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Handbuch für Hochspannungs motoren

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Handbuch für Hochspannungs
motoren
ABB
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Sicherheitsvorschriften
AMA, AMB, AMG, AMH, AMI, AMK, AMZ, HXR, M3BM, M3GM
1. Allgemeines
Die allgemeinen Sicherheitsvorschriften, die für den Betriebsort spezifischen Vorschriften und
die in diesem Dokument beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen müssen zu allen Zeiten befolgt
werden.
2. Verwendungsbestimmung
Elektrische Maschinen weisen gefährliche stromführende und rotierende Bestandteile und
möglicherweise heiße Oberflächen auf. Alle Arbeiten im Zusammenhang mit Transport,
Lagerung, Installation, Anschluss, Inbetriebnahme, Betrieb und Wartung müssen von
autorisierten, geschulten Fachkräften durchgeführt werden (gemäß
EN 50 110-1 / DIN VDE 0105 / IEC 60364). Unsachgemäße Handhabung kann ernsthafte
Verletzungen und Schäden am Eigentum verursachen. Vorsicht!
Diese Maschinen sind für den Einsatz in Industrieanlagen gemäß der Richtlinie über
Maschinensicherheit (MD) 98/37/EWG konzipiert. Die Inbetriebnahme ist untersagt, bis das
Endprodukt der Richtlinie entspricht (befolgen Sie insbesondere örtliche Sicherheits- und
Installationsvorschriften wie z. B. EN 60204).
Diese Maschinen entsprechen der harmonisierten Normenreihe EN 60034 / DIN VDE 0530.
Der Einsatz in explosiven Atmosphären ist untersagt, wenn sie nicht explizit für diesen Zweck
ausgelegt sind (weitere Anweisungen beachten).
Verwenden Sie unter keinen Umständen die Schutzart ≤ IP23 im Freien. Luftgekühlte Modelle
sind standardmäßig für Umgebungstemperaturen von -20 °C bis +40 °C und Höhen von ≤ 1000
m über dem Meeresspiegel geeignet. Die Umgebungstemperatur für luft-/wassergekühlte
Modelle darf nicht weniger als +5 °C betragen (für Maschinen mit Gleitlagern siehe
Herstellerdokumentation). Beachten Sie abweichende Angaben auf dem Typenschild. Die
Bedingungen am Betriebsort müssen mit allen Angaben auf dem Typenschild übereinstimmen.
3. Transport, Lagerung
Melden Sie nach der Lieferung festgestellte Schäden unverzüglich dem Transportunternehmen.
Setzen Sie die Inbetriebnahme nötigenfalls aus. Die Hebeösen sind für das Gewicht der
Maschine ausgelegt. Es darf daher keine zusätzliche Last angehängt werden. Stellen Sie sicher,
dass die richtigen Hebeösen verwendet werden. Falls erforderlich, verwenden Sie angemessen
dimensionierte Transportmittel (z. B. Seilführungen). Entfernen Sie vor der Inbetriebnahme die
Transportsicherung (z. B. Lagersicherungen, Schwingungsdämpfer), und bewahren Sie sie für
eventuelle spätere Transporte auf.
Stellen Sie sicher, dass die Maschinen in einem trockenen, staub- und schwingungsfreien Ort
gelagert werden (Gefahr eines Lagerschadens während des Stillstands). Messen Sie den
Widerstand der Isolierung vor der Inbetriebnahme. Bei Werten von ≤ 1kΩ pro Volt
Nennspannung muss die Wicklung getrocknet werden. Befolgen Sie die Betriebsanweisungen
des Herstellers.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften - 1
Handbuch für Hochspannungsmotoren
4. Installation
Stellen Sie eine ebene Auflagefläche, eine solide Fuß- oder Flanschmontage und im Fall einer
direkten Kopplung eine exakte Ausrichtung sicher. Vermeiden Sie Resonanzen des Fundaments
mit der Drehstromfrequenz und der zweifachen Netzstromfrequenz. Drehen Sie den Rotor und
horchen Sie auf anormale Schleifgeräusche. Überprüfen Sie die Drehrichtung in entkoppeltem
Zustand.
Befolgen Sie bei der Montage oder der Demontage von Kupplungen oder anderen
Getriebebauteilen die Anweisungen des Herstellers und sichern Sie sie mit einem
Berührungsschutz. Verriegeln oder entfernen Sie für einen Probelauf im entkoppelten Zustand
die Passfeder am Wellenende. Vermeiden Sie übermäßige radiale und axiale Belastung der
Lager (beachten Sie die Dokumentation des Herstellers). Die Wuchtung der Maschine ist
angegeben (H = Halbe Passfeder, F = Ganze Passfeder). Bei Verwandung von halben
Passfedern muss auch die Kopplung entsprechend den halben Passfedern erfolgen. Sollte der
sichtbare Teil der Passfeder hervortreten, muss eine mechanische Wuchtung vorgenommen
werden.
Stellen Sie alle nötigen Belüftungs- und Kühlsystemrohranschlüsse her. Die Ventilation darf
nicht behindert werden und die Abluft, auch die von Nachbarmaschinen, darf nicht direkt
angesaugt werden.
5. Elektrischer Anschluss
Alle Arbeiten an Hochspannungsmaschinen dürfen nur von geschulten Fachkräften bei
Stillstand der Maschine durchgeführt werden. Vor dem Beginn der Arbeiten müssen unbedingt
die folgenden Sicherheitsbestimmungen befolgt werden:
•
Freischalten und erden!
•
Gegen Wiedereinschalten sichern!
•
Sichere Unterbrechung von der Stromversorgung gewährleisten!
•
Mit Masse verbinden und kurzschließen!
•
Gegen angrenzende stromführende Teile abdecken oder Barrieren bereitstellen!
•
Schalten Sie die Hilfsstromkreise ab (z. B. Stillstandheizung)!
Ein Überschreiten der in Zone A in EN 60034-1 / DIN VDE 0530-1 angegeben Tolerzanzen, d.
h. Spannung ± 5%, Frequenz ± 2%, Wellenform und Symmetrie, führt zu erhöhter Erwärmung
und beeinträchtigt die elektromagnetische Störfreiheit. Beachten Sie die Angaben auf dem
Typenschild und dem Anschlussschema im Klemmenkasten.
Der Anschluss muss so hergestellt werden, dass eine sichere, dauerhafte elektrische Verbindung
besteht. Verwenden Sie geeignete Kabelklemmen. Stellen Sie einen sicheren
Äquipotentialanschluss her und erhalten Sie diesen aufrecht.
Die Mindestabstände zwischen nichtisolierten stromführenden Teilen sowie zwischen diesen
Teilen und der Masse dürfen nicht unter in den geltenden Normen spezifizierten Werten und
den möglicherweise in der Dokumentation des Herstellers angegebenen Werten liegen.
Das Innere des Klemmenkastens muss frei von Fremdobjekten, Schmutz oder Feuchtigkeit
gehalten werden. Verschließen Sie unbenutzte Kabeleingangsöffnungen und den Kasten selbst
staub- und wasserdicht. Fixieren Sie die Passfeder, wenn die Maschine ohne Kupplung
betrieben wird. Überprüfen Sie bei Maschinen mit Zusatzeinrichtungen vor der Inbetriebnahme,
dass die Zusatzeinrichtungen ordnungsgemäß funktionieren.
2 - Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Für die ordnungsgemäße Installation (z. B. Trennung der Signal- und Stromleitungen,
abgeschirmte Kabel usw.) ist der Monteur verantwortlich.
6. Betrieb
Schwingungen im Normalbereich (Vrms ≤ 4,5 mm/s)} gemäß ISO 3945 sind im gekuppelten
Betrieb unbedenklich. Schalten Sie die Maschine im Falle von Abweichungen vom
Normalbetrieb -z. B. erhöhte Temperatur, Geräusche, Schwingungen- im Zweifelsfall ab.
Stellen Sie die Ursache fest und kontaktieren Sie nötigenfalls den Hersteller.
Entfernen Sie keine Schutzvorrichtungen, auch nicht bei Probeläufen. Falls erhebliche
Schmutzansammlungen auftreten, reinigen Sie das Kühlsystem in regelmäßigen Abständen.
Reinigen Sie gelegentlich eventuell verstopfte Kondensationsabflussöffnungen.
Bei der Inbetriebnahme ist unbedingt sicherzustellen, dass die Lager vor dem Einschalten
geschmiert werden. Wälzlager werden bei laufender Maschine geschmiert. Befolgen Sie dabei
die Anweisungen auf dem Nachschmierschild, und verwenden Sie das richtige Schmiermittel.
Beachten Sie bei Maschinen mit Gleitlager die maximalen Ölwechselintervalle, und stellen Sie
sicher, dass das Ölversorgungssystem der Maschine (sofern vorhanden) korrekt funktioniert.
7. Wartung und Instandhaltung
Befolgen Sie die Betriebsanweisungen des Herstellers. Beachten Sie für nähere Informationen
unser umfangreiches Bedienungshandbuch. Bewahren Sie diese Sicherheitsanweisungen gut
auf!
8. Frequenzumrichter
Beim Betrieb an einem Frequenzumrichter muss über die außen am Motorgehäuse
vorgesehenen Erdungsvorrichtungen eine Potentialausgleichsverbindung zwischen dem
Motorgehäuse und der getriebenen Maschine hergestellt werden, sofern die beiden Maschinen
nicht auf einem gemeinsamen metallischen Unterbau montiert sind. Hierzu bei Motorbaugrößen
über IEC 280 einen Flachleiter mit 0,75 x 70 mm oder mindestens 2 Rundleiter mit 50 mm²
verwenden. Der Abstand zwischen den Rundleitern muss dabei mindestens 150 mm betragen.
Diese Verbindung dient nur dem Potentialausgleich. Sie hat keine elektrische
Sicherheitsfunktion. Wenn Motor und Getriebe auf einem gemeinsamen Stahlfundament
montiert sind, wird kein Potentialausgleich benötigt.
Potentialausgleich
Rundleiter
Flachleiter
V1
U1
PE
W1
3~ M
> 150 mm
0.75 mm
70 mm
min 50 mm
Lastmachine
Die EMV-Vorschriften werden bei Verwendung von für diesen Zweck zugelassenen Kabeln
und Anschlussteilen erfüllt. (Siehe Anleitung für Frequenzumrichter.)
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften - 3
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Zusätzliche Sicherheitsvorschriften für Dauermagnet-Synchronmaschinen
Elektrischer Anschluss und Betrieb
Wenn die Maschinenwelle rotiert, stehen die Klemmen der Dauermagnetmaschine unter
Spannung. Diese induzierte Spannung ist proportional zur Drehgeschwindigkeit und kann
bereits bei geringer Drehzahl gefährlich sein. Verhindern Sie daher das Drehen der Welle, bevor
Sie den Klemmenkasten öffnen und/oder an den ungeschützten Klemmen arbeiten.
WARNUNG: Die Klemmen einer Maschine mit Frequenzumrichterspeisung können auch bei
Stillstand der Maschine unter Strom stehen.
WARNUNG: Bei Arbeiten am Speisungssystem ist Vorsicht vor der Rückleistung geboten!
WARNUNG: Überschreiten Sie niemals die zulässige Höchstdrehzahl der Maschine. Beachten
Sie die produktspezifischen Handbücher.
Wartung und Instandhaltung
Dauermagnet-Synchronmaschinen dürfen nur durch von ABB ausgebildete und autorisierte
Fachwerkstätten gewartet werden. Für weitere Informationen bezüglich der Wartung Ihrer
Dauermagnet-Synchronmaschine wenden Sie sich bitte an ABB.
WARNUNG: Dauermagnet-Synchronmaschinen dürfen nur durch qualifiziertes, hinsichtlich
der speziellen Sicherheitsanforderungen geschultes Fachpersonal geöffnet und
gewartet werden.
WARNUNG: Der Läufer einer Dauermagnet-Synchronmaschine darf ausschließlich mit den
hierfür vorgesehenen Spezialwerkzeugen ausgebaut werden!
WARNUNG: Magnetische Streufelder, die durch eine geöffnete oder zerlegte DauermagnetSynchronmaschine oder deren separaten Läufer hervorgerufen werden, können
andere elektrische oder elektromagnetische Vorrichtungen und Komponenten
stören, darunter auch Herzschrittmacher, Kreditkarten u.ä.
WARNUNG: Lose Metallteile und Abfälle dürfen nicht in das Innere der DauermagnetSynchronmaschine gelangen oder mit dem Läufer in Berührung kommen.
WARNUNG: Vor dem Schließen einer geöffneten Dauermagnet-Synchronmaschine ist
sicherzustellen, dass keinerlei Fremdkörper oder Abfälle in der Maschine
zurückbleiben.
BEMERKUNG:Vorsicht vor den magnetischen Streufeldern und eventuellen induzierten
Spannungen, welche beim Drehen des separaten Läufers einer DauermagnetSynchronmaschine entstehen können, da diese in der Nähe befindliche Anlagen
wie z. B. Drehbänke oder Auswuchtungsmaschinen beschädigen können.
4 - Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
in
Zusätzliche Sicherheitshinweise für den Einsatz von Elektromotoren
explosionsgefährdeter Umgebung
BEMERKUNG:Die nachstehenden Anweisungen sind genau zu befolgen, um die Sicherheit bei
der Installation, beim Betrieb und bei der Wartung des Motors zu
gewährleisten. Alle Personen, die mit diesen Aufgaben befasst sind, sind auf
vorliegende Anleitung hinzuweisen. Die Nichtbefolgung der hierin enthaltenen
Anweisungen kann den Verfall der Herstellerhaftung für Sachmängel zur Folge
haben.
WARNUNG: Die Motoren für eine explosionsgefährdete Umgebung sind so konzipiert, dass sie
den gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Explosionsgefährdung entsprechen.
Bei unsachgemäßer Bedienung, fehlerhaftem Anschluss oder jedweder
Veränderung kann ihre Zuverlässigkeit beeinträchtigt werden.
Die Normen zu Anschluss und Verwendung elektrischer Geräte in
explosionsgefährdeten Umgebungen müssen beachtet werden, insbesondere die
nationalen Normen zur Installation. (siehe Normen: EN 60079-14, EN 60079-17,
EN 61241-14, EN 61241-17, IEC 60079-14, IEC 60079-17, IEC 61241-14 und
IEC 61241-17). Alle Reparaturen und Wartungen müssen gemäß der Norm IEC
60079-19 durchgeführt werden. Nur geschultes Personal, das mit diesen Normen
vertraut ist, darf diesen Maschinentyp reparieren bzw. warten.
Konformitätserklärung
Alle von ABB hergestellten explosionsgeschützen Maschinen für explosionsgefährdete
Umgebungen genügen der ATEX-Vorschrift 94/9/EC und besitzen ein CE-Zeichen auf ihrem
Typenschild.
Gültigkeit
Diese Betriebsanleitung gilt für die nachstehend aufgeführten Motortypen von ABB Oy beim
Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften - 5
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Nicht funkenerzeugende Motoren Ex nA, Klasse I Div 2, Klasse I Zone 2
-
AMA Induktionsmotoren, Größe 315 bis 500
-
AMB Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
AMI Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
HXR Induktionsmotoren, Größe 315 bis 560
-
AMZ Synchronmotoren, Größe 710 bis 2500
-
M3GM Induktionsmotoren, Größe 315 bis 450
Motoren in erhöhter Sicherheit Ex e
-
AMA Induktionsmotoren, Größe 315 bis 500
-
AMB Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
AMI Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
HXR Induktionsmotoren, Größe 315 bis 560
Druckbeaufschlagung Ex pxe, Ex pze, Ex px, Ex pz
-
AMA Induktionsmotoren, Größe 315 bis 500
-
AMB Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
AMI Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
HXR Induktionsmotoren, Größe 315 bis 560
-
AMZ Synchronmotoren, Größe 710 bis 2500
Motoren mit Staubexplosionsschutz, Ex tD, Klasse II Div 2, Klasse II Zone 22,
Klasse III
-
AMA Induktionsmotoren, Größe 315 bis 500
-
AMB Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
AMI Induktionsmotoren, Größe 560 bis 630
-
HXR Induktionsmotoren, Größe 315 bis 560
-
M3GM Induktionsmotoren, Größe 315 bis 450
(Für Sonderausführungen oder spezielle Anwendungen werden gegebenenfalls zusätzliche
Hinweise benötigt.)
6 - Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Konformität gemäß der Normen
Neben den geltenden Normen bezüglich der mechanischen und elektrischen Merkmale der
Motoren müssen für explosionsgefährdete Umgebungen vorgesehene Motoren die folgenden
IEC- oder EN-Normen erfüllen:
EN 60079-0;
Norm für Allgemeine Anforderungen bei explosiven Atmosphären
EN 60079-2;
Norm zur Zündschutzart Ex p
EN 60079-7;
Norm zur Zündschutzart Ex e
EN 60079-15;
Norm zur Zündschutzart Ex nA
EN 61241-1;
Std. betreffend brennbaren Staub, Ex tD Schutz
IEC 60079-0;
Standard betreffend Allgemeine Anforderungen für explosive Atmosphären
IEC 60079-2;
Norm zur Zündschutzart Ex p
IEC 60079-7;
Norm zur Zündschutzart Ex e
IEC 60079-15;
Norm zur Zündschutzart Ex nA
IEC 61241-0;
Norm für Allgemeine Anforderungen bei explosiven Atmosphären
IEC 61241-1;
Norm zur Zündschutzart Ex tD Staubexplosionsschutz
NFPA 70;
Nationaler Code für elektrische Anlagen (NEC)
C 22-1-98;
Kanadischer Code für elektrische Anlegen, Teil I (CE-Code)
ABB-Motoren (nur Gruppe II) können entsprechend ihrer jeweiligen Kennzeichnung in den
folgenden Bereichen eingesetzt werden:
Zone (IEC)
Kategorie (EN)
Kennzeichnung
1
2
Ex px, Ex pxe, Ex e
2
3
Ex nA, Ex N, Ex pz, Ex
pze
Atmosphäre (EN);
G - Explosionsfähige Gasatmosphäre
D - Explosionsfähige Staubatmosphäre
Überprüfung nach Erhalt
•
Unmittelbar nach dem Empfang ist der Motor auf äußerliche Beschädigungen zu
untersuchen, im Schadenfall ist der Spediteur unverzüglich zu verständigen.
•
Überprüfen Sie die auf dem Leistungsschild angegebenen Daten, insbesondere Spannung,
Schaltung (Stern oder Dreieck), Kategorie, Zündschutzart und Temperatur.
Folgende Regeln in allen Betriebszuständen beachten!
WARNUNG: Vor Beginn von Arbeiten am Motor oder an den angetriebenen Komponenten ist
der Motor abzuschalten und zu blockieren. Bei Prüfung des
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Sicherheitsvorschriften - 7
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Isolationswiderstandes ist sicherzustellen, dass keine explosionsfähige
Atmosphäre vorhanden ist.
Starten und wiederholtes Starten
•
Die maximale Anzahl aufeinanderfolgender Starts ist in der technischen Dokumentation
der Maschine festgelegt.
•
Die neue Startsequenz ist zulässig, nachdem die Maschine auf Umgebungstemperatur (->
Kaltstarts) bzw. auf Betriebstemperatur (-> Warmstarts) abgekühlt ist.
Erdung und Potentialausgleich
•
Stellen Sie vor dem Start sicher, dass alle Erdungs- und Potentialausgleichkabel richtig
verbunden sind.
•
Entfernen Sie keine Erdungs- oder Potentialausgleichkabel, die vom Hersteller eingebaut
wurden.
Freiräume, Kriechstrecken und Abstände
•
Entfernen Sie nichts aus Klemmenkästen und nehmen Sie keine Veränderungen vor, durch
die Freiräume oder Kriechstrecken zwischen Teilen verringert werden können.
•
Bauen Sie keine neuen Komponenten in Klemmenkästen ein, ohne zuvor den Rat von
ABB Oy einzuholen.
•
Achten Sie darauf, dass der Luftspalt zwischen Rotor und Stator nach jeder Wartung am
Rotor oder an den Lagern gemessen wird. Der Luftspalt zwischen Stator und Rotor muss
an jedem Punkt gleich sein.
•
Richten Sie den Lüfter nach jeder Wartung auf die Mitte der Lüfterhaube oder der
Luftführung aus. Der Freiraum muss mindestens 1% des maximalen Durchmessers des
Lüfters betragen und normgerecht sein.
Anschlüsse in Klemmenkästen
•
Alle Anschlüsse in den Hauptklemmenkästen müssen mit Ex-geprüften Klemmen
vorgenommen werden, die vom Hersteller mit der Maschine geliefert werden. Wenden Sie
sich ansonsten an ABB Oy.
•
Alle Anschlüsse in Hilfsklemmenkästen, die als eigensichere Schaltkreise (Ex i oder EEx
i) gekennzeichnet sind, müssen mit passenden Sicherheitsbarrieren verbunden sein.
Raumheizkörper
•
8 - Sicherheitsvorschriften
Wenn eine Kondenswasserheizung ohne Selbstregulation sofort nach Ausschalten des
Motors eingeschaltet wird, müssen Sie geeignete Maßnahmen treffen, um die Temperatur
im Inneren des Motorgehäuses zu kontrollieren. Die Kondenswasserheizungen dürfen nur
in einer temperaturgeregelten Umgebung betrieben werden.
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
Vor-Start-Belüftung
•
Ex nA und Ex e- Maschinen können und müssen in bestimmten Fällen mit einer Vor-StartBelüftung ausgestattet werden.
•
Vor dem Starten überprüfen, ob das Maschinengehäuse ausgeblasen werden muss, um
entflammbare Gase zu entfernen. Nach Abwägung des bestehenden Risikos treffen der
Kunde und/oder die regionalen Behörden die Entscheidung, ob eine Vor-Start-Belüftung
erforderlich ist.
BEMERKUNG:Wenn diese Sicherheitshinweise nicht mit dem Benutzerhandbuch
übereinstimmen, gelten diese Sicherheitshinweise.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften - 9
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 1 - Einleitung
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
Allgemeine Informationen....................................................................................
Wichtige Anmerkung............................................................................................
Haftungsbeschränkung..........................................................................................
Dokumentation......................................................................................................
1.4.1 Dokumentation der Maschine......................................................................
1.4.2 Informationen, die nicht in der Dokumentation enthalten sind ...................
1.4.3 Einheiten, die in diesem Benutzerhandbuch verwendet werden .................
Identifikation der Maschine ..................................................................................
1.5.1 Seriennummer der Maschine .......................................................................
1.5.2 Typenschild..................................................................................................
1
1
2
2
2
3
3
3
3
3
Kapitel 2 - Transport und Verpackung
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
Schutzmaßnahmen vor dem Transport ................................................................. 6
2.1.1 Allgemeines ................................................................................................. 6
2.1.2 Schmierungskennschild ............................................................................... 7
Anheben der Maschine ......................................................................................... 7
2.2.1 Heben einer Maschine in einer seetauglichen Verpackung ......................... 8
2.2.2 Anheben einer Maschine auf einer Palette .................................................. 8
2.2.3 Heben einer ausgepackten Maschine........................................................... 9
Drehen einer vertikal montierten Maschine.......................................................... 9
Überprüfungen bei Empfang und beim Auspacken............................................ 10
2.4.1 Prüfung bei der Ankunft ............................................................................ 10
2.4.2 Prüfung beim Auspacken........................................................................... 10
Lagerung ............................................................................................................. 11
2.5.1 Kurzzeitige Lagerung (weniger als 2 Monate) .......................................... 11
2.5.2 Langzeitlagerung (mehr als 2 Monate)...................................................... 11
2.5.3 Rollenlager................................................................................................. 12
2.5.4 Öffnungen .................................................................................................. 13
Inspektionen, Aufzeichnungen ........................................................................... 13
Kapitel 3 - Installation und Ausrichtung
3.1
3.2
3.3
3.4
3BFP 000 064 R0103 REV D
Allgemeines ........................................................................................................ 14
Konstruktion des Fundaments ............................................................................ 14
3.2.1 Allgemeines ............................................................................................... 14
3.2.2 Fundamentkräfte ........................................................................................ 15
3.2.3 Flansche für vertikal montierte Maschinen ............................................... 15
Vorbereitungen der Maschine vor der Installation ............................................. 15
3.3.1 Isolationswiderstandsmessungen ............................................................... 15
3.3.2 Zerlegen der Transportsperre..................................................................... 16
3.3.3 Kühlungstyp............................................................................................... 16
3.3.4 Zusammenbau der Kupplungshälfte .......................................................... 16
3.3.4.1 Wuchtung der Kupplung......................................................... 16
3.3.4.2 Zusammenbau......................................................................... 16
3.3.5 Riemenantrieb............................................................................................ 17
3.3.6 Ablassstopfen............................................................................................. 17
Installation auf Betonfundament......................................................................... 17
3.4.1 Lieferumfang ............................................................................................. 17
3.4.2 Allgemeine Vorbereitungen....................................................................... 18
-1
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.5
3.6
3.7
3.4.3 Vorbereitungen des Fundaments................................................................ 18
3.4.3.1 Vorbereitungen des Fundaments und
der Zementierungslöcher.....................................................................18
3.4.3.2 Vorbereitungen der Fundamentbolzen oder
der Schwellenplatte .............................................................................18
3.4.4 Aufstellen der Maschine ............................................................................ 20
3.4.5 Ausrichtung ................................................................................................ 20
3.4.6 Zementierung ............................................................................................. 20
3.4.7 Endgültige Installation und Prüfung .......................................................... 20
3.4.7.1 Anbringung der Passstifte der Maschinenfüße .......................21
3.4.7.2 Abdeckungen und Gehäuse.....................................................21
Installation auf Stahlfundament .......................................................................... 21
3.5.1 Lieferumfang.............................................................................................. 21
3.5.2 Prüfung des Fundaments ............................................................................ 21
3.5.3 Aufstellen der Maschine ............................................................................ 21
3.5.4 Ausrichtung ................................................................................................ 22
3.5.5 Endgültige Installation und Prüfung .......................................................... 22
3.5.5.1 Einsetzen der Kegelstifte in die Maschinenfüße.....................22
3.5.5.2 Abdeckungen und Gehäuse.....................................................22
3.5.6 Installation von flanschmontierten Maschinen auf einem
Stahlfundament ................................................................................................... 22
Ausrichtung ......................................................................................................... 23
3.6.1 Allgemeines................................................................................................ 23
3.6.2 Grobe Ausrichtung ..................................................................................... 23
3.6.3 Grobe Einstellung....................................................................................... 24
3.6.4 Korrektur der Wärmedehnung ................................................................... 25
3.6.4.1 Allgemeines.............................................................................25
3.6.4.2 Wärmedehnung nach oben......................................................25
3.6.4.3 Axiale Wärmedehnung............................................................26
3.6.5 Endgültige Ausrichtung ............................................................................. 26
3.6.5.1 Allgemeines.............................................................................26
3.6.5.2 Schlag der Kupplungshälften ..................................................26
3.6.5.3 Parallele, axiale und Winkelausrichtung.................................27
3.6.5.4 Ausrichtung .............................................................................28
3.6.5.5 Zulässiger Versatz...................................................................29
Maßnahmen nach der Installation ....................................................................... 30
Kapitel 4 - Mechanische und elektrische Anschlüsse
4.1
4.2
2-
Allgemeines......................................................................................................... 31
Elektrische Installation........................................................................................ 31
4.2.1 Allgemeine Informationen ......................................................................... 31
4.2.2 Sicherheit.................................................................................................... 31
4.2.3 Isolationswiderstandsmessungen ............................................................... 32
4.2.4 Hauptklemmenkastenoptionen ................................................................... 32
4.2.4.1 Lieferung ohne Hauptklemmenkasten ....................................32
4.2.5 Isolierabstände der Hauptnetzanschlüsse ................................................... 32
4.2.6 Hauptnetzkabel........................................................................................... 33
4.2.7 Zusatzklemmenkasten ................................................................................ 33
4.2.7.1 Anschluss von Zusatzeinrichtungen und Instrumenten...........34
4.2.7.2 Anschluss eines externen Gebläsemotors ...............................34
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
4.2.8 Erdanschlüsse............................................................................................. 34
4.2.9 Anforderungen für Maschinen, die von Frequenzumrichtern versorgt
werden
........................................................................................................... 35
4.2.9.1 Hauptkabel .............................................................................. 35
4.2.9.2 Erdung des Hauptkabels ......................................................... 35
4.2.9.3 Nebenaggregatkabel................................................................ 35
Kapitel 5 - Inbetriebnahme und Start
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5
5.6
5.7
5.8
Allgemeines ........................................................................................................ 36
Überprüfung der mechanischen Installation ....................................................... 36
Isolationswiderstandsmessungen ........................................................................ 36
Überprüfung der elektrischen Installation .......................................................... 37
Steuerungs- und Schutzausrüstung ..................................................................... 37
5.5.1 Allgemeines ............................................................................................... 37
5.5.2 Statorwicklungstemperatur ........................................................................ 38
5.5.2.1 Allgemeines ............................................................................ 38
5.5.2.2 Widerstand der Temperaturdetektoren ................................... 38
5.5.2.3 Thermistoren........................................................................... 38
5.5.3 Überwachung der Lagertemperatur ........................................................... 38
5.5.3.1 Allgemeines ............................................................................ 38
5.5.3.2 Widerstand der Temperaturdetektoren ................................... 38
5.5.3.3 Thermistoren........................................................................... 39
5.5.4 Schutzvorrichtungen .................................................................................. 39
Erster Prüfstart .................................................................................................... 39
5.6.1 Allgemeines ............................................................................................... 39
5.6.2 Vorsichtsmaßnahmen vor dem ersten Prüfstart ......................................... 39
5.6.3 Starten ........................................................................................................ 40
5.6.3.1 Drehrichtung ........................................................................... 40
Erstmaliger Betrieb der Maschine ...................................................................... 40
5.7.1 Überwachung während des ersten Betriebs ............................................... 40
5.7.2 Überprüfungen bei laufender Maschine .................................................... 41
5.7.3 Lager .......................................................................................................... 41
5.7.3.1 Maschinen mit Rollenlagern................................................... 41
5.7.4 Vibrationen ................................................................................................ 42
5.7.5 Temperaturpegel ........................................................................................ 42
Abschalten .......................................................................................................... 43
Kapitel 6 - Betrieb
6.1
6.2
6.3
6.4
6.5
6.6
3BFP 000 064 R0103 REV D
Allgemeines ........................................................................................................
Normale Betriebsbedingungen ...........................................................................
Anzahl der Starts.................................................................................................
Überwachung ......................................................................................................
6.4.1 Lager ..........................................................................................................
6.4.2 Vibrationen ................................................................................................
6.4.3 Temperaturen .............................................................................................
Nachbearbeitung .................................................................................................
Abschalten ..........................................................................................................
44
44
44
45
45
45
45
46
46
-3
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 7 - Wartung
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6
Vorbeugende Wartung ........................................................................................ 47
Sicherheitsvorkehrungen..................................................................................... 47
Wartungsprogramm............................................................................................. 48
7.3.1 Empfohlenes Wartungsprogramm ............................................................. 50
7.3.1.1 Allgemeine Konstruktion ........................................................51
7.3.1.2 Hauptstromversorgungsanschlüsse .........................................51
7.3.1.3 Stator und Läufer.....................................................................52
7.3.1.4 Zubehör ...................................................................................52
7.3.1.5 Schmiersystem und Lager .......................................................53
Wartung, allgemeine Konstruktion ..................................................................... 53
7.4.1 Festigkeit der Schraubverbindungen.......................................................... 53
7.4.2 Vibrationen und Lärm ................................................................................ 54
7.4.3 Vibrationen................................................................................................. 55
7.4.3.1 Messverfahren und Betriebsbedingungen ...............................55
7.4.3.2 Klassifikation gemäß Flexibilität der Unterbaugruppe ...........56
7.4.3.3 Bewertung ...............................................................................56
Wartung der Lager und des Schmiersystems ...................................................... 57
7.5.1 Rollenlager ................................................................................................. 58
7.5.1.1 Lagerkonstruktion ...................................................................58
7.5.1.2 Schmierungskennschild...........................................................58
7.5.1.3 Nachschmierintervalle.............................................................58
7.5.1.4 Nachschmierung......................................................................59
7.5.1.5 Lagerfett ..................................................................................60
7.5.1.6 Wartung der Lager ..................................................................61
Wartung der Stator- und Läuferwicklungen ....................................................... 61
7.6.1 Besondere Sicherheitsanweisungen für die Wartung von Wicklungen ..... 62
7.6.2 Zeitplanung der Wartung ........................................................................... 63
7.6.3 Die korrekte Betriebstemperatur ................................................................ 63
7.6.4 Isolationswiderstandstest............................................................................ 63
7.6.4.1 Umrechnung der gemessenen Isolationswiderstandswerte.....64
7.6.4.2 Allgemeine Hinweise ..............................................................65
7.6.4.3 Mindestwerte für den Isolationswiderstand ............................65
7.6.4.4 Isolationswiderstandsmessung der Statorwicklung.................66
7.6.5 Isolationswiderstandsmessung für Nebenaggregate .................................. 67
7.6.6 Der Polarisationsindex ............................................................................... 67
7.6.7 Sonstige Wartungsarbeiten......................................................................... 68
Kapitel 8 - Fehlersuche
8.1
8.2
4-
Fehlersuche ......................................................................................................... 69
8.1.1 Mechanische Leistung................................................................................ 70
8.1.2 Schmiersystem und Lager .......................................................................... 71
8.1.2.1 Schmiersystem und Rollenlager..............................................71
8.1.3 Wärmeentwicklung .................................................................................... 72
8.1.3.1 Wärmeentwicklung, Rippenkühlung.......................................72
Elektrische Leistung, Erregung, Steuerung und Schutz...................................... 72
8.2.1 Auslösungen der Schutzvorrichtung .......................................................... 73
8.2.2 Pt-100 Widerstandstemperaturdetektoren .................................................. 73
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 9 - Kundendienst und Ersatzteile
9.1
9.2
Kundendienst ...................................................................................................... 76
9.1.1 Service vor Ort........................................................................................... 76
9.1.2 Ersatzteile................................................................................................... 76
9.1.3 Unterstützung und Garantien ..................................................................... 76
9.1.4 Support für Service-Zentren ...................................................................... 76
9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen ........................................................ 77
Ersatzteile für Drehstrommaschinen................................................................... 77
9.2.1 Allgemeine Hinweise zu den Ersatzteilen ................................................. 77
9.2.2 Regelmäßiger Teileaustausch .................................................................... 77
9.2.3 Ersatzteilbedarf .......................................................................................... 78
9.2.4 Auswahl des passenden Ersatzteilpakets ................................................... 78
9.2.5 Typische empfohlene Ersatzteile in verschiedenen Sätzen ....................... 78
9.2.5.1 Paket mit Ersatzteilen für den Maschinenbetrieb ................... 79
9.2.5.2 Paket mit empfohlenen Ersatzteilen ....................................... 79
9.2.5.3 Hauptersatzteile ...................................................................... 79
9.2.6 Bestellinformationen.................................................................................. 79
Kapitel 10 - Recycling
10.1
10.2
10.3
10.4
10.5
Einleitung............................................................................................................ 80
Durchschnittlicher Materialgehalt ...................................................................... 80
Recycling von Verpackungsmaterial .................................................................. 80
Zerlegen der Maschine........................................................................................ 81
Trennung der unterschiedlichen Materialien ...................................................... 81
10.5.1 Rahmen, Lagergehäuse, Abdeckungen und Ventilator ........................... 81
10.5.2 Komponenten mit elektrischer Isolierung................................................ 81
10.5.3 Dauermagneten ........................................................................................ 82
10.5.4 Sondermüll............................................................................................... 82
10.5.5 Deponieabfälle ......................................................................................... 82
INBETRIEBNAHMEBERICHT ................................................................................... 83
Typische Position der Kennschilder ............................................................................... 93
Typische Hauptnetzkabelanschlüsse .............................................................................. 94
3BFP 000 064 R0103 REV D
-5
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 1 Einleitung
1.1 Allgemeine Informationen
Dieses Benutzerhandbuch informiert über Transport, Lagerung, Installation, Inbetriebnahme,
Betrieb und Wartung der von ABB hergestellten Drehstrommaschinen.
Das Handbuch bietet Informationen zu allen Gesichtspunkten des Betriebs, der Wartung und
der Überwachung der Maschine. Dieses Handbuch und die anderen Unterlagen der
Maschinendokumentation sind vor dem Umgang mit der Maschine zu lesen, um eine
reibungslose Funktion und eine lange Nutzungsdauer der Maschine zu gewährleisten.
BEMERKUNG:Einige kundenspezifische Elemente sind möglicherweise nicht in diesem
Benutzerhandbuch enthalten. Sie finden zusätzliche Dokumentation in der
Projekt-Dokumentation.
Die Arbeiten, die in diesem Handbuch beschrieben sind, dürfen nur von geschulten Fachkräften
ausgeführt werden, die vom Betreiber autorisiert sind.
Dieses Dokument und Teile desselben dürfen nicht ohne ausdrückliche und schriftliche
Genehmigung von ABB vervielfältigt oder kopiert werden, und der Inhalt desselben darf nicht
an Dritte weitergegeben noch für unzulässige Zwecke verwendet werden.
ABB ist stets bestrebt, die Qualität der Informationen, die in diesem Benutzerhandbuch geboten
wird, zu verbessern und nimmt Verbesserungsvorschläge gern entgegen. Kontaktinformationen
siehe Kapitel 9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen.
BEMERKUNG:Die nachstehenden Anweisungen sind genau zu befolgen, um die Sicherheit bei
der Installation, beim Betrieb und bei der Wartung der Maschine zu
gewährleisten. Alle Personen, die mit diesen Aufgaben befasst sind, sind auf
vorliegende Anleitung hinzuweisen. Die Nichtbefolgung der hierin enthaltenen
Anweisungen hat den Verlust der Haftung für Sachmängel zur Folge.
1.2 Wichtige Anmerkung
Einige der Informationen in diesem Dokument sind von allgemeiner Art und auf verschiedene
Maschinen von ABB anwendbar.
In Fällen, in denen ein Widerspruch zwischen dem Inhalt dieses Handbuchs und der gelieferten
Maschine besteht, muss der Benutzer entweder eine fachkundige Entscheidung hinsichtlich der
weiteren Vorgehensweise vornehmen oder im Zweifelsfall ABB kontaktieren.
Die Sicherheitsmaßnahmen, die in Sicherheitsvorschriften am Anfang des Handbuchs
aufgeführt sind, müssen jederzeit beachtet werden.
Die Sicherheit am Arbeitsplatz hängt von der Aufmerksamkeit, Vorsorge und Vernunft aller
Personen ab, welche die Maschine bedienen und warten. Neben der Beachtung der hier
empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen ist grundsätzlich Vorsicht in der Nähe von Maschinen
geboten: keine Liste kann vollständig sein, achten Sie stets auf Ihre Sicherheit!
BEMERKUNG:Zur Vermeidung von Unfällen müssen die Sicherheitsmaßnahmen und vorrichtungen, die am Installationsort erforderlich sind, den Anweisungen und
Vorschriften zur Arbeitssicherheit entsprechen. Dies gilt für allgemeine
3BFP 000 063 R0101 REV D
Sicherheitsvorschriften Einleitung - 1
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Sicherheitsvorschriften des jeweiligen Landes, spezifische Vereinbarungen, die
für das jeweilige Werk gemacht wurden, Sicherheitsanweisungen, die in
diesem Handbuch enthalten sind, und separate Sicherheitsanweisungen, die mit
der Maschine geliefert wurden.
1.3 Haftungsbeschränkung
ABB ist unter keinen Umständen für direkte, indirekte, besondere, zufällige oder als in Folge
entstandene Schäden gleich welcher Art haftbar, die sich aus der Anwendung dieses Dokuments
ergeben, noch ist ABB für zufällige oder in Folge entstandene Schäden haftbar, die sich aus der
Verwendung von Software oder Hardware ergeben, die in diesem Dokument beschrieben sind.
Die Haftung erstreckt sich auf Herstellungs- und Materialfehler. Von der Haftung
ausgenommen sind durch unsachgemäße Lagerung, inkorrekte Installation oder inkorrekten
Betrieb der Maschine verursachte Schäden an der Maschine, Verletzungen des Personals oder
Schäden für Dritte. Die Gewährleistungsbedingungen sind gemäß den Geschäftbedingungen
von Orgalime S2000 ausführlicher definiert.
BEMERKUNG:Die Geltendmachung des Gewährleistungsanspruchs ist ausgeschlossen, falls
die Betriebsbedingungen der Maschine geändert wurden, Änderungen an der
Konstruktion der Maschine vorgenommen wurden oder Reparaturarbeiten ohne
vorheriges schriftliches Einverständnis des ABB-Werks, das die Maschine
geliefert hat, an der Maschine vorgenommen wurden.
BEMERKUNG:Die in den Geschäfts- oder Haftungsbedingungen der örtlichen ABBVertretungen spezifizierten Haftungsbestimmungen können unter Umständen
voneinander abweichen.
Kontaktinformationen siehe Rückseite dieses Benutzerhandbuchs. Bitte geben Sie bei der
Erörterung maschinenspezifischer Einzelheiten die Seriennummer der Maschine an.
1.4 Dokumentation
1.4.1 Dokumentation der Maschine
Es wird empfohlen, die Dokumentation der Maschinen gründlich durchzulesen, bevor
Maßnahmen ergriffen werden. Dieses Handbuch und die Sicherheitsanweisungen werden mit
jeder Maschine geliefert und sind in einer Kunststoffhülle am Maschinenrahmen befestigt.
BEMERKUNG:Diese Dokumentation wird an den Kunden geliefert, der die Bestellung
aufgegeben hat. Für zusätzliche Kopien der Dokumente wenden Sie sich bitte
an Ihre örtliche ABB-Vertretung oder die Kundendienstabteilung; siehe Kapitel
9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen.
Zusätzlich zu diesem Handbuch wird jede Maschine mit einer Zeichnung und einem
elektrischen Anschlussplan sowie einem Datenblatt geliefert, die folgende Dinge angeben:
•
Montage- und äußere Abmessungen der Maschine
•
Maschinengewicht und Belastung des Fundaments
•
Position der Hebeösen der Maschine
•
Instrumentierung und Position der Zusatzeinrichtungen
2 - Einleitung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Anforderungen an Lageröl und Schmiermittel
•
Haupt- und Nebenaggregatanschlüsse.
BEMERKUNG:Einige kundenspezifische Elemente sind möglicherweise nicht in diesem
Benutzerhandbuch enthalten. Sie finden zusätzliche Dokumentation in der
Projekt-Dokumentation. Wenn die Angaben in diesem Handbuch nicht mit
denen in der ergänzenden Dokumentation übereinstimmen, gelten die Angaben
der ergänzenden Dokumentation.
1.4.2 Informationen, die nicht in der Dokumentation enthalten sind
Dieses Benutzerhandbuch enthält keine Informationen über Start-, Schutz- oder
Drehzahlregelungseinrichtungen. Diese Informationen finden Sie in den Benutzerhandbüchern
der jeweiligen Vorrichtungen.
1.4.3 Einheiten, die in diesem Benutzerhandbuch verwendet werden
Die in diesem Benutzerhandbuch verwendeten Maßeinheiten basieren auf dem SI-System
(metrisches System) und dem US-System.
1.5 Identifikation der Maschine
1.5.1 Seriennummer der Maschine
Jede Maschine ist mit einer siebenstelligen Seriennummer gekennzeichnet. Sie ist auf dem
Typenschild der Maschine und am Maschinenrahmen eingeprägt.
Die Seriennummer ist in jeder zukünftigen Korrespondenz, die die Maschine betrifft,
anzugeben, da sie die einzige eindeutige Information ist, die für die Identifikation der
betreffenden Maschine verwendet wird.
1.5.2 Typenschild
Ein Typenschild aus rostfreiem Stahl ist permanent am Maschinenrahmen angebracht und darf
nicht entfernt werden. Für den Anbringungsort des Typenschilds siehe Anhang Typische
Position der Kennschilder.
Das Typenschild gibt Herstellungs-, Identifikations-, elektrische und mechanische
Informationen an, siehe Abbildung 1-1 Typenschild für direkt ans Netz angeschlossene
Maschinen, die gemäß IEC hergestellt sind
3BFP 000 063 R0101 REV D
Sicherheitsvorschriften Einleitung - 3
Handbuch für Hochspannungsmotoren
.
Abbildung 1-1 Typenschild für direkt ans Netz angeschlossene Maschinen, die gemäß IEC
hergestellt sind
Abbildung 1-2 Typenschild für direkt ans Netz angeschlossene Maschinen, die gemäß NEMA
hergestellt sind
1. Typenbezeichnung
2. Baujahr
3. Betriebsart
4. Isolierungsklasse
5. Maschinengewicht [kg] oder [lbs]
6. Schutzgrad [IP-Klasse]
4 - Einleitung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
7. Zusätzliche Informationen
8. Hersteller
9. Seriennummer
10. Leistung [kW] oder [PS]
11. Statorspannung [V]
12. Frequenz [Hz]
13. Drehzahl [U/min]
14. Statorstrom [A]
15. Leistungsfaktor [cos phi]
16. Standard
17. Rahmen
18. Produktcode
19. Maximale mechanische Drehgeschwindigkeit [U/min]
20. Lagertypen
21. Bezeichnung für gesperrten Läufer kVA/ PS (NEMA)
22. Umgebungstemperatur [°C] (NEMA)
23. Servicefaktor (NEMA)
3BFP 000 063 R0101 REV D
Sicherheitsvorschriften Einleitung - 5
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 2 Transport und Verpackung
2.1 Schutzmaßnahmen vor dem Transport
2.1.1 Allgemeines
Folgende Schutzmaßnahmen werden vor der Lieferung der Maschine vom Werk durchgeführt.
Falls die Maschine später bewegt wird, sind dieselben Schutzmaßnahmen durchzuführen:
•
Bei Maschinen mit Gleitlagern werden Transportsperren installiert.
•
Kugel- und Rollenlager sind mit einem Schmiermittel geschmiert, das auf dem am
Maschinenrahmen befestigten Schmierungskennschild angegeben ist; siehe Kapitel 2.1.2
Schmierungskennschild
•
Maschinell bearbeitete Oberflächen, wie z. B. die Wellenverlängerung, sind mit einer
Anti-Korrosionsbeschichtung gegen Korrosion geschützt.
•
Um die Maschine bei Seetransport während des Verladens, des Transports und des
Entladens ausreichend gegen salzhaltige Wasserspritzer, Feuchtigkeit, Rost und
Vibrationsschäden zu schützen, muss sie seetauglich verpackt werden.
Abbildung 2-1 Schmierungskennschild für fettgeschmierte Rollenlager
1.
Lagertyp des D-Endes
2.
Lagertyp des ND-Endes
3.
Schmierintervall
4.
Fettmenge für das Lager des D-Endes
5.
Fettmenge für das Lager des ND-Endes
6.
Zusätzliche Informationen
7.
Werksseitig gelieferte Fettsorte
6 - Transport und Verpackung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
2.1.2 Schmierungskennschild
Am Maschinenrahmen ist ein Schmierungskennschild aus rostfreiem Stahl angebracht. Für den
Anbringungsort des Schmierungskennschilds siehe Anhang Typische Position der
Kennschilder.
Das Schmierungskennschild zeigt den Typ der Lager und des zu verwendenden Schmieröls;
siehe Abbildung 2-2 Schmierungskennschild für fettgeschmierte Rollenlager.
Abbildung 2-2 Schmierungskennschild für fettgeschmierte Rollenlager
1.
Lagertyp des D-Endes
2.
Lagertyp des ND-Endes
3.
Schmierintervall
4.
Fettmenge für das Lager des D-Endes
5.
Fettmenge für das Lager des ND-Endes
6.
Werksseitig gelieferter Fetttyp
2.2 Anheben der Maschine
Bevor die Maschine angehoben wird, stellen Sie sicher, dass eine geeignete Hebeausrüstung zur
Verfügung steht und dass das Personal mit Hebearbeiten vertraut ist. Das Gewicht der Maschine
ist auf dem Typenschild, der Zeichnung und der Packliste angegeben.
BEMERKUNG:Verwenden Sie ausschließlich die Hebelaschen oder -ösen, die zum Heben der
kompletten Maschine vorgesehen sind. Verwenden Sie keine der kleinen
zusätzlichen Hebelaschen oder -ösen, da diese nur zu Wartungszwecken
dienen.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Transport und Verpackung - 7
Handbuch für Hochspannungsmotoren
BEMERKUNG:Der Schwerpunkt der Maschinen mit demselben Rahmen kann aufgrund von
unterschiedlichen Ausgängen, Montageanordnungen und Nebenaggregaten
variieren.
BEMERKUNG:Stellen Sie vor dem Anheben sicher, dass die Ringschrauben oder die im
Maschinenrahmen integrierten Hebelaschen unbeschädigt sind. Beschädigte
Hebelaschen dürfen nicht verwendet werden.
BEMERKUNG:Heberingschrauben sind vor dem Anheben anzuziehen. Falls erforderlich, ist
die Position der Ringschraube mit entsprechenden Beilagscheiben einzustellen.
2.2.1 Heben einer Maschine in einer seetauglichen Verpackung
Die seetaugliche Verpackung ist normalerweise eine mit Metallpapier ausgekleidete Holzkiste.
Sie sollte mit einem Gabelstapler oder Kran mit Hebeschlingen vom Boden angehoben werden.
Die Positionen der Schlingen sind auf der Verpackung markiert.
Abbildung 2-3 Anheben von horizontalen und vertikalen Maschinen in seetauglichen
Verpackungen
2.2.2 Anheben einer Maschine auf einer Palette
Eine auf einer Palette montierte Maschine sollte mit einem Kran oder Gabelstapler an ihren
Hebelaschen vom Palettenboden gehoben werden; siehe Abbildung 2-4 Anheben von
horizontalen und vertikalen Maschinen auf Paletten. Die Maschine ist mit Hilfe von Schrauben
an der Palette befestigt.
8 - Transport und Verpackung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Abbildung 2-4 Anheben von horizontalen und vertikalen Maschinen auf Paletten
2.2.3 Heben einer ausgepackten Maschine
Es ist eine geeignete Hebeausrüstung zu verwenden! Die Maschine sollte stets mit einem Kran
an den Hebelaschen des Maschinenrahmens angehoben werden; siehe Abbildung 2-5 Heben
einer ausgepackten Maschine. Die Maschine darf niemals mit einem Gabelstapler vom Boden
oder den Füßen der Maschine angehoben werden.
Abbildung 2-5 Heben einer ausgepackten Maschine
2.3 Drehen einer vertikal montierten Maschine
Vertikal montierte Maschinen müssen unter Umständen von einer vertikalen in eine horizontale
Position und umgekehrt gedreht werden, z. B. wenn Lager ausgewechselt werden. Dies ist in
Abbildung 2-6 Maschine mit drehbaren Hebelaschen: heben und drehen gezeigt. Vermeiden Sie
während des Verfahrens Schäden am Lack oder an anderen Teilen. Entfernen oder installieren
Sie die Lagertransportsperre nur dann, wenn sich die Maschine in vertikaler Position befindet.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Transport und Verpackung - 9
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Abbildung 2-6 Maschine mit drehbaren Hebelaschen: heben und drehen
2.4 Überprüfungen bei Empfang und beim Auspacken
2.4.1 Prüfung bei der Ankunft
Die Maschine und das Paket müssen unmittelbar bei der Ankunft überprüft werden. Jeder
Transportschaden muss fotografiert und umgehend, d. h. innerhalb von weniger als einer (1)
Woche nach der Ankunft, gemeldet werden, wenn eine Transportversicherung in Anspruch
genommen werden soll. Daher ist es wichtig, dass Nachweise über unsachgemäße Handhabung
überprüft und dem Transportunternehmen sowie dem Zulieferer unmittelbar berichtet werden.
Dazu die Checklisten unter Anhang INBETRIEBNAHMEBERICHT verwenden.
Eine Maschine, die nicht sofort nach der Ankunft installiert werden soll, darf nicht ohne
Aufsicht oder ohne Schutzvorkehrungen stehen gelassen werden. Für weitere Einzelheiten,
siehe Kapitel 2.5 Lagerung.
2.4.2 Prüfung beim Auspacken
Stellen Sie die Maschine so auf einer ebenen und vibrationsfreien Fläche auf, dass die
Handhabung von anderen Gegenständen nicht behindert wird.
Nach dem Entfernen der Verpackung ist sicherzustellen, dass die Maschine nicht beschädigt ist
und dass alle Zusatzeinrichtungen vorhanden sind. Haken Sie die Zusatzeinrichtungen auf der
beigefügten Packliste ab. Wenn eine Beschädigung vermutet wird oder Zusatzeinrichtungen
fehlen, fertigen Sie aussagekräftige Fotos an, und wenden Sie sich sofort an den Zulieferer.
Dazu die Checklisten unter Anhang INBETRIEBNAHMEBERICHTverwenden.
Für die korrekte Entsorgung und das Recycling der Verpackungsmaterialien siehe Kapitel 10.3
Recycling von Verpackungsmaterial.
10 - Transport und Verpackung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
2.5 Lagerung
2.5.1 Kurzzeitige Lagerung (weniger als 2 Monate)
Die Maschine ist einem geeigneten Lagerraum mit kontrollierbaren Umgebungsbedingungen
aufzubewahren. Voraussetzungen für die Eignung des Lagerraums sind:
•
Stabile Temperaturverhältnisse im Bereich von 10 ºC (50 ºF) bis 50 ºC (120 ºF). Falls die
Antikondensationsheizungen eingeschaltet sind und die Temperatur der Umgebungsluft
über 50 ºC liegt, ist darauf zu achten, dass die Maschine sich nicht zu stark aufheizt
•
Geringe Luftfeuchtigkeit (vorzugsweise unter 75%). Die Maschinentemperatur sollte
oberhalb des Taupunkts gehalten werden, um Feuchtigkeitskondensation in der Maschine
zu verhindern. Falls die Maschine über Antikondensationsheizungen verfügt, sollten diese
eingeschaltet und ihre Funktion regelmäßig kontrolliert werden. Sind keine
Antikondensationsheizungen vorhanden, ist eine Alternativmethode anzuwenden, um die
Maschine vor Kondensation zu schützen.
•
Ein stabiler, möglichst schwingungsfreier und vor Stößen geschützter Untergrund. Falls
mit starken Vibrationen zu rechnen ist, muss die Maschine isoliert werden, indem
geeignete Gummiblöcke und die Maschinenfüße gelegt werden.
•
Die Umgebungsluft muss sauber und frei von Staub und korrodierenden Gasen sein
•
Schutz vor Insekten und anderen Kleintieren.
Bei Lagerung im Freien darf die Maschine nicht ungeschützt in der Transportverpackung
belassen werden. Folgende Maßnahmen sind zu ergreifen:
•
Maschine von der Plastikverpackung befreien
•
Maschine abdecken, so dass sie vollkommen vor Regen geschützt ist. Die Abdeckung
muss eine Luftzirkulation im Bereich der Maschine erlauben.
•
Maschine auf stabile Ständer mit einer Mindesthöhe von 100 mm (4”) aufbocken, so dass
keine Feuchtigkeit von unten an die Maschine dringen kann.
•
Für gute Belüftung der Maschine sorgen. Wenn die Maschine in der Transportverpackung
belassen wird, müssen Belüftungsöffnungen in die Verpackung gebohrt werden.
•
Schützen Sie die Maschine vor Insekten und anderen Kleintieren.
Dazu die Checklisten unter Kapitel 2 Lagerung in Anhang INBETRIEBNAHMEBERICHT
verwenden.
2.5.2 Langzeitlagerung (mehr als 2 Monate)
Zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen für die kurzzeitige Lagerung ist Folgendes
zu beachten:
Messen Sie den Isolationswiderstand und die Temperatur der Wicklungen alle drei Monate;
siehe Kapitel 7.6 Wartung der Stator- und Läuferwicklungen.
Überprüfen Sie den Zustand der lackierten Flächen alle drei Monate. Wenn Korrosion
festgestellt wird, entfernen Sie sie und tragen Sie eine Schicht Lack auf.
Überprüfen Sie den Zustand der Anti-Korrosionsbeschichtung auf blanken Metallflächen (z. B.
Wellenverlängerungen) alle drei Monate. Wenn Korrosion festgestellt wird, entfernen Sie sie
mit feinem Schmirgelpapier und führen Sie eine erneute Anti-Korrosionsbehandlung durch.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Transport und Verpackung - 11
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Sorgen Sie für kleine Belüftungsöffnungen, wenn die Maschine in einer Holzkiste gelagert
wird. Verhindern Sie, dass Wasser, Insekten und andere Kleintiere in die Kiste eindringen
können; siehe Abbildung 2-7 Belüftungsöffnungen.
Dazu die Checklisten unter Kapitel 2 Lagerung in Anhang INBETRIEBNAHMEBERICHT
verwenden.
Abbildung 2-7 Belüftungsöffnungen
2.5.3 Rollenlager
Treffen Sie folgende Maßnahmen:
•
Rollenlager müssen während der Lagerung gut geschmiert sein. Zulässige Fettsorten
finden Sie unter Kapitel 2.1.2 Schmierungskennschild
•
Drehen Sie den Läufer alle 3 Monate etwa 10 Umdrehungen, um die Lager in gutem
Zustand zu halten. Zum Drehen des Läufers muss die Transportsperre entfernt werden
(sofern vorhanden).
•
Die Maschinen können mit einer Transportsperre versehen sein, um die Lager während
des Transports und der Lagerung vor Schäden zu schützen. Überprüfen Sie die
Lagertransportsperre regelmäßig. Ziehen Sie die Transportsperre gemäß dem
Axialpositionierungslagertyp an; siehe Tabelle 2-1 Anzugsmoment für horizontale
Maschinen (geschmierte Schraube).
BEMERKUNG:Wenn die Transportsperre mit einem zu großen Moment festgezogen wird,
wird das Lager beschädigt.
BEMERKUNG:Der verwendete Lagertyp ist auf dem Schmierungskennschild angegeben, siehe
Kapitel 2.1.2 Schmierungskennschild, Informationen zum
Axialpositionierungslager finden Sie in der Zeichnung.
12 - Transport und Verpackung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Tabelle 2-1. Anzugsmoment für horizontale Maschinen (geschmierte Schraube)
Axialpositionierungslage
rtyp
Anzugsmoment [Nm]
Anzugsmoment [Pfund
pro Fuß]
6316
45
33
6317
50
37
6319
60
44
6322
120
90
6324
140
100
6326
160
120
6330
240
180
6334
300
220
6034
140
100
6038
160
120
6044
230
170
2.5.4 Öffnungen
Öffnungen, durch die keine Kabel mit Klemmenkästen oder keine Flansche mit Rohren
verbunden sind, sind zu verschließen. Kühler und Rohre in der Maschine sind vor dem
Verschließen zu reinigen und zu trocknen. Zur Trocknung wird warme, trockene Luft durch die
Rohre geblasen.
2.6 Inspektionen, Aufzeichnungen
Die Dauer der Lagerung und die diesbezüglichen Vorbereitungsmaßnahmen sind mit Datum
aufzuzeichnen. Die hierfür vorgesehenen Checklisten finden Sie im Anhang
INBETRIEBNAHMEBERICHT.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Transport und Verpackung - 13
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 3 Installation und Ausrichtung
3.1 Allgemeines
Gute Planung und Vorbereitung resultieren in einfacher und korrekter Installation und sind der
beste Garant für sichere Betriebsbedingungen und maximale Zugänglichkeit der Maschine.
Die Normen hinsichtlich Anschluss und Einsatz elektrischer Betriebsmittel in
explosionsgefährdeten Bereichen, insbesondere nationale Normen, die sich mit deren Montage
befassen, sind zu berücksichtigen (siehe Norm IEC 60079-14).
BEMERKUNG:Während der Installation müssen sowohl allgemeine als auch lokale
Arbeitssicherheitsanweisungen befolgt werden.
BEMERKUNG:Bei Arbeiten in der Umgebung muss die Maschine gesichert werden.
BEMERKUNG:Die Maschine darf beim Schweißen nicht als Erde verwendet werden.
3.2 Konstruktion des Fundaments
3.2.1 Allgemeines
Die Konstruktion des Fundaments muss sichere Betriebsbedingungen bei höchster
Zugänglichkeit gewährleisten. Um die Maschine herum muss genügend Freiraum vorhanden
sein, um einen leichten Zugang für die Wartung und Überwachung sicherzustellen. Die Kühlluft
muss ungehindert zur Maschine hin und von ihr weg strömen können. Es ist sicherzustellen,
dass andere in der Nähe befindliche Maschinen oder Ausrüstungen die Kühlluft der Maschine
oder Anbauteile, wie beispielsweise Lager, nicht erwärmen.
Das Fundament muss stabil, steif, flach und frei von externen Vibrationen sein. Die Möglichkeit
einer Maschinenresonanz mit dem Fundament ist zu untersuchen. Um Resonanzvibrationen mit
der Maschine zu vermeiden, darf die natürliche Frequenz des Fundaments zusammen mit der
Maschine nicht innerhalb eines ±20%-Bereichs der Betriebsdrehzahlfrequenz liegen.
Es wird ein Betonfundament bevorzugt, jedoch ist eine korrekt konstruierte Stahlkonstruktion
ebenfalls akzeptabel. Vor der Konstruktion sind die Verankerung des Fundaments, die
Bereitstellung von Luft-, Wasser-, Öl- und Kabelkanälen sowie die Position der
Zementierungslöcher zu bedenken. Die Position der Zementierungslöcher und das Gewicht des
Fundaments müssen mit den entsprechenden Abmessungen der beigefügten Zeichnung
übereinstimmen.
Das Fundament muss so ausgelegt sein, dass Unterlegbleche von 2 mm (0,08 Zoll) unter dem
Maschinenfuß angebracht werden können, um eine Einstellungstoleranz sicherzustellen und
eine mögliche Installation einer Ersatzmaschine in der Zukunft zu erleichtern. Die
Maschinenwellenhöhe und die Position der Fundamentfüße weisen eine bestimmte
Herstellungstoleranz auf, die mit dem Unterlegblech von 2 mm (0,08 Zoll) ausgeglichen wird.
14 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
BEMERKUNG:Die Berechnung und Konstruktion des Fundaments gehört nicht zum
Lieferumfang von ABB, daher ist der Kunde oder eine Drittpartei hierfür
verantwortlich. Auch die Zementierung liegt normalerweise außerhalb des
Verantwortlichkeitsbereichs von ABB.
3.2.2 Fundamentkräfte
Das Fundament und die Befestigungsschrauben müssen so dimensioniert sein, dass sie
plötzlichen mechanischen Momenten standhalten, die bei jedem Maschinenstart sowie bei
Kurzschlüssen auftreten. Die Kurzschlusskraft ist eine stufenweise gedämpfte Sinuswelle, die
ihre Richtung ändert. Die Stärke dieser Kräfte ist auf der Zeichnung der Maschine angegeben.
3.2.3 Flansche für vertikal montierte Maschinen
Vertikal montierte Maschinen sind mit einem Montageflansch gemäß IEC-Standardwerk 60072
ausgerüstet. Der Flansch der Maschine sollte stets an einem gegenüberliegenden Flansch des
Fundaments montiert werden.
Es wird ein Montageadapter empfohlen, um eine einfache Kopplungsverbindung und
Inspektion während des Betriebs zu ermöglichen.
3.3 Vorbereitungen der Maschine vor der Installation
Bereiten Sie die Maschine wie folgt auf die Installation vor:
•
Bevor andere Vorbereitungen getroffen werden, messen Sie den Isolationswiderstand der
Wicklung gemäß der Beschreibung in Kapitel 3.3.1 Isolationswiderstandsmessungen
•
Entfernen Sie ggf. die Transportsperre. Bewahren Sie sie für eine zukünftige Verwendung
auf. Siehe Kapitel 3.3.2 Zerlegen der Transportsperre für weitere Anweisungen
•
Stellen Sie sicher, dass das verfügbare Fett der Spezifikation auf dem
Schmierungskennschild entspricht; siehe Kapitel 2.1.2 Schmierungskennschild. Weitere
empfohlene Fette finden Sie in Kapitel 7.5.1.5 Lagerfett
•
Entfernen Sie die Anti-Korrosionsbeschichtung von der Wellenverlängerung und den
Maschinenfüßen mit Lösungsbenzin
•
Installieren Sie die Kupplungshälfte gemäß der Beschreibung in Kapitel 3.3.4
Zusammenbau der Kupplungshälfte
•
Stellen Sie sicher, dass die Ablassstopfen am untersten Teil beider Enden der Maschine
offen sind; siehe Kapitel 3.3.6 Ablassstopfen.
3.3.1 Isolationswiderstandsmessungen
Bevor eine Maschine zum ersten Mal, nach einem langen Stillstand oder innerhalb allgemeiner
Wartungsarbeiten gestartet wird, ist ihr Isolationswiderstand zu messen. Dies umfasst die
Messung der Statorwicklungen und aller Nebenaggregate. Für Maschinen, die mit Schleifring
ausgestattet sind, umfasst die Messung auch die Läuferwicklungen; siehe Kapitel 7.6.4
Isolationswiderstandstest.
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Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 15
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.3.2 Zerlegen der Transportsperre
Bei Maschinen mit Gleitlagern oder Rollenlagern sind Transportsperren installiert. Bei
Maschinen mit Gleitlagern oder zylindrischen Rollenlagern besteht die Transportsperre aus
einer Stahlstange, die sowohl am Lagerschild am D-Ende als auch am Ende der
Wellenverlängerung angebracht ist.
Vor der Installation ist die Transportsperre zu entfernen. Die Wellenverlängerung muss von
ihrer Anti-Korrosionsbeschichtung gereinigt werden. Die Transportsperre sollte für eine
zukünftige Verwendung aufbewahrt werden.
BEMERKUNG:Um Lagerschäden zu vermeiden, muss die Transportsperre immer dann an der
Maschine angebracht werden, wenn die Maschine bewegt, an einen anderen Ort
transportiert oder gelagert wird. Siehe Kapitel 2.1 Schutzmaßnahmen vor dem
Transport.
3.3.3 Kühlungstyp
Maschinen mit Rollenlagern müssen an die Abtriebsmaschine mit elastischen Kupplungen, z. B.
Stiftkupplungen oder Getriebekupplungen, angeschlossen werden.
Wenn sich das axial gesperrte Lager am N-Ende befindet (siehe Zeichnung), ist sicherzustellen,
dass zwischen den Kupplungshälften eine kontinuierliche freie axiale Bewegung möglich ist,
um eine Wärmedehnung der Maschinenwelle ohne Lagerbeschädigung zu ermöglichen. Die zu
erwartende axiale Wärmedehnung des Läufers kann gemäß der Beschreibung in Kapitel 3.6.4
Korrektur der Wärmedehnung berechnet werden.
Vertikale Maschinen können dafür ausgelegt sein, einen Teil der Last der
Abtriebsmaschinenwelle zu tragen. Wenn dies der Fall ist, sind die Kupplungshälften mit Hilfe
einer Sperrplatte am Wellenende gegen Gleiten in axialer Richtung zu sichern.
BEMERKUNG:Die Maschine ist nicht für eine Riemen-, Ketten- oder Getriebeverbindung
geeignet, es sei denn, sie ist speziell dafür ausgelegt. Dasselbe gilt für
Anwendungen mit hohem axialem Druck.
3.3.4 Zusammenbau der Kupplungshälfte
3.3.4.1 Wuchtung der Kupplung
Der Läufer ist standardmäßig bei halber Passfeder dynamisch ausgewuchtet. Die Art der
Wuchtung ist im Wellenende eingeprägt:
•
H = Halbe Passfeder und
•
F = Ganze Passfeder
Die Kupplungshälfte ist entsprechend auszuwuchten.
16 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.3.4.2 Zusammenbau
Folgende Anweisungen sind beim Zusammenbau der Kupplungshälfte zu beachten.
•
Beachten Sie die allgemeinen Anweisungen des Kupplungsherstellers
•
Die Kupplungshälfte kann ein beachtliches Gewicht aufweisen. Unter Umständen ist eine
geeignete Hebevorrichtung erforderlich
•
Reinigen Sie die Wellenverlängerung von ihrer Anti-Korrosionsbeschichtung und
vergleichen Sie die Abmessungen der Wellenverlängerung und der Kupplung mit den
beigefügten Zeichnungen. Stellen Sie ebenfalls sicher, dass die Passfedernuten in der
Kupplung und der Wellenverlängerung sauber und gratfrei sind
•
Bestreichen Sie die Wellenverlängerung und die Nabenbohrung mit einer dünnen
Ölschicht, um die Montage der Kupplungshälfte zu erleichtern. Bestreichen Sie passende
Flächen niemals mit Molybdändisulfid (Molykote) oder ähnlichen Produkten
•
Die Kupplung ist mit einer Berührschutzvorrichtung abzudecken.
BEMERKUNG:Um die Lager nicht zu beschädigen , dürfen beim Zusammenbau der
Kupplungshälfte keine zusätzlichen Kräfte auf die Lager ausgeübt werden.
3.3.5 Riemenantrieb
Maschinen, die für Riemenantrieb ausgelegt sind, sind stets mit zylindrischen Rollenlagern im
D-Ende ausgestattet. Wenn ein Riemenantrieb verwendet wird, stellen Sie sicher, dass die
Antriebs- und Abtriebsriemenscheibe korrekt ausgerichtet sind.
BEMERKUNG:Vor Gebrauch ist die Eignung des Wellenendes und der Lager für den
Riemenantrieb stets zu überprüfen. Überschreiten Sie nicht die in den
Auftragsdefinitionen angegebene Radialkraft.
3.3.6 Ablassstopfen
Die Maschinen sind im untersten Teil der Maschine mit Ablassstopfen versehen. Der
Ablassstopfen ist so konstruiert, dass er den Staub von der Maschine fernhält und das
Kondenswasser ablaufen lässt. Die Ablassstopfen müssen stets offen sein, d. h. eine Hälfte des
Stopfens befindet sich im Innern des Gehäuses, die andere Hälfte auf der Außenseite. Der
Ablassstopfen wird geöffnet, indem er aus dem Rahmen gezogen wird. Bei AMI-Maschinen
wird der Ablassstopfen (M12-Schraube) 6-12 mm (0,2“-0,5“) geöffnet.
Bei horizontalen Maschinen sind zwei Ablassstopfen an beiden Enden der Maschine
vorgesehen.
Bei vertikalen Maschinen sind zwei Ablassstopfen am unteren Endschild vorgesehen.
Der Hauptklemmenkasten weist einen Ablassstopfen am untersten Teil des Kastens auf, der
während des Betriebs zu schließen ist.
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Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 17
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.4 Installation auf Betonfundament
3.4.1 Lieferumfang
Nicht im normalen Lieferumfang der Maschine inbegriffen sind Installation, Unterlegbleche,
Befestigungsschrauben und Fundament- bzw. Schwellenplattensatz. Diese werden auf
besondere Bestellung geliefert.
Wenn neue Befestigungslöcher gebohrt werden müssen, wenden Sie sich bezüglich der Eignung
an ABB.
3.4.2 Allgemeine Vorbereitungen
Berücksichtigen Sie vor Beginn des Installationsverfahrens folgende Gesichtspunkte:
•
Legen Sie Bleche bereit, um die Maschine zu unterfüttern. Für evtl.
Ausrichtungsanpassungen sind Bleche mit einer Stärke von 1, 0,5, 0,2, 0,1 und 0,05 mm
(40, 20, 8, 4, 2 Mil) erforderlich
•
Legen Sie einen Vorschlaghammer, Ausrichtungsschrauben oder einen Hydraulikheber für
die axiale und horizontale Ausrichtung bereit.
•
Legen Sie Messuhren oder vorzugsweise ein laseroptisches Analysegerät bereit, um eine
genaue und präzise Ausrichtung der Maschine zu erreichen
•
Halten Sie einen einfachen Hebelarm bereit, um den Läufer während der Ausrichtung zu
drehen
•
Stellen Sie bei Installationen im Freien einen Sonnen- und Regenschutz bereit, um
Messfehler während der Installation zu vermeiden.
BEMERKUNG:Die Maschinen werden an jedem Fuß mit Hebeschrauben für die vertikale
Ausrichtung geliefert.
3.4.3 Vorbereitungen des Fundaments
3.4.3.1 Vorbereitungen des Fundaments und der Zementierungslöcher
Zur Verankerung der Maschine in einem Betonfundament werden Fundamentbolzen oder
Schwellenplatten verwendet.
Berücksichtigen Sie folgende Gesichtspunkte bei der Vorbereitung des Fundaments:
•
Der obere Teil des Fundaments ist mit Besen oder Staubsauger zu reinigen
•
Die Wände der Zementierungslöcher müssen rauhe Oberflächen aufweisen, um einen
guten Halt zu bieten. Aus demselben Grund sind sie zu waschen und durchzuspülen, damit
sie frei von Verunreinigungen und Staub sind. Öl oder Fett muss entfernt werden, indem
Schichten der Betonoberflächen abgemeißelt werden
•
Vergleichen Sie die Position der Zementierungslöcher und die Höhe des Fundaments mit
den entsprechenden Maßen auf der beigefügten Zeichnung
•
Befestigen Sie einen Stahldraht am Fundament, um die Mittellinie der Maschine
anzuzeigen. Markieren Sie auch die axiale Position der Maschine.
18 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.4.3.2 Vorbereitungen der Fundamentbolzen oder der Schwellenplatte
Falls Unterlegbleche und Fundamentbolzen im Lieferumfang enthalten sind, werden sie als
separate Teile geliefert und vor Ort montiert.
BEMERKUNG:Um den festen Sitz der Fundamentbolzen im Beton zu gewährleisten, müssen
diese unlackiert und schmutz- und staubfrei sein.
А
Der Kegelstift (Teil 9) wird nur am D-Ende des Motors ben
x) Das Klebeband ist nicht im Lieferumfang enthalten.
Teil
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Bezeichnung
Platte
Bolzen
Flansch
Mutter
Ausrichtschraube
Befestigungsschraube
Unterlegblech
Ausrichtungsplatte
Kegelstift
Ausrichtschraube
Größe
Anzahl/Satz [Stk.]
70x200x440
4
M36x500/45+100 8
10x60x210
4
M36
16
M24x60
8
M36x90/90
4
2x170x250
4
25x100x180
4
10x100
2
M16x55
4
Fundamentbolzen für die Befestigung im Fundament.
Fundamentbolzen werden als lose Teile geliefert.
Ein Satz enthält das Zubehör für eine Maschine (4 Stk.).
Abbildung 3-1 Typisches Beispiel eines Fundamentbolzensatzes
Für den Zusammenbau des Fundamentbolzen- oder des Schwellenplattensatzes ist die Maschine
mit Hilfe eines Krans über den Boden anzuheben. Fahren Sie folgendermaßen fort, siehe
Abbildung 3-1 Typisches Beispiel eines Fundamentbolzensatzes :
3BFP 000 064 R0103 REV D
•
Reinigen Sie Teile, die mit einer Anti-Korrosionsbeschichtung geschützt sind, mit
Lösungsbenzin
•
Schrauben Sie die gefetteten Ausrichtungsschrauben (Teil 5) in die Fundament- oder
Schwellenplatte
Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 19
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Wickeln Sie eine Lage Klebeband um den oberen Teil der Fundamentbolzen (Teil 2)
gemäß Abbildung 3-1 Typisches Beispiel eines Fundamentbolzensatzes . Das Klebeband
verhindert, dass der obere Teil der Bolzenschraube im Beton stecken bleibt und ermöglicht
ein erneutes Festziehen nach dem Abbinden des Betons
•
Drehen Sie die Fundamentbolzen (Teil 2) so in die Fundamentplatte (Teil 1) bzw. die
Schwellenplatten, dass ihre Köpfe 1-2 mm (40-80 Mil) über die Oberfläche der Muttern
(Teil 4) hinausragen.
•
Bringen Sie den Verankerungsflansch (Teil 3) und die untere Mutter (Teil 4) an den
Fundamentschrauben (Teil 2) an. Verbinden Sie den Verankerungsflansch (Teil 3) mit den
Schrauben durch Festschweißen und ziehen Sie die Muttern fest. Wenn die Verbindung
nicht hergestellt werden kann, befestigen Sie den Verankerungsflansch zwischen zwei
Kontermuttern
•
Nach dem Zusammenbau der Fundamentplatten wird die Maschine angehoben und über
dem Boden gehalten. Die Maschinenfüße, die Seiten- und Bodenflächen der
Fundamentplatten sowie die Fundamentbolzen sind mit Lösungsbenzin zu reinigen
•
Bringen Sie die zusammengebauten Fundamentbolzen oder Schwellenplatten mit der
Befestigungsschraube (Teil 6) und der Beilagscheibe (Teil 11) unter den Maschinenfüßen
an. Zentrieren Sie die Befestigungsschraube (Teil 6) in dem Loch der Maschine, indem Sie
z. B. Papier, Pappe oder Klebeband um den oberen Teil der Schraube wickeln
•
Schieben Sie ein Unterlegblech mit einer Stärke von 2 mm (0,08 Zoll) (Teil 7) zwischen
den Fuß und die Platte (Teil 1). Befestigen Sie die Platte mittels der Befestigungsschraube
(Teil 6) fest am Fuß
•
Legen Sie die Ausrichtungsplatte (Teil 8) unter die Ausrichtschraube (Teil 5)
•
Stellen Sie sicher, dass kein Zwischenraum zwischen der Platte (Teil 1) und dem Kopf des
Fundamentbolzens (Teil 2) bleibt. Falls Beton durch diesen Zwischenraum an die Mutter
gelangt, ist das Anziehen der Bolzenschraube nicht möglich.
BEMERKUNG:Klebeband und Stahlplatte sind nicht im Lieferumfang der Fundamentbolzen
enthalten.
3.4.4 Aufstellen der Maschine
Die Maschine wird vorsichtig angehoben und auf das Fundament gestellt. Eine grobe
horizontale Ausrichtung erfolgt mit Hilfe des zuvor installierten Stahldrahts und den
Markierungen der axialen Position. Eine vertikale Ausrichtung erfolgt mit Hilfe der
Ausgleichsschrauben. Die erforderliche Positionierungsgenauigkeit beträgt 2 mm (80 Mil).
3.4.5 Ausrichtung
Die Ausrichtung erfolgt gemäß Kapitel 3.6 Ausrichtung.
3.4.6 Zementierung
Die Zementierung der Maschine in das Fundament ist ein sehr wichtiger Bestandteil der
Installation. Die Anweisungen des Betonherstellers sind zu beachten.
Bitte verwenden Sie nichtschrumpfenden Qualitätsbeton, um Probleme bei der Zementierung zu
vermeiden. Risse im Beton oder eine schlechte Befestigung am Betonfundament können nicht
akzeptiert werden.
20 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.4.7 Endgültige Installation und Prüfung
Nach dem Abbinden des Betons heben Sie die Maschine vom Fundament ab und ziehen Sie die
Fundamentbolzen nach. Sichern Sie die Muttern, indem Sie eine Verbindung herstellen oder
ausreichend stark mit einem Zentrierkörner darauf einschlagen. Senken Sie die Maschine
wieder auf das Fundament ab und ziehen Sie die Befestigungsschrauben fest.
Überprüfen Sie die Ausrichtung, um sicherzustellen, dass die Maschine mit den zulässigen
Vibrationen läuft. Falls nötig, nehmen Sie mit Hilfe der Unterlegbleche Korrekturen vor und
vervollständigen Sie die Anbringung der Passstifte wie durch die Löcher im Maschinenfuß am
D-Ende vorgegeben.
3.4.7.1 Anbringung der Passstifte der Maschinenfüße
Die Maschine weist am D-Ende ein Passstiftloch pro Fuß auf. Verlängern Sie die Löcher, indem
Sie durch das Stahlfundament bohren. Danach wird den Löchern mit einem Reibwerkzeug eine
Kegelform verliehen. Geeignete Kegelstifte werden in die Löcher eingesetzt, um eine exakte
Ausrichtung zu gewährleisten und eine einfachere Neu-Installation nach einer evtl. Entfernung
der Maschine zu ermöglichen.
3.4.7.2 Abdeckungen und Gehäuse
Zum Abschluss der Kupplungsmontage werden die beiden Kupplungshälften gemäß den
Anweisungen des Kupplungsherstellers zusammengefügt.
BEMERKUNG:Die Kupplung ist mit einer Berührschutzvorrichtung abzudecken.
Vergewissern Sie sich nach dem Aufstellen und Ausrichten der Maschine und der Montage der
Zusatzeinrichtungen, dass sich keine Werkzeuge oder Fremdkörper mehr im Innern der
Gehäuse befinden. Entfernen Sie auch Staub und Schmutz.
Stellen Sie bei der Montage der Abdeckungen sicher, dass alle Dichtungen intakt sind.
Bewahren Sie die Ausrichtungs- und Montageausrüstung zusammen mit den Transportsperren
für zukünftigen Gebrauch auf.
3.5 Installation auf Stahlfundament
3.5.1 Lieferumfang
Nicht im normalen Lieferumfang der Maschine inbegriffen sind Installation, Unterlegbleche
oder Befestigungsschrauben. Diese werden auf besondere Bestellung geliefert.
Wenn neue Befestigungslöcher gebohrt werden müssen, wenden Sie sich bezüglich der Eignung
an ABB.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 21
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.5.2 Prüfung des Fundaments
Vor dem Absenken der Maschine auf das Fundament sind folgende Maßnahmen und Kontrollen
durchzuführen.
•
Reinigen Sie das Fundament gründlich
•
Das Fundament muss flach und eben sein (parallele Abweichung höchstens 0,1 mm/4,0
Mil)
•
Das Fundament muss frei von externen Vibrationen sein.
3.5.3 Aufstellen der Maschine
Die Maschine wird vorsichtig angehoben und auf das Fundament gestellt.
3.5.4 Ausrichtung
Die Ausrichtung erfolgt gemäß Kapitel 3.6 Ausrichtung.
3.5.5 Endgültige Installation und Prüfung
3.5.5.1 Einsetzen der Kegelstifte in die Maschinenfüße
Die Maschine weist am D-Ende ein Passstiftloch pro Fuß auf. Verlängern Sie die Löcher, indem
Sie durch das Stahlfundament bohren. Danach wird den Löchern mit einem Reibwerkzeug eine
Kegelform verliehen. Geeignete Kegelstifte werden in die Löcher eingesetzt, um eine exakte
Ausrichtung zu gewährleisten und eine einfachere Neu-Installation nach einer evtl. Entfernung
der Maschine zu ermöglichen.
3.5.5.2 Abdeckungen und Gehäuse
Zum Abschluss der Kupplungsmontage werden die beiden Kupplungshälften gemäß den
Anweisungen des Kupplungsherstellers zusammengefügt.
BEMERKUNG:Die Kupplung ist mit einer Berührschutzvorrichtung abzudecken.
Vergewissern Sie sich nach dem Aufstellen und Ausrichten der Maschine und der Montage der
Zusatzeinrichtungen, dass sich keine Werkzeuge oder Fremdkörper mehr im Innern der
Gehäuse befinden. Entfernen Sie auch Staub und Schmutz.
Stellen Sie bei der Montage der Abdeckungen sicher, dass alle Dichtungen intakt sind.
Bewahren Sie die Ausrichtungs- und Montageausrüstung zusammen mit den Transportsperren
für zukünftigen Gebrauch auf.
22 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.5.6 Installation von flanschmontierten Maschinen auf einem
Stahlfundament
Der Zweck eines Montageflansches für vertikal montierte Maschinen besteht darin, eine
einfache Installation und Kupplungsverbindung sowie eine einfache Inspektion der Kupplung
während des Betriebs zu ermöglichen. Für die Installation der ABB-Maschinen müssen die
Montageflansche gemäß IEC-Norm gefertigt sein.
Der Montageflansch ist im Lieferumfang von ABB nicht enthalten.
Abbildung 3-2 Montageflansch
Die Maschine wird angehoben und auf den Montageflansch gestellt. Die Befestigungsschrauben
werden leicht angezogen.
3.6 Ausrichtung
3.6.1 Allgemeines
Um eine lange und zufriedenstellende Lebensdauer sowohl der Antriebs- als auch der
Lastmaschine zu gewährleisten, müssen die Maschinen korrekt zueinander ausgerichtet sein.
Das heißt, dass der radiale und der Winkelversatz zwischen den beiden Wellen der Maschinen
minimiert werden müssen. Die Ausrichtung ist mit großer Vorsicht durchzuführen, da
Ausrichtungsfehler Lager- und Wellenschäden zur Folge haben.
Vor Beginn der Ausrichtung müssen die Kupplungshälften installiert werden; siehe Kapitel
3.3.4 Zusammenbau der Kupplungshälfte. Die Kupplungshälften der Antriebs- und
Lastmaschine werden locker zusammengeschraubt, damit sie während der Ausrichtung frei
zueinander beweglich sind.
Der folgende Text gilt sowohl für die Installation auf Beton- als auch auf Stahlfundamenten.
Unterlegbleche sind im Fall eines Betonfundaments nicht erforderlich, sofern Ausrichtung und
Zementierung korrekt vorgenommen wurden.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 23
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3.6.2 Grobe Ausrichtung
Um die Ausrichtung zu erleichtern und die Montage von Unterlegblechen zu ermöglichen, sind
Hebeschrauben am Maschinenfuß angebracht; siehe Abbildung 3-3 Vertikale Positionierung des
Maschinenfußes . Die Maschine wird auf den Hebeschrauben stehen gelassen. Beachten Sie,
dass die Maschine auf allen vier Füßen (Schrauben) auf einer Ebene mit höchstens 0,1 mm (4,0
Mil) Parallelabweichung stehen muss. Wenn dies nicht der Fall ist, verdreht oder verbiegt sich
der Rahmen der Maschine, was zu Lager- und anderen Schäden führen kann.
Stellen Sie sicher, dass die Maschine vertikal, horizontal und axial nivelliert ist. Nehmen Sie
entsprechende Einstellungen vor, indem Sie Unterlegbleche unter die vier Füße legen. Die
horizontale Nivellierung der Maschine wird mit einer Wasserwaage gemessen.
Maschinenfuß
Unterlegblech
Fundament
Befestigungsschraube
Hebeschraube
Abbildung 3-3 Vertikale Positionierung des Maschinenfußes
3.6.3 Grobe Einstellung
Um die Ausrichtung in axialer Richtung und in Querrichtung zu ermöglichen, bringen Sie
Trägerplatten mit Ausrichtungsschrauben an den Kanten an; siehe Abbildung 3-4
Positionierung der Trägerplatten .
24 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
TRÄGER MIT AUSRICHTSCHRAUBE
Abbildung 3-4 Positionierung der Trägerplatten
Die Trägerplatten werden an der Fundamentkante angebracht und mit Spreizschrauben
heruntergedrückt; siehe Abbildung 3-5 Montage der Trägerplatte . Bewegen Sie die Maschine
mit Hilfe der Ausrichtschrauben, bis die Mittellinie der Welle und die Mittellinie der
Lastmaschine grob ausgerichtet sind und der gewünschte Abstand zwischen den
Kupplungshälften erreicht wurde. Alle Ausrichtungsschrauben bleiben nur leicht angezogen.
TRÄGER MIT AUSRICHTSCHRAUBE
SPREIZSCHRAUBE
Abbildung 3-5 Montage der Trägerplatte
BEMERKUNG:Abbildung 3-5 Montage der Trägerplatte zeigt eine Trägerplatte, die auf einem
Betonfundament montiert ist. Verwenden Sie eine derartige Trägerplatte auch
mit einem Stahlfundament.
3.6.4 Korrektur der Wärmedehnung
3.6.4.1 Allgemeines
Betriebstemperaturen haben einen beachtlichen Einfluss auf die Ausrichtung und sind daher
beim Ausrichten der Maschinen zu berücksichtigen. Die Temperatur der Maschine ist während
des Aufbaus niedriger als unter Betriebsbedingungen. Aus diesem Grund wird der Mittelpunkt
der Welle während des Betriebs höher liegen, d. h. weiter vom Fuß entfernt sein als im
Ruhezustand.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 25
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Daher kann abhängig von der Betriebstemperatur der Lastmaschine, des Kupplungstyps, des
Abstands zwischen Maschinen usw. eine wärmekompensierte Ausrichtung nötig sein.
3.6.4.2 Wärmedehnung nach oben
Die Wärmedehnung des Abstands zwischen dem Fuß und dem Mittelpunkt der Welle der
Antriebsmaschine kann in etwa mit Hilfe folgender Formel berechnet werden:
∆H = α × ∆T × Hwobei
∆H=Wärmedehnung[mm]
α=10 × 10-6 K-1
∆T=40 K
H=Wellenhöhe [mm]
BEMERKUNG:Berücksichtigen Sie die Wärmedehnung der Lastmaschine in Bezug auf die
Antriebsmaschine, um die Gesamtwärmedehnung zu bestimmen.
3.6.4.3 Axiale Wärmedehnung
Die axiale Wärmedehnung ist zu berücksichtigen, falls die axiale Bewegung des Lagers im NDEnde blockiert ist. Welches Ende der Maschine blockiert ist, geht aus der Maßzeichnung hervor.
Die axiale Wärmedehnung des Läufers ist proportional zur Länge des Statorrahmens und kann
gemäß folgender Formel annähernd errechnet werden:
∆L = α × ∆T × Lwobei
∆L=Wärmedehnung[mm]
α=10 × 10-6 K-1
∆T=50 K (für AMA, AMB, AMK, AMI), 80 K (für AMH, HXR, M3BM, M3GM)
L=Rahmenlänge [mm]
BEMERKUNG:Stellen Sie sicher, dass eine kontinuierliche freie axiale Bewegung zwischen
den Kupplungshälften (ausgenommen feste Kupplungen) möglich ist, um eine
axiale Wärmedehnung der Maschinenwelle zu ermöglichen und die Lager nicht
zu beschädigen.
3.6.5 Endgültige Ausrichtung
3.6.5.1 Allgemeines
Im Folgenden wird die endgültige Ausrichtung mit Hilfe von Messuhren vorgenommen,
obwohl andere und genauere Messausrüstungen erhältlich sind. Die Messuhren werden
verwendet, um eine Ausrichtungstheorie anzuwenden.
BEMERKUNG:Messungen sind nur nach erfolgter korrekter Ausrichtung und bei korrekt
festgezogenen Befestigungsschrauben durchzuführen.
26 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
BEMERKUNG:Die endgültigen Ausrichtungsmessungen müssen für eine zukünftige
Verwendung stets aufgezeichnet werden.
3.6.5.2 Schlag der Kupplungshälften
Das Ausrichtungsverfahren beginnt mit der Messung des Schlags der Kupplungshälften. Diese
Messung zeigt jede Ungenauigkeit der Welle und/oder der Kupplungshälften an.
Der Schlag der Kupplungshälften im Verhältnis zum Lagergehäuse der Maschine wird
gemessen. Bringen Sie die Messuhren gemäß Abbildung 3-6 Messung des Schlags an der
Kupplungshälfte an. Überprüfen Sie entsprechend den Schlag der Kupplungshälfte der
Lastmaschine im Verhältnis zum Lagergehäuse.
Es wird ein einfacher Hebelarm benötigt, um den Läufer einer Gleitlagermaschine zu drehen.
Der zulässige Schlagfehler beträgt weniger als 0,02 mm (0,8 Mil).
Abbildung 3-6 Messung des Schlags an der Kupplungshälfte
3.6.5.3 Parallele, axiale und Winkelausrichtung
Nachdem die Maschine, wie in Kapitel 3.6.2 Grobe Ausrichtung und Kapitel 3.6.3 Grobe
Einstellung beschrieben, grob positioniert wurde, beginnt die endgültige Ausrichtung. Dieser
Schritt ist mit größter Vorsicht auszuführen. Andernfalls können starke Vibrationen und
ernsthafte Schäden sowohl an der Antriebs- als auch an der Lastmaschine die Folge sein.
Die Ausrichtung erfolgt nach den Anweisungen des Kupplungsherstellers. Es ist eine parallele,
winklige und axiale Ausrichtung der Maschine erforderlich. Einige Standardwerke enthalten
Informationen über Kupplungsausrichtungen, wie z. B. BS 3170:1972 "Flexible couplings for
power transmission".
Normalerweise dürfen Parallel- und Winkelversatz nicht mehr als 0,05-0,10 mm und der
Axialversatz nicht mehr als 0,10 mm betragen, siehe Abbildung 3-7 Definition der Versätze .
Der entsprechende Schlag beträgt 0,10-0,20 mm für Parallel- und Winkelversatz.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 27
Parallelversatz
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Winkelversatz
Axialversatz
Abbildung 3-7 Definition der Versätze
3.6.5.4 Ausrichtung
Die Ausrichtung der Maschine erfolgt gemäß den folgenden Anweisungen.
1.
Die Maschine muss auf ihren Hebeschrauben stehen.
2.
Drehen Sie den Läufer und prüfen Sie das axiale Spiel, siehe Kapitel 3.6.3 Grobe
Einstellung.
3.
Montieren Sie die Ausrichtungsausrüstung. Wenn Messuhren verwendet werden, sollte
deren Skala so eingestellt werden, dass in beiden Richtungen etwa die Hälfte der Skala zur
Verfügung steht. Prüfen Sie die Festigkeit der Messuhrhalter, um die Möglichkeit einer
Durchbiegung zu vermeiden, siehe Abbildung 3-8 Ausrichtungsprüfung mit Messuhren .
Vertikale Ausrichtung
Winkelausrichtung
Abbildung 3-8 Ausrichtungsprüfung mit Messuhren
4.
Messen und notieren Sie die Werte für die Parallel-, Winklel- und Axialversatz in vier
verschiedenen Positionen: oben, unten, rechts und links, d. h. alle 90°, während beide
Wellen gleichzeitig gedreht werden. Die Werte werden aufgezeichnet.
5.
Richten Sie die Maschine vertikal durch Drehen der Hebeschrauben oder durch Anheben
mit Hydraulikhebern aus. Zur Erleichterung der vertikalen Ausrichtung sind
28 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
Hebeschrauben an den Füßen der horizontalen Maschine angebracht (siehe Abbildung 3-3
Vertikale Positionierung des Maschinenfußes ) Die Ausdehnung des Rahmens bei
Wärmeeinwirkung kann sich auf die Genauigkeit der Ausrichtung auswirken (siehe
Kapitel 3.6.4 Korrektur der Wärmedehnung).
6.
Messen Sie den Abstand zwischen der Unterseite der Maschinenfüße und der Bodenplatte
und fertigen Sie entsprechende Vollblöcke oder Keile an, oder halten Sie die nötige Menge
an Unterlegblechen bereit.
7.
Legen Sie die Vollblöcke oder Unterlegbleche unter die Maschinenfüße. Die
Hebeschrauben werden gelockert und die Befestigungsschrauben werden angezogen.
8.
Ausrichtung erneut überprüfen. Falls erforderlich, korrigieren.
9.
Machen Sie Aufzeichnungen für zukünftige Überprüfungen
10. Ziehen Sie die Muttern nach und sichern Sie sie durch Heftschweißungen oder einen
ausreichend festen Schlag mit einem Zentrierkörner
11. Befestigen Sie die Füße der Maschine mit Kegelstiften, um die eventuelle spätere
Neuinstallation der Maschine zu vereinfachen; siehe Kapitel 3.4.7.1 Anbringung der
Passstifte der Maschinenfüße.
3.6.5.5 Zulässiger Versatz
Definitive Ausrichtungstoleranzen können nicht angegeben werden, da zuviele Faktoren eine
Rolle spielen. Zu große Toleranzen verursachen Vibrationen und können möglicherweise zu
Lager- oder anderen Schäden führen. Daher wird empfohlen, die Toleranzen so klein wie
möglich zu halten. Die höchstzulässigen Toleranzen finden Sie in Tabelle 3-1 Empfohlene
zulässige Versätze Für Definitionen der Versätze siehe Abbildung 3-7 Definition der Versätze .
BEMERKUNG:Die vom Kupplungshersteller angegebenen Toleranzen gelten nur für die
Kupplung, nicht für die Ausrichtung der Antriebs- und Lastmaschine. Sie
können nur dann als Richtwerte für die Ausrichtung verwendet werden, wenn
sie geringer als die in Tabelle 3-1 Empfohlene zulässige Versätzegenannten
Höchstwerte sind.
Tabelle 3-1. Empfohlene zulässige Versätze
Kupplungsinformationen
Maximal zulässiger Versatz
Kupplung
Parallel
Winklig
Axial
∆r
∆b
∆a
Durchmesser
3BFP 000 064 R0103 REV D
Kühlungstyp
Sicherheitsvorschriften Installation und Ausrichtung - 29
Handbuch für Hochspannungsmotoren
100– 250 mm
Steifer Flansch
(4 – 10”)
Getriebe
Flexibel
250– 500 mm
Steifer Flansch
(10 – 20”)
Getriebe
Flexibel
0.02 mm
0.01 mm
0.02 mm
(0,8 mil)
(0.4 mil)
(0,8 mil)
0.05 mm
0.03 mm
0.05 mm
(2 mil)
(1 mil)
(2 mil)
0,10 mm
0.05 mm
0,10 mm
(4 mil)
(2 mil)
(4 mil)
0.02 mm
0.02 mm
0.02 mm
(0,8 mil)
(0,8 mil)
(0,8 mil)
0.05 mm
0.05 mm
0.05 mm
(2 mil)
(2 mil)
(2 mil)
0,10 mm
0,10 mm
0,10 mm
(4 mil)
(4 mil)
(4 mil)
3.7 Maßnahmen nach der Installation
Wenn die Maschine über einen längeren Zeitraum nach der Installation nicht in Betrieb
genommen wird, sind die in Kapitel 2.5.1 Kurzzeitige Lagerung (weniger als 2 Monate)
beschriebenen Maßnahmen durchzuführen. Beachten Sie, dass die Welle mindestens alle 3
Monate um 10 Umdrehungen zu drehen ist und die selbstschmierenden Lager mit Öl gefüllt
werden müssen. Ist die Maschine externen Schwingungen ausgesetzt, muss die Wellenkupplung
geöffnet werden und die Maschine auf Gummidämpfer gestellt werden.
BEMERKUNG:Externe Schwingungen beschädigen die Oberflächen der Rollenlager und
verkürzen dadurch die Lebensdauer der Lager.
30 - Installation und Ausrichtung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 4 Mechanische und elektrische Anschlüsse
4.1 Allgemeines
Die mechanischen und elektrischen Anschlüsse werden nach der Durchführung von Installation
und Ausrichtung vorgenommen. Die mechanischen Anschlüsse umfassen eventuell den
Anschluss von Luftkanälen, Wasserrohren und/oder eines Ölversorgungssystems.
Die elektrischen Anschlüsse umfassen den Anschluss von Netz- und Zusatzkabeln,
Erdungskabeln und möglicherweise externen Gebläsemotoren.
Um festzustellen, welche Maßnahmen für Ihre Maschine erforderlich sind, lesen Sie die
Zeichnung, den Anschlussplan und das Datenblatt, die mit der Maschine geliefert werden.
BEMERKUNG:Zusätzliche Installationslöcher oder -gewinde dürfen nie durch den Rahmen
gebohrt werden, da hierdurch die Maschine beschädigt werden kann.
4.2 Elektrische Installation
4.2.1 Allgemeine Informationen
Die Sicherheitsinformationen in den Sicherheitsvorschriften am Anfang des Handbuchs müssen
jederzeit beachtet werden.
Die elektrische Installation sollte vor der Durchführung gründlich geplant werden.
Anschlusspläne, die mit der Maschine geliefert wurden, müssen vor Beginn der
Installationsarbeiten gründlich durchgelesen werden. Es ist wichtig, dass die
Versorgungsspannung und die Frequenz den Werten entspricht, die auf dem Typenschild der
Maschine angegeben sind.
Die Netzspannung und die Frequenz müssen innerhalb der durch die zutreffende Norm
vorgegebenen Grenzwerte liegen. Beachten Sie die Angaben auf dem Typenschild und dem
Anschlussschema im Klemmenkasten. Zusätzliche Informationen sind auf dem
Leistungsdatenblatt der Maschine angegeben.
BEMERKUNG:Vor der Installation muss sichergestellt werden, dass die Versorgungskabel
vom Stromnetz getrennt sind. Die Kabel müssen geerdet sein.
BEMERKUNG:Überprüfen Sie alle Daten des Typenschilds, insbesondere Spannung und
Wicklungsanschluss.
4.2.2 Sicherheit
Elektrische Arbeiten dürfen nur von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.
Folgende Sicherheitsvorschriften sind zu beachten:
3BFP 000 064 R0103 REV D
•
Schalten Sie alle Aggregate einschließlich der Zusatzgeräte aus
•
Sorgen Sie für Schutzvorrichtungen gegen versehentliches Wiedereinschalten
•
Stellen Sie sicher, dass alle Teile von ihrer jeweiligen Stromversorgung getrennt sind
Sicherheitsvorschriften Mechanische und elektrische Anschlüsse - 31
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Schließen Sie alle Teile an Schutzerdung an und schließen Sie die Schaltkreise kurz
•
Bedecken Sie stromführende Teile und sperren Sie den umgebenden Bereich ab
•
Wenn der Sekundärstromkreis des Stromwandlers erweitert wird, muss sichergestellt sein,
dass er bei der Benutzung nicht zu einem offenen Stromkreis wird.
4.2.3 Isolationswiderstandsmessungen
Bevor eine Maschine zum ersten Mal, nach einem langen Stillstand oder innerhalb allgemeiner
Wartungsarbeiten gestartet wird, ist ihr Isolationswiderstand zu messen, siehe Kapitel 7.6.4
Isolationswiderstandstest.
4.2.4 Hauptklemmenkastenoptionen
Die Innenseite des Hauptklemmenkastens muss frei von Schmutz, Feuchtigkeit und
Fremdkörpern sein. Der Kasten selbst, die Kabelverschraubungen und unbenutzte
Kabeleingangslöcher müssen staub- und wasserdicht verschlossen werden.
Am untersten Teil des Hauptklemmenkasten befindet sich ein Ablassstopfen. Der Stopfen muss
während des Transports und während der Lagerung in geöffneter Position sein, so dass sich die
eine Hälfte des Stopfens im Inneren des Gehäuses und die andere auf der Außenseite befindet.
Während des Betriebs der Maschine sollte der Stopfen verschlossen sein, jedoch von Zeit zu
Zeit geöffnet werden. Wenn der Kasten nach der Lieferung umgedreht wird, muss die Funktion
des Ablassstopfens überprüft und seine Position ggf. korrigiert werden.
Einige Hauptklemmenkästen können in 90-Grad-Schritten gedreht werden. Stellen Sie sicher,
dass die Länge der Kabel zwischen der Statorwicklung und dem Klemmenkasten ausreicht,
bevor Sie den Kasten drehen.
4.2.4.1 Lieferung ohne Hauptklemmenkasten
Wenn die Maschine ohne einen Hauptklemmenkasten geliefert wird, müssen die
Statorverbindungsklemmen vor der Inbetriebnahme mit einer geerdeten Schutzstruktur
abgedeckt werden. Die Struktur muss die gleiche oder eine höhere Gehäuseklassifizierung und
Zertifikationen für explosionsgefährdete Bereiche haben wie die Maschine.
Um Kabelausfälle zu vermeiden, müssen die Statorverbindungskabel gekürzt werden, um so
ihre freie Beweglichkeit zu minimieren. Der Lieferant der Anschlusseinrichtung ist dafür
verantwortlich, dass die korrekten Stützen für die Statorverbindungskabel verwendet werden.
Die Einrichtung der Statorkabelverbindung muss geräumig sein, um ein Überhitzen der Kabel
zu verhindern. Die Statorverbindungskabel dürfen nicht mit scharfen Kanten in Berührung
kommen. Der Mindestbiegeradius der Statorverbindungskabel beträgt das Sechsfache des
äußeren Kabeldurchmessers.
4.2.5 Isolierabstände der Hauptnetzanschlüsse
Die Anschlüsse der Hauptnetzkabel müssen für anspruchsvolle Betriebsbedingungen ausgelegt
sein, bei denen die Isolatoren Schmutz, Feuchtigkeit und Stoßspannungen ausgesetzt sein
können. Um einen dauerhaften und störungsfreien Betrieb sicherzustellen, ist es wichtig, dass
die Länge der Isolierungsabstände und die Kriechwegabstände ausreichend bemessen sind. Die
Mindestisolierungsabstände und -kriechwegabstände sollten Anforderungen entsprechen oder
übertreffen, die festgelegt werden von:
32 - Mechanische und elektrische Anschlüsse Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
lokalen Vorschriften
•
Normen
•
Klassifikationsvorschriften
•
Gefahrenbereichsklassifikation.
Die Isolierungs- und Kriechwegabstände gelten sowohl für Isolierabstände zwischen zwei
verschiedenen Phasen als auch für Isolierabstände zwischen einer Phase und Masse. Der
Luftisolierabstand ist der kürzeste Luftweg zwischen zwei Punkten mit unterschiedlichem
elektrischem Potential (Spannung). Der Oberflächenkriechwegabstand ist der kürzeste Weg
über angrenzende Oberflächen zwischen zwei Punkten mit unterschiedlichem elektrischem
Potential (Spannung).
4.2.6 Hauptnetzkabel
Die Stärken der Versorgungskabel müssen für den Höchstlaststrom ausgelegt sein und den
örtlichen Normen entsprechen. Die Kabelendverschlüsse müssen vom geeigneten Typ sein und
die korrekte Größe aufweisen. Die Anschlüsse aller Geräte sind zu überprüfen.
Die Hauptnetzkabelanschlüsse sind korrekt zu befestigen, um einen zuverlässigen Betrieb zu
gewährleisten. Für Einzelheiten, siehe Anhang Typische Hauptnetzkabelanschlüsse.
BEMERKUNG:Bei Ex-Maschinen müssen Kabelverschraubungen oder Kabelbuchsen für
Versorgungskabel Ex-zertifiziert sein. Kabelverschraubungen und Buchsen
sind nicht im Lieferumfang des Herstellers enthalten.
BEMERKUNG:Vor der Installation muss sichergestellt werden, dass die Versorgungskabel
vom Versorgungsnetz getrennt sind und dass die Kabel an Schutzerdung
angeschlossen sind.
Die Statorklemmen sind gemäß IEC 60034-8 mit den Buchstaben U, V und W gekennzeichnet
oder gemäß NEMA MG-1 mit T1, T2 und T3. Die neutrale Klemme ist mit N (IEC) oder mit T0
(NEMA) gekennzeichnet. Das Abisolieren, Spleißen und Isolieren der Hochspannungskabel
muss nach den Anweisungen der Kabelhersteller durchgeführt werden.
Die Kabel müssen so befestigt werden, dass die Sammelschienen im Klemmenkasten nicht
belastet werden.
BEMERKUNG:Vergleichen Sie die Phasenfolge mit dem Anschlussplan.
4.2.7 Zusatzklemmenkasten
Zusatzklemmenkästen sind am Maschinenrahmen entsprechend den Zusatzeinrichtungen und
Kundenbedürfnissen angebracht und ihre Positionen sind auf der Zeichnung der Maschine
angegeben.
Die Zusatzklemmenkästen sind mit Klemmenblöcken und Kabelverschraubungen ausgerüstet,
siehe Abbildung 4-1 Typischer Zusatzklemmenkasten. Der maximale Querschnitt der Leiter ist
normalerweise auf 2,5 mm² (0,004 sq. in.) beschränkt und die Spannung auf 750 V. Die
Kabelverschraubungen sind für Kabel mit einem Durchmesser von 10-16 mm (0,4”-0,6”)
geeignet.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Mechanische und elektrische Anschlüsse - 33
Handbuch für Hochspannungsmotoren
BEMERKUNG:Bei Ex-Maschinen müssen Kabelverschraubungen oder Kabelbuchsen für
Versorgungskabel Ex-zertifiziert sein. Kabelverschraubungen und Buchsen
sind nicht im Lieferumfang des Herstellers enthalten.
Abbildung 4-1 Typischer Zusatzklemmenkasten
4.2.7.1 Anschluss von Zusatzeinrichtungen und Instrumenten
Schließen Sie die Instrumente und die Zusatzausrüstung gemäß dem Anschlussplan an.
BEMERKUNG:Beachten Sie den mit der Maschine gelieferten Anschlussplan, bevor Sie die
Kabel anschließen. Anschluss und Funktion der Zusatzeinrichtungen sind vor
Inbetriebnahme zu überprüfen.
BEMERKUNG:Kennzeichnen Sie Klemmen von Zusatzeinrichtungen entsprechend, falls sie
unter Spannung stehen, während die Maschine selbst ausgeschaltet ist.
4.2.7.2 Anschluss eines externen Gebläsemotors
Der externe Gebläsemotor ist normalerweise ein asynchroner Drehstrommotor. Der
Anschlusskasten befindet sich normalerweise am Gehäuse des Gebläsemotors. Das Typenschild
des externen Gebläsemotors zeigt die zu verwendende Spannung und Frequenz. Die
Drehrichtung des Lüfters ist mit einem Pfeil auf dem Flansch des Maschinenrahmens
angegeben.
BEMERKUNG:Überprüfen Sie die Drehrichtung des externen Gebläsemotors (Lüfters) visuell,
bevor Sie die Hauptmaschine starten. Wenn der Gebläsemotor in der falschen
Richtung läuft, muss seine Phasenfolge geändert werden.
4.2.8 Erdanschlüsse
Der Maschinenrahmen, der Hauptklemmenkasten, die Zusatzklemmenkästen und zugehörige
Aggregate müssen an Schutzerde angeschlossen werden. Die Anschlüsse an Schutzerde und
Stromversorgung müssen in der Lage sein, den Maschinenrahmen gegen schädliche oder
gefährliche elektrische Potenziale (Spannung) zu schützen.
BEMERKUNG:Die Erdung ist gemäß den lokalen Vorschriften durchzuführen, bevor die
Maschine an die Versorgungsspannung angeschlossen wird.
34 - Mechanische und elektrische Anschlüsse Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
BEMERKUNG:Die Haftung des Herstellers erstreckt sich nicht auf infolge inkorrekter Erdung
oder Verkabelung zerstörte Lager.
Kennzeichnen Sie die Maschine und die Klemmenkästen gemäß den relevanten nationalen
Normen mit Erdungssymbolen.
4.2.9 Anforderungen für Maschinen, die von Frequenzumrichtern versorgt
werden
Laut EMC-Vorschrift (89/336/ EEC, geändert durch 93/68/EEC) müssen von einem
Frequenzumrichter versorgte Wechselstrommaschinen den nachstehenden Spezifikationen
entsprechend mit abgeschirmten Kabeln installiert werden. Für Informationen zu anderen
äquivalenten Kabeln wenden Sie sich bitte an Ihre örtliche ABB-Vertretung.
4.2.9.1 Hauptkabel
Das Hauptversorgungskabel zwischen der Maschine und dem Frequenzumrichter muss ein
symmetrisches dreiadriges, abgeschirmtes Kabel sein, um die in der allgemeinen
Emissionsnorm für Industrieumgebungen, EN 50081-2, angegebenen
Strahlungsemissionsanforderungen zu erfüllen. Für weitere Informationen siehe das ABBHandbuch Erdung und Verkabelung des Antriebssystems (3AFY 61201998 R0125 REV A).
4.2.9.2 Erdung des Hauptkabels
Zur Erfüllung der EMC-Vorschrift ist eine Hochfrequenzerdung des Hauptkabels erforderlich.
Dies wird durch eine 360°-Erdung der Kabelabschirmungen an den Kabeleingängen sowohl in
der Maschine als auch im Frequenzumrichter erreicht. Die Erdung an der Maschine wird
beispielsweise mit Hilfe von EMC ROX SYSTEM-Kabelwegen für abgeschirmte Installationen
implementiert.
BEMERKUNG:Die 360°-Hochfrequenzerdung der Kabeleingänge dient zur Unterdrückung
elektromagnetischer Störungen. Zusätzlich müssen die Kabelabschirmungen an
Schutzerde (PE) angeschlossen werden, um die Sicherheitsbestimmungen zu
erfüllen.
4.2.9.3 Nebenaggregatkabel
Die Nebenaggregatkabel müssen abgeschirmt sein, um die EMC-Vorschriften zu erfüllen. An
den Kabeleingängen müssen Spezialkabelverschraubungen für die 360°-Erdung der
Kabelabschirmungen verwendet werden.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Mechanische und elektrische Anschlüsse - 35
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 5 Inbetriebnahme und Start
5.1 Allgemeines
Der Inbetriebnahmebericht ist ein wichtiges Instrument im Hinblick auf die zukünftige Wartung
und Instandhaltung der Maschine sowie auf die eventuelle Störungsbehebung.
Die Inbetriebnahme kann erst als abgeschlossen gelten, wenn ein ausreichender
Inbetriebnahmebericht erstellt und archiviert wurde.
Der Inbetriebnahmebericht muss bei Anmeldung von Garantieansprüchen unbedingt vorgelegt
werden. Kontaktinformationen siehe Kapitel 9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen.
Das empfohlene Formular für den Inbetriebnahmebericht finden Sie unter Anhang
INBETRIEBNAHMEBERICHT.
5.2 Überprüfung der mechanischen Installation
Überprüfen Sie vor der Inbetriebnahme die Ausrichtung der Maschine:
•
Gehen Sie den Ausrichtungsbericht durch und stellen Sie sicher, dass die Maschine gemäß
den Ausrichtungsspezifikationen von ABB ausgerichtet ist (siehe Kapitel 3.6 Ausrichtung
•
Das Ausrichtungsprotokoll sollte dem Inbetriebnahmebericht stets beigefügt werden.
Stellen Sie sicher, dass die Maschine korrekt am Fundament verankert ist:
•
Überprüfen Sie das Fundament auf Risse und den allgemeinen Zustand
•
Stellen Sie sicher, dass die Befestigungsbolzen festgezogen sind.
Zusätzliche Überprüfungen, soweit erforderlich:
•
Stellen Sie sicher, dass das Schmiersystem betriebsbereit ist und läuft, bevor der Läufer
gedreht wird.
•
Wenn möglich, drehen Sie den Läufer von Hand und stellen Sie sicher, dass er frei rotiert
und keine anormalen Geräusche zu hören sind.
•
Kontrollieren Sie die Montage des Hauptklemmenkastens und des Kühlsystems.
•
Überprüfen Sie die Anschlüsse der Öl- und Kühlwasserleitungen und prüfen Sie diese
während des Betriebs auf Leckagen.
•
Prüfen Sie den Druck und die Strömung von Öl und Kühlwasser.
5.3 Isolationswiderstandsmessungen
Bevor eine Maschine zum ersten Mal, nach einem langen Stillstand oder innerhalb allgemeiner
Wartungsarbeiten gestartet wird, ist ihr Isolationswiderstand zu messen, siehe Kapitel 7.6.4
Isolationswiderstandstest.
36 - Inbetriebnahme und Start Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
5.4 Überprüfung der elektrischen Installation
Die Stromkabel können permanent an den Klemmen im Hauptklemmenkasten angeschlossen
sein, wenn der Isolationswiderstand des Stators gemessen wurde, siehe Kapitel 7.6.4
Isolationswiderstandstest.
Prüfen Sie den Anschluss der Stromkabel:
•
Stellen Sie sicher, dass die Kabelösenbolzen mit dem richtigen Drehmoment angezogen
sind
•
Stellen Sie sicher, dass die Stromkabel korrekt verlegt sind
•
Prüfen Sie, ob die Stromkabel korrekt mechanisch entlastet sind
•
Prüfen Sie die Anschlüsse der Zusatzausrüstung.
BEMERKUNG:Wenn die Maschine ohne einen Hauptklemmenkasten geliefert wird, siehe
Kapitel 4.2.4.1 Lieferung ohne Hauptklemmenkasten.
BEMERKUNG:Wenn eine Antikondensationsheizung ohne Selbstregulation sofort nach
Ausschalten des Motors eingeschaltet wird, müssen Sie geeignete Maßnahmen
treffen, um die Temperatur im Inneren des Motorgehäuses zu regeln. Die
Kondenswasserheizungen dürfen nur in einer temperaturgeregelten Umgebung
betrieben werden.
5.5 Steuerungs- und Schutzausrüstung
5.5.1 Allgemeines
Die Maschine ist mit Temperaturdetektoren ausgerüstet, die an ein Temperaturüberwachungsund Schutzsystem angeschlossen werden. Position, Typ und Einstellungen für diese Detektoren
finden Sie in der Zeichnung und im Anschlussplan der Maschine.
Der Temperaturalarmpegel für Widerstandstemperaturdetektoren (RTD, Pt-100) sollte so
niedrig wie möglich eingestellt werden. Der Pegel kann basierend auf Testergebnissen oder der
festgestellten Betriebstemperatur bestimmt werden. Der Temperaturalarm kann 10 K (20 °F)
höher als die Betriebstemperatur der Maschine während Höchstlast bei der höchstmöglichen
Umgebungstemperatur eingestellt werden.
Wenn ein Temperaturüberwachungssystem mit zwei Funktionen verwendet wird, wird der
untere Pegel normalerweise als Alarmpegel und der höhere Pegel als Abschaltepegel
verwendet.
BEMERKUNG:Falls sich die Maschine abschaltet, muss der Grund dafür gefunden und
beseitigt werden, bevor die Maschine neu gestartet wird. Im Fall eines Alarms
ist der Grund zu finden und die Situation zu korrigieren. Gehen Sie dabei nach
dem Leitfaden zur Fehlersuche vor; siehe Kapitel 8.1 Fehlersuche.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Inbetriebnahme und Start - 37
Handbuch für Hochspannungsmotoren
5.5.2 Statorwicklungstemperatur
5.5.2.1 Allgemeines
Die Statorwicklungen werden gemäß Temperaturanstiegsklasse F hergestellt, die einen
Temperaturgrenzwert von 155 °C (300 °F) aufweist. Eine hohe Temperatur hat zur Folge, dass
die Isolierung altert und die Lebensdauer der Wicklungen verkürzt wird. Dieser Umstand ist
beim Festlegen der Grenzwerte für Alarmauslösung und Temperaturabschaltung in Erwägung
zu ziehen.
5.5.2.2 Widerstand der Temperaturdetektoren
Empfohlene Höchsttemperatureinstellungen:
Die zur Bestimmung der korrekten Temperatureinstellungen erforderlichen Daten gehen aus
dem Anschlussplan hervor, der mit der Maschine geliefert wurde. Es wird empfohlen, bei der
Einstellung des Temperaturalarms das in Kapitel 5.5.1 Allgemeines beschriebene Verfahren
anzuwenden.
5.5.2.3 Thermistoren
Wenn die Maschine mit Thermistoren (PTC) ausgerüstet ist, finden Sie die Betriebstemperatur
der Thermistoren im Anschlussplan. Sie können wählen, ob die Betriebsfunktion ein
Alarmsignal oder ein Abschaltungssignal sein soll. Wenn die Maschine mit sechs Thermistoren
ausgerüstet ist, kann jeweils sowohl ein Alarm- als auch ein Abschaltungssignal verwendet
werden.
5.5.3 Überwachung der Lagertemperatur
5.5.3.1 Allgemeines
Zur Überwachung der Lagertemperaturen können die Lager mit Temperaturdetektoren
ausgerüstet sein. Die Viskosität des verwendeten Fetts oder Öls wird mit höherer Temperatur
geringer. Wenn die Viskosität unter einen bestimmten Grenzwert fällt, kann im Lager kein
Schmierfilm mehr gebildet werden und es folgt ein Lagerversagen, was schließlich in einer
Beschädigung der Welle resultiert.
Wenn die Maschine mit Widerstandstemperaturdetektoren ausgerüstet ist, sollte die Temperatur
der Lager vorzugsweise kontinuierlich überwacht werden. Wenn die Temperatur eines Lagers
unerwartet anzusteigen beginnt, sollte die Maschine sofort abgeschaltet werden, da der
Temperaturanstieg auf einen Lagerausfall hinweisen kann.
38 - Inbetriebnahme und Start Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
5.5.3.2 Widerstand der Temperaturdetektoren
Empfohlene Höchsttemperatureinstellungen:
Die zur Bestimmung der korrekten Temperatureinstellungen erforderlichen Daten gehen aus
dem Anschlussplan hervor, der mit der Maschine geliefert wurde. Es wird empfohlen, bei der
Einstellung des Temperaturalarms das in Kapitel 5.5.1 Allgemeines beschriebene Verfahren
anzuwenden.
5.5.3.3 Thermistoren
Wenn die Rollenlager mit Thermistoren (PTC) ausgerüstet sind, finden Sie die
Betriebstemperatur der Thermistoren im Anschlussplan. Sie können wählen, ob die
Betriebsfunktion ein Alarmsignal oder ein Abschaltungssignal sein soll. Wenn die Rollenlager
mit zwei Thermistoren ausgerüstet sind, kann jeweils sowohl ein Alarm- als auch ein
Abschaltsignal verwendet werden.
5.5.4 Schutzvorrichtungen
Die Maschine muss gegen Störungen, Ausfälle und Überlast geschützt sein, welche die
Maschine beschädigen können. Der Schutz muss den Anweisungen und Vorschriften für jedes
Land entsprechen, in dem die Maschine benutzt wird.
Die Maschinenparameterwerte für Relaiseinstellungen finden Sie im Dokument
"Leistungsdaten der Maschine", das in der Dokumentation, die mit der Maschine geliefert
wurde, enthalten ist.
BEMERKUNG:Der Hersteller der Maschine ist nicht für die Einstellung der
Schutzvorrichtungen vor Ort verantwortlich.
5.6 Erster Prüfstart
5.6.1 Allgemeines
Der erste Prüfstart ist ein Standardverfahren nach Abschluss des Installations- und
Ausrichtungsverfahren, der Herstellung der mechanischen und elektrischen Anschlüsse, des
Inbetriebnahmeverfahrens und Aktivierung der Schutzvorrichtungen.
BEMERKUNG:Sofern möglich, wird der erste Start bei ausgekuppelter Kupplung zwischen der
Antriebs- und der Lastmaschine vorgenommen. Die Last der Maschine muss in
jedem Fall so gering wie möglich sein.
5.6.2 Vorsichtsmaßnahmen vor dem ersten Prüfstart
Vor dem ersten Prüfstart wird eine Sichtprüfung der Maschine und ihrer Ausrüstung
vorgenommen. Es ist sicherzustellen, dass alle notwendigen Arbeiten, Kontrollen und
Einstellungen durchgeführt wurden.
Vor dem ersten Prüfstart sind folgende Überprüfungen und Maßnahmen vorzunehmen:
•
3BFP 000 064 R0103 REV D
Falls die Kupplungshälfte nicht zusammengebaut ist, wird die Passfeder der
Wellenverlängerung entweder gesperrt oder ausgebaut.
Sicherheitsvorschriften Inbetriebnahme und Start - 39
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Drehen Sie den Läufer von Hand und vergewissern Sie sich, dass keine anomalen
Geräusche von den Lagern zu hören sind. Zum Drehen eines Läufers mit Gleitlagern wird
ein einfacher Hebel benötigt.
•
Die Verkabelung und die Sammelschienenverbindungen werden mit dem Anschlussplan
verglichen
•
Erdungsanschlüsse und -vorrichtungen verifizieren
•
Start-, Steuerungs-, Schutz- und Alarmrelais jeder Vorrichtung überprüfen
•
Den Isolationswiderstand der Wicklungen und anderer Ausrüstungen überprüfen
•
Die Abdeckungen der Maschine montieren und die Wellendichtungen dicht abschließend
einsetzen
•
Maschine und Umgebung reinigen
5.6.3 Starten
Der erste Start sollte nur etwa eine (1) Sekunde lang dauern, wobei die Drehrichtung der
Maschine überprüft wird. Die Drehrichtung der externen Gebläsemotoren, sofern vorhanden,
muss ebenfalls überprüft werden. Außerdem ist sicherzustellen, dass die rotierenden Teile keine
festmontierten Komponenten berühren.
BEMERKUNG:Wenn die Maschine nicht über ein Axialpositionierungslager verfügt und die
Maschine ungekuppelt gestartet wird, ist es normal, dass sich die Welle axial
bewegt, bevor sie sich stabilisiert.
5.6.3.1 Drehrichtung
Der Zweck des ersten Starts besteht darin, die Drehrichtung der Maschine zu überprüfen. Die
Maschine muss sich in die Richtung drehen, in welche der auf dem Rahmen (oder auf der
Lüfterabdeckung) abgebildete Pfeil zeigt. Die Drehrichtung des externen Gebläsemotors ist
durch einen Pfeil in der Nähe des Gebläsemotors angegeben. Die Maschine darf nur in der auf
dem Kennzeichnungsschild angegebenen Drehrichtung betrieben werden, siehe Anhang
Typische Position der Kennschilder.
Maschinen, die für einen Betrieb in zweifacher Richtung geeignet sind, sind mit einem
Doppelpfeil auf dem Typenschild sowie auf dem Rahmen gekennzeichnet.
Wenn die gewünschte Drehrichtung aus irgendeinem Grund von der spezifizierten
Drehrichtung der Maschine abweicht, müssen die Kühllüfter und der innere und/oder äußere
Kühlkreislauf sowie die Kennzeichnung auf dem Typenschild geändert werden.
Die Drehrichtung ändert sich, wenn die Phasen der Stromversorgung vertauscht werden.
5.7 Erstmaliger Betrieb der Maschine
Nach einem erfolgreichen ersten Prüfstart wird die Kupplung zwischen der Antriebs- und der
Abtriebsmaschine eingekuppelt und die Maschine kann erneut gestartet werden.
5.7.1 Überwachung während des ersten Betriebs
Während des erstmaligen Betriebs der Maschine wird geprüft, ob die Maschine ordnungsgemäß
funktioniert. Der Vibrationspegel, die Temperatur der Wicklungen und Lager und andere
40 - Inbetriebnahme und Start Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Aggregate müssen dabei ständig überwacht werden. Wenn die ordnungsgemäße Funktion der
Maschine sichergestellt ist, kann sie über einen längeren Zeitraum betrieben werden.
Überprüfen Sie die Betriebslast der Maschine, indem Sie den Laststrom mit dem Wert
vergleichen, der auf dem Typenschild der Maschine angegeben ist.
Zeichnen Sie die Temperaturwerte auf, die von den Temperaturdetektoren der Wicklungen und
ggf. der Lager geliefert werden. Überprüfen Sie die Temperatur häufig, um sicherzustellen, dass
sie unterhalb der Grenzwerte bleibt. Eine kontinuierliche Temperaturüberwachung wird
empfohlen.
BEMERKUNG:Falls kein Widerstandstemperaturdetektor (RTD, Pt-100) oder sonstiger
entsprechender Sensor vorhanden ist, ist nach Möglichkeit die
Oberflächentemperatur des Lagerbereichs zu messen. Die Lagertemperatur
liegt etwa 10 K (20° F) über der Oberflächentemperatur.
Bei Abweichungen vom normalen Betriebszustand wie z. B. erhöhten Temperaturen,
Geräuschen oder Vibrationen schalten Sie die Maschine ab und suchen Sie nach der Ursache.
Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Hersteller.
BEMERKUNG:Entfernen Sie während des Betriebs der Maschine oder während der
Fehlersuche keine Schutzvorrichtungen!
5.7.2 Überprüfungen bei laufender Maschine
Während der ersten Betriebstage ist es wichtig, die Maschine genau zu überwachen, für den
Fall, dass Veränderungen der Vibration oder der Temperaturpegel oder anormale Geräusche
auftreten.
5.7.3 Lager
Die von ABB hergestellten Drehstrommaschinen sind entweder mit Rollen- oder mit
Gleitlagern ausgerüstet.
5.7.3.1 Maschinen mit Rollenlagern
Pressen Sie beim ersten Betrieb nach der Erstinstallation oder nach länger als 2 Monate
andauerndem Stillstand der Maschine unmittelbar nach dem Start neues Fett in die Lager. Neues
Fett muss eingebracht werden, während die Maschine läuft, und wird so lange eingebracht, bis
das alte Fett oder überschüssiges neues Fett durch den Schmierkanal auf den Boden des
Lagergehäuses austritt, siehe Abbildung 5-1 Beispiel eines Schmierkanals durch die
Lagereinrichtung der waagerechten Maschine.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Inbetriebnahme und Start - 41
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Abbildung 5-1 Beispiel eines Schmierkanals durch die Lagereinrichtung der waagerechten
Maschine
BEMERKUNG:Das Schmierintervall darf keinesfalls länger als 12 Monate betragen.
Die verwendete Originalfettsorte ist auf dem Schmierungskennschild der Maschine angegeben.
Zulässige Fettsorten finden Sie in Kapitel 7.5.1 Rollenlager.
Die Temperatur der Lager erhöht sich anfänglich aufgrund des überschüssigen Fetts. Nach
einigen Stunden ist das überschüssige Fett durch das Schmierventil ausgetreten und die
Temperatur des Lagers sinkt auf normales Betriebsniveau ab.
Nachdem die Maschine mehrere Stunden betrieben wurde, messen Sie die Vibrations- und
SPM-Werte an den SPM-Nippeln, sofern vorhanden, und zeichnen Sie die Werte für spätere
Referenzzwecke auf.
5.7.4 Vibrationen
Eine ausführliche Erörterung der Vibrationen finden Sie in Kapitel 7.4.2 Vibrationen und Lärm.
5.7.5 Temperaturpegel
Die Temperaturen der Lager, Statorwicklungen und Kühlluft werden bei laufender Maschine
überprüft.
Die Wicklungs- und Lagertemperatur erreicht möglicherweise erst nach mehreren (4-8)
Stunden bei Höchstlast eine stabile Temperatur.
Die Temperatur der Statorwicklung hängt von der Last der Maschine ab. Wenn während oder
kurz nach der Inbetriebnahme keine volle Last erreicht werden kann, sollten die aktuellen Lastund Temperaturwerte aufgezeichnet und im Inbetriebnahmebericht vermerkt werden.
Empfohlene Einstellungen für Alarm- und Auslösungspegel finden Sie im Anschlussplan und in
Kapitel 7.4.3.3 Bewertung.
42 - Inbetriebnahme und Start Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
5.8 Abschalten
Der Abschaltvorgang der Maschine hängt von der Anwendung ab, die Hauptrichtlinien sind
jedoch:
3BFP 000 064 R0103 REV D
•
Verringern Sie ggf. die Last der Lastanlage
•
Schalten Sie den Hauptschalter aus
•
Schalten Sie evtl. vorhandene Antikondensationsheizungen ein, sofern diese nicht
automatisch von der Schaltanlage eingeschaltet werden
Sicherheitsvorschriften Inbetriebnahme und Start - 43
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 6 Betrieb
6.1 Allgemeines
Um einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, muss die Maschine sorgfältig gepflegt und
überwacht werden.
Vor jedem Start der Maschine ist Folgendes sicherzustellen:
•
Die Lager sind gemäß den technischen Daten und den Daten der Maßzeichnungen auf den
korrekten Ölstand befüllt
•
Das Kühlsystem funktioniert
•
Das Maschinengehäuse wurde ausgeblasen und steht ggf. unter Druck
•
Es werden keine Wartungsarbeiten durchgeführt
•
Das Maschinenpersonal und die Anlage sind für den Maschinenstart bereit.
Zum Inbetriebnahmeverfahren siehe Kapitel 5.6.3 Starten.
Bei Abweichungen vom normalen Betriebszustand wie z. B. bei erhöhten Temperaturen,
Geräuschen oder Vibrationen, schalten Sie die Maschine ab und suchen Sie nach der Ursache.
Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Hersteller.
BEMERKUNG:Die Außenflächen der Maschine können heiß sein, wenn sie unter Last
betrieben wird.
6.2 Normale Betriebsbedingungen
Die von ABB hergestellten Maschinen sind individuell für den Betrieb unter normalen
Betriebsbedingungen gemäß IEC-Norm oder NEMA-Norm, Kundenspezifikationen und
internen ABB-Normen ausgelegt.
Die Betriebsbedingungen, wie beispielsweise die maximale Umgebungstemperatur und die
maximale Aufstellungshöhe, sind im Leistungsdatenblatt angegeben, welches als Bestandteil
der Projektdokumentation geliefert wurde. Das Fundament darf keinen externen Vibrationen
sein und die umgebende Luft muss frei von Staub, Salz und korrodierenden Gasen oder
Substanzen sein.
BEMERKUNG:Die in den Sicherheitsvorschriften am Anfang des Handbuchs genannten
Sicherheitsvorkehrungen müssen bei jedem Betrieb getroffen werden.
6.3 Anzahl der Starts
Die Anzahl der zulässigen aufeinanderfolgenden Starts von direkt ans Netz angeschlossenen
Maschinen hängt im Wesentlichen von den Lastkennlinien (Drehmomentkurve im Verhältnis
zur Drehzahl, Trägheit), dem Maschinentyp und der Maschinenkonstruktion ab. Zu viele
und/oder zu schwere Starts verursachen überhöhte Temperaturen und Belastungen der
Maschine, was die Alterung der Maschine beschleunigt und die Verkürzung der Lebensdauer
oder gar Maschinenausfälle zur Folge haben kann.
44 - Betrieb Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Informationen bezüglich der zulässigen aufeinanderfolgenden oder jährlichen Starts erfahren
Sie aus dem Leistungsdatenblatt oder vom Hersteller der Maschine. Zur Bestimmung der
Starthäufigkeit werden die Lastkennlinien der Anwendung benötigt. Als Richtlinie gilt eine
Höchstanzahl von 1000 Starts pro Jahr bei einer typischen Anwendung.
Es sollte ein Zählersystem zur Kontrolle der Anzahl der Starts verwendet werden und die
Wartungsintervalle sollten auf den entsprechenden Betriebsstunden basieren, siehe Kapitel 7.3
Wartungsprogramm.
BEMERKUNG:Die in den Sicherheitsvorschriften am Anfang des Handbuchs genannten
Sicherheitsvorkehrungen müssen bei jedem Betrieb getroffen werden.
6.4 Überwachung
Das Betriebspersonal sollte die Maschine in regelmäßigen Abständen inspizieren und ein
bewusstes Gespür für die im normalen Betriebszustand wahrnehmbaren Geräusche,
Temperaturen, Gerüche usw. der Maschine und der zugehörigen Anlage entwickeln.
Das Ziel der Überwachungsinspektion besteht darin, das Personal eingehend mit der Anlage
vertraut zu machen. Dies ist für die rechtzeitige Wahrnehmung und Behebung von
Abweichungen und Störungen von wesentlicher Bedeutung.
Der Unterschied zwischen Überwachung und Wartung ist nicht genau abgegrenzt. Die normale
Betriebsüberwachung umfasst die Protokollierung der Betriebsdaten wie beispielsweise Last,
Temperaturen und Vibrationen. Diese Daten stellen eine nützliche Basis für die Wartung und
Instandhaltung dar.
•
Während der ersten Betriebszeit (bis 200 Stunden) sollte die Maschine besonders intensiv
überwacht werden. Die Temperatur der Lager und Wicklungen, die Last, der Strom, die
Kühlung, die Schmierung und Vibration sind mehrmals täglich zu überprüfen.
•
In den folgenden Wochen und Monaten (200-1000 Stunden) ist eine tägliche Kontrolle
ausreichend. Die Kontrollergebnisse sollten in Inspektionsberichten festgehalten und beim
Betreiber archiviert werden. Später kann der Zeitraum zwischen den Inspektionen weiter
verlängert werden, sofern der Betrieb kontinuierlich und stabil ist.
Checklisten für die Inspektion finden Sie im Anhang INBETRIEBNAHMEBERICHT.
6.4.1 Lager
Die Lagertemperaturen und die Schmierung sollten sorgfältig überwacht werden; siehe Kapitel
5.7.3 Lager.
6.4.2 Vibrationen
Die Vibrationspegel der Antriebs- und Lastmaschine sind ebenfalls zu überwachen; siehe
Kapitel 7.4.3 Vibrationen.
6.4.3 Temperaturen
Die Temperaturen von Lagern, Statorwicklungen und Kühlluft werden bei laufender Maschine
kontrolliert, siehe Kapitel 5.7.5 Temperaturpegel.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Betrieb - 45
Handbuch für Hochspannungsmotoren
6.5 Nachbearbeitung
Die Nachbearbeitung des Betriebs umfasst die Protokollierung der Betriebsdaten, darunter Last,
Temperaturen und Vibrationen. Diese Daten stellen eine nützliche Basis für die Wartung und
Instandhaltung dar.
6.6 Abschalten
Wenn die Maschine nicht in Betrieb ist, sind ggf. Antikondensationsheizungen einzuschalten.
Sie dienen dazu, Kondensation im Inneren der Maschine zu vermeiden.
BEMERKUNG:Für das Heizelement kann im Klemmenkasten Spannung anliegen.
46 - Betrieb Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 7 Wartung
7.1 Vorbeugende Wartung
Eine Drehstrommaschine ist häufig wichtiger Bestandteil einer größeren Installation. Wenn sie
korrekt überwacht und gewartet wird, funktioniert sie lange und zuverlässig.
Der Zweck der Wartung besteht daher darin, dass:
•
sichergestellt wird, dass die Maschine zuverlässig und ohne Unregelmäßigkeiten oder
Unterbrechungen arbeitet
•
nötige Instandhaltungsmaßnahmen im Voraus abgesehen und geplant werden können, um
Ausfallzeiten zu minieren.
Der Unterschied zwischen Überwachung und Wartung ist nicht genau abgegrenzt. Die normale
Betriebsüberwachung umfasst das Aufzeichnen von Betriebsdaten, wie z. B. Last, Temperatur
und Vibrationen sowie eine Überprüfung der korrekten Schmierung und eine Messung der
Isolierwiderstände.
In den ersten Tagen und Wochen nach der Inbetriebnahme oder der Durchführung von
Instandhaltungsmaßnahmen muss die Maschine intensiv überwacht werden. Die Temperatur
der Lager und Wicklungen, die Last, der Strom, die Kühlung, die Schmierung und Vibration
sind häufig zu kontrollieren.
Dieses Kapitel bietet Empfehlungen hinsichtlich eines Wartungsprogramms sowie
Anweisungen für übliche Wartungsarbeiten. Diese Anweisungen und Empfehlungen sind
aufmerksam zu lesen und bei der Planung des Wartungsprogramms als Grundlage zu
verwenden. Bitte beachten Sie, dass die in diesem Kapitel genannten Wartungsempfehlungen
das Mindestmaß darstellen. Intensivere Wartung und Überwachung erhöhen Zuverlässigkeit
und Lebensdauer der Maschine.
Die während der Überwachung und Wartung aufgezeichneten Daten erleichtern das
Voraussehen und Planen weiterer Maßnahmen. Falls Sie in diesen Daten Unregelmäßigkeiten
feststellen, helfen Ihnen die Anweisungen in Kapitel 8 Fehlersuche beim Lokalisieren der
Ursachen.
ABB empfiehlt, die Erstellung von Wartungsprogrammen, die Durchführung der eigentlichen
Wartung sowie mögliche Fehlersucharbeiten von Experten ausführen zu lassen. Der ABBKundendienst hilft Ihnen hierbei gerne weiter. Die entsprechenden Kontaktinformationen
finden Sie unter Kapitel 9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen
Ein wesentlicher Teil der vorbeugenden Wartung besteht in der Verfügbarkeit einer Auswahl
geeigneter Ersatzteile. Um im Bedarfsfall schnellen Zugriff auf entscheidende Ersatzteile zu
haben, sollten Sie eine Grundausstattung davon auf Lager halten. Fertig zusammengestellte
Ersatzteilpakete sind beim ABB-Kundendienst erhältlich; siehe Kapitel 9.1.2 Ersatzteile.
7.2 Sicherheitsvorkehrungen
Vor Beginn jeglicher Arbeiten an elektrischen Anlagen sind allgemeine elektrische
Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und lokale Vorschriften zu berücksichtigen, um
Personenschäden zu vermeiden. Dies sollte nach den Anweisungen des Sicherheitspersonals des
Betreibers erfolgen.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Wartung - 47
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Mit der Wartung der elektrischen Anlage und der Installationen ist qualifiziertes, in den
erforderlichen Wartungsverfahren und Tests geschultes Fachpersonal zu beauftragen.
Maschinen in explosionsgefährdeten Bereichen werden gemäß den geltenden Vorschriften für
das jeweilige Explosionsrisiko ausgelegt. Bei unsachgemäßer Bedienung, fehlerhaftem
Anschluss oder jedweder Veränderung kann ihre Zuverlässigkeit beeinträchtigt werden.
Die Normen hinsichtlich Anschluss und Einsatz elektrischer Betriebsmittel in
explosionsgefährdeten Bereichen, insbesondere nationale Normen, die sich mit deren Montage
befassen, sind zu berücksichtigen (siehe folgende Normen: IEC 60079-14, IEC 6000-17 und
IEC 6007-19). Der Umgang mit solchen Betriebsmitteln ist nur entsprechend ausgebildetem
Fachpersonal zu gestatten, das mit den einschlägigen Normen vertraut ist.
Vor Beginn von Arbeiten am Motor oder an den angetriebenen Komponenten ist der Motor
abzuschalten und zu blockieren. Während der Arbeiten ist sicherzustellen, dass keine
explosionsfähige Atmosphäre vorhanden ist.
Für allgemeine Sicherheitsanweisungen siehe Sicherheitsvorschriften am Anfang des
Handbuchs.
BEMERKUNG:Die Klemmen einer Maschine mit Frequenzumrichterversorgung können unter
Strom stehen, auch wenn die Maschine still steht.
7.3 Wartungsprogramm
Dieses Kapitel stellt ein empfohlenes Wartungsprogramm für ABB-Maschinen vor. Dieses
Wartungsprogramm ist von allgemeiner Art und ist als Mindestwartungsniveau anzusehen. Die
Wartung sollte intensiviert werden, wenn lokale Bedingungen mit hohen Anforderungen
bestehen oder extreme Zuverlässigkeit gefordert ist. Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass
auch bei Befolgung dieses Wartungsprogramms die normale Überwachung und Beobachtung
des Zustands der Maschine erforderlich ist.
Bitte beachten Sie, dass in den nachstehenden Wartungsprogrammen Zubehörteile erwähnt sein
können, die nicht bei allen Maschinen vorgesehen sind, obwohl die Programme an diese
Maschine angepasst wurden.
Das Wartungsprogramm basiert auf vier Wartungsniveaus, deren jeweilige Intervalle von der
Betriebstundenzahl abhängig sind. Der Arbeitsaufwand und die Ausfallzeiten variieren: Niveau
1 umfasst hauptsächlich schnelle Sichtprüfungen, während Niveau 4 anspruchsvollere
Maßnahmen und das Auswechseln von Verschleißteilen vorsieht. Weitere Informationen über
die für diese Wartungsarbeiten empfohlenen Ersatzteilpakete finden Sie unter Kapitel 9.2
Ersatzteile für Drehstrommaschinen. Die empfohlenen Wartungsintervalle finden Sie in Tabelle
7-1 Wartungsintervalle. Die Betriebsstundenempfehlungen in diesem Kapitel sind in
äquivalenten Betriebsstunden (Äq. h) angegeben, die mit Hilfe folgender Formel berechnet
werden können:
Äquivalente Betriebsstunden (Äq. h) = Tatsächliche Betriebsstunden
Äquivalente Betriebsstunden (Äq. h) = Tatsächliche Betriebsstunden + Anzahl der Starts x 20
Wartungsniveau 1 (L1)
Wartungsniveau 1 (W1) umfasst Sichtprüfungen und leichte Wartungsarbeiten. Der Zweck
dieser Wartung besteht in einer schnellen Überprüfung, ob sich Probleme entwickeln, bevor
diese zu Ausfällen und außerplanmäßigen Wartungsunterbrechungen führen. Sie macht auch
auf Maßnahmen aufmerksam, die bei der nächsten größeren Überholung fällig sind.
48 - Wartung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Die Wartung dauert etwa 4-8 Stunden, abhängig von Typ und der Installation der Maschine
sowie der Ausführlichkeit der Inspektion. Die Werkzeuge für diese Wartungsarbeiten sind
normale Wartungswerkzeuge, d. h. Schraubenschlüssel und Schraubendreher. Die
Vorbereitungen bestehen im Öffnen der Inspektionsabdeckungen. Es wird empfohlen, dass bei
Wartungsbeginn zumindest das Paket für Ersatzteile für den Maschinenbetrieb vorhanden ist.
Die Pakete werden im Kapitel 9.2.5 Typische empfohlene Ersatzteile in verschiedenen Sätzen
gezeigt.
Die W1-Wartung ist nach 4.000 äquivalenten Betriebsstunden oder sechs Monate nach
Inbetriebnahme durchzuführen. Danach ist die Wartung von Niveau 1 jährlich zwischen den
Wartungen von Niveau 2 durchzuführen; siehe Tabelle 7-1 Wartungsintervalle.
Wartungsniveau 2 (W2)
Das Wartungsniveau 2 (W2)oder L2 besteht hauptsächlich aus Inspektionen, Tests und kleinen
Wartungsarbeiten. Der Zweck dieser Wartung besteht darin, herauszufinden, ob es Probleme
beim Betrieb der Maschine gibt, und kleine Reparaturen vorzunehmen, um einen
ununterbrochenen Betrieb sicherzustellen.
Die Wartung dauert etwa 8-16 Stunden, abhängig von Typ und Installation der Maschine sowie
vom Aufwand der Wartung. Die Werkzeuge für diese Wartung sind normale
Wartungswerkzeuge, Multimeter, Momentschlüssel und Isolationswiderstandsmessgerät. Die
Vorbereitungen bestehen im Öffnen der Inspektionsabdeckungen und ggf. der Lager. Geeignete
Ersatzteile für dieses Wartungsniveau sind im Paket für Ersatzteile für den Maschinenbetrieb
enthalten. Diese Pakete werden im Kapitel 9.2.5 Typische empfohlene Ersatzteile in
verschiedenen Sätzen gezeigt.
Die W2-Wartung ist nach 8000 äquivalenten Betriebsstunden oder ein Jahr nach der
Inbetriebnahme durchzuführen. Danach ist sie jährlich oder jeweils nach 8.000 äquivalenten
Betriebsstunden fällig; siehe Tabelle 7-1 Wartungsintervalle.
Wartungsniveau 3 (W3)
Wartungsniveau 3 (W3) umfasst ausführlichere Inspektionen, Tests sowie größere
Wartungsarbeiten, die sich bei den Wartungen gemäß W1 und W2 als notwendig herausgestellt
haben. Der Zweck dieser Wartung besteht in der Reparatur eventuell aufgetretener Probleme
und dem Austausch von Verschleißteilen.
Die Wartung dauert etwa 16-40 Stunden, abhängig von Typ und Installation der Maschine vom
Aufwand der durchzuführenden Reparaturen und Austauscharbeiten. Die Werkzeuge für diese
Wartung sind dieselben wie für W2 und umfassen zusätzlich ein Endoskop und ein Oszilloskop.
Die Vorbereitungen bestehen im Öffnen der Inspektionsabdeckungen, der Lager und ggf. des
Wasserkühlers. Passende Ersatzteile für dieses Wartungsniveau befinden sich im Paket der
empfohlenen Ersatzteile. Diese Pakete werden im Kapitel 9.2.5 Typische empfohlene Ersatzteile
in verschiedenen Sätzen gezeigt.
Die W3-Wartung ist nach jeweils 24.000 äquivalenten Betriebsstunden oder in einem drei- bis
fünfjährigen Intervall durchzuführen. Sie ersetzt die zu diesem Zeitpunkt fälligen
Wartungsarbeiten des Niveaus 1 und 2, beeinflusst deren Rotationsplan jedoch ansonsten nicht;
siehe Tabelle 7-1 Wartungsintervalle.
Wartungsniveau 4 (W4)
Wartungsniveau 4 (W4) besteht aus ausführlichen Inspektionen und Wartungsarbeiten. Der
Zweck dieser Wartung besteht darin, die Maschine wieder in einen zuverlässigen
Betriebszustand zu versetzen.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Wartung - 49
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Die Wartung dauert etwa 40-80 Stunden, abhängig hauptsächlich vom Zustand der Maschine
und den erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen. Die Werkzeuge für diese Wartung sind
dieselben Werkzeuge wie für W3 sowie die zum Ausbau des Läufers erforderliche Ausrüstung.
Die Vorbereitungen bestehen aus dem Öffnen der Inspektionsabdeckungen, der Lager und falls
erforderlich des Wasserkühlers, sowie dem Entfernen des Rotors.
Vor diesem Wartungslevel muss die Menge der erforderlichen Ersatzteile bestimmt werden. Es
werden mindestens die empfohlenen Ersatzteile benötigt. Die Ersatzteile im
Hauptersatzteilpaket würden eine schnelle und erfolgreiche Durchführung dieser Wartung
gewährleisten.
Die W4-Wartung ist jeweils nach 80.000 äquivalenten Betriebsstunden durchzuführen. Sie
ersetzt die zu diesem Zeitpunkt fälligen Wartungsarbeiten der Niveaus 1, 2 und 3, beeinflusst
deren Rotationsplan jedoch ansonsten nicht; siehe Tabelle 7-1 Wartungsintervalle.
7.3.1 Empfohlenes Wartungsprogramm
In diesem Wartungsprogramm verwendete Abkürzungen:
•
SP = Sichtprüfung
•
R = Reinigung
•
Z = Zerlegung und Zusammenbau
•
I = Instandsetzung oder Ersatz
•
T = Testen und Messen.
Nicht alle Optionen gelten für alle Maschinen.
50 - Wartung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Tabelle 7-1. Wartungsintervalle
WARTUNGSINTERVALL
In äquivalenten Betriebsstunden oder in Zeitdauer, je nachdem,
was zuerst eintritt
W1
Wartungsobjekt
W2
W3
4 000 Äq. h
12 000 Äq. h
20 000 Äq. h
28 000 Äq. h
8 000 Äq. h
16.000 Äq. h
½-jährlich
Jährlich
24 000 Äq. h
3-5 Jahre
W4
80.000 Äq. h
Überholung
Prüfung / Test
7.3.1.1 Allgemeine Konstruktion
Wartungsobjekt
W1
W2
W3
W4
Prüfung / Test
Maschinenbetrieb
SP / T
SP / T
SP / T
SP / T
Befestigung und
Fundament
SP
SP / T
SP / T
Oberfläche
SP
SP
SP
SP
Schraubverbindungen
SP
SP / T
SP / T
SP / T
Festigkeit aller Schraubverbindungen
Fundamentschrauben
SP
SP
SP / T
SP / T
Befestigung, Zustand
Starten, Abschalten, Vibrationsmessung, Punkt ohne Last
SP / T / Z Risse, Rost, Ausrichtung
Rost, Dichtigkeit, Zustand
7.3.1.2 Hauptstromversorgungsanschlüsse
Wartungsobjekt
W1
W2
W3
Hochspannungsverkabelu
ng
SP
SP / T
SP / T
SP / T / Z Verschleiß, Befestigung
Hochspannungsanschlüss
e
SP
SP / T
SP / T
SP / T / Z Oxidation, Befestigung
Zusatzklemmenkasten,
d.h.Überspannungskonden
satoren, Ableiter und
Stromwandler
SP
SP
SP
SP
Allgemeiner Zustand
Kabelwege
SP
SP
SP
SP
Zustand der Kabel, die in die Maschine führen und die sich
im Inneren der Maschine befinden
3BFP 000 064 R0103 REV D
W4
Prüfung / Test
Sicherheitsvorschriften Wartung - 51
Handbuch für Hochspannungsmotoren
7.3.1.3 Stator und Läufer
Wartungsobjekt
W1
W2
W3
W4
Prüfung / Test
Statorkern
SP
SP
SP
SP / R
Isolierung der
Statorwicklung
SP
SP / T
Statorwindungskopf
SP
SP
SP
SP
Isolierungsbeschädigungen
Statorwindungsbefestigung
en
SP
SP
SP
SP
Isolierungsbeschädigungen
Statornutkeile
SP
SP
SP
SP
Bewegung, fester Sitz
Statorklemmenschienen
SP
SP
SP
SP
Befestigung, Isolierung
Instrumentierung
SP
SP
SP
SP
Zustand der Kabel und Kabelbinder
Läuferwicklungsisolierung
SP
SP / T
Läuferausgleichsgewichte
SP
SP
SP
SP
Beweglichkeit
Wellenmittigkeit
SP
SP
SP
SP
Risse, Korrosion
Verbindungen im Läufer
SP
SP
SP / T
SP / T
Befestigung, allgemeiner Zustand
Erdungsbürsten
SP
SP
SP
SP
Betrieb und allgemeiner Zustand
Befestigung, Risse, Schweißnähte
SP / T / R SP / T / R Verschleiß, Sauberkeit, Isolationswiderstand,
Windungsisolierungstest, (Hochspannungstest)
SP / T / R SP / T / R Verschleiß, Sauberkeit, Isolationswiderstand
BEMERKUNG:Es wird nicht empfohlen, vollständig in Gehäusen eingefasste Maschinen öfter
als alle 3 - 5 Jahre (W3) zu zerlegen und intern und überprüfen.
7.3.1.4 Zubehör
Wartungsobjekt
W1
W2
W3
W4
Pt-100 Elemente (Stator,
Luftkühlung, Lager)
SP
SP / T
SP / T
SP / T
Widerstand
Antikondensationsheizung
SP
SP / T
SP / T
SP / T
Betrieb, Isolationswiderstand
Drehimpulsgeber
SP
SP
SP / T
SP / T
Betrieb, allgemeiner Zustand, Ausrichtung
Zusatzklemmenkästen
SP
SP / T
SP / T
SP / T
Allgemeiner Zustand, Klemmen, Verdrahtungszustand
52 - Wartung Sicherheitsvorschriften
Prüfung / Test
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
7.3.1.5 Schmiersystem und Lager
Wartungsobjekt
W1
W2
W3
W4
Prüfung / Test
Lager während des
Betriebs
T
T
T/I
T/I
Allgemeiner Zustand, Lärm, Vibration
Überschüssiges Fett
SP
SP / R
SP / R
SP / R
Zustand, Ausblasen
Nachschmierung
SP
SP / I
SP / I
SP / I
Gemäß Schmierungskennschild
Dichtungen
SP
SP / Z
SP / Z
SP / Z
Dichtigkeit
SP / R
SP / R
SP / R/ T
Lagerisolierung
SP / R / T Sauberkeit des Lagerschildes, Isolationswiderstand
7.4 Wartung, allgemeine Konstruktion
Um eine lange Lebensdauer der allgemeinen Konstruktion der Maschine zu gewährleisten, ist
das Äußere der Maschine sauber zu halten und regelmäßig auf Rost, Leckagen und andere
Defekte zu untersuchen. Schmutz an den äußeren Teilen der Maschine setzt den Rahmen der
Korrosion aus und kann die Kühlung der Maschine beeinflussen.
7.4.1 Festigkeit der Schraubverbindungen
Die Festigkeit der Schraubverbindungen ist regelmäßig zu prüfen. Insbesondere ist auf die
Zementierung, die Fundamentbolzen und die Läuferteile zu achten, die jederzeit korrekt
angezogen sein müssen. Lockere Befestigungen bei diesen Teilen können zu plötzlichen und
schweren Schäden an der gesamten Maschine führen.
Allgemeine Anzugsmomentwerte finden Sie in Tabelle 7-2 Allgemeine Anzugsmomente.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Wartung - 53
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Tabelle 7-2. Allgemeine Anzugsmomente
Anzugsdrehmomentwert in Nm (Pfund pro Fuß)
Festigkeitsklasse 8.8 für Schrauben
Größe
Geölt [Nm]
Geölt [Pfund
pro Fuß]
Trocken [Nm] Trocken [Pfund
pro Fuß]
M4
2.7
2.0
3.0
2.2
M5
5.0
3.7
5.5
4.1
M6
9
6.6
9.5
7.0
M8
22
12
24
18
M 10
44
32
46
34
M 12
75
55
80
59
M 14
120
88
130
96
M 16
180
130
200
150
M 20
360
270
390
290
M 24
610
450
660
490
M 27
900
660
980
720
M 30
1200
890
1300
960
M 36
2100
1500
2300
1700
M 39
2800
2100
3000
2200
M 42
3400
2500
3600
2700
M 48
5200
3800
5600
4100
BEMERKUNG:Die Werte in Tabelle 7-2 Allgemeine Anzugsmomente sind allgemeiner Art und
gelten nicht für verschiedene Bauteile wie beispielsweise Dioden,
Hilfsisolatoren, Lager, Kabelklemmen oder Polbefestigungen,
Sammelschienenklemmen, Überspannungsableiter, Kondensatoren,
Stromwandler, Gleichrichter und Thyristorbrücken, oder wenn ein anderer
Wert in diesem Handbuch angegeben ist.
7.4.2 Vibrationen und Lärm
Hohe oder zunehmende Vibrationspegel weisen auf Veränderungen des Maschinenzustands
hin. Normale Pegel variieren stark in Abhängigkeit von der Anwendung, dem Typ und dem
Fundament der Maschine. Die Vibrationsmessungen und -pegel werden ausführlich in Kapitel
7.4.3 Vibrationen erörtert. Typische Ursachen für hohe Lärm- oder Vibrationspegel sind:
•
Ausrichtung, siehe Kapitel 3 Installation und Ausrichtung
•
Lagerverschleiß oder -schaden
•
Vibrationen von angeschlossenen Maschinen, siehe Kapitel 7.4.3 Vibrationen
54 - Wartung Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Lockere Befestigungs- oder Fundamentschrauben, siehe Kapitel 3 Installation und
Ausrichtung
•
Läuferunwucht
•
Kupplung.
7.4.3 Vibrationen
Die folgenden Anweisungen sind Teil der folgenden zwei ISO-Standards: ISO 10816-3:1998
Mechanische Vibrationen - Bewertung der Maschinenvibration durch Messungen der nicht
rotierenden Teile: Teil 3: Industriemaschinen mit einer Nennleistung über 15 kW und
Nenndrehzahlen zwischen 120 U/min und 15.000 U/min bei Messung vor Ort und ISO 85289:1995 verbrennungsmotorgetriebene Wechselstromerzeugungsaggregate: Teil 9: Messung und
Bewertung der mechanischen Vibrationen.
7.4.3.1 Messverfahren und Betriebsbedingungen
Messausrüstung
Die Messausrüstung muss in der Lage sein, Breitbandeffektivvibrationen mit linearem
Frequenzgang über einen Frequenzbereich von mindestens 10 Hz bis 1000 Hz gemäß den
Anforderungen von ISO 2954 zu messen. Abhängig von den Vibrationskriterien kann dies
Messungen der Verschiebung oder der Geschwindigkeit oder einer Kombination aus diesen
erfordern (siehe ISO 10816-1). Der untere Grenzwert des Frequenzbereichs mit linearem
Frequenzgang darf jedoch bei Maschinen mit Drehzahlen von 600 U/min und darunter nicht
größer sein als 2 Hz.
Messpunkte
Messungen werden normalerweise an zugänglichen Teilen der Maschine vorgenommen. Es ist
darauf zu achten, dass die Messungen die Vibrationen der Lagergehäuse in angemessener Weise
wiedergeben und keine lokalen Resonanzen oder Verstärkungen enthalten. Die Orte und
Richtungen der Vibrationsmessungen sind so zu wählen, dass sie eine angemessene
Empfindlichkeit für die dynamischen Kräfte der Maschine bieten. Typischerweise erfordert dies
zwei orthogonale radiale Messpunkte an jedem Lagerdeckel oder Lagerbock, wie in Abbildung
7-1 Messpunkte gezeigt. Die Messwandler können in einer beliebigen Winkelposition an den
Lagergehäusen oder -böcken angebracht werden. Für horizontal montierte Maschinen werden
normalerweise vertikale und horizontale Richtungen bevorzugt. Bei vertikalen oder geneigten
Maschinen sollte einer der Messpunkte an der Stelle, die den höchsten Vibrationswert bietet,
normalerweise in Richtung der elastischen Achse. In einigen Fällen kann sich zusätzlich das
Messen in axialer Richtung empfehlen. Die Messpunkte und -richtungen sind zusammen mit
den Messwerten zu vermerken.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Wartung - 55
Handbuch für Hochspannungsmotoren
.
Abbildung 7-1 Messpunkte
7.4.3.2 Klassifikation gemäß Flexibilität der Unterbaugruppe
Zur Klassifizierung der Flexibilität der Unterbaugruppe in spezifizierten Richtungen werden
zwei Zustände verwendet:
•
starre Unterbauten
•
flexible Unterbauten
Diese Unterbauzustände werden durch das Verhältnis zwischen der Flexibilität der Maschine
und des Unterbaus bestimmt. Wenn die niedrigste natürliche Frequenz des kombinierten
Maschine-Unterbau-Systems in Messrichtung mindestens 25% höher als dessen
Haupterregungsfrequenz ist (dies ist in den meisten Fällen die Rotationsfrequenz), wird das
Unterbausystem in dieser Richtung als starr bewertet. Alle anderen Unterbausysteme gelten als
flexibel.
7.4.3.3 Bewertung
ISO 10816 -1 bietet eine allgemeine Beschreibung der beiden Bewertungskriterien zur
Bestimmung der Vibrationsstärke bei verschiedenen Maschinenklassen. Ein Kriterium
berücksichtigt die Größe der beobachteten Breitbandvibration, das zweite berücksichtigt
Größenveränderungen (sowohl Zu- als auch Abnahmen).
Bewertungszonen
Folgende Bewertungszonen sind zur Ermöglichung einer quantitativen Bewertung der
Maschinenvibration definiert und bieten Richtlinien für mögliche Maßnahmen:
Zone A: Die Vibrationen von neu in Betrieb genommenen Maschinen fällt normalerweise in
diese Zone.
Zone B: Maschinen mit Vibrationen innerhalb dieser Zone werden normalerweise als für
uneingeschränkten -Langzeitbetrieb zugelassen bewertet.
56 - Wartung Sicherheitsvorschriften
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Zone C: Maschinen mit Vibrationen innerhalb dieser Zone werden normalerweise als nicht für
kontinuierlichen -Langzeitbetrieb zugelassen bewertet. Im Allgemeinen darf die Maschine für
begrenzte Zeit in diesem Zustand betrieben werden, bis eine geeignete Gelegenheit für
Abhilfemaßnahmen eintritt.
Zone D: Vibrationswerte innerhalb dieser Bewertungszone sind so stark, dass sie die Maschine
beschädigen.
Betriebsgrenzwerte
Für den -Langzeitbetrieb werden üblicherweise Betriebsvibrationsgrenzwerte festgelegt. Diese
Grenzwerte sind für ALARME und ABSCHALTUNGEN einstellbar.
Einstellung der ALARME:
Die ALARM-Werte können für verschiedene Maschinen beträchtlich nach oben oder unten
variieren. Die gewählten Werte werden normalerweise im Verhältnis zu einem Grundwert
eingestellt, der auf Erfahrungswerten für die Messposition oder -richtung für die jeweilige
Maschine basiert.
Es wird empfohlen, den ALARM-Wert höher als den Grundwert einzustellen, und zwar um
einen Betrag, der 25% des oberen Grenzwerts für Zone B entspricht. Wenn der Grundwert
niedrig ist, liegt der Alarm unterhalb Zone C.
Einstellung der ABSCHALTUNGEN
Die Abschaltwerte stehen normalerweise mit der mechanischen Integrität der Maschine in
Beziehung und hängen von spezifischen Konstruktionsmerkmalen ab, die integriert wurden,
damit die Maschine anormalen dynamischen Kräften standhalten kann. Die verwendeten Werte
sind daher gewöhnlich für alle Maschinen mit gleicher Konstruktion identisch und beziehen
sich normalerweise nicht auf den -stabilen Grundwert, der für die Einstellung der ALARME
verwendet wird.
Tabelle 7-3. Klassifizierung der Vibrationsstärkezonen für große Maschinen mit
Nennleistungen zwischen 300 kW und 50 MW; elektrische Maschinen mit Wellenhöhe H
/315 mm oder größer
Unterbauklasse
Zonengrenze
Effektivgeschwind
igkeit [mm/s]
Starr
A/B
B/C
C/D
2.3
4.5
7.1
Flexibel
A/B
B/C
C/D
3.5
7.1
11.0
7.5 Wartung der Lager und des Schmiersystems
Dieses Kapitel behandelt die wichtigsten Wartungsarbeiten an den Lagern und am
Schmiersystem.
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Sicherheitsvorschriften Wartung - 57
Handbuch für Hochspannungsmotoren
7.5.1 Rollenlager
7.5.1.1 Lagerkonstruktion
Bei normalen Betriebsbedingungen benötigen Rollenlager nur wenig Wartung. Um einen
zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten, sind die Lager regelmäßig mit einem
Qualitätsrollenlagerfett neu zu schmieren.
7.5.1.2 Schmierungskennschild
Alle Maschinen werden mit Schmierungskennschildern geliefert, die am Maschinenrahmen
angebracht sind. Die Schmierungskennschilder bieten Informationen zu den Lagern wie
beispielsweise:
•
Lagertyp
•
verwendetes Schmiermittel
•
Schmierintervall und
•
Schmiermittelmenge.
Für weitere Informationen zum Schmierungskennschild siehe Kapitel 2.1.2
Schmierungskennschild.
BEMERKUNG: Die auf dem Schmierungskennschild angegebenen Informationen sind bei
Betrieb und Wartung der Maschine unbedingt zu berücksichtigen.
7.5.1.3 Nachschmierintervalle
Rollenlager von elektrischen Maschinen müssen in regelmäßigen Abständen geschmiert
werden. Das Schmierintervall finden Sie auf dem Schmierungskennschild.
BEMERKUNG:Ungeachtet des Schmierintervalls sind die Lager mindestens einmal jährlich
neu zu schmieren.
Die Nachschmierintervalle werden für eine Betriebstemperatur von 70 °C (160 °F) berechnet.
Liegt die tatsächliche Temperatur niedriger oder höher, ist das Intervall entsprechend zu ändern.
Bei höherer Betriebstemperatur muss das Lager häufiger nachgeschmiert werden.
BEMERKUNG:Ein Zunahme der Umgebungstemperatur erhöht die Lagertemperatur
entsprechend. Die Werte für das Nachschmierintervall sind bei einer Erhöhung
der Lagertemperatur von je 15 °C (30 °F) zu halbieren und bei einer
Verringerung der Lagertemperatur von je 15 °C (30 °F) zu verdoppeln.
Nachschmierintervalle für Frequenzumrichterantriebe
Ein Betrieb bei höheren Drehzahlen, z. B. bei Frequenzumrichteranwendungen oder bei
niedrigeren Drehzahlen mit schwerer Last erfordert kürzere Schmierintervalle oder ein
spezielles Schmieröl. Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an den ABB-Kundendienst.
BEMERKUNG:Die konstruktionsbedingte Höchstdrehzahl der Maschine darf nicht
überschritten werden. Es ist zu überprüfen, ob die Lager für einen Betrieb mit
hoher Drehzahl geeignet sind.
58 - Wartung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
7.5.1.4 Nachschmierung
Alle Rollenlager von rotierenden elektrischen Maschinen müssen regelmäßig nachgeschmiert
werden, siehe Kapitel 7.5.1.3 Nachschmierintervalle. Die Schmierung kann entweder manuell
oder mit Hilfe eines automatischen Systems erfolgen. In beiden Fällen ist sicherzustellen, dass
jeweils in den vorgesehenen Abständen eine angemessene Menge des richtigen Fetts in das
Lager gelangt.
BEMERKUNG:Schmierfett kann Hautreizungen und Augenentzündungen hervorrufen.
Beachten Sie alle Sicherheitsmaßnahmen, die der Fetthersteller angibt.
Manuelle Nachschmierung der Lager
Maschinen, die für eine manuelle Schmierung geeignet sind, sind mit Schmiernippeln versehen.
Damit kein Schmutz in die Lager eintritt, sind die Schmiernippel und ihre Umgebung vor der
Schmierung gründlich zu reinigen.
Manuelle Nachschmierung bei laufender Maschine
Nachschmierung bei laufender Maschine:
•
Stellen Sie sicher, dass Sie ein geeignetes Fett verwenden
•
Reinigen Sie die Schmiernippel und ihre Umgebung
•
Stellen Sie sicher, dass der Schmierkanal offen ist. Öffnen, falls Griff vorhanden.
•
Pressen Sie die angegebene Menge der angegebenen Fettsorte in das Lager
•
Lassen Sie die Maschine 1-2 Stunden lang laufen, um sicherzustellen, dass das
überschüssige Fett aus dem Lager gedrückt wird. Die Lagertemperatur kann während
dieser Zeit vorübergehend ansteigen.
•
Schließen, falls Griff vorhanden.
BEMERKUNG:Achten Sie während der Schmierung auf alle rotierenden Teile.
Die Positionen der Griffe finden Sie unter Anhang Typische Position der Kennschilder.
Manuelle Nachschmierung bei stehender Maschine
Schmieren Sie die Maschine vorzugsweise während des Betriebs. Falls dies unmöglich oder
gefährlich ist, ist die Schmierung bei stehender Maschine durchzuführen. In diesem Fall:
3BFP 000 064 R0103 REV D
•
Stellen Sie sicher, dass Sie ein geeignetes Fett verwenden
•
Stoppen Sie die Maschine
•
Reinigen Sie die Schmiernippel und ihre Umgebung
•
Stellen Sie sicher, dass der Schmierkanal offen ist. Öffnen, falls Griff vorhanden.
•
Pressen Sie nur die halbe Menge der angegebenen Fettsorte in das Lager
•
Lassen Sie die Maschine einige Minuten bei Höchstdrehzahl laufen
•
Stoppen Sie die Maschine
•
Wenn die Maschine stillsteht, pressen Sie die gesamte angegebene Fettmenge in das Lager
Sicherheitsvorschriften Wartung - 59
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Lassen Sie die Maschine 1-2 Stunden lang laufen, um sicherzustellen, dass das
überschüssige Fett aus dem Lager gedrückt wird. Die Lagertemperatur kann während
dieser Zeit vorübergehend ansteigen.
•
Schließen, falls Griff vorhanden.
Automatische Schmierung
Auf dem Markt sind eine Vielzahl von automatischen Schmierungssystemen erhältlich. ABB
empfiehlt jedoch ausschließlich die Verwendung elektromechanischer Schmierungssysteme.
Die Qualität des in die Lager eintretenden Fetts ist mindestens einmal jährlich zu überprüfen:
das Fett muss wie neu aussehen und sich auch so anfühlen. Eine Trennung des Basisöls von der
Seife ist nicht akzeptabel.
BEMERKUNG:Wenn ein automatisches Schmierungssystem verwendet wird, verdoppeln Sie
die auf dem Schmierungskennschild angegebene Fettmenge.
Die Positionen der Griffe finden Sie unter Anhang Typische Position der Kennschilder.
7.5.1.5 Lagerfett
Es ist von wesentlicher Bedeutung, Qualitätsfett mit der korrekten Basisseife zu verwenden.
Dadurch wird eine lange und problemlose Lebensdauer der Lager gewährleistet.
Das für die Schmierung verwendete Fett sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
•
Spezielles Rollenlagerfett
•
Gute Qualität mit Lithiumkomplexseife und Mineral- oder PAO-Öl
•
Basisölviskosität von 100 bis 160 cSt bei 40 °C (105 °F)
•
Konsistenz-NLGI-Klasse zwischen 1,5 und 3. Für vertikal oder in heißen Umgebungen
installierte Maschinen wird NLGI-Klasse 2 oder 3 empfohlen
•
Kontinuierlicher Temperaturbereich zwischen -30 °C (-20 °F) und +120 °C (250 °F).
Fett mit den geforderten Eigenschaften ist bei allen größeren Schmiermittelherstellern
erhältlich. Wenn sich die Fettmarke ändert und Unsicherheit über die Kompatibilität besteht,
wenden Sie sich bitte an ABB, siehe Kapitel 9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen .
BEMERKUNG:Unterschiedliche Fettmarken dürfen nicht gemischt werden, es sei denn, ihre
Kompatibilität wurde zuvor verifiziert.
BEMERKUNG:Die Verwendung von Fettadditiven wird empfohlen. Hinsichtlich der
empfohlenen Fettzusätze sollte grundsätzlich vom Schmiermittelhersteller eine
schriftliche Gewährleistungszusage angefordert werden, welche besagt, dass
die Zusätze weder die Lager schädigen noch die Eigenschaften des Fetts im
Betriebstemperaturbereich beeinträchtigen. Dies gilt insbesondere für EPAdditive.
BEMERKUNG:Schmiermittel, die EP-Beimischungen enthalten, werden nicht empfohlen.
60 - Wartung Sicherheitsvorschriften
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Empfohlenes Rollenlagerfett
ABB empfiehlt die Verwendung folgender Hochleistungsfette:
•
Esso Unirex N2, N3 (Lithiumkomplexbasis)
•
Mobilith SHC 100 (Lithiumkomplexbasis)
•
Shell Albida EMS 2 (Lithiumkomplexbasis)
•
Klüber Klüberplex BEM 41-132
•
Lubcon Turmogrease Li 802 EP
•
Total Multiplex S 2 A
•
Fag Arcanol Temp 110
Bei der Verwendung von Fetten, welche die erforderlichen Eigenschaften erfüllen, jedoch oben
nicht aufgeführt sind, sind die Schmierungsintervalle zu halbieren.
Rollenlagerfett für extreme Temperaturen
Wenn die Lagerbetriebstemperatur oberhalb 100 °C (210 °F) liegt, fragen Sie bitte das ABBWerk nach geeigneten Fetten.
7.5.1.6 Wartung der Lager
Die Lager haben in der Regel eine kürzere Lebensdauer als die Maschine selbst. Sie müssen
daher von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden.
Die Wartung von Rollenlagern erfordert besondere Sorgfalt, Spezialwerkzeuge und
sachgemäße Vorbereitung, um eine lange Lebensdauer der neu eingebauten Lager zu
gewährleisten.
Stellen Sie während der Wartung der Lager sicher, dass:
•
während der Wartung zu keinem Zeitpunkt Schmutz oder Fremdpartikel in die Lager
eindringen können
•
die Lager vor dem Zusammenbau gewaschen, getrocknet und mit geeignetem
Qualitätsrollenlagerfett vorgefettet werden
•
die Lager bei der Zerlegung und dem Zusammenbau der Lager nicht beschädigt werden.
Der Ausbau muss mit Abziehern erfolgen, der Wiedereinbau mit Hilfe von Erwärmung
oder Spezialwerkzeugen.
Falls Sie Lager austauschen müssen, wenden Sie sich an den ABB-Kundendienst. Die
Kontaktinformationen finden Sie in Kapitel 9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen.
7.6 Wartung der Stator- und Läuferwicklungen
Die Wicklungen von Drehstrommaschinen unterliegen elektrischen, mechanischen und
thermischen Belastungen. Diese führen mit der Zeit zur Alterung von Wicklungen und Isolation
und zur Beeinträchtigung ihrer Funktion. Daher hängt die Lebensdauer der Maschinen u. a. von
der Haltbarkeit der Isolierung ab.
Vielfach kann das Entstehen von Schäden durch entsprechende Wartung und regelmäßige Tests
vermieden oder zumindest verlangsamt werden. Dieses Kapitel bietet eine allgemeine
Beschreibung der Durchführung grundlegender Wartungsarbeiten und Tests.
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Sicherheitsvorschriften Wartung - 61
Handbuch für Hochspannungsmotoren
In vielen Ländern bietet der ABB-Service komplette Wartungspakete an, die umfangreiche
Tests umfassen.
Bevor Wartungsarbeiten an den elektrischen Wicklungen durchgeführt werden, sind allgemeine
elektrische Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und lokale Vorschriften zu berücksichtigen, um
Personenschäden zu vermeiden. Siehe Kapitel 7.2 Sicherheitsvorkehrungen für weitere
Informationen.
Unabhängige Test- und Wartungsanweisungen finden Sie auch in folgenden internationalen
Normen:
1. IEEE Std. 43-2000, IEEE Empfohlene Vorgehensweise für das Testen des
Isolationswiderstand bei Rotationsmaschinen (auf Englisch)
2. IEEE Std. 432-1992, IEEE Leitfaden für die Wartung der Isolierung von
Drehstrommaschinen (5 PS bis unter 10.000 PS) (auf Englisch)
7.6.1 Besondere Sicherheitsanweisungen für die Wartung von Wicklungen
Gefährliche Wartungsarbeiten an Wicklungen umfassen:
•
Umgang mit gefährlichen Lösungsmitteln, Lacken und Harzen. Für die Reinigung und
Neulackierung von Wicklungen sind gefährliche Substanzen erforderlich. Diese
Substanzen dürfen nicht eingeatmet oder geschluckt werden bzw. mit der Haut oder
anderen Organen in Kontakt kommen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, falls sich ein
Unfall ereignet
•
Umgang mit entflammbaren Lösungsmitteln und Lacken. Der Umgang und die
Verwendung dieser Substanzen darf nur durch autorisiertes Fachpersonal und unter
Beachtung der entsprechenden Sicherheitsvorschriften erfolgen
•
Tests bei Hochspannung (HV). Hochspannungstests dürfen nur durch autorisiertes
Fachpersonal und unter Beachtung der entsprechenden Sicherheitsvorschriften erfolgen.
Gefährliche Substanzen, die bei Wartungsarbeiten an Wicklungen verwendet werden,
umfassen:
•
Lösungsbenzin: Lösungsmittel
•
1,1,1-Trichlorethan: Lösungsmittel
•
Überzugslack: Lösungsmittel und Harz
•
Klebharz: Epoxidharz.
BEMERKUNG:Für den Umgang mit Gefahrenstoffen während der Wartungsarbeiten gelten
spezielle Anweisungen. Diese müssen unbedingt befolgt werden.
Einige allgemeine Sicherheitsmaßnahmen während der Wartung von Wicklungen sind:
•
Atmen Sie keine Dämpfe ein: sorgen Sie für eine gute Belüftung am Arbeitsplatz oder
verwenden Sie Atemmasken
•
Tragen Sie Sicherheitsausrüstungen, wie Schutzbrille, Sicherheitsschuhe, Schutzhelm,
Schutzhandschuhe und geeignete Schutzkleidung zum Schutz der Haut. Benutzen Sie stets
Schutzcreme
•
Während der Sprühlackierung müssen die Lackiervorrichtung, der Maschinenrahmen und
die Wicklungen geerdet sein
62 - Wartung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Treffen Sie die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen, wenn Sie in Gruben oder schlecht
zugänglichen Bereichen arbeiten
•
Nur für Hochspannungsarbeiten geschultes Personal darf einen Spannungstest
durchführen
•
Rauchen, essen oder trinken Sie nicht am Arbeitsplatz.
Eine Testberichtvorlage für die Wartung von Wicklungen finden Sie im Anhang Anhang
INBETRIEBNAHMEBERICHT.
7.6.2 Zeitplanung der Wartung
Für die Zeitplanung der Wicklungswartung gelten drei Hauptprinzipien:
•
Die Wartung der Wicklungen sollte mit der sonstigen Wartung der Maschine abgestimmt
werden
•
Die Wartung sollte nur durchgeführt werden, wenn es nötig ist
•
Wichtige Maschinen sollten öfter gewartet werden als weniger wichtige Maschinen. Das
Gleiche gilt für Wicklungen und Antriebe, die besonders schnell verschmutzen.
BEMERKUNG:Als Faustregel gilt, dass der Isolationswiderstandstest einmal jährlich
durchgeführt werden sollte. Dies genügt für die meisten Maschinen unter den
meisten Betriebsbedingungen. Zusätzliche Tests sollten nur dann durchgeführt
werden, wenn Probleme auftauchen.
Ein Wartungsprogramm für die komplette Maschine einschließlich der Wicklungen finden Sie
unter Kapitel 7.3 Wartungsprogramm. Dieses Wartungsprogramm sollte – im Rahmen der
empfohlenen Wartungsintervalle – an die individuellen Umstände des Kunden angepasst
werden, d. h. an die Wartung anderer Maschinen und die allgemeinen Betriebsbedingungen.
7.6.3 Die korrekte Betriebstemperatur
Die korrekte Temperatur der Wicklungen wird sichergestellt, indem die Außenflächen der
Maschine sauber gehalten werden, der korrekte Betrieb des Kühlsystems überprüft wird und die
Temperatur des Kühlmittels überwacht wird. Wenn das Kühlmittel zu kalt ist, kondensiert
möglicherweise Wasser im Inneren der Maschine. Dadurch können die Wicklung feucht
werden, wodurch sich der Isolationswiderstand verschlechtert.
Die Betriebstemperaturen des Stators müssen mit Temperaturdetektoren überwacht werden.
Große Unterschiede zwischen den Detektorwerten können ein Hinweis auf einen Schaden in
den Wicklungen sein. Stellen Sie jedoch sicher, dass die Änderungen nicht durch eine
Verlagerung des Detektors verursacht wurde.
7.6.4 Isolationswiderstandstest
Während der allgemeinen Wartungsarbeiten und bevor die Maschine erstmalig oder nach
langem Stillstand gestartet wird, ist der Isolationswiderstand der Stator- und der
Läuferwicklungen zu messen.
Die Messung des Isolationswiderstands bietet Informationen über die Feuchtigkeit und
Verschmutzung der Isolierung. Basierend auf diesen Informationen können entsprechende
Reinigungs- und Trocknungsmaßnahmen festgelegt werden.
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Sicherheitsvorschriften Wartung - 63
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Bei neuen Maschinen mit trockenen Wicklungen ist der Isolationswiderstand sehr hoch. Er kann
jedoch extrem niedrig sein, wenn die Maschine unsachgemäßen Transport- und
Lagerbedingungen sowie Feuchtigkeit ausgesetzt oder inkorrekt betrieben wird.
BEMERKUNG:Die Wicklungen sind unmittelbar nach der Messung kurz zu erden, um
Stromschlaggefahr zu vermeiden.
7.6.4.1 Umrechnung der gemessenen Isolationswiderstandswerte
Koeffizient Kt für
Isolierwiderstand
Um die gemessenen Isolationswiderstandswerte vergleichen zu können, sind die Werte bei 40°
C angegeben. Daher wird der tatsächliche gemessene Wert mit Hilfe des folgenden Diagramms
in einen entsprechenden Wert von 40° C umgerechnet. Dieses Diagramm sollte nur für
Temperaturen nahe des Standardwertes von 40 °C verwendet werden, da große Abweichungen
Fehler zur Folge haben können.
Wicklungstemperatur in °C
Abbildung 7-2 Beziehung zwischen dem Isolationswiderstand und der Temperatur.
R = Isolationswiderstandswert bei einer spezifischen Temperatur
R40 = Äquivalenter Isolationswiderstand bei 40 °C
64 - Wartung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
R40 = k x R
Beispiel:
R = 30 MΩ gemessen bei 20 °C
k = 0,25
R40 = 0,25 x 30 MΩ = 7,5 MΩ
Tabelle 7-4. Temperaturwerte in Celsius (°C) und Fahrenheit (°F)
°C
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100 110
°F
32
50
68
86
104 122 140 158 176 194 212 230
7.6.4.2 Allgemeine Hinweise
Die folgenden Hinweise sollten beachtet werden, bevor über Maßnahmen entschieden wird, die
auf diesen Isolationswiderstandstests basieren:
•
Wenn der gemessene Wert zu niedrig ist, müssen die Wicklungen gereinigt und/oder
getrocknet werden. Wenn diese Messungen nicht ausreichen, ist der Rat von
Sachverständigen heranzuziehen
•
Maschinen, bei denen ein Feuchtigkeitsproblem vermutet wird, sollten unabhängig vom
gemessenen Isolationswiderstandswert sorgfältig getrocknet werden
•
Der Isolationswiderstandswert nimmt bei zunehmender Wicklungstemperatur ab
•
Der Widerstand halbiert sich mit jedem Temperaturanstieg von 10-15 K.
BEMERKUNG:Der im Testbericht angegebene Isolationswiderstand ist normalerweise
deutlich höher als der am Ort gemessene.
7.6.4.3 Mindestwerte für den Isolationswiderstand
Wicklungskriterien bei Normalbedingungen:
Im Allgemeinen sollten die Isolationswiderstandswerte für trockene Wicklungen die
Mindestwerte erheblich überschreiten. Es ist unmöglich, definitive Werte anzugeben, da der
Widerstand abhängig vom Maschinentyp und den örtlichen Bedingungen variiert. Zusätzlich
wird der Isolationswiderstand vom Alter und der Verwendung der Maschine beeinflusst. Daher
können folgende Werte nur als Richtlinien angesehen werden.
Die unten angegebenen Isolationswiderstandsgrenzwerte, gelten bei 40 °C und wenn die
Testspannung 1 Minute lang oder länger angelegt wurde.
•
Läufer
Für Induktionsmaschinen mit gewickelten Läufern: R(1-10 min bei 40 °C) > 5 MΩ
BEMERKUNG:Kohlestaub auf den Schleifringen und blanke Kupferflächen senken die
Isolationswiderstandswerte des Läufers.
•
Stator
Für neue Statoren: R(1-10 min bei 40 °C) > 1000 MΩ Bei extrem warmen und feuchten
Messbedingungen können Werte von R (1-10 min bei 40 °C) oberhalb 100 MΩ akzeptiert werden.
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Sicherheitsvorschriften Wartung - 65
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Für gebrauchte Statoren: R(1-10 min bei 40 °C) > 100 MΩ
BEMERKUNG:Wenn die obigen Werte nicht erreicht werden, ist die Ursache für den niedrigen
Isolationswiderstand zu ermitteln. Ein niedriger Widerstandswert wird oft
durch übermäßige Feuchtigkeit oder durch Schmutz verursacht, obwohl die
eigentliche Isolierung intakt ist.
7.6.4.4 Isolationswiderstandsmessung der Statorwicklung
Der Isolationswiderstand wird mit einem Isolationswiderstandsmessgerät gemessen. Die
Testspannung beträgt 1000 VDC. Die Testdauer beträgt 1 Minute, woraufhin der
Widerstandswert aufgezeichnet wird. Vor der Durchführung des Tests sind folgende
Vorkehrungen zu treffen:
•
Stellen Sie sicher, dass die Sekundäranschlüsse der Stromwandler (CT), einschließlich des
Ersatzkerns nicht offen sind. Siehe Abbildung 7-3 Anschlüsse der Statorwicklungen für
Isolationswiderstandsmessungen
•
Stellen Sie sicher, dass alle Stromversorgungskabel abgeklemmt sind
•
Stellen Sie sicher, dass der Maschinenrahmen und die Statorwicklungen, die nicht getestet
werden, geerdet sind
•
Messen Sie die Wicklungstemperatur
•
Erden Sie alle Widerstandstemperaturdetektoren (RTD)
•
Eine eventuelle Erdung der Spannungstransformatoren (unüblich) ist zu entfernen.
Die Isolationswiderstandsmessung sollte im Klemmenkasten durchgeführt werden. Der Test
wird normalerweise an der gesamten Wicklung als Gruppe durchgeführt, wobei das Messgerät
zwischen dem Rahmen der Maschine und der Wicklung angeschlossen wird; siehe Abbildung
7-3 Anschlüsse der Statorwicklungen für Isolationswiderstandsmessungen. Der Rahmen wird
geerdet und die drei Phasen der Statorwicklung bleiben am neutralen Punkt angeschlossen,
siehe Abbildung 7-3 Anschlüsse der Statorwicklungen für Isolationswiderstandsmessungen.
Sofern der gemessene Isolationswiderstand der gesamten Wicklung niedriger ist als angegeben
und die Phasenwicklungen leicht voneinander getrennt werden können, kann jede Phase auch
separat gemessen werden. Dies ist nicht bei allen Maschinen möglich. Bei dieser Messung wird
das Messgerät zwischen dem Rahmen der Maschine und einer der Wicklungen angeschlossen.
Der Rahmen und die beiden nicht gemessenen Phasen werden geerdet; siehe Abbildung 7-3
Anschlüsse der Statorwicklungen für Isolationswiderstandsmessungen.
Wenn Phasen separat gemessen werden, sind alle Neutralpunkte des Wicklungssystems zu
entfernen. Falls der Neutralpunkt der Komponente nicht entfernt werden kann, wie bei einem
typischen Drehstrom-Spannungstransformator, ist die gesamte Komponente zu entfernen.
66 - Wartung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
a)
b)
MΩ
c)
MΩ
MΩ
Abbildung 7-3 Anschlüsse der Statorwicklungen für Isolationswiderstandsmessungen
a) Isolationswiderstandsmessung für eine Wicklung in Sternschaltung
b) Isolationswiderstandsmessung für eine Wicklung in Dreieckschaltung
c) Isolationswiderstandsmessung für eine Phase der Wicklung. 'MΩ' bezeichnet das
Isolationswiderstandsmessgerät.
Nach der Isolationswiderstandsmessung müssen die Wicklungsphasen kurz geerdet werden, um
sie zu entladen.
7.6.5 Isolationswiderstandsmessung für Nebenaggregate
Um einen korrekten Betrieb der Schutzvorrichtungen der Maschine und anderer
Nebenaggregate zu gewährleisten, kann deren Zustand mit Hilfe eines
Isolationswiderstandstests bestimmt werden. Das Verfahren ist in Kapitel 7.6 Wartung der
Stator- und Läuferwicklungen beschrieben. Die Prüfspannung für die Stillstandheizung sollte
500 VDC und für andere Nebenaggregate 100 VDC betragen. Die
Isolationswiderstandsmessung für Pt-100-Detektoren wird nicht empfohlen.
7.6.6 Der Polarisationsindex
Für den Polarisationsindextest wird der Isolationswiderstand gemessen, nachdem die Spannung
15 Sekunden und 1 Minute (oder 1 Minute und 10 Minuten) angelegt wurde. Der
Polarisationsindex hängt weniger von der Temperatur ab als vom Isolationswiderstand. Wenn
die Wicklungstemperatur unter 50 °C (122 °F) liegt, kann er als temperaturunabhängig
angesehen werden. Hohe Temperaturen können unvorhersehbare Änderungen des
Polarisationsindex verursachen, daher ist eine Verwendung bei über 50 °C (122 °F) nicht zu
empfehlen.
Schmutz und Feuchtigkeit in den Wicklungen verringern normalerweise den
Isolationswiderstand und den Polarisationsindex sowie deren Temperaturabhängigkeit.. Daher
wird die Kurve in Abbildung 7-2 Beziehung zwischen dem Isolationswiderstand und der
Temperatur. weniger steil. Wicklungen mit offenen Kriechwegen reagieren sehr empfindlich auf
Schmutz und Feuchtigkeit.
Es gibt mehrere Regeln zur Bestimmung des niedrigsten akzeptablen Wertes, bei dem die
Maschine sicher gestartet werden kann. Die Werte des Polarisationsindex (PI) liegen
normalerweise zwischen 1 und 4. Werte nahe 1 lassen darauf schließen, dass die Wicklungen
feucht und verschmutzt sind.
Der Mindest-PI-Wert für Statorwicklungen der Klasse F beträgt mehr als 2.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Wartung - 67
Handbuch für Hochspannungsmotoren
BEMERKUNG:Wenn der Isolationswiderstand der Wicklungen im Bereich von mehreren
tausend MΩ liegt, stellt der Polarisationsindex kein bedeutendes Kriterium für
den Zustand der Isolierung dar und kann außer Acht gelassen werden.
PI =
R1 min ⎛ R10 min
or ⎜⎜
R15 s
⎝ R1 min
⎞
⎟⎟
⎠
7.6.7 Sonstige Wartungsarbeiten
Normalerweise sind ABB-Wicklungen problemlos und erfordern neben der oben beschriebenen
regelmäßigen Überwachung nur gelegentliches Reinigen und Trocknen. Falls
außergewöhnliche Bedingungen zusätzliche Wartungsmaßnahmen erforderlich machen, sollten
Sie dazu Expertenrat einholen. Der ABB-Kundendienst hilft Ihnen in allen Fragen zur Wartung
68 - Wartung Sicherheitsvorschriften
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Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 8 Fehlersuche
8.1 Fehlersuche
Dieses Kapitel dient als Hilfestellung bei Betriebsstörungen der ABB-Drehstrommaschine. Die
nachstehenden Fehlersuchtabellen können bei der Auffindung und der Reparatur von
mechanischen und thermischen Problemen sowie bei Störungen des Schmiersystems helfen.
Die erwähnten Kontrollen und Korrekturmaßnahmen sind stets von qualifiziertem Fachpersonal
durchzuführen. In Zweifelsfällen sollten Sie sich für weitere Informationen oder technische
Hilfe bei Fehlersuche und Wartung an den ABB-Kundendienst werden.
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Sicherheitsvorschriften Fehlersuche - 69
Handbuch für Hochspannungsmotoren
8.1.1 Mechanische Leistung
Fehlersuche
Mechanische Abläufe
Geräusch
Vibration
Symptom
Mögliche Ursache
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
Gegenmaßnahme
z
z
Axiale Last von angeschlossenen Geräten
Kupplung falsch montiert
Fundament zu schwach
Erdschlusswicklung
Übermäßige Netzunsymmetrie
Schmiermittelqualität u. -menge
sowie Systemfunktion überprüfen
Zustand des Lagers überprüfen, defekte Teile auswechseln
Lager öffnen und Einstellungen korrigieren
Kühlgebläse überprüfen, ggf. reparieren
Kühlsystem überprüfen, ggf. reparieren
Ausrichtung der Maschine überprüfen
Läufer auswuchten
Wuchtung der angeschlossenen
Maschinen und Kupplungstyp prüfen
Ausrichtung sowie Kupplungsfunktion und -typ überprüfen
Kupplungsfunktion überprüfen
Fundament gemäß der Anweisungen von ABB verstärken
Wicklungen prüfen
Für Einhaltung der Netzsymmetrieanforderungen sorgen
z
Fremdkörper, Feuchtigkeit o. Schmutz in Maschine
Maschineninnenraum kontrollieren und säubern,
Wicklungen trocknen
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
Störung im Schmiersystem
Störung im Lager
Lagerteile beschädigt
Lager falsch montiert
Unwucht/Schaden am Ventilator
Störung im Kühlgebläse
Störung im Kühlsystem
Versatz der Maschine
Unwucht von Läufer oder Welle
Vibrationen von angeschlossenen Geräten
70 - Fehlersuche Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
8.1.2 Schmiersystem und Lager
8.1.2.1 Schmiersystem und Rollenlager
Fehlersuche
Schmiersystem und Gleitlager
selbstschmierend
Sichtbare Beeinträchtigung
der Ölqualität
Lagergeräusch oder Schwingung
Ölleckagen
Öl in der Maschine
Hohe Lagertemperatur
Symptom
Mögliche Ursache
z
z
z
z
z
z
z
z
z z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z
z z
z
z
z
z
Unzureichende
Schmierung
Ungeeignete Ölqualität
Ölqualität beeinträchtigt
Axiale Last zu stark
Maschinenversatz
Lager falsch montiert
Zu viel Öl
Niedriger Ölstand
Falsches Ölwechselintervall
Kupplungs- oder Montagefehler
Gegenmaßnahmen
Lager auf Leckagen überprüfen, Öl nachfüllen
ABB-Ölempfehlungen beachten
Lager reinigen und Öl wechseln
Kupplung, Montage und Ausrichtung prüfen
Maschine neu ausrichten
Montage und Einstellung des Lagers überprüfen
Lager reinigen und korrekte Ölmenge nachfüllen
Öl wechseln, Lagerzustand prüfen,
Lagerschalen auswechseln
Lagerisolierung reparieren, Lagerschalen auswechseln
Defekte Lagerteile auswechseln
Lagerschalen auswechseln
Verunreinigung des Öls
Lagerströme
Lagerschalen
Ausfall des Lagers
beschädigt
Normaler Verschleiß
Betriebsgeschwindigkeit zu gering Betriebsgeschwindigkeitsbereich des Lagers prüfen
Instrumentenfehler
Temperaturdetektor defekt
Lagertemperatur-Überwachungssystem überprüfen
Lagerdichtungen beschädigt oder verschlissen
Lagerdichtungen auswechseln
Druckwerte überprüfen,
Externes Vakuum
Rotierende Geräte in der Nähe
Position der rotierenden Geräte ändern
Interner Überdruck
Störung des Druckausgleichs
Ursache des Überdrucks beseitigen
Maschinendichtung beschädigt
Maschinendichtung reparieren oder auswechseln
Funktion von Ölschmierring oder Scheibe beeinträchtigt Lager öffnen und Einstellungen korrigieren
Lager reinigen und Zustand
Fremdkörper im Lager
der Dichtung überprüfen
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Sicherheitsvorschriften Fehlersuche - 71
Handbuch für Hochspannungsmotoren
8.1.3 Wärmeentwicklung
8.1.3.1 Wärmeentwicklung, Rippenkühlung
Fehlersuche
Wärmeentwicklung
Rippenkühlung
Hohe Wicklungstemperatur
Symptom
Mögliche Ursache
z
Überlastung
z
Überdrehzahl
Steuerungseinstellung
Gegenmaßnahmen
Maschinensteuerung überprüfen, Überlast beseitigen
Drehzahl an die AB-Empfehlungen anpassen
z
Netzunsymmetrie
Für die Einhaltung der Netzsymmetrieanforderungen sorgen
z
Instrumenten- oder Messanlagenfehler
Messwerte, Detektoren und Verdrahtung überprüfen
z
Zu häufige Starts
Maschine vor dem Neustartabkühlen lassen
z
Wicklungsfehler
Wicklungen überprüfen
z
Äußerliche Verschmutzung der Maschine
Außenflächen der Maschine reinigen
Beeinträchtigung des Luftstroms
Hindernisse entfernen, ausreichenden Luftstrom sicherstellen. Siehe
Maßzeichnung der Maschine
z
BEMERKUNG:Bei hohen Lagertemperaturen siehe Kapitel 8.1.2 Schmiersystem und Lager.
8.2 Elektrische Leistung, Erregung, Steuerung und Schutz
Die elektrische Leistung einer Drehstrommaschine wird am stärksten durch den Zustand der
Läuferwicklungen und der Statorwicklungen und ggf. den Betrieb des Erregungssystems
bestimmt. Die Hauptwartung der Maschinenwicklung ist in Kapitel 7.6 Wartung der Statorund Läuferwicklungen beschrieben. Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Fehlersuche im
Erregungs-, Steuerungs- und Schutzsystem.
72 - Fehlersuche Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
8.2.1 Auslösungen der Schutzvorrichtung
Die Maschine muss mit Alarm- und Abschaltefunktionen für den Fall anormaler elektrischer
oder mechanischer Betriebsbedingungen geschützt sein. Einige dieser Schutzvorrichtungen
können zurückgestellt werden, und die Maschine kann sofort nach Auffinden des Fehlers neu
gestartet werden.
Beispiele für Schutzvorrichtungen, deren Auslöseursache im Fall eines Alarms oder einer
Auslösung weiter untersucht werden muss:
•
Diodenausfallschutz
•
Hohe Lagertemperatur, siehe Kapitel 7.5 Wartung der Lager und des Schmiersystems
•
Hohe Temperatur in den Wicklungen oder der Kühlluft, siehe Kapitel 7.6 Wartung der
Stator- und Läuferwicklungen
•
Überstrom, Strom- und Spannungsunausgeglichenheit, Sammelschienenspannung
•
Vibrationsschutz, Kapitel 7.4.2 Vibrationen und Lärm.
8.2.2 Pt-100 Widerstandstemperaturdetektoren
Pt-100 Widerstandstemperaturdetektoren stellen einen wesentlichen Teil des Überwachungsund Schutzsystems der Maschine dar. Sie werden zum Messen der Temperatur in den
Wicklungen, in den Lagern und in der Kühlluft verwendet. Der Detektor Pt-100 weist einen
feinen Platinfaden für die Temperaturmessung auf, der z. B. durch unsachgemäße Behandlung
oder übermäßige Vibrationen beschädigt werden kann.
Folgende Symptome können auf ein Problem in einem Pt-100-Detektor hinweisen:
•
Unendlicher Widerstand oder Nullwiderstand im Detektor
•
Verschwinden des Messsignals während oder nach dem Einschalten
•
Ein stark abweichender Widerstandswert in einem einzelnen Detektor.
Wenn ein Ausfall eines Pt-100 vermutet wird, sollten die Feststellungen stets am
Anschlusskasten überprüft werden, indem der Widerstand am Detektor mit abgeklemmten
Kabeln gemessen wird. Die Feststellungen müssen registriert werden. Den korrekten
Messstrom finden Sie am entsprechenden Pt-100-Detektor. Für Widerstandswerte bei
unterschiedlichen Temperaturen siehe Tabelle 8-1 Temperaturwerte für Pt-100-Elemente.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Fehlersuche - 73
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Tabelle 8-1. Temperaturwerte für Pt-100-Elemente
PT100 TEMP TEMP PT100 TEMP TEMP PT100 TEMP TEMP
°F RES : °C
°F RES : °C
°F
RES : °C
32.00 127.07 70 158.00 153.58 140 284.00
100.00
0
35.60 127.84 72 161.60 154.32 142 287.60
100.78
2
39.20 128.60 74 165.20 155.07 144 291.20
101.56
4
42.80 129.37 76 168.80 155.82 146 294.80
102.34
6
46.40 130.13 78 172.40 156.57 148 298.40
103.12
8
50.00 130.89 80 176.00 157.31 150 302.00
103.90 10
53.60 131.66 82 179.60 158.06 152 305.60
104.68 12
57.20 132.42 84 183.20 158.81 154 309.20
105.46 14
60.80 133.18 86 186.80 159.55 156 312.80
106.24 16
64.40 133.94 88 190.40 160.30 158 316.40
107.02 18
68.00 134.70 90 194.00 161.04 160 320.00
107.79 20
71.60 135.46 92 197.60 161.79 162 323.60
108.57 22
75.20 136.22 94 201.20 162.53 164 327.20
109.35 24
78.80 136.98 96 204.80 163.27 166 330.80
110.12 26
82.40 137.74 98 208.40 164.02 168 334.40
110.90 28
86.00 138.50 100 212.00 164.76 170 338.00
111.67 30
89.60 139.26 102 215.60 165.50 172 341.60
112.45 32
93.20 140.02 104 219.20 166.24 174 345.20
113.22 34
96.80 140.77 106 222.80 166.98 176 348.80
113.99 36
114.77 38 100.40 141.53 108 226.40 167.72 178 352.40
115.54 40 104.00 142.29 110 230.00 168.46 180 356.00
116.31 42 107.60 143.04 112 233.60 169.20 182 359.60
117.08 44 111.20 143.80 114 237.20 169.94 184 363.20
117.85 46 114.80 144.55 116 240.80 170.58 186 366.80
118.62 48 118.40 145.31 118 244.40 171.42 188 370.40
119.40 50 122.00 146.06 120 248.00 172.16 190 374.00
120.16 52 125.60 146.81 122 251.60 172.90 192 377.60
120.93 54 129.20 147.57 124 255.20 173.63 194 381.20
121.70 56 132.80 148.32 126 258.80 174.37 196 384.80
122.47 58 136.40 149.07 128 262.40 175.10 198 388.40
123.24 60 140.00 149.83 130 266.00 175.84 200 392.00
124.01 62 143.60 150.57 132 269.60 176.57 202 395.60
124.77 64 147.20 151.33 134 273.20 177.31 204 399.20
125.54 66 150.80 152.04 136 276.80 178.04 206 402.80
126.31 68 154.40 152.83 138 280.40 178.78 208 406.40
74 - Fehlersuche Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Es gibt zwei mögliche Abhilfen für einen Pt-100-Detektorschaden am Stator. Sofern im
Statorkern betriebsfähige Ersatzdetektoren vorhanden sind, können diese in Betrieb genommen
werden. Falls alle werksseitig installierten Detektoren in Gebrauch sind, kann ein neuer
Detektor im Wicklungsende nachgerüstet werden (außer bei Ex-Maschinen).
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Fehlersuche - 75
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 9 Kundendienst und Ersatzteile
9.1 Kundendienst
Der ABB-Kundenservice erstreckt sich auf sämtliche seit 1889 von ABB und Strömberg
(Helsinki/Finnland) hergestellten Drehstrommaschinen.
9.1.1 Service vor Ort
Die Abteilung Service vor Ort bietet:
•
Installation und Inbetriebnahme
•
Wartung und Inspektionen
•
Fehlersuche und Service
•
Aktualisierung und Modifikationen.
9.1.2 Ersatzteile
Die Ersatzteilabteilung:
•
stellt die mit der Maschine gelieferten Ersatzteilpakete zusammen;
•
verkauft Original-Ersatzteile für ausgelieferte Maschinen.
Für Ersatzteilpakete siehe Kapitel 9.2 Ersatzteile für Drehstrommaschinen.
9.1.3 Unterstützung und Garantien
Die Support-Abteilung:
•
behandelt Garantieangelegenheiten, die den schriftlichen Bedingungen innerhalb der
Garantiezeit unterliegen
•
entscheidet über Garantiefälle
•
entscheidet über Korrekturmaßnahmen
•
bietet technische Unterstützung.
9.1.4 Support für Service-Zentren
Der Service-Zenter Support bietet autorisierten Service-Zentern Hilfe bei Fragen über die
mechanische Konstruktion sowie bei Fragen zu elektromagnetischen und isolationstechnischen
Themen.
76 - Kundendienst und Ersatzteile Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
9.1.5 Kundendienst-Kontaktinformationen
Sie erreichen die Kundendienstabteilung unter:
•
Telefon 7.00 Uhr - 17.00 Uhr (WZ+2) +358 (0)10 22 11
•
24-Stunden Unterstützung:
+358 (0)10 22 27100
•
Fax:
+358 (0)10 22 22544
•
E-Mail für Ersatzteile:
aftersales.machines@fi.abb.com
•
E-Mail für Service vor Ort:
siteservice.machines@fi.abb.com
•
E-Mail für Gewährleistungsfragen
und technischen Support:
support.machines@fi.abb.com
BEMERKUNG:Falls verfügbar, geben Sie bitte die Seriennummer der Maschine (sieben
Ziffern, beginnend mit 45#####) in Ihrer E-mail zu Referenzzwecken an.
9.2 Ersatzteile für Drehstrommaschinen
9.2.1 Allgemeine Hinweise zu den Ersatzteilen
Die von ABB hergestellten Maschinen sind für einen jahrzehntelangen zuverlässigen und
problemlosen Betrieb ausgelegt und konstruiert. Voraussetzung für ihre Störungsfreiheit sind
jedoch korrekte Wartung und sachgerechter Betrieb. Diese Wartung umfasst den Austausch von
Teilen, die einem normalen Verschleiß ausgesetzt sind.
Der Umfang des Verschleißes lässt sich nie mit absoluter Genauigkeit voraussagen. Die
Verschleißraten der einzelnen Komponenten variieren stark je nach Anwendung, Umgebung
und individuellen Bedingungen. Daher sollten Sie den Zustand dieser Teile regelmäßig
kontrollieren und eine ausreichende Anzahl an Ersatzteilen auf Lager halten. Diese Ersatzteile
helfen, die Ausfallzeit zu minimieren, wenn sie benötigt werden. Der Umfang der Lagerhaltung
sollte basierend auf der Wichtigkeit der Anwendung, der Verfügbarkeit des jeweiligen
Ersatzteils und der Erfahrung des örtlichen Wartungspersonals entschieden werden.
9.2.2 Regelmäßiger Teileaustausch
Wenn zwei sich bewegende Oberflächen miteinander in Kontakt stehen, nutzen sie sich mit der
Zeit ab. Bei elektrischen Maschinen tritt der größte Teil des mechanischen Verschleißes
zwischen der rotierenden Welle und den festen Teilen auf. Die Lagerteile, z. B. die Rollenlager
oder die Lagerschalen und Ölschmierringe in Gleitlagern, verschleißen mit der Zeit und müssen
trotz korrekter Schmierung gelegentlich ausgetauscht werden. Weitere Verschleißteile sind
Dichtungen, die fortwährend mit der rotierenden Welle in Kontakt sind, sowie Bürsten,
Bürstenanlagen und die Schleifringe der Schleifringeinheit.
Die oben genannten Teile stellen eine umfassende, jedoch nicht vollständige Liste der
mechanischen Verschleißteile dar. Ihre tatsächliche Lebensdauer kann deutlich von der
geschätzten abweichen. Aus diesem Grund sollten mindestens diese Teile auf Lager gehalten
werden. Bitte beachten Sie, dass der Austausch von Teilen aufgrund von normalem Verschleiß
von der Gewährleistung ausgeschlossen ist.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Kundendienst und Ersatzteile - 77
Handbuch für Hochspannungsmotoren
9.2.3 Ersatzteilbedarf
Andere Verschleißarten treten bei erhöhten Temperaturen, elektrischen Störungen und
chemischen Reaktionen auf. Verschleiß der Dioden in der Gleichrichterbrücke wird gewöhnlich
durch anomale Betriebsbedingungen verursacht. Es handelt sich normalerweise um einen
langsamen Prozess, der jedoch stark von den Betriebsbedingungen der Maschinen und von
Systemstörungen abhängt.
Luftfilter, die das Innere der Maschine vor Verschmutzung schützen, werden selbst mit
Luftverunreinigungen gesättigt und müssen ersetzt werden, um den korrekten Betrieb der
Kühleinheit und den fortwährenden Schutz empfindlicher Maschinenteile zu gewährleisten.
Die elektrischen Wicklungen der ABB-Maschinen weisen einen guten Verschleißschutz auf,
sofern die Wartungs- und Betriebsanweisungen sorgfältig beachtet werden. Die korrekte
Betriebstemperatur darf nicht überschritten werden und die Wicklungen sind regelmäßig von
Schmutz zu reinigen. Wicklungsverschleiß kann auch eine Folge elektrischer Störungen sein.
In den Statorkernschlitzen befinden sich Temperaturdetektoren vom Typ Pt-100 für die
Statorwicklungen, die nicht ersetzt werden können. Daher baut ABB zusätzliche Pt-100Detektoren in den Statorkern ein. Diese Detektoren sind nicht als normale Ersatzteile
anzusehen, da sie dazu gedacht sind, bei Ausfall eines Pt-100-Statorelements während der
Inbetriebnahme als Ersatz zu dienen. Sie können jedoch auch während des Betriebs verwendet
werden, falls der Primärdetektor ausfällt. Wenn auch das Ersatzelement ausfällt, besteht die
mögliche Korrekturmaßnahme im Anbringen eines Pt-100-Elements am Statorwicklungsende.
9.2.4 Auswahl des passenden Ersatzteilpakets
ABB bietet fertig zusammengestellte Ersatzteilpakete in drei Ausstattungsumfängen an. Die
Wahl des geeigneten Pakets basiert auf der Wichtigkeit der Anwendung und auf dem Umfang
des finanziellen Risikos durch mögliche Stillstände und Produktionsausfälle.
Ersatzteilpaket für den Maschinenbetrieb für die Inbetriebnahme und Gewährleistung der
Nutzbarkeit:
•
Diese sind die wichtigsten Teile, die stets verfügbar sein sollten.
Paket mit empfohlenen Ersatzteilen zur Fehlerbehebung und planmäßigen Wartung:
•
Diese Teile sollten für die Wartung des mittleren Intervalls zur Verfügung stehen. Sie
ermöglichen auch die schnelle Instandsetzung bei Ausfall von Zusatzeinrichtungen.
Hauptersatzteile zur Reduzierung der Reparaturzeit bei ernsthaften Schäden:
•
Diese Ersatzteile werden empfohlen, wenn die Maschine Bestandteil eines Prozesses von
wesentlicher Bedeutung ist. Diese Ersatzteile ermöglichen sogar bei einem ernsthaften
Schaden eine schnelle Instandsetzung.
9.2.5 Typische empfohlene Ersatzteile in verschiedenen Sätzen
Unten finden Sie eine allgemeine Empfehlung der typischen Ersatzteile für verschiedene
Pakete. Für Preise zu bestimmten Teilen für eine bestimmte Maschine wenden Sie sich bitte an
den ABB-Kundendienst.
Bitte beachten Sie, dass sich die untenstehenden Ersatzteilsätze auf Zubehörteile beziehen
können, die nicht bei allen Maschinen vorgesehen sind, obwohl die Ersatzteilsätze an die
Maschine angepasst wurden.
78 - Kundendienst und Ersatzteile Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
9.2.5.1 Paket mit Ersatzteilen für den Maschinenbetrieb
Ersatzteil
Menge
Rollenlager
2 Stück
Lager-RTD
1 Stück
9.2.5.2 Paket mit empfohlenen Ersatzteilen
Ersatzteil
Menge
Paket mit Ersatzteilen für
den Maschinenbetrieb
1 Stück
Stillstandsheizung
1 Stück
Stator Pt-100, Umbausatz
1 Stück
Hilfs- oder
Buchsenisolatoren
1 Stück
9.2.5.3 Hauptersatzteile
Ersatzteil
Menge
Stator
1 Stück
Läufer
1 Stück
9.2.6 Bestellinformationen
Um eine schnelle und korrekte Bestellung und Lieferung der Ersatzteile zu gewährleisten, teilen
Sie unserem Kundendienstpersonal bitte die Seriennummer der betreffenden Maschine mit. Die
Seriennummer ist entweder auf dem am Maschinenrahmen angebrachten Typenschild
angegeben oder in den Maschinenrahmen eingeprägt. Geben Sie darüber hinaus auch
spezifische Detailinformationen zu den bestellten Ersatzteilen.
Die Kontaktinformationen des ABB-Kundendienstes finden Sie in Kapitel 9.1.5 KundendienstKontaktinformationen.
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Kundendienst und Ersatzteile - 79
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Kapitel 10 Recycling
10.1 Einleitung
Die Fa. ABB ist ihrer Umweltpolitik verpflichtet. Ausgehend von Recyclingfähigkeits- und
Lebenszyklusanalysen arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung der Umweltreundlichkeit
unserer Maschinen. Produkte, Herstellungsverfahren und Logistik werden unter
Berücksichtigung umwelttechnischer Gesichtspunkte geplant, unterstützt durch das nach ISO
14001 zertifizierte Umweltmanagementsystem von ABB.
Die folgenden Anweisungen sind lediglich als Empfehlungen für eine umweltfreundliche
Entsorgung der Maschinen anzusehen. Es liegt in der Verantwortung des Betreibers, die lokalen
Vorschriften zu befolgen. Einige kundenspezifische Elemente sind möglicherweise nicht in
diesem Benutzerhandbuch enthalten. Sie finden zusätzliche Dokumentation in der ProjektDokumentation.
10.2 Durchschnittlicher Materialgehalt
Der durchschnittliche Materialgehalt, der bei der Herstellung der elektrischen Maschine
verwendet wird, weist folgende Werte auf:
Induktionsmaschinen mit
Gusseisenrahmen
Induktionsmaschinen mit
Stahlmodulrahmen
Stahl
46 - 55 %
77 - 83 %
Kupfer
7 - 12 %
10 - 12 %
Gusseisen
35 - 45 %
1-5%
Aluminium
0-2%
0-1%
Kunststoff, Gummi,
Isoliermaterial usw.
1-2%
1-2%
Edelstahl
unter 1 %
unter 1 %
Sonstige
unter 1 %
unter 1 %
10.3 Recycling von Verpackungsmaterial
Nachdem die Maschine beim Betreiber angekommen ist, muss das Verpackungsmaterial
entsorgt werden.
•
Holzverpackungen können verbrannt werden
•
In einigen Ländern müssen seetüchtige Verpackungen aus imprägniertem Holz gemäß
lokalen Vorschriften recycelt werden.
80 - Recycling Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
•
Das Kunststoffmaterial, das die Maschine umgibt, ist recyclingfähig.
•
Anti-Korrosionsmittel, die die Maschinenoberfläche bedecken, können mit einem auf
Benzin basierenden Reinigungsmittel und einem Lappen gereinigt werden. Der Lappen ist
gemäß den lokalen Vorschriften zu entsorgen.
10.4 Zerlegen der Maschine
Die Demontage erfolgt nach allgemeinen Vorgehensweisen, da die Maschine mit Schrauben
zusammengebaut ist. Ihr hohes Gewicht erfordert jedoch die Anwesenheit einer im Umgang mit
schweren Komponenten geschulten Fachkraft, um gefährliche Situationen zu vermeiden.
10.5 Trennung der unterschiedlichen Materialien
10.5.1 Rahmen, Lagergehäuse, Abdeckungen und Ventilator
Diese Teile bestehen aus Baustahl, der gemäß lokalen Bestimmungen recycelt werden kann.
Alle Zusatzausrüstungen, Kabel und Lager sind vor dem Einschmelzen des Materials zu
entfernen.
10.5.2 Komponenten mit elektrischer Isolierung
Der Stator und der Läufer sind die Hauptkomponenten, die elektrische Isoliermaterialien
enthalten. Einige Zusatzkomponenten sind jedoch aus ähnlichen Materialien hergestellt und
daher in gleicher Weise zu behandeln. Bei diesen handelt es sich um verschiedene Isolatoren,
die im Klemmenkasten verwendet werden, den Erreger, die Spannungs- und Stromwandler,
Stromkabel, Instrumentverdrahtungen, Überspannungsableiter sowie Kondensatoren. Manche
dieser Komponenten werden nur in Synchronmaschinen verwendet und einige werden nur in
einer sehr begrenzten Anzahl von Maschinen verwendet.
Alle diese Komponenten befinden sich nach der Herstellung der Maschine in einem inerten
Stadium. Einige Komponenten, inbesondere der Stator und der Läufer, enthalten einen
beträchtlichen Kupfergehalt, der in einem geeigneten Wärmebehandlungsverfahren durch
Vergasung der organischen Bindematerialien der elektrischen Isolierung abgeschieden werden
kann. Um eine korrekte Verbrennung der Dämpfe zu gewährleisten, muss der Ofen eine
geeignete Nachbrenneinheit aufweisen. Folgende Bedingungen werden für Wärmebehandlung
und Nachverbrennung empfohlen, um die Emissionen aus dem Verfahren zu minimieren:
Wärmebehandlung
Temperatur:
380-420° C (716...788° F)
Dauer:
Nach Erhalt von 90% der Zieltemperatur muss das Objekt mindestens fünf
Stunden lang bei dieser Temperatur gehalten werden
Nachverbrennung der Bindemitteldämpfe
Temperatur:
850-920° C (1562-1688° F)
Strömungsgeschwindigkeit:
Die Bindemitteldämpfe müssen mindestens drei Sekunden lang in der
Brennkammer verbleiben
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften Recycling - 81
Handbuch für Hochspannungsmotoren
BEMERKUNG:Die Emissionen bestehen hauptsächlich aus O2-, CO-, CO2-, NOx-, CxHyGasen und mikroskopischen Partikeln. Es liegt in der Verantwortung des
Benutzers, sicherzustellen, dass das Verfahren der lokalen Gesetzgebung
entspricht.
BEMERKUNG:Das Wärmebehandlungsverfahren und die Wartung der
Wärmebehandlungsanlage erfordern besondere Aufmerksamkeit, um Brandund Explosionsgefahr zu vermeiden. Aufgrund der Verschiedenheit der zu
diesem Zweck verwendeten Anlagen kann ABB keine spezifischen
Anweisungen zum Wärmebehandlungsverfahren oder zur Wartung der
Wärmebehandlungsanlage geben; für diese Aspekte hat der Betreiber Sorge zu
tragen.
10.5.3 Dauermagneten
Wenn die Dauermagnet-Synchronmaschine im Ganzen eingeschmolzen wird, müssen die
Dauermagneten nicht gesondert behandelt werden.
Wenn die Maschine zwecks verbessertem Recycling demontiert wird und wenn der Läufer
danach noch transportiert werden muss, wird empfohlen, die Dauermagneten zu
entmagnetisieren. Die Entmagnetisierung erfolgt durch Erhitzung des Läufers im Ofen, bis die
Dauermagneten eine Temperatur von +300 °C erreicht haben.
WARNUNG: Magnetische Streufelder, die durch eine geöffnete oder zerlegte DauermagnetSynchronmaschine oder deren separaten Läufer hervorgerufen werden, können
andere elektrische oder elektromagnetische Vorrichtungen und Komponenten
stören, darunter auch Herzschrittmacher, Kreditkarten u.ä.
10.5.4 Sondermüll
Das Öl des Schmiersystems ist Sondermüll und gemäß lokalen Bestimmungen zu entsorgen.
10.5.5 Deponieabfälle
Sämtliche Isoliermaterialien können als Deponieabfall entsorgt werden.
82 - Recycling Sicherheitsvorschriften
3BFP 000 064 R0103 REV D
Handbuch für Hochspannungsmotoren
INBETRIEBNAHMEBERICHT
Typenschildinformationen:
Serien-Nr.
Hersteller:
ABB Oy
Adresse:
P.O. Box 186
FIN-00381 HELSINKI
FINNLAND
+358 (0) 10 22 11
+358 (0) 10 22 22544
Telefon:
Fax:
Kunde:
Kundenadresse:
Kontaktperson:
Telefon:
Mobiltelefon:
Fax:
e-Mail:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 83
Handbuch für Hochspannungsmotoren
1 Transport
Allgemeines:
Ankunftsdatum der Maschine:
Inspektionsdatum und Aufstellort:
Unterschrift des Lieferanten:
nein
ja,
ausgeführt von:
Packliste:
nein
ja,
fehlende Teile:
Maschine:
nein
ja,
Art:
Verpackung:
nein
ja,
Art:
Zusatzeinrichtungen:
nein
ja,
Art:
Ersatzteile + Werkzeuge:
nein
ja,
Art:
Fotografiert:
nein
ja,
Datum:
Dem Transportunternehmen berichtet:
nein
ja,
an wen:
Datum:
Dem Lieferanten berichtet:
nein
ja,
an wen:
Datum:
Dem Versicherungsunternehmen berichtet:
nein
ja,
an wen:
Datum:
Inspektion bei geöffneter Verpackung:
Schäden:
Im Schadensfall unternommene
Maßnahmen:
Transportart:
Bahn
Luftfracht
LKW
Post
Seetransport durch M/S
Sonstige:
Bemerkungen:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 84
Handbuch für Hochspannungsmotoren
2 Lagerung
Allgemeines:
Lagerung:
nein
ja,
Lagerungszeit länger als 6 Monate:
nein
ja
Beginn:_______________Ende:__________________
Für die Lagerung verantwortliche Person:
Lagerort:
im Innenraum
im Freien
in Verpackung
wasserdicht abgedeckt
Tägliche Temperatur: min/max._____ - _____ºCFeuchtigkeit:_____%
Lagerungsmaßnahmen:
Transportpaket ist belüftet:
nein
ja
Externe Heizung/Ventilator wird verwendet:
nein
ja,
Typ:______________________________________
Stillstandsheizungen werden verwendet:
nein
ja,
Spannung:____________________________________
Lager wurden gespült:
nein
ja,
Ölsorte:____________________________________
Lagerschalen wurden ausgebaut:
nein
ja,
Datum:______________________________________
Korrosionsschutz für Wellenende wurde
überprüft:
nein
ja,
Typ:______________________________________
Korrosionsschutz für Wellenende wurde
erneuert:
nein
ja,
Datum:______________________________________
Läufer wird alle zwei Monate um 10
Umdrehungen gedreht:
nein
ja
Vibrationen am Lagerort:
nein
ja,
__________mm/s, Effektivwert
Korrodierende Gase in der Luft:
nein
ja,
Art:__________________________________
Bürsten sind angehoben:
nein
ja
Maschinendokumente sind aufbewahrt und
für zukünftigen Gebrauch geschützt:
nein
ja,
Ort:_____________________________________
Bemerkungen:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 85
Handbuch für Hochspannungsmotoren
3 Mechanische Installation
Fundament wurde gemäß
Maschinenzeichnung überprüft:
nein
ja,
Fundamentschrauben bzw. Schwellenplatten
(soweit vorhanden) anweisungsgemäß
montiert:
nein
ja
Luftspalt wurde gemessen (falls zutreffend):
Für Stehlager markieren Sie die Werte 1-4
und für geflanschte Lager die Werte A-D
1 ____________ A ____________
2 ____________ B ____________
3 ____________ C ____________
Zeichnungsnr.:_____________________________
ND-Ende Oben
D-Ende Oben
1
1
A
D
D
2
4
D
3
A
4
2
C
3
1
A
4
B
C
Erreger ND-EndeOben
B
2
C
3
B
4 ____________ D ____________
Zur Ausrichtung der Kupplung verwenden
Sie entweder die Werte 1-4 oder die Werte
A-D
Radiale Ausrichtung der Kupplung Winklige Ausrichtung der Kupplung
D
1 ____________
4
2 ____________
4 ____________
A ____________
1
D
4
2
C
3 ____________
Oben
Oben
1
A
3
B
C
A
2
3
B
Axiale Position des Läufers: ET Nr.1:________mm, ET Nr.2:________mm
Axialer Abstand zwischen Wellenenden: __________mm
Abstand der Läuferlagerung:
B ____________
C ____________
D ____________
______mm ______mm
Biegung der Kurbelwelle wurde überprüft:
nein
ja
Maschinenposition nach der Ausrichtung
mit konischen Führungsstiften fixiert:
nein
ja
Fundamentschrauben mit Momentschlüssel
angezogen:
nein
ja,
Schmierung der Schrauben:
Trocken
Kühlwasser:
nein
Kühlelementleitung:
Flexibel
Transportsperre wurde entfernt:
nein
ja
Läufer dreht ruhig und ohne Kratzgeräusche:
nein
ja
3BFP 000 063 R0101 REV D
Schraubengröße:_____________Drehmoment:_______
Öl,
MoS2
ja, Ausmaß:
m3/s
Starr
- 86
Handbuch für Hochspannungsmotoren
4 Schmierungsprüfung
4.1 Selbstschmierung
Lageröl:
Ölqualität entspricht den Empfehlungen:
Hersteller:__________________ Typ:_________________________
nein
ja
Lageröl ist bis zum angezeigten Ölstand
aufgefüllt:
Bitte markieren Sie den Stand im
Schauglaskreis auf der rechten Seite.
Schmierringe drehen sich ungehindert:
Schauglas
nein
ja
4.2 Fremdschmierung
Lageröl:
Hersteller:__________________ Typ:_________________________
Ölqualität entspricht den Empfehlungen:
nein
ja
Schmierringe drehen sich ungehindert:
nein
ja
Öldruck der Fremdschmierung:
___________kPa
Ölströmung:
___________Liter/min
Rotation der Pumpen geprüft:
nein
ja
Hebepumpen geprüft:
nein
ja
Ölfilter geprüft:
nein
ja,
Alarmeinstellung:_____kPa, Einstellung
4.3 Lagerschmierung:
Fett:
Fettqualität entspricht der Angabe
auf dem Schmierungskennschild:
Erstschmierung:
Hersteller:__________________ Typ:_________________________
nein
ja
Datum:_______________ Menge:________g
Bemerkungen:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 87
Handbuch für Hochspannungsmotoren
5 Elektrische Installation
Netzvariation:
nein
ja,
Betrieb der Stillstandsheizung:
nein
Handbuch
Stillstandsheizung für Schleifringeinheit:
nein
ja,
Spannung:_____-_____V, Frequenz:_____-______Hz
automatisch, gesteuert durch:___________
Spannung:____________V, Leistung:____________W
5.1 Isolierwiderstandstest
Statorwicklung (1 min., 1000 VDC):
__________MΩ, geprüft bei________ kV, Wicklungstemperatur:_____ºC
Statorwicklung (15 / 60 s oder 1 / 10 min.):
PI =__________, geprüft bei________ kV, Wicklungstemperatur:_____ºC
Läuferwicklung (1 min.):
__________MΩ, geprüft bei________ kV, Wicklungstemperatur:_____ºC
Erregerstator (1 min., 500 VDC):
__________MΩ, geprüft bei________ kV, Wicklungstemperatur:_____ºC
Stillstandsheizung:
__________MΩ (500 VDC)
Temperaturdetektoren:
__________MΩ (100 VDC)
Lagerisolierung ND-Ende:
__________MΩ (100 VDC)
5.2 Widerstandstest Zusatzeinrichtungen
Stator 1 PT 100:
Stator 2 PT 100:
Stator 3 PT 100:
Stator 4 PT 100:
Stator 5 PT 100:
Stator 6 PT 100:
__________Ω
__________Ω
__________Ω
__________Ω
__________Ω
__________Ω
Lager PT 100 D-Ende:
Lager PT 100 ND-Ende:
__________Ω
__________Ω
Lufttemperatur 1 PT 100:
Lufttemperatur 2 PT 100:
__________Ω
__________Ω
Stillstandsheizung:
__________Ω
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 88
Handbuch für Hochspannungsmotoren
6 Maschinenschutzeinstellungen
Überstromabschaltung:
_______________A _________________ s
Sofortüberstromabschaltung:
_______________A _________________ s
Überspannungseinstellung:
nein
ja,
Einstellung:
Erdschlusseinstellung:
nein
ja,
Einstellung:
Rückleistungseinstellung:
nein
ja,
Einstellung:
Differentialschutzeinstellung:
nein
ja,
Einstellung:
Vibrationsüberwachung:
nein
ja,
Alarm:__________mm/s, Auslösung:_________mm/s
- in der Statorwicklung
nein
ja,
Alarm:__________ºC, Abschaltung:____________ºC
- im Lager
nein
ja,
Alarm:__________ºC, Abschaltung:____________ºC
- in ______________________________
nein
ja,
Alarm:__________ºC, Abschaltung:____________ºC
Sonstige Schutzvorrichtungen:
nein
ja,
Typ:
Temperaturüberwachung:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 89
Handbuch für Hochspannungsmotoren
7 Probelauf
7.1 Erster Start (nur wenige Sekunden)
Bemerkung: Stellen Sie sicher, dass die ggf. vorhandene Fremdschmierung eingeschaltet ist!
nein
Sind anomale Geräusche zu hören?
links
rechts
Drehrichtung (vom D-Ende aus gesehen):
ja,
von:
7.2 Zweiter Start (wenn möglich entkuppelt)
Bemerkung: Stellen Sie sicher, dass die ggf. vorhandene Druckschmierung eingeschaltet ist!
Sind anomale Geräusche zu hören?
nein
ja,
von:
Vibriert die Maschine anomal?
nein
ja,
wo/wie:
Gemessener Lagervibrationspegel:
D-Ende:______ mm/s, Effektivwert; ND-Ende:______ mm/s, Effektivwert
Lauf:
Maschinenlauf i.O.
Betrieb stoppt, weil:
Prüfplan und Informationen
Zeit
h:min
Lagertemperatur
Lagervibrationspegel
Stator
Statorwicklungstemperatur
D-Ende
ND-Ende
D-Ende
mm/s
ND-Ende
mm/s
Strom
Leistungsfaktor
Erreg.
Strom
U
V
W
ºC
ºC
Effektivwert
Effektivwert
A
cos φ
A
ºC
ºC
ºC
0:00
0:05
0:10
0:15
0:20
Bemerkungen:
Beobachtungen:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 90
Handbuch für Hochspannungsmotoren
8 Probelauf (mit Last)
Prüfplan und Informationen
Zeit
h:min
Last
Lagertemp.
Lagervibrationspegel
Stator
Statorwicklungstemperatur
D-Ende
NDEnde
D-Ende
mm/s
ND-Ende
mm/s
Strom
Leistungs
faktor
Erreg.
Strom
U
V
W
ºC
ºC
Effektivwert
Effektivwert
A
cos φ
A
ºC
ºC
ºC
%
0:00
Vibrationsspektrum beigefügt:
nein
ja
Beschleunigungszeit:
__________ s.
Kühllufttemperatur:
Einlass: __________ ºC
Auslass:__________ ºC
Kühlwassertemperatur:
Einlass: __________ ºC
Auslass:__________ ºC
Bemerkungen:
9 Zulassung der Maschine
Maschine zur Benutzung zugelassen
Datum:
Inbetriebnahme durchgeführt von:
Zugelassen von:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 91
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Fax-Deckblatt
Datum:
An:
ABB Oy
Telefax: +358 (0) 10 22 22544
Von:
Fax-Nr.:
Telefon-Nr.:
e-Mail:
Anzahl der Seiten:
1 + 9 + _________
Mitteilung:
3BFP 000 063 R0101 REV D
- 92
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Typische Position der Kennschilder
4
D-ENDE
N-ENDE
5
6
3
2
1
4
5
N-ENDE
1
TYPENCHILD DER MASCHINE
2
LAGERSCHILD DER MASCHINE
3
ZUSATZSCHILD
4
MARKIERUNGSSCHILD FÜR DIE DREHRICHTUNG
5
GRIFF DES FETTAUSLASSVENTILS
DREHRICHTUNG VOM ANTRIEBSENDE
(D-ENDE) AUS ZUR MASCHINE HIN GESEHEN
5
RECHTSHERUM
IN BEIDE RICHTUNGEN
DIE ENDEN DER MACHINE:
D-ENDE
1
3BFP 000 064 R0103 REV D
LINKSHERUM
2
D-ENDE
= ANTRIEBSENDE
N-ENDE
= GEGENÜBERLIEGENDES ENDE
3
Sicherheitsvorschriften - 93
Handbuch für Hochspannungsmotoren
Typische Hauptnetzkabelanschlüsse
Verbindungsschraube
Schraube: Bronze M16
Sechskantmutter: Messing M16
Anzugsmoment 40 Nm
Rundklemme DN 46223
Schraube: Stahl M10
Anziehen, bis die Verbindung haltbar erscheint
Erdungsschraube M12
Schraube: M12 – AISI 316
Sechskantmutter: M12-AISI 316
Anzugsmoment 55 Nm. Nicht mit der Maschine anziehen.
Muttern mit Sperrfeder sollten geschmiert werden
3BFP 000 064 R0103 REV D
Sicherheitsvorschriften - 94
Dezember 2007
ABB Oy
Machines
P.O. Box 186
FIN-00381 HELSINKI
FINLAND
Telephone + 358 (0)10 2211
Telefax
+ 358 (0)10 22 22141
www.abb.com/motors&drives
3BFP 000 064 R0103 REV D
ABB
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