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Betriebshandbuch Edition 1 / 04_2014 - Advance

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Betriebshandbuch Edition 1 / 04_2014
Edition 1 / 04_2014
Inhalt
Thank you for flying ADVANCE. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Über ADVANCE. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Das PROGRESS 2. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Willkommen an Bord!. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Herausragende Merkmale des PROGRESS 2. . . . . . . . . 8
Weitere wichtige Details. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Sicherheitshinweise. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Allgemeine Hinweise zum Gleitschirmfliegen. . . . . . . . . 10
Inbetriebnahme der Produkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Auslieferung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Lieferumfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Airbag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Gurtzeug einstellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Einbauen des Rettungsschirms. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Rucksack einstellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Praktische Anwendung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Wendemechanismus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Flugbetrieb. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Fliegen generell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Bodenhandling. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Start und Landung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Benützen des Beschleunigers. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Fliegen mit Beinstrecker. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Fliegen mit Ballast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Anwendung im Schulungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Kombinierbarkeit mit Gleitschirmmodellen
anderer Marken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Windenschlepp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Akro Fliegen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Doppelsitziges Fliegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Startvorbereitung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Wartung, Reparatur und Pflege. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Wartung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Unterhalt Airbag. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3
Check . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Reparaturen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Entsorgung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Technische Angaben. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Technische Daten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Verwendete Materialien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Zulassung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Service . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
ADVANCE Service Center . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Internetseite von ADVANCE. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Garantie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Bauteile Gurtzeug . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Frontansicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Seitenansicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Bauteile Rucksack. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Seitenansicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
4
37
39
42
44
5
Thank you for flying ADVANCE
Herzlichen Glückwunsch, dass du dich für das PROGRESS 2 und
somit für ein ADVANCE Qualitätsprodukt entschieden hast.
Wir hoffen, dass du damit viele erlebnisreiche Stunden in der Luft
verbringen wirst.
Dieses Betriebshandbuch ist ein wichtiger Bestandteil des
Fluggerätes. Du findest darin eine Anleitung und wichtige Hinweise
zu Sicherheit, Pflege und Wartung. Deshalb legen wir dir nahe,
dieses Dokument vor dem ersten Flug sorgfältig durchzulesen.
Die neuste Version dieses Handbuches sowie weitere aktuelle
Informationen findest du auf www.advance.ch. Dort werden
auch neue, sicherheitsrelevante Erkenntnisse über das Produkt
publiziert. Bei Fragen oder bei Problemen wende dich bitte
an die Verkaufsstelle oder direkt an ADVANCE.
Nun wünschen wir dir viel Freude mit dem PROGRESS 2 und
jederzeit «happy landing».
Team ADVANCE
6
Über ADVANCE
ADVANCE ist einer der weltweit führenden Gleitschirmhersteller mit
Sitz in der Schweiz. Seit der Gründung im Jahre 1988 verfolgt das
Unternehmen konsequent eigene Wege und Konzepte, sowohl bei
der Entwicklung als auch bei der Produktion. So entstehen ausgereifte Produkte mit unverkennbaren Eigenschaften.
Hinter der Marke steht ein Team von Spezialisten, das die Leiden­
schaft derjenigen teilt, die auf ADVANCE Produkte vertrauen.
Selber mit dem Element Luft vertraut, bringen sie wertvolle persönliche Erfahrungen und Engagement in die Arbeitsprozesse ein.
Die vollständige Kontrolle über den Produktionsprozess und die
Einflussnahme auf Arbeitsabläufe in der eigenen Produktionsstätte
in Vietnam garantieren eine hohe Verarbeitungsqualität. Dank langjährigen Beziehungen zu Tuch- und Leinenherstellern fliesst das
Know-how von ADVANCE auch direkt in die Entwicklung
neuer Materialien ein.
Bei ADVANCE hat die Kundenbetreuung nach dem Kauf eines
ADVANCE-Produkts einen grossen Stellenwert. Dafür sorgt
ein weltweit ausgebautes Servicenetz. Im ständigen
Erfahrungsaustausch mit den Kunden werden laufend neue
Erkenntnisse gewonnen, die wiederum in die ADVANCE Produkte
einfliessen – womit sich der «Circle of Service» schliesst.
7
Das PROGRESS 2
Willkommen an Bord!
Herausragende Merkmale des PROGRESS 2
PROGRESS 2 steht für ein extrem leichtes und hoch komfortables
Wendegurtzeug mit integriertem Rettungsschirmsystem und
Airbag-Protektor. Das sitzbrettlose Wendegurtzeug wiegt 3.5 kg
(Grösse M); einzigartig in dieser Gurtzeugklasse! Einzigartig auch
deswegen, weil das PROGRESS 2 derzeit das einzige sitzbrettlose
Wendegurtzeug mit integrierten Rettungsschirmsystem und
Top-Protektorwerten auf dem Markt ist. Aufgrund seiner optimal
­p ositionierten Aufhängepunkten vermittelt das PROGRESS 2
Sicherheit und ein angenehm ruhiges Gefühl beim Fliegen.
Dieses Gurtzeug eignet sich bestens für den klassischen Genuss­
piloten, für Hike & Fly-Piloten und Reisende. Das Rucksack­
volumen beträgt 75L.
§§ Sitzschale, die sich optimal der Körperform anpasst
8
§§ herausragender Start-, Steh- und Handlingkomfort, weil das
Gurtzeug sitzbrettlos ist und sich der Rettungsschirm am
Rücken befindet
§§ Easy Ein- und Ausstieg
§§ luftgefüllter Rückenbereich für erhöhten Schutz
§§ aerodynamisch elegantes Erscheinungsbild
§§ Top-Protektorwerte
§§ grosses und umfängliches Protektorvolumen, da der
Rettungsschirm ausserhalb des Protektors verstaut wird.
Weitere wichtige Details
Rucksack
Gurtzeug
§§ abnehmbarer Hüftgurt am Rucksack
§§ Das Gurtzeug ist mit dem bewährten, auf zwei Schnallen reduzierten ADVANCE Verschluss-System der Brust- und Beingurte
ausgestattet ( entspricht einem Safe-T-System ).
§§ reissfestes 15 mm Gurtsystem mit „easy adjust “- Schnallen
§§ diverse Befestigungsmöglichkeiten und Taschen am Rucksack
§§ grössenadaptierbares und verstaubares Helmnetz
§§ verschliessbare Tasche am Hüftgurt
§§ Verstellbarer Sitzwinkel
§§ Mit dem Spanngummi auf dem Rückenfach können
Kleidungsstücke befestigt werden.
§§ Rettungsschirmaufhängung an Schultern
§§ mit Trinkschlauch Fixierung auf Schultergurt
§§ mit Trinkschlauch-Öffnungen und -Fixierung auf Schultergurt
§§ ergonomisch geformter Rücken-Support und Schultergurt
§§ Das Beschleunigungssystem ist mit Kugellagerrollen ausge­
stattet und angenehm zu betätigen.
§§ Handschlaufen an Schultergurten für angenehmes Hiken
§§ Rucksack-Komprimiersystem
§§ verstaubare Stock-und Pickelhalterung
§§ ADVANCE Look: edel, schlicht und reduziert
9
Sicherheitshinweise
Gleitschirmgurtzeuge wie auch alle handelsüblichen
Rettungsschirme sind aufgrund ihrer Konstruktionsmerkmale auf
keinen Fall für den Freifall geeignet. Der Rettungsschirm und die
Aufhängungen der Rettungsschirmverbindung sind nicht für eine
abrupte Öffnung ausgelegt.
Alle Einstellungen am Gurtzeug sollten unbedingt vor dem Flug erfolgen. Eine korrekte Einstellung des Gurtzeugs trägt massgeblich
zur richtigen Funktion, Sicherheit und Flugkomfort bei.
Das PROGRESS 2 ist ausschliesslich für die Gleitschirmfliegerei zu
benützen.
Allgemeine Hinweise zum Gleitschirmfliegen
Die Ausübung des Gleitschirmsports erfordert eine entsprechende
Ausbildung und fundierte Kenntnisse der Materie sowie die nötigen
Versicherungen und Lizenzen. Ein Pilot muss in der Lage sein, vor
dem Flug die meteorologischen Bedingungen richtig einzuschätzen. Seine Fähigkeiten müssen den Anforderungen des gewählten
Gleitschirms entsprechen. Der Pilot ist zudem dafür verantwortlich,
bei der Ausübung des Gleitschirmsports zu Natur und Landschaft
Sorge zu tragen.
Das Tragen eines adäquaten Helms sowie geeigneter Schuhe
und Kleidung und das Mitführen eines Rettungsschirms sind
10
­u nerlässlich. Vor jedem Flug müssen alle Teile der Ausrüstung
auf Beschädigungen und Flugtauglichkeit überprüft werden.
Ein Startcheck ist ebenfalls durchzuführen.
Jeder Pilot trägt die alleinige Verantwortung für sämtliche Risiken
bei der Ausübung des Gleitschirmsports, einschliesslich
Verletzung und Tod. Weder der Hersteller noch der Verkäufer der
­Ausrüstung können für die Sicherheit des Piloten garantieren
oder dafür verantwortlich gemacht werden.
Inbetriebnahme der Produkte
Auslieferung
Jedes ADVANCE Produkt muss vor der Auslieferung durch den
Vertragshändler auf die Vollständigkeit des Lieferumfangs und
korrekte Grundeinstellung überprüft werden. Das vollständig
ausgefüllte Garantieformular stellt sicher, dass Mängel am Produkt,
die auf einen Herstellungsfehler zurückzuführen sind, durch die
ADVANCE Garantie gedeckt sind ( siehe unter ‚Garantie’ im Kapitel
„Service“ ).
Airbag
Der in das Gurtzeug integrierte Airbag bedarf keiner speziellen
Montage. Er nimmt bei einem Aufprall die Stossenergie auf
und dämpft den Aufschlag. Das Risiko einer Rücken-/
Beckenverletzung wird dadurch erheblich gemindert. Zudem füllt
sich das gesamte Rückenfach zusätzlich mit Luft.
Der verwendete Airbag entspricht den Zulassungs-Anforderungen
nach LTF 91/09.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Gurtzeugs PROGRESS 2 beinhaltet:
§§ Wendegurtzeug
§§ 2 Alias Karabiner
§§ Rettungsschirm-Verbindungsgurt und Auslösegriff mit fest verbundenem Vierblatt-Innencontainer
§§ COMPRESSBAG
§§ Booklet ’Getting started PROGRESS 2’
optional dazu erhältlich:
§§ Beinstrecker ( inkl. dazu passendem Beschleuniger )
11
Gurtzeug einstellen
Um das PROGRESS 2 individuell einzustellen, wird das Gurtzeug
an den Karabinern aufgehängt. Der Pilot verschliesst den Brustgurt
mit den integrierten Beingurten und setzt sich in das Gurtzeug.
Die Schnallen der Schulter-, Rücken- und Sitzgurte sind in
Schutzhüllen aus Neopren und Leichtneopren eingefasst und
erlauben eine stufenlose Verstellung, womit die Sitzposition
auch während des Fluges schnell und unkompliziert angepasst
werden kann. Das Entwicklungsteam hat serienmässig eine
Grundeinstellung definiert und diese bei den Schulter- und
Rückengurten mit einer weissen Vernähung markiert. Die Bilder
in diesem Handbuch zeigen die verschiedenen
Einstellungsmöglichkeiten.
Sämtliche Verstellsysteme beim PROGRESS 2 können sowohl am
Boden wie auch in der Luft verstellt werden. ADVANCE empfiehlt
dir, dich vor dem ersten Flug intensiv mit den Einstellungen
zu befassen. Der erste Testflug sollte in jedem Fall bei ruhigen
Wetterbedingungen stattfinden.
Rückengurte einstellen
Die relativ hoch angesetzten seitlichen Rückengurte sorgen für
eine effektive Abstützung des Rückens und nehmen den Druck
12
von den Schultern. Mit dem Verstellsystem kann die Position auch
während dem Flug schnell und unkompliziert verstellt werden.
Tipp: Um möglichst leichtgängig verstellen zu können, entlaste die jeweilige Schnalle durch Aufrichten des Körpers.
Angezogene Rückengurte bewirken eine aufrechte Position. Das
komplette Lösen der Rückengurte versetzt den Piloten in eine eher
liegende Position. ADVANCE empfiehlt die Grundeinstellung.
Sitzgurte einstellen
Stelle nun den Gurt im Sitzbereich ein, welcher deinem Körper
eine sehr individuelle und präzise Passform bietet. Durch Anziehen
dieses Gurtes ziehst du das Gesäss nach oben und hast dadurch
einen flacheren Sitzwinkel. Komplett gelöste Sitzgurte erleichtern
dir nach dem Start den Einstieg in das Gurtzeug.
Schultergurte einstellen
Die Schultergurte des PROGRESS 2 können entsprechend der
Pilotengrösse und der gewünschten Sitzposition eingestellt
werden. Das Verstellsystem befindet sich auf Schulterhöhe und
kann stufenlos angepasst werden. Bei idealer Einstellung der
Schultergurten bleibt in Flugposition zwischen Schultern und Gurte
einen Abstand von ca. 2 cm.
Info: Ideal eingestellte Schultergurte sitzen im Flug eher
locker und drücken dir nicht auf die Schultern, bieten aber
trotzdem einen angenehmen Support.
Distanz zwischen Beingurten einstellen
Je weiter die Distanz zwischen den Beinauflagen ist, desto agiler
ist die Sitzposition und desto besser funktioniert die Steuerung
mittels Gewichtsverlagerung. Eine enge Einstellung bewirkt
ein ruhiges, gedämpftes Flugverhalten. Dieser kann auch während
des Fluges stufenlos an die Verhältnisse angepasst, respektive
auf die Vorlieben des Piloten eingestellt werden.
Info: Bei weitmöglichster Distanz zwischen den Beinauflagen
bietet das PROGRESS 2 den höchsten Komfort bei Start,
Landung und Bodenhandling.
Kleinen Brustgurt einstellen
Der kleine Brustgurt hat die Aufgabe, dir beim Starten und Landen
die Schultergurte optimal zu positionieren. Die entsprechende
­B reite kann stufenlos eingestellt werden. Falls dich dieser zusätz­
liche, kleine Brustgurt auf irgendeine Art behindert, kannst du
ihn ausschlaufen und entfernen.
13
Montage Fussbeschleuniger
Die Beschleunigerleinen werden durch die hinteren kugelgelagerten Umlenkrollen und ausserhalb der Gurtbänder hinunter zu
den vorderen Umlenkrollen gezogen, von wo sie durch den Schlitz
im Leichtneopren nach aussen und anschliessend durch den
D-Ring vorn am Sitzschalenrand geführt werden.
Anschliessend werden die Leinen an die Beschleunigerstange
verknotet, so dass die Stange bei gestreckter Leine und simulierter
Verbindung mit den Tragegurten ca. 10 bis 20 cm vom Gurtzeug
herunterhängt ( abhängig von Beinlänge und Vorliebe des Piloten ).
Das PROGRESS 2 verfügt über einen Rückholer für die Beschleu­
nigerstange. Dieser garantiert, dass der unbenutzte Beschleuniger
eng an der Sitzschalenkante anliegt und eine RettungsschirmAuslösung nicht behindert. Der fix eingenähte Elastik-Rückholer
wird wie der Beschleuniger durch denselben D-Ring an der
Sitz­schalen-Vorderkante durchgezogen und – nicht unter Zug stehend – an der Beschleunigerstange so kurz wie möglich befestigt.
Nach einer ersten Überprüfung im Flug oder am aufgehängten
Gurtzeug erfolgt die Feineinstellung des Beschleunigers über die
Befestigungsknoten an der Stange (oder bei den Brummelhaken ).
Achtung: Der Fussbeschleuniger ist dann optimal eingestellt, wenn du den gesamten Beschleunigungsweg des
Gleitschirms ausnützen kannst. Achte unbedingt darauf,
dass der Fussbeschleuniger nicht zu kurz eingestellt und
dein Schirm im Flug nicht vorbeschleunigt ist.
14
Montage Beinstrecker
Der optional erhältliche Beinstrecker wird wie folgt montiert:
Die schwarz eingefassten Schlaufen werden unterhalb der
Karabiner an den kleinen Bandschlaufen mittels Schraubkarabiner
( Maillon Rapide ) befestigt. Der fix am Gurtzeug eingenähte
Elastikrückholer wird durch den Metall D-ring an der SitzschalenVorderkante gezogen und – nicht unter Zug stehend – an den
dafür vorgesehenen Bandschlaufen am Beinstrecker so kurz wie
möglich befestigt.
Zum Beinstrecker wird ein passender Fussbeschleuniger mitgeliefert. ADVANCE empfiehlt, für den Flug mit Beinstrecker
aussschliesslich diesen Fussbeschleuniger zu verwenden.
Verbinde Beinstrecker und Fussbeschleuiger mittels Spaltring
( Schlüsselring ) miteinander, damit du den Fussbeschleuniger beim
Fliegen mit Beinstrecker jederzeit gut zu fassen kriegst.
Befestigungsmöglichkeit Cockpit
Zwei Bandschlaufen unterhalb des Brustgurtes bieten die
Möglichkeit, ein Cockpit zu befestigen. Auch die Hauptkarabiner
können dafür genützt werden.
15
16
Einbauen des Rettungsschirms
Genereller Hinweis
Jede Rettungsschirm-/ Gurtzeugkombination verfügt über
ihre Eigenheiten. Es ist unerlässlich, dass sich Pilot und Rettungs‑
schirmpacker mit dem System vertraut machen bzw. sich mit
der Funktionsweise auseinandersetzen – ganz besonders bei Neu‑
kombinationen (neuer Rettungsschirm in bestehendes Gurtzeug
oder umgekehrt), damit das zuverlässige Funktionieren sichergestellt ist.
Passende Rettungsschirme
Volumen Rettungsschirmfach
Grundsätzlich sind verhältnismässig voluminöse Rettungsschirme
älterer Generationen in kompakten, modernen Gurtzeugen
schwieriger auszulösen, insbesondere auch unter erhöhter
G-Belastung. Das zulässige Volumen beim PROGRESS 2 ist abhängig von der Gurtzeuggrösse definiert: Der Volumenbereich des
Rettungsschirms beträgt für die Gurtzeuggrösse S 3 bis 6.5 Liter,
für die Grösse M 3 bis 7 Liter und für die Grösse L 3 bis 7.5 Liter.
Als sehr grobe Annäherung kann der Volumenberechnungsfaktor
( Gewicht des Rettungsschirms x 2.7 = Volumen in Liter ) benutzt
werden. Je nach Ausführung und Packart kann es sich aber ergeben, dass Rettungsschirme zwar ein aufgrund dieser Formel zulässiges maximales Volumen für ein Gurtzeug aufweisen, ­trotzdem
aber nicht einwandfrei ausgelöst werden können.
Am Schluss entscheidet in jedem Fall die Kompatibilitätsprüfung
darüber, ob der jeweilige Rettungsschirm in Kombination mit dem
jeweiligen Gurtzeug funktioniert.
Achtung: Durch das Neufalten kann sich das Rettungs­
schirmvolumen um bis zu 30% vergrössern. Daher empfiehlt
ADVANCE dringend, nach jedem Neupacken eine erneute
Kompatibilitätsprüfung durchzuführen.
Steuerbare Rettungsschirme
Ein steuerbarer Rettungsschirm kann mittels zweier Schraub­
karabiner mit total mindestens 2400 daN Festigkeit direkt an den
farbig markierten Aufhängepunkten unter der Abdeckung der
Schulterpartieverbunden werden. Die Gurte werden im vorgesehenen Kanal ins Rettungsschirmfach geführt. Der nicht verwendete
Serien-Verbindungsgurt kann durch die vorhandene Öffnung ins
Rückenfach und anschliessend zwischen Gurtzeug und Rucksack
weggepackt werden.
17
Auch hier entscheidet die Kompatibilitätsprüfung, ob der jeweilige
Rettungsschirm mit dem PROGRESS 2 funktioniert.
Achtung: Tendenziell sind steuerbare Rettungsschirme
voluminöser.
Info: Beim PROGRESS 2 ist die Montage von Quick-Out
Karabinern möglich.
Rettungschirm in das PROGRESS 2 einbauen
Das Rettungsschirmfach befindet sich beim PROGRESS 2 ausserhalb des Airbags im unteren Rückenbereich.
Die Verbindungsgurte von Gurtzeug zu Rettungsschirm verlaufen
in dem dafür vorgesehenen Kanal seitlich des Gurtzeugs.
Achtung: Die Montage des Rettungsschirms muss durch
eine Fachperson durchgeführt werden; deine Sicherheit
hängt davon ab.
Innencontainer mit fest verbundenem Auslösegriff
Der Auslösegriff und der Vierblatt-Innencontainer sind fest
miteinander verbunden und so konstruiert, dass der Zug vom
Auslösegriff gleichmässig auf die ganze Breite des Innen‑
containers erfolgt. Damit wird das Risiko einer Verkantung des
18
Innencontainers im Rettungsschirmfach und / oder des Verhängens
von Rettungsschirmleinen mit dem Innencontainer vermindert
­sowie ein optimales Wurfhandling garantiert. Der verwendete Aus­
lösegriff mit Vierblatt-Innencontainer ist Bestandteil des Gurtzeugs
und entspricht den neuesten Zulassungs-Anforderungen nach
LTF. Es darf nur der originale Auslösegriff mit dem verbundenen
Vierblatt-Innencontainer verwendet werden.
Rettungsschirm in den Innencontainer packen
Packe deinen Rettungsschirm passend auf Form und Grösse
des mitgelieferten Innencontainers; im Fall des PROGRESS 2
Innencontainers bedeutet dies, dass der Rettungsschirm in langer
und schmaler Form gepackt werden muss. Platziere dabei die
Rettungsschirmleinen gegenüber dem Auslösegriff. Verschliesse
den Innencontainer in der angegebenen Zahlenreihenfolge (1-3).
19
Tipp: Bei kleinen Rettungsschirmen kannst du die Grösse
des Innencontainers mittels Elastik anpassen.
20
Verbindungsgurt und Rettungsschirm verbinden
Zur Verbindung des Rettungsschirms mit dem Gurtzeug müssen
der Verbindungsgurt des Gurtzeugs und der Verbindungsgurt
des Rettungsschirms mit einem Schraubkarabiner mit mindestens
2400 daN Festigkeit verbunden werden. Die Verbindungsgurte
werden mit dem Schraubkarabiner fixiert, zum Beispiel mit
Hilfe eines Gummi-Rings, welcher ein Durchrutschen des
Schraubkarabiners bei einer Rettungsschirm-Auslösung verhindert.
Eine Verbindung mittels Verschlaufen darf nur durch den Hersteller
des Gurtzeugs oder durch eine von ihm geschulte und beauftragte
Person vorgenommen werden. Bei unkorrekter Verschlaufung
entsteht bei einer Rettungsschirmöffnung hohe Reibungshitze,
wodurch die Verbindung reissen kann.
Achtung: Verwende kein Klebeband anstelle des
Gummiringes zur Fixierung des Schraubkarabiners.
21
Innencontainer ins Rettungsschirmfach einbauen
Lege beim Einbau des Rettungsschirms zuerst den Verbindungs­
gurt in das Rettungsschirmfach und platziere anschliessend den
Innencontainer darauf. Es ist darauf darauf zu achten, dass
der Innencontainer mit dem Leinenloop und den vier Verschluss­
blättern nach unten, vom Rückenbereich weg, in das Rettungs­
schirmfach zu liegen kommt und die Verbindung zum Auslösegriff
ohne Verdreher verläuft.
Achtung: Wird ein Rettungsschirm umgepackt und passt er
in seiner Form nicht in den Innencontainer, so muss er neu
auf die Form dieses Innencontainers gefaltet werden.
22
Rettungsschirmfach verschliessen
Nachdem du den Rettungsschirm im Fach platziert hast, schiebst
du den Rettungsschirmgriff in die dafür vorgesehene NeoprenTasche und führst die gelben Kabel an den offenen Ecken heraus.
Die Verbindungsgurte von Gurtzeug zu Rettungsschirm verlaufen
in dem dafür vorgesehenen Kanal seitlich des Gurtzeugs. Dieser
Kanal ist mit einem Reissverschluss verschlossen.
Zum Verschliessen der beiden Reissverschlüsse wird der
Reissverschluss-Gleiter sorgfältig von der „Zippergarage“ her
in die Gegenrichtung zum anderen Ende, an den Anfang
des Verschlusses, gebracht. Der Kanal kann nun reibungslos
­g eschlossen werden. Der Gleiter wird in der dafür vorgesehenen
„Zippergarage“ verstaut.
Verschluss- Schlaufen und -Kabel. Führe die Enden der gelben
Kabel in die „Knopflöcher“.
Das in der Verbindungsleine eingearbeitete Magnet findet nun
sein Gegenstück in der Neopren- Tasche des Gurtzeugs.
So liegt die Verbindungsleine nahe am Gurtzeug an und das Risiko
einer Fehlauslösung wird minimiert. Es ist stets auf eine saubere
Führung der gelben Verschlusskabel zu achten, um eine korrekte
Auslösung zu gewährleisten.
Achtung: Befestige den Innencontainer niemals am
Rettungsschirm.
Achtung: Solange die Laschen nicht verschlossen sind,
können die Reissverschlüsse durch Zug von unten geöffnet
werden. Achte darauf, dass diese bis zum Sichern der
Laschen geschlossen bleiben.
Die beiden Laschen des Aussencontainers können nun durch die
Metall- Ösen der Verschlussklappe geführt und mit den gelben
Kabeln gesichert werden. Die Konstruktion des Aussencontainers
erzeugt die notwendige Spannung und den Druck auf die
23
Kompatibilitätsprüfung
Die korrekte Montage des Rettungsschirms muss mittels Probe­
auslösung überprüft werden. Hierfür setzt sich der Pilot in das
an den Karabinern aufgehängte Gurtzeug. Die Betätigung des
Rettungsschirms muss aus der Flugposition heraus einwandfrei
und entsprechend den Vorgaben der Bauvorschriften möglich
sein. Dabei ist festzustellen, dass die Auslösekraft 7 daN nicht
überschreitet. Bei Unsicherheit darf nicht gezögert werden,
eine Fachperson oder den zuständigen ADVANCE-Händler zu
kontaktieren.
Achtung: Kontrolliere vor jedem Flug, ob der Rettungs­
schirm­g riff die vorgesehene Position hat und ob die gelben
Verschlusskabel des Auslösegriffs richtig sitzen.
Tipp: Wir empfehlen dir während jedem Flug einen kurzen
Kontrollgriff zum Auslösegriff, so kennst du seine Position.
Folge dazu mit der rechten Hand deinem Körper unterhalb
der Achseln, und du wirst automatisch zum Griff gelangen.
24
25
Rucksack einstellen
Der integrierte Rucksack des PROGRESS 2 ist darauf optimiert,
­ inen Gleitschirm, einen Helm und Kleidungsstücke unterzubrine
gen. Dank der Kompaktheit und Geometrie des Systems bietet
dieser höchsten Tragkomfort.
1. Hüftgurte einstellen
Der geschlossene Hüftgurt des bepackten Rucksacks sollte oberhalb der Hüfte aufliegen. Ziehe den Hüftgurt auf dieser Position
so fest an, dass du dich dabei wohl fühlst. Bei richtiger Einstellung
liegt dir das Gewicht des Rucksacks beim Tragen hauptsächlich
auf dem Hüftgurt auf.
2. Schultergurte einstellen
Ziehe die Schultergurte nur mit wenig Kraft an, so dass sie spür­‑
bar sind, jedoch nicht aufdrücken. Die tief angehängten Schulter­
gurte lassen sich auf verschiedene Körpergrössen anpassen.
Richtig eingestellt liegen die Schultergurte an deiner Schulter an,
ohne schwer aufzudrücken.
26
Praktische Anwendung
Rucksack bepacken
Damit der Gleitschirm möglichst platzsparend in den Rucksack
verpackt werden kann, liefert ADVANCE einen Kompressionssack
aus. Der COMPRESSBAG zum PROGRESS 2 ersetzt den
bisherigen Innerbag deines Gleitschirms und ist ideal auf das
PROGRESS 2 abgestimmt. Dank des kompakt verstauten
Materials profitierst du von einem deutlich höheren Tragkomfort,
ohne dabei deinem Schirm zu schaden.
Packe deinen Gleitschirm wie gewohnt in den konisch geform­
ten COMPRESSBAG. Mittels zweier seitlich verlaufenden
Zippern kannst du anschliessend die Luft aus Gleitschirm und
COMPRESSBAG herauspressen. Dadurch wird das GleitschirmVolumen stark minimiert.
Tipp zum Bepacken: Platziere den Schirm am oberen Ende
des Rucksacks und ziehe anschliessend die Seitenlaschen
des Rucksacks um den herum Schirm hinauf, um den
Schirm zu fixieren. So lässt sich der Reissverschluss besser
schliessen. Schiebe den Schirm erst nach unten, wenn
der Reissverschluss auf beiden Seiten hochgezippt ist und
der Rucksack horizontal steht.
Kleidungsstücke und Instrumente finden ebenfalls Platz im
PROGRESS 2. Den Helm kannst du entweder im PROGRESS 2
Rucksack direkt oder aber mittel herausnehmbarem Halterungs­
netz befestigen. Seitliche Staufächer, Taschen am Rückenfach und
im Hüftgurt sowie die multifunktionellen Spanngummi auf dem
Rückenfach bieten Platz für zusätzliche Gegenstände. Die seitlichen Taschen bieten bei voll bepacktem Rucksack Platz für jeweils
eine 1.5 L PET-Flasche. Die zwei Taschen im unteren Seitenbereich
kannst du auch während dem Laufen gut erreichen. Am Rucksack
des PROGRESS 2 befindet sich zudem eine verstaubare Stock-/
Pickelhalterung; diese Gegenstände kannst du mit dem eingenähten Befestigungsband fixieren. Mittels Kompressionsschlaufen, die
sich seitlich am Rucksack befinden, kann das Rucksackvolumen
nach dem Packen komprimiert werden.
Achtung: Schleife das PROGRESS 2 niemals über den
Boden. Packe spitze und scharfe Gegenstände weder in
das Rückenfach, in das zusätzliche Materialfach noch in den
Rucksack, sie können den Stoff beschädigen.
Vor dem Flug das Rückenfach bepacken
Da das Rückenfach gleichzeitig dein Rucksack ist, hast du genügend Platz, um alles zu verstauen. Das sorgfältige Bepacken
des Rückenfachs trägt massgeblich zu deinem Flugkomfort
bei. Unförmige und harte Gegenstände spürst du durch die
Rückenwand, und sie können deinen Komfort beeinträchtigen.
Packe Wanderstöcke – mit den Spitzen nach oben – in das
Rückenfach, allerdings nicht zu voll und ohne im Rückenfach
Spannung zu erzeugen. Ein allzu volles Bepacken deines
Rückenfachs kann die Füllung mittels Luft während dem Flug
beeinträchtigen.
Tipp: Für die Wanderstöcke empfiehlt ADVANCE, immer
auch Gumminoppen dabei zu haben. Diese verschonen dich
auf der Asphaltstrasse vor lästigen Geräuschen und beim
Verstauen ins Rückenfach kannst du den Rucksack damit
schützen.
Tipp: Um Platz zu sparen, kannst du Getränke in PETFlaschen und Esswaren nicht in Plastikbehältern, sondern
in Zipbags oder in Riegelform mitführen. Aufgebraucht
benötigten sie keinen Stauraum mehr. Trinksysteme (wie
etwa ein Camelback ) kannst du beim Gehen oder während
des Fluges im Rucksack- Seitenfach verstauen und den
Schlauch bei den Trinkschlauchöffnungen hinausführen.
Auf den Schultergurten findest du die dafür vorgesehenen
elastischen Befestigungsschlaufen.
27
Wendemechanismus
Beachte unbedingt, dass die Reissverschlüsse immer vollständig
geöffnet sind, bevor du das Gurtzeug bzw. den Rucksack wendest!
Das Wenden zum Rucksack verhält sich ungefähr wie das Packen
eines Schirms: Je besser du die Leinen im Schirm verstaust, desto
weniger behindern sie dich beim Packen. Beim Gurtzeug ist das
der Protektor, das Gurtsystem sowie alle Sitzauflagen. Leg alles
zur Mitte, damit dir das Wenden einfacher geht. Achte darauf, dass
die formgebenden Stäbchen flach zu liegen kommen und beim
Packen nicht gefaltet werden.
28
29
Flugbetrieb
Fliegen generell
Bodenhandling
Das PROGRESS 2 wird vor allem in einer aufrechten Sitzposition
geflogen und ermöglicht damit optimale Übersicht in der Luft.
Dank des leichten Gewichts und der Möglichkeit, uneingeschränkt
aufrecht zu stehen, gestaltet sich das Bodenhandling mit dem
PROGRESS 2 sehr einfach.
Das PROGRESS 2 hat viele Trümpfe auszuspielen. Das Gewicht
wird von den Oberschenkeln bis zu den Schulterblättern gleich­
mässig durch die sich selbst anpassende Sitzschale verteilt.
Dadurch werden Druckstellen verhindert, die Durchblutung funktioniert einwandfrei und die Konzentration bleibt auch auf längeren
Flügen erhalten.
Der Dämpfungswert des PROGRESS 2 kann mittels Gurt zwischen
den Beinauflagen eingestellt werden. Diese Anpassung kann problemlos in der Luft erfolgen. Für einen Schüler sowie in turbulenter
Luft empfiehlt es sich, das Gurtzeug eher gedämpft zu fliegen.
Dies ist jedoch vor allem Geschmacksache und soll den Piloten­
vorlieben und/oder den Verhältnissen angepasst werden.
30
Die Beinschlaufen und der im Rückenbereich platzierte
Rettungsschirm geben dir maximale Bewegungsfreiheit um dich
voll auf den Schirm konzentrieren zu können.
Tipp: Beinschlaufen öffnen (siehe Kapitel „Distanz zwischen
den Beingurten einstellen“)
Start und Landung
Im PROGRESS 2 kann eine komplett aufrechte Position dank
durchlaufender Schultergurten eingenommen werden.
Das Starten und Landen erweist sich als sehr angenehm, da die
Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist und raumgreifende
Schritte problemlos möglich sind. Gelöste Sitzbrettgurte ermöglichen ein einfaches Hineinrutschen nach dem Abheben. Um die
Landepositioneinzunehmen, brauchst du nur den Rücken zu strecken und gleichzeitig das Becken nach vorne zu schieben. Schon
bist du in aufrechter Position.
Benützen des Beschleunigers
Einfädeln mit dem Rettungsschirmsystem nicht möglich.
Dank des praktischen Elastik-Rückholers ist der Beschleuniger
unterhalb der Vorderkante der Sitzschale immer leicht erreichbar.
Bei Betätigung des Beschleunigers verändert sich die Sitzposition.
Der Oberkörper neigt sich nach hinten, und die Schultergurte
werden gespannt. Der Winkel der Sitzauflage wird flacher und
nimmt eine abstützende Funktion ein.
Verwende beim Fliegen mit Beinstrecker ausschliesslich den dazu
passenden Fussbeschleuniger.
Fliegen mit Ballast
Achtung: Verwende zu deinem Beschleunigungssystem
unbedingt den Elastik-Rückholer. Er ermöglicht dir ein einfaches Erreichen des Beschleunigers.
Das PROGRESS 2 wurde nicht speziell für das Mitführen von
Wasserballast konzipiert und verfügt über keinen separaten Stau­
raum. Wird zur Erhöhung des Gesamtgewichtes Wasserballast
mitgeführt, so bieten zwei Bandschlaufen unterhalb des Brust­gur­
tes Befestigungsmöglichkeit.
Achtung: Verbinde deinen Fussbeschleuniger bei jedem Flug
mit dem Schirm. Herunterhängende Beschleunigerleinen
können eine Rettungsschirm-Auslösung behindern.
Info: Hängst du einen Wassersack in die Bandschlaufen,
so kann dies das Flugverhalten des Schirms verändern und
insbesondere die Agilität des Gurtzeugs reduzieren.
Fliegen mit Beinstrecker
Anwendung im Schulungsbereich
ADVANCE empfiehlt für das Fliegen mit Beinstrecker, den für das
PROGRESS 2 konzipierten und optional erhältlichen Beinstrecker
zu verwenden. Der hohe Befestigungspunkt bietet dir das
Maximum an Komfort. Du kannst deine Beine ohne Kraftaufwand
abstützen und so stundenlange Flüge geniessen. Dank der
Befestigung im Sitzschalenbereich mit dem Elastik-Gurtband
sowie der Position der Rettungschirms, ist ein Verhängen oder
Das PROGRESS 2 eignet sich ideal für Flugschüler. Es ermöglicht komfortables aufrechtes Stehen vor dem Start, einfaches
Hineinrutschen nach dem Abheben, eine angenehme aufrechte
Sitzposition in der Luft, eine gedämpfte Agilität des Gurtzeugs im
Flug sowie schnelles Aufrichten vor der Landung.
31
Kombinierbarkeit mit Gleitschirmmodellen
anderer Marken
Das Gurtzeug kann mit jedem Gleitschirm geflogen werden –
es bestehen keinerlei Einschränkungen.
Windenschlepp
Die ADVANCE Gurtzeuge eignen sich auch für den Windenschlepp.
Beim PROGRESS 2 darf die Schleppklinke nur mittels Schraub­
karabiner direkt an den Hauptkarabiner fixiert werden. Bestehen
bei der Anbringung Zweifel, sollte in jedem Fall der Windenfahrer
oder eine vom Hersteller autorisierte Person konsultiert werden.
Akro Fliegen
Die Geometrie und Festigkeit des PROGRESS 2 eignet sich problemlos, um damit Akro-Manöver zu fliegen. Allerdings verfügt
das Gurtzeug nur über eine einzige Rettungsschirm-Vorrichtung.
Zum Akrofliegen empfiehlt ADVANCE grundsätzlich ein Gurtzeug
mit zwei Rettungsschirm-Vorrichtungen.
Doppelsitziges Fliegen
Das PROGRESS 2 kann beim doppelsitzigen Fliegen für den
Passgier eingesetzt werden.
32
Startvorbereitung
Führe vor jedem Start den folgenden Start-Check aus:
1.
2. / 3.
4.
5.
Gurtzeug und Helm zugeschnallt, Rettungsschirm OK?
Leinen und Kalotte frei?
Windrichtung und -stärke beurteilt?
Luftraum und Sicht frei?
33
Wartung, Reparatur und Pflege
Wartung
Bei der Wahl der Materialien wurde der Gewichtsoptimierung besondere Beachtung geschenkt. Das Gurtzeug wurde zwar für hohe
Belastungen, nicht aber für extreme mechanische Beanspruchung
konzipiert. Die Lebensdauer hängt in hohem Masse von der Acht­
samkeit des Benutzers ab. Wir empfehlen daher, das Gurtzeug
immer wieder auf Abnutzungserscheinungen, schadhafte Nähte
und Gurtbänder hin zu untersuchen und gegebenenfalls einzelne
Komponenten auswechseln zu lassen. Insbesondere ist darauf
zu achten, dass allfällige Mängel umgehend von einem autorisierten Servicecenter behoben werden.
Achtung: Führe an deinem Gurtzeug keine Modifikationen
aus und fliege nie mit einem Gurtzeug, dessen Gurte in
irgendeiner Weise beschädigt sind.
Es empfiehlt sich eine regelmässige Gesamtkontrolle des Gurt­
zeugs. Dabei muss der Zustand der Nähte und Gurte sowie
das Funktionieren der Verschlüsse überprüft werden. Dazu kommt
regelmässiges Lüften und Neupacken des Rettungsschirms.
Wurde der Rettungsschirm für eine Notöffnung geöffnet, so ist
das Gurtzeug durch den Hersteller oder ein autorisiertes Service­
center zu überprüfen.
34
Ultraviolette Strahlung, Temperaturen unter -20°C und über + 60°C,
Feuchtigkeit, Salzwasser, aggressive Reinigungsmittel, unsachgemässe Lagerung sowie mechanische Belastungen ( Schleifen am
Boden ) beschleunigen den Alterungsprozess.
Die Lebensdauer deines Gurtzeugs kann wesentlich verlängert
werden, wenn du folgende Punkte beachtest:
§§ Das nasse oder feuchte Gurtzeug bei Zimmertemperatur
oder draussen im Schatten vollständig trocknen lassen.
Rettungsschirm immer neu packen.
§§ Das mit Salzwasser in Berührung gekommenen Gurtzeug mit
Frischwasser gründlich abspülen. Rettungsschirm immer neu
packen.
§§ Das Gurtzeug nur mit Frischwasser und allenfalls mit neutraler
Seife reinigen, keinesfalls mit Lösungsmitteln.
§§ Die Hauptverbindungsgurte zwischen Gurtzeug und
Rettungsschirm nach jeder Rettungsschirmöffnung überprüfen.
§§ Das Gurtzeug nach jeder erhöhten Belastung ( z.B. ernsthaftem
Aufprall ) von einer Fachperson überprüfen lassen.
§§ Das Gurtzeug regelmässig auf defekte Nähte und Gurte überprüfen. Kontrolliere vor allem die Rettungsschirmverbindung und
die Nähte bei den Hauptkarabinern.
§§ Das verpackte Gurtzeug nicht grösseren
Temperaturschwankungen aussetzen und für genügend
Luftzirkulation sorgen, um die Bildung von Kondenswasser zu
verhindern.
§§ Das Gurtzeug vor und nach dem Flug nicht unnötig der Sonne
( UV-Strahlung ) aussetzen.
Die meisten Rettungsschirm-Hersteller empfehlen eine Wartung
bzw. Neupackung des Rettungsschirms alle 6 Monate, um ein
zuverlässiges und schnelles Öffnen des Geräts jederzeit zu garantieren. Wird der Rettungsschirm Nässe, Feuchtigkeit oder extremer
Hitze ausgesetzt, so muss er unmittelbar neu gepackt werden.
Wir empfehlen nachdrücklich, den Rettungsschirm durch eine
ausgebildete Fachperson packen zu lassen. Zusätzlich empfiehlt
ADVANCE dringend, beim Rettungsschirm-Frontcontainer regelmässig die gelben Verschluss-Kabel in den Verschluss-Schlaufen
zu prüfen. Dabei reicht es, die Kabel leicht zu bewegen.
Unterhalt Airbag
Der Airbag bedarf keiner besonderen Pflege, sollte jedoch nach einem Aufprall unbedingt auf mögliche Schäden untersucht werden.
Im Falle einer Beschädigung des Airbags muss dieser eingeschickt
und repariert/ausgetauscht werden. Das Gurtzeug darf nicht in
unmittelbarer Nähe von aggressiven Stoffen und bei grosser Hitze
über einen längeren Zeitraum gelagert werden.
Check
Die komplette Ausrüstung muss alle 24 Monate einem Check
unterzogen werden. Bei intensivem Gebrauch ( >150 Flugstunden/
Jahr ) ist nach dem ersten Check eine jährliche Kontrolle erforderlich. Die Überprüfung beinhaltet eine visuelle Beurteilung
des Stoffes, der Gurte und Verbindungen, der wichtigsten
Vernähungen sowie der Hauptkarabiner. Alle Teile werden auf
Risse, Knicke, vorgeschädigte Nähte, Beschädigungen und
starke Abnützungen hin untersucht. Anschliessend wird der
Gesamtzustand des Gurtzeugs bewertet und im Serviceheft des
Handbuches festgehalten.
Weitere Informationen über den Check findest du in diesem
Handbuch im Kapitel „Service “ oder auf www.advance.ch.
35
Reparaturen
Grundsätzlich dürfen Reparaturen an Gurtzeugen nie selber
ausgeführt werden. Die verschiedenen Nähte sind mit grösster
Präzision gefertigt worden. Deshalb darf nur der Hersteller
oder ein autorisiertes Servicecenter Reparaturen mit OriginalMaterial ausführen.
Entsorgung
Bei der Materialauswahl und der Produktion eines ADVANCE
Produktes spielt der Umweltschutz eine wichtige Rolle.
Wir verwenden ausschliesslich unbedenkliche Materialien und
Werkstoffe, die einer ständigen Qualitäts- und Umweltverträg­lich­
keitsprüfung unterzogen werden. Hat dein Gurtzeug in einigen
Jahren ausgedient, so entferne bitte sämtliche Metallteile und entsorge das restliche Material in einer Kehrichtverbrennungsanlage.
36
Technische Angaben
Technische Daten
PROGRESS 2
S
M
L
Pilotengrösse
cm
155 -172
165 -187
175 -200
Breite Sitzbereich
cm
k.A. *
k.A. *
k.A. *
Tiefe Sitzbereich
cm
k.A. *
k.A. *
k.A. *
Höhe Aufhängepunkte
cm
ca. 43 *
ca. 46 *
ca.48 *
Empf. Breite Brustgurt
cm
45-49
47- 51
49 -53
Gewicht
kg
3.2
3.5
3.8
Volumen Rucksack
l
70
75
88
Belastungstest
DIN EN 1651, 120 kg
Zulassung Airbag
LTF 91/09
* Aufgrund der Sitzschale passt sich das Gurtzeug perfekt der Körperform des Piloten an.
Deshalb variiert die Breite des Sitzbereichs und folglich auch die Höhe der Aufhängepunkte.
37
Verwendete Materialien
Laufend überprüfen und testen wir die Vielfalt der ­a ngebotenen
Werkstoffe. Wie alle ADVANCE Produkte wurde auch das
PROGRESS 2 nach neusten Erkenntnissen und Verfahren entworfen und hergestellt.
Die verwendeten Materialien haben wir sehr sorgfältig und unter
Berücksichtigung strengster Qualitätsansprüche ausgewählt.
Gurtzeug:
Aussenstoff:
Nylon Oxford Ripstop 210D. Ripstop 70D, Cordura 210
Innenstoff:
Nylon Oxford 210D, Ripstop 70D, LNT-6078
Hauptgurt:
Polyester 25mm, 1500kg
Bein-, Brust- und Schultergurt:
Polyamid 15mm, 1000kg
Zwei-Schnallen-Verschlusssystem:
Alu-Leichtschnalle Austri-Alpin
38
Airbag:
Formgebung durch innenliegende 3mm Plastikkabel unterstützt
Rettungsschirm-Verbindungsgurt:
Dyneema 10mm – 2320kg
Rucksack:
Aussenstoff:
Nylon Ripstop 210D, LNT-6078
Bodenstoff:
Cordura 210D
Zulassung
Das PROGRESS 2 wurde entsprechend der DIN EN-Norm 1651
auf 120 kg Einhängegewicht geprüft und zugelassen. Der Airbag
verfügt über eine LTF Zulassung.
Service
ADVANCE Service Center
ADVANCE betreibt zwei firmeneigene Servicecenter, die Checks
und Reparaturen jeglicher Art ausführen. Die in der Schweiz bzw.
in Frankreich ansässigen Servicecenter sind offizielle, durch den
DHV geprüfte Instandhaltungsbetriebe und verfügen über eine
langjährige Erfahrung sowie fundiertes produktspezifisches KnowHow. Das weltweite Servicenetz von ADVANCE umfasst weitere
autorisierte Servicecenter, welche die gleichen Dienstleistungen
erbringen. Alle Betriebe verwenden ausschliesslich ADVANCE
Originalmaterialien. Sämtliche Informationen über Checks bzw.
Reparaturen und die entsprechenden Adressen findest du auf
www.advance.ch.
§§ dich über neue, sicherheitsrelevante Erkenntnisse von ADVANCE
Produkten ins Bild zu setzen
§§ ein Antragsformular für den Check bei ADVANCE als PDF
­h erunter zu laden, um deine Gleitschirmausrüstung einsenden
zu können
§§ auf eine brennende Frage unter den FAQs ( häufig gestellten
Fragen ) eine Antwort zu finden
§§ die ADVANCE Newsletter zu abonnieren, damit du regelmässig
per E-Mail über Neuheiten und Produkte informiert wirst.
Ein regelmässiger Besuch der ADVANCE Homepage lohnt sich,
denn das Angebot an Dienstleistungen wird laufend ausgebaut.
Internetseite von ADVANCE
Unter www.advance.ch findest du ausführliche Informationen über
ADVANCE und ihre Produkte sowie hilfreiche Adressen, an die du
dich bei Fragen wenden kannst.
Du hast dort unter anderem auch die Möglichkeit,
§§ die Garantiekarte bis 10 Tage nach dem Kauf online auszufüllen,
um so in den vollumfänglichen Genuss der ADVANCE Garantie
zu gelangen
39
Garantie
Um in den vollumfänglichen Genuss der ADVANCE Garantie zu
gelangen, bitten wir dich, innerhalb von 10 Tagen nach dem Kauf,
das entsprechende Formular auf dem Internet unter der Rubrik
«Garantie» auszufüllen.
Im Rahmen der ADVANCE Garantie verpflichten wir uns zur
Beseitigung allfälliger Mängel an unseren Produkten, die auf Fabri­
kations­fehler zurückzuführen sind. Damit Garantieansprüche
­g eltend gemacht werden können, muss ADVANCE sofort nach der
Entdeckung eines Mangels informiert und das fehlerhafte Produkt
zur Prüfung eingesandt werden. Anschliessend entscheidet
der Hersteller darüber, wie ein allfälliger Fabrikationsfehler beseitigt
wird ( Reparatur, Auswechslung von Teilen oder Ersatz des
Produktes). Diese Garantie gilt für 3 Jahre ab dem Kaufdatum des
Produktes.
Ansonsten umfasst die ADVANCE Garantie keine weiteren
Ansprüche. Insbesondere werden keine Garantieleistungen für
Beschädigungen gewährt, welche aus unsorgfältigem oder
­fehlerhaftem Gebrauch des Produktes resultieren ( z.B. ungenügende Wartung, ungeeignete Lagerung, Überbelastung, Aus‑
setzen an extreme Temperaturen usw.). Dasselbe gilt für Schäden,
die auf einen Unfall oder auf normale Abnützung zurückzuführen
sind.
40
41
1
Bauteile Gurtzeug
3
11
9
Frontansicht
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
42
Schultergurte
Brustgurt
Hauptaufhängung / Karabiner
Zwei-Schnallen Verschluss-System
Beingurte
Beingurte aussen
Sitzgurte
Hauptgurte
Rückengurte
Umlenkrollen für Speedsystem
Befestigungsschlaufen für Cockpit
Rückholer für Beschleunigerstange
4
2
5
7
10
12
8
6
13
Seitenansicht
13
14
15
16
17
Velkro-Befestigungen für Solario-Vario
Abdeckung Rettungs-Verbindungsleine
Auslösegriff für Rettungssystem
Geräumiges Rückenfach
Seitentaschen
14
16
17
15
43
Bauteile Rucksack
6
Seitenansicht
1
Schulter Tragegurte
2
Abnehmbarer Hüftgurt
3
Obere Seitentaschen
4
Untere Seitentaschen
5
Kompressionsbänder
6Helmnetz
7
Befestigungsband
8
Stock- oder Pickelhalterung
9
Fixierelastik
3
7
5
1
5
2
9
4
8
44
P i c t u r e s: T h o m a s U l r i c h , v i s u a l i m p a c t.c h / L o c a t i o n: A z o r e s I s l a n d s
45
advance thun ag
u t t i g e n g s t r a s s e 87
ch 3600 thun
f o n + 41 3 3 225 70 10
f a x + 41 3 3 225 70 11
w w w. a d v a n c e.c h
i n f o @ a d v a n c e.c h
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