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Bedienungs- und Wartungsanleitung Vielfraß 2005 [ö] - Biogas

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Bedienungs- und Wartungsanleitung Vielfraß®
Feststoffeintrag für das Einbringen von nachwachsenden Rohstoffen, Silage oder
Festmist
agriKomp GmbH, Weiherschneidbach 15, 91746 Weidenbach
Tel. 09805 932930 Fax 09805 9329621
Geschäftsführer: Michael Engelhardt, Robert Bugar AG Ansbach, HRB 3120
Bedienungs- und Wartungsanleitung Vielfraß 2005, Stand: 11.08.2005 15:18:00
Inhaltsverzeichnis
1.
Seite:
Sicherheitshinweise............................................................................................. 3
2.
EG – Konformitätserklärung ................................................................................ 6
3.
Funktionsbeschreibung ....................................................................................... 7
4.
Montagevoraussetzungen ................................................................................. 10
5.
Montage ............................................................................................................ 10
6.
Inbetriebnahme ................................................................................................. 15
6.1.
Bedienung bei Vor-Ort-Steuerschrank ....................................................... 16
7.
Betrieb ............................................................................................................... 17
8.
Wartungsplan .................................................................................................... 19
9.
Störungen.......................................................................................................... 20
10.
Elektrischer Anschluss................................................................................... 21
11.
Technische Daten .......................................................................................... 22
Anhang
2
1. Sicherheitshinweise
Um Schäden und Gefahren zu vermeiden, muss der Vielfraß regelmäßig auf seine
ordentliche Funktion überprüft werden.
Bitte beachten Sie auch die Unfallverhütungsvorschriften für landwirtschaftliche
Biogasanlagen sowie die UVV für Gruben und Kanäle!
Insbesondere auf die Gefahren beim Einsteigen in den Fermenter durch Explosion
der Gärgase oder Mangel an Atemluft (Erstickung) wird hingewiesen.
Alle ausgeführten Leistungen müssen den gültigen Regeln der Technik sowie
den VDE Richtlinien und EN Normen entsprechen. Elektroarbeiten dürfen nur
von ausgebildeten Elektrofachkräften durchgeführt werden.
.
Aufgrund von drehenden Teilen besteht erhebliche Verletzungsgefahr
Bei allen Wartungs- und Reparaturarbeiten gilt: Den Vielfraß® zuverlässig
abschalten und vom Stromnetz trennen!
Der Füllstand im Fermenter darf nicht abgesenkt werden, da ansonsten Gas
durch den Vielfraß austreten kann.
3
Auszug aus der Unfallverhütungsvorschrift der GartenbauBerufsgenossenschaft VSG 2.8
§ 1 Grundsätze
Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für die Lagerung von Gülle sowie für das Errichten, das Einrichten
und den Betrieb von Gruben, Kanälen und Brunnen.
Durchführungsanweisung
1. Zu den Gruben gehören z. B. Behälter, Folienerdbecken für Güllelagerung (Lagunen), Becken u. ä.
Vertiefungen.
2. Be- und Entwässerungsgräben sind keine Kanäle in diesem Sinne.
3. Zu den Brunnen gehören z. B. Brunnenkammern, Revisionsschächte, Regenwasserauffangbecken,
Wasserbecken, Schöpfbecken.
§ 2 Sicherung gegen Hineinstürzen
Der Unternehmer muss sicherstellen, dass
1. Gruben, Kanäle und Brunnen durch Umwehrungen oder Abdeckungen gegen Hineinstürzen von
Personen gesichert sind. Soweit diese nicht tiefer als 1 m sind, genügen andere
Sicherungsmaßnahmen.
2. Folienerdbecken und Regenwasserauffangbecken mit Aussteighilfen für Hineingestürzte ausgerüstet
sind.
Durchführungsanweisung zu Ziffer 1
1. Offene Jauche- und Güllegruben, Folienerdbecken, Regenwasserauffangbecken sind in der Regel gegen
Hineinstürzen gesichert, wenn sie eine geschlossene, nicht durchsteigbare Umwehrung von 1,80 m Höhe haben
und an Entnahme- und Rührstellen ein 30 cm hoher Anfahrsockel vorhanden ist.
2. Eine andere Sicherungsmaßnahme ist z. B. eine flache Abböschung.
3. Folien und ähnliche Abdeckungen gelten nicht als Sicherung gegen Hineinstürzen von Personen.
4. Auf die Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen“ (VSG 2.1) und auf die
Bauordnung der Länder wird verwiesen.
Durchführungsanweisung zu Ziffer 2
Als Aussteighilfen sind z. B. Treppen, Leitern oder Rettungswege aus mit Polyesterseilen zusammengebundenen
Reifen anzusehen. Der Abstand der Aussteighilfen sollte nicht mehr als 20 m betragen.
§ 3 Öffnungen
Der Unternehmer muss sicherstellen, dass
1. Personen nicht in Entnahme-, Einstiegs- oder ähnliche Öffnungen stürzen können,
2. im Boden versenkte Aufnahmemulden mit trittfesten, erforderlichenfalls befahrbaren Rosten abgedeckt
oder umwehrt sind,
3. Gruben mit Aufnahmeeinrichtungen, in welche die Ladungen von Fahrzeugen oder
Transportbehältern entleert werden, mit einem Sockel und einer Brustwehr versehen sind. Die
Brustwehr darf an der Beschickungsstelle aufklappbar oder verschiebbar, aber nicht abnehmbar sein,
4. Gruben, Kanäle und Brunnen, in die üblicherweise eingestiegen wird, Einrichtungen haben, die ein
gefahrloses Einsteigen ermöglichen. Die Öffnungen müssen so bemessen sein, daß die Rettung
Verunglückter möglich ist,
5. zum sicheren Abheben und Wiedereinsetzen von Schachtabdeckungen geeignete Werkzeuge benutzt
werden.
Durchführungsanweisung zu Ziffer 1
Die Sicherung der Öffnung kann z. B. durch einen trittfesten und erforderlichenfalls befahrbaren Schutzrost
erreicht werden. Geöffnete Brunnenkammern und Revisionsschächte können z. B. durch geeignete
Absperrmaßnahmen gesichert werden.
Durchführungsanweisung zu Ziffer 4
1. Gefahrloses Einsteigen ist z. B. über Steigleitern, Steigeisengänge und steckbare Haltestangen an den
Einstiegen möglich. Die Öffnungsweite sollte mindestens 80 cm betragen. Auf die
Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen“ (VSG 2.1) wird verwiesen.
2. Bezüglich der Öffnungen in geschlossenen Güllebehältern wird auf DIN 11622-1 „Gärfuttersilos und
Güllebehälter; Bemessung, Ausführung, Beschaffenheit; Allgemeine Anforderungen“ hingewiesen.
Durchführungsanweisung zu Ziffer 5
Geeignete Werkzeuge sind z. B. Deckelheber.
§ 4 Einsteigen und Rettung Verunglückter
4
(1) Der Unternehmer muss sicherstellen, dass
1. nur Personen in Gruben, Kanäle und Brunnen einsteigen, denen die damit verbundenen Gefahren
bekannt sind,
2.die zur Sicherung des Einsteigenden erforderlichen Hilfsmittel in der Nähe des Einsteigbereichs
bereitgehalten werden und die Versicherten mit dem Umgang der Hilfsmittel vertraut sind.
Durchführungsanweisung zu Ziffer 1
1. In Gruben, Kanälen und Brunnen besteht Erstickungs-, Vergiftungs-, Brand- oder Explosionsgefahr z. B.
durch
– biologische Vorgänge (Gärung, Fäulnis), insbesondere bei feuchtem und fauligem Untergrund oder wenn
Gruben und Kanäle Fäkalien enthalten,
– defekte Versorgungsleitungen (Erdgas),
– chemische Reaktionen.
(2) Vor dem Einsteigen und während des Aufenthalts in Gruben, Kanälen und Brunnen muss
sichergestellt sein, dass
– keine Vergiftungsgefahr besteht,
– ausreichende Atemluft vorhanden ist,
– Betriebseinrichtungen zuverlässig gegen Einschalten gesichert sind.
Durchführungsanweisung
Ausreichende Atemluft ist z. B. durch die Überprüfung der Atmosphäre mit einem entsprechenden Messgerät
festzustellen; sie kann auch durch einen ausreichenden Luftaustausch (Be- und Entlüftung) hergestellt werden.
(3) Das Einsteigen ist nur zulässig, wenn sich eine zweite Person über Tage in Sichtweite aufhält. Der
Einsteigende ist so zu sichern, dass seine Rettung jederzeit möglich ist.
(4) Das Einsteigen in Güllegruben ist nur zulässig, wenn die einsteigende Person angeseilt und das Seil
außerhalb der Güllegrube verankert ist und der Einsteigende durch zwei Personen gesichert wird.
Durchführungsanweisung
Die gleichen Sicherungsmaßnahmen können auch bei tiefen Güllekanälen erforderlich werden.
(5) Das Einsteigen zur Bergung Verunglückter ist nur zulässig, wenn der Einsteigende so gesichert ist,
dass er selbst jederzeit den Gefahrbereich verlassen kann und geeignete Hilfsmittel zur Sicherstellung
der Atemluft verwendet.
Durchführungsanweisung
1. Die Anforderung an die Sicherung des Einsteigenden ist als erfüllt anzusehen, wenn
– eine Person den Einsteigenden mit Abseil- und Rettungshubgeräten (Dreibock) in Verbindung mit
Rettungsgurten, Sicherheitsseilen sichert,
– zwei weitere Personen den Einsteigenden mit einem Seil sichern, das außerhalb fest verankert ist.
2. Hilfsmittel zur Sicherstellung der Atemluft sind z. B. von der Umgebungsatmosphäre unabhängige
Atemschutzgeräte, wie
– Sauerstoffselbstretter (sauerstoffgespeiste Fluchthaube),
– Frischluftsaugschlauchgeräte,
– Silorettungshauben.
(6) Der Umgang mit offenem Feuer ist unzulässig.
5
2. EG – Konformitätserklärung
Entsprechen der EG-Richtlinie 89/392/EG
Wir
Gebr. C. u. G. Maier GbR
Heslerhof 1
D-88316 Isny-Sommersbach
erklären in alleiniger Verantwortung, dass der Feststoffeintrag des Typs Vielfraß®
auf den sich diese Erklärung bezieht, den einschlägigen grundlegenden Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen der EG-Richtlinien 98/37/EG und 73/23/EWG entspricht.
Der Feststoffeintrag ist für das Einbringen von Feststoffen wie nachwachsende Rohstoffe,
Silage oder Festmist konzipiert. Der Antrieb erfolgt über drei Elektromotoren.
Zur sachgerechten Umsetzung der in den EG-Richtlinien genannten Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen wurden folgende Normen herangezogen:
DIN EN 292 T1
DIN EN 292 T2
Heslerhof, den 20.09.2004
________________________
Einige Informationen zur Konformitätserklärung
Die Konformitätserklärung bescheinigt Ihnen, dass diese Maschine den strengen
Sicherheitsvorschriften nach EG-Richtlinie 89/392 entspricht
Bedenken Sie aber, dass trotz bester Sicherheitstechnik kein Feststoffeintrag gänzlich ohne
Gefahrenstellen ist.
Beachten Sie deshalb – neben den allgemein gültigen Sicherheitsvorschriften und
Unfallverhütungsvorschriften – die Sicherheitshinweise und Handhabungsvorschriften, die wir für Sie
in der Bedienungsanleitung zusammengestellt haben.
Lesen Sie die Betriebanleitung aufmerksam und ganz durch, bevor Sie zu ersten Mal mit dem
Feststoffeintrag arbeiten.
Gültigkeitsbereich
Die vorliegende Konformitätserklärung gilt nur, wenn
- die Vorgaben in der Bedienungsanleitung in allen Punkten eingehalten werden
- die Sicherheitshinweise der Bedienungsanleitung strikt eingehalten werden
- der Feststoffeintrag gemäß des bestimmungsgemäßen Gebrauchs verwendet wird
- keine eigenmächtigen Umbauten und Veränderungen stattgefunden haben
6
3. Funktionsbeschreibung
Der Vielfraß® eignet sich für das Einbringen nachwachsender Rohstoffe, Festmist
o.ä. in einen Fermenter. Er besteht aus der Grundeinheit und einem Trichter (siehe
Abbildung 1). Zudem ist eine Erweiterung durch eine Abschiebemulde möglich.
Abb. 1: Vielfraß, Grundgerät und Vorratstrichter
Die Grundeinheit setzt sich aus einem Grubenflansch und einer Wanne zusammen,
in der sich eine Hauptförderschnecke (pendelnd aufgehängt) und zwei darüber
angeordnete Auflöseschnecken befinden (siehe Abbildung 2, nächste Seite). Von
den Motoren aus gesehen drehen die Hauptförderschnecke und die rechte
Auflöseschnecke gegen,
die linke Auflöseschnecke im Uhrzeigersinn
(Normalbetrieb).
7
Abb. 2: Auflöseschnecken und Hauptförderschnecke
(Mitte) der Grundeinheit des Vielfraß®
Teile der Wanne, die von der Hauptförderschnecke berührt werden, sind durch
austauschbare Kunststoffeinlagen gegen Abrieb geschützt. Um Schäden durch
Korrosion zu vermeiden, wird die Wanne überwiegend aus V2A Stahl gefertigt. Der
Trichter dient als Vorratsbehälter und vergrößert das Vorratsvolumen auf bis zu 14
m³.
Bei der Entwicklung des Vielfraß® wurde bewusst auf eine energiesparende, robuste
und wartungsarme Konstruktion geachtet. Da die eingebrachte Biomasse in der
Regel nahezu vollständig geschnitten oder gehäckselt vorliegt, wird auf ein
Durchmischen im Vorratstrichter verzichtet. Dadurch wird ein niedriger
Stromverbrauch bei geringem Verschleiß und erhöhter Standzeit erzielt.
Ein weiterer Vorteil ist die Installation an der Behälterseite. Da keine fest installierten
Teile der Einbringtechnik im Fermenter als Hindernisse wirken, kann das Rühren im
Fermenter optimal und energiesparend durchgeführt werden.
Die Steuerung erfolgt direkt am Gerät, oder über einen zentralen Schaltschrank. Da
lediglich Pausen- und Laufzeiten festgelegt werden müssen, ist eine einfache
Bedienung gewährleistet.
Die Erweiterung des Vielfraß® durch eine Abschiebemulde (Abbildung 3) ermöglicht
eine zusätzliche Erhöhung des Vorratsvolumens. Dadurch können die Zeiten bis zum
nächsten Befüllen deutlich verlängert und der Arbeitsaufwand reduziert werden. Das
Vorratsvolumen lässt sich so auf bis zu 50 m³ erweitern. Mögliche Varianten
bezüglich des Vorratsvolumens für die Substrate sind Tabelle 1 zu entnehmen.
8
Tabelle 1: Vorratsvolumina der verschiedenen Varianten des Vielfraß®
Vorratsvolumen in m³
Vielfraß® Variante
Einbringschnecke Grundgerät
Erster Aufsatzring mit Auflöseschnecken
Zweiter Aufsatzring
Dritter Aufsatzring (Standardausführung)
Vierter Aufsatzring als U
Vierter Aufsatzring
Erweiterung Abschiebemulde 5 m
Erweiterung Abschiebemulde 6 m
Erweiterung Abschiebemulde 7 m
Erweiterung Abschiebemulde 8 m
1,5
3,7
6,5
10
13
14
35
40
45
50
Weitere Informationen zur Abschiebemulde entnehmen Sie bitte der „Bedienungsund Wartungsanleitung Abschiebemulde“.
Abb. 3: Abschiebemulde mit Vielfraß®, 35 m³ Vorratsvolumen
9
4. Montagevoraussetzungen
Zunächst ist zu klären, dass der Behälter unter statischen Gesichtspunkten für den
Einbau des Vielfraß® geeignet ist (mit dem Hersteller des Behälters abstimmen).
Bei den Vorbereitungen für die Montage ist darauf zu achten, dass eventuelle
Einbauten im Beton (Heizung, sonstige Leitungen etc.) nicht beschädigt werden.
Wird der Vielfraß® durch die Fa. agriKomp GmbH montiert, übernehmen wir keine
Haftung für beschädigte (einbetonierte) Einbauten.
Für die Montage wird standardmäßig eine Aussparung von 90 x 90 cm in der
Fermenterwand benötigt. Die detaillierten Maße sowie die Fundamenthöhe für die
Stützfüße sind aus den Einbauskizzen (siehe Abbildungen im Anhang) zu
entnehmen. Dabei sind die Abstände von der Oberkante der Aussparung bis zur
Oberkante des Behälters Standardmaße. Diese können bei einer Holzbalkendecke
im Bereich von 0,90 bis 1,40 m und bei einer Betondecke von 0,70 bis 1,20 m
angepasst werden. Weitere Varianten sind nach Absprache möglich.
5. Montage
Je nachdem ob die Decke des Fermenters als Holzbalkendecke oder Betondecke
ausgeführt ist, sind unterschiedliche Anschlussmaße zu berücksichtigen. Die
Abbildungen im Anhang veranschaulichen die wichtigen Maße.
In der Standardausführung ist der Flansch des Vielfraß® so ausgerichtet, dass der
Vielfraß® senkrecht zur Behälterwand angeordnet ist (in radialer Ausrichtung). Auf
Wunsch kann jedoch auch bis zu einem Winkel von 40° von der
Standardeinbauvariante abgewichen werden, siehe dazu Abbildung 4.
Abb. 4: Vielfraß® im Standardeinbau (links) und 40° abgewinkelt, Draufsicht
10
Der Lieferumfang des Vielfraß® beinhaltet standardmäßig:
-
Grundeinheit mit drei Schnecken und Getriebe
Antriebsmotor 15 kW + Getriebekupplung
2 Stützfüße
Trichter (11 Teile auf Palette)
1 Kanister Getriebeöl (3 bzw. 4 Liter, siehe dazu Kapitel 8)
Montagematerial bestehend aus:
Stückzahl
Material
6
30
4
6
5
142
50
192
384
2
8
4
12
12
4
Schwerlastanker 16 mm
Schwerlastanker 12 mm
M 18 x 50 + Muttern (Motor)
M 16 x 60 + Muttern + große Scheiben
Dichtungsmasse terrostat MS 939
M 10 x 25
M 10 x 30
Muttern M 10
U-Scheiben 10 mm
Motorabdeckblech
M 8 x 16
M 8 x 25
Muttern M 8
U-Scheiben 8 x 20
U-Scheiben 8 mm
Vorgehen bei der Montage des Vielfraß®:
1.) Grundgerät anhängen und zum Fermenter
führen
Das Grundgerät des Vielfraß® an den
äußeren
Bohrungen
mit
einem
Vierergehänge mit Hilfe von Schraubösen
(nicht im Lieferumfang enthalten) anhängen
und mit einem Hebegerät die Flanschplatte
des Vielfraß® an die im Fermenter
vorgesehene Öffnung führen.
11
2.) Grubenflansch zum Fermenter ausrichten
Den Flansch zur Öffnung im Fermenter
ausrichten und auf eine gleichmäßige
Überdeckung des Flansches mit der
Betonwand achten (möglichst 15 cm
Überdeckung an allen Seiten). Dabei ist
zu berücksichtigen, dass insbesondere
die Höhen (siehe Abbildungen im
Anhang) bezüglich des Füllstandes
eingehalten werden. Zudem ist darauf zu
achten, dass die Grundeinheit lotrecht
ausgerichtet
ist
(Kontrolle
mittels
Wasserwaage).
3.) Provisorisches Befestigen des Flansches
Provisorisches Befestigen des Flansches (als Bohrschablone) mit zwei bis drei Schwerlastankern M12
oben. Die Bohrlöcher sind nur so tief zu bohren wie
tatsächlich benötigt, damit die Schwerlastanker nicht zu
tief im Bohrloch versenkt werden und ein zweites Mal
montiert werden können.
4.) Alle Löcher bohren
Alle übrigen Löcher für die Schwerlastanker M12 bohren, die dicht genug an der
Wand anliegen. Vorzugsweise erst die Löcher oben und an den Seiten bohren. Die
ungefähre Lage aller übrigen Löcher wird mit einem Stift markiert, um später die
Dichtungsmasse an der richtigen Stelle auftragen zu können.
5.) Flansch und Fermenterwand säubern
Die provisorische Befestigung mit den beiden Schwerlastankern lösen und das
Grundgerät so weit von der Fermenterwand abnehmen,
dass die Wand und der Flansch vom entstanden Staub
gesäubert werden können. Anschließend die Wand und
den Flansch mit einer Drahtbürste reinigen und mit
Druckluft oder einem Besen den feinen Staub entfernen.
Flansch und Wand müssen trocken und Staubfrei sein!
6.) Dichtungsmasse auftragen
Nach dem Säubern wird die Dichtungsmasse (terrostat MS
939) aufgetragen. Die
Dichtungsmasse muss innen
12
unmittelbar neben den Bohrlöchern aufgetragen werden, der Durchmesser der
Dichtmasse muss ca. 2 cm betragen. Insgesamt werden vier Kartuschen an der
Fermenterwand im Bereich der Überschneidung mit dem Flansch aufgetragen (je
eine oben, unten, rechts und links). Eine Kartusche ist als Reserve vorgesehen.
7.) Montage der Schwerlastanker
Das Grundgerät erneut mit den zwei bzw. drei
Schwerlastankern fixieren und anschließend die restlichen
Schwerlastanker setzen. Dabei darauf achten, dass die
Bildung von Falten am Flansch verhindert wird und beim
Bohren der restlichen Löcher das Bohrmehl nicht auf die
Dichtmasse fällt. Immer erst einen Anker setzen und dann
das nächste Loch bohren. Bildet sich dennoch eine Falte,
diese anbohren und mit der Ersatzkartusche ausspritzen.
8.) Stützfüße montieren
Die beiden Stützfüße an der Antriebsseite
montieren. Diese werden auf der Motorseite
angelegt und jeweils über drei Schrauben
M16 x 60 an den Langlöchern angebracht
(Unterlegscheiben verwenden). Anschließend
die Füße mit Schwerlastankern M16 am
Fundament befestigen.
9.) Anbringen der Trichtersegmente
13
Das Trichtersegment, das mit dem Grundgerät verbunden wird, wird mit Schrauben
M 10 x 30 am Grundgerät montiert, die übrigen Verbindungen mit M 10 x 25
verschraubt. Dabei ist darauf zu achten, dass beidseitig Unterlegscheiben M10
vorgesehen werden. Die Unterlegscheiben sind so zu montieren, dass die
scharfkantigen Seiten nicht auf den Lack drücken. An den zwei langen Seiten des
Trichters werden die Segmente in der Reihenfolge von unten beginnend T5, T6 und
T7 aufgebaut. Bei der Antriebseite werden die Segmente in der Reihenfolge von
unten beginnend T3 und T4 sowie auf der Grubenseite die Segmente T2, T3 und T4
aufgebaut. Die Segmente sind beim Verschrauben an den Kanten aufeinander
auszurichten. Die Bezeichnungen der Trichtersegmente sind auf den einzelnen
Teilen angebracht.
10.) Fugen abdichten
Alle senkrechten Fugen sowie die waagerechte Fuge zwischen Grundgerät und
Trichter von innen mit Dichtungsmasse (terrostat MS 939) abdichten.
11.) Schutzbleche montieren
Die drei mitgelieferten Schutzbleche mit dem dazugehörigen Montagematerial
befestigen (siehe Abb. 1).
Der elektrische Anschluss darf nur von einer Fachkraft durchgeführt werden!
14
6. Inbetriebnahme
Die Steuerung ist so aufgebaut, dass grundsätzlich die Hauptschnecke als erstes
anläuft. Unabhängig davon ist die Laufzeit der Auflöseschnecken getaktet. Die
Hauptförderschnecke und Auflöseschnecken sind mit einem Strommessrelais
ausgestattet, das bei einer überhöhten Stromaufnahme (Überlast) die jeweilige
Schnecke reversieren (rückwärts laufen) lässt.
In der Steuerung sind folgende Laufzeiten vorhanden:
-
Pause Hauptförderschnecke
Laufzeit Hauptförderschnecke
Rückwärts bei Überlast Hauptförderschnecke
Dazu werden die Auflöseschnecken mit dem Start der „Laufzeit Hauptförderschnecke“ getaktet:
Pause Auflöseschnecken
Laufzeit Auflöseschnecken
Rückwärts automatisch Auflöseschnecken
Rückwärts bei Überlast Auflöseschnecken
Die Länge der Laufzeit ist an die gegebenen Rahmenbedingungen anzupassen, wie
z.B. Anlagengröße oder Substrat.
Bei einer Anlage mit 100 kW elektrischer Leistung kann als Richtwert eine
stündliche Laufzeit von 10 bis 20 Sekunden genommen werden.
Der Trichter ist bei der Einbringung unterschiedlicher Substrate in Schichten zu
befüllen, um eine gleichmäßige Förderung in den Fermenter zu gewährleisten. Erst
wenn der Trichter vollständig leer ist (die Schnecken jedoch noch mit Substrat
bedeckt sind), sollte erneut befüllt werden, da ansonsten eine Brückenbildung nicht
erkannt wird. Insbesondere bei klebrigem Festmist kann es zur Bildung von Brücken
durch Anhaftungen an der Trichterwand kommen. Daher sollte dieser nur in
Schichten eingebracht werden. Gras- oder Maissilage kann hingegen auch alleine
eingefüllt werden.
Einige Taktzeiten der Schnecken sind fest vorgegeben, mit Hilfe der übrigen kann
eine Anpassung an die anlagenspezifischen Rahmenbedingungen vorgenommen
werden. Die als variabel angegebenen Werte sind Richtwerte. Die Pausenzeit der
Auflöseschnecken ist mit 8 Sekunden angegeben, darf diesen Wert jedoch nicht
unterschreiten.
15
Grundeinstellungen der Laufzeiten:
-
Pause Hauptförderschnecke
Laufzeit Hauptförderschnecke
Rückwärts bei Überlast Hauptförderschnecke
30 min
10 sec.
7 sec.
variabel
variabel
fest
-
Pause Auflöseschnecken
Laufzeit Auflöseschnecken
Rückwärts automatisch Auflöseschnecken
Rückwärts bei Überlast Auflöseschnecken
≥8 sec.
5 sec.
0 sec.
5 sec.
variabel
fest
variabel
fest
Im Normalfall ist ein Rückwärtslaufen der Auflöseschnecken nicht erforderlich. Bei
problematischen Materialien kann so jedoch ein Verstopfen des Vielfraß® verhindert
werden, da die Substrate durch das Rückwärtslaufen der Auflöseschnecken
aufgelockert werden und eine Förderung wieder möglich ist.
Je nach Material werden bei diesen Grundeinstellungen 5 – 10 m³/d Substrat
gefördert.
6.1.
Bedienung bei Vor-Ort-Steuerschrank
Bei der Steuerung über einen Vor-Ort-Steuerschrank werden die Pausen- und
Laufzeiten über das Display und den Wahlschalter in der Schaltschranktür
eingestellt. Durch Betätigen er OK- und Pfeiltasten können die Parameter T01, T04
und T06 ausgewählt und verändert werden.
-
T01 Pause Hauptförderschnecke (bzw. Vielfraß)
Laufzeit Hauptförderschnecke: erfolgt über den Wahlschalter in der
Schaltschranktür. Mögliche Laufzeiten: 15, 20, 25, …, 55, 60 Sekunden
T04 Pause Auflöseschnecken
T06 Rückwärts automatisch Auflöseschnecken
Als Grundeinstellungen sollten die Laufzeiten so wie in Kapitel 6 beschrieben
gewählt und dann an den Betrieb angepasst werden.
16
7. Betrieb
Im normalen Betrieb läuft der Vielfraß® nach den im Schaltschrank vorgegebenen
Lauf- und Pausenzeiten. Zusätzlich können über die Vor-Ort-Bedienung, siehe
Abbildung 7, am Gerät einige Betriebszustände verändert und abgerufen werden.
Abb. 7: Schematischer Aufbau der Vor-Ort-Bedienung des Vielfraß®
Mit Schalter (1) wird der Betriebszustand ausgewählt. Dabei bedeuten:
H
0
A
Handbetrieb: Der Vielfraß® läuft durchgehend.
Aus:
Der Vielfraß® ist abgeschaltet, alle anderen Schalter sind ohne
Funktion.
Automatik: Der Vielfraß® läuft nach den vorgegebenen Lauf- und
Pausenzeiten.
Im Handbetrieb (Vielfraß® läuft) sind den Schaltern (2) bis (4) folgende Funktionen
zugeordnet:
(2):
(3):
(4):
Es erfolgt keine Änderung des Betriebszustandes, der Vielfraß® läuft weiterhin
durchgehend.
Die Auflöseschnecken laufen einmal die im Schaltschrank vorgegebene Zeit
rückwärts.
Die Hauptförderschnecke läuft einmal die im Schaltschrank vorgegebene Zeit
rückwärts.
Im Automatikbetrieb sind den Schaltern (2) bis (4) folgende Funktionen zugeordnet:
(2):
(3):
(4):
Der Vielfraß® läuft einmal das im Schaltschrank vorgegebene Intervall. Bis
zum nächsten Anlaufen wird die im Schaltschrank vorgegebene Pausenzeit
abgewartet.
Die Auflöseschnecken laufen einmal die im Schaltschrank vorgegebene Zeit
rückwärts.
Die Hauptförderschnecke läuft einmal die im Schaltschrank vorgegebene Zeit
rückwärts.
17
Durch das Betätigen des Schalters (5) werden die Auflöseschnecken komplett
abgeschaltet und laufen weder im Automatik- noch im Handbetrieb.
Durch das Drücken des NOT-AUS-Schalters (6) wird der Vielfraß® komplett
abgeschaltet.
Im Normalbetrieb muss Schalter (1) auf „A“ stehen, Schalter (5) auf „Ein“ und
der NOT-AUS-Schalter darf nicht gedrückt sein!
18
8. Wartungsplan
Zur Inbetriebnahme
•
Füllstand Getriebeöl der Hauptförderschnecke
kontrollieren
Wöchentlich
•
Prüfung des Fermenteranschlusses auf Dichtheit
Nach den ersten 100
Betriebsstunden,
jedoch spätestens
nach 3 Monaten
Nach 2000
Betriebsstunden,
jedoch spätestens
nach 2 Jahren
•
Getriebeöl der Hauptförderschnecke wechseln
(Füllmenge: ca. 3 bzw. 4 Liter*)
Schrauben der Antriebseinheit auf Festigkeit
überprüfen
Getriebeöl der Hauptförderschnecke wechseln
(Füllmenge: ca. 3 bzw. 4 Liter*)
Schrauben der Antriebseinheit auf Festigkeit
überprüfen
•
•
•
Ölsorte für das Getriebe: Synthetisches Getriebeöl Typ Agip Rotra SX 75W-90,
kann über die Firma agriKomp bezogen werden
Ölmenge:
ca. 3 bzw. 4L* (bis zur Überlaufschraube an der
Getriebeeingangsseite auf halber Höhe)
Die zwei Flachgetriebemotoren der Auflöseschnecken sowie die Lager des
gesamten Antriebs sind wartungsfrei (Lebensdauer geschmiert).
*Achtung: Je nach Getriebetyp - siehe dazu das Typenschild des Getriebes wird unterschiedlich viel Öl benötigt:
Brevini:
Rossi:
ca. 4 Liter
ca. 3 Liter
19
Abbildung 8: Getriebe im montierten Zustand
9. Störungen
Grundsätzlich gilt:
Arbeiten zur Behebung von Störungen an der Elektrik sind nur vom Fachmann
durchzuführen.
Störung
Motorschutzschalter löst aus
Material im Trichter wird trotz
laufender Schnecken nicht in
den Fermenter gefördert
Ursache
Überlastrelais nicht
korrekt eingestellt
Brückenbildung
Behebung
Service benachrichtigen
Brücke z.B. mit Frontlader und Pfahl
zerstören
Vermeidung von Brückenbildung:
Das eingefüllte Substrat verklebt mit der Trichterwand und wird von den Schnecken
nicht in den Fermenter gefördert.
Bei der Befüllung mit verschiedenen Materialien die Substrate in Schichten
einbringen.
Pausenzeit verändern. Laufen die Auflöseschnecken (z.B. bei klebrigem
Mist) zu lange, kann Substrat hoch gedrückt und damit das Nachrutschen
beeinträchtigt werden. Evtl. die Pausenzeiten der Hauptförderschnecke
und der Auflöseschnecken erhöhen.
Evtl. die Zeit – Rückwärts automatisch Auslöseschnecken – auf 2 bis 4
sec. einstellen.
20
10. Elektrischer Anschluss
Der Anschluss muss den gültigen Regeln der Technik sowie den VDE
Richtlinien und EN Normen entsprechen. Elektroarbeiten dürfen nur von
ausgebildeten Elektrofachkräften durchgeführt werden.
.
Aufgrund von drehenden Teilen besteht erhebliche Verletzungsgefahr
Bei allen Wartungs- und Reparaturarbeiten gilt: Den Vielfraß® zuverlässig
abschalten und vom Stromnetz trennen!
Anschlussdaten Steuergerät Vielfraß®:
Spannung:
3/N/PE ~400V
Vorsicherung:
50A gL
Nennleistung:
18 kW
Anschlussklemmen sind für 10 mm² Leiter ausgeführt
Im Geräteschaltschrank ist ein potentialfreier Kontakt zum bauseitigen Störungsmelder vorgesehen.
®
Der Zuleitungsquerschnitt zum Vielfraß ist nach den gültigen Vorschriften zu ermitteln (Leitunslänge,
Verlegeart, Häufung, …).
®
Gegebenenfalls ist als Zuleitung zum Vielfraß ein größerer Querschnitt als 10 mm² zu verwenden.
Schutzmaßnahme: RCD (FI-Schutzschalter) 63/0,3 A
Weiterhin ist ein Potentialausgleich zwischen Fermenter und Vielfraß
notwendig.
(Vielfraß® und Fermenter sind in den Potentialausgleich einzubinden)
21
11. Technische Daten
Hauptantrieb:
Nebenantrieb:
Gewicht:
Füllvolumen mit Trichter:
Förderleistung:
Stromverbrauch:
Fundament für die Stützfüße:
dreistufiges Planetengetriebe, 15 kW
2 x Flachgetriebemotoren, 1,5 kW
ca. 2700 kg
10 m³
0,7 bis 1 m³/min bei Silage
ca. 0,1 bis 0,2 kWh/m³ Fördergut
Das Fundament ist an die gegeben Bedingungen
anzupassen.
Für Fragen oder weitere technische Auskünfte stehen wir gerne zur Verfügung.
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