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MasterScope-PC Asthma Management im Systemkonzept

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Medizintechnik mit System
Deutsche Ausgabe November 1995
MasterScope-PC
Die brandneue PC-Version
Asthma Management
im Systemkonzept
Editorial
Editorial
Krankheitsmanagement die Lösung im Gesundheitswesen? ................................ 2
Grundlagen
Compliance-Messung
Bewährt und objektiv ........... 8
News
ApnoeLab - das kleine Labor,
das Großes leistet ................. 3
Asthma-Management im
Systemkonzept .................... 5
Der Asthma-Monitor ........... 6
MasterScope-PC ................ 10
Die letzte Seite
Aktuelle Versionen .............. 11
Wichtige Veranstaltungen ... 11
Gewinner der JAEGER
Pneumologenumfrage......... 11
Krankheitsmanagement
- die Lösung im
Gesundheitswesen?
Sehr geehrte Kunden, sehr geehrte JAEGER-Freunde!
Eine weitere Runde im Kampf um die Kostendämpfung ist vorüber.
Der Ansatz der Politiker zu einer weiteren radikalen Kostensenkung wird
zwangsläufig zu einer Basisversorgung mit ausreichendem (entsprechend der
Note 4) Versorgungsniveau führen. Wer mehr möchte, muß aus eigener Tasche zahlen oder sich durch eine Zusatzversicherung absichern. Der Staat
strebt also einen mündigen Patienten an, der seine Gesundheit selbstverantwortlich managt und Kosten vermeidet.
Hier wird aber auch ein Weg aus dem heutigen Dilemma deutlich: Die Patienten müssen mobilisiert und die Leistungen nach ihren Anforderungen gestaltet werden. Denn nur eine effektive und erfolgreiche Behandlung kann eine
Lebensqualität auf hohem Niveau sicherstellen und trotzdem erschwinglich
sein.
In diesem Zusammenhang wurden die Begriffe "Managed Care" und "Krankheitsmanagement" geboren, hinter denen sich eine übergreifende Versorgung
der verschiedenen Ebenen verbirgt. Um dies zu erreichen, müssen alle Beteiligten, d.h. Ärzteschaft, Versorgungsträger, pharmazeutische Industrie und
Medi-zingerätehersteller eng zusammenarbeiten und ihr Wissen im Sinne
einer Optimierung einbringen. Im Zeitalter der Computertechnik erfolgt
dieser Informationsaustausch durch den Einsatz modernster Informationstechnologien, was wiederum Datenkompatibilität und Standardisierung voraussetzt.
JAEGER hat dies bereits schon vor Jahren erkannt und mit seinem übergreifenden Systemkonzept LAB die Weichen für die Zukunft gestellt. Am Beispiel
"Asthma" zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten eines Krankheitsmanagements
in der Pneumologie. Für Sie steht somit eine Lösung für ein effektives AsthmaManagement zur Verfügung. Auch die kurzfristige Forderung aus dem neuen
EBM, möglichst viele Patienten gleichmäßig über alle Quartale verteilt, effektiv zu betreuen, wird unterstützt. Die nötigen Effektivitätssteigerungen in
Diagnostik, Therapie und Patientenführung sind in unserem Systemkonzept
implementiert, so daß Aufgaben, die Sie als Arzt bisher belasteten, delegierbar werden. Denn ein bestmöglicher Therapieerfolg überzeugt Ihre Patienten.
Die stete Weiterentwicklung dieses Systemkonzepts wird nicht zuletzt durch
Ihre rege Mitarbeit gewährleistet. An dieser Stelle möchten wir uns für die
zahlreichen Rückmeldungen auf unsere Pneumologenumfrage bedanken.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Rüdiger Eichler
Geschäftsführer der Erich JAEGER GmbH
Seite 2
JAEGER info Ausgabe November/95
News
Das kleine Labor,
das Großes
leistet.
.....
ApnoeLab
.........
.....................................
K
leines System ganz groß:
ApnoeLab, das Mini-Schlaflabor
wurde speziell für nCPAP/BiPAPEinstellungen entwickelt. Es zeichnet sich
aus durch einfache Handhabung der Sensoren, effektive Aufzeichnungs- und umfangreiche Analysesoftware. Zusammen
mit einer leistungsstarken Hardware und
dem Apnoescreen II von JAEGER steht Ihnen ein komplettes Laborsystem zur Verfügung.
✐
Detaillierte Aufzeichnung
Während der Aufzeichnung mit dem
Apnoescreen II werden die Rohdaten auf dem
PC (oder Notebook) dargestellt. Die Daten werden nach der Aufzeichnung von der MatrixAnalysesoftware unter MS-Windows analysiert.
Folgende Signale können mit Apnoescreen aufgezeichnet werden:
n Atemströmung (Flow) als Summe der
nasalen und oralen Strömung über einen
Thermistor. Während einer nCPAP/BiPAPMessung wird die nasale Strömung über
einen an einer Atemmaske angeschlossenen
Druckschlauch gemessen.
n Sauerstoffsättigung über den am internen
Pulsoxymeter angeschlossenen Fingerclip.
n Pulsfrequenz über den am internen
Pulsoxymeter angeschlossenen Fingerclip.
n Körperlage (Bauch, Rücken,rechts,links)
über den Körperlagesensor im Patientenanschlußteil.
n Schnarchen über das Trachealmikrophon
n Aktivität über den Aktivitätssensor in der
Armmanschette; die Daten ermöglichen die
Einschätzung der Schlaf- und Wachphasen.
n Effort kann über einen Thorax- und einen
Abdomengurt unabhängig voneinander
gemessen werden.
n nCPAP-/BiPAP-Druck
n EKG
JAEGER info Ausgabe November/95
Matrix-Analyse-Software
Die präzisere Analyse
Die Matrix Analyse-Software ermöglicht eine detaillierte Analyse der mit ApnoeLab
gemessenen Daten. Bereits nach wenigen Minuten erhalten Sie einen kompletten
Überblick über die gesamte Messung. Ereignisse lassen sich nicht nur für eine Parametereinstellung,
sondern für einen weiten Parameterbereich analysieren. Der Vorteil für Sie: Nicht nur klare,
schwergradige Ereignisse,
sondern auch grenzwertige
und leichte Befunde werden
sofort erkannt und ausgewertet.
Links:
Geteilter Bildschirm:
Rückblick und
Summengraphik
Rechts:
Geteilter Bildschirm:
Rückblick und
Aufnahme
So kann eine partielle
Atemwegsobstuktion oder
Hyperventilation selbst dann
erkannt werden, wenn nur ein
unauffälliges Ereignis registriert wurde. Durch den
schnellen Zugriff auf die Rohdaten wird Ihre Analyse noch effektiver. Ereignisse können so schnell
und komfortabel hinzugefügt bzw. gelöscht werden. Respiratorische Ereignisse sind farblich gekennzeichnet, so daß sich der Typ sofort erkennen läßt. Interessante Zeitabschnitte oder Ereignisse
lassen sich dabei direkt aus der Analyse heraus ausdrucken.
Seite 3
News
Korrelationsmatrix das Herzstück der Analyse-Software
Die Korrelationsmatrix beschreibt die Anzahl der Entsättigungen, Brady-/Tachykardien und Schnarchereignisse, die mit einem respiratorischen Ereignis korreliert sind. Auf einem Blick erhalten Sie Auskunft über die kausalen Verknüpfungen zwischen den Signalen über den gesamten Parameterbereich.
Korrelationskriterien lassen sich dabei individuell festlegen.
Ausgabe
.................................
.................................
Zur Dokumentation der Meßergebnisse bietet Ihnen ReportMaker
vielseitige Möglichkeiten, denn: hier haben
Ihre Prioritäten Vorrang. Gestalten Sie Ihre
Reportmaske individuell. Farbgraphiken,
Ergebnistabellen, Patientendaten und Befunde
können ganz nach Ihrem Bedarf durch einen
einfachen Mausklick in den Report eingebunden werden - so einfach, vielseitig und zeitsparend, daß es Spaß macht. Sogar der Ausdruck
nimmt keine Zeit in Anspruch. Drucken Sie einfach, während Sie die Daten eines anderen Patienten analysieren oder während Sie in einem
anderen Windows-Programm arbeiten.
Archivierung
Und wenn auf dem Praxis-PC kein Platz mehr
für neue Daten ist? Kein Problem!
Die Archivierungssoftware ermöglicht das
papierfreie Archivieren der Rohdaten und
Analyseergebnisse.
Eine Reanalyse der Daten ist jederzeit
durch Wiedereinlesen möglich.
Korrelationsmatrix
Die präzisere
Diagnose
Spezifikationen des Computersystems:
n 80486 DX2/66 MHz Prozessor
n 8 MB RAM
n Mindestens 500 MB Festplattenlaufwerk
n 1.44 MB Diskettenlaufwerk
n 1 serielle/parallele Schnittstelle, Maus
n Local Bus Super-VGA
n Flüsterleiser Tintenstrahldrucker in Farbe
n Strahlungsarmer, hochauflösender 14” Monitor
ApnoeLab
- alles auf einem Blick
Seite 4
JAEGER info Ausgabe November/95
News
Asthma geht uns
alle an.
A
Management
im Systemkonzept
Asthma ist eine Erkrankung, die zwangsläufig einen immer höheren Stellenwert in der modernen Medizin einnimmt, denn immerhin 5% der Weltbevölkerung sind von der Krankheit betroffen. Von 100.000 Todesfällen
im Jahr werden drei durch Asthma hervorgerufen. Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern, kann aber auch erst im
Erwachsenenalter ihre Ausprägung finden. Auch heute noch sind die Ursachen nicht vollständig geklärt, obwohl Asthma keine neue Erkrankung
ist und erste Hinweise bis in die Antike zurückreichen.
Der Asthmapatient muß sich in der Regel erst
einmal mit dem Gedanken vertraut machen, daß
er an einer Krankheit leidet, die eine Langzeittherapie erfordert und die ihn zeitlebens begleiten kann. Dementsprechend wichtig ist es für
ihn, von einem Arzt seines Vertrauens Wege aufgezeichnet zu bekommen, mit dieser Krankheit
umzugehen. In diesem Zusammenhang sind die
Begriffe Patientenschulung und Asthma-Management zu Schlüsselwörtern geworden.
Was ist AsthmaManagement?
Ein wirkungsvolles Asthma-Management stützt sich auf die Bausteine Diagnose, Medikation
und Patientenschulung, die unter diesem Begriff zu einer wirkungsvollen Langzeittherapie
vereint werden. Definiertes Ziel
der Asthmatherapie ist dabei die
JAEGER info Ausgabe November/95
Kontrolle der Symptome und
gezielte Medikation, um die Nebenwirkungen möglichst gering
zu halten. Risikofaktoren müssen soweit wie möglich ausgeschlossen werden.
Ohne die Kooperation des Patienten ist eine andauernde Behandlung nicht möglich. Das gilt
sowohl für die medikamentöse als auch für die
nichtmedikamentöse Therapie sowie für die Lebensgewohnheiten, die der Erkrankung anzupassen sind.
Um den Patienten wirkungsvoll auf eine Behandlung einzustellen, müssen alle Veränderungen
des Luftvolumens bzw. der
Atemstromstärke über einen
längeren Zeitraum konsequent
registriert und dokumentiert
werden. Das setzt natürlich
eine hohes Maß an Eigenverantwortung und Disziplin seitens Ihres Patienten voraus.
Die gebräuchlichen PeakFlow-Meter und das hand-
schriftlich geführte Asthma-Tagebuch lassen aber
sehr viel Spielraum für Ungenauigkeiten und
Nachlässigkeiten.
Effektives Asthma-Management bedarf Diagnosegeräte, die sowohl den Arzt als auch den Patienten bei allen Maßnahmen sinnvoll unterstützen.
Hier war auch JAEGER als Medizingerätehersteller gefordert.
Unter Berücksichtigung der Erfordernisse eines
modernen Asthma-Managements haben wir den
Asthma Monitor entwickelt, der dem Patienten
jederzeit eine absolut zuverlässige und bequeme Atemfluß-Kontrolle ermöglicht.
Seite 5
News
Der Asthma
Monitor
Die Verbindung
Das Prinzip
AM1
Der AM1 erlaubt die Messung von Lungenfunktionsparametern sowie die Registrierung
von eingenommenen Medikamenten, Symptomen und Ereignissen und ersetzt damit einen
Peak-Flow-Meter, das Asthma-Tagebuch und einen Bleistift. Das bedeutet für den Patienten:
Das Führen eines Asthmatagebuchs entfällt, der
JAEGER AM1 speichert automatisch alle Meßwerte, die jeweilige Uhrzeit, das Datum, die Symptome und Ereignisse. Durch Weck- und Alarmzeiten wird der Patient an die Medikamenteneinnahme oder die Peak-Flow-Messung erinnert.
So werden Alltag und Freizeit kaum beeinflußt.
Der Asthma Monitor AM1 ist ein elektronischer Peak-Flow-Meter mit integrierter
Datenbank. Alle Messungen, die der Patient vornimmt, werden mit Datum und
Uhrzeit gespeichert und spätestens nach
drei Monaten vom behandelnden Arzt
über die AMOS Software ausgewertet.
Bedienung
Die Bedienung des AM 1 ist kinderleicht.
Für die Messung und Registrierung stehen vier Tasten zur Verfügung. Sie dienen
zur Kontrolle der Messung als auch zur
Steuerung der Sonderfunktionen.
Die Ampelfunktion
Anhand der eingegebenen individuellen
Bestwerte liefert die Ampelfunktion dem
Patienten eine objektive, optische Information über seinen aktuellen asthmatischen Zustand. Der Patient ist frühzeitig
gewarnt und kann die nötige Medikation einleiten.
Die Trendanzeige
Die Trendanzeige gibt einen Überblick
über die Veränderung des Zustands
innerhalb der letzten 7 Tage.
Speicherkapazität
Registrierung von Symptomen, Ereignissen und Medikation
Wichtige Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten können sehr einfach mittels der Tastatur im Speicher abgelegt werden.
Symptome
Entsprechend der Vorgaben der Deutschen
Atemwegsliga können die Symptome Husten,
Atemnot und Auswurf graduiert und registriert
werden.
Ereignisse
Bis zu vier frei definierbare Ereignisse, die dem
individuellen Zustand des Patienten entsprechen,
können mit Datum und Uhrzeit abgespeichert
werden.
Medikation
Selbst die Einnahme von Medikamenten oder die
Durchführung einer Nach-Messung kann registriert werden. Über die Tastatur können bis zu
vier verschiedene Medikationen indiziert werden.
Seite 6
Die Speicherkapazität ist für ca. 400
Messungen ausgelegt. Sind 80% des
verfügbaren Speichers gefüllt, erscheint ein entsprechendes HinweisSymbol, um den Patienten zu informieren, daß
die Daten ausgelesen werden müssen.
Bestimmbare Parameter
PEF
Maximale exspiratorische Atemstromstärke (Peak Flow)
MEF75
Maximaler exspiratorischer Fluß bei 25% des ausgeatmeten Volumens
MEF50
Maximaler exspiratorischer Fluß bei 50% des ausgeatmeten Volumens
MEF25
Maximaler exspiratorischer Fluß bei 75% des ausgeatmeten Volumens
MMEF25/75 Mittlerer, maximaler exspiratorischer Fluß bei 25% - 75%
FEV1
Forciertes Exspirationsvolumen nach einer Sekunde
FVC
Forcierte Vitalkapazität
Variabilität
Prozentuale Schwankungsbreite des PEF zwischen max. und min. Tageswert
Die Bestwertbestimmung erfolgt automatisch: Aus allen Messungen innerhalb von 10 Minuten wird
jeweils der beste Wert ermittelt und gespeichert.
Anhand der bestimmten Parameter kann über das Auswerteprogramm für jede Einzelmessung eine
exspiratorische Fluß-Volumen-Kurve erstellt werden.
JAEGER info Ausgabe November/95
News
Die Auswertesoftware AMOS
Die AMOS-Software ermöglicht dem Arzt eine vollständige und lückenlose Kontrolle. Sie läuft sowohl unter Windows Version 3.1 oder höher als auch auf
MS-DOS ab Version 5.0, die Datenübertragung erfolgt über eine serielle Schnittstelle. Der Datenspeicher des Gerätes muß in regelmäßigen Abständen in
der Praxis entleert werden, d. h. die im Gerät gespeicherten Daten werden auf den Praxis-PC übertragen und mit
der AMOS-Software ausgewertet. Der Vorteil für den Arzt:
der gesamte Krankheitsverlauf kann auf dem Bildschirm
dargestellt und ausgewertet werden.
Diese umfangreiche Datenbasis ermöglicht zudem die Erstellung von entsprechenden Trendprotokollen.
Bei AMOS inklusive: der praxisgerechte
Leitfaden zur Asthma-Therapie (rechts).
Für Anwendungsbeobachtungen und Arzneimittelstudien können spezielle Reports erstellt werden. Zusätzlich steht dem Anwender ein Leitfaden für Asthma-Diagnostik mit Therapieempfehlungen, wichtige
Lungenfunktionsparameter sowie Musterkurven zur Verfügung. Diese Software ist voll kompatibel mit der gesamten JAEGER LAB-Software, so daß zum Beispiel ein Datenverbund vom AM-Anwender über
den niedergelassenen Arzt bis hin zu Asthma-Zentren möglich ist.
Reinigung
Der auswechselbare Rotationsflußgeber kann problemlos gereinigt werden.
Fazit:
Der neue Asthma Monitor von JAEGER ist ein wirkungsvolles Werkzeug des modernen AsthmaManagements. Der Vorteil für den Arzt: Er hat die optimale Kontrolle über den gesamten Therapieverlauf. Fehlerquellen aufgrund der Tatsache, daß viele Patienten ihr Tagebuch „aus der Erinnerung“ vervollständigen, werden so eliminiert.
Der Patient wiederum kann auch im Alltag leichter mit seiner Krankheit umgehen. Ab sofort
entfällt das von vielen Patienten als besonders lästig empfundene Führen des Tagebuchs. Einfach
per Tastendruck eingeben - das motiviert zur Mitarbeit. Und gute Mitarbeit und Verantwortung
des Patienten bedeutet mehr Effektivität und Kontrolle für den Arzt.
JAEGER info Ausgabe November/95
Damit Ihre Asthmapatienten
beruhigt aufatmen
können.
Seite 7
Grundlagen
Bewährt
Compliance
Prinzip
Die Messung der Lungen-Compliance
mittels eines Ösophaguskatheters wurde bereits 1927 von Neergaard und
Wirz1 beschrieben.
Die Compliance der Lunge definiert sich
aus dem Verhältnis der Änderung des
Lungenvolumens (DV) und transpleuraler
Druckänderung (DP). Wir unterscheiden zwischen der dynamischen Compliance und der
statischen Compliance. Die Messung der dynamischen Compliance erfolgt während der Ruheatmung (mitarbeitsunabhängig); die statische
Compliance wird während einer langsamen Exspiration nach maximaler Inspiration aufgezeichnet. Aus dem Atemmanöver ergeben sich
Volumen-Druckkurven, deren Steigung die
Lungencompliance definiert. Mit dieser Meßmethode wird der Pleuradruck mittels eines
Ballonkatheters gemessen. Frühere Messungen
an Hunden2 und Meßversuche an Menschen 3,4
bestätigten, daß die Messung in sitzender, aufPneumotachograph
Ösophaguskatheter
Lunge
Herz
Ballonkatheter
Zwerchfell
rechter Haltung des Probanden durchgeführt
werden soll, um bestmögliche Ergebnisse zu
erzielen.
Der transpleurale Druck wird über den Alveolardruck bestimmt, der wiederum bei kurzzeitigen Verschlüssen am Mund gemessen wird.
Wird während der Messung auf die Verschlüsse verzichtet, entstehen aufgrund der Atemwegs- und Lungenwiderstände Flußartefakte.
Während der statischen Compliance kommt es
Seite 8
Essay von Dr. Jürgen Reinstaedtler
so zu einer Kurvenverschiebung, bei der die während der dynamischen Compliance aufgezeichneten Kurven eine konvexe Form annehmen.
Die aus der dynamischen Compliance gewonnenen Druck-Volumenkurven ermöglichen die Bestimmung der Atemarbeit und somit des Atemwiderstandes.
Traditionell wird eine Compliance-Messung durchgeführt, wenn ein Verdacht
auf restriktive Erkrankungen, wie z. B.
eine interstitielle oder alveolare Fibrosis
oder ein Lungenödem besteht. Bei Vorliegen dieser Krankheiten ist die Oberflächenelastizität aufgrund der erhöhten
Spannung in der Lunge vergrößert. Gleichzeitig
ist FRC vermindert und der Quotient zwischen
Ddyn/FRC bleibt entweder unverändert oder fällt
leicht ab. Der flache Verlauf der Volumen-Druckkurven läßt auf eine hohe Beanspruchung der
Atemmuskulatur schließen.
Ein Emphysem kann während der Messung der
statischen Compliance diagnostiziert werden.
Hier ist die Oberflächenelastizität erheblich vermindert. Die Bestimmung der Frequenzabhängigkeit der dynamischen Compliance ermöglicht
die Unterscheidung verschiedener Ursachen für
emphysematische Bedingungen. Die Steilheit der
Volumen-Druckkurve zeigt, daß die Ventilation
während der Belastung solcher Patienten nur durch die Aktivierung der exspiratorischen Muskulatur oder Erhöhung des FRC gesteigert werden kann.
Die Messung ist mitarbeitsunabhängig
und daher besonders zur Begutach-
tung des Zustandes des Patienten, z. B. bei Vorliegen einer Fibrose, geeignet.
Dynamische Compliance
Messung
Indikation
objektiv
Vorgehensweise
und
Der Katheter wird durch die Nase in den
Ösophagus eingeführt. Der Ballon wird
dabei oberhalb des Magens positioniert.
Die dynamische Compliance wird während der Ruheatmung gemessen. Die
dynamische Compliance (Cdyn) wird als
Steigung der Druck-Volumenkurve ausgewertet. Aufgrund der Ösophagusdruckartefakte werden mehrere Atemzüge analysiert und Extremwerte ignoriert.
Ventilatorische Störungen werden auch
durch die Abtragung von Cdyn gegen die
Breath-by-Breath-Analyse und Darstellung der wichtigsten Parameter
während der Messung der dynamischen
Compliance
Darstellung der Endergebnisse im neuen
"Compliance"Programm von
JAEGER
JAEGER info Ausgabe November/95
Atemfrequenz ermittelt. Weiterhin kann der Widerstand des respiratorischen Systems bestimmt
werden, woraus wiederum die Lungenmechanik während einer Belastung ausgewertet werden kann.
Transdiaphragmatische
Druck
Statische Compliance
Der Patient atmet zunächst ganz normal
und wird dann aufgefordert, tief einzuatmen. Während der nun folgenden langsamen Ausatmung wird die statische
Compliance (Cstat) bestimmt. Zur Vermeidung von Artefakten kann die Atmung kurzzeitig durch einen Shutter
unterbrochen werden. Der Druckausgleich während der Verschlüsse sollte
überprüft werden. Zur Auswertung kann
entweder die Steigung der Kurve oberhalb des FRC oder eine komplexere Exponentialfunktion herangezogen werden.6,7 Der
minimale und maximale transpleurale Druck
wird ebenfalls aufgezeichnet.
Der transdiaphragmatische Druck
kann mittels zweier Katheter oder eines speziellen Zwillingskatheters gemessen werden. Die aufgezeichneten
Minimal- und Maximaldrücke geben
Aufschluß über eine mögliche diaphragmatische Insuffizienz.
Literatur
Grundlagen
1
NEERGAARD, K. VON, UND K. WIRZ. “Über eine Methode zur Messung der
Lungenelastizität am lebenden Menschen, insbesondere beim Emphysem”; Z.klin.Med. 105 (1927), 35-50.
2
MILIC-EMILI, J., J. MEAD, UND J.M. TURNER. “Topography of esophageal
pressure as a function of posture in man”, J. Appl. Physiol. 19 (1964),
212-216.
3
CHERNIACK, R.M., L.E. FARHI, B.W. ARMSTRONG, UND D.F. PROCTOR. “A
comparison of esophageal and intrapleural pressure in man”, J. Appl.
Physiol. 8 (1955), 203-211.
4
MEAD, J., UND E.A. GAENSLER. “Esophageal and pleural pressures in man,
upright and supine”, J. Appl. Physiol. 14 (1959), 81-83.
5
OTIS, A.B., C.B. MCKERROW, R.A. BARTLETT, J. MEAD, M.B. MCILROY,
N.J. SELVERSTONE, UND E.P. RADFORD. “Mechanical factors in distribution
of pulmonary ventilation”; J. Appl. Physiol. 8 (1956), 427-443.
6
COLEBATCH, H.J.J., C.K.Y. NG, UND N. NIKOV. “Use of an exponential
function for elastic recoil”, J. Appl. Physiol.: Respirat. Environ. Exercise
Physiol. 46 (1979), 387-393.
7
GIBSON, G.J., N.B. PRIDE, J. DAVIS, UND R.C. SCHROTER. “Exponential
description of the static pressure-volume curve of normal and diseased
lungs”, Am. Rev. Respir. Dis. 120 (1979), 799-811.
Das neue JAEGER Compliance
Programm
Merkmale... Merkmale...
Das neue JAEGER Compliance-Programm
für statische und dynamische Compliance
basiert auf der LAB-Version 4.2 und wird
für MasterLab und MasterScreen Ende
1995 erhältlich sein.
Die Software kann mit einer Reihe von
JAEGER-Geräten eingesetzt werden. Wir
empfehlen jedoch, die Messung in einem
Bodyplethysmographen durchzuführen.
Hier haben Sie den zusätzlichen Vorteil,
schnell und effektiv das Lungenvolumen
bestimmen zu können.
JAEGER info Ausgabe November/95
n Leichte Bedienung, zuverlässige
Ergebnisse
n Echtzeitdarstellung der Druck-,
Volumen-Zeit und Druck-Volumenkurve
n Automatisch Breath-by-BreathAnalyse des Cdyn
n Individuelle Verschlußeinstellungen (inkl. festgelegte Anzahl der
Verschlüsse)
Merkmale... Merkmale...
n Automatische und manuelle Steigungsauswertung
n Verschlußdruckkurve für alle
Verschlüsse darstellbar
n Späteres Einladen der gespeicherten Messungen. Manuelles
Modifizieren möglich (Reentrant).
Seite 9
News
MasterScope-PC
Als neuestes Mitglied des JAEGER Systemkonzepts
stellt JAEGER zur Medica MasterScope-PC, den
kostengünstigen Einstieg in die Meßwerterfassung für Spirometrie, Fluß-Volumen, MVV vor.
Einfachste Bedienung dank Windows und der
JAEGER LAB-Software 4.2 bieten Ihnen hohen
Komfort. Die eingeblendete Benutzerführung gibt
Ihnen Sicherheit bei den Messungen. Leistungsfähige Datenbankfunktionen übernehmen automatisch die Langzeitspeicherung für Trendreports in Sekunden, Schnittstellen zu fast allen
wichtigen Praxissystemen vereinfachen die Übernahme der Patientendaten und die Netzwerkfähigkeit erlaubt den problemlosen Datenaustausch mit anderen Systemen der JAEGER LABFamilie. Das integrierte Animationsprogramm
erleichtert speziell bei Kindern und älteren Patienten die Durchführung der mitarbeitsabhängigen Fluß-Volumen-Messung. Die Interpretation der Meßergebnisse erfolgt anhand
neuester EGKS-Sollwerte.
- Die Technik
MasterScope-PC arbeitet mit dem präzisen und
bewährten Pneumotachographen als Fluß-Sensor. Hygienisch, einfach zu reinigen und austauschbar steht Ihnen eine handliche, patientenfreundliche Sensorik zur Verfügung.
Die dazugehörige qualitativ
hochwertige Meßtechnik wurde kompakt und platzsparend
in einen modernen All-In-OnePC integriert, zu dessen TopAusstattung auch ein CD-ROM
(4-fach schnell) und eine
Mes
se
Med -Neuhe
ica 1
it
995
:
Soundkarte gehören. Mit
dieser Ausstattung wird die
Nutzung von multimedialen
Schulungs- und Informationsprogrammen möglich,
die über den integrierten,
strahlungsarmen 14"-Farbmonitor dargestellt werden
können. Schnelle 66 MHz,
8 MB Arbeitsspeicher und
eine Festplattenkapazität
von 420 MB sorgen dafür,
daß der All-In-One-PC auch
für die Zukunft bestens gerüstet ist. Für die Ausgabe von aussagekräftigen
Protokollen können Sie jeden beliebigen Drukker in Farbe oder Schwarz-Weiß anschließen,
egal ob Laser-, Tintenstrahl- oder Nadeltechnologie.
- Die Optionen
MasterScope-PC läßt sich kinderleicht und jederzeit zur Messung des Atemwegswiderstandes
nach der Verschlußdruckmethode Rocc, Atemantrieb P0.1 sowie der Messung des maximalen
Inspirations- und Exspirationsdrucks PI/PEmax
aufrüsten. Auch AMOS, das Auswerteprogramm
für den Asthma Monitor ist bereits vorinstalliert.
Eine weitere, interessante Erweiterung ist das neue
JAEGER APS (Aerosol-Provokations-System), das in der Kombination mit
MasterScope-PC schnell und komfortabel Ergebnisse aus der bronchialen Spasmolyse oder Provokation liefert.
- Die Abrechnung
Mit MasterScope-PC können Sie in der Standardausführung die Ziffern 691 und 718 abrechnen,
mit der Option Rocc die Ziffern 710 und 718
und mit P0.1/PI/PEmax die Ziffer 698. In Kombination mit einem bronchialen Reaktionstest,
z. B. mit dem neuen APS, ist zusätzlich die Ziffer
357 möglich.
- Der Lieferumfang
Innovative Technik in
professioneller Qualität.
Seite 10
Geliefert wird MasterScope-PC betriebsbereit
installiert und getestet. Nur auspacken, einschalten und schon können Sie messen. Mit dabei sind
eine 1 Liter Eichpumpe, Rohrbogen, Mundstükke, Nasenklemmen, Handgriffablage, eine Kurzanleitung sowie eine ausführliche Gebrauchsanleitung.
JAEGER info Ausgabe November/95
Die letzte Seite
Aktuelle Softwareversionen
der JAEGER-Produkte
Wichtige Veranstaltungen zum Vormerken:
MasterLab/CompactLab ... V4.20
MasterScreen Body .......... V4.17
MasterScreen Pneumo ..... V4.17
MasterScope .................... V4.17
MasterScreen IOS ............ V4.17
MasterScreen Diffusion ... V4.17
Flowscreen ....................... V3.1
Rhinoscreen ..................... V1.1
Oxycon Alpha ................... V4.2
Oxycon Champion ............ V4.2
Apnoescreen I .................. V2.04
Apnoescreen II ................ V2.04
Sleep I/T ........................... V1.7a
PolyG ................................ V2.0
SleepLab 1000p ............... V1.43
ApnoeLab ......................... V1.43
SleepLab 1000-2000 ....... V4.57a
SleepLab 100 ................... V4.60
07.12. - 09.12.
26.01. - 28.01.
Tagung: Gesellschaft für Lungen- und Atmungsforschung,
Bochum
Medizin '96, Stuttgart
JAEGER-Kundenseminare 1995:
Nachfolgend aufgeführt sind die Seminare im November/Dezember:
28.11. - 30.11.
28.11. - 29.11.
05.12. - 06.12.
06.12.
06.12.
11.12. - 13.12.
14.12.
Schlaflabor
Lungenfunktionsseminar III
MasterScreen, MasterLab, CompactLab Gerätetraining
Apnoescreen
Flowscreen, Rhinoscreen, MasterScreen
Lungenfunktionsseminar II
Interpretation der Lungenfunktion
In eigender Sache:
Die Redaktion möchte an dieser Stelle erwähnen, daß Ihre Anregungen, Kritik oder eigene
Artikel etc. stets willkommen sind.
Erich JAEGER GmbH, Dokumentation, Leibnizstraße 7, D-97204 Höchberg
Tel: 0931-4972-131, Fax: 0931-4972-130
Impressum
Pneumologenumfrage ´95
Gewinner der JAEGER Pneumologenumfrage:
Die Ziehung der Gewinner unserer Pneumologenumfrage fand anläßlich
des Bayerisch/Badischen Pneumologentreffens am 11.11.1995 in
Ochsenfurt statt.
Folgende Gewinner wurden ermittelt:
1. Preis: Dr. U. Bloching, Waiblingen
(Erlebniswochenende für zwei Personen)
2. Preis: Dr. M. Möller, Hanau
(1 Asthma Monitor von JAEGER)
Vielen Dank für die rege Teilnahme an unserer Pneumologenumfrage. Die
o. g. sowie alle weiteren Gewinner werden noch schriftlich benachrichtigt.
JAEGER info Ausgabe November/95
Herausgeber:
ERICH JAEGER GmbH
Leibnizstraße 7
D-97204 Höchberg
Tel.: 0931/4972-0
Fax: 0931/4972-46
Redaktion:
Hans-Jürgen Peter, Walter Pittasch, Sabine
Klier, Claudia Kümpel, Achim Schülke,
Rüdiger Eichler, Werner Steinhäuser
Text und Abbildungen wurden mit größter
Sorgfalt erarbeitet. Für eventuell verbliebene fehlerhafte Angaben und deren Folgen
kann keinerlei Haftung übernommen werden. Technische Änderungen sind vorbehalten.
Erwähnte Computer, Software- und sonstige
Produktbezeichnungen sind Handelsmarken
und/oder eingetragene Warenzeichen der
jeweiligen Hersteller.
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