schriftkultur recherchiert hat, engagiert sie sich dort ehrenamtlich. Damit hat sich ein potenzielles Berufsfeld nach dem Master-Abschluss eröffnet.
Erststudium als Fernstudium
Wenn sie nicht noch promoviert.
„Meine Kommilitonen in Kulturwissenschaften haben mir das jedenfalls prophezeit. Aber das weiß
ich noch nicht“, lacht sie. Bei ihren Mitstudierenden war sie „das
Küken von der FernUni“. Louise
Hoffmann war 22, als sie sich in
Hagen eingeschrieben hat. Direkt
nach dem Abitur in Italien. Dort
hat sie 14 Jahre mit ihren Eltern
gelebt, sie ist zweisprachig aufgewachsen. Dennoch musste sie einen Sprachtest ablegen. Die Prüfung verzögerte den Studienstart –
und die Einschreibung war damals
nur noch an der FernUniversität in
Hagen möglich.
Sie studierte Vollzeit, überholte
prüfungstechnisch bald ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen in
der Lerngruppe im Regionalzentrum Stuttgart. „Weil ich schneller war, habe ich die anderen eher
betreut, anstatt mitzulernen.“ Für
Erstsemester war sie Ansprechpartnerin bei Veranstaltungen zum
Studienstart im Regionalzentrum.
Beim Stuttgarter Verkehrsverbund
hat sie erreicht, dass FernUni-Studierende eine vergünstigte Monatskarte bekommen.
Mobile Learning
An ihrer Uni hat sie sich bis zuletzt
engagiert: als Referentin für die Belange der chronisch kranker und
behinderter Studierender sowie Inklusion im AStA (Allgemeiner Stu-
dierendenausschuss). Durch dieses
Engagement kam sie regelmäßig
nach Hagen. „In der Bildungsherberge hatte ich schon einen eigenen Schrank. Da war ich richtig heimisch.“ Auf dem Campus auch, regelmäßig schaute sie bei ihren Dozentinnen und Dozenten vorbei.
„Außerdem habe ich im Zug meine besten Hausarbeiten geschrieben. Da habe ich strukturiert wie
nie gearbeitet“, erzählt sie.
Louise Hoffmann
Louise Hoffmann wird weiterhin
als Botschafterin der FernUniversität unterwegs sein: „Das Studium, die Organisation an der FernUni, die Unterstützung durch das
Studierendensekretariat – das lief
klasse.“ Durch ihre Zeit als AStAReferentin hat sie eine große Portion Selbstbewusstsein gewonnen.
„Das ist mir bei der Einschreibung
an der neuen Uni schon zugutegekommen…“
aw
Impressum
FernUni Perspektive
Zeitung für Angehörige, Freundinnen
und Freunde der FernUniversität
Auflage 90.000
ISSN 1610-5494
Herausgeber
Der Rektor der FernUniversität in Hagen,
Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer,
und die Gesellschaft
der Freunde der FernUniversität e. V.
Redaktion
Dez. 7 – Hochschulstrategie und
Kommunikation
Susanne Bossemeyer (bos) (verantwortlich)
Gerd Dapprich (Da)
Oliver Baentsch (bae)
Anja Wetter (aw)
Carolin Annemüller (can)
Matthias Fejes (fej)
Universitätsstr. 47, 58097 Hagen
Tel. 02331 987-2422, -2413
Fax 02331 987-2763
E-Mail: presse@fernuni-hagen.de
http://www.fernuni-hagen.de
Fotos
Gerd Dapprich, Carolin Annemüller,
Anja Wetter, Matthias Fejes,
Wikipedia Commons, Thinkstock
Layout und Gestaltung
Dezernat 5.2,
Gabriele Gruchot
FernUni Perspektive erscheint viermal jährlich.
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe
ist der 6. Februar 2015.
Namentlich gezeichnete Beiträge
geben nicht unbedingt die Meinung
der Redaktion wieder.
Seite 14
Studierende und Alumni
FernUni Perspektive
Dr. Urs Muther
Die Umzugskisten aus seinem Pfarrbüro in Westerstede-Ocholt sind
noch nicht ganz ausgepackt. Vor
kurzem ist Dr. Urs Muther umgezogen – privat nach Apen bei Westerstede, beruflich nach OIdenburg.
Er wechselte vom Pfarramt in die
Kirchenverwaltung.
Spricht man mit Urs Muther über
Beruf und Interessen, dann tun sich
Gegensätze auf: Als Pfarrer und
Gemeinde-Geschäftsführer war er
Seelsorger, Buchhalter, Pressereferent und Veranstaltungsorganisator in einer Person.
Als Hobby-Autor
schreibt er Fantasy-Romane. Und
nach seinem Theologie-Abschluss
studierte er noch Wirtschaftswissenschaft an der FernUniversität
in Hagen.
„Ich suche die Herausforderung“,
sagt Urs Muther. Und das nicht nur
beruflich als Gemeindepfarrer und
privat als zweifacher Vater, sondern
auch akademisch: „Nach meinem
Theologiestudium fühlte ich mich
noch nicht fertig. Ich wollte mehr
wissen, zum Beispiel wie Wirtschaft
funktioniert.“
FernUni-Flyer fiel auf
Nach diesem Entschluss recherchierte er – vor allem nach Studien-Möglichkeiten neben Beruf und
Familie. Ein Flyer der FernUniversi„Ich wollte wissen,
wie Wirtschaft funktioniert.“
tät in Hagen fiel seiner Frau in der
Uni Oldenburg auf. Dort studierte
sie damals, erinnert sich Urs Muther.
Studienmaterial per Post nach Hause, ein Mix aus Online- und Präsenzveranstaltungen, Studium auch in
Teilzeit: Das flexible Hagener Fern-
studiensystem überzeugte
Muther. Er schrieb sich ein.
Urs
Was folgte, waren sechs turbulente
Jahre – und eine wichtige Erkenntnis: „Zu einem Fernstudium braucht
man eine ordentliche Portion Selbstdisziplin.“ Für Urs Muther lohnte sich
der Einsatz. Denn aus Theorie wurde
Praxis, aus Vermutung Wissen: „Ich
habe sehr schnell gemerkt, wie gut
ich die Theorie des Fernstudiums vor
allem als geschäftsführender Pfarrer
umsetzen konnte, zum Beispiel
im Bereich DienstleistungsmanageUrs Muther
ment.“ Arbeitsabläufe und Hintergründe, die er sich zuvor mehr durch
Probieren erschloss, für die habe er
nun eine fundierte wirtschaftswissenschaftliche Grundlage.
Neue Herausforderung
Seine Familie hielt ihm während
des Fernstudiums den Rücken frei:
Foto: Harald Falkenrich
Zwischen Predigt und Betriebswirtschaft
Dr. Urs Muther predigte als Pastor und studierte Wirtschaftswissenschaft an der
FernUniversität. Er arbeitet inzwischen in der Verwaltung der Evangelischlutherischen Kirche in Oldenburg.
„Meine Frau hat mich in dieser anstrengenden Zeit toll unterstützt.“
Und das tat sie auch nach seinem
FernUni-Abschluss in Wirtschaftswissenschaft. Denn die nächste
Herausforderung wartete damals
schon – die Promotion im Fach
Theologie.
Nun wechselte er als promovierter Theologe und Ökonom in den
Oberkirchenrat der Evangelisch-lutherischen Kirche nach Oldenburg.
Als Persönlicher Referent des Oberkirchenrats ist er unter anderem für
die Bereiche „Kirche und Diakonie“
sowie „Kirche und Wirtschaft“ zuständig.
Mit beidem kennt er sich aus –
auch wegen seines Fernstudiums
in Hagen. fej
Fortsetzung von Seite 11
Hervorragende
Betreuung
Henrik Lührs
Mit FernUni-„Treibstoff“ steil nach oben
Steil nach oben: So, wie es sich für
einen Piloten gehört, entwickelte
sich Henrik Lührs „Start Up“, ein
Verlag, bisher. Der „Treibstoff“ enthält nicht zuletzt einen kräftigen
Schuss (wissenschaftliches) Knowhow und persönliche Kompetenzen, die der Meerbuscher bereits im
Bachelor-Studium an der FernUniversität in Hagen erwerben konnte. Der 35-Jährige ist Verkehrspilot
und Lehrer für Flugtheorie, Buchautor, Gründer und Geschäftsführer
eines Verlages, Bachelor- und Masterabsolvent sowie wissenschaftliche Hilfskraft im Lehrgebiet Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte.
Wie man wissenschaftlich arbeitet
und schreibt, hatte Lührs im Bachelorstudium Kulturwissenschaften von 2004 bis 2007 gelernt. Bis
2013 absolvierte er den Master-
studiengang Europäische Moderne mit Schwerpunkt Geschichte
und war bereits als wissenschaftliche Hilfskraft im Lehrgebiet tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Außereuropäischen Geschichte seit dem 19.
Jahrhundert: Kolonialismus, Dekolonisation und die Rückwirkungen
der europäischen Expansion. Seit
Anfang 2014 arbeitet der Historiker an der FernUniversität an seiner Promotion.
Wie kommt ein Pilot zu einem kulturwissenschaftlichen Studium und
dann zu einem historischen Promotionsvorhaben? Wie viele Jungen wollte Lührs schon als Kind Pilot werden. In der Pilotenrealität jedoch „konnte ich keine eigenen Ideen einbringen, das geht in diesem
Beruf überhaupt nicht. Wie ein Kontrolleur arbeitet man lange Checklis-
Henrik Lührs ist Pilotenausbilder und Promovend
ten ab und achtet darauf, dass bestimmte Arbeitsabläufe eingehalten
werden.“ Jedoch kann er durch die
2001 abgeschlossene Ausbildung
als Theorieausbilder in den Fächern
Navigation, Meteorologe und Flugplanung „Piloten etwas vermitteln –
und Spaß macht es auch“.
„Was also jetzt?“, fragte er sich
dann. Da er ja als Ausbilder tätig
war, kam nur ein Fernstudium infrage. Luft- und Raumfahrttechnik
gab es nicht im Fernstudium. Doch
er interessierte sich schon immer für
Geschichte und Gesellschaft. Und
schrieb sich in Hagen ein.
Bereits während seines Bachelorstudiums war Lührs 2007 Mitbegründer eines Verlages, dessen Geschäftsführer er ist. Für seine Tätigkeit als Ausbilder schrieb er eigene Skripte, aus denen Lehrbücher
für Piloten entstanden: „Ich habe ja
bereits im Bachelorstudium gelernt,
wie man Hausarbeiten verfasst. Das
konnte ich auf die Arbeit an meinen
eigenen Lehrbüchern übertragen.“
Seine erste Frage ist: „Was will ich
vermitteln?“ An ihr richtete er seine
Gliederung aus. Lührs: „Das strukturierte Vorgehen entsprechend den
wissenschaftlichen Standards hat
wunderbar geklappt.“ 14 Lehrbücher hat er bisher selbst verfasst. Die
meisten Piloten, die in den letzten
Jahren ausgebildet wurden, dürften damit gelernt haben
Andererseits profitiert er auch für
seine wissenschaftlichen Veröffent-
lichungen: „Ich bereite sie leserfreundlicher auf und weiß, wie man
Grafiken optimal platziert. Ohne
meine Verlagserfahrung würde mir
das fehlen.“
Luftfahrt spielt Rolle bei
Dissertation
Auch bei seinem Promotionsvorhaben spielt die Luftfahrt eine Rolle.
Es geht dabei um die Dekolonisation Ostafrikas und um die Frage,
wie ehemalige Kolonien von der
vorhandenen Verkehrsinfrastruktur profitieren konnten, nicht zuletzt von der im Luftverkehr. Auch
hier passen die Kenntnisse des
Luftverkehrs zu den Anforderungen der Wissenschaft: „Dafür kann
ich Wissen aus einem Bereich einbringen, in dem ich mit ganz gut
auskenne.“
Sachbuch für junge Leserinnen
und Leser
Sein neuestes Buch „Luftfahrt –
Spannendes Wissen rund um die
Welt des Fliegens“ wendet sich
an ein breiteres und jüngeres Publikum: „Es hat mich sehr gereizt,
ein Kinderbuch zu schreiben, damit kann ich ebenfalls etwas vermitteln.“ Als Grundschullehrerin
konnte Lührs‘ Ehefrau Katja die Inhalte für Kinder und Jugendliche
verständlich aufbereiten. Natürlich
geht es in einem Kapitel um die historische Entwicklung der Fliegerei.
Lührs: „Es ist kein wissenschaftliches Werk, sondern ein Kinder- und
Jugendsachbuch, für das ich gut die
Vorarbeit leisten konnte.“
Da
Anspruchsvoll sei auch die Vorbereitung auf den Kurs gewesen: „Die DCU fordert zur Aufnahme einen Sprachtest.“ Melanie Kersken absolvierte den sogenannten „TOEFL“ – „Test of
English as a Foreign Language”.
Allerdings biete die DCU diesen
Test nicht selbst für ausländische
Studierende an, sagt Kersken. Sie
kümmerte sich selbst darum – als
Fernstudentin ist sie Eigenverantwortlichkeit gewohnt.
Anspruchsvolles Studium –
aber lohnend
Ein paar Tipps hat die Fernstudentin noch für Interessierte:
„Man sollte natürlich vor allem
die Fremdsprachenkenntnisse trainieren.“ Außerdem sei die Vorund Nachbereitung der Sitzungen sehr wichtig. Für die Hausaufgaben solle man sich genug Zeit
nehmen. „Ich habe mir für dieses Modul auch ein Semester freigehalten“ – wie bei einem Auslandssemester an einer Präsenzhochschule.
Der Aufwand lohne sich, ist sich
Kersken sicher: „Ich fand‘s super
interessant. Durch die hervorragende Betreuung bin ich gut mitgekommen. Sowohl Thema wie
auch Diskussionen und Essays haben mein Studium bereichert“,
fasst sie zusammen. Und zwar so
sehr, dass sie sich vorstellen kann,
nochmal im Ausland zu studieren.
Natürlich wieder virtuell.
fej
FernUni Perspektive
John Meister
Diane Hielscher
Leistung, Mut und ein Quäntchen Glück
Persönliches Triple
John Meister hat feste Werte und
Normen im Leben: „Ich bin davon überzeugt, dass politische Entscheidungen und Strömungen in
der Zivilgesellschaft das eigene Leben maßgeblich beeinflussen. Wer
deswegen positive Veränderungen
bewirken möchte, muss seinen individuellen Beitrag leisten.“ Der
26-Jährige hat sich seinerseits auf
den Weg gemacht: akademisch, beruflich und ehrenamtlich.
Das Baby schläft gerade. Also hat
Diane Hielscher Zeit, das zu tun,
was sie besonders gern, viel und gut
macht: reden. Zum Beispiel über das
fantastische Jahr 2014, in dem für
die 35-jährige Radio-Moderatorin
aus Berlin gleich drei Lebensträume
in Erfüllung gegangen sind: die Geburt ihres zweiten Sohnes, der Gewinn des Deutschen Radio-Preises
und der Bachelor-Abschluss im Studiengang Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie an der FernUniversität in Hagen.
Politische Theorien in der
Praxis
Inzwischen arbeitet er als Referent
mit Zuständigkeit für die Zuwanderung aus Osteuropa und für die Gesundheitsversorgung von Ausländern. „Ich arbeite an einer Schnittstelle: auf der einen Seite mit Wohlfahrtsverbänden zusammen und
auf der anderen Seite mit der Politik. Ich bin der persönlichen Überzeugung, dass sich Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam engagieren müssen, damit Benachteiligten
in der Gesellschaft erfolgreich geholfen werden kann.“
Hier zieht John Meister die Parallelen zu seinem Governance-Studi-
John Meister (2.v.li.) war Gast auf der 35-Jahrfeier der Cap Anamur – gemeinsam
mit dem Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, den ehemaligen Bundesvorsitzenden von FDP und SPD, Philipp Rösler und Franz Müntefering, sowie
Rupert Neudeck, Gründer der Cap Anamur.
um. „Ich möchte die Hintergründe
gesellschaftlicher Strukturen durchleuchten und die politischen Theorien dahinter kennen. Es hilft Kontextwissen zu haben und Handlungen bestimmter Akteure nachvollziehen zu können.“ Außerdem baut
er durch das Studium seine analytischen und strategischen Kompetenzen aus. „Die FernUni ist für
mich die ideale Hochschule, um Beruf und Studium plus – perspektivisch – Familie vereinbaren zu können.“ Ein Master-Abschluss wird
zudem helfen, beruflich in den höheren Dienst aufsteigen zu können.
Denn der junge Student aus Hamburg ist ehrgeizig.
Familiengeschichte prägt
Erziehung
Die Geschichte seiner Eltern hat
John Meister unverkennbar geprägt: Sie zählten zu den „Boat
People“, zu den vietnamesischen
Flüchtlingen, die ab Mitte der
1970er-Jahre vor dem kommunisti-
schen Regime waghalsig, in seeuntüchtigen Booten über das chinesische Meer flohen. Der deutsche
Journalist Rupert Neudeck startete mit dem Frachtschiff Cap Anamur Rettungsaktionen. Meisters
Eltern kamen so nach Hamburg.
„Wir möchten der deutschen Gesellschaft etwas zurückzugeben“,
sagt John Meister. Die Cap Anamur begleitet ihn immer noch: Anfang August war der 26-Jährige in
Hamburg einer der Festredner zum
35. Jahrestag der Hilfsorganisation.
Für sein Engagement und seine
Leistungen bekommt John Meister wiederum Anerkennung: Er ist
ein Deutschlandstipendiat der FernUniversität und bekommt eine monatliche Förderung, die halb vom
Bund und halb von privaten Sponsoren getragen wird. „Deshalb bin
ich überzeugt, auch weiterhin mit
Leistung, Mut und einem Quäntchen Glück positiv in die Zukunft
schauen zu können.“
aw
Absolventenkreis
Robert Sindermann neuer Sprecher
Mit seinen über 870 Mitgliedern
hat der Absolventenkreis der FernUniversität einen festen Platz in der
Gesellschaft ihrer Freunde und in
der Hochschule selbst. Das betonten Jochen Hölle-Kölling, Dezernent für Hochschulstrategie und
Kommunikation, und Dr. Hans-Peter Rapp-Frick, Geschäftsführer der
Gesellschaft der Freunde der Fern-
Universität e.V. in ihren Grußworten
beim diesjährigen Treffen im Hagener Arcadeon.
Bei dem Treffen wurde Robert Sindermann zum neuen Sprecher des
Absolventenkreises gewählt. Er tritt
die Nachfolge von Simone Stuers
an, die diese ehrenamtliche Tätigkeit seit 2010 sehr engagiert und er-
Robert Sindermann (re.) übernahm das Amt des Sprechers des Absolventenkreises
von Simone Stuers, Dr. Marcus Schölling engagiert sich weiterhin als Stellvertreter.
folgreich ausgeführt hat. Dr. Marcus
Schölling wird Robert Sindermann
weiterhin als Stellvertreter unterstützen und seine Erfahrungen in
den Kreis einbringen.
Wie auch in den vergangenen Jahren gehörte zum Treffen der Absolventinnen und Absolventen wieder ein wissenschaftlicher Vortrag.
Referent war Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann, Lehrgebiet Philosophie II, Praktische Philosophie:
Ethik, Recht, Ökonomie. Sein Der
Vortrag zum Thema „Der Geist, das
Geld und der Ort der Universität in
der Gesellschaft“ stieß auf große
Resonanz bei den Teilnehmenden
und regte insbesondere durch seine interdisziplinäre Ausrichtung zu
einer lebhaften Diskussion an.
Gabriele Lübke, Dezernat für
Hochschulstrategie und
Kommunikation
Diane Hielscher ist die Morgenstimme des Berliner Senders 100,6
Flux FM. Sie ist außerdem Autorin,
Trainerin, Sprecherin und Bloggerin. Sie moderiert aber auch Podien
und Diskussionen. So wie kürzlich
die politische Diskussionsrunde der
FernUniversität in Berlin zum Ausbau berufsbegleitender Studiengänge. „Wir sind unheimlich stolz
auf Studierende wie Sie“, sagte
FernUni-Rektor Helmut Hoyer bei
dieser Gelegenheit und gratulierte
zu ihrem persönlichen Triple.
Moderieren ist ihr Ding, Bildungspolitik auch. Nach der Veranstaltung verrät die Absolventin ihre
Meinung zum Diskussionsthema:
„Ich finde es toll, dass es die FernUni gibt. Als berufstätige Mutter
hätte ich sonst nicht studieren können“, sagt sie. „Es ist daher wichtig, dass die FernUni auf eine breitere Finanzierungsgrundlage gestellt
wird und ein Ausbau erfolgt. Denn
für viele Interessierte ist vielleicht
das richtige Studienangebot noch
nicht dabei.“
Statistik als Kampf
Für Diane Hielscher war es dabei:
Politikwissenschaft. Die Moderatorin und Mutter von zwei Söhnen macht Radio, seit sie 19 ist.
Im Laufe ihrer journalistischen Arbeit wuchs ihr Interesse für Politik
parallel zum Studienwunsch. Mit
27 Jahren stieg sie über das Akademiestudium an der FernUni ein.
Die flexible Zeiteinteilung war für sie
der größte Vorteil. Diane Hielscher
kämpfte sich allein durchs Studium,
für Lerngruppen fehlte ihr die Zeit.
Nur bei der Statistikprüfung stieß
sie an ihre Grenzen und nahm sich
einen Nachhilfelehrer. „Ich bin so
stolz darauf, dass ich Statistik bestanden habe. Es war ein Kampf“,
sagt sie über die größte Herausforderung ihres Studiums.
In ihre Bachelor-Arbeit brachte sie
ihre Interessen ein. Diane Hielscher
reist gern und schreibt darüber. Zum
Beispiel über Russland, wo sie häufig gearbeitet hat. Entstanden ist
dabei ihr Buch „Warum Russland?
Eine popliterarische Reise“. Die Ukraine-Krise verfolgt sie intensiv und
machte die Frage, warum Russland
das Assoziierungsabkommen der
EU mit der Ukraine verhindert hat,
zum Thema ihrer Abschlussarbeit.
„Es ist schon verrückt, was in diesem Jahr alles passiert ist“, sagt Diane Hielscher. Stolz ist sie auf ihre
beiden Söhne (vier Jahre und sechs
Monate). Auf ihren Uni-Abschluss,
den sie neben Beruf und Familie
geschafft hat. Und auf den überraschenden Gewinn des Deutschen
Radiopreis 2014 als beste Moderatorin, für den ihr Sender eine
„ganz normale, vierstündige Sendung“ eingereicht hat.
Frisch und unterhaltsam
Die Begründung der Jury bei der
Preisverleihung in Hamburg: „Sie
Foto: Hadley Hudson
An der FernUniversität in Hagen
studiert er im Masterstudiengang
Governance. Nach seinem Bachelorabschluss „Public Management“
begann John Meister als Referent in
der Hamburger Sozialbehörde. Der
Einstieg in den Öffentlichen Dienst
war nicht allein der Einstieg in einen
Beruf, sondern der Einstieg in den
Dienst des Staates im Kontext politischer Steuerung.
Seite 15
Diane Hielscher
hat überraschende Zugänge zu
komplexen Sachverhalten und vermittelt diese frisch, pointiert und
unterhaltsam. Ihr Publikums kann
sich dabei stets auf ihren unverstellten Blick, ihren Charme und ihre
journalistisch souveräne Einordnung verlassen.“ Diane Hielschers
Erfolgsrezept: „Viel reden und einfach sich selbst treu bleiben.“
Nach ihrer Elternzeit freut sich Diane Hielscher nun, morgens wieder
auf Sendung zu sein. Mit dem Thema Studium hat sie erstmal abgeschlossen. Dass sie hin und wieder
auch mal die Beine hochlegen will,
mag man ihr kaum glauben. Zumal
gerade ein neues Projekt im Hause
Hielscher angelaufen ist. Gemeinsam mit ihrer Familie renoviert Diane Hielscher eine alte DDR-Laube in Brandenburg. Dort will ihre
Familie künftig im Sommer viel
Zeit verbringen – als Kontrast zum
Großstadtleben im Berliner Stadtteil Neukölln. Auf Diane Hielschers
Blog diyane.tumblr.com kann man
mitlesen, wie mit viel Herzblut das
Sommerhäuschen renoviert wird
und Schritt für Schritt ein Familiengarten entsteht.
Für den Moment wartet jetzt sofort
die nächste Aufgabe. Das Baby ist
aufgewacht und hat Hunger. can
Panorama
Eine ständig aktualisierte Veranstaltungsübersicht finden Sie im Internet auf der Seite www.fernuni-hagen.de. Alle Veranstaltungen sind öffentlich!
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FernUni Perspektive
Die aktuelle Übersicht
• aller Veranstaltungen der FernUniversität und ihrer Regional- und Studienzentren finden Sie unter
http://www.fernuni-hagen.de/universitaet/veranstaltungen/
• der Veranstaltungen von Regional- und Studienzentren in Ihrer Nähe unter http://www.fernuni-hagen.de/regionalzentren/
(bitte „in Deutschland“ bzw. „im Ausland“ anklicken)
• der Veranstaltungen im Hagener Forschungsdialog stehen unter http://www.fernuni-hagen.de/hagenerforschungsdialog.
Bad Salzuflen
13. bis 15.03.2015
My job owl 2015
Das Studienzentrum Herford informiert.
Messezentrum Bad Salzuflen, Halle
20, Benzstr. 23, 32108 Bad Salzuflen.
13.03.: 09.00 bis 16.00 Uhr, 14.03.:
10.00 bis 17.00 Uhr, 15.03.: 10.00 bis
17.00 Uhr.
Bamberg
28.02.2015, 10.00 bis 15.00 Uhr
3. Studienmesse Bamberg
Das Regionalzentrum Nürnberg nimmt
teil. Konzert- und Kongresshalle, Mußstr. 1, 96047 Bamberg.
Bonn
20.01.2015, 14.00 bis 18.00 Uhr
Hochschulmesse Bonn
Beethovenhalle Bonn, Wachsbleiche16,
53111 Bonn.
Brilon
03.03.2015, 08.00 bis 16.00 Uhr
Briloner Ausbildungsbörse
Das Studienzentrum Brilon nimmt teil.
Bürgerzentrum Kolpinghaus, PropstMeyer-Str. 7, 59929 Brilon.
Coesfeld
Veranstaltungsort ist jeweils das Regionalzentrum Coesfeld, WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Str. 29, 48653
Coesfeld.
sungswissenschaften“ des DimitrisTsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften. Universitätsstr. 11, TGZ, Raum F09, 58097 Hagen.
11.03.2015, 16.00 Uhr
„Eine literarische Wissensgeschichte
vom Wetter“ (Arbeitstitel)
Vortragsreihe „wissenschaftsgespräche“ der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften. Seminargebäude,
Universitätsstr. 33, 58097 Hagen.
Hannover
22.01.2015, 09.00 bis 16.00 Uhr
Messe „Master and More“
Das Regionalzentrum Hannover nimmt
teil. HCC Hannover, Theodor-HeussPlatz 1, 30175 Hannover.
Herford
17.01.2015, 11.00 bis 13.00 Uhr
Tag der offenen Tür
Das Studienzentrum Herford informiert.
Münsterkirchplatz 1, 32052 Herford.
Krefeld
25.03.2015, 10.00 bis 18.00 Uhr
8. Krefelder Weiterbildungsmesse
Das Studienzentrum Krefeld informiert.
Seidenweberhaus Krefeld, Theaterplatz
1, 47798 Krefeld.
17.01.2015, 10.00 bis 13.00 Uhr
Tag der offenen Tür
Das Regionalzentrum informiert.
Leipzig
20.01.2015, 09.00 bis 16.00 Uhr
Messe „Master and More“
Das Regionalzentrum Leipzig nimmt teil.
Congress-Center Leipzig, Messe-Allee 1,
04356 Leipzig.
• Veranstaltungsreihe
„Coesfelder
BürgerUniversität“ im Hagener Forschungsdialog, 19.00 bis 20.30 Uhr.
Lippstadt
Studienzentrum Lippstadt, Barthstr.2,
59557 Lippstadt.
14.01.2015
Der zeitgeschichtliche Anstieg der Leistungserwartungen an die Elternrollen
und ihre gesamtgesellschaftlichen Folgen
Mannheim
26. bis 28.02.2015, 10.00 bis 17.00 Uhr
„Jobs for Future“
Das Regionalzentrum Karlsruhe nimmt
in Kooperation mit dem Fernstudienzentrum Saarbrücken teil. Mainmarkthalle
Mannheim, Xaver-Fuhr-Str. 101, 68163
Mannheim.
04.02.2015
Gelungene Wiedervereinigung? –
Chancen und Risiken am Beispiel einer
ostdeutschen Stadt
Darmstadt
27. bis 29.01.2015
Hobit Darmstadt
Das Regionalzentrum Frankfurt nimmt
teil. „darmstadtium“, Schlossgraben 1,
64283 Darmstadt. 27.01.: 08.00 bis
18.00 Uhr, 28. und 29.01.: 08.00 bis
17.00 Uhr.
Hagen
29.01.2015
Beratungsabend
Veranstaltungen im Hagener
Forschungsdialog
16.01.2015, 14.15 Uhr
„Städte – Urkunden – Editionen. Interdisziplinäre Projekte im Ruhrgebiet“
Fachtagung in der Reihe „Gespräche zur
Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr“,
Lehrgebiet Geschichte und Gegenwart
Alteuropas. Seminargebäude, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen.
11.02.2015, 16.00 Uhr
„Zwischen Pflicht und Neigung – Arbeitsethos und Arbeitspraxis männlicher
Bürger im 19. Jahrhundert“
Vortragsreihe „wissenschaftsgespräche“ der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften. Seminargebäude,
Universitätsstr. 33, 58097 Hagen.
02.03.2015, 17.00 Uhr
„Minister sind verantwortlich – aber gegenüber wem?”
Vortragsreihe „Europäische Verfas-
Minden
15.12.2014, 15.00 bis 18.00 Uhr
Studieren an der FernUniversität
Das Regionalzentrum Hannover informiert. ISS Minden, Bildungszentrum am
Weingarten, Königswall 99, 32423 Minden.
19. bis 21.03.2015
Gofuture 2015
Das Regionalzentrum Hannover nimmt
teil. Kampa Halle, Hahlerstr. 112, 32427
Minden. 19.03.: 09. bis 16.00 Uhr,
20.03.: 09.00 bis 15.00 Uhr, 21.03.:
10.00 bis 14.00 Uhr.
Nürnberg
15.01.2015, 15.00 bis 19.00 Uhr
Tag der Beratung
Regionalzentrum, Pirckheimerstraße 68,
90408 Nürnberg.
06. und 07.03.2015
20. Studien- und Berufsbasar am Melanchthon-Gymnasium
Das Regionalzentrum Nürnberg informiert. Melanchthon-Gymnasium, Sulzbacher Str. 32, 90489 Nürnberg. 06.03.:
09.00 bis 14.00 Uhr, 07.03.: 09.30 bis
12.30 Uhr.
Das Redaktionsteam der
FernUni-Perspektive wünscht
allen Leserinnen und Lesern
ein frohes Weihnachtsfest und
alles Gute für das neue Jahr!
Regionalzentrum Stuttgart
Herbstfest
Um das Kennenlernen, den persönlichen Kontakt und den fachlichen Austausch untereinander zu fördern, lud das Regionalzentrum Stuttgart zu einem Herbstfest ein.
Knapp 70 Studierende, Mentorinnen und Mentoren sowie Freunde der Hochschule kamen. Da unmittelbar vorher das diesjährige Stuttgarter Mentorentreffen stattfand, konnten auch die Beauftragten für die Mentroinnen und Mentoren der Fakultäten für Mathematik und Informatik und für Wirtschaftswissenschaft sowie der
Rechtswissenschaftlichen Fakultät teilnehmen.
Nach dem Sektempfang begrüßte Renate Ursula Kiener-Weiß für das Team des Regionalzentrums die Gäste. Die Dekoration mit herbstlichem Blumenschmuck, Kürbissen, Herbstlaub und Äpfeln sowie stimmungsvolle Herbstfotos, die als Dia-Show
auf eine Leinwand geworfen wurden, boten einen zwanglosen Rahmen in angenehmer Atmosphäre. Bei regionaltypischen Maultaschen und Dessert unterhielten sich
die Gäste angeregt und knüpften studiengangs- und fakultätsübergreifend Kontakte. Auch manche Lerngruppe bekam neue Mitglieder.
Proe
Saarbrücken
21.03.2015
Aktionstag der IHK Saarland
Das Studienzentrum Saarbrücken informiert. IHK Saarland, Franz-Röder Str. 9,
66119 Saarbrücken.
Schwäbisch Gmünd
20.03.2015, 17.00 bis 21.00 Uhr
Gmünder Ausbildungsnacht
Das Regionalzentrum Stuttgart informiert. Congress Centrum Stadtgarten,
Rektor-Klaus-Str. 9, 73525 Schwäbisch
Gmünd.
Schwerin
31.01.2015, 10.00 bis 14.00 Uhr
Hochschulinformationstag
Das Regionalzentrum Hamburg informiert. Hochschule der Bundesagentur
für Arbeit (HdBA), Campus Schwerin,
Wismarsche Str. 405, 19055 Schwerin.
Villingen-Schwenningen
12.bis 14.03.2015, 10.00 bis 17.00 Uhr
„Jobs for Future – Messe für Arbeit, Ausund Weiterbildung“
Das Regionalzentrum Stuttgart nimmt
teil. Messegelände, Messe 1/Waldeckweg, 78056 Villingen-Schwenningen.
Warburg
06.03.2015, 16.30 bis 18.00 Uhr
Berufsbegleitend studieren – Das Studium an der FernUniversität in Hagen.
Das Studienzentrum Brilon informiert.
Rathaus Zwischen den Städten, 34414
Warburg.
Schweiz
Zürich
07.02.2015, 10.00 bis 11.30 Uhr
Berufsbegleitend studieren – das Studium an der FernUniversität in Hagen.
Der Service Schweiz informiert. Zentrum
für Weiterbildung (UHZ), Schaffhauserstr. 228, CH-8057 Zürich.
Österreich
Bregenz
13.01.2015
Info-Abend. Zentrum für Fernstudien,
Belruptstraße 10, A-6900 Bregenz.
München
29.01.2015, 10.00 bis 14.00 Uhr
TUM-Schülertag
Das Regionalzentrum München ist mit
einem Stand vertreten. TUM, Arcisstr.
21, 80333 München.
www.schueler.tum.de/schuelertag/
Graz
15.01.2015, 17.00 bis 20.00 Uhr
Infoabend an der TU Graz
Informationsveranstaltung. Kooperationspartner: ZF Österreich, JKU Linz. TU
Graz, Inffeldgasse 25d, A-8010 Graz,
Hörsaal i4 im Erdgeschoss. www.uzr.at.
Münster
07.03.-08.03.2015, 10.00 bis 16.00 Uhr
„horizon“ Münster
Das Regionalzentrum Coesfeld nimmt
teil. Messe und Congress Centrum, Halle Münsterland, Albersloher Weg 32,
48155 Münster.
Rottenmann
18.12.2014, 17.00 bis 20.00 Uhr
Infoabend am UZR
Informationsveranstaltung. Kooperationspartner: ZF Österreich, JKU Linz.
UZR, Technologiepark 2, A-8786 Rottenmann, Lehrsaal 1. www.uzr.at.
Neuss
10.01.2015, 10.00 bis 14.00 Uhr
Hochschultag Rhein-Kreis Neuss
Das Regionalzentrum nimmt teil. Kreishaus, Oberstr. 91, 41460 Neuss.
14.01.2015, 17.00 bis 20.00 Uhr
Infoabend am UZR
Informationsveranstaltung. Kooperationspartner: ZF Österreich, JKU Linz.
UZR, Technologiepark 2, A-8786 Rottenmann, Lehrsaal 1. www.uzr.at.
Herbstlich war das Regionalzentrum Stuttgart dekoriert.
30 Jahre Förderverein Lippstadt
Seinen 30. Geburtstag feierte jetzt der Förderverein des Studienzentrums Lippstadt.
Zunächst warf Udo Schniedertöns, Gründungsmitglied und später Beisitzer des Fördervereins, in seiner Festansprache einen chronologisch fundierten und teilweise
amüsanten Rückblick. 1975 nahmen die FernUniversität und das Studienzentrum
Lippstadt (als erstes in NRW) ihren Betrieb auf. Zehn Jahre später wurde der Förderkreis des Studienzentrums Lippstadt gegründet. Der FernUni-Historiker Prof. Dr.
Peter Brandt hielt seinen Festvortrag „Der Erste Weltkrieg – Urkatastrophe des 20.
Jahrhunderts“ im Rahmen der BürgerUniversität Lippstadt.
Fernstudienzentrum Budapest
Spannende Atmosphäre
In seinen neuen Räumen veranstaltete das Fernstudienzentrum Budapest die erste
gemeinsame Informationsveranstaltung mit dem DAAD-Informationszentrum Budapest für Studieninteressierte. Zu diesem „Tag der offenen Tür“ kamen über 80 Schülerinnen und Schüler, Studierende und Berufstätige. Präsentationen und persönliche
Beratungen vermittelten ihnen interessente Einblicke in das Studium in Deutschland
und an der FernUniversität in Hagen. Studierende und Absolventinnen und Absolventen berichteten von ihren Erlebnissen und Erfahrungen während ihres Studiums
und ihrer Stipendienprogramme und beantworteten Fragen. Neben OnDaF- und
TestDaF-Probeprüfungen sorgte ein Quiz mit attraktiven Preisen für eine spannende Atmosphäre. Aufgrund des großen Erfolgs sind die Veranstalter zuversichtlich,
die Grundlage für eine neue Veranstaltungsreihe gelegt zu haben.
Groß war der Andrang in Budapest, als es um deutsche Abschlüsse ging.
Überregionale Aktionen
An den Wochen der Studienorientierung vom 12. bis 30. Januar 2015 in
Nordrhein-Westfalen beteiligen sich nicht nur die Regional- und mehrere Studienzentren der FernUniversität im Land, auch die Regionalzentren in den anderen Bundesländern bieten Informationen an. Weitere Informationen:
www.fernuni-hagen.de/per50-16a
Ebenso nehmen die Regional- und verschiedene Studienzentren mit unterschiedlichen Angeboten am Bundesweiten Fernstudientag teil, der am Freitag, 20.
Februar, stattfindet. Weitere Informationen:
www.fernuni-hagen.de/per50-16b
Zu Beginn des Studiums tauchen viele inhaltliche und organisatorische Fragen
auf. Deshalb erhalten die Studienstarterinnen und -starter bei „Start it up“-Veranstaltungen in den Regionalzentren Information zum Lehr- und Lernsystem sowie zu den wohnortnahen Service- und Betreuungsangeboten der Zentren. Außerdem können sie Kontakte zu anderen Studierenden knüpfen.
www.fernuni-hagen.de/per50-16c (ab Mitte Januar).
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