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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 3 / 2012
Fairness im Direktzahlungsvollzug
Seite 10
Exakt und
emissionsarm
Seite 22
Mehr aus Naturwiesen machen
Seite 34
Aufzucht: Welche
Mineralstoffe?
Seite 64
Fendt-Traktoren – Jetzt 100 Prozent stufenlos = 100 % Vario
Sicherheit am steilen Hang
Der 200 Vario vereint höchsten Komfort mit Fahrspass und optimaler Effizienz. Zudem ist der 200 Vario der erste Kompakttraktor mit
Vario-Getriebe in diesem Leistungssegment. Vor allem im alpinen Bereich garantiert der 200 Vario sicheres Arbeiten: Der niedrige
Schwerpunkt, die Vorderachsfederung mit Wankabstützung und die breiten Bereifungsmöglichkeiten garantieren eine hohe Stabilität.
Der ununterbrochene Kraftschluss – begründet durch den stufenlosen Antrieb – bedeutet einen zusätzlichen Gewinn an
Sicherheit. Dies wird vor allem am Steilhang deutlich: Anfahren oder Geschwindigkeitsanpassungen selbst dann ruckfrei möglich.
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GABAG Landmaschinen AG
3148 LANZENHÄUSERN, Staudenmann AG
3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG
3232 INS, GVS Agrar AG
3315 BÄTTERKINDEN,
Wyss Landtechnik GmbH
3324 HINDELBANK, Käser Agrotechnik AG
3365 GRASSWIL,
LMG Landmaschinen AG Grasswil
3555 TRUBSCHACHEN, Wingeier Alfred
3615 HEIMENSCHWAND, Garage Hans Roth
3647 REUTIGEN, Burger Reutigen AG
3664 BURGISTEIN, Sterchi Landtechnik AG
3860 MEIRINGEN, Streich Landmaschinen
4147 ANGENSTEIN/AESCH, Brunner Daniel
4415 LAUSEN BL, Hugo Furrer AG
4624 HÄRKINGEN,
Studer & Krähenbühl AG
5054 KIRCHLEERAU, Peter Roos AG
5064 WITTNAU, Patrik Jehle GmbH
5324 FULL-REUENTHAL, Kämpf Heinz
5502 HUNZENSCHWIL,
Odermatt Landmaschinen AG
5630 MURI, Gerber Muri AG
6016 HELLBÜHL, Amrhyn Gustav AG
6130 WILLISAU, Kronenberg Hans
6170 SCHÜPFHEIM, Zihlmann Franz
6403 KÜSSNACHT A R.,
Knüsel Sepp Landmaschinen
7302 LANDQUART,
Kohler Landmaschinen AG
8193 EGLISAU,
Landmaschinenstation Eglisau AG
8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG
8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG
8308 MESIKON-ILLNAU,
Gujer Landmaschinen AG
8476 UNTERSTAMMHEIM,
Brack Landmaschinen AG
8587 OBERAACH, Jakob Hofer AG
8722 KALTBRUNN,
Steiner Berchtold AG
8834 SCHINDELLEGI, Schuler Maschinen
und Fahrzeuge AG
8934 KNONAU, Hausheer & Sidler
9249 ALGETSHAUSEN,
Schedler Landtechnik AG
9303 WITTENBACH,
LV-Maschinencenter Wittenbach AG
9445 REBSTEIN,
LV-Maschinencenter Rebstein AG
9470 BUCHS,
A. Stricker Landmaschinen
9494 SCHAAN,
Wohlwend Damian Anstalt
9548 MATZINGEN,
Schneider Landmaschinen AG
9562 MÄRWIL, Märla AG
9606 BÜTSCHWIL, Franz Bachmann AG
INHALTSVERZEICHNIS
EDITORIAL
Roman
Engeler
Bei der Fütterung
des Jungviehs ist der
Mineralstoffbedarf
zu beachten.
FENACO AKTUELL
Qualitätssicherung
Vom Korn zum Brot
4
Aus der Verwaltung der fenaco
Auf ein Wort
4
5
MANAGEMENT
Innovativer Maschinenring
Einkommensschere
zwischen Milch und Aufzucht und innerhalb der Bergzonen
14
Die Silierkette für Fahrsilos stand am
Anfang des Maschinenrings «Zuger
Berggebiet». Finanziell ein
Unternehmen, das sich lohnt.
Kurzmeldungen
Fairness im Vollzug
Ein Kommentar und Pflichten der Pächter
Mehr als ein Maschinenring
9
10
12
17
17
LANDTECHNIK
Technik für die organische Düngung
Exakt und emissionsarm ist heute gefragt
22
Kurzmeldungen
Melkroboter und Herdenmanagement
Produktneuheiten
Wettbewerb mit GVS-Agrar
19
20
27
27
PFLANZENBAU
Stallbau und Technik
Ein gezieltes Stallkonzept mit passendem Melksystem und eine
strikte Arbeitsplanung erleichtern das Management.
20
Schwefeldüngung
Ertragreiche Qualitätsernte
40
Kurzmelungen
Handeln, aber mit Köpfchen
Bodenschutz auf Baustellen
Mehr aus Naturwiesen machen
Aufrechter Wuchs
Noch nicht ausgereizt
29
30
32
34
36
45
NUTZTIERE
Nach der Baustelle
Spezialisten begleiten grössere
Baustellen und kümmern sich für
die Rückkehr zu einer landwirtschaftlichen Nutzung.
32
Ticken Hochleistungskühe anders?
Konsequenzen fürs Fruchtbarkeitsmanagement
50
Kurzmeldungen
UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter
Werden Nutzkühe teurer?
Fliegen: Physikalisch, chemisch oder biologisch bekämpfen?
Gegen Parasiten: Bolus oder Pour-on?
Nicht zu unterschätzen: Mineralstoffbedarf von Jungvieh
Praxisgespräch: Schon im März weiden?
SQ-Mästerschaft: Strategien der Gewinner
Schweinemast: Mit Daten arbeiten
Kaninchenzucht: Etwas für Tierliebhaber
Unfälle mit Tieren: Wie versichern?
49
55
59
60
62
64
66
67
68
71
72
LANDLEBEN
Auswerten und profitieren
Pro Mastschwein haben die
besten Betriebe rund 20 Fr.
geringere Futterkosten als
das schwächste Viertel.
UFA-REVUE · 3 2012
68
Bäuerinnen-Picknickservice
Ein Beitrag zum Einkommen?
74
Kurzmeldungen
Landfrauenküche auf DVD
UFA-Revue-Leserreise nach Irland
Alpines Menü aus dem Binntal
Raritäten und Nostalgie
Garten
Generationen in der Landwirtschaft
73
77
78
79
80
85
86
Die Landwirtschaft steht immer
häufiger im Fokus der Gesellschaft.
Je nach Standpunkt eines Betrachters wird der moderne Bauer
heute als Produzent von qualitativ
hochwertigen und gesunden
Nahrungsmitteln, als Mitverantwortlicher für die Pflege eines
charakteristischen und attraktiven
Landschaftsbildes oder gar als
Klimasünder und Umweltzerstörer
angesehen.
Diese breite Palette von diesen
Einschätzungen zeigt eines: Die
Landwirtschaft ist mehr denn je auf
ein gutes Image angewiesen, um auf
die Dauer erfolgreich wirtschaften
zu können. Diese strategische
Aufgabe wurde bereits vor Jahren
erkannt. Organisationen beispielsweise wie der landwirtschaftliche
Informationsdienst haben sich die
Öffentlichkeitsarbeit auf die Fahne
geschrieben und sind entsprechend
aktiv.
Auch jeder einzelne Landwirtschaftsbetrieb selbst kann dazu
wichtige Beiträge leisten und so
zum Multiplikator einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit werden.
Gerade in den nächsten Tagen und
Wochen, wenn Hofdünger wie Gülle
oder Mist ausgebracht werden
müssen, besteht dazu wieder einmal
beste Gelegenheit.
Mit einer geeigneten Wahl von
Uhrzeit und Wochentag, mit
einwandfrei funktionierenden
Maschinen und mit emissionsmindernder Technik kann beim
Verrichten einer notwendigen
Tätigkeit schon viel erreicht werden,
die heute von der Allgemeinheit
oftmals nur als Geruchsbelästigung
angesehen wird.
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3
AKTUELL
FENACO
Qualität vom Korn zum Brot
FENACO GOF Rund 20 000 Bauern liefern ihr Getreide an Getreidesammelstellen,
die einer LANDI angeschlossen sind und mit der fenaco zusammenarbeiten.
Dabei übernimmt die fenaco nebst der Vermarktung von Suisse Premium und SuisseGarantie-Brotgetreide auch eine Schlüsselrolle in der Qualitätssicherung.
Fortunat
Schmid
Damit das Grundnahrungsmittel
Brot gesund und von hoher Qualität ist, leisten alle Akteure in der
Wertschöpfungskette einen gros-
sen Beitrag. Die Bauern als erste Stufe
produzieren Brotweizen professionell
und mit Sorgfalt. Sie bewirtschaften die
Felder nach gesetzlichen Vorschriften,
Die fenaco-LANDI
Gruppe arbeitet mit
über 100 Getreidesammelstellen
zusammen.
Bild: Getreidesammelstelle
Chavornay (VD)
sind sparsam und umweltschonend im
Umgang mit Hilfsstoffen wie Dünger,
Pflanzenschutzmitteln oder auch Hofdünger. Sie halten die vertraglichen Anforderungen der Herkunfts- und Garantiemarke Suisse Premium und Suisse
Garantie respektive Label-Organisationen ein.
Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und
Sortenwahl werden so gewählt, dass
das Risiko von Fusarienbefall minimiert
werden kann. Damit legen sie die Basis,
um die unabhängigen, periodischen
Betriebsinspektionen möglichst ohne
Auflagen zu bestehen.
Überprüfte Ernte- und Transportmittel Für die Ernte sowie den
Transport vom Feld zu Getreidesammelstellen sind nebst dem Produzenten zunehmend auch Lohnunternehmer involviert. Die Mähdrescher
müssen gut gewartet und die Trans-
VERWALTUNG FENACO
CONSEIL D’ADMINISTRATION
Wechsel an der Spitze der Ernst
Sutter AG
Per 1. Juli wird Reto Sutter die Leitung
des Fleischverarbeitungsunternehmens
Ernst Sutter AG, einer Tochtergesellschaft der fenaco, übernehmen. Gleichzeitig tritt er als Leiter des Departements Fleisch in die Geschäftsleitung
der fenaco ein.
Reto Sutter ist seit 1988 für die Ernst
Sutter AG tätig, wo er zurzeit als Geschäftsführer für den Betrieb Suttero in
Gossau verantwortlich ist. Die Verwal4
tung der fenaco ist
solvierte ein Nachdiüberzeugt, dass Reto
plomstudium als WirtSutter mit seinem breischaftsingenieur FH. Er
ten Leistungsausweis in
freut sich auf die neue
der Fleischbranche die
Herausforderung. Die
nötigen VoraussetzunStellvertretung wird wie
gen mitbringt, um die
bisher durch den Markeneue, verantwortungs- Reto Sutter wird neuer
tingleiter der Ernst Sutvolle Aufgabe mit Er- Leiter der Ernst Sutter AG
ter AG, Daniel Härter,
und Mitglied der
folg zu erfüllen.
wahrgenommen. Reto
Geschäftsleitung fenaco.
Reto Sutter wird im
Sutter tritt in die FussApril 44 Jahre alt. Er ist gelernter Metzstapfen seines älteren Bruders Ernst Sutger, Lebensmittelingenieur HTL und abter, der das traditionsreiche Familien3 2012 · UFA-REVUE
AKTUELL
NATS
ES MO IS
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D
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DU MO
PHOTO
FENACO
AUF EIN WORT
EN UN MOT
Trotz dem trockenen Frühling fielen die
Getreide- und Ölsaatenerträge im Inland
im Vorjahr erfreulich gut aus. Gesamtschweizerisch wurde eine qualitativ wie
mengenmässig gute Brot- und Futtergetreideernte eingefahren. Erstmals
konnte über 70 000 t Raps geerntet
werden. Die Schweizer Getreidevermarktung ist trotz Grenzschutz von den
internationalen Marktschwankungen
abhängig.
Meilenstein in Neuenburg
Mit einem Festakt wurde der neue LANDI-Laden in Bevaix (NE) eröffnet.
Dank der Weitsicht und Kooperation der LANDI St.-Aubin, Val-de-Travers und
Crêt-du-Locle SA bringt dieses LANDI-Projekt im Kanton Neuenburg einen
zukunftsträchtigen Aufschwung. Geschaffen wurden dadurch 20 neue Arbeitsplätze.
Verantwortlich dafür zeichnen sich Frédy Bigler (Geschäftsführer),
Lydie Conterno (Leiterin Finanzen), Laurent Petitpierre (Leiter Detailhandel),
Philippe Conus (fenaco LANDI Treuhand) und Raymond Christen (Leiter AGRO).
portmittel in sauberem und trockenem
Zustand sein, was vor jedem Beladen
zu kontrollieren ist. Mit der Unterschrift auf dem Anbauvertrag sowie
dem Empfangsschein bei der Getreidesammelstelle verpflichtet sich der Pro-
duzent, bis und mit dieser Stufe seine
Sorgfaltspflichten wahrzunehmen und
die Hygienevorschriften einzuhalten.
Charge für Charge dokumentiert Der Getreidesammelstelle ob-
Fortsetzung Seite 6
TERMINE
AGENDA
unternehmen seit 1995 als Geschäftsleitungsvorsitzender leitet. 2003 wurde die Suttero-Gruppe von der fenaco
gekauft. Seither hat Ernst Sutter die
positive Entwicklung der fenacoFleischgruppe mit seiner grossen Erfahrung und seinem Wissen stark mitgeprägt, wofür ihm Verwaltung und
Geschäftsleitung der fenaco herzlich
danken. 2006 wurde Ernst Sutter in
die Geschäftsleitung der fenaco berufen. Sein Rücktritt erfolgt aus persönlichen Gründen.
UFA-REVUE · 3 2012
Regionalversammlungen
• Zentralschweiz: 3. Mai 2012
• Westschweiz: 10. Mai 2012
• Ostschweiz: 11. Mai 2012
• Mittelland: 15. Mai 2012
Jahresmedienkonferenz fenaco
23. Mai 2012
Delegiertenversammlung fenaco
27. Juni 2012
So konnten die EU und die Schwarzmeerregion (zur Schwarzmeerregion
gehören als wesentliche Getreideanbieter Russland, Ukraine und Kasachstan)
dank ihrer guten Ernten grosse Mengen
Getreide exportieren. Gepaart mit der
allgegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise führte dies an den Warenterminbörsen sowie den physischen
(realen) Märkten zu einem Preisdruck
mit ausgeprägten Schwankungen. Die
extremen Störungen (Verwerfungen) an
den Devisenmärkten verstärkten den
volatilen Trend.
In diesen Wochen richtet sich der Blick
bereits wieder auf die Südhalbkugel
sowie die Aussichten auf die Ernte 2012.
Mögliche Ernteausfälle durch Trockenheit in Argentinien oder Winterfrost in
Osteuropa begründen den aktuellen
Preisanstieg für Getreide an den
Warenterminbörsen. Die Natur wird die
künftige weltweite Verfügbarkeit und
damit die Preisbewegung verstärkt
beieinflussen.
Die Landwirtschaft wird gefordert sein,
dass die Getreideproduktion mit der
weltweiten Nachfrageentwicklung auch
in den nächsten Jahren Schritt halten
kann. Die Politik muss zudem Rahmenbedingungen zur Eindämmung der
Spekulation mit dem Grundnahrungsmittel Getreide schaffen.
Vor diesem internationalen Hintergrund
ist es angezeigt, dass die Akteure der
schweizerischen Agrarpolitik zukunftsweisende und mehrheitsfähige Lösungen
betreffend Selbstversorgungsgrad und
Ernährungssicherheit, Ökologie und
Strukturentwicklung finden. Die
Bedeutung einer eigenen, produzierenden Landwirtschaft, verbunden mit einer
leistungsfähigen Verarbeitungsindustrie
wird immer wichtiger.
Heinz Mollet
Leiter Geschäftsbereichsgruppe
fenaco Getreide, Oelsaaten, Futtermittel GOF
5
AKTUELL
FENACO
Hygiene und
Sauberkeit sind ein
Muss für jede
Getreidesammelstelle.
Die Rückverfolgbarkeit
erfolgt mit
Rückstellmuster.
überprüft. Erst wenn die Deklaration
vollständig und korrekt ist, die nötigen
Nachweisdokumente des Produzenten
vorliegen und die Ware taxiert wurde,
wird diese eingelagert.
Noch auf dem Weg in die Zielzelle im
Silo wird ein automatisches Durchschnittsmuster gezogen. Dieses wird
etikettiert und für mindestens ein Jahr
aufbewahrt. Es bietet Gewähr, bei Beanstandungen der Abnehmer (z. B.
Kontaminationen mit Mykotoxinen
oder unerlaubten Pestiziden) mittels
der Rückverfolgbarkeit in der Sammelstelle den Urheber ausfindig und sofern
notwendig haftbar zu machen.
liegt es, das Mähdruschgetreide auf
verschiedene Qualitätskriterien zu prüfen, es zu reinigen, notfalls zu trocknen
und damit erst lagerfähig und bereit zur
Weiterverarbeitung aufzubereiten. Bei
der Weizenablieferung des Landwirts
werden die vertraglichen Kriterien
Mit Handbuch und Checklisten
gerüstet Da der Getreidesammelstelle eine wichtige Funktion in der
Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit beim Brotgetreide zukommt,
hat der fenaco-Geschäftsbereich Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (fenaco
GOF) einen spezifischen Leitfaden für
die sichere Aufbereitung von Getreide
und Ölsaaten, die «Gute Sammelstellenpraxis» GSP erstellt. Das vom Bundesamt für Landwirtschaft als Leitfaden anerkannte Handbuch behandelt
alle wichtigen Prozesse – von der Getreideannahme und Trocknung feuchter Ernteware über die Lagerung und
Kühlung der Zellinhalte, der Probenahme bis zum Verlad und zur Reinigung der Anlage. Durch periodische
Schulungen (Kasten «Schulung bringt
uns weiter») werden die Fachleute zudem auf neue Anforderungen oder
Trends vorbereitet.
Alle Getreide-Sammelstellen der
fenaco-LANDI Gruppe durchlaufen periodisch interne, aber auch unabhängige
externe Audits. Dabei wird dann unter
anderem geprüft, ob die Hygieneanforderungen erfüllt sind, aber auch ob
die Maschinenwartung, Schädlingsbekämpfung, Dokumentation und Rück-
Tabelle: Qualitätsmanagement in der Wertschöpfungskette Brotgetreide
Akteure
Vorschriften
Problemfelder
Massnahmen
Anbau
Landwirte
Transport
Landwirt,
Lohnunternehmen
Sammelstelle
LANDI
Handel
fenaco GOF
Mühle
Swissmill
Weichweizenmühlen
LwG, ÖLN,
Bio/IP-S/SGA,
LGV
Label
Hygienevorschrift
fenaco/IP Suisse
Pestizidrückstände
Mycotoxine
Kontaminationen
mit unerwünschten Stoffen und
Produkten
Feuchtigkeit/
Schädlinge
LGV
Hygienevorschrift
fenaco/IP Suisse
LGV
GSP
Label
HACCP-Konzept
LGV
IS0 9001:2008
ISO 22000:2005
HACCP-Konzept
LGV
ISO-Normen
IFS/BRC
HACCP-Konzept
Kontaminationen
mit unerwünschten Stoffen und
Produkten
Feuchtigkeit
Nachweise,
Dokumentation
Mycotoxin
Aus- und
Weiterbildung
Z-Saatgut
Druschzeitpunkt
Mycotoxinprophylaxe
Deklaration
Reinigen
Instandhaltung
Kontamination
mit unerwünschten Produkten
Feuchtigkeit/
Schädlinge
Mangelnde
Dokumentation/
Nachweis
Mycotoxin
Aus- und
Weiterbildung
Kontrollen
Rückstandsanalysen
Deklaration
Temperaturkontrollen
Mycotoxintest
Reinigen,
Trocknen, Kühlen
SchadstoffMonitoring
(StichprobenAnalysen auf
Inhaltstoffe und
Pestizide)
Lieferantenauswahl und
-audits.
Bäckerei
Industriebäckereien
Gewerbliche
Bäckereien
LGV
ISO-Normen
IFS/BRC
HACCP-Konzept
Detailhandel
Coop, Migros,
Volg, LANDI, etc.
Kontaminationen
mit unerwünschten Stoffen und
Produkten
Feuchtigkeit
Gehalte
Mycotoxin
Betriebshygiene
Gehalte
Deklaration
Hygiene
Deklaration
Schimmel
SchadstoffMonitoring
(StichprobenAnalysen auf
Inhaltstoffe und
Pestizide)
Lieferantenauswahl und
-audits.
Ablaufdaten
Lieferantenauswahl
Hygienemassnahmen
Ablaufdaten
Hygienemassnahmen
Deklaration
Kühlkette
(Teiglinge)
Ablaufdatum
LGV
ISO-Normen
IFS/BRC
HACCP-Konzept
Branchenorganisation Swiss Granum gibt Basisvorgaben nach Qualitätsnormen.
Die Tabelle betrifft Vorschriften, die in direktem Zusammenhang zur Produktion und Qualitätssicherung stehen und ist nicht abschliessend.
6
3 2012 · UFA-REVUE
AKTUELL
FENACO
Grafik : Rückverfolgbarkeit vom Korn zum Mehl
• Suisse Premium
Anbauvereinigung
• ÖLN gemäss Richtlinien
des Bundes inklusive
Suisse Garantie-Anbau
• Z-Saatgut mit
Los-Nr.-Deklaration
• ESL-Sorten Swiss
Granum
• Hygienebestimmungen
und Qualitätsvorgaben
• Annahmeschein
• Zellenjournal
• Verladerapport
• GSP-Handbuch
• Pflichtenheft CHP / SGA
versiegeltes Rückstellmuster
je Anlieferung
• Hygienebestätigung
• Wagennummer
• Übernahmeschein
• Hygienebestätigung
• Disposition
• Faktura
versiegeltes Rückstellmuster
je Verladeeinheit
versiegeltes Rückstellmuster
je Anlieferung
Suisse Garantie Betriebs-Kontrollen
GSP-Audits intern und extern
Zertifizierungs-Audits und interne Kontrollen
verfolgbarkeit sowie die lagernde Ware
in Ordnung sind.
Innovativ und kompetent fenaco
GOF als Vermarkter des inländischen
Brotgetreides der Maxi-Sammelstellen
verfügt über ein Qualitätsmanagement-System nach ISO EN 9001: 2008
sowie ISO 22000 : 2005 (Lebensmittelsicherheit). Basierend auf den zwölf
Schulung bringt uns weiter
Zusammen mit dem Verband kollektiver Getreidesammelstellen der Schweiz (VKGS) organisiert
der Geschäftsbereich Getreide, Ölsaaten, Futtermittel der fenaco (fenaco GOF) regelmässig
Sammelstellenschulungen. Der diesjährige Kurs
hatte das Schwerpunktthema «Schädlingsbekämpfung und fand in der Ostschweiz, im
Mittelland und der Westschweiz statt. Anwesend waren jeweils zwischen 50 und 60
Sammelstellenleiter. Kompetente Referenten, wie zum Beispiel Daniel Fassbind, Inhaber
der Schädlingsbekämpfungsfirma Desinfecta AG, zeigten die heutigen Anforderungen
und Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung auf. Auch die Bio Suisse war jeweils mit
einem Referenten vertreten und nahm Stellung zur Rückstandsproblematik.
Der zweite Kursteil fand am Nachmittag vor Ort in einer Getreidesammelstelle statt. In
der Ostschweiz war man zu Gast bei Rolf Häusler (Geschäftsführer der Genossenschaft
Getreidesammelstelle Thalheim und Präsident des VKGS). In der Region Mittelland fand
der Praxisteil in der Sammelstelle Lyssach (BE) und in der Westschweiz in der Sammelstelle Chavornay (VD) statt. Diskutiert wurden dabei die Anwendung von Nützlingen
(Rolf Lösch, UFA-Samen), Stickstoff-Behandlung/N2 Grain Conserver (Daniel Jungo,
fenaco Anlagenbau) sowie vorbeugende Massnahmen der Schädlingsbekämpfung.
HACCP-Etappen des «codex alimentarius» werden alle Produktegruppen
und Aktivitäten periodisch durch ein
kompetentes HACCP-Team überprüft.
Dabei werden auch sämtliche Aktivitäten der Getreidesammelstellen, Lagerhalter sowie die Transporte miteinbezogen.
Das erfolgreiche Lenken der ganzen
Wertschöpfungskette zum Nutzen des
Kunden macht mit zunehmender Vernetzung und Geschwindigkeit der
Marktentwicklung Sinn. Die Überprüfung aller Massnahmen erfolgt mittels
einer regelmässigen und umfassenden
Kontrolle (Monitoring) über alle Produktgruppen. Dieses bietet Gewähr,
der Verantwortung bezüglich Produktesicherheit nachzukommen, die Lieferanten bezüglich der Produkt- und
Kontraktanforderungen zu überprüfen
und damit präventiv Einfluss auf die
Rohstoffqualität zu nehmen. Zudem
steuert fenaco GOF auch aktiv Knowhow zur Ernährungs-Sicherheitsgruppe
der Branchenorganisation Swiss Granum bei. Diese informiert periodisch
alle Marktteilnehmer der Wertschöpfungskette Brotgetreide über die Mykotoxin-Situation der Getreideernte
(Kasten «Mykotoxin-Konzept»).
䡵
Periodisch organisiert
fenaco GOF zusammen
mit dem Verband
kollektiver Getreidesammelstellen sehr
gut besuchte
Weiterbildungsanlässe.
UFA-REVUE · 3 2012
MykotoxinKonzept
Bereits seit vielen Jahren unternimmt fenaco
GOF branchenübergreifend Anstrengungen, um den
Fusarienbefall und
Mykotoxine im Getreide zu verhindern.
Neben Ernte- und
Qualitätsverlusten
führen Fusarien zu
Belastungen des
Ernteguts mit giftigen
Stoffwechselprodukten
(Mykotoxine), welche
die Gesundheit von
Mensch und Tier gefährden. Durch Massnahmen im Feld und in
der Sammelstelle kann
der Befall vermindert
oder sogar ausgeschaltet werden. Systematische engmaschige
Kontrollen der Inlandsowie der Importpositionen garantieren für
die Sicherheit des
Brotgetreides.
Autor Fortunat
Schmid ist Mitglied
der Geschäftsleitung
im fenaco-Geschäftsbereich Getreide,
Ölsaaten, Futtermittel
(GOF) und für die
Qualitätssicherung
verantwortlich.
INF BOX
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3 · 12
7
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KURZMELDUNGEN
MANAGEMENT
Gesättigter, volatiler und umkämpfter Käsemarkt
Zum dritten Mal führten die Schweizer Milchproduzenten (SMP) gemeinsam mit den Zentralschweizer
Milchproduzenten (ZMP) ein Milchforum durch, das auf grosses Interesse stiess. Die Teilnehmer kamen aus
allen Teilen der Schweiz und aus allen Stufen der Wertschöpfungskette.
Für einmal ging es nicht um Politik
und Preise, sondern darum die
Marktchancen für Schweizer Milch
und Milchprodukte auszuloten.
Gastreferent war der niederländische Milchwirtschaftsexperte Mark
Voorbergen (Bild) von der Rabobank
Int, welche ein Verbund von Genossenschaftsbanken ist. Der Käsemarkt
in der EU sei gesättigt und Marktanteile liessen sich nur durch Verdrängung von anderen Produkten gewinnen, erklärte Voorbergen und fuhr
fort: «Das Preispremium für Käse ist
verschwunden.» Die Milchmenge
werde in der EU steigen, denn die
Quotenregelung fällt 2015. Heute
müssten aber schon die Entscheide
über die Erweiterung von Produktionskapazitäten fallen. «Ein gesättigter, volatiler und umkämpfter Käsemarkt braucht neue Strategien»,
erklärte er, was da seien Marktkonsolidierung und Effizienzsteigerungen, neue Produkteigenschaften
(fettarm), Steigerung des Zusatznutzens in Logistik und Verpackung.
Ausserdem muss der Export für
Wachstumsmärkte ausserhalb der
EU in Angriff genommen werden.
Voorbergen erachtet die Ausgangslage für Schweizer Käse als intakt.
Der Nachteil des höheren Milchpreises könne durch Einzigartigkeit,
Qualität und Marketing kompensiert werden. Es gibt Hausaufgaben
zu machen in Form von Investitionen in Distribution, Vermarktung
und Vertrieb und in eine stärkere
Kundenbindung im Bereich Einzelhandel (Retail) und Foodservice (Catering). Es brauche portionengerechtes Zuschneiden und Verpacken
sowie Just-in-time-Belieferung, was
nichts anderes als massgeschneiderte Serviceleistungen heisst.
Feststellungsverfügung
Wer ein schutzwürdiges Interesse hat, kann von der zuständigen Behörde im Voraus die
verbindliche Feststellung verlangen, ob eine Bewillung erteilt wird oder nicht. Eine
solche Feststellungsverfügung
kann zum Beispiel verlangt werden für die Frage, ob ein bestimmter Grundstückkauf oder
ein Pachtzins bewilligt wird
oder ob ein landwirtschaftliches
Gewerbe besteht. Gegen die
Feststellungsverfügung kann
Beschwerde erhoben werden.
Dr. Eduard Hofer, Heimberg
Hofübergabe
Ist ein Betriebsleiterwechsel auf Jahresbeginn erfolgt oder auf den 1.
Mai 2012 geplant, muss dies den jeweiligen kantonalen Landwirtschaftsämtern mitgeteilt werden. In
den meisten Kantonen gilt die Frist
bis anfangs Mai (Stichtag). Wer sich
im Kanton Thurgau bis zum 16.
März 2012 meldet, profitiert von einem aktualisierten Login in Hinblick
auf die Betriebsstrukturdatenerhebung. Als Betriebsleiterwechsel gilt
nebst der Hofübergabe auch die BilUFA-REVUE · 3 2012
dung einer Betriebsgemeinschaft
sowie der Wechsel von der Betriebsführung auf die Ehefrau. Auch müssen den Amtsstellen die Abgabe
und Übernahme von Pachtland gemeldet werden.
Christoph Högger, Landwirtschaftsamt Kanton Thurgau
Info-Veranstaltungen
Zurzeit finden Informationsveranstaltungen über diese HF-Ausbildungsgänge statt. Start der Ausbildung ist an den jeweiligen
Standorten im August oder im Oktober 2012. Eine Ausbildung, die
sich lohnt, denn HF- Absolventen
sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht.
Anbieter der Lehrgänge sind:
• LBBZ Schluechthof:
041 227 75 51
• LBBZ Plantahof:
081 857 60 38
• Feusi Bildungszentrum Bern:
031 537 34 34)
• Institut Agricole Grangeneuve:
026 305 55 00
• Inforama Rütti:
031 910 52 61
• Strickhof Lindau:
052 354 99 15
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Schnuppertag
Am 14. März 2012 gibt es einen
Schnuppertag an der HAFL (ehemals
SHL) in Zollikofen. Die Teilnehmer
können einen halben oder ganzen
Tag am Unterricht mitmachen. Es
lässt sich mit Studierenden und Dozierenden ins Gespräch kommen.
Zudem steht eine individuelle Beratung zur Verfügung.
Stop mit Projektskizzen
Gemäss Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) können bis Ende April
2012 keine Projektskizzen mit Ausrichtung auf ein Vernetzungsprojekt
nach ÖQV angenommen werden.
Grund dafür seien die grosse Anzahl
der bisher eingereichten Projektskizzen und die knappen Mittel des
BLW zur Unterstützung der Vorabklärung. Diese Beschränkung wird
verlängert, sofern bis Ende April keine zusätzlichen finanziellen Mittel
für das Jahr 2013 zugesichert werden können.
www.blw.admin.ch
Fundstücke aus den fenaco Archiven:
Globalisierung
Schon in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts gab es eine Globalisierung. Wie sich die Bauern und Genossenschaften damals verhielten,
ist in den Archiven der Genossenschaftsverbände dokumentiert.
1894 schrieb der VLGZ, im vergangenen Jahr habe man sich zum
ersten Male mit dem Ankauf von
Werkgeschirr befasst. Bezogen hatte man mehr als 1600 Gabeln, Hauen, Kärste und Rechen direkt aus
Amerika, von der Firma Jacson & Cie
in Michigan. Aber auch viele Mähmaschinen der Firma Cormick wurden direkt in den USA gekauft.
Bei der Vermittlung des notwendigen Wissens zum Kauf dieser Geräte und Maschinen spielte Hans
Moos, Direktor der landwirtschaftlichen Winterschule Sursee eine
Rolle. Er hatte 1880 die Weltausstellung in Chicago besucht und
festgestellt, dass die Cormick-Mähmaschinen in Amerika ab Fabrik auf
etwa 200 Fr. zu stehen kamen, während die Modelle der Firma Aebi in
Burgdorf mehr als doppelt so teuer
waren. Öffentlich durchgeführte
Konkurrenzproben ergaben, dass
die echte Cormick-Maschine und
deren Imitation von Aebi qualitativ
in etwa gleichwertig waren. Die Firma Aebi war nun bereit, beim Kauf
von 150 Maschinen dem VLGZ den
Preis auf je 300 Fr. zu reduzieren –
was wiederum die Vertretung der
Cormick-Mähmaschinen veranlasste, den Preis ihrer Mähmaschinen
von 420 auf 305 Fr. herabzusetzen.
Die erste Globalisierungswelle
brachte nicht nur billiges Getreide
in die Schweiz, sondern auch Geräte
und Maschinen, die beim Ausbau
der Milchproduktion und Käseherstellung für den Export eine wichtige Rolle spielten.
Peter Moser,
Archiv für Agrargeschichte (AfA)
Tagesaktuelle Neuigkeiten
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9
MANAGEMENT
Fairness im Vollzug
DIREKTZAHLUNGEN werden nach dem Prinzip «LeistungGegenleistung» ausgerichtet und dienen der Einkommenssicherung der Landwirte. Diese existentielle Bedeutung
der Direktzahlungen darf beim Vollzug nicht aus den Augen
verloren werden.
Pius
Koller
Direktzahlungen sind für viele
hauptberuflich tätige Landwirte zu
einer wichtigen und für eine nicht
unbedeutende Zahl von Landwirten zur wichtigsten Einnahmequelle geworden. Die Liquiditätsplanung, welche besonders in Zeiten von tiefen
Produktpreisen (aktuell Milch, Schweine, Getreide) zu einer grossen Herausforderung wird, ist hauptsächlich auf
die zwei jährlichen Auszahlungstermine
ausgerichtet.
Auch das Bundesgericht hat dies erkannt und im Bundesgerichtsentscheid
(BGE) 134 II 287 festgehalten: «Die
landwirtschaftlichen Direktzahlungen
dienen aber nicht nur der ökologischen
Landwirtschaft, sondern entschädigen
die Landwirte allgemein für ihre gemeinwirtschaftlichen Leistungen (…),
womit sie auch der Einkommenssicherung der Landwirte dienen. Ohne Direktzahlungen könnten viele Betriebe
nicht überleben. Deren Zwecksetzung
kann daher nicht ausschliesslich auf die
Erbringung der naturnahen Leistungen
reduziert werden, sondern es kommt
ihnen eine weiterreichende Tragweite
zu.»
Fall Gampel
Mit Entscheid vom 13. November 2009 (B-3133/2009) hat das
Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Art. 16 Abs. 2 Bst. b der
Landwirtschaftlichen Begriffsverordnung des Bundes (LBV) über keine
genügende gesetzliche Grundlage zum Ausschluss der Flächenbeiträge
verfüge und somit nicht anwendbar sei. In der Sache hatte das
Bundesverwaltungsgericht darüber zu entscheiden, ob das Landwirtschaftsland, welches für das Openair Gampel zur Verfügung gestellt
wird, als landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) gilt und somit zum Bezug
von Direktzahlungen berechtigt. Der für nicht anwendbar erklärte
Art. 16 Abs. 2 Bst. b LBV besagt, dass jene Flächen nicht als LN gelten,
welche einen höheren nichtlandwirtschaftlichen als landwirtschaftlichen
Ertrag abwerfen.
10
Ausfall Der teilweise oder gar gänzliche Ausfall von Direktzahlungen kann
daher zur Existenzgefährdung der Bauernfamilie führen. Die Existenz wird spätestens in Frage gestellt, wenn die Direktzahlungen infolge einer ungeklärten
Frage nicht nur im Kontrolljahr, sondern
auch in den Folgejahren zurückbehalten
werden und in einem Beschwerdeverfahren zusätzlich Gerichtskosten und
Anwaltskosten anfallen, die bis zum
Entscheid vorzuschiessen sind.
Selbst wenn nach einem mehrjährigen Verfahren die Direktzahlungen teilweise oder ganz zugesprochen werden,
erhält der Landwirt in den meisten Fällen keinen Zins, da gemäss wiederholter
Rechtsprechung ein Verzugszins nur bei
so genannt trölerischem Verhalten der
Vollzugsbehörde zugesprochen wird.
Der kritische Landwirt fragt sich spätestens jetzt, ob da alles mit rechten Dingen zu und her geht.
Anspruch Die Direktzahlungen unterstehen dem Prinzip der Leistungsabgeltung, indem sie als leistungsorientierte Zahlungen grundsätzlich nach
dem Prinzip «Leistung-Gegenleistung»
ausgerichtet werden.
Rechtlich stellen sie Finanzhilfen im
Sinne des Subventionsgesetzes des Bundes dar. Sie werden als geldwerte Vorteile Empfängern ausserhalb der Bundesverwaltung gewährt, um die
Erfüllung einer vom Empfänger gewählten Aufgabe zu fördern oder zu erhalten. Insofern werden im heutigen Direktzahlungssystem alle Zahlungen an
leistungsbezogene Kriterien geknüpft.
Eine zentrale Voraussetzung ist die Erbringung des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN).
Geht im Vollzug alles mit rechten
Dingen zu, fragt sich mancher
kritische Landwirt. Die Schrauben
werden auf den verschiedensten
Ebenen angezogen: Auf Gesetzesund Verordnungsebene, im
Vollzug, bei den Kontrollen,
Aufzeichnungen, Labels und sogar
bei der Arbeitsorganisation.
ÖLN Gemäss Art. 70 Abs. 1 des Landwirtschaftsgesetzes (LwG) richtet der
Bund Bewirtschaftern von bodenbewirtschaftenden bäuerlichen Betrieben
unter der Voraussetzung des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) allgemeine Direktzahlungen, Ökobeiträge
und Ethobeiträge aus. Der ÖLN umfasst
eine tiergerechte Haltung der Nutztiere,
eine ausgeglichene Düngerbilanz, einen
angemessenen Anteil an ökologischen
Ausgleichsflächen, eine geregelte
Fruchtfolge, einen geeigneten Bodenschutz sowie eine Auswahl und gezielte
Anwendung der Pflanzenbehandlungsmittel (Art. 70 Abs. 2 LwG). Wie der
ÖLN zu erbringen ist, ist in Art. 16 der
Direktzahlungsverordnung (DZV) geregelt. Danach müssen die Bewirtschafter,
welche Direktzahlungen beantragen,
der kantonalen Behörde den Nachweis
erbringen, dass sie den gesamten Betrieb nach den Anforderungen des ÖLN
bewirtschaften. Die Bestätigung einer
akkreditierten Kontrollstelle gilt als
Nachweis (Art. 16 Abs. 2 DZV).
ÖLN-Kontrolle Die ÖLN-Kontrolle
hat somit im Direktzahlungssystem eine
herausragende Bedeutung. Die Kontrollstelle hält die Ergebnisse der Be3 2012 · UFA-REVUE
MANAGEMENT
triebskontrolle in einem Bericht fest,
welcher nach Art. 16 Abs. 2 DZV als Bestätigung für den ÖLN gilt.
Somit – könnte man meinen – dürfen
die Landwirte nach einer erfolgreichen
Kontrolle «aufschnaufen» und die Direktzahlungen bis zur nächsten Kontrolle als gesichert erachten. Dieses Verständnis ergab sich zumindest bis am 31.
Dezember 2011 aus der Inspektionskoordinationsverordnung des Bundes
(VKIL). Nach Art. 3 Abs. 2 dieser Verordnung waren die Inspektionsresultate einer Inspektionsstelle für alle für den
Vollzug zuständigen Behörden verbindlich. Die VKIL wurde jedoch Ende 2011
total revidiert und heisst neu Kontrollkoordinationsverordnung (VKKL).
Die revidierte Verordnung tritt am 1.
Januar 2012 in Kraft. Der für den ÖLN
bedeutende Art. 3 Abs. 2 wurde bei der
Revision neu gefasst und die Verbindlichkeit der Kontrollresultate ersatzlos
aus der Verordnung gestrichen. Diese
für den Vollzug der Direktzahlungen
wesentliche Änderung war in der Medienmitteilung des Bundesamts für
Landwirtschaft keinen Satz wert. Es
macht den Anschein, als hätte sich die
Verwaltung klammheimlich dieser für
sie unbequemen Bestimmung entledigen wollen.
Da eine Verordnungsanpassung
durch den Bundesrat erfolgt, konnte die
Verwaltung quasi im Alleingang über
die Streichung dieser Bestimmung entscheiden.
Kontrollbericht Der Kontrollbericht der Kontrollstelle wird auch nach
der Revision der Kontrollkoordinationsverordnung eine grosse Bedeutung
beim Vollzug der Direktzahlungen haben. Dieser ist durch den Landwirt vor
der Unterzeichnung genau zu prüfen.
Vor Unterzeichnung sind offene Fragen
zu klären und allfällige Bemerkungen
kritisch zu hinterfragen. Die Durchschlagskopie des Berichts ist aufzubewahren.
Bereits wiederholt ist es vorgekommen, dass die Kontrollstelle nach erfolgter Kontrolle den Bericht einseitig abgeändert und den Landwirt darüber nicht
informiert hat. Dieser erfuhr erst mit der
Direktzahlungsabrechnung von den angeblichen Verfehlungen. Ein solches
Vorgehen verletzt die VerfahrensvorUFA-REVUE · 3 2012
schriften, ist wider Treu und Glauben
und steht im Widerspruch zu
Art. 16 Abs. 2 DZV, wonach die Bestätigung einer akkreditierten Inspektionsstelle als Nachweis gilt. In jedem Fall ist
gegen eine nachträgliche Abänderung
des Kontrollberichts sofort eingeschrieben zu protestieren und innerhalb der
drei folgenden Werktage eine Nachkontrolle zu verlangen (Art. 66 Abs. 5 DZV).
Revisionsbedarf Die Direktzahlungen haben sich zu einem kaum mehr
überschaubaren System von Gesetzesund Verordnungsbestimmungen, Weisungen, Merkblättern, Berechnungsprogrammen und dergleichen entwickelt.
Dies mit der Folge, dass die Anforderungen an die Kontrolle von Jahr zu Jahr
steigen.
Bleibt eine Frage ungeklärt und
kommt es infolgedessen zu einem Beschwerdeverfahren, ist dieses aufgrund
der Komplexität der Materie in den
meisten Fällen zeit- und kostspielig. Oft
muss sich der Landwirt mit seinen Anliegen gegen das kantonale Landwirtschaftsamt und das Bundesamt für
Landwirtschaft durchsetzen, welche von
der eingenommenen Haltung nicht abrücken und ihre Position unkritisch verteidigen. Der Landwirt muss erst ein Gericht finden, das ihm Recht gibt.
Wie eingangs erwähnt, sollte die
Funktion der Einkommenssicherung der
Direktzahlungen nicht aus den Augen
verloren werden. Die Existenz einer
Bauernfamilie darf aufgrund einer ungeklärten Frage nicht gefährdet werden.
Deshalb müsste entweder die Vollzugspraxis so geändert werden, dass bei einer unklaren Sach- oder Rechtslage die
Direktzahlungen unter Widerrufsvorbehalt ganz oder zumindest zum grössten
Teil ausgerichtet werden oder es müsste
eine Änderung auf Gesetzes- und
Verordnungsstufe erfolgen, die den verfassungsmässigen Anspruch auf Einkommenssicherung
gewährleistet.
Schliesslich wäre auch Klarheit und
Rechtsgleichheit bezüglich der Verzinsung von zu Unrecht zurückbehaltenen
oder zu Unrecht ausbezahlten Direktzahlungen zu schaffen. Mit Fairness
beim Vollzug kann der primären Funktion der Direktzahlungen als Einkommenssicherung gebührend Rechnung
getragen werden.
䡵
Fall Kanton Schwyz
Das Bundesgericht hatte im Jahr 2008 (BGE 134 II 287) in einem Fall aus
dem Kanton Schwyz darüber zu entscheiden, ob ein Pächter, der nach
Ablauf der Pacht unrechtmässig auf dem Pachtbetrieb verblieb,
Anspruch auf Direktzahlungen hat. Gemäss Bundesgericht sind die
Verhältnisse am Stichtag massgebend. Anspruch auf Direktzahlungen
besteht nur, wenn die Bewirtschaftung aufgrund eines zivilrechtlich
hinreichend abgestützten Nutzungsrechts erfolgt. Die Bewirtschaftung
durch den Landwirt muss rechtmässig sein, denn der Staat soll nicht
zivilrechtliche Verstösse mit der Ausrichtung von Direktzahlungen
belohnen. Solange zivilrechtlich die Frage der Rechtmässigkeit der
Bewirtschaftung nicht geklärt ist, sind die Direktzahlungen jedoch nach
den vorläufigen Verhältnissen an den tatsächlichen Bewirtschafter
auszurichten. Die Direktzahlungsbehörden dürfen nicht vorfrageweise
über die zivilrechtliche Berechtigung der Bewirtschaftung entscheiden.
Heute ist das pünktliche Eintreffen
der Direktzahlungen für viele
Betriebe in Bezug auf die Liquidität
überlebenswichtig. Gibt es Probleme
mit der Auszahlung, den Kontrollen
oder den Amtsstellen und
entschliesst sich ein Landwirt, den
Rechtsweg zu beschreiten, braucht er
neben der täglichen Arbeit in Feld
und Stall einen langen Atem.
Autor Pius Koller ist
Rechtsanwalt und
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3 · 12
11
MANAGEMENT
Ein grosser Kommentar und
Pflichten der Pächter
BODEN- UND PACHTRECHT Ende Februar veranstaltete SBV Treuhand und
Schätzungen einen Weiterbildungstag für Juristen, Berater, Treuhänder und Grundbuchbeamte. Das Thema war Boden- und Pachtrecht – ein Thema, das immer aktuell ist.
COUPON
Vorname, Name
Adresse
in den letzten Jahren gefällten Bundesund Obergerichtsurteile, sie sind dank
eines fundierten Stichwortsverzeichnisses auch gut zu finden.
Pachtrecht Wer Land pachten will,
muss kein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis als Landwirt vorweisen. Der Gesetzgeber verlangt diesbezüglich keine
Grundvoraussetzungen. Die Bewirtschaftungspflicht obliegt dem Pächter
persönlich – auf eigene Rechnung und
Gefahr. Er kann die Bewirtschaftung
aber auch an Familienmitglieder, Angestellte, Partner einer Betriebsgemeinschaft oder an Lohnunternehmen delegieren. Der Pächter muss das Land
sorgfältig und nachhaltig bewirtschaften, was mit dem Einhalten der ÖLNRichtlinien gleichgesetzt wird. Im Pachtvertrag kann aber auch vereinbart
werden, dass nach den Richtlinien des
Bio-Landbaus bewirtschaftet werden
muss. Nutzungsänderungen sind vom
Verpächter zu bewilligen, beispielswei-
Veränderungen am
Pachtgegenstand
müssen vom Verpächter
bewilligt werden.
Bild: isignstock.com
✃
Bei der Schaffung des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht
(BGBB) 1991 stand noch der Erhalt
des landwirtschaftlichen Gewerbes
an erster Stelle. Durch Gesetzesänderungen können heute aber selbst grössere Gewerbe parzellenweise verkauft
oder verpachtet werden, sofern dies der
Eigentümer anstrebt. Gemäss des Bauernverbands lenkt damit das BGBB den
Strukturwandel in geordneten Bahnen
zu Gunsten einer professionellen Landwirtschaft. Nun ist vom schweizerischen
Bauernverband ein über 1000 Seiten
grosser Kommentar zum BGBB in der 2.
Auflage erschienen. Dieser übernimmt
quasi die Funktion der Ausführungsbestimmungen zum bodenrechtlichen Gesetz und der entsprechenden Verordnung, wie es der ehemalige Vizedirektor
des Bundesamtes für Landwirtschaft
Eduard Hofer ausdrückte, der als Autor
am Kommentar mitgearbeitet hat. Der
neu aufgelegte Kommentar, mit 380 Fr.
nicht ganz billig, umfasst nicht nur alle
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Pachtvertrag OR für landw. genutzte Flächen in der Bauzone im Doppel (bs0416d), SBV T&S, Brugg, Preis: 12 Fr.
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Checkliste für die Pachtrückgabe (bs0411d),
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12
Lieferung und Rechnungsstellung erfolgt durch den schweizerischen Bauernverband
se, wenn die Tierhaltung aufgegeben
wird. Auch kann vertraglich vereinbart
werden, dass Liefermengen für Milch
erhalten bleiben. Keine relevante Nutzungsänderung ist aber ein Maislabyrinth. Fragen stellen sich, wenn der
Pächter investiert.
• Investitionen, wertvermehrend, sind
Aufgaben des Verpächters.
• Hauptreparaturen liegen in der Verantwortung des Verpächters. Dazu
gehören Anpassungen im Stall aufgrund des Tierschutzgesetzes oder
neue Bestimmungen im Bereich
Brand- oder Gewässerschutz.
• Ordentlicher Unterhalt obliegt dem
Pächter.
Endet das Pachtverhältnis, muss der
Pächter für Verschlechterungen, die bei
gehöriger Bewirtschaftung hätten vermieden werden können, Ersatz leisten.
Wichtig ist richtig dokumentiert zu sein.
Ein Übergabeprotokoll leistet dafür
wertvolle Dienste.
Pachtland in Bauzone Ist das
Pachtland vollständig in der Bauzone,
untersteht der Vertrag den Normen des
Pachtvertrags nach OR. Wenn der
Pachtgegenstand teilweise in der Bauzone und teilweise in der Landwirtschaftszone ist, ist das LPG anwendbar.
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Pachtverträge gibt es in Lizenz auch im
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3 2011 · UFA-REVUE
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Milch und Aufzucht mit
Einkommensschere
BERGGEBIET 2003 bis 2010 sank das Einkommen der Aufzuchtbetriebe stärker
als jenes der Milchbetriebe. Daraus lässt sich schliessen, dass sich die wirtschaftliche
Situation in der Bergzone II günstiger entwickelt als in den Zonen III und IV.
Andreas
Roesch
Christian
Flury
Die wirtschaftliche Situation der
Betriebe in der Bergregion hat sich
in den letzten Jahren leicht verschlechtert. Innerhalb der Bergregion bestehen jedoch grosse Abweichungen: Während die landwirtschaftlichen
Einkommen der Betriebe in der Bergzone II leicht steigen, sinken sie in der
Bergzone III und IV deutlich. Zusätzlich
bestehen zwischen den Betriebstypen
Unterschiede, die sich seit 2003 weiter
vergrössert haben.
Datengrundlage und Methode
Die Auswertung basiert auf 239 Betrieben aus der Bergregion, die in den vier
Jahren 2003/2004 und 2009/2010 an
der Zentralen Auswertung von Buchhaltungsdaten (ZA) teilnahmen und den
Betriebstypen «Verkehrsmilch» oder
«Anderes Rindvieh» angehören; letztere
umfassen Aufzucht- und Mastbetriebe,
werden hier aber als «Aufzuchtbetriebe»
bezeichnet. Um spezifischere Aussagen
machen zu können, werden nur Milchbetriebe ausgewertet, bei denen neben
den Kriterien der Zentralen Auswertung
der Anteil der «Rohleistung Milch» an
der Rohleistung aus der Rindviehhaltung mindestens 60 % beträgt. Von den
analysierten Betrieben sind 167 Milchund 72 Aufzuchtbetriebe.
Um die Unterschiede zwischen den
erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Betrieben darzustellen, wird ein
Streuungsmass verwendet, das anhand
des 1. und 3. Quartils berechnet wird.
Ein Viertel der Betriebe liegen unter
dem 1. Quartil, ein Viertel der Betriebe
über dem 3. Quartil. Als Streuungsmass
wird das 3. Quartil durch das 1. Quartil
geteilt: Je grösser der Wert ausfällt, desto ausgeprägter ist das Gefälle zwischen
14
dem untersten (Einkommensschwächsten) und dem obersten Viertel (Einkommensstärksten) der Betriebe. Im Jahr
2009/10 liegt dieses Streuungsmass für
das landwirtschaftliche Einkommen der
Milchbetriebe bei 2.42. Die Betriebe im
obersten Viertel erzielen also mindestens das 2.42-fache des Einkommens eines beliebigen Betriebes im untersten
Viertel. Das Streuungsmass wird für jede
Messgrösse (Landwirtschaftliches Einkommen, Tabelle 1 und 2) separat bestimmt. Die Zusammensetzung der Betriebe in der Gruppe, die unter dem 1.
Quartil oder über dem 3. Quartil liegt,
ist für die verschiedenen Messgrössen
nicht identisch.
Entwicklung Die Rohleistung (entspricht in etwa dem Umsatz) der Milchbetriebe beträgt im Mittel der Jahre
2009/10 rund 185 000 Fr., ein Viertel aller Betriebe weist eine Rohleistung unter 125 300 Fr. aus, 25 % der Betriebe
liegen über 227 500 Fr. (Tabelle 1). Dabei nimmt von 2003/04 bis 2009/10 die
mittlere Rohleistung und die Streuung
zu – der Mittelwert um 20 300 Fr.
(12.3 %), das Streuungsmass um 0.19
(Tabelle 1). Mit einer relativen Zunahme
von 6.7 % (+ 9600 Fr.) konnten die Aufzuchtbetriebe (Tabelle 2) ihre Rohleistung weniger stark erhöhen. Der Grund
für das überraschende Ergebnis liegt in
der um 17 % ausgedehnten Milchmenge der Milchbetriebe und in den stärker
gestiegenen Direktzahlungen. Die
Milchbetriebe profitieren von der Aufstockung des Tierbestandes und von
den höheren Beitragssätzen für Milchkühe.
Die Fremdkosten der Milchbetriebe
in der Bergregion betragen im Mittel der
Die wirtschaftliche Entwicklung der
Milch- und Aufzuchtbetriebe verläuft
in der Bergregion unterschiedlich.
Bild: AMW, Winterthur
Jahre 2009/10 134 800 Fr. und liegen
22 700 Fr. (21.8 %) über dem Mittel von
2003/04 (Tabelle 1). Die Aufzuchtbetriebe weisen insgesamt 15 900 Fr.
(15.5 %) höhere Fremdkosten aus, wobei rund die Hälfte der Kostensteigerung auf eine Zunahme der Sachkosten
Tierhaltung entfällt. Wie bei den Milchbetrieben (+ 20.9 %) steigen die Kosten
für Kraftfutter bei den Aufzuchtbetrieben (+ 25.0 %) trotz tieferer Futtermittelpreise markant an. Die Kraftfutterintensität (Kraftfutter pro GVE) steigt bei
den Aufzuchtbetrieben um knapp 16 %
an, während diese bei den Milchbetrieben lediglich um 7 % zunimmt. Insgesamt erhöht sich die Streuung der
Fremdkosten bei den Milchbetrieben
von 2003/04 bis 2009/10 leicht (das
Streuungsmass nimmt um 0.19 zu), bei
den Aufzuchtbetrieben reduziert sie sich
minimal (– 0.04).
Die landwirtschaftlichen Einkommen
sinken bei beiden Betriebstypen, da die
steigenden Kosten durch die zunehmende Rohleistung nicht vollständig
kompensiert werden. Während die
Einkommen der Milchbetriebe von
3 2012 · UFA-REVUE
PROFILAIT
MANAGEMENT
Tabelle 1: Resultate der Verkehrsmilchbetriebe
2003/2004
Mittel 1. Quartil 3. Quartil
Landwirtschaftliche Nutzfläche
ha
19.0
12.6
23.1
GVE
GVE
20.6
15.1
25.0
Rohleistung
Fr.
164 800 119 400
194 200
Fremdkosten
Fr.
112 100
78 500
137 800
Betriebseinkommen
Fr.
67 000
43 700
82 800
Landwirtschaftliches Einkommen
Fr.
52 700
35 000
68 900
Arbeitsverdienst/FJAE
Fr./FJAE
32 900
19 600
42 000
Ausserlandwirtschaftliches Einkommen
Fr.
19 200
6 700
28 600
Gesamteinkommen
Fr.
72 000
53 400
86 700
Mittelwert und Quartile sowie Streuungsmass (3. Quartil dividiert durch 1. Quartil)
3.Q/1.Q
1.82
1.66
1.63
1.76
1.90
1.97
2.14
4.28
1.62
Mittel
19.8
23.2
185 100
134 800
66 300
50 200
30 600
23 800
74 100
2009/2010
1. Quartil 3. Quartil
13.6
24.1
16.5
28.2
125 300 227 500
88 400 172 200
38 700
84 400
26 800
64 800
16 800
40 200
7 500
36 200
51 600
91 100
Mittel
18.0
17.8
152 800
118 900
45 700
33 900
19 200
58 400
2009/2010
1. Quartil 3. Quartil
12.1
22.2
13.3
20.8
109 800 184 900
84 600 143 900
25 000
61 100
17 400
49 400
8 700
25 900
37 900
70 600
3.Q/1.Q
1.77
1.71
1.82
1.95
2.18
2.42
2.39
4.83
1.76
Veränderung 2003/04
➠ 2009/10
Mittel
3.Q/1.Q
0.80
– 0.05
2.60
0.05
20 300
0.19
22 700
0.19
– 700
0.28
– 2500
0.45
– 2300
0.25
4600
0.55
2100
0.14
3.Q/1.Q
1.83
1.56
1.68
1.70
2.44
2.84
2.98
1.86
Veränderung 2003/04
➠ 2009/10
Mittel
3.Q/1.Q
1.1
– 0.04
1.3
0.04
9 600
0.02
15 900
– 0.04
– 4 200
0.42
– 6 300
0.85
– 5 200
0.49
– 2 000
0.10
Tabelle 2: Resultate der Aufzuchtbetriebe
2003/2004
Mittel 1. Quartil 3. Quartil
Landwirtschaftliche Nutzfläche
ha
16.9
11.4
21.4
GVE
GVE
16.5
12.4
18.9
Rohleistung
Fr.
143 200 103 200
171 000
Fremdkosten
Fr.
103 000
71 400
124 000
Betriebseinkommen
Fr.
49 900
31 800
64 200
Landwirtschaftliches Einkommen
Fr.
40 200
25 700
51 100
Arbeitsverdienst/FJAE
Fr./FJAE
24 400
14 200
35 400
Gesamteinkommen
Fr.
60 400
43 200
75 900
Mittelwert und Quartile sowie Streuungsmass (3. Quartil dividiert durch 1. Quartil)
2003/04 bis 2009/10 um 2500 Fr.
(4.7 %) auf 50200 Fr. sinken, verdienen
die Aufzuchtbetriebe 6300 Fr. (15.7 %)
weniger (Tabelle 2). Kritisch ist, dass sich
die Einkommensschere vor allem bei
den Aufzuchtbetrieben, welche bereits
2003/04 tiefe Einkommen und Arbeitsverdienste aufwiesen, weiter öffnet. So
nimmt das Streuungsmass bezüglich des
landwirtschaftlichen Einkommens um
0.85 zu, während die wirtschaftlich besser gestellten Milchbetriebe nur eine
Zunahme von 0.45 aufweisen. Diese
Entwicklung trifft auch für den Arbeitsverdienst zu. Das Streuungsmass erhöht
sich bei den Aufzuchtbetrieben von
2.49 in den Jahren 2003/04 auf 2.98
(2009/10). Damit liegt im Mittel der
Jahre 2009/10 der Arbeitsverdienst der
Betriebe im besten Viertel um mindestens das Dreifache über dem der Betriebe im untersten Viertel.
Die abnehmenden Einkommen aus
der landwirtschaftlichen Produktion
werden durch steigende ausserlandwirtschaftliche Einkommen kompensiert.
Die Bedeutung der ausserlandwirtschaftlichen Tätigkeit hat bei den MilchUFA-REVUE · 3 2012
3.Q/1.Q
1.87
1.52
1.66
1.74
2.02
1.99
2.49
1.76
und bei den Aufzuchtbetrieben stark zugenommen (Milch: + 4600 Fr. respektive
+ 23.8 %; Aufzucht: + 4300 Fr. respektive 21.2 %).
Fazit Die wirtschaftliche Entwicklung der Milch- und Aufzuchtbetriebe
in der Bergregion verläuft von 2003 bis
2010 unterschiedlich. Beide Betriebstypen weisen sinkende landwirtschaftliche Einkommen aus, die Abnahme ist
bei den Aufzuchtbetrieben aber ausgeprägter als bei den Milchbetrieben.
Dies führt dazu, dass die Aufzuchtbetriebe ihr Gesamteinkommen trotz
stark steigenden Nebeneinkommen
nicht zu steigern vermochten. Zudem
nimmt die Streuung der Einkommen
aus der landwirtschaftlichen Produktion bei beiden analysierten Betriebstypen deutlich zu. Aus der Verteilung
der Betriebe – Aufzuchtbetriebe wirtschaften mehrheitlich in den Bergzonen III und IV, Milchbetriebe vor allem
in der Bergzonen II – lässt sich schliessen, dass sich die wirtschaftliche Situation in der Bergzone II günstiger entwickelt als in den Bergzonen III und IV.
Der Vergleich der Streuungsmasse für
die betrachteten Messgrössen zeigt,
dass innerhalb einer Betrachtungsperiode die Streuung bei den Rohleistungen
deutlich geringer als beim landwirtschaftlichen Einkommen und beim Arbeitsverdienst ist. Gleichzeitig öffnet
sich die Schere zwischen den erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Betrieben im Zeitverlauf beim landwirtschaftlichen Einkommen wesentlich
stärker als bei den Rohleistungen und
den Fremdkosten.
䡵
Autoren Andreas Roesch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART. Christian Flury leitet
das Forschungsprogramm AgriMontana.
Die in AgriMontana eingebettete Analyse
beruht auf den zentralen Buchhaltungsauswertungen der Jahre 2003 bis 2010.
Forschungsanstalt Agroscope
Reckenholz-Tänikon ART, Agrarökonomie und Agrartechnik Tänikon 1,
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Mehr als ein Maschinenring
MR ZUGER BERGGEBIET Eine Gruppe von Zuger Jungbauern liess sich 1988
bei einem Besuch von Betrieben im Vorarlberg mit Flachsilos befüllt durch
den Maschinenring begeistern. Bereits ein Jahr darauf erstellten die Jungbauern
die ersten Traunsteiner Flachsilos im Zuger Berggebiet.
Jeder beteiligte Betriebsleiter spezialisierte sich im Maschinenring
Zuger Berggebiet auf ein Glied der
Silierkette – Mähen – Zetten/
Schwaden – Einführen – Walzen und
verkaufte überflüssige Maschinen. Statt
in aufwendiger einzelbetrieblicher Arbeit mit Silieren über mehrere Tage, silierten drei Betriebe an einem Tag den
gesamten 1. Schnitt.
Heute, 23 Jahre nach der Gründung,
umfasst der Maschinenring 140 Mitglieder. Längst reichen seine Dienstleistungen weit über das Anbieten der Silierkette hinaus. Dank dem umtriebigen
Geschäftsführer Fredy Abächerli und einem Vorstand, der neue Ideen mitträgt,
stieg der Umsatz von 30 000 Fr. im
Gründungsjahr auf über 2.5 Mio Fr.
Kerngeschäft Selbsthilfe Das eigentliche Kerngeschäft, als Selbsthilfeorganisation Maschineneinsätze zu vermitteln, trägt nur noch rund 13 % zum
Umsatz bei. Geschäftsführer Fredy Abächerli relativiert diesen erstaunlich tiefen Anteil. Effektiv werde innerhalb des
Maschinenrings deutlich mehr überbetrieblich zusammenarbeitet. Viele Bauern würden das heute direkt untereinander regeln. Für ihn ist das richtig,
weil der Maschinenring eine Non-Profit-Organisation mit dem Ziel ist, in der
Landwirtschaft die Maschinenkosten zu
senken. Dass dies gelingt, kann Abächerli anhand dreier Betriebe belegen.
Kosten sparen Drei Betriebe wurden untersucht, gelegen in der Bergzone 1 mit teils starker Hanglage. Die
durchschnittliche Fläche betrug 19.5 ha
LN und die Betriebsleiter hielten im
Mittel 17 Mutterkühe. Die EigenmeUFA-REVUE · 3 2012
Fredy Abächerli findet,
dass es noch sehr viel
Potenzial für die
überbetriebliche
Zusammenarbeit in der
Schweizer Landwirtschaft gibt.
chanisierung war tief und bestand je Betrieb aus einem Traktor oder einem alten Transporter, Motormäher und einer
Heuraupe. Die drei Betriebe sparten
dank des Maschinenrings rund 600 Fr.
pro ha und Jahr (Vergleichszahlen ART),
jährlich machte das rund 12 000 Fr. weniger Mechanisierungskosten.
Leistungsfähig Damit eine Kostenreduktion gelingt, muss man konsequent
sein. Einzelne müssen in moderne und
leistungsfähige Maschinen investieren,
wobei der Maschinenring eine ausreichende Auslastung gewährleistet. Die
Maschinenkäufe koordinierte der Geschäftsführer des Maschinenrings.
Maschinenrings nachgegangen. Im Jahr
2009 leisteten 45 MR-Mitglieder über
23 000 Arbeitsstunden ausserhalb der
Landwirtschaft. Auch bemüht sich Fredy
Abächerli, neue Tätigkeitsfelder zu
schaffen. Kompostieren im grossen Stil
und Pflegearbeiten in Naturschutzgebieten gehören dazu. Neu besteht ein
Projekt, in welchem auf kluge und umweltschonende Weise Hackschnitzel getrocknet werden sollen – eine Marktlücke. Er denkt auch an das Anbieten der
Reinigung von Güllelagern für die Kontrolle oder der Pflege von Hochstammbäumen im Rahmen des Hochstammprojektes (Kirschen) im Kanton Zug.
Die Silierkette für
Fahrsilos stand
am Anfang des MR
Zuger Berggebiet.
Fazit Es lohnt sich, das Potenzial für
Einkommen Der Maschinenring ermöglicht nebst Kostensenkung auch
Zeitgewinn. Dieser wird unterschiedlich
genutzt. Oftmals wird einem Nebenerwerb auch durch die Vermittlung des
kostengünstige Arbeitserledigung auszuschöpfen. Leistungsfähige, den Bedürfnissen angepasste Maschinen sind im
Einsatz und es ergeben sich zusätzliche
Erwerbsmöglichkeiten für Bauern. 䡵
Autor Beat Gügler,
Dipl. Ing. Agr. ETH,
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Fortsetzung
Seite 24
3 2012 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
LANDTECHNIK
Gras-Rundballen ohne Netze
«Zünslerschreck»
Die Bezeichnung «F&F»-System
steht für eine neue Dualfolientechnik. Anstelle des Netzes werden die
Ballen mit der neuartigen Mantelfolie «Baletite» gebunden. Zusammen
mit der Wickelfolie «Silotite Pro»
wird die Sauerstoffbarriere so um
40 % erhöht. Das war bei Quaderoder Netzballen mit 8 Lagen herkömmlicher Wickelfolie nicht annähernd erreichbar. Durch diese Technologie wird die 5-lagige «Silotite»
beim Herstellungsprozess auf 19 %
vorgedehnt und verdichtet. «Baletite» für Grasballen wird auf 15 % verdichtet. Die «Pro»-Technologie verleiht der Folie eine glattere
Oberfläche und eine höhere Rückstellkraft. Siloballen, die mit dem
F&F-System hergestellt werden, haben einen höheren Futterwert und
werden beim Transport weniger beschädigt. Die Produkte werden in
der Schweiz von den Firmen Läderach Agro AG und Baltensperger
Farmtechnik vertrieben.
Beim «Zünslerschreck» von Knoche
handelt es sich um eine kompakte
Doppel-Vierkantwalze an einem ro-
Neubau bei Fliegl
Fliegl-Agrartechnik, vor mehr als 35
Jahren aus einem Einmann-Betrieb
entstanden, investiert kräftig und
baut derzeit auf einem 30-ha-Gelände ein neues Werk. Die Inbetriebnahme des Neubaus soll mit einer Qualitäts- und Marktoffensive
begleitet sein. Die neue Produktionshalle allein ist rund 400 m lang
und bis zu 200 m breit. Je nach Bausegment überspannt das Dach in einer Höhe von 10 bis 25 m rund 6 ha
Bodenfläche. Die Inbetriebnahme
ist für anfangs 2013 geplant. Dann
wird auch eine vollständig neue Lackieranlage für Lösemittellacke in
Betrieb gehen, wo in zwei Spritzkabinen und einem Tauchbecken Teile
bis zu einer Länge von 10 m sowie
einer Breite und Höhe von jeweils
3m lackiert werden können.
busten Rahmen für Front- oder
Heckanbau. Das Gerät führt eine
leichte Erdbewegung aus. Dabei
werden die Stoppeln effizient aufgeschlagen und zerkleinert, was den
Larven des Maiszünslers den Lebensraum zerstört. Die Bearbeitung
fördert zudem die Verrottung und
wirkt einem Fusariumbefall nachhaltig entgegen. Eine hohe Flächenleistung bei ausgezeichneter
Bodenanpassung sowie der geringe
Kraftstoffbedarf machen den «Zünslerschreck», der in der Schweiz von
der Firma Althaus vertrieben wird,
zum interessanten System für Landwirte, Maschinenringe und Lohnunternehmer.
Neues «5400»er Modell von Massey Ferguson
Mit dem Modell «5410» erweitert
Massey Ferguson die «5400»er Reihe nach unten. Der Traktor, der an
der Polagri-Messe in Polen erstmals
gezeigt wurde, weist die gleichen
Ausstattungselemente auf wie seine
leistungsmässig stärkeren Geschwister der Reihe.
Die Baureihe «5400» habe sich
vor allem in Kombination mit einem
Frontlader im Markt bestens
etabliert, heisst es bei Massey
Ferguson. Deshalb erweitere
man diese Baureihe mit dem
75 PS starken «MF 5410» nach
unten und könne so hochwertige Technik auch im Segment
zwischen 70 und 80 PS anbieten. Als Motor kommt ein
UFA-REVUE · 3 2012
4-Zylinder Aggregat von Perkins mit
4.4 Litern Hubraum und mechanischer Einspritzung zum Einsatz
(75PS, 210 maximales Drehmoment). Beim Getriebe setzt Massey
Ferguson auf das bewährte, kupplungsfreie 16 x 16 «Dyna 4» mit
Power-Control und optionalem
Kriechgang. Äusserlich fallen die
einteilige Freisichthaube und die
(optional mit Federung verfügbare)
Low-Profile-Kabine (2.49 m Höhe)
auf, die sich bei Hofarbeiten mit tiefen Durchfahrten bewährt haben.
Mit dem erneuerten Power-ControlHebel auf der linken Seite des Steuerrads kann der Fahrer nicht nur die
Richtung wechseln, sondern auch
die Geschwindigkeit beeinflussen,
ohne die Kupplung betätigen zu müssen. Die Hubkraft
im Heck (mit EHR) beträgt
4300 kg. Für die meisten Arbeiten dürfte die Hydraulikleistung des Zweipumpensystems von 42 l/min in
Addition mit 57 l/min ausreichend sein.
Neue Heckmähwerke
Pöttinger hat sich beim Anbau der
Heckmähwerke die Benutzerfreundlichkeit zu Herzen genommen und
diese mit der hydraulischen Unterlenkerwippe massgeblich verbessert. Die Hubwerksstreben müssen
nie mehr verstellt werden, die Anpassung der neuen «Novacat 402»
und «442» Heckmähwerke an das
Traktorhubwerk erfolgt hydraulisch
vom Traktorsitz aus. Mit dieser hydraulischen Unterlenkerwippe lässt
sich der Anbaubock immer in die
waagrechte Position bringen – unabhängig von der Geometrie des
Traktorhubwerks.
Für den Transport wird das Mähwerk um 90° über einen doppelt
wirkenden Zylinder nach hinten geschwenkt. Der doppelt wirkende
Zylinder der Rückschwenkung dient
zugleich auch als Anfahrsicherung.
Während des Mähens werden die
Heckmähwerke mittels eines einfachwirkenden Steuergerätes in die
Vorgewendeposition gebracht. Die
spezielle Aushebung sorgt für eine
hohe Bodenfreiheit im Vorgewende
(mindestens 50 cm innen). Ein kleiner Zusatzzylinder fixiert die Mäheinheit in der Vorgewende- wie
auch in der Transportposition und
verhindert so ein Durchpendeln der
Mäheinheit.
Die beiden neuen Mähwerke lassen sich hydraulisch entlasten, was
sich mit den Doppelzylindern feinfühlig einstellen lässt. Am Mähwerksrahmen ist ein Manometer
angebracht, auf dem sich der Entlastungsdruck leicht ablesen lässt.
Tagesaktuelle Neuigkeiten
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19
STALLBAU & -TECHNIK
LANDTECHNIK
Hauptaugenmerk auf die 20 %
SPEZIELL ZU BETREUENDE KÜHE sind auf automatisierten Betrieben für den
grössten Anteil der Arbeit verantwortlich. Ein gezieltes Stallkonzept mit Selektionsmöglichkeiten, ein passendes Melksystem sowie eine strikte Arbeitsplanung erleichtern
das Management. Wie das in der Praxis konkret aussehen kann, zeigen drei Betriebe aus
Deutschland, Holland und Schweden.
1 • Das Abhängen der
Melkbecher erfolgt
viertelspezifisch anhand des Milchflusses.
2 • Ein Roboterarm
bedient bis zu
fünf Melkboxen.
3 • Wird die gesamte
Melktechnik in einem
Zentrum zusammengefasst, ist der
Arbeits- und Energieaufwand geringer.
Über 10 000 Landwirtschaftsbetriebe melken heute mit einem Roboter. Für den Erfolg eines automatischen Melksystems (AMS) ist das
Managen der «Special needs»-Kühe von
entscheidender Bedeutung. Es handelt
sich um Frischmelker, kranke oder abkalbende Tiere. Rund 20 % einer Herde
verursachen auf automatisierten Betrieben etwa 80 % der Arbeit, wird gesagt.
Anlässlich einer Presseveranstaltung von
GEA Farm Technologies stellten Praxisbetriebe, die alle Laktationsleistungen
von über 8000 kg ausweisen, ihr AMSSystem und Herdenmanagement vor.
1
2
3
Konzentration aufs Wesentliche
Bloss 23 h pro Kuh wendet Milchproduzent Elström aus Laholm (Schweden),
inklusive Galtkuh-, Jungviehbetreuung
und Büroarbeit, pro Jahr auf. Die Bewirtschaftung seiner 310 ha Fläche hat
Mikael Elström ausgelagert, um sich mit
den zwei Angestellten ganz aufs Management der 225 Holsteinkühe konzentrieren zu können. Der Betriebsleiter
legt Wert darauf, für die Tierbeobachtung und Datenanalyse genug Zeit einzuplanen, handelt es sich doch um einen wesentlichen Erfolgsfaktor beim
automatischen Melken (siehe Kasten).
Stroh- und Separationsbereich
Der Stall ist in einen Liegeboxen-, Fütterungs-, Warte-, Separations- und Strohbereich gegliedert. Gemolken wird mit
einem «Mlone» (vier Boxen). «Zu einem
AMS passt eine automatisierte Fütterung; frisches Futter motiviert die Kühe,
einen Durchgang durchs Melkzentrum
zu unternehmen», stellt Mikael Elström
fest. Bewusst lässt er das Futter von einem Roboter drei Mal pro Tag vorlegen.
20
«Mlone»: Ein Arm für viele Boxen
Mit dem «Mlone» stellt GEA Farm Technologies das Konzept des Melkzentrums in den
Mittelpunkt. Zu den von der Firma erwähnten Vorteile gehören kurze Arbeits-, Milchund Wasserleitungswege sowie das erleichterte Melken von Kühen mit «Special needs».
Zitzenerkennung mit 3-D-Kamera
Bis fünf Boxen können mit einem Roboterarm bedient werden, wodurch bei vielen
melkwilligen Kühen etwas Zeit verloren geht. Wiederum Zeit aufgeholt wird, weil die
Zitzenreinigung und das Stimulieren in den Melkbecher integriert sind und in einem
Arbeitsgang erfolgen. Die Zitzenerkennung geschieht mit einer 3-D-Kamera, das
Anhängen der Melkbecher druckluftgesteuert. Ist ein Viertel leer, wird es separat
abgehängt. Nach jedem Melken werden die Becher gespült. Dippen ab Boden steht als
Option zur Verfügung. Behandlungen, das Trockenstellen und Anmelken sind direkt in
der Melkbox möglich, ohne dass dabei der Roboterarm im Weg steht.
Drei Servicestufen
GEA Farm Technologies bietet drei Servicestufen mit unterschiedlicher Betreuungsintensität an. Es gibt eine Hotline, die 24 Stunden im Tag erreichbar ist. Über eine geschützte
Internetleitung im «DairyPlan» hat GEA Farm Technologies Zugang zu jedem «Mlone»
auf der Welt, so dass Software-Updates heraufgeladen werden können.
Innen komplett anders als Titan
Seit der Vorstellung des Prototyps an der «EuroTier» 2008 wurde der Mlone laufend
optimiert. Er ähnelt dem Vorgängermodell «Titan», für den GEA eine Lizenz erworben
hatte, nur noch aussen. Standardbauteile wie «StimoPlus», Milchmengenmessung,
-transport, Melksteuergerät, «VoD» (Vakuum bei Bedarf) stammen aus der bekannten
«WestfaliaSurge» Melk- und Vakuumtechnik. «Mit der Lancierung in der Schweiz wollte
ich warten, bis das Verkaufsmodell sich in der Praxis bewährt hat – nun ist es soweit», ist
Geo Ferrari, Geschäftsführer von GEA Farm Technologies Schweiz, überzeugt. Bis jetzt
wurden weltweit rund 157 «Mlone» mit 312 Melkboxen verkauft.
3 2012 · UFA-REVUE
STALLBAU & -TECHNIK
LANDTECHNIK
Neulich gab es grosse Gras- und
Maissilageerträge und der Anteil dieser
Komponenten in der Ration wurde auf
Kosten der Ergänzungsfutter ausgedehnt. Prompt musste ein Rückgang der
Melkungen auf 2.4 pro Tag registriert
werden, worauf die Ration wieder energiereicher gestaltet wurde. Die individuelle Kraftfutterzuteilung erfolgt im
Roboter.
Kuh-Fressplatz-Verhältnis 2 zu 1
Die Familie Neuvy aus Kevelaer-Wetten
(Deutschland) hält 140 Kühe und hat
2010 drei «Mlone»-Boxen ausserhalb
des bestehenden Boxenlaufstalls in Betrieb genommen. Die Fütterung ist auf
zwei Leistungsgruppen ausgerichtet.
Am Futtertisch werden zirka 78 %, am
Roboter rund 22 % der Trockensubstanz
verabreicht.
Das
Kuh-FressplatzVerhältnis beläuft sich auf 2 zu 1, was
verschiedentlich für Roboterbetriebe
empfohlen wird, um einen hohen Verkehr zu gewährleisten.
Genug Platz für Selektion Pro
Kuh und Tag erreicht der Betrieb Neuvy
denn auch gute 2.8 Melkungen. Es wird
auf eine Vorselektion der melkberechtigten Kühe gesetzt, damit vor dem
Roboter keine Zeit verloren geht. In der
Nachselektion werden auffällige Tiere
ausgesondert oder Kühe für Behandlungen und Besamungen in den Selektionsbereich (für 8 bis 10 Kühe) geführt.
«Wenn man bedenkt, dass wir 8 % der
Herde selektieren, so muss auf unserem
Betrieb der Selektionsbereich noch
vergrössert werden», stellt Betriebsleiter
Andreas Neuvy fest. 5 bis 7 % der Tiere
– neue, kranke, lahme oder alte –
müssen manuell zum Melken geführt
werden.
Umgang mit Frischmelkern In
einem separaten Abkalbestall gewöhnen sich Frischmelker auf dem Betrieb
Verstraten aus Westerbeek (Holland)
ans Fressen in der Futterstation (Stallplan). Direkt nach dem Abkalben werden die Frischmelker an den Melkroboter herangeführt, gemolken und im
Separationsstall gehalten. Dort bleiben
sie so lange, bis sie sich an den «Mlone»
(zwei Boxen) gewöhnt haben und
selbstständig zum Melken kommen.
Das dauert ein bis zwei Wochen.
UFA-REVUE · 3 2012
Futterstation mindert Azidoserisiko Die Fütterung der 100 Kühe
ist bei Verstratens in den ersten 160
Laktationstagen auf 27 kg Milch ausgelegt. Der Rest wird durch Kraftfutter
über den Melkroboter sowie die Futterstation im Laufstall tierindividuell zugeteilt. Nach den 160 Tagen erfolgt eine
Reduktion auf ein Milchproduktionspotenzial von 20 kg, wobei Eiweisskonzentrat über den Melkroboter sowie Kraftfutter über die Futterstation und den
Roboter verabreicht werden. Die zusätzliche Futterstation ermöglicht es bei
hohen Leistungen, das Azidoserisiko zu
reduzieren, da im Melkstand pro Minute maximal 300 g und pro Besuch maximal 2 kg pelletiertes Kraftfutter aufgenommen werden dürfen.
B
E
F
G
A
C
D
H
management die Aktivitätslisten beziehungsweise Eutergesundheit kontrolliere. Danach kommen Servicearbeiten
wie der Filterwechsel und das Überprüfen von Reinigungs- und EutersprayMitteln sowie des Vakuumpumpenöls.
Bei der Boxenpflege werden Kühe mit
Skizze des Stalls
Verstraten:
A · Bereich für speziell
zu betreuende Tiere
B · Separationsbereich
C · Mlone (zwei Boxen)
D · Wartebereich
E · Fressbereich 1
F · Fressbereich 2
G · Ruhebereich 1
H · Ruhebereich 2
Risiken eines Melkroboters
Beim Entscheid für ein Melksystem gilt es, «nicht nur dem Trend hinterher zu laufen,
sondern zu schauen, was auf den Betrieb passt», betont Jan Harms, der sich am Institut
für Landtechnik und Tierhaltung in Grub (D) intensiv mit Melksystemen befasst. Neben
durchschlagenden Vorteilen wie einer erhöhten Zeiteinteilungsflexibilität, mehr Daten zu
Einzeltieren und weiteren technischen Möglichkeiten gibt es bei der Anschaffung eines
Melkroboters auch Risiken:
• Sind die Investitions- und die jährlichen Folgekosten tragbar?
• Kann die gewonnene Zeit wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden?
• Besteht Rufbereitschaft bei technischen Problemen?
• Hält die Ausbildung des Betriebspersonals mit?
• Werden die Daten aus dem Herdenmanagementprogramm richtig genutzt?
Mit Weidegang vereinbar Von
Mitte Juni bis Mitte Oktober gehen die
Kühe des Betriebs Vertraten täglich
rund 9 h auf die Weide. Die Nachselektion wird genutzt, um die Tiere nach
Laktationstagen zu teilen, auch die Selektion für den Weidegang erfolgt hierüber. Trotz Weidegang befindet sich
die Melkleistung im Soll. «Wir erreichen
pro Tag 2.7 Melkungen à je 11 kg», erklärt Jos Verstraten. Pro Box und Tag
werden 1350 kg Milch gemolken. Bei
höherem Weideanteil ist das Problem,
dass sich – je nach Distanz zum Stall –
manchmal mehrere Tiere gemeinsam
melken lassen wollen. Wichtig sind genügend Melkboxen.
Strikter Arbeitsplan Wie sieht
ein typischer Arbeitstag auf dem gut
laufenden Betrieb Verstraten aus?
«Mein Tag fängt gegen 7 Uhr an. Zuerst
werden die frisch melkenden sowie
kranken Tiere gemolken und die Kälber
gefüttert, worauf ich über das Herden-
hohen Zwischenmelkzeiten zum Roboter ‹mitgenommen›. Am Nachmittag
kümmere ich mich um die Fütterung
und die Sägemehl-Einstreu auf den
Wasserbetten in den Boxen. Kurz vor
dem Schlafengehen mache ich noch einen letzten Kontrollgang», fasst Jos Verstraten zusammen.
䡵
Autor Matthias Roggli, UFA-Revue,
3360 Herzogenbuchsee.
Dieser Artikel entstand anlässlich eines
Presseevents von
GEA Farm Technologies:
• Hauptsitz: Bönen (Deutschland)
• Entstand 2008 aus «WestfaliaSurge»
• Gehört zur GEA Group
• Neuer CEO: Ulrich Hüllmann
• 2100 Angestellte
• 447 Mio. Euro Jahresumsatz
www.gea-farmtechnologies.com/ch/de
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3 · 12
21
LANDTECHNIK
Exakt und emissionsarm
AUSBRINGEN VON HOFDÜNGERN «Von der Entsorgung zur exakten und
emissionsarmen Ausbringung» – auf diese Kurzformel lässt sich die Entwicklung
der Hofdüngertechnik der letzten Jahre kurz zusammenfassen. Der Wert von
Hofdüngern wird heute wieder mehr geschätzt, gerade auch in Ackerbauregionen.
Vorteile des Schleppschlauchs ist die hohe
Verteilgenauigkeit
sowie die bodennahe
und geruchsarme
Ablage der Gülle.
22
Das Ausbringen von Hofdüngern,
sogenannt organischen Düngern,
steht heute wieder verstärkt in der
Diskussion. Einerseits wird deren
betriebswirtschaftlicher und pflanzenphysiologischer Wert vermehrt geschätzt, anderseits sind es Umweltanliegen, die zu einem Fokus auf die
Wirtschaftsdünger führen. Gülle weist
eine für viele Kulturen günstige Nährstoffzusammensetzung auf, sorgt für die
Zufuhr von Mikro- sowie Makronährstoffen und beeinflusst den Humusgehalt positiv. Nachteilig ist, dass die
Nährstoffgehalte einer grossen Schwankung ausgesetzt sind und sogar innerhalb eines Lagerbehälters stark differieren können. Mit einer Homogenisierung
durch angepasstes Aufrühren kann zumindest der letztgenannte Punkt korrigiert werden.
Gehalte
kennen Mit
blossen
Faustzahlen für Güllegehalte kann des-
halb – vor allem im Ackerbau – keine
Düngungsplanung gemacht werden.
Neben den Laboruntersuchungen bietet
sich heute auch ein Schnelltest mit dem
von der Universität Bonn entwickelten
«Quantofix»-Gerät an. Dieses Gerät
kann allerdings nur den pflanzenverfügbaren Stickstoff bestimmen.
Mehr Möglichkeiten bieten zwei andere Methoden, mit denen die Gehalte
von Stickstoff, Phosphor und Kalium
bei der Ausbringung, also quasi «online», bestimmt werden können. Eine
erste Methode berechnet die Gehalte
auf Basis der Leitfähigkeit der Gülle. Dazu muss aber das aktuell-spezifische
Verhältnis der einzelnen Nährstoffkonzentrationen zueinander bekannt sein.
Zudem sind die entsprechenden Geräte
nicht «Temperatur kompensiert», das
heisst, die Proben sollten immer die
gleiche Temperatur aufweisen.
Eine zweite Methode macht sich die
Nahinfrarotspektroskopie-Technik (NIR)
zu Nutze. Foto-Dioden messen in einem
Spektroskop die Intensität eines von einer Halogenlampe ausgehenden, vom
Der Schleppschuhverteiler ist ein
kostengünstiger Kompromiss
zwischen Schleppschlauch und
Injektor, öffnet den Pflanzenbestand
und die Gülle wird direkt im Boden
abgelegt.
Güllestrom reflektierten und in seine
Farbspektren zerlegten Lichts. Mittels
Referenzanalysen können die aufgenommenen Lichtspektren dann direkt
mit den Gehalten in eine Beziehung gesetzt werden.
Beide Methoden werden heute als
erforscht betrachtet, Problemzone
bleibt allerdings der überaus grosse Aufwand für die Kalibrierung der Messgeräte. Weiter stellt sich die Frage, wie
schnell nach einer Messung die Ausbringmenge entsprechend (via Fahrgeschwindigkeit und/oder Volumenstrom)
reguliert werden kann. Diesbezüglich
sind die Systeme noch nicht praxisreif.
Lagerung Damit
Gülle sowohl
pflanzen- wie terminverträglich ausgebracht werden kann, sind entsprechend
grosse Lagerkapazitäten nötig. Ist der
geeignete Ausbringungstermin gekom3 2012 · UFA-REVUE
LANDTECHNIK
men, so muss die Gülle homogenisiert
werden, damit sich die Nährstoffkonzentrationen nicht von Fass zu Fass ändern. Eine weitere Aufbereitung (Separierung) macht dort Sinn, wo
Nährstoffüberschüsse effizient abtransportiert werden müssen.
Eher zurückhaltend sollte man mit diversen Güllezusätzen operieren, weil
der Nutzen nicht bei allen wirklich belegt ist. Ausnahme bilden Produkte wie
der Stickstoffstabilisator «Piadin» (siehe
Kasten auf Seite 24), dem verschiedene,
neutrale Untersuchungen einen positiven Effekt bescheinigen.
Beim Ausbringen werden an die
Technik heute vielfältige Anforderungen
gestellt. So gilt es, die Umweltanliegen
bezüglich der Ammoniakemissionen
oder des Austrags von Phosphaten zu
berücksichtigen. Dann sollte die Verteilgenauigkeit in Längs- und Querrichtung
möglichst exakt sein, sowohl bezogen
auf die Güllemenge, als auch auf die
Menge der einzelnen Nährstoffe. In diesem Zusammenhang ist auch ein einfaches oder gar automatisches Einstellen
der Verteilmenge von Interesse.
Weiter steht der Wunsch im Raum,
die Nährstoffe genau dann zu applizie-
ren, wenn die Pflanze sie auch benötigt.
Dies setzt eine Technik voraus, die sowohl in einem Pflanzenbestand als auch
vor der Saat eingesetzt werden kann.
Zunehmende Transportvolumina und
schwere Technik stehen zudem oft im
Widerspruch mit den Anliegen des Bodenschutzes.
Emissionsreduktion Ein wichtiges
Anliegen ist heute die Reduktion von
Ammoniak. «Der Stickstoff soll in den
Boden und nicht in die Luft» ist eine Forderung, bei der sich Umweltschützer,
Pflanzenbauer und Betriebswirtschafter
wohl einig sind. Differenzen entstehen
am ehesten bei der konkreten und finanzierbaren Umsetzung. In Holland
besteht schon seit einiger Zeit die
Pflicht, ausgebrachte Gülle auf offener
Ackerfläche sofort einzuarbeiten.
Deutschland hat für dieses Jahr dies
ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben,
lässt dazu aber eine Frist von vier Stunden zu.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Hauptemission nicht
während der Flugphase der Gülle, sondern in den ersten Stunden am Boden
erfolgt. Das Einarbeiten im Acker gemäss der Devise «so flach wie möglich
und so tief wie nötig» bringt dann auch
die besten Ergebnisse mit Reduktionen
von 80 % und mehr.
Mit dem Injektor wird
die Gülle optimal
verteilt und äusserst
geruchsarm in den
Boden gebracht.
Ausblick Die Technik für das Ausbringen von Hofdünger wird sich weiter
entwickeln. Der Lohnunternehmer oder
die überbetriebliche Zusammenarbeit
werden bei diesen Arbeiten vermehrt an
Bedeutung gewinnen, damit die Anschaffungskosten für die entsprechende
Tabelle 1: Ausbringtechniken im Überblick
System
Prallkopf,
Schwenkverteiler
++
++
++
–/– –
–/O
+
++
O
O
Für Eigenmechanisierung, gezogene Fässer,
eher bei geringen
Ausbringmengen/Jahr,
Ausbringung im
Grünlandbestand nur
unmittelbar nach der
Futterernte.
Schleppschlauch
Schleppschuh (federbelastet), Schlitzschuh
Preis
O
O/–
Arbeitsbreite
++
O
Gewicht
+/O
O/–
Ammoniakemission
O/+
O/+
Geruchsemission
+/O
+/O
Phosphataustrag
O
O
Verteilgenauigkeit
+
+
Futterverschmutzung
O
O
Narbenschäden
O
O
Ätzschäden
O
O
Eignung
Für Eigenmechanisierung
Für Eigenmechanisieund überbetrieblichen
rung, gezogene Fässer
Maschineneinsatz,
oder Verschlauchung,
Ausbringung im Bestand gezogene Fässer, Kombimöglich, Einsatzbereich nationsgerät «Grünland
v.a. im Ackerbau, im
und Ackerbau», im
Grünland mit verdünn- Grünlandeinsatz auf
ter Gülle/Gärrest,
«angewachsenen»
eingeschränkte TaugBeständen, nur bedingt
lichkeit bei TS- und
hangtauglich.
faser-reicher Gülle/
Gärrest.
Zeichenerklärung: ++ sehr günstig; + günstig; O durchschnittlich; – Tendenz zu ungünstig; – – ungünstig
Injektor,
Schlitzgerät
––
O/–
–
++
++
++
++
++
O/–
+
Für überbetrieblichen
Maschineneinsatz,
hoher konstruktiver
Aufwand an gezogenen
Fässern, daher für
Selbstfahrer geeignet,
zulässiges Gesamtgewicht beachten, nicht
unbedingt hangtauglich.
Scheiben-/Federzinkenegge, Güllengrubber
O
––
O
++
++
++
++
Für Eigenmechanisierung
oder überbetrieblichen
Maschineneinsatz im
Ackerbau, mit zunehmender Arbeitsbreite nimmt
der konstruktive Aufwand
zu und somit der Zugkraftbedarf, daher für
Selbstfahrer geeignet.
Quelle: Stefan Neser, Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising
UFA-REVUE · 3 2012
23
LANDTECHNIK
Technik breiter abgewälzt und so in der
Gesamtheit finanzierbar bleiben.
Um die Bodenbelastung zu verringern, sind nicht nur Niederdruckreifen
in Verbindung mit Reifendruckregelanlagen gefragt, es ist auch über eine Trennung von Transport und Ausbringung
nachzudenken. Vor allem bei grösseren
Distanzen macht dies durchaus Sinn.
Wird ab Feldrand verschlaucht, so verringert sich das Problem der Bodenbelastung nochmals. Allerdings steigt der
Planungsaufwand für die gesamte Logistik.
Die Reduktion von Emissionen wird
auch künftig ein Erfordernis bleiben. In
Dänemark wird das Ansäuern der Gülle
– unmittelbar vor dem Austrag – intensiv diskutiert («Syre-N»-System), soll
doch Gülle bei einem pH-Wert von
unter 5 fast kein Ammoniak mehr entweichen lassen. Ob jedoch der an der
Fronthydraulik mitgeführte Schwefelsäure-Tank hinsichtlich der Gefahrengutverordnung gesetzeskonform ist,
bleibt fraglich.
Hofdünger gezielt aufwerten
Problem
Lösung
• Hoher Ammoniumgehalt
• Stabilisieren der Gülle – Landor «Piadin»
• Schwimmschicht auf der Gülle
• «Microbactor» in die Gülle einrühren
• Starke Geruchsbelastung durch die Gülle
• «Hasorgan MC» in die Gülle einmischen
• Mangelnde Verrottung vom Mist
• «Hasolit B» Pulver streuen
• Hoher Schwefelbedarf von Grünland
• «Landor Schwefel» in die Gülle mischen
• Fehlende Spurenelemente im Grünland
• «Bio-lit» einblasen
Genauere Informationen erhalten Sie beim Beratungsdienst der Landor: 0800 80 99 60
Aus den USA kommt der Trend, mit
dem dort häufig praktizierten «Strip-Tillage»-Verfahren (Streifen-Bodenbearbeitung) auch gleich die Gülle (zum Teil
als Unterfuss-Düngung) zu applizieren.
An der Agritechnica in Hannover wurden im letzten November von verschiedenen Herstellern solche Geräte für den
Einsatz in Reihenfrüchten präsentiert.
Forschungs- und Entwicklungsbedarf
besteht zudem bei der Nährstoffanalyse
der Gülle und der darauf basierenden
Applikation. Auch da sind erste, vielversprechende Prototypen vorhanden, bis
zur Praxistauglichkeit sind jedoch noch
viele Problemfelder zu bearbeiten. 'àLLETECHNIK+OMPLETTANGEBOT
Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue,
8401 Winterthur
Die Grundlagen zu diesem Artikel
stammen von der Tagung «Land.Technik
für Profis» des Vereins Deutscher
Ingenieure, die Mitte Februar 2012 bei
der Firma Fliegl in Töging am Inn (D)
stattfand und dem Thema «Technik für
die organische Düngung» gewidmet war.
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Standard
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Fortsetzung
Seite 35
3 2012 · UFA-REVUE
KNOW-HOW
Pressen in neuen Dimensionen
Die neuste Ballenpresse von Claas
heisst «Quadrant 3300», garantiert höchste Pressdichte bei perfekter Ballenform und maximalem
Durchsatz mit einem auf
90 x 120 cm ausgelegten Ballenformat. Das Erntegut wird von einem 2.35 m breiten Pick-up aufgenommen, der mit einer
Nockenschaltkupplung gesichert
ist. Der leistungsstarke Förderrotor ist mit Doppelzinken ausgestattet, um das Gut problemlos
und schnell in die Vorkammer zu
fördern. Der neue Pick-up nimmt
besonders Kurzstroh noch besser
an. Das heisst: Mehr Leistung,
bessere Futterqualität, weniger
Staub im Futter. Die Presse besitzt
ein neues Vorkammersystem, das
automatisch oder durch den Fahrer gesteuert wird. So lässt sich je
nach Schwadbreite immer das optimale Ergebnis erzielen. Die Raffersteuerung geschieht mit einer
Kurvenscheibe, um eine optimierte Bewegung der Raffer im kurzen
Zyklus und eine gleichmässige Befüllung der Vorkammer zu erreichen. Die langen Zyklen werden
mit Hilfe eines Zylinders und einer
Fächerwelle gesteuert. Mit Hilfe
des «Communicator» lässt sich die
Vorkammerbefüllung aus der
Traktorkabine über drei Stufen hydraulisch steuern. Die komfortable Kabinensteuerung spart Zeit
und steigert die Effizienz der Maschine. Mit den neuen «Quadrant
3300» Pressen aus dem Werk im
französischen Metz hat Claas jetzt
insgesamt sechs Grosspackenpressen im Programm.
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«Boss» – Alpiner Ladewagen für die Schweizer Bauern
Die «Alpin»-Serie von Pöttinger
bietet eine ganze Palette von Mähwerken, Zett- und Schwadkreiseln
bis hin zu Ladewagen. Steile Hänge und unebenes Gelände sind die
Einsatzverhältnisse, unter denen
sich die Pöttinger «Alpinisten»
wohl fühlen. Beim Tieflader ist
durch die Verlagerung des Schwerpunkts nach unten beste Hanglage
garantiert: Die Pöttinger-Kurzschnittladewagen «Boss» von
17 – 28 m3 «kleben» förmlich am
Hang und geben somit entsprechend Sicherheit bei Arbeiten. Bei
diesen Ladewagen in Leichtbau-
weise bis 28 m3 Volumen sind Zuverlässigkeit und Komfort inbegriffen. Beim Schneidwerk wird auf
das bewährte System mit Einzelmessersicherung gesetzt: Egal, wo
der Fremdkörper am Messer auftritt, die Auslösekraft ist immer
konstant. Das Besondere bei Pöttinger ist das «Supermatic»-Ladesystem für futterschonendes Laden
durch mittig geteiltes Ladeaggregat und versetzte Förderschwingen. Mit der Komfortbedienung
sind sämtliche Ladewagenfunktionen steuerbar. Das bewährte, verwindungsfähige Pick-up sorgt für
saubere Futteraufnahme bei Grasnarben schonender Bodenanpassung. Der Kleinladewagen «Boss»
ist bereits mit Traktoren ab 30 PS
(22 kW) einsetzbar.
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Case-IH mit Zertifikat für Energie-Effizienz
Das Case IH-Traktorenwerk in Racine (USA), in dem die «Magnum»
Traktoren gefertigt werden, erhielt die Zertifizierung nach «ISO
50001» für Energiemanagement
und reiht sich damit in einen kleinen Kreis von Unternehmen weltweit ein, die
diese seltene
Auszeichnung
bisher erhalten haben. «Diese Zertifizierung erfolgt in Anerkennung
unserer Bemühungen für eine
Verbesserung der Energie-Effizienz und des langfristigen Bekenntnisses zur Verringerung der
Auswirkungen der Produktion auf
die Umwelt», so Steve Tyler,
Werksleiter in Racine. «Diese Zertifizierung ist zudem eine weitere
Bestätigung der Weltklasse dieses
Produktionswerks, auf die wir
stolz sein können.»
Das Werk Racine ist die Produktionsstätte der Serie «Magnum» von Case IH, die sich einer
grossen Nachfrage erfreut. Im vergangenen Jahr wurden rund 40 %
der im Werk erzeugten «Magnum»-Traktoren exportiert. Das
Werk stellt auch Getriebe und
Achsantriebe für «Axial-Flow»Mähdrescher und «Module Express»-Baumwollerntemaschinen,
Kabinen für «Patriot»-Sprühgeräte sowie Achsen und Ventile für
die Traktorenserie «Steiger» her.
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noch stehen kompakte Abmessungen, eine unglaubliche Manövrierfähigkeit, beste Bedieneigenschaften und ein geringes Leistungsgewicht im
Vordergrund und sorgen für eine Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten. Robust und verlässlich passen diese Traktoren genau auf Ihre Bedürfnisse,
egal ob sie für Ackerbau, Grünland oder in Sonderkulturen eingesetzt werden. Ob Sie nun Anbaugeräte betreiben oder auf der Straße unterwegs
sind – Farmall C-Traktoren werden ihrem Ruf ohne Einschränkungen gerecht.
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3 2012 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
PFLANZENBAU
Für höhere Rentabilität im Obstbau
Strengere Vorgaben auf dem Obstmarkt und die zunehmende Konkurrenzsituation fordern die Obstproduzenten. Durch Verbesserung der
Managementkenntnisse erhöhen
sich ihre Chancen, weiter am Markt
bestehen zu können. Wie aber
können die geforderten Kompetenzen aufgebaut werden? Forscher,
Berater und Treuhander arbeiten am
gemeinsamen Ziel: Der Förderung
von Managerfähigkeiten der Obstproduzenten.
Anfang 2009 startete das Programm «Betriebsmanagement im
Obstbau» als «Interreg IV»-Projekt.
Acht Projektpartner aus BadenWürttemberg und der Schweiz haben beim Projektanstoss, bei der
Akquirierung und Umsetzung zusammengearbeitet. Das Projekt
wurde in verschiedene Teile gegliedert.
Neue Produkte bei Syngenta
Syngenta hat kürzlich mehrere Zulassungen für neue Pflanzenschutzmittel erhalten. So sind mit «Modera» und «Axial One» zwei neue
Getreideherbizide im Markt verfügbar und mit «Affirm» steht ein Insektizid zur Verfügung, das dank der
Wirkstoffgruppe «Emamectinbenzoat» vollkommen neue Perspektiven im Kampf gegen die Schädinge
wie Apfelwickler, kleiner Fruchtwickler, Schalenwickler und Frostspanner im Kernobstbau ermöglicht. Im Weinbau steht zudem mit
«Pergado C» neu ein mit Kupfer (als
Oxychlorid) angereichertes Fungizid
gegen den falschen Mehltau bereit,
das dank kombinierter Wirkungsweise einen sicheren Krankheitsschutz bieten soll.
UFA-REVUE · 3 2012
Gemeinsam wurden neue Instrumente für die betriebswirtschaftliche Analyse entwickelt und Arbeitskreise mit Betriebsleitern und
Obstbau-Experten organisiert sowie
Lösungen für aktuelle und Management relevante Themen erarbeitet.
Zu den selbstständig nutzbaren Instrumenten gehören die von der
Forschungsanstalt ACW entwickelten Excel-basierten Anwendungen
«ArboPlus Parzelle», «ArboPlus Betrieb» und «Arbo-Plus Familie».
Für Betriebe, die umfangreichere
Analysen anstreben, wurde in einem
Teilprojekt das «BMO Merging-Tool»
entwickelt. Es ist ein Versuch, die
Möglichkeiten einer Schlagkartei zu
optimieren. Das Tool verarbeitet
produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Aufzeichnungen einer Schlagkartei mit Buchhaltungsdaten. Durch die Kombination
beider Datenquellen können die Ergebnisse/Auswertungen präzisiert
werden. Denn wie Erfahrungen zeigten, sind die Aufzeichnungen in der
Schlagkartei oft mit Fehlern behaftet.
Mehrfachtolerante Sorten
gewinnen an Bedeutung
Zuchtfortschritt angestrebt
In Deutschland haben mit den Zukkerrübensorten «Finola» (Rizomaniaund Nematoden-tolerant sowie
blattgesund), «Susetta» (Rizomaniatolerant und blattgesund) und «Vivianna» (Rizomania- und Rhizoctoniatolerant) drei mehrfachtolerante die
Zulassung erhalten.
Bayer CropScience und Texas AgriLife Research haben eine mehrjährige Vereinbarung über die Entwicklung und Vermarktung verbesserter
Weizensorten unterzeichnet, mit
dem Ziel, die Markteinführung neuer Sorten zu beschleunigen.
Stähler mit neuer Zulassung
Das Herbizid «Dancor 70 WG» von
Stähler hat vom Bundesamt für
Landwirtschaft neu die Zulassung
für den Einsatz bei Karotten (zwei
Splits von 0.25 kg/ha vom Stadium
Keimblatt bis 6-Blatt) und bei
Spargeln (einmal pro Jahr mit
0.65 kg/ha) erhalten.
Transgener Anbau
von Pflanzen
nimmt weiter zu
Der Anbau transgener Pflanzen
nimmt weltweit rasant zu. 2011
wurden weitere 12 Mio. ha gepflanzt, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 8% entspricht. Gemäss einem Bericht der
ISAAA (International Service for
the Acquisition of Agri-biotech
Applications) werden mittlerweile
auf 160 ha transgene Pflanzen angebaut. Insgesamt sollen heute
über 16 Mio. Landwirte in 29 Ländern (darunter 19 Entwicklungs-
länder und 10 Industrieländer)
solche Pflanzen anbauen.
Weiterhin führend im GVO-Anbau sind die USA mit geschätzten
69 Mio. ha. An zweiter Stelle rangiert Brasilien mit 30.3 Mio. ha vor
Argentinien. Mit einer Steigerung
von 20 % weist Brasilien die
höchste Zuwachsrate auf. Weiter
folgt Indien, wo transgene Pflanzen vor allem bei Baumwolle eingesetzt werden. Transgene Baumwolle ist auch in China ein Thema,
so werden dort drei Viertel der
Anbaufläche mit GVO-Sorten besiedelt. Ebenfalls starke Zuwachsraten weisen die Philippinen auf.
Dort spielt vor allem der transgene
Mais eine wichtige Rolle. Die Philippinen sind das einzige asiatische Land, in dem GVO-Mais angepflanzt wird. In Afrika sind es
geschätzte 2,5 Mio. ha mit gentechnisch veränderten Pflanzen.
Afrika spielt aber eine wichtige
Rolle bei entsprechenden Feldversuchen.
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29
PFLANZENBAU
Rückstände vermeiden
PFLANZENSCHUTZMITTEL müssen richtig eingesetzt werden, um
Gewässerverunreinigungen zu vermeiden. Beispielsweise beim Zuckerrübenanbau
kann mit einer Splittanwendung die Spritzung abgestimmt werden, dennoch ist für
eine erfolgreiche Unkrautregulierung profundes Wissen über die Parzelle und viel
Know-how Voraussetzung.
Pestizidrückstände
werden oftmals
in Gewässern
nachgewiesen. Eine
korrekte Dosierung
und ein richtiger
Umgang mit Gerätereinigung und
Brüheresten sind
unumgänglich.
Foto: AMW, Winterthur
30
Das Einhalten von Maximalmengen
ist ein Beitrag zur Verminderung
von Rückständen in Gewässern. Bei
der Standardstrategie für die Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben
kommen üblicherweise vier Hauptwirkstoffe zum Einsatz:
Phenmedipham ist ein Blattwirkstoff
während Chloradizon eine Wurzelwirkung aufweist.
Ethofumesat entfaltet seine Wirkung
vorwiegend über die Blätter und nur zu
einem geringen Teil über die Wurzeln.
Metamitron wirkt hauptsächlich über
die Wurzeln und weniger über die Blätter. Mit der kombinierten Wirkung über
Blätter und Wurzeln ist es möglich, die
Behandlungsstrategie den Wetterverhältnissen und dem Unkrautbefall auf
anzupassen.
Tabelle:
Wirkstoffe
Bei der Unkrautregulierung von Zuckerrüben dürfen beim Ausbringen der
Wirkstoffe die geltenden Maximaldosen
pro Hektare und Jahr nicht überschritten werden. Diese Werte werden jedoch mit den normalen Behandlungsprogrammen üblicherweise nicht
erreicht. In gewissen Fällen aber, wie in
der langen Trockenperiode vom Frühling 2011, werden diese Maximallimiten
bei einigen Produkten erreicht. Durch
angepasste Splittbehandlungen in mehreren Durchgängen kann die Gesamtmenge der ausgebrachten Produkte tief
gehalten werden. Einerseits kann so die
Gefahr von Phytotox gebannt werden,
andererseits wird mit einer Begrenzung
der ausgebrachten Menge das Risiko einer Gewässerverunreinigung mit Herbiziden gesenkt.
Auf
Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Gewässern reagiert die
Bevölkerung sensibel. Auch ist unbestritten, dass die in Wasserproben festgestellten Rückstände zu einem guten
Teil auch aus der Landwirtschaft stammen. Es liegt in der Verantwortung der
Bauern, Massnahmen zu ergreifen, um
eine Verunreinigung der Gewässer zu
vermeiden.
Dosierungen müssen unbedingt eingehalten und die Produkte sorgfältig
und überlegt ausgebracht werden.
Das Mischen der Brühmengen sowie
die Reinigung von Sprühgeräten und
Traktoren erfolgen üblicherweise auf
Jährliche Maximaldosen für verschiedene einfache
Produkte zur Unkrautregulierung von Zuckerrüben.
Produkte
Wirkstoffinhalt
Maximaldosis
g/kg oder g/l der Produkte/Jahr
Metamitron
Goltix Compact
900
4 kg
Beta Omya
700
5l
Bettix SC/WG
700
5 l oder kg
Goltix SC/WG
700
5 l oder kg
Sugaro Gamma
700
5l
Metamitron
700
5 l oder kg
Betron
700
5 kg
Chloridazon
Chloridazon DF
650
4 kg
Jumper
650
4 kg
Pyramin DF
650
4 kg
Phenmedipham
Beetup
157
5–6l
Betam LG
157
5–6l
Ethofumesat
Sugaro Alpha
500
2.5 l
S-Metachlor
Dual Gold
960
1.3 l
Dimethenamid
Frontier-X2
720
1.4 l
Lenacil
Lenacil
800
0.4 l
Vanzar
800
0.4 l
Liste nicht abschliessend. Anwendungshinweise auf den Etiketten berücksichtigen.
3 2012 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
dem Hofplatz auf einer befestigten Fläche mit Ableitung in die Güllegrube.
Überlaufende Tanks und das Spülwasser
weisen einen erhöhten Gehalt an Rückständen von Pflanzenschutzmitteln auf
und es besteht die Gefahr, dass sie Gewässer verunreinigen.
Der Frühling ist jene Jahreszeit, in
der Pflanzenschutzmittel in den höchsten Konzentrationen festgestellt werden. Dies ist nicht weiter erstaunlich, da
zwischen April und Juni die meisten
Pflanzenschutzmassnahmen im Ackerbau durchgeführt werden.
Je mehr gespritzt wird, desto mehr
Rückstände können in den Wasserläufen nachgewiesen werden. Es ist unmöglich herauszufinden, ob diese Rückstände aus den Parzellen ausgewaschen
werden oder von Oberflächen, auf denen Maschinen und Geräte befüllt und
gereinigt werden, abgeflossen sind.
Letzteres führt zu einer direkten Verschmutzung der Wasserläufe, denn es
besteht für die Stoffe keine Möglichkeit,
sich im Boden festzusetzen oder dort
abgebaut zu werden.
Der Effekt ist vergleichbar, wie wenn
die Brühe direkt auf die Wasseroberfläche gespritzt würde.
Eine Reduktion der Rückstände
in den Gewässern ist dringend notwendig und zwar aus ökologischen Gründen
und zum Wohl der öffentlichen Gesundheit. Eine Reduktion der Pestizidbelastung in Gewässern beginnt bereits beim
Ausspülen der Gebinde, deren Spülwasser nicht in den Ausguss, sondern in den
Sprühtank geleert werden muss. Die
Reinigung der Tanks auf den behandelten Feldern trägt dazu bei, dass die bei
der Reinigung anfallende Wirkstoffmenge zurückgeht. Mit mitgeführtem Wasser in Frischwassertanks können die
Spritzbehälter vorgereinigt und das
Waschwasser auf das Feld ausgebracht
werden. Die verbleibende Restmenge
bleibt trotzdem verschmutzt und muss
richtig behandelt werden. In einigen Regionen bestehen Wascheinrichtungen
für Sprühgeräte, wo das Wasser aufbereitet, die Wirkstoffe herausgefiltert und
in einer zugelassenen Zusammensetzung ausgeschieden werden können.
Die Reinigung des Sprühmaterials sollte
auf befestigten Böden erfolgen, von denen aus ein Abfliessen in die Güllengrube gewährleistet ist. Das Spülwasser
darf keinesfalls ins Sickerwasser gelangen.
Die Öffentlichkeit betrachtet den Einsatz von chemischen Produkten für den
Pflanzenschutz mit immer kritischeren
Augen. Werden diese Mittel jedoch verantwortungsvoll und angemessen eingesetzt, wird nicht nur ihre Wirksamkeit
erhöht, sondern es können auch Verluste und Gewässerverunreinigungen
eingedämmt werden. Die richtige Dosierung, das Einhalten von Sicherheitsabständen und eine einwandfreie Reinigung der Sprühgeräte in geeigneten
Anlagen vermitteln ein Bild vom Bauern, der verantwortungsvoll handelt
und den Produkten aus der schweizerischen Landwirtschaft zu einem hohen
Ansehen verhilft.
䡵
Zu den Massnahmen,
die beim Ausbringen
von Pflanzenschutzmitteln ergriffen
werden müssen, gehört
eine persönliche
Schutzausrüstung.
Bild: Hardy-Evrard
Tipps zum Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln
• Kanister und Messbehälter nicht im
Ausguss ausspülen, sondern das
Spülwasser muss vor dem Ausbringen
ins Sprühgerät abgefüllt werden. Gut
ausgewaschene Gebinde mit dem
Hauskehricht entsorgen.
• Die gesetzlich vorgegebenen
Abstände bei Gewässern einhalten.
Strassen und Zufahrtswege nicht
besprühen.
• Abdrift auf Nachbarparzellen oder
Strassen vermeiden, vor allem wenn
sie in Gewässer gelangen könnten.
• Brühe- und Spülresten müssen auf
dem Feld mit dem Sprühgerät
entsorgt werden. Mit Frischwasser auf
dem Feld vorreinigen.
• Sprühgerät innen und aussen auf
einem befestigten Platz reinigen.
• Sprühgeräte vor Regen schützen, da
sonst Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer eingetragen
werden können.
Autor Gaël Monnerat,
UFA Revue,
1070 Puidoux
Die Angaben auf den
Gebinden sowie die
verfügbaren Dokumentationsunterlagen für
den Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln
sollten beigezogen
werden.
INF BOX
INFO
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2012
3 · 12
31
PFLANZENBAU
Bodenschutz auf Baustellen
DAS BAUGRUNDSTÜCK ist während der Bauphase oftmals wichtiger als die am
Schluss bebaute Fläche. Diese Parzellen, die während des Bauens für das Lagern von
Erdmaterial oder die vorübergehende Installation von Einrichtungen genutzt werden,
werden nach Abschluss der Bauarbeiten wieder für die Landwirtschaft hergestellt.
Mit dieser Aufgabe werden auf den Baustellen Fachleute für Bodenschutz betraut.
Emmanuel
Brandt
Boden ist eine natürliche nicht erneuerbare Ressource, die es zu
schützen gilt. Er erfüllt in ökonomischer als auch in wirtschaftlicher
Hinsicht viele Funktionen, die für den
Menschen lebenswichtig sind. In der
Schweiz mit einer grossen Verstädterung wird jede Sekunde ein Quadratmeter bebaut. Dies bedeutet, dass täglich
10 ha zumeist ackerfähiges Kulturland
verschwinden. Wird im gleichen Rhythmus weitergebaut, ist in 200 Jahren die
landwirtschaftlich nutzbare Fläche in
der Schweiz zugebaut. Aufgrund dieser
alarmierenden Zahlen haben sich engagierte Gruppen für den Schutz des
Schweizer Bodens eingesetzt. Hierzu
wurden Gesetze, Verordnungen und
Normen erstellt sowie Spezialisten für
die bodenkundliche Baubegleitung, die
Baubegleiter BGS, ausgebildet.
Grosse Aushubprojekte werden
einer Umweltverträglichkeitsprüfung
(UVP) unterzogen. Dabei müssen die
Aushubarbeiten von anerkannten Baubegleitern überwacht werden. Diese
sind in alle Projektphase involviert, und
bei grossen Bauvorhaben bildet ihr
Pflichtenheft eine der Voraussetzungen,
damit ein Bauprojekt überhaupt umgesetzt werden kann.
Schutzmassnahmen Noch
vor
Baubeginn müssen während der Projektierungsphase mehrere Bodenstudien
durchgeführt werden. Vorerst wird mit
einer präzisen Methode eine Bodenkarte erstellt, mit der die Bodentypen
(durchlässige, nicht versickerbare oder
organische Böden, Böden mit Stauschicht) bestimmt und in bodenkundliche Einheiten zusammengefasst wer-
32
Für die Rekultivierung der Parzelle muss sie mit einer Luzerne-Grasmischung begrünt
und während drei Jahren «extensiv» bewirtschaftet werden. Bild: Emmanuel Brandt, FRI
den. Ausgehend von Erscheinungsform,
Farbe und Beschaffenheit wird eine Evaluation zur Verdichtungsanfälligkeit erstellt. Auf dieser Grundlage unterbreitet
der Baubegleiter dem Hauptauftragnehmer sowie der lokalen Bauleitung Vorschläge für die Maschinenwahl.
Bodentypen Auf verdichtungsanfälligen Böden (tiefgründige und tonhaltige Böden) wird der Einsatz von leichten
Maschinen empfohlen, die den Boden
nur gering belasten. Ist die Verdichtungsanfälligkeit nur schwach (oberflächliche und kiesige Böden), ist die
Maschinenauswahl grösser. Weiter ist
aufgrund der Bodenkartierung ersichtlich, welche Mächtigkeit die abzutragende Erdschicht aufweist, und das Erdmaterial, das behandelt werden muss,
kann sortiert werden (Wiederverwendung problemlos, beschränkte Wiederverwendung). Mit der genauen Kenntnis des Aushubmaterials können das zu
lagernde Volumen abgeschätzt, die
Oberflächen für die Lagerung vorbereitet und, wenn möglich, das Baustellengelände abgesperrt werden. Weiter
nimmt der Baubegleiter die Begrünung
der Böden an die Hand. Mit dieser
Massnahme wird die Tragfähigkeit des
Bodens erhöht, die Bodendrainage beschleunigt, zudem ist der Nutzer dadurch flexibler. Empfohlen werden
Kunstwiesen, die spätestens ein Jahr vor
Baubeginn angelegt werden müssen.
Schutz während den Arbeiten
Vor dem Auffahren der Baumaschinen
werden neben der Baustelle die Messstationen installiert. Die Tragfähigkeit
der Böden wird mit einem Tensiometer
gemessen, dem Lieblingsgerät des Baubegleiters. Während der Vegetationsperiode sind die Voraussetzungen erfüllt,
um einen abgetrockneter Boden bearbeiten zu können. Keinesfalls dürfen die
Arbeiten bei aufgeweichten Böden erfolgen. Die Wahl der Baumaschinen
(Raupenbagger, Bulldozer, Raupentrax)
und das empfohlene Vorgehen fallen in
den Entscheidungsbereich des Baubegleiters. Dieser ist regelmässig auf der
Baustelle anzutreffen, um die korrekte
Ausführung der Arbeiten zu überwachen. Er nimmt daher an allen Baustel3 2012 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
In Verfassung verankert
In jüngerer Zeit wurde die Problematik
des Bodenschutzes erkannt und man
begann, sich mit diesem Thema eingehender auseinanderzusetzen. Der Bodenschutz ist seit den 1970-er Jahren in der
Bundesverfassung verankert und wurde
mit Gesetzen und Verordnungen im Laufe
der Zeit konkretisiert. Heute ist die Fruchtbarkeit der Böden gewährleistet durch:
• Das Umweltschutzgesetz USG
• Die Verordnung über die Belastung
des Bodens (VBBo)
lensitzungen, die den Boden betreffen,
teil und überprüft unabhängig alle Arbeitsschritte, die den Boden betreffen.
Bei Baubeginn hat der Baubegleiter die Aufgabe, das Bauunternehmen
über die auszuhebende Erde (Kulturerde und Unterschicht) und die vorgesehenen Deponiebereiche zu informieren. Die Erdmaterialien müssen
getrennt und den Bestimmungen entsprechend deponiert werden. In Ausnahmefällen wird der deponierte Aushub verschoben. Dies erleichtert den
Unterhalt und bietet die Möglichkeit,
nach Trockenperioden und bei Verfestigung der Erde den Aushub öfter zu bearbeiten. Je nach Aushubmaterial und
der Lagerdauer beträgt die Lagerhöhe
zwischen 1.5 und 3.5 m. Nach dem Lagern muss das deponierte Aushubmaterial möglichst rasch mit einer LuzerneGrasmischung begrünt werden. Mit
ihren Wurzeln entzieht die Luzerne das
in den Deponien angereicherte Wasser
und verhindert dadurch ein Ersticken
des Bodens. Landwirte bearbeiten die
Depots regelmässig und mehrmals pro
Jahr. Zwei bis drei Schnitte pro Jahr sind
machbar. Mit Spezialbehandlungen
wird der Ausbreitung von problematischen Unkräutern (Ampfer und Disteln)
begegnet.
wird für die Wiederherstellung mit der
Schichtmethode gearbeitet. Hierzu wird
vorerst eine Teilschicht eingebracht, gefolgt von einer Humusschicht. Bei dieser
Methode muss das frisch eingebrachte
Erdmaterial nicht befahren werden.
Schutz nach den Bauarbeiten
Das Ende der Arbeiten wird mit
einem Protokoll über die Wiederinstandsetzung der Parzelle festgehalten,
das vom Besitzer, dem Nutzer, dem Baubegleiter, der Bauleitung und dem
Hauptauftragnehmer erstellt wird. Danach muss die Parzelle mit einer Luzerne-Grasmischung angesät werden und
sollte während mindestens drei Jahren
„extensiv“ bewirtschaftet werden. Diese
Frist ist für die Erholung des Bodens sehr
wichtig und sollte eingehalten werden.
Der Boden gewinnt dadurch wieder seine Struktur, Fruchtbarkeit und sein Ertragspotential zurück. Danach kann die
Parzelle freigegeben und wieder normal
bewirtschaftet werden.
䡵
Nach den Bauarbeiten können die provisorischen Aushubdepots der Baustelle
wieder an den ursprünglichen Ort gebracht werden. Dies muss bei guten Bedingungen auf abgetrockneten Böden
erfolgen. Vor Beginn der Instandsetzungsarbeiten wird das Material gesichtet. Mit dem Grundstückbesitzer wird
besprochen, welche notwendigen Anpassungen in Bezug auf Drainage und
Nivellierung des Materials vorgenommen werden sollen. Darauf erfolgt die
Rückführung des Erdmaterials unter Berücksichtigung der Mächtigkeit in den
ursprünglichen Zustand. Am häufigsten
Die Masse der A- und
B-Horizonte sind
wichtige Qualitätskriterien eines Bodens.
Diese beiden Horizonte
müssen getrennt
abtransportiert und
gelagert werden.
Bild: Emmanuel Brandt, FRI
Autor Emmanuel
Brandt, Berater für
Pflanzenbau und
Experte für Bodenschutz auf Baustellen,
Fondation Rurale
Interjurassienne,
2852 Courtételle
Humus ist wertvoll. Ein deponierter Aushub muss angemessen dimensioniert
sein und regelmässig bewirtschaftet werden. Bild: Emmanuel Brandt, FRI
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33
PFLANZENBAU
Mehr aus Naturwiesen machen
DER FUTTERBAU ist auf vielen Betrieben die wichtigste Kultur. Sowohl der
TS-Ertrag pro ha, als auch die Qualität müssen stimmen. Um aus dem Grünland das
Bestmögliche zu erwirtschaften, ist eine ausführliche Bestandesbeurteilung zum
Vegetationsstart eine zentrale Grundvoraussetzung. Darauf sind Pflege und allfällige
Übersaaten abzustimmen.
Stefan
Lüthy
Für einen nachhaltigen Erfolg im
Grünland sind die folgenden sechs
Punkte entscheidend.
Analyse Geht der Winter zu Ende,
Mit starken Zinken
kann der Filz
ausgerissen werden.
Pflegemassnahmen
und allfällige Übersaaten sind nach einer
ausführlichen Bestandesbeurteilung der
Wiesen vorzunehmen.
sind die Grünflächen zu kontrollieren,
um die Bewirtschaftungsstrategie zum
Vegetationsstart festzulegen. Folgende
Fragen spielen eine zentrale Rolle:
• Sind Schäden an der Grasnarbe entstanden (z. B. durch Mäuse, Wildschweine, Engerlinge, usw.)?
• Sind Auswinterungsschäden da (z. B.
Schneeschimmel bei Raigräsern)?
• Wie dicht ist die Grasnarbe? Hat es
bereits viele Lückenfüller (Gemeines
Rispengras, Löwenzahn)?
Ein Bestand kann auch wegen falscher
Nutzung, Trockenheit oder Nässe Lücken aufweisen. Der Anteil wichtiger
Futtergräser geht zurück, die frei werdenden Stellen werden von Lückenfüllern besiedelt. Das sind meist schlechte
Futterpflanzen oder Weissklee. Für einen top abgestimmten Futterbaubestand bezüglich Ertrag, Qualität und
Ausdauer ist ein Verhältnis von
60 – 70 % Futtergräser, 20 – 40 % Klee
und maximal 10 % Kräuter anzustreben.
Zeitpunkt
bestimmen Bodenschluss, Wärme, Wasser und Licht: Das
sind die vier Elemente, die ein Sämling
braucht, um zu keimen. Zugleich sind
dies auch die Grundvoraussetzungen,
damit eine Übersaat zum Erfolg wird.
Der optimale Zeitpunkt einer Übersaat
ist vegetationsabhängig. Der grösste Erfolg ist zu erwarten sehr früh im Frühjahr, unmittelbar beim Vegetationsstart,
in Niederschlagsreichen Regionen nach
dem ersten Schnitt oder Ende August
bis September, wenn die Temperaturen
nicht mehr so hoch sind.
Maschinenwahl Das einzusetzende Gerät muss Mäusehaufen und Wildschweinelöcher verstreichen oder diese
ausebnen können. Dies ist mit einer
gängigen Wiesenegge möglich. Wenn
aber bereits eine Verfilzung oder Vermoosung festgestellt worden ist, muss
ein Gerät eingesetzt werden, das mit
starken Striegelzinken ausgerüstet ist.
Mit einer aggressiven Einstellung lässt
sich der Filz herausstriegeln. Bei hohem
Filzdruck muss oft ein zweiter Durchgang vorgenommen werden.
Ein Sämling kann nur im offenen Boden unter Licht- und Wärmeeinfluss anwachsen. Die durch das scharfe Striegeln entstandenen Lücken sind die Basis
für die nachfolgend ausgesäten Samen.
Wichtig ist, dass nach dem Striegeleinsatz nicht gleich mit einer Walze das
ausgestriegelte Filz-Pflanzenmaterial
wieder angedrückt und dadurch zum
Weiterwachsen geführt wird. Die Wiese
sollte nach dem Striegeln und Säen vor
dem Walzen gut abgetrocknet sein. Darum erfolgt das Walzen erst einige Tage
nach der Saat.
Mischungswahl Dem Standort und
der Bewirtschaftung angepasste Übersaaten-Mischungen bringen den besten
Ertrag. Darum gilt: Der Standort be-
34
stimmt die Mischungswahl. Vor allem
die Raigras-Fähigkeit des Standorts
spielt die entscheidende Rolle. In den
AGFF-Unterlagen sowie im UFA-Samen
Feldsamentkatalog 2012 gibt es detaillierte Informationen zur Mischungswahl.
Die Nutzung ist früh durchzuführen. Diesem Punkt gilt es eine besondere Beachtung zu schenken. Bei einer
Übersaat in eine bestehende Wiese hat
der noch vorhandene Bestand Vorteile,
da diese Pflanzen bereits etabliert sind
und schneller wachsen. So sind sie eine
grosse Konkurrenz für die auflaufenden
Keimlinge. Deshalb gilt: Schneiden sobald der Altbestand zu dominant wird.
Damit erhalten die neu auflaufenden
Pflanzen Licht, Wärme und den notwendigen Platz zum wachsen. Die Ernte
muss aber so schonend wie möglich
durchgeführt werden, damit die wachsenden Keimlinge unversehrt bleiben.
Am schonendsten ist deshalb Eingrasen,
Weiden oder Silieren.
Strategie
überdenken Jeder
«schlechte» Grünlandbestand hat seine
Geschichte. Es setzen sich immer jene
Arten durch, denen die besten Wachstumsbedingungen geboten werden. Das
«Ein-Mal-Eins» im Futterbau ist das
Kennen der wichtigsten Futterpflanzen,
deren Bewirtschaftung und Düngung.
Das ist der einzige Weg zum optimalen,
gewünschten Grünlandertrag.
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Autor Stefan Lüthy, UFA-Samen,
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PFLANZENBAU
Aufrechter Wuchs
VON WACHSTUMSREGULIERUNG können Ökonomen nur träumen, für
Getreidebauern ist sie eine alljährlich wiederkehrende Realität. Der Einsatz von
Pflanzenregulatoren senkt das Risiko für Lagerfrucht, jedoch müssen zum Zeitpunkt
des Applizierens das Kulturstadium und die Wetterbedingungen überprüft werden.
Damit die Standfestigkeit einer Kultur
gewährleistet ist, muss
eine klare Strategie
vorliegen, die während
der ganzen Anbauperiode umgesetzt
wird. Foto: agrarfoto.com
Aus verschiedenen Untersuchungen geht hervor, dass Lagerbruch
bei Getreide je nach Frühreife zu Ertragseinbussen von 5 bis 20 dt/ha
führt. Diese Abnahme entsteht, weil die
dem Licht ausgesetzte Pflanzenoberfläche und somit auch die Aktivität der
Photosynthese der Blätter abnimmt und
zudem der Wasser- und Nährstofftransport zwischen Wurzeln und restlicher
Pflanze gestört wird.
Durch Lagerfrucht wird ebenfalls die
Ernte in Mitleidenschaft gezogen, sodass die Qualität der Ernteprodukte
nicht mehr gewährleistet ist. Weiter
nehmen die Kornfeuchtigkeit, der Auswuchs, die Anzahl beschädigter Körner,
Insektenschäden und der Verschmutzungsgrad zu. Durch dieses Phänomen
werden das spezifische Gewicht und das
1000-Korn-Gewicht beeinträchtigt. Es
gibt also viele Gründe, Lagerfrucht vorzubeugen.
Funktionsweise Das
Pflanzenwachstum wird durch Pflanzenhormone reguliert, dazu gehören die Zytokinine, Gibberelline, Auxine, Ethylen und
Abszisinsäure. Die Produktion dieser
chemischen Stoffe durch die Pflanzen
schwankt während des Wachstums, bis
sich zum Schluss üblicherweise eine
normal entwickelte Pflanze gebildet
hat. Mit den Wachstumsregulatoren
Tabelle 1: Wichtigste Wirkung von
Wachstumsregulatoren
Wirkstoff
Chlormequat
Chlorid
(CCC)
MepiquatChlorid
ProhexadionKalzium
Trinexapac-Ethyl
Ethephon
Wirkung
• Verlangsamt die Gibberellinesynthese.
• Beeinflusst das Wurzelwachstum.
• Verlangsamt die GibberellineSynthese.
• Hemmt den Auxintransport
durch die Bildung von Ethylen.
Ergebnisse
• Reduziert die Halmstreckung
und stärkt den Halm.
• Hemmt den Auxintransport
durch die Bildung von Ethylen.
• Blockiert den Transport von
Auxinen durch die Bildung von
Ethylen.
• Hemmt das Längenwachstum.
• Reduziert die Zelldehnung und
stärkt das Halmgewebe.
• Stärkt die Halmbasis und
fördert die Wurzelentwicklung.
• Reduziert das Zellwachstum,
stärkt die Zellwände.
• Beschleunigt die Reifung des
Gewebes.
• Besonders geschätzt zur
Bekämpfung von Lagerfrucht
bei entwickelter Gerste.
soll die Produktion dieser Pflanzenhormone gesenkt oder ausgeschalten werden, obgleich deren Wirkung oft auf
Gibberelline und Auxine ausgerichtet
wird. Die unterschiedlichen Applikationsstadien von Wachstumsregulatoren
ergeben sich direkt aus den verschiedenen Syntheseperioden der Pflanzenhormone in der Pflanze.
Die Wirkung der Regulatoren
auf das Gewebe ist unterschiedlich und
kann anhand der Zellen untersucht und
gemessen werden. Die Studien zeigen,
dass die Halmwände stärker und das
Gewebe dichter ist, zudem sind die Zellen kürzer. Dadurch sind die Halme wi-
PFLANZENBAU
Tabelle 2: Wichtigste
Pflanzenwachstumshormone
Natürliche
Entstehungsort
chemische Boten im Getreide
Cytotkinin
Wurzeln, Knospen
Gibberelline
Junge Pflanzenteile
Auxine
Oberste Pflanzenteile
Ethylen
Ganze Pflanze
Abszisinsäure
Körner, Knospen, Früchte
derstandsfähiger und die Gefahr ist geringer, dass die Pflanzen brechen.
Es ist möglich, der Lagerfrucht vorzubeugen. Wachstumsregulatoren müssen nicht zwingend appliziert werden
und sollten nur auf Risikoparzellen zum
Einsatz kommen. Humusreiche Böden,
hohe Stickstoffreserven Ende Winter,
Sorten mit schwacher Standfestigkeit,
hohe und unregelmässige Hofdüngergaben, dichte Bestände und frühe Aussaat
sind die Faktoren, die die Lagerfrucht
begünstigen.
Das Einhalten der Saatzeit und Saatmengen, die Wahl von standfesten Sorten sowie eine auf die Parzelle abge-
UFA-REVUE · 3 2012
Wirkung auf die
Getreideentwicklung
Stimuliert die Vermehrung von Zellen,
Wurzeln und Wurzelschösslingen.
Stimuliert die Entwicklung aller
Pflanzenteile und das Längenwachstum. Hemmt das Wurzel- und
Knospenwachstum.
Stimuliert das Längenwachstum der
Zellen, insbesondere beim Halm.
Blockiert Auxine, fördert die Gewebestärke und die Reifung.
Hemmt das Wachstum
Das Vorbeugen von
Lagerfrucht beginnt
bereits mit der Wahl
einer robusten Sorte
und der geeigneten
Aussaatdichte.
stimmte Düngung bilden weitere wirksame Massnahme zur Senkung des Lagerfruchtbefalls.
Das Wetter spielt bei einem erfolgreichen Einsatz von Wachstumsregulatoren bei Getreide eine wichtigere Rolle
als das Pflanzenstadium.
Ist die Wettersituation bei geeignetem Pflanzenstadium für eine Applikation ungünstig, sollte besser zugewartet
und später mit einem Produkt für ein
fortgeschritteneres Pflanzenstadium appliziert werden. Trockene Pflanze,
wüchsige Bedingungen und viel Licht
sind für die Anwendung von Wachstumsregulatoren günstig. Bei Frost, Bise,
Foto: Sulky Burel
grossen Schwankungen zwischen Tagund Nachttemperaturen, Hitzeperioden, Wasser- oder Nährstoffmangel
sollten keine Wachstumsregulatoren
ausgebracht werden.
Die Produktionsstrategie beim
Getreideanbau muss vor der Aussaat
festgelegt werden. Unabhängig davon,
ob intensiv oder extensiv angebaut
wird, ist das Ziel dasselbe: Den besten
finanziellen Ertrag pro Hektare zu erreichen. Während bei der extensiven Methode die Strategie darin besteht, möglichst wenig Einträge vorzunehmen um
die Produktionskosten zu senken, versucht man bei der intensiven Produktion, eine maximale Wirkung der verwendeten Einträge zu erzielen.
Die Applikation von Wachstumsregulatoren ist beim intensiven Getreideanbau mit Zusatzkosten verbunden. Für
einen maximalen Ertrag muss das gesamte Pflanzenpotential ausgeschöpft
werden und der Getreidebauer ist gezwungen, beim Einsatz von Wachstumsregulatoren an die Grenzen zu gehen.
Eine ungeeignete Applikation kann sich
jedoch auf die Qualität und den Ernteertrag schlecht auswirken.
Nur durch sorgfältiges Beobachten
von Kultur und Wetter sowie fundierte
Kenntnisse über die Parzelle ist es möglich, die höchsten Produktionsziele zu
erreichen. Die Wachstumsregulatoren
sind ein Instrument, das gut beherrscht
werden muss, damit es tatsächlich
wirkt.
䡵
Pflanzenhormone
Die Pflanzenhormone,
genannt Phytohormone, sind organische
Moleküle, die mit
winzigen Dosen die
Zellfunktion beeinflussen. Sie werden in sehr
schwachen Mengen
durch die Pflanze
synthetisiert und
transportieren eine
Information, die sich
auf die Funktionsweise
eines Stoffes oder
eines Organes
auswirken. Oft sind
sie Stimuli für die
Zelldifferenzierung und
die Pflanzenentwicklung, während ihre
Synthese und
Verteilung im Innern
der Pflanze sehr oft von
externen Stimuli wie
Licht oder Temperatur
abhängt.
Autor Gaël Monnerat,
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Maissaat 2012
DIE MAIS-SORTENWAHL ist wichtig. Nach dem aussergewöhnlichen Jahr 2011, sind womöglich einige versucht,
spätreifere Sorten einzusetzen. Die Reife muss in jedem Fall
erreicht werden, damit die Maissorte die Anforderungen
für die optimale Verwendung erfüllen kann.
Mit der Verwendung von Körneroder Silomais, der ausschliesslich
für die Tierproduktion bestimmt ist,
muss man beim Maisanbau im Hinblick auf die Sortenwahl besonders vorsichtig sein. Der Bauer muss vorerst die
Sorten wählen, bei denen Frühreife und
Produktionsregion gut aufeinander abgestimmt sind. Ziel ist, den Mais zu einem günstigen Zeitpunkt zu ernten, das
heisst, Silomais ab 30 % TS und Körnermais bei etwa 30 % Wassergehalt. Nach
dem extrem guten Jahr 2011 ist es einerseits verständlich, anderseits aber
auch ein Wagnis, sich für
spätere Sorten zu entscheiden, die ein höheres Ertragspotenzial versprechen. Bei der
Sortenwahl muss auch die spätere Ernte berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Qualitätsanalysen von Agroscope
Changins-Reckenholz sind gute Hilfsmittel, um eine Sorte zu wählen, die den
richtigen Stärkegehalt oder die gewünschte Verdaulichkeit aufweist. UFASamen bietet ein komplettes Sortiment
mit den besten Sorten an, die sich vorzüglich für ihre Bedingungen eignen.
Die späteren Sorten haben ein höheres
Ertragspotenzial, aber können damit die 30 % TS
mit den Voraussetzungen des eigenen
Betriebs erreicht werden?
Foto: Pöttinger
Der Grundstein für eine
Qualitätsernte wird mit der am
besten geeigneten Sorte gelegt.
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Körner- und Siloertrag
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Mittelfrühe Sorten
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• Ceresia: Hohes Ertragspotenzial
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GVS Schaffhausen,
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Mittelspäte Sorten
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Gehalt
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Fortsetzung
Seite 44
39
PFLANZENBAU
Ertrag und Qualität optimieren
SCHWEFELDÜNGUNG Um ein hohes Ertragspotenzial zu erzielen, muss der Nährstoffbedarf der Pflanzen gedeckt werden. Genetische Verbesserungen bei den Sorten
gehen einher mit dem Rückgang des Schwefeleintrags aus der Atmosphäre, was zu
Mangelerscheinungen führt. Diese gilt es zu verhindern, so dass das Pflanzenpotenzial
ausgeschöpft werden kann und eine Qualitätsernte gewährleistet ist.
Jakob
Roth
Schwefel ist für den Stoffwechsel
von Pflanzen und Tieren ein wichtiges Element. Er ist nicht nur bei
zahlreichen chemischen Reaktionen
beteiligt, sondern auch in schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin und
Cystein enthalten, die für einige Tiere
und insbesondere für Menschen und
Schweine sehr wichtig sind. Schwefelmangel ist ein junges Phänomen. Während Jahren profitierten die Kulturen
vom Schwefel, der bei der Verbrennung
von fossilen Treibstoff ausgestossen
wird und in den Boden gelangt, wo er
zu Sulfat umgewandelt wird, das die
Pflanzen zur Deckung ihres Nährstoffbedarfs aufnehmen.
Der Nährstoffmangel, der sich
heute zeigt, hat zwei Ursachen. Einerseits sank der Schwefeleintrag aus der
Atmosphäre aufgrund des technischen
Fortschritts bei Motoren und Heizungen
und andererseits erhöhte sich der Nährstoffbedarf der Pflanzen wegen der Steigerung des Pflanzenertrags. Mit dem
Rückgang der Ausstossmenge und des
gleichzeitig erhöhten Bedarfs sind die
Voraussetzungen für die erwähnten
Mangelerscheinungen gegeben.
Schwefeldüngung ist im Ackerbau
Standard, denn Ackerbau-Betriebsleiter wissen seit rund zwanzig Jahren,
dass Mängel auftreten können. Diese
führen zu Ertragseinbussen von bis zu
60 % beim Raps und 30 % beim Weizen. Im Grünland konnte bislang der
Schwefelbedarf auf der Parzelle mit
Hofdüngern gedeckt werden. Die Erfahrung zeigt, dass dies heute nicht
mehr zutrifft. Die Schwefelgehalte im
Hofdünger sind zu gering, um den Bedarf zu decken.
Saftige Wiesen als Ziel
Josef Gschwend
Josef und Judith Gschwend bewirtschaften
mit ihren vier Kindern den Betrieb in
Bursthof in Altstätten mit einer LF von
30.8 ha, davon 6 ha Ackerland (Mais). Die
Betriebszweige umfassen Milchproduktion,
Kälber- und Munimast. 2009 haben sie
einen Laufstall für 44 Milchkühe errichtet.
UFA-Revue: In welcher Form versorgen Sie
Ihre Kulturen mit Nährstoffen?
Josef Gschwend: Mit unseren Tieren
setzen wir auf Hofdünger und verwenden
zur Ergänzung Mineraldünger. Seit zwei
Jahren setze ich schwefelhaltige Dünger
wie «Kieserit» ein, da sich Probleme mit
der Schwefelversorgung zeigten.
40
Wie bemerkten Sie, dass bei der
Schwefelversorgung Probleme bestehen?
Vor allem beim Grünland zeigte sich im
zweiten und dritten Schnitt ein schwacher Wuchs. Trotz Düngung nach Normen
wies der Bestand eine helle bis gelbe
Farbe auf, was auf einen Schwefelmangel
hindeutete. Seither dünge ich im Frühling
zusätzlich mit 1.5 kg «Kieserit» pro Are.
Was hat sich dadurch verändert?
Die Wiesen sind während des ganzen
Sommers grün und optimal im Schuss.
Der Stickstoff meines Hofdüngers wird
dadurch besser ausgenutzt. So konnte ich
Ertrag und Qualität steigern.
Die Symptome von Schwefelmangel äussern sich ähnlich wie bei einer
Unterversorgung mit Stickstoff oder
Magnesium. Da Schwefel in der Pflanze
nur bedingt mobil ist, sind erste Anzeichen an den jungen Blättern sichtbar.
Die Entfärbungen oder Blattchlorosen
beginnen am Blattrand und breiten sich
zur Blattmitte aus. Die Blätter nehmen
eine hellgrüne, bei ausgeprägtem Mangel auch eine gelbliche Farbe an. Die
Blattadern hellen sich auf und können
sich weisslich verfärben.
Schwefel wird von den Pflanzen in
Form von Sulfat (SO4 2-) aufgenommen. Diese Form ist äusserst wasserlöslich und wirkt daher schnell. Dadurch
besteht aber auch ein erhöhtes Auswaschungsrisiko. Eine Schwefeldüngung
ist somit vergleichbar mit einer Stickstoffdüngung. Hohe einmalige Sulfatgaben können zu Auswaschungen führen. Zur Senkung dieses Risikos kann
eine Schwefelapplikation in organischer Form oder in Form von Elementar-Schwefel (S) erfolgen, wodurch das
Auswaschungsrisiko umgehend gesenkt wird.
Dies hat jedoch zur Folge, dass Bodenmikroorganismen den Schwefel mineralisieren müssen, bevor er den
Pflanzen zur Verfügung steht. Dadurch
verlangsamt sich der Düngungsprozess,
was die Wirkungsdauer wiederum erhöht. Aus diesem Grund sind kleinere,
mehrfach applizierte Mengen einer
einzigen hohen Schwefel- oder Schwefelsulfatgabe vorzuziehen. Wird mit
Elementarschwefel gedüngt, kann einmalig eine grosse Menge ausgebracht
werden, ohne dass daraus erhebliche
Verluste entstehen.
3 2012 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
Landor Schwefel
Landor Schwefel 80 % ist wasserlöslich
und wird in die Gülle eingerührt oder in
den Mist eingestreut.
Anwendung
Gülle: Für die Applikation 1 kg/m3
Landor Schwefel einrühren.
Mist: Vor dem Ausbringen 1 kg/m3
Landor Schwefel in den Mist einstreuen.
Hauptanwendungszeit
Frühling und Sommer.
Beispiel
1 kg Landor Schwefel 80 % in 1 m3 Gülle
eingerührt, ergibt bei 20 m3 Gülle pro
Hektare 16 kg Schwefel.
Wirkung von Schwefel
Schwefel erhöht den Ertrag und die
Qualität der Kulturen. Schwefel ...
• ist ein wesentlicher Baustein für die
Produktion von Eiweiss in den
Pflanzen.
• verbessert die Backqualität von
Getreide.
• fördert das Gleichgewicht von
Kräutern in den Wiesen.
• verbessert die Kälteresistenz der
Pflanzen.
• verbessert die Wirksamkeit von
Stickstoff
Die Gefahr, dass auf einer Parzelle
Foto: agrarfoto.com
Schwefelmangel auftritt, hängt von
mehreren Faktoren ab. Das Risiko ist geringer, wenn der Boden organisches
Material aufweist, lehmhaltig und tiefgründig ist. Hingegen steigt das Risiko,
je steiniger der Boden ist und je ausgie-
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· 3 2012
UFA-REVUE
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biger die Winterniederschläge sind.
Wird Hofdünger regelmässig ausgebracht und werden die Normen der
Stickstoffdüngung berücksichtigt, kann
der Schwefelmangel gesenkt werden.
Diese Faktoren wurden für eine Evaluation der Risikoabschätzung für Schwefelmangel beigezogen.
Eine schlechte
Grünlandentwicklung
trotz einer genügend
hoch ausgebrachten
Güllenmenge könnte
auf einen Schwefelmangel zurückgeführt
werden, der die
Wirksamkeit von
Stickstoff herabsetzt.
Bild: Agrarfoto.com
Erst in jüngerer Zeit hat sich gezeigt, dass die Schwefeldüngung notwendig ist, da der Ausstoss durch fossile
Brennstoffe zurückgegangen ist und das
Ertragspotenzial der Ackerbaupflanzen
verbessert wurde. Heute ist Schwefel
ein wichtiger Faktor. Besteht ein Mangel, wirkt sich dies nicht nur auf den Ertrag aus, sondern auch auf die Qualität
der Ernteprodukte. In einer Zeit, in der
die Versorgung mit einheimischen Eiweissquellen an Aktualität gewonnen
hat, können mit der Schwefeldüngung
das ganze Potenzial der Kultur ausgeschöpft und Qualitätsernten sichergestellt werden. Dies trifft insbesondere
für Futterkulturen zu, denn proteinreiches Futter trägt zu einer verbesserten
Leistungsfähigkeit der Tiere bei.
䡵
Tabelle: Schwefelgehalt
in verschiedenen
Mineraldüngern
Ammonsulfat, granuliert
Bor-Ammonsalpeter
Mg-Ammonsalpeter
Novaphos
Patent-Kali
Kalisulfat
Korn-Kali
Kieserit
Landor Spezial
Terbona
Landor Kartoffeln
Landor Raps
24 %
14 %
7%
9%
19 %
18 %
7%
20 %
15 %
11 %
8%
5%
Autor Jakob Roth, Landor
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Effiziente Unkrautbekämpfung
in Kartoffeln
Die Planung und Vorbereitungen der
neuen Kartoffelsaison sind am Laufen.
Auch beim Pflanzenschutz hilft eine gute Organisation und der Vorbezug der
Produkte, um in der Saison nichts zu
verpassen. Meist sind die Spritzfenster
sehr kurz und es muss am Abend oder
am Wochenende gearbeitet werden.
Wer da richtig vorgesorgt hat, geht die
ganze Sache viel effizienter an.
Nach der Pflanzung wird die Unkrautbekämpfung sofort aktuell. Die reine Vorauflaufbehandlung nach dem
Pflanzen oder Dammformen ist am sinnvollsten, weil da die Felder auch gut befahrbar sind. Bei Pflanzverfahren mit Allin-One ist eindeutig das beste vor dem
ersten Regen zu behandeln, um die ersten Fahrspuren bei trockenen Bedingungen zu legen. In trockenen Jahren ist
es zudem ein Vorteil, dass noch genügend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist,
um von den Bodenwirkstoffen die volle
Wirkung zu erhalten. Was erwarten die
heutigen Kartoffelpflanzer von einem
guten Kartoffelherbizid?
1. Eine sichere Wirkung gegen die vorhandenen Unkräuter.
2. Genügende Wirkung bei Trockenheit
3. Hoher Anwenderkomfort betreffend
Gebinde, Formulierung und Reinigung.
Unkrautfrei bis zur Ernte.
Das Resultat der Unkrautbekämpfungsmassnahmen kann erst bei der
Ernte beurteilt werden. Dort entscheidet sich der Einfluss einer Verunkrautung auf den Kartoffelertrag, die Kartoffelqualität und die Erschwernis bei der
Ernte. Während der Saison wird des öftern «etwas» Unkraut toleriert, welches
dann bei der Ernte erheblich stört. In
trockenen Jahren sollte der zusätzliche
Wasserentzug und Ertragseinfluss des
Unkrautes nicht unterschätzt werden.
Die Mischungen mit dem Produkt
Centium 36 CS für den Einsatz im Vorauflauf haben die letzten zwei Jahre
auch bei Trockenheit überzeugt, insbesondere auch auf Betrieben im All-inOne Pflanzung. Der vom Raps her bekannte Wirkstoff Clomazone zeichnet
sich durch seine hervorragende Wirkung gegen Klebern und Knöteriche
aus. In Mischung mit Dancor 70 WG ergibt sich ein weites Wirkungsspektrum
und geben die Möglichkeit Wirkungslücken zu füllen.
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Saat- und Speisekartoffeln
Centium 36 CS
+ Dancor 70 WG
0,25 l/ha
0,50 kg/ha
Saat- und Speisekartoffeln
Sofort nach dem Pflanzen spritzen
und danach Flies verlegen
Titus
+ Exell
Sofort nach der Pflanzung oder
spätestens nach dem Durchstossen
der Kartoffeln behandeln
Gegen aufgelaufene Klebern,
40 g/ha
Amaranthen und Ungräser. Auf
0,5 l/ha
trockene Stauden behandeln.
Sortenverträglichkeit auf Etiketten beachten
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3 2012 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
Noch nicht ausgereizt
DIE FUTTERBAUERTRÄGE, so wie sie im vergangenen Jahr geerntet wurden,
lagen quantitativ auf hohem, qualitativ auf sehr hohem Niveau. Zwei neue
Mischungen von UFA-Samen für Übersaaten in Naturwiesen sollen helfen, die Erträge
auch künftig auf hohem Niveau halten zu können.
Der Grund für die hohen Futtererträge 2011 liegt vor allem beim
Wetter. Die Trockenheit im Frühjahr
konnten vor allem die Kunstwiesen
mit ihren tief wurzelnden Arten gut
wegstecken. Positiv kam dazu, dass bei
den Erntearbeiten die Böden mit den
schweren Erntemaschinen nicht «verkarrt» wurden und somit der Wiederaustrieb sehr positiv verlief.
Genau im richtigen Augenblick änderte das Wetter. In der Zeit, in der die
meisten Sonnenstunden pro Tag anfallen, wurde es regnerisch. Nicht allzu
warm und viel Regen während dieser
Zeit gibt bekanntlich viel Futter. Vor allem die Gräser profitierten von diesen
Bedingungen überproportional. Ein fast
nicht mehr endender Herbst füllte zudem die Futterlager noch vollständig.
Mischungswahl Das Wetter können wir – zum Glück – nicht beeinflussen, die Mischungswahl hingegen
schon. Bei immer extrem werdenden
Witterungsbedingungen kommt der
richtigen Mischungswahl eine grössere
Bedeutung zu. Es ist zentral, wenn die
bestehende betriebliche Mischungswahl überprüft und gegebenenfalls an
neue Situationen angepasst wird. Grosse Betriebe stellen oft ganz andere Ansprüche an die Futterbaumischung als
kleinere Betriebe. Fahrsilobetriebe als
Beispiel verlangen, dass die gesamte
Fläche miteinander geerntet werden
kann, um effizient und kostengünstig
Ernten zu können. Da gibt es keinen
Platz für eine pflanzengerechte, abgestufte Bewirtschaftungsintensität.
Der Ideale Schnittzeitpunkt kann in
der gleichen Gemeinde, je nach Standort um bis zu 10 Tage variieren. Da sind
UFA-REVUE · 3 2012
Neue UFA-Mischungen
«UFA Ensil»
«UFA U 462 AR»
Zusammensetzung
Zusammensetzung
Hanspeter
Hug
Rotklee 2n
25 g/a
Weissklee kleinblättrig
5 g/a
Mattenklee 2n
25 g/a
Weissklee grossblättrig
10 g/a
Weissklee grossblättrig
30 g/a
Englisch Raigras früh
40 g/a
Italienisches Raigras 2n
30 g/a
Wiesenrispe
60 g/a
Italienisches Raigras 4n
30 g/a
Rohrschwingel
Bastard Raigras
70 g/a
Saatmenge
Englisches Raigras
70 g/a
Wiesenschwingel
70 g/a
Saatmenge
350 g/a
85 g/a
200 g/a
Eigenschaften
• Übersaatmischung
Eigenschaften
• Für Naturwiesen und längerdauernde
Kunstwiesen
• 2 bis maximal 3 Nutzungsjahre
• Für Mäh- und Weidenutzung
• Zum Silieren und Eingrasen
• Für sonnige, flachgründige und
trockene Standorte
• Sehr gute Gülleverträglichkeit
• Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
• Sehr hoher Ertrag
Kompromisse nötig. Ein solcher Kompromiss heisst, dass die eine Parzelle etwas zu spät geerntet wird, die andere
etwas zu früh. Im Silo kann es trotzdem
eine recht gute Mischsilage geben, doch
die Flächenerträge an Qualität und/oder
Quantität sowie die Ausdauer leiden so
darunter.
Mit einer gezielten Mischungswahl
kann diesem entgegengewirkt werden.
Es gibt, je nach Art, recht grosse Unterschiede in der Frühreife der Gräsersorten. Frühreife Sorten sollten an späteren
Lagen, spätreife Typen an frühen Lagen
eingesetzt werden. Diese fachliche
Ausreizung kann mit Kunstwiesenmischungen in Raigraslagen leicht gemacht werden. Die Überlegung nach
der Raigrasart ist für die Erntezeitoptimierung entscheidend. Begrannte italie-
• Dichte Grasnarben
• Sehr gute Gülleverträglichkeit
• Exklusiv von UFA-Samen
nische Raigräser starten im Frühjahr
schneller als die englischen, unbegrannten Arten. Die Gefahr zur Lagerung ist
jedoch auch früher. Zudem schieben sie
im zweiten Aufwuchs auch schneller als
die englischen Raigräser. Mit dem gezielten Einsatz dieser pflanzenbaulich
sehr relevanten Unterschiede kann der
Futterbauprofi seinen Kunstfutterbau
optimieren und die Erntezeitpunkte
synchronisieren.
Mischungsrezepturen Sowohl
UFA-Samen als auch die AGFF überprüfen die bestehenden Mischungen ständig und suchen, wenn nötig, nach neuen Varianten. Während die AGFF ihre
Rezepte in Kleinparzellen mit Wiederholungen überprüft, macht dies UFASamen in Streifenversuchen und lässt
45
PFLANZENBAU
Erfahrungen aus der Praxis mit einfliessen. Schon oft haben ungewollte «Bewirtschaftungsfehler» von Landwirten
zu innovativen Ideen geführt. Ein grosser Beitrag zur Weiterentwicklung der
Futterbaumischungen wird durch die
Pflanzenzucht erreicht. Dank ausschliesslicher Verwendung von Sorten,
die in der Empfohlenen Sortenliste von
Futterpflanzen aufgeführt sind, erhält
der Landwirt weltweit die geeignetsten,
neusten und besten Zuchtsorten von
Futterpflanzen.
Zwei neue Mischungen «UFA Ensil» ist eine neue zweijährige Mischung,
die sich bestens zum Silieren und Eingrasen eignet. Der Name entstand
durch das französische Wort «ensiler»
(zu Deutsch «silieren»). Somit sagt bereits der Name, wie diese Mischung am
besten verwendet wird. Durch die ideale Zusammensetzung der einzelnen
Komponenten bringt diese Mischung
einen sehr hohen Ertrag. Die Standard-
mischung «UFA 240» diente als Grundgerüst, wobei der Wiesenschwingel die
Wiesenrispe ersetzt, die sich in vielen
«240er»-Anlagen nie richtig etablieren
konnte. Eingesetzt wird diese Mischung
vor allem im ein- bis zweijährigem Nutzungsbereich. Als Mischung zur Weideoder Dürrfutternutzung eignet sie sich
weniger.
«UFA U 462 AR» ist die Übersaatversion der Standardmischung «UFA 462».
Ihr Einsatz liegt in trockenen bis sehr
trockenen Gebiete mit einer beschränkten Raigrasfähigkeit. Neue Zuchtsorten
beim Rohrschwingel ermöglichen diese
sehr trockenheitsverträgliche Art neu
einzusetzen. Vor allem im MähweideUmtrieb oder in der reinen Mähnutzung
kann der zuckerreiche Rohrschwingel
eingesetzt werden. Sehr gute Trittfestigkeit und guter Narbenschluss zeichnen
diese Mischung weiter aus. Sie ist eine
Ergänzung des Sortimentes für Übersaaten in Naturwiesen mit Mäh- bis Weidenutzung.
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Mit zwei neuen Mischungen
ergänzt UFA-Samen das Sortiment.
Autor Hanspeter Hug,
UFA-Samen,
8401 Winterthur
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Verschärfte Transportvorschriften
Das neue Tierschutzrecht sieht eine
Ausbildungspflicht für in Viehhandels- und Transportunternehmen
tätige Fahrerinnen und Fahrer sowie
für jeweils eine Person in leitender
Funktion der Unternehmen vor. Die
transportbezogene Ausbildung ist
bei gewerbsmässigen Transporten
vorgeschrieben.
Eine Branchenlösung umschreibt
die Gewerbsmässigkeit wie folgt: Ein
landwirtschaftlicher Tiertransport
mit einem landwirtschaftlichen
Fahrzeug gilt als gewerbsmässig,
wenn der Landwirt mehr als durchschnittlich einmal pro Woche beziehungsweise mehr als viermal pro
Monat Tiere von Dritten in Schlachtbetriebe transportiert. Tiertranspor-
te mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen durch Landwirte, wie Transporte
im Zusammenhang mit der Sömmerung, mit Märkten oder Ausstellun-
gen, gelten nicht als gewerbsmässig.
Unter www.viehhandel-schweiz.ch
finden Sie die Details zu den Ausund Fortbildungskursen. Proviande
Silo gut reinigen
Mortellaro:
Genetik als Ursache
Kein maximaler Rostanteil
Grosse Temperaturschwankungen
zwischen Tag und Nacht führen im
Frühling zu Kondenswasserbildung
und damit zu einem besonders ausgeprägten Pilzwachstum im Silo.
Würfelfutter verdirbt eher als Mehloder Expanderfutter, weil die feuchte Luft in den Hohlräumen besser
zirkulieren kann. Wichtig ist, das Silo vor der Befüllung ganz zu leeren
und mit dem Besen gut zu reinigen.
Bei der Selektion sollte darauf geachtet werden, ob eine Kuh anfällig
auf Mortellaro ist. Die Anfälligkeit
für diese Klauenerkrankung scheint
vererbbar zu sein, wie neue Studien
aus England zeigen. Hauptaugenmerk bleibt aber weiterhin auf einer
regelmässigen Klauenpflege und
möglichst trockenen Laufflächen.
Früherkennung des
Milchfieberrisikos
Fett oder Fleisch?
Gentests sollen es künftig ermöglichen, in der Mast zwischen Tieren
zu unterscheiden, die das Futter
eher zu Fett verarbeiten, und solchen, die vor allem Fleisch ansetzen.
Davon würde der Zuchtfortschritt
profitieren.
proplanta.de
UFA-REVUE · 3 2012
Säure-Basen-Parameter im Harn
sind nur beschränkt geeignet, um
das Milchfieberrisiko früh zu erkennen. Die pH-Messung im Harn oder
die Berechnung der Säure-BasenParameter, wie es der UFA-Beratungsdienst anbietet, liefern vergleichbare Infos. Das zeigt ein
Versuch von Agroscope LiebefeldPosieux mit einer Grassilage-Maissilage-Heu-Ration für 100 Galtkühe.
Im Artikel «Genügend Zeit einberechnen» der UFA-Revue 1/12 wurde in der Tabelle ein maximaler
Rostanteil (m2) erwähnt. Eine solche
Forderung gibt es in der Tierschutzverordnung nicht. Diese schreibt
nur eine minimale Gesamt- und eine
minimale Liegefläche pro Tier vor.
Als Minimum (nicht Maximum) für
eine Aktivitäts- oder Kotfläche lässt
sich die Differenz von Liege- zu Gesamtfläche ausrechnen.
Der Rostanteil darf höher sein als
diese Differenz, wenn die Gesamtfläche pro Tier mehr als die minimal
vorgeschriebene Fläche beträgt. Die
Fläche ausserhalb des Liegebereiches muss nicht unbedingt ein Rost
sein, sondern kann aus unperforiertem Boden bestehen.
SAK: Für Sauen am
meisten reduziert
Die Faktoren zur Berechnung der
Standardarbeitskräfte (SAK) auf
einem Landwirtschaftsbetrieb sollen mit der Agrarpolitik 2014/17
dem aktuellen technischen Stand
angepasst werden. Prozentual
verlieren dabei die Zuchtschweine
am meisten (– 50 %). Eine Grossvieheinheit Zuchtsauen zählt
demnach noch 0.02 SAK. Eine bedeutende Veränderung gibt es
auch bei der landwirtschaftlichen
Nutzfläche (ohne Spezialkulturen),
bei denen der SAK-Satz um 29 %
auf 0.02/ha reduziert werden
soll. Der Zuschlag für Kartoffeln
wird um 20 % auf 0.036/ha gesenkt und bei den «anderen Nutztieren» (Mast-, Aufzuchtrinder,
Pferde usw.) betragen die SAK neu
0.025 (– 17 %).
In der Agrarpolitik haben die
SAK eine Bedeutung für den Erhalt
von Direktzahlungen (mindestens
0.25 SAK) und Strukturverbesserungsbeiträgen (meist mindestens
1.2) sowie für die Einstufung
als landwirtschaftliches Gewerbe
(mindestens 1, in einigen Gebieten
0.75), damit Familienmitglieder
den Betrieb zum Ertrags- statt
zum Verkehrswert übernehmen
können.
Änderungen sind vorbehalten.
Denn die Agrarpolitik 2014/17
wird im Bundesparlament noch
diskutiert.
Tagesaktuelle Neuigkeiten
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49
NUTZTIERE
Ticken Hochleistungskühe anders?
DIE BRUNSTERKENNUNG ist bei Hochleistungskühen schwieriger, weil sich die
Dauer verkürzt, während der das Tier «steht». Wird die Fruchtbarkeit pro Kilogramm
Milch betrachtet, stellen längere Zwischenkalbezeiten nicht unbedingt ein Problem dar.
Jedoch lohnt es sich, mehr in die Tierbeobachtung und/oder entsprechende Hilfsmittel
zu investieren.
Seit Domestikationsbeginn werden
Kühe selektiert. Jahresleistungen
von 10 000 kg Milch und darüber
kommen immer häufiger vor. Beim
Rind sind 44 charakteristische Verhaltensweisen bekannt, die sich mit höheren Leistungen teils verändern. Entsprechend muss das Management reagieren.
Wilfried
Brade
Mehr Mahlzeiten Als tagaktive
Die Fruchtbarkeit ist
bei Hochleistungskühen die bedeutendste
Herausforderung.
Tiere fressen Rinder 60 bis 90 % der Futtermenge in der Hellphase. Der höhere
Energie- beziehungsweise Nährstoffbedarf führt dazu, dass die hochleistende
Kuh vergleichsweise länger am Futtertisch verweilen muss. Gleichzeitig steht
der Hochleistungskuh weniger Zeit zum
Ruhen und Liegen zur Verfügung. Der
Landwirt kann das Ruhebudget wie
folgt beeinflussen:
Liegen/Ruhen
soziale Interaktionen
Wiederkauen
Trinken
Management bedingte Aktivitäten
Milchmenge
Zeitbedarf pro Tag (h)
3–6
(9 – 14 Mahlzeiten)
12 – 13
2–3
7 – 10 h
0.3
2 – 3.5
Grafik: Wahrscheinlichkeit der Brunsterkennung
aufgrund des «Stehens» beim Bespringen
100
Prozent
80
60
40
20
0
30
34
Beobachtungsintervalle:
50
38
42
46
Milchleistung (kg/Kuh/Tag)
6h
12 h
ren, zu akzeptieren. Allgemein gilt, dass
die Galtzeit etwa das Zwei- bis Dreifache der Milchmengenleistung in der
Laktationsspitze betragen soll (z. B. bei
43.5 kg Milch/ Kuh/Tag etwa 100 Tage).
Nicht zu schnell Auf der Weide le-
Tabelle: Zeitbudget für laktierende Kühe
(= Orientierungswerte)
Aktivität
Fressen
• Gezielte Gruppenbildung: höhere
Energie- und Nährstoffdichte im Futter für die höher leistenden Tiere.
• Kraftfutter-Automatenfütterung: höhere Kraftfutterzuteilung bei höherer
Leistung.
50
24 h
mal
zwei Viele
Milcherzeuger stellen negative Tendenzen bei der Herdenfruchtbarkeit hochleistender Kühe fest. Zu den Ursachen
gehören das Energie- und Nährstoffdefizit in den ersten 70 bis 80 Laktationstagen, die begrenzt verfügbare Zeit für
die Brunstbeobachtung oder eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit.
Die Brunstdauer (Beginn bis Ende des
«Stehens») scheint bei Hochleistungskühen kürzer zu sein. Diese Verhaltensänderung erfordert eine intensivere Herdenbeobachtung und -betreuung
(Grafik). Gleichzeitig ist der Einsatz
technischer Hilfsmittel (z. B. Pedometer)
mit zunehmender Herdengrösse empfehlenswert. Auch sollte es durchaus
rentabel sein, längere Zwischenkalbezeiten für hochleistende Tiere, im
Vergleich mit den leistungsschwäche-
gen Rinder etwa 3 bis 4 km zurück. Vor
allem laktierende und hochtragende
Kühe sollten nicht zu schnell getrieben
werden. Geschwindigkeiten von über
5 km/h bedeuten für sie Stress.
Fazit Wie sich eine Kuh verhält,
hängt von der Genetik, Haltung und
vom Management ab. Hochleistungskühe benötigen nicht nur eine intensivere
Fütterung, sie sind auch auf eine intensivere (Brunst-)Beobachtung und Betreuung angewiesen.
䡵
Autor Prof. Dr. Wilfried Brade,
Tierärztliche Hochschule Hannover,
30159 Hannover.
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Fortsetzung
Seite 54
51
DF_Bio_0312 ok_2012 28.02.12 15:37 Seite 52
BIO-SEITE
Vorteil für Bio-Milchbetriebe
UNTERSCHIED ZWISCHEN BIO UND ÖLN Bio-Milchbetriebe haben eine
niedrigere Milchleistung pro Kuh, aber höhere Direktzahlungen und einen höheren
Milchpreis. Dadurch stehen sie besser da als ÖLN-Betriebe. Bei den gemischtwirtschaftenden Betrieben ist der Unterschied zwischen Bio und ÖLN nicht so stark
ausgeprägt.
Dierk
Schmid
Die Direktzahlungen
sind aufgrund der
Bio-Beiträge und des
grösseren Anteils an
RAUS-Programm
höher.
Bild: sinnart.com
Der Einkommensvorteil bei biologischen Gemischtbetrieben ist gegenüber ihren Kollegen mit Ökologischem Leistungsnachweis (ÖLN)
weniger stark ausgeprägt als bei den auf
Milchvieh spezialisierten Bio-Betrieben.
Aus den Zahlen der Zentralen Auswertung von Buchhaltungen der Jahre 2007
bis 2009 können die Gründe aufgezeigt
werden.
grösseren Anteil Spezialkulturen zurückgeführt werden kann.
Die Kosten für Nährstoffe und Pflanzenschutz sind in den Buchhaltungsergebnissen im biologischen Pflanzenbau
nicht direkt erkennbar. Sie ergeben sich
vor allem durch eine weitere und anders
gestaltete Fruchtfolge, höheren Arbeitseinsatz und der Kombination mit Tierhaltung. In der Summe führt dies zu einem Einkommensunterschied von rund
8000 Franken.
Bio-Milchproduktion Die BioMilchviehbetrieben produzieren bedingt durch die leicht kleinere Anzahl
Kühe und niedrigere Milchleistung pro
Kuh zwar insgesamt weniger Milch,
durch den höheren Milchpreis ist aber
die Rohleistung aus der Milch nur unwesentlich geringer als bei den ÖLNBetrieben. Die Direktzahlungen sind
aufgrund der Bio-Beiträge und des
grösseren Anteils an der Teilnahme im
Programm für Regelmässigen Auslauf
für Tiere im Freien (RAUS) höher. Niedrigere Kosten bei den Bio-Betrieben
sind in erster Linie Folge des gemäss
den Bio-Richtlinien geforderten geringeren Kraftfuttereinsatzes, der in direktem Zusammenhang mit der Milchleistung steht. Insgesamt ergibt sich bei
gleichem Arbeitseinsatz ein Einkommensvorteil von rund 20 000 Fr.
Gemischtbetriebe
Diese Gründe
gelten weitgehend auch bei den Gemischtbetrieben. Jedoch sind diese Betriebe im Vergleich mit ihren ÖLN-Kollegen etwas kleiner und halten weniger
Kühe, was zu einer niedrigeren Rohleistung aus der Milch führt. Trotz kleinerem Anteil an offener Ackerfläche erreicht die Rohleistung im Pflanzenbau
höhere Werte, was auch auf den etwas
52
3 2012 · UFA-REVUE
DF_Bio_0312 ok_2012 28.02.12 15:38 Seite 53
BIO-SEITE
Fazit
Bio-Milchbetriebe haben eine
niedrigere Milchleistung pro Kuh, aber
höhere Direktzahlungen und Milchpreise. Sie stehen besser als ÖLN-Betriebe
da. Bei den gemischtwirtschaftenden
Betrieben ist der Unterschied zwischen
Bio und ÖLN weniger ausgeprägt.
Diese Zahlen eignen sich nicht direkt
als Grundlage für eine allfällige Umstellungsentscheidung. Sie spiegeln den
strukturellen Unterschied des Produktionssystems im wirtschaftlichen Bereich
wieder. Die ökonomischen Auswirkungen einer Umstellung auf Bio-Produktion müssen betriebsindividuell geprüft
werden. Neben Produktionstechnik und
Investitionsentscheiden spielen auch
Fragen der Absatz- und Vermarktungsmöglichkeiten eine Rolle, da der Preis
für die Produkte ein entscheidender
Faktor ist.
䡵
KURZMELDUNGEN
Tabelle 1: Verkehrsmilchbetriebe Talregion, 10 – 30 ha
2007 – 2009 in Fr.
Rohertrag Total
davon Milch
davon Direktzahlungen
davon Bio-Beiträge
davon BTS / RAUS
Fremdkosten total
davon Futtermittel
davon Maschinen
davon Gebäude, feste Einrichtungen
davon Personalkosten
Landwirtschaftliches Einkommen
Ausserlandwirtschaftliche Einkommen
Milchproduktion (kg)
Bio
251 700
111 000
54 300
5 400
7 600
164 000
22 800
24 000
37 200
11 800
87 700
21 600
147 000
Nicht-Bio
238 700
116 400
42 800
0
5 700
170 100
28 700
23 600
34 400
11 200
68 600
20 700
175 000
Quellen der beiden Tabellen: ART, Referenzbereiche der zentralen Auswertung
Tabelle 2: Gemischtbetriebe Talregion, 10 – 30 ha
2007 – 2009 in Fr.
Rohertrag Total
davon Pflanzenbau
davon Milch
davon Direktzahlungen
davon Bio-Beiträge
Fremdkosten total
davon Dünger und Pflanzenschutz
davon Futtermittel
davon Gebäude und feste Einrichtungen
Landwirtschaftliches Einkommen
Arbeitsverdienst je FJAE
Ausserlandwirtschaftliche Einkommen
Milchproduktion (kg)
Bio
218 200
42 200
68 900
46 600
7 400
148 400
1 100
13 600
41 300
69 800
44 000
18 100
102 200
Nicht-Bio
235 200
37 800
81 400
44 300
0
173 600
7 800
22 200
30 900
61 600
41 900
23 800
126 900
Bio-Pioniere im Film
Thomas Alföldi und der Filmemacher
Benno Hungerbühler erzählen mit dem
Film «Zwischen Zorn und Zärtlichkeit»
die Geschichte des Bio-Landbaus und all
seinen Pionieren wie zum Beispiel Hanni
Buess, Fritz Dähler, Christof Dietler,
Ursina Eichenberger, Padruot Fried, Ernst
Frischknecht, Regina Fuhrer, Martin Ott,
Werner Scheidegger, Otto Schmid und
vielen mehr. Bezug: FiBL, Postfach,
5070 Frick, 062 865 72 72. Preis: 30 Fr.
(Bio-Suisse-Mitglieder 15 Fr.). Wer die
Geschichte des FibL kennenlernen will,
dem steht übrigens auch ein Film auf
youTube.com zur Verfügung. «Die FiBLChronik». info.suisse@fibl.org
Bio-Betrügern auf der Spur
Im Dezember 2011 deckten Ermittlungsbehörden einen gross angelegten Handel
mit gefälschten Bioprodukten auf. Nun
wollen Wissenschaftler aus elf europäischen Ländern den Bio-Betrügern das
Leben schwer machen. Bislang konnten
Bio-Produkte verkauft werden, sofern der
landwirtschaftliche Betrieb als Bio-Betrieb zertifiziert ist. Eine Kontrolle der
Lebensmittel selbst gab es nur in Verdachtsfällen. Mit dem europaweiten
Forschungsprojekts «Authentic Food» soll
nun gemäss dem Newsletter Forschung
Ökolandbau geklärt werden, inwieweit
Aussagen über die Produktionsweise der
Lebensmittel getroffen werden können.
Mit verschiedenen Analysemethoden
lassen sich heute feinste Spuren von
Pestizidrückständen nachweisen. Auch
die geografische Herkunft mancher
Lebensmittel kann geklärt werden.
Knospe-Lizenz
2011 verzeichnet die Bio-Suisse erstmals
wieder eine steigende Zahl an KnospeLandwirtschaftsbetrieben. Auch hat auf
Ende 2011 zum ersten Mal die Zahl der
Knospe-Lizenznehmer bei den Verarbeitungs- und Handelsbetrieben die 800er
Marke überschritten.
Label-Schulung für Profis
• 27. März 2012: Schulung über
Bio-Verordnungen (CH, EU, USA, CA).
Autor Dierk Schmid,
Dipl. Ing. sc. Agr., ist
Mitarbeiter der zentralen Auswertung von
Buchhaltungsdaten.
Forschungsanstalt
Agroscope ReckenholzTänikon ART,
8356 Ettenhausen.
INF BOX
INFO
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2012
3 · 12
• 22. Mai 2012: Bio-Labels (Knospe,
M-Bio, Demeter, Bio Natur Plus).
• 19. Juni 2012: Berg- und Alpverordnung, Max Havellar, Suisse
Garantie, Aus der Region.
Kursort ist Bio-Inspecta, FiBL, Frick (AG).
Der Kurspreis beträgt für Bio-InspectaKunden 750 Fr. und beinhaltet
Dokumentation und Verpflegung.
Auskunft: Roland Bitzi, 寿 062 865 63 11
roland.bitzi@bio-inspecta.ch.
53
Marktplatz
Fortsetzung
von Seite 51
LANDTECHNIK
zu verkaufen
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Diesel; Heuwiesel, mit
Sitz; Mäher Agria, alt
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211, Vario TMS, in
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Motormäher Brielmaier, 27 PS, mit 2.6 m
Mähbalken
081 738 10 16 oder
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und Rohr, Fr. 300
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Montana, Fr. 100;
Milchtank Roka, eckig,
600 l, mit Wärmerückgewinnung, Fr. 2500;
Standeimer De Laval,
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mit Pulsator, mit
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gebraucht, top Zustand,
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Unterteilungen, Fr. 250;
Schlagbügel, Fr. 50;
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Tränkeeimer aus
Metall, Fr. 20; Teleskopverteiler, komplett,
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Lengerich, mit elektr.
Motor, Fr. 900;
Förderband Samas,
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Zaunpfähle, L. 1.7 m;
Motormäher Aebi
AM10, mit Gitterrad;
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Transporter
079 748 30 57
Autoanhänger
Wiederkehr, Gesamtgewicht 1500 kg, Nutzlast
990 kg, Ladefläche
170 cm x 400 cm, mit
Blachen-Verdeck,
Auffahrrampe, guter
Zustand, VP. Fr. 3800
078 744 30 32
Kreiselschwader, 2.8 m,
mit Stützrad
052 745 21 12 oder
079 567 83 11
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423, 42 PS, 11000 h,
Jg. 1967, vorne neue
Pneu, hinten 80%, mit
leichtverdeck und
Doppelrad, hydraulische Lastschaltstufe,
sehr guter Zustand, ab
MFK. Verhandlungspreis Fr. 10'000
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Rasentraktor, mit
Benzinmotor 7 PS, auch
zum Laubsammeln
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Honda zur Entfernung
von Unkraut auf
Pflasterstein und an
Strassenrändern NP. Fr.
7500, VP. Fr. 2100
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TB oder Trog, verzinkt,
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diversen Ausführungen;
Weidefutterraufen, in
div. Ausführungen,
12 Pl. Rundbogen, Fr.
900 inkl. MwSt. 7.6 %;
Div. Kälberiglus, inkl.
Umzäunung, mit Tränkevorrichtung und
Heuraufe, Fr. 590, inkl.
MwSt; Futtersilo, für
aussen; Weideunterstand, mit Pultdach,
Holzwände, Eisenkonstruktion, verzinkt, 4 x
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Fahrantrieb vor- und
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Honda Motor, 6.5 PS,
mit Anlasser, mit Öltank
20 l; 2-Tonnenbagger,
mit Tandemanhänger;
Ladewagen Pöttinger,
Trend, Tieflader; Heumesser, schneidfix;
Holzhacker, mit Benzinmotor
079 457 69 77
Spülautomat de Laval
Alwa 1600; Messerschleifgerät Rotax
Combi, ohne Motor
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Kreiselschwader
Pöttinger Top 28,
abnehmbare Armen,
Tastrad, sehr guter
Zustand, Fr. 2400
079 445 61 28
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079 580 16 37 oder
056 242 18 91
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der Kreisel, 5.2 m, sehr
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400 mm, 2 m Segmente, 1 Segment mit
Drehkranz, inkl.
Spannschellen, Einsatz
nur in Dürrfutter, in
tadellosem Zustand, Fr.
100 079 328 76 63
Kt. BE
Pferdeanhänger,
Jg. 2000, Leergewicht
737 kg, Gesamtgewicht
2000 kg, Stützlast
100 kg, Polyesterdach,
ungeprüft, Fr. 2300
079 772 12 60
Eternit-Dachplatten,
Asbest geprüft, div.
Längen, ca. 70 Stk;
Diesel- oder Heizöltank, 2000 l, mit Auffangwanne; Messerschleifapparat
061 761 51 18
Kratzbodenwagen JF
5000, Tandem, günstg
079 778 10 87
Tracteur Hürlimann
D90, expertisé, Fr.
3500 079 549 83 07
Fortsetzung
Seite 61
3 2012 · UFA-REVUE
TOP
ANGEBOTE
ATTRAKTIVE KONDITIONEN
UFA-Futtertage
10 % Rabatt auf UFA-Hobbytierfutter
Frühbezugsaktion CAKE-BLOC
und UFA 999
8. bis 10.3.2012
SPEZIALITÄT DES MONATS
UFA-Rumilac
Rabatt Fr. 20.–/100 kg
bis 31.3.2012
AKTION
Gratis
HYPONA-Ohrengarn
Ein Stück bei Bezug von HYPONAFutter ab Fr. 150.– , zwei Stück ab
Fr. 300.– (solange Vorrat)
bis 14.4.2012
AKTION
Tränkeautomaten
Gratis-Zubehör für über
Fr. 1200. – bei Kauf
eines Vario bei UFA
bis 31.3.2012
UFA-AKTUELL
UFA-ACTUEL
UFA-Futtertage in Ihrer LANDI
8. bis 10. März
Vom 8. bis 10. März 2012 finden in
Ihrer LANDI die alljährlichen UFAFuttertage statt. Auf Hobby- und
Profitierhalter warten attraktive Rabatte und tolle Beigabeartikel.
• CAKE-BLOC und UFA-Leckschalen erleichtern die Mineralstoffzufütterung und sichern die Bedarfsdeckung bei den Tieren.
• UFA Schaf- und Ziegenfutter mit
dem Zusatz «ProRumin» stehen
für eine hohe Pansenaktivität
dank Lebendhefen, eine gute
Energieverwertung dank Niacin
sowie eine hohe Schmackhaftigkeit dank Kräuterzusatz.
• Die Produktion von Geflügelfutter gehört seit langem zur Kernkompetenz der UFA. Eine ideale
Futterstruktur weisen Expanderfutter wie UFA 505 auf. Sie sind
hygienisiert und die Nährstoffe
sind besser verfügbar.
• UFA-Kaninchenfutter enthalten
Fenchel, was die Schmackhaftigkeit erhöht, die Widerstandskraft
der Tiere stärkt und die Milchproduktion der Zibben fördert.
Grosser Wettbewerb
Während der Futtertage führen
verschiedene LANDI einen Wettbewerb durch. Als Preis lockt ein
Kaninchen-Tranchierset.
10 % Rabatt auf dem UFA
Kaninchen-, Geflügel-, Schafund Ziegenfutter; Gratis-Ohrengarn bei Bezug von HYPONAFutter für über Fr. 150.–;
attraktive Konditionen bei
CAKE-BLOC und UFA-Leckschalen:
Das alles gibt es an den
UFA-Futtertagen!
TIPP DES MONATS
CONSEIL DU MOIS
UFA-Rumilac
Blähschutz
UFA-Rumilac ist bis am
31. März 2012 mit einem Rabatt
von Fr. 20.– pro 100 kg erhältlich.
UFA-REVUE · 3 2012
Junge Pflanzenbestände, ein hoher
Anteil Leguminosen sowie rasch
abbaubare Proteine begünstigen
Blähungen mit schaumiger Gasbildung im Pansen. In Speichel hätte
es schaumbrechende Komponenten. Bei hastigem Fressen ist die
Einspeichelung aber zu gering.
UFA-Rumilac enthält reinen
Dorsch-Lebertran von hochstehender Qualität und verhindert
eine übermässige Schaumbildung
im Pansen. Darüber hinaus werden
die Tiere via UFA-Rumilac mit fettlöslichen Vitaminen (A, E) und
Omega-3-Fettsäuren zur Stärkung
des Organismus sowie mit appetitanregenden Kräutern wie Hagebutten, Kamille und Brennesseln
versorgt. Die Verabreichung ist
einfach und arbeitssparend.
Das Problem
Junge Wiesenbestände, viel Leguminosen,
rasch abbaubare Proteine, schnelles Fressen.
Die Symptome
Schaumbildung und Blähung im Pansen.
Die Lösung
Für Kühe bis 250 g, für Schafe und Ziegen bis 50 g
UFA-Rumilac pro Tier und Tag vorbeugend einsetzen.
55
UNTERWEGS MIT...
EN ROUTE AVEC …
UFA-Zuchttechniker Peter Guggisberg
«Trotz vielen Dienstjahren bei der UFA
habe ich kein Problem, mich zu motivieren – auch weil die Schweinezüchter
sehr motivierte Kunden sind», stellt Peter Guggisberg fest. Seit über 30 Jahren
ist der Schweinespezialist bei UFA/Anicom tätig. Als Zuchttechniker nimmt er
die Lineare Beschreibung und Ultraschallmessungen auf den Kernzuchtund Vermehrungsbetrieben vor und organisiert den Zuchttierhandel mit der
Anicom.
Kernzuchtbetrieb Heute steht ein
Besuch bei der Familie Liechti in Utzenstorf auf dem Programm. Auf diesem
Kernzuchtbetrieb werden PREMO®Eber der Rasse Edelschwein-Vaterlinie für den Verkauf an Produktionsbetriebe und für die KB-Station
sowie Jungsauen (EdelschweinMutterlinie) für die Vermehrung
von PRIMERA®-Sauen gezüchtet.
«Ich will Qualität produzieren – das
schulde ich meinen Abnehmern»,
versichert Urs Liechti. Der Grundstein für eine hohe Qualität ist eine
konsequente Selektion der Tiere.
Ultraschall und Lineare Beschreibung Das geht so: Sauen und
Eber im Gewichtsbereich von 80 bis
120 kg werden beschrieben und gewogen, um den Lebendtageszuwachs zu
berechnen. Danach misst Peter Guggisberg die Fett- und Fleischauflage am Rücken mit dem Piglog-Gerät. Das Gesäuge wird auf Anzahl Zitzen links und
rechts, Anzahl Stülpzitzen und Anzahl
Zwischenzitzen (schwächer entwickelt
und zwischen normalen Zitzen) beurteilt. Bei den Hintergliedmassen gehören X-O-Beinigkeit, Säbel-Stuhl-Beinigkeit und die Fesseln (weich/steil) sowie
die Innenklauen (verkleinert/vergrössert) zu den Kontrollpunkten. Peter
Guggisberg verfügt über ein geschultes
Auge, so dass die Lineare Beschreibung
speditiv verläuft. Die erhobenen Daten
werden der Suisag elektronisch übermittelt. Rund zwei Drittel der Tiere erreichen das Soll und können an die Vermehrung weitergeleitet werden. Neben
der Ohrenmarke der Tierverkehrsdatenbank (TVD) erhalten zuchttaugliche
Eber auch die PREMO®-Marke. Ausserdem erfolgt gleichzeitig die Rotlauf- und
Parvoschutzimpfung. Ungeeignete Tiere
werden von Urs Liechti konsequent herausselektiert und geschlachtet.
Seit 1967 im Geschäft Der Be-
techniker tätig. Für die langjährige Zusammenarbeit mit UFA/Anicom nennt
Urs Liechti folgende Gründe:
• Gesicherter Tierverkauf zu bestmöglichen Preisen – auch in schlechten Zeiten.
• Korrekte Tierselektion im UFA 2000
Zuchtprogramm.
• Kompetente Beratung.
27 abgesetzte Ferkel UFA 2000
Kern- und Vermehrungszüchter gehören zur europäischen Spitze. Pro Sau
und Jahr setzen sie über 26.3 Ferkel ab,
die Saugferkelverluste befinden sich
deutlich unter dem Schweizer Schnitt.
Auf dem Betrieb Liechti werden in der
Edelschwein-Mutterlinie gar 27 Ferkel
pro Sau und Jahr abgesetzt.
Mix für Mast und Aufzucht Bei
den Sauen kommt das Säugendfutter
trieb Liechti ist im Jahr 1967 in die
Schweinezucht eingestiegen. Bereits damals arbeitete man mit der Anicom zusammen, seit 1980 kam das Zuchtprogramm UFA 2000 ins Spiel. «Dies war
ein wichtiger Schritt in unserer Betriebsentwicklung», erinnert sich Urs Liechti.
Während der ganzen Zeit war Peter
Guggisberg auf dem Betrieb als Zucht-
Betriebsspiegel
Urs und Annemarie Liechti, Marcel (17
Jahre), Melanie (12), 3427 Utzenstorf
Nutzfläche: 36 ha
Tierhaltung: 70-80 Muttersauen, 200
Mastplätze, 250 Jager- und Aufzuchtplätze
Arbeitskräfte: Betriebsleiter,
1 Angestellter, Mithilfe durch
Grossvater Hans
Peter Guggisberg, 3128 Kirchenthurnen
Geboren:
5. Juni 1955
Familie:
Zwei erwachsene Söhne
Werdegang: Seit 1978 bei der UFA, zuerst als Zuchtberater und
seit zehn Jahren als Zuchttechniker
Hobbys:
Familie, Garten, Sport, Männerriege
Motto:
«Schweinezüchter motivieren und mich von ihnen
motivieren lassen.»
56
Mit UFA 2000 Ferkeln
einen Schritt voraus
PREMO®-Eber stammen aus der
erfolgreichen Edelschwein-Vaterlinie. Dank einer konsequenten
Zucht auf den UFA 2000 Kernzucht- und Vermehrungsbetrieben
ist PREMO® ein ausgesprochen leistungsstarker Endprodukte-Eber mit
hervorragender Fleischqualität.
PRIMERA®-Jungsauen sind eine
Kreuzung von reinrassigen Tieren der
Rassen Schweizer Edelschwein und
Schweizer Landrasse zur vollen Aus3 2012 · UFA-REVUE
UFA 361-6 Extra (14 MJ VES/kg) und
das Galtsauenfutter UFA 362-6 Extra
(11.8 MJ VES) zum Einsatz. Um nicht ein
zusätzliches Silo aufstellen zu müssen,
Für die Zucht vorgesehene
Eber erhalten die blaue PREMOOhrenmarke.
werden die beiden Extra-Produkte für
die Mast- und Aufzuchttiere zusammengemischt (85 % Säugendfutter).
Drei Futter für die Kleinen Bereits ab zwei Lebenstagen wird den
Ferkeln das neue FRESTA® Gel in einer
Schale zugefüttert. Besonders bei leichten Ferkeln bewährt sich dieses gelartige Produkt, weil es den Übergang von
Muttermilch auf Prestarter oder Starterfutter erleichtert und die Muttersau entlastet. Ab der zweiten Lebenswoche
verabreicht Urs Liechti dann Starterfutter, so dass die Ferkel beim Absetzen bereits an feste Nahrung gewöhnt sind
und nicht in ein «Loch» fallen. Eine bis
zwei Wochen nach dem Absetzen
kommt der Wechsel auf UFA 412-6, wobei die Futterumstellung über rund sieben Tage schrittweise erfolgt. Ein Teil
der Mastjager geht via Anicom in den
TerraSuisse-Kanal.
Wühlerde und Eisenzucker Was
die Eisenversorgung anbelangt, hat Urs
Liechti – als Ergänzung zur Eisenspritze –
gute Erfahrungen mit UFA-Fenergie
(u.a. Eisenzucker) und UFA 303 Wühlerde gemacht, die beide mit dem Starterfutter gemischt werden können. Neben
Eisen enthält UFA 303 auch Huminsäuren, welche toxische Verbindungen und
Durchfallerreger in Schach halten helfen. UFA-Fenergie liefert noch Vitamin
C und E zur Stärkung des Immunsystems.
Wann steigen die Preise? Die
konsequente Zuchtarbeit und professionelle Produktionstechnik werden aktuell
von der Marktsituation überschattet.
Zusammen mit allen Schweinehaltern
wünscht sich Urs Liechti, dass die Preise
bald wieder steigen. «Die momentane
Marktlage ist gravierend», spricht er
Klartext. Unter den gegenwärtigen Bedingungen will sich Urs Liechti vorwiegend darauf konzentrieren, die Schweinehaltung weiter zu optimieren und
Kosten zu senken.
䡵
Mit dem Einsatz
einer Mischung
aus den beiden
UFA-SauenPhasenfutter wird
ein Silo eingespart.
BLICKPUNKT
POINT DE VUE
Urs Liechti,
Utzenstorf (BE).
«Der Beitritt
ins UFA 2000 war für
unseren Betrieb ein
wichtiger Erfolgsfaktor.»
nützung des Heterosiseffektes. Die
Kombination PREMO®-PRIMERA® im
UFA 2000 bedeutet:
• überdurchschnittlich viele abgesetzte Ferkel
• sehr gutes Wachstumsvermögen
• starke Futterverwertung
UFA-REVUE · 3 2012
• homogene Schlachtschweine
• beste Schlacht- und Fleischqualität
Da sich PREMO®-PRIMERA®Nachkommen im Hinblick auf die Bezahlungsmaske der Proviande als optimal erweisen, geht Urs Liechti
davon aus, dass sich diese Schweizer
Genetikmarke weiter durchsetzen
wird, mahnt aber auch: «Die Entwicklung muss weitergehen». Dazu trägt
Peter Guggisberg zusammen mit den
anderen UFA-Zuchttechnikern Toni
Agner (Zentralschweiz) und Alois
Gämperli (Ostschweiz) täglich bei.
ERFOLG IN DER PRAXIS
SUCCÈS DANS LA PRATIQUE
LESE-FUTTER
À LIRE
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Jörg Hottinger, Samstagern (ZH).
Praktisch: Propylenglykol in Würfelform
«Seit ich UFA-Ketonex EXTRA verfüttere, tritt Azeton bei meinen Kühen
deutlich seltener auf», stellt Jörg Hottinger fest. Der Landwirt hält 50
Brown Swiss Kühe und verabreicht
UFA-Ketonex EXTRA via Abrufstation.
Nach dem Abkalben ist der Energiebedarf von Milchkühen hoch, während der Verzehr noch nicht das gewöhnliche Mass erreicht. Hochkonzentrierte Futtermittel ermöglichen es, eine negative Energiebilanz
zu vermeiden und damit akuter oder
schleichender Ketose (Azeton) vorzubeugen.
Dank seiner Würfelform ist die Verabreichung von UFA-Ketonex und
UFA-Ketonex EXTRA gegenüber flüssigem Propylenglykol viel einfacher.
Neben Propylenglykol enthält UFAKetonex schmackhafte Träger- und
Aromastoffe für beste Fressbarkeit.
UFA-Ketonex EXTRA verfügt zusätzlich über Biotin für gesunde Klauen,
das Fruchtbarkeitsvitamin Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) sowie or-
ganisch gebundene Spurenelemente,
die von den Tieren besonders gut aufgenommen werden.
Einsatz von UFA-Ketonex und
UFA-Ketonex EXTRA (pro Kuh
und Tag): Eine Woche vor dem Abkalben mit 200 bis 300 g anfüttern, 400 g
vorbeugend nach dem Abkalben während zirka 40 Tagen, 600 g bei akuter
Ketosegefahr (zu fette Kühe), 800 bis
1000 g bei akuter Ketose (maximal vier
bis fünf Tage).
HOBBYTIER-ECKE
ANIMAUX D’AGREMENT
Was Federn und Eier über die Fütterung sagen
Befiederung und Legeleistung sind
eng mit der Fütterung verknüpft.
Limitierende Aminosäuren Je
nach Befiederungszustand variiert der
Erhaltungsbedarf. Als Faustregel gilt:
Pro 10 % weniger Gefieder muss die
Legehenne täglich rund 3 g mehr Futter aufnehmen. Protein dient – neben
der Deckung des Erhaltungsbedarfs
und zur Eibildung – auch dazu, ein
schönes Federkleid zu fördern. Beim
Geflügel zählen Methionin und Cystin,
von welchen das Schwefelelement zur
Federnbildung beiträgt, zu den limitierenden Aminosäuren.
58
Kalzium spielt eine wichtige Rolle
bei der Eischalenbildung. Zu Beginn
der Legetätigkeit wird im Futter ein
Kalziumgehalt von 3.5 bis 3.8 %, in
der zweiten Legephase von zirka 4 %
empfohlen. Wird ab der 50. Lebenswoche via separate Tröge 2 bis 3 g
Muschelschalen oder Kalkgrit je Tier
und Tag bereitgestellt, kann das Huhn
seinen Kalziumbedarf selber decken.
Tabelle: Futterverbrauch je Henne
Kombinierte UFA 505 / 605
Fütterung
UFA 506
UFA 503 / 603
zu Körnern
UFA 504
für Bio-Betriebe
Alleinfutter
Legehennenfutter zu Körnern
Körner-Plus
Bio-Legehennenfutter
90 – 100 g
Körner-Plus
20 – 30 g
UFA 525 / 625 Alleinfutter für Legehennen
UNIVERSAL NATURA
Jungsauenabo
Unregelmässige oder ausbleibende Bestandeserneuerung rächt
sich in der Ferkelproduktion
immer in einer Herdenüberalterung, verbunden mit Leistungsdepressionen. Die Lösung heisst:
UFA 2000-Jungsauenabonnement. Mit dem UFA 2000-Jungsauenbedarfsrechner wird die
notwendige Anzahl Jungsauen
pro Jahr ermittelt:
Jährlicher Jungsauenbedarf =
(Würfe je Sau und Jahr x
Bestandessauen)
Lebenswurfleistung
UFA-Berater
Services techniques
pro Tag
pro Jahr
3052 Zollikofen
058 434 10 00
80 – 90 g
35 – 40 g
30 kg
15 kg
1070 Puidoux
058 434 09 00
35 kg
6210 Sursee
058 434 12 00
10 kg
9500 Wil
058 434 13 00
115 – 125 g
45 kg
ufa.ch
3 2012 · UFA-REVUE
GENETIK
NUTZTIERE
Anteil so hoch wie noch nie
FLEISCHRASSEN-BESAMUNGEN nehmen seit drei Jahren zu. Dadurch sinkt
tendenziell die Genetikauswahl, was den Zuchtfortschritt beeinträchtigen kann. Dafür
verbessern sich die Schlachtqualitäten in der Rindviehmast und die Non-Return-Raten
steigen. Aktuell hat es noch genug Nutzkühe auf dem Markt, die Preise sind im Jahr
2011 sogar etwas gesunken.
Der Trend ging im letzten Jahr ungebremst weiter. Erneut wurden prozentual mehr Kühe mit Fleischrassen-Stieren (FrS) gedeckt (Grafik).
Zu den Vorteilen gehört, dass
Mäster mit besseren Tränkern versorgt
werden und so die Schlachtqualitäen
steigen, wie die Resultate 2011 der Anicom zeigen. Für den Milchviehhalter
bringen Tränker von FrS einen höheren
Verkaufserlös bei geringerem Risiko.
Werden Kälber aufgezogen und erst als
Kuh verkauft, ist dies vorerst mit hohen
Kosten verbunden.
Höhere
Non-Return-Rate Bei
Besamungen mit FrS liegt die Non-Return-Rate (NRR) höher als beim Einsatz
von Milchrassen-Stieren (MrS). Jutta
Berger von Swissgenetics erklärt: «Für
die künstliche Besamung ausgewählte
Maststiere werden – neben einem leichten Geburtsverlauf und einer guten Tageszunahme – gezielt auf die Befruchtungsfähigkeit selektioniert. Stiere der
Milchrassen dagegen unterliegen sehr
viel mehr Selektionskriterien: Leistungsund verschiedensten Exterieurmerkmale werden ebenso wie die funktionellen
Merkmale beachtet.» Die Befruchtungsfähigkeit sei daher nur eines von sehr
vielen Puzzleteilen, die einen guten MrS
ausmachen würden. Die Besamungsfähigkeit jedes Stiers ist im Samenkatalog
anhand der NRR 56 kommuniziert.
Bei mehr als einem Drittel FrSBesamungen bedarf es einer Erhöhung
der Nutzungsdauer, die aktuell knapp
drei Laktationen beträgt, damit der
Kuhbestand erneuert werden kann.
Aber: «Viele Milchkühe werden früher
veräussert als nötig», beobachtet Andreas Bigler von Swissherdbook und ergänzt: «Wenn weniger Nachzuchttiere
für die Selektion und den Verkauf zur
Verfügung stehen, wirkt sich dies mittelfristig negativ auf den Zuchtfortschritt
aus.» Je nach Blickwinkel positiv sei,
dass ein knapperes Angebot an Nutzkühen zu höheren Preisen führen könne.
Steigen nun die Kuhpreise?
Momentan ist dies noch nicht soweit.
Wegen der um 7 % zu hohen Milchproduktion, was etwa 7000 Kühen entspricht, kamen die Auktionspreise 2011
etwas tiefer als im Vorjahr zu liegen
(Fleckvieh: 2896 gegenüber 2998 Fr.
Grafik: Gleichläufiger Trend
Quelle: Swissgenetics
70 %
65 %
40 %
35 %
30 %
25 %
01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11
Jahre
Non-Return-Rate
UFA-REVUE · 3 2012
Anteil Fleischrassen-Besamungen
pro Kuh). Natürlich führen steigende
Milchleistungen auch zu einem Minderbedarf an Kühen (minus 500 pro Jahr),
während die Tierzahl in der Mutterkuhhaltung wächst. «Gut ist die Nachfrage
nach hochstehender Milchviehgenetik
und Bio-Kühen», bestätigt auch Gion
Capeder von der Graubünden Vieh AG.
Der Import von Zuchtrindern ist auf
1200 Stück pro Jahr begrenzt und erfolgt via Versteigerung. Mit dem tiefen
Euro haben die Zuschlagspreise (Zölle)
für die Importeure gegenüber 2010
massiv zugenommen. Der Kuhverkauf
ins Ausland ist wegen dem Wegfall der
Exportbeiträge im 2011 gegenüber dem
Vorjahr um 163 auf 392 Stück gesunken.
Der Anteil Besamungen
mit FleischrassenStieren lag 2010/11
bei über 34 %.
Spermasexing und genomische
Selektion Der Erfolg von gesextem
Sperma, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % ein Kuh- oder Stierkalb
bringt, spricht dafür, dass die FrS-Besamungen nicht abnehmen, da gezielt mit
den besten Tieren gezüchtet werden
kann. Gesextes Sperma und die genomische Selektion bringen den Zuchtfortschritt voran, während ihn die geringere
Auswahl an Zuchttieren hemmt.
䡵
Autor Matthias Roggli,
UFA-Revue, 3360
Herzogenbuchsee.
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www.ufarevue.ch
3 · 12
59
NUTZTIERE
Hilfsmittel gezielt kombinieren
DIE BEKÄMPFUNG ALLER ENTWICKLUNGSSTADIEN im Stall ist sehr wichtig,
um eine explosionsartige Fliegenvermehrung zu vermeiden. Schlüssel zum Erfolg einer
erfolgreichen Fliegenbekämpfung ist ein geplantes Vorgehen mit dem strategischen,
wiederholten, regelmässigen und überprüfbaren Einsatz der richtigen Mittel.
Martin
Meszaros
Jeder, der Nutztiere hält, ist wohl
oder übel mit dem Ärgernis der
Fliegen vertraut. Schon rein durch
die Belästigung kann eine Fliegenplage zu Produktionseinbussen führen.
Bekannt sind Fliegen auch als Träger
Grafik: Entwicklungsstadien
nur 15 % der Fliegenpopulation sind Adulte
85 % sind
Eier, Larven oder
Puppen
Fliegen
Puppen
Larven
Eier
und Verschlepper von ansteckenden
Keimen.
Feuchte Stellen als Brutstätte
Wer im Frühjahr bei noch tieferen Temperaturen durch die Ställe geht und ein
Auge auf die «Fliegensituation» wirft,
mag den Eindruck bekommen, dass die
Fliegenplage noch nicht so gross ist. Mit
dem Wissen, dass jede Fliege zuvor einmal eine Larve war und die sichtbaren,
erwachsenen Fliegen nur 15 % der Gesamtpopulation ausmachen, sollte die
Aufmerksamkeit auf feuchte Bereiche
zum Beispiel Pfosten, Tränkebecken,
Futterkrippen oder Stellen unter Spalten und Brettern gerichtet sein. An diesen Stellen werden bevorzugt die Eier
abgelegt und dort finden die Larven ein
ideales Milieu für ihre Entwicklung.
Massnahmen aufzeichnen Um
das «Übel» Fliegenplage an der Wurzel
anzupacken, wird eine kombinierte Fliegenbekämpfung empfohlen. Dies bedeutet, ein Larvizid und ein Adultizid
zusammen einzusetzen. Massnahmen
zur Larvenbekämpfung müssen frühzeitig getroffen werden. Nur mit entsprechenden Aufzeichnungen ist eine Kontrolle möglich, wie der Bekämpfungsplan umgesetzt wurde und welche
Massnahmen Erfolg hatten.
Physikalisch, biologisch und chemisch Gegen adulte Fliegen wird die
integrierte Fliegenbekämpfung empfohlen. Am besten hilft der gezielte Einsatz
Fliegenstress führt zu
Leistungseinbussen.
60
An den Rändern hat es in Tiefstreueställen am meisten Fliegenlarven.
Entsprechend sollen die chemischen
Mittel dort verteilt werden.
einer Kombination von physikalischen,
biologischen und chemischen Hilfsmitteln. Barrieren wie Schutznetze wehren
schon einmal den Einflug der unerwünschten Lästlinge in den Stall ab. Die
Förderung der Ansiedlung von natürlichen Fressfeinden wie der Schwalbe
führt zu einer weiteren Reduktion der
Population. Chemische Mittel schliesslich – die Bekämpfung der Larven an den
Brutstätten – unterbrechen den Entwicklungszyklus der Fliegen und die
Adultizide dämmen die ausgewachsene
Fliegenpopulation ein.
䡵
Autor Martin Meszaros, Novartis
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Fortsetzung
Seite 70
61
NUTZTIERE
Taktiken der Weideparasiten
EINE ENTWURMUNG oder die Eingabe eines Bolus wird nicht selten als notwendiges und kostspieliges Übel angeschaut. Der Entscheid für eine Behandlung fällt oft kurzfristig und man vergibt die Chance, Weideparasiten mit System zu bekämpfen. Eine
auf den Betrieb angepasste Parasitenstrategie ermöglicht es, das Wachstumspotenzial
der Rinder auszuschöpfen und die Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten.
Erich
von Ah
Weideparasiten benötigen Nutztiere als Zwischenstation in ihrer
Entwicklung. Sie wandern dabei in
ihr bevorzugtes Gewebe (Verdauung, Lunge oder Leber) und schädigen
dieses.
• Ein Befall mit Magen- und Darmwürmern führt in der Regel dazu, dass der
mögliche Zuwachs nicht ausgeschöpft
werden kann und die Tiere in der Entwicklung zurückbleiben. Die Tiere sind
struppig im Fell und haben ohne erkenntlichen Grund dünnen Kot.
• Ein massiver Befall mit Lungenwürmern beim Kalb führt zur Schädigung
des Lungengewebes und beeinträchtigt das Tier somit für das ganze weitere Leben. Bereits nach kleinen Anstrengungen ist ein tiefer und feuchter
Husten sowie schnelle Atmung beobachtbar.
• Beim kleinen Leberegel sind die Auswirkungen eines Befalles nicht klar ersichtlich. Aber die Leber ist für die spätere Milchkuh ein derart wichtiges
Stoffwechselorgan, dass mit negativen
Auswirkungen auf Leistung und Fruchtbarkeit gerechnet werden muss. Die
Schlachtbefunde von ausgemerzten
Kühen liefern einen wichtigen Hinweis, wie stark die kleinen Leberegel
vorhanden sind.
Die weiteren Ausführungen sind auf den
Befall mit Magen- und Darmwürmern
ausgerichtet. Beim Lungenwurm und
kleinen Leberegel spielen die geografischen und klimatischen Verhältnisse eine wichtige Rolle.
Schon im Herbst daran denken
Über den ganzen Sommer hatten die
Weideparasiten Zeit, sich auf den Weiden und in ungeschützten Tieren zu ver62
mehren. Für den Winter haben sie sich
drei Taktiken ausgedacht: Zum einen
verbleiben die ausgeschiedenen Wurmeier auf den Weiden und warten geduldig bis zum nächsten Frühling. Zum
andern finden sich auch nach dem Einstallen noch Eier im Kot, die je nach
Stallsystem die jungen Kälber im Stall
anstecken können. Zum dritten kapieren die Parasiten, dass die Weidezeit
vorbei ist und überwintern in den verwurmten Rindern als Ruhestadien. Sehr
wichtig ist daher, die Weiderinder nach
dem Einstallen im Herbst zu entwurmen. Es existieren Entwurmungsmittel,
welche die Ruhestadien vernichten und
man kann zusätzlich ein Mittel auswählen, das gegen Leberegel wirkt. Für die
gezielte Mittelwahl ist der Tierarzt der
Ansprechpartner.
Weiter sollte im Herbst festlegt werden, auf welche Weiden die jüngste
Tiergruppe im Frühling getrieben werden kann.
Trainingscamp organisieren Rinder entwickeln im Verlaufe der Aufzucht
eine Immunität gegen die meisten Parasiten. Die mit dem Weidefutter aufgenommenen Larven und Eier richten
dann in den Kühen keinen grösseren
Schaden mehr an. Dazu ist es aber notwendig, dass das Tier als Kalb mit den
Parasiten Kontakt hatte, um das eigene
Immunsystem zu entwickeln. Es ist besser, das Kalb zu Beginn nur einer kleinen
Dosis Larven oder Eier «auszusetzten»,
um das Immunsystem nicht zu überfordern. Ein Lehrling führt auch im ersten
Jahr die einfachen Arbeiten und Handgriffe aus und wird später dann mit anspruchsvolleren Aufgaben betreut. Auf
die Kälber im ersten Weidejahr übertragen heisst dies, dass diese ohne Entwurmung auf die Weide können. Es lohnt
sich aber, die vorangegangene Nutzung
in die Weidenwahl mit einzubeziehen.
• Im besten Falle wurde die Weide letztmals für Heu oder Silage geschnitten.
Denn dies reduziert die Larven und
Eier praktisch vollständig und führt
mit dieser tiefen Dosis zu einem guten
Aufbau der Immunität.
• Ebenfalls vorbildlich wäre eine Beweidung mit Kühen, denn diese nehmen
die vorhandenen Larven und Eier auf,
vernichten diese dank ihrer Immunität
und lassen so eine Weide mit tiefem
Parasitenbefall zurück. Die Fachwelt
spricht hier von einem «Staubsauger-
Günstige Alternative zu Parasitenboli
Neu ist Cydectin (Moxidectin) auch als langwirksames Präparat zur Injektion bei Rindern
erhältlich. Es ist das erste Injektionspräparat mit einer Wirkdauer von bis zu 150 Tagen
gegen Endoparasiten und bis zu 133 Tage gegen Ektoparasiten. Dieses Produkt stellt
aufgrund des modernen Wirkstoffes und der einfachen Applikation eine innovative und
preiswerte Alternative zu Parasitenboli dar.
Die neue Formulierung gibt es auch für Schafe. Für Schafe ist es das erste Antiparasitikum, welches eine lange Wirksamkeit (bis 111 Tage gegen Haemonchus contortus)
aufweist. Wenn man die Mutterschafe damit entwurmt, müssen die Lämmer eventuell
nicht mehr entwurmt werden. Zudem lassen sich hiermit auch Betriebe sanieren, welche
Parasitenprobleme aufweisen.
Matthias Roggli, UFA-Revue
3 2012 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
effekt», da die Kühe einen grossen
Teil der Larven und Eier «aufsaugen».
Dank diesem Effekt sind die Kälber
von Mutterkühen recht gut vor Parasiten geschützt. Auch mit der Beweidung durch Schafe, Ziegen oder Pferde
lässt sich dieser Effekt erzielen.
• Im schlimmsten Fall kommen die Kälber auf eine Weide, welche zuvor mit
stark verwurmten Rindern genutzt
wurde. In deren Kot hatte es massenhaft Larven und Eier, welche problemlos auch einen Winter überstehen.
Ein Trainingscamp kann ruhig bis
zu sechs Wochen dauern, denn dank der
tiefen Wurmverseuchung
haben die Würmer keine
Chance, sich im grossen
Stile zu vermehren.
Doch dann ist es Zeit, mit
einer Wurmbehandlung
grössere Schäden zu vermeiden.
schafts- oder auch Dauerweide verabreicht werden. Die Wirkungsdauer der
einzelnen Produkte ist unterschiedlich
lange und sollte mindestens die Zeit des
hohen Parasitendruckes überdauern.
Da ein Bolus im Verhältnis teuer ist,
möchte man unbedingt sicher gehen,
dass dieser auch im Tier bleibt und
wirkt. Der Bolus kommt nach der Verabreichung in den Pansen und wandert
mit dem Futterbrei zu seinem definitiven Aufenthaltsort, dem Netzmagen.
Darum ist die Gefahr, dass ein Bolus herausgewürgt wird, in den ersten Stunden nach der Verabreichung am
allenfalls welche Parasiten vorhanden
sind. Dies erleichtert die Auswahl des
Wirkstoffes und hilft die Strategie zu optimieren.
Fazit Zusammengefasst lassen sich
Probleme mit Magen- und Darmwürmern wie folgt reduzieren:
• Rinder nach dem Einstallen im Herbst
entwurmen.
• Junge Rinder im Frühling auf Flächen
treiben, die im Herbst konserviert
oder von Kühen genutzt wurden.
• Verabreichung eines Bolus vor der
Alpung oder der Nutzung von Dauer-
Durchdachte Weidestrategien reduzieren
Entwurmungen auf ein
Minimum.
Bild: AMW, Winterthur
Bolus ja oder nein?
Im Gegensatz zu einer einfachen Entwurmung bleibt
der Bolus im Netzmagen
des Tieres liegen und gibt
über einen längeren Zeitraum
Wirkstoffe gegen Parasiten
ab. Es wird so ein dauerhafter
Parasitenschutz erreicht, was
durch eine lange Absetzfrist deutlich wird. Diesen
Langzeitschutz benötigen
Rinder typischerweise auf Alpen und Gemeinschaftsweiden. Die
Tiere kommen aus diversen Ställen zusammen und sind eventuell bereits
schon stark mit Parasiten befallen. Weiter weiden die Tiere länger in der gleichen Parzelle, nehmen die ausgeschiedenen Eier wieder auf und erhöhen so
den Parasitendruck zusätzlich. Je weniger der Landwirt den Parasitendruck auf
seine Tiere beeinflussen kann, desto
eher ist ein Bolus für diese Zeit angesagt. Es gibt aber auch Alpen im Kanton
St. Gallen, die mit Erfolg alle Tiere beim
Weidewechsel entwurmen und auf den
Einsatz eines Bolus verzichten.
Bolus beschriften Ein Bolus soll
wie erwähnt nicht bereits beim ersten
Weideaustrieb, sondern vor der Alpung
oder dem Auftrieb in eine GemeinUFA-REVUE · 3 2012
höchsten. Landwirte haben gute Erfahrungen gemacht, wenn sie die Tiere einstallen und den Bolus mit einem wasserfesten Stift beschriften. Wird danach im
Stall ein herausgewürgter Bolus entdeckt, kann anhand der TVD-Nummer
auf dem Bolus das entsprechende Rind
einfach ausgemacht werden.
Kotuntersuchung Auf dem Weg
zur guten Parasitenstrategie lohnt es
sich also, den Parasitendruck der Tiere
zu analysieren und wo möglich zu mindern. Werden trotzdem kümmernde
Rinder im Bestand festgestellt, lohnt
sich eine Kotuntersuchung. Dabei wird
der Kot der zwei bis drei schwächsten
Tiere gemischt und man erhält relativ
kostengünstig die Gewissheit, ob und
weiden im Frühjahr. Alternative: Entwurmung mit Pour-on beim Weidewechsel.
• TVD-Nummer mit wasserfestem Stift
auf Bolus schreiben.
• Von Kümmerern eine Kotuntersuchung machen und Entwurmungswirkstoff gezielt auswählen.
䡵
Autor Erich von Ah, Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen,
Fachstelle Rindvieh, 9230 Flawil.
www.lzsg.ch
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3 · 12
63
NUTZTIERE
Je mehr Zuwachs,
desto höher der Bedarf
MINERALSALZVERSORGUNG BEIM JUNGVIEH Nicht nur das Energieund Eiweissangebot muss bei Aufzuchtrindern mit dem Wachstumsziel mithalten.
Auch eine entsprechende Mineral- und Wirkstoffversorgung ist nötig.
Joseph
Girardin
Ein Aufzuchtkalb benötigt Mineralund Wirkstoffe für die Pansenmikroorganismen, die Körpererhaltung und das Wachstum. Je mehr
ein Tier wachsen beziehungsweise je
früher es abkalben soll, desto höher
liegt der Bedarf (Tabelle).
100 g Mineralsalz und 10 bis 20 g Viehsalz nötig. Auf der Weide und im Laufhof eignen sich Mineralstoffleckschalen.
Diese enthalten sowohl Viehsalz als
auch alle notwendigen Mineralien. Die
Rinder können damit selektiv ihren Bedarf decken und das volle Leistungspotential ausschöpfen.
Vitamin D Reserven werden früh angelegt. Mangelerscheinungen bei Jungtieren führen zu gestörter Kalkeinlagerung im Skelett. Zu den Folgen gehören
weiche Knochen (Rachitis). Fehlt Vitamin D, ist der Organismus nicht in der
Lage, genügend Mineralstoffe über den
Dünndarm aufzunehmen.
Beim neu geborenen Kalb deckt
Milch den Eisen- und teilweise auch den
Selen- (Se) und Vitamin-E-Bedarf nicht.
Mangelsituationen lassen sich durch gezielte Eisengaben ab der zweiten Lebenswoche (z.B. UFA-Eisenpaste) sowie
einen auf die Aufzuchtmilch abgestimmten Einsatz von Mineral- und
Wirkstoffkonzentraten (z.B. UFA top-fit,
top-punch) vermeiden. Sobald Dürrfutter und 1 kg mineralisiertes und vitaminiertes Aufzuchtfutter (z.B. UFA 116)
aufgenommen werden, ist der Mineralund Wirkstoffbedarf in der Regel gedeckt. Klarheit schafft ein Futterplan.
Als Ergänzung für Tiere mit höherem Bedarf eignen sich Lecksteine (Kasten)
oder beispielsweise im UFA-Microfeeder angebotene Mineralsalze.
Ab dem zweiten Lebensjahr
sinkt der Einsatz von Aufzuchtfutter.
Weil die meisten Grundfutter den Bedarf an Kalzium (Ca), Phosphor (P) und
vor allem an Natrium (Na) nur knapp
decken, ist eine Ergänzung von 50 bis
64
Was braucht‘s für Trächtigkeit?
Für die Bildung und Funktion des Reproduktionsapparates sind Spurenelemente unabdingbar. Vier Monate vor
der Geschlechtsreife sollte insbesondere
die Kupfer- (Cu) und Manganversorgung (Mn) überprüft werden. Neben
der Bedeutung für den Geschlechtsapparat sind Cu und Mn am Wachstum
massgeblich beteiligt. Cu fördert die
Aufnahme von Eisen (Fe). Cu, Mn und
Fe sind etwa in Minex 971 in erhöhtem
Mass vorhanden.
Im Frühling ist der Einsatz eines Mineralsalzes (z.B. Minex 974) mit erhöhtem
Magnesiumgehalt nötig, da der erste
Aufwuchs einen Mangel aufweist. Neben
Weidetetanie gehören auch Fruchtbarkeitsstörungen zu den möglichen Folgen
eines Mangels an Magnesium (Mg). Die
Mg-Absorption klappt optimal, wenn
mindestens fünf Mal so viel Na wie Kalium zur Verfügung steht. Bei hohem Wassergehalt in der Ration nimmt die Na-Bildung durch Speichel ab.
Eine wichtige Rolle spielt Beta-Carotin. Weil die Gehalte in Grassilage und
Dürrfutter sinken, wird eine Zufütterung
ab Ende Dezember und generell zu
maisreichen Rationen empfohlen (z.B.
UFA 996 Cyclo Extra).
Produkte abstimmen Bei den
Spurenelementen ist das Verhältnis zu-
Bedarfsdifferenzen
einkalkulieren
Sowohl der Mineral- und Wirkstoffbedarf von Tier zu Tier als auch das
Angebot im Grundfutter schwankt
erheblich. Gestresste Tiere haben
tendenziell einen höheren Bedarf.
Ein Leckstein ist eine tiergerechte und
günstige Quelle, um die individuelle
Aufnahme von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen zu ermöglichen, so dass jedes Tier «auf seine
Rechnung kommt».
Durch eine direkte Beschaffung bei
einem neuen Lieferanten kann der UFAKälberleckstein seit 2011 mit gleichen
Gehalten, aber zu deutlich attraktiveren
Konditionen angeboten werden. Das
Gewicht des Steins beträgt 12 kg, wie es
von der Praxis gewünscht wurde.
Einsatz: Mastund Aufzuchtkälber ab zweiter
Lebenswoche zur
freien Verfügung
(auch für Bio-Tiere
zugelassen).
einander von Bedeutung. So hindert ein
hoher Ca-Überschuss die Absorption
von Cu und Zink. Deshalb sollen immer
ausgewogene Mischungen von Spurenelementen verfüttert werden, so dass
verschiedene Produkte einander nicht
in ihrer Wirkung einschränken.
Vor dem Abkalben muss das Rind
lernen, Mineralstoffreserven zu mobilisieren. Mit dem Absenken des Ca-Serumspiegels im Blut bildet der Körper
Hormone, welche die Verwertung dieser Stoffe aus dem Skelett fördern.
Ein Manko an Se und Vitamin E in der
Trächtigkeit führt zu lebens- und trinkschwachen Kälbern. Spätestens ab dem
3 2012 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
achten Trächtigkeitsmonat ist der Einsatz von 100 g eines Ca-armen Mineralstoffes mit Se und Vitaminen (z.B. Minex 971) die richtige Wahl.
Fazit Zusammengefasst funktioniert
die Mineralstoffversorgung beim Jungvieh so (Mengen pro Tier und Tag):
• Ab zweiter Lebenswoche: Eisengabe
(8 bis 10 ml Eisenpaste).
• Der Milch – je nach Qualität – ein
Wirkstoffkonzentrat beimischen. Kälberleckstein für den individuellen Zusatzbedarf.
• Nach dem Absetzen wird der Grundbedarf mit vitaminiertem und mineralisiertem Kraftfutter (1.5 bis 2 kg) und
10 bis 20 g Viehsalz gedeckt. Microfeeder für Tiere mit höherem Bedarf.
• Zweites Lebensjahr: 50 bis 100 g Mineral- und 10 bis 20 g Viehsalz.
• Mg-reiches Mineralsalz zum ersten
Wiesenaufwuchs.
• Zur Besamung insbesondere Cu-, Mnund Fe-Versorgung sicherstellen.
• 100 g Ca-armer sowie Se- und vitaminreicher Mineralstoff ab dem achten Trächtigkeitsmonat.
䡵
Widerstandsstark und fruchtbar
«Mein Ziel ist, meinen Partnerbetrieben schöne, gesunde und leistungsfähige Rinder
zu liefern – und das möglichst günstig», fasst Jean-Pierre Queloz zusammen. Seinen
Betrieb in der Bergzone II hat er von Milchproduktion auf Jungviehaufzucht umgestellt.
Die Tiere sollen mit 24 bis 26 Monaten abkalben. Besonderen Wert legt er auf eine
entsprechende Mineral- und Wirkstoffversorgung. Täglich kommt Minex 975 zusammen
mit Viehsalz über das Kraftfutter beziehungsweise über den Mais bei den besamten
Tieren zum Einsatz. Ein nach Kalzium und Phosphor ausgewogenes Mineralsalz wie
Minex 975 wird empfohlen zu ausgewogenen Wiesen und wenn der Mais-, Rüben- und
Kartoffelanteil in der Ration gemessen an der Trockensubstanz unter 30 % liegt.
«Minex 975 wird immer komplett weggeschleckt», stellt der Betriebsleiter fest. Zu
seiner Produktwahl habe die Erfahrung eines Berufskollegen beigetragen, bei dessen
Rindviehbestand die Gesundheitsprobleme mit dem Wechsel auf Minex deutlich
abgenommen hätten. Während der Weidezeit – fünf Normalstösse bringt Jean-Pierre
Queloz jeweils auf die Alp – wird Minex 975 via UFA Micro-Feeder verabreicht.
Ein Blick in den Stall zeigt vitale, ruhige Tiere mit schönem Fell. Kein Wunder, ihr
Meister hat Freude an der Aufzucht und ein aufmerksames Auge. Auch die Fruchtbarkeit
stimmt. «Für zusätzliche Jungviehlieferanten bin ich offen», ergänzt Jean-Pierre Queloz.
Den Laufstall hat er so gebaut, dass Erweiterungen nichts im Wege steht.
Betriebsspiegel
Queloz Jean-Pierre und Céline, Kilian (5 Jahre), Noah (3), 2364 St-Brais
Nutzfläche: 22 ha (1000 m über Meer)
Tierhaltung: 56 Stück Jungvieh, 6 Mutterkühe
Tabelle: Bedarfsnormen
Tageszuwachs
Mineralstoff
200 kg Gewicht
400 kg Gewicht
550 kg Gewicht
600 g
Kalzium
22
32
41
(Quelle: Grünes Buch)
800 g
27
37
47
600 g
Phosphor
13
19
24
800 g
15
21
26
600 g
800 g
Magnesium
5
6
9
10
12
13
Jean-Pierre Queloz,
St-Brais (JU), hat sich
auf die Kälberaufzucht
spezialisiert.
Autor Joseph Girardin,
Rindviehspezialist im
UFA-Beratungsdienst,
Delémont.
www.ufa.ch
Unsicher? Melden Sie
sich beim UFA-Beratungsdienst, wenn Sie
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Wirkstoffversorgung
Ihres Jungviehs
optimieren möchten.
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UFA-REVUE · 3 2012
3 · 12
65
PRAXISGESPRÄCH
NUTZTIERE
Schon Mitte März weiden?
ES WIRD EMPFOHLEN, Weiden möglichst früh zu bestossen, um den Bestand
zu regulieren und den Futterberg im Frühling zu reduzieren. In der Praxis stösst
dieser Rat auf Skepsis. Was ist mit den Trittschäden? Wie reagieren die Kühe auf so
junges Gras?
Traditionell führt Melk Staller sein
Rindvieh erst zum Grasen, wenn
sich der Bestand im Weidestadium
(15 – 20 cm) befindet.
Ruedi Rathgeber (RR): Die Wiesen
im Tal werden grün. Mitte März beginnt
die Weidezeit.
Melk Staller (MS): Mitte März? Die
Weiden werfen dann kaum Ertrag ab.
RR: Die sogenannte Vorweide regt
gute Weidegräser wie Englisch Raigras
oder Wiesenrispe durch Tritt und Biss zu
starker Seitentriebbildung an. Für die
schrittweise Fütterungsumstellung ist es
von Vorteil, wenn das Weidegras erst
grün geworden ist und sich die Kühe
noch nicht voll fressen können.
MS: Gilt das auch für die Parzellen,
die im Mai konserviert werden sollen?
RR: Ja. Im ersten Durchgang wird mit
geringer Besatzdichte grossflächig geweidet, später die Fläche eingeschränkt.
MS: Der Ertrag im ersten Aufwuchs
wird doch gehemmt?
RR: Dafür steigen die Emderträge.
Der Futteranfall wird gestaffelt. Die erhöhte Seitentriebbildung erwünschter
Gräser hemmt Blacken und Co. und die
Rasendichte nimmt zu.
MS: Schwere Böden sind im März
noch zu wenig abgetrocknet.
RR: Wichtig ist, die Besatzzeit kurz zu
halten. Gibt es Trittschäden, kann eine
Stickstoffdüngung die Bestockung fördern, wobei Mineraldünger der Gülle
vorzuziehen ist. Via Walzen werden entwurzelte Pflanzen wieder angedrückt
und Unebenheiten ausbalanciert. Früh
beweidete Flächen können von Jahr zu
Jahr abgewechselt werden. In weidegewohnten Beständen fallen Trittschäden
geringer aus und Lücken werden durch
Weidegräser rasch wieder geschlossen.
66
MS: Junges Weidegras begünstigt
Durchfall.
RR: In der Vorweidephase sollte die
Winterfütterungsration struktur- und
energiereicher gestaltet werden. Vorweidefutter ist mit über 200g Rohprotein pro Kilogramm Trockensubstanz eiweissreich und mit deutlich unter 200g
Rohfaser strukturarm. Die Verdaulichkeit liegt bei über 80%.
MS: Was hältst du von Übersaaten
zur ersten Beweidung?
RR: Sie gelingen oft gut, da die Tiere
die Samen eintreten. Ein aufwändiges
Verfahren mit Striegeln, Einsäen und
Anwalzen ist nicht in allen Fällen nötig.
MS: Welche Besatz- und Ruhezeiten
sowie Bestossdichten gelten bei der
halbtägigen Umtriebsweide, sobald der
Bestand das Weidestadium erreicht hat?
RR: Für Hochleistungskühe werden
häufige Weidewechsel empfohlen – mit
10 bis 14 Schlägen und einer Besatzzeit
von bloss zwei bis vier Tagen. Beim Weidewechsel soll der Bestand auf 6 cm abgefressen sein. Die Ruhezeit beträgt 15
«Vorweidefutter
ist eiweissreich,
strukturarm und
hochverdaulich.»
bis 20 Tage im Frühling, 20 bis 30 Tage
im Sommer und über 30 Tage im Herbst.
Bei guten Standortverhältnissen sind
pro Kuh und Tag etwa 0.4 ha nötig.
MS: Letztes Frühjahr sanken die
Milchfettgehalte, Azidosen nahmen zu.
RR: Tiefe Fettgehalte kombiniert mit
niedrigen Harnstoffwerten und dünnem
Kot weisen auf einen Mangel an schnell
abbaubarem Rohprotein hin. Je nach
Zuckergehalt des ersten Aufwuchses
eignet gut strukturiertes Emd als Ergänzung besser als zuckerreiches Heu, um
die Passagerate im Pansen zu verlangsamen. Weidetetanie und Fruchtbarkeitsprobleme lassen sich vermeiden, indem
im Frühling magnesiumreiche Mineralstoffe und genügend Viehsalz eingesetzt
werden.
䡵
Anders als Melk Staller
ist Ruedi Rathgeber
von den Vorteilen des
frühen Weidens
überzeugt.
Autor Matthias Roggli,
UFA-Revue,
3360 Herzogenbuchsee.
Bei diesem Artikel
handelt es sich um ein
fiktives Gespräch
fiktiver Personen.
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3 · 12
3 2012 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
Rezepte der erfolgreichsten Mäster
AM UFA-REVUE-FORUM an der «Tier&Technik» in St. Gallen tellten die
Gewinner der «SQ-Mästerschaft» ihre Strategien vor. Erfolgreiche Betriebsleiter
stallen qualitativ gute Tränker ein und vermarkten das Schlachtvieh zum
richtigen Zeitpunkt. Auffällig ist, dass es sich bei den fünf Erstplatzierten in der
Kategorie Grossvieh um Swiss-Quality-Beef-Produzenten handelt.
Die Schlachtqualität ist einer der
Gründe, weshalb die Bedeutung
von Schweizer Rindfleisch in den
letzten 40 Jahren zugenommen hat.
Handlungsbedarf Trotz markanten
Verbesserungen gilt es, sich gegen Mitbewerberprodukte hochspezialisierter
Rindviehmäster aus dem Ausland zu
wappnen, weil der Grenzschutz möglicherweise weiter reduziert wird.
Vor diesem Hintergrund haben UFA
und Anicom eine Meisterschaft durchgeführt. Dabei ging es darum, die Rezepte erfolgreicher Betriebe zu analysieren, damit die Schlachtqualität
optimiert werden kann.
Preisverleihung der «SQMästerschaft» hat an der «Tier & Technik
2012» stattgefunden. Es wurden je drei
Preise für die Kategorien «Mastkälber»
und «Grossvieh» vergeben. Bei der Analyse der erfolgreichsten Betriebe kristallisieren sich folgende Erfolgsrezepte einheitlich heraus:
• Einstallung qualitativ guter Tränker.
• Enge Zusammenarbeit mit der Beratung im Bereich der Fütterung.
• Regelmässige Gewichtserhebung und
Vermarktung zum richtigen Zeitpunkt.
• Analyse der Schlachtresultate und
laufende Optimierungen.
Swiss Quality Beef (SQB), das
Programm für Muni mit einem
Schlachtgewicht von 240 bis 270 kg,
hat seinem Namen als Qualitätsrindfleisch alle Ehre gemacht. Bei den ersten Fünf der Kategorie Grossvieh handelt es sich allesamt um SQBProduzenten.
䡵
Fast 50 Betriebe nahmen an der
SQ-Mästerschaft teil.
Yvan Meuwly, Anicom, sucht
noch weitere SQB-Betriebe.
Die «Mästerschaft» dauerte
vom 1.3.11 bis am 31.1.12.
Die
Gewinner der Kategorie Kälber: 1. Thomas Amrhein, Dietschwil (m),
2. Rolf Keller, Beringen (l), 3. Roland Hutter, Kriessern (r).
Spannung vor der Rangverkündigung.
UFA bietet ein bewährtes Futtersortiment für Gross und Klein.
Autor Matthias Roggli, UFA-Revue,
3360 Herzogenbuchsee
Details folgen Die Gewinner der SQMästerschaft werden in der UFA-Revue
in loser Folge porträtiert.
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UFA-REVUE · 3 2012
3 · 12
Ignaz Hutter, UFA, gratulierte den
Gewinnern für ihre Top-Resultate.
Sieger in der Grossvieh-Kategorie: 1. Felix Tenger, Schleitheim (m),
2. Fredy Saller, Volken (l), 3. Roman Näf, Bubikon (r).
67
NUTZTIERE
Existenziell wichtig
BETRIEBSZWEIGKONTROLLEN wie die Schweinemastauswertung erlauben dem
Betriebsleiter nicht nur Leistungsdaten und wirtschaftliche Kennzahlen seines
Betriebes zu berechnen. Überbetriebliche Vergleiche dienen als Standortbestimmung
für den Einzelbetrieb. Durchschnittswerte ermöglichen auch Hinweise für Praxis,
Beratung und Unterricht, und welche Faktoren für den Betriebserfolg entscheidend sind.
Roland
Künzler
Technisch-wirtschaftliche Kontrollen und Auswertungen sind wichtige Bestandteile der landwirtschaftlichen Betriebsführung. Diese lässt
sich bekanntlich als Kreislauf darstellen
(siehe Grafik). Dem Betriebsleiter stehen
dabei für das Kontrollieren und Analysieren verschiedenste Programme zur
Verfügung. Die Schweinemastauswertung ist eines dieser Instrumente,
das ohne grossen Aufwand die Berechnung relevanter Kenndaten zulässt.
Grafik: Kreislauf der Betriebsführung
KONTROLLIEREN
Wirtschaftliche Kontrollen
z. B. Buchhaltung, Vollkosten
Technische Kontrollen
z. B. SuisInfo, Behandlungsjournal
Technisch-wirtschaftliche Kontrollen
z. B. Zucht- und Mastauswertungen
ANALYSIEREN
REALISIEREN
• Stärken-/Schwächenvergleich
mit Durchschnitt anderer Betriebe
oder mit Vorjahren
• Eruieren der Gründe
Breit nutzbare Datengrundlage
Neben der Berechnung der betriebsindividuellen Leistungsdaten haben breit
genutzte Auswertungsprogramme noch
andere wichtige Funktionen: Sie erlauben die Darstellung von Durchschnittswerten vergleichbarer Betriebe und ermöglichen es, wirtschaftliche Einflussgrössen nach verschiedensten Kriterien
zu analysieren. Damit können entscheidende Erfolgsfaktoren eruiert und für
die Beratung sowie die Aus- und Weiterbildung aufbereitet werden. Mit jährlich über 250 000 ausgewerteten Mastschweinen aus 1000 Abrechnungen
verfügt die UFA über eine Datengrundlage, die breit genutzt werden könnte.
Nicht nur in schlechten Zeiten
Wirtschaftlichkeitskontrollen und Betriebszweigauswertungen sind für alle
Betriebe wichtig, für Schweineproduzenten sind sie jedoch – und das nicht
nur in schlechten Zeiten – existenziell
wichtig. Dies aus folgenden Gründen:
• Gesetzliche Rahmenbedingungen (Gewässerschutz, Tierschutz) legen die
Stallkapazitäten fest und zwingen zur
optimalen Ausnutzung des gegebenen Tierbestandes.
68
• Gruppenanlässe,
Check-Liste Schweine
ENTSCHEIDEN
PLANEN
• AgroBudget, BETVOR
• Teilbudget
• Arbeitsvoranschlag
• Businessplan
• Relativ hohe Futterkosten führen dazu, dass in Relation zum grossen
Geldverkehr auf einem Schweinebetrieb ein sehr kleiner Deckungsbeitrag
übrig bleibt.
• Weitgehendes Fehlen von staatlichen
Interventionen führt zu starken Preisschwankungen und häufigen Perioden mit minimalen Erträgen.
Die UFA-Mastauswertung
erfasst rund 10 % aller Schweizer Schweinemäster. Auch wenn der Schweinepreis natürlich eine entscheidende Rolle
für die Rentabilität der Schweinezucht
und Mast spielt, sind die grossen Differenzen zwischen den besten und den
mittleren Betrieben bei gleichen Preisen
doch immer wieder verblüffend. Bei den
Futterkosten beträgt der Unterschied
zwischen dem besten und dem
schwächsten Viertel beispielsweise rund
20 Fr. pro Mastschwein. In der früheren
Schweinemastauswertung der Beratungszentralen COTEC konnten deshalb
für gewisse Auswertungen die Schweinepreise standardisiert werden.
Aufschreiben lohnt sich Etliche
Schweinehalter sind wahre Rechengenies. Sie kennen den Einfluss der Kenndaten ihres Betriebes bestens, können
ihren Lieferanten und Abnehmern Margen und Rabatte im Kopf vorrechnen,
finden beinahe jederzeit kleinere und
grössere Einspar- und Mehrerlösvarianten, sind deshalb auch konsequente
Verhandlungspartner und haben ihren
Betrieb im Griff. Viele Schweinehalter
überlassen jedoch das Rechnen lieber
3 2012 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
Wo liegt das
Optimierungspotenzial?
Schweinemastauswertungen
zeigen es auf.
Bild: agrarfoto.com
anderen. Ein Minimum an Leistungsdaten und wirtschaftlichen Kennzahlen
sollte jeder Schweinehalter erfassen und
analysieren. Mit einer Schweinemastauswertung bis zum Deckungsbeitrag 1
(DB1), die neben der UFA von verschiedenen Futtermittel- und Handelsorganisationen angeboten werden, kann dieses Ziel erreicht werden.
Was der DB nicht sagt Der DB1
ist in der Schweinemast eine sehr wichtige Kenngrösse und einfach zu berechnen: Ertrag aus verkauften Schlachtschweinen minus Remontierungskosten
(Zukauf der Ferkel), minus Futterkosten
und minus weiterer kleinerer Direktkosten. Mit den Futter- und den Remontierungskosten werden über dreiviertel
aller Kosten erfasst. Der DB1 wiederspiegelt jedoch nicht das ganze Betriebszweigergebnis. So kann ein grosser
Arbeitsaufwand bei der Futterbeschaffung und –zubereitung die im DB1 ausgewiesenen tiefen Futterkosten wieder
kompensieren. Andere Beispiele sind
hohe Zins- oder Fremdarbeitskosten,
die im DB1 nicht zum Ausdruck kom-
men. Um alle Kosten zu erfassen,
braucht es eine Vollkostenrechnung,
wie sie etwa Agridea anbietet.
Mit Daten arbeiten Kontrollinstrumente sind nur dann sinnvoll,
wenn deren Ergebnisse auch analysiert
werden. Überbetriebliche Vergleiche
dienen dabei als Standortbestimmung
für den Einzelbetrieb. Je nach Kontrollsystem sind folgende Analysen möglich:
• Vertikaler Vergleich: Entwicklung über
Jahre
• Horizontaler Vergleich: Vergleich mit
anderen Betrieben
• Stärken-/Schwächenangabe einzelner
Parameter
• Soll-/Ist-Vergleiche einzelner Resultate
• Indexberechnungen
Betriebs- und Systemvergleiche
Die zentrale Auswertung einer Vielzahl
einzelbetrieblicher Ergebnisse erlaubt
nicht nur das Berechnen von vergleichbaren Durchschnittswerten. Sie ermöglicht auch gesicherte Hinweise für Praxis, Beratung und Unterricht. In der
UFA-Auswertung werden beispielswei-
Agridea-Datensammlung Schweine
Die Datensammlung Schweine von Agridea bietet umfassende und aktuelle Informationen rund um die Schweinehaltung. Sie ist als Ordner mit Datenblättern in Papierform
(Print) und/oder elektronisch als PDF-Datei via Internet (Online) erhältlich. Die
Datenblätter und PDF-Dateien werden laufend aktualisiert und sind im Abonnement
erhältlich. Inhalt: Allgemeines; Produktionssysteme/Haltungsformen; Zucht/KB;
Betriebsführung/ Management; Fütterung; Gesundheit/Hygiene; Tierschutz/Tierwohl;
Gebäude/Einrichtungen; Betriebs- und Arbeitswirtschaft; Markt; Qualitätsproduktion;
Ökologie; Für die Schweinehaltung tätigen Organisationen.
Bezug: AGRIDEA, 8315 Lindau, Tel. 052 354 97 00, www.agridea-lindau.ch
UFA-REVUE · 3 2012
UFA 2000: 1000 g Zuwachs sind möglich
Im UFA 2000 werden 254 240 Mastschweine in 997 Auswertungen
analysiert. Der Masttageszuwachs (MTZ) ist im Jahr 2011 gegenüber
2010 um 9 g gestiegen, während die Futterkosten mit 5 Rp. pro
Kilogramm Zuwachs erneut abnahmen. Über die letzten 20 Jahre
gesehen, haben sich die Futterkosten halbiert.
Aufschlussreich ist der Blick auf die besten Betriebe. Der MTZ liegt
beim ersten Viertel um 10 g höher und die Futterverwertung (13.5 MJ
VES) ist um 0.19 kg besser als beim Schnitt. Das bedeutet 12 Rp.
geringere Kosten pro Kilogramm Zuwachs.
An den UFA-Schweinetagungen wurden Betriebe erwähnt, die bereits
1000 g MTZ erreichen.
UFA-Beratungsdienst
se die Parameter Haltungsform, Fütterungsart, Vermarktung, Rationenplan,
Futtertyp und Futterform miterhoben.
Auch die Resultate in der Qualitätsbezahlung (Zuschläge, Abzüge, MFA, Fettzahl, pH-Wert usw.) können Aufschluss
über Optimierungspotenzial geben.
Diese Parameter liefern die Grundlage
für vielfältige Auswertungen. Wie
schneiden die einzelnen Label ab? ReinRaus oder kontinuierliche Mast? Wie
steht die Trockenfütterung im Vergleich
zur Suppen- oder Breifütterung? Wie ist
der Unterschied zwischen Allein- und
Ergänzungsfutter? Oder zwischen Computer- und Handfütterung? Ergebnisse,
die wiederum den Weg aufzeigen können, das beste Viertel zu erreichen. 䡵
Autor Roland Künzler, Leiter Gruppe
Tierhaltung, Agridea, Eschikon 28,
8315 Lindau. www.agridea.ch
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69
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NUTZTIERE
Etwas für Tierliebhaber
DIE KANINCHENZUCHT erfreut sich grosser Beliebtheit.
Über 40 Rassen werden an Schauen präsentiert und im
Exterieur beurteilt. Leidenschaftliche Züchter sind Lüthis
aus Wyssachen, die an der Rammlerschau 2012 in
Freiburg mehrere Champions stellten.
«Man muss Tiere gern haben»,
nennt Hans Lüthi, Wyssachen (BE),
eine Voraussetzung für den Erfolg in
der Kaninchenzucht. In seinem Stall
sind über 30 Zibben und Rammler mehrerer Rassen untergebracht. Einige Tiere
gehören ihm selber (Marder, Schwarzund Blauloh), einige Bruder Paul Lüthi
und einige gehören Neffe Roland Lüthi
(Havanna, Hotot, Farbenzwerg). Etwas
ist «allen» Lüthis gemeinsam: Sie mögen
Tiere, haben Freude an der Kaninchenzucht und stellten Champions an der
Rammlerschau 2012 in Freiburg. Auch
weitere Wyssacher waren dort erfolgreich: Marcel Schär mit dem Deilenarund Johann Günter mit dem AlaskaChampion.
Der
Anforderungskatalog für
Schautiere umfasst je nach Rasse rund
acht Punkte. Nach einem halben Lebensjahr können Kriterien wie Kopf,
Ohren, Hals, Brust, Schultern, Rücken
oder Becken beurteilt werden. «In diesen Positionen müssen je 9.5 Punkte resultieren, sonst lohnt es sich nicht, mit
diesen Tieren zu züchten», erklärt Hans
Lüthi seine Strategie. Schon früh lassen
sich Tiere mit unerwünschter Farbe oder
unpassendem Fellmuster selektieren. So
ist beispielsweise die Marder-Rasse
spalterbig. Das heisst, es kann schwarze,
weisse oder – wie erwünscht – schwarzrötliche Tiere geben.
Gezielte Paarungen Damit Zuchtrammler oder -zibben zur Ausstellungszeit Ende Jahr das erforderliche Gewicht
erreichen – bei der Marder-Rasse sind es
2.8 bis 3.2 kg – müssen das Decken und
die Fütterung gezielt erfolgen. «Keine
Paarungen mit zu leichten Tieren», rät
Hans Lüthi. Deckzeit ist jetzt.
Inzuchtproblematik Bei Rassen
mit geringen Populationen (z. B. Hotot,
Japaner) stellt Inzucht und die damit zusammenhängende geringe Krankheitsresistenz ein Problem dar. «Weil es
keine Abstammungsausweise gibt,
ist ein Zukauf nicht verwandter Tiere
oft schwierig», erzählt Paul Lüthi.
Wie sein Bruder Hans ist er im Kaninchenzuchtverein aktiv und nimmt
jährlich an rund fünf Schauen teil, wo
jeweils insgesamt um die 40 Rassen
präsentiert werden.
Hans Lüthi mit dem
Champion der Rasse Marder.
UFA-REVUE · 3 2012
Daniel
Schmied
Paul Lüthi mit dem
Sieger der Kategorie
Hotot an der Rammlerschau Freiburg. Das
Tier gehört Roland
Lüthi. oben
Mit ihrem Rammler
erreichten Paul und
Margrit Lüthi den
Farbschlagsieg. links
Fütterung rund ums Absetzen
Bezüglich Fütterung ist die Zeit rund
ums Absetzen der Jungen entscheidend.
Hans Lüthi hat gute Erfahrungen mit
UFA 853 gemacht, welches das Darmmilieu günstig beeinflusst und schädliche Coli-Baktierein hemmt. UFA 853
kommt im ersten Aufzuchtdrittel zum
Einsatz und wird ab zehn Tagen vor dem
Absetzen (mit 8 – 10 Wochen) angefüttert. Danach erfolgt – in Ergänzung zu
Heu – der Wechsel auf UFA 857. Dieses
Würfelfutter enthält wertvolle Oligosaccharide, Lebendhefe und Milchsäurebakterien zur Förderung der Gesundheit und Milchleistung der Zibben.
Auf 1.5 ha produziert Hans Lüthi das
Dürrfutter für seine Tiere, zu denen
auch 15 Ziegen und zwei Böcke gehören. 1.5 ha seines Landwirtschaftbetriebs, auf dem er vor der Pensionierung
noch Kühe gemolken hatte, sind verpachtet. Neben Dürr- und Kraftfutter
werden den Kaninchen auch Rande und
Haselstauden verabreicht.
䡵
Autor Daniel Schmied,
Ressortleiter,
Kaninchen- und
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3 · 12
71
NUTZTIERE
Wer kommt für Schäden auf?
IN DER TIERHALTUNG lassen sich Sach- und Personenschäden nie vollständig
ausschliessen. Wichtig ist, die nötigen Vorbeugungsmassnahmen zu treffen
und sich gezielt zu versichern. Aktuell wird eine Verschärfung der Haftung sowie
eine allgemeine Versicherungspflicht diskutiert.
Markus
Heer
Nebst der zivilrechtlichen Verantwortung
hat sich der Pflichtige
je nach Schaden auch
einer strafrechtlichen
Verfolgung zu
gewärtigen (Körperverletzung usw.).
Die Haftungsvoraussetzungen für
durch Tiere verursachte Schäden
sind in Artikel 56 des schweizerischen Obligationenrechts (OR) beschrieben:
«Für den von einem Tier angerichteten Schaden haftet, wer dasselbe hält,
wenn er nicht nachweist, dass er alle
nach den Umständen gebotene Sorgfalt
in der Verwahrung und Beaufsichtigung
angewendet habe oder dass der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten wäre. Vorbehalten
bleibt ihm der Rückgriff, wenn das Tier
von einem andern oder durch das Tier
eines andern gereizt worden ist.»
Als Tierhalter gilt nicht in jedem
Fall der Tiereigentümer selbst, sondern
möglicherweise der Betriebsleiter, der
Rindviehaufzucht oder die Galtviehbetreuung für einen Partnerbetrieb besorgt. Hat der Tierhalter eine andere
Person wie den Knecht oder Lehrling
mit der Obhut über seine Tiere betraut,
so muss er auch für deren mangelnde
Sorgfalt einstehen.
Befreiungsbeweis Der Tierhalter
ist ohne Rücksicht auf sein Verschulden
ersatzpflichtig für Schäden der von ihm
gehaltenen Tiere (einfache Kausalhaftung). Er kann sich von der Haftung befreien, wenn er nachweist, dass er alle
nach den Umständen gebotenen Massnahmen zur Schadensvermeidung getroffen hat. In einem Gerichtsentscheid
klappte dies nicht. Ein Bauer hatte seinen Hund an einer zu langen Kette
angebunden und eine zu kleine und
unauffällige Tafel «Achtung vor dem
Hund» an der Scheunenwand anbracht.
Eine Wandergruppe wurde durch den
aus der Scheune stürzenden Hund erschreckt, so dass ein Wanderer über ein
Mäuerchen stürzte und in eine Baugrube
fiel. Dabei verletzte er sich mit bleibenden Schäden. Der Hundehalter wurde
zur Zahlung von 250000Fr. verpflichtet.
Risiko beschränken Generell müssen folgende Verhaltensgrundsätze eingehalten werden:
• Sorgfaltspflicht: tierhalterspezifische
Gesetze und Reglemente (Strassenverkehrsrecht, Alp- und Sömmerungsregelungen, kantonaler Leinen- und
Maulkorbzwang bei Hunden usw.) sowie anerkannte Regeln (BUL-Empfehlungen und Merkblätter).
• Vorhersehbare Gefahren meiden (z.B.
Weide von Wanderwegen gut abgrenzen, sichere Zäune erstellen).
• Qualifizierte Instruktion und Auswahl
von Hilfspersonen.
Privat- oder BetriebshaftpflichtVersicherung? Bei gewerbsmässiger
Tierhaltung ist auf jeden Fall eine Betriebshaftpflicht-Versicherung
abzuschliessen, um den Bereich abzudecken,
72
der mit der Führung und Tätigkeit in einem Betrieb zusammenhängt. Schäden
im Zusammenhang mit Tieren von Dritten bedürfen eines Versicherungszusatzes, der insbesondere auch den Schaden
am Tier selbst deckt. Der Deckungsumfang für Haftpflichtschäden sollte 2 bis
3 Mio. Fr. betragen. Wie bei der Krankenversicherung steigt die Prämie ebenfalls bei der Tierhalter-Haftpflicht mit
sinkendem Selbstbehalt.
Teilrevision des OR Die Haftung
im OR zu verschärfen, wie vom Bundesrat im Zuge der Kampfhunde-Problematik vorgeschlagen, bedeutet, dass kein
Entlastungsbeweis mehr möglich ist; für
die Haftung genügt, dass der als gefährlich eingestufte Hund einen Schaden
angerichtet hat. Eine allgemeine Haftpflicht-Versicherungspflicht ist problematisch, da eine solche Vorschrift
hauptsächlich den Tierhalter vor direkten Schadensersatzansprüchen, nicht
aber die Opfer schützt.
Fazit In der gewerblichen Tierhaltung ist eine Betriebshaftpflicht-Versicherung unverzichtbar. Diese entbehrt
nicht der Sorgfaltspflicht und der qualifizierten Instruktion von Angestellten.
Gegen Haftpflichtansprüche Dritter
braucht es eine Privathaftpflicht-Versicherung.
䡵
Autor Markus Heer, Rechtsanwalt,
Degersheimstrasse 6, 9230 Flawil.
heer@heeranwalt.ch
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3 · 12
3 2012 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
LANDLEBEN
Die Unternehmensstrategie, die nicht überfordert.
Die Führung eines Unternehmens,
die Befolgung von Strategien ist vergleichbar mit einer Ballonfahrt. Es ist
wunderschön selbstständig in die
Zukunft zu gleiten, aber manchmal
ist es Wolkenverhangen, manchmal
ist der Sinkflug angesagt und es kann
der Absturz drohen. Die Herausforderungen an die Bauernfamilien
steigern sich stetig. Unternehmerisches Handeln führt in vielen Fällen
dazu, mit gleichvielen Arbeitskräften
mehr leisten zu wollen. Zu der eigentlichen, geplanten Betriebsausrichtung – neben der Optimierung
und Anpassung an technischen Fortschritten – auch noch mehr Wertschöpfung auf dem Betrieb zu generieren, ist meist nicht zum Nulltarif
zu haben. Die vollständige Auslas-
tung aller Familienarbeitskräfte berücksichtigt keine Notfälle, Koordinationslücken und andere Bremsen
in den so schön ausgedachten Unternehmensprozessen. Eine ständige
Auslastung am Limit, ohne Ruhephasen führt zu Abwehrmechanismen und zu Ausfällen. Am Strickhof
Strategie-Tag, der am 21. März 2012
stattfindet, wollen wir dies zum Thema machen, über Burnout-Situationen sprechen, von Erfahrungsberichten lernen und mit erfahrenen
Fachkräften über Vorbeugung und
Aufmerksamkeit diskutieren. In
Workshops sollen alle Teilnehmer
voneinander profitieren. Bei aller
unternehmerischen Ausrichtung soll
die Tragbarkeit für den Menschen
immer in die Optimierung der Prozesse mit einbezogen werden.
Claude Gerwig, Strickhof Lindau
Blüten-Honigauszug
Von einem Glas flüssigem Honig
ein Drittel herausnehmen, damit
die Blüten Platz haben. Von
März bis Juli folgende Kräuter
und Blüten unter täglichem
Wenden dazugeben: Veilchen-,
Huflattich-, Gänseblümchen-,
Schlüsselblumen- und Rosenblüten sowie zarte zerkleinerte
Spitzwegerich-Blätter und etwas
blühenden wilden Thymian.
Nach dem Thymian noch drei
Wochen ziehen lassen, dann den
Honig durch eine Gaze oder ein
Sieb filtern. Aus dem BlütenFiltersatz gibt es einen feinen
Tee. Der Blüten-Honigauszug ist
ein bewährtes Hustenmittel, das
auch Kinder mögen.
Karin Näf
www.kraeuterkurse.ch
Auf www.swissfarm.ch (das Facebook der Landwirtschaft) gibt es
Hofpages. Ein schönes Beispiel ist
die Hofpage von drachenried oder
auch die Seite von swissfarm Adventures. Virtuell lässt sich auch der
Schache-Märit besuchen oder die
Wellnessfarm im Herzen von Mostindien. Neuerdings gibt es auch
eine Gruppe von ehemaligen Absolventen, die die Agro-Kaufleute-HFAusbildung besucht haben. Immer
wieder werden auch interessante
Umfragen gestartet, zum Beispiel
die Frage «Welcher Beruf ist am
schönsten?» (Ist ja wohl klar, Landwirt.)
Bäuerinnen-Leben
Auf rund 150 Seiten und mit Bildern
berichtet das Buch «BäuerinnenLeben» über die Entstehung des Bäuerinnenverbandes St.Gallen, der 1962
gegründet wurde, und beschreibt
auch das vielseitige Leben der Bäuerin von heute. Bezug Bäuerinnen
Leben: Kantonaler Bäuerinnenverband SG, Heidi Preisig, Erlen 4,
9467 Frümsen, 079 731 51 56,
info@baeuerinnen.ch. Preis 34 Fr.
(inklusive Versandkosten 42 Fr.).
Edelweiss-Foulard
Anmeldung Strickhof-Strategie-Tag
vom 21. März 2012:
Kurssekretariat Strickhof,
8315 Lindau, 058 105 98 00.
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AHV belohnt Pflege
Karins Kräutertipps
Verlosung
In vielen Bauernfamilien werden
pflegebedürftige Verwandte (Eltern,
Kinder über 16 Jahre, Geschwister,
Grosseltern, Ehegatten, Schwiegereltern und Stiefkinder) zu Hause betreut und umsorgt. Damit haben
Bauern und Bäuerinnen Anspruch
auf Betreuungsgutschriften der
AHV, welche später AHV- und IVRenten verbessern. Betreuungsgutschriften müssen bei der AHV-Ausgleichskasse jedes Jahr neu
beantragt werden.
Christian Kohli, SBV Versicherungen
Gartentagebuch 2012
Auf www.baeuerinnentreff.ch diskutieren die Bäuerinnen aus der
Schweiz, Deutschland und Österreich neuerdings Tipps und Tricks
über ihre gartenbaulichen Tätigkeiten, über Gewächshäuser, Folien
oder Vlies, über Sorten und Mondrhythmen.
Gesunde Ernährung in Zahlen
Ist der tägliche Kalziumbedarf gedeckt? Liegt der BMI im Idealbereich? Wie viele Kalorien braucht
der Körper? Wie viel Fett darf beim
Abnehmen der Speiseplan enthalten? Rechner und Tests auf
www.swissmilk.ch verraten es.
Waren früher vor allem urchige Bauernhemden mit den Edelweissen
bestickt, liegen heute Accessoires
im Edelweiss-Look voll im Trend. Zu
seinem 75-Jahr-Jubiläum verlost
deshalb der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) fünf Foulards
im Edelweisslook im Wert von je 35
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Auftritte, bei denen die Landwirtschaft in ein gutes Licht gerückt
werden soll, beispielsweise kann die
Serviercrew in der Besenbeiz oder
können die Verkäuferinnen im Hofladen damit ausgestattet werden.
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Adresse. Einsendeschluss ist der 15.
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(SO), Clau Schlosser aus Dardin
(GR), Klara Krauer aus Altbüron
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Andwil (SG) gewannen eine tolle
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73
LANDLEBEN
Ein Beitrag zum Einkommen
PICKNICKEN In der Oberpfalz/Deutschland existiert seit vier Jahren ein
Picknickservice von Bäuerinnen für Wandergruppen. Mit klar umrissenen
Leistungen und effizientem Service hat sich daraus für die Bäuerinnen zusammen
mit anderen Aktivitäten ein Betriebszweig entwickelt.
Ruth
Schumann
Mein Herzblatt ist eine echte Romantikerin. Wie kann ich ihr nur
meine Liebe gestehen? Immer diese
Geburtstage. Was soll ich ihm nur
schenken? Mein Kleiner will mit den
Freunden den Kindergeburtstag als Räuber im Wald feiern. Aber das mit der
Verpflegung ist mir viel zu aufwendig.
Was soll ich tun? All diese Fragen lassen
sich, zum Glück, im Landkreis Schwandorf (Bayern/Deutschland) seit vier Jahren problemlos beantworten. Ganz einfach mit der Frage: Wie wär´s mit einem
Landfrauen-Picknick?
Von der Idee zum Projekt Die
Idee einen Picknickservice ins Leben zu
rufen wurde vom Schwandorfer Landrat
geboren: Auf seiner alljährlichen Wanderung durch den Landkreis an einem
schönen Ort niedergesetzt und geseufzt: «Jetzt wär ein Picknick recht.»
Dieser Ausspruch wurde ge(er)hört
und an das regionale Tourismusbüro
weitergeben. Aufgrund guter Kooperationen aus früherer Zeit kam die Anfrage
«ob wir nicht Landfrauen kennen, die so
etwas anbieten möchten» an das Sachgebiet Haushaltsleistungen und Bildung
Schwandorf, Nabburg. Aus der Idee
wurde ein gemeinsames Projekt.
Organisation und Logistik
Die
hauswirtschaftliche Amtsstelle kontaktierte den Hauswirtschaftlichen Fachservice der Bäuerinnen. Die Vorsitzende
stand der neuen Idee aufgeschlossen
gegenüber und präsentierte das Projekt
ihren Vereinsmitgliedern. Dem Projekt
gegenüber aufgeschlossen waren zu
diesem Zeitpunkt vorrangig die Unternehmerinnen, die schwerpunktmässig
einen Bäuerinnen-Partyservice betrei-
ben und den Picknickservice als ein ergänzendes Angebot zum Partyservice
begriffen haben. Auch wurde darauf geachtet, dass sich die Picknickgruppe aus
den Teilen des Landkreises, an dem die
meisten Wanderwege laufen, zusammensetzt. So konnten auch die Logistikprobleme gelöst werden.
Je nach Gruppengrösse und Sonderwünschen der Gruppe sind ein oder
zwei Bäuerinnen mit der Picknickvorbereitung beschäftigt. Kommt jedoch eine Firma mit drei Bussen angereist, die sich das Freilandmuseum
anschauen, helfen alle zusammen.
Rendite und Einkommen Grundsätzlich gilt, dass das Angebot nur dann
auf dem Markt bleibt, wenn die Arbeits-
4
3
2
1
1 • Wandervereine als Kunden des Picknickservices.
2 • Bei Schlechtwetter wird das Picknick
in eine Scheune des Freilandmuseums verlegt.
3 • Angeboten wird die regionale Küche.
4 • Isolierte Picknickdecke schützt gegen Kälte und Nässe.
5 • Die meisten Kunden bevorzugen Plätze mit Bänken und Tischen.
74
3 2012 · UFA-REVUE
LANDLEBEN
zeit (von Herstellung über die Lieferung
bis zum Rückholen) voll bezahlt wird.
Entsprechend muss der Preis des Korbes
kalkuliert oder der Inhalt zusammengestellt werden. Ab einer Gruppengrösse
von zehn Personen wird 12.50 Euro pro
Person gerechnet, bei kleinerer Gruppenzahl erhöht sich der Preis.
Die Picknickplätze sollten in der Nähe
der Anbieterinnen sein, denn sonst werden die Spritkosten zu hoch. Die Herstellung des Korbinhaltes darf zudem
nicht zu zeit- und kostenintensiv sein,
muss aber dennoch für die Kunden attraktiv sein.
Angebot Bei unserem Picknick-Korb
ging es vorrangig darum, das Regionaltypische anzubieten. Die regionale Küche steht im Vordergrund, ein Konzept,
das sich inzwischen als erfolgreich herausgestellt hat. In der Erprobungsphase
gab es immer wieder Überraschungen.
So hat sich ein Wanderer darüber gewundert, dass es bei der einen Anbieterin für den selben Preis wesentlich mehr
«Korbinhalt» gegeben hat, als bei einer
anderen Anbieterin, obwohl der Korb
für die selbe Personenanzahl bestellt
worden war. Eine Standardisierung war
also notwendig.
5
Der Picknickservice im Naabtal n.e.V.
hat sich daraufhin in wöchentlichen Sitzungen in den Wintermonaten zusammengesetzt und sowohl die Rezepte abgeglichen, als auch die Portionsmengen
pro Person festgelegt, inklusiv einer Absprache, wie mit Kindern als Kunden
umgegangen wird. Aufgrund der RezepUFA-REVUE · 3 2012
Picknickservice in der Schweiz
Die UFA-Revue wollte wissen, ob so ein Picknickservice von Bäuerinnen auch für die Schweiz eine Möglichkeit wäre.
Auskunft gab Michael Dubach. Er leitet das Regionalmanagement «Pro Zürcher Berggebiet» (PZB) und findet den
Landfrauen-Picknickservice ein spannendes Projekt und erklärt: «Das Beste der Region, bei welchem wir Mitglied sind,
bietet bereits den Znüniservice für Schulen an. Selber hatten wir auch schon die Idee eines Landfrauencaterings aus
dem Zürcher Oberland für die Stadt Zürich.» Die Möglichkeiten für so einen Picknickservice wären vorhanden. Aber, so
fügt Dubach an, viele Landfrauen hätten häufig kaum zeitliche Kapazitäten. Zudem müsse so ein Projekt einen
Verdienst einbringen, was auch bei ähnlich gelagerten Aktivitäten nicht immer der Fall sei. Chancen sieht Dubach in der
regionalen traditionellen Küche, die heutzutage sehr gut ankomme, sowie in der Zusammenarbeit mit Tourismusorganisationen. Diesbezüglich bestünden bereits sehr gute
Kontakte von PZB und diese würden noch intensiviert.
«Ein tolles Projekt», schwärmt Pauline Gigandet, welche in Courtetelle (JU) an der
Fondation rurale interjurassiene für die Förderung des Agrotourismus verantwortlich
ist. «Wir haben im Kanton Jura und im Berner Jura viele schöne Wanderwege,
aber auch Mountain-Bike-Strecken. Zudem sind viele unserer Bäuerinnen bereits
im Bereich Apero-Service engagiert und ein Landfrauen-Picknick würde das
bestens ergänzen», erklärt sie die positiven Faktoren. Fragezeichen setzt Gigandet
in Bezug auf die Logistik und Rentabilität. «Das sind die Knackpunkte eines
solchen Projektes. Ich kann mir vorstellen, dass man auch ein Pauschalarrangement anbieten würde, mit einer geführten Wanderung oder einer Käsereibesichtigung», fügt sie an. Als Zielgruppe sieht sie vor allem auch Familien,
die einen Tagesausflug in den Jura machen. (dc)
te und ihrer Zusammenstellung haben
sich zwei Muster-Körbe herausgebildet:
der Brozeitkorb und der Schmankerlkorb. Der eine ist mehr bodenständig,
der andere ist mit einer grösseren Vielfalt bestückt. Zusätzlich können die Körbe nach Wunsch der Kunden erweitert
werden.
Picknickplätze Die Kooperation
mit der Leiterin des Tourismuszentrums
war überlebensnotwendig. Diese hat
Wanderwege zusammengestellt, die
einen fest installierten Picknickplatz
haben, der auch für die «normal» geübten Wanderer gut erreichbar ist (und
die tatsächlich meist in nächster Nähe
der Korb-Lieferantinnen liegen). Die
Plätze müssen schön gelegen und wenig
einsichtig sein. Sie müssen gemeindeeigen oder öffentlich sein, ansonsten
muss die Erlaubnis der Besitzer eingeholt werden. Jeder Picknickplatz muss
auch für den Lieferservice mit dem Auto
erreichbar sein.
«Wo» ist nicht nur räumlich, sondern
auch «sitztechnisch» zu sehen. Ursprünglich sollte das Picknick auf einer
Picknickdecke (die eine Isolierschicht
gegen Kälte und Feuchtigkeit hat) angeboten werden. Aber nur eine kleine Anzahl von Kunden wollte es so romantisch haben. Der Grossteil der Kunden
bevorzugt Plätze mit Bänken und Tischen, an denen bequem gespeist werden kann.
Wanderzeit In der Versuchsphase
hatte eine Anbieterin ein Picknick vorbereitet. Aber das junge Paar kam und
kam nicht. Fanden sie den Picknickplatz
nicht? Die Bäuerin packte alles wieder
ein, fuhr zurück, hat die Handynummer
der Kunden herausgefunden und angerufen. Das Pärchen hatte einen romantischen Platz auf der Wanderung
entdeckt, wo sie ein bisschen länger
verweilten und sagten, sie würden
gleich weiter gehen. Das war uns eine
Lehre. Inzwischen telefonieren die Anbieterinnen mit den Kunden das erste
Mal, wenn die Gruppe mit der Wanderung startet oder am Abend vorher. Sollte die Wanderung sich verzögern, weil
spontane, grössere Pausen eingelegt
werden, müssen die Anbieterinnen in
Kenntnis gesetzt werden.
Die Bäuerin bleibt im Normalfall
während des Picknicks nicht am Picknickplatz, denn sie gehört nicht zur
Gruppe. (Was sollte die Anbieterin tun,
wenn der Jüngling verzagt dem Mädchen seine Liebe gesteht? Die Rose halten?) Sie ist jedoch telefonisch erreichbar und wird, wenn das Picknick sich
dem Ende neigt, vom Kunden angerufen. Sie bringt den Picknickplatz in Ordnung und regelt gegebenenfalls das Finanzielle.
Picknickkorb des
Bergrestaurants
Moosalp, Törbel (VS).
www.moosalp.ch
Wenn es regnet «Wir gehen immer, wir sind ja nicht aus Zucker» ist ein
Spruch, den die Lieferantinnen der Kör75
LANDLEBEN
Kundengruppen sind
Paare (romantisches
Picknick für zwei),
Familien-Picknick
(unkompliziert) oder
Picknick für Gruppen
(Firmenanlass im
Grünen).
Bild: isignstock.com
be schon des Öfteren von
ihren Kunden gehört haben. Aber die Kunden
wollen sich beim Essen
entspannen, ob es regnet oder nicht. Sie wollen bequem sitzen und
auf keinen Fall beim
Essen nass werden.
Auch das Essen soll
nicht nass werden.
Deshalb hat der Picknickservice mit einem nahegelegenem Freilandmuseum abgemacht, in einer der
vielen Scheunen überdacht zu picknicken.
Buchungen Die Buchung eines Picknicks erfolgt, wie beim BäuerinnenPartyservices üblich, nach mündlicher
(in der Regel telefonischer) Rücksprache
mit der zuständigen Anbieterin oder
nach dem ersten Mailkontakt in schriftlicher Form. Dazu hat der Picknickservice Bestell-Faxlisten erstellt. Diese be-
Marktplatz
Fortsetzung
von Seite 70
LANDTECHNIK
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Samro KK, oder
Grimme 75-30/40/55,
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Obenanhängung, ab Jg.
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Busatis, 2 m oder 2.40
m 041 370 38 45
Ballenzangen Altec Typ
M12G, oder MC4;
Melkstand; Laufstalleinrichtung, Fressgitter,
Schieber und Boxenbügel; Grasband
079 243 75 25
Schneeketten, für
Traktor 14.9/28 und
320./70/20, Spur oder
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Förderband, gerade,
ca. 9 m, ohne Fahrgestell 079 483 60 90
76
Kreiselmäher PZ CM
185 H, auch defekt
055 280 29 09
Glocken und Treicheln;
Kreiselschwader;
Milchkannen 50 l
079 826 24 30
Milchtank de Laval,
6000 l, inkl. Rührwerk
und 2 Sprühdüsen, ab
Platz ca. Ende
April/Mai 12, Fr. 6000
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Rapid 505, 606,
spezial/Super Euro,
Alter und Zustand egal,
wird abgeholt und bar
bezahlt
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ab 18 Uhr
Klauenstand
079 318 93 07
Drahtgittersiloringe
041 741 36 06
Heugebläse Aebi, HG
12 oder HG 9; Güllenschlauchhaspel, für
Flachrollbareschläuche,
für 75er Güllenschläuche oder Flache; Gras-
inhalten die Inhalte des gewünschten
Korbes, Zusatzleistungen, den Preis, die
Wanderroute und Stornogebühren.
Dies bestätigt der Kunde mit Unterschrift und faxt das Angebot als angenommen wieder zurück. Erst dann ist
der Vertrag zustande gekommen. Die
Stornogebühren sind auf dem Faxvordruck aufgelistet. Zum Glück hat der
Picknickservice des HWF im Naabtal
n.e.V. bisher keine Erfahrungen mit dem
Verlangen von Stornogebühren gesammelt. Viele gute Erfahrungen hingegen
hat der Picknickservice mit dem Verkauf
der Picknickkörbe mit Hilfe von Gutscheinen gesammelt. Die Gutscheine
werden rege nachgefragt, eingelöst und
ziehen oftmals neue Kunden hinterher.
Werbung Gibt es überhaupt Interessenten für das Angebot? Diese Frage
lässt sich oftmals nur in der Praxis beantworten. In der Theorie, also in der
Gästebefragung waren alle befragten
Urlauber dem Angebot gegenüber aufgeschlossen gewesen. Doch wird tat-
sämaschine mit Walze
079 673 58 66
Schollencracker
Kerner, für 4-Scharpflug
079 507 90 62
Getreidesilos Kongskilde, guter Zustand
079 255 88 68
Moteur Mag 1, cyl
2 temps 220 cm3, type
022SRB G34B
079 242 34 86
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kleinen Traktor, bis
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Grassämaschine, zum
Aufbauen, auf 2.8 m
Walze 079 246 86 53
Krümmler, für
Kulturegge, 2.5 m, auch
Occasion
052 384 13 75
Pneu, 3 Stk., 700 x 20,
für Holzwagen
052 681 27 29
Kälberkleinviehwaage,
500 kg
079 439 30 55
Futterraufe, für Schafe,
rund oder länglich;
Heckgewicht, für
Traktor, ca. 800 - 1000
kg 079 660 17 18
Brennholzfräse, mit
Elektromotor
062 891 32 65 oder
079 44 98 48
Frontgewicht, für
Hürlimann xe307
079 730 48 12
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v bzw. 270/95R36 h ,
Fixspur 1.8 m, passend
zu Deutz-Fahr Agroplus
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Doppelrad Anbauteilen
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200 bzw. 30-36 x 170
071 657 28 82
Zweischaarpflug,
funktionstüchtig, gratis
oder sehr günstig
041 980 62 65
Remorque à bétail,
ancienne
079 299 11 06
Hofladeneinrichtung,
mit Glastablar-Ladenkorpus, inklusive
Ladenkasse
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Landwirtschaftstraktor MF 135, in gutem
fahrbereitem Zustand
044 761 32 19
sächlich gebucht? Die Praxis hat gezeigt,
dass hier die guten Kontakte zwischen
den Vertretern des Tourismus und dem
Hauswirtschaftlichen Fachservice mit
den Vereinen vor Ort, speziell den Wandervereinen, gute Dienste tun. Diese
haben nämlich das Picknick als besondere Attraktion für ihre geführten Wanderungen entdeckt.
Auch die Zusammenarbeit mit dem
regionalen Fernsehsender hilft bei der
Etablierung des Angebots. Dieser hat
sein Interesse gezeigt und Aufnahmen
gemacht. Das Echo war ungemein, und
der Bekanntheitsgrad stieg enorm, auch
ausserhalb des Landkreises.
Autorin Ruth Schumann ist Hauswirtschaftsoberrätin am Amt für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten, Schwandorf,
Regensburger Str. 51, D-92507 Nabburg
www.oberpfaelzerwald.de/
aktiv/wandern/picknick.html
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OP 17 PF, 19 PF 21
oder 455, mit Tr. Speed,
guter Zustand
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077 492 51 10
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oder 304 S bis 307 S,
max. 4500 h,
079 420 82 74
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Anhänger, für landwirtschaftlichen Einsatz,
30 oder 40 km/h; Zweioder Tandemachse,
guter Zustand, L.
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4.8 m, mit oder ohne
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2 Chars, Pflug permanit,
um auf 3 Chars aufzurüsten
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Mofa 079 245 11 39
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6 t, auch defekt
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Fortsetzung
Seite 87
3 2012 · UFA-REVUE
LANDLEBEN
Landfrauenküche auf DVD
JETZT ZU VORZUGSKONDITIONEN Sieben Landfrauen aus sieben Regionen
kochten auch 2011 wieder um die Wette. Dabei gab es neue Landschaften
und neue Gerichte zu entdecken. Zu Vorzugskonditionen sind nun die DVD der
«Landfrauenküche» erhältlich.
«SF bi de Lüt» schaute den Landfrauen in die Kochtöpfe und begleitete die Bäuerinnen durch ihren Alltag auf den Betrieben sowie in der
Freizeit mit ihren Familien. Die Gastgeberinnen 2011 waren:
• Barbara Gerber, Zollbrück (BE)
• Ramona Stulz, Alterswil (FR)
• Priska Scherrer, Bütschwil (SG)
• Eveline Bättig, Kaltbach (LU)
• Sandra Belser, Wölflinswil (AG)
• Silvia Krebs, Twann (BE)
• Kathrin Sprecher, Langwies (GR)
1. Reihe: Sandra Belser, Barbara
Gerber, Eveline Bättig, Ramona
Stulz. 2. Reihe: Priska Scherrer,
Kathrin Sprecher, Silvia Krebs
Bild: Merly Knörle
Bild: SRF/Paolo Foschini
Die Doppel-DVD kosten Fr. 29.90 (exklusive Versandkosten von Fr. 3.60).
Hingegen ist das Set mit allen fünf DVD
versandkostenfrei für 120 Fr. erhältlich.
Auf der aktuellsten DVD ist auch die
Finalsendung mit Nik Hartmann vom
30. Dezember 2011 aus der Festhalle
Altrüti im zürcherischen Gossau zu sehen. Zur Siegerin wurde dabei Kathrin
Sprecher aus Langwies bei Arosa erkoren. In den Vorjahren gewannen Brigitte
Burgi aus Kägiswil (OW), Priska Abegg
aus Steinerberg (SZ), Annemarie Eberle
aus Altnau (TG) und Migga Falett aus
Bergün (GR).
Die Sendereihe ist beliebt und wird
auch 2012 fortgesetzt.
UFA-REVUE · 3 2012
COUPON
✃
Nik Hartmann mit
der Gewinnerin 2011:
Kathrin Sprecher.
Versandkosten: Fr. 3.60.
Das Set mit allen 5 Staffeln für 120 Fr. ist versandkostenfrei.
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1. Staffel 2007
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2. Staffel 2008
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UFA-Revue, Landfrauenküche, Theaterstr. 15a, 8401 Winterthur oder die
Angaben per Email an: info@ufarevue.ch, Betreff: Landfrauenküche.
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5 Doppel DVDs
Fr. 120.–
LESERREISE
LANDLEBEN
UFA-Revue-Leserreise 17. bis 23. Juni 2012
Irland – Die Grüne Insel
Natur pur – Irland wird nicht umsonst die grüne Insel genannt. Sie ist reich an verschiedenen Landschaftsformen und hat lediglich eine
Bevölkerungsdichte von 65 Einwohnern pro
km2. Die Insel weist eine Gesamtfläche von 7
Mio. ha auf, wovon 5 Mio. ha landwirtschaftlich genutzt werden.
Diese Reise gibt einen Einblick in die irische
Landschaft mit den endlos scheinenden Ebenen, die durch viele Gewässer und den steilen
Klippen an der Westküste geprägt sind. Auch
Überreste von mittelalterlichen Ruinen fügen
sich gut in das atemberaubende Landschaftsbild ein. Die Gastfreundschaft und Offenheit
der einheimischen Bevölkerung ist weit herum
bekannt, dies alles wird zu einer unvergesslichen Reise in Irland beitragen.
Fachbesuche Der fachliche Teil wartet
mit zahlreichen Farmbesuchen auf. So wird
das bekannte «Belmont»-Gestüt bei Athlone, ein Produzent von Räucherlachs sowie
eine Whiskey-Distillerie (mit Degustationsmöglichkeit) besucht. Dann stehen Besuche
einer Rinderfarm und von zwei Milviehbetrieben auf dem Programm. Weitere Fixpunkte betreffen Werksbesuche von international bekannten Landtechnikherstellern. So
sind Besichtigungen der Firmen McHale
(Ballenpressen), Keenan (Futtermischwagen
und Fütterungskonzepte) sowie Dairymaster
78
(Melk-, Fütterungs- und Hofdüngertechnik)
geplant. Als Highlight ist ein spannender
Diskussionsabend mit einem Vertreter des
irischen Bauernverbands (selbst Milchbauer)
vorgesehen.
Das Rahmenprogramm bietet zahlreiche Highlights, beginnend mit einer Stadtrundfahrt in Dublin und der Besichtigung
wichtiger Sehenswürdigkeiten, wie die St.
Patrick Kathedrale und das Book of Kells im
Trinity College. Die unendliche Weite und
die schönen Gewässer bezaubern unterwegs
nach Galway sowie bei der Fahrt durch das
Gebiet Connemara.
Das grosse neugothische Schloss mit seiner restaurierten gotischen Kirche, genannt
Kylemore Abtei, befindet sich im Herzen der
Connemara-Berge.
Eine Bootsfahrt auf dem Killary Fjord,
dem 15 km langen Meeresarm umgeben von
Hügeln und Feldern, darf nicht fehlen. «The
Burren», die kahle Sandsteinfläche mit
160 km2, die einer Mondlandschaft gleicht,
ist die Heimat von etwa 20 wildwachsenden
Orchideen-Arten. Die 200 m hohen Klippen,
die Cliffs of Moher, stürzen fast senkrecht in
die atlantische Brandung und erstrecken sich
über 8 km entlang der Westküste.
Preise und Leistungen
Im Pauschalpreis von 1990 Fr. pro Person (bei einer Gruppengrösse
von 35 Personen) sind folgende Leistungen eingeschlossen:
• Flug Zürich – Dublin – Zürich an Bord der Siwss in der Economy
Klasse, Bordverpflegung und Taxen (Stand Februar 2012).
• Unterkunft in guten Mittelklasshotels, Basis Doppelzimmer
(Doppelbelegung) mit Bad oder Dusche/WC, inklusive Frühstück.
• Alle Nachtessen sowie zwei Mittagessen.
• Alle im Programm vorgesehenen Ausflüge, sowie die fachlichen und
touristischen Besichtigungen, inklusive Eintritte, sofern nicht als
fakultativ bezeichnet.
• Lokale, fachkundige und deutschsprechende Reiseleitung.
• UFA-Revue Reisebegleitung ab/bis Zürich.
• Ausführliche Reisedokumentation.
Nicht inbegriffen sind die An- und Abreise zum und vom Flughafen
Zürich, Getränke und alle nicht aufgeführten Mittagessen, persönliche
Auslagen, Trinkgelder an lokale Reiseleitung und Busfahrer, Einzelzimmer-Zuschlag (320 Fr.) sowie alle nicht im Programm aufgeführten
Leistungen.
Die detaillierte Reiseausschreibung und der Anmeldetalon sind
zu finden auf www.ufarevue.ch oder www.agrar-reisen.ch/
Landwirtschaftsreisen. Die Unterlagen können auch unverbindlich
bestellt werden bei:
Agrar Reisen, Rohrerstrasse 100, 5001 Aarau, 062 834 71 51.
Anmeldeschluss ist der 10. April 2012
www.ufarevue.ch
INF BOX
INFO
3 · 12
3 2012 · UFA-REVUE
REZEPT
LANDLEBEN
Alpines Menü
AUS DEM BINNTAL Heuen gehört für die Bergbauernfamilien zu
den strengsten, aber oftmals auch schönsten Arbeiten. So sieht es
zumindest Jacqueline Imhof. Das feine Bergheu bereichert nämlich
auch ihren Speisezettel.
Oberwalliser
Heusuppe
8 dl Wasser
1 Handvoll Heu
1 kleine Zwiebel (fein gehackt)
2 Knoblauchzehen, gehackt
2 El Maizena oder Mehl
1
⁄2 dl Rahm
Bratbutter
2 dl Rahm oder Halbrahm
wilder Thymian oder Majoran
4 Stück Vollkornbrot (in Würfel
geschnitten)
Bouillon, Pfeffer und Paprika
Das Heu im Wasser aufkochen und 15
Minuten ziehen lassen. Das Heu absie-
ben und den Sud zur Seite stellen. Zwiebeln und Knoblauch in wenig Bratbutter
andämpfen. Mit dem Heusud ablöschen
und aufkochen. Maizena mit Rahm glatt
rühren und in die kochende Brühe giessen. Bouillon, Pfeffer und Paprika
beifügen. Die Suppe mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Brotwürfelchen in
wenig Bratbutter rösten, warmhalten.
Den Rahm zur Suppe geben, glattrühren
und abschmecken. Die Heusuppe mit
wildem Thymian oder Majoran bestreuen und mit Brotwürfelchen servieren.
Foto: LID, Agnes Schneider
SchinkenLauch-Auflauf
900 g Kartoffeln
250 g Lauch
350 g Schinken
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
60 g Mehl
1 l Milch
Aromat, Pfeffer, Salz
50 g Käse
Öl
Die Kartoffel schälen und in Würfel sowie den Lauch in Rädchen schneiden
und im Salzwasser kochen. Dann in einer Auflaufform verteilen. Zwiebeln
und Knoblauch andämpfen. Mehl beifügen. Mit Milch ablöschen. Würzen
und 30 g Käse beifügen. Über dem Gratin verteilen. Die restlichen 20 g Käse
darüberstreuen. Bei 200 Grad Celsius
im Backofen 20 Minuten überbacken
lassen.
䡵
Jacqueline Imhof
empfiehlt für die
Suppe, Heu aus dem
ersten Schnitt zu
verwenden.
UFA-REVUE · 3 2012
Die Oberwalliser
Heusuppe ist in der
LID-Broschüre
«Suppenküche der
Schweizer Bäuerinnen»
zu finden, welche
28 Suppenrezepte aus
allen Kantonen der
Schweiz umfasst. Die
Minibroschüre ist gratis
erhältlich. Landwirtschaftlicher Informationsdienst (LID),
Weststrasse 10,
3000 Bern 6,
寿 031 359 59 77,
info@lid.ch
Die Bäuerin Die
Bäuerin Jacqueline
Imhof (43), ihr Mann
Willy (50) und die Kinder Janine (15) und Vanessa (9) wohnen in der
145-Seelen-Gemeinde
Binn auf 1400 m ü. M.
Dort bewirtschaften sie
einen Milchwirtschaftsbetrieb. Jacqueline hat
ein Teilpensum an der
Dorfschule. Ein wichtiges Anliegen ist ihr
und der ganzen BinnerDorfbevölkerung, die
Abwanderung zu stoppen. Einen Beitrag dazu
leisten das reichhaltige
Vereinsleben sowie
kulturelle Anlässe. Alle
im Dorf beteiligen sich.
Zu den Hobbys der
engagierten Bäuerinnen
gehört das Singen im
Kirchenchor und im
Gommer Chor sowie
Lesen. Mehr Leidenschaft als Hobby sind
für sie alternative
Heilmethoden, wie die
Homöopathie oder
auch Kräuteranwendungen.
79
RARITÄTEN & NOSTALGIE
LANDLEBEN
Appenzellische Weissküferei
KUNSTHANDWERK MIT TRADITION 1977 gründete der
passionierte Weissküfer Hans Mösli seine Firma «Weissküferei
und Drechslerei» in Gais (AR), die er bei Führungen auch
gerne dem Publikum zeigt.
Was ist das?
Ein Nutsägeli oder ein Laubsägeli?
Schreiben Sie die
Antwort an:
info@ufarevue.ch oder
per Post: UFA-Revue,
Theaterstr. 15a,
8401 Winterthur.
Verlost wird ein LANDIGutschein im Wert von 20 Fr.
Einsendeschluss Mitte Monat.
Unter dem Begriff «Weissküferei»
versteht man das Handwerk, mit
dem aus hellem Fichten- oder
Ahornholz geschnitzte Gerätschaften für die sennische Milchwirtschaft
und Käseproduktion hergestellt werden. Das Handwerk entstand zu Beginn
des 19. Jahrhunderts. Damals begann
sich der steigende Wohlstand und das
daraus resultierende Standesbewusstsein der Sennen auf die Verzierung und
die reichhaltige Machart alltäglicher Gebrauchsgegenstände auszuwirken.
Stand zu dieser Zeit der land- oder
milchwirtschaftliche Nutzen der Geräte
eindeutig noch Vordergrund, so dienen
heute die meisten Anfertigungen wie
Melkeimer, Butterfässer, Rahmschöpfer
Hans (rechts) und Robert Mösli (links) in ihrer Werkstatt.
RARITÄTEN
zu verkaufen
Mostpresse, für
Museum, antik, Jg. 1885
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Kartoffelpflug; Pferdehacke; Holzräder, klein;
Elektromotorkarren, mit
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i. O 寿 071 733 14 21
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Pferdekumet, schön,
restauriert, mit eingearbeitetem Spiegel,
top Zustand, Preis nach
Vereinbarung
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Reparaturen notwendig,
Preis Verhandlungssache
寿 052 385 40 51
Strohschneider, Jg.
unbekannt
寿 041 780 37 22
oder Käseteller mehr Dekorationszwecken oder sind willkommene Geschenksartikel.
Geblieben ist bis heute jedoch die Bedeutung einer sorgfältigen Auswahl des
Ausgangsprodukts. Für die weitere Bearbeitung des Holzes ist es wichtig zu
wissen, wo und wie der Baum gewachsen ist. Dies gibt dem erfahrenen Handwerker Rückschlüsse über die spezifischen Eigenschaften des Materials.
Das Handwerk selbst ist ebenfalls traditionell geblieben, obwohl heute maschinelle Hilfsmittel wie Drehbänke eingesetzt werden, die ein schnelleres und
rationelleres Arbeiten ermöglichen.
Sämtliche Schnitzereien und Verzierungen stellen jedoch weiterhin reine
Handarbeit dar und verlangen Präzision
und künstlerische Fertigkeiten.
Der Name «Weissküferei» wird zwar
heute da und dort mit dem hellen Holz
in Verbindung gebracht, hat seinen Ursprung aber beim «weissen» Lebensmittel Milch, das mit diesen Gerätschaften verarbeitet, transportiert oder
gelagert wurde.
Hans Mösli, Weissküferei und
Drechslerei, 9056 Gais
www.weisskueferei-moesli.ch
Ähren und Getreidedekorationen
Die Getreide-Deko-Ausstellung auf dem
Hof von Claudia und Ruedi Künzi in
Maschwanden (ZH) ist 365 Tage im Jahr
geöffnet. Strohfinken, Strohhüte,
Strohsterne, Strohfiguren, Gestecke,
Kränze, Bänder, Mobile, Ostereier,
Intarsien, Strohballen oder Getreidegarben sind auf einer Fläche von knapp
40 m2 ausgestellt. Falls Beratung oder
Informationen erwünscht sind, sollte
man sich anmelden. Es kann sich dabei
um Fragen zur Sortenwahl, zum
Mengenbedarf, zur Verarbeitung,
Lagerung und Schädlingsbekämpfung
handeln. Regelmässig finden zudem mit
Claudia Künzi-Schnyder (dipl. Bäuerin
HFP, Strohflechterin) Kurse
statt. Kursdaten Strohflechten am 14. oder 15.
April 2012. Anmeldung
bis 17. März 2012, 044
767 14 23, info@getreidedeko.ch. Ein weiterer
Kurs mit Claudia Künzi über
hängenden Strohschmuck
(Wokkel) findet am 9. oder
11. Juni statt und zwar auf
dem Volg Erlebnishof, Hofmärcht in Baar (ZG). Anmeldung bis 18. Mai 2012 an
Volg Konsumwaren AG, Naturena, 8401
Winterthur, + 058 433 54 99,
www.volg.ch.
Getreidedeko Künzi,
Steinbüllenstrasse 25, 8933 Maschwanden,
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unsere Kleinanzeigen. Ein Kontaktformular steht auf
www.ufarevue.ch zur Verfügung. Sie können auch
einfach anrufen (058 433 65 30) oder faxen
(058 433 65 35). LANDI-Mitglieder inserieren gratis!
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Rudolf Jäger aus Untervaz (GR). Er
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Tel. 044 802 10 10
Tel. 041 268 84 84
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LAN-UFA-03-2012 Modell- und Preisänderungen vorbehalten. Preisstand: 17.02.2012
Zwei von üb
GARTENSEITE
So macht man Boden gut
HUMUS ist die Zauberformel für erfolgreiches Gärtnern. Es gilt,
diese duftende Erde mit den lockeren Krümeln gezielt aufzubauen.
Helfer sind Milliarden von Bodenlebewesen. Sie stellen die Nahrung
für die Pflanzen her. Voraussetzung sind schonende Bearbeitung
und bedarfsgerechte Düngung.
Edith
Beckmann
1 • Senfwurzeln lockern
den Boden; die Blüten
spenden einem
Aurorafalter Nektar.
Bild: Dieter Haugk/pixelio.de
2 • Konkurrenzlose
Gründüngung: Phacelia
(Bienenfreund) mit
blau-lilafarben Blüten.
Bild: Karl-Heinz Liebisch/pixelio.de
Kluge Gärtner fördern die Bodenlebewesen durch Mulch (Bodenabdeckung), Kompost oder Pflanzenbrühen. Sie verzichten aufs
Umgraben, weil dadurch tiefere Schichten nach oben gekehrt und damit die
Tierchen empfindlich gestört werden.
Bester Verbündeter für eine gute Bodenstruktur ist der Regenwurm: Im Laufe eines Jahres schafft er das 70fache seines Gewichtes an fruchtbarem Humus!
Ein natürlicher Kreislauf Der
Garten ernährt sich praktisch selbst: Wer
konsequent sämtliches anfallendes
Grüngut fachgerecht kompostiert, benötigt kaum zusätzlichen Dünger. Denn der
Bedarf wird oft gewaltig überschätzt: Für
die Grunddüngung reichen ein bis zwei
Grüne Tipps für den Nutz- und Ziergarten
• Nur Geduld: Beete erst vorbereiten, wenn der Boden abgetrocknet ist
und die Erde nicht mehr am Werkzeug klebt.
• Saattermin im Freiland ist für Nüsslisalat, Spinat, Lauch, Kefen, Erbsen,
Puffbohnen, Pastinaken und Peterli, ab Mitte März auch für Rüebli.
• Im kalten Treibbeet oder unter Folie Kresse, Radiesli, Schnittsalat,
Kohlrabi und Lauch säen.
Schaufeln (2 bis 3 Liter) Kompost pro
Quadratmeter und Jahr. Dieser Richtwert gilt für mittelzehrende Gemüse wie
Karotten, Lauch, Rettich, Zwiebeln, Gurken und Zucchetti sowie für die verschiedenen Salatsorten. Es lohnt sich,
immer wieder einmal eine neue, dünne
Schicht Kompost auszubringen. Auf diese Weise stehen den Pflanzen während
der gesamten Wachstumszeit laufend
Nährstoffe in für sie optimal aufbereiteter Form zur Verfügung.
Hübsche Blüte mit
doppeltem Nutzen: Tagetes
dezimiert Wurzelälchen.
Bild: Kunstart.net/pixelio.de
begünstigen die auf Kreuzblütler spezialisierten Schädlinge und Krankheiten.
Ein Gründünger für alle Fälle ist hingegen Phacelia. Sie zählt zur Familie der
Wasserblattgewächse und hat keine
Verwandten im Garten. Zu einem
fruchtbaren Boden verhelfen auch Tagetes, Kokarde und Mädchenauge. Sie ziehen schädliche Wurzelälchen (Nematoden) an und hungern sie aus. Diese
winzigen Plagegeister verursachen bei
Karotten und Knollensellerie verkrüppelten Wuchs.
Gründünger als Bodenkur
Senf
kann vom Frühjahr bis im Spätherbst gesät werden. Seine verzweigten, tief in
die Erde ragenden Wurzeln schliessen
verdichteten Boden auf und hinterlassen fein krümelige Erde. Mit Senf oder
auch Ölrettich (Raphanus sativus) kann
man ein Stück Land urbar machen. Aber
aufgepasst: Wo Kohlarten oder
Rettich standen – oder folgen
sollen, darf kein Senf wachsen! Sie alle sind Kreuzblütler, entziehen der Erde die
gleichen Nährstoffe und
Analyse zum Saisonstart
Wer
wissen will, wie es um seine Gartenerde
steht, sollte zum Saisonstart eine
Bodenprobe untersuchen lassen. Set
mit genauer Anleitung erhältlich bei:
lbu, Labor für Boden- und Umweltanalytik, Maienstrasse 8, 3613 Steffisburg,
Tel. 033 227 57 31. www.lbu.ch
䡵
• Pflanzzeit ist für Rosen, Gehölze und das gesamte Beerensortiment,
aber auch für Gartenfarne und Staudengräser.
• Zur Schneckenregulierung Bretter auslegen: Als Köder dienen
Hundebiskuits, Weizenkleie oder halbierte Kartoffeln.
Leckere Würze:
Kapuzinerkresse
bereichert Salat und
tut dem Boden gut.
• Geranien, Fuchsien und Strauchmargeriten aus dem Winterquartier
holen, kräftig zurückschneiden und in frische Erde setzen.
Bild: Ernst Rose/pixelio.de
Autorin Edith Beckmann, Freie
Journalistin BR aus Frauenfeld (TG),
leidenschaftliche Gärtnerin mit Wurzeln
in der Landwirtschaft.
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INF BOX
INFO
www.ufarevue.ch
UFA-REVUE · 3 2012
3 · 12
85
SCHWEIZER BAUERN: WOHER – WOHIN?
LANDLEBEN
Generationengespräche
in der Landwirtschaft
Vom Bio-Chabis
bis zum Bio-Ei
1949 hat Fritz Dähler als Bub mit seinem Vater erstmals biologisch produzierten Einschneide-Chabis an die Sauerkrautfabrik Schöni in Rothrist geliefert
– mit Pferd und Wagen hat er die Fracht
an den Bahnhof Kiesen gebracht und
verladen. In Noflen, am Fusse des Berner Oberlands, betrieb er Milchwirtschaft sowie Acker- und Gemüsebau
und trug auf seinen Feldern Urgesteinsmehl aus dem Gotthard-Massiv aus.
Adrian Knuchel verstreut zwar kein
Urgesteinsmehl aus den Bergen auf seinen Feldern, ist aber auch überzeugter
Bio-Bauer. Zusammen mit seinem Vater
und seiner Frau Yvonne bewirtschaftet
der 30-Jährige in Bätterkinden 37 ha
86
Land. Daneben hält er 2000 Legehennen und produziert Bio-Eier für den
Grosshandel. Die beiden Biobauern sind
sich einig: Den Boden sollte man möglichst schonend bearbeiten und die Felder so wenig als möglich pflügen.
Im Gespräch findet Knuchel, dass die
Landwirtschaft derzeit ein Nettokalorienvernichter sei. Will heissen: Die
Bauern brauchen mehr Rohstoffe als sie
produzieren. Gemäss Dähler lautet die
Logik: «So gesund der Boden, so gesund
sind auch die Pflanzen, die Tiere und die
Menschen, die sich davon ernähren.»
Dähler hat seine Kühe mit eigenem
Bio-Futter versorgt und somit eine in
sich geschlossene Kreislaufwirtschaft
betrieben. Knuchel hingegen kann das
Futter für seine Legehennen nicht selber
produzieren und ist auf Importe angewiesen.
Doch es sind nicht nur Bioprodukte,
die in die Schweiz eingeführt werden,
einige gehen auch den umgekehrten
Weg. So ist in den USA etwa das «Organic Swiss Müesli» bekannt. Das Bild
auf der Verpackung ziert noch immer
Fritz Dähler und seine Frau Margrith:
die beiden posieren in der Tracht vor ihrem Bauernhaus in Noflen. Die Mitglieder der Dähler-Familie seien 1947 Pioniere in der Biolandwirtschaft gewesen,
ist neben dem Bild zu lesen.
Helene Soltermann
Der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID ist inzwischen 75 Jahre
alt. Aus diesem
Anlass tauschen
sich jeden Monat
zwei Bauerngenerationen aus,
blicken zurück und
in die Zukunft.
Was war besser,
was schwieriger
und wohin steuert
die Landwirtschaft?
Einen umfassenden
Bericht dieses
Generationengesprächs finden
Sie auch auf der
Website
www.lid.ch.
75 Jahre Kommunikation
zwischen Stadt und Land
3 2012 · UFA-REVUE
Fortsetzung
von Seite 76
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mehr in der nächsten Nummer
Nebenerwerb
der Bäuerin
Effiziente GülleLogistik
Kleearten
im Fokus
Fütterung auf
Vorrat
Sous-Vide: Sauerkraut und Rippli
Soll der Nebenerwerb der
Bäuerin auch in den
gemeinsamen Einkommenstopf des Betriebs fliessen?
Wenn nein, was ist wie zu
regeln?
Beim Ausbringen von Gülle
werden Lohnunternehmer
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Zusammenarbeit wichtiger.
Effiziente Konzepte können
Kosten sparen.
Bei Futterbaumischungen
für Weideflächen spielt der
Weissklee eine wichtige
Rolle. Die Rotklee-Sorte
«Pastor» könnte dies
jedoch ändern.
Werden Rindviehrationen
gehäuft vorgelegt, spart
dies Arbeit. Aber wie verhält es sich mit der Futterqualität? Und welchen
Einfluss haben Siliermittel?
Sous-vide-Garmethoden
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der fenaco-LANDI Gruppe.
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9 und 11 erscheinen mit im
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ISSN 1420-5106
Herausgeber
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UFA-REVUE · 3 2012
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