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Fragen und Antworten zum Ebola-Virus sowie weiterführende Links
1.) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland / NRW mit dem
Ebola-Virus anzustecken?
Das Risiko, mit dem Virus in Kontakt zu kommen, ist sehr gering, da als Überträger
von Ebola-Viren neben erkrankten Menschen vor allem nicht humane Primaten (zum
Beispiel Schimpansen), Flughunde und Waldantilopen verdächtigt werden.
2.) Wie können sich Menschen mit dem Ebola-Virus infizieren?
Durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von erkrankten oder
verstorbenen Personen oder Tieren. Auch der Verzehr von Fleisch infizierter Tiere
(„bushmeat“ 1) ist ein möglicher Übertragungsweg. In Westafrika ist das
Verbreitungsrisiko zurzeit so groß, weil viele ihre erkrankten Angehörigen selbst
pflegen und auch selbst bestatten.
Bisher ist gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Ebola-Virus
3.) Wann liegt ein begründeter Ebolafieber-Verdachtsfall vor?
Laut Robert-Koch-Institut liegt ein begründeter Verdacht erst dann vor, wenn
folgende Kriterien gleichzeitig zutreffen:
Fieber oder erhöhte Temperatur mit Begleitsymptomen und
• in den 21 Tagen vor Erkrankungsbeginn Kontakt mit Ebola-Erkrankten,
Ebola-Krankheitsverdächtigen oder an Ebola Verstorbenen oder
• in den 21 Tagen vor Erkrankungsbeginn beruflicher Kontakt mit Ebola-Viren,
erregerhaltigem Material oder infizierten Tieren oder
• bis zu 21 Tage vor Erkrankungsbeginn Aufenthalt in einem bekanntem EbolaEndemiegebiet bzw. in einem Gebiet, in dem in den letzten 2 Monaten
bestätigte oder vermutete Ebola-Fälle aufgetreten sind und es dort Kontakt
zu Flughunden, Fledermäusen, Primaten oder Bushmeat gab.
4.) Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 21 Tage.
5.) Wie lange können Infizierte das krankmachende Virus übertragen?
Erkrankte sind nur ansteckend, so lange Symptome – vor allem Fieber – bestehen.
6.) Wie ist das Land Nordrhein-Westfalen auf einen möglichen EbolaKrankheitsfall vorbereitet?
Es gibt einen Krisenplan („Seuchenalarmplan NRW“ – SAP) für den Fall, dass
Personen in Nordrhein-Westfalen an einer hochansteckenden Krankheit leiden oder
ein entsprechender Verdacht besteht. Die unteren Gesundheitsbehörden
(uGB = Gesundheitsämter) haben im April 2014 vom Ministerium für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und Alter Nordrhein-Westfalen sowie dem Landeszentrum
Gesundheit NRW (LZG.NRW) den aktualisierten Seuchenalarmplan erhalten. Der
SAP ist die Grundlage für die Vorbereitung und Durchführung notwendiger
seuchenhygienischer Maßnahmen und enthält Hinweise für die uGB zum Umgang
mit hoch infektiösen Patientinnen und Patienten, zur Vorsorgeplanung, zu konkreten
Maßnahmen etc.
7.) Wie ist die länderübergreifende und internationale Zusammenarbeit
geregelt?
Seit 2003 gibt es ein bundesweites Netzwerk aus Kompetenz- und
Behandlungszentren für das Management und die Versorgung von Personen mit
hochansteckenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen. Zusammen mit weiteren
Einrichtungen wurde 2014 hieraus ein ständiger Arbeitskreis beim Robert KochInstitut gebildet (STAKOB). Die Mitglieder des Arbeitskreises stehen in engem
Informationsaustausch.
Gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldet das Gesundheitsamt die Erkrankung an
die Landesmeldestelle beim Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
(LZG.NRW). Diese meldet den Fall dem Robert Koch-Institut, das die Information an
die Weltgesundheitsorganisation, die Kommission der Europäischen Union und die
zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten weiterleitet.
8.) Was würde passieren, wenn in Nordrhein-Westfalen der Verdacht besteht,
dass eine Person an Ebola erkrankt ist?
Bestünde bei Erkrankten der Verdacht auf eine Infektion mit Ebola-Viren, würde in
Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt und dem LZG.NRW sowie in
Abhängigkeit vom Allgemeinzustand der oder des Betroffenen der direkte
Isoliertransport in ein Behandlungszentrum veranlasst. Das Behandlungszentrum für
NRW ist die Sonderisolierstation in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und
Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.
9.) Wie würde eine Person mit Verdacht auf eine Ebola-Infektion in ein
Behandlungszentrum transportiert?
Der Transport würde mit einem Spezialfahrzeug erfolgen, der mit einer
entsprechenden Schutzausrüstung ausgestattet ist. Besondere Merkmale sind unter
anderem:
• Strenge räumliche Trennung zwischen Fahrer- und Patientenkabine
• Leicht zu desinfizierende Oberflächen in der Patientenkabine (z.B. Verzicht auf
Inneneinrichtung wie Schubladenelemente etc.)
• Thermische Entkeimung oder Filterung der Abluft
• Möglichkeit zur Schaffung eines Unterdruckgradienten zur Außenwelt
• Medizinische Ausrüstung ist auf intensivpflichtige Patienten ausgelegt
10.) Wie ist ein solches Behandlungszentrum ausgestattet?
Ein Behandlungszentrum ist technisch so ausgestaltet, dass keine Krankheitserreger
in die Außenwelt gelangen. Das wird erreicht durch:
• permanenten Unterdruck in der gesamten Anlage, so dass eine Luftströmung von
innen nach außen verhindert wird,
• autonome Klimaanlage, die nur den Bereich versorgt,
• Anlagen, die Abluft, Abwasser etc. dekontaminieren,
• luftdicht abgeschlossene Zugangsschleusen mit integrierter Dusche, in denen das
Personal, wenn es die Station betritt, absolut keimdichte Schutzanzüge anlegt.
Beim Verlassen der Station lässt das Personal sämtliche Kleidung und
Ausrüstung dort zurück.
11.) Wie würden Erkrankte dort behandelt?
Die Behandlung wird situationsabhängig entschieden.
12.) Was würde passieren, wenn am Düsseldorfer Flughafen ein Fluggast mit
dem Verdacht auf eine Ebola-Infektion eintrifft?
Der Pilot des Flugzeugs, in dem sich eine krankheitsverdächtige Person aus einem
Gebiet, in dem Ebola-Fälle aufgetreten sind, befindet, würde den Verdacht dem
Flughafen melden. Von dort würde das Gesundheitsamt über den Verdacht
informiert. Das Gesundheitsamt würde das Kompetenzzentrum Infektionsschutz des
Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) informieren.
Das Flugzeug würde weit außerhalb des Terminals abgestellt und die Passagiere in
Risikogruppen eingeteilt. Krankheitsverdächtige Personen würden der Risikogruppe
„rot“ zugeordnet, mögliche Kontaktpersonen der Risikogruppe „gelb“ und Personen
ohne Kontakt der Risikogruppe „grün“.
Im Seuchenalarmplan NRW (SAP) ist beschrieben, welche Maßnahmen bei den
jeweiligen Risikogruppen ergriffen werden. Das ist immer abhängig vom jeweiligen
Erreger um den es sich handelt. Personen in der Risikogruppe gelb bekommen
besondere Hinweise, für Personen in der Risikogruppe grün besteht kein
Ansteckungsrisiko. Die krankheitsverdächtigen Personen würden mit einem
Sonderisoliertransportfahrzeug in das Behandlungszentrum an der Universitätsklinik
Düsseldorf eingeliefert.
13.) Welche weiteren Sicherheitsvorkehrungen gibt es an Flughäfen?
Nach Expertenmeinung ist die Wahrscheinlichkeit einer epidemischen Ausbreitung
von Ebola in Deutschland sehr unwahrscheinlich.
Grundsätzlich haben die Airlines Vorgaben nach den Internationalen
Gesundheitsvorschriften (IGV). Das betrifft zum Beispiel die Vorgabe, in einem
Verdachtsfall einen bestimmten Flughafen (Düsseldorf, Frankfurt am Main, München,
Hamburg und Berlin/Brandenburg) anzusteuern. Passagiere dürfen das Flugzeug
nicht ohne Kontrolle oder weitere Maßnahmen verlassen (siehe Antwort zu
Frage 12).
Im zu den IGV gehörenden Durchführungsgesetz des Bundes (IGV-DG) besteht für
die Flughäfen die Vorgabe, entsprechende Notfallplanungen etc. vorliegen zu haben.
Sie müssen zum Beispiel Bereiche vorhalten, in denen Krankheitsverdächtige isoliert
werden können. Alle Maßnahmen und Meldewege sind mit den unteren
Gesundheitsbehörden (uGB = Gesundheitsämter) abzustimmen.
Erläuterungen:
1
bushmeat: In Afrika eine Bezeichnung für Wildfleisch von Tieren, die im Urwald
oder Savannen gejagt werden
Links zu weiterführenden Informationen:
Robert Koch-Institut (RKI)
•
Informationen des RKI zu Ebola in Westafrika und zur WHO-Einstufung als
Gesundheitliche Notlage
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Kurzinformation_Ebola_in_Westafrika.ht
ml
• Informationen des RKI zu Ebola-Viren und weiterführende Links:
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Ebola_node.html;jsessionid=A660ECFF
50FFD9A0F5A9E437287A1A6A.2_cid381
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
•
Zahlreiche Hintergrundinformationen zum Ebola-Virus, Ausbreitung in Westafrika
und Informationen für Reisende
http://www.bnitm.de/aktuelles/aktuelle-informationen-zu-ebola/
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik
• Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Länder von A-Z
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/01Laender/Gesundheitsdienst/Uebersicht_node.html
Centrum für Reisemedizin
• Hinweise für Reisende unter anderem in afrikanische Staaten
http://www.crm.de/
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des
Universitätsklinikums Düsseldorf
• Informationen zu Ebola und Hinweise für medizinisches Personal:
http://www.uniklinik-duesseldorf.de/de/unternehmen/kliniken/klinik-fuergastroenterologie-hepatologie-und-infektiologie/ebola-epidemie-2014/
European Centre for Disease Control (ECDC)
• Informationen in englischer Sprache:
http://www.ecdc.europa.eu/en/healthtopics/ebola_marburg_fevers/Pages/ebolaoutbreak-west-africa.aspx
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
• Informationen und Hintergründe über Ebola in englischer Sprache:
http://www.afro.who.int/en/clusters-a-programmes/dpc/epidemic-a-pandemic-alertand-response/epr-highlights/4164-ebola-virus-disease-in-west-africa.html
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Gesundheitswesen
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