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kma report bauen & planen 07/2014 - kma Online

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kma – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin | www.kma-online.de | Juli 2014 | ISSN: 1615-8695
2014
Kundenorientiert
Foto: Klinikum Darmstadt/TMK/archimeda
Lange wurden Krankenhäuser um den Chefarzt herum gebaut und
organisiert. Jetzt rückt immer stärker der Patient in den Mittelpunkt.
Zehn aktuelle Bauprojekte
Es geht auch anders
Innenraumgestaltung
Traumhimmel überm Tomografen
INHALT
Juli 2014
HOSPITALTECHNIK
PLANUNGSGESELLSCHAFT
Das Ganze sehen. Das Detail kennen.
planen & beraten
Medizintechnik
Innovationen
intelligent integrieren
Betriebsorganisation
Abläufe verbessern,
Strukturen entwickeln
Informationstechnik
Strategisch planen,
erfolgreich umsetzen
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2
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PLANUNGSGESELLSCHAFT mbH
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IT-Branchen-Report der Krankenhaus Unternehmensführung
report bauen & planen
Monat
Juli 2012
2014 | 1.
7. Jg
INHALT
Juli 2014
Nachrichten
4
Bauaktivitäten deutscher Krankenhäuser
„Wir bleiben auf sehr hohem Niveau“
6
Patientenmarketing
Umweltfreundlichkeit als Imagefaktor
8
Zehn aktuelle Klinikbauprojekte
Es geht auch anders
Bauen & Ausstatten
28
Olgahospital und Frauenklinik – Klinikum Stuttgart
Schiffe, Bären, Schmetterlinge
32
Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Foto: HDR TMK (Stüber)
Aktuelle Bauprojekte
8
Es geht auch anders: Zehn besonders kundenorientierte aktuelle
Bauprojekte haben wir für Sie ausgesucht. Sie zeigen: Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Ästhetik müssen keine Widersprüche sein.
Farben, Flächen, Fluchten
33
Schwarzwald-Baar-Klinikum
Das Haus der Blickfänge
34
Innenraumgestaltung
38
Barrierefreies Krankenhaus
Traumhimmel überm Tomografen
Mehr als das Behinderten-WC
42
Grünanlagen
Natur als Genesungshilfe
52
Badezimmer
Von der Nasszelle zur Komfortzone
Unternehmensnachrichten
55
HWP steht für integrierte Krankenhausplanung
BIM – Die neue DNA für Bauprojekte
56
Duschflächen
„Jede Fuge ist eine zu viel“
58
Bedarfsdefinition beschleunigt Projektabläufe
Kostenrisiken in Bauprojekten steuern
59
Hospitaltechnik Planungsgesellschaft mbH
Das Ganze sehen. Das Detail kennen
Rubriken
60
Sich neue Dinge einfallen lassen
Entertainment-Systeme
Hollywood am Krankenbett
48
EDITORIAL
Grüne Liste
62
Anzeigen- und Produktweltenindex
62
Impressum
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Im Mittelpunkt steht der Patient?! Es klingt so banal und naheliegend, dass man den Kopf darüber schütteln mag, dass es nicht
längst flächendeckend Standard ist. Oft war und ist es die Figur
des Chefarztes, um die herum Krankenhäuser geplant, gebaut
und organisiert wurden oder noch werden. Ein Wandel hin zu
einem zeitgemäßeren ärztlichen Standesbewusstsein und eine
lebhaftere Konkurrenz bringen oder zwingen Kliniken dazu, ihr
Weltbild auf den Stand des 21. Jahrhunderts zu bringen und den
Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Denn auch deren Bewusstsein verändert sich – egal, ob sie medizinische Leistungen
nun freiwillig oder unfreiwillig in Anspruch nehmen. Die Patienten
oder Kunden werden immer mehr von Objekten zu Subjekten, die
selbstbewusster werden in ihrer Hilfsbedürftigkeit und sich bewusster entscheiden: für bestimmte Krankenhäuser und Behandlungsmethoden oder dagegen. Das Internet-Zeitalter mit seiner
Demokratisierung der Informationen pusht diese Entwicklung.
Viele Krankenhäuser stellen sich dieser Riesenherausforderung
bei Neubauten oder Sanierungen überraschend sportlich, engagiert und einfallsreich – ja fast freudig. Das Banale knallhart zu
tun ist freilich inzwischen auch Notwendigkeit: Es ist ein Schlüssel zum Erfolg. Wenn man schon nicht ins Krankenhaus will –
dann geht doch lieber in ein tolles!
Viel Freude und Inspiration bei der Lektüre wünscht Ihnen
Adalbert Zehnder, Redakteur
3
NACHRICHTEN
Bauaktivitäten nach Bundesländern
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
laufende Bauprojekte
202
Bayern
201
Baden-Württemberg
120
Niedersachsen
96
Hessen
90
Rheinland-Pfalz
75
Schleswig-Holstein
42
Sachsen
27
Berlin
26
Sachsen-Anhalt
26
Hamburg
22
Mecklenburg-Vorpommern
16
Saarland
16
Brandenburg
15
Thüringen
14
Bremen
7
Summe
995
Quelle: Schwab Marketing/Marktstudie „Krankenhausbauprojekte
in der Bundesrepublik Deutschland, 2014 und Folgejahre“
Gerd Schifferdecker: Seit mehr
als 35 Jahren beobachtet und
registriert die von ihm geführte
Unternehmensberatung Schwab
Marketing die Bauprojekte im
deutschen Gesundheitswesen.
BAUAKTIVITÄTEN DEUTSCHER KRANKENHÄUSER
„Wir bleiben auf sehr hohem Niveau“
Die Münchner Unternehmensberatung Schwab Marketing
führt ein einzigartiges Register über die Bauprojekte stationärer Einrichtungen. Nach ihren Erkenntnissen sind derzeit
rund 1.000 Projekte am Laufen, mit einem Investitionsvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro.
Bauprojekte nach Typen
Anzahl
Erweiterung
385
Sanierung
368
Neubau/Ersatzneubau
229
Nutzungsumwandlung
13
Quelle: Schwab Marketing
Stand der Bauprojekte
Status
in Planung
Anzahl
492
vor Bau
37
im Bau
398
fast fertig
68
Quelle: Schwab Marketing
Momentaufnahme: Die Schwab-Studie erfasst jedes Jahr schlaglichtartig die definitiv
laufenden Klinikbauprojekte. Deren Zahl und
das Investitionsvolumen beziehen sich dabei
nie isoliert auf das Jahr der Veröffentlichung.
4
„Es wird sehr viel gebaut, es wird sehr viel verbessert“: Dieses Lagebild zeichnet der Geschäftsführer von Schwab Marketing Gerd
Schifferdecker. Wenige in Deutschland haben einen derart detaillierten Überblick über Bauprojekte im Gesundheitswesen wie er.
Seit mehr als 35 Jahren veröffentlicht die in München ansässige
Unternehmensberatung ihre jährlich aktualisierte Marktstudie –
ein Zahlenwerk, das die Bauprojekte von Krankenhäusern, Vorsorge- und Reha-Einrichtungen ab einer Größenordnung von etwa
einer Million Euro Investitionsvolumen erfasst.
In der kürzlich aufgelegten Marktstudie „Krankenhausbauprojekte
in Deutschland 2014 und Folgejahre“ registrierte das Unternehmen
995 Projekte, die konkret in Planung sind, vorm Baubeginn stehen,
sich bereits im Bau befinden oder fast fertiggestellt sind (Stichtag
war der 31.12.2013). 40 Prozent dieser Bauprojekte werden in den
beiden – nach Einwohnerzahl beziehungsweise Fläche – größten
deutschen Bundesländern abgewickelt: In Nordrhein-Westfalen
sind es 202, in Bayern 201. Unter den Projekttypen führt der Erweiterungsbau vor Sanierung und Neubau. Unter den Ergebnissen der
Studie sind Schifferdecker einige Zahlen besonders aufgefallen,
ohne dass er in sie einen Trend hineininterpretiert sehen möchte:
Rund 25 Prozent der Projekte haben mit dem OP-Bereich zu tun.
Rund 20 Prozent betreffen den Bereich der Psychiatrien. Und weitere zehn Prozent den Bereich Instrumentensterilisation.
Adalbert Zehnder
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Foto: Schwab Marketing
Art der Baumaßnahme
NACHRICHTEN
KUNDENORIENTIERT BAUEN
Innovationsquelle Personal
Warum ist es wichtig, dass Kliniken Kranke nicht nur als „Patienten“ betrachten,
sondern in ihnen ihre „Kunden“ erkennen?
Die Krankenhausdichte ist weiter hoch, der
wirtschaftliche Druck steigt. Planung hat
primär die Aufgabe, eben nicht mehr den
Charakter eines Krankenhauses widerzuspiegeln. Der Patient muss sich unbedingt
Die Planungsphase benötigt Zeit. In der
Vergangenheit war die Zeitspanne bei vielen Projekten zu kurz. Die Bauzeit hingegen
wurde durch zu viele Änderungen unnötig
verlängert. Das kostet Zeit und Geld. Meine
Botschaft lautet deshalb: zielstrebig fertigstellen statt ständig ändern.
Stephan Süß: „Die kompetentesten Wissensträger in einem Projekt sind erfahrungsgemäß
die eigenen Mitarbeiter.“
wohlfühlen. Bisherige Randthemen wie die
Aufenthaltsqualität kann ein Patient deutlich besser bewerten als seine medizinische Versorgung.
Welche Ratschläge geben Sie als Krankenhausberater fürs Planen und Bauen?
Zu Ihrer Unternehmensphilosophie gehört
es, Kliniken bei Baumaßnahmen nicht nur
frühzeitig zu beraten, sondern auch die
Mitarbeiter systematisch mit ins Boot zu
holen. Was ist der Grund dafür?
Die kompetentesten Wissensträger in einem Projekt sind erfahrungsgemäß die
eigenen Mitarbeiter. Wir nutzen dieses
Potenzial, indem wir Wissen sammeln, kanalisieren und aufarbeiten.
adi
Foto: Hospitaltechnik Planungsgesellschaft mbH
Vor genau 40 Jahren wurde die Hospitaltechnik Planungsgesellschaft GmbH gegründet. Seither begleitet die Krefelder
Unternehmensberatung Kliniken dabei,
Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen
frühzeitig zu reflektieren, um Entscheidungen adäquat und nachhaltig zu treffen.
Ein kma-Gespräch mit Geschäftsführer
Stephan Süß über die Bedeutung der Kundenorientierung bei Gesundheitsbauten.
Hygienemaßnahmen von Anfang an!
Sie sind intelligent, modern und vielfach
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alles in einem – wir geben unseren Stoffen
nur gute Eigenschaften.
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Ein weiteres Referenzobjekt:
Klinik am Kurpark,
| Juli 2014
report bauen & planen
Bad7. Jg.
Wildungen
5
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NACHRICHTEN
Die Kunst,
Erfolgsgeschichten
zu schreiben.
PATIENTENMARKETING
Umweltfreundlichkeit als Imagefaktor
Viele Krankenhäuser sehen in einem „grünen“ Image einen
Pluspunkt, um Patienten anzuziehen. Ein Pilotprojekt der Umweltschutzorganisation BUND und der Stiftung Viamedica unterstützt Kliniken jetzt dabei, Energieverbrauch und -kosten
mit minimalinvestiven Mitteln zu senken.
Analysieren. Finanzieren. Realisieren.
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Ihr Vorhaben von der ersten Idee bis zur erfolgreichen
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Ohne viel Geld in die Hand zu nehmen, bis zu zehn Prozent an
Energiekosten einsparen: Das ist das Ziel eines jetzt gestarteten
Projekts des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) und der Stiftung Viamedica. Offizielle Bezeichnung des
Projekts, das vom Bundesumweltministerium im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird: „Klima-Manager für
Kliniken“, kurz: Klik. Die größte deutsche Umweltschutzorganisation und die am Uniklinikum Freiburg entstandene „ViamedicaStiftung für eine gesunde Medizin“ bieten einer begrenzten Zahl
von 50 Krankenhäusern und Reha-Kliniken die Möglichkeit, Energiesparexperten ausbilden zu lassen. Das Projekt richtet sich an
Häuser, die technisch noch nicht durchmodernisiert und bei denen
Einsparpotenziale greifbar sind (Energieverbrauch höher als mittlere Verbrauchswerte nach VDI-Richtlinie 3807).
Pro Einrichtung kann sich eine ausgewählte Person in einem Seminar zum Klima-Manager oder Klima-Managerin ausbilden lassen.
Deren Qualifizierung erfolgt in einer zweitägigen Basisschulung
und einer darauf aufbauenden, dreiteilige Workshop-Reihe zur Planung und Umsetzung spezifischer Aktivitäten. Das erste Basis-Seminar findet im Oktober statt. Während der gesamten zweijährigen
Projektlaufzeit von 2014 bis Ende 2016 werden die teilnehmenden
Krankenhäuser von BUND und Viamedica fachlich und strukturell
dabei begleitet, Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen in die
Tat umzusetzen. Diese Begleitung ist gratis. Was Kliniken aufwenden müssen, sind eine Seminargebühr von circa 500 Euro, Reisekosten und die Freistellung der jeweiligen Person. Damit sich
6
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
NACHRICHTEN
Aushängeschild: Die Karl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn (oben) und
die Stadtklinik Frankenthal schmücken sich – und damit sind sie nicht
allein – mit krankenhaustypischen, imagefördernden Plaketten: Ein
Label für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehört dazu
oder für die Beteiligung an der „Aktion Saubere Hände“ gegen Krankenhausinfektionen. Aber sie tragen auch ein nicht ganz so Alltägliches: das
Gütesiegel „Energiesparendes Krankenhaus“ der Umweltschutzorganisation BUND. 42 Kliniken haben dieses Siegel für ein vorbildliches Engagement beim Energiesparen und für den Klimaschutz bisher erhalten.
Wer das nur temporär für fünf Jahre verliehene Prädikat länger tragen
will, muss sich ziemlich anstrengen. Den beiden Kliniken war dies die
Sache wert. Sie sind die Ersten in diesem Jahr, die die Plakette – erstmals oder wieder – erhalten. Jetzt, im Juli, werden sie ausgezeichnet.
Einsparpotenziale sehen die Initiatoren insbesondere in den Bereichen Heizung, Klimatisierung und Beleuchtung. „Es lässt sich
einiges an Energie sparen, wenn beispielsweise die technischen
Anlagen an den tatsächlichen Bedarf angepasst, effizientere
Leuchtmittel oder Bewegungsmelder installiert werden“, sagt
Projektleiterin Annegret Dickhoff vom BUND. Auch eine Änderung
des Nutzerverhaltens zahle sich aus und könne eine lohnenswerte
Maßnahme sein.
Neben der Qualifizierung von 50 Klima-Managern/-innen zielt das
Projekt darauf ab, den Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen
je Einrichtung um mindestens zehn Prozent zu reduzieren. Damit
werden im Rahmen des Projekts insgesamt mindestens 30.000
Tonnen weniger CO2 in die Atmosphäre gelangen. BUND und Viamedica halten in den teilnehmenden Kliniken eine Energiekosteneinsparung von sechs bis zehn Prozent für realistisch.
Adalbert Zehnder
Fotos: Karl-Jaspers-Klinik/Stadtklinik Frankenthal
die Reisekosten in Grenzen halten, wird je eine Schulung in Nord-,
Süd-, Ost- und Westdeutschland angeboten.
VISANO
UNTERSUCHUNGSLEUCHTE
Die VISANO ist ein wahres Multitalent. Denn hier verschmelzen sämtliche Anforderungen aus der Praxis mit modernster Lichttechnik. So ist sie nicht nur ein Meisterstück
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7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
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7
AKTUELLE BAUPROJEKTE
ZEHN AKTUELLE KLINIKBAUPROJEKTE
Es geht auch anders
Landkrankenhaus, Bundeswehrkrankenhaus, Uniklinik, Krebszentrum, Psychiatrie: Die zehn aktuellen Bauprojekte im Gesundheitswesen, die wir für Sie ausgesucht
haben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Was sie aber verbindet, ist: Klinikchefs,
Architekten und Prozessplaner haben sich viele, viele Gedanken darum gemacht, wie
sie den Patienten, ihren Kunden, und den Mitarbeitern, ihrer wichtigsten Ressource,
das Leben einfacher und angenehmer machen können. Sie haben gezeigt: Wirtschaftlichkeit, Funktionalität, Ästhetik und Atmosphäre müssen keine Widersprüche sein.
8
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Kürzlich eröffnet, in diesen Tagen oder noch 2014:
10
Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen
Krankenhaus des Lichts
11
Glantal-Klinik Meisenheim
Nah an den Menschen
12
Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart
Eine einzige Tür
14
Universitätsmedizin Greifswald
Drehkreuz für Patienten
16
Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Viele hilfreiche Details
19
Klinikum Bremen-Nord
Zu zweit und doch privat
20
Universitätsklinikum Frankfurt
Urbane Stadtstruktur
22
KBO-Klinikum München-Ost
Im Erker sitzen
24
Universitätsklinikum Münster
Lounge-Atmosphäre
26
Katharinen-Hospital Unna
Tradition und Moderne
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
9
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Schwarzwald-Baar-Klinikum
Villingen-Schwenningen
Foto: HDR TMK (Stüber)
Krankenhaus des Lichts
Obwohl das Gebäude die Hochhausgrenze berührt, werden selbst die untersten
Räume von Tageslicht erhellt. Fenster für
Licht und Frischluft sind das wichtigste
Bauelement, das im Schwarzwald-BaarKlinikum zum Einsatz kam. Entsprechend
minimalistisch konnte damit die Gebäudetechnik dimensioniert werden.
Es ist das größte Krankenhaus zwischen
Freiburg und Tübingen und ersetzt drei
Kliniken im Schwarzwald-Baar-Kreis, die
nicht mehr zukunftsfähig waren. Das Haus
ist ein Maximalversorger mit 750 Betten;
aber der Energiepass, der ihm kürzlich bei
der Schlussabnahme ausgestellt wurde,
bescheinigt ihm den Energieverbrauch
eines Niedrig-Energie-Hauses – 50 Watt
pro Quadratmeter. Und obwohl dies kein
Sanatorium ist, haben die Patienten Waldblick. Genau vor einem Jahr, im Juli 2013,
eröffnete das „Krankenhaus des Lichts“ –
Ausblick und Weite: Im Schwarzwald-Baar-Klinikum gelangt die Landschaft durch
überall gegenwärtige Ausblicke aus Fluren, Patientenzimmern und Aufenthaltsräumen
visuell ins Innere.
eine Idee des Architekten Ralf Landsberg.
Er hat Hotels und Museen entworfen und
den Umbau eines Wolkenkratzers in der
City von Frankfurt zum Sitz der Europäischen Zentralbank gemanagt. Selten
hüpfte ihm das Herz aber so wie bei dem
Krankenhaus im Schwarzwald. Landsberg
erzählt, wie es dazu kam und was für ihn
dieses Projekt so einzigartig macht: „Ich
kann mich noch sehr gut an den Moment
erinnern, als ich 2005 das allererste Mal
Projektdaten
10
Projekttyp
Klinikneubau
Bauherr
Schwarzwald-Baar Klinikum GmbH
Baubeginn
Juli 2009
Eröffnung
Juli 2013
Investitionskosten
263 Millionen Euro
Nutzfläche
46.000 m²
Architektur
Arge TMK/Vögele Architekten
Projektsteuerung
Drees und Sommer, HWP
Außenanlagen
Faktorgrün Landschaftsarchitekten
dort oben auf der Kuppe zwischen Villingen und Schwenningen stand. Wir sind
auf das Dach unseres Geländewagens gestiegen und waren völlig überwältigt von
diesem wunderbaren Rundblick über den
Schwarzwald und bis hinein in die Alpen.
Diese Aussicht und diese Weite haben uns
inspiriert.
Ein Minimum an Kunstlicht
Schon früh entstand eine tragende Idee:
ein ‚Krankenhaus des Lichts‘: Licht, das
durch großzügige Fensterflächen in die
Räume fällt, und Licht, in das man als
Patient oder Mitarbeiter hinausblicken
kann – Licht am Himmel, auf den Wiesen,
den Bäumen. Tageslicht hat eine besondere Qualität. Lichtdurchflutung fördert den
Genesungsprozess und steigert die Aufenthalts- und Erholungsqualitäten eines
Klinikgebäudes. Alle 446 Krankenzimmer
zeichnen sich deshalb durch extrem große Fenster aus. Und wir haben elf Innenhöfe geschaffen und sie so dimensioniert,
dass selbst bei schlechtem Wetter die
Dinge, die man oft in Kliniken nach unten
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
packt wie Labor oder Pathologie, ausreichend mit Tageslicht versorgt werden. Mit
dieser Strategie haben wir es weitestgehend geschafft, den Anteil an rein künstlich belichteten Räumen auf ein Minimum
zu reduzieren. Man kann mit Fug und
Recht sagen, dass ihr Anteil gut ein Drittel niedriger ist als in einem konventionell
gebauten Haus vergleichbarer Größe.
Kunstlicht ist eine Ressource, die kostet –
im Verbrauch, aber auch im Invest. In den
prominenten öffentlichen Bereich, den
beiden Magistralen etwa, haben wir eine
tageslichtabhängige Lichtsteuerung installiert: Sobald das Tageslicht nachlässt,
setzt automatisch Kunstlicht ein. Das
führt zunächst zu einem höheren Invest
in die Technik . Aber auf die Dauer kompensiere ich das, indem ich Energiekosten einspare.
Ein Minimum an Klimatechnik
Bei der Gebäudetechnik haben wir eine
ähnliche Strategie verfolgt. Wir haben
überall öffenbare Fenster. Außer dem OP
und der Intensivstation haben wir keine
klimatisierten Bereiche, und selbst die
sind nicht vollklimatisiert, sondern besitzen nur eine gekühlte Zuluftführung. Eine
Besonderheit, die mit dem Schwarzwald
zu tun hat, ist, dass wir die Heizanlage im
Klinikum mit Holzhackschnitzeln befeuern.
Das sind an jedem Wintertag eineinhalb
Lkw. Damit das auch im Winter zuverlässig
funktioniert - dafür mussten wir einen großen Bunker zum Lagern bauen. Ansonsten
wurde aber auf sehr investitionsträchtige
Dinge verzichtet. Wir haben die technische
Ausrüstung mit sehr viel Augenmaß angelegt: durchaus so viel wie nötig, aber auf
keinen Fall mehr als nötig.“
Protokoll: Adalbert Zehnder
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Foto: Sander Hofrichter Architekten
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Glantal-Klinik: Ein schnell erreichbares Gesundheitszentrum im dünn besiedelten
Raum. Obwohl das Krankenhaus erst im November dieses Jahres eröffnen wird, wurde es
bereits jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit einem
Zertifikat ausgezeichnet – als eine von vier Kliniken bundesweit.
Glantal-Klinik Meisenheim
Nah an den Menschen
Es ist kein Schlosshotel. Aber es liegt da
wie ein Schloss, und es atmet die Nahbarkeit und Freundlichkeit eines Hotels.
Im November eröffnet im rheinland-pfälzischen Meisenheim das vielleicht modernste Landkrankenhaus Deutschlands –
und ein „Green Hospital“.
Oben auf dem Liebfrauenberg, einem
steilen, bewaldeten Talhang mit Blick
auf das liebliche Glantal und die Fachwerkhäuser der historischen Altstadt von
Meisenheim, wird derzeit gemauert, verputzt, verkabelt, geschweißt: In der kaum
3.000 Einwohner zählenden Kleinstadt im
nordpfälzischen Bergland entsteht das
Gesundheitszentrum Glantal-Klinik. Das
150-Betten-Haus soll die regionale Grundversorgung in Innerer Medizin und Chirurgie sicherstellen. Durch die Angliederung
eines ambulanten Gesundheitszentrums,
in dem sich niedergelassene Ärzte der
Region Dependancen ihrer Praxen halten, kommt der eigene Arzt quasi mit ins
Krankenhaus. Die Glantal-Klinik ist der
derzeit einzige Komplettneubau eines
Krankenhauses in Rheinland-Pfalz. Die
Einrichtung des Landeskrankenhauses
(AöR) ist zugleich als erstes Green Hospital im Land ein Pilotprojekt der Landesregierung. Der Ludwigshafener Architekt
Linus Hofrichter erzählt im Gespräch mit
kma darüber, wie er hier die Philosophie
vom kundenorientierten Krankenhausbau
in die Tat umsetzt:
Musterzimmer als Testlauf
„Kundenorientiertes Bauen heißt, mithilfe
von Architektur maximale Sicherheit und
Qualität in der medizinischen Versorgung
zu gewährleisten und gleichzeitig eine
Umgebung zu schaffen, in der sich die
11
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Menschen wohlfühlen. Ein Patient, der ein
ressourcenschonendes ‚Green Hospital‘
wie die Glantal-Klinik betritt, soll schon
am Eingang das gute Gefühl haben, dass
ihn hier beste Medizin und Menschlichkeit
erwarten. Das Gebäude vermittelt sofort
eine helle, freundliche und moderne Atmosphäre. Es erinnert in Proportion und
Gestaltung eher an ein Hotel und bewusst
nicht an eine ‚Medizinmaschine‘. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die späteren
Nutzer eng in den Planungsprozess eingebunden. Frühzeitig haben wir ein voll ausgestattetes Musterzimmer eingerichtet
und auf seine Praxistauglichkeit getestet.
Viele hilfreiche Anregungen und Bedürfnisse der späteren Nutzer konnten wir so
berücksichtigen. Wir haben weitgehend
ökologische Materialien verwendet, um
etwa mögliche Materialausdünstungen
zu minimieren. Und die Patienten können
zum Beispiel vom Bett aus die Zimmertemperatur regeln und die Jalousien bedienen, um den Lichteinfall zu steuern.
Die Glantal-Klinik will kein anonymes
Krankenhaus sein; der Bezug zur Region
wird bereits bei der Materialwahl hergestellt. Typisch für die Gegend sind der
Sandsteinsockel und der helle Außenputz.
Böden in Holzoptik und sanfte Grüntöne
lassen vergessen, dass man sich in einem
Krankenhaus befindet. Auch das hilft,
Schwellenängste zu überwinden. Die Pfle-
gestationen sind als Rundläufe konzipiert.
Patienten können sich hier problemlos
orientieren, es gibt keine Sackgassen.
Innenhöfe bringen viel Tageslicht in den
kompakten Baukörper. Zudem verfügen
fast alle Patientenzimmer über einen
Ausblick in die reizvolle Landschaft. Die
bewusst niedrig gehaltene Höhe der Fensterbänke verbindet das Gefühl von Weite
mit dem von Geborgenheit.
Plädoyer für regionale Versorgung
Gute Prozessabläufe und kurze Wege in
dem kompakten Neubau nutzen auch den
Patienten, sie ersparen anstrengende Umwege und das Gefühl der Orientierungslosigkeit. Gerade viele alte, demente Menschen werden in Zukunft die Klinik nutzen,
sie fühlen sich in einem Gebäude mit einem menschlichen Maßstab, das eher an
häusliche Umgebung erinnert, sehr viel
sicherer. Auch die intensive Verkettung
von ambulanter und stationärer Versorgung wirkt der Anonymität entgegen:
Niedergelassene Ärzte arbeiten im neuen
Gesundheitszentrum nah am Patienten,
nicht anders als in lokalen Praxen. Gerade
im dünn besiedelten Raum ist ein schnell
erreichbares Gesundheitszentrum, das den
Wunsch vieler Bürger nach bestmöglicher
regionaler Versorgung entspricht, heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Die GlantalKlinik ist hierfür ein klares Plädoyer.“
Protokoll: Adalbert Zehnder
Projektdaten
12
Projekttyp
Klinikneubau
Bauherr
Landeskrankenhaus (AöR)
Baubeginn
August 2012
Eröffnung (geplant)
Dezember 2014
Investitionskosten
42 Millionen Euro
davon Baukosten
33 Millionen Euro
Nutzfläche
7.870 m²
Architekturbüro/Prozessplaner
Sander Hofrichter Architekten
Robert-Bosch-Krankenhaus
Stuttgart
Eine einzige Tür
Als eine der ersten Kliniken deutschlandweit führt das Robert-Bosch-Krankenhaus
(RBK)in Stuttgart sämtliche Diagnostik- und
Therapieangebote für Krebspatienten an
einem einzigen Ort zusammen. Im Oktober
soll das „Comprehensive Cancer Center“
in Betrieb gehen.
„Funktionsgebäude“ – das klingt ziemlich
bescheiden, für das, was auf dem Gelände
des RBK gerade entsteht. In dem sechsgeschossigen Neubau wird eine ganze Reihe
von Abteilungen des Stiftungskrankenhauses neue Domizile beziehen. Und auf dem
Dach, in rund 20 Metern Höhe, wird es einen Hubschrauber-Landeplatz geben – wieder. Kernstück des Neubaus aber wird das
„Comprehensive Cancer Center“ (CCC) sein,
ein interdisziplinäres Behandlungszentrum
für Krebspatienten, inklusive onkologischer
und psychosomatischer Tagesklinik. Für
Kranke, Angehörige, behandelnde Ärzte und
Forscher bringt das nicht nur kurze Wege
mit sich. Es eröffnet sich insbesondere die
Möglichkeit, ohne bürokratische oder räumliche Barrieren miteinander zu kommunizieren und Entscheidungen schnell zu treffen.
Alle Raumkonzepte und Arbeitsprozesse
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Foto: RBK
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Bewusst anders geplant: Im Funktionsgebäude des Robert-Bosch-Krankenhauses
Stuttgart wurden Raumkonzepte und Arbeitsprozesse konsequent an den Bedürfnissen
der Patienten entlang entwickelt. Von den Zeiten, in denen sich alles um die Figur des
Chefarztes drehte, hat man sich hier mit Entschlossenheit baulich verabschiedet.
wurden an den Bedürfnissen der Patienten
entlang entwickelt. Ein kma-Gespräch mit
dem Ärztlichen Direktor des RBK Mark Dominik Alscher:
„Der Tumorpatient, der zu uns kommt, geht
nur noch durch eine einzige Tür, meldet
sich an, geht in den Wartebereich – und er
bleibt in diesem Bereich, bis alles diagnostiziert ist. Um ihn herum scharen sich die
Besprechungszimmer, die Ambulanzen, die
Untersuchungsräume. Er findet alle relevanten Disziplinen unter einem Dach, nach
dem Motto ‚Der Arzt kommt zum Patienten‘. Das Comprehensive Cancer Center
ist für uns Ausdruck eines Paradigmenwechsels in der Krankenhauslandschaft
insgesamt. Seit dem 19. Jahrhundert war
es immer der Chefarzt, der im Zentrum des
Leistungsgeschehens stand. Um ihn herum wurden die Prozesse aufgebaut. Doch
diese Zeiten sind passé. Jetzt, zu Beginn
des 21. Jahrhunderts, ist es der Patient,
der im Mittelpunkt steht – und zwar nicht
nur, was die Prozesse betrifft, sondern
auch die räumliche Struktur. Unser Problem in Deutschland ist, dass die bestehenden Krankenhausbauten das nicht gut
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
abbilden. Wir hier am RBK haben deshalb
gesagt: ‚Wir werden das für das Thema
Krebs/Tumor bewusst anders organisieren.‘ Die Spezialisten mit den medizinischen Notwendigkeiten im Rahmen von
Diagnostik und Therapie kommen zum Patienten. Die Hämatologie/Onkologie zieht
fast komplett ins CCC. Die Viszeralchirurgie
ist hier angesiedelt, aber auch die Pneumologie, Thoraxchirurgie und Gynäkologie –
einfach alle großen Disziplinen, deren
Hauptaufgabengebiet in der Behandlung
von Tumorerkrankungen liegt. Die Büros
oder Arbeitsräume der Chef- und Oberärzte
jener Disziplinen, die zu mehr als 50 Prozent
mit Tumoren zu tun haben, ziehen komplett
in das neue Gebäude. Strahlentherapie und
Radiologie sind natürlich auch vertreten.
Selbst Disziplinen, die nur gelegentlich mit
Tumoren zu tun haben, werden ihre Leistungen am Patienten in eigenen Räumen
an diesem einen Ort erbringen. Einmalig
an diesem Zentrum ist auch die unmittelbare Anbindung an die Forschung, auch
die Grundlagenforschung, mit dem Ziel
der Translation, also der schnellen Nutzbarmachung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Behandlung und Heilung des
Patienten. Hier kooperieren wir mit dem
Dr.-Margarete-Fischer-Bosch-Institut und
der Universität Tübingen.
Dinge ganzheitlich angehen
Ein weiterer Aspekt: Auch die Psychosomatik ist komplett dort untergebracht,
weil wir sagen: Wir müssen die Dinge auch
ganzheitlich angehen. Das neue interdisziplinäre Bildungszentrum befindet sich
ebenfalls im Neubau, weil wir davon überzeugt sind, dass wir unsere Mitarbeiter für
den Umgang mit Patienten, die chronische
Erkrankungen haben, zukünftig noch ganz
anders schulen müssen und können als
bisher üblich. Mit der Struktur des Comprehensive Cancer Center können wir die
Probleme des Krebspatienten ganzheitlich
adressieren. Die Prozesse qualitativ gut um
ein Bedürfnis herum zu organisieren – das
ist auch im Gesundheitswesen ein Grundprinzip für den Erfolg.“
Protokoll: Adalbert Zehnder
Projektdaten
Projekttyp
Neubau Funktionsgebäude
Bauherr
Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH
Baubeginn
April 2012
Eröffnung
Oktober 2014
Investitionskosten
60 Millionen Euro
Nutzfläche
7.600 m² zzgl. 4.300 m² Tiefgarage
Architektur
AIG Planungs- und Ingenieurgesellschaft
Projektsteuerung
Robert Bosch GmbH, Zentralabteilung
Anlagen und Bauten
13
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Universitätsmedizin Greifswald
Foto: HWP (Leifer)
Drehkreuz für Patienten
Nur ein paar wenige Schritte sind es – vom
Haupteingang über die Anmeldung zur
interdisziplinären Erstuntersuchung. Das
vor einem Jahr eröffnete Diagnostikzentrum ist das Herzstück von Deutschlands
kompaktester Universitätsmedizin. Alles
geht hier zu Fuß.
Der Vorläuferbau des heutigen Diagnostikzentrums war eines der letzten Großbauprojekte, die in der DDR noch vor dem Mauerfall realisiert wurden. Später beschloss
die Politik, den Koloss auf der grünen Wiese von Altlasten wie Asbest zu sanieren
und zu erhalten, die traditionellen Standorte in der Enge der historischen Altstadt
zu schließen und um das Gebäude herum
neu zu gruppieren – bis Wasser in den Bau
eindrang und offensichtlich wurde, dass
er nicht nur im Mittelpunkt stand, sondern
auch im Weg. Glück im Unglück: Ein Ersatzneubau an gleicher Stelle eröffnete neue
Dreh- und Angelpunkt: Seine zentrale Lage macht das siebenstöckige Diagnostikzentrum („DZ 7“) zu einem Umschlagplatz für viele verschiedene Personenströme – Ärzte
und Pflegepersonal, Patienten und Besucher, Studierende und Lehrkräfte.
Freiheiten bei Strukturierung, Gestaltung,
Konstruktion und Technik. Der Haupteingang ist jetzt ungleich großzügiger und
eines Uniklinikums würdiger. Und die Patienten müssen von dort nur wenige Meter
gehen, um interdisziplinär untersucht zu
werden, ehe entschieden wird, an welches
der fachmedizinischen Zentren sie weiterverwiesen werden. Peter Bonfert, Architekt
und lange Partner bei der HWP Planungsgesellschaft Stuttgart, verfügt über 46 Jahre Erfahrung im Krankenhausbau. Er war
Projektdaten
Projekttyp
Neubau Diagnostikzentrum
Bauherr
Land Mecklenburg-Vorpommern
Baubeginn
Juli 2010
Eröffnung
5. 7. 2013
Investitionskosten
36,8 Millionen Euro
davon Baukosten
31,8 Millionen Euro
Nutzfläche
6.340 m²
Architekt
HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart
Außenanlagen
Landschaftsarchitekturbüro Petters, Stralsund
maßgeblich daran beteiligt, das Herzstück
von Deutschlands kompaktester Universitätsmedizin zu verwirklichen:
Patienten am Eingang abfangen
„Das Diagnostikzentrum liegt im Zentrum
des neuen Uniklinikums, flankiert von
dem ersten Bauabschnitt im Norden und
dem zweiten im Süden. Beide waren zuvor
von HWP geplant und realisiert worden.
Dass das Diagnostikzentrum bei laufendem Betrieb abgerissen und neu gebaut
werden musste, war zunächst natürlich
ein Rückschlag. Aber es war im Rückblick
auch eine große Chance. Das quaderförmige Gebäude mit den sieben Stockwerken sieht von Konturen und Dimensionen heute gar nicht so viel anders aus
als das ursprüngliche. Aber wir konnten
es im Erdgeschoss die entscheidenden
Meter zurückversetzen und damit den
sehr begrenzten Eingangsbereich vergrößern, von dem aus sich das Klinikum
jetzt zentral erschließt. Wir haben einen
Infopoint, der die Patienten erwartet und
eine zentrale Wartezone. Mit dem neuen
weiter Seite 16
14
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
AKTUELLE BAUPROJEKTE
PRODUKTWELT
WISSNER-BOSSERHOFF
eleganza 2 – höchste Sicherheit und effektive Mobilisation
Fotos: wissner-bosserhoff
Neuste Generation: Das Klinikbett eleganza 2 bietet wertvolle
Lösungen, die für neue Standards
in der Akutversorgung stehen.
Hilfreiches Tool: Der flüssigkeitsgefüllte Winkelmesser mit
Hintergrundbeleuchtung.
Die neuste Generation der Klinikbetten führt die
äußerst erfolgreiche Bettenlinie eleganza smart
fort. Dabei bietet eleganza 2 eine ganze Reihe
wertvoller Lösungen, die für neue Standards in
der Akutversorgung stehen.
Maßstäbe setzt das eleganza 2 immer dann,
wenn es um Sicherheit geht. Das einzigartige
4Safe-Konzept mit geteilten Seitensicherungen
schützt lückenlos und ohne Einsatz von Mittellückenprotektoren über die gesamte Liegeflächenlänge hinweg. Bahnbrechend und völlig neuartig
ist die Integration des Mobi-Lift® in die kopfseitige Seitensicherung.
Er dient dem Patienten zur Höhenanpassung
während er gleichzeitig sicher und ergonomisch
die speziell hierfür konzipierten Haltegriffe in
den Seitensicherungen nutzt. Die Handläufe
und Eingriffe sind auf Basis ergonomischer
Erfahrungen gestaltet und bieten gemeinsam
mit dem Mobi-Lift® ein unschlagbares Team
für die selbstständige und sichere PatientenMobilisierung. Die 4Safe-Seitensicherungen
sind mit Soft-Drop-Technologie ausgestattet,
d.h. mit einer besonderen Dämpfung, bei der
die Abwärtsbewegung sanft gebremst wird. Dadurch wird vermieden, dass beim Verstellen der
Seitensicherungen unnötiger Lärm im Patientenzimmer entsteht. Mit Hilfe der 30-Grad-Automatik auf der Supervisor-Bedienung kann die
Rückenlehne automatisch auf einen Winkel von
30 Grad eingestellt werden, was eine korrekte
Patienten-positionierung in der Akutversorgung
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
deutlich erleichtert. Die Winkelanzeige erfolgt
durch einen flüssigkeitsgefüllten Winkelmesser
mit Hintergrundbeleuchtung. Dieses Tool an der
Außenseite der kopfseitigen Seitensicherung
dient als Anzeige für die Anti-/TrendelenburgPosition und zur Orientierung als ergänzendes
Nachtlicht. Eine farbliche Veränderung in der
Hintergrundbeleuchtung zeigt an, wenn ein
Positionswechsel zum Erreichen der 30-GradPosition notwendig ist. Das umfassende Bedienkonzept reicht vom Patientenhandschalter
mit beleuchtetem Display und integrierter LEDLeuchte über den Supervisor und die optionalen Fußschalter für das Pflegepersonal bis hin
zu gemeinsam verwendbaren Bedienelementen
sowie dem Bediensatellit auf einem flexiblen
Schwenkarm.
Das Klinikbett eleganza 2 verfügt selbstverständlich über die High Tech Sicherheitsausstattung
der LINET Group zum In-Bed-Monitoring: linis
und vital monitor. Linis ermöglicht über eine
spezielle Sensorik die Erfassung verschiedener
Sicherheitsmerkmale wie z.B. das Bed-ExitMonitoring, die Überwachung von Bremsen, Seitensicherungen und der Bettniedrigposition. vital
monitor hingegen überwacht kabellos die Vitalfunktionen des Patienten. Beide Systeme können kritische Zustände kabellos an verschiedene
Peripheriegeräte wie TV, PC, i-Pad oder Telefon
signalisieren. Zusätzlich ist eine Anbindung und
Datenübermittlung an verschiedenste Systeme
für die papierlose Dokumentation in Form einer
elektronischen Patientenakte möglich.
wissner-bosserhoff GmbH
Haupstraße 4-6
58739 Wickede
www.wi-bo.de
info@wi-bo.de
Tel.: +49 (0)2377/784-0
Fax: +49 (0)2377/784-163
15
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Fortsetzung von Seite 14
zentralen Haupteingang bekam die Universitätsmedizin Greifswald architektonisch ein Gesicht. Und das Wichtigste: Die
Patienten kommen an einer Leitstelle an
und werden in gerader Linie in die zentrale Vorschaltambulanz geleitet, in der
alle Zentren des Klinikums repräsentiert
sind. Die Neubauten des Klinikums sind ja
sehr flächig angeordnet, wir haben dort
also relativ lange Wege. Deswegen war
das Ziel hier, das Patientengut gleich am
Eingang abzufangen, in direkter Nähe die
Erstuntersuchung vorzunehmen und dann
zu entscheiden, wohin sie sinnvollerweise
weitergeleitet werden – zu einer Spezialdiagnostik oder zur Behandlung. Die Basisdiagnostik direkt am Haupteingang, kurze Wege, ein Drehkreuz für die Patienten,
quasi sternförmig die umliegenden Zentren bedienen: Das war die Idee. Und dass
viele Zentren am selben Ort zur Verfügung
stehen und damit ein breiteres Spektrum
in der Diagnostik abdecken können. Das
ist ein großer Vorteil für die Patienten und
natürlich auch für das Personal. Das A und
O an dieser Stelle ist es gewesen, dass wir
durch die Ablösung des alten Gebäudes
letztlich ein fortschrittliches Raumprogramm vom Land finanziert bekamen und
verwirklichen konnten. Dazu gehört auch,
dass wir innerhalb des Gesamtkomplexes
Uniklinikum zugleich die Forschung an
zentraler Stelle unterbringen konnten – in
den oberen drei Stockwerken des siebengeschossigen Diagnostikgebäudes (daher
der Kurzname „DZ 7“). Von der einladenden Eingangshalle aus können neben
diesem zum Beispiel auch die Hörsäle
gut erreicht werden. Aufgrund seiner Lage
ist das DZ 7 das neue Drehkreuz für viele
verschiedene Personenströme: Ärzte und
Pflegepersonal, Patienten und Besucher,
Studierende und Lehrkräfte.“
Protokoll: Adalbert Zehnder
Bundeswehrkrankenhaus
Hamburg
Farben zur besseren Orientierung, Multimedia-Terminals an den Krankenbetten,
fahrbare Patientenschränke, klare Strukturen und Farbleitsysteme zur besseren
Orientierung: Im frisch eröffneten Bundeswehrkrankenhaus Hamburg haben
sich die Macher viel Gedanken darüber
gemacht, wie sie Patienten und Personal
des Leben leichter machen können.
Foto: tsj architekten (Lübeck)
Viele hilfreiche Details
Bunt und strukturiert: Das Farb- und Materialkonzept der Künstlerin Lee Kozlik zieht
sich durch das gesamte Bundeswehrkrankenhaus. Patienten erkennen schnell, wo die
Bettenzimmer und wo die Funktionsräume sind.
Nicht nur für die Bundeswehr
Modern, kompakt, funktional und patientenorientiert – so sieht das neue Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg aus,
das keineswegs nur Soldaten behandelt.
16
Wichtig war dem Bauherrn die wirtschaftlich effiziente Ausnutzung der Flächen
und Räume des Erweiterungsneubaus mit
307 Betten. Die Aufgabe ging an das Lü-
becker Architektenbüro Tönies-SchroeterJansen freie Architekten GmbH (TSJ). Das
Büro hat mehr als 50 Krankenhausprojekte
weiter Seite 18
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
AKTUELLE BAUPROJEKTE
PRODUKTWELT
DRAPILUX
Hygienemaßnahmen von Anfang an einbauen
Schwarzwald-Baar Klinikum:
Durch antibakterielle Vorhänge
der Marke drapilux werden mögliche Risikofaktoren minimiert.
Foto/Grafi k: drapilux
Eindeutiges Umfrageergebnis:
79,5 Prozent von 1.000 befragten
Patienten fordern höhere Investitionen in Hygienemaßnahmen.
Das Thema Krankenhaushygiene ist ein Dauerbrenner. Nicht ohne Grund: Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) schätzt
jährlich etwa 30.000 Todesfälle, die auf im Krankenhaus erworbene Infektionen zurückgehen.
„Bereits bei der Planung eines Klinikneubaus
muss das Thema Hygiene eine enorm große Rolle spielen“, sagt Olaf Küppers, InnenarchitekturLeiter bei der HDR TMK Planungsgesellschaft
mbH in Düsseldorf. Das Unternehmen gehört zu
HDR Inc., Weltmarktführer im Planungsbereich
„Health&Care“. Küppers hat als Innenarchitekt
Objekte wie das Schwarzwald-Baar Klinikum in
Baden-Württemberg geplant und umgesetzt. Es
gilt als eines der am modernsten eingerichteten
Krankenhäuser in Deutschland. „Die Tatsache,
dass die Industrie inzwischen umfangreiche
Produktentwicklungen mit antimikrobieller oder
antibakterieller Ausrüstung anbietet, hilft, die
Sensibilität zu diesem Thema weiter zu forcieren“, so der 49-Jährige. „Zudem bieten sich für
Krankenhausbetreiber Möglichkeiten, sich durch
den Einsatz nachweislich wirksamer Produkte von
der Konkurrenz positiv abzusetzen.“ Ein Umstand,
den viele Klinikmanager, Hygienefachkräfte und
Pflegedirektoren allerdings noch nicht erkannt
haben. So hatte eine bundesweite Onlineumfrage
von drapilux – einer der führenden Health&CareAusstatter in Europa – 2013 gezeigt: Materialien,
die Patienten nachweislich vor gefährlichen Keimen schützen können, werden noch von den wenigsten deutschen Kliniken genutzt.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Krankenhauswahl: Hygiene wichtig
Jetzt kamen die Patienten zu Wort: drapilux befragte dieser Tage bundesweit 1.000 Bürgerinnen und Bürger. „Für 96 Prozent der Befragten
steht die Behandlungsqualität bei der Wahl des
Krankenhauses ganz vorn, Hygiene folgt mit 84,3
Prozent bereits an zweiter Stelle“, sagt drapiluxVertriebsleiter Dr. Norbert Rehle. Interessant:
79,5 Prozent der Befragten sind der Meinung,
dass Krankenhäuser höhere Kosten in Kauf nehmen sollten, um ein Höchstmaß an Hygiene zu
gewährleisten.
Intelligente Vorhänge reduzieren Risiko
Nicht einmal jeder zweite Bürger weiß, dass es
eine Vielzahl antimikrobieller Oberflächenmaterialien gibt, die den Keimen das Überleben
erschweren. Beispiel: die Vorhangstoffe der
Marke drapilux. Verglichen mit Stoffproben
ohne antimikrobielle Wirkweise ist die Keimzahl
auf der Stoffoberfläche mit Funktion „drapilux
bioaktiv“ um 99 Prozent reduziert. Damit helfen
solche Materialien effektiv, das Infektionsrisiko
zu reduzieren. Olaf Küppers: „Der Einsatz antibakteriell ausgerüsteter Vorhangstoffe ist der
wichtigste Baustein, da deren Vorteile gegenüber
‚herkömmlichen‘ Deko-Stoffen leicht vermittelt
werden können. drapilux ist einer der Hersteller,
der diese Produkteigenschaften zusätzlich zur
Schwerentflammbarkeit durchgängig anbietet
und durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
überzeugt.“
drapilux
Marke der Schmitz-Werke GmbH & Co.KG
Hansestraße 87
48282 Emsdetten
www.drapilux.com
info@drapilux.com
Tel.: +49 (0)2572/927-0
Fax: +49 (0)2572/92 74 45
17
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Fortsetzung von Seite 16
geplant und realisiert, darunter die Universität zu Lübeck und das Uniklinik Mainz
(Neubau Konservative Medizin).
Welche Vorstellungen TSJ in Hamburg
umsetzte, schildert der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Jansen: „Eine
Auflage für uns war, ein modulares System für das Bundeswehrkrankenhaus in
Hamburg zu entwickeln. Modulares System bedeutet, dass wir gleiche Achsraster
entwickelt haben für Bettenzimmer, Untersuchungsräume und eine Interdisziplinäre
Notaufnahme. Der Vorteil dieser klaren
Strukturen ist eine große Flexibilität und
gute Orientierung in den Geschossen. Die
interne Erschließung, die alle Bereiche auf
kürzestem Weg miteinander verbindet,
fördert einen reibungslosen Arbeitsablauf.
So können Patienten von der Notaufnahme
direkt in den CT-Raum oder zum Linksherzkatheter gefahren werden, direkt darüber
liegt die Intensivpflege mit der Intermediate Care, darüber die Normalpflegestationen und eine Infektionsstation. Wir haben
gemeinsam mit der Künstlerin Lee Kozlik
ein Farb- und Materialkonzept entwickelt,
das sich durch das gesamte Krankenhaus
zieht. Wenn ich als Patient in einen Flur
Projektdaten
Projekttyp
Klinikneubau/Erweiterung
Bauherr
Bundesbauabteilung Hamburg
Baubeginn
August 2009
Eröffnung
Juni 2014
Investitionskosten
46,4 Millionen Euro
davon Baukosten
36,6 Millionen Euro
Nutzfläche
9.319 m²
Architektenbüro/Prozessplaner
Tönies-Schroeter-Jansen
hineinkomme, sehe ich sofort, wo die Bettenzimmer oder die Funktionsräume sind.
Wir wollten ein freundliches und lichtdurchflutetes Krankenhaus planen. Natürliches Licht ist nicht nur ein Wohlfühlfaktor, sondern fördert auch die Genesung.
Die Patientenzimmer sind lichtdurchflutet, haben niedrige Fensterbrüstungen
und gewähren den Blick in die Natur. Der
Patient nimmt vom Bett aus das ‚tägliche
Leben‘ wahr. Alle Patientenzimmer zeichnet eine hohe Aufenthaltsqualität aus.
Jedes Patientenbett ist mit modernster
Multifunktionstechnik ausgestattet. Es
gibt einen Patiententerminal, von dem aus
der Patient fernsehen, Radio hören, im
Internet surfen, telefonieren, die Schwestern rufen oder sein Essen bestellen kann.
Zusätzlich kann der Arzt sofort am Krankenbett alle Patientendaten über dieses
Terminal abrufen. Und es gibt zahlreiche
kleine Detaillösungen, die dem Patienten,
aber auch dem Personal Erleichterung
bringen. Ein Beispiel sind die fahrbaren
Patientenschränke, wenn der Patient von
einer Station in eine andere verlegt wird.
In den Zimmern gibt es auch einen Pflegearbeitsplatz für die Schwestern.“
Protokoll: Guntram Doelfs
„Im Health-Care-Bereich müssen Bodenbeläge
funktionale Lösungen bieten und zugleich
Wohlfühl-Ambiente erzeugen.“
Eva Markus, Innenarchitektin, München
18
www.objectflor.de
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Foto: Gesundheit Nord
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Klinikum Bremen-Nord
Zu zweit und doch privat
Die stationären Patienten in der Bremer
Psychiatrie sind zwar in Zweibettzimmern
untergebracht. Doch dank diskret abgeteilter Bereiche besitzt trotzdem jeder
Patient seine eigene, geschützte Rückzugssphäre.
Bisher betreut das Psychiatrische Behandlungszentrum des Klinikums Bremen-Nord Patienten an zwei Standorten.
Da dies weder für die Klinik noch für die
Patienten ideal ist, bündelt der Träger
Gesundheit Nord die Abteilungen nun
zentral in einem Behandlungszentrum in
Vegesack. Dazu wird die dort vorhandene
Eine Bleibe für Wochen: Die Verweildauer von Patienten in Psychiatrien liegt deutlich
über der in Akutkliniken. Die gewählten Farben und Materialien sollen dem Patienten dabei unterstützen, sich auf seiner Station wohlzufühlen und sich mit ihr zu identifizieren.
Projektdaten
Projekttyp
Klinikumbau/-erweiterungsbau
Projektstandort
Bremen
Bauherr
Gesundheit Nord
Baubeginn
20.08.2012
Eröffnung
20.10.2014
Investitionskosten
5,67 Millionen Euro
davon Baukosten
4,71 Millionen Euro
Nutzfläche
Neubau 1.740 m²/Umbau 600 m²
Architekturbüro
GSP Gerlach Schneider Partner Architekten
FÜR GESUNDMACHER.
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MPEVMBSF GFC¿VEF WPO A-H0 ×CFS[FVHFO
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Nutzungsflexibilität VOE Nachhaltigkeit.
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7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
19
AKTUELLE BAUPROJEKTE
„Der Betreiber wird in der Einrichtung mit
drei Therapiegruppen arbeiten, die sich
sowohl aus stationären als auch ambulanten Patienten zusammensetzen. Für die
Patienten hat dieser Ansatz den Vorteil,
dass er nach dem stationären Aufenthalt
in der gleichen Gruppe ambulant weiter
versorgt wird und in seiner vertrauten
Umgebung bleibt.
Auf den beiden Stationen haben wir als
kommunikatives Zentrum großzügige
‚Marktplät ze‘ geschaf fen, die zentral
auf den Stationen angeordnet sind. Dieser Marktplatz wird in kleinere Bereiche
geglieder t: in einen Essbereich, eine
gemeinsame Küche und eine Lounge –
flankiert vom Stützpunkt. In den gemeinsamen Aufenthaltsbereich kann man sich
zurückziehen, lesen, reden oder fernsehen. Weitere Aufenthaltsqualitäten bieten
zwei schützende Innenhöfe, die zusätzlich
für viel Tageslicht auf den einzelnen Etagen sorgen.
Robustes Material
Die gewählten Farben und Materialien
sollen dem Patienten helfen, sich auf
der Station und im Zentrum wohlzufühlen. Erdgeschoss und Obergeschosse
sind jeweils in eigenen Farben gehalten,
damit sich der Patient gut orientieren
kann – und sich auch mit seiner Station
identifiziert. Bei der Materialwahl ist auf
einfache Reinigung und gute Ausbesserungsmöglichkeit geachtet worden. Das
spart der Klinik Kosten und soll über die
Jahre eine wertige Atmosphäre mit wenig
Gebrauchsspuren ermöglichen.
Viele Patienten sind im Durchschnitt mehrere Wochen im Haus, deshalb ist es ganz
wichtig, dass die Patienten sich in der
Klinik wohlfühlen und Rückzugsbereiche
haben. Bei der Gestaltung der Zweibettzimmer haben wir sehr darauf geachtet,
dass jeder seinen eigenen Bereich erhält.
Wichtig ist, dass kein direkter Blickkontakt vom Bett zwischen den Patienten
möglich ist. Ferner verfügt jeder Patient
über eigene und seinem Bett zugeordnete Ablagemöglichkeiten, um sich den
Bereich anzueignen.“
Protokoll: Guntram Doelfs
Foto: Nickl und Partner Architekten
Klinik mit einem dreigeschossigen Anbau
erweitert und das bestehende Gebäude
mit einem weiteren Geschoss aufgestockt.
Das Bremer Büro GSP Gerlach Schneider
Partner Architekten setzt das Vorhaben
planerisch um. Architektin und GSP- Projektleiterin Sonja Kramer erzählt, welche
architektonischen Ideen in den Bau fließen:
Universitätsklinikum Frankfurt
Urbane Stadtstruktur
Es ist eines der größten laufenden Krankenhausbauprojekte. Seit 2001 und bis
2017 wird das Universitätsklinikum Frankfurt modernisiert und neu strukturiert.
Mit der Sanierung des Bettenhauses und
der Sockelgeschosse ist der erste von
drei Bauabschnitten jetzt vollendet.
In dem sich über 16 Jahre erstreckenden Transformationsprozess werden die
20
Ausbalanciert: Ein hierarchisch gegliedertes Straßen- und Wegesystem, durchzogen
von Plätzen und Untersuchungseinheiten in Grüppchen, die an kleinere Kliniken erinnern, soll dem Klinikum trotz seiner Baumasse einen menschlichen Maßstab verleihen.
bestehenden Gebäude in drei Bauabschnitten erneuert, durch neue Gebäude
ergänzt und am Standort Sachsenhausen
konzentriert. Im Juni endete die Sanierung
von Bettenhaus und Sockelgeschossen
und damit eine große Etappe. Der Entwurf
dafür stammt von dem renommierten
weiter Seite 22
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
AKTUELLE BAUPROJEKTE
PRODUKTWELT
HWP PLANUNGSGESELLSCHAFT MBH
HWP Demenz-Check –strategischer Wegweiser
Ergebnisgrafik HWP-DemenzCheck
Grafik: HWP Planungsgesellschaft mbH
Der Demenz-Check zielt darauf, Krankenhäusern auf
der Basis der Analyse ihrer aktuellen IST-Situation
konkrete Umsetzungsempfehlungen aufzuzeigen, mit
denen sie sich strategisch
und praktisch auf die wachsende Patientengruppe und
deren Bedürfnisse ausrichten können.
Vorgehensweise
Der Check gibt dem Krankenhausmanagement einen
Überblick darüber, wie alters- und demenzsensibel
ihr Krankenhaus heute ausgerichtet ist. Hierzu fließen drei Analysekomponenten in die Auswertung ein: Im ersten Schritt
werden ausgesuchte Daten ausgewertet, auf
deren Basis aufgezeigt werden kann, wie stark
das jeweilige Krankenhaus tatsächlich von der
demografischen Entwicklung betroffen ist. Im
zweiten Schritt wird das Leitungsgremium eines
Krankenhauses zu relevanten Faktoren im Rahmen eines Gruppeninterviews befragt. Dieses
wird durch eine betrieblich-bauliche Bestandsaufnahme durch eine Begehung am Beispiel
eines beispielhaften Patientenpfades ergänzt,
sodass beide Komponenten in die Bewertung
des IST-Zustandes einfließen können.
Auf dieser Grundlage werden Stärken und
Schwächen und die Dringlichkeit des Handlungsbedarfes eines Krankenhauses herausgearbeitet. In einem Management Summary erhält
das Klinikmanagement konkrete Umsetzungsempfehlungen mit einer Einschätzung, ob und
wie sie sich realisieren lassen. Diese werden
den Faktoren Betriebsorganisation, Personal,
Patient, Architektur, Innenarchitektur und technische Unterstützung zugeordnet.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Chancen im Anschluss
Nach dem HWP Demenz-Check eröffnen die
Ergebnisse des Demenz-Checks den Krankenhäusern die Möglichkeit, ihre alters- und demenzsensible Ausrichtung anhand der Umsetzungsempfehlungen zu optimieren. Der Check
bietet die Chance zur bewussten strategischen
Positionierung, zur Herausarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen, zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen und zur Steigerung der Attraktivität bei Akutpatienten, ihren Angehörigen und
den eigenen Mitarbeitern.
Rückblick und Ausblick
Der HWP Demenz-Check wurde in Pilotprojekten erprobt und optimiert. Ende 2013 zählte er
bereits zu den Finalisten des Management &
Krankenhaus Awards. Das interdisziplinäre HWP
Kompetenzteam Alternde Gesellschaft/Demenz,
das den Demenz-Check erarbeitet hat, hat sich
zum Ziel gesetzt, alters- und demenzsensible
Konzeptionen für Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Altenpflegeeinrichtungen und
Seniorenheime sowie zur sektorenübergreifenden Vernetzung zu entwickeln.
HWP Planungsgesellschaft mbH
Rotenbergstraße 8
70190 Stuttgart
www.hwp-planung.de
s.buehler@hwp-planung.de
Tel.: +49 (0)711/16 62-212
Fax: +49 (0)711/16 62-123
21
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Fortsetzung von Seite 20
Büro Nickl und Partner Architekten AG.
Christine Nickl-Weller, einer der wenigen Professoren für Krankenhausbau in
Deutschland, hat den Begriff „Healing Architecture“ in Deutschland geprägt. Uns
erzählte die Architektin, wie Patient und
Personal von der architektonischen Umgestaltung des Uniklinikums profitieren:
Großflächig verglaste Eingangshalle
„Hauptziel der Gesamtbaumaßnahme
war es, das Klinikum aus den 1970erJahren in Struktur und Erscheinungsbild
zu modernisieren. Ein wichtiger Aspekt
der Sanierung und Umstrukturierung war
die Leitidee der Zentrenbildung, also der
besseren, effizienteren und interdisziplinären Nutzung der Einrichtungen. Verschiedene Gebäude werden gezielt verknüpft und intern so umgestaltet, dass
sich die Wege für Patient und Personal
deutlich verkürzen und die Flächen optimal genutzt werden. Der im ersten Bauabschnitt errichtete viergeschossige Erweiterungsbau nimmt alle chirurgischen
Kliniken und das neue OP-Zentrum des
Universitätsklinikums auf. Die weithin präsente Bettenhausscheibe wurde nicht nur
energetisch, sondern auch gestalterisch
modernisiert. Als maßstabsvermittelndes
Element zwischen Neu und Alt wurde ein
großes Dach eingefügt. Es verbindet die
Bauteile und verweist auf die großflächig
verglaste Eingangshalle als Schnittstelle
zwischen Universitäts- und Krankenhausbetrieb
Vertikale Verbindungen
Neu- wie auch Altbauten sind nun durchzogen von Plätzen ähnlich einer urbanen
Stadtstruktur. Es gibt großzügig gestaltete Gärten in lichtdurchfluteten Passagen,
die auch die vertikalen Verbindungen enthalten, gleichzeitig sorgt eine geschickte
Gruppierung der Untersuchungseinheiten
für ein hohes Maß an Funktionalität. Neben kurzen Wegen in den Organisationsabläufen war vor allem auch der Aspekt
der Wegeführung wichtig. Für Patienten
und Angehörige ist die Situation im Klinikum mit dem Thema Angst verbunden,
Orientierungslosigkeit kann diese noch
verstärken. Wir schaffen für Patienten
eine leichte Orientierung - mit einer klaren Hierarchisierung der Wege und dem
Einfügen einer Magistrale - stets mit gezieltem Einsatz von Tageslicht. Tageslicht
sorgt auch für das Wohlbefinden von Patienten und Personal. Große Fenster in
den Zwei-Bettzimmern stellen den Bezug
zur Umgebung her, und natürliche Belichtung sowie eine freundliche Farbgebung
unterstützen die hotelartige Atmosphäre
auf den Stationen.“
Protokoll: Guntram Doelfs
Projektdaten
Projekttyp
Klinikneubau, Erweiterung, Sanierung und Modernisierung
Projektstandort
Frankfurt am Main
Bauherr
Land Hessen
Bauteil/Gebäude
1. Bauabschnitt
Ost - Haus 23
Sanierung
Bettenhaus
Sanierung
Sockelgeschosse
Baubeginn
2001
2009
2009
Eröffnung
11/2007
03/2012
2014
Baukosten
99,4 Millionen Euro
24 Millionen Euro
132 Millionen Euro
Nutzfläche
13.320 m²
9.750 m²
17.508 m²
Architektenbüro
Nickl und Partner Architekten AG
Prozessplaner
HWP Planungsgesellschaft
22
KBO-Klinikum München-Ost
Im Erker sitzen
Wie modernisiert man eine psychiatrische
Klinik, deren ganze Anlage unter Denkmalschutz steht? Vor dieser Herausforderung
standen die Kliniken des Bezirks Oberbayern (KBO) mit ihrem traditionsreichen
Standort Haar im Südosten Münchens.
1905 – 1970 – 2014
Im Vorort Haar liegt das ehemalige Bezirkskrankenhaus, das 1905 als „Irrenanstalt“ im Pavillonstil errichtet wurde. Das
bisherige Aufnahmehaus wurde Anfang
der 1970er-Jahre errichtet und entsprach
nicht mehr den modernen Anforderungen.
Aufgabe war und ist es, den Neubau mit
fünf Gebäuden in das denkmalgeschützte Areal zu integrieren. Die Aufgabe ging
an das Münchner Büro Beeg Lemke Architekten, das zahlreiche Klinikbauten in
Deutschland und China umgesetzt hat.
Ein kma-Gespräch mit dem Architekten
Udo Lemke zu dem Vorhaben, dessen
erste Baustufe mit der Eröffnung zweier
Häuser im Mai und Juni jetzt erfolgreich
abgeschlossen worden ist.
„Alle fünf Neubauten bewegen sich im angemessenen Maßstab zu den historischen
Gebäuden, die bisherige Aufnahmeklinik
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Foto: KBO
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Ovaler Ankerpunkt: Zentrum der Station ist ein besonderer Baukörper, der oval gestaltete zentraler Mehrzweck- und Therapieraum. Dieser Körper bildet eine sichtbare Mitte,
um den der Patient entlang des Flures herumwandern kann.
im ‚Hochhaus Haus 12‘ wird rückgebaut.
Bei der Gestaltung haben wir das Motiv
der Veranden der historischen Gebäude übernommen. Die Gebäude sind so
strukturiert, dass es maximal zwei Pflegestationen pro Ebene gibt. Jede dieser
Stationen wickelt sich u-förmig um eine
Veranda, die an drei Seiten vom Gebäude eingefasst ist. Da die Veranda etwas
über dem Geländeniveau liegt, sitzt der
Patient erhöht und kann zur freien Seite in
einen geschützten Patientengarten hinuntergehen. Dieser Verandahof ermöglicht
es, dass die Flure, an denen die Patientenzimmer liegen, alle einseitig Tageslicht
haben.
Subtile Schutzmaßnahmen
Schwerpunkt und Anker der Station ist ein
besonderer Baukörper, der oval gestaltete
zentrale Mehrzweck- und Therapieraum.
Dieser Körper bildet eine sichtbare Mitte, um den der Patient entlang des Flures
herumwandern kann. Durch diesen Ankerpunkt wird der Flur in Zonen unterteilt, in
denen Sitzbereiche für einen hohen Auf-
Projektdaten
Projekttyp
Klinikneubau
Projektstandort
Haar bei München
Bauherr
kbo-Isar-Amper-Kliniken gGmbH
Baubeginn
August 2011
Eröffnung
5.5.2014 (Haus A/ VS), 16.6.2014 (Haus E)
Investitionskosten
35,8 Millionen Euro brutto (KJG 200-700)
davon Baukosten
28,6 Millionen Euro brutto (KG 300-400)
Nutzfläche
6.035 m³
Architekturbüro
Beeg Lemke Architekten GmbH
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
enthaltscharakter sorgen. Die Leitstelle
der Station agiert aus einem halbrunden,
offenen Thekenbereich heraus. Wir haben
zudem die Schutzmaßnahmen möglichst
subtil in den Häusern ausformuliert. Das
fängt mit Absturzsicherungen in den
Treppenhäusern an, die durch Integration
farbiger beweglicher Acrylelemente eine
künstlerische Anmutung haben.
Im Gegensatz zu den hellen und lichten
Fluren sollen die Patientenzimmer den
Patienten das Gefühl eines Rückzugsortes
vermitteln. Um das deutlich herauszuarbeiten, sind Teilbereiche der Zimmer in sehr
kräftigen Farben gehalten. Jedes Zimmer
hat einen unterschiedlichen Rotton, so wie
die Farbtöne an den Schiebeläden vor den
Fenstern. Die Fenster sind großformatig
und als Sitzerker ausgebildet. Dieser Sitzerker ist ein besonders wichtiges Element
und ein attraktiver Aufenthaltsplatz. Der
Patient kann dort beim Lesen hinausschauen und sich gleichzeitig hinter den
Schiebeläden verbergen. Die Läden mit
unterschiedlichen Rottönen erzeugen ein
farbiges Licht und unterstützen so den
Rückzugscharakter.“
Protokoll: Guntram Doelfs
23
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Universitätsklinikum Münster
Foto: UK Münster
Lounge-Gefühl
Rund und kantig, eng und weit: Eine aufregende Formensprache von Wandelementen sorgt im OP-Zentrum am Uniklinikum
Münster (UKM) für Diskretion bei Anmeldung, Privatheit beim Warten – und soll
Patienten sogar durch Räume dirigieren.
Im März 2013 ging das „Ambulantes OPZentrum“ am UKM in Betrieb. Die vier
neuen ambulanten Säle in der Klinik für
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde entlasten die stationären Operationssäle im
Gesamthaus. Das auf flexible Arbeitsabläufe konzipierte OP-Zentrum wurde in
das vorhandene Gebäude integriert, der
Umbaubereich wurde dafür entkernt und
neu aufgebaut. Christian Evers von der
Tochtergesellschaft UKM Infrastruktur
Management GmbH war Projektleiter des
Vorhabens und erzählt, wie Patienten und
Mitarbeiter von den architektonischen
Ideen profitieren:
Legere Atmosphäre: Die Gestaltung und Möblierung des Wartebereichs will eine
freundliche Atmosphäre und Rückzugszonen schaffen. Durch eine zielgerichtete Verengung der Wege werden Patienten sogar zur Anmeldung hingelenkt.
„Bei der Gestaltung des ambulanten OPZentrums verfolgten wir mehrere Ziele.
Funktionalität war uns wichtig. So wurde
bei der Technik sehr auf Flexibilität geachtet. Sie wurde über den Sälen in ein
eigenes Installationsgeschoss geführt;
die Installationen erfolgten über Deckenversorgungseinheiten, OP-Säulen wurden
mobil ausgewählt. Während in einem Saal
operiert wird, können andere parallel vorbereitet werden. Ziel ist es, den Betrieb
über verschiedene Disziplinen hinweg
sehr anpassungsfähig zu tak ten. Die
Projektdaten
24
Projekttyp
Klinikumbau
Bauherr
Universitätsklinikum Münster
Baubeginn
August 2012
Eröffnung
März 2013
Investitionskosten
5,5 Millionen Euro
davon Baukosten
2,6 Millionen Euro
Nutzfläche
680 m²
Architekturbüro
Wörner Traxler Richter, Dresden
Prozessplaner
UKM Infrastruktur Management GmbH, Münster
räumliche Gestaltung des OP-Bereichs
folgt diesem Ansatz und verringert durch
geschickte Anordnung den Platzbedarf für
Nutzbereiche (Umkleiden, Lagerhaltung).
Der zweite wichtige Aspekt für uns war,
eine freundliche Atmosphäre für den Patienten zu schaffen. So haben wir im Wartebereich eine Lounge-Atmosphäre durch
runde Formen geschaffen, um Geborgenheit für den Patienten und Angehörige zu
erzeugen. Die Formsprache der Wände
setzt sich in der Beleuchtung und Möblierung fort. Wir schaffen damit auch Rückzugszonen, die beispielsweise eine diskrete Anmeldung ermöglichen. Den runden
Elementen stehen schar fkantige und
gradlinige Elemente im Raum gegenüber,
um diese herauszuheben, bei der Anmeldung etwa. Die Lenkung der Patienten
erreichen wir durch eine zielgerichtete
Verengung der Wege hin zur Anmeldung.
Große Glasflächen sollen Transparenz und
Ruhe vermitteln. Den wachen Patienten
und den wieder aufwachenden Patienten
soll eine helle freundliche Stimmung entspannen.“
Protokoll: Guntram Doelfs
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
AKTUELLE BAUPROJEKTE
PRODUKTWELT
NORA SYSTEMS
Kautschukböden unterstützen Farbkonzept
Fotos: nora systems GmbH
Wegeleitsystem: Die an den
Wänden fortgesetzten Farben der
Kautschukböden erleichtern die
Orientierung im MEDICUM.
Klare Abgrenzung: Farbinseln
akzentuieren die Funktionsbereiche des MEDICUM.
Umfassende Versorgung in modernem Ambiente:
Im MEDICUM im thüringischen Altenburg sind
seit 2014 nahezu alle ambulanten Angebote des
angrenzenden Klinikums vereint. Rund 25 Millionen Euro hat die Klinikum Altenburger Land
GmbH, Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena und der Universität Leipzig, in den
Neubau investiert. 2008 war ein Entwicklungskonzept erarbeitet worden, aus dem hervorging,
dass die enge Verzahnung stationärer und ambulanter Leistungen, unter anderem in einem
Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), der
richtige Weg ist, um langfristig zu bestehen.
Innovative Farbgestaltung
Das Anliegen von Generalplaner Dr.-Ing. Claus D.
Worschech war es, mit dem MEDICUM nicht nur
eine gelungene Synthese aus altem und neuem
Gebäude, sondern auch eine harmonische Verbindung zur Umgebung zu schaffen. So orientiert
sich die Lage des U-förmigen asymmetrischen
Neubaus am natürlichen Geländeverlauf. Das besondere Augenmerk der Planer lag auf dem Farbkonzept, das sich unter anderem in Hell-DunkelKontrasten und den Reflektionen von Licht und
Schatten ausdrückt. Der dunkle Farbton der Klinkerfassaden wird im Inneren des Gebäudes vom
Bodenbelag aufgegriffen. Dabei entschieden sich
Worschech Architekten für Kautschuk-Beläge von
nora systems: „Hier hatten wir die Möglichkeit der
individuellen Farbgestaltung.“ Auf Wunsch der Architekten wurde noraplan sentica für die Flure in
Anthrazit und für die Funktions- sowie Aufenthaltsbereiche in sehr hellem Grau sonderangefertigt.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Farbinseln erleichtern Orientierung
Im MEDICUM befinden sich Praxen für Kinderheilkunde, Neurologie, Gefäßmedizin, Kardiologie, Strahlentherapie sowie Onkologie. Um
den Patienten die Orientierung im Gebäude
zu erleichtern, akzentuierten die Architekten
wichtige Funktionsbereiche wie Aufnahme- und
Wartezonen durch Farbinseln. Dabei werden die
kräftigen Farben der Kautschuk-Bodenbeläge
an den Wänden fortgesetzt, so dass ein „Raumin-Raum“-Eindruck entsteht. Verschiedene Farben von noraplan sentica wurden extra für das
MEDICUM Altenburg entwickelt. Da die Böden je
nach Einsatzbereich unterschiedlichen Anforderungen standhalten müssen, wurden auch die
elektrostatisch ableitfähigen und trittschalldämmenden Ausführungen der KautschukBeläge verbaut.
Kundenspezifische Lösungen
„Neben dem breiten Farbspektrum und dem
homogenen Erscheinungsbild von noraplan sentica waren auch der ergonomische Komfort, die
Langlebigkeit und die problemlose, hygienische
Reinigung der Kautschuk-Beläge wichtig“, unterstreichen Worschech Architekten. Im Gegensatz
zu anderen elastischen Bodenbelägen müssen
nora Böden nicht beschichtet werden. Dies spart
Zeit und Geld, zudem werden die Arbeitsabläufe
im Klinikbetrieb nicht gestört. Weil nora Bodenbeläge keine gesundheitsschädlichen Weichmacher
oder chlororganischen Verbindungen enthalten,
tragen sie darüber hinaus zu einer gesunden Innenraumluft bei.
nora systems GmbH
Höhnerweg 2-4
69469 Weinheim
www.nora.com/de
info-de@nora.com
Tel.: +49 (0)6201/80 56 66
Fax: +49 (0)6201/88 30 19
25
Foto: Katharinen-Hospital Unna
AKTUELLE BAUPROJEKTE
Katharinen-Hospital Unna
Tradition und Moderne
Für Patienten und Personal des Katharinen-Hospitals in Unna waren die letzten
zweieinhalb Jahre keine leichte Zeit. Im
laufenden Betrieb stemmte das Haus mit
125-jähriger Geschichte eine umfangreiche Modernisierung der Klinik mit An- und
Umbauten, die im September 2014 abgeschlossen wird. Weil die bisherigen Bauten nicht mehr den Erfordernissen einer
modernen Klinik entsprachen, sollten die
Prozessabläufe des Hauses verbessert
und für den Patienten durch architektonische Gestaltung mehr „Offenheit“ und
kurze Wege schaffen. Klinikgeschäftsführer Klaus Bathen beschreibt, wie es gelang, Tradition und Moderne zu verbinden:
„Manche Funktionsbereiche waren im bisherigen ‚Neubau‘ aus dem Jahr 1991 bisher
schlecht angeordnet. So hatten wir zwei
Neue Mitte: Teile des bisherigen Baus wurden abgebrochen, um Transparenz in den Eingangsbereich zu bringen, wo die Schwestern die Patienten abholen. In dieser zentralen
Anlaufstelle wurden auch administrative und medizinische Aufnahme zusammengelegt.
Katheter-Messplätze, die weit auseinanderlagen. Auch die Untersuchungs- und
Behandlungsräume der Gynäkologie lagen
weit entfernt von den Kreißsälen. Wir haben
deshalb alle Funktionen neu aufgestellt, um
die Wege im Haus zu verkürzen und Prozesse besser zu organisieren. Alle Funktionsbereiche wurden daher zusammengelegt, im
Fall der Gynäkologie etwa auf einer Ebene
inklusive der Pflegestation.
Anfangs hatten wir überlegt, dafür ein
solitäres Gebäude im Garten mit einem
Verbindungsgang zum Hauptgebäude zu
schaffen. Allerdings funktionierte das nicht
so gut, wie wir uns das erhofft hatten. Also
Projektdaten
26
Projekttyp
Klinik-Erweiterungsbau und Umbau
Bauherr
Katharinen-Hospital gGmbH
Baubeginn
Oktober 2011 (Spatenstich Anbau-West)
Eröffnung (geplant)
September 2014
Investitionskosten
30 Millionen Euro
Architekturbüro
Weicken Architekten, Unna
Prozessplaner
Geschäftsführer Klaus Bathen
haben wir das neue Solitärgebäude an das
bisherige Gebäude herangezogen und direkt verbunden. Die bestehenden beiden
Hauptmagistralen haben wir beibehalten,
sie übernehmen jetzt aber unterschiedliche Aufgaben. Ein Flur ist hauptsächlich
für Besucher bestimmt, der andere für den
Patiententransport. Im Eingangsbereich der
Klinik haben wir eine zentrale Anlaufstelle
geschaffen, und dort die administrative
und medizinisch pflegerische Aufnahme
zusammengelegt. Wir haben dazu Teile abgebrochen, um mehr Licht und Transparenz
für den Patienten zu schaffen. Dort haben
wir auch ein Kommunikationszentrum installiert, wo jeder Patientenruf zentral entgegengenommen wird. Von dort wird dann
der Arzt oder das Pflegepersonal informiert.
Ganz wichtig war uns ein modernes Energie- und Lüftungskonzept, das auch auf
Wohlfühlatmosphäre für den Patienten
ausgelegt ist. Besondere Details schaffen
darüber hinaus ganzjährig ein angenehmes
Raumklima für den Patienten – etwa eine
Fußbodenheizung, die im Sommer auch
als Kühlung funktioniert oder eine spezielle obere Geschossdecke, die das Gebäude
gegen Überhitzung schützt.“
Protokoll: Guntram Doelfs
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
AKTUELLE BAUPROJEKTE
PRODUKTWELT
OBJECTFLOR
Design – vom Boden aus gedacht
Immer wichtiger: der Imagefaktor
Wenn es um eine moderne Innenarchitektur geht,
greifen Planer gerne zu Artigo-Kautschukbelägen,
die objectflor in Deutschland exklusiv vertreibt.
Ein Beispiel ist das Gesundheitszentrum U3 Med
in Wien mit dem gezielten Einsatz von Farbe, Naturelementen und einem hellen, puristischen Design. Hier zielt die Innenarchitektur neben dem
Wohlbefinden auch auf den Imagefaktor, um sich
im Wettbewerb abzugrenzen. Die Farbe und Textur
Innenarchitektur mit Imagefaktor: der Kautschukbelag Kayar
von Artigo (Wiener Gesundheitszentrum U3 Med) .
Foto: objectfl or
Mit Bodenbelägen lassen sich im Gesundheitswesen Räume schaffen, in denen Patienten
sowie Personal ungesunde Stressfaktoren ausblenden und sich wohlfühlen. objectflor bietet
elastische Bodenbeläge, die unter dem Schlagwort „Healing Environment“ eine Brücke zwischen hochwertigem Design, Funktionalität und
Hygiene schlagen.
des von Sottsass Associati designten Kautschukbodens „Kayar“ ist ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept. Mit der Pro-Oberflächenvergütung
bietet der Boden eine hohe Widerstandfähigkeit
sowie eine unkomplizierte Reinigung und Pflege,
auch weil der Übergang zur Wand als Hohlkehle
realisiert wurde. Neben Kautschuk zählen LVTDesignbeläge sowie Technical Vinyl Flooring zum
Portfolio von objectflor.
objectflor Art und Design Belags GmbH
Wankelstraße 50
50996 Köln
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7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
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BAUEN & AUSSTATTEN
Leichtigkeit: Den Innenhof des Neubaus schmückt ein Schmetterlings-Mobile
der Stuttgarter Künstlerin Rosalie. Finanziert wurde es von der „Olgäle Stiftung
für das kranke Kind e. V.“
Pumuckl, Pippi, Pinocchio: Die Bibliothek mit Internetraum für Kinder und Eltern wurde ebenfalls von der
„Olgäle Stiftung für das kranke Kind e. V.“ finanziert.
Fotos: Stadt Stuttgart (Lorenz)
Rückzugsort: Im „Raum zur Stille“ in der Nähe der Eingangshalle können Patienten, Angehörige und Besucher in einem geschützten Rahmen meditieren und
beten. Gestaltet hat ihn der Stuttgarter Künstler Nikolaus Koliusis; gestiftet hat
ihn der „Förderkreis krebskranke Kinder“. Der eingetragene Verein unterstützt
betroffene Familien in Notlagen. Als Antwort auf Personalengpässe im Olgahospital finanziert der Verein aber auch zwei zusätzliche Pflegekräfte auf der dortigen
Kinderkrebsstation.
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report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
OLGAHOSPITAL UND FRAUENKLINIK – KLINIKUM STUTTGART
Schiffe, Bären, Schmetterlinge
Erst im Mai eröffnete in Stuttgart nach siebenjähriger Bauzeit der gemeinsame Neubau der Kinder- und
Frauenmedizin. Zwei Häuser aus den beiden miteinander verwandten medizinischen Disziplinen, die bisher in
der Stuttgarter Peripherie lagen, wurden auf dem Campus des zentral gelegenen Katharinenhospitals unter
einem Dach vereint: die Frauenklinik Bad Cannstatt und die Kinderklinik Olgahospital. Das traditionsreiche
Kinderkrankenhaus mit 172-jähriger Geschichte wurde unter Beibehaltung seines (Marken-)Namens in den
jetzt eröffneten Klinikneubau integriert. Mit der Fertigstellung des 347 Millionen teuren Neubaus ist beim
größten aktuellen Krankenhausbauprojekt im Land Baden-Württemberg, der Neuordnung des Klinikums
Stuttgart, eine weitere Etappe abgeschlossen. Der Neubau gilt als eine der größten Kliniken für Kinder- und
Frauenheilkunde in ganz Deutschland – und als eine mit besonders vielen Blickfängen. Dass die Ausstattung
des Kinderzentrums kind- und jugendgerecht und so dekorativ ausgefallen ist, verdankt das Klinikum den
mit dem Olgahospital verbundenen Stiftungen und Förderkreisen. Allein die „Olgäle-Stiftung für das kranke
Kind e. V.“ steuerte gut 2,5 Millionen Euro bei. Der Name dieser privaten Hilfsorganisation für kranke Kinder
und deren Eltern leitet sich vom Olgahospital ab, das die Stuttgarter schwäbisch-zärtlich „Olgäle“ nennen.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
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BAUEN & AUSSTATTEN
Fotos: Stadt Stuttgart (Lorenz)
Attraktion in der Eingangshalle: Die „Arche der Hoffnung“, ein riesiges
Spielschiff für Kinder und auch manchen Erwachsenen wurde ebenfalls von der
„Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e. V.“ finanziert. Unten die Edelstahl-Rutsche
im gepolsterten Bauch der Arche.
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report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
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BAUEN & AUSSTATTEN
BUNDESWEHRKRANKENHAUS HAMBURG
Farben, Flächen, Fluchten
Foto: Schwarze (Lübeck)
Himmlisch: Das Architekturbüro TSJ hatte sich bei der Planung für das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg das Ziel gesetzt, mit dem neuen Bettenhaus einen freundlichen, lichtdurchfluteten Klinikbau zu konzipieren, in dem sich der Patient dank klarer Strukturen auch
leicht orientieren kann. Aus einer ungewöhnlichen Perspektive, aufgenommen in einem der
Innenhöfe, sehen wir, welchen Ausdruck diese Idee in der Architektursprache gefunden hat.
32
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
SCHWARZWALD-BAAR-KLINIKUM
Das Haus der Blickfänge
Augenweide: Lumineszenz und
kontrastreiche Wandmalereien
empfangen den Patienten schon
beim Betreten des SchwarzwaldBaar-Klinikums in Villingen-Schwenningen. Sie helfen ihm, die räumliche
Situation leichter zu erfassen und
begleiten ihn ins Innere des 750-Betten-Hauses. Die Neonlampen stellen
Wolken aus farbigen Molekülen dar,
die abhängig vom Lichteinfall in unterschiedlicher Intensität leuchten.
Sie symbolisieren das kostbare Gut
des Menschen – die Gesundheit.
Geschaffen hat sie die Künstlerin
Mariella Mosler. Die Wandmalereien
sind ein Gemeinschaftswerk der
Künstler Michael Jäger, David Harley,
Jürgen Palmtag und Volker Saul.
Foto:s HDR TMK / Stüber
Für viele ist ein Krankenhausbesuch eine Reise ins Ungewisse und
eine Zeit heftiger Emotionen. Das
Zusammenspiel der klaren, aber
auch farbig-verspielten und heiteren
Fassade mit den markanten Zacken
der rostbraunen Stahlskulpturen
holt die Patienten und Besucher bei
ihren Gefühlsausschlägen ab. Unten
das Dach des Krankenhauseingangs
mit der Skulptur „Der Linie lang“ des
Bildhauers Robert Schad.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
33
BAUEN & AUSSTATTEN
Die Illusion ist perfekt: Das
künstliche Deckenfenster
der Firma Sky Factory im
Universitätsklinikum Leipzig
verbindet tageslichtähnliche
Beleuchtung mit naturrealistischen Darstellungen und
verleiht einer sterilen und
für viele angsteinflößenden
Umgebung eine Freundlichkeit, die überrascht.
„Bei Kindern und Menschen mit Platzangst konnten wir so
den Einsatz von Beruhigungsmitteln deutlich vermindern.“
Peter Ostendorf, Zentrum für Präventivmedizin, Marienkrankenhaus Hamburg
34
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
INNENRAUMGESTALTUNG
Traumhimmel überm Tomografen
Kunstlicht, Apparate, Enge: In Diagnostikräumen ist die Angst von Patienten am größten. Und Angst
beeinträchtigt die Heilungsgeschwindigkeit. Ein „Healing Environment“ zu schaffen kann hier eine
Lösung sein. Krankenhäuser, Großgerätehersteller und Architekten arbeiten daran.
iemand geht gern ins Krankenhaus – im Gegenteil. „Wahrnehmungen und Assoziationen zu Krankenhäusern werden vom
zentralen Thema der Angst bestimmt:
Angst vor schweren Krankheiten,
Tod, Hilflosigkeit und Kontrollverlust“, belegt eine Studie des Berliner
Vivantes-Verbunds. Und eine ForsaUmfrage ergab: Mehr als die Hälfte
aller Bundesbürger fürchtet sich vor
einem Krankenhausaufenthalt. Jeder
Zehnte hat sogar große Angst davor.
N
Im CT kulminiert die Angst
Besonders in Diagnoseräumen befallen Patienten oft Angstzustände, denn
hier erfahren sie, wie schwer ihre
Krankheit tatsächlich ist. „Vor allem
die Magnetresonanztherapie- oder
Computertomografieuntersuchung
ist eine katastrophale Situation“,
sagt Linus Hofrichter, Geschäftsführer des Architekturbüros Sander und
Hofrichter und Professor für Krankenhausplanung an der Technischen
Hochschule Mittelhessen (THM).
„Man macht sich Sorgen über seine Krankheit und deren Folgen und
muss in so einen fürchterlich sterilen
Diagnoseraum, wo man auf seine
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Körperfunktionen reduziert wird. Da
soll man auch noch ganz ruhig liegen,
und das bei einem Höllenlärm, weil
das Gerät um den Patienten rotiert.“
Auch eine kürzlich vorgelegte Studie
der internationalen Gesellschaft für
Verhaltensmedizin (ISBM) belegt,
dass die Angst der Patienten dann
am größten ist, wenn sie kurz vor der
Untersuchung im Diagnostikraum
liegen. Das haben auch die Großgerätehersteller erkannt: Sie bieten neue
MRT-Geräte mit größerem Röhrendurchmesser oder komplett geöffnete
an und haben deren Geräuschpegel
auf ein angenehmeres Maß reduziert.
„Die Räumlichkeiten selbst werden
aber in puncto Wohlfühlatmosphäre
bisher vernachlässigt“, kritisiert Sylvia
Leydecker, Vizepräsidentin des Bundes
Deutscher Innenarchitekten (BDIA)
und Inhaberin des Kölner Innenarchitekturbüros 100 Prozent Interior.
Einige Ansätze zeigen allerdings, dass
Klinikbetreiber auch dort einiges gegen die Patientenangst tun können.
Vor allem der Einfluss von Tageslicht
wirkt beruhigend auf den Patienten
und hilft, Ängste zu lindern. Deshalb hat zum Beispiel die Frankfurter
Beruhigung durch Tageslicht: Ein Fenster,
durch das Patienten bei der MRT-Diagnose in
die Natur schauen können, hilft die sterile und
angsteinflößende Umgebung aufzulockern.
Gemeinschaftspraxis für Radiologie
und Nuklearmedizin speziell für die
MRT-Diagnose ein Fenster installiert,
damit die Untersuchung in einem tageslichtdurchfluteten Raum stattfinden
kann. Auch die radiologische Praxis
im Gesundheitszentrum Kelkheim
oder das hessische Institut für Bildgebende Diagnostik in Offenbach nutzen bereits Fensteröffnungen in ihren
MRT-Räumen. Da die Geräte in einer
elektromagnetisch abgeschirmten Kabine stehen, müssen auch die Fenster
35
BAUEN & AUSSTATTEN
diesen Ansprüchen gerecht werden.
„Wir arbeiten mit allen Großgeräteherstellern zusammen und fertigen
die komplette Kabine. In die Fenster
ist ein Edelstahlgewebe eingearbeitet,
dessen hohe Dichte die Hochfrequenzabschirmung sicherstellt“, erklärt
Rainer Püschel, Geschäftsführer der
Kabinenbaugesellschaft MR Schutztechnik aus Dieburg, die diese Fenster
in eigener Produktion fertigt.
Virtuelle Fenster nach draußen
Der Strahlentherapieraum des Leipziger Uniklinikums zeigt eine weitere Möglichkeit, wie sich ein beruhigendes Ambiente herstellen lässt.
Hier verbindet ein virtuelles Rundbogenfenster, das in die Decke des
Behandlungsraums eingelassen ist,
tageslichtähnliche Beleuchtung mit
naturrealistischen Darstellungen. Das
Fenster besteht aus einem Hinterleuchtungssystem, dessen Leuchtkraft das
Spektrum des natürlichen Tageslichtes
36
erfüllt. Darüber ist ein hochaufgelöstes Bildmotiv gespannt, das dem Patienten suggeriert, er läge unter einem
Baum und würde durch dessen Blätterdach hindurch den blauen Sommerhimmel sehen können. „Wir arbeiten
mit mehrschichtiger Fotografie, dadurch wirkt das Bild nicht bloß plakativ, sondern so plastisch – ganz so,
als könnte man durchgreifen“, erklärt
Marco Fernandes, Pressesprecher des
deutschen Ablegers der US-Firma Sky
Factory, die diese Fenster herstellt.
Durch künstliche Fensterstreben wird
hierbei die Illusion noch verstärkt.
Gute Kunstlichtsituationen
Eine andere Möglichkeit, gegen die
Angst anzugehen, liefert der Elektronikkonzern Philips mit seiner Unternehmenssparte Lighting. Deren Lichtkonzept „Ambient Experience“ bietet
ein breites Angebot an Lichtlösungen,
durch die sich die Atmosphäre in Diagnoseräumen an die Bedürfnisse der
Angesichts knapper Kassen schrecken
viele Kliniken allerdings davor zurück,
solche Maßnahmen in ihren Räumen
umzusetzen. „Die Erkenntnis, dass
mit der besseren Raumqualität auch
ein besseres Empfinden für den Menschen entsteht, geht leider viel zu oft
in Budgetverhandlungen unter“, bemängelt Hofrichter. Dennoch rät er
Klinikbetreibern, diesen Schritt zu
wagen. Schließlich sei eine professionell geschaffene, sympathische
Raumatmosphäre ein Pluspunkt für
die Entscheidung von Elektivpatienten
zugunsten einer Klinik. Und: für deren
Attraktivität als Arbeitgeber.
Martin Kucera
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Fotos: Sky Factory/Philips/Charité
Diagnosekino: Im Kinderkrankenhaus von Park Ridge im US-Bundesstaat Illinois werden dynamische Lichtprojektionen eingesetzt, um junge
Patienten von ihren Ängsten abzulenken und ihre Mitwirkungsbereitschaft zu fördern. Hier hilft eine Animation mit einem kleinen grünen
Männchen den Kindern dabei, während der MRT-Untersuchung für 10 bis
20 Sekunden die Luft anzuhalten.
Patienten anpassen lässt. So kann sich
die Lichtstärke in Untersuchungsräumen den natürlichen Verhältnissen
außerhalb einer Klinik, dem persönlichem Empfinden des Patienten oder
sogar dem Wechsel der Jahreszeiten
angleichen. Farbiges Licht eignet sich
ebenfalls gut dafür, eine beruhigende
Stimmung zu erzeugen. Für das Marienkrankenhaus Hamburg hat Philips
einen MRT-Raum mit einer dynamischen LED-Beleuchtung entwickelt,
die 60.000 verschiedene Lichtfarben
darstellen kann. „Besonders bei Menschen mit Raumangst und bei Kindern
konnten wir den sonst erforderlichen
Einsatz von Beruhigungsmitteln deutlich vermindern“, so Peter Ostendorf,
Initiator des Zentrums für Präventivmedizin am Marienkrankenhaus. Der
Konzern bietet auch dynamische Lichtprojektionen, mit denen sich bewegte
Bilder und Videos an Decke und Wand
werfen lassen. Das Kinderkrankenhaus
von Park Ridge im US-Bundesstaat Illinois lässt die jungen Patienten sogar
Animationen auswählen und setzt die
bewegten Bilder zur Unterstützung der
Diagnostik ein. Hier hilft eine Animation in Form eines kleinen grünen
Männchens den Kindern dabei, während der MRT-Untersuchung für 10 bis
20 Sekunden die Luft anzuhalten.
BAUEN & AUSSTATTEN
Sky Factory Deutschland
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
™
37
BAUEN & AUSSTATTEN
BARRIEREFREIES KRANKENHAUS
Mehr als das Behinderten-WC
Für Menschen mit motorischen Einschränkungen haben Krankenhäuser eine Menge getan. Die alternde
Gesellschaft verlangt aber nach weiterreichenden baulichen Antworten. Ein Gespräch darüber mit einer
Architektin und Forscherin, die sich das barrierefreie Gebäude zur Aufgabe gemacht hat.
Sie führen das ungewöhnliche Prädikat einer „DIN-geprüften Fachplanerin für barrierefreies Bauen“. Das
klingt ja spannend. Wie wird man
so etwas?
„DIN-geprüfte Fachplaner/-in für
barrierefreies Bauen“ wird man,
wenn man bei DIN CERTCO eine
Prüfung zu Kenntnissen des Themenbereichs ablegt. Da ich mich bereits
viele Jahre in Praxis, Lehre und Forschung mit der Thematik beschäftigt
hatte, sollte es nur eine Formalität
sein. Aufgeregt war ich trotzdem wie
früher im Studium.
Wie sieht es aus mit der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden? Können Sie signifikante Veränderungen
oder Fortschritte feststellen? Oder
müssen sich Leute mit Mobilitätseinschränkungen weiterhin gedulden?
Das Thema ist hochaktuell. Die Notwendigkeit, barrierefrei zu bauen und
umzubauen ist zum Standard geworden. Die Frage ist jetzt, mit welchem
Sachverstand die Vorgaben umgesetzt
werden. Barrierefreiheit bedeutet nicht,
ein „Behinderten-WC“ einzubauen. Sie
fängt bei der Wegeführung ins Gebäude an, bei der Ausbildung der Sitzgelegenheiten im Foyer und beinhaltet
beispielsweise akustische Maßnahmen
38
Foto: Raumleipzig Architekten
Interview mit Šárka Voˇríšková
Šárka Voˇríšková: Seit über zehn
Jahren beschäftigt sich die aus Prag
stammende Architektin mit dem
Thema barrierefreies Planen und Bauen. Bei „Universal-Raum“, einem Institut für evidenzbasierte Architektur im
Gesundheitswesen in Dresden, leitet
sie den entsprechenden Fachbereich.
In der Planungspraxis ist sie im Büro
„raumleipzig Architekten“ tätig. An
der TU Dresden und der TU Prag arbeitet sie in der Grundlagenforschung
sowie im Praxistransfer. Aktuell leitet
Šárka Voˇríšková ein Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesinstituts
für Bau-, Stadt- und Raumforschung.
Dessen Ziel ist es, für Deutschland
einen Leitfaden für barrierefreies
Bauen zu entwickeln.
und die Integration kontrastreicher
Gestaltung in das Material- und Farbkonzept. Barrierefreiheit ist ein fester
Bestandteil der Architektur und der
Freiraumplanung und ist kreativ umzusetzen. Barrierefreiheit hat viele Facetten, für die meiner Einschätzung nach
viele Beteiligte noch sensibilisiert werden müssen. Theorie und gesetzliche
Vorgaben in der Praxis auf den Punkt
zu bringen ist nicht immer so einfach.
Das sehen wir bei unseren Projekten in
meinem Büro „raumleipzig Architekten“. Schon aus diesem Grund entstand
mit universalRAUM die Idee, alle für
Planer relevanten Fakten in einem evidenzbasierten Planungshandbuch und
auf einer frei benutzbaren Internetplattform zusammenzufassen.
Von Krankenhäusern könnte man
erwarten, dass sie unabhängig von
Vorschriften bei der Barrierefreiheit
aktiv werden und eine Vorbildfunktion einnehmen. Das liegt in ihrer
Natur, aber auch in ihrem Interesse
nach reibungslosen Betriebsabläufen
und zufriedenen Patienten. Wenn Sie
einmal an Ihre Besuche in Kliniken
denken: Was ist Ihnen aufgefallen?
Sind sie Vorbilder? Oder doch nur
Durchschnitt?
weiter Seite 40
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BARRIEREFREIE TÜREN
BAUEN & AUSSTATTEN
FÜR DAS GESUNDHEITSWESEN
RAUMSPARTÜREN FÜR BAD UND WC
Durch die Funktion und den besonderen
Öffnungsverlauf der Küffner-Raumspartür
lassen sich bei rechtzeitiger Planung durch
den Architekten erhebliche Baukosten einsparen: Ohne optische Einschränkung können Räume größer und Flure schmaler, ggf.
barrierefrei oder wenigstens barrierereduziert
ausgelegt werden.
Die besondere Konstruktion der Raumspartür führt dazu, dass der Türflügel nur 1/3 der
Türbreite in den Flur aufschlägt.
Die Küffner Raumspartür kann ohne unnö-
tiges Manövrieren von Rollstuhlbenutzern
bedient werden. Der Türdrücker bleibt stets in
erreichbarer Nähe und die Tür kann komfortabel geöffnet und nahezu frontal angefahren
werden.
Sie ermöglicht damit Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die abhängig von
Rollstuhl oder Rollator sind, den einfachen
und selbständigen Zugang zu sonst schwer
zugänglichen Bereichen, wie beispielsweise
Sanitärräumen in Kranken- oder Seniorenzimmern.
150 x 150 cm
FINGERSCHUTZTÜREN FÜR KINDERSTATIONEN
Insbesondere für Kindergärten und Kinderkrippen aber ebenso für Kinderstationen in
Krankenhäusern sowie für Heime von Menschen mit Behinderungen bietet sich die Küffner-Fingerschutztür mit ihren einzigartigen
Sicherheitsvorzügen an.
Durch die besondere Form, sowie die in der
Zarge integrierten, kugelgelagerten Bänder
dreht sich die Bandkante des Türblattes beim
Öffnen und Schließen immer in gleichmäßigem Abstand von ca. 3mm um den Zargenspiegel.
Dadurch wird ausgeschlossen, dass z.B. Kinderfinger in den Spalt zwischen Tür und Zarge
eingeklemmt und abgeschert werden können.
Der bisher gefährliche Aufschlagbereich des
Türblattes auf die Zarge wurde durch ein,
in die Kante integriertes, Dämpfungsprofil
„entschärft“. Die neue „Knautschzone“
vermeidet Verletzungen durch die Schlossoder Bandkante des Türblattes und schont
dadurch empfindliche Kinderfinger. Pädagogisch wertvoll, da die Gefahrenstellen nicht
„versteckt“, der Verletzungsgrad jedoch
wesentlich verringert werden kann.
Hygienisch, wartungarm und barrierefrei.
Es werden die Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BG/GUV-SR S2)für
Kindertageseinrichtungen erfüllt.
Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG | Kutschenweg 12 | 76287 Rheinstetten | fon +49 721 5169 0 | fax +49 721 5169 40 | info@kueffner.de | www.kueffner.de
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
39
BAUEN & AUSSTATTEN
Lift und Rampe: Das Gesundheitszentrum „Zum Heiligen Geist“ in Boppard am Rhein wurde zwischen 2005 und 2013
komplett neu strukturiert, umgebaut und erweitert. Mit dem Bau des neuen, fünfgeschossigen Bettenhauses, in dem sich
jetzt der Haupteingang befindet, wandte sich das Krankenhaus der Innenstadt zu. Die Stadt Boppard errichtete auf dem
neu entstandenen Platz vor dem Krankenhaus eine Tiefgarage, über die der Haupteingang des Krankenhauses sehr viel
besser erreichbar ist als früher – und zwar barrierefrei und damit genau so für Gebrechliche oder Behinderte. Der ehemals
schwer erreichbare Haupteingang im Untergeschoss des Gebäudes wurde zur Liegend-Krankenanfahrt umgebaut. Hier
ist eine moderne interdisziplinäre Notaufnahme entstanden. Träger des Gesundheitszentrums ist das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. Realisiert wurde der Bau vom Ludwigshafener Büro Sander Hofrichter Architekten.
Fortsetzung von Seite 38
Sicherlich sind in Krankenhäusern in
den meisten Fällen die grundlegenden Voraussetzungen für Menschen
mit motorischen Einschränkungen
bereits geschaffen worden. Eine barrierefreie Gestaltung für alle, also auch
für Menschen mit sensorischen oder
kognitiven Einschränkungen ist bis
jetzt nur selten konsequent umgesetzt
worden. Auf dem Hintergrund des demografischen Wandels ist dies jedoch
eine unabdingbare Notwendigkeit.
An welchen Stellen sehen Sie bei
Krankenhäusern Schwachstellen beziehungsweise Handlungsbedarf?
40
Im Baurecht wurden neue Regelungen
geschaffen, die auch für Einrichtungen des Gesundheitswesens gelten.
Es herrscht jedoch Unsicherheit, ob
alle Vorgaben in Krankenhäusern
eins zu eins umgesetzt werden müssen und wie. Wenn beispielsweise alle
Türklinken im Krankenhaus auf 85
Zentimeter Höhe angebracht werden,
bedeutet dies eine große körperliche
Belastung allein schon für das Personal. Jede Maßnahme sollte auf ihre
Sinnhaftigkeit geprüft und im konkreten Fall entschieden werden, zum
Beispiel wie viele Zimmer tatsächlich
für Rollstuhlfahrer vorgehalten werden sollen. Erstaunlich finde ich, wie
wenig das Thema der alternden Gesellschaft bauliche Antworten findet.
Der Rollator scheint zu einem wichtigen Hilfsmittel für viele Patienten zu
werden. Wie eine Tür geplant werden
muss, damit ein Mensch mit Rollator bequem und sicher die Tür öffnen kann, ist weitgehend unbekannt.
Die Orientierung im Krankenhaus
wird durch die Gebäudestruktur beeinflusst. Hier kann die Architektur
einen enormen Beitrag leisten. Wir
haben im letzten Jahr einige Kliniken
bei Planungen verschiedener Baumaßnahmen beraten. Wir stoßen immer
auf die gleichen Probleme: Wo befindet sich die Anlaufstelle für Patienten
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
„Mit einer gut überlegten barrierefreien Gebäudeplanung kann ich sogar Betriebskosten einsparen.“
und Besucher? Wie kompliziert sind
die Wege, die Patienten auf sich nehmen müssen, um zu ihrer Therapie zu
gelangen? Müssen sie dabei begleitet
werden? Oder ist das Gebäude so klar
baulich strukturiert, dass die Wegeführung eindeutig ist? Allgemein wird auf
diesem Gebiet wenig untersucht und
evaluiert, die einzige Ausnahme stellt
die Forschung zu Wechselwirkungen
zwischen Architektur und Menschen
mit demenziellen Erkrankungen dar.
Aber wie sinnvoll sind im Krankenhaus beispielsweise Blindenleitsysteme?
Bis wohin sollen diese geführt werden?
Welche Qualitäten in der Nutzung bieten Krankenhäuser Menschen mit auditiven Einschränkungen?
In Ihrem aktuellen Forschungsprojekt an der TU Dresden erarbeiten
Sie im Auftrag des Bundesinstituts
für Bau-, Stadt- und Raumforschung
einen Leitfaden „Barrierefreies Bauen“. Was soll dieser Leitfaden leisten?
Die Idee ist, die Barrierefreiheit zu
einem festen Bestandteil der Planungsprozesse zu machen. Das barrierefreie Planen und Bauen ist ein sehr
komplexes Thema. Schon aus Sicht
des Baurechts bestehen verschiedene
Vorgaben, die nur bei bestimmten
Gebäuden oder Gebäudeteilen gelten.
Bei Bauvorhaben des Bundes wechseln auch die Zuständigkeiten der
Projektbearbeiter, die Entscheidungen
zu Standards der Barrierefreiheit treffen. Einerseits müssen die Nutzer des
Hauses schon in einer ganz frühen
Projektphase bestimmte Raumgrößen
oder Ausstattungsstandards festlegen,
andererseits müssen diese Vorgaben
bis ins Detail von Planern umgesetzt
werden. Der Leitfaden strukturiert
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
41
diese Prozesse und will alle Beteiligten unterstützen.
Ist dieser Leitfaden auch für Krankenhäuser von Relevanz?
Der Leitfaden bezieht sich in erster
Linie auf die Bauten des Bundes. Das
heißt, auch auf Krankenhäuser in der
Verwaltung des Bundes, im Neubau
und im Bestand. Ich denke jedoch,
dass die hier beschriebene Vorgehensweise bei jedem Bauvorhaben und
für jeden Bauherren und Planer eine
wertvolle Hilfe bieten kann.
Ihr Forschungsprojekt ist zwar noch
nicht abgeschlossen. Aber können Sie
uns vielleicht schon etwas über die
Ergebnisse erzählen? Gibt es Dinge,
die sie überrascht haben – positiv
wie negativ?
Die erste Frage, die zur Barrierefreiheit gestellt wird, richtet sich auf
die Kosten. Bei der Recherche zum
Leitfaden sind wir auf eine Untersuchung aus der Schweiz gestoßen, die
zeigen will, dass barrierefreies Bauen
wesentlich weniger kostet, als von
Bauherren und sogar Planern angenommen wird. Unabhängig von dem
Leitfaden ist es mein Anliegen nachzuweisen, wie gering die Kosten im
Verhältnis zum gesamten Bauvorhaben sind. Gerade wenn von Anfang
an integriert und sorgfältig geplant
wird, können aus meiner Sicht Mehrkosten fast ausgeschlossen werden.
Im Gesundheitswesen halte ich diese Frage für besonders relevant. Ich
erlaube mir hier sogar zu behaupten,
dass eine barrierefreie, gut überlegte und allgemein verständliche
Gebäudeplanung Kosten im Betrieb
der Kliniken einsparen kann.
Interview: Adalbert Zehnder
Foto: Sander Hofrichter Architekten
BAUEN & AUSSTATTEN
Zukunftsweisende Kommunikationsplattform VISOCALL IP
Das Full IP Kommunikationssystem vereint Schwesternruf,
Verwaltung und Patienten-Enternainment in einem System.
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BAUEN & AUSSTATTEN
ENTERTAINMENT-SYSTEME
Hollywood am Krankenbett
Wer im Krankenhaus liegt, braucht viel Ablenkung. Die neuen Unterhaltungssysteme bieten deshalb
nicht nur Internet, sondern auch zahlreiche Zusatzfunktionen, die dem Komfort eines Hotelzimmers
in nichts nachstehen.
ie Zeiten, in denen sich Patienten ein Fernsehgerät im Zimmer
teilen mussten, sind lange vorbei. „In modernen Kliniken gehören
ein eigenes Telefon und Fernsehgerät
pro Bett zum Standard“, so Horst Träger, Technischer Leiter des Lubinus
Klinikums in Kiel und Präsident der
Fachvereinigung Krankenhaustechnik
D
42
(FKT). Laut statistischem Bundesamt
nutzen heute drei von vier Menschen
im Alter zwischen 50 und 59 Jahren
das Internet. In jüngeren Altersklassen steigt der Anteil sogar auf über 90
Prozent. Immer mehr Patienten wollen
daher auch am Krankenbett die Vorteile der modernen Kommunikation
nutzen – das haben auch die Hersteller
erkannt. Die neuesten Unterhaltungssysteme sind nicht nur internetfähig,
sondern liefern Zusatzangebote, die
keinen Patientenwunsch offenlassen.
Neben Fernseh- und Radioprogrammen, Video on Demand und Videotelefonie lassen sich mit den Multimediasystemen auch Raumfunktionen
steuern oder Patientendaten anzeigen.
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
Prozesse kommen vor dem Bau
Gebäudestrukturen müssen sich an den klinischen Prozessabläufen
orientieren und nicht umgekehrt. Dabei unterstützen wir Sie und schaffen mit Ihnen die Voraussetzungen für optimale Prozessabläufe in Klinikgebäuden. Wir bieten professionelle Beratung und Unterstützung
bei Neu- und Umbauten von OP- und Funktionsbereichen.
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Die Welt schaut nach Düsseldorf –
Deutschland liest den kma guide zur Medica 2014!
Die neuen Unterhaltungssysteme liefern neben Internet auch
Radio-und Fernsehen, Videotelefonie und Video on Demand, außerdem zeigen sie Patientendaten an. Per Touchscreen oder angeschlossenem Telefon lassen sich damit sogar die Raumfunktionen steuern.
Der kma guide zur
Medica 2014 nimmt
die Entscheider im
Krankenhaus auch in
diesem Jahr mit auf
eine Reise zu den
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Ein Touchscreen für alles
Das Patienten Entertainment System (PES) hat die österreichische Firma Communication Network Services (CNS)
zusammen mit Siemens Enterprise Communications und
anderen Kooperationspartnern entwickelt. Es besteht aus
einem Flachbildschirm, dessen sämtliche Funktionen sich
per Touchscreen oder mit dem Telefonhörer steuern lassen.
Auf dem Bildschirm blendet sich eine Tastatur ein, wenn
Patienten E-Mails oder andere Texte eingeben wollen.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
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Draht zu den Entscheidern im Krankenhaus.
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43
BAUEN & AUSSTATTEN
Die beiden Systeme: Meditec und Medistream von Bewatec funktionieren nach dem
Prinzip der Smartphone-Apps und lassen
sich flexibel an jede klinische Infrastruktur
anpassen.
„Genau wie bei den Apps im iPhone kann man hier aussuchen, welche Zusatzfunktionen die Endgeräte in der
Klinik enthalten sollen.“ Phillip Schmelter, Geschäftsführer von Bewatec
Neben zahlreichen Radioprogrammen liefert das Gerät auch Satellitenfernsehen und Computerspiele.
Gegen eine Tagespauschale von 4,50
Euro können Patienten weltweit im
Festnetz und deutschlandweit in alle
Handynetze telefonieren. Auch Facetime, Hörspiele, Video on Demand,
drei Kanäle des Pay-TV-Senders Sky
und Internet sind im Preis inbegriffen. Das System ermöglicht Kliniken
auch, eigene Imagefilme oder Firmenwerbungen zu präsentieren und auf
Patientendaten des Klinikinformationssystems (KIS) zuzugreifen. Als zusätzlichen Anreiz können die Nutzer
die Tagespauschale von 4,50 Euro in
Anspruch nehmen, um im Klinikshop
günstiger einzukaufen. Für 1,50 Euro
am Tag können Patienten sogar drei
zusätzliche Sky-Kanäle empfangen.
44
„Die Geräte haben keine geschlungenen Kabel oder ungleichmäßige
Oberflächen und entsprechen den Hygienestandards in deutschen Krankenhäusern“ so Michael Vogl, Vertriebsund Marketingleiter von KPM, der
Dienstleistungsgesellschaft von CNS.
Ist die nötige Infrastruktur vorhanden, dann steuern die Geräte sogar die
Raumfunktionen im Patientenzimmer
wie Licht, Fenster oder Heizung. Am
Klinikum Ingolstadt hat der Hersteller
das System zunächst als Pilotprojekt
eingeführt. Mittlerweile gehört PES
dort an 720 Betten zum Standard.
„Zeigen Sie mir mal ein Hotel, in
dem Sie für sechs Euro am Tag sechs
Sky-Kanäle, 30 Fernsehprogramme, ein Touchscreen am Bett, Internet, Kinofilme und Telefon bekommen“, schwärmt Thomas Kleemann,
IT-Leiter am Klinikum Ingolstadt. Alle
Komponenten des Systems sind auf die
Bedürfnisse eines Krankenhauses zugeschnitten und lassen sich individuell
auswählen. Der Preis für ein System
beginnt bei 1.500 Euro. Die beiden
Entertainmentsysteme des NordrheinWestfälischen Anbieters Bewatec, Medinet und Medistream bieten Kliniken
ein ähnliches Unterhaltungsangebot.
Die Multimediaterminals mit Touchscreen liefern Fernsehen, Radio, Internet, Hörbücher, Telefon, Video on
Demand, Videotelefonie, einen Mediaplayer, Spiele, das Steuern der Raumfunktionen, Menübestellungen und
sogar WLAN. Die Systeme lassen sich
flexibel an die vorhandene klinische Infrastruktur wie Abrechnungssysteme,
Steuerungen der Raumfunktionen, Telefonanlagen oder Menübestellsysteme
anpassen. „Bisher musste das Krankenhaus etwa die Telefonanlage wechseln,
denn oft funktionierte sie nicht mit
diesen Entertainmentsystemen. Unsere
Terminals müssen das nicht, weil sie
einfach umprogrammiert werden können, um mit dem jeweiligen System zu
arbeiten“, so Philipp Schmelter, Geschäftsführer von Bewatec.
Vorbild Smartphone-App
Auch die einzelnen Anwendungen der
Terminals lassen sich flexibel anpassen, konfigurieren und auswählen. Ermöglicht wird das durch eine eigene
Onlineplattform namens Mymedinet.
Über sie lassen sich von einem beliebigen Rechner aus alle angeschlossenen
weiter Seite 46
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
PRODUKTWELT
SECURITON GMBH
Fotos: Securiton GmbH/
SCHRACK SECONET AG
Full IP: Sicherheit, Kommunikation & Multimedia
Multimedia-Terminal: modernes
Design trifft auf Funktionalität.
ALL IN ONE – ONE FOR ALL:
IP-Netzwerk als Gesamtlösung
für alle Dienste.
Patienten haben in Deutschland die freie Wahl, in
welcher Klinik sie sich behandeln lassen möchten. Dabei ist die Qualität der medizinischen Versorgung nur ein Faktor von vielen. Entertainment
auf höchstem Niveau kann da zum entscheidenden Vorteil werden: Es steigert das Wohlbefinden
der Patienten, trägt zu einem abwechslungsreichen Aufenthalt bei, informiert und verschafft so
dem Pflegepersonal die Zeit, die für eine effiziente Betreuung benötigt wird.
ALL IN ONE – ONE FOR ALL
Immer mehr wachsen IT, Telekommunikation
und Medizintechnik zusammen. Die IP-basierte
Lösung VISOCALL IP aus dem Hause Schrack
Seconet bietet faszinierende Möglichkeiten in
der Krankenhaus-Kommunikation: Verwaltung,
Organisation und Multimedia-Dienste über ein
einziges Kabel! Somit entfallen aufwändige Instandhaltungskosten mehrerer parallel laufender Systeme. Die IP-Netzwerktechnologie sorgt
für höchste Ausfallsicherheit und permanente
Systemverfügbarkeit. VISOCALL IP kann über
Schnittstellen mit Fremdsystemen wie Brandmeldezentrale, Alarmserver und Abrechnungssysteme zusammenarbeiten und wichtige Informationen austauschen.
Zeitgemäßes Entertainment
Mit einem einzigen Netz stehen über Multimedia- und Schwestern-Terminals Lichtruf, Telefon,
TV, Radio und Internet zur Verfügung. Patienten
können aus einem breiten Angebot aus verschiedenen Filmen, Sendern und Spielen auswählen.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Zusätzlich lassen sich der Speiseplan und
weitere Informationen einspielen sowie Raumsteuerungsfunktionen intuitiv anwählen. Die
Terminals sind in Größen zwischen 8,5“ und 15“
erhältlich und überzeugen durch optimale Hygiene-Eigenschaften: Die überlegte Gestaltung
der Oberflächen sowie die bewährte Passivkühlung ohne Lüftungsschlitze erhöhen die Keimfreiheit und erleichtern die Reinigung.
Mobile Dokumentation der Pflegeleistungen
Mit SecoCareDATA können Schwestern direkt am
Patientenbett Pflegeleistungen dokumentieren.
Das spart Arbeitszeit und reduziert Fehlerquellen
– wie etwa bei der späteren Erfassung von Leistungen oder der Übertragung von Informationen
auf Papier. Kern des Produkts ist eine einfache
Chipkarte. Sie wird in das Gerät im Zimmer des
Patienten gesteckt und zeigt alle wichtigen Angaben der Person an, neue Informationen werden
direkt vor Ort eingegeben. Über eine mobile Applikation lassen sich alle Rufe, Notrufe, Alarme
und Störungsmeldungen automatisch per WLAN
oder UMTS auf mobile Endgeräte des Personals
auf Basis von Android und iOS übertragen.
Effizientere, integrierte Workflows
VISOCALL IP ist zertifiziert nach VDE 0834 und
entspricht den aktuellen Richtlinien für Rufanlagen. Der entscheidende Vorteil des Systems ist,
dass die Kosten trotz steigender Betreuungs- und
Servicequalität sinken. Optimierte Abläufe erhöhen die Qualität aller Leistungen und verbessern
die Konkurrenzfähigkeit der Einrichtung.
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45
BAUEN & AUSSTATTEN
„Zeigen Sie mir mal ein Hotel, in dem
Sie für sechs Euro am Tag sechs SkyKanäle, 30 Fernsehprogramme, ein
Touchscreen am Bett, Internet, Kinofilme und Telefon bekommen.“
Thomas Kleemann, IT-Leiter am Klinikum Ingolstadt
Die einzelnen Terminals lassen sich vom Bett aus steuern und können
wahlweise am Bett, an der Wand oder am Beistelltisch befestigt
werden.
46
auf der Onlineplattform zu finden
ist, stellt Bewatec zusätzlich über 300
Filme, Hörbücher und Zeitschriften
bereit, die ebenfalls einzeln auswählbar sind. „Das Angebot stellen wir
durch unsere Kooperationspartner
wie Warner Bros., Gruner+Jahr, Universal Pictures, Bertelsmann und andere zur Verfügung“, so Schmelter.
Jede Anwendung muss eine Klinik
erst bezahlen, wenn auf die Endgeräte übertragen wurde. Auch die Angebote der Kooperationspartner bezahlt
ein Patient erst, wenn er sie einzeln
auswählt.
Eigenes Entwicklertool
Der zusätzliche Vorteil dieser Systeme
ist eine eigene Entwicklungssoftware,
mit der auch andere Firmen Anwendungen programmieren können. So
kann etwa ein KIS-Anbieter oder ein
Hersteller von elektronisch steuerbaren Patientenbetten eine eigene App
schreiben, die mit dem System kompatibel ist. „Die taucht dann ebenfalls
im Onlineportal auf. Wir entwickeln
mit dem Bettenhersteller Völker gerade so eine App. Wenn der Kunde sie
anklickt und damit kauft, bekommt
Völker das Geld dafür, wir stellen sie
nur zur Verfügung“, erklärt Schmelter.
Laut Hersteller kostet ein einzelnes
Gerät unter 500 Euro.
Allerdings stoßen nicht alle Anwendungen auf breites Interesse – allen voran
die Möglichkeit, mit den Alleskönnern
auch auf das KIS zugreifen zu können. „Solange es für KI-Systeme keine
Oberfläche gibt, welche die Eigenschaften des Touchscreens auch wirklich
nutzt, setzen wir das nicht ein“, sagt
Kleemann. Auch im Lubinus Klinikum
sieht man davon ab. „Der bloße Ansatz
zu diesem Thema führt unseren Datenschutzbeauftragten schon zur Schnappatmung“, berichtet Träger. Dennoch
sind sich alle Beteiligten sicher, dass die
Zukunft der Entertainmentsysteme gerade erst begonnen hat.
Martin Kucera
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Fotos: Bewatec/CNS
Fortsetzung von Seite 44
Endgeräte einzeln, in definierbaren
Gruppen oder im Verbund konfigurieren. Der Zugang ist durch Benutzernamen und Passwort gesichert. Sie
enthält ein Managementsystem, über
das die Kunden für alle Geräte kostenlose Updates erhalten, den Netzzugang auswählen oder das Erscheinungsbild der Benutzeroberfläche
einstellen können. Da die Endgeräte
dem Prinzip der Smartphone-Apps
folgen, kann ein Krankenhaus über
die Onlineplattform auch alle Funktionen auswählen. „Genau wie bei den
Apps im iPhone kann man hier aussuchen, welche Zusatzfunktionen die
Endgeräte in der Klinik enthalten sollen. Ob Sie etwa Videotelefonie mit
Skype haben wollen, das Bett über
das Terminal steuerbar sein soll oder
Sie Ihr Menü darüber bestellen wollen; alles kann als einzelne Anwendung auf die Endgeräte übertragen
werden“, erklärt Schmelter. Über ein
Entertainmentsystem, das ebenfalls
BAUEN & AUSSTATTEN
PRODUKTWELT
AEG HAUSTECHNIK
Metropol Medical Center in Nürnberg
Fotos: AEG Haustechnik
Hoher Standard: Die Durchlauferhitzer von AEG reduzieren den
Wasserverbrauch und verhindern
die Keimbelastung.
Hygienische und bakterienfreie
Wassernutzung
Im Metropol Medical Center (MMC) in Nürnberg
dreht sich alles um die medizinische, therapeutische und pflegerische Privatversorgung. Nach
dem Motto „Medizin der kurzen Wege“ vereint
das im Januar 2011 eröffnete Kompetenzzentrum
eine hochmoderne Klinik für ästhetische Operation und Lasertherapie, ein Reha-Zentrum, zehn
Arztpraxen mit unterschiedlichen Fachgebieten,
eine Apotheke mit zukunftsweisendem Drive-InSchalter und ein Sanitätshaus unter einem Dach.
Hydraulische und elektronische
Durchlauferhitzer
Das Würzburger Architekturbüro Planwerk realisierte die neue Gesundheitseinrichtung als
nierenförmiges Gebäude. Den Architekten oblag
auch die TGA-Planung, die in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeanstalten unter der Berücksichtigung spezieller Anforderungen und Einhaltung zahlreicher
Richtlinien besonders sorgsam überdacht werden muss. Die hygienische und wirtschaftliche
Warmwassernutzung erfolgt im MMC deshalb
dezentral über hydraulische und elektronische
Durchlauferhitzer von AEG.
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Kein Trinkwasser geht ungenutzt verloren
Diese Geräte erfüllen einen hohen technischen
Standard und wirken der Bildung von Bakterien
und Keimen sicher entgegen, weil sie das Trinkwasser bedarfsgerecht und erst in unmittelbarer Nähe des Auslaufs erwärmen.
Zudem reduzieren Durchlauferhitzer den Wasserverbrauch enorm, da kein Trinkwasser ungenutzt verloren geht, bevor es in der gewünschten Mischtemperatur aus der Zapfstelle fließt.
Auch Wärmeverluste und CO2-Emissionen lassen sich durch Dezentralität vermeiden.
Zudem entfällt die jährliche Legionellenprüfpflicht, die der Gesetzgeber innerhalb der Trinkwasserverordnung für gewerbliche zentrale
Warmwasserbereitungs-Anlagen vorschreibt.
Insgesamt kamen im Metropol Medical Center
123 AEG Warmwassergeräte in unterschiedlichen Ausführungen zum Einsatz – elektronische
Durchlauferhitzer bei den Duschen und KleinDurchlauferhitzer an allen Handwaschwecken
sowie Warmwasser-Wandspeicher mit 80 und
100 Liter Volumen für Spezialanwendungen
(Wannenbäder).
Markenvertrieb AEG Haustechnik
Gutenstetter Straße 10
90449 Nürnberg
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Info@eht-haustechnik.de
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47
BAUEN & AUSSTATTEN
Landschaftszitate: Blaue Glasperlenbänder
zeichnen den Zusammenfluss der beiden
Quellflüsse Brigach und Breg zur Donau in
einem der lang gestreckten Innenhöfe des
Schwarzwald-Baar Klinikums.
GRÜNANLAGEN
Natur als Genesungshilfe
Ein gut geplanter Klinikgarten beschleunigt erwiesenermaßen den Gesundungsprozess und entspannt
gestresste Patienten. Dennoch ist er vielen Krankenhausbetreibern zu teuer. Dabei ist er auch als
Image- und Marketingfaktor nicht zu unterschätzen.
Fährt man im Südwesten Baden-Württembergs am Ostrand
des Schwarzwaldes entlang der
Landstraße exakt an der Grenze zwischen Villingen und Schwenningen,
entdeckt man schon von Weitem den
Neubau des Schwarzwald-Baar Klinikums. Obwohl die Natur ihren Platz
rund um das knapp zehn Hektar große Baugrundstück noch nicht ganz
eingenommen hat, schmiegen sich
die Gebäudeteile des Akademischen
F
48
Lehrkrankenhauses, das erst im Juli
2013 den Betrieb aufgenommen hat,
bereits in die malerische Landschaft.
Von den Zimmern der neuen Klinik
in Villingen-Schwenningen aus können Patienten ihren Blick über sanfte Hügel, bestellte Felder und kleine
Ausläufer des Schwarzwaldes sogar
bis zu den Alpen schweifen lassen. Angesichts einer solchen Umgebung muss
es Landschaftsarchitekten denkbar
schwerfallen, die zwölf Höfe innerhalb
des 25.000 Quadratmeter fassenden
Gebäudekomplexes so zu gestalten,
dass sie ihr etwas entgegensetzten.
Dennoch sind hier kleine Oasen entstanden, die beweisen, dass Klinikgärten mehr bieten können als sterile
Standardrasenflächen mit Parkbänken.
Verbindung zur Außenwelt
Die Planer des Landschaftsarchitekturbüros Faktorgrün mussten sich
mächtig ins Zeug legen, um eine
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
Naherholungsgebiet: Der Dachgarten der Wiegmann-Klinik im DRK-Krankenhaus
Westend in Berlin wurde gleich zweimal zum Gründach des Jahres 2010 gewählt.
angemessene Verbindung zwischen
der nahen Natur und den strengen
geometrischen Strukturen des Gebäudeensembles zu schaffen. Statt ihr
etwas entgegenzusetzen, haben sie sie
einfach integriert – jeder der Innenhöfe ist quasi ein kleines Zitat der bekannten Bilder und Themen aus Umgebung und Landschaftsgeschichte der
Gegend um die Doppelstadt. So ist der
Gartenhof der Radiologie nach dem
Vorbild der im Schwarzwald beheimateten historischen Bauerngärten angelegt. Blattförmige Hochbeete mit Sitzgelegenheiten und ein plätschernder
kleiner Brunnen bilden dessen Grundgerüst. Andere Innenhöfe zitieren mit
Findlingen und Natursteinmauern aus
Kalkstein die wilden Schluchten des
südlichen Schwarzwaldes, oder durch
liebevoll gestaltete Pflanzbeete den
Wechsel von Acker- und Wiesenflächen der Baarer Hochebene zwischen
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Schwarzwald und Schwäbischer Alb.
„Die Landschaftshöfe sind aus der
Idee entstanden, den Besuchern und
den Patienten ein Gefühl der Heimat
zu geben“, beschreibt Daniel Stephan
von Faktorgrün deren Konzept.
Kaschierter Schandfleck
Die Gartenanlagen des Thüringer
Kreiskrankenhauses in Greiz zeigen,
wie sich technische Funktionen und
Gartenfläche geschickt miteinander
verbinden lassen. Dort wurde aus der
Not eine Tugend gemacht und ein
Rückhaltebecken für Regenwasser
zu einem Teich umgestaltet, der Patienten und Besucher gleichermaßen
anzieht. „Gerade die nahen Flächen
an den Ausgängen und am Haupteingang werden sehr intensiv von den
Leuten wahrgenommen. Sie brauchen
also nicht unbedingt hektarweise
Land, sondern müssen Möglichkeiten
schaffen, dass die Leute nah aus dem
Gebäude heraustreten können“, rät
Landschaftsarchitekt Uwe Fischer
vom Echinger Büro Wankner und Fischer, der den Klinikgarten in Greiz
gestaltet hat. Da die bettlägerigen Patienten die Natur nur aus dem Fenster
betrachten können, haben die Planer
auch die Innenhöfe mit Gärten versehen. Dort liegt ein kleiner Bachlauf
inmitten einer angedeuteten Waldlichtung, der auf die Genesenden eine ablenkungstherapeutische Wirkung ausüben soll. Auch ein begehbares Dach
haben die Architekten begrünt – und
verstecken damit ganz nebenbei den
Schornstein der Energiezentrale.
Terrain für Rehabilitationsgymnastik
Die Krankenhäuser der Region Hannover bieten ihren Patienten sogar
eigens errichtete Gesundheitsgärten,
die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten
49
BAUEN & AUSSTATTEN
Gartenarbeit als Therapie
Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist
das psychologische Potenzial des Gartens
aktiv in den Heilungsprozess eingebunden. Das Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
verordnet seinen Patienten regelmäßige
Gartenarbeit. Chefarzt Josef Scherer sieht
in der Gärtnerei eine perfekte Ergänzung
der Therapiepalette: „Nicht alle Patienten
sind von Kunst und Tanz angetan. Denen
können wir nun etwas Handfestes bieten.“
Im Garten kommen sie zu sich, können sich
an den Blumen erfreuen und zusehen, wie
etwas, was sie selbst gepflanzt haben,
wächst. Das tut vor allem der Motivation
gut und fördert den Heilungsprozess.
sind. Im Klinikum Neustadt am Rübenberge mit den Schwerpunkten Orthopädie und Physiotherapie heißt das
vor allem Bewegung. Schultertrainer
und Wackelbrücke sind eingebettet
in den Therapiegarten. Er besteht
aus verschiedenen Bodenbelägen wie
Kopfsteinpflaster, Holz, Sand oder
Kies. „Hier können die Patienten die
Welt wieder mit den Füßen wahrnehmen“, schwärmt Landschaftsarchitekt
Volkmar Kerck, der den Gesundheitsgärten seine besondere Form gegeben
hat. Wie Blätter an einem Zweig sind
die einzelnen Stationen für Übungen und Entspannung angelegt, mit
Stauden- und Kräuterbeeten, Findlingsbrunnen sowie einer hölzernen
Sitzplattform. Das Blattmotiv ist außerdem ein verbindendes Erkennungsmerkmal der einzelnen Standorte der
Klinikum Region Hannover GmbH.
Was ein ansprechender Klinikgarten
leisten kann, zeigt eine Studie des USamerikanischen Umweltpsychologen
Roger S. Ulrich aus dem Jahr 1981.
50
Inseln der Ruhe: Die Freianlage rund um das Krankenhaus Bad Soden im Taunus bietet
viele von Grünflächen mit unterschiedlichem Bewuchs eingerahmte Ruheinseln. Der
Park wurde 2011 mit dem „Garten-Oscar“ ausgezeichnet.
„In Kliniken suchen Patienten nach vertrauten
Umgebungen, in denen sie sich geborgen fühlen.“
Andreas Niepel, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Gartentherapie (IGGT)
Sie belegt, dass der Kontakt mit einer
natürlichen Umgebung erstaunlich
schnell Stressgefühle reduziert und
Widerstandskräfte aufbaut. Das zeige
sich konkret durch reduzierte Mengen
starker Schmerzmittel und verkürzte
Aufenthaltsdauer. Die Erkenntnis
steht laut Andreas Niepel, Präsident
der Internationalen Gesellschaft für
Gartentherapie (IGGT), Autor des
Buches „Garten und Therapie“ und
leitender Gärtner der Helios Klinik
Holthausen, im krassen Gegensatz zu
der Auffassung über Klinikgärten aus
den 1970er Jahren: „Damals waren
Krankenhäuser eher als Gesundheitsmaschinen gedacht, die Natur hatte
dort überhaupt keinen Platz.“
Urlaub für die Seele
Heute entdecken auch deutsche Klinikleitungen den psychologischen
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Corporate Identity: Im Klinikum Region Hannover sind die einzelnen Stationen für
Übungen und Entspannung wie Blätter an einem Zweig angelegt. Das Blattmotiv ist
auch ein verbindendes Erkennungsmerkmal der Einzelkliniken.
Mehrwert der Gärten. Ein Klinikaufenthalt bedeute laut Niepel für
Patienten einen erheblichen Angriff
auf ihr natürliches Grundbedürfnis
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
nach Kontrolle, Orientierung und Sicherheit. „Man ist sozusagen der Diagnose ausgeliefert, wird durch den
Klinikalltag fremdbestimmt, und so
wird das Unbehagen quasi strukturell
gefördert. Deshalb suchen wir dort
nach vertrauten Umgebungen, die
nichts mit Themen wie Krebs oder
Dialyse zu tun haben, und in denen
wir uns geborgen fühlen.“ Solche
kleinen Fluchten bietet die natürliche
Umgebung eines Klinikgartens. Dennoch gibt es in Deutschland angesichts steigender Kosten relativ wenig
umgesetzte Gartenprojekte. Je nach
Aufwand und verwendeten Materialien kostet die Gestaltung zwischen
150 und 200 Euro pro Quadratmeter. Auch die Kosten für die Pflege der
Anlagen sind nicht zu unterschätzen.
Deshalb rät Stephanie Smidt, Landschaftsarchitektin des Büros Lentz
und Smidt, München/Rosellerheide,
den Klinikgarten möglichst klar und
offen zu gestalten.„Je klarer strukturiert so eine Fläche ist, desto leichter
ist auch meistens die Pflege.“
Generell raten Landschaftsarchitekten
Krankenhausbetreibern dazu, sich bei
der Planung immer zunächst mit Fachleuten auseinanderzusetzen, um der
Ausrichtung und den Patientenwünschen einer Klinik gerecht zu werden.
Schließlich birgt ein schöner Garten
auch als Werbefaktor großes Potenzial,
denn er gehört zu dem ersten Eindruck,
den man von einem Krankenhaus bekommt. Oft entscheidet er deshalb
auch darüber, ob jemand, der die Wahl
hat, hier Patient werden will.
Martin Kucera
51
Fotos: Faktorgrün Landschaftsarchitekten/Optigruen International/Neuhann und Kresse/Dröge und Kerck/Wankner und Fischer/Lentz und Smidt
BAUEN & AUSSTATTEN
BAUEN & AUSSTATTEN
Privatsphäre für Patienten:
Fächer und Schränke mit klarer
Zuordnung wie hier im Universitätsklinikum Tübingen machen
es möglich. Allerdings sollten
diese Möbel – aus hygienischen
Gründen – nicht auf dem Boden
stehen, sondern an der Wand
aufgehängt sein. Ideal sind auch
die fugenfreien Flächen, weil sie
Schimmelbildung verhindern und
das Putzen erleichtern.
BADEZIMMER
Von der Nasszelle zur Komfortzone
Mehr als anderswo ist das Bad im Krankenhaus ein Individualraum, in den man sich zurückzuziehen
und ganz für sich sein möchte. Hotelcharakter ist also an diesem Ort besonders wichtig. Doch wie sieht
es aus, das zeitgemäße Krankenhausbad? Wie verträgt sich der ästhetische Anspruch mit den Anforderungen an Funktionalität, Hygiene und Sicherheit?
anz gleich, welche Patientengruppen in einer Klinik überwiegend behandelt werden:
Hygiene- und Sicherheitsstandards
dürfen niemals außer Acht gelassen
werden, ebenso wenig wie die Barrierefreiheit. So muss etwa der Duschbereich abgesenkt und mit einem
gut funktionierenden Bodenablauf
ausgestattet sein. Unter Umständen
kann es von Vorteil sein, die gesamte
Nasszelle, mit circa einem Zentimeter
G
52
Höhenunterschied zum Bettenzimmer
zu planen – etwa durch eine angedeutete Rampe –, um zu verhindern,
dass Spritzwasser ins angrenzende
Zimmer dringt. Oberstes Gebot ist
das Vermeiden von Stolperfallen
und Ritzen. Dies ist nur mit einem
flexiblen Bodenbelag oder kleinformatigen Fliesen möglich. Am besten
ohne Schnittfliesen. Viele Fugen, so
heißt es im Architekturbüro TöniesSchroeter-Jansen freie Architekten
(tsj), können jedoch die Reinigung
und damit die Einhaltung der Hygiene erschweren. Auf keinen Fall darf
Silikon verwendet werden, da bei diesem Material die Gefahr der Schimmelbildung zu hoch ist.
Planung auf kleinstem Raum
Wichtig ist aber auch, dass die Handtuchhalter mit genügend Abstand
voneinander angebracht werden. Eine
ausreichend hohe Position verhindert
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
BAUEN & AUSSTATTEN
Endlich Platz für Cremedosen und Bürste: Einen großen
Waschtisch mit Ablagemöglichkeit
wie hier im Zentrum für seelische
Gesundheit Neuss gibt es leider
viel zu selten. Aus Mangel an Möglichkeiten bleibt dem Patienten
häufig nur der Fußboden, was
alles andere als hygienisch ist. Der
große Spiegel verleiht dem Raum
Tiefe, das seitlich einfallende Licht
schafft eine warme Atmosphäre.
Lösung auf kleinem Raum: Dank
guter Planung bleibt im Bundeswehrkrankenhaus ausreichend
Platz zwischen den Handtuchhaken der einzelnen Patienten.
Das ist aus Hygienegründen
wichtig. Es zeigt sich darin aber
auch Respekt vor der Privatsphäre
der Kranken.
außerdem den Kontakt mit dem Fußboden. Doch wie hoch darf der Haken höchstens sitzen, damit ein Patient im Rollstuhl ihn noch erreichen
kann? Wohin mit dem Desinfektionsmittelspender, den Stützgriffen und
dem Notrufknopf, die verpflichtend
und für jeden zugänglich sein müssen,
gleichzeitig aber auf den ersten Blick
signalisieren: „Ich bin im Krankenhaus!“. All das muss bereits bei der
Planung mit einbezogen werden.
Ein Dutzend Handicaps sind zu
berücksichtigen
Manchmal kollidieren Hygiene- und
Sicherheitsvorschriften, Barrierefreiheit
und Design miteinander. Der Architekt
Ralf Landsberg weiß, dass es unmöglich ist, allen Ansprüchen gerecht zu
werden. „Wenn man bedenkt, dass
sowohl Menschen im Rollstuhl als
auch solche mit einer Sehbehinderung,
Gehörlose, demenziell Erkrankte und
eben Patienten ohne Einschränkung jeweils unterschiedliche Bedürfnisse haben, wird schnell klar, dass es am Ende
oft auf eine Mischung auf kleinstem
Nenner hinauslaufen muss. Man hätte
anderenfalls schnell ein Sammelsurium
bunter Schalter und Vorrichtungen nebeneinander“, gibt Landsberg, der für
die Düsseldorfer HDR TMK Planungsgesellschaft tätig ist, zu bedenken.
Wohlfühldesign sieht anders aus. Wie
es trotzdem funktionieren kann, zeigen
die Bilder des kürzlich fertiggestellten
Klinikums in Villingen-Schwenningen
(siehe Seite 54). So lassen etwa große Spiegel, die bis zum Waschbecken
reichen, den Raum gut wirken und
werden gleichzeitig Menschen im
Rollstuhl gerecht. Ebenfalls empfehlenswert: großformatige Wandfliesen
in Grau- oder Sandtönen, kombiniert
mit warmem Licht, das sich zusätzlich
oder alternativ zum Funktionslicht einschalten lässt.
Dass im Krankenhaus-Badezimmer
Kompromisse manchmal unumgänglich sein können, zeigt sich auch beim
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
53
BAUEN & AUSSTATTEN
Eine feste Trennwand hat durchaus Vorteile: Sie verhindert – wie hier
im 2013 fertiggestellten Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg – Spritzwasser auf Waschbecken und Spiegel. Andererseits schränkt sie, wenn
das Bad eng ist, die Bewegungsfreiheit von Patient und Personal ein.
Bad mit Hotelcharakter: Dunkelgraue, großformatige Fliesen schaffen
in der Komfortstation im Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen eine warme Atmosphäre.
Thema gemauerte Trennwände: Sie
sind, wenn überhaupt, nur auf einer
Seite günstig, da sie den Zugang des
Pflegepersonals behindern können.
Der Bewegungsspielraum ist hier ohnehin knapp: Schließlich muss es auch
ausreichen Platz für Rollstuhl, helfen54
des Personal, diverse Knöpfe, Griffe
und ausreichend Ablagefläche geben.
Die Alternative: Vorgefertigte Bäder
Beliebt und in großen Häusern mit
vielen Zimmern durchaus sinnvoll
sind vorgefertigte Badezimmer. Neben
der konventionellen Bauweise, in der
bis zu zehn unterschiedliche Gewerke
mit- und nacheinander die Badzelle
direkt auf der Baustelle erstellen, ist
dies eine Möglichkeit, die terminliche,
wirtschaftliche und qualitative Vorteile bergen kann, so die Architekten
Tönies-Schroeter-Jansen. Der äußere Korpus wird dabei aus Glasfaserkunststoff, Leichtbeton, Betonwerkstein oder Stahl im Werk geformt,
technisch installiert und mit Objekten
und Oberflächen gebrauchsfertig ausgestattet. Die fertige, mit einer Bautür
verschlossene Zelle wird dann bereits
während des Rohbaus sukzessive, Geschoss für Geschoss, eingebaut und
nur noch an die bauseits vorhandenen
technischen Medien angeschlossen.
Tanja Fuchs
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Fotos: Sander Hofrichter Architekten/tsj, Lübeck/HDR TMK Planungsgesellschaft
Es geht auch ohne feste Trennwände: Das Bad auf der Normalstation
im Schwarzwald-Baar-Klinikum sieht ansprechend aus und lässt Patient
und Pflegekraft Bewegungsfreiheit.
UNTERNEHMSNACHRICHTEN
HWP STEHT FÜR INTEGRIERTE KRANKENHAUSPLANUNG
BIM – Die neue DNA für Bauprojekte
Building Information Modelling (BIM) ist eine Planungsmethodik, welche die Planung, Ausführung
und insbesondere den Betrieb sowie das Facility Management von Krankenhäusern optimiert. Die
HWP Planungsgesellschaft mbH (HWP) ist seit mehr als 40 Jahren führend in der ganzheitlichen
Beratung, Planung, Realisierung und Inbetriebnahme von Krankenhäusern im In- und Ausland und
setzt deshalb bewusst auf ihren Einsatz und Etablierung – mit Vorteilen für die Krankenhäuser.
Deutschlandweit hat HWP als eines der ersten Planungsunternehmen BIM als neue Planungsmethodik eingeführt
und im deutsch-amerikanischen Krankenhaus-Großprojekt
„Medical Center Replacement“ für die U.S. Army Corps
of Engineers in Ramstein erfolgreich angewandt. Auf mehr
als 115.000 Quadratmetern Brutto-Grundfläche wird unter
Mitwirkung der Architekten, Betriebsplaner sowie Medizinund Labortechnikplaner von HWP ein Krankenhausneubau
für ca. 857 Millionen Euro geplant.
Integrierte Innovationslösungen im Fokus
„Um Krankenhausmanager zukunftsweisend beraten zu
können, identifizieren wir direkt umsetzbares Innovationspotential in jedem unserer Krankenhausprojekte. Gleichzeitig analysieren wir übergeordnete Trends und innovative
Methoden, aus denen wir neue, interdisziplinäre Beratungs7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
BIM-Manager Andreas Schindler
(links); BIM-Großprojekt „Medical
Center Replacement“ (oben).
und Planungsansätze ableiten,“ so HWP-Geschäftsführer
Frank Wachholz.
Um integrierte Innovationslösungen anbieten zu können,
arbeiten 140 hochqualifizierte Mitarbeiter, darunter Architekten, Ingenieure, Projektmanager, Informatiker, Mediziner, Wirtschafts-, Sozial- und Verwaltungswissenschaftler, interdisziplinär und projektbezogen zusammen. Ihre
Expertise ist gebündelt in den vier Geschäftsbereichen:
Architektur und Technik, Projektmanagement, Unternehmensberatung und Betriebsplanung sowie Medizin- und
Labortechnik. HWP ist mit Standorten in Stuttgart, Berlin, München, Frankfurt, Greifswald, Dresden, Istanbul,
Tripolis und Kairo vertreten.
HWP Planungsgesellschaft mbH
www.hwp-planung.de
55
Foto: HWP Planungsgesellschaft mbH; Visualisierung: HOK Architects
BIM – die Innovation und ihre Vorteile
„Neu ist, dass alle gewünschten Informationen in einem
BIM-Modell gespeichert werden. Das BIM-Modell ist ein
Zusammenschluss vielfältiger Datenquellen zu einer Simulation der zukünftigen Realität oder aber das Abbild eines
Projekts im Idealfall in einer Datei. Für den größtmöglichen
Nutzen durch den Bauherrn arbeiten alle im Planungsprozess
involvierten Planungsdisziplinen unter intensiver Einbindung
des Bauherrn und der Nutzer des geplanten Gebäudes kontinuierlich in dieses Modell,“ so Andreas Schindler, BIMManager bei HWP. Das BIM-Modell wird dem Krankenhausmanagement nach Projektende übergeben und kann für
umfangreiche Analysen im Betrieb z.B. im Facility Management oder bei der Analyse von Lebenszyklen genutzt werden.
Aber auch schon im Projektverlauf bietet es Krankenhausmanagern Transparenz und höhere Entscheidungssicherheit:
Denn neben einer frühen 3D-Darstellung sind auch virtuelle
prozess-, kosten- und zeitenbezogene Simulationen der Planung aller Disziplinen, der Bauausführung und der Inbetriebnahme möglich.
UNTERNEHMENSNACHRICHTEN
DUSCHFLÄCHEN
„Jede Fuge ist eine zu viel“
Das Patientenzimmer der Zukunft in der Asklepios-Privatklinik St. Wolfgang macht vor, dass Lösungsansätze zur Nachhaltigkeit im Krankenhaus auch im Detail zu finden sind. So bieten fugenfreie Duschflächen nicht nur hygienische Vorteile, sondern können auch unnötige Sanierungsmaßnahmen verhindern.
Interwiev mit Michael Scherer
Die Asklepios-Gruppe ist heute eines
der größten Unternehmen im deutschen Gesundheitswesen. Zurzeit
zählen über 150 Gesundheitseinrichtungen im In- und Ausland mit rund
26.500 Betten und über 45.000 Mitarbeitern zum Konzern. Seiner gesellschaftlichen Verantwortung wird der
Krankenhausbetreiber nicht nur hinsichtlich des ihm immanenten Gesundheitsversorgungsauftrags gerecht: Mit
dem von Asklepios initiierten Green
Hospital Program entstand 2010 die
erste umfassende Allianz für Umwelt,
medizinische Vorsorge und Nachhaltigkeit. Kliniken, Ärzte, Experten
und Partnerunternehmen beschäftigen
sich im Rahmen dieser Zukunftsinitiative mit Lösungsansätzen für ein
„grünes“ Krankenhaus. Als Mitglied
des Programms stattet Kaldewei aktuell im Rahmen des Forschungsprojekts
„Greening the Patient Room – Das Patientenzimmer der Zukunft“ ein Musterzimmer in der Asklepios-Privatklinik St. Wolfgang (Bad Griesbach) mit
der fugenfreien emaillierten Duschfläche Xetis mit integriertem Wandablauf
aus. Für dieses Projekt wurde sie mit
der rutschhemmenden Oberflächenvergütung Kaldewei Secure Plus versehen. Welche Vorteile bodenebene
Duschflächen aus Kaldewei StahlEmail für den Krankenhausbetrieb
56
Michael Scherer: „Ich bin kein Freund von
durchgefliesten Duschbereichen.“
bieten, erklärt Diplom-Ingenieur Michael Scherer, Senior-Projektmanager
im Konzernbereich Architektur und
Bau der Asklepios-Gruppe.
Herr Scherer, aus welchem Grund
spielt für die Asklepios-Gruppe das
Thema Nachhaltigkeit eine so große
Rolle?
Nachhaltigkeit ist für Krankenhäuser ein großes Thema, genau wie für
andere Industriebetriebe auch. Der
Grund liegt natürlich einerseits in der
gesellschaftlichen Verantwortung.
Wir müssen die Ressourcen, die uns
zur Verfügung stehen, schonen. Auf
der anderen Seite haben wir aber auch
einen betriebswirtschaftlichen Anspruch: Im Krankenhaus geschehen
täglich Vorgänge, die eine relativ hohe
Umweltbelastung mit sich bringen.
Das fängt bei den Reinigungsprozessen an. Hygiene ist im Krankenhaus
allgegenwärtig, aber chemische Desinfektionsmittel sind einerseits nicht
gerade umweltverträglich und andererseits teuer. Darüber hinaus schaden
sie bestimmten Oberflächen, können
also Produkte schnell zerstören. Was
wir brauchen, sind Einrichtungsgegenstände oder Oberflächen, die hygienisch und reinigungsbeständig sind –
ohne dass man sie mit zu viel Chemie
bearbeiten muss.
Mit welchen Materialien haben Sie
bisher Erfahrungen gemacht?
Noch verwenden wir in den Duschbereichen der Patientenzimmer überwiegend die klassischen Fliesen. Das
stellt allerdings einen Nachteil aufgrund der vielen Fugen dar. Im Nassbereich sind die Fugen zu 85 Prozent
das Problem: Sie werden schnell unhygienisch und sind daher besonders
reinigungsintensiv. Eine Fuge und ein
Hygieniker, die werden keine Freunde. Unsere Reinigungskräfte bitten
uns schon längst, die Fugenanteile
in den Duschbereichen so klein wie
möglich zu halten, da diese im Reinigungsbetrieb heftige Probleme auslösen. Hinzu kommt: Fugen können
undicht werden und Durchfeuchtungsschäden auslösen. Diesen Fall
hatten wir beispielsweise gerade in
einem unserer Krankenhäuser. Die
Fliesenbeläge in den Duschbereichen gingen kaputt, haben die Böden
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
UNTERNEHMSNACHRICHTEN
durchfeuchtet, und die durchfeuchteten Böden haben die Heizleitungen
korrodiert. Ein Riesenschaden ist
entstanden – auf baulicher und betriebswirtschaftlicher Seite. Was meine These untermauert: Jede Fuge ist
eine zu viel. In meiner Verantwortung
wird es keine durchgefliesten Duschbereiche mehr geben.
Was bedeutet es für den Krankenhausbetrieb, wenn so ein Schadensfall
durch defekte Fliesen entsteht?
Die schadhaften Duschbereiche müssen im laufenden Betrieb ausgewechselt werden, mit allen Nachteilen, die
das mit sich bringt. Die betroffenen
Patientenzimmer müssen für ein bis
zwei Tage außer Betrieb genommen
werden, und das Ganze kostet natürlich eine Menge Geld. In der Regel
werden Sanierungsmaßnahmen im
Krankenhaus alle 30 Jahre durchgeführt. Das ist bei gefliesten Duschbereichen ein Problem. Daher ist unser
Ansatz, lieber gleich in eine hochwertige und fugenlose Lösung zu investieren, die dann am Ende viel länger
hält. Die 30-jährige Materialgarantie
für Kaldewei Stahl-Email war da ein
zusätzlicher Pluspunkt.
Aus Ihrer Sicht spricht also alles für
emaillierte Duschflächen?
Wir gehen nun dazu über, Duschbereiche so fugenarm wie möglich zu
7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Barrierefrei: Durch den Wandablauf können Patienten die Duschen
sogar bequem mit Gehilfen oder Sitzhockern nutzen.
gestalten. Emaillierte Duschflächen
von Kaldewei kommen uns bei diesem Vorhaben entgegen: Das Material Stahl-Email ist reinigungsbeständig, hygienisch und stabil. Zudem
sind emaillierte Duschflächen von
Kaldewei absolut barrierefrei und
auch in großen Abmessungen erhältlich. Wir haben beispielsweise die
Kaldewei Xetis mit Wandablauf in
Bad Griesbach im Format 1 x 1 Meter
eingebaut. So entsteht eine großzügige
fugenfreie Duschfläche, die auch mit
einer Gehhilfe betreten oder mit einem
Sitzhocker ausgestattet werden kann.
Der Abfluss in der Wand ist meiner
Meinung nach eine sehr innovative
Idee – und hygienisch noch dazu. In
der Kombination mit dem für uns vorteilhaften Material Stahl-Email ist das
Produkt einzigartig auf dem Markt.
an dieser Stelle ist der Markt sehr
dünn, und Kaldewei hat die entsprechende Entwicklungsarbeit geleistet.
Inwiefern hat Sie die rutschhemmende Oberflächenvergütung Kaldewei
Secure Plus überzeugt?
Die Gefahr, dass Patienten ausrutschen, ist im hoch nassbelasteten Bereich der Dusche natürlich gegeben.
Das gilt es im Krankenhaus unbedingt
zu vermeiden. Ich bin seit 13 Jahren in
diesem Geschäft, und wir hatten leider
hier und da schon Stürze mit schweren
Verletzungen. Eine rutschhemmende
Oberfläche, die die Vorschrift R 10 B
erfüllt und noch dazu hygienisch ist,
dient da einfach der Sicherheit. Auch
Wohin geht der Trend in der Krankenhausgestaltung aus Ihrer Sicht?
Was den Duschbereich angeht, bin ich
seit dem Schaden, den ich beschrieben
habe, kein Freund mehr von gefliesten
Duschbereichen. Eine fugenarme, bodenebene Duschfläche mit Wandablauf
ist meiner Meinung nach das Produkt
der Zukunft. Wenn sie dann noch aus
einem Material hergestellt ist, das die
notwendigen hygienischen Eigenschaften besitzt, ist alles perfekt.
Franz Kaldewei GmbH & Co. KG
www.kaldewei.de
Welche Erfahrungen haben Sie mit
dem Einbau von Kaldewei Duschflächen gemacht?
Ich habe Kaldewei Duschflächen schon
selbst eingebaut. Wir haben sehr positive Erfahrungen damit gemacht, alles
läuft so, wie es soll. Ein Pluspunkt
sind die Einbausysteme von Kaldewei:
Sie sind auf das Produkt abgestimmt
und funktionieren. Dass alles aus einer Hand geliefert wird, ist uns wichtig – schließlich hat das auch mit der
Gewährleistung zu tun. Wenn wir Hersteller mischen, dann geht im Ernstfall
der Streit los, wer schuld ist. Diese
Gefahr besteht bei einem Produkt mit
passendem Einbausystem nicht.
57
Fotos: Killick/Franz Kaldewei GmbH & Co. KG
Emaillierte Duschflächen: Das Material ist nicht nur reinigungsbeständig, sondern auch hygienisch und stabil.
UNTERNEHMENSNACHRICHTEN
BEDARFSDEFINITION BESCHLEUNIGT PROJEKTABLÄUFE
Kostenrisiken in Bauprojekten steuern
Jeder Neu- und Umbau ist ein maßgeschneidertes Unikat. Die funktionale und bautechnische Planung
wird von den Architekten stets neu entwickelt und in Beton gegossen. Dieses Verfahren erhöht dann
Kosten- und Terminrisiken, wenn betriebliche Bedarfe und technische Qualitäten nicht als Projektgrundlage vorgegeben werden. Risikominimierung im Bauprojekt bedeutet frühzeitige Bedarfsplanung und
die Bildung entscheidungsfähiger Organisationsformen.
Nutzwertanalyse und Bedarfsplanung führt zur Nachhaltigkeit
MAM hat mit der Nutzwertanalyse
und der anschließenden Bedarfs- und
Funktionsplanung Steuerungstools entwickelt, die in der Phase 0 eine eindeutige Projektzielformulierung unter Einbeziehung der Nutzer ermöglichen. Im
Spiegel zur Betriebsorganisationsplanung zeigt die Analyse und Bewertung
des Gebäudes die Zukunftsflexibilität
auf. Individuelle auf den funktionalen
Bedarf entwickelte Raumprogramme
werden mit baulichen und technischen
Qualitäten und damit detaillierten Kosten verknüpft. Dies schafft den Rahmen für kompakte Projektplanungsund Realisierungszeiten.
Auch technische Betriebskosten lassen sich, im Sinne der Lebenszyklus58
den Projektzielen und entsprechendes
Engagement zu erreichen.
Bedarfsplanung vor straffer Projektumsetzung und für nachhaltigen Betrieb.
betrachtung, aus den Informationssystemen des Gebäudebetriebs
ableiten. So fließen z.B. gestiegene gesetzliche Energiestandards frühzeitig
in den Investitionsbedarf ein.
Projektidentifikation als Motivationsturbo im Betrieb
Wesentlicher Faktor eines effizienten Krankenhausbetriebes ist, neben
der Mitarbeiter-Kompetenz, deren
Motivation, als Treibstoff des „Umsetzungsmotors Unternehmensziele“.
Aufgrund des Mangels an Fachpersonal gewinnen die Gebäudestrukturen mit zeitgemäßen Arbeitsumgebungen an Bedeutung. Strategisch ist
es unerlässlich, über eine frühzeitige
angemessene Integration der Betroffenen in die Projektprozesse eine daraus erwachsende Identifikation mit
Die Inbetriebnahme-Planung beginnt
im Nutzerdialog in der Bedarfsplanung vor der Gebäudeplanung. Der
ungewohnte Umgang mit der Sprache
von Bauprojekten wird schon bei der
Erarbeitung der Raumprogrammlisten
und Funktionsdiagramme durch eine
bildhafte Darstellung der Funktionsplanung geübt. Gemeinsam gelingt
es die verschiedenen Sichtweisen zu
vereinbaren und Kernabläufe von der
Funktionsbereichs- bis zur Raumebene
spielerisch festzulegen. In Fortsetzung
der strategischen Betriebsorganisationsplanung beginnt hier die konkrete
Auseinandersetzung mit den Veränderungsprozessen. Begleitende Simulationen der Abläufe im Krankenhausalltag
sind wichtige Vorbereitungen für die
spätere reibungslose Inbetriebnahme.
Eine differenzierte Projektvorbereitung ermöglicht den Bauplanenden,
sich auf die technischen Anforderungen der Planungsaufgabe zu konzentrieren. Der Nutzer wird nur dann
hinzugezogen, wenn Abweichungen
von den Zielformulierungen bestehen
oder Details zu klären sind. Dies verringert die Planungszeit und ermöglicht kurze Realisierungszeiten.
Merker Architektur Management
GmbH
www.merker-architektur.de
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Grafik: Merker Architekten
Eigenfinanzierungsanteile von bis zu
50 Prozent und inflationäre Baupauschalen erzwingen eine frühzeitige
verlässliche Budgetfestlegung. Die Bedarfsplanung ist die Definition des Projektbudgets. Diese Qualitätsdefinition
wurde bisher überwiegend nur oberflächlich durchgeführt, weil zeitlich
vor der endgültigen Projektentscheidung und damit der Mittelbewilligung
durch die Förderbehörde gelegen. Dies
führt immer wieder zu Nachbesserungen innerhalb der Gebäudeplanung mit
unkontrollierten Auswirkungen auf die
Termine und Kosten.
UNTERNEHMSNACHRICHTEN
HOSPITALTECHNIK PLANUNGSGESELLSCHAFT MBH
Das Ganze sehen. Das Detail kennen
Digitaler Arbeitsplatz im OP.
rasante Innovationszyklus erfordern
ein Umdenken bei der Planung von
Prozessen und Technologie. Eine Optimierung der Betriebsabläufe und ein
maßgeschneidertes Setup von Medizintechnik und IT sichern einen hohen
Grad an Flexibilität, Modularität und
Zukunftssicherheit.
Die Strukturen in OP-Abteilungen
müssen sich grundsätzlich ändern.
Kostendruck, Personalmangel und der
Ganzheitliche Lösungen als Schlüsselfaktor
Die Hospitaltechnik unterstützt Sie
bei der Bewältigung dieser Heraus-
forderungen. Die besondere Kombination von erfahrenen Experten aus der
Betriebsorganisation, der Medizintechnik und der Informationstechnologie ermöglicht uns gemäß unserem
Credo „Das Ganze sehen. Das Detail
kennen.“, Ihre Anforderungen mit detaillierter Fachkenntnis zu analysieren
und Lösungen ganzheitlich zu planen
und erfolgreich umzusetzen.
Hospitaltechnik Planungsgesellschaft
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Als unabhängiges Hygieneinstitut für das Gesundheitswesen
prüfen und unterstützen wir unsere Kunden in der Aufbereitung
von Medizinprodukten und in der Raumlufttechnik. Außerdem
beraten wir umfassend in der Krankenhaushygiene und bei
Baumaßnahmen.
Die Hygieneverordnungen der Länder fordern die Sicherstellung
der baulich-funktionellen Voraussetzungen für die Einhaltung
der Hygiene in medizinischen Einrichtungen, oft konkret
verbunden mit der Forderung einer krankenhaushygienischen
Bewertung von Bauvorhaben. Dabei lohnt es sich, die Krankenhaushygiene frühzeitig einzubinden. So können alle relevanten
Hygieneanforderungen bereits bei der Planung von Baumaßnahmen berücksichtigt werden. Zeitverzug und zusätzliche Kosten
durch Umbaumaßnahmen nach verfehlten hygienischen Abnahmen werden so vermieden.
Mehr wissen. Weiter denken.
Aufbereitung
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7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
Aber auch während der Baumaßnahme ist die Hygienebetreuung
sehr wichtig. Schließlich darf der laufende Betrieb nicht gefährdet werden, wenn um- oder angebaut wird.
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59
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AEG/EHT Haustechnik GmbH
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90449 NÜRNBERG
www.aeg-haustechnik.de
objektabteilung@eht-haustechnik.de
Tel.: +49 (0)911/96 56-254
Fax: +49 (0)911/96 56-222
HWP Planungsgesellschaft mbH
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70190 Stuttgart
www.hwp-planung.de
hwp@hwp-planung.de
Tel.: +49 (0)711/16 62-0
Fax: +49 (0)711/16 62-123
Gallmann & Schug
Unternehmensberatung GbR
Hafenstraße 19
67061 Ludwigshafen
www.gscg.de
info@gscg.de
Tel.: +49 (0)621/58 79 07 74
Fax: +49 (0)621/58 79 07 75
Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG
Kutschenweg 12
76287 Rheinstetten
www.kueffner.de
info@kueffner.de
Tel.: +49 (0)721/516 90
Fax: +49 (0)721/51 69 40
mediplan Krankenhausplanungsges. mbH
Jessenstraße 4
22767 Hamburg
www.mediplan.eu
kontakt@mediplan.eu
Tel.: +49 (0)40/380 20 8-0
Fax: +49 (0)40/380 20 8-34
Merker Architektur Management GmbH
Elisabeth-Haseloff-Straße 1
23564 Lübeck
www.merker-architektur.de
info@merker-architektur.de
Tel.: +49 (0)451/61 12 73 03
Fax: +49 (0)451/61 12 73 04
Mobil: +49 (0)151/19 48 77 55
FINANZIERUNG
Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG
Richard-Oskar-Mattern-Straße 6
40547 Düsseldorf
www.apobank.de
info@apobank.de
Tel.: +49 (0)211/599 80
Fax: +49 (0)211/59 38 77
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Hospitaltechnik
Planungsgesellschaft mbH
Hohenzollernstraße 11
47799 Krefeld
www.ht-hospitaltechnik.de
info@ht-hospitaltechnik.de
Tel.: +49 (0)2151/959 70
Fax: +49 (0)2151/959 710
HWP Planungsgesellschaft mbH
Rotenbergstraße 8
70190 Stuttgart
www.hwp-planung.de
hwp@hwp-planung.de
Tel.: +49 (0)711/16 62-0
Fax: +49 (0)711/16 62-123
TRILUX Vertrieb GmbH
Licht und Gesundheit
Heidestraße 4
59759 Arnsberg
www.trilux.com/gesundheit
licht-und-gesundheit@trilux.de
Tel.: +49 (0)8000/87 45 89
Herbert Waldmann GmbH & Co. KG
Peter-Henlein-Straße 5
78056 Villingen-Schwenningen
info@waldmann.com
Tel.: +49 (0)7720/60 10
Tel.: +49 (0)7720/60 11 00 (Vertrieb)
Fax: +49 (0)7720/60 12 90
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
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HYGIENE UND SICHERHEIT
RAUMAUSSTATTUNG
HYBETA GmbH
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www.hybeta.com
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Tel.: +49 (0)251/28 51-0
Fax: +49 (0)251/28 51-129
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info@drapilux.com
Tel.: +49 (0)2572/92 7-0
Fax: +49 (0)2572/92 74 45
IT UND KOMMUNIKATION
Hospitaltechnik
Planungsgesellschaft mbH
Hohenzollernstraße 11
47799 Krefeld
www.ht-hospitaltechnik.de
info@ht-hospitaltechnik.de
Tel.: +49 (0)2151/959 70
Fax: +49 (0)2151/959 710
HWP Planungsgesellschaft mbH
Rotenbergstraße 8
70190 Stuttgart
www.hwp-planung.de
hwp@hwp-planung.de
Tel.: +49 (0)711/16 62-0
Fax: +49 (0)711/16 62-123
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Von-Drais-Straße 33
77855 Achern
www.securiton.de
info@securiton.de
Tel.: +49 (0)7841/622 3-0
Fax: +49 (0)7841/622 3-10
bauen & planen
Franz Kaldewei GmbH & Co. KG
Beckumer Straße 33-35
59229 Ahlen
www.kaldewei.com
info@kaldewei.de
Tel.: +49 (0)2382/78 50
Fax: +49 (0)2382/78 52 00
nora systems GmbH
Höhnerweg 2-4
69469 Weinheim
www.nora.com/de
info-de@nora.com
Tel.: +49 (0)6201/80 56 66
Fax: +49 (0)6201/88 30 19
objectflor Art und Design Belags GmbH
Wankelstraße 50
50996 Köln
www.objectflor.de
info@objectflor.de
Tel.: +49 (0)2236/96 63 3–0
Fax: +49 (0)2236/96 63 3 –99
Sky Factory Deutschland OHG
Friesenstraße 49
30161 Hannover
www.theskyfactory.de
info@theskyfactory.de
Tel: +49 (0)511/64 27 26 16
Fax: +49 (0)511/64 27 26 15
wissner-bosserhoff GmbH
Haupstraße 4-6
58739 Wickede
www.wi-bo.de
info@wi-bo.de
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Fax: +49 (0)2377/784-163
kma report bauen & planen – Grüne Liste –
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7. Jg. | Juli 2014
report bauen & planen
61
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ANZEIGEN- und PRODUKTWELTENINDEX
Juli 2014 | 7. Jg
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Hospitaltechnik Planungsgesellschaft mbH
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Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG
objectflor Art und Design Belags GmbH
drapilux Schmitz-Werke GmbH + Co. KG
Securiton GmbH
TRILUX Vertrieb GmbH
Herbert Waldmann GmbH & Co. KG
wissner-bosserhoff GmbH
Sky Factory Deutschland OHG
Seite
19
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51
2
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kma report bauen & planen ist ein Supplement der Zeitschrift kma – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin und
erscheint einmal jährlich.
Anschrift des Verlags
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14 | 70469 Stuttgart
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Anschrift der Redaktion
kma medien in Georg Thieme Verlag KG
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ISSN 1615-8695
Herausgeber
Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Florian Gerster
Chefredaktion (V.i.S.d.P.)
Kirsten Gaede: kirsten.gaede@kma-medien.de (komm.)
Produktwelten
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HWP Planungsgesellschaft mbH
nora systems GmbH
objectflor Art und Design Belags GmbH
Securiton GmbH
drapilux Schmitz-Werke GmbH + Co. KG
wissner-bosserhoff GmbH
Seite
47
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15
Redaktion
Martin Kucera: martin.kucera@kma-medien.de
Jens Mau: jens.mau@kma-medien.de
Maria Thalmayr: maria.thalmayr@kma-medien.de
Adalbert Zehnder: adalbert.zehnder@kma-medien.de
Redaktionssekretariat
Inger Hebestreit: redaktion@kma-medien.de
Grafik
Ulrike Gödecke, Claudia Probst
Ursula Schicke (CvD/Leitung Grafik)
Titelbild: Klinikum Darmstadt/TMK/archimeda
Schlussredaktion: Gabi Banas
Internet: Jürgen Hoffmann
Autoren dieser Ausgabe
Guntram Doelfs, Tanja Fuchs
Anzeigenverkauf
Adelheid Rödig, Tel.:+49(0)711/89 31-326
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Assistenz der Anzeigenleitung
Heike Ellwanger, Tel.: 0711/89 31-316,
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Es gilt die Anzeigen-Preisliste Nr. 13 vom 1. Januar 2014
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Druck: F&W Mediencenter, Kienberg
Urheber- und Verlagsrechte
Das Supplement und alle in ihm abgedruckten Beiträge und
Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck und
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Redaktion wieder. Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröffentlichung können Verlag und Redaktion trotz sorgfältiger
Überprüfung nicht übernehmen.
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der dort erkennbaren Auftraggeber dar.
Printed in Germany
© Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart . New York 2014
62
report bauen & planen Juli 2014 | 7. Jg
Unterrubrik
Licht zum Wohlfühlen: Das Beleuchtungssystem der geriatrischen Abteilung des Krankenhauses Maria-Hilf in Brilon
bildet automatisch den Tagesverlauf der Sonne nach,
passt Lichtfarbe und Intensität der jeweiligen Uhrzeit an
und unterstützen damit nachhaltig den Biorhythmus von
Patienten und Personal.
Ein Mehr an Lebensqualität
In der neuen geriatrischen Abteilung des Krankenhauses Maria-Hilf im sauerländischen Brilon
sorgt biologisches Licht von TRILUX für ein Mehr an Lebensqualität.
Von dem Arnsberger Spezialisten für professionelles Licht
wurde eine circadiane Beleuchtung in den Patientenzimmern
und in den Fluren installiert. Gesteuert werden sämtliche
LED-Leuchten – vornehmlich Liventy und Belviso – über ein
zentrales Lichtmanagementsystem. Mit ihrem Licht bilden sie
automatisch den Tagesverlauf der Sonne nach, passen Lichtfarbe und Intensität der jeweiligen Uhrzeit an und unterstützen
damit nachhaltig den Biorhythmus von Patienten und Personal.
„Damit haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht“, berichtet Birgit Hennemann, leitende Krankenschwester auf der
Station für Altersmedizin.
wird in Augenhöhe eine Beleuchtungsstärke von 600 Lux
erreicht, am Boden sind es noch 300 Lux. In den Patientenzimmern variieren die Beleuchtungsstärken am Tage zwischen
600 und 1500 Lux.
Die Lichtlösungen von TRILUX verhindern nicht nur, dass der
natürliche Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Takt gerät, es wird
auch den speziellen Anforderungen der älteren Menschen an
ein ausgereiftes Beleuchtungssystem gerecht. So benötigt ein
75-Jähriger das 20-fach stärkere Licht als ein Mensch mit Anfang zwanzig. Ebenso viel Aufmerksamkeit verlangt bei einer
zielgruppengerechten Planung die Vermeidung von Spiegelungen, Lichtreflexen oder großen Hell-dunkel-Kontrasten. Die
Sturz- und Unfallrisiken werden so minimiert. In den Fluren
Die TRILUX-Ingenieure greifen bei der Entwicklung circadianer Lichtlösungen auf die neusten Erkenntnisse der Schlafforschung zurück. Nach ihren Erkenntnissen reagiert die „innere
Uhr“ des Menschen auf die unterschiedlichen Blau- und Rotanteile im Licht. Abhängig von der Zusammensetzung werden
die Hormone Melatonin und Cortisol gebildet. Sie haben einen
wesentlichen Einfluss auf die Schlaf- und Wachphasen und bestimmen damit die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden.
von Personal und Patienten.
Stimmt das Beleuchtungsniveau, hat es unmittelbaren Einfluss
auf das Wohlbefinden der Senioren. Mehr Licht reduziert die
Unsicherheit, sorgt für mehr Ausgeglichenheit und führt zu
einem entspannteren Gemüt, was auch Birgit Hennemann im
Alltag auf ihrer Station beobachtet hat: „Die Patienten fühlen
sich schneller wohl und sind ruhiger.“
Weitere Informationen: www.trilux.com/gesundheit
7. Jg. | Juli 2014
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