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Energiehof Thanner GmbH & Co. KG - Schwendi

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Müller-BBM GmbH
Niederlassung Stuttgart
Carl-Zeiss-Str. 25
72770 Reutlingen
Telefon +49(7121)90921 0
Telefax +49(7121)90921 11
Steffen Lehmann
Telefon +49(7121)90921 30
Steffen.Lehmann@MuellerBBM.de
08. April 2013
M106351/01 LMN/GTD
Energiehof Thanner
GmbH & Co. KG
Konzept zur Verhinderung von Störfällen
gemäß § 8 Störfallverordnung
\\S-CGN-FS01\ALLEFIRMEN\M\PROJ\106\M106351\M106351_01_BER_3D.DOC : 08. 04. 2013
Bericht Nr. M106351/01
Auftraggeber:
Energiehof Thanner GmbH & Co. KG
Biberacher Str. 38
88444 Ummendorf
Standort:
Energiehof Thanner GmbH & Co. KG
Zum Berger
88477 Schwendi
Bearbeitet von:
Ing. Steffen Lehmann
Dr. Ralph Semmler
Berichtsumfang
Bericht (ohne Anlagen):
Anlage 1:
Anlage 2:
Anlage 3:
Zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001
Akkreditiertes Prüflaboratorium nach ISO/IEC 17025
34 Seiten
1 Seite
1 Seite
1 Seite
Müller-BBM GmbH
Niederlassung Stuttgart
HRB München 86143
USt-ldNr. DE812167190
Geschäftsführer: Horst Christian Gass,
Dr. Carl-Christian Hantschk, Stefan Schierer
Dr. Edwin Schorer, Norbert Suritsch
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
4
2
Verwendete Unterlagen
6
3
Unternehmenspolitik und Leitlinien
8
4
Beschreibung des Betriebsbereiches
9
4.1
Örtliche Lage und Umgebung
9
4.2
Abgrenzung zu anderen Anlagen und besonderen
Standortmerkmalen
10
4.3
Anlagen- und Verfahrensbeschreibung
10
5
Beschreibung der gefährlichen Stoffe
14
5.1
Gehandhabte Stoffe
14
5.2
Quantitative Erfassung störfallrelevanter Stoffe
14
6
Beschreibung der sicherheitsrelevanten Areale im
Betriebsbereich und der Gefahrenquellen
16
Festlegung der sicherheitsrelevanten Anlagenteile (SRA) und der
sicherheits-relevanten Teile des Betriebsbereichs (SRB)
16
6.2
Relevante Gefahrenquellen
18
7
Maßnahmen zur Verhinderung von Störfällen
23
7.1
Allgemeine Grundsätze
23
7.2
Schutz gegen/bei Stofffreisetzung von Biogas
23
7.3
Brandschutzmaßnahmen
24
7.4
Explosionsschutzmaßnahmen
24
7.5
Gewässerschutzmaßnahmen
24
7.6
Sonstiges
27
8
Organisatorische Schutzmaßnahmen/Sicherheitsmanagement
27
8.1
Organisation und Personal
28
8.2
Ermittlung und Bewertung von Gefahren von Störfällen
29
8.3
Überwachung des Betriebs
30
8.4
Sichere Durchführung von Änderungen
32
8.5
Planung für Notfälle
32
8.6
Überwachung der Leistungsfähigkeit des
Sicherheitsmanagementsystems
32
Systematische Überprüfung und Bewertung
33
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6.1
8.7
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34
Anlage 1 Lageplan
35
Anlage 2 Anlagenansichten
36
Anlage 3 Verfahrensschema / Fließbild
37
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Anlagen
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1 Einleitung
Die Energiehof Thanner GmbH & Co. KG betreibt auf den Flurstücken 399, 400,401,
403 Gemarkung Sießen eine Biogasanlage (BGA) mit einem Blockheizkraftwerk
(BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 340 kW el.
Derzeit plant der Betreiber eine Änderung der Biogasanlage zur Erhöhung der Gasproduktion und einer damit beabsichtigten Versorgung eines zusätzlichen BHKW und
des leistungserhöhten BHKW. Dazu ist der Einbau eines BHKW und die Errichtung
eines Substrat- und eines Lagerbehälters, einer weiteren Sickerwassergrube, eines
Zentralen Versorgungsganges, eines neuen Fahrsilos und eines Havariebeckens
geplant. Darüber hinaus sollen ein vorhandenes Gärrestelager mit einem
Doppelmembrangasspeicher nachgerüstet und die Leistung des bestehenden BHKW
erhöht werden.
In der erweiterten Anlage wird aus nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) und
sonstigen festen Substraten (Pferdemist) durch Vergärung Biogas erzeugt. Im Zuge
der Erweiterung wird die Menge der Inputstoffe auf 12.877 t/a erhöht.
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Die erweiterte Biogasanlage besteht aus folgenden Hauptkomponenten:
-
einer geschlossenen Sickerwassergrube 1 (Bestand, Durchmesser 2,5 m, Höhe
4 m, aus Stahlbeton mit Betonabdeckung, Gesamtinhalt 20 m³ );
-
einer geschlossenen Sickerwassergrube 2 (Neubau, Durchmesser 8 m, Höhe
4 m, aus Stahlbeton mit Betonabdeckung, Gesamtinhalt 201 m³);
-
einem geschlossenen (gasdichten) Fermenter 1 (Bestand, Durchmesser 12 m,
Höhe 12 m, aus Stahlbeton mit Betonabdeckung, Nettoinhalt 1.300 m³, Gaslagerkapazität 57 m³);
-
einem geschlossenen (gasdichten) Fermenter 2 (Neubau mit Feststoffdosierer,
Durchmesser 22 m, Höhe 8 m, aus Stahlbeton mit Betonabdeckung, Nettoinhalt
2.851 m³, Gaslagerkapazität 190 m³);
-
einem geschlossenen (gasdichten) Nachgärbehälter 1 (Bestand, Durchmesser
18 m, Höhe je 6 m, aus Stahlbeton mit Doppelfolienabdeckung als Gasspeicher
Nettoinhalt 1.400 m³, max. Gaslagerkapazität 127 m³ + 550 m³);
-
einem geschlossenen (gasdichten) Gärrestelager 1 (Bestand [offen] und Nachrüstung, Durchmesser 16 m, Höhe 6 m, aus Stahlbeton mit Doppelfolienabdeckung als Gasspeicher [neu], Nettoinhalt 1.106 m³, max. Gaslagerkapazität
1.206 m³ + 320 m³);
-
einem geschlossenen (gasdichten) Gärrestelager 2 (Neubau, Durchmesser
34 m, Höhe 8 m, aus Stahlbeton mit Doppelfolienabdeckung als Gasspeicher,
Nettoinhalt 6.809 m³, max. Gaslagerkapazität 7.263 m³ + 3.320 m³);
-
einem Pumpenraum (Bestand, Länge 6 m, Breite 5 m, Höhe 3 m, aus Stahlbeton);
-
einem Maschinenhaus (Bestand, mit integrierter Feststoffeinbringung, BHKWRaum, Elektro- und Technikraum, Länge 20,5 m, Breite 10,5 m);
BHKW 1 (Leistungserhöhung, 380 kWel.)
BHKW 2 (Neubau, 250 kWel.)
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-
einem zentralen Versorgungsgang (Neubau, Länge 30 m, Breite 3 m, Höhe
3 m);
-
einer Flachfahrsiloanlage, Fahrsilo 1 und 2 (Bestand, je ca. 1.375 m², Wandhöhe 3 m), Fahrsilo 3 (Neubau, ca. 2.200 m², Wandhöhe 3 m);
-
einer stationären Notgasfackel
-
einem Havariebecken (eingegrenzt durch Erdwall und Stützwände, Neubau,
Länge ca.130 m, Umwallung Kronenhöhe 538,5 mNN, Speichervolumen
ca. 3.231 m³)
Im Rahmen der Genehmigungsplanung ist die Erstellung eines Konzeptes zur Verhinderung von Störfällen erforderlich, da die zu betrachtende erweiterte Anlage aufgrund der Menge der dann gehandhabten störfallrelevanten Stoffe unter die Grundpflichten der 12. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (12. BImSchV
[StörfallV]) [20] fällt.
Dies ist der Fall, da im Rahmen der Vergärung die zugeführten organischen Substrate zu Biogas abgebaut werden und der Umgang mit Biogas, ab einer Menge von
10.000 kg, in den Anwendungsbereich der 12. BImSchV (StörfallV) [20] fällt. Entsprechend der Prüfung der Anwendbarkeit der StörfallV [20] wurde für die geplante Anlage die Gesamtgasmenge von 17.126 kg ermittelt.
Zur Erfüllung der Anforderungen, die sich aus den Pflichten ergeben, hat der Betreiber, neben anderen Punkten gemäß § 8 StörfallV [20] unter Berücksichtigung des
Anhangs III, ein schriftliches Konzept zur Verhinderung von Störfällen für die Anlage
zu erstellen.
Die vorliegende Dokumentation stellt dieses Konzept zur Verhinderung von Störfällen
dar. Es werden im Wesentlichen folgende Punkte behandelt:
• Unternehmenspolitik und Leitlinien in Bezug auf die Sicherheit
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• Beschreibung des Betriebsbereichs
-
Angaben zur örtlichen Lage und Umgebung einschließlich Beschreibung
von Standortbesonderheiten wie z. B. umgebungsbedingte Gefahrenquellen
-
Anlagen- und Verfahrensbeschreibung
• Beschreibung der gefährlichen Stoffe
• Beschreibung der sicherheitsrelevanten Teile des Betriebsbereichs und der
Gefahrenquellen
-
Auswahl und Beschreibung der sicherheitsrelevanten Anlagenbereiche
und Anlagenteile des Betriebsbereichs
-
Beschreibung der relevanten Gefahrenquellen
• Maßnahmen zur Verhinderung von Störfällen
-
Darstellung der allgemeinen übergreifenden Maßnahmen, wie allgemeine
Grundsätze, Brand-, Explosions- und Gewässerschutzmaßnahmen
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• Organisatorische Schutzmaßnahmen/Sicherheitsmanagement
-
Vorschlag zum Sicherheitsmanagementsystem
Als Grundlage für die Beschreibung dieses Sicherheitsmanagementsystems
dienen die Vorgaben aus Punkt 3 des Anhangs III der StörfallV [20].
Die in diesem Konzept zur Verhinderung von Störfällen kursiv geschriebenen Passagen gelten als Zielvorgaben bzw. Vorschläge zur Umsetzung der Anforderungen der
StörfallV, die vor Inbetriebnahme der Anlage entsprechend umgesetzt werden müssen. Teilweise stellen sie aber auch noch vor Inbetriebnahme zu klärende Punkte
dar.
2 Verwendete Unterlagen
Für die Erstellung des vorliegenden Berichtes wurden folgende Unterlagen verwendet:
[1] Antrag auf Zulassung der Biogasanlage (Bauantrag) Energiehof Thanner GmbH
& Co. KG, Krieg & Fischer Ingenieure GmbH, Stand 23.12.2005
[2] Baugenehmigung der Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG,
Landratsamt Biberach, Az. 31-G06/0002, vom 29.03.2006
[3] Anzeige nach § 67 Abs. 2 BImSchG der Biogasanlage Energiehof Thanner
GmbH & Co. KG, Büro für Energie und Umwelt, Az. 31-G06/0002, vom
20.06.2012
[4] Betriebsbeschreibung zur Änderungsgenehmigung nach § 16 BImSchG der Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG, NQ-Anlagentechnik GmbH,
Stand 13.02.2013
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[5] Lageplan (Erweiterung), Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG,
Maßstab 1 : 250, NQ-Anlagentechnik GmbH, Vorabzug Stand 22.03.2013
[6] Lageplan (Erweiterung), Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG,
Maßstab 1 : 500, NQ-Anlagentechnik GmbH, Vorabzug Stand 22.03.2013
[7] Ansichten Erweiterung, Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG,
Maßstab 1 : 250, NQ-Anlagentechnik GmbH, Vorabzug Stand 22.02.2013
[8] Schnittzeichnungen Erweiterung, Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH &
Co. KG, Maßstab 1 : 100, NQ-Anlagentechnik GmbH, Vorabzug Stand
22.02.2013
[9] NQ-Anlagenauslegung, Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG,
NQ-Anlagentechnik GmbH, Stand 08.02.2013
[10] Darstellung Rückhaltevolumen Havariebecken, Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG, NQ-Anlagentechnik GmbH, Stand 07.02.2013
[11] Auszug (Anl. 13 u. 16), Deckblatt zum Flächennutzungsplan 2010 der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Schwendi / Wain – 1. Änderung (fortgeschriebene Fassung), Stand 09.11.2011
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[12] Vorentwurf Vorhabenbezogener Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan „Energiehof Thanner“, NQ-Anlagentechnik GmbH, Stand 25.02.2013
[13] Ex-Zonenplan Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG
(Bestandsanlage), Maßstab 1 : 250, NQ-Anlagentechnik GmbH, Stand Oktober
2012
[14] Explosionsschutzdokument Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG,
DAS-IB GmbH (Bestansanlage), Stand 26.10.2010
[15] Risikoabschätzung Blitzschutz der Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH &
Co. KG, NQ-Anlagentechnik GmbH, Stand 14.01.2013
[16] Abfrage Erdbebenzonenkarte der DIN 4149 (Fassung 2005), Deutsches
GeoForschungsZentrum Helmholz-Zentrum Potsdam für Ortsmitte Wain (Koord.
48.18°N, 10.02°E) und für Ortsmitte von Dietenheim (Koord. 48.21°N, 10.07°E)
[17] Abfrage Daten und Kartendienst, LUBW
[18] Abfrage Geowissenschaftliche Übersichtskarten, Regierungspräsidium Freiberg,
Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau
[19] Technische Information 4, Sicherheitsregeln für Biogasanlagen,
Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, Stand 30.09.2008
[20] 12. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (12. BImSchV, StörfallV)
[21] Relevante Publikationen der Kommission für Anlagensicherheit (siehe Hinweise
im Konzept)
[22] Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz – WHG),
Stand 21. Januar 2013
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[23] Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, Stand
31. März 2010
[24] Verordnung des Umweltministeriums über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe (Anlagenverordnung wassergefährdende Stoffe – VAwS), Stand 25. Januar 2012
[25] Merkblatt Wasserwirtschaftliche Anforderungen an landwirtschaftliche Biogasanlagen, Umweltministerium Baden-Württemberg, Stand Januar 2008
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3 Unternehmenspolitik und Leitlinien
In Bezug auf den Sicherheitsaspekt sind von der Geschäftsführung der Energiehof
Thanner GmbH & Co. KG folgende Sicherheitsgrundsätze verbindlich für alle Mitarbeiter festgelegt worden:
1. Der sichere Anlagenbetrieb hat im Unternehmen einen hohen Stellenwert und
wird im Falle von möglichen Gefährdungen innerhalb und außerhalb des Firmengeländes den wirtschaftlichen Interessen übergeordnet.
2. Die auf unser Unternehmen zutreffenden Anforderungen der Störfallverordnung
setzen wir in betriebliche Sicherheitsziele um und realisieren diese im Rahmen
unseres Sicherheitsprogramms.
3. Technische und organisatorische Maßnahmen zur Störfallverhinderung werden
auf die Einhaltung und Aufrechterhaltung des Standes der Sicherheitstechnik
ausgerichtet.
4. Der Umgang mit gefährlichen Stoffen wird durch technische und organisatorische Maßnahmen so gestaltet, dass Auswirkungen von Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebes und von Störfällen für das Personal, die Nachbarschaft und die Umwelt so gering wie möglich gehalten werden.
5. Zur Vermeidung von Störfällen werden Anlagen oder Änderungen an bestehenden Anlagen systematisch geplant, fachgerecht errichtet und mit qualifiziertem
Personal betrieben.
6. Alle Anlagenteile werden entsprechend ihrer sicherheitstechnischen Bedeutsamkeit eingestuft, die sicherheitsrelevanten Anlagenteile werden gegen unbefugten Eingriff gesichert.
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7. Umgebungsbedingte Gefahrenquellen (z. B. Nachbaranlagen, Verkehrswege,
Hochwasser, usw.) werden in die Störfallvorsorge mit einbezogen.
8. Durch regelmäßiges Sicherheitstraining und Schulungen/Unterweisungen zum
bestimmungsgemäßen Betrieb und zum Verhalten bei Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebes und bei Störfällen wird Fehlverhalten der Beschäftigten vermieden.
9. Die Zusammenarbeit mit Behörden und externen Einsatzkräften im Bereich der
sicherheitstechnischen Prävention (Alarm- und Gefahrenabwehrplanung) und
im Falle der Gefahrenabwehr, z. B. Brandbekämpfung, wird kooperativ gesucht.
Zur Verringerung der Gefahrenquellen werden alle Mitarbeiter aufgefordert, an der
Erkennung potentieller Gefahren teilzunehmen und diese dem Vorgesetzten/Sicherheitsbeauftragten zu melden.
Diese Sicherheitsgrundsätze werden verbindlich in der Betriebsdokumentation, in
welcher auch das Sicherheitsmanagement dargestellt ist (Betriebshandbuch der
Energiehof Thanner GmbH & Co. KG), festgelegt.
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4 Beschreibung des Betriebsbereiches
4.1 Örtliche Lage und Umgebung
Die Biogasanlage der Energiehof Thanner GmbH & Co. KG befindet sich im Außenbereich des Ortsteils Hörenhausen der Gemeinde Schwendi im Landkreis Biberach.
Der Anlagenstandort liegt ca. 260 m nordnordöstlich und ca. 350 m nördlich der
nächstgelegenen wohnlich genutzten Bebauung des Ortsteils Hörenhausen. In einer
Entfernung von ca. 1.000 m südöstlich befindet sich die Grenze zur einem Wasserschutzgebiet Zone III. Ca. 465 m westlich des Anlagenstandortes fließt die Weihung
von Süd nach Nord in die von Osten kommend in einer Entfernung von ca. 270 m
nördlich der Zellerbach mündet. Die Umgebung ist im Wesentlichen durch landwirtschaftliche Nutzflächen geprägt.
An die BGA angrenzend verläuft westlich der Zellerbachweg (Wirtschaftsweg) und
südlich die Bergergasse.
Das innerhalb des Bebauungsplanes liegende Anlagengelände liegt in einem hügligen nach Osten und Süden stark ansteigenden Gelände, auf einer geodätischen
Höhe von ca. 536 m ü. NN (tiefster Punkt westlich des Erweiterungsbereichs).
Nach unserem Kenntnisstand befinden sich keine weiteren schutzbedürftigen Nutzungen innerhalb eines Radius von ca. 500 m.
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Die nachfolgende Abbildung 1 zeigt den Kartenausschnitt um das Bebauungsplangebiet der „BGA Energiehof Thanner GmbH & Co. KG“.
Abbildung 1 Kartenauszug (Quelle: MagicMaps v2.0) mit örtlicher Darstellung der Lage des
Bebauungsplangebietes (blau umrandete Fläche).
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4.2 Abgrenzung zu anderen Anlagen und besonderen Standortmerkmalen
In der Umgebung des Betriebsbereiches der Biogasanlage befinden sich vornehmlich
Felder und Wiesen sowie in weiterer Entfernung in nördöstlicher bis südöstlicher
Richtung Waldflächen (siehe Abbildung 1).
4.3 Anlagen- und Verfahrensbeschreibung
Die Biogasanlage verarbeitet landwirtschaftliche Substrate und nachwachsende Rohstoffe zu energiereichem Biogas und besteht im Wesentlichen aus nachfolgenden
Anlagenkomponenten (vgl. a. Lageplan in der Anlage).
4.3.1 Der Gärrohstoff
Das Inputmaterial besteht aus ca. 12.707 t/a nachwachsenden Rohstoffen (Mais,
Grünroggen, Gras, Getreide, Zuckerrüben) und 170 t/a Pferdemist. Alle in der Anlage
verwerteten Stoffe stammen aus landwirtschaftlicher Produktion, sowie aus eigens
für die energetische Verwertung angebauten NaWaRo’s. Als Flüssigsubstrat wird das
anfallende verunreinigte Oberflächenwasser (Substratzellwasser) dem Gärprozess
zugeführt.
4.3.2 Silierung / Lagerung
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Die Silierung der zerkleinerten Biomasse (NaWaRo‘s) erfolgt nach guter landwirtschaftlicher Praxis in der Fahrsiloanlage (Fahrsilo 1 und 2 Bestand, Fahrsilo 3 Erweiterung) auf dem Anlagenstandort.
Das feste Beschickungsgut (Fermenterinput) wird stets aus dem Anschnitt einer Silozelle entnommen, um Geruchsemissionen an der Siloanschnittstelle so gering wie
möglich zu halten. Die Siloentnahme erfolgt in der Regel einmal täglich. In der Regel
wird das entnommene feste Silagematerial mittels Radlader aus den Fahrsilos 1 und
2 in das Feststoffeintragssystem im Maschinengebäude und aus dem Fahrsilo 3 in
den Vorratsbehälter des Feststoffeinbringsystems auf dem Fermenter 2 transportiert.
Die beiden Sickerwassergruben dienen zur Einleitung und Lagerung der Sickersäfte
und verunreinigten Oberflächenwässer aus den jeweils zugeordneten Entwässerungsbereichen und des Kondensatwassers des Gases.
Der Pferdemist wird nicht zwischengelagert. Direkt nach dem Transport wird er der
Feststoffeinbringung zugeführt.
4.3.3 Biogasproduktion
4.3.3.1 Feststoffeinbringung
Über die beiden Feststoffeinbringungen werden die NaWaRo und die sonstigen festen Substrate aus den Dosierstationen mittels Schnecken in den jeweiligen Fermenter befördert.
Die Zuleitung erfolgt unter dem Füllstand des Fermenters, so dass eine Gassperre
gewährleistet ist.
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Das Fassungsvermögen der Dosierstation der Feststoffeinbringung Fermenter 1 (Bestand) und der Dosierstation der Feststoffeinbringung Fermenter 2 (Erweiterung) entspricht einem Tagesdurchsatz. Das ermöglicht nach dem Befüllvorgang mittels
Schaufellader bei beiden Einbringvorrichtungen eine kontinuierliche zeit- und mengengesteuerte Beschickung des Fermenters über eine Speicherprogrammierbare
Steuerung (SPS), um eine optimale Anpassung an die Fermenterbiologie und die
betrieblichen Rahmenbedingungen zu gewährleisten (Intervallbetrieb).
4.3.3.2 Flüssigbeschickung der Fermenter
Die bestehende und die neue Sickerwassergrube dienen als Vorratsbehälter für die
flüssigen Zusatzstoffe (Sickersäfte, separierte Prozesswasser, Kondensatwasser).
Mit Hilfe von festinstallierten Pumpen wird der flüssige Inputstoff in den Fermenter 1
bzw. Fermenter 2 gepumpt.
Die Kondensatrückführung erfolgt mittels Tauchpumpe in den Nachgärbehälter bzw
ins Gärrestelager 2.
4.3.3.3 Fermenter
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Die Biogasproduktion im Fermenter 1 (Bestand) erfolgt im thermophilen Bereicher
(ca. 55°C) und im Fermenter 2 (Erweiterung) ebenso nach der Biosynthese (Hydrolyse, Acidogenese, Acetogenese und Methanbildung) entsprechend der aus einschlägiger Literatur bekannten biokatalytischen Abläufen. In beiden Behältern ist
auch jeweils die andere Betriebsweise möglich. Die Gärbehälter sind aus wasserundurchlässigem Stahlbeton gebaut und erfüllt hinsichtlich der Abdichtung und Leckageüberwachung die Anforderungen des Merkblattes Wasserwirtschaftliche Anforderungen an landwirtschaftliche Biogasanlagen [25].
Im Fermentationsbetrieb ist die Sicherstellung von Heizung und Durchmischung essentiell. Die Überwachung dieser Funktionen ist Stand der Technik. Die Fermenter
können ganzjährig gefüllt bleiben und werden nur im Revisionsfall geleert.
Die Beheizung des Fermenters 1 erfolgt über einen im Maschinenhaus aufgestellten
Wärmetauscher (Bestand).
Die Beheizung des Fermenters 2 erfolgt mittels einer thermostatisch geregelten Fermenter-Wandheizung (Erweiterung). Die Heizspiralen (PE-Wasserschläuche) sind im
Fermenter 2 mehrkreisig verlegt, wobei jeder Heizkreis unabhängig voneinander abschaltbar ist. Die Wandhalter für die Heizungsrohre sind dabei gegenständig in regelmäßigen Abständen auf die Fermenterinnenwand aufgedübelt.
Durch diesen Aufbau wird durch die Abwärme des BHKW für eine ausreichende
Wärmeversorgung der Fermenter und aller sonstigen wärmebedürftigen Bauteile gesorgt. Zur Durchmischung des Substrats werden Rührwerke genutzt (siehe 4.3.3.6).
4.3.3.4 Nachgärbehälter
Das Gärsubstrat gelangt über ein Rohrleitungssystem aus dem Fermenter 1 in den
Nachgärer (Bestand). Der Nachgärbehälter ermöglicht eine Nachgärung und weitere
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Ausgasung des Substrats. Die Behälter sind als flüssigkeits- und gasdichte Stahlbetonbehälter ausgeführt und verfügen über die geforderte Leckageüberwachung. Die
Beheizung erfolgt wie beim Fermenter 1 über einen Wärmetauscher. Zur Durchmischung des Substrats werden Rührwerke genutzt (siehe 4.3.3.6).
4.3.3.5 Gärrestelager
Das Gärsubstrat gelangt über ein Rohrleitungssystem aus dem Nachgärer oder
durch Verpumpen direkt aus dem Fermenter 1 in das Gärrestelager 1 (Bestand).
Aus dem Fermenter 2 gelangen die Gärreste über das Rohrleitungssystem der
Pumpstation im Zentralgang in das Gärrestelager 2 (Erweiterung).
In den Behältern erfolgt die vollständige Ausgasung. Die Behälter sind als flüssigkeits- und gasdichte Stahlbetonbehälter ausgeführt und verfügen über die geforderte
Leckageüberwachung. Die Behälter verfügen jeweils über ein Doppelmembran-Gasspeicherdach.
Entsprechend des Volumens der Behälter wird die erforderliche Verweildauer des
Substrats gewährleistet.
4.3.3.6 Rührwerke
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In den Bestandbehältern erfolgt die Durchmischung des Substratinhalts im Fermenter
1 durch ein zentrales topmontiertes Rührwerk mit außenliegendem Antrieb, im Nachgärbehälter durch zwei höhen- und richtungsverstellbare Tauchmotorrührwerke und
im Gärrestelager 1 durch ein Tauchmotorrührwerk.
Die Durchmischung im Fermenter 2 (Erweiterung) wird mittels exzentrisch (neben der
Fermentermittelsäule montierten) vertikal laufenden Langsamläuferrührwerken (Typ
NQ 150) und zusätzlich im Fermenter 2 sowie ausschließlich im Gärrestelager 2 (Erweiterung) mittels seitlich angebrachter Schnellläufer-Langwellenrührwerke (Fabr.
Suma) bewerkstelligt.
Alle Rührwerke arbeiten im Intervallbetrieb. Die Funktion der Rührwerke wird über
seitliche Schauglasarmaturen im täglichen Routinebetrieb überprüft.
4.3.3.7 Pumpenraum
Im Pumpenraum der Bestandanlage zwischen Fermenter 1 und Nachgärbehälter ist
die zentrale Pumpe für die Verteilung (Abzug, Befüllung, Verschiebung) der flüssigen
Gärsubstrate zwischen den Bestandsbehältern (Sickerwassergrube 1, Fermenter 1,
Nachgärer, Gärrestelager 1 untergebracht.
4.3.3.8 Zentraler Logistikgang
Der mit der Erweiterung zu errichtende zentrale Logistikgang beinhaltet die Pumpstation für die neuen Behälter (Sickerwassergrube 2, Fermenter 2, Gärrestelager 2) und
die Leitungsführung (Substrat, Gas, Elektro, Heizung). Eine Pumpe bewerkstelligt die
Verteilung (Abzug, Befüllung, Verschiebung) der flüssigen Gärsubstrate in alle Lager
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und Behälter der Anlage, soweit Verbindungsleitungen wie vorgesehen zur Bestandsanlage installiert werden. Diese Logistikschiene kommt darüber hinaus auch in Revisionsfällen zum Einsatz.
4.3.3.9 Gasspeicher
Im Gasspeicher wird das entstehende Biogas bis zur Verwertung zwischengelagert.
Er dient zum Druckausgleich im gesamten Gassammel- und Verwertungssystem der
Anlage. Je nach Größe des Speichers kann der Gasspeicher eine bestimmte Zeit das
anfallende Gas speichern und Schwankungen im Biogasprozess abpuffern. So ist
immer ein optimaler BHKW-Betrieb mit konstantem Gasdruck und gleichmäßigem
Volumenstrom gewährleistet. Er ist den Erfordernissen entsprechend gasdicht, druckfest, medien-, UV-, temperatur- und witterungsbeständig. Das Gassammel- und Verwertungssystem der Anlage beinhaltet Über/Unterdrucksicherung, Kondensatabscheider, Entschwefelungsanlage, Gasleitungssystem.
Die Gasspeicheranlage entspricht den Anforderungen der BG, Technische Information 4 [18]. Grundsätzlich sind gasführende Leitungen entsprechend DVGW-Regelwerk ausgeführt und entsprechen der BGR 104.
4.3.4 BHKW
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Die BHKW’s (Blockheizkraftwerke) sind im Maschinenraum des Maschinenhauses
auf dem Anlagengelände aufgestellt. Diese wandeln das gewonnene Biogas in elektrischen Strom und Wärme um. Der produzierte elektrische Strom wird über eine
Trafostation komplett in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die gewonnene Aggregatabwärme wird zum Teil als benötigte Prozesswärme zur Fermenter- bzw.
Nachgärerheizung abgegeben. Der übrige Teil kann an weitere Verbraucher geliefert
oder über Wärmetauscher abgeführt werden.
Die BHKW’s sind an ihren Aufstellungsorten von 3 Seiten zugänglich, so dass sie
ordnungsgemäß erreicht, betrieben und in Stand gehalten werden können.
4.3.5 Alternative Gasverwertung
Für Revisionsfälle an den und für Betriebsstörungen (Ausfall) der BHKW-Anlagen ist
eine stationäre Gasfackel auf dem Fermenter 2 (Erweiterung SHS-AGF-125) zur Verbrennung des Biogases installiert.
4.3.6 Maximale Anlagenleistung
4.3.6.1 Maximale Jahresdurchsatzmenge:
Die maximale Jahresdurchsatzmenge der erweiterten Anlage für insgesamt 630 kW el.
(380 + 250 kW el.) und 661 kW th. (395 + 266 kW th.) wird ca. 12.877 t/a betragen. Somit
ergibt sich für das in wechselnder Mengenzusammensetzung eingesetzte Substratgemisch eine tägliche Inputmenge von ca. 35 t. Nach Angaben des Planers ergibt
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sich hieraus eine voraussichtliche Biogasproduktion der beschriebenen Anlage von
2.582.308 m³/a.
5 Beschreibung der gefährlichen Stoffe
5.1 Gehandhabte Stoffe
Das entstehende Produkt Biogas ist als hochentzündlicher Stoff (R-Satz ,R 12 bzw.
H-Satz, H 220) einzustufen und damit ein Stoff nach Nr. 8 des Anhangs I der StörfallV [20].
Im unbehandelten Biogas (Rohbiogas) können auf Basis einer durchgeführten Literaturrecherche 200 bis 5.000 ppm 1 (280 bis 7.000 mg/m³) Schwefelwasserstoff enthalten sein (führt gemäß Zubereitungs-Richtlinie 1999/45/EG zur Einstufung Xn).
Als biologisches Verfahren zur biokatalytischen Entschwefelung ist Luftzudosierung
in den Gasräumen der Fermenter, des Nachgärbehälters und des Gärrestelagers 2
vorgesehen. Hierdurch können sich in den Gärbehältern und im Endlager 2 Schwefelbakterien ansiedeln, welche den im Biogas enthaltenen Schwefelwasserstoff (H2S)
zu elementarem Schwefel (S) umwandeln. Dieser ist nicht korrosiv und verbleibt im
Gärsubstrat.
5.2 Quantitative Erfassung störfallrelevanter Stoffe
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Die gemäß Störfallverordnung [20] relevanten Stoffe sind mit den dazu gehörigen
Mengen in der folgenden Tabelle aufgeführt.
1
Bayrisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Materialien
Umwelt & Entwicklung Bayern, Katalysatoren an Biogasmotoren, 6. Oktober 2003
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Tabelle 1 Quantitative Erfassung störfallrelevanter Stoffe.
Nr. gem.
Anhang I
StörfallV
Kategorie/ Einzelstoffe
Menge [kg]
(Anteil an der
Mengeschwelle
gem. Spalte 4
[Ma.- %])
Richtwert für
sicherheitsrelevante
Anlagenteile
(SRA)
[kg]
Mengenschwelle in kg
Anhang I StörfallV
Spalte 4
8
Hochentzündlich
200
2 Fermenter geschlossen
2
(Bestand und Erweiterung)
324
1 Nachgärbehälter mit Folien2
dach (Bestand)
889
2 Gärrestelager mit Folien3
dach (Bestand, Erweiterung)
15.900
Rohrleitungen
4
Biogas (Summe)
Spalte 5
10.000
50.000
13
5
17.126
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Aus der Tabelle 1 geht hervor, dass aufgrund der gehandhabten Menge an Biogas
die Mengenschwelle der StörfallV Anhang I, Stoffliste Spalte 4 für die Eigenschaft
„hochentzündlich“ überschritten wird. Der Berechnung liegt eine Dichte für Biogas
von 1,313 kg/m³ zugrunde (Hinweis: In Abhängigkeit vom CH4-Gehalt und der Temperatur liegt die Dichte des Biogases zwischen 1,1-1,3 kg/m³). Bei einer Dichte von
1,1 kg/m³ würde die gehandhabte Menge an Biogas 14.348 kg betragen. Die Energiehof Thanner GmbH & Co. KG fällt somit unter die Grundpflichten der StörfallV gemäß §§ 3-8 [20].
2
Fermenter und Nachgärbehälter, Füllung durch Substrat bis 0,5 m unter die Wandhöhe
3
Gärrestelager vollständige Entleerung
4
Rohrleitungen, ca. 200 m DN 200 und ca. 150 m DN 150, Volumen ca. 10 m³
5
Gemäß Anlagenauslegung vom 08. Februar 2013
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6 Beschreibung der sicherheitsrelevanten Areale im Betriebsbereich
und der Gefahrenquellen
In Anlehnung an die Anforderungen zu Mindestangaben in einem Sicherheitsbericht
gemäß StörfallV Anhang II Nr. III 1. [20] werden nachfolgend nur die Anlagenteile berücksichtigt, die als sicherheitsrelevant einzustufen sind.
6.1 Festlegung der sicherheitsrelevanten Anlagenteile (SRA) und der sicherheitsrelevanten Teile des Betriebsbereichs (SRB)
Gemäß dem technischen Ausschuss für Anlagensicherheit (TAA) Abschlussbericht
„Richtwerte für sicherheitsrelevante Anlagenteile (SRA) und sicherheitsrelevante
Teile eines Betriebsbereiches (SRB)“ – KAS-1 [21] gelten die folgenden Definitionen:
-
Als sicherheitsrelevant gelten Anlagenteile, wenn sie die in der Tabelle 1 des
vorgenannten Berichtes aufgeführten Richtwerte für SRA überschreiten.
-
Als sicherheitsrelevanter Teil eines Betriebsbereiches gelten Anlagenbereiche,
die individuell mit der zuständigen Behörde festgelegt wurden.
Darüber hinaus gelten
-
Schutzeinrichtungen und
-
sonstige für die Betriebssicherheit erforderliche Anlagenteile
als sicherheitsrelevant.
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Die sicherheitsrelevanten Anlagenteile des Betriebsbereiches der Biogasanlage sind
in den nachfolgenden Tabellen zusammengefasst.
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Tabelle 2 Sicherheitsrelevante Anlagenbereiche/-teile mit besonderem Stoffinhalt.
Sicherheitsrelevanter Anlagenbereich (SRB)
sicherheitsrelevantes Anlagenteil (SRA)
Biogasführende Behälter
2 Fermenter geschlossen
1 Nachgärbehälter mit Gasspeicher (Folienhaube)
2 Gärrestelager mit Gasspeicher (Folienhaube)
BHKW
Modul 1 und 2
In Tabelle 3 erfolgt die Zusammenfassung der übergreifenden Einrichtungen, die
aufgrund ihrer Funktion sicherheitsrelevant sind.
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Tabelle 3 Aufgrund ihrer besonderen Funktion sicherheitsrelevanten übergreifenden
Einrichtungen.
Sicherheitsrelevante Einrichtungen
Funktion
Löschwasserversorgung
Sicherstellung einer ausreichenden Löschwassermenge im Brandfall
Wasserentsorgung
Aufnahme und Rückhaltung von kontaminierten
Abwässern
Gewässerschutzeinrichtungen
Schutz von Boden und Gewässer
Explosionsschutzeinrichtungen
Verhinderung und Begrenzung von explosionsfähigen Gas-Luft-Gemischen
Not-Aus-System
Vermeidung und Begrenzung von Stofffreisetzungen/ Arbeitsschutz
Druckluftversorgung
Steuer- und Instrumentenluft
Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Sicheres Abfahren der Anlage und Arbeitsschutz
Brandschutzeinrichtungen
Begrenzung von Schadstoff und/oder Energiefreisetzungen im Falle eines Brandes
MSR-Einrichtungen
Einrichtungen zur Verhinderung und Begrenzung
von Schadstofffreisetzungen und explosionsfähigen Gas-Luft-Gemischen sind relevant (sicherheitsrelevante MSR-Einrichtungen)
Alarm-, Warn- und Kommunikations- Vermeidung von Störungen und Begrenzung von
einrichtungen
Störungsauswirkungen
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6.2 Relevante Gefahrenquellen
Im Hinblick auf die Erfüllung der Pflicht, die nach Art und Ausmaß der möglichen
Gefahren erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um Störfälle zu verhindern (StörfallV § 3, "Allgemeine Betreiberpflichten"), werden folgende Gefahrenquellen berücksichtigt, die vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden können:
-
Betriebliche Gefahrenquellen
-
Übergreifende Gefahren
-
Umgebungsbedingte Gefahrenquellen
-
Eingriffe Unbefugter
Im Rahmen des Konzeptes erfolgt eine allgemeine Betrachtung der übergreifenden,
umgebungsbedingten sowie betrieblichen Gefahrenquellen.
6.2.1 Betriebliche Gefahrenquellen
Als betriebliche Gefahrenquellen in sicherheitsrelevanten Anlagenbereichen/Anlagenteilen werden betrachtet:
-
mechanisches Versagen
-
Störung des Prozessablaufs
-
menschliches Fehlverhalten
-
Zündung gefährlicher Atmosphäre
Als Gefahrenquellen werden definiert:
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Mechanisches Versagen
-
Konstruktionsfehler
-
Fertigungsfehler
-
Fehler bei Aufstellung und Funktionsprüfung
-
unzulässiger Druck
-
unzulässige Temperatur
-
Schädigung durch Korrosion / chemischen Angriff
-
Schwingungen
-
Schwachstellen an Flanschen, Armaturen, Dichtungen, etc.
-
Lagerversagen
-
Lösen bewegter Komponenten
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Störung des Prozessablaufs
-
Versagen von MSR-Einrichtungen
-
Ausfall von Energie
-
Unterbrechung von Stofffluss/Verstopfungen
-
Unbeabsichtigte Energiezufuhr
-
Brand
-
unkontrollierte chemische/physikalische Reaktionen
Menschliches Fehlverhalten
-
mangelnde Personalschulung
-
mangelnde Instrumentierung
-
mangelnde Kommunikation
-
fahrlässiges Verhalten
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Zündung gefährlicher Atmosphäre
-
heiße Oberflächen, Reibung
-
mechanisch oder elektrisch erzeugte Funken
-
Flammen, heiße Gase
-
chemische/physikalische Reaktionen
-
Ausgleichsströme/Blitzschlag
-
elektrostatische Entladung
Im Kapitel 7 und 8 des vorliegenden Konzepts zur Verhinderung von Störfällen sind
die im Betriebsbereich getroffenen Maßnahmen gegen das Wirksamwerden von relevanten Gefahrenquellen zusammenfassend im Sinne einer betriebsbereichsübergreifenden Beschreibung dargestellt.
6.2.2 Übergreifende Gefahrenquellen
Unter übergreifenden Gefahren werden diejenigen Gefahren verstanden, die durch
Teilanlagen oder Anlagenteile (auch außerhalb des Betriebsgeländes) hervorgerufen
werden können, die mit den betrachteten Teilanlagen in einer konstruktiven Verbindung stehen (z. B. über Rohr- oder Stromleitungen).
Ursachen, die zum Wirksamwerden übergreifender Gefahren führen können, sind im
Wesentlichen:
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Versagen von sicherheitstechnischen Systemen/betrieblichen Einrichtungen
-
Ausfall der elektrischen Energie, z. B. der öffentlichen Stromversorgung
-
Rechnerausfall, z. B. durch unzuverlässige Hardware
-
Versagen von MSR- und Sicherheitseinrichtungen allgemein, z. B. durch
Konstruktions- und Herstellungsfehler
-
Versagen von Umschließungen, Leckagen allgemein, z. B. durch äußere
Beschädigung, Korrosion
-
Versagen sonstiger sicherheitstechnisch bedeutsamer Anlagenteile allgemein
-
Fehlfunktionen
-
Versagen von Einrichtungen zur Schadstoffbeseitigung (Boden-/Wasserpfad),
z. B. defekte Rückstandsbehandlung
-
Versagen von Stoffrückhaltesystemen (Boden-/Wasser-/Luftpfad)
-
Versagen von Einrichtungen zur Schadstoffbeseitigung oder -begrenzung (Luftpfad)
-
Versagen von Brandschutzmaßnahmen (vorbeugender Brandschutz), z. B. fehlende Sicherheitsabstände
-
Versagen von Brandbekämpfungsmaßnahmen, z. B. defekte Löscheinrichtungen
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Beschädigung der Anlage
-
Einwirkungen durch Wärme/Energie, z. B. durch Brand innerhalb der Anlage
-
Einwirkungen durch feste Körper, z. B. durch Trümmerflug
-
Unzugänglichkeit des Schadensortes
Versagen des Personals
-
Bedienungsfehler und sonstiges menschliches Fehlverhalten, z. B. Nichtbeachten von sicherheitstechnisch bedeutsamen Grenzwerten
-
Körperlich/geistige Beeinträchtigung der Mitarbeiter
-
Fehlverhalten bei Störung des bestimmungsgemäßen Betriebes
In den Kapiteln 7 und 8 des vorliegenden Konzepts zur Verhinderung von Störfällen
sind die im Betriebsbereich getroffenen Maßnahmen gegen das Wirksamwerden von
relevanten Gefahrenquellen zusammenfassend im Sinne einer betriebsbereichsübergreifenden Beschreibung dargestellt.
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6.2.3 Umgebungsbedingte Gefahrenquellen
Umgebungsbedingte Gefahrenquellen sind Einwirkungen auf die Anlage von benachbarten Anlagen, von verkehrsbedingten Zuständen und von naturbedingten Zuständen.
Ursachen, die zum Wirksamwerden der umgebungsbedingten Gefahren führen können, sind im Wesentlichen:
Beschädigung der Anlage
-
Einwirkungen auf die Aufstellung, z. B. Hochwasser, Erdbeben etc.
-
Einwirkungen durch Wärme/Energie, z. B. durch Blitzschlag, Brand benachbarter Anlagen
-
Einwirkungen durch feste Körper, z. B. durch verkehrsbedingte Zustände (Straßen-, Schienen- oder Luftverkehr)
-
Beeinträchtigung der Störfallbekämpfung durch Einwirkung von außen, z. B.
ungesicherte Zufahrtswege.
Folgende umgebungsbedingte Gefahren sind für die hier betrachtete Anlage jedoch
im Vorfeld auszuschließen und dadurch im weiteren Verlauf nicht mehr zu betrachten:
-
Naturbedingte Zustände
Gemäß Erdbebenzonenkarte der DIN 4149 (Fassung 2005), Helmholz-Zentrum
Potsdam [16] befindet sich die Anlage in keiner Erdbebenzone. Dies bedeutet,
dass ein Schaden an der Biogasanlage vernünftigerweise auszuschließen ist.
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Nach Auswertung der Karte Überschwemmungsgebiete des Daten und Kartendienstes des LUBW [17] sind Hochwasser und Flutwellen vernünftigerweise
auszuschließen, da die Anlage nicht in einem Überschwemmungsgebiet liegt.
Nach Einsichtnahme der Geowissenschaftlichen Übersichtskarten des Regierungspräsidium Freiberg, Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau
[18] sind Bergschäden aufgrund der Lage der Anlage vernünftigerweise auszuschließen.
Die Doppelfoliengasspeicher sind für die örtlichen Windverhältnisse ausgelegt.
-
Einwirkungen durch Wärme/Energie
Eine übergreifende Gefahr durch eine benachbarte Anlage ist aufgrund der Entfernung zu den sicherheitsrelevanten Anlagenteilen des Betriebsbereiches vernünftigerweise ausgeschlossen, da in unmittelbarer Nähe keine anderen sicherheitsrelevanten Betriebe bzw. militärischen Anlagen angesiedelt sind.
-
Verkehrsbedingte Zustände
Der Verkehr innerhalb des Anlagengeländes unterliegt den Regeln der StVO,
die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 10 km/h. Ein Hinweisschild auf die
Gültigkeit der StVO mit der Geschwindigkeitsbegrenzung ist am Zufahrtstor angebracht.
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Eine Gefährdung durch Fahrzeuge auf den vorbeiführenden Straßen
(Zellerbachweg, Bergergasse) ist aufgrund des Verlaufs und der Nutzung
vernünftigerweise auszuschließen.
Flugzeugabstürze auf das Gelände sind im Vorfeld vernünftigerweise auszuschließen, da das Betriebsgelände nicht im Anflugbereich eines Flugplatzes
liegt (Heeresflugplatz Laupheim ca. 8,4 km, Flugplatz Illertissen ca. 8,8 km).
In den Kapiteln 7 und 8 des vorliegenden Konzepts zur Verhinderung von Störfällen
sind die im Betriebsbereich getroffenen Maßnahmen gegen das Wirksamwerden von
relevanten, nicht im Vorfeld auszuschließenden Gefahrenquellen zusammenfassend
im Sinne einer betriebsbereichsübergreifenden Beschreibung dargestellt.
6.2.4 Eingriff Unbefugter
Ursachen, die zum Wirksamwerden der Gefahrenquelle "Eingriffe Unbefugter" führen
können, sind im Wesentlichen:
-
unzulängliche Einfriedung
-
unzureichende Be- und Überwachung der Anlage
-
unzureichende Einweisung Betriebsfremder
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Zusammenfassend können folgende Maßnahmen gegen Eingriffe Unbefugter aufgeführt werden:
-
Zum Schutz vor Eingriff Unbefugter ist der untere Betriebsbereich mit einem
Wall bzw. Stützmauern umgeben.
-
Kameraüberwachung des Zufahrtsbereiches.
-
Während der Betriebszeiten ist qualifiziertes und ausgebildetes Personal in
ausreichender Zahl vor Ort.
-
Durch das Betriebspersonal wird eine Eingangskontrolle durchgeführt.
Darüber hinaus befinden sich relevante Anlagenbereiche innerhalb von geschlossenen Gebäuden (z. B.: Schaltwarte). Der Zugang zu diesen Gebäuden kann nur durch
Personen mit einer entsprechenden Schlüsselberechtigung erfolgen.
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7 Maßnahmen zur Verhinderung von Störfällen
7.1 Allgemeine Grundsätze
Der technische Standard der Biogasanlage ist hoch und entspricht dem aktuellen
Stand der Technik. Dies wird durch regelmäßige Überprüfungen sichergestellt. Falls
erforderlich, werden auf Basis der Überprüfungen technische oder organisatorische
Verbesserungen durchgeführt. Hierfür wird soweit erforderlich qualifiziertes Fachpersonal konsultiert bzw. eingesetzt.
Das Gefährdungspotential der Anlage beruht im Wesentlichen auf der Hochentzündlichkeit des gehandhabten Biogases. Das Sicherheitskonzept beruht daher auf der
Vermeidung von relevanten Freisetzungen und ggf. Zündung dieses Stoffes durch
Handhabung in geschlossenen Systemen und Vermeidung von Zündquellen.
Darüber hinaus werden die Abstandsempfehlungen des technischen Ausschusses
für Anlagensicherheit KAS-18 zur Bauleitplanung vom November 2010, insbesondere
für den im Rohbiogas enthaltenen Schwefelwasserstoff – zunächst unter Berücksichtigung der Abstandsempfehlung ohne Detailkenntnisse gemäß Anhang I KAS-18 –
bei der Konzeption berücksichtigt. Gemäß Anhang I KAS-18 ist für Schwefelwasserstoff ein Achtungsabstand von 800 m (Klasse III) vorzusehen. Dieser wird bei der geplanten Biogasanlage nicht eingehalten.
Die nächstgelegene wohnlich genutzte Bebauung des südlich bis westlich gelegenen
Ortsteils Hörenhausen, befindet sich in einer Entfernung von ca. 266 m. Die Beurteilung dieser Situation erfolgt im nachfolgenden Abschnitt 7.2.
7.2 Schutz gegen/bei Stofffreisetzung von Biogas
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Die Biogasanlage der Energiehof Thanner GmbH & Co. KG ist als geschlossenes
System ausgeführt. Dies ist insbesondere dadurch bedingt, dass der zur Vergärung
und Biogasbildung erforderliche mikrobiologische Prozess unter anaeroben Bedingungen (Sauerstoffmangel) stattfinden muss.
Im Störungsfall, z. B. bei Ausfall der Abnehmer für das produzierte Biogas wird eine
kontrollierte Ableitung über eine fest installierte Gasfackel vorgesehen. Das Biogas
wird dann unmittelbar am Austritt thermisch umgesetzt. Die Alarmierung der Verantwortlichen über eingetretene Störungen erfolgt systemseitig automatisch.
Die Anlagen sind technisch dicht im Sinne der TRBS 2152/TRGS 722.
Zum Behälterschutz sind Überdruckentlastungen installiert. Vor dem Ansprechen der
Überdruckentlastung erfolgt die Inbetriebnahme der Gasfackel. Somit ist ein Austreten des Biogases über diese Entlastungseinrichtungen nur im Fall einer Störung der
Gasfackel zu erwarten.
Für die Freisetzung von Rohbiogas wurde bereits für vergleichbare Biogasanlagen
eine Worst-Case-Betrachtung durchgeführt. Die Freisetzung erfolgt im berücksichtigten Störungsszenario über die zum Behälterschutz installierten Überdruckentlastungseinrichtungen.
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Da die Freisetzung eines unentschwefelten Biogases über diese Einrichtung jedoch
durch eine Vielzahl von Schutzmaßnahmen verhindert wird, ist die Betrachtung als
Dennoch-Störung zu bewerten.
Auf Basis einer Ausbreitungsberechung gemäß VDI 3783 wurde festgestellt, dass
sich das Immissionsmaximum für Schwefelwasserstoff (H2S) bei den ungünstigsten
meteorologischen Verhältnissen in einer Entfernung von 10 m zur Quelle (Überdruckentlastung) befindet. Die maximale Immissionskonzentration liegt dann bei 19,3 mg
H2S/m³ Luft. In einem Abstand von 50 m ergibt sich eine Immissionskonzentration
von 2,6 mg/m³.
Bei der vergleichbaren Rechnung wurde festgestellt, dass der PAC 6-2 Wert von
37,6 mg/m³ für H2S bereits am Immissionsmaximum (10 m Abstand) weit unterschritten wird.
Eine ernste Gefahr durch eine Biogasfreisetzung über die Überdruckentlastung ist
somit vernünftigerweise ausgeschlossen.
7.3 Brandschutzmaßnahmen
Die für die Gesamtanlage erforderlichen Brandschutznahmen sind detailliert in einem
Brandschutzkonzept beschrieben und bewertet. Es ist an die erweiterte Planung anzupassen.
7.4 Explosionsschutzmaßnahmen
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Im Betriebsbereich der Biogasanlage wird mit Stoffen umgegangen, die in der Lage
sind, explosionsfähige Atmosphäre zu erzeugen.
Die Bildung von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre und die zum Explosionsschutz erforderlichen Maßnahmen sind im Rahmen eines Explosionsschutzdokuments (vgl. [13] und [14]) unter Berücksichtigung der Betriebssicherheitsverordnung
(BetrSichV § 3 (2) sowie § 6) beschrieben und bewertet. Das
Explosionsschutzdokument ist an die weitere Planung anzupassen.
7.5 Gewässerschutzmaßnahmen
Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen und Behandeln wassergefährdender Stoffe
sowie Anlagen zum Verwenden wassergefährdender Stoffe im Bereich der gewerblichen Wirtschaft und im Bereich öffentlicher Einrichtungen müssen gemäß § 62 WHG
[22], so beschaffen sein und so errichtet, unterhalten, betrieben und stillgelegt werden, dass eine nachteilige Veränderung der Eigenschaften von Gewässern nicht zu
besorgen ist. Für Anlagen zum Umschlagen wassergefährdender Stoffe sowie zum
Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Silagesickersäften sowie von vergleich
6
PAC = protective action criteria;
Anm.: Der PAC-2-Wert stellt hier den sogenannten Störfallbeurteilungswert dar. Bei Unterschreitung des PAC-2-Wertes ist eine ernste Gefahr im Sinne der Störfallverordnung vernünftigerweise ausgeschlossen.
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baren in der Landwirtschaft anfallenden Stoffen gilt Satz 1 entsprechend mit der
Maßgabe, dass der bestmögliche Schutz der Gewässer vor nachteiligen Veränderungen ihrer Eigenschaften erreicht wird. Die Vorgaben der VAwS [24] zu den Anforderungen gemäß §§ 3, 4 und 7 finden auf Anlagen zum Lagern und Abfüllen von
Jauche, Gülle und Silagesickersäften Anwendung.
Die Biogasanlage und ihre Anlagenteile sind Anlagen im Sinne des § 62 WHG [22]
(§ 19 g WHG (alt)) bzw. der VAwS. Nach § 3 Nr. 1 VAwS [24] sind jedoch einwandige
unterirdische Faulbehälter und einwandige unterirdische Rohrleitungen nicht zulässig. Anlagen mit diesen Anlagenteilen bedürfen einer Ausnahme nach § 7 Abs. 2
VAwS. Dies betrifft den neu zu erstellenden Behälter Fermenter 2 und Gärrestelager
2.
Da die Anlage gemäß Merkblatt Wasserwirtschaftliche Anforderungen an landwirtschaftliche Biogasanlagen [25] errichtet wird, wird durch den Betreiber eine Ausnahmegenehmigung nach § 7 Abs. 2 VAwS für die Anlagenerweiterung beantragt.
Risiken durch das Austreten von Einsatzstoffen und Endprodukten durch defekte
Rohrleitungen, Behälter, Pumpen und Armaturen werden durch das Ausführungskonzept des Betreibers minimiert. Die Sicherheitsregeln für landwirtschaftliche Biogasanlagen [19] sind in diese Konzeption eingeflossen.
Rohrleitungen, Behälter, Pumpen und Armaturen werden nachweislich in Werkstoffen
hoher Festigkeit bzw. Korrosionsbeständigkeit ausgeführt. Dichtigkeitsprüfungen von
Behältern und Rohrleitungen erfolgen nach den einschlägigen DIN-Normen. Eine Leckage wird durch vorgenommene Leckageerkennungsmaßnahmen bemerkt. Rohrleitungsabgänge können direkt am Behälter mit Schiebern verschlossen werden. Der
Bau wird nur von Fachbetrieben mit den einschlägigen Zertifikaten vorgenommen.
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7.5.1 Dichtheit der Behälter und substratführenden Anlagenteile
Die Behälterunterkanten der Fermenter, des Nachgärbehälters und der Gärrestelager
befinden sich nicht im Grundwasser. Für diese Behälter ist / wird eine Leckageerkennung angelegt. Diese besteht aus einer Kunststoffdichtungsbahn (1,0 mm PE-Folie)
und einer Drainmatte (Vlies) ohne Gefälle aber mit bereits erfolgter Einzelzulassung
für diesen Zweck. Es wird erwogen ein zweischichtiges, dreidimensionales und
druckstabiles geosynthetisches Dränkomposit mit hohem Wasserableitvermögen einzusetzen. Um den Behälter ist / wird eine Ringdrainage verlegt, welche mit Kontrollrohren ausgestattet sind.
7.5.2 Entwässerungskonzept
Das Entwässerungskonzept ist in den Anlagenunterlagen dargestellt.
Im Einzelnen wird wie folgt entwässert.
-
Anfallendes Oberflächenwasser, das Substratzellwasser enthält und separiertes
Prozesswasser aus den Fahrsilos 1 und 2 und der Vorplatte, wird über eine Aufnahmerinne vor den Fahrsilos in die Sickerwassergrube 1 entwässert, dort gesammelt und dem Fermentationsprozess zugeführt (Bestand).
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-
Die Oberflächenwasser und separiertes Prozesswasser von der Fassbefüllstation werden in die Sickerwassergrube 1 entwässert (Bestand).
-
Oberflächenwasser, Silagesickersäfte vom Fahrsilo 3 und der Fahrsilovorplatte
werden über Einlaufschächte der Sickerwassergrube 2 zugeleitet, dort gesammelt und zur Verdünnung des Substrats im Fermenter 2 verwendet.
-
Das auf den Behältern und dem Maschinenhaus anfallende Oberflächenwasser
(Niederschlagswasser) versickert im umliegenden Erdreich oder fließt dem
tiefsten Punkt des Havariebeckens zu. Der nicht verdunstende Teil kann manuell auf benachbarte unbefestigte Flächen übergeleitet werden.
-
Für anfallendes Oberflächenwasser auf nicht befestigten Anlagenflächen wird
keine Entwässerung benötigt.
7.5.3 Rückhaltung von Leckagen
Auf Grund baulicher Schutzmaßnahmen (Anfahrschutz usw.) und der konstruktiven
Auslegung der Befüll- und Entnahmeleitungen der Behälter, ist ein Rohrleitungsversagen oder -abriss vernünftigerweise auszuschließen.
Aufgrund der vorliegenden Nähe der Anlage zu Gewässern (Zellerbach, ca. 270 m
nördlich), dem Geländegefälle (zwischen 2 und 6 %) von Süd nach Nord und zur Absicherung des Restrisikos mit Auslaufen des größten Behälters (Gärrestelager 2 [Erweiterung], Austrittsvolumen 7 max. 3.223 m³) ist im nörd- und westlichen Bereich der
BGA ein Havariewall (Kronenhöhe: 538,5 mNN) mit einem Auffangvolumen von
3.231 m³ errichtet.
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Damit ist sichergestellt, dass auch für den sehr unwahrscheinlichen Fall eines Behälterversagens, wassergefährdende Stoffe innerhalb des Betriebsbereiches zurückgehalten werden können und nicht nach außerhalb gelangen. Der Erdwall aus Bodenaushub und der Untergrund sind bis zur Wirksamkeit entsprechender Maßnahmen
als ausreichend dicht einzustufen.
7.5.4 Öllagerung
Die Ausführung der u. g. Anlagenteile entspricht den Anforderungen der Verordnung
über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe
(VAwS) [24].
Die Frisch- und Altöle für die BHKW-Anlage werden bis zu einer Menge von 200 l im
Maschinenraum gelagert. Die Anlieferung / Abholung erfolgt turnusmäßig nach Bedarf.
7
Einbau Behälterboden ca. 1,8 m unter der Erdoberfläche, Füllung bis max. 0,5 m unter der
Oberkante, max. mögliche Absenkung des Gärsubstratniveaus um 3,55 m bis Einstellung
gleiche Niveauhöhe im Havariebecken und Behälter
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7.6 Sonstiges
7.6.1 Notstromversorgung
Eine Notstromversorgung ist nicht erforderlich. Die Notgasfackel funktioniert ohne
Strom (netzunabhängige Steuerung und automatische Zündung mit Flammüberwachung, 12V Batterie).
Die sicherheitsrelevanten Anlagenteile werden bei Stromausfall in den sicheren Zustand (fail safe) gefahren.
Für den Fall einer Unterbrechung der Stromversorgung steht für den Notbetrieb der
Rührwerke ein Notstromaggregat dauerhaft auf der Anlage zur Verfügung.
7.6.2 Blitzschutz
Für die Anlage wurde eine Schadensrisikobewertung [14] nach IEC 62305-2 durchgeführt. Unter Berücksichtigung der Geländestruktur, in die die Biogasanlage integriert ist, bzw. deren maximale Gebäude- und Anlagenhöhe ist das Risiko eines direkten Blitzeinschlages gemäß internationaler Norm IEC 62305-2 mit 0,089 Blitzeinschlägen in die bauliche Anlage pro Jahr als äußerst gering zu bewerten. Das Risiko
von Zerstörungen durch Feuer, Explosion, mechanischen und chemischen bei direktem Einschlag in die Anlage, liegt bei 2,68 x 10-6. Gefährdung durch direkten oder indirekten Blitzschlag sowie schwere Folgen auf Grund eines Blitzeinschlages sind
demnach vernünftigerweise ausgeschlossen. Nach Landesbauordnung für Baden–
Württemberg (LBO) Dritter Teil § 15 Absatz 2 ist demnach eine Blitzschutzanlage
nicht zwingend erforderlich.
Die Anlage wird durch innere Blitzschutzmaßnahmen geschützt. Der Übergang von
Blitzschutzzone 0 nach Blitzschutzzone 1 ist mit blitzstromtragfähigen Geräten versehen.
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8 Organisatorische Schutzmaßnahmen/Sicherheitsmanagement
Nachfolgende Ausführungen zum Sicherheitsmanagement gemäß Störfallverordnung
beziehen sich auf den derzeitigen Planungsstand Februar 2013 und beschreiben die
angedachten Maßnahmen für den späteren Anlagenbetrieb. Die Vorschläge sind
durch den Betreiber an die tatsächliche Planung bzw. die Vorgaben der zuständigen
Genehmigungsbehörde anzupassen und in der Betriebsdokumentation (Betriebshandbuch) verbindlich zu dokumentieren.
Die Biogasanlage der Energiehof Thanner GmbH & Co. KG verfügt über ein Sicherheitsmanagementsystem. Die sicherheitsrelevanten Abläufe, insbesondere gemäß
StörfallV, werden in der Betriebsdokumentation der Biogasanlage beschrieben und
dokumentiert. In dieser Dokumentation (Betriebshandbuch) sind für Normalbetrieb,
Instandhaltung, Betriebsstörungen und die für die Betriebssicherheit der Anlage erforderlichen Maßnahmen festzulegen sowie die Aufgaben und Verantwortungsbereiche des Personals, die Arbeitsanweisungen sowie die Informations- und Aufbewahrungspflichten (Betriebstagebuch, Informationspflichten gegenüber Behörden) festzulegen. Sie ist fortzuschreiben.
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8.1 Organisation und Personal
8.1.1 Aufgaben und Verantwortung der Führungskräfte
Aufgaben und Befugnisse der hinsichtlich Sicherheit wesentlichen Funktionen innerhalb des Betriebsbereichs sind in den Aufgabenbeschreibungen, die die geforderten
Mindestanforderungen beinhalten, dargestellt.
Die Organisationsstruktur wird in einem Organigramm dargestellt.
Zwei Personen in der Biogasanlage müssen eine Betreiberschulung gemäß Technische Information 4, Sicherheitsregeln für Biogasanlagen der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nachweisen.
8.1.2 Beauftragtenstruktur
Für den Betrieb der Biogasanlage sind die folgenden Beauftragten bestellt worden:
-
Fachkraft für Arbeitssicherheit (Betreuungsmodell gemäß Anhang I BGV A2)
-
Sicherheitsbeauftragter (freiwillig)
Die Aufgaben und Befugnisse der Beauftragten sind in den entsprechenden Funktions-/ oder Stellenbeschreibungen beschrieben.
8.1.3 Schulung von Personal und Fremdfirmen
Schulung von Mitarbeitern
Die Durchführung von Schulungen/Unterweisungen, insbesondere Sicherheitsschulungen, erfolgt für alle Mitarbeiter erstmalig bei der Arbeitsaufnahme und danach in
regelmäßigen Abständen.
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Die Organisation der Schulungen erfolgt in folgenden Schritten:
-
Ermittlung des Schulungsbedarfs der Mitarbeiter
-
Entwicklung des Schulungsplans
-
Durchführung der Schulungen
-
Bewertung der durchgeführten Schulungen
Die Geschäftsführung ermittelt jährlich den notwendigen Schulungsbedarf für alle
Mitarbeiter, die umwelt- und sicherheitsrelevante Tätigkeiten durchführen. Dabei
werden gesetzliche Anforderungen und potentielle Gefahren am Arbeitsplatz (gemäß
durchgeführter Gefährdungsbeurteilung) berücksichtigt. Im Rahmen der Ermittlung
wird in Absprache mit den Mitarbeitern ein Schulungsplan aufgestellt, in dem Termin
und Themen der Schulungen aufgenommen werden. Die Schulungen werden im
Rahmen von Unterweisungen, Vorträgen, Seminaren sowie internen und externen
Schulungen durchgeführt.
Erfolgte Schulungen werden auf einer Teilnehmerliste festgehalten und vom Teilnehmer unterschrieben. Schulungsplan und Teilnehmerliste werden im Betriebshandbuch abgelegt.
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Die Effektivität der Schulungen wird von der Geschäftsführung bewertet und mit den
Teilnehmern besprochen.
Unterweisung von Fremdfirmenmitarbeitern
Vor Arbeitsaufnahme erhalten Mitarbeiter von Fremdfirmen durch den Betriebsleiter
eine Unterweisung, insbesondere eine Sicherheitsunterweisung, die auch den ordnungsgemäßen Umgang mit den anfallenden Stoffen umfasst. Die durchgeführte
Unterweisung ist von diesen Mitarbeitern durch Unterschrift zu bestätigen. Außerdem
wird ein Merkblatt übergeben, in dem die wichtigsten Verhaltensregeln (Sicherheitsregeln) aufgeführt sind.
8.1.4 Auswahl von Personal und Fremdfirmen
Personal
Die Mitarbeiter sind die tragenden Säulen des Anlagenbetriebs. Deshalb wird der
Mitarbeiterqualifikation besondere Bedeutung beigemessen. Durch den Einsatz von
erfahrenem und fachlich ausgebildetem Personal sowie umfangreichen internen und
externen Weiterbildungsmaßnahmen unter Berücksichtigung von ökologischen Fragestellungen wird die Mitarbeiterqualifikation ständig auf hohem Niveau gehalten.
Zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Betriebs in den Betriebseinheiten, auch
im Hinblick auf Umweltauswirkungen und Sicherheitsbetrachtungen, wird auf einen
festen Bestand an eingearbeiteten und eingewiesenen Mitarbeitern gezählt.
Die genauen Anforderungen an das Personal sind in den Aufgabenbeschreibungen
festgehalten. Hierin sind auch die Kompetenzen der Aufgaben- / Funktionsträger
festgelegt.
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Grundsätzlich werden nur Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt, die für die gestellten Aufgaben aufgrund ihrer Berufsausbildung und ggf. Zusatzqualifikationen, die
entsprechende Basisqualifikation besitzen.
Fremdfirmen
Von Fremdfirmen durchgeführte Leistungen können für die Umweltauswirkungen sowie die Sicherheit des Anlagenbetriebs entscheidend sein.
Aus diesem Grund sind alle zum Einsatz kommenden Lieferanten und Subunternehmer dazu verpflichtet, auf dem Betriebsgelände vergleichbare Anforderungen an den
Umweltschutz und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, wie die Mitarbeiter selbst.
8.2 Ermittlung und Bewertung von Gefahren von Störfällen
In regelmäßigen Abständen und bei Durchführung von wesentlichen Anlagen- und
Verfahrensänderungen werden, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Anlagenbereichen bzw. -teilen und kritischen Sicherheitssystemen, Risikobetrachtungen und untersuchungen durchgeführt, bei denen mögliche Gefahren hinsichtlich Sicherheit,
Gesundheit und Umwelt identifiziert und mögliche Auswirkungen und Wahrschein
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lichkeiten sowie vorbeugende und begrenzende Maßnahmen ermittelt und bewertet
werden.
Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Bewertungen/Untersuchungen werden vorhersehbare Notfälle ermittelt, die für die Notfallplanung herangezogen werden.
8.3 Überwachung des Betriebs
Betriebstagebücher
Es werden Betriebstagebücher geführt, die alle für den Betrieb der Anlage wesentlichen Daten enthalten.
Dies sind insbesondere:
a) Art, Menge, Herkunft, Lieferscheine (bei Fremdanlieferung) für die Einsatzstoffe
b) Art, Menge und Verbleib des Gärsubstrats mit Flächennachweis (Eigenverwertung, Abnahme-/Pacht- und Kaufverträge mit namentlich aufzuführenden Betrieben)
c) Wartungsarbeiten und wesentliche Reparaturarbeiten sowie sämtliche Änderungen der Motoreinstellung
d) Besondere Vorkommnisse, vor allem Betriebsstörungen (z. B. Gasaustritt etc.)
einschließlich Ursachen und der durchgeführten Abhilfemaßnahmen
e) Ergebnisse der Überwachung des CH4- und H2S-Gehaltes des Biogases
f)
Betriebszeiten und Stillstandszeiten der Anlage
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g) Art und Umfang von Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen
Das Betriebstagebuch ist arbeitstäglich fortzuschreiben und vom Betriebsleiter regelmäßig, mindestens jedoch monatlich, zu überprüfen. Es kann mittels elektronischer
Datenverarbeitung geführt werden, ist dokumentensicher anzulegen und vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Es muss jederzeit einsehbar sein und in Klarschrift vorgelegt werden können.
Hinweis: Bei Bedarf sind die Aufzeichnungen der Genehmigungsbehörde auf Datenträger zu übermitteln; das erforderliche Datenformat ist mit der Genehmigungsbehörde abzustimmen.
Das Betriebstagebuch ist mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren und auf Verlangen der Genehmigungsbehörde vorzulegen.
Innerhalb von drei Monaten nach Ablauf eines jeden Kalenderjahres ist dem zuständigen Landratsamt (LRA) eine Jahresübersicht mit folgenden Angaben vorzulegen:
-
Betriebsstörungen, Stillstandszeiten, Verbleib von Fehlchargen
-
Art und Menge der Einsatzstoffe
-
Verbleib der restlichen Abfälle
-
Betriebsstunden der Motoren
-
Erzeugte Einspeisung in kWh
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Eine Änderung der Einsatzstoffpalette oder eine Erhöhung der Einsatzstoffmenge sowie jede andere Änderung der Lage, der Beschaffenheit oder des Betriebs der Anlage, die sich auf die in § 1 BImSchG genannten Schutzgüter auswirken kann, ist dem
zuständigen LRA ein Monat vor Beginn der Änderung anzuzeigen, damit über die
Genehmigungsbedürftigkeit entschieden werden kann.
Kontrollgänge/Betriebsbegehungen
Es werden regelmäßig Kontrollgänge durch das Anlagenpersonal, den Betriebsleiter
und die Betriebsbeauftragten durchgeführt. Einbezogen werden vor allem die Bereiche, die kein ständiger Arbeitsplatz sind.
Die Ergebnisse der Kontrollen werden im Betriebstagebuch bzw. bei dem jeweiligen
für die Begehung Beauftragten dokumentiert. Etwaige Unregelmäßigkeiten im bestimmungsgemäßen Betrieb werden dabei festgestellt und gemeldet. Es werden umgehend Maßnahmen zur Überprüfung und Beseitigung der Unregelmäßigkeiten eingeleitet.
Instandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung)
Der ordnungsgemäße Zustand aller Anlagenteile wird durch vorbeugende und geplante Instandhaltung gewährleistet.
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Die Wartung und Inspektion ist ein wichtiger Prozessbestandteil und dementsprechend in den allgemeinen und anlagenbezogenen Arbeitsanweisungen im Handbuch
festgelegt. Die bei Wartungsarbeiten zu treffenden Schutzmaßnahmen sind zusätzlich dezentral z. B. mit Betriebsanweisungen nach § 14 GefStoffV (Gefahrstoffverordnung) beschrieben.
Die vor Ort Verantwortlichen sind für die ordnungs- und fristgemäße Durchführung
der Instandhaltungsarbeiten zuständig. Auf eine regelmäßige Wartung der Anlagen
und Aggregate gerade im Hinblick auf die Funktionstüchtigkeit der umwelt- und sicherheitsrelevanten Bereiche wird besonders geachtet.
Der ordnungsgemäße Zustand aller Anlagenteile wird ebenfalls durch Instandhaltungsmaßnahmen gewährleistet. Die in der Biogasanlage durchgeführte vorbeugende und geplante Instandhaltung beruht auf den Erkenntnissen aus:
-
Routinerundgängen zwecks frühzeitiger Erkennung von Mängeln
-
Anlagenbegehungen in regelmäßigen Abständen
-
Kontrollen des angewandten Arbeitsschutzes durch Betriebsleitung und Sicherheitsfachkraft
-
durchgeführten Prüfungen
Können Instandhaltungsmaßnahmen nicht selbst ausgeführt werden, so wird die
Fremdvergabe veranlasst.
Die gesamte Anlage mit allen technischen Einrichtungen wird mittels Wartungsdokumentation und über eigens erstellte Excel Dateien über die durchzuführenden Maßnahmen sowie Einhaltung der vorgegebenen Prüfintervalle überwacht.
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Weiterhin findet regelmäßig eine umfassende Prüfung der sicherheitstechnischen
Einrichtungen ggf. durch zugelassene Stellen statt, in der die Einhaltung der Sicherheitsanweisungen überprüft wird.
Eine Überprüfung beauftragter Fremdfirmen erfolgt durch den verantwortlichen Auftraggeber der Biogasanlage in Form von regelmäßigen Rundgängen. Bei größeren
Bauvorhaben erfolgt die Überwachung gemäß der Baustellenverordnung (BaustellenV) durch den Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo).
Arbeits-/ Betriebs-/Verfahrensanweisungen
Relevante schriftliche Anweisungen zu den Themen Arbeitsschutz, Umweltschutz
und Anlagensicherheit sind im Betriebshandbuch hinterlegt.
8.4 Sichere Durchführung von Änderungen
Anlagen- und Verfahrensänderungen werden gemäß bestehenden Vorgaben durchgeführt.
Vor Inbetriebnahme der geänderten Anlagen oder Verfahren erfolgt im Rahmen der
Inbetriebnahmeprüfung eine Kontrolle, ob alle internen und gesetzlichen Anforderungen, insbesondere hinsichtlich Anlagensicherheit, erfüllt sind.
8.5 Planung für Notfälle
Für den Betriebsbereich liegt ein Alarmplan vor, in dem die Planung für Notfälle eindeutig geregelt ist. Er wird jährlich überprüft und ggf. aktualisiert.
Es werden regelmäßige Übungen mit der örtlichen Feuerwehr durchgeführt. Etwa alle
zwei Jahre erfolgt eine Übung hinsichtlich der Benutzung von Handfeuerlöscher.
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8.6 Überwachung der Leistungsfähigkeit des Sicherheitsmanagementsystems
Der Betreiber der Biogasanlage legt in Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter und
den Betriebsbeauftragten Indikatoren, wie z. B. Anzahl der Unfälle, Anzahl der Betriebsstörungen, Soll-Ist-Abgleich der Anzahl der Sicherheitsschulungen, Anzahl kritischer Alarme fest, die für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Sicherheitsmanagementsystems relevant sind.
Des Weiteren werden zur Prüfung der Anwendung und Wirksamkeit des Sicherheitsmanagementsystems in regelmäßigen Abständen auf der Grundlage eines Jahresplanes interne Audits durchgeführt. Der Jahresplan wird von der Geschäftsleitung erstellt. Darüber hinaus werden auf Veranlassung bei wesentlichen Änderungen oder
bei gravierenden Problemen, außerplanmäßige Audits durchgeführt.
Die Ergebnisse der internen Audits, festgestellte Abweichungen und Korrekturmaßnahmen werden vom Auditleiter schriftlich im Auditbericht festgehalten. Für die
Durchführung der Korrekturmaßnahmen werden Verantwortlichkeiten und Termine
festgelegt.
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Meldung und Auswirkungen von Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs.
Bei Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebes erfolgt eine unverzügliche Meldung durch die Mitarbeiter an den jeweiligen Vorgesetzten und an die Geschäftsführung. Unter Berücksichtigung der Anforderungen des § 19 StörfallV in Verbindung mit
Anhang VI StörfallV erfolgt auch eine unverzügliche Meldung an die zuständigen Behörden.
Im Nachgang eines eingetretenen Ereignisses erfolgt eine Ursachenermittlung und
darauf aufbauend werden Maßnahmen zur zukünftigen Verhinderung solcher Ereignisse erarbeitet. Die daraus resultierenden Korrekturmaßnahmen werden festgelegt
und protokolliert.
Die anschließende Umsetzung der Maßnahmen wird überwacht.
8.7 Systematische Überprüfung und Bewertung
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Die Geschäftsführung verpflichtet sich, mit Unterstützung der Betriebsbeauftragten,
regelmäßig den Zustand und die Wirksamkeit des Sicherheitsmanagementsystems
zu beurteilen.
Dr. Ralph Semmler
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Ing. Steffen Lehmann
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Anlagen
1. Lageplan
2. Anlagenansichten
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3. Verfahrensschema / Fließbild
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Anlage 1 Lageplan
Auszug, Lageplan (Erweiterung), Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co.
KG, Maßstab 1 : 500, NQ-Anlagentechnik GmbH, Vorabzug Stand 22.03.2013 [6].
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Anlage 2 Anlagenansichten
Auszug, Ansichten Erweiterung, Biogasanlage Energiehof Thanner GmbH & Co. KG,
Maßstab 1 : 250, NQ-Anlagentechnik GmbH, Vorabzug Stand 22.02.2013 [7].
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Anlage 3 Verfahrensschema / Fließbild
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In Arbeit wird nachgereicht
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