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Homepage: www.raau.de
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Gerichtsfach Augsburg: 18/11
Datum: 23.10.2014
Zusätzliche Urlaubstage
Der Bundesarbeitsgericht (BAG) durfte sich mit dem Fall einer angeblichen
Diskriminierung aufgrund des Altes beschäftigen.
Verbot der Altersdiskriminierung:
Gemäß § 1 des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist die
Altersdiskriminierung nicht erlaubt, da dort steht.
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen
der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung,
einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder
zu beseitigen.
Zum Fall:
Das beklagte Unternehmen (Bereich Schuhherstellung) gewährt den Arbeitnehmern
in der Schuhproduktion nach Vollendung des 58. Lebensjahres jährlich 36
Arbeitstage Erholungsurlaub.
Die jüngeren Arbeitnehmer bekommen aber nur 34 Tage Urlaubstage, damit 2 Tage
weniger.
Vortrag Kläger:
Dagegen ging der Kläger als Mitarbeiter dieses Unternehmens vor, da er 1960
geboren ist und nur 34 Tage bekommt. Er erkennt diese Urlaubsregelung als
altersdiskriminierend. Er begehrt jährlich ebenso diese 36 Urlaubstage.
Urteil des Gerichts:
Die unterschiedliche Behandlung aufgrund des Alters unter dem Gesichtspunkt des
Schutzes älterer Beschäftigter ist nach § 10 Satz 3 Nr. 1 AGG zulässig. Bei der
Prüfung, ob eine solche vom Arbeitgeber freiwillig begründete Urlaubsregelung dem
Schutz älterer Beschäftigter dient, geeignet, erforderlich und angemessen ist, gem. §
10 Satz 2 AGG, steht der Beklagten eine auf die konkrete Situation in seinem
Unternehmen bezogene Einschätzungsprärogative zu.
Die Ansicht der Beklagten, zwei weitere Urlaubstage seien aufgrund des erhöhten
Erholungsbedürfnisses angemessen, wurde vom BAG als richtig angesehen. Die
körperlich ermüdende und schwere Arbeit bedarf bei älteren Arbeitnehmern längerer
Erholungszeiten. Der Gestaltungs- und Ermessensspielraum des Arbeitgebers wurde
nicht überschritten.
Quelle:
BAG Urteil vom 21.10.2014, Az. 9 AZR 956/12,
http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgibin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&pm_nummer=0057/14
Fazit:
Es wird gespannt bleiben, ob dieser Fall zum europäischen Gerichtshof zur
Überprüfung kommen wird. Der europäische Gerichtshof fährt eher einen harten Kurs
bzgl. Diskriminierungen und wird wohl auch das Urteil des BAG vom 20.03.2012, Az.
9 AZR 529/10 kennen, wonach damals jedenfalls entschieden wurde, dass es
unrechtmäßig sei, eine Differenzierung der Urlaubsdauer nach dem Lebensalter
durchzuführen.
Rechtsanwalt Robert Uhl
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Bildung
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