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Kategorieergebnis - CURADEN Dentaldepot

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WIEN | ZÜRICH
P.b.b. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1050, Vertragsnummer GZO2ZO30229M
01_U1_Cover_V324_Layout 1 30.09.14 16:36 Seite 1
Das Fachjournal für internationale Tischkultur,
Geschenkartikel, Wohnaccessoires, Schmuck,
Kunsthandwerk und Hausrat
Sept|Okt 14
324
02_U2_InsSoehnle_V324_Layout 1 30.09.14 16:15 Seite 1
MIX & MATCH
KOMBINIEREN, WAS SPASS MACHT
Leifheit AG,
Niederlassung Österreich
IZ NÖ Süd,
Straße 16, Objekt 69/5/II
A-2355 Wiener Neudorf
Tel.: 0043 (0) 2236 64923 0
Fax: 0043 (0) 2236 64924
E-Mail: info.austria@leifheit.com
www.soehnle.de
03_Cartoon_V324_Layout 1 30.09.14 16:14 Seite 03
G&G 9/2014
n
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ä
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03 s
Die Kalorienaufnahme kann laut einer Studie mit Elektrostimulationen um
14 Prozent reduziert werden – mit ein bisschen gutem Willen müsste sich doch
auch der unbändige Wunsch nach Tischkultur einprogrammieren lassen …
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
04_ImFocus_V324_Layout 1 30.09.14 16:23 Seite 1
IM FOCUS
Wenn es nach den Plänen der Messe Frankfurt geht, werden im Herbst 2015 parallel zur „Tendence“ noch vier weitere
Messen stattfinden, von denen jede einen anderen Besucherkreis anspricht. Damit versucht die Messegesellschaft der
„Tendence“ wieder jenen Stellenwert zu geben, den vor nicht allzu langer Zeit die Herbstmesse in Frankfurt hatte. Ob sich
das Konzept, Publikumsmessen parallel zu Fachmessen zu veranstalten, bewährt hat, werden wir alle nächstes Jahr um
diese Zeit wissen. Aber, wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Lesen Sie dazu auch unser Interview mit Stephan Kurzawski,
Geschäftsleitung Messe Frankfurt Exhibition GmbH., auf Seite 24 dieser Ausgabe!
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
05_Inhalt_V324_Layout 1 30.09.14 16:14 Seite 05
05INHALT
DIE VITRINE 324 september-oktober 2014
ZU UNSEREM TITELBILD:
Auf zeitloser Weise in sich ruhen die Formen
des neuen Bestecks „Perspectives“ von Berndorf Besteck.
Fließend und ausgewogen vermeiden sie vordergründige Extravaganz. Aus 18/10 Nicro, poliert.
INFORMATION ÖSTERREICH UND SCHWEIZ:
Berndorf Besteck-Tafelgeräte Ges.m.b.H.
Leobersdorfer Straße 26
A-2560 Berndorf
Tel: 0043 (0) 2672 83 610-0
Fax: 0043 (0) 2672 83 610-99
E-Mail: besteck@berndorf-besteck.co.at
www.berndorf-besteck.com
16
COVERSTORY: Berndorf Besteck:
Vom k.u.k.-Hoflieferanten zu extravaganter tafelkultur
11
Victorinox: ein klassiker mit zehn neuen Gesichtern
12
EK-Unternehmerkongress:
Wissen sie, was Ihr kunde wirklich will?
14
Wüsthof: Vom kotten zu einer der modernsten
messerfabriken der Welt
24
Interview: stephan kurzawski, Geschäftsleiter der
messe Frankfurt messe Frankfurt exhibition GmbH,
über die „tendence“ und andere messen im Herbst 2015
26
Impulse: kleine Geräte, große Funktionen! Über die
nützlichen Helfer, die via steckdose aktiviert werden
31
Zusatzsortimente: tendenz steigend
03
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21
34
38
42
Schräg gesehen
Aktuell
Wirtschaft
Messetrends
Kultur kompakt
Schräg geschrieben
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
nach den Messen des zweiten Halbjahres
lässt sich nur feststellen: Sie waren durchwachsen. Manche Anbieter waren halbwegs
bis sehr zufrieden, andere wieder überlegen,
ob sie nächstes Jahr überhaupt wieder auf
dieser oder jener Messe ausstellen sollen.
Nicht besonders zufrieden war jedenfalls
der Handel mit den letzten Monaten. In
Österreich wie in Deutschland wurde darüber geklagt, dass die Kauflust der Konsumenten im heurigen Jahr nicht die allerbeste ist. Dafür werden viele Gründe angeführt, z. B. die nicht sehr rosige konjunkturelle Lage, in Österreich natürlich auch
die Diskussionen über die Steuern.
Allerdings haben Untersuchungen ergeben, dass die ansonst sparfreudigen
Österreicher ihr Geld zurzeit lieber ausgeben, was bei den niedrigen Zinsen kaum
verwundert. Das freut natürlich die Europäische Zentralbank, denn so wird der
Konsum angekurbelt – allerdings offensichtlich etwas weniger in unserer Branche.
Was nun dagegen tun? Man könnte sich
z. B. Gedanken über Zusatzsortimente machen, also auf Messen nicht nur stur zu
den üblichen Verdächtigen, sprich Lieferanten, rennen, sondern vielleicht auch
andere Hallen besuchen, die einen neuen
Touch ins Geschäft bringen. Damit das
gelingt, muss man sich natürlich vorher
bewusst sein, in welche Richtung es gehen
soll. Vielleicht wäre da auch der Rat eines
außen stehenden Beraters hilfreich, denn
wenn es um die eigenen Befindlichkeiten
geht, haben die meisten von uns eine gewisse Scheuklappenmentalität. Und über
den eigenen Schatten zu springen, fällt
immer besonders schwer …
Das meint Ihre
Gabriele Kaiser
IMPRESSUM: Verlag: Vitrine Zeitschriften VerlagsgesmbH., schloßgasse 10-12, A-1050 Wien, tel: 0043 699/102 779 54, Fax: 0043 1/526 51 77, email: gk-vitrine@gmx.at
Mit der Herausgabe betraut und Geschäftsführung: Gabriele kaiser, Mitarbeiter dieser Ausgabe: mag. Gerhard Faas, Wolfgang Greiner, Gerhard pucsala, Christian sikora
Produktion & Layout: Greiner & Greiner Druck: Druckerei robitschek, Wien Verlagsort: Wien Herstellungsort: Wien Inseratenpreise: lt. tarif Nr. 31 Abonnementpreis: € 40,70, sfr. 70,–,
Abo Ausland € 48,– Bankverbindung: erste bank der oesterreichischen sparkassen AG, bLZ 20111, IbAN: At 02 2011 1281 2147 1306. bIC GIbAAtWWXXX
www.vitrine-online.at
DIE VITRINE 324 september-oktober 14
06-10_Aktuell_V324_Layout 1 30.09.14 16:15 Seite 06
06AKTUELL
Ganz im Zeichen von Weihnachten steht der opulente Flyer von alfi
alfi
Endspurt dEr
JubiläumskampagnE
Der Moment, der bleibt: Im dritten Tertial des Jubiläumsjahres feiert alfi den
atmosphärischen Rückzug nach drinnen, macht Lust auf Pausen vom Alltag
und fördert behagliche Stimmung. Der
goldene Claim überschreibt auch das
große Finale und beendet die Feierlichkeiten ganz emotional mit einer Verkaufsförderungsaktion rund um einen
opulent gestalteten Flyer, der ab November überregional gestreut wird.
Der achtseitige Flyer enthält Interessantes aus der Chronik von alfi und
macht Lust auf Klassiker, neue Highlights und typische Winterbegleiter. Bei
den Isolierkannen glänzen zum Beispiel
Juwel, Gusto, Pallas und Dan in den Jubiläumsfarben Liquid Copper, Liquid
Brass und Liquid Platinum und zeigen
sich damit weihnachtstauglich.
Darüber hinaus laden der Kaffeezubereiter und die Teekanne aus poliertem Edelstahl zum Genuss mit Stil und
lassen sich mit der neuen Karaffe
„flowMotion“ für immer perfekt gekühltes Wasser ergänzen. Damit winterliche
Schlemmereien nicht zu kurz kommen,
bietet alfi mit den Isolier-Servierformen
„Enjoy“ echte Multitalente, mit denen
Suppen, Aufläufe oder Desserts auch
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
Der Backflyer von Kaiser wird bis Ende des Jahres an die Konsumenten verteilt.
perfekt transportiert werden können.
Als sinnvolle Geschenke locken außerdem die „isoBottle“ und „elementBottle“ mit Biene Maja, Wickie & Co. und
gestatten in allen Varianten eine ebenso sichere wie trendige Flüssigkeitsversorgung.
Für eine ansprechende Inszenierung stellt alfi dem Handel ein aufmerksamkeitsstarkes Dekopaket mit A2 Ellipsenplakat, Dekowürfeln, Aktionsaufstellern, Jubiläumsbannern und Aktionsflyern zur Verfügung.
w www.alfi.de
kaisEr
limitEd Edition
Wie bereits an dieser Stelle schon mehrmals erwähnt, hat Kaiser Grund zu feiern: Die Premium-Serie „La Forme
Plus“ wird in diesem Jahr 30 Jahre alt.
Aus diesem Anlass präsentiert WMF
Österreich nun einen Backflyer, der bis
Ende des Jahres an die Konsumenten
verteilt werden kann. Im Mittelpunkt
dieses Flyers steht eine eine Limited
Edition der Torten- und der Herrentortenform.
Die extra schweren Backformen –
auf sie wird zehn Jahre Garantie gewährt – überzeugen auch mit modernsten Eigenschaften. Dank der KAIRAMIC®-Antihaftbeschichtung löst sich
der Teig leicht, und auch die Reinigung
ist unkompliziert.
Zu den Flyern erhalten die Händler
Deko- und Promotionsmaterial, das zum
Abschluss des Kaiser Jubiläumsjahres
noch einmal den Absatz ankurbeln soll.
w www.kaiser-backform.de
WiEn
VorstEllung Von
schWEizEr dEsign
Im Designforum in Wien werden bis 19.
Oktober 2014 ausgezeichnete Schweizer
Erzeugnisse vorgestellt. Der Bogen
reicht von Mode, Fotografie und Grafikdesign bis hin zu Industriedesign. Die
Kuratoren der Ausstellung bieten eine
Auswahl aus den beiden großen und bedeutenden Schweizer Designwettbewerben. Die Namen der beiden Wettbewerbe sind nahezu ident, haben aber unterschiedliche Anforderungen. Die Schweizer Designpreise werden durch die Eidgenossenschaft ausgelobt und vom Bundesamt für Kultur vergeben. Sie legen
den Schwerpunkt auf kreative Talente
und Qualität. Beim Design Preis Schweiz
hingegen, der vom Design-Center in
Langenthal durchgeführt wird, wird das
Augenmerk bei den Produkten auf das
marktwirtschaftliche Umfeld, die praktische kaufmännische Anwendung gelegt.
w www.designforum.at
06-10_Aktuell_V324_Layout 1 30.09.14 16:15 Seite 07
07
30. 1. – 3. 2. 2015
Werden Sie zum Star
Ihrer Branche
Auf der Weltleitmesse für saisonale Dekoration und Festschmuck
präsentieren Ihnen mehr als 920 Top-Aussteller aus 39 Ländern
das Beste der Branche, eben „Seasonal Decoration at its best“.
Nutzen Sie diese brillante Order- und Trendplattform und knüpfen
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Seasonal Decoration at its best
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Telefon 01/867 36 60 60
w www.quartier21.at
Am 2. Oktober 2014 eröffnete der neue Flagship-Store im
Freiraum Quartier21 im Museumsquartier in Wien. Zu sehen ist eine Ausstellung exquisiter Produkte und außergewöhnlicher Dienstleistungen aus der postkolonialen Welt.
Das Ausstellungsprojekt „Post Colonial Flagship-Store
(PCFS) bietet künstlerische Arbeiten aus zehn Ländern und
setzt sich mit einem neuen verdeckten Kolonialismus auseinander. Was vor hundert Jahren der Kolonialwarenladen
war, ist heute der Flagship-Store, der eine „saubere“ Konsumwelt anbietet, die jedoch allzu oft auf der Produkt-Fertigung in Billiglohnländern beruht.
Internationale Künstler aus Europa aber auch aus Übersee nehmen Bezug auf den kolonialen Hintergrund des eigenen Landes und die Auswirkungen auf das heutige Leben. Abhängigkeiten wie auch Chancen, Hoffnungen und
Identitätsfragen werden ebenso thematisiert wie globale
Investmentstrategien oder Arbeitsmigration.
Präsentiert werden die Arbeiten der Künstlerinnen und
Künstler aus Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika als
„Verkaufsprodukte“ oder „Dienstleistungsagenturen“ in einer „Shopping Mall“.
QuartiEr21
flagship-storE
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06-10_Aktuell_V324_Layout 1 30.09.14 16:15 Seite 08
08AKTUELL
personalia
GMUNDNER KERAMIK MANUFAKTUR
NEUE MARKETINGLEITERIN
Mag. Christina Nagl (31) übernahm per Mitte Juli die Marketingleitung der Gmundner Keramik. Nach ihrem Studium der
internationalen Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien startete Mag.
Nagl ihre berufliche Karriere bei der Österreich
Werbung in Wien und erwarb im Anschluss daran
umfangreiches Wissen sowohl im klassischen
Produkt- als auch im Tourismusmarketing. Zuletzt war Christina Nagl als Managerin in der Werbeabteilung bei der Hofer KG in Sattledt tätig.
In der Position als Marketingleiterin der Gmundner Keramik Manufaktur verantwortet sie das
strategische Marketing, Messen und Events,
Kommunikation und PR, sowie die gesamte Palette des Online-Marketings und berichtet direkt
an die Geschäftsführung.
Display des Bosch Backofens der Serie 8: Der „Perfect Bake Backsensor“ misst permanent
den Feuchtigkeitsgrad der Backware und passt den Backvorgang automatisch an.
bosch
komplEttE ÜbErnahmE
dEr bsh
silit/Wmf
aus alt mach nEu
Zum Jahreswechsel Rabatt sichern! Mit
der beliebten Topftausch-Aktion motivieren Silit und WMF zur Investition in
neues Kochgeschirr. Bis zum 15. Februar 2015 können die Konsumenten alte
Töpfe, Pfannen und Schnellkochtöpfe
tauschen und dafür attraktive Alternativen erstehen: Beim Kauf bieten die beiden Anbieter pro abgegebenem Kochgeschirr eine Prämie von zehn Euro und
präsentieren dazu vielfältige Angebote.
w www.silit.de
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
Der deutsche Technikkonzern Bosch
übernimmt total die mit Siemens gegründete BSH. Für den 50-prozentigen
Siemens Anteil zahlt Bosch EUR drei
Mrd. Bosch Siemens Hausgeräte setzte
2013 mit an die 50.000 Mitarbeitern
EUR 10,5 Mrd. um. Bis zum Jahr 2025
will man die Erlöse verdoppeln, dies
auch außerhalb Europas.
Um die Kunden in den Industrieländern zu gewinnen – hier geht es vorzugsweise um die Mittelschicht – setzt
Bosch nun noch mehr als bisher auf die
Ausstattung der Hausgeräte mit Sensoren und Elektronik, einem Gebiet, auf
dem der Autozulieferer ja Experte ist.
So wurde auf der heurigen IFA in Berlin
unter anderem ein Backofen vorgestellt,
der mit Hilfe einer aus der Fahrzeugtechnik stammenden Sonde die Feuchtigkeit des Backgutes misst und dann
die notwendige Backdauer ermittelt.
Finanziert wird die Übernahme laut
Bosch-Chef Volkmar Denner aus vorhandenen Mitteln. Bosch verfüge zur
Zeit über eine bilanzielle Liquidität von
EUR 14 Mrd. Vor der Übernahme sollen
jeweils EUR 250 Mio. an Bosch und Siemens als vorgezogene Dividendenzahlung ausgeschüttet werden. Die Komplettübernahme soll nach Zustimmung
der Kartellbehörden voraussichtlich im
ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen
werden. Vereinbart ist, dass Bosch den
Namen Siemens weiterhin für seine
Hausgeräte verwenden darf.
w www.bsh-group.at
kuhn rikon
ErstEr shop-in-shop
in ÖstErrEich
Der renommierte Schweizer Anbieter
Kuhn Rikon, der seit einigen Monaten
nun auch in Österreich vertreten wird,
hat bei Klammerth in Graz nun seinen
ersten Shop-in-Shop in Österreich eröffnet. Auf an die 20m² wird das gesamte
Sortiment angeboten – von Töpfen und
Pfannen bis zu Küchenhelfern. Bei Kuhn
Rikon entwickeln, produzieren und vertreiben mehr als 200 Mitarbeiter Kochgeschirr und funktionelle Küchenhelfer
für gesundes und effizientes Kochen.
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09
Internationale Konsumgüter-Fachmesse für Lebensart
TrendSet · Messe München
4. – 6. Januar 2015
Hier sind die
Trends!
Jetzt Termin vormerken!
Erster Shop-in-Shop von Kuhn Rikon bei Klammerth in Graz
Eine unverkennbare Swissness zeichnet das Design der
Kuhn Rikon Produkte aus. Seit 2004 betreibt das Unternehmen eine eigene Designabteilung. In den letzten Jahren
wurden etliche der funktionellen Produkte mit zahlreichen
Design Awards prämiert. Selbst das MoMa (Museum of Modern Art) vertreibt Kuhn Rikon Produkte im eigenen Shop.
w www.ch.kuhnrikon.com
fastfood
mit glas und
porzEllan
In Wien eröffnete Anfang
September ein neues „Burgerlokal“ mit Stil. Im „Burgermasta“ auf der Währingerstraße wird nicht auf Pappkartons gegessen und aus Papierbechern getrunken, sondern zum Servieren Porzellan und Glas
eingesetzt. Damit will sich das Lokal nicht nur von den üblichen Fastfood-Lokalen abgrenzen, sondern auch neue qualitative Maßstäbe setzen. Das hat natürlich seinen Preis. Der
Burger selbst rangiert von EUR 7,50 bis 12,50. Die erste Bestellung wird im Selfservice durchgeführt, jede weitere im
Service. Die Verwendung von Porzellan und Glas verleihen
eine ganz andere Atmosphäre und dem Burgerlokal einen
Restaurant-Charakter. Gleichzeitig ist es aber auch unterschwellig ein neuer Bereich für den Absatz der GPK-Industrie. Wer weiß, ob sie nicht im größeren Stil in der Schnellimbiss-Szene eine neue Chance findet.
Möbel
Lampen
Heimtex
Wohnobjekte
Accessoires
Lifestyle
Glas
Porzellan
Keramik
Küche
Haushalt
Gourmet
Dekodesign
Präsente
Souvenirs
Saisonware
Weihnachten
Festschmuck
Bad
Duft
Wellness
Floristik
Freizeit
Garten
Hobby
Fun
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Büro, Schule
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ihrer Art im südlichen deutschsprachigen Raum.
w www.burgermasta.com
www.trendset.de
06-10_Aktuell_V324_Layout 1 30.09.14 16:15 Seite 10
10AKTUELL
VillEroy & boch
nEuE glasiErliniE in torgau
Villeroy & Boch investiert weiter in den
Tischkultur-Produktionsstandort Torgau. Vor wenigen Wochen hat das Unternehmen eine neue Glasierlinie im
Wert von rund EUR 500.000 in Betrieb
genommen, um die Produktionskapazität des derzeit voll ausgelasteten Werks
weiter zu steigern. Seit 2006 hat V & B
damit insgesamt mehr als EUR zehn
Mio. in die Fertigung investiert. Über
die Hälfte der Gelder floss dabei in die
Tassenfertigung per Druckgussverfahren. Profitiert haben von diesem Wachstum auch die Erwerbstätigen der Region. Seit 2009 hat V & B 50 neue Arbeitsplätze geschaffen und beschäftigt in
Torgau inzwischen 160 Mitarbeiter.
2013 wurden im sächsischen Torgau erstmals über zehn Millionen Tassen, Teller und andere Geschirrartikel
aus Porzellan hergestellt. Sieben Jahre
zuvor waren es noch rund sechs Millionen Teile gewesen. Aufgrund der großen Nachfrage nach Porzellan mit dem
Prädikat „Made in Germany“ soll die
Kapazität nun um weitere 400.000 Teile
pro Jahr erhöht werden. Dafür wurde
nun die hochtechnologische Glasierlinie
installiert. Damit kann die noch vorhandene Ofenkapazität vollständig ausgenutzt werden. Bisher waren einige
Halbfabrikate im ebenfalls voll ausgelasteten Schwesterwerk in Merzig glasiert und gebrannt worden.
Der Standort Torgau wurde 1926
von Villeroy & Boch erworben, 1948
wurde er entschädigungslos enteignet.
Nach der Wende hat V & B die traditionsreiche Fabrik 1990 erneut übernommen.
w www.villeroy-boch.com
ambiEntE 2015
mEhr flächE fÜr
ElEktroklEingErätE
Die Zahl der Aussteller aus der Elektrokleingerätebranche ist bereits bei den
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
Auf der „Ambiente“ 2015 stellen wieder mehr Anbieter von Elektrokleingeräten aus.
letzten beiden „Ambiente“-Veranstaltungen gestiegen. Mit der zunehmenden Lifestyleorientierung im Bereich
Küche wächst auch das Interesse an
hochwertigen Produkten und Innovationen aus dem Bereich der Elektrokleingeräte.
Dieser Trend wird sich laut Aussage
von Thomas Kastl, der für den Bereich
Dining verantwortlich zeichnet, auch
2015 fortsetzen:
„Immer mehr Unternehmen der
Branche wollen nach Frankfurt. Auf der
kommenden Ambiente wachsen die
Elektrokleingeräte erneut, sowohl in
der Fläche, als auch in der Anzahl der
Anbieter. Wir bemühen uns sehr, allen
interessierten Anbietern eine Ausstellungsfläche anzubieten, was aufgrund
der geringen Fluktuation leider nicht
immer möglich ist.“
w www.ambiente.messefrankfurt.com
gmundnEr manufaktur
nun WiEdEr in dEr
schWEiz VErtrEtEn
Zum ersten Mal stellte die Gmundner
Keramik Manufaktur auf der Ornaris in
Bern aus. Dies auch darum, weil seit
Mitte August die M.I.L.A. Design & Geschenkartikel GesmbH & Co KG, die
(v.l.n.r.): Daniel Baumer, Geschäftsführer M.I.L.A.
Zweigniederlassung Kehrsatz in der Schweiz,
Jakob von Wolff, Geschäftsführer der Gmundner
Keramik Manufaktur, Robert Köhler, Geschäftsführer der MILA GmbH, Nürnberg
Schweizer Niederlassung der in Nürnberg ansässigen MILA GmbH, für den
Vertrieb der Gmundner Produkte in der
Eidgenossenschaft verantwortlich
zeichnet. Dadurch sei, so Jakob von
Wolff, Geschäftsführer der Gmundner
Keramik Manufaktur, „eine kompetente
und regelmäßige Beratung vor Ort“ garantiert.
w www.gmundner.at/
11_Victorinox_V324_Layout 1 30.09.14 16:17 Seite 11
TRENDSTORY 11
V I C TO R I N OX
ZEHN NEUE GESICHTER
FÜR EINEN KLASSIKER
Im Dezember 2013 rief Victorinox gemeinsam mit der kreativen
Crowdstorming-Plattform jovoto.com zu einem neuen Durchgang des Designwettbewerbs
für seine Limited Edition der „Classic Serie“ auf. Die zehn Gewinner-Designs gingen
in Serie und sind ab sofort als Classic Limited Edition 2014 erhältlich.
Es ist bereits die dritte Zusammenarbeit dieser Art
zwischen dem Schweizer Familienunternehmen und
der Kreativ-Community. Und der Erfolg des Designwettbewerbs ist ungebrochen: 446 Designer aus
82 Ländern reichten insgesamt 1.242 Design-Entwürfe
für das SchweizerTaschenmesser ein. Zunächst konnten die User auf der Design-Plattform für ihre Favoriten
abstimmen, bevor eine Victorinox-interne Jury daraus
die besten 34 Designs auswählte und im Februar
ihren Fans auf der Facebook-Seite zur Abstimmung
stellte.
Besonders die ungebrochene Kreativität der Teilnehmer beeindruckt das Schweizer Familienunternehmen aus Ibach nachhaltig. Und die hohe Internationalität des Designprozesses ist für Victorinox ein
Gradmesser für die Beliebtheit und Bekanntheit des
Schweizer Taschenmessers.
Die Taschenmesser der „Classic“-Serie besitzen
folgende Funktionen: Klinge, Nagelfeile, Schraubendreher, Schere, Ring, Pinzette und Zahnstocher.
w www.victorinox.com
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
12-13_EK-Kongress_V324_Layout 1 30.09.14 16:16 Seite 12
12 TRENDSTORY
EK/SERVICEGROUP
WAS DER KUNDE WIRKLICH WILL!
Ein erneutes Teilnehmerplus meldet die EK/servicegroup von ihrem diesjährigen
Unternehmerkongress sowie der Passion Night 2014. Nunmehr im sechsten Jahr in
Folge veranstaltete die Verbundgruppe am Vorabend der EK HOME diesen Branchenevent,
zu dem am 11. September über 400 Gäste aus Handel, Industrie, Wirtschaft und Forschung
nach Bielefeld in den traditionsreichen Ringlokschuppen kamen.
Vor vollen Rängen
entfalteten Moderator, Referenten
und Vorstände der
EK/servicegroup
ein spannendes
Programm (v. li.):
Paul J. Baumgartner
(Moderator), Prof.
Dr. Silvia Zaharia
(Hochschule Niederrhein), Prof.
Dr. Patrick Lentz
(Fachhochschule
des Mittelstands),
Andreas Steinle
(Zukunftsinstitut),
Alexander von
Keyserlingk
(Handelsberater),
Franz-Josef
Hasebrink,
Bernd Horenkamp
(EK Vorstände).
D
ort standen die Wünsche der Konsumenten im
Fokus. Die Richtung gab EK-Vorstandsvorsitzender Franz-Josef Hasebrink bei der Begrüßung der
Teilnehmer vor: „Wer Kunden zum Einkaufen bewegen
will, darf nicht nur an ihren Verstand appellieren,
denn die meisten Entscheidungen werden am POS
immer noch aus dem Bauch heraus gefällt“. Diesen
Bauch zu erreichen ist Herausforderung und Chance
für den stationären Handel, unterstrich der EK Aufsichtsrat-Vorsitzender Wilhelm Behrends – vor allem
mit Blick auf die Umsatzentwicklung im Internet.
Alles drehte sich also um den wichtigsten Protagonisten der Branche, den Kunden und seine individuellen Wünsche und Bedürfnisse. „Streicheleinheiten
statt Verpackungseinheiten! Was der Kunde wirklich
will“, lautete das Kongress-Motto. Handfeste Tipps
und Ratschläge für Streicheleinheiten wurden in der
Tat reichlich geboten, und damit das von EK-Vorstandmitglied Bernd Horenkamp formulierte KongressZiel erreicht: Bieten, was die Teilnehmer gebrauchen
können. Dafür sorgten erhellende Vorträge kompetenter
Referenten aus Wissenschaft und Handel, Best-Practice-Beispiele auch aus dem Kreis der Handelspartner
und die Beiträge der beiden EK-Vorstände.
Erst kennen, dann handeln Den Auftakt machte kein
geringerer als Andreas Steinle, Geschäftsführer der
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
„Zukunftsinstitut GmbH“. Sein Ansatz: Wer den Kunden durch sein Handeln begeistern will, muss ihn
erst einmal kennen. Da hilft der bekannte Fahrplan,
mit dem das Zukunftsinstitut die wesentlichen Megatrends sowie deren Vernetzung und Entwicklung
darstellt. Dabei handelt es sich keineswegs um losgelöste Theorien, sondern um Veränderungen in der
Gesellschaft, die auch den Handel massiv betreffen.
Am Beispiel von Prinz Charles und Ossi Osborne
machte Steinle deutlich, dass selbst gleiche Parameter
wie Geburtsjahr, Interessen und finanzielle Basis keinen Aufschluss darüber geben, wie ein Mensch lebt
und konsumiert. Die Veränderungen der Lebensbiographien, die auch im Alter von 60 Jahren durchaus
mal einen Neustart aufzeigen können, sowie die persönliche Einstellung der Menschen zu Innovationen
wirken gemeinsam auf die Lebensstile. Insgesamt
zehn neue „Lebensstile für morgen“ hat das Zukunftsinstitut definiert, die schon heute gezielt angesprochen werden können. „Ein Laden muss eine Bereicherung für die Kunden sein“, rät Steinle den Teilnehmern des EK-Unternehmerkongresses. Das erreiche
der Handel, indem er Beziehungsmanagement betreibt,
seinen Kunden zugeschnittene Lösungen, Inspirationen, Erfahrungen und Events bietet, deren Neugierde
befriedigt. Kunden wollen ihr Potenzial entfalten.
Hierin sieht der Zukunftsforscher eine Kernaufgabe
für den Handel. Was konstant bleibt: Die Begegnung
von Menschen wird immer wichtig bleiben.
Der stationäre Handel kann den Kampf der Kanäle
gewinnen Der Frage, wo Kunden kaufen wollen,
stellte sich Marketing-Professorin Dr. Silvia Zaharia,
die an der Hochschule Niederrhein forscht und lehrt.
Ihre Sicht auf das Kundenverhalten: Durch die Verbreitung des E-Commerce hat sich Multi-Channel-Retailing zu einem zentralen Marketing-Thema im Einzelhandel entwickelt. Professor Zaharia vertritt sogar
die These, dass der stationäre Handel nicht auf die
Verzahnung mit dem Internet verzichten kann, denn
der Online-Umsatzanteil rangiere in einigen Branchen
schon heute bei 20 Prozent, mahnt sie und verweist
auf die Strategie der reinen Onliner, die für ihre dynamisch steigenden Umsätze sogar Verluste hinnehmen.
12-13_EK-Kongress_V324_Layout 1 30.09.14 16:16 Seite 13
TRENDSTORY 13
EK/SERVICEGROUP
Im Vergleich zu den Onlinern entwickeln sich
Multichannel-Händler durchaus positiv. Sie haben
einen höheren Anteil und wachsen schneller als der
reine Online-Handel: „Der stationäre Handel ist
bestens positioniert, um als Multi-Channel-Retailer
den ‚Kampf der Kanäle‘ zu gewinnen“, machte Dr.
Zaharia Mut. Hierfür sorge auch das Kundenverhalten,
das sich in vier Kundentypen gliedern lässt: Die
Gruppe der „Online-Shopper“, die sich ausschließlich
im Internet informieren und dort kaufen beziffert Zaharia auf acht Prozent. Die „Traditionellen Handelskäufer“, die ausschließlich stationär agieren, machen
rund 30 Prozent aus. Mit nur vier Prozent ist die
Gruppe der „Show-Rooming-Kunden“ relativ klein.
Als „Beratungsklauer“ verschrien lassen sie sich im
Handel beraten und kaufen im Internet. Umgekehrt
hält es die zweite Multi-Channel-Kundengruppe, die
„ROPO-Kunden“. Diese informieren sich im Internet
und kaufen im stationären Handel. Diese Multi-Channel-Kunden machen immerhin rund 58 Prozent aus.
Sie sind nicht nur zahlenmäßig attraktiv, sie neigen
außerdem dazu, mehr als der Durchschnitt auszugeben
und sind sogar bereit, für Multi-Channel-Leistungen
zu bezahlen. Viele gute Gründe für den Handel, sich
für Multi-Channel-Strategien zu entscheiden.
Professor Dr. Patrick Lentz, Dekan Fachbereich
Wirtschaft der Fachhochschule des Mittelstands
(FHM), Bielefeld, klärte die Teilnehmer des EK-Unternehmerkongress darüber auf, was sich Kunden
vom Handel wünschen. Dazu gehört insbesondere
ein klares Profil. Sein Rat an den Fachhandel: „Besinnen
Sie sich auf Ihre Kernkompetenz und spielen Sie Ihre
eigenen Stärken aus. Legen Sie den Fokus genau auf
Ihre Zielgruppe und richten Sie Ihr Sortiment darauf
aus.“ Schließlich könne man es nicht allen recht machen.
Best-Practice-Beispiele aus dem
Handel Der zweite Teil des Kongresses stand im Zeichen der Praxis. Einzelhändler und Handelsberater Alexander von Keyserlingk propagierte
den „Einzelhandel mit Seele“ – werthaltiger, spannender, persönlicher.
Sein Credo: Es braucht wieder Läden
mit Seele, Glaubwürdigkeit und Authentizität. Weil mit Einzigartigkeit
Kunden gewonnen und gebunden
werden, ist es für den Handel unumgänglich, die eigenen Läden zu
reflektieren. „Der moderne Mensch
ist ein Umgebungskonsument. Die
Menschen kaufen nicht nur die Ware,
sondern erwerben beim Einkauf auch
etwas von der Umgebung“, zitierte
von Keyserlingk den Philosophen Peter Sloterdijk und zeigte Beispiele aus der realen
Handelswelt: Unter anderem die berühmte Milchhandlung Gebrüder Pfund in Dresden, „Bonbons“ in
der Neubaugasse, das älteste Wiener Zuckerlgeschäft,
Uwe van Afferden in Düsseldorf, Chelsea Farmers
Club in Berlin und Düsseldorf sowie Tante Emmas
Enkel in Düsseldorf und Essen. Um an diese Vorbilder
anknüpfen zu können, riet van Keyserlingk, die eigene
Zielgruppe zu hinterfragen und zu definieren, das
Sortiment zu ergänzen und dabei auch Branchengrenzen zu verlassen.
Anschließend gehörte die Bühne des Ringlokschuppens den EK-Handelspartnern. Nach dem Motto
„Von den Besten lernen“ legten einige Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Antworten auf die
Fragen der „Theorie“ bereits gefunden haben, spannende Erfahrungsberichte vor.
w www.ek-servicegroup.de
Das älteste Wiener
Zuckerlgeschäft in
der Neubaugasse
repäsentiert den
„Einzelhandel mit
Seele“ (l.)
Stationär oder online? Die meisten
Konsumenten
betreiben Channel-Hopping:
Sie kombinieren
verschiedene
Informationsund Kaufkanäle.
Mit insgesamt
62 Prozent sind
diese Käufertypen
– „ROPO“- und
„Show-Rooming“Kunden – deutlich
in der Mehrheit.
Quelle: Multi-ChannelRetailing als Chance für
den stationären Handel,
Prof. Dr. Silvia Zaharia,
Hochschule Niederrhein
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
14-15_Wüsthof_V324_Layout 1 30.09.14 16:16 Seite 14
14 TRENDSTORY
WÜSTHOF
Unter dem Zeichen von Neptun
Das Dreizackwerk in Solingen wird nun schon in der siebenten
Generation von Wüsthofs geführt. Vor 200 Jahren als Scherenfabrik
gegründet, erlebten Manufaktur und später Fabrik Höhe-, aber
auch Tiefpunkte, bevor Dreizackmesser den Ruf erlangten,
zu den besten Messern der Welt zu gehören.
Wüsthof Kotten (o.l.)
Jahrelang wurden Messer
fast in reiner Handarbeit
(o.r., M.) hergestellt
Heute ist Wüsthof ein
Spezialist für hochwertige
geschmiedete Messer
Ein nostalgisches Werbemotiv
zum Jubiläumsjahr 2014 (l.)
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
Dass Solingen zum Zentrum der
Schneidwarenindustrie wurde,
hängt vor allem mit seiner Lage
zusammen. Im Westen gab es die
Verkehrswege entlang des Rheins,
im Norden die Kohleförderung an
der Ruhr und im Süden die Erzgewinnung im Siegerland. Solingen
dagegen hatte reichhaltige Niederschläge, die die Gewässer
schnell fließend machten. Und so
wurden Bäche und Flüsse aufgestaut, um mit der Kraft des Wassers
Schleifsteine, kleine Hammerwerke
etc. zu betreiben. So entstanden
die berühmten Kotten, von denen
es bis zu 120 gab. Einer von denen
war der Wüsthofs Kotten im Weinsbergtal, wo im Jahr 1814 Johann
Abraham Wüsthof eine Scherenfabrik betrieb und außerdem mit
Stahl- und Eisenwaren handelte.
Unter einem seiner Nachfolger,
Eduard Wüsthof, entwickelte sich
die Firma, die dann auch seinen
Namen annahm: Als zweites Standbein neben den Scheren wurde
die Produktion von Taschenmessern aufgenommen. Taschenmesser spielten einst in der Klingenstadt Solingen eine große Rolle,
sie waren ja gleichsam das Statussymbol jedes Mannes. Im Wüsthof Katalog des Jahres 1904 sind
au 48 Seiten 1125 verschiedene
Taschenmesser abgebildet.
Unter Eduard Wüsthof zog die
Familie auch in ein Haus in Solingen an der heutigen Flurstraße.
Dort ging die Expansion weiter.
Zu Scheren und Taschenmessern
kamen nach und nach weitere Solinger Stahlwaren. Die Bezeichnung
der Firma Eduard Wüsthof, wie
sie 1869 in das Firmenregister in
Elberfeld eingtragen worden war,
lautet dann auch: „Fabrik und Lager aller Sorten geschmiedeter
Scheeren, Taschen-, Feder- & Dolchmesser, Tischmesser und Gabel,
Brod-, Gemüse- u. Schlachtmesser
etc“.
Weitere Meilensteine in der
Entwicklung von Wüsthof sind die
Ausstellungen in Frankfurt und
Cleve 1881, in Paris 1887 und Düsseldorf 1902. Alle brachten Anerkennung und Medaillen.
Von nun wird exportiert 1881 fuhr
Robert Wüsthof nach New York.
In seinem Gepäck hatte er zwei
große Kisten mit Scheren und Taschenmessern. Zuerst erwies sich
die Neue Welt als Enttäuschung,
ein Mittelsmann, der in Deutschland große Versprechungen gemacht hatte, versagte vollkommen.
Robert hatte nicht einmal so viel
Geld, um die Kisten mit den Produkten aus dem Zoll zu lösen. Er
arbeitete als Gelegenheitsarbeiter,
Kellner und Handschuhwäscher.
Nach einem Vierteljahr fand er einen Käufer für die Scheren und
Messer, der nicht nur die Ware
kaufte, sondern auch einen weiteren Auftrag über die doppelte Menge an Scheren und Taschenmessern gab.
Aber auch in Deutschland ging
es bergauf. Aus der Flurstraße zog
die Firma schließlich auf ein größeres Gelände in der Kronprinzenstraße. Noch heute befinden sich
Endfertigung, Lager und Verwaltung an dieser Stelle.
Zuerst wurde ein zweigeschossiger Firmengebäude errichtet, eine
Dampfmaschine mit 80 PS zur Ge-
14-15_Wüsthof_V324_Layout 1 30.09.14 16:16 Seite 15
TRENDSTORY 15
WÜSTHOF
Aus einem Stück
Stahl entsteht ein
„Classic“ Messer
Viola und Harald
Wüsthof führen
die Firma in
der siebenten
Generation.
winnung eigener Elektrizität wurde aufgestellt. Dann
folgte die Einrichtung einer Gesenkschmiede und
einer Schleiferei für Tischmesser. Außerdem wurde
eine Doppelvilla an der Straße errichtet, die noch
heute als beispielhafte Architektur der Gründerzeit
gilt.
Warenzeichen: Dreizack Am 9. Mai 1895 wurde der
Dreizack unter der Nummer 6258 beim Kaiserlichen
Patentamt in Berlin
als Warenzeichen eingetragen. Seitdem ist
er in fast allen Ländern der Welt geschützt.
In den Jahren vor
dem Ersten Weltkrieg
wurde die Fabrik systematisch ausgebaut.
Nach dem Krieg – das
Unternehmen wurde
damals von fünf Brüdern Wüsthof geführt,
was oft zu einer PattStellung führte – entstanden neue Abteilungen für die Erzeugung von Holzgriffen,
von Alpacca-Bestecken und eine Verchromerei. Und in den
dreißiger Jahren kam dann die revolutionierende Umstellung auf rostfreien Stahl.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war man bei Wüsthof
in der Lage, da das Werk nur Beschädigungen durch
Bomben aufwies, bald wieder die Produktion von
Schneidwaren aufzunehmen. Und das mit großem
Erfolg, denn die Fabriken der meisten Konkurrenten
waren im Krieg zerstört worden. Was sich anfangs
als Vorteil zeigte, erwies sich in den späteren Jahren
als das Gegenteil. Die zerstörten Fabriken der anderen
Hersteller wurden mit Hilfe des Marshall-Plans aufgebaut und produzierten bald effizienter als das alte
Dreizackwerk.
Als 1975 Wolfgang Wüsthof in der sechsten Generation das Werk übernahm, fand er schwierige Verhältnis vor: Bauten aus der Jahrhundertwende und
den zwanziger Jahren mit wenigen, total veralteten
Maschinen, ein viel zu breites Sortiment, drohende
Schließung durch das Gewerbeamt wegen nicht genehmigter Fallhämmer und einen Haufen Schulden.
Das Dreizackwerk war eigentlich keine Fabrik, sondern
eine riesige Manufaktur, in der fast alles manuell hergestellt wurde. Das erwies sich als Problem, denn
Handarbeit wurde immer teurer, auch mangelte es
an Facharbeitern.
Zuerst versuchte Wolfgang Wüsthof, die Bankschulden abzubauen. Durch eiserne Disziplin und
Streichung aller nicht für die Existenz notwendigen
Ausgaben gelang dies innerhalb von die Jahren,
gleichzeitig wurde auch das Sortiment rigoros zusammen gestrichen: Die Taschenmesser- und die
Scherenabteilung wurden gestrichen, die Besteckfabrikation eingestellt, Lohnaufträge wurden nicht mehr
angenommen.
Und das alles, ohne dass ein Mitarbeiter gekündigt
werden musste. Die älteren gingen in Pension, die
jüngeren wurden umgeschult. Alle diese Schritte
zeigten bald Wirkung: Umsätze und Renditen stiegen.
Wüsthof konzentrierte sich auf eine Artikelgruppe:
Hochwertige geschmiedete Messer.
Innerhalb von zehn Jahren wurden außerdem bei
weiter laufender Produktion wurden auch die alten
Gemäuer abgerissen und durch eine neue Fabrik mit
einer Technik, wie sie die Schneidwarenindustrie bis
dahin noch nicht gesehen hat, ersetzt. Roboter kamen
zum Einsatz, Produktionsstraßen entstanden. Jedes
Jahr wurden zehn Prozent des Umsatzes in neue Maschinen und neue Verfahren investiert. Diese Regel
gilt auch heute noch. So entstand auch ein zweites
Werk in einem der Industriegebiete Solingens, wo
die gesamte Vorfertigung stattfindet: das Stauchschmieden, das Ausschneiden des Rohlings per Laser,
das Härten und Anlassen, das Schleifen und Polieren
der Klingen.
Das Dreizackwerk gilt heute als eine der besten
Messerfabriken der Welt. Hergestellt werden neun
geschmiedete und drei gestanzte Messerserien. Fast
alle Arbeitsgänge sind automatisiert – 112 Roboter
sind im Einsatz – und miteinander verzahnt.
Inzwischen ist mit Harald und Viola Wüsthof die
siebente Generation am Ruder.
w www.wuesthof.com
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
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16 COVERSTORY
BERNDORF
BERNDORF BESTECK
Vom k.u.k.-Hoflieferanten
zu extravaganter
TAFELKULTUR
Neu ab Herbst 2014: Jeder
Kunde, der in der Wollzeile und in
der Boutique in Berndorf kauft,
erhält eine VIP-Karte, die ihm
zahlreiche Vorteile bringt.
gründeten Alexander von Schoeller und Hermann
Krupp gemeinsam eine Metallwarenfabrik in Berndorf.
Zunächst waren sie auf die Produktion von Massivsilberwaren spezialisiert. Doch bald gingen Schoeller
und Krupp dazu über, Bestecke aus neuen, robusten
Materialien herzustellen. Alpacca – eine besonders
harte und gut zu glättende Kupfer-Nickel-Zink-Legierung – und die Entwicklung der Löffelwalze ermöglichten erstmals
die Massenproduktion von hochwertigen Bestecken. Durch moderate
Verkaufspreise fanden die Produkte schnell auch weit über die Grenzen
der Habsburger Monarchie hinaus reißenden Absatz.
Berndorf wird k.u.k.-Hoflieferant Nachdem ein spezielles Manöver-Service für den Kaiserhof besonderen Anklang gefunden hatte,
wurde Berndorf 1897 zum k.u.k.-Hoflieferanten ernannt. Damit avancierten
die Berndorf-Produkte, deren Qualität bis heute durch einen eingravierten
Bären garantiert ist, zum Verkaufs-Schlager. Hotellerie- und Gastronomiebetriebe aus der gesamten österreichisch-ungarischen Monarchie
statteten ihre Häuser mit Besteck und Geschirr aus Berndorf aus. Auch
internationale Schifffahrts- und Bahnlinien griffen zu den robusten Tafelgeräten aus Niederösterreich.
DIE VITRINE 323 SEPTEMBER-OKTOBER 14
Die Berndorf
Boutique in der
Wiener Wollzeile
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COVERSTORY 17
BERNDORF
Tafelbesteck „Montreal“
aus 18/10 Nicro poliert:
Schnörkellos definiert sich
das neue Berndorf-Besteck über
die eindeutige Formensprache
und die polierte Oberfläche.
DIE VITRINE 323 SEPTEMBER-OKTOBER 14
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18 COVERSTORY
BERNDORF
Zusammenarbeit mit Künstlern der Wiener Werkstätte
Bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitete Berndorf mit namhaften Künstlern zusammen. Mitglieder der bekannten Wiener
Werkstätten, darunter Otto Prutscher, Philipp Häusler, Guido Heigl,
Alfred Sachs oder Michael Powolny, trugen mit ihren zeitgemäßen,
mitunter auch gewagten Entwürfen zur Entwicklung neuer Bestecklinien bei.
2000 bis 2007 – Kooperation und Geburtstag 2003 feierte Berndorf Besteck 160jähriges Firmenjubiläum. Nach einem sechsjährigen „Ausflug„ nach Frankreich kehrt der
Bär, Markentier der Berndorf Besteck-Tafelgeräte GmbH, wieder nach Österreich zurück. Auf innovatives Design legt die Geschäftsleitung noch heute größten Wert. International renommierte Designer werden immer wieder
zur Zusammenarbeit gewonnen. Das Sortiment an Tafelbestecken reicht von klassischen
Modellen – vielfach in echtem Sterlingsilber gefertigt – bis hin zu modernsten Spitzendesigns.
Einige der Bestecke werden immer noch nach historischen Manufakturvorlagen hergestellt,
andere greifen gegenwärtige Strömungen und aktuelle Lifestyle-Themen auf. Die Tischkultur
hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, man könnte vielleicht sagen, dass sie funktioneller geworden ist. Berndorf Besteck nimmt natürlich auch darauf Rücksicht und passt
seine aktuellen Produkte den neuen Anforderungen an.
Chicago 2011:
Alfred Binder
übernimmt
den gia
jung.clever.collini Mit Collini bringt die Berndorf Besteck Ges.m.b.H. erstmals neben
Bestecken, Küchenhelfern und Accessoires auch Gläser und Porzellan auf den Markt, deren
frische Designs unter dem Slogan „jung.clever.collini“ sich speziell an den Bedürfnissen,
Erwartungen und Lebensituationen jüngerer Zielgruppen orientieren.
Je nach Geschmack – ob frisch und frech oder stylisch und elegant – können die verschiedenen Collini-Produkte individuell miteinander kombiniert werden und führen stilsicher
zu einem harmonischen Gesamtbild. Alle Collini-Produkte sind sehr beständig und können
ganz einfach im Geschirrspüler gereinigt werden.
Und wer nach einem Umzug, bei Familienzuwachs oder eben aus einem anderen
Grund das private Sortiment um das eine oder andere Collini-Stück erweitern will, muss nicht lange
darüber nachdenken, denn alle Collini-Produkte
werden in kleinen Verpackungsgrößen von zwei
bis vier Stück angeboten und können einfach und
schnell nachgekauft werden.
Nun auch Messer In Zusammenarbeit mit der
Stubai Werkzeugindustrie, dem größten Messerhersteller Österreichs, bringt Berndorf Besteck nun
unter dem Namen „Iceline“ auch Messer auf den
Markt. Die aus einem Stück geschmiedeten Messer
aus rostfreiem Edelstahl der Güte 1.4116 sind auf
56 HRC in Gletschereis gehärtet. Die feinpolierte
Klingenoberfläche bietet maximale Rostsicherheit,
DIE VITRINE 323 SEPTEMBER-OKTOBER 14
Menagenset
„Woodline
Bamboo“:
Bambusholz,
kombiniert
mit Porzellan
(Collini)
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COVERSTORY 19
BERNDORF
Die Messer der neuen
Berndorf-Serie „Iceline“
(v.l. Santoku, Koch- und
Schinkenmesser) entstanden in Zusammenarbeit
mit der Stubai Werkzeugindustrie und sind daher
„Made in Austria“.
DIE VITRINE 323 SEPTEMBER-OKTOBER 14
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20 COVERSTORY
BERNDORF
Praktisch auf
einem Holzständer: Porzellantöpfchen mit
mediterranem
Olivenprint mit
Holzdeckel. Zum
Anbieten von Antipasti, Dressings
etc. (Collini)
der schlanke Kropf sehr guten Fingerschutz. Die Schneidkante kann ohne Beschädigung
des Kropfes nachgeschliffen werden. Der Griff aus hochwertigem Kunststoff ist ergonomisch
gestaltet und fühlt sich „samtig“ an. Durch ein spezielles Aufschweißverfahren entsteht
eine fugendichte und unlösbare Verbindung von Klinge und Griff. Derzeit sind drei Messer
– Kochmesser, Santoku sowie Schinkenmesser – im Angebot. Alle Messer sind spülmaschinenfest.
Berndorf Boutique – gewinner des gia 2011 Seit 1845 gilt die Berndorf Boutique
in der Wiener Wollzeile als eine der ersten Adressen für Tischkultur in der Bundeshauptstadt.
Auf rund 200 m2 werden hochwertige Besteckmodelle und Tafelgeräte angeboten. Die Produktpalette reicht von modernen Edelstahlbestecken über versilberte und goldbeschichtete
Modelle bis zu den Klassikern aus Silber. Eine der Stärken sind die speziell für Kinderhände
entwickelten Besteckreihen, die in Design und Ausführung den großen Vorbildern ebenbürtig
sind. Serien aus Glas und Porzellan sowie Kochutensilien und Accessoires für die moderne
Küche runden das Sortiment ab.
Im Jahr 2011 gewann die Berndorf Boutique den von der IHA, der International
Houseware Association, ins Leben gerufenen gia für den innovativsten Einzelhändler in
Österreich. Alfred Binder, Prokurist und Vertriebsleiter von Berndorf Besteck, nahm den
Preis in Chicago entgegen.
In diesem Herbst plant man, in den Berndorf Boutiquen eine Kundenkarte einzuführen.
Die Kunden können in Berndorf und in Wien Umsätze sammeln und von einem jährlichen
Sammelbonus profitieren. Außerdem sollen alle Kartenbesitzer in den Genuss weiterer
Vorteile kommen: So sind verschiedene Veranstaltungen wie Weinverkostungen, Kochvorführungen
etc. in der Wollzeile geplant. Über
einen Newsletter werden die Kunden auch regelmäßig über Produktneuheiten und Aktionen informiert.
w www.berndorf-besteck.com
Leicht zu transportieren:
Snackschalen auf einem
Holzständer (Collini)
DIE VITRINE 323 SEPTEMBER-OKTOBER 14
21-23_Wirtschaft_V324_Layout 1 30.09.14 16:55 Seite 21
WIRTSCHAFT
21
GroSShandel SchWeiZ
WachStUM SchWächt
Sich leicht ab
Social Web
für US-KMU Unentbehrlich
(pte) Während eine klare Mehrheit der
US-amerikanischen KMUs soziale Medien wie Facebook, Twitter, Google+
und Co intensiv nutzt, sind größere Unternehmern noch zurückhaltend in Bezug auf die Ausgaben für Social-MediaMarketing-Aktivitäten. Das zeigt eine
Befragung der Marketingagentur
BIA/Kelsey http://biakelsey.com , für
die 546 Klein- und Mittelbetriebe interviewt wurden. 55,1 Prozent der KMUs
gaben an, eine Facebook-Seite zu verwalten. Nur 20 Prozent hingegen haben
in eine Facebook-Werbung oder einen
promoteten Post investiert. Knapp drei
Viertel der befragten Unternehmen verwenden soziale Medien, um die Aktivitäten ihres Unternehmens publik zu
machen. Damit wird das Social Web für
Promotion häufiger genutzt als jedes
andere Medium.
Während Facebook weiterhin die
Rangliste der Plattformen anführt, die
von den KMUs verwendet werden, bekommt der Sozialgigant von LinkedIn,
Pinterest, Instagram und Twitters gefördertem Tweetprogramm immer mehr
Konkurrenz. „Es ist offensichtlich, dass
die sozialen Medien in den Werbeaktivitäten vieler KMUs eine zentrale Rolle
eingenommen haben“, so BIA/KelseyForschungsleiter Steve Marshall. „Social Media ist nicht nur die Nummer eins
bei der Verwendung durch Klein- und
Mittelbetriebe, sondern es ist auch das
Medium, für das KMUs am meisten ausgeben.“ Facebook hat laut BIA/Kelsey
einen großen Anteil am Erfolg der kleinen Unternehmen. Nach den Einschätzungen der Experten besuchen jede
Woche 645 Mio. Menschen die Facebook-Dependancen der KMUs und hinterlassen dabei 13 Mio.
Kommentare.Mit besseren Targetingoptionen versucht Facebook unterdessen,
immer mehr Unternehmen für sich zu
gewinnen. „Während Google schon den
Rohbau für seine Werbeaktivitäten im
KMU-Bereich abgeschlossen hat, scheinen sich die Facebook-Wurzeln erst
allmählich immer tiefer in die digitale
Kultur zu graben“, kommentiert Greg
Harmon, Senior Analyst von Borrell Associates http://borrellassociates.com,
die Situation.
Der BIA/Kelsey-Report hat 35 Medienplattformen, die von den KMUs als
Werbe- und Promotionplattform genutzt
werden, genauer unter die Lupe genommen. Für die Erhebung relevant:
KMUs wurden definiert als Unternehmen mit einer Belegschaft von einem
bis zu 99 Mitarbeitern.
Die Nachfrage, Ertrags- und Wettbewerbslage entwickelten sich im zweiten Quartal jedoch weniger stark als zuvor. Dennoch konnte die Beschäftigung
erhöht werden.
Im Vergleich zum erste hat derGeschäftsgang im Großhandel bis Juli etwas an Schwung verloren. Das geringere Wachstum ist auch damit zu begründen, dass sich ein Teil der Großhändler
mit einer sinkenden Nachfrage konfrontiert sieht. In der Befragung durch die
KOF Konjunkturforschungsstelle und
Handel Schweiz bewerten sie deshalb
ihre Wettbewerbslage etwas weniger
positiv als im Vorquartal. Weiterhin
leicht steigend ist dagegen die Anzahl
der Beschäftigten. In einigen Branchen
ist aber durchaus Grund zum Optimismus vorhanden.
Im Bereich Handelsvermittlung haben sich sowohl die Geschäftslage als
auch der mengenmässige Verkauf deutlich abgeschwächt. Das trübt jedoch
nicht den Optimismus der Befragten bezüglich der zukünftigen Nachfrage und
Geschäftslage. Ähnlich sieht es in der
Sparte landwirtschaftliche Grundstoffe
aus, wo vor allem die Verkaufsmenge
stark gesunken ist. Auch die Erwartungen bezüglich der zukünftigen Nachfrage fallen erneut tiefer aus. Im Bereich
Nahrungs- und Genussmittel hingegen
hat sich die Geschäftslage abermals
verbessert. Die Zahl der Beschäftigten
ist wiederum markant gestiegen. Die
Befragten erwarten in Zukunft einen
weiteren Anstieg.
Die Großhändler von Gebrauchsund Verbrauchsgütern melden trotz einer leicht gesunkenen Nachfrage eine
gute Geschäftslage. Die Erwartungen
an die zukünftige Nachfrage bleiben
ungetrübt. In der IT-Branche hat sich
der Geschäftsgang im zweiten Quartal
weiter aufgehellt, es wurden viele neue
Beschäftige eingestellt. Dennoch
herrscht weiterhin Personalmangel, ein
weiterer Anstieg wird erwartet. Auch
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
21-23_Wirtschaft_V324_Layout 1 30.09.14 16:55 Seite 22
22AKTUELL
die Großhändler von Maschinen und
Ausrüstung beurteilen die Geschäftslage als ausgezeichnet, sie erwarten eine
zunehmende Nachfrage. In der Sparte
«Sonstiger Fachgroßhandel» vermelden
die befragten Unternehmer eine deutlich sinkende Nachfrage, jedoch eine
steigende Absatzmenge.
Der Handel ist mit 680.000 Mitarbeitenden der wichtigste private Arbeitgeber der Schweiz. Handel Schweiz ist der
Dachverband des Handels, dem 33
Branchenverbände mit insgesamt 3.700
Unternehmen angehören. Die KV-Branche Handel bildet 1.400 Lehrlinge aus
und ist damit eine der größten und beliebtesten Ausbildungsbranchen.
KUndenKarten
bindUnG dUrch treUeproGraMMe KoStSpieliG
(pte) Treueprogramme sind bei Unternehmen nach wie vor beliebt und eine
Möglichkeit, Gutes zu tun, wie eine Befragung von Citrus http://citrus.com.au
und Directivity http://directivity.com.au
verheißt. So sind 65 Prozent der Umfrageteilnehmer gewillt, ihre Treuepunkte
und Belohnungen zu spenden, 70 Prozent würden dafür sogar öfter einkaufen gehen, und 45 Prozent beim Shoppen mehr Geld ausgeben.
„Grundsätzlich ist es eine exzellente Idee, seine Punkte auch einfach weiterschenken zu können. Und es ist sehr
einfach, wenn man sich nicht selbst
erst eine passende Organisation heraussuchen muss, sondern einem diese
Aufgabe abgenommen wird. Solche
Ideen bekommen in Umfragen viel Zuspruch, weil es eine sozial genehme
Antwort ist“, so Anne M. Schüller
http://www.anneschueller.de, Expertin
für Kundenloyalität und Loyalitätsmarketing, gegenüber der Presseagentur pte.
„Kundenbindung ist sehr, sehr
wichtig, denn die Wechselbereitschaft
wird immer höher. Aber bei Kundenkarten und Treuepunkten handelt es sich
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
um gekaufte Treue, da es geldähnliche
Belohnungen gibt. Viel wichtiger wäre
es, Kunden emotional zu binden, also
echte Loyalität zu erzeugen“, erklärt
Schüller. Außerdem sei die Einführung
von Treuekarten kostspielig und könne
von den Anbietern nach der Einführung
nicht mehr vom Markt genommen werden. „Es gibt zwar einige Treueprogramme, die sehr erfolgreich sind, zum
Beispiel ‚Miles & More‘, aber die waren
von Anfang an mit dabei. Jetzt noch ein
Treueprogramm auf die Beine zu stellen, macht höchstens bei regionalen
und lokalen Anbietern Sinn“, gibt
Schüller zu bedenken.
Laut der Befragung haben 26 Prozent der Kunden schon ein Treueprogramm verlassen, weil die Belohnungen
für die Punkte nicht ansprechend waren. Außerdem macht es 73 Prozent der
Befragten nichts aus, wenn ihr Kaufverhalten überwacht wird, um ihnen personalisierte Angebote zu machen. Mehr
als die Hälfte der Befragten will aber
nicht, dass diese Daten an Dritte weitergegeben werden.
Die Befragten sind noch eher traditionell eingestellt, mehr als die Hälfte
bevorzugt physische Karten gegenüber
einer App. 31 Prozent möchten beides
parallel nutzen. Schüller warnt: „Man
weiß nicht, wer hier befragt wurde.
Wenn man nur Digital Natives befragen
würde, gäbe es sicher viel höhere Akzeptanzwerte, weil Apps einfach praktisch, schnell und modern sind.“
onlinehandel
rapideS WachStUM
iM nahen oSten
(pte) Auch die ständigen Unruhen im
Nahen Osten halten diese krisengeschüttelte Region nicht davon ab, ein
riesiger Wachstumsmarkt im Onlinehandel zu sein. Wie Studien von PayPal
http://paypal.com, PayFort http://payfort.com und anderen Bezahlsystemen
in Aussicht stellen, wird der Internetmarkt in den nächsten Jahren jährlich
um 25 bis 40 Prozent wachsen. Die hohen Wachstumsraten sind den steigenden Internetzugangszahlen sowie der
steigenden Verwendung von Kreditkarten zu verdanken.
Gemäß einer Studie von PayFort
waren 2004 rund 20 Mio. der 350 Mio.
Araber online. Zehn Jahre später sind
es bereits 141 Mio., was einem Wachstum von 400 Prozent in zehn Jahren
entspricht. Der E-Commerce-Markt verzeichnete laut Studien von PayPal und
Ipsos in der Region von 2011 auf 2012
einen Anstieg um 29 Prozent auf etwa
EUR 6,6 Mrd. Auch der größte jordanische Venture-Capitalist investiert verstärkt in E-Commerce-Unternehmen. 30
bis 40 Prozent seiner 75 betreuten
Startup-Investments gehen in den Online-Handelsbereich.
Während Startups in New York oder
dem Silicon Valley sehr darauf angewiesen sind, Nischen innerhalb eines Nischenmarktes zu finden, können Startups im Nahen Osten noch wirklich
bahnbrechende Geschäftsmodelle entwickeln. Dort ist es noch möglich, der
erste Internet-Buchverkäufer, OnlineModehändler oder die erste große ECommerce-Plattform zu sein. Die Unternehmen, die dort entstehen, können im
Erfolgsfall einflussreiche Käufer finden,
an dessen Ende ein Börsengang in New
York oder London steht, sind sich die
Experten sicher.
Gerade Jordanien hat sich zu einem
Technologie-Hub in der Region entwickelt. ShopGo http://shopgo.me zum
Beispiel ist ein zwei Jahre altes StartupUnternehmen, welches Offline-Händlern dabei hilft, eine Online-Präsenz
aufzubauen. Heute hat das Unternehmen bereits 22 Mitarbeiter. Die Kunden
kommen aus der gesamten Golfregion.
Unter den Investoren befindet sich auch
der Silicon Valley Venture Capitalist
„500 Startups“ http://500.co. Das vier
Jahre alte Unternehmen Jamalon
http://jamalon.com, der größte OnlineBuchhändler in der Region, will nun
sein E-Book-Geschäft ausweiten und
mit Hilfe von Crowdfounding ein Übersetzungsservice installieren.
21-23_Wirtschaft_V324_Layout 1 30.09.14 16:55 Seite 23
23
Mag. Martin Roy (r.) folgt Johann Jungreithmair als Chairman und CEO von Reed Exhibitions in Österreich.
reed MeSSe
JUnGreithMair Geht,
roy KoMMt
Früher als geplant wird der Vorsitzende
der Geschäftsführung und CEO von
Reed Exhibitions in Österreich, Johann
Jungreithmair, am 31. Dezember dieses
Jahres in Pension gehen. Wie verlautet,
geschieht dies „aus gesundheitlichen
Gründen“.
Der gelernte Messemann Jungreithmair prägte über Jahrzehnte hindurch
maßgeblich das österreichische (Fach)Messewesen. Er startete 1974 bei den
Salzburger „Contact Fachmessen“ und
übernahm 1996 zusätzlich zur Geschäftsführung der System Standbau
auch jene des operativen Messebereichs von Reed Exhibitions Salzburg,
seit 2000/2001 steht er auch der Reed
Exhibitions Messe Wien vor.
Der Nachfolger von Jungreithmair
als Chairman und CEO von Reed Exhibitions in Österreich ist Mag. Martin Roy,
seit 2002 bei der Reed Exhibitions-Gruppe in Österreich verantwortlicher Geschäftsführer für die Bereiche Finanzen,
Personal und IT. Ihm zur Seite stehen im
Messebereich zwei Geschäftsführer: Ei-
ner davon ist DI Matthias Limbeck, der
seit 15 Jahren bei Reed tätig ist. Der
zweite, ab 1. Jänner 2015 vakante Geschäftsführer-Posten, wird mit einem
externen Manager besetzt, der im Laufe
des Frühjahrs 2015 vorgestellt wird.
Der gebürtige Vorarlberger Mag.
Martin Roy (45) war nach seinem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien
und an der New York City University
bei Unilever/Eskimo in verschiedenen
Funktionen tätig, unter anderem als
Leiter Finanzen. Danach arbeitete er
bei Alpha Thinx Mobile Phone Services
AG, wo er u.a. die Finanz- und Einkaufsabteilung aufbaute und leitete.
Vor seinem Einstieg bei Reed im Juli
2002 bekleidete er die Funktion des
Chief Financial Officer bei der Axess
AG in Koppl bei Salzburg.
Mag. Martin Roy ist verheiratet und
Vater von zwei Kindern.
Exklusiv für Facheinkäufer
Sommertrends und News: Für Ihren Durchblick.
Gegen 420 Aussteller präsentieren an der ORNARIS Zürich innovatives Design, erfrischende Trends für den
Sommer und blühende Neuheiten.
11:42
24-25_Interview_V324_Layout 1 30.09.14 16:20 Seite 24
24 INTERVIEW
S T E P H A N K U R Z AW S K I
ES TUT SICH WAS IM HERBST 2015
Die Messe Frankfurt ist sich bewusst, dass sie Anstrengungen unternehmen muss,
damit die „Tendence“ wieder jenen Stellenwert erhält, den einst die Frankfurter Herbstmesse hatte. Nächstes Jahr werden daher parallel zur „Tendence“ vier Messen veranstaltet,
von denen jede einen anderen Besucherkreis anspricht. Wir sprachen darüber mit
Stephan Kurzawski, Geschäftsleitung Messe Frankfurt Exhibition GmbH.
Lebenslauf:
Geboren 1960
in Uetersen/
Deutschland,
verheiratet.
Ausbildung: Studium der Fächer Sport,
Deutsche Sporthochschule Köln.
Beruflicher Werdegang:
1990: Freie Mitarbeit bei der FIBO GmbH
(Weltmesse für Freizeit und Fitness):
Konzeption und Redaktion einer messebegleitenden Fachzeitschrift
1991: Einstellung als International Sales
Manager der FIBO im Unternehmen Blenheim International Deutschland GmbH
1995: Berufung in die Geschäftsleitung mit
Gesamtprokura als stellvertretender
Geschäftsführer bei der Blenheim/Miller
Freeman Deutschland GmbH, Geschäftsführer Miller Freeman Verlag
Seit 1999 bei der Messe Frankfurt GmbH:
1999 bis 2000: Bereichsleiter Veranstaltungsmanagement
1999 bis 2004: Geschäftsführer des Tochterunternehmens Accente Gastronomie
GmbH
2000 bis 2002: Bereichsleiter Konsumgütermessen
2002 bis 2010: Bereichsleiter Business
Development & Integration
2004 bis 2010: zusätzlich Bereichsleiter
(Brandmanager Automechanika Global)
2007 bis 2010: zusätzlich Bereichsleiter
Independent Brands
Seit 2010: Geschäftsleitung Messe
Frankfurt Exhibition GmbH
»Für die Besucher ergibt
sich die Chance, die Marken
und Produkte der Tendence
quasi aus Konsumentenperspektive zu entdecken«
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
VITRINE: Die Tendence 2014 war wieder
etwas rückläufig, was Aussteller anbelangt,
wobei besonders der Rückgang bei ausländischen Ausstellern bemerkenswert ist.
Werden Sie diesem Trend gegensteuern?
Stephan Kurzawski: Wir sind grundsätzlich
und vor allem in Anbetracht des schwierigen
Marktumfeldes mit dem Ergebnis der Tendence zufrieden, auch wenn die Ausstellerzahl leicht rückläufig war. Zur Tendence haben wir in diesem Jahr 1.211 Aussteller aus
51 Ländern in Frankfurt begrüßt. Davon kamen mehr als 36 Prozent aus dem Ausland.
Auf der Besucherseite reiste ein Fünftel der
Besucher aus dem Ausland an. Aus großen
Volkswirtschaften wie Großbritannien, Spanien oder Griechenland hat die Zahl der Besucher zugenommen. Auch über den Zuwachs aus China und Japan haben wir uns
gefreut. Fernost ist zurück auf der Tendence.
Diese Internationalität hat die Messe in der
Vergangenheit ausgezeichnet und das wird
auch in Zukunft so sein – insbesondere,
wenn man sich die vergleichbare Konkurrenz
ansieht. Aber natürlich spiegeln Messen
Märkte. Wir unternehmen weiterhin starke
Marketinganstrengungen, vor allem in solchen Ländern, die überproportionales Wachstum auf der Besucherseite noch bringen
können, also Ost-, Süd- und Südosteuropa.
Wir haben sehr aufmerksam die Presseunterlagen bezüglich Veranstaltungen, die
die Messe Frankfurt nächstes Jahr parallel
zur Tendence plant bzw. einsetzt, gelesen.
Könnten Sie bitte dies noch ausführlicher
erläutern?
Bereits im letzten Jahr haben wir mit der
Ecostyle und der Webchance Veranstaltungen mit Besuchermehrwert in die Tendence
integriert. Die Hair and Beauty, die an den
ersten beiden Tagen der Tendence, die 2015
vom 29. August bis 1. September stattfindet,
abgehalten wird, belebt das Ostgelände der
Messe Frankfurt zusätzlich. Mit dem geplanten Format Eat & Lifestyle sprechen
wir gezielt den Endverbraucher aus Frankfurt
und Umgebung an, der sich für die Bereiche
Essen, Trinken, Kochen, Genießen und Lifestyle interessiert. Damit vergrößern wir den
Fokus für die Produkte der Tendence, indem
wir sie dem Endverbraucher und den Medien
für den Endverbraucher näher bringen und
PR-wirksam einsetzen.
Alle Titel klingen recht gut, und auch die
Themen sind interessant. Aber sprechen
Sie da nicht auch Zielgruppen an, die für
die Tendence wenig bringen?
Natürlich sprechen wir unterschiedliche Zielgruppen an, aber es geht darum, Veranstaltungen zu bündeln, um den Herbstmessetermin der Tendence wieder attraktiv zu machen. Gerade bei der Eat & Lifestyle wird es
spannende Überschneidungen bei Ausstellern
und Besuchern geben. Für die Besucher der
Tendence ergibt sich die Chance, die Marken
und Produkte dieser Messe quasi aus Konsumentenperspektive zu entdecken. Darüber
hinaus kann man sich als Händler spannende
Anregungen für den eigenen Point of Sale
holen. Bei der Eat & Lifestyle arbeiten wir
mit Fleet Events zusammen, also einem Partner, der mit den Eat & Style-Veranstaltungen
in Deutschland bereits sehr erfolgreich ist.
In Frankfurt wird als Besonderheit der Lifestyleaspekt eine besonders große Rolle
spielen. Das heißt für Aussteller der Tendence,
dass sie die Chance haben, sich dem Konsumenten gezielt als Lifestylemarke im richtigen
Umfeld und Moment zu präsentieren.
Bei den Messen für den Endverbraucher
fällt auf, dass hier nur das inländische Publikum angesprochen wird. Die Internationalität, die große Stärke der Messe Frankfurt,
wird dabei anscheinend nicht stabilisiert.
Zum Herbsttermin ist nur die Eat & Lifestyle
24-25_Interview_V324_Layout 1 30.09.14 16:20 Seite 25
und die erst im kommenden Jahr als
Endverbraucherveranstaltung geplant.
Wie der Erfolg der bereits etablierten
Eat & Style-Veranstaltungen an fünf
deutschen Standorten mit 110.000 Besuchern zeigt, funktionieren solche Formate als regionale Events in Metropolregionen besonders gut. Wir sprechen
hier von einem Besucherpotenzial im
Umkreis von ungefähr 100 Kilometern.
Damit planen wir für die Eat & Lifestyle
ganz klar eine regionale Ausrichtung.
Die Internationalität bleibt das Kernstück
und Markenzeichen der Tendence.
Endverbraucherveranstaltungen gemeinsam mit Fachmessen haben sich
sehr selten bewährt, was wird da in
Frankfurt anders werden?
Ganz einfach: Wir haben fünf attraktive
Veranstaltungen zu einem Termin. Als
Messe Frankfurt machen wir das, was
wir kennen und was wir können. Das
heißt, wir kümmern uns um die Veranstaltungen für die Fachbesucher. Für
die Aussteller- und Besucherakquise
des Endverbraucherevents Eat & Lifestyle wird Fleet Events verantwortlich
zeichnen. Selbstverständlich arbeiten
wir an den Stellen, wo wir Synergien
haben, eng zusammen. Damit meine ich
die Ansprache von Ausstellern im Lifestylesegment und die Information von
zum Beispiel Tendence-Besuchern über
dieses attraktive Konsumentenevent.
Alles in allem wäre noch interessant,
welche Werbemaßnahmen geplant
sind, um alle Themen, die im Herbst
2015 geplant sind, in den Besucher-
Markt zu bringen. Gleichzeitig erhebt
sich aber auch die Frage, inwieweit
die Stamm-Messe Tendence davon profitieren kann und wird.
Wir werden die erfolgreichen Marketingkampagnen für die Ecostyle und die
Webchance national und international
mit klarem Fokus auf Europa weiter
durchführen. Auch für die Hair and
Beauty, die die zentrale Fachmesse und
Trendplattform Nummer Eins für das
Friseurhandwerk und Kosmetik im südwestdeutschen Raum ist, haben wir ein
klares Marketingkonzept. Fleet Events
hat die Expertise in der Besucherinformation für die Eat & Lifestyle. Natürlich
sprechen wir über unterschiedliche Zielgruppen aber, wie gesagt, es geht darum,
mit der Tendence und den weiteren
Veranstaltungen einen attraktiven
Herbsttermin zu bieten. In Frankfurt,
für Frankfurt und für Europa.
Zum Abschluss die traditionelle VITRINE-Frage: Was würde sich die Messe Frankfurt von den Tendence-Branchen wünschen, wenn ihr eine gute
Fee drei Wünsche erfüllen würde.
Persönlich wünsche ich mir Vertrauen in
die Messe und die Marke Tendence. Ich
sage es nochmal: Messen spiegeln Märkte
und nichts ist so konstant wie der Wandel.
Daher würde ich mir auch wünschen,
dass man nicht nur nach hinten schaut,
sondern realistisch über die Gegenwart
redet und darüber, was möglich ist und
was man in Zukunft zusammen erreichen
kann und will. Und zu guter Letzt wäre
mein Wunsch, dass auch das Positive
angemessen gewertschätzt wird.
www.lecreuset.de
Das kommende Weihnachtsfest stand auch heuer im Fokus der Tendence.
Le Creuset in
neuem Glanz!
In den Küchen weltweit ist
Le Creuset für die Gusseisenkochtöpfe mit den charakterisierenden 3 Ringen bekannt.
Mit der neuen MehrschichtSerie 3-ply PLUS verbindet
Le Creuset traditionelles
Design mit hervorragenden
Qualitätseigenschaften zu
einer hochwertigen Kochgeschirr-Serie, die Köchen das
optimale Equipment bietet.
26-30_Impulse-Elektrogeräte_V324_Layout 1 30.09.14 17:18 Seite 26
26 IMPULSE
TISCH | KÜCHE | HEIM
1
Beim „Lono“-Raclette von WMF kann die
Temperatur variabel eingestellt werden.
Und sollte man nach dem Deftigen noch Appetit
auf Süßes haben, wird einfach die beschichtete
Gussplatte gewendet, denn auf der anderen Seite
können je zwei Crêpes zubereitet werden.
1
Sie haben es sicher schon erraten: Hier geht es um die
kleinen und größeren elektrischen Heinzelmännchen, die
allen, die gerne kochen und genießen, den Alltag leichter
machen. Die Bezeichnung „Elektrokleingeräte“ wird diesen nützlichen Helfern nur mathematisch gerecht, denn in
ihren Funktionen sind sie ganz groß! Sie versetzen Konsumenten in die Lage, frischen Kaffee in absolut professioneller
Qualität zu brühen, sie versorgen uns mit köstlichen Toasts,
ohne dass wir deswegen die Zeitung aus der Hand legen
müssen, und vom Grillen wollen erst gar nicht reden … Höchste
Zeit also, das Thema auch einmal in dieser Serie zu bringen!
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
2
Auf Knopfdruck erhält man beim
„Autentica Cappuccino Kaffeevollautomaten“ von De'Longhi Cappuccino, Latte Macchiato, Caffè Latte
etc. Das intuitive Soft-Touch-Bedienfeld mit Klartext und Programmierfunktion ermöglicht die Auswahl des
gewünschten Heißgetränks.
2
26-30_Impulse-Elektrogeräte_V324_Layout 1 30.09.14 17:18 Seite 27
IMPULSE 27
TISCH | KÜCHE | HEIM
3
Als Ergänzung zu jeder Kaffeemaschine bietet Jura einen Milchschäumer an.
Über einen einzigen Knopf zu bedienen, bereitet er kalten, warmen oder heißen
Milchschaum sowie heiße Milch zu. Der Milchbehälter aus Edelstahl kann abgenommen
und mit Wasser gereinigt werden.
3
4
COSI FAN TUTTE ...
Es ist ja manchmal so, dass man ein Thema angeht und
erst mitten in der Arbeit merkt, welche Lawine man
selbst losgetreten hat. Denn die Entwicklung der „Elektrokleingeräte“ schreitet derart rasant voran, dass man
sich meist gar nicht erinnern kann, wann dieses oder jenes Einzug in den Hauhalt gehalten hat. Als bestes Beispiel dürfen wir dabei die Espressomaschinen nennen.
In jeder Ecke, auch der Büros, steht bereits einer dieser
kleinen Helfer und brüht Espressi, als wären wir in den
50er-Jahren in Jesolo. Und so trägt vieles, was man zum
Kochen bei Tisch verwendet, zur Vielfalt von Gerichten
bzw. Beilagen bei, deren Zubereitung man sonst unter
dem Titel „zu aufwändig“ einfach vergessen würde.
Eigentlich sind sie für die Ausstattung selbstverständlich geworden, und damit wäre auch kein Grund gegeben, sie in diese Rubrik aufzunehmen, denn sie sind ja
ohnehin gut im Geschäft. Wenn da nicht ein kleiner Stachel wäre. Kennen sie den berühmten Ausspruch eines
Marketinggurus, der anmerkte: „Man kann niemandem
etwas Neues verkaufen, ohne ihm vorher die Freude am
Alten zu nehmen“? Und das ist er, der Stachel. Es ist notwendig geworden, neue Modelle mit neuen Leistungen, mit neuen Vorteilen von Zeit zu Zeit in den Fokus
zu stellen. Man muss eben dem Konsumenten klar machen, dass sein Gerät überholt ist. Das klingt zwar recht
brutal, aber was geht schon sanft über die Bühne in
einer Zeit, die den Verdrängungswettbewerb sozusagen erfunden hat. Geben Sie doch einmal diesem Thema etwas mehr Raum, vielleicht immer auch mit den
passenden Accessoires als Deko, aber immer mit genauen Hinweisen, was jetzt besser, schneller, günstiger und
vor allem bequemer geworden ist. Denn Sie wissen ja
„… Freude am Alten nehmen!“
IMPULSE №4
Das ist der Grund, warum wir hier
T I S C H | K Ü C
H E | H E I M
im Zentralorgan der Tischkultur
auch einmal ein derart praxisorientiertes Thema gewählt haben. Wie
immer gibt es dazu einen kleinen
Flyer, der auf die vielen Produkte
hinweist, die per Steckdose Genuss erzeugen können. Ohne Produktbilder, nur als Visitkarte (Einstempelfeld vorhanden) des
Händlers, den man speziell als
Beigabe und Hinweis verwenden
könnte.
Elektrokleingeräte sind
als nützliche Helfer für
alle
jene, die gerne kochen
und genießen, ganz groß!
Der Filterkaffee-Automat 5609 von Cloer besitzt eine
Tropf-Stopp-Funktion und eine Temperaturstabilisierung.
Nach 30 Minuten stellt sich das Gerät automatisch ab.
4
Der Flyer kann von allen unseren LeserInnen kostenlos
(gegen Portoersatz € 5,–/sfr 6,–) per Mail gk-vitrine@gmx.at
oder Fax +43 (0)1 526 51 77 oder per Post: Vitrine Zeitschriften Verlagsges.m.b.H., Schloßgasse 10–12,
A-1050 Wien, angefordert werden. So lange der Vorrat
reicht, senden wir Ihnen gerne dieses Werbemittel zu.
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
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28 IMPULSE
TISCH | KÜCHE | HEIM
1
Die Heißluftfritteuse
„ActiFry Express XL2“
von Tefal arbeitet bis zu 30
Prozent schneller als ihre
Vorgängermodelle. Der
kontrollierte Heißluftstrom
ermöglicht fettarmes Grillen und Braten, der rotierende Rührarm gewährleistet automatisches
Rühren und Umwälzen.
1
2
3
Der Multimixer und Smoothie „Mix & Go“ SM
3737 von Severin ist, wie der Name schon
sagt, Mixer und Smoothie-Maker in einem. Zum
Herstellen von Smoothies wird einfach der Mixbehälter gegen den Smoothie-Behälter getauscht.
2
Zum Haltbarmachen von Obst, Gemüse und Kräutern brachte Steba
den elektronischen Dörrautomaten ED 5
auf den Markt. Die Temperatur kann elektronisch von 40 bis 700 C geregelt werden, die Zeit von einer bis 36 Stunden.
3
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IMPULSE 29
TISCH | KÜCHE | HEIM
Mit dem Allesschneider
„contura“, dem Toaster
„volcano“ und dem Wasserkocher
„fontana“ will das ritterwerk ausdrücklich eine Verbindung zum
historischen Bauhaus herstellen.
Bei allen drei Geräten bestimmt
die Benutzerfreundlichkeit
das Aussehen.
4
4
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30 IMPULSE
TISCH | KÜCHE | HEIM
2
1
Der neue Entsafter ES 850/E von Rommelsbacher ist für einen
Dauerbetrieb von 30 Minuten eingerichtet. Er ist elektronisch
gesteuert, die extragroße Einfüllöffnung erlaubt auch das Entsaften
von großen Stücken. Der Tresterbehälter fasst zwei Liter. Geliefert
wird inklusive Saftkrug und Reinigungsbürste.
2
Einer der Zubehörteile des „BK Sauce Plus“ Vario Stabmixers von
Braun ist ein Kartoffelstampfer. Ausgestattet mit 21 Geschwindigkeitsstufen lässt sich das 750 Watt Gerät optimal einsetzen.
1
3
Die glatten Vollstahlmesser des Allround-Allesschneiders
„Master M 20“ von Graef
sorgen für einen hauchdünnen Schnitt. Auf den
flüsterleisen Induktionsmotor gewährt Graef zehn
Jahre Garantie.
3
5
4
Leckere Kuchen auch
ohne Ofen in 18 Minuten Backzeit verspricht der
Kuchenbäcker von Unold. Die
Backplatten und der Einsatz
zum Entnehmen des fertigen
Kuchens sind antihaftbeschichtet.
5
Die „Chef Sense“-Küchenmaschinen von Kenwood besitzen
drei bewährte Rührelemente, den „K“-Haken, Schneebesen
und Teighaken. Durch insgesamt drei Anschlüsse – Hochgeschwindigkeits-, Niedertouren- und Schüsselanschluss– lassen sich die
Küchenmaschinen auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen.
4
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REPORTAGE 31
Illustration: Tim/Fotolia.com
Z U S AT Z S O R T I M E N T E
BLICK INS NACHBARLAND BRD
Zusatzsortimente:
Tendenz steigend
Alles, was nicht zum Kernsortiment gerechnet wird,
ist Zusatz, Extra und soll Umsatzsteigerungen
bringen. So die Kurzfassung dieses Trends. Allerdings
ist das Thema vielschichtiger. Die Messe Frankfurt hat
das Institut für Handelsforschung IFH und das Marktforschungsinstitut Eva Altenburg beauftragt, dieses
Thema in Deutschland zu untersuchen und eine
Studie darüber zu erstellen. Man hat dabei den GPKund den Möbelfachhandel untersucht, also die Bereiche, in denen wir mit unserer Publikation in Österreich und der Schweiz präsent sind.
D
ie Ergebnisse dieser Studie stützen sich dabei
auf Kennzahlen der Marktentwicklung und
Befragungen des Handels durch das IFH.
Dabei waren 91 Prozent der Befragten Einzelhandelsgeschäfte, die restlichen neun Prozent Filialbetriebe, alle aus Deutschland. Trotzdem ist diese Untersuchung auch für unsere Märkte interessant, sind
doch die Entwicklungen aus Sicht der letzten Jahre
durchaus vergleichbar. Dabei sieht der Markt laut
dem deutschen GPK-Bundesverband für 2014 vorsichtig
geschätzt ähnlich dem Vorjahr aus: An den Verlagerungen zwischen den Vertriebsformen wird sich von
der Tendenz her wenig ändern. Doch letztlich zählt
für das einzelne Fachgeschäft, wie es sich regional
aufstellt, Frequenz generiert und Zusatzkäufe erzielt.
Die Bilanz des Vorjahrs ist dabei die Basis für eine re-
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31-33_Zusatzsortimente_V324_Layout 1 30.09.14 16:18 Seite 32
32 TRENDSTORY
Z U S AT Z S O R T I M E N T E
Egal, in welchem Spektrum der GPK-Handel
tätig ist oder sein wird – ohne entsprechende
Zusatzsortimente wird es nicht gehen.
lativ optimistische Vorschau. Die Branche für Tischund Küchenausstattung sowie Wohnaccessoires und
Geschenkartikel in Deutschland konnte 2013 mit insgesamt EUR 5,78 Mrd. ihr Umsatzniveau aus dem
Vorjahr wieder erreichen. Dabei zählte der Bereich
Cucina mit einem Plus von 1,7 Prozent zu den Gewinnern
der Branche, gefolgt von Domus mit plus 0,2 Prozent.
Die Warengruppe Tavola wies dagegen einen Rückgang von 3,1 Prozent aus. Das bestätigt sich bei den Neueröffnungen von Geschäften im Jahr 2013, die alle das Thema Kochen und Backen in den Mittelpunkt stellten.
Unter den Vertriebswegen bilden die Fachgeschäfte mit knapp einem Drittel zwar noch die größte
Gruppe, doch sie verändern sich spürbar: Alle Neugründungen stellen, wie schon erwähnt, Kochen und
Backen in den Vordergrund und natürlich Produkte der Küchenausstattung. Sie sind mittlerweile eine
tragfähige Alternative zum traditionellen Porzellangeschäft, das über viele Jahrzehnte Tischkultur als
Schwerpunkt hatte. Insofern wird die Branche heterogener, ist als solche allerdings auch immer schwerer
wahrnehmbar.
Den zweitwichtigsten Absatzkanal bilden die Möbelhäuser, die auf einen Anteil von 13 Prozent kommen.
Seit den 1990er Jahren bauen sie ihre Fachabteilungen kontinuierlich aus, was sich allerdings nicht endlos
fortsetzen lässt. Aus ihrer Sicht sind Fachsortimente frequenzerhöhend und auch ein Marketinginstrument.
Deshalb haben es bekannte Markenhersteller in Möbelhäusern leichter, spezialisierte, meist kleinere
Lieferanten, finden oft keine Berücksichtigung. Andererseits ist der Anteil dekorativer Artikel und von Wohnaccessoires naturgemäß höher als in Fachgeschäften.
Für SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte wurden zuletzt zwölf Prozent Marktanteil der Branche ausgewiesen, der Distanzhandel – Pure Online Player und Katalogversender zusammengenommen – kamen auf
elf Prozent, Kauf- und Warenhäuser haben jetzt die zehn Prozent-Marke unterschritten. Lebensmittelhandel
und Discounter lagen bei neun Prozent, wobei hier die Umsätze der Treuepunktaktionen extrem schwer zu
erfassen sind.
Die Studie hat nun im Rahmen der Befragungen herausgefiltert, welchen Anteil die sogenannten Zusatzsortimente haben bzw. wie sie sich zusammensetzen. Dabei ist es natürlich klar, dass es kein wirklich
einheitliches Kernsortiment gibt, geben kann – beim Möbelhandel ist alles Zusatzsortiment, was beim GPKHandel als Kernsortiment gilt und so fort. Was natürlich zusätzlich beachtet werden muss, ist auch die Standortumgebung – es wird wenig Sinn ergeben, z. B.Heimtextilien als Zusatzsortiment zu führen, wenn in unmittelbarer Nähe ein Spezialgeschäft existiert. Aber egal, in welcher Situation das Geschäft ist – ergänzende
Produkte beleben das Geschäft. Daher ist das Ziel bei Einführung eines Zusatzsortiments ganz klar eine
allgemeine Steigerung des Umsatzes, in weiterer Folge geht es dann auch um eine Verbesserung der Kundenbindung und die Steigerung der Kundenanzahl. Das gaben bei der Befragung im GPK-Handel 70 Prozent der
Befragten an. Das Mithalten im Wettbewerb mit der Konkurrenz ist für rund die Hälfte der Befragten ein Beweggrund für die strategische Ausrichtung des Sortiments inklusive Zusatzprodukten. Ein ebenso angenehmer
Nebeneffekt der Zusatzsortiment ist die damit verbundene raschere Abwechslung in der Präsentation,
speziell die Dekorartikel tragen dabei auch zur Verschönerung des Ladens bei – so die Meinung der Befragten.
Aktuellster Grund des strategischen Einsatzes von Zusatzsortimenten ist die Webdependance, wo man den
zum Geschäft gehörenden Webshop gezielt weiter ausbaut.
Aus den Ergebnissen der Studie geht auch relativ klar hervor, dass mittlerweile ein nicht unerheblicher
Teil der Gesamtverkaufsfläche auf diese Sparte entfällt. In den befragten GPK-Fachgeschäften sind das rund
20 Prozent der Gesamtfläche, die diesen „Extras“ eingeräumt werden. Im Durchschnitt sind das 70 Quadratmeter
(Durchschnittsgröße 280 m2), bzw. 210 im Möbelfachhandel (1.300 m2).
Auch bei den Umsatzanteilen gibt es neuere Erkenntnisse. So ergaben sich in einer telefonischen Umfrage
unter 100 Händlern Unterschiede gegenüber der Auswertung der statistischen Marktkennzahlen mit 27
Prozent Anteil. Im GPK-Handel lag danach der tatsächliche Umsatzanteil bei 29 Prozent, beim Möbelfachhandel
bei 24 Prozent. Dies wird auf die verbesserte Kundenfrequenz und die damit verbundenen eher spontanen
Käufe zurückgeführt. Apropos: Auch die Kundenstruktur verändert sich mit der Aufnahme von Zusatzsortimenten,
meinen 44 Prozent der Befragten. Alles in allem, ein Großteil der Befragten (60 Prozent) geht davon aus, dass
der Anteil der Zusatzsortimente in ihrem Unternehmen so hoch bleiben wird wie bisher, 36 Prozent meinen,
dass in den nächsten drei Jahren der Anteil steigen wird, und nur vier Prozent glauben an einen Rückgang.
Faktum bleibt daher: Egal in welchem Spektrum der GPK-Handel tätig ist oder sein wird – ohne entsprechende
Zusatzsortimente wird es nicht gehen.
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U
REPORTAGE 33
Z U S AT Z S O R T I M E N T E
Anteil der Zusatzsortimente am Gesamtumsatz
(Fachhandelssortimente: Möbel, GPK, Leuchten, Raumausstattung)
2005
90,0 %
10,0 %
2010
82,3 %
17,7 %
2011
79,8 %
20,2 %
16,9 %
Art der Zusatzsortimente
Entwicklung der Kern- und Zusatzsortimente im
GPK-Fachhandel
2000
93,7 %
6,3 %
17,3 %
16,3 %
13,4 %
11,8 %
Welche Fach-/Zusatzsortimente bieten Sie in Ihrem Geschäft an? (Mehrfachnennungen möglich)
2012
80,2 %
19,8 %
40 %
Dekoartikel
52 %
0 %*
Glas-Porzellan-Keramik
Entwicklung der Kern- und Zusatzsortimente im
Möbelfachhandel
36 %
38 %
34 %
Haustextilien
12 %
Leuchten/Lampen
2000
86,1 %
13,9 %
2005
85,1 %
14,9 %
2010
83,0 %
17,0 %
2011
82,0 %
18,0 %
2012
82,8 %
17,2 %
52 %
46 %
Hausrat
18 %
10 %
Wohn-/Kleinmöbel
Kernsortiment
28 %
30 %
Kunstgegenstände/Bilder/Rahmen
Zusatzsortiment
0 %*
10 %
Spiegel
42 %
d
d
Aus den Ergebnissen
e
Heimtextilien
der Studie geht hervor,
dass ein nicht unerheblicher Teil der Gesamtverkaufsfläche auf diese
Sparte entfällt.
Kunstblumen/Gestecke
20 %
30 %
18 %
Elektrokleingeräte
26 %
26 %
Saisonspezifische Artikel
14 %
18 %
10 %
12 %
12 %
Schokolade/Süßwaren
6%
Schreib-/Papierwaren
16 %
12 %
(Mode-)Schmuck/Uhren
2%
6%
6%
Raumdüfte
14 %
Lebensmittel/Kulinarisches
0%
8%
Persönliche Accessoires
4%
2
10
GPK-Fachhandel
20
30
40
50
Möbelfachhandel
* Kernsortiment, daher hier nicht gewertet.
GPK-Fachhandel (Durchschnittliche Flächenanteile für Zusatzsortimente: 24 %)
Quelle und Grafik: Messe Frankfurt
14 %
20 %
24 %
24 %
6%
12 %
Möbelfachhandel (Durchschnittliche Flächenanteile für Zusatzsortimente: 16 %)
34 %
unter 10 %
10 % – unter 20 %
28 %
20 % – unter 30 %
22 %
30 % – unter 40 %
6%
40 % – unter 50 %
10 %
50 % und mehr
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
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34
1
ORNARIS
BeRN
17.–20.8.2014
Die neuen Trends im Einzelhandel inspirierten rund 11.000 Facheinkäufer von
Detailgeschäften aber auch großen Handelshäusern wie Coop, Manor und Globus zum Besuch der Messe. Die leicht
rückgängige Anzahl der Aussteller auf
dem Gelände der Bernexpo – rund zwanzig weniger als im Vorjahr – konnte der
guten und positiven Stimmung des Messeverlaufs nichts anhaben.
Einige Neuerungen und frische Ideen
wurden gut angenommen. So vor allem
die Kennzeichnung Schweizer Produkte
durch ein „Swiss made“-Signet in Form
eines roten Apfels mit Schweizer Kreuz.
Die Marke Schweiz verkauft sich immer
besser. Das Signet wurde bei allen Erzeugnissen angebracht, die zumindest zu
60 Prozent in der Schweiz hergestellt
wurden. „Made in Switzerland“ wurde in
Kontrast zu „Made in Europe“ gesetzt.
Unter den 460 Ausstellern waren
auch rund 100 ausländische Unternehmen vertreten, darunter Betriebe, die,
wie die Lausitzer Holzwaren, auf der Suche nach neuen Absatzmärkten sind.
Die neuen Themenbereiche „Ladenausstattung, Marketing, Technik“ sowie
„Delikatessen für Gourmets“ wurden differenziert aufgenommen. Ein positives
Feedback wurde „Delikatessen für Gourmets“ entgegengebracht, womit dieser
Bereich in Zukunft fixer Bestandteil der
Ornaris sein dürfte.
w www.ornaris.ch
DIE VITRINE 324 SEPTEMBER-OKTOBER 14
2
3
1 „Clair de Lune“: Mit einer variantenreichen Darstellung des Mondes in Schwarz, Weiß und 24-karätigem Gold kreiert die Porzellanmanufaktur Fürstenberg auf der Form „Auréole“ Momentaufnahmen des
Erdtrabanten. 2 Im angesagten Metallicton Kupfer bietet Hailo nun eine breite Palette von Abfallkübeln
an. Diese reicht von Großraumabfall-Boxen bis hin zu den Klassikern „TOPdesign“, „T2“ und „design4“,
den schicken Multitalenten für Küche, Bad und Büro. 3 Alle für eine Frau wichtigen Dinge können in
den Lieblingstaschen aus bedrucktem oder besticktem Canvas verstaut werden. Die Henkel sind aus
weichem Wildleder. Von Raeder.
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35
1
2
3
4
TeNdeNce
FRANkFuRT
30.8.–2.9.2014
An den vier Messetagen der „Tendence“
nutzten 35.000 Besucher aus 88 Ländern
das Angebot der 1.211 Aussteller aus 51
Ländern. Jeder fünfte Besucher kam aus
dem Ausland. Auf der Besucherseite waren zweistellige Zuwächse zum Beispiel
aus Griechenland, Großbritannien, Polen
und Spanien zu verzeichnen. Auch die
Besucherzahlen aus den großen asiatischen Konsumentenmärkten – China, Indien und Japan – sind im Vergleich zu
2013 gestiegen. Konjunkturell bedingt
reisten jedoch weniger Besucher aus Belgien, den Niederlanden oder Österreich
nach Frankfurt.
Als Knotenpunkt innerhalb der „Tendence“ und der „Ecostyle“ setzten 25
Webchance-Aussteller Impulse für die
Vernetzung des stationären Handels mit
dem Online-Vertrieb.Von ausziehbaren
Papiersofas über Taschen aus Kokosfasern bis hin zu fair hergestellten
Smartphones präsentierten insgesamt 75
Ecostyle-Aussteller und -Designer unterschiedlichste Produktwelten. Die „Tendence“ wird im kommenden Jahr (29.
August bis 1. September) um zwei weitere Veranstaltungsformate erweitert. Parallel dazu laden die „Hair and Beauty“
als auch erstmalig der neue Verbraucherevent „Eat & Lifestyle“ Fachbesucher
und Konsumenten auf das Frankfurter
Messegelände ein. Die nächste „Ecostyle“ und die „Webchance“ finden wie gewohnt ebenfalls zeitgleich mit der „Tendence“ statt.
w www.messefrankfurt.com
1 Am Stand der Firma Crisco freuten sich Teddy & Co. auf das kommende Weihnachtsfest. 2 Neu bei
der HM Glaskunst ist die Serie „Selection Titan“, die neben Schalen und Schüsseln auch Vasen in verschiedenen Formen und Größen umfasst. 3 Die Becher und Frühstückstassen des englischen Herstellers Roy Kirkham, der in Österreich von der HA Ingrid Zecha vertreten wird, sind aus Fine Bone China
und spiegeln die typisch englische Porzellankultur wider. Hier der Dekor „Birds“. 4 Voll im Trend: Gerry
Intergeschenke setzt auf Weiß in verschiedenen Abstufungen und kombiniert alt mit neu.
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36
1
cReATIv SAlzBuRg HeRBST 2014
SAlzBuRg
5.–7.9.2014
9.912 Fachbesucher kamen, um die Produkte der 270 Aussteller anzuschauen
und zu ordern. Mit den zwei neuen Sonderschauen für Dekorationen „Frühjahrs& Sommerdekoration“ im Eingangsbereich und „Weihnachtsdekoration“ im
Zentrum der Halle 10 wurde Ausstellern
eine neue Form geboten, Dekorationsartikel themenspezifisch in Szene zu setzen
und auch neue Kunden zu gewinnen.
Wie immer bei den Herbstmessen stand
auch dieses Jahr das Weihnachtsfest im
Mittelpunkt der Angebote: Wird einerseits ein „Weniger ist mehr“ umgesetzt,
schwelgt man andererseits in Üppigkeit,
Glanz und Glitzer. Auch Dekos in Weißabstufungen haben Hochkonjunktur,
wenn es um den weihnachtlich gedeckten Tisch und geschmückten Raum geht.
Auf „alt" lackiertes Holz, „alt“ glasierte
Tontöpfe, weiße Tischtextilien, Girlanden
mit weißen Kugeln und duftigen Bändern, weiße Lärchenzapfen und geweißte
Fruchtkapseln – Weiß wird kombiniert
mit Silber und lodengrünem Filz. Klassische Weihnachtsfarben wie Rot und
Grün werden mit Goldeffekten akzentuiert. Blattgold ist in Glaskreationen nach
Vorbildern von Muranoglas oder Wiener
Werkstätte im Finish eingebaut. Der warme Ton von Gold, Kupfer und Bronze findet kugelförmig seinen Platz auf Christbäumen. Für den Selbstgebrauch oder
als nettes Geschenk gibt es Backmischungen, die sich einfach und schnell in
leckere Produkte zu verwandeln. Zu den
Delikatessen zählen auch kreative Ölmischungen oder exotische Salze sowie
phantasievolle Sahne-Liköre.
w www.creativsalzburg.at
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1 Der Teelichthalter „Noel“ von Philippi hängt kerzengerade samt Teelicht am Christbaum und lässt durch
den umlaufenden Glasring kein Wachs auslaufen. Und ist Weihnachten dann vorbei, verbreiten die Teelichter im Halter auch in anderen Gestecken ihren sanften Schein. 2 „Primavera“ von Leonardo: Sanfte
Pastelltöne in Schleudertechnik, moderne Materialien wie Glas, Kupfer und Holz in klaren Farben und
Porzellanvögel bestimmen den Look. Gelb und Dunkelgrau setzen Akzente zu handgemachten Vasen,
Schalen und Windlichtern. 3 Wenn man das Tischfeuerzeug „Aladin“ von AdHoc reibt, erscheint zwar
kein Geist, aber die Piezo-Zündung arbeitet zuverlässig. Die Flammengröße des mit Feuerzeuggas betriebenen Anzünders ist schnell und einhändig einstellbar. 4 Das bewusst feminine Design von „J’adore“
von ASA Selection drückt Raffinesse und Glamour aus: Edelmattes Gold auf organisch-weichen Formen
wartet auf die festlichen Momente des Lebens und auf Menschen, die diese genießen können. Und als
Ergänzung zu „J’adore“ brachte ASA das Besteckmodell „Touch“ in Goldfarben satiniert auf den Markt.
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FuTuRA
SAlzBuRg
18.–21.9.2014
7.052 Fachhändler und Einkäufer nutzten
die Gelegenheit, um die IFA-Neuheiten,
nun auch für den österreichischen Markt
zu ordern. Stellten heuer noch die meisten österreichischen Anbieter, seien es
nun Großhändler oder Töchter internationaler Firmen, in Salzburg aus, so entzündeten sich noch während der Messe Diskussionen über die „Futura“ im nächsten
Jahr. Einer der Auslöser war sicherlich
die Tatsache, dass die Media-SaturnGruppe bekannt gab, ihre Einkäufer im
nächsten Jahr nur auf die „IFA“ und
nicht zusätzlich auf die „Futura“ zu schicken. Aussteller, die vor allem den gehobenen Fachhandel ansprechen, waren
heuer zwar mit der Qualität der Fachbesucher, aber nicht mit deren Anzahl zufrieden, meinten aber, dass für sie die
„Futura“ ein unverzichtbarer Termin sei.
Einige Großen der Branche, die neben
dem einschlägigen Fachhandel vor allem
auch an den Einkäufern der Großflächen
interessiert sind, überlegen sich bereits,
nächstes Jahr nicht mehr in Salzburg
auszustellen, sondern ihre Kunden auf
die „IFA“ einzuladen. Andere Aussteller
sind der Meinung, dass die nächste „Futura“ in Wien stattfinden soll, da ja im
Osten Österreichs an die 60 Prozent der
Einkäufer, Fachhändler etc. angesiedelt
sind. Und einige präferieren auch Publikumstage im Anschluss an die Fachmesse, nach dem Motto, der Aufbau des
Standes kostet sowieso schon ein Vermögen, da kann dieser noch zwei Tage länger stehen bleiben.
w www.futuramesse.at
1 Das Kindergeschirr von Placematix sorgt mit Basismatte, tiefem und flachem Teller sowie Besteck
im Baustein-Prinzip für Spaß und regt Fantasie und Feinmotorik an. Das für Kinder ab einem Jahr
empfohlene Geschirr ist mit handelsüblichen Spielbausteinen kompatibel. 2 Mit diesen Tellern beginnt
das große Krabbeln: Ungewöhnliches Tellerset der Porzellanmanufaktur Reichenbach: In elegantem
Grau bewegt sich ein Hirschkäfer über die Teller, der Platinrand ist handgemalt. 3 Das aus acht Elementen bestehende Messbecher-Set von Joseph Joseph macht die richtige Dosierung leicht. Von einem Viertel Teelöffel bis zu einer Tasse sind die gängigsten Maße aus den Rezeptbüchern abgedeckt. Alle
Messlöffel sind ineinander stapelbar und werden über einen Schnappmechanismus im Griff fixiert.
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Krebsform, Porzellanmanufaktur
Walküre, Bayreuth, 1901 (l.)
Haardose, Porzellanmanufaktur
Hutschenreuther (u.)
Hutnadelhalter, Porzellanmanufaktur
Jaeger & Co., Marktredwitz (r.)
Bayerisches Porzellan:
200 Jahre Erfolgsgeschichte
Nashornvogel,
Entwurf August
Billmann, Porzellanmanufaktur Zeh,
Scherzer & Co, 1918
Aus Anlass des zweihundertjährigen Jubiläums der bayerischen Porzellanfabriken gibt das Porzellanikon in seinem
Museum in Hohenberg a.d. Eger bis Ende November
einen Einblick in die Erfolgsgeschichte von der
Gründung der Porzellanmalerei durch Carolus
Magnus Hutschenreuther bis 1989,
dem Jahr des Mauerfalls.
Gleichzeitig wird eine Verbindung zu prominenten Benützern erlesenen bayerischen Porzellans hergestellt. Der
Bogen reicht vom Papst im Vatikan über den Schah von Persien bis zu den Passagieren des Luftschiffs Zeppelin.
In Hohenberg wird die breite Palette der Produkte von Firmen wie Bauscher,
Heinrich Hutschenreuther, Rosenthal und Seltmann, welche die ganze Welt belieferten, ausgebreitet. Prächtig bemalte Vasen, kunstvoll gefertigtes Geschirr,
Sammeltassen, aber auch zahlreiche kuriose Stücke prägen die Ausstellung.
Wer seinen Einblick in das bayerische Porzellan nicht mit 1989 abschließen
möchte, der setzt seine Reise zum Standort Selb
des Porzellanikons fort. In Inszenierungen und Videoinstallationen wird die
Periode ab der Zeit des Mauerfalls
bis heute beleuchtet und bietet einen Überblick der prägenden
Trends, Moden und LifestyleRichtungen bis zur unmittelbaren Gegenwart.
w www.porzellanikon.com
Jubiläumsteller anlässlich des
25. Regierungsjubiläums von Kaiser
Wilhelm II., Porzellanmanufaktur Arzberg
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Josephine Baker,
Entwurf Dorothea
Charol, 1928,
Porzellanmanufaktur
Philipp Rosenthal
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Robert Stadler
im MAK-Design Salon
In der MAK-Expositur Geymüllerschlössel ist bei der
dritten Veranstaltung des Designs-Salons bis Ende November Robert Stadler zu Gast. Unter dem Titel „Back in
5 min.“ inszeniert er die Gegenüberstellung von zeitgenössischem Raumwirken und Design zu historischen Möbel- und Raumgestaltungen.
Dem bürgerlichen Mobilar der Sommerresidenz setzt
er simple Möbeltypen ländlicher Stuben, wie Hocker oder
Bänke, entgegen. Als „Arbeitsmöbel“ stehen die mit müheloser Leichtigkeit in die Szenerie platzierten Hocker
„Aymeric“ und die Sitzbänke „Dora“ und „Cora“ im
Blickpunkt. Sie scheinen gleichermaßen in das Landleben
wie in die Biedermeier-Ausstattung des Geymüllerschlössels zu passen.
An magische Tarnumhänge erinnert die vom Geymüllerschlössel inspirierte Kollektion der Textilentwürfe
„Phantome“, die gemeinsam mit dem österreichischen
Textilunternehmen Backhausen entwickelt wurden. Die
im Digitaldruck erzeugten Stoffe imitieren das Muster
der in den jeweiligen Räumen vorhandenen Parkett-,
Teppich- oder Steinböden.
w www.mak.at
Laa: Skulpturenpark
zur Kontemplation
Zwischen Thermenweg und Thermenplatz wurde in Laa a.d. Thaya
in Niederösterreich eine Skulpturen-Promenade geschaffen, welche
die Werke von nahezu dreißig Künstlern vereint. Die von Elisabeth
Ledersberger-Lehoczky kuratierte Galerie soll Einblick in die gestalterische und künstlerische Szene bieten. Die Skulpturen sind individuell
gestaltet, jede ein Kunstwerk für sich, ob in Stein oder Keramik ausgeführt, und zeigen die Vielfalt stilistischer Gestaltung.
Ein Ziel haben sie jedoch gemeinsam, sie sollen Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen und zur Entspannung der Kurgäste beitragen. Ein vorzügliches Beispiel hiefür bietet die
liegende Skulptur der Wienerin Gerti Hopf unter dem Slogan „Ruhe in dir selbst und lasse über alle deine
Sorgen Gras wachsen“. Damit sollen sich die Kurgäste noch mehr dem Genusses, aber auch den Betrachtungen
in der Zeit ihres Aufenthaltes bewusst werden. Die dreiteilige Gestaltung ist in Keramik Bildhauerton
ausgeführt und zeigt mit ihren 1,80 Metern natürliche menschliche Dimensionen.
In dieser Freiluftgalerie, die von österreichischen aber auch internationalen Künstlern beschickt wird, sind
alle in der Bildhauerei verwendeten Materialien und Skulpturengrößen anzutreffen. Darunter befinden sich
auch kleinere, spielerische Objekte, die, in die Landschaft gesetzt, den aufmerksamen Blick des Betrachters
erfordern und entdeckt werden wollen. Daneben stehen große, abstrakte Kreationen, die den Raum erobern
und auf das Umfeld ausstrahlen.
Michael Schlapschy,
Odin, 2013, Platane (l.),
Lebensgroße Skulptur
von Gerti Hopf (r.)
w www.laa.at
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Stefanie Gebhardt: Trachtenschmuck aus
Zwirnknöpfen (l.)
Mitte von oben: Karina Göstl: Kopfbedeckung
aus Spitze; Claudia Eltner: Kollier aus einem
Fahrradschlauch; Martina Scheiblecker:
Glasperlen für Lampengestaltung
Leopold Kratochwil: Porzellanmaske (r.)
„NÖ Tage
der offenen
Ateliers“:
Teilnehmerrekord
Seit dem Start der „NÖ Tage der offenen Ateliers“ hat sich Niederösterreich
zu einem Hot-Spot für bildende und angewandte Kunst, Kunsthandwerk
und Design entwickelt. Dieses Jahr öffnen am 18. und 19. Oktober
erstmals über 1.200 Künstler und Künstlerinnen sowie Kunsthandwerker
ihre Ateliers, Galerien, Studios und Werkstätten. Ein Wochenende lang
stehen diese dem interessierten Publikum offen.
Der Bogen der kunsthandwerklichen Präsentationen reicht von Keramik- und Porzellangestaltung über Textil-, Schmuck- und Schmiedekunst
zu Malerei- und Objektgestaltung. Vor allem die Kulturschaffenden in
den Ateliers wollen den Besuchern an beiden Tagen neben traditionellen
auch avantgardistische Tendenzen vermitteln.
Die Zahl der teilnehmenden Kunstschaffenden hat sich seit dem Projektbeginn im Jahre 2003 – damals mit 425 Beteiligten – fast verdreifacht.
2013 wirkten 1.100 Kunstschaffende mit, dabei wurden rund 47.000
Gäste gezählt. Dieses Jahr wird bei den Besuchern die Überschreitung
der 50.000er Grenze erwartet.
Den „NÖ Tagen der offenen Ateliers“ gehen gleich geartete Veranstaltungen in Südmähren, Südböhmen und Oberösterreich voraus. Sie
sind nicht so groß dimensioniert wie in Niederösterreich, weisen aber
auch einen deutlich steigenden Popularitätswert auf.
w www.kunstvernetzung.at
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Manufaktur Frieden:
Blumiges aus der Schweiz
Das Thema Blumen hat Goldschmiede und Schmuckgestalter seit jeher fasziniert, liefert ihnen doch die
Natur die unerschöpfliche Vorlagen für Kreationen
von einzigartiger Ausstrahlung.
Dieses Themas hat sich nun die renommierte
Schweizer Schmuckmanufaktur Frieden angenommen
und präsentiert einen attraktiven Bogen an Ringen,
Ohrclips und Anhängern mit Blumen zu jeder Jahreszeit. Wohl war die Premiere im Sommer, aber die
Kreationen illustrieren auch den weiteren Verlauf des
Jahres.
Der Bogen der künstlerischen Details reicht von
bezaubernden Sets – auch mit Brillanten – zu schillernden Farbenspielen der Entwürfe und fantasievollen
Kollektionen.
Blumige Ring-Kreation (l.), Ohrclips,
Weißgold und (l. u.), Blumenset aus
Weißgold, Brillanten und Saphiren (r. u.)
w www.frieden.ch
ausstellungen
„EUROPAS KULTURERBE HEREND“
PORZELLANIKON HOHENBERG A.D.EGER
BIS 11. JÄNNER 2015
„ANN WOLFF PERSONA“
ALEXANDER TUTSEK STIFTUNG, MÜNCHEN
17. OKTOBER 2014 BIS 12. JUNI 2015
„DER PERFEKTE HAUSHALT AUS PAPIER“
HOFMOBILIENDEPOT WIEN
BIS 11. JÄNNER 2015
Auf einer Fläche von
330 m2 sind sowohl
historische Objekte
aus dem Herend Porzellanmuseum in Ungarn als auch Neuinterpretationen traditioneller Dekore zu
sehen. Rund zweihundert Objekte geben einen repräsentativen Einblick in die farbenprächtigen Gestaltungen des weltberühmten Porzellans aus Herend.
Mit der Präsentation des Lebenswerkes der deutschschwedischen Künstlerin stellt
die Alexander Tutsek Stiftung
den großen Facettenreichtum
ihres Werkes vor. Das wohl bedeutendste Medium von Ann Wolff für ihre
Gestaltungen ist Glas. Sie setzt aber auch andere Materialien, wie Bronze, Beton und Aluminium ein. Zur Ausstellung erscheint auch
eine umfangreiche Publikation bei Arnoldsche Art Publishers.
Eine kulturhistorische
Rarität stellt
das Hofmobiliendepot mit dem Augsburger Klebealbum vor. Affichiert auf 19 Bildtafeln zeigt es
die Räume eines Augsburger Bürgerhauses
um 1780, bevölkert von seinen Bewohnern,
Bediensteten und Besuchern. Menschen,
Möbel und Gerätschaften wurden aus gedruckten Bildbögen ausgeschnitten und ins
Album eingeklebt.
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GABRIELE KAISER
Weihnachten
Oder: Was Studien alles über Geschenke wissen!
W
eihnachten, das Fest der Geschenke naht!
Und natürlich machen sich die Händler
darüber Gedanken, wie sie es anstellen
sollen, dass der mehr oder weniger weihnachtlich
gestimmte Konsument gerade in ihrem Geschäft einen
Teil seines schwer verdienten Geschäftes lässt. Und
wie zu allem, haben sich auch mit diesem Thema
Wissenschaftler beschäftigt, die als Ergebnis ihrer
Untersuchungen mehrere Thesen aufstellten. Vielleicht
kann Ihnen ja als Händler die eine oder andere bei
der Bewältigung des Weihnachtsgeschäfts helfen?
Sie werden vermutlich enttäuscht sein, aber für
viele Menschen sind es nicht die schönen Geschenke,
die das Fest so besonders machen. Es ist die Zeit mit
Von 2010 auf 2013
der Familie, die für die meisten im Vordergrund steht
stieg in Deutschland und die das Fest so besinnlich macht. Für eine Studie
der Prozentsatz der- der Tomorrow-Focus-AG gaben 75,6 Prozent der Bejenigen, die Einrich- fragten an, dass für sie zu Weihnachten die Familie
am wichtigsten ist.
tungsgegenstände
Schenken macht zu Weihnachten glücklich! Dies
und Accessoires für
fanden Elizabeth W. Dunn, Lara B. Aknin und Michael
das traute Heim zu
I. Norton in einer 2008 für die University of British
Weihnachten verColumbia und für die Harvard Business School durchschenken, von zehn
geführten Befragung von 632 Amerikanern heraus.
auf 13 Prozent.
Die Studie analysiert die Lebensumstände und das
Einkommen der Befragten sowie die Höhe der Ausgabe
für Spenden oder Geschenke und setzt die Spendenund Geschenkausgaben in Relation zu ihrem Einkommen. Zusätzlich wurden Fragen gestellt, die Rückschlüsse auf die Zufriedenheit der Befragten zulassen.
Das Ergebnis der Befragung zeigt, dass, unabhängig
vom Einkommen, großzügigere Menschen, die gerne
teilen und anderen mit außergewöhnlichen und umfangreichen Weihnachtsgeschenken eine Freude machen, glücklicher sind.
Und wenn das Weihnachtsgeschenk dann noch
nett verpackt ist, sorgt das für bessere Laune, als
wenn es ohne Papier und Bändchen unter dem Christbaum liegt. Denn Wissenschaftler – wer denn nicht?
– haben herausgefunden, dass bereits der Anblick
von Weihnachtspapier, also wenn der Beschenkte
noch gar nicht weiß, was da verborgen wird, glücklich
macht. Und was sagt das den Händlern? Unterstreichen
Sie diese Tatsache in Ihrem Geschäft, bieten Sie ein
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Verpackungs-Service an, das ein paar Euro kosten
darf. Denn Sie wissen ja – was nichts kostet, ist in
den Augen von vielen Menschen nichts wert.
Was Sie als Händler schon immer wussten: Männer
sind beim Kaufen von Weihnachtsgeschenken viel
entspannter als Frauen. 42 Prozent kaufen ihre Geschenke erst im Dezember ein, wobei acht Prozent
erst eine Woche vor dem Fest mit dem Kauf beginnen.
Frauen dagegen denken oftmals schon das ganze
Jahr darüber nach, was sie zu Weihnachten schenken
werden, und 40 Prozent starten die Shopping-Tour
im November. Doch bevor gekauft wird, holen sich
viele Menschen erst einmal auch Anregungen. Die
Ernst & Young GmbH fand heraus, dass sich 36
Prozent der Deutschen von den schön dekorierten
Schaufenstern zum Kauf eines Geschenkes anregen
lassen. Nach dem Schaufensterbummel liegt das Internet mit 28 Prozent auf Rang 2 als Ideengeber für
Geschenke. Und dieser Prozentsatz wird sich in den
nächsten Jahren sicherlich noch erhöhen. Laut einer
Umfrage des Branchenverbandes Bitkom drücken 33
Prozent der Männer und 29 Prozent der Frauen auf
eine Taste ihres PCs und bestellen damit Weihnachtsgeschenke. Und 20 Prozent haben ihre Gaben bereits
mittels des Handys eingekauft.
Etwas Erfreuliches haben Statistiker & Co. aber
herausgefunden: Von 2010 auf 2013 stieg in Deutschland der Prozentsatz derjenigen, die Einrichtungsgegenstände und Accessoires für das traute Heim zu
Weihnachten verschenken, von zehn auf 13 Prozent.
Und da in Österreich der Trend sicherlich auch in
diese Richtung geht, kann unsere Branche optimistisch
auf das heurige Weihnachtsgeschäft schauen.
Über alles werden Studien gemacht , so auch
über Geschenke, die sich als Flops erweisen. Angeblich
haben 2013 vier von zehn Österreichern keine Freude
am liebevoll eingepackten Geschenk gehabt. Was tut
man da? 50 Prozent behalten das Geschenk und
ärgern sich das ganze Jahr darüber, 23 Prozent schenken es weiter und 29 Prozent verkaufen es und
erfüllen sich mit dem Geld dann einen lang gehegten
Wunsch. Und wo bietet man den Geschenkflop an?
Erraten, im Internet, wo denn nicht. Und hier vor
allem auf eBay!
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