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ANSI Z535.6

EinbettenHerunterladen
TÜV SÜD Product Service
Normenkonforme Warnhinweise in
Bedienungsanleitungen nach ANSI Z535.6 und
ISO 3864-2
DocLab.
Prüfstelle für Technische Dokumentation
(c) 2007, TÜV SÜD Product Service GmbH, DocLab, Roland Schmeling & Marcel Schator
Urteilen Sie selbst
Das Besteigen der GEFAHR
Waggons ist für Lebensgefahr durch
Stromschlag!
Unbefugte VERBOTEN.
NICHT die Waggons
besteigen!
Die Bahndirektion
2
Rechtsgrundsätze f. Gefahrenhinweise*
Bundesgerichtshof BGH
• Gefahr konkret bezeichnen
• Gefahrenart deutlich herausstellen
• Gefahr wird NICHT erst durch eigenes Nachdenken oder
durch Schlussfolgerungen des Verwenders bewusst
• Risiko / mögliche Folgen in vollem Umfang nennen
• Verständlichen Funktionszusammenhang zwischen
Produktverwendung und möglichem Schaden darlegen
• Deutlich machen, wann und warum das Produkt gefährlich
werden kann
• Beschreibung der Gefahr und Folgen müssen dem Verwender
einleuchten, für ihn plausibel werden
• Gefahrvermeidende Verhaltensweisen begründen
• Hinweise so gestalten, dass sie den Adressaten erreichen
*Nach: Anhalt 2001, S. 119; Hervorhebungen durch den Verfasser
3
Bedeutung von Normen
Normen generell
• Normen sind keine Gesetze, sondern streng genommen freiwillig
• Spiegeln Regeln / Stand der Technik wieder
• Unterstützungsfunktion
• Entlastungsfunktion; Darlegungslast bei Nichtbeachtung
• Normerfüllung genügt nicht, sondern ist Mindestmaß
• Nicht sture Normerfüllung
• Das Maß der Dinge: Sicherheit
4
Rechtliche „Reichweite“ von Normen
BGH, Urteil vom 07.10.1986, Az. VI ZR 187/85 – Verzinkungsspray
Gesetze bzw. Rechtsverordnungen und technische Regeln (Normen)
• konkretisieren Sorgfaltspflichten
• enthalten aber prinzipiell kein abschließendes
Verhaltensprogramm
• sind gelegentlich ergänzungsbedürftig
• Hersteller kann sich nicht schlechthin auf gesetzlich
vorgeschriebene Gefahrenhinweise und
Gefahrenkennzeichnungen beschränken
5
Bedeutung der ANSI Z535.6
• ANSI = American National Standards Institute
• Primär Relevanz in USA
• Als Stand der Technik Bedeutung auch weltweit
z.B. Deutschland: § 1 Abs. 2 Nr. 5. ProdHaftG
„Die Ersatzpflicht des Herstellers ist ausgeschlossen,
wenn (…) der Fehler (auch Instruktionsfehler!) nach dem
Stand der Wissenschaft und Technik (weltweit!!!) in dem
Zeitpunkt in dem der Hersteller das Produkt in den
Verkehr brachte, nicht erkannt werden konnte.“
6
Hintergrund: Sonderfall USA
7
„Punkt Sechs“ – Agenda
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
8
„Punkt Sechs“
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
9
Drei grundlegende Inhalte eines Sicherheitshinweises
Art und Quelle der Gefahr
type of hazard
Mögliche Folgen bei Nichtbeachtung
potential consequences
of the hazard
Ø Vermeidung: Maßnahmen / Verbote
evasive/avoidance actions to be taken
Offen liegende Zahnräder
Einziehen und Zerquetschen des
Körpers
Ø NICHT den Maschinenraum
betreten
Ø NICHT in das Getriebe greifen
10
Text: Quelle der Gefahr
•
•
•
•
Baugruppe, Bauteil, Stoff
– Beispiel: Walze
Gefahrbringende Eigenschaft/Situation
– Beispiel: Offenliegend, rotierend, bei Betrieb, ...
Benennung in der Anwenderterminologie
– Nicht: Rollomat®
– Sondern: Offenliegende, rotierende Walze
Referenz auf das Objekt sicherstellen
– Am Produkt: Anbringungsort
– In der Dokumentation: Bei Bedarf durch eine nebenstehende oder
vorangestellte Grafik
11
Text: Art der Gefahr
•
•
•
Mechanische Gefährdung
nach DIN EN ISO 12100-1
– Quetschen
oder DIN EN 1050
– Scheren
Sicherheit von Maschinen
– Schneiden oder Abschneiden
– Erfassen
– Einziehen oder Fangen
– Stoß
– Durchstich oder Einstich
– Reibung oder Abschürfung
– Hochdruckinjektion (Herausspritzen von Flüssigkeiten unter
hohem Druck)
Elektrische Gefährdung
...
12
Text: Folgen
Schwere
Beispiel Quetschgefahr:
WAS kann gequetscht werden?
Leichte Verletzung
(reversibel)
„Quetschen der Finger“
„Quetschen der Hand“
...
Schwere Verletzung
(irreversibel)
„Zerquetschen der Finger“
„Zerquetschen der Arme“
„Schwere Quetschungen der
Gliedmaßen“
...
Tod
„Schwere Quetschungen des
Körpers und Tod“
...
13
Text: Vermeidung
Funktion: Handlungsaufforderung
• Direkte Anrede
• Möglichst positiv
• Imperatives Formulierungsmuster:
Ø Stellen Sie den Hauptschalter auf AUS.
oder Ø Hauptschalter auf AUS stellen.
Ø Greifen Sie NICHT in die Öffnung.
oder Ø NICHT in die Öffnung greifen.
• Informative Kürze
• Handlungslogische Reihenfolge
• Konkret: Keine rechtlichen Hintergründe, keine Verweise auf Normen
oder Gesetze
14
„Punkt Sechs“
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
15
ANSI Z535
•
•
•
•
•
•
Z535.1 Safety Color Code
Z535.2 Environmental and Facility Safety Sign
Z535.3 Criteria for Safety Symbols
Z535.4 Product Safety Signs and Labels
Z535.5 Accident Prevention Tags (For Temporary Hazards)
Z535.6 Product Safety Information in Product Manuals,
Instructions, and Other Collateral Materials
ANSI = American National Standards Institute
• Gremien Z535 seit 1979
• Harmonisierungsprozess mit ISO seit 1995
(ISO/TC 145, ISO 3864-2:2004)
16
Warnhinweise in der Benutzerinformation
Bisherige Gestaltungsgrundlagen:
• ANSI Z535.4 „Product Safety Signs and Labels“
• ISO 3864-2 „Graphical symbols –
Safety colours and safety signs“
17
Z535.6 Anwendungsbereich
Begleitinformationen*
„collateral materials“
• Betriebsanleitungen
• Bedienungsanleitungen
• Montageanleitungen
• Technische Datenblätter
• Gebrauchsanweisungen
• Aufdruck auf Verpackungen und
Kisten
•
Nicht: Warnschilder auf
Produkten –
dafür gilt nach wie vor die
ANSI Z535.4
•
Nicht: Sicherheitsdatenblätter /
Gefahrstoffe –
in USA gilt dafür die
ANSI Z400.1
In zweiter Linie auch:
• Schulungsunterlagen
• Handbücher für Gebäude
•
Nicht: Wenn gesetzliche oder
spezifischere Vorschriften
existieren
* vgl. DIN EN ISO 12100-2, Ziff. 6
18
Ziele der Norm
ANSI Z535-Einheitlichkeit
1. Elemente der ANSI Z535.1 bis .5 auf Begleitunterlagen
anwenden
Markt-Einheitlichkeit
2. Einheitliches optisches Erscheinungsbild für Sicherheitsinformationen für eine große Bandbreite von Produkten
3. Eingrenzen des Wildwuchses bei Warnhinweisen
4. USA-weit einheitliches System für Warnung von Produktnutzern
Unterstützung von Herstellern
5. Unterstützung von Herstellern bei der Erstellung von
Warnhinweisen in Begleitunterlagen
6. Effiziente Entwicklung von Sicherheitshinweisen fördern
19
ANSI Z535.6: Inhalt
Product Safety Information in Product Manuals, Instructions,
and Other Collateral Materials safety messages
•
1.
2.
3.
4.
5.
Foreword
Introduction
Scope and Purposes
Application and Exceptions
Definitions
Message Components
– Signal Words
– Symbol and Other Graphics
– Color
– Type Style and Size
6. Supplemental Directives
7. Grouped Safety Messages
8. Section Safety Messages
9. Embedded Safety Messages
10. Property Damage Messages
• Annex A: Signal Words and
Symbols, Product Safety Signs
and Labels
• Annex B: Translation of Signal
Words
• Annex C: Risk Estimation and
Signal Word Selection
20
„Punkt Sechs“
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
21
ANSI Z535.4: Elemente eines Sicherheitshinweises
Teile eines Warnhinweises
Gefahrenzeichen
zeigt Verletzungsgefahr an
Piktogramm(e):
optional
Folgen,
Maßnahmen oder
Verbote
Die Elemente sind in
ANSI Z535.6 dieselben
geblieben
Signalwort
Klassifiziert die Gefahr
GEFAHR
Lebensgefahr durch
Stromschlag!
NICHT die Waggons
besteigen!
Hinweistext:
• Art und Quelle der Gefahr
• Mögliche Folgen
• Maßnahmen/Verbote
22
Gefahrenzeichen
„Dies ist das Gefahrenzeichen. Es
warnt Sie vor Verletzungsgefahren.
Befolgen Sie alle Maßnahmen, die
mit dem Gefahrenzeichen gekennzeichnet sind, um Verletzungen oder
Tod zu vermeiden.“
23
Erklärung der Signalwörter
Personengefahren:
24
Erklärung der Signalwörter
Sachgefahren:
Während der Übergangsfrist bis 2011 auch zulässig:
CAUTION
25
ANSI Z535.6: Grundlegende Gestaltungsregeln
• Generell: Sicherheitshinweise hervorheben
– Typographie, Piktogramme, Linien, Weißraum
– VERSALIEN nur für einzelne Wörter
• Konsistente Gestaltung!
• Leserlich (normaler bzw. korrigierter Visus, unter den
vorhersehbaren Umgebungsbedingungen)
26
ANSI Z535.6: Grundlegende Gestaltungsregeln
• Schwarzer Text auf weißem Hintergrund
• Gefahrenzeichen
mindestens so hoch wie Großbuchstaben
KEIN schattierter /
gerasteter Hintergrund
H
• Grundlegende Optik der Tafel mit Signalwort
„Signal Wort Panel“,
s/w oder farbig:
27
„Punkt Sechs“
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
28
Fünf Arten von Hinweisen
START
Personenschaden?
Nein
inury
Ja
Zusammengefasste
Sicherheitshinweise
Sicherheitshinweise
safety messages
grouped safety messages
Abschnittsbezogene
Warnhinweise
section safety messages
Eingebettete
Warnhinweise
embedded safety
messages
Warnung vor
Sachschaden
property damage
messages
Ja
konkret?
specific
Nein
Ergänzende
Hinweise
supplemental directives
29
Fünf Arten von Hinweisen
1.
2.
3.
4.
5.
Ergänzende Hinweise
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
Abschnittsbezogene Warnhinweise
Eingebettete Warnhinweise
Warnungen vor Sachschaden
Ergänzende Hinweise
supplemental directives
• Zweck:
– Gelten als „Sicherheitshinweise“
– Verweisen auf sicherheitsrelevante Informationen („Beachten
Sie das Sicherheitshandbuch ...“)*
– Betonen die Relevanz von sicherheitsrelevanten
Informationen („Lesen Sie die Sicherheitshinweise, um
Verletzungen zu vermeiden.“)
– Sind generisch („Unvorsichtiger Umgang mit dem Produkt
kann zu Verletzungen führen.“)
– Beschreiben den Umgang mit Informationen („Bewahren Sie
die Anleitung auf ...“)
– Nehmen einzelne Informationen vorweg, um nachfolgende
Sicherheitshinweise kurz zu halten ...
* Übergeordnete Hinweise dürfen auch auf Warnungen vor Sachschäden verweisen
31
Ergänzende Hinweise: Beispiele
supplemental directives
• Lesen Sie die Anleitung vollständig vor Gebrauch, um
Verletzungen zu vermeiden
• Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch kann zu schweren
Verletzungen führen
• Um schwere Verletzungen oder Tod zu vermeiden, befolgen Sie
sorgfältig die Sicherheitshinweise in diesem Abschnitt
• Zum späteren Gebrauch aufbewahren!
• Beachten Sie alle Hinweise auf dem Produkt
• Beachten Sie das Sicherheitshandbuch
• Beachten Sie die örtlichen Bestimmungen am Aufstellort
32
Ergänzende Hinweise: Beispiele
supplemental directives
•
Gestaltung:
– vorzugsweise: Gefahrenzeichen ohne Signalwort; Beispiel:
– Wenn Information hinreichend spezifisch: Signalwort im Signal
word panel mit Gefahrenzeichen (Ausnahme bei NOTICE)
33
Ergänzende Hinweise: Beispiel
Fehlerhafte Analyseergebnisse vermeiden
{
Fehlerhafte Analyseergebnisse können zu Fehldiagnosen führen.
Fehldiagnosen können zum Tod von Patienten beitragen.
Fehlerhafte Analyseergebnisse können entstehen durch:
Folgen
• Äußere Beschädigungen
• Mangelhafte Qualitätssicherung
• [...]
Äußere Beschädigungen vermeiden
Ø Prüfen Sie den Blutanalysator vor jeder Inbetriebnahme auf
äußere Beschädigungen.
Ø [...]
Qualitätssicherung durchführen
Mit der Qualitätssicherung mit Testblut prüfen Sie den
Blutanalysator auf einwandfreie Funktion.
Hinweise
ohne
explizite
Nennung
von
Folgen
Ø Nehmen Sie [...]
34
Fünf Arten von Hinweisen
1.
2.
3.
4.
5.
Ergänzende Hinweise
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
Abschnittsbezogene Warnhinweise
Eingebettete Warnhinweise
Warnungen vor Sachschaden
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
grouped safety messages
• Zweck: Didaktisch gegliederte Zusammenstellung der
wesentlichen oder aller Sicherheitshinweise
• Ziel: Sicherheitsgerechtes Verhalten grundlegend beeinflussen
• Lesesituation: In der Regel einmalig vor Verwendung des
Produkts
• Inhalt: • Art und Quelle der Gefahr,
‚ Folgen bei Nichtbeachtung, ƒ Maßnahmen
– Wiederholungen können mit geeigneten Überschriften und
Formulierungen vermieden werden (Prinzip der Kürze)
• Nicht vermischen mit Hinweisen, die keine Sicherheitshinweise
sind (Haftungsausschluss, Warnung vor Sachschaden)
36
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
grouped safety messages
• Sequenzierung
– Zu Beginn des Informationsprodukts
– In einem separaten Informationsprodukt
(Voraussetzung: Mit einem „zusätzlichen Hinweis“ wird auf
das Sicherheitsdokument deutlich verwiesen)
– Empfehlung: Stetige Verfügbarkeit sicherstellen
– Aufteilung möglich;
Beispiel: Grundlegende Sicherheitshinweise für Transport
und für Wartung jeweils zu Beginn des entsprechenden
Kapitels oder Informationsprodukts
37
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
grouped safety messages
•
•
•
Titel in das Inhaltsverzeichnis aufnehmen
Titel muss den Sicherheitsaspekt verdeutlichen;
Beispiele:
– Grundlegende Sicherheitshinweise
– Zu Ihrer Sicherheit
– Wichtige Hinweise zur Sicherheit
Einleitung durch „zusätzliche Hinweise“ (supplemental directives);
Beispiele:
– Die Maschine ist nach dem Stand der Technik und den
anerkannten sicherheitstechnischen Regeln gebaut. Dennoch
können bei ihrer Verwendung funktionsbedingt Gefahren für Leib
und Leben des Benutzers oder Dritter bzw. Beeinträchtigungen der
Maschine und anderer Sachwerte entstehen. [...]
– Lesen und beachten Sie die folgenden Sicherheitshinweise, bevor
Sie das Produkt verwenden.
38
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
grouped safety messages
• Keine Aneinanderreihung von Warnhinweisen
• Einzelne Sicherheitshinweise können hervorgehoben werden
durch:
– Typographie
– Piktogramme
– Linien
– Weißraum
– Gestaltung als Warnhinweis
(section safety message
oder embedded safety message)
39
Fünf Arten von Hinweisen
1.
2.
3.
4.
5.
Ergänzende Hinweise
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
Abschnittsbezogene Warnhinweise
Eingebettete Warnhinweise
Warnungen vor Sachschaden
Abschnittsbezogene Warnhinweise
section safety messages
• Zweck:
– Informationen zur Sicherheit, die sich auf eine gesamte
Prozedur oder mehrere Schritte beziehen
– Warnung für die nachfolgende Prozedur
• Beispiel:
Im deutschen Markt
– Schleifen nur mit Gehörschutz
so möglich; für andere
Märkte detaillierter
– Alle Arbeiten nur durch Elektrofachkraft
notwendig
• Inhalt: • Art und Quelle der Gefahr,
‚ Folgen bei Nichtbeachtung, ƒ Maßnahmen
• Sequenzierung: Zu Beginn des jeweiligen Abschnitts
– Vorangestellt, um Wiederholungen und häufige
Unterbrechungen der Handlungsinformationen zu vermeiden
41
Abschnittsbezogene Warnhinweise
section safety messages
• Gestaltung:
– Hervorgehoben gegenüber dem übrigen Text („shall“)
– Signal word panel
– Gefahrenzeichen ohne Signalwort (nicht bei „DANGER“)
Empfehlung: Verwenden Sie die Signalwörter!
- Für DANGER ohnehin erforderlich
- Erhöhte Signalwirkung, dadurch mehr Sicherheit
42
Abschnittsbezogene Warnhinweise
section safety messages
•
Beispiele
43
Abschnittsbezogene Warnhinweise
section safety messages
•
Beispiele
Nicht bei „DANGER“!
44
Fünf Arten von Hinweisen
1.
2.
3.
4.
5.
Ergänzende Hinweise
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
Abschnittsbezogene Warnhinweise
Eingebettete Warnhinweise
Warnungen vor Sachschaden
Eingebettete Warnhinweise
embedded safety messages
• Zweck:
– Informationen zur Sicherheit, die sich auf einen bestimmten
Schritt beziehen
– Warnung vor dem Risiko bei diesem Schritt
• Ziel: Sicherheitsinformationen an genau der Stelle liefern, wenn
sie benötigt werden
• Inhalt: • Art und Quelle der Gefahr,
‚ Folgen bei Nichtbeachtung, ƒ Maßnahmen
• Beispiel:
– VORSICHT! Schnittgefahr am scharfen Abhebemesser!
Schnittkante nicht berühren! Düse vorsichtig herausziehen.
46
Eingebettete Warnhinweise
embedded safety messages
Sequenzierung:
• Eingebettet in den jeweiligen Schritt, oder als eigener
vorangestellter Schritt
• Rechtzeitig auch bei nicht-linearen Prozeduren:
– Nicht-lineare Prozeduren: Es ist vorhersehbar, dass der
Anwender die Reihenfolge der Schritte nicht genau einhält
(Anwender überspringt Schritte je nach Situation
oder geht in anderer Reihenfolge vor)
– Jede(r) beobachte sich selbst beim Aufbau eines Möbels ...
– Sequenzierung muss alle möglichen Vorgehensweisen
berücksichtigen
47
Eingebettete Warnhinweise
---Ggf. Zusätzlich auch in
beschreibenden Teilen
des Informationsprodukts
sinnvoll, wenn es der
Sicherheit dient
---------- ---- -- -- ------ ------- --- ---------Stutzen
Behälter
Rührwerk
------- ------ -- ------ ------- ---- ----48
Eingebettete Warnhinweise
•
•
Gestaltung:
– Keine besondere Gestaltung erforderlich, Sicherheitsrelevanz
muss jedoch deutlich sein
– Hervorhebung möglich durch Signalwort, Gefahrenzeichen
(nebenstehend, nicht in der Textzeile)
– Typografische Hervorhebung teilweise oder ganz möglich
Kriterien für Hervorhebung:
– Lesefluss soll nicht unterbrochen werden
– Z. B. keine Hervorhebung, wenn der eingebettete Warnhinweis
lediglich Erinnerungsfunktion an einen abschnittsbezogenen
Warnhinweis hat
– Z. B. Hervorhebung, wenn die Information im eingebetteten
Warnhinweis für die Zielgruppe überraschend ist
– Konsistente Regeln innerhalb eines Dokuments
49
Eingebettete Warnhinweise
Verträglichkeit mit der Rechtslage in der BRD?
BGH, Urteil vom 12.11.1991 (VI ZR 7/91), BGHZ 116, 61 – Kindertee I:
„An die Pflicht zur Aufklärung und Warnung sind besonders strenge
Anforderungen zu stellen, wenn die Verwendung dieses Produktes mit
erheblichen Gefahren für die Gesundheit von Menschen verbunden ist.
Hinweise über Produktgefahren und deren Abwendung müssen deutlich
erfolgen; dürfen z.B. nicht zwischen Teilinformationen über
Darreichungsformen, Werbeaussagen versteckt werden.“
50
Eingebettete Warnhinweise
Verträglichkeit mit der für die BRD geltenden Normen?
z.B. DIN EN 62079, Kapitel 6.9.1:
„Sicherheitsrelevante Anleitungstexte müssen hervorgehoben sein
durch die Verwendung größerer und/oder anderer Schrifttypen oder
Schriftgrößen (siehe 6.2), durch die Verwendung von Farben (siehe 6.10),
graphische Symbole (sieh 6.4) oder andere Mittel, um sie auffällig zu
machen.“
(Hervorhebung durch Verfasser)
51
Eingebettete Warnhinweise
embedded safety messages
•
Beispiele
Nicht bei „DANGER“!
52
Beispiel typischer Warnhinweis
Nach ANSI Z535.6 problematisch:
• Als abschnittsbezogener Warnhinweis: Tafel mit Signalwort nicht
eingehalten, Sequenzierung nicht eingehalten
• Als eingebetteter Warnhinweis: Es ist nicht vorgesehen, dass
Gefahrenzeichen und Signalwort gemeinsam verwendet werden
53
Fünf Arten von Hinweisen
1.
2.
3.
4.
5.
Ergänzende Hinweise
Zusammengefasste Sicherheitshinweise
Abschnittsbezogene Warnhinweise
Eingebettete Warnhinweise
Warnungen vor Sachschaden
Warnungen vor Sachschaden
property damage messages
• ANSI Z535.6: Kein besonderes Format erforderlich
• Gelten NICHT als Sicherheitshinweise
• Wenn ein Signalwort verwendet wird, dann:
NOTICE
Bis Ende Übergangsfrist 2011 auch:
CAUTION
• Gefahrenzeichen darf NICHT verwendet werden!
• Warnungen vor Sachschäden dürfen NICHT mit
zusammengefassten Sicherheitshinweisen vermischt werden
– Klare Trennung durch Überschriften erforderlich
55
Warnungen vor Sachschaden
NOTICE
NOTICE
HINWEIS Quelle: Information
HINWEIS
aus dem Normungsgremium
ANSI Z535.4
Quelle: ISO/FDIS 3864-2
56
Warnungen vor Sachschaden
NOTICE
HINWEIS
Kritik:
• „HINWEIS“ ist unverbindlich
• Blau ist keine Signalfarbe
• Blau wird nach ISO für Gebotszeichen verwandt
57
„Punkt Sechs“
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
58
Sicherheits- und Warnhinweise
Hinweise auf Produkt und in Dokumenten niemals isoliert betrachten!
Zwischen allen Sicherheitshinweisen ist eine
Ersatzteile
sorgfältige Abstimmung erforderlich!
Anhang,
Schaltpläne,
Zulieferdokumente
Wartung
Betrieb
TITELSEITE
Inbetriebnahme
Transport und
Montage
Technische
Daten
Beschreibung
ANSI Z535.4
Grundlegende
Sicherheitshinweise
§§
Warnhinweise
ANSI Z535.6
Zusammengefasste Sicherheitshinweise und zusätzliche Hinweise
59
Quervereise in Sicherheitshinweisen
• Querverweis im Sicherheitshinweis kein Tabu
– Wenn Querverweis hilfreich und geeignet,
sicherheitsrelevante Information schnell zuzugreifen
– Genau nennen, welche Information am Verweisziel zu finden
ist, um dem Anwender die Entscheidung zu ermöglichen
• Wenn Hinweis nur aus Querverweis besteht:
– „Zusätzlicher Hinweis“
60
Muss-Anforderungen („shall“) 1 (2)
•
•
•
•
•
•
•
Gefahrenzeichen (safety alert symbol) nur für Sicherheitshinweise
(Personenschäden, Verletzungsgefahren), nicht für Sachschäden
NOTICE nicht für Sicherheitshinweise (Personenschäden)
NOTICE nicht mit dem Gefahrenzeichen
Signalwörter DANGER, WARNING, CAUTION nicht für Hinweise, die
keine Sicherheitshinweise sind (Ausnahme CAUTION in
Übergangsfrist bis 2011)
Signalwörter DANGER, WARNING, CAUTION, NOTICE nur gemäß
der Norm, es sei denn, andere Normen ("applicable standards") oder
Vorschriften geben ein bestimmtes Signalwort vor
Unterschiedliche Signalwörter für Sicherheitshinweise
(Personenschäden) und Warnungen vor Sachschäden
Wenn Farben, dann Sicherheitsfarben gemäß ANSI Z535.1-2002
(DANGER-Rot, WARNING-Orange, CAUTION-Gelb) und NOTICEBlau
61
Muss-Anforderungen („shall“) 2 (2)
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Bei Sicherheitshinweisen, die mehrere Warnungen enthalten, muss das jeweils
höchste Signalwort verwendet werden
Wenn zusammen verwendet, muss das Sicherheitszeichen dem Signalwort
vorangestellt sein, mindestens die Buchstabenhöhe des Signalworts haben, und
mit dem Signalwort auf einer Grundlinie stehen
Signalwörter in Versalien, ohne Serifen; Schriftgröße mindestens die der
Brotschrift
Leserlich unter vorhersehbaren Umständen für Personen mit „normal vision,
included corrected vision“
Ergänzende Hinweise: Keine Muss-Anforderungen
Zusammengefasste Sicherheitshinweise / Sicherheitsbroschüre:
Sicherheitsbezogener Titel oder Einleitung
Zusammengefasste Sicherheitshinweise: Warnungen vor Sachschäden deutlich
getrennt
Symbole dürfen nicht im Widerspruch zum übrigen Sicherheitshinweis stehen
Abschnittsbezogene und eingebettete Sicherheitshinweise: Das Signalwort
DANGER darf nicht weggelassen werden
Abschnittsbezogene Sicherheitshinweise müssen hervorgehoben sein
Eingebettete Sicherheitshinweise: Gefahrenzeichen nicht in der laufenden Zeile
62
ANSI Z535.6 vs. ISO 3864-2
•
Unterschiedlicher Regelungsbereich
– ANSI Z535.6: Warnhinweise in Anleitungen
– ISO 3864-2: Produktsicherheitsschilder
•
Teils gleiche Ziele und Elemente, z.B.
– Standardisierung des Erscheinungsbildes von Sicherheitsinformationen für eine große Bandbreite von Produkten
– Gleiche Signalwörter bei Sicherheitshinweisen
– z.T. gleiche Gefahrenzeichen
•
Teils Neuerungen durch ANSI Z535.6, z.B.
– Regelung von Sachgefahren
63
Symbole als Ersatz für Text?
Möglicher Berührungspunkt ANSI Z535.6 und ISO 3864-2:
ANSI Z535.6: “Safety symbols and other graphics
may be used to supplement or substitute for part
or all of a word message.“
Warnhinweis ausschließlich mit Symbolen wäre demnach normkonform.
64
Symbole als Ersatz für Text?
• ANSI Z535.3:
• ISO 3864-2:
65
Symbole als Ersatz für Text?
• ANSI Z535.3:
• BGV A8 (ISO konform)
66
ANSI Z535.6 vs. DIN EN 62079
DIN EN 62079 (Kap. 6.9.1, 6.9.2)
ANSI Z535.6
Gestaltung schriftlicher Warnhinweise
Text/Abbildungen auf das Wesentliche
beschränken
Keine unnötigen Wiederholungen
Sicherheitsrelevante Texte hervorheben
Abhängig von der Art des Warnhinweises
richtiger Zeitpunkt
Abhängig von der Art des Warnhinweises
konkret vorgegeben oder an geeigneter Stelle
Natur/Ursachen der Gefährdung erklären
Gefahr identifizieren
Klare Anweisungen was zu tun/unterlassen ist
Anweisungen um Gefahr zu vermeiden
Klare Sprache/Symbole/Abbildungen +
Erklärung
Text kann ggf. durch Symbole ersetzt werden
Wiederholte Warnungen und Fehlalarme
reduzieren die Wirkung notwendiger
Warnungen
Keine unnötigen Wiederholungen
67
Symbole als Ersatz für Text?
Empfehlung: Text verwenden, wo möglich
Beispielsweise lässt sich der Grad der Verbindlichkeit (muss, kann,
darf, ...) mit bildlichen Mitteln nicht eindeutig und schon gar nicht
juristisch belastbar wiedergeben.
68
„Punkt Sechs“
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
69
Schema
zur Wahl des
Signalworts
70
Risikograph und Warnstufen
Nur
Folgen / Art Wahrschein- Erkennbarkeit / Sachund Schwere
lichkeit
Vermeidbarkeit schaden
HINWEIS
Leichte
Verletzung
(reversibel)
VORSICHT
G1
B
WARNUNG
G2
C
WARNUNG
G1
D
GEFAHR
G2
E
GEFAHR
H1
Steigendes Risiko
A
V1
V2
H2
71
FMEA und Warnstufen
Auftreten A = 3
Bedeutung B = 10
WARNUNG
Auftreten A = 2
Bedeutung B = 10
WARNUNG
72
Erstellungsprozess für Sicherheitshinweise
technische kommunikation, 1/06, Seite 30ff
73
„Punkt Sechs“
• Grundlegendes zum Text in Warnhinweisen
• ANSI Z535.6
– Ziele, Hintergründe, Inhalt
– Grundlegende Gestaltungsregeln
– Fünf Arten von Hinweisen
• Zusammenfassende Betrachtungen und Blick auf ISO 3864-2
• Zum Vorgehen bei der Entwicklung von Sicherheitshinweisen
• Fazit
74
Fazit
•
•
•
•
•
•
ANSI Z535.6 wird zur wichtigsten Norm bei der Erstellung von
Sicherheits- und Warnhinweisen (nicht nur) für den US-Markt
BRD: Vereinzelt aber Widersprüche zur nationalen Rechtsprechung
und nationalen Normen zu berücksichtigen
Klare Trennung von Sicherheitshinweisen (Personenschäden) und
Warnungen vor Sachschäden
Hilfreiche Klassifikation der vier Arten von Sicherheitshinweisen in drei
Gefahrenstufen
Regeln komplex, intensive Lektüre erforderlich
ANSI Z535.6 sollte jede(r) abwägend berücksichtigen, um unnötige
Darlegungslasten zu vermeiden
– Klartext: Wer die Norm nicht befolgt, muss im Haftungsfall
begründen, warum das selbst erfundene System mindestens
dasselbe Maß an Sicherheit bietet – das wird schwierig sein
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Schade ...
• Funktionale Auszeichnungen der Informationen unklar gelassen
• Keine Unterstützung bei der Formulierung
• Probleme durch sehr scharfe Trennung von
Sicherheitshinweisen und Warnungen vor Sachschäden
• Signalwort HINWEIS für Warnungen vor Sachschäden
fragwürdig
• Gestaltung von eingebetteten Warnhinweisen stark
eingeschränkt
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Fazit für die Dokumentation
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Lassen Sie sich von nachvollziehbaren Kriterien der Verständlichkeit,
Informativität und Sicherheit leiten.
Berücksichtigen Sie Ihre Zielgruppenanalyse.
Knüpfen Sie in der Entwicklung der Warnhinweise direkt an den
Prozess der Gefahrenanalyse an.
Lassen Sie die Ergebnisse der Produktbeobachtung einfließen.
Berücksichtigen Sie produktspezifische Normen und Richtlinien.
Orientieren Sie sich abwägend bei der Entwicklung von
Warnhinweisen in der Dokumentation an der aktuellen ANSI Z535.6
Schaffen Sie die nötigen Voraussetzungen in der Redaktion
(Redaktionsleitfaden, Schulung).
Führen Sie Anwendertests durch.
Sorgfalt bei der Erstellung der Sicherheitshinweise ist EIN Baustein zur
Reduzierung der Haftungsrisiken – aber nicht der Einzige!
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Die Norm ist kein Gesetz
Normbefolgung rettet Sie
nicht vor der Haftung:
Normbefolgung vor
selbstgestrickter Lösung,
aber wache Verantwortung
vor sturer Normbefolgung!
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DocLab – TÜV SÜD Product Service
ANSI Z535.1
ANSI Z535.2
ANSI Z535.3
ANSI Z535.4
ANSI Z535.5
ANSI Z535.6
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit
Doku+Medien Forum 2007 14. Februar 2007, Hamburg
Marcel Schator, marcel.schator@tuev-sued.de
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Technik
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