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Energiesystemtechnik und -marketing Schwerpunkt Solartechnik

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Lehrplan für die höhere Berufsfachschule
Fachrichtung
Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Pflichtfächer:
Projektmanagement
Berufsbezogener Unterricht
Ökologie
Herausgegeben am: 24.08.2009
Aktenzeichen: 945 D - 51324/35
Kennzeichnung: HBF 17
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Inhalt
Vorwort ......................................................................................................................................................................................................I
Mitglieder der Lehrplankommission . ........................................................................................................................................... II
1
Vorgaben für die Lehrplanarbeit .................................................................................................................................................... 1
1.1 Bildungsauftrag der höheren Berufsfachschule und rechtliche Rahmenbedingungen . .......................................... 1
1.2 Zeitliche Rahmenbedingungen ......................................................................................................................................................2
1.3 Curriculare Rahmenbedingungen ................................................................................................................................................. 3
2
Leitlinien des Bildungsganges ........................................................................................................................................................ 4
2.1 Lernpsychologische Grundlagen ................................................................................................................................................... 4
2.2 Kompetenzen .........................................................................................................................................................................................5
2.3 Überlegungen zur Unterrichtsgestaltung .................................................................................................................................. 6
3
Konzeption der Unterrichtsfächer ................................................................................................................................................. 7
3.1
Projektmanagement ........................................................................................................................................................................... 7
Fachdidaktische Konzeption . .......................................................................................................................................................... 7
Lernbereichsübersicht . ...................................................................................................................................................................... 8
Lernbereich 1: Projekte definieren und planen . ................................................................................................................... 9
Lernbereich 2: Projekte durchführen ......................................................................................................................................10
Lernbereich 3: Projekte kontrollieren und steuern ............................................................................................................10
3.2 Berufsbezogener Unterricht . .........................................................................................................................................................11
Fachdidaktische Konzeption . ........................................................................................................................................................11
Lernbereichsübersicht . ....................................................................................................................................................................12
Lernbereich 1: Werteströme und Werte eines Handwerksbetriebes erfassen, dokumentieren
und Angebote erstellen .................................................................................................................................13
Lernbereich 2: Bautechnische Konstruktionen analysieren ...........................................................................................14
Lernbereich 3: Solarthermische Systeme warten und instand halten . ......................................................................15
Lernbereich 4: Solarthermische Systeme installieren und in Betrieb nehmen .......................................................16
Lernbereich 5: Elektrische Installationen planen und ausführen..................................................................................17
Lernbereich 6: Informations- und kommunikationstechnische Systeme aufbauen und in Betrieb
nehmen ................................................................................................................................................................18
Lernbereich 7: Verkaufsgespräche kundenorientiert führen .........................................................................................19
Lernbereich 8: Absatzprozesse planen, durchführen und kontrollieren . ..................................................................20
Lernbereich 9: Investitionsrechnungen durchführen und Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen . .............21
Lernbereich 10: Baulichen Wärmeschutz analysieren und planen .................................................................................22
Lernbereich 11: Solarthermische Systeme zur Trinkwassererwärmung planen . ......................................................23
Lernbereich 12: Elektrische Energieversorgungssysteme planen und errichten ......................................................24
Lernbereich 13: Solarthermische Systeme zweckorientiert entwerfen, berechnen, installieren und
bewerten .............................................................................................................................................................25
Lernbereich 14: Raumheizeinrichtungen und heizungstechnische Rohrnetze auslegen, installieren
und abgleichen .................................................................................................................................................26
Seite
i
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Inhalt
Lernbereich 15:
Lernbereich 16:
Lernbereich 17:
Wahlpflichtfach
3.3
Ökologie .................................................................................................................................................................................................31
Fachdidaktische Konzeption . ........................................................................................................................................................32
Lernbereichsübersicht . ....................................................................................................................................................................32
Lernbereich 1: Wechselwirkungen vernetzter Systeme erfassen ..............................................................................33
Lernbereich 2: Klimawandel und nachhaltige Energieversorgung bewerten ......................................................34
Anhang ..................................................................................................................................................................................................35
Deckungsanalyse Elektroniker/ Elektronikerin Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik . ............................35
Deckungsanalyse Anlagenmechaniker/ Anlagenmechanikerin Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik ............36
Seite
ii
Anlagen der Gebäudesystemtechnik planen und realisieren .......................................................27
Steuerungen in Wohn-/Zweckbauten und Anlagen programmieren und realisieren .........28
Abschlussprojekt ...........................................................................................................................................29
Wärmeerzeuger installieren . .....................................................................................................................30
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Vorwort
Die höhere Berufsfachschule nimmt
eine wichtige Brückenfunktion zwischen schulischer Berufsqualifikation
und dualer Berufsausbildung wahr
und eröffnet gleichzeitig den Jugendlichen die Möglichkeit der Höherqualifizierung. Sie führt in zwei Jahren zu
einer vollschulischen Berufsqualifikation und bietet die Möglichkeit, den
schulischen Teil der Fachhochschulreife zu erwerben. Voraussetzung für den
Besuch der höheren Berufsfachschule
ist der mittlere Bildungsabschluss.
Der Anspruch der höheren Berufsfachschule besteht darin, die zur Berufsqualifizierung, zur Höherqualifizierung und die zu einer weiteren Persönlichkeitsbildung notwendigen beruflichen und allgemeinen Kompetenzen
von Schülerinnen und von Schülern zu
fördern. Hierzu verbindet die höhere
Berufsfachschule berufsübergreifende
mit berufsbezogenen Kompetenzen
zur Entwicklung einer beruflichen
Handlungsfähigkeit mit einem eigenständigen Profil als staatlich geprüfte
Assistentin bzw. als staatlich geprüfter
Assistent.
Zum Erreichen dieser angestrebten beruflichen Handlungskompetenz werden fachlich relevante Probleme und
Inhaltsstrukturen in einen durchgängigen situativen Kontext gestellt
und soweit möglich die Erfahrungswelt der Lernenden berücksichtigt.
Um diesem Anspruch Rechnung zu
tragen, wurde der vorliegende Lehrplan kompetenzorientiert und als offenes Curriculum gestaltet. Den Fachkonferenzen obliegt nun die besondere Verantwortung, in dem zu erstellenden Jahresarbeitsplan die notwendige Koordination der Inhalte einzelner Lernbereiche und Fächer sowie
die Realisierung handlungsorientierter
Lehr- und Lernkonzepte zu gewährleisten.
Mit der Umstrukturierung der höheren
Berufsfachschule wurde ein wesentlicher Impuls zur Weiterentwicklung
des berufsbildenden Schulwesens im
Bereich der Wahlschulen gegeben. Die
Umstrukturierung führt zu einer stärkeren Konkretisierung des Bildungsangebotes, orientiert an ausgewählten
Berufsgruppen und Ausbildungsberufen und ermöglicht den Jugendlichen mit dem gleichzeitigen Erwerb
einer schulischen Berufsqualifikation
und der Fachhochschulreife einen doppelt qualifizierenden Abschluss.
Ich danke allen Mitgliedern der Lehrplankommission und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pädagogischen Zentrums für ihre kompetente
Arbeit.
Doris Ahnen
Seite
I
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Mitglieder der Lehrplankommission
Mitglieder der Lehrplankommission für das Unterrichtsfach Projektmanagement
Klaus Etzkorn
Frank Puschhof
Martina Strubel
Berufsbildende Schule Technik
Carl-Benz-Schule
56073 Koblenz
Pädagogisches Zentrum Rheinland-Pfalz
55543 Bad Kreuznach
Berufsbildende Schule
56112 Lahnstein
Mitglieder der Lehrplankommission für das Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Ralf Kilanowski
Uwe Niemz
Hermann Pfeifer
Frank Puschhof
Dr. Rüdiger Tauschek
Berufsbildende Schule
56107 Lahnstein
Berufsbildende Schule
56107 Lahnstein
Berufsbildende Schule
56107 Lahnstein
Pädagogisches Zentrum Rheinland-Pfalz
55543 Bad Kreuznach
Pädagogisches Zentrum Rheinland-Pfalz
55543 Bad Kreuznach
Mitglieder der Lehrplankommission für das Unterrichtsfach Ökologie
Ralf Kilanowski
Berufsbildende Schule
56107 Lahnstein
Der Lehrplan wurde unter Federführung des Pädagogischen Zentrums erstellt.
Seite
II
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
1 Vorgaben für die Lehrplanarbeit
1.1 Bildungsauftrag der höheren
Berufsfachschule und rechtliche
Rahmenbedingungen
Laut Schulgesetz bestimmt sich der
Bildungsauftrag der Schule aus dem
Recht des Einzelnen auf Förderung seiner Anlagen und Erweiterung seiner
Fähigkeiten sowie aus dem Anspruch
von Staat und Gesellschaft, dass die
Bürgerinnen und Bürger zur Wahrnehmung ihrer Rechte und Übernahme
ihrer Pflichten hinreichend vorbereitet
sind.
Anspruch der höheren Berufsfachschule ist es, die zur Berufsqualifizierung, zur Höherqualifizierung und die
zu einer weiteren Persönlichkeitsbildung notwendigen beruflichen und
allgemeinen Kompetenzen von Schülerinnen und von Schülern zu fördern.
Hierzu verbindet die höhere Berufsfachschule berufsübergreifende mit
berufsbezogenen Kompetenzen zur
Entwicklung einer beruflichen Handlungsfähigkeit mit einem eigenständigen Profil als staatlich geprüfte Assistentin bzw. als staatlich geprüfter
Assistent.
Zusätzlich bereitet die höhere Berufsfachschule die Schülerinnen und
Schüler auf den Erwerb der Fachhochschulreife vor.
Die im Lehrplan ausgewiesenen
Kompetenzen orientieren sich an den
Lernfeldern ausgewählter Berufsgruppen und basieren auf der Verzahnung
von schulischem und beruflichem Ler-
nen, wodurch ein Wechsel in eine duale Berufsausbildung nach dem ersten
Jahr der höheren Berufsfachschule
möglich wird.
Der Lehrplan der höheren Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik/-marketing, Schwerpunkt
Solartechnik, orientiert sich an den bestehenden Ausbildungsordnungen der
entsprechend zugeordneten Berufe
- Anlagenmechaniker/Anlagenmechanikerin Sanitär-, Heizung- und
Klimatechnik sowie
- Elektroniker/Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik.
Die angestrebten Kompetenzen
der jeweiligen Fachrichtungen der
höheren Berufsfachschule sind konsequent an den Anforderungen der berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozesse orientiert.
Der Unterricht in der höheren Berufsfachschule soll insbesondere dem
Anspruch auf Integration von Theorie
und Praxis im Rahmen der Lernbereiche, dem Vermitteln von Arbeitstechniken und der Förderung von Kompetenzen Rechnung tragen. Selbstgesteuertes Lernen und der Einsatz von
erworbenem Wissen bei der Bearbeitung unterrichtlicher Aufgaben- und
Problemstellungen sind zu fördern.
Grundlage für diesen Lehrplan bildet
die Landesverordnung über die höhere Berufsfachschule vom 16. Januar
2009 (Amtsblatt Nr. 2/2009, S. 54 ff.) in
ihrer letzten Fassung.
Aufnahmevoraussetzung in die höhere Berufsfachschule Fachrichtung
Energiesystemtechnik/-marketing,
Schwerpunkt Solartechnik, ist gem.
§ 4 der höheren Berufsfachschulverordnung der qualifizierte Sekundarabschluss I oder ein als gleichwertig
anerkannter Abschluss.
Der erfolgreiche Besuch der höheren Berufsfachschule führt zur Berechtigung, die Berufsbezeichnung
„staatlich geprüfte(r) Assistent(in) für
Energiesystemtechnik und -marketing,
Schwerpunkt Solartechnik“, zu führen.
Die Schülerinnen und Schüler der
höheren Berufsfachschule können am
Ende des zweiten Schuljahres auf Antrag an der Fachhochschulreifeprüfung teilnehmen.
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1
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
1 Vorgaben für die Lehrplanarbeit
1.2 Zeitliche Rahmenbedingungen
Stundentafel
Empfohlene Verteilung
Unterrichtsfächer
Gesamtstunden
1. Schuljahr (VZ)
2. Schuljahr (VZ)
1360
520
840
Ökologie (K)
120
80
40
Deutsch/Kommunikation (K)
160
80
80
Erste Fremdsprache (G)
240
120
120
Mathematik (K)
240
120
120
Sozialkunde (G)
80
80
Religion oder Ethik (G)
160
80
Gesundheitserziehung/Sport (G)
120
120
80
80
160
80
80
Physik (G)
(80)
(80)
Zweite Fremdsprache (G)
(80)
(80)
Kommunikation/Präsentation (G)
(80)
(80)
Kommunikation in Netzen (G)
(80)
(80)
Berufsbezogenes Fach (G)
(80)
(80)
2720
1360
1360
160
160
A. Pflichtfächer
Berufsbezogener Unterricht (K)**1)
Projektmanagement (G)
B. Wahlpflichtfächer 2)
Pflichtstunden
Ergänzender Unterricht
80
(G)=Grundfach, (K)=Kernfach
*/**/***/ Fpr = Klassenteilung gem. Nr. 7 u. 8 der VV über die Klassen- und Kursbildung an berufsbildenden Schulen vom
29. Juli 2005 in der jeweils geltenden Fassung.
1) Innerhalb der Berufsgruppe Technik und Naturwissenschaften werden in der Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing, Schwerpunkt Solartechnik entsprechend den geltenden KMK-Rahmenlehrplänen die Ausbildungsberufe
- Anlagenmechaniker/Anlagenmechanikerin Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik
- Elektroniker/Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik berücksichtigt.
2) In der Fachrichtung Energiesystemtechnik und-marketing, Schwerpunkt Solartechnik ist das Wahlpflichtfach Physik verpflichtend
Der Lehrplan enthält die in der Stundentafel hervorgehobenen Unterrichtsfächer. Für die übrigen Unterrichtsfächer gelten eigene Lehrpläne.
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2
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
1 Vorgaben für die Lehrplanarbeit
1.3 Curriculare Rahmenbedin- die Entwicklung der gesamten Schule
deutlich gestärkt. Aufgabe von Lehrergungen
Die für die einzelnen Unterrichtsfächer der höheren Berufsfachschule
verbindlich ausgewiesenen Kompetenzen und Inhalte sind im Lehrplan
Lernbereichen zugeordnet. Auf das
Ausweisen umfangreicher Lerninhalte
wird bewusst verzichtet. Eine verstärkte Ausweitung handlungs- und problemorientierter Lehr-Lernkonzepte
wurde hierdurch häufig verhindert.
Die angestrebte berufliche Handlungskompetenz ist nicht durch ein
lineares Abarbeiten des Lehrstoffes
zu erreichen, sondern es gilt, die fachlich relevanten Probleme und Inhaltsstrukturen in einen durchgängigen
situativen Kontext zu stellen und aus
diesem heraus mit den Lernenden zu
erarbeiten und zu systematisieren.
Als Planungshilfe für die notwendige Koordination der Inhalte einzelner Lernbereiche zur Unterrichtsgestaltung ist ein Jahresarbeitsplan zu
erstellen. Für den Arbeitsplan ist es
notwendig, dass sich die Lehrkräfte zu
einem Team zusammenschließen und
sich in ihrer Vorgehensweise sowie in
der Festlegung von Schwerpunkten
für die Förderung lernbereichsübergreifender Kompetenzen gemeinsam
abstimmen.
Durch die größere Selbstständigkeit
und die weitreichendere Eigenverantwortung von Bildungsgängen, z. B.
der höheren Berufsfachschule, wird
innen und Lehrern ist es, die curricularen Vorgaben des Lehrplans in Bezug
auf den Bildungsauftrag der höheren
Berufsfachschule unter Berücksichtigung schulischer bzw. regionaler Besonderheiten zu konkretisieren und
in Unterricht umzusetzen. Die damit
verbundene umfassende curriculare
Planungsarbeit sowie die Realisierung
des handlungsorientierten Lehr-Lernkonzepts erfordern die Weiterentwicklung bisheriger Unterrichtsstrategien
und die Dokumentation von Absprachen im Bildungsgangteam in einem
Jahresarbeitsplan, der die Ziele bei
der Umsetzung dieses Lehrplans in
einen kompetenzorientierten Unterricht transparent macht sowie die Verantwortlichkeiten im Bildungsgangteam bei diesem Umsetzungsprozess
aufzeigt.
Der Lehrplan soll die Voraussetzungen schaffen, die Ziele des Unterrichts auf Erkenntnisgewinnung und
Handlungsfähigkeit in komplexen sowie realitätsnahen Problemstellungen
auszurichten. In diesen Problemstellungen soll soweit wie möglich die Erfahrungswelt der Lernenden berücksichtigt werden.
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3
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
2 Leitlinien des Bildungsganges
2.1 Lernpsychologische Grundlagen
In den letzten Jahren konnte man beobachten, dass traditionelle Formen des
Lehrens und Lernens zu kurz greifen,
wenn man Lernende darauf vorbereiten will, der Komplexität beruflicher
Aufgaben gerecht zu werden. Sowohl
in Schule als auch in vielen Bereichen
der Wirtschaft war zu beobachten,
dass das im Unterricht erworbene
bzw. vermittelte Wissen nicht oder nur
mangelhaft zur Anwendung gebracht
werden kann. Der Begriff „Vermittlung“ ist in diesem Zusammenhang allerdings eher irreführend: Er impliziert
einen einfachen Transport von Wissen
aus dem Kopf der Lehrenden in den
Kopf der Lernenden – eine Vorstellung,
die mit den Kenntnissen der Lern- und
Wissenspsychologie nicht vereinbar
ist. Wissen ist kein objektiver, transportierbarer Gegenstand, sondern das
Ergebnis von individuellen Konstruktionsprozessen.
Zum anderen zeigt traditionelle Instruktion auch in motivationaler und
emotionaler Hinsicht ungünstige Effekte. Metakognitive Lernprozesse
und Lernen in informellen Gruppen
sind allein mit diesen bislang üblichen
Organisationsformen kaum kompatibel. Tatsachenwissen ist für die Lernenden oftmals nur „träges Wissen“,
das im günstigsten Fall im Gedächtnis
gespeichert wird, ohne anschluss- und
anwendungsfähig zu sein.
Seite
4
Wissen im weitesten Sinne umfasst
vielmehr verschiedene Ebenen, nämlich domänenspezifisches Wissen (deklaratives Wissen; Wissen über Sachverhalte), prozedurales Wissen (Wissen, auf dem Fertigkeiten beruhen), strategisches Wissen (Heuristiken und Problemlösestrategien), metakognitives Wissen (Wissen, das der
Kontrolle und Steuerung von Lernund Denkprozessen zugrunde liegt).
Die Unterstützung des Wissenserwerbs kann sich nicht nur an Inhalten
und Zielen orientieren, sondern muss
vor allem auch an den Prozessen des
Wissenserwerbs ansetzen. Dem Lehrplan liegt daher ein aktiver, selbstgesteuerter, konstruktiver, situativer
und sozialer Prozess des Wissenserwerbs zugrunde. Die folgenden Erläuterungen zu den Merkmalen dieses
Wissenserwerbsprozesses sind als
Thesen zu verstehen, die im Lehrplan
die Grundlage für eine Ordnung verschiedener Ansätze zur Förderung des
Wissenserwerbs bilden:
- Der Erwerb neuen Wissens ist
nur über die aktive Beteiligung der
Lernenden möglich. Besondere Charakteristika dieser für das Lernen unabdingbaren Aktivität sind Motivationen
und/oder Interesse am Prozess oder
Gegenstand des Wissenserwerbs.
- Wissenserwerb unterliegt dabei stets einer gewissen Steuerung
und Kontrolle durch den Lernenden.
Das Ausmaß dieser Selbststeuerung
und Selbstkontrolle ist je nach Lernsituation und Lernumgebung sehr
unterschiedlich; Wissenserwerb ohne
jeglichen Selbststeuerungsanteil ist
allerdings nicht denkbar.
- Wissen ist immer konstruiert: Jeder Lern- und Wissenserwerbsprozess
ist damit konstruktiv. Die verschiedenen Formen des Wissens können
nur erworben und letztlich auch genutzt werden, wenn sie in bestehende
Wissensstrukturen eingebaut und vor
dem Hintergrund individueller Erfahrungen interpretiert werden.
- Wissen weist stets kontextuelle
Bezüge auf; der Erwerb von Wissen ist
daher an einen spezifischen Kontext
gebunden und somit situativ.
- Wissen ist nicht nur das Resultat
eines individuellen Konstruktionsprozesses, sondern erfordert zugleich
auch soziale Aushandlungsprozesse.
Damit kommt dem Wissenserwerb in
kooperativen Situationen sowie den
soziokulturellen Einflüssen auf den
Lernprozess eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.
Die hier nur kurz erläuterten Merkmale des Wissenserwerbs sind nicht
unabhängig voneinander; vielmehr
überlappen sie sich zum Teil oder bedingen einander. Ihre getrennte Betrachtung ermöglicht es hingegen,
einzelne Aspekte bei der Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen.
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
2 Leitlinien des Bildungsganges
2.2 Kompetenzen
Um das Bildungsziel berufliche Handlungskompetenz zu erreichen, müssen die Lernenden über Kompetenzen
in Form von Wissen und Können sowie
der Fähigkeit zur Kontrolle und Steuerung der zugrunde liegenden Lernund Denkprozesse verfügen. Diese
versetzen sie in die Lage, neue, unerwartete und zunehmend komplexer werdende berufliche Situationen
erfolgreich zu bewältigen. In diesem
Zusammenhang wird Handlungskompetenz nicht als Summe von Fach-, Methoden-, Sozial- und Lernkompetenz
ausgewiesen. Die Kompetenzen lassen
sich in individuellen und in gruppenbezogenen Lernprozessen entwickeln.
Unterricht hat das Problem zu lösen,
wie vorhandene Kompetenzen effizient gefördert und neue Kompetenzen
angestrebt werden. Unter Kompetenzen werden in diesem Lehrplan die
bei Lernenden vorhandenen oder erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und
Fertigkeiten verstanden, die erforderlich sind, um bestimmte Probleme
zu lösen und die damit verbundenen
motivationalen, volitionalen1 und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten,
die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.
Als Begründung der Auswahl dieser
Definition von Kompetenz sind vor
allem vier Merkmale entscheidend:
1. Kompetenzen sind funktional
definiert, d. h., Indikator einer Kompetenz ist die erfolgreiche Bewältigung
bestimmter Anforderungen.
2. Der Begriff der Kompetenz ist für
kognitive Fähigkeiten, Fertigkeiten,
Handlungen usw. belegt. Motivationale Orientierungen sind davon getrennt zu erfassen.
3. Kompetenzen sind prinzipiell
bereichsspezifisch begrenzt, d. h. stets
kontext- und situationsbezogen zu
bewerten.
4. Kompetenzen sind als Dispositionen verstanden und damit als begrenzt verallgemeinerbar. Das heißt,
die erfasste Kompetenz geht über die
Erfassung einer einzelnen konkreten
Leistung hinaus.
Kompetenzen werden in diesem
Sinne immer als Verbindung von Inhalten einerseits und Operationen
oder „Tätigkeiten“ an bzw. mit diesen
Inhalten andererseits verstanden.
1 Vom Willen her bestimmt.
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5
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
2 Leitlinien des Bildungsganges
2.3 Überlegungen zur Unterrichts- Lehrplan geht deshalb davon aus, dass Lernen heranzuführen. Insbesondere
Lernen sowohl sachsystematisch als profitieren hiervon Schülerinnen und
gestaltung
Ein auf Orientierungs-, Erkenntnisund Handlungsfähigkeit zielender Unterricht ist nicht mehr allein mit LehrLernsituationen vereinbar, in denen
möglichst effektiv umfassendes Detailwissen fachsystematisch, zeitökonomisch und unabhängig von beruflichen Handlungsabläufen vermittelt
wird. In der Vergangenheit wurde zu
sehr Wert auf additiv angelegtes Faktenwissen, die so genannten Grundlagen, gelegt. Unterstützt wurde diese
Vorgehensweise durch die überholte
Vorstellung, der Unterricht müsste
immer von einfachen zu komplexen
Inhalten strukturiert und im Interesse
der Lernenden auf eindeutige richtige
oder falsche Lösungen angelegt sein.
Wissen wurde bisher in aller Regel
mit einer gewissen sachlogischen Systematik vermittelt und erworben.
Lange Zeit galt es als unumstritten,
dass die auf diese Weise aufgebauten
schulischen Kenntnisse auch im alltäglichen oder beruflichen Leben
genutzt werden können. Inzwischen
gibt es daran gravierende Zweifel.
Systematisch erworbenes Wissen ist
anders strukturiert, anders organisiert
und anders abrufbar als es die meisten
praktischen Anwendungssituationen
erfordern. Prinzipiell verfügbares Wissen bleibt deshalb oft ungenutzt, obwohl man es eigentlich zur Lösung
bestimmter Probleme braucht. Dieser
Seite
6
auch situiert erfolgen muss. Daher bedarf es im Unterricht von Anfang an einer Nutzung des erworbenen Wissens
in lebensnahen, fachübergreifenden,
beruflichen und sozialen sowie problemorientierten Zusammenhängen.
Ausgangspunkt bei der Ausarbeitung
entsprechender Lernsituationen sind
die angestrebten Kompetenzen. Erst
danach stellt sich die Frage nach den
Inhalten. Das heißt, die Inhalte folgen
den Kompetenzen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Die fachsystematischen Unterrichtsanteile bleiben
auch in Zukunft relevant, jedoch in einem reduzierten und auf die jeweilige
Zielsetzung ausgerichteten Umfang.
Sie dienen den Lernenden als notwendiges Orientierungs- und Erschließungswissen zur erfolgreichen Bearbeitung beruflicher Anforderungen.
Verwirklichen lassen sich diese Ansätze in einem problemorientierten
Unterricht. In ihm werden möglichst
authentische Ereignisse oder Situationen in den Mittelpunkt gestellt, die
die persönliche Lebens- und Erfahrungswelt von Lernenden berücksichtigen. Bei der Ausarbeitung entsprechender Lernsituationen ist besonders
darauf zu achten, dass sie an die Situation der Lerngruppe angepasst sind
und die Lernenden weder über- noch
unterfordern, um sie zunehmend an
Selbsttätigkeit und selbstgesteuertes
Schüler mit erhöhtem Förderbedarf.
Vor diesem Hintergrund sollte sich
ein kompetenzorientierter Unterricht
an nachfolgenden Kriterien orientieren:
- Möglichst reale Probleme und
authentische Lernsituationen mit
einer der jeweiligen Klasse entsprechenden Komplexität
- Ermöglichen von selbstgesteuertem Lernen unter zunehmend aktiver
Beteiligung der Lernenden
- Kooperatives Lernen mit arbeitsteiliger Anforderungsstruktur und individueller Verantwortlichkeit
- Einplanen von Lernhilfe (Instruktion), Unterstützung und Hilfestellung,
um Demotivation durch Überforderung zu vermeiden.
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
3 Konzeption der Unterrichtsfächer
3.1 Projektmanagement
Fachdidaktische Konzeption
Eine stetig steigende Anzahl von Organisationen und Unternehmen aller
Branchen geht dazu über, komplexe
Aufgaben und Probleme mit Hilfe von
Projekten zu bearbeiten. Das Arbeiten
in Projekten ist in vielen Berufen typisch und man ist bestrebt, bestmögliche Ergebnisse zu erreichen. In der
unternehmerischen Praxis hat sich
eine Zusammenstellung von Managementinstrumenten herauskristallisiert,
um den gewünschten Erfolg der Projekte nicht dem Zufall zu überlassen.
Dieser Katalog der Instrumente wird
unter dem Begriff „Projektmanagement“ zusammengefasst. In der heutigen globalen Informationsgesellschaft benötigen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter entsprechende umfassende Kompetenzen zur erfolgreichen Projektarbeit, um sich am Arbeitsmarkt zu behaupten.
Zu Beginn des Faches „Projektmanagement“ erarbeiten die Schülerinnen und Schüler im Lernbereich
1 „Projekte definieren und planen“
die wesentlichen Instrumente des
Projektmanagements anhand von
überschaubaren Projekten. Das bewusste Einüben von Methoden und
Techniken darf nicht durch das sequentielle Abarbeiten der Theorie am
Anfang erfolgen, was auch deutlich in
den Kompetenzbeschreibungen zum
Ausdruck kommt.
Im Mittelpunkt des Projektmanagements steht das Durchführen von fächerübergreifenden, möglichst realen
Projekten. Eine deutliche Verzahnung
mit den anderen Unterrichtsfächern
soll spätestens im zweiten Lernbereich „Projekte durchführen“ erfolgen.
Das Auffinden und Einbeziehen von
externen Auftraggebern ist an dieser
Stelle zur Vermittlung der dargestellten Kompetenzen in einem hohen
Maße förderlich.
Die Lehrerinnen und Lehrer übernehmen die Rolle des Prozessbegleiters
und unterstützen auf Anfrage die Schülerinnen und Schüler bei der Durchführung ihrer eigenverantwortlichen
und selbst organisierten Projekte. Ferner stehen sie allen Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmern bei der
Vermittlung von fehlenden Medienund Methodenkompetenzen hilfreich
zur Seite. Unabdingbar bei der Durchführung von Projekten ist die Dokumentation. Das permanente Anfertigen von
Protokollen und anderen projektspezifischen Dokumenten der durchgeführten Projekte ist unerlässlich. Neben der
stetigen Dokumentation bedarf es des
Präsentierens von Zwischenergebnissen sowie einer Abschlusspräsentation
der Projektergebnisse, die nach Möglichkeit einem über die Klasse hinausgehenden Teilnehmerkreis zugänglich gemacht wird. Sämtliche Arbeitsergebnisse werden zu einer Gesamtdokumentation zusammengefasst.
Der Lernbereich 3 „Projekte kontrollieren und steuern“ ist systematisch
in die Durchführung der Projekte zu
integrieren. Projektmanagement kann
nur in einem „learning by doing“ vermittelt werden. Eine fortwährende
und tiefergreifende Vermittlung der
aufgeführten Kompetenzen kann nur
durch die aktive Auseinandersetzung
in Projekten erreicht werden.
Seite
7
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Lernbereichsübersicht
Übersicht über die Lernbereiche im Unterrichtsfach Projektmanagement
Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden
Nr.
Seite
Lernbereiche
1. Jahr
1
Projekte definieren und planen
40
2
Projekte durchführen
30
3
Projekte kontrollieren und steuern
10
Summe
80
8
2. Jahr
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
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Unterrichtsfach Projektmanagement
Lernbereich 1:
Projekte definieren und planen
Zeitrichtwert:
40 Stunden
Kompetenzen
Sich selbstständig in Projektteams organisieren. Sich für eine mögliche projektspezifische Organisation begründet entscheiden und diese in Form eines Organigramms darstellen. Alle direkt und indirekt am Projekt beteiligten Personen und Fachbereiche analysieren und deren Beziehungen zum
Projekt (Projektumfeld) schriftlich fixieren. Projekte fachgerecht definieren sowie Ziele, Aufgaben
und gewünschte Ergebnisse im Projektauftrag festhalten.
Das Projekt in Teilprojekte, Teilaufgaben und Arbeitspakete gliedern und daraus einen Projektstrukturplan erstellen; unter Berücksichtigung zu definierender Meilensteine die ermittelten Teilaufgaben und Arbeitspakete in einen geeigneten Ablauf- und Terminplan überführen und dabei
unterschiedliche Varianten (Gliederungsplan, Balkendiagramm und Netzplan) abwägen und projektspezifisch anwenden.
Projektfortschritte durch geeignete Materialien dokumentieren.
Inhaltliche Orientierung
Projektdefinition nach DIN
Projektphasen
Magisches Dreieck
Seite
9
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Projektmanagement
Lernbereich 2:
Projekte durchführen
Zeitrichtwert:
30 Stunden
Kompetenzen
Auf Grundlage des Projektauftrages mögliche Projektrisiken ermitteln, analysieren und bewerten,
um geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung zu entwickeln und ggf. zu ergreifen.
Während der Durchführung die entwickelten Dokumente (Projektstrukturplan, Terminplan, Budgetplan) fachgerecht zur Projektsteuerung einsetzen; zur Umsetzung der geplanten Arbeitspakete
an Diskussionen und Arbeitssitzungen teilnehmen und dabei aktiv zuhören, in freier Rede präsentieren, Meetings leiten sowie Ergebnisprotokolle erstellen.
Auftretende Konflikte während der Projektdurchführung erkennen und dem Projekterfolg dienliche Lösungswege erarbeiten.
Zum Abschluss des Projekts eine dem Projekt angemessene Präsentation planen, selbstständig vorbereiten und durchführen; eine abschließende Projektdokumentation mit Hinweisen auf den Grad
der Zielerreichung, auf Probleme und Erfolgsfaktoren bei der Projektplanung und -umsetzung erstellen sowie Empfehlungen für die Umsetzung zukünftiger Projekte geben.
Inhaltliche Orientierung
Im Lernbereich 2 wird auf die Ausweisung von Inhalten bewusst verzichtet.
Lernbereich 3:
Projekte kontrollieren und steuern
Zeitrichtwert:
10 Stunden
Kompetenzen
Kontinuierlich Soll-Ist-Vergleiche für die Termin-, Ablauf- und Ressourcenplanung durchführen, Abweichungsanalysen erstellen und, sofern notwendig, Gegensteuerungsmaßnahmen entwickeln.
Mit allen Projektbeteiligten Kommunikation und Arbeitsweisen im Rahmen des Projekts reflektieren und bewerten.
Inhaltliche Orientierung
Instrumente des Projektcontrolling (z. B. Meilenstein-Trend-Analyse)
Fehleranalyse (z. B. Planungsfehler, Ausführungsfehler, Änderungen der Rahmenbedingungen)
Seite 10
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
3 Konzeption der Unterrichtsfächer
3.2 Berufsbezogener Unterricht
Fachdidaktische Konzeption
Die Assistentin/der Assistent ist in Handwerksbetrieben unterschiedlicher Arten
und Größen tätig. Diese stellen nicht nur
kundenorientiert Werke her, sondern erbringen auch zusätzlich Dienst- und Serviceleistungen. So muss die Assistentin/
der Assistent nicht nur über umfangreiche technische Fähigkeiten, Kompetenzen und Fertigkeiten verfügen, sondern auch über kaufmännische Kompetenzen, insbesondere in den Bereichen der Kundenberatung, -gewinnung,
-betreuung und Projektabwicklung.
Die kaufmännischen und technischen
Lernbereiche orientieren sich in Auswahl und Inhalt an diesen Zielen und
den späteren Aufgabengebieten der
Assistentin/des Assistenten.
Damit wird Marketing als wesentlicher Lernbereich unerlässlich und bildet im Kontext des Bildungsganges den
kaufmännischen Kernprozess. Die unterstützenden Prozesse dazu bilden die
Lernbereiche 1 und 9 ab.
Die Auftragsabwicklung als ein Kernprozess eines Handwerksbetriebes erfordert die Verknüpfung technischer
und kaufmännischer Kompetenzen.
Bei der Entwicklung der kaufmännischen Kompetenzen stehen Kundenorientierung und selbstständige Abwicklung eines Projektes von der
Auftragsgewinnung, -abwicklung bis
zur Kundenbetreuung im Vordergrund.
Hinsichtlich der technischen Kom-
petenzen orientieren sich die Lernbereiche in Auswahl und Inhalt an solartechnischen Anlagen zur Bereitstellung
von Wärme und elektrischer Energie.
Darüber hinaus plant und installiert
die Assistentin/der Assistent moderne
Haustechnik.
Über die rein betriebswirtschaftliche
Sichtweise werden die Verflechtungen
auf den Energiemärkten sowie die Verhältnisse auf den Beschaffungs- und
Absatzmärkten in den Lernbereichen
berücksichtigt.
Zur Förderung der angestrebten Kompetenzen eignet sich in den Lernbereichen ein projektorientierter Ansatz.
Dieser Lehrplan umfasst ausschließlich berufsbezogenen Unterricht. Fachpraxis kann in diesem Ausbildungsgang
nicht unterrichtet werden. Im Hinblick
auf die notwendige Fachpraxis und die
berufliche Realität muss auf die Zeit der
Betriebspraktika und die fachpraktische
Nachweisphase verwiesen werden.
Berufliche Handlungskompetenz wird
durch handlungsorientierten Unterricht
erworben. Der Planung von Lernsituationen liegt das Prinzip ganzheitlichen
Lernens zu Grunde. Als methodisches
Konzept empfiehlt die Lehrplankommission die vollständige Handlung:
Analysieren, Planen, Durchführen, Kontrollieren, Dokumentieren und Bewerten. Dieser Ansatz ermöglicht es, die theoretischen Inhalte soweit als möglich
in einen konkreten praktischen Zusammenhang zu stellen. Ein an den Schüler-
interessen orientiertes Handlungsfeld
implementiert technische, sicherheitstechnische, ökonomische, rechtliche,
ökologische und soziale Aspekte. Die
Vermittlung englischsprachiger Elemente und das selbstständige Erarbeiten von Wissen aus verschiedenen
Medien ist integrativer Bestandteil der
Unterrichtssituationen.
Im Rahmen des Konzeptes der höheren Berufsfachschule, auf der Grundlage der „Gemeinsamen Vereinbarung
zur Umsetzung des BBiG“ orientiert sich
der Unterricht in dieser Berufsgruppe
an den Ausbildungsberufen Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heizung- und
Klimatechnik und Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik. Im zweiten
Schuljahr wählen die Schülerinnen und
Schüler nach dem Angebot der Schule
einen der oben genannten beruflichen
Schwerpunkte aus und erhalten berufsspezifischen Unterricht im Umfang von
160 Stunden.
Schülerinnen und Schüler, die einen
fachpraktischen Nachweis erbringen
und beabsichtigen, sich zur externen
Kammerprüfung anzumelden, erhalten
die Möglichkeit, an einem zusatzqualifizierenden Unterricht im Umfang von
160 Stunden teilzunehmen, um sich auf
diese Prüfung vorzubereiten.
Der Inhalt der Lernbereiche ist
nicht Bestandteil dieses Lehrplanes,
dabei soll hier ausdrücklich auf die
geltenden KMK-Rahmenlehrpläne hingewiesen werden.
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Lernbereichsübersicht
Übersicht über die Lernbereiche für die höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und
-marketing, Schwerpunkt Solartechnik, im Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden
Nr.
Lernbereiche
1. Jahr
2. Jahr
1
Wertströme und Werte eines Handerksbetriebes
erfassen, dokumentieren und Angebote erstellen
80
2
Bautechnische Konstruktionen analysieren
80
3
Solarthermische Systeme warten und instand halten
80
4
Solarthermische Systeme installieren und in Betrieb nehmen
80
5
Elektrische Installationen planen und ausführen
120
6
Informations- und kommunikationstechnische Systeme
aufbauen und in Betrieb nehmen
80
7
Verkaufsgespräche kundenorientiert führen
40
8
Absatzprozesse planen, durchführen und kontrollieren
200
9
Investitionsrechnungen durchführen und Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen
80
10
Baulichen Wärmeschutz analysieren und planen
80
11
Solarthermische Systeme zur Trinkwassererwärmung planen
60
12
Elektrische Energieversorgungssysteme planen und errichten
140
Beruflicher Schwerpunkt Wärmetechnik
13
Solarthermische Systeme zweckorientiert entwerfen,
berechnen, installieren und bewerten
80
14
Raumheizeinrichtungen und heizungstechnische Rohrnetze
auslegen, installieren und abgleichen
80
Beruflicher Schwerpunkt Energie- und Gebäudetechnik
15
Anlagen der Gebäudesystemtechnik planen und realisieren
80
16
Steuerungen in Wohn-/Zweckbauten und Anlagen programmieren und realisieren
80
17
Abschlußprojekt
80
Wahlpflichtfach
Wärmeerzeuger installieren
Summe
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80
520
840
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 1:
1. Schuljahr
Wertströme und Werte eines Handwerksbetriebes
erfassen, dokumentieren und Angebote erstellen
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Auf Basis einer Inventur ein Inventar und eine Bilanz erstellen.
Bestands- und Erfolgskonten auf Grundlage der Rechtsvorschriften führen und abschließen.
Den Werteverzehr von Anlagegütern ermitteln und buchen.
Kosten und Leistungen des Handwerksbetriebes erfassen.
Angebote von Lieferern vergleichen und Bezugspreise ermitteln.
Unter Berücksichtigung der betrieblichen Situation Kostenvoranschläge bzw. Angebotspreise
unter Verwendung eines Kalkulationsprogramms erstellen und präsentieren.
Alternative Lösungsvorschläge unterbreiten und die kostenrechnerischen Auswirkungen analysieren.
Den tatsächlichen Erfolg des Betriebes auf Basis der erzielten Preise ermitteln.
Inhaltliche Orientierung
Im Lernbereich 1 wird auf die Ausweisung von Inhalten bewusst verzichtet.
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 2:
1. Schuljahr
Bautechnische Konstruktionen analysieren
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Eine Gebäude als Systemgrenze und Systemträger hinsichtlich der Tauglichkeit für die Installation
gebäudetechnischer Systeme analysieren.
Gründung und Ausbau von Wohngebäuden darstellen, hierzu Baupläne und Zeichnungen interpretieren.
Inhaltliche Orientierung
Bauformen, Dachformen
Werk-/Baustoffe
Wandaufbau
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 3:
1. Schuljahr
Solarthermische Systeme warten und instand
halten
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Wartung und Inspektion von solartechnischen Systemen insbesondere von Anlagenteilen und
Betriebsmitteln vorbereiten und durchführen.
Einflüsse auf die Betriebsbereitschaft und Betriebssicherheit von technischen Systemen und Anlagenteilen ermitteln und aufzeigen.
Die Bedeutung von Wartungsarbeiten und Instandhaltungsarbeiten an solarthermischen Anlagen
unter den Gesichtspunkten Sicherheit, Verfügbarkeit, technische Effektivität, Ökologie und Wirtschaftlichkeit bewerten und aufzeigen.
Anordnungspläne, Schemazeichnungen, Wartungspläne und Anleitungen lesen und gegebenenfalls aus der englischen in die deutsche Sprache übersetzen.
Wartungsarbeiten planen und die erforderlichen Werkzeuge, Hilfsmittel und Hilfsstoffe auswählen.
Grundlagen der Elektro- und Steuerungstechnik anwenden und einfache Schaltpläne verschiedenster Anlagenteile und Geräte lesen.
Bestimmungen des Arbeits- und Umweltschutzes beachten und besonders die Sicherheitsvorschriften für elektrische Betriebsmittel berücksichtigen.
Technische Größen messen, protokollieren, bewerten und diskutieren.
Inhaltliche Orientierung
Technische Effektivität, Anlagenwirkungsgrad
Schadensanalyse
Normen und Verordnungen
Sicherheitsvorschriften
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 4:
1. Schuljahr
Solarthermische Systeme installieren und in
Betrieb nehmen
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Durch den Einsatz elektronischer Medien Informationen über solarthermische Systeme und
Anlagenteile beschaffen und aufbereiten.
Die Installation von solarthermischen Systemen vorbereiten und dabei die einschlägigen Vorschriften beachten.
Bauzeichnungen, Installationspläne und Leistungsverzeichnisse auswerten.
Sich über einzusetzende Werkstoffe, Rohr- und Montagesysteme informieren und Lösungsvorschläge für die Installation skizzieren.
Materialien und Bauteile unter werkstoff- und fertigungstechnischen sowie wirtschaftlichen und
ökologischen Gesichtspunkten auswählen.
Bei der Planung Maßnahmen zum Erhalt der Trinkwassergüte berücksichtigen.
Grundlegende Gesetzmäßigkeiten der Hydraulik von Solaranlagen und des baulichen Schallschutzes bei der fachgerechten Ausführung der Anlagenplanung und -installation beachten.
Funktionsfähigkeit der solarthermischen Anlage nach Vorgabe überprüfen und in Betrieb nehmen.
Arbeitsabläufe bestimmen und Installationspläne sowie schematische Darstellungen und Materialauszüge anfertigen.
Dem Kunden die technischen Unterlagen sowie Bedienungsanleitungen für die Anlage übergeben
und ihn in die Handhabung der Anlage einführen.
Inhaltliche Orientierung
Bauteile solarthermischer Systeme
Inbetriebnahme und Übergabe Solaranlage
Unfallverhütungsvorschriften bei Dacharbeiten
Unfallverhütungsvorschriften bei Arbeiten an Elektroinstallationen
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 5:
1. Schuljahr
Elektrische Installationen planen und ausführen
Zeitrichtwert:
120 Stunden
Kompetenzen
Sicherheitsregeln unter Berücksichtigung der Unfallverhütungsvorschriften beim Arbeiten in und
an elektrischen Anlagen einhalten.
Aufträge zur Installation der Energieversorgung von Anlagen und Geräten analysieren.
Installationen unter Berücksichtigung typischer Netzsysteme und der erforderlichen Schutzmaßnahmen planen, ausführen und funktionsgerecht übergeben.
Schalt- und Installationspläne erstellen.
Komponenten bemessen und unter funktionalen, ökonomischen und ökologischen Aspekten auswählen.
Kosten für die Errichtung von Anlagen ermitteln.
Aufträge zur Installation von Photovoltaikanlagen analysieren.
Installationen unter Berücksichtigung der erforderlichen Schutzmaßnahmen planen, ausführen
und funktionsgerecht übergeben.
Schalt- und Installationspläne erstellen.
Betriebswerte protokollieren und dokumentieren.
Anlagen an Kunden übergeben, Funktion demonstrieren und in die Nutzung einweisen.
Arbeitszettel führen.
Material- und Arbeitskosten ermitteln. Arbeitsabläufe bewerten und optimieren.
Inhaltliche Orientierung
Materialdisposition, Arbeitsablauf- und Zeitplanung
Energiebedarf einer Anlage oder eines Gerätes
Installationstechnik, Schaltplanarten, Fehlersuche
Betriebsmittelkenndaten, Leitungsdimensionierung
Beleuchtungstechnik
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 6:
1. Schuljahr
Informations- und kommunikationstechnische
Systeme aufbauen und in Betrieb nehmen
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Informationstechnisches System nach Kundenauftrag planen, erstellen und den Kunden in die Bedienung einweisen.
Systeme analysieren, die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit von Aufträgen prüfen und
Lösungen erarbeiten.
Hard- und Softwarekomponenten unter Berücksichtigung von Funktion, Leistung, Einsatzgebiet, Kompatibilität, Ökonomie und Umweltverträglichkeit auswählen.
Aufgabenbezogene Standard- und anwendungsspezifische Software installieren.
Informationstechnische Systeme in bestehende Netzwerke integrieren und konfigurieren.
Gesetzliche Bestimmungen zur Datensicherheit, zum Datenschutz und zum Urheber- und Medienrecht berücksichtigen.
Arbeitsabläufe und Arbeitsergebnisse dokumentieren und präsentieren.
Komponenten von Kommunikations- und Bussystemen für Wohn- und Zweckbauten unter den Aspekten Leistungsfähigkeit, Komfort und Zukunftsorientiertheit dem Kunden anbieten.
Anforderungen an Kommunikationssysteme im Kundengespräch ermitteln, diese mit den betrieblichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen abgleichen.
Kommunikationssysteme projektieren, installieren, parametrieren und programmieren.
Anlagen auf ihre Funktionen prüfen, eine systematische Fehlersuche durchführen und Fehler beheben.
Dokumentationen auf der Grundlage von Messprotokollen und technischen Prüfungen erstellen.
Kunden die Bedienung der Systeme erläutern und auf Serviceleistungen hinweisen.
Inhaltliche Orientierung
Pflichtenheft
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
Hausrufanlagen
Telekommunikationsendgeräte und -anlagen
Empfangs- und Verteilanlagen
Gefahrenmeldeanlagen
Überwachungsanlagen
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 7:
2. Schuljahr
Verkaufsgespräche kundenorientiert führen
Zeitrichtwert:
40 Stunden
Kompetenzen
Fachkenntnisse im Verkaufs- und Beratungsgespräch nutzen und Verkaufsargumente entwickeln.
Unter Anwendung von Waren-, Kommunikations-, Präsentations- und Verkaufskenntnissen Beratungs- und Verkaufsgespräche führen.
Alternativvorschläge zur Entscheidung dem Kunden unterbreiten, auf Kundeneinwände angemessen eingehen und unter Hinweis auf die Serviceleistungen des Betriebes den Vertragsabschluss erreichen.
Sichere Gesprächsführung auch in Konfliktsituationen zeigen und Verhandlungs- und Beratungsergebnisse mit geeigneten Methoden präsentieren.
Inhaltliche Orientierung
Alternativvorschläge, Zusatzangebote
Kundenbetreuung
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 8:
2. Schuljahr
Absatzprozesse planen, durchführen und
kontrollieren
Zeitrichtwert:
200 Stunden
Kompetenzen
Das Leistungsangebot des Handwerksbetriebes bestimmen.
Den Energiemarkt sowie das eigene Tätigkeitsumfeld erforschen und analysieren.
Zur Kundengewinnung und -pflege Marketinginstrumente einsetzen.
Werbematerial erstellen.
Angebote für öffentliche und private Kunden unter Berücksichtigung der Marktverhältnisse, der
betrieblichen Situation und gesetzlicher Vorgaben erstellen.
Informationen sammeln, auswerten und Inhalte weitergeben.
Für den Handwerksbetrieb ein Marketingkonzept erstellen.
Relevante Verträge für Handwerksbetriebe vorbereiten und abschließen.
Angemessen und situationsgerecht auf mögliche Vertragsstörungen reagieren.
Inhaltliche Orientierung
Kauf-, Werk-, Werklieferungs-, Miet-, Leasingvertrag
Wartungs- und Serviceverträge
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 9:
2. Schuljahr
Investitionsrechnungen durchführen und
Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Investitionsrechnungen für den Kunden durchführen und Alternativen beurteilen.
Hilfestellung bei Investitionsentscheidungen unter Abwägung von Kosten, Nutzen und Risiken geben.
Geeignete Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen und berechnen.
Unter Berücksichtigung staatlicher Förderprogramme und sonstiger finanzieller Hilfen ein kundenorientiertes Finanzierungskonzept erarbeiten.
Inhaltliche Orientierung
Im Lernbereich 9 wird auf die Ausweisung von Inhalten bewusst verzichtet.
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 10:
2. Schuljahr
Baulichen Wärmeschutz analysieren und planen
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Nachweis und Planung des baulichen Wärmeschutzes nach den geltenden gesetzlichen und technischen Regeln durchführen und dokumentieren.
Energiebedarf eines Gebäudes nach den geltenden gesetzlichen Regeln ermitteln.
Auf Basis der Energiebilanz dem Kunden Vorschläge für energetische Sanierungsmaßnahmen unterbreiten.
Nach Kundenwunsch die Ausstellung eines Energieausweises vorbereiten.
Inhaltliche Orientierung
Bauphysik
Nachweis des Wärmeschutzes: DIN 4108, EnEV
Berechnungs- und Beratungs-Software für baulichen Wärmeschutz und Energieberatung
Geltende Gesetze, Verordnungen und Regeln der Technik
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 11:
2. Schuljahr
Solarthermische Systeme zu Trinkwassererwärmung planen
Zeitrichtwert:
60 Stunden
Kompetenzen
Unter Zuhilfenahme von gebäude- und kundenspezifischen Nutzungsdaten, herstellerbezogenen
Anlagedaten, Tabellen und Diagrammen, normgerechten Berechnungsverfahren sowie der Nutzung branchenüblicher Simulationssoftware solarthermische Anlagen zur Warmwasserbereitung
planen.
Kundenwünsche und -vorstellungen im Kundengespräch herausfinden und Kunden über unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten beraten.
Kunden über Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen für Planung und Anschaffung
solarthermischer Anlagen informieren.
Komponenten solarthermischer Anlagen nach Berücksichtigung baulicher Gegebenheiten, Nutzerverhalten, technischer Effektivität und ökonomischer Aspekte auswählen.
Solarthermische Anlagen dimensionieren, Deckungsgrad, Nutzungsgrad sowie zu erwartenden Wärmeertrag berechnen.
Solarthermische Systeme mit branchenüblicher Software auslegen und Systemverhalten simulieren.
Stückliste für Solaranlagen erstellen und Preise für Beschaffung und Installation der Anlage ermitteln.
Kosten verschiedener Anlagenangebote miteinander vergleichen und bewerten.
Kostenvoranschlag für solarthermische Anlage zur Trinkwassererwärmung erstellen.
Inhaltliche Orientierung
Aufbau und Funktionsprinzip einer thermischen Solaranlage
Berechnungsverfahren
Tabellen
Diagramme
Nomogramme
Software zur Berechnung, Auslegung und Simulation von Solaranlagen
Normen und technische Regeln (DIN EN, VDI)
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 12:
2. Schuljahr
Elektrische Energieversorgungssysteme planen
und errichten
Zeitrichtwert:
140 Stunden
Kompetenzen
Bestimmungen und Sicherheitsregeln beim Arbeiten an elektrischen Anlagen und Geräten sowie
die Vorschriften des Arbeits- und Umweltschutzes beachten.
Gerätekomponenten auf der Anlagen-, Geräte-, Baugruppen- und Bauelementeebene analysieren
und Funktion prüfen.
Auswechseln und fachgerechte Entsorgung von defekten Geräten, Baugruppen und Bauelementen.
Möglichkeiten der Bereitstellung von elektrischer Energie unter den Aspekten der Versorgungsund Zukunftssicherheit prüfen.
Dabei die Potentiale regenerativer Energiequellen berücksichtigen.
Kunden eine regenerative Energieerzeugungsanlage in einem Beratungsgespräch anbieten.
Daten beim Kunden als Grundlage zur Planung und Kalkulation aufnehmen.
Solarstromanlagen planen und kalkulieren. Solarstromanlagen beim Versorgungsnetzbetreiber anmelden, montieren und in Betrieb nehmen.
Anlagendokumentationen erstellen; dem Kunden die Anlage übergeben und einweisen.
Solarstromanlagen betreiben, warten und instandsetzen.
Arbeitsaufträge im Team ausführen, dabei die Methoden des Projektmanagements anwenden.
Inhaltliche Orientierung
Arbeitsorganisation, Betriebliche Kommunikation
Produkte, Dienstleistungen
Gefahren des elektrischen Stromes, Sicherheitsregeln, Arbeitsschutz
Elektrorecycling, Umweltschutz
Messen und Prüfen
Fehlersuche, Fehlerbehebung, Protokoll
Inbetriebnahme, Dokumentation
Photovoltaikanlagen im Insel- bzw. im Netzparallelbetrieb
Umwandlung und Verteilung elektrischer Energie
Äußerer Blitzschutz, Überspannungsschutz
Wartungsvertrag, Gewährleistungsansprüche
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 13:
2. Schuljahr
Solarthermische Systeme zweckorientiert entwerfen, berechnen, installieren und bewerten
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Kunden über die Möglichkeit solarunterstützter Raumheizung und deren Förderung durch den Staat
informieren.
Unterschiedliche Systemlösungen vergleichen und auswählen.
Anhand von Kundenaufträgen Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Unterstützung der
Raumheizung planen.
Heizwärme- und Warmwasserwärmebedarf in Abhängigkeit der baulichen Gegebenheiten des Gebäudes bzw. der zu unterstützenden wärmetechnischen Prozesse erfassen und bei der Dimensionierung der Anlage berücksichtigen.
Anbindung der Solaranlage an das Trinkwassererwärmungs- und -verteilungssystem bzw. das Wärmeenergie-Verteilungs-System planen.
Für Auswahl und Planung der erforderlichen Systemkomponenten Herstellerunterlagen benutzen.
Fachtechnische Unterlagen für Kunden verständlich aufbereiten und im Gespräch erklären.
Primärenergie- und CO2-Einsparung rechnerisch ermitteln und dokumentieren.
Nutzer in den Betrieb der heiztechnischen Anlage einweisen und über eventuell mögliche Störungen
aufklären.
Inhaltliche Orientierung
Einbindung in Altanlagen
Bedienungsanleitung
Verhaltensmaßnahmen bei Systemstörungen
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 14:
2. Schuljahr
Raumheizeinrichtungen und heizungstechnische
Rohrnetze auslegen, installieren und abgleichen
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Installation von Wärmeverteilungsanlagen mithilfe vorgegebener Unterlagen, Bauzeichnungen und
Kundenaufträge unter Berücksichtigung der gegebenen baulichen Beschaffenheit und der energetischen Eigenschaften des Baukörpers vorbereiten.
Den Kunden über mögliche Heizsysteme und Aufstellorte der Heizkörper unter besonderer Hervorhebung ökologischer Gesichtspunkte beraten, Alternativen dazu aufzeigen und ökonomisch und
ökologisch bewerten.
Systembestandteile für eine anwendungsgerechte Lösung bestimmen, hierzu den Wärmebedarf
bzw. die Normheizlast einzelner Räume sowie des gesamten zu beheizenden Baukörpers ermitteln
und entsprechend die Baugrößen der Heizkörper bzw. die Verlegeabstände von Flächenheizungen
EnEV-gerecht daraus ableiten, branchenübliche Software nutzen.
Installation des Rohrnetzes, der Wärmeverbraucher und Heizungspumpen unter Berücksichtigung
von Arbeitssicherheits-Bestimmungen planen, dimensionieren und installieren.
Anlagenteile sachgerecht auswählen, erforderliche Einstellungen an Anlagenteilen und Systemen
vornehmen und einen hydraulischen Abgleich durchführen.
Anlagenbetrieb unter technischen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten optimieren.
Systemschema der Anlagen zur Wärmeverteilung aufzeichnen, Gesamtfunktion der Anlage dokumentieren und kundengerecht erläutern.
Inhaltliche Orientierung
Montageanleitungen (Deutsch und Englisch)
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 15:
2. Schuljahr
Anlagen der Gebäudesystemtechnik planen und
realisieren
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Steuerungen entsprechend Pflichtenheft entwickeln.
Komponenten der Anlagen programmieren und parametrieren. Dabei Normen und Sicherheitsvorschriften berücksichtigen.
Komponenten oder Teilsysteme entsprechend veränderten Nutzungsbedingungen anpassen.
Programmabläufe und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften prüfen.
Unter Einbeziehung von Diagnosesystemen Fehler analysieren und beheben.
Die erstellte Dokumentation Kunden übergeben und in die Nutzung einweisen.
Inhaltliche Orientierung
Sensoren und Aktoren
Bussysteme
EIB
DALI-Technik
Seite 27
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 16:
2. Schuljahr
Steuerungen in Wohn-/Zweckbauten und Anlagen
programmieren und realisieren
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Steuerungen haustechnischer Anlagen nach Kundenauftrag entwickeln und realisieren.
Anlagen und Geräte analysieren, technischen Aufbau sowie die funktionalen Zusammenhänge
visualisieren auch unter Nutzung von Standard- und anwendungsspezifischer Software.
Steuerungen aufbauen und ändern, dazu deren Komponenten nach Anforderungen auswählen und
dabei Normen und Sicherheitsvorschriften berücksichtigen.
Systeme in Betrieb nehmen, die Funktionsfähigkeit prüfen, Betriebswerte messtechnisch erfassen
und notwendige Einstellungen vornehmen und dokumentieren.
Programmabläufe erstellen, die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und die Funktion der Steuerungen prüfen.
Messprotokolle erstellen.
Unter Einbeziehung von Diagnosesystemen Fehler analysieren und beheben.
Technische Dokumentationen erstellen, Anlage an den Kunden übergeben, Funktion demonstrieren
und in die Nutzung einweisen.
Inhaltliche Orientierung
Pflichtenheft
Sensoren, Aktoren, Schnittstellen
Funktionsbeschreibungen
Verbindungs- und speicherprogrammierte Signalverarbeitung
speicherprogrammierte Signalverarbeitung mit Kleinsteuerungen
Messen nichtelektrischer Größen
Normen, Vorschriften und Regeln
Regelung von Prozessen
Seite 28
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Berufsbezogener Unterricht
Lernbereich 17:
2. Schuljahr
Abschlussprojekt
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Ein berufsbezogenes Projekt unter Bezugnahme auf das Unterrichtsfach Projektmanagement
durchführen. Die Ergebnisse dokumentieren, präsentieren und beurteilen.
Inhaltliche Orientierung
Im Lernbereich 17 wird auf die Ausweisung von Inhalten bewusst verzichtet.
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Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Wahlpflichtfach
Wahlpflichtfach:
2. Schuljahr
Wärmeerzeuger installieren
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Basierend auf Kundenaufträgen das Aufstellen und die Inbetriebnahme von Heizkesseln und Geräten, deren Anbindung an die Wärmeverteilungs-, Trinkwassererwärmungs-, Abgas- und Brennstoffversorgungsanlage planen, dabei besonderen Wert auf eine kohlendioxidfreie Energieumsetzung legen.
Kunden unter Hervorhebung ökologischer Gesichtpunkte und der gesetzlichen Bestimmungen bei
der Auswahl der Heizkessel und Geräte einschließlich der Abgasführung beraten.
Die erforderlichen Systemkomponenten und sicherheitstechnischen Ausrüstungselemente für die unterschiedlichen Wärmeerzeuger auswählen und deren Montage und Prüfung planen.
Die dazu notwendigen Unterlagen der Hersteller auswerten, Herstellersoftware zu Planungs- und
Beratungszwecken nutzen, die Vorschriften zur Aufstellung von Wärmeerzeugern beachten, Zeichnungen ergänzen und einfache Montageskizzen anfertigen.
Lösungsvorschläge vergleichen und diskutieren und Entscheidungen begründen.
Brennstoffverbrauch ermitteln, Effektivität der Energieumsetzung während des Verbrennungsprozesses beurteilen, Primärenergieverbrauch und CO2-Emission berechnen und die Abgaszusammensetzung bewerten.
Verfahren zur Prüfung von Anschlüssen der Brennstoffversorgung sowie von sicherheitstechnischen
Einrichtungen nutzen.
Inhaltliche Orientierung
Heiztechnologien zur Nutzung regenerativer Energieträger
Heiztechnologien zur rationelleren Primärenergienutzung
Seite 30
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
3 Konzeption der Unterrichtsfächer
3.3 Ökologie
Fachdidaktische Konzeption
Der Klimawandel wird im Laufe des 21.
Jahrhunderts drastisch fortschreiten
und ist laut IPCC Bericht aus dem Jahr
2007 zum überwiegenden Teil auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen.
Die Themen Energieversorgung und
Umweltschutz stellen demnach zentrale Herausforderungen unserer Zeit
dar. Dabei werden zunehmend ökologische Erkenntnisse mit gesellschaftlichen oder mit moralischen Bereichen
in Beziehung gesetzt.
Die Begriffsdefinitionen von Haeckel
(E. HAECKEL, 1866, Generelle Morphologie der Organismen) bzw. Bick (H.
BICK, 1998, Grundzüge der Ökologie)
zum Ökologiebegriff zu Grunde gelegt, muss das Verständnis für ökologische Zusammenhänge an dieser
Stelle für den Unterricht in der höheren Berufsfachschule eingeschränkt
werden. Neben den überwiegend
naturwissenschaftlich
arbeitenden
Disziplinen Geoökologie und Bioökologie, in denen natürliche Teilsysteme
untersucht werden, bezieht sich der
Ökologiebegriff im Sinne dieses Lehrplanes auf das Wirken des Menschen
auf seine Umwelt und die damit verbundenen Umweltbelastungen sowie
auf deren Folgewirkung.
Die Eingriffe des Menschen in die
natürliche Umwelt haben ein globales Ausmaß erreicht. Besonders der
Klimawandel, der Verlust biologischer
Vielfalt, die Bodendegradation sowie
die Verknappung und Verschmutzung
von Süßwasser zählen zu den weltweit
voranschreitenden kritischen Veränderungen der natürlichen Umwelt.
Beschleunigt werden diese Eingriffe
in die natürliche Umwelt durch die
anhaltende Ausbreitung nicht nachhaltiger Lebensstile, die anhaltende
absolute Armut sowie das Bevölkerungswachstum. Eine Folge globaler
Umweltveränderungen ist die wachsende Verwundbarkeit vor allem der
Entwicklungsländer gegenüber Naturkatastrophen, Nahrungskrisen und
Erkrankungsrisiken.
Die Abhängigkeit der Industrie- und
Schwellenländer von konventionellen
Energiereserven führt zu weiterer Umweltzerstörung und ist daher nicht nur
zu einer Versorgungsfrage, sondern
auch zu einer Frage der Sicherheit für
das friedliche Zusammenleben geworden.
Die Herausforderung für Wissenschaft, Politik und Bildung liegt in der
neuen Qualität dieser weltweit wirksamen Eingriffe des Menschen in das
System Erde. Mit globaler Umweltund Entwicklungspolitik, die sich am
Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
orientieren, sollen diese Probleme bewältigt werden (Wissenschaftlicher
Beirat der Bundesregierung Globale
Umweltveränderungen (WBGU).)
Der Klimawandel und eine nachhaltige Energieversorgung stehen hierbei,
unter den Gesichtspunkten einer globalen, intergenerationellen und ökologischen Gerechtigkeit, im Vordergrund
des Unterrichts. Unter den Gesichtspunkten „Sehen-Urteilen-Handeln“ sollen sich die Schülerinnen und Schüler
die Themen erarbeiten.
Die technische und die wirtschaftliche Entwicklung hat zu immer größerer Spezialisierung und zu immer
größerer Komplexität von Systemen
und damit auch von deren Wechselwirkung mit der Gesellschaft geführt. Im
Vordergrund des Unterrichtsgeschehens stehen demnach die spezifisch
ökologischen Methoden des Vernetzungscharakters, insbesondere die systematische Erfassung funktionaler Zusammenhänge und Prozessabläufe in
Organigrammen.
Im Hinblick auf die Abschlussarbeit
im Berufsbezogenen Unterricht ist es
erforderlich, dass die Schülerinnen und
Schüler regelmäßig nach der Projektmethode arbeiten und ihre Ergebnisse
präsentieren. Dazu müssen zu Beginn
des Bildungsgangs die Methoden der
Präsentation und der Referatsgestaltung erarbeitet werden. Inhaltlich dienen hierzu die Themenbereiche aus
dem Fach Ökologie, da sie im besonderen Maße zum Bildungsziel dieses Lehrplans beitragen.
Seite 31
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Lernbereichsübersicht
Übersicht über die Lernbereiche für die höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik
und -marketing, Schwerpunkt Solartechnik, im Unterrichtsfach Ökologie
Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden
Nr.
Lernbereiche
1. Jahr
2. Jahr
1
Wechselwirkungen vernetzter Systeme
erfassen
40
2
Klimawandel und nachhaltige Energieversorgung bewerten
40
40
Summe
80
40
Seite 32
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
BBS
Rheinland-Pfalz
Unterrichtsfach Ökologie
Lernbereich 1:
1. Schuljahr
Wechselwirkungen vernetzter Systeme erfassen
Zeitrichtwert:
40 Stunden
Kompetenzen
Ursachenzusammenhänge beispielhafter ökologischer Systeme in ihren Abhängigkeiten und Wechselwirkungen analysieren.
Vernetzte Strategien zur Lösung von Umwelt-, Energie- und Entwicklungsproblemen anwenden.
Inhaltliche Orientierung
Lineares- und exponentielles Wachstum
Positive Rückkopplung
Zeitverhalten
Kybernetische Modelle
Seite 33
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Unterrichtsfach Ökologie
Lernbereich 2:
1. u. 2. Schuljahr
Klimawandel und nachhaltige Energieversorgung
bewerten
Zeitrichtwert:
80 Stunden
Kompetenzen
Klima- und Energieszenarien unter Berücksichtigung globaler und lokaler Umwelt- und Entwicklungsprobleme bewerten.
Nationale und internationale Politik zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung der Energieversorgung analysieren.
Techniken und Potenziale erneuerbarer Energien analysieren und deren Bedeutung für die Energieversorgung einschätzen.
Auswirkung menschlichen Handelns auf Ökosysteme abschätzen. Dabei technische, ökologisch,
ethisch und politisch vertretbare Lösungswege analysieren, bewerten, dokumentieren und präsentieren.
Inhaltliche Orientierung
Leitlinien nachhaltiger Energieversorgung
Ökologische Gerechtigkeit
Energieeinsatz und Umweltverträglichkeit
Energietechnik im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie
Energiebilanzen und Folgekostenrechnungen
Ökosysteme: Wald, Fluss, See
Individualverkehr, Auswirkungen des Fliegens, Meeresverschmutzung, usw.
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planen und realisieren
Wohn- und Zweckbauten
Kommunikationssysteme in
und integrieren
Antriebssysteme auswählen
grammieren und realisieren
Steuerungen für Anlagen pro-
und prüfen
Anlagen und Geräte analysieren
gewährleisten
Sicherheit von Betriebsmitteln
Elektroenergieversorgung und
Systeme bereitstellen
Informationstechnische
anpassen
Steuerungen analysieren und
nen und ausführen
Elektrische Installationen pla-
lysieren und Funktionen prüfen
Elektrotechnische Systeme ana-
und ändern
nische Anlagen in Stand halten
LF 13 Energie-und gebäudetech-
realisieren
nische Anlagen planen und
LF 12 Energie- und gebäudetech-
und in Stand setzen
errichten, in Betrieb nehmen
LF 11 Energietechnische Anlagen
in Stand halten
technik in Betrieb nehmen und
LF 10 Elektrische Anlagen der Haus-
LF 9
LF 8
LF 7
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LF 3
LF 2
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Lernfelder Elektroniker/
Elektronikerin Fachrichtung
Energie- und Gebäudetechnik
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Lernbereiche hBF Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Rheinland-Pfalz
BBS
Anhang Deckungsanalyse
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Installieren von Entwässerungs
LF 6
Installieren von Wärmeerzeugern
LF 9
und Energietechnik
Anlagen in Systeme der Gebäude-
LF 15 Integrieren resourcenschonender
technischen Anlagen und Systemen
LF 14 Instandhalten von versorgungs-
schen Anlage
LF 13 Installieren einer raumlufttechni-
gungsanlagen
LF 12 Installieren von Brennstoffversor-
wassererwärmung
LF 11 Installieren von Anlagen zur Trink-
ponenten der Heizungsregelung
LF 10 Einbinden und Einstellen von Kom-
Ausstatten von Sanitärräumen
LF 8
anlagen
Installieren von Wärmeverteilungs-
anlagen
Installieren von Trinkwasseranlagen
LF 7
Warten technischer Systeme
LF 5
gruppen
Herstellen von einfachen Bau-
b) Bearbeiten von Kundenaufträgen
Maschinen
a) Bearbeiten von Anlagenteilen mit
handgeführten Werkzeugen
Fertigen von Bauelementen mit
LF 4
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LF 1
Lernfelder Anlagenmechaniker/
Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
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Zusatzqualifikation WT
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arbeit
Lernbereiche hBF Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Energiesystemtechnik und -marketing
Schwerpunkt Solartechnik
Anhang Deckungsanalyse
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