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ERSCHEINUNGSORT GRAZ - VERLAGSPOSTAMT 8010 GRAZ - ZULASSUNGSNR. 01Z022069 V - P.b.b.
ROTES KREUZ
S T E I E R M A R K
aktuell - professionell
Aktuelles vom
Steirischen Roten Kreuz
Fortbildung:
Änderungen der Lehrmeinung
in der Sanitätshilfe
3/2001
Jg. 4 - Nr. 3/2001
✚ Seite 1
✚ Seite 2
Jg. 4 - Nr. 3/2001
Editorial
Inhalt
Editorial
Inhalt
INHALT
Sehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Steirischen Roten Kreuzes!
Als neues Mitglied des Präsidiums bin ich für alle Bereiche im Roten Kreuz mitverantwortlich. Mein spezielles Aufgabengebiet sind die Gesundheits- und Sozialen
Dienste (GSD), welche die Besuchs- und Begleitdienste, mobile Pflege und Betreuung, Essen auf Rädern, Beschäftigungshilfe, Bewegung zum Wohlfühlen und das
Pilotprojekt „Beratung von pflegenden Angehörigen“ umfassen.
Anlässlich der Messeveranstaltung „Senior aktuell – 50 plus“ werden die
Wird
Gesundheits- und Sozialen Dienste vom 9. – 11. November in Graz wieder im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Am 10. November findet auch ein Symposium des
Steirischen Roten Kreuzes mit interessanten Vorträgen statt.
Ein Erste-Hilfe-Kurs und die GSD-Kurse (Hilfe für den Helfer, Krankenhilfe/Altenhilfe) sind das Rüstzeug für die freiwilligen MitarbeiterInnen im GSD. Für die
Kursleiterinnen von „Bewegung zum Wohlfühlen“ sind ein Grundlehrgang und
ein Aufbaulehrgang mit entsprechenden Fortbildungen erforderlich.
Ein wichtiger Aspekt der Gesundheits- und Sozialen Dienste ist auch die
Gesundheitsförderung. Diese Neuorientierung kommt im Pflegebereich bereits in
der Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpflege zum Ausdruck.
Das neue Projekt des ÖRK „Beratung für pflegende Angehörige“ geht auch in
diese Richtung. Das Österreichische Rote Kreuz und der Fonds „Gesundes Österreich“ bieten erstmals eine qualifizierte Beratung und Unterstützung für gesundheitsförderndes Verhalten in der Pflege und Betreuung an.
Dadurch sollen die pflegenden Angehörigen entlastet und gestärkt werden. Speziell ausgebildete Beraterinnen unterstützen mit gesundheitsfördernden Tipps und
praktischen Ratschlägen. Sie informieren über Pflegegeld, Pflegebehelfe, Möglichkeiten der Kurzzeitpflege und rückenschonendes Arbeiten. Die Beratung ist
kostenlos und kann maximal viermal in Anspruch genommen werden. Sie ist sowohl im Haushalt der pflegenden Person als auch in einer RK–Dienststelle möglich. Das Projekt läuft bis Juni 2002. In der Steiermark beteiligen sich folgende
Dienststellen: Feldbach, Graz-Stadt und Graz-Umgebung, Hartberg, Liezen
(Gröbming/Trieben), Judenburg, Leibnitz, Leoben, Murau, Voitsberg und Weiz.
Auf Wunsch sind auch Beratungen in anderen Bezirksstellen möglich. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen über dieses neue Projekt Bescheid wissen, damit sie es in der Öffentlichkeit bekannt machen können.
Das Jahr 2001 wurde von der UNO zum „Jahr der Freiwilligkeit“ ausgerufen. Aus
diesem Anlass möchte ich mich bei allen freiwilligen MitarbeiterInnen für ihren
tatkräftigen Einsatz ganz besonders bedanken. Lob und Anerkennung gebühren
aber auch den hauptberuflich Beschäftigten. Durch das Netzwerk der Zusammenarbeit von freiwilligen und hauptberuflichen Helferinnen und Helfern sind wir für
die Herausforderungen der Zukunft und neue humanitäre Initiativen gut gerüstet.
Editorial
3
Rotkreuz-Wallfahrt
4
Tag der Freiwilligkeit
4
Großeinsatz im
Gleinalmtunnel
5
Frauen und Krieg
6
Internationale Hilfe
7
Spektakulärer Verkehrsunfall in Knittelfeld
8
Fortbildung
9
Steiermark aktuell
Impressum
Medieninhaber: Österreichisches Rotes Kreuz,
Landesverband Steiermark, 8010 Graz,
Merangasse 26.
Redaktion:
August Bäck
Mag. Dr. Peter Hansak
AProf.Dr. Berthold Petutschnigg
Dir. Karl Schicker
Beiträge von: Erwin Eisl
Mag. Andrea Kirschniok
Mag. Martina Schloffer
Rainer Sach
BS Aldo Striccher
Jürgen Winkler
Fotos: Rotes Kreuz, Josef Kuss, Harry Weeber
Layout, Satz, Graphik: A. Bäck
Online-Layout, .NET-Programmierung:
Mag. Alexander B. Lang
Druck: AGATH Graz
PR-Artikel sind mit PR gekennzeichnet und geben
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wieder.
Kein Nachdruck ohne Genehmigung.
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Wir sind auch ONLINE unter:
www.st.redcross.or.at/aktprof/home.asp
Ihre
MR Dr. Heidemarie Hirschmann
Jg. 4 - Nr. 3/2001
13
✚ Seite 3
aktuell
1. Steirische Rotkreuz-Wallfahrt
K. Schicker
E
inen beeindruckenden Verlauf nahm die
1. Wallfahrt des Steirischen Roten Kreuzes nach Mariazell. Trotz dichter Regenwolken beteiligten sich rund 700 Helferinnen
und Helfer mit ihren Angehörigen und
Freunden an dieser Veranstaltung.
Die Wanderer entschieden sich vorwiegend
für den Fußweg ab Gusswerk oder Rasing.
Nach einer wohl verdienten Pause bei der
Verpflegungsstelle der Rotkreuz-Feldküche
Feldbach/Fehring ging es in geschlossener
Formation zur Basilika. Dort wurden die
Wallfahrer in Anwesenheit von Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari von Präsident Dir.
Günther Perner, Bürgermeister Helmut Pertl,
Hofrat Dr. Heinz Konrad und Bezirksstellenleiter Ing. Hugo Sampl willkommen
geheißen.
Die Heilige Messe war vor allem dem Gedenken an die Opfer der Terrorkatastrophe
in den USA und der Bitte gewidmet, dass
alle Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes wieder gesund von ihren Einsätzen zurückkehren mögen. Bischof Kapellari bezeichnete die umfangreichen humanitären
Leistungen des Roten Kreuzes als unverzichtbaren Beweis der Nächstenliebe.
Im Anschluss an die Heilige Messe wurden
20 neue Einsatzfahrzeuge gesegnet. Die
nächste Wallfahrt des Steirischen Roten
Kreuzes wird voraussichtlich in zwei Jahren
stattfinden.
Tag der Freiwilligkeit
K. Schicker
✚ Seite 4
Das Rote Kreuz war bei dieser Veranstaltung
durch eine Präsentation von Einsatzfahrzeugen, einen Abnahmebus für Blutspender, einen Informationsstand und mit Kostproben aus der Feldküche vertreten. Tausende interessierte Besucher nützten den „Tag
Insgesamt sind rund 200.000 Steirerinnen und der Freiwilligkeit“, um sich über die LeistunSteirer ehrenamtlich tätig, 60.000 davon al- gen der freiwilligen Helferinnen und Helfer
lein in den Einsatzorganisationen. Dadurch in unserem Land zu informieren.
bleiben dem Steuerzahler jährlich rund 3 Milliarden Schilling erspart. Neben dem finanzi- Landeshauptmann Waltraud Klasnic dankte
ellen Aspekt steht auch die Sicherheit der allen Idealisten, die in vielfältiger Weise für
Bevölkerung im Vordergrund, die durch ein die Menschen in der Steiermark tätig sind,
flächendeckendes Netz der Hilfeleistung ge- insbesondere bei den Einsatzorganisationen,
und sicherte ihre volle Unterstützung zu.
währleistet wird.
D
ie Grazer Innenstadt stand kürzlich ganz
im Zeichen der freiwilligen Organisationen unseres Bundeslandes. Den Einsatzorganisationen wurde ein besonderer Stellenwert eingeräumt.
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professionell
Großeinsatz im Gleinalmtunnel
E. Eisl
Das eintreffende Notarzt-Team Leoben wird über den
Zustand der Verletzten informiert und in die Lage eingewiesen. Mit dem Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr
St. Michael wird ebenfalls Kontakt aufgenommen, um
ihn über den aktuellen Einsatzstand zu informieren.
Innerhalb kürzester Zeit werden die Verletzten durch die
Notärzte versorgt und in das Schwerpunktkrankenhaus
Leoben gebracht. Um 16.00 Uhr ist der Fahrzeugbrand im
Tunnel gelöscht. Nach Mitteilung der Feuerwehr sind
aus dem Tunnelbereich keine Überlebenden zu erwarten.
Die psychologische Betreuung der Verletzten und der
Einsatzkräfte stand unter der Leitung von Mag. Schicker
(Bezirksstelle Leoben).
Am Südportal (Einsatzbereich Bezirksstelle Graz-Umgebung) war die Ortsstelle Übelbach im Einsatz und musste
ein Kind mit schweren Brandverletzungen versorgen. Der
Transport erfolgte durch den NAH Christophorus 12.
Durch die sofortige Alarmierung und die optimale Zusammenarbeit von Rotem Kreuz, den Notärzten, der Feuerwehr und der Exekutive konnte dieser Einsatz rasch
bewältigt werden. Trotzdem waren fünf Tote und vier
Schwerverletzte bei diesem Unfall im Gleinalmtunnel zu
beklagen.
A
m 6. August 2001 um ca. 15.30 Uhr wird die Rotkreuz-Ortsstelle St. Michael von der Bezirksleitzentrale (BLZ) des Roten Kreuzes Leoben
über einen Verkehrsunfall mit Fahrzeugbrand im
Gleinalmtunnel alarmiert.
Von der Ortsstelle St. Michael fährt unverzüglich ein Einsatzfahrzeug mit drei Sanitätshelfern zum Nordportal und
trifft dort um ca. 15.40 Uhr als erste Einsatzmannschaft
ein. Die Zufahrt zum Tunnel ist nur über den Pannenstreifen möglich.
Nach einer kurzen Lageerkundung erfolgt die Rückmeldung
zur BLZ. Dabei werden, da zu diesem Zeitpunkt nicht feststeht, wie viele Verletzte sich noch im Tunnel befinden, weitere Einsatzkräfte des Roten Kreuzes Leoben angefordert.
Im unmittelbaren Tunnelportalbereich werden drei verletzte Personen (ein Erwachsener, zwei Kinder) von der
Bundesgendarmerie übernommen und einer ersten
Sanitätsversorgung zugeführt.
Gleichzeitig wird durch Mitarbeiter der Ortsstelle St. Michael eine provisorische Einsatzleitung aufgebaut. Der
Standort der Sanitätshilfsstelle und des Transportraumes
werden festgelegt, um das reibungslose Einfließen der
Schnelleinsatzgruppe Leoben und weiterer ÖRK-Einsatzkräfte aus Trofaiach und Mautern in den Einsatzraum zu
ermöglichen.
Jg. 4 - Nr. 3/2001
✚ Seite 5
international
Frauen und Krieg
A. Kirschniok
Um Frauen im Konfliktfall
optimal helfen zu können,
beobachtet das IKRK die
Situation von Frauen in
betroffenen Ländern. Bisher wurde z.B. in Afghanistan, Kolumbien, der DR
Kongo oder in Sri Lanka die
Situation von Frauen genau evaluiert. In einer Studie hat das IKRK zusammen-gefasst, wie Frauen
durch bewaffnete Konflikte betroffen sind und wie
das Rote Kreuz ihnen am
besten helfen kann. Diese
Studie wird heuer veröffentlicht.
April 1992: Serben erobern Teile der muslimischen Stadt Foca im Südosten von Bosnien. Frauen werden von ihren Männern
getrennt und monatelang festgehalten. Brutale Schläge und sexueller Missbrauch bis
hin zur organisierten Vergewaltigung bestimmen diese Monate.
M
assenvergewaltigung, Folter,
Verstümmelungen - brutale Gewalt gegen Frauen wird in bewaffneten Konflikten immer öfter als „Kampfmittel“ eingesetzt. Angst vor grausamer Misshandlung kommt dann bei Frauen zu den
„üblichen“ Problemen im Krieg: Während ihr
Mann kämpft, muss die Frau alleine für sich
und ihre Kinder sorgen. Eigentlich weiß sie
nie genau, wo ihr Mann gerade ist und ob er
noch lebt. Wenn sie flüchten muss, kann das
besonders anstrengend werden. Denn vielleicht ist sie schwanger oder muss sich um
ihr Baby kümmern.
Das Rote Kreuz ist für diese Frauen da: Hebammen helfen Frauen nach einer Flucht bei
der Geburt. IKRK-Delegierte besuchen Frauen in Gefängnissen und setzen sich dafür
ein, dass sie dort gut behandelt werden. Frauen, die nach ihren Männern oder Kindern
suchen, wenden sich an den Suchdienst des
Roten Kreuzes.
✚ Seite 6
Auf der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondkonferenz im November 1999 hat
das IKRK darüber hinaus eine Verpflichtungserklärung zum
Thema „Frauen und
Krieg“ abgegeben.
Das IKRK hat sich
vorgenommen, in seiner Verbreitungsarbeit verstärkt auf das
Verbot der sexuellen
Gewalt gegen Frauen
einzugehen. Die großangelegte Medienkampagne „Women
and War“ ist ein Beispiel dafür.
„Frauen werden besonders geschont; sie
werden namentlich vor Vergewaltigung, Nötigung zur Prostitution und jeder anderen
unzüchtigen Handlung geschützt.“- so das
humanitäre Völkerrecht, das im Konfliktfall
gilt. Die Ahndung von Verstößen gegen solche Bestimmungen ist nicht leicht. Und für
die Opfer können geschehene Greueltaten
nie mehr rückgängig gemacht werden. Was
bleibt, ist die Hoffnung, dass die Täter ihre
gerechte Strafe erhalten. Und dass diese Strafe in Zukunft eine abschreckende Wirkung
hat.
Februar 2001: Drei Serben werden wegen
ihrer Verbrechen in Foca zu langen Haftstrafen verurteilt. AS, Zeugin im Prozess, war
gerade zwanzig Jahre alt
war, als sie in Foca gefangengenommen und
immer wieder vergewaltigt und zusammengeschlagen wurde. Heute
helfen ihr Sedativa, mit
ihrem Trauma umzugehen. Auch das Reden vor
Gericht hilft. Doch es ist
schwer.
„Haben Sie jemals Ihrer
Mutter im Detail erzählt,
was Ihnen passiert ist?“
fragt Ankläger Kuo.
„Nein. Nein.“
„Können Sie erklären warum?“
„Es war zu hart....“
Jg. 4 - Nr. 3/2001
professionell
Wo der Spendenschilling ankommt –
Die internationale Hilfe 2000 des ÖRK
M. Schloffer
1999. Ein Jahr der Zerstörung: der Kosovokrieg, die Flüchtlingswelle nach Mazedonien und Albanien, zig Tausende Tote bei den
Erdbeben in der Türkei und noch einmal so viele bei verheerenden
Überflutungen in Venezuela. Gewalt in Osttimor. Rückkehr der
Flüchtlinge in den Kosovo. Trümmer, Hunger, Kälte.
2000. Ein Jahr für ruhige, planbare Reparaturarbeit?
Wiederaufbau war ein großes Thema in diesem Jahr. Das ÖRKTeam im Kosovo, darunter auch der Steirer Michael Moser, arbeitete seit Juli 1999, um den Menschen in Istog beim Dringensten zu
helfen. Im Herbst war es darum gegangen, schnell winterfeste Räume zu schaffen. Für 1.500 Familien konnte so ein Dach über dem
Kopf geschaffen werden. Im Frühjahr konnte man daran gehen, bei
den stärker zerstörten Häusern zu unterstützen. Dort, wo die Familien in Sammelunterkünften oder bei Verwandten hatten überwintern müssen. 430 sozial bedürftige Familien wurden im heurigen
Jahr von den Mitarbeitern des ÖRK in Istog mit Baumaterial versorgt. Wo es keine arbeitsfähigen Männer gab, wurden auch Bautrupps geschickt.
Daneben wurden im Frühjahr 30.000 Päckchen Gemüse-Saatgut
verteilt, damit die Menschen sich wieder besser selbst versorgen
können und fast 200 Traktoren repariert, damit sie ihre Felder bestellen können. 8 Schulen und Kindergärten wurden in Kooperation mit dem Jugendrotkreuz saniert und konnten im Sommer wieder
ihrer Bestimmung übergeben werden.
Andernorts geht es langsamer: Oft ist sind es grundlegendste
Befürnisse, für die Menschen jahrelang auf Hilfe von außen angewiesen sind. Allein 8.100 Tonnen Mehl und 500.000 1-Monatsrationen an Nahrungsmitteln sandte das ÖRK nach Serbien/
Montenegro, um dort Flüchtlinge und sozial Bedürftigen, die sich
nicht mehr selbst helfen konnten, ein Mindestmaß an Unterstützung zu geben. In Bulgarien unterstützte das ÖRK - wie in den
Wintern davor - Suppenküchen, weil die Rente der Pensionisten im
Winter gerade noch für das Heizmaterial reicht. Für Essen bleibt
ihnen nichts. Schulkinder aus bedürftigen Familien wurden im Win-
Jg. 4 - Nr. 3/2001
ter vom ÖRK in Bulgarien mit einem warmen Mittagessen versorgt.
Und hunderte Einzelfälle haben auch heuer wieder Medikamente,
Nahrungsmittel, Seh- und Hörhilfen vom Österreichischen Roten
Kreuz erhalten: vom Medikamentendepot, von den Dienststellen
mit ihren Hilfslieferungen, von den Landesverbänden und dem
Generalsekretariat.
Katastrophen haben aber auch im Jahr 2000 nicht pausiert. Große
Teile Südostafrikas wurden im Frühjahr überschwemmt, im Herbst
folgte Südostasien. Dazwischen Dürre in Äthiopien. Medikamente,
Nahrung und Hilfsmaterial wurden in die Katastrophengebiete gesandt und die internationale Rotkreuz-Hilfe unterstützt. In Mozambique wurden Brunnen gebohrt und gereinigt, Latrinen wurden errichtet. Eines der vielen ÖRK-Wasserprojekte.
Wie auch in Sri Lanka, wo der Kärntner Christian Gajsek seit 3 Jahren Brunnen bohrt. Sein Ziel ist, den Menschen den Weg zur nächsten Wasserstelle auf 500 Meter zu verkürzen. Oder in Honduras,
wo Wassertechniker des ÖRK heuer honduranische Rotkreuz-Mitarbeiter in Trinkwasseraufbereitung schulten. Hier geht der Wiederaufbau in Katastrophenvorsorge über. Für die Türkei und Venezuela sollen solche Trainings der ‚Wasserer’ im kommenden Jahr
durchgeführt werden. In Afghanistan betreut ein Wassertechniker
aus Oberösterreich für das IKRK Wasserprojekte.
So werden die nationalen Kompetenzen im ÖRK und in seinen Landesverbänden aktiv für die internationale Arbeit genutzt. Im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Albanischen Roten
Kreuz in der Erste-Hilfe-Ausbildung wurde im Sommer die albanisch-sprachigen Erste Hilfe-Fibel des ÖRK neu aufgelegt. In Mozambique baute ein ÖRK-Delegierter Erste Hilfe Posten auf, gemeinsam mit dem Mozambiquanischen Roten Kreuz, das die Stellen
betreiben wird.
Mit rund 115 Millionen Schilling konnte im Jahr 2000 vom ÖRK
weltweit Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit geleistet werden.
Ein Jahr der Menschlichkeit.
✚ Seite 7
aktuell
Fallbeispiel
Spektakulärer Verkehrsunfall in Knittelfeld
J. Winkler
Amputation des rechten Armes mit Abriss
der A. axillaris.
Der Verletzte wurde intubiert und beatmet,
anschließend wurde über die linke V.
subclavia ein zentraler Venenkatheter gelegt.
Aufgrund des großen Blutverlustes wurden
ihm noch am Unfallort zwei Erythrozytenkonzentrate 0 negativ verabreicht. Nach Anlage einer Thoraxdrainage wurde er mit dem
NAH Martin 4 in das Klinikum Graz geflogen.
Die Erstversorgung von zwei eingeklemmten Schwerverletzten erfordert nicht nur
medizinische Kenntnisse und Fertigkeiten,
sondern stellt auch hohe Anforderungen an
die Organisation am Schadensplatz und den
Ablauf der Versorgung. Durch das perfekte Zusammenwirken aller beteiligten Fachkräfte konnte bei diesem Einsatz die bestmögliche Versorgung gewährleistet werden.
fahrene Mann, beide schwer verletzt, waren
im stark deformierten Wrack eingeklemmt. Sie
mussten von der Feuerwehr mit Bergescheren befreit werden. Der Beifahrer hatte
lediglich leichte Verletzungen erlitten und
konnte sich selbst aus dem Fahrzeug befreien.
Der Verletzte im Fond war ebenfalls
bewusstseinseingetrübt (GCS 13), die Pupillen mittelweit, isocor, prompte seitengleiche
Lichtreaktion. Im Gesicht wies der Patient eine
Teilamputation der Nase sowie Zeichen einer Gesichtsschädelfraktur auf. Der Thorax
war stabil, das Abdomen weich, keine
Prellmarken, das Becken stabil. Der rechte
Oberschenkel war im proximalen Drittel
frakturiert, jedoch keine motorischen oder
sensiblen Ausfälle.
Nach ausreichender Analgesie und dem Beginn der Schockbekämpfung wurde der Verletzte durch die Feuerwehr geborgen. Anschließend wurde er narkotisiert, intubiert
und kontrolliert beatmet. Der Transport erfolgte mit dem NAH Christoph 1 ebenfalls in
das Klinikum Graz.
Aufgrund der schweren Verletzungen der
Der Beifahrer war ansprechbar, wies keine
beiden Eingeklemmten wurden zusätzlich
äußerlich sichtbaren Verletzungen auf. Er
zwei Notarzthubschrauber (Martin 4, Chriwurde mit einem RTW in das LKH Judenm 04.04.2000 um 18.08 Uhr wird der stoph 1) angefordert.
burg transportiert.
Bezirksstelle Knittelfeld ein schwerer
Verkehrsunfall in Sachendorf gemel- Der Fahrer des PKW war bewusstseins eindet. Angaben über die Anzahl der Verletzten getrübt (GCS 6). Auf den ersten Blick fielen
oder deren Zustand kann der Anrufer nicht eine Gesichtsschädelfraktur und eine Amputation des rechten Armes auf. Der Verletzte
machen.
Der Leistellendisponent entsendet einen erhielt Sauerstoff und über mehrere großRTW sowie das NEF Zeltweg zum Unfallort. lumige Venenverweilkanülen erfolgte eine
18.12 Uhr: Eintreffen des RTW und erste Volumensubstitution mit Ringer-Lösung und
Rückmeldung: „Zwei Schwerverletzte, beide Elohäst. Aufgrund der massiven Deformierung des Wracks und der Unzugänglichkeit
eingeklemmt, ein Leichtverletzter“.
Nach Aussage von BundesDaraufhin werden von der Bezirksleitstelle zum Verletzten war eine Intubation in dieser
minister Mag. Herbert Haupt soll
ein weiterer RTW, der NAW Knittelfeld und Situation unmöglich.
der Entwurf des Santitäterder Dienstführende zum Einsatzort beordert
gesetzes in nächster Zeit dem
Der Schwerverletzte wurde durch die FF
(Eintreffen 18.16 Uhr).
Ministerrat vorgelegt werden.
Spielberg in einer schwierigen und langwieDer Entwurf soll noch in diesem
Den Rettungsmannschaften bot sich folgen- rigen Bergung aus dem Wrack befreit und
des Bild: ein PKW war frontal gegen ein Brük- anschließend untersucht. Dabei wurden folJahr im Parlament beschlossen
kengeländer geprallt. Durch den Anprall gende Verletzungen festgestellt: Gesichtswerden.
wurde der Motorblock in das Wageninnere schädelfraktur, SHT, Serienrippenfraktur
gedrückt (Abb. 1).
rechts, offene Oberschenkelfraktur links,
Der Fahrer des PKW und der im Fond mitge- Unterschenkelfraktur beidseits, traumatische
A
Sanitätergesetz
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Jg. 4 - Nr. 3/2001
FORTBILDUNG 3/2001
Änderungen der Lehrmeinung in
der Sanitätshilfe
(Chefärztebeschluss vom 28.04.2001)
P. Hansak, B. Petutschnigg
Die entsprechenden Seiten der Lernbehelfs-SH sind in Klammer angeführt.
Notfalldiagnose Kreislaufstillstand (7.5.)
Beatmung und Herzmassage: 2:15
Bei der Reanimation von erwachsenen Patienten gilt sowohl für die Einhelfer- als
auch für die Zweihelfermethode für den nichtintubierten Patienten als Verhältnis
von Beatmung zu Herzmassage 2:15.
Diese Änderung basiert auf der Erkenntnis, dass mehr Patienten einen Kreislaufstillstand überleben könnten, wenn die Zahl der Herzkompressionen erhöht wird,
auch wenn damit die Zahl der Beatmungen zurückgeht. Während eines Kreislaufstillstands steigt der Perfusionsdruck in den Gefäßen, insbesondere in den
Coronarien (Herzkranzgefäßen) und im Gehirn, im Verhältnis zur Anzahl der Herzmassagen stark an. Nach 15 Kompressionen ist er wesentlich höher als nach nur
5 Kompressionen. Nach jedem Beatmungszyklus muss dieser Druck neuerlich
aufgebaut werden. In der Regel sind allein 5 Kompressionen notwendig, um
einen minimalen Blutfluss in den Gefäßen zu erzeugen. Eine bessere Durchblutung und ein höherer Druck in den Gefäßen verbessert auch die Sauerstoffaufnahme des Gehirns, des Herzens und anderer lebenswichtiger Organe.
Sind die Atemwege mittels eines Tubus gesichert, wird die Reanimation im Verhältnis 1:5, ohne Pause während der Beatmung, fortgesetzt.
Für Säuglinge und Kleinkinder bleibt das Verhältnis bei Ein- und Zweihelfermethode 1:5. Der Übergang von der Kinder- zur Erwachsenen-CPR ist fließend
und von anatomischen Faktoren wie Größe und Gewicht und nur bedingt vom
Alter abhängig. Die Grenze bewegt sich um die 25 kg Körpergewicht, was ca.
einem Alter von 8 Jahren entspricht.
Frequenz der Herzmassage beim Erwachsenen: 100/min.
Die Erhöhung der Frequenz muss im Zusammenhang mit dem oben Gesagten
gesehen werden. Durch die höhere Frequenz können systolische Blutdruckwerte bis 80 mmHg und ein besserer Blutfluss erreicht werden.
Druckpunkt: Mitte der unteren Brustbeinhälfte
Das Verhältnis von Beatmung und Herzmassage, der korrekte Druckpunkt
und die Frequenz der Herzmassage machen nur einen Teil einer erfolgreichen Wiederbelebung aus. Wesentlich ist die Qualität der Beatmung und
Herzmassage durch die Sanitäter!
Jg. 4 - Nr. 3/2001
aktuell - professionell
Jg. 4 - Nr. 3/2001
✚ SeiteFortbildung
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Seite 17
FORTBILDUNG 3/2001
Patient mit Verdacht auf Schlaganfall (apoplektischer Insult) (16.5.)
Ist der Patient bei Bewusstsein, wird er in die prophylaktische Seitenlage und
zwar generell auf die linke Seite (unabhängig davon, welche Seite gelähmt ist)
gedreht.
Ist der Patient ohne Bewusstsein, wird er ebenfalls in die stabile Seitenlage auf
die linke Seite gedreht. Durch diese Lagerung wird die Überwachungs- und
Versorgungsmöglichkeit des Patienten am Transport verbessert bzw. beim
bewusstlosen Patienten gesichert.
Bei Sekundärtransporten (z.B. Überstellung eines Patienten nach Apoplexie in
ein Rehab-Zentrum) werden Patienten in Rückenlage (Oberkörper-Kopf hoch,
ca. 30°) auf der weichen Krankentragenauflage transportiert. Ist für eine Krankentrage noch keine solche Tragenauflage vorhanden, wird die faltenfrei aufgebrachte Vakuummatratze, in leicht evakuiertem Zustand (also nicht vollständig
abgesaugt wie bei einem traumatisierten Patient), verwendet. Der gelähmte Arm
wird weich z.B. auf einer keilförmig zusammengelegten Decke gelagert.
Combitubus (21.1.)
Die Anwendung des Combitubus durch Sanitäter ist untersagt.
Die Verwendung des Combitubus entspricht einer Intubation und eben diese ist
nach der derzeitigen Gesetzeslage dem Sanitätspersonal nicht gestattet.
Spezielle Brandwundenverbände (15.5.)
Die Versorgung der Verbrennungspatienten mit aluminisierten Verbandsstoffen
bleibt wie bisher aufrecht. Alternative Produkte können durch den Chefarzt des
Landesverbandes zugelassen werden. Im Landesverband Steiermark gilt diese
Regelung bereits für das Produkt „Water Jel“. (s. Aktuell/Professionell 04/2000,
S. 11)
Frühdefibrillation – Kontraindikationen (Skriptum Frühdefibrillation S. 15)
Zusätzlich zu den bekannten Kontraindikationen wird bei einem unterkühlten
Notfallpatienten bei einer gemessenen Körpertemperatur unter 30 Grad keine
Frühdefibrillation durchgeführt. Ab dieser Temperatur sind die Herzmuskelzellen
nicht mehr „beweglich“ und können daher nicht defibrilliert werden, d.h. sie
reagieren nicht auf einen Stromstoss. Die Rückkehr zu einem Sinusrhythmus ist
unter dieser Temperatur so gut wie ausgeschlossen. Sobald der Patient unter
mechanischer CPR mit halber Frequenz erwärmt wurde, kann der halbautomatische Defibrillator entsprechend den Ausbildungsrichtlinien zum Einsatz kommen.
Keine Kontraindikationen stellen Vergiftungen, Dialysepatienten und Schwangerschaft dar.
Verbandlehre
Die Bindenverbände werden in der Sanitätshilfe nicht mehr unterrichtet.
Als Alternative kommen Netzverbände zum Einsatz. (s. SH-Lernbehelf 15.10.
und LV-Lernbehelf VII. Der Lernbehelf VII kann über die Abteilung Ausbildung
und Katastrophenhilfsdienst kostenlos bezogen werden und)
Netzschlauchverbände gibt es in verschiedenen Größen und damit für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Für den RTW ist die Größe E bzw. F (je nach
Hersteller) vorgesehen. Der Anwendungsbereich des Verbandes ist nicht nur
✚ Seite 10
aktuell - professionell
Jg. 4 - Nr. 3/2001
Fortbildung
Jg. 4 - Nr. 3/2001
Seite
18
FORTBILDUNG 3/2001
Weitere Anwendungsmöglichkeiten:
von seiner Größe, sondern auch von der Anatomie des Patienten abhängig.
Grundsätzlich ist der im Rettungstransportwagen verfügbare Schlauchverband
für den Kopf vorgesehen, das aber keinerlei Einschränkung bei einer sachgerechten anderen Verwendung ausschließen soll (s. Abb.).
Der Netzschlauchverband besteht aus einem gewirkten, hochelastischen
Verbandnetz. Durch die Elastizität ist auch ein guter Halt an stark beweglichen
Körperteilen (Knie, Ellbogen, Fuß) gegeben. Der Verband ist extrem luftdurchlässig, schnürt bei Wahl der richtigen Größe nicht ein und hält ohne zu verrutschen. Die Verbände werden in Rollen zu mehreren Metern verpackt. Auf jeder
Packung ist neben der Größe auch noch der Anwendungsbereich angeführt,
aber wie bereits erwähnt, die Anatomie des Patienten ist letztendlich ausschlaggebend.
Kopfverband:
- Knoten am Ende des Verbandes
- ca. 20 cm langes Stück abschneiden
5 cm vom Ende zu 1/4
einschneiden
Verband aufrollen und
dem Patienten über den
Kopf ziehen
Sandwichtechnik mit Sturzhelm (12.10.)
Der ansprechbare Patient wird mit Sturzhelm stabilisiert und mittels Sandwichtechnik umgelagert, danach wird der Sturzhelm in Rückenlage abgenommen.
Notfallpatienten ohne Bewusstsein müssen aus zeittechnischen Gründen unter
Schonung der HWS in Rückenlage gebracht werden, anschließend erfolgt die
Sturzhelmabnahme.
Geburt (20.9.)
Der Dammschutz darf nun auch vom Sanitäter angewendet werden.
Zwischen der Scheide und dem Anus liegt der Damm (Perineum). Dieser Bereich
ist, wenn er keine ausreichende Zeit hat, sich zu dehnen (durch mehrere
Presswehen, d.h. ca. 10 Minuten vor der Geburt), während des Durchtritts des
Kopfes gefährdet, einzureißen („Dammriss“). Bei einem ungünstigen Verlauf eines
derartigen Risses kann die äußere Afterschließmuskulatur und manchmal auch
der Mastdarm einreißen. Vorbeugend wird bei der Geburt daher der Beckenboden
mit der rechten Hand abgestützt, während die zweite Hand den Kopf des
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aktuell - professionell
Jg. 4 - Nr. 3/2001
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11
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FORTBILDUNG 3/2001
Kindes „führt“ (s. Abb.). Die starke Belastung des Dammes bei der Geburt wird
durch eine möglichst aufrechte Haltung der Gebärenden zusätzlich vermindert.
Aufgaben des Dammschutzes:
·
Den Kopf möglichst langsam und schonend durchtreten zu lassen
und
·
Verletzungen der Frau zu vermeiden bzw. geringfügig zu halten.
Abb. Dammschutz (Auf Handschuhe nicht vergessen !)
Ist der kindliche Kopf mit seinem größten Umfang geboren, sodass er nicht mehr
in den Geburtskanal zurückweichen kann, wird die Frau aufgefordert, nicht mehr
zu pressen, sondern mit geöffnetem Mund zu atmen („Hecheln“). Dieses Kommando ist deshalb so wichtig, da besonders in dieser Phase der Entwicklung des
Kopfes und u.a. der hinteren Schulter ein Dammriss auftreten kann, wenn die
Frau mit geschlossenem Mund weiterpressen würde. Deshalb ist hier ein guter
Dammschutz unerlässlich.
Fremdwörter:
Perfusion = Durchströmung des Körpers bzw. der Organe mit Flüssigkeit (z.B.
Blut, Plasma usw.)
Coronarien = Koronararterien = arterielle Kranzgefäße des Herzens
CPR = Cardio-Pulmonale-Reanimation = Wiederbelebung = HLW
Perineum = Damm
Literatur:
1. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 255 Aufl.
2. Resuscitation, Official Journal of the European Resuscitation Council,
Special Issue. International Guidelines 2000 for CPR und ECC – A
Consens on Science, Vol. 46, Nos. 1-3, Amsterdam - New York - Tokyo
2000
3. Petru E., Gynäkologische und geburtshilfliche Notfälle. In: Lehrbuch
für Notfallsanitäter, Bärnthaler M., Hansak P., Petutschnigg B, S. 295305, Wien 2001
4. Hansak P., Neue Materialien im Rettungsdienst, Lernbehelf VII des
Steirischen Roten Kreuzes, 1. Aufl. Graz 2000
Praxis:
Die angeführten Änderungen sind im praktischen Teil der
Fortbildung entsprechend zu üben!
✚ Seite 12
aktuell - professionell
Jg. 4 - Nr. 3/2001
Fortbildung
Jg. 4 - Nr. 3/2001
Seite 20
Steiermark
aktuell
ROTES KREUZ
STEIERMARK
Neuer Mitarbeiter im LandeshygieneLandessekretariat
beauftragter
WIR GRATULIEREN
Im Kreise seiner Familie feierte Präsident Dir.
Günther PERNER kürzlich seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar, ehemals Leiter der Nationalbank in Graz, ist bereits seit 1978 als Vizepräsident und Finanzreferent im Steirischen Roten Kreuz tätig. In dieser Funktion hat er sich
vor allem um den Ausbau des Dienststellennetzes und der Hauskrankenpflege verdient
gemacht.
Seit 9. Juni 1999 steht Dir. Günther PERNER
dem Landesverband Steiermark des Österreichischen Roten Kreuzes als Präsident vor.
Zahlreiche Großprojekte, insbesondere die
Errichtung eines neuen Einsatz- und Ausbildungszentrums im Westen von Graz sowie
die Verhandlungen über eine gesicherte Finanzierung des Roten Kreuzes in der Steiermark, werden seine volle Schaffenskraft erfordern. Auch die Motivation freiwilliger
Helferinnen und Helfer und ein enger Kontakt zu den Bezirks- und Ortsstellen sind ihm
ein ganz besonderes Anliegen.
Mit 1. Oktober trat DI Heinrich ROTH als leitender Mitarbeiter in die Wirtschaftsabteilung des Landessekretariates ein. DI Roth,
1957 in Salzburg geboren, ist verheiratet und
hat 2 Töchter. Die Freizeit widmet er am liebsten seiner Familie. Zu seinen Hobbys zählen Segeln, Tanzen und Reisen.
Nach dem Abschluss des Studiums Wirtschaftsingenieurwesen (Studienkombination
Maschinenbau – Betriebswirtschaftslehre)
hat er sich beruflich auf den kaufmännischen
Bereich spezialisiert. Mayr-Melnhof Karton
(Frohnleiten) und die Firma Mosdorfer (Weiz)
waren Stellen seiner beruflichen Entwicklung.
Als Abteilungsleiter für Controlling/EDV sowie als kaufmännischer Leiter hat er in beiden Unternehmen Erfahrungen gesammelt.
Zusätzlich umfassten übergeordnete Aufgaben über die Grenzen des jeweiligen Konzernstandortes hinaus seinen Tätigkeitsbereich.
Als vorrangiges Ziel gilt für ihn: „ Unsere
Spenden effizient verwalten“.
Viel Erfolg bei der neuen beruflichen Herausforderung!
Am 30.06. wurde Alfred SMOLARSKI entsprechend dem Hygieneplan des Landesverbandes für 3 Jahre zum Landeshygienebeauftragten des Steirischen Roten Kreuzes
ernannt. Er ist 33 Jahre alt und seit 1983 freiwilliger Mitarbeiter der Bezirksstelle Weiz.
Nach Absolvierung der Ausbildung zum
staatlichen Desinfektor im Landesverband
arbeitete er wesentlich an der Erstellung des
steirischen Hygieneplanes mit.
Als Landeshygienebeauftragter wird Alfred
Smolarski in Zukunft den Arbeitskreis der
Hygienebeauftragten der Bezirke und deren
Fortbildungen koordinieren. Weiters führt er
die Protokolle des Arbeitskreises und arbeitet deren Vorschläge zur Umsetzung und Vorlage an den Chefarzt aus. Er ist Ansprechpartner für Probleme im Rahmen der Hygienemaßnahmen im RKT-, GSD-, Ausbildungsund KAT-Bereich und führt deren Lösung
unter Einbeziehung der zuständigen
Referatsleiter in Absprache mit dem Chefarzt
des Landesverbandes herbei.
Mail: hygiene@st.redcross.or.at
Die Redaktion schließt sich den zahlreichen
Glückwünschen aus den Reihen des Roten
Kreuzes herzlich an.
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Steiermark
aktuell
Dammschutz in der Sanitätshilfe
Um den Sanitätern die
Möglichkeit zu bieten,
den Dammschutz entsprechend üben zu
können, wurde seitens des Landessekretariates ein neuer Geburtentrainer angeschafft. Das Phantom steht, wie alle anderen Materialien der
Abteilung Ausbildung, den Bezirken
kostenlos zu Verfügung.
Information für diplomierte Kinder- und
Säuglingskrankenschwestern
Verkürzte Ausbildung in der Allgemeinen Gesundheits- u.
Krankenpflege berufsbegleitend in Planung.
Anmeldung und Information unter Tel: 0316/385-2601 bei Frau
Dir. Annemarie Trummer
Euroumstellung
Verätzungen der Haut
Im Zuge der Euroumstellung müssen auch
die Aufwandsentschädigungen für Lehrbeauftragte angepasst werden. Im Rahmen der
Umstellung wurde beschlossen die Beträge
zu Gunsten der Mitarbeiter aufzurunden. Ab
2001 erhalten alle Lehrbeauftragten des Landesverbandes 10 E und der Leiter des SHLehrganges 15 E als Aufwandsentschädigung.
Lehrmeinungsänderung in der Ersten Hilfe und Sanitätshilfe
Erfolgt eine Verätzung der Haut mit organischen Lösungsmitteln (z.B. Benzin, Petroleum, Alkohole), wird die betroffene Haut mit
Seifenwasser abgespült. Dadurch wird eine
bessere Entfernung der Substanz von der Haut
erreicht als bei der bloßen Spülung mit Wasser. Die Dauer der Anwendung bleibt gleich.
AED – Ausbildung
Die AED-Phantome (z.B. Laerdal MIDI Trainer) haben einen Widerstand eingebaut, der dem
menschlichen Körperwiderstand entspricht und über welchen die vom Defibrillator abgegeben Energie absorbiert wird. Da
dieser Widerstand nur begrenzt
belastbar ist, darf er, wie in der
Bedienungsanleitung festgehalten ist, innerhalb einer Minute
maximal 3 x mit 360 Joule belastet werden.
Die Abbildung zeigt einen Widerstand, der zu „heftig“
defibrilliert wurde. Der Austausch des defekten Teils kostet
ca. 2.000.- ATS!
✚ Seite 14
Österreichweiter
Ergänzungslehrgang
zum BundesheerNotfallsanitäter
Der Landesverband Steiermark hält in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung mehrere
Ergänzungslehrgänge zum Notfallsanitäter
für Sanitätsunteroffiziere in Graz ab. Alle
Teilnehmer sind diplomiertes Gesundheitsund Krankenpflege Personal. Seitens des
Bundesministeriums wurde der Lehrgang
für den Bereich der Corps I und II ausgeschrieben. Auf Grund der großen Nachfrage, über 150 Personen, müssen in Zusammenarbeit mit der Lehrkompanie des
Militärspitals I bis zum Ende dieses Jahres 5 Lehrgänge abgehalten werden. Die
Lehrgänge werden nach den Richtlinien
des Österreichischen Roten Kreuzes abgehalten und schließt mit einer Prüfung ab.
Im Anschluss erfolgt ein 4wöchiges Praktikum in einem Krankenhaus mit notärztlichem Dienst und die Absolvierung der
vorgeschriebenen Fahrten in einem
Notarztsystem.
Für die Zukunft ist geplant, dass diese
Notfallsanitäter des Bundesheeres zwei
Dienste pro Monat in einem NA-System
in Österreich mitarbeiten sollen.
Sauerstoffbefeuchtung
Das Landessekretariat hat im Dezember
des vergangenen Jahres 5 geöffnete Behälter mit Wasser für die Sauerstoffanfeuchtung zur Untersuchung an ein Labor übergeben. Zur besseren Kontrolle
wurden nun auch Proben untersucht, die
während der Sommerzeit geöffnet im
RTW mitgeführt wurden. Alle Behälter
waren vorschriftsmäßig an die Sauerstoffabgabestelle angeschlossen und über einen längeren Zeitraum geöffnet im Fahrzeug mitgeführt. Der bakteriologische Befund bei allen Wasserproben war wiederum unauffällig. An dieser Stelle sei den Kollegen der Bezirksstelle Bruck für ihre Mithilfe bei diesem Projekt zur Sicherheit für
unsere Patienten gedankt.
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Steiermark
Übung der Trinkwasserexperten
R. Sach
Vom 7. - 10.September fand in Kufstein die jährliche Übung der
Trinkwasseraufbereitungsteams der ERU „Water and Sanitation“
statt. Neben Mitarbeitern aus Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich und
Wien nahmen auch 5 Steirer an der Übung, die bei schlechtesten
Wetterbedingungen stattfand, teil. Übungsziel war es, neben der
Wasserproduktion, für die unsere ERU-Teams weltweit bekannt sind,
auch die immer wichtiger werdende Logistik der Wasserverteilung
und den Sanitation-Bereich zu trainieren.
aktuell
Feuerwehrsanitäter
Neuer Lernbehelf erschienen
R. Sach
Nach einiger Vorbereitungszeit und Erprobung in den vergangenen fünf
Fachlehrgängen für Feuerwehrsanitäter ist es nun soweit – die neuen
Lernunterlagen für die Feuerwehrsanitäter sind fertig. Der feuerwehrtechnische Teil wird weiterhin von der Landesfeuerwehr- und Zivilschutzschule herausgegeben, während der Sanitätsteil ab 2001 als eigenes
Skriptum vom Landesverband Steiermark des Österreichischen Roten
Kreuzes aufgelegt wird.
Das Hauptaugenmerk sowohl im Lehrgang als auch im Skriptum liegt bei
den lebensrettenden Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe, die teilweise
durch Maßnahmen der Sanitätshilfe erweitert wurden.
Neu im Fachlehrgang für Feuerwehrsanitäter ist die Vorstellung des Großunfallkonzeptes des Roten Kreuzes. Die Kennzeichnung der diversen
Leiterfunktionen des Steirischen Roten
Kreuzes, das Ablaufschema von der
Bergetriage bis zum Abtransport und das
Patientenleitsystem wird den Feuerwehrsanitätern ebenso bekannt gemacht, wie
die Möglichkeiten des Einsatzes der gut
ausgebildeten Feuerwehrsanitäter im
Aufgabenbereich des Roten Kreuzes bei
der gemeinsamen Bewältigung eines
Großunfalls.
Ergänzt wird der Text durch zahlreiche
Bilder. Das Skriptum kann über die Abt.
Ausbildung und Katastrophenhilfsdienst bezogen werden.
Neue Computersimulation für Sanitäter
P. Hansak
Mit dem Computerprogramm „Resus Sim“ hat das Deutsche Rote
Kreuz ein interaktives Lernprogramm für Sanitäter, Notfallsanitäter
und Notärzte auf den Markt gebracht. Je nach Programmversion
werden bis zu 45 Fälle behandelt. Das Programm ermöglicht die
direkte Interaktion des Anwenders mit den Rettungskräften und
dem Patienten durch Mausklick.
Es stehen über 160 verschiedene Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten inkl. einer großen Auswahl an Arzneimitteln und verschiedenen Defibrillatoren (auch Halbautomaten) zur Verfügung.
Jeder Fall beginnt mit der Notfallmeldung in der Leitstelle und dem
Ausrücken zum Einsatzort. Eingetroffen beim Patienten müssen
durch entsprechende Befragung und gezielte Handlungen die richtigen Maßnahmen für die Transportfähigkeit des Patienten gesetzt
und anschließend der Patient ins Krankenhaus transferiert werden.
Für die Fahrt ins Krankenhaus besteht die Wahlmöglichkeit zwischen einer Einsatzfahrt und einem normalen Krankentransport. Am
Ende eines jeden Einsatzes steht das Debriefing mit der Ausarbeitung eines sachbezogenen Feedbacks und der Bewertung der erbrachten Leistung des Anwenders. Einziger Nachteil der Erfolgsauswertung ist, dass Sanitäter in Österreich theoretisch nie 100%
der möglichen Punkte erreichen können, da in der Erfolgsberechnung
auch die korrekte Dosierung und Verabreichung von Medikamenten inkludiert ist. Besonders erwähnenswert sind die realistischen
Untersuchungsmethoden und die Möglichkeit bezüglich der Aufgabenverteilung im fiktiven Sanitäterteam.
Hardwarevoraussetzung (empfohlen): Pentium 300 MHz, 64 MB Ram,
140 MB Harddisk, Klangadapter, CD-ROM.
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Das Programm läuft unter Windows 95, 98, 2000, ME und NT 4.0.
Die billigste Basis Version verfügt nur über 12 Patienten und es
fehlen zusätzlich einige diagnostische Möglichkeiten. Sinnvoll ist
der Erwerb der Version „Standard“ bzw. „Professionell“ (28 bzw. 45
Patienten, da hier unter anderem auch eine 12-Kanal-EKG-Ableitung möglich ist). Die Multiuserversion wäre zwar für Schulungszwecke sehr interessant, rentiert sich jedoch auf Grund der hohen
Kosten nicht.
Das Programm empfiehlt sich in jedem Fall für Dienststellen, die
ihren Mitarbeitern bereits einen eigenen PC anbieten.
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Steiermark
aktuell
Der Behamstuhl als „Reserve-Notarztwagen“
A. Striccher
Der Spagat zwischen einer optimalen notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung
und den wirtschaftlichen Anforderungen an
das Unternehmen „Rotes Kreuz“ wird, wie
allgemein bekannt, immer schwieriger. Also
begannen angestrengte Überlegungen, welche Alternativen es zu einer solch kostspieligen Problemlösung noch geben könnte.
D
a der alte Notarztwagen, noch als Ersatzfahrzeug und für Sekundärtranporte im
Einsatz, wirtschaftlich nicht mehr tragbar war,
wurde er an die Herstellerfirma „zurück“-verkauft. Es bestand daher Bedarf an einem weiteren Fahrzeug, das als „Reserve“-Notarztwagen
und für den Transport von intensivmedizinisch
zu betreuenden Patienten vom LKH Voitsberg
nach Graz und umgekehrt verwendet werden
sollte. Dies hätte aber eine Investition von rund
1,5 Millionen Schilling bedeutet – und das für
ein Fahrzeug, das maximal rund 5.000 Kilometer
im Jahr zurückzulegen hat... .
In Zusammenarbeit mit der Fa. Dlouhy
wurde die Idee des burgenländischen Notarztes Dr. Beham – eine intensivmedizinische Einheit auf Rädern, die anstelle des
Patiententragesessels in einen Rettungswagen eingeschoben werden kann – modifiziert und an die Bedürfnisse der
Bezirksstelle Voitsberg angepasst. Sie bietet Platz für eine OXYLOG 2000Beatmungsmaschine, einen DEFIGARD
2002 mit Kapnometriemodul, den Thoraxkoffer, sie enthält Laden für diverse Gebrauchsartikel und Notfallmedikamente
und kann zusätzlich noch einen Notfallkoffer für Kinder und Erwachsene aufnehmen. Diese mobile Intensiveinheit ist in der
Garage stationiert und kann bei Bedarf
zusammen mit einigen zusätzlich benötig-
Druckfehler in der RKT-Vorschrift
P. Hansak
ten Geräten (PROPAQ, Perfusor) in etwa
fünf Minuten in jeden VW-HochdachRTW eingebaut werden.
In der täglichen Arbeit ist das neue System sofort gut angelaufen: Alle, die damit
bereits gearbeitet haben, sind von der
Praxistauglichkeit begeistert. Als einziger
Wermutstropfen in der intensivmedizinischen Arbeit hat sich die Tatsache erwiesen, dass die fahrbare Intensiveinheit beim
Intubieren eines Patienten aus dem Wagen
gestellt werden muss, damit man genug
Platz zum Arbeiten hat. Da aber auch in einem NAW nicht während der Fahrt
intubiert wird, lässt sich dieser „Nachteil“
in Kauf nehmen.
Wie dieses Beispiel zeigt, muss sich wirtschaftlicher Druck nicht negativ auf die
notfallmedizinische Versorgung von Patienten auswirken. Manchmal kann durch den
gezielten Einsatz von Erfahrung und notfalltechnischer Kompetenz auch eine wirtschaftliche Lösung eines Problems gefunden werden, die den strengen Qualitätsansprüchen
des Roten Kreuzes gerecht wird.
Neue Sauerstoffabgabestelle für RTW
In der RKT-Vorschrift des ÖRK hat der „Fehlerteufel“ zugeschlagen. Auf Seite 66 (Anhang Aufgrund der Vorgaben der EN/ÖNORM
6.5) sind die rot angeführten Zahlen auszubessern. Der Lehrbehelf für Zugskommandanten 1789 wird die alte Sauerstoffabgabestelle
des Landesverbandes ist von diesem Fehler nicht betroffen.
nicht mehr erzeugt. Aus diesem Grund wird
in alle Neufahrzeuge als Ersatz eine genorm5.1. Helfer
te Abgabestelle mit einem O2-Stecker (regulierbar 0-15 Liter) eingebaut. Der Stecker ist
2,1 4,0
(3
Helfer)
abnehmbar und ermöglicht auch den
4,1 13,5
5
Helfer
Anschluss von Beatmungseinheiten.
13,6
22,1
-
22,0
40,0
10
20
Helfer
Helfer
5.3. Rettungswagen
0,1
6,1
25,6
-
6,0
25,5
45,5
kein
1
2
RTW
RTW
RTW
kein
1
NEF
NEF
5.4. Notarzteinsatzfahrzeuge / Notärzte
0,1 13,1 -
✚ Seite 16
13,0
30,0
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Steiermark
aktuell
Sommerlager der Rotkreuz-Jugend
A. Bäck
35 Betreuer garantierten einen perfekten
Ablauf und waren Tag und Nacht um die
Jugendlichen bemüht.
D
as 7. Sommerlager der Rotkreuz-Jugendstand auch heuer wieder unter dem
Motto Ausbildung und Kameradschaft. 81
Mitglieder von Rotkreuz-Jugendgruppen
aus der gesamten Steiermark waren vom 3.
– 8. September Gäste im Schulschiheim auf
der Frauenalpe bei Murau.
Wie in den Jahren zuvor konnte den 14 –
17jährigen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung geboten werden. Ein Erste-HilfeGrundkurs, eine Einführung „Hilfe für den
Helfer“, ein Rettungsschwimmkurs und ein
Kurs für realistische Unfalldarstellung standen genauso am Programm, wie Vorträge von
namhaften Gastreferenten. Als Ausgleich
zur „geistigen Tätigkeit“ wurden viele sportliche Aktivitäten geboten.
enormer Motivation stellten die Jugendlichen ihr Wissen und Können unter Beweis.
Viele Beobachter waren beeindruckt: „Die
Mitglieder der Rotkreuz-Jugendgruppen
sind ein Vorbild für die Jugend in der Steiermark“.
Der Besuch des Vizepräsidenten des Steirischen Roten Kreuzes General Eduard Fally
und die Abschlussübung zählten zu den
Höhepunkten des Sommerlagers 2001. Mit
Schutzmaßnahmen bei Infektionstransporten
Auszug aus der Hygienevorschrift des Landesverbandes Steiermark
P. Hansak
W
elche Maßnahmen durch das
Sanitätspersonal gesetzt werden
müssen, richtet sich nach Art der Infektionskrankheit (IRG s.u.) und den Empfehlungen der behandelnden Klinik. (z.B. ist bei
einem Patienten mit Tuberkulose ein Mundschutz für diesen ausreichend.) Im Zweifelsfall kann mit dem Hygienebeauftragten der
Bezirksstelle Rücksprache gehalten werden.
Infektions Risiko Gruppen (IRG)
IRG I
Personen bei denen keine Anhaltspunkte
für das vorliegen einer Infektionsgefahr
besteht. Dazu gehören z.B. Botulismus,
Malaria, Trichinose.
jedoch nur ein geringes (IIa) oder mittleres
(IIb) Übertragungsrisiko hat und deshalb
nicht durch die beim Transport üblichen
Kontakte übertragen werden kann.
Zu IIa gehören z.B.:
Cholera
Salmonellenenteritis
Shigellenruhr
Trachom
Typhus / Parathypus
Brucellose (Bang’sche Krankheit)
HIV
Ornithose (Papageienkrankheit)
Poliomyelitis
MRSA (ohne aerogene Übertragung)
➜ Unabhängig von der IRG ist stets eine
Händedesinfektion durchzuführen. Nach einer Kontamination erfolgt eine Flächendesinfektion und als Personalschutz ggf. die
Verwendung von Schutzhandschuhen.
Zu IIb gehören z.B.:
Keuchhusten
Meningitis / Enzephalitis
Scharlach
Windpocken
Generalisierter Zoster
IRG II
Personen mit einer Infektionskrankheit, die
➜ (a) Scheuer- und Wischdesinfektion wenn
Körpersekrete bzw. Ausscheidungen in den
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RTW gelangt sind.
➜ (b) Alle Patientengriff- und Kontaktflächen werden desinfiziert. Bei aerogen
übertragbaren Infektionskrankheiten muss
der gesamte RTW desinfiziert werden. Als
Personalschutz kommen Schutzhandschuhe, Schutzkleidung und Mundschutz
zum Einsatz.
IRG III
Personen mit Erkrankungen oder dem
begründetem Verdacht auf Infektionen, die
hoch ansteckend sind und daher ein
erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen. Dazu
gehören z.B. Diphterie, Milzbrand, Pest,
offene Lungentuberkulose, virale hämmorrhagische Fieber.
➜ Als Personalschutz kommen Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Mundschutz
und ggf. Augenschutz zum Einsatz. Der
gesamte Krankenraum muss mit einem
gelisteten Desinfektionsmittel desinfiziert
werden.
✚ Seite 17
Internationales Jahr der Freiwilligkeit
P. Hansak / S. Hinghofer (Übersetzung aus: Red Cross Red
Crescent, The magazine of the International Red Cross and Red
Crescent movement, Issue 1/2001, p. 21)
Die Präsidentin der Internationalen Föderation, Dr. Astrid Heiberg,
sowie Teilnehmer vieler nationaler Gesellschaften und des IKRK
waren unter den Teilnehmern der 16. Weltkonferenz über Freiwilligkeit in Amsterdam Anfang dieses Jahres.
Hier ein Auszug aus der von Frau Dr. Heiberg gehaltenen Rede:
„Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond sind die größte Freiwilligenorganisation der Welt. Wir haben eine lange und stolze Tradition
der Freiwilligkeit. Aber woher kommt es, dass wir heute Probleme
damit haben, Freiwillige zu rekrutieren und zu halten?
Eine einfache Antwort darauf existiert nicht. Es gibt verschiedene
Gründe in verschiedenen Regionen der Welt. Aber wir können gewisse Trends aufzeigen:
An erster Stelle hat sich das Konzept der Freiwilligkeit verändert!
Es gibt viel mehr Organisationen im Freiwilligenbereich, von denen
viele kleiner, moderner und eher auf spezielle lokale Bedürfnisse
ausgerichtet sind als wir. Freiwillige haben höhere Ansprüche an
ihre Aufgabenstellungen, das Management und die Unterstützung,
die sie bekommen – und sie sind weniger loyal gegenüber der Organisation, wenn man sie nicht entsprechend unterstützt.
In vielen Ländern gibt es heute weniger junge Leute und mehr
Pensionisten, und mehr Menschen leben in Städten. Es ist eine
Herausforderung für alte Freiwilligenorganisationen, sich an solche Veränderungen anzupassen.
Das Wissen darüber, wie man Freiwillige anlockt, organisiert, belohnt und bewahrt, hat sich wesentlich weiter entwickelt. Dabei
wurde eine neue Disziplin geschaffen, bekannt als „volunteer
management“ - „Freiwilligen-Management“ sowie einen Berufstyp,
den „volunteer manager“ - „Freiwilligen-Manager“. Alten und stolzen Organisationen, wie der unseren, fällt die Anpassung schwerer
als neu geschaffenen.
Bedürfnisse und Schwachpunkte haben sich verändert und wir
✚ Seite 18
müssen unsere Reaktionsmethoden verändern.
Zweitens verändern sich das Rote Kreuz und der Rote Halbmond!
Wir haben unsere Organisationen in den letzten Jahrzehnten professionalisiert, neues Fachpersonal und fortgeschrittenere Managementsysteme eingeführt. Aber zu oft haben wir dazu geneigt, zu
vergessen, dass das Personal da ist, um die Freiwilligkeit zu erleichtern und nicht anders herum. Wir wurden aufgabenorientierter und
konzentrierten uns verstärkt auf lokale Schwachstellen.
Drittens haben wir einige interne strukturelle und regionale Differenzen!
Wir müssen auf lokale Kulturen und Traditionen aufbauen. In der
Vergangenheit haben wir zu wenig darauf Acht gegeben, dass sich
die Freiwilligkeit in den verschiedenen Ländern unterscheidet. Sogar im reichen Teil der Welt gibt es zwei Hauptbereiche der Freiwilligkeit: In Westeuropa existiert die Freiwilligkeit im Kontext von
Mitgliedschaftsorganisationen. Mitglieder organisieren sich selber
in lokalen Zweigen mit einer demokratischen und selbstregierenden
Struktur. Das ist der Zugang, der das Rote Kreuz und den Roten
Halbmond wesentlich beeinflusst hat.
In Nordamerika gibt es eine gänzlich andere Tradition: Ein Leistungserbringungsmodell. Eine Organisation existiert, um einen Auftrag
auszuführen und rekrutiert bzw. organisiert Freiwillige, um diese
Aufgabe zu meistern. Sie entwickelt attraktive Freiwilligenpositionen
und rekrutiert Freiwillige, um diese zu besetzen. Sie behandelt Freiwillige wie unbezahltes Personal. Das Amerikanische Rote Kreuz
und einige andere wenden dieses Modell an.
Welches Modell auch immer eine nationale Gesellschaft anwendet,
es muss auf lokalen Bedürfnissen basieren, auf lokalen Freiwilligen,
die darauf reagieren.
Die Aufgabe für unsere Organisationsstrukturen und unser Personal ist es, zu ermöglichen, dass jene, die lokal und freiwillig
arbeiten, dieses so effizient wie möglich tun.
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