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Eine kurze LATEX-Anleitung - VDE

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Eine kurze LATEX-Anleitung
Oliver Gru
¨newald
Juni 2002
Erstellt mit LATEX auf einem Linux-PC
LATEX-Anleitung
Oliver Gr¨
unewald
Inhaltsverzeichnis
1 Einladung
1.1 Was ist LATEX? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2 Warum LATEX? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3 Wo kriege ich LATEX her? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2 Ein
2.1
2.2
2.3
LATEX-Dokument
Wichtige Befehle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Sonderzeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Formelsatz mit LATEX . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.3.1 Griechische Buchstaben. . . . . . . . . . . . . .
2.3.2 Die wichtigsten Befehle im Mathematikmodus
2.3.3 S¨atze, Definitionen und andere . . . . . . . . .
2.4 Tabellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.5 Briefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3 Schlußbemerkung und Literaturvorschl¨
age
1
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LATEX-Anleitung
Oliver Gr¨
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1
Einladung
Dies hier soll eine kurze Einf¨
uhrung in LATEX (sprich: Latech) sein mit der man ohne viel
Umschweife, ein funktionierendes LATEX-System vorausgesetzt, die n¨otigsten Informationen
bekommt, um Dokumente schreiben zu k¨onnen. Ungeduldige k¨onnen gleich zu Abschnitt 2
springen.
Kritik, Anregungen und Korrekturen sind jederzeit willkommen.
Meine E-Mailadresse lautet: ogruene@student.uni-kl.de.
1.1
Was ist LATEX?
LATEX ist ein Textsatzprogramm, keine Textverarbeitung. Man hat keine grafische Oberfl¨ache
wie bei gew¨ohnlichen Office-Programmen, z.B. MS-Word, sondern schreibt seinen Text in einem Editor in einem programmiersprache¨ahnlichen Code, genauer als Strukturelles Markup.
Das kann man in etwa mit HTML vergleichen. Klingt kompliziert? Ist es gar nicht, mit etwas
¨
Ubung
werden selbst große Dokumente keine Schwierigkeiten bereiten!
Alles begann mit dem Mathematiker Donald E. Knuth, der das Satz-System TEX 1982 entwickelt hat, welches professionellen Textsatz am Computer erlaubt. Allerdings ist die Benutzung
sehr kompliziert und nur Experten vorbehalten. Leslie Lamport, ebenfalls Mathematiker, hat
eigentlich sofort nachdem TEX erschienen war damit begonnen, Makros f¨
ur TEX zu schreiben.
Das bedeutet, er (und viele andere) haben die komplizierten Befehle von TEX zusammengefasst
und f¨
ur verschiedene Anforderungen professionelle L¨osungen entwickelt. Dieses Formatpaket
wird LATEX genannt und war zum ersten Mal 1985 verf¨
ugbar. Es blieb nahezu neun Jahre fast
unver¨andert, was die enorme Stabilit¨at von LATEX unterstreicht. Seit 1994 ist nun LATEX 2ε der
Stand der Dinge.
Gerade wegen dem unschlagbaren Formelsatz wird es in vielen naturwissenschaftlichen Bereichen und Instituten eingesetzt. Das Max-Planck-Institut f¨
ur Aeronomie benutzt LATEX sogar
als allgemeine Textverarbeitung! Dazu geh¨oren nat¨
urlich auch Briefe, Tabellen, uvm. LATEX ist
also f¨
ur jede Art von Texten geeignet, besonders f¨
ur gr¨oßere Dokumente wie Diplom-, Haus-,
Magisterarbeiten.
1.2
Warum LATEX?
Ich will ein paar Gr¨
unde nennen, warum man LATEX benutzen sollte:
• LATEX ist kostenlos.
• Texte, die mit LATEX geschrieben worden sind, haben Buchdruckqualit¨at.
• LATEX erzeugt eine .dvi-Datei. Man kann die Endung mit druckerunabh¨angig u
¨bersetzen.
.dvi-Dateien k¨onnen sehr leicht in .ps (PostScript) umgewandelt werden. Das bedeutet,
der Text wird auf jedem Drucker und Computer gleich ausgedruckt bzw.
angezeigt! So werden LATEX-Dokumente sehr attraktiv f¨
ur Texte, die man u
¨ber das
Internet verteilen will. Wer einmal eine .doc-Datei auf einem anderen Drucker ausdrucken
wollte und sich wunderte, warum der Text zerrissen ist, wird dies zu sch¨atzen wissen.
Außerdem verr¨
uckt LATEX die Fußnoten nicht pl¨otzlich auf die folgende Seite oder treibt
andere Scherze.
2
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• Man muss sich nicht um Layoutfragen k¨
ummern, sondern kann sich voll und ganz auf
A
den Inhalt konzentrieren, denn L TEX wurde nach dem Fachwissen von professionellen Layoutern entwickelt. Wenn man also die Layoutvorschl¨age von LATEX akzeptiert,
wird man immer ein ordentliches Dokument bekommen, auch in professioneller Hinsicht. F¨
ur selbstgestaltete Dokumente, bei denen der pers¨onliche Sch¨onheitsgedanke ins
Spiel kommt, trifft das meistens nicht zu!
1.3
Wo kriege ich LATEX her?
Windows Es gibt verschiedene LATEX-Pakete. Bei DANTE, der deutschsprachigen Anwendervereinigung TeX e.V., http://www.dante.de, gibt es ein Paket namens MikTeX in zwei
Versionen, small (ca. 50 MB) und large (ca. 100 MB). Dort werden auch unter FAQ viele
Fragen zu LATEX beantwortet. Wer keine gute Internetverbindung hat, sollte es sich dort auf
CD bestellen, manche Buchhandlungen haben die CD auch, bzw. k¨onnen sie besorgen. Als
Editor ist WinEdit zu empfehlen. Dort kann man einfach auf Buttons klicken, die dann die
entsprechenden Befehle umsetzen.
Linux Bei so ziemlich jeder Linux-Distribution ist ein LATEX-Paket schon dabei, inklusive
eines komfortablen Editors wie Kile (fr¨
uher KTeXMaker2) oder Nedit.
2
Ein LATEX-Dokument
Wichtige Regeln: LATEX weiß nicht, wann eine neue Zeile anf¨angt. Das heißt, wenn man
im Editor Return dr¨
uckt, um eine neue Zeile anzufangen, wirkt sich das nicht im Dokument
aus! Mit \\ beendet man eine Zeile. Leerzeilen werden erzeugt, indem man die Zeile mit \\
abschließt und in die n¨achste Zeile \ \\ schreibt. Anf¨
uhrungszeichen “ mit "‘ bzw. "’. ”
”
A
wird mit ’’ dargestellt. L TEX fasst beliebig viele Leerzeichen oder -zeilen zu einem (einer)
¨
zusammen. Man kann so zwischen einzelnen Befehlen im Editor der Ubersicht
halber Leerzeilen einf¨
ugen. Kommentare werden mit % gemacht. Alles was dahintersteht, wird von LATEX
ignoriert.
F¨
ur die Ungeduldigen:
1. Editor ¨offnen.
2. Folgendes reinschreiben:
\documentclass[12pt,titlepage]{article}
\usepackage{german}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[a4paper]{geometry}
\setlength{\parindent}{0cm}
\begin{document}
\title{Titel \\ nochwas}
\author{Verfasser des Textes}
\date{Datum}
\maketitle
3
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Hier der Text
\end{document}
3. Dann die Datei als datei.tex abspeichern. Jetzt kann man ”latex datei” in der Shell
aufrufen, bzw. auf LATEX im WinEdit klicken.
Falls alles gut geht, hat man eine datei.dvi-Datei. Falls es Fehlermeldungen gibt, muss man
sich erst darum k¨
ummern. LATEX gibt Hinweise, was falsch sein k¨onnte. Man kann auch einfach
RETURN dr¨
ucken. LATEX versucht dann das Beste aus der Sache zu machen. Um diese .dviDatei ansehen zu k¨onnen, ben¨otigt man einen Dvi-Viewer, unter Linux gibt es ”xdvi” (xdvi
datei.dvi ), unter Windows gibt es den ”Yap”. Mit dem WinEdit kann dann auch gleich eine
PS-Datei aus der DVI-Datei machen. Unter Linux funktioniert das mit Kile nat¨
urlich auch.
In der guten alten Konsole wandelt man die Datei mit ”dvips datei.dvi -o” um. Dann liegt im
selben Verzeichnis datei.ps. Das Programm zum Betrachten der .ps-Datei ist Ghostview (gv
datei.ps).
¨
Achtung! Will man eine Anderung
des Textes, die man im Editor gemacht hat, auch im
Dokument sehen, muss man den Text erneut kompilieren (das heißt den Befehl ”latex datei”
ausf¨
uhren).
Erkl¨
arung:
• \documentclass[12pt,titlepage]{article} : So beginnt jedes Dokument.
Schriftgr¨oße ist hier 12pt (einfach andere Zahlen nehmen, wenn gew¨
unscht).
Wichtig! Der Befehl titlepage ist optional. Damit wird gesagt, ob eine eigene Titelseite
(wie bei diesem Dokument) erstellt werden soll. Wenn man keine eigene Titelseite will,
l¨asst man titlepage weg. Der Titel kommt dann auf die erste Seite des Textes.
Die Art des Dokuments ist ein Artikel (article). M¨oglich ist auch noch book f¨
ur ein
Buchprojekt (man hat dann noch zus¨atzlich den Befehl \chapter{Text}), report f¨
ur
gr¨oßere Berichte sowie Dissertationen und letter f¨
ur Briefe. Die Klasse article reicht f¨
ur
die meisten Texte.
• \usepackage{german} : Aktiviert die deutsche Trennung (die neue Rechtschreibung
bekommt man mit ngerman)
• \usepackage[latin1]{inputenc} : F¨
ur deutsche Umlaute und Zeichensatz
• \usepackage[a4paper]{geometry} : Optional. Setzt den Text breiter als die Standardeinstellung. Ist zwar nicht ganz korrekt, da professionelle Layouter die Textbreite anders
festlegen, aber so passt mehr auf eine Seite.
\setlength{\parindent}{0cm} : Optional. Setzt die Einr¨
ucktiefe f¨
ur einen neuen Absatz auf Null. Auch das ist Sch¨onheitsdenken, das den Text weniger professionell macht...
• \begin{document} : Leitet den Beginn eines Dokumentes ein.
• \title{Titel \\ nochwas} Optional. Dies erstellt eine Titelseite. Oben nicht titlepage in der Dokumentklasse vergessen!
\author{Verfasser des Textes}
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LATEX-Anleitung
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\date{Datum}
\maketitle Nicht vergessen! Mit diesem Befehl wird die Titelseite erst erstellt!
• \end{document} : Beendet das Dokument.
2.1
Wichtige Befehle
Mit diesen Befehlen kann man schon eine Hausarbeit-, Magister- oder Diplomarbeit schreiben!
¨
• \section{name} Eine große Uberschrift,
wie in diesem Dokument bei ”1 Einladung” zu
sehen.
¨
• \subsection{name} Eine kleinere Uberschrift,
1.1 in diesem Dokument ist eine.
• \subsubsection{name} Noch eine Stufe kleiner
• \paragraph{Text} Erzeugt einen Paragraphen (”Wichtige Regeln” direkt unter der
¨
zweiten großen Uberschrift
ist einer.)
• \begin{itemize} Beginnt eine unnumerierte Aufz¨ahlung (die schwarzen Punkte vorne)
\item Erster Aufz¨
ahlungstext... Nicht mit \\ abschließen! Das macht das n¨achste
\item automatisch!
\item Zweiter Aufz¨
ahlungstext...
..
.
\end{itemize} Beendet die Aufz¨ahlung. Man kann Aufz¨ahlungen selbstverst¨andlich
auch schachteln (wie hier). Die Reihenfolge ist:
– Anfang 1. Aufz¨ahlung
– Anfang 2. Aufz¨ahlung
– Ende 2. Aufz¨ahlung
– Ende 1. Aufz¨ahlung
Also nicht u
¨ber Kreuz.
• \begin{enumerate} Beginnt eine numerierte Aufz¨ahlung
\item Erster Aufz¨
ahlungstext...
\item Zweiter Aufz¨
ahlungstext...
..
.
\end{enumerate} Beendet die Aufz¨ahlung
• \footnote{Fußnotentext} Eine Fußnote, direkt hinter das Wort schreiben, das die
Fußnote bekommen soll. In einer Fußnote sind auch Aufz¨ahlungen m¨oglich. Fußnoten
st¨oren den Lesefluß sehr und sollten, wenn u
¨berhaupt, sehr kurz sein.
• \begin{quote} \end{quote} Dies ist die Zitatumgebung. Einfach das Zitat reinschreiben, fertig.
• \tableofcontents\newpage Hiermit wird automatisch ein Inhaltsverzeichnis erstellt.
¨
Wichtig! Damit die Anderungen
im Inhaltsverzeichnis aktualisiert werden,
muß man den Text zwei Mal kompilieren! \newpage macht einen Seitenumbruch.
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• \begin{multicols}{Anzahl der Spalten}
Text
\end{multicols}
Innerhalb dieser Umgebung wird der Text mehrspaltig gesetzt. Man kann die Anzahl der
Spalten frei w¨ahlen, jedoch werden mehr als drei sehr unlesbar. Wichtig! Man muß
das Paket am Anfang des Dokumentes mit \usepackage{multicol} einbinden!
Man schreibt das einfach zu den anderen ”usepackage” dazu.
• \textbf{Text} Der Text wird fettgedruckt.
• \textit{Text} Der Inhalt der Klammer wird kursiv gesetzt.
• \center{Text} Der Text wird zentriert. F¨
ur gr¨oßere Textstellen empfiehlt es sich, eine
center-Umgebung zu benutzen, etwa:
\begin{center}
Viel Text
\end{center}
Die Befehle \section*{Text}, \subsection*{Text}, \chapter*{Text} unterlassen eine
¨
Nummerierung der Uberschriften,
bzw Kapitel. Sie werden dann nat¨
urlich auch nicht ins Inhaltsverzeichnis eingetragen.
2.2
Sonderzeichen
Einige Zeichen wie % oder & sind LATEX-Befehle und deshalb muss man LATEX sagen, dass nun
das Symbol an sich und nicht ein Befehl gemeint ist. Die Zeichen ´e und `e k¨onnen normalerweise
auch direkt eingegeben werden. Hier sind die wichtigsten:
\copyright c
\S §
\& &
\{ {
\‘e `e
{\o} ø
\pounds £
\% %
\# #
\’e ´e
\c{o} o¸
Euro-Symbol Das offizielle Euro-Symbol ist so eine Sache. Es ist ein serifenloses Zeichen
(sans serif) und erscheint immer gleich, unabh¨angig vom Zeichensatz. Dies verletzt normales Textsatz-Design und -Gepflogenheit. Schließlich sind das Dollar- und Pfundzeichen auch
verschieden f¨
ur verschiedene Zeichens¨atze. Deswegen w¨are es richtig, die offizielle Abk¨
urzung
EUR statt des Symbols zu verwenden. \usepackage{eurosym} ist eine M¨oglichkeit, das Symbol dennoch in LATEX zu verwenden. \euro{} erzeugt dann das Symbol ❡ im Text.
2.3
Formelsatz mit LATEX
Gerade f¨
ur Texte, in denen (mathematische) Formeln auftauchen, ist LATEX erste Wahl. Die
Qualit¨at in der Formeln gesetzt werden ist unerreicht. Wer ein wenig Englisch kann, wird die
Eingabe von beliebig komplizierten Formeln innerhalb von kurzer Zeit beherrschen. Um das
Setzen von Formeln zu erm¨oglichen, sollte man folgende Pakete einbinden:
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• \usepackage{amsmath}
\usepackage{amsfonts}
\usepackage{amssymb}
\usepackage{amstext}
Wichtig! Im Text muß man die Formel oder das Zeichen in eine Mathematikumgebung
einschließen. Am einfachsten geht das mit $Formel$. Dann ist die Formel einfach auf der
laufenden Zeile, z.b. $x^a+y_b+\sum_{i=1}^n x^i$ erzeugt xa + yb + ni=1 xi . Will man die
Formel zentriert und alleine stehen haben nimmt man einfach $$Formel$$, also wird
n
xa + yb +
xi
i=1
durch $$x^a+y_b+\sum_{i=1}^n x^i$$ erzeugt. Wichtig: Im Mathematikmodus gibt es keine Leerzeichen. Das bedeutet, daß jeder Zwischenraum in der Mathematikumgebung zusammengezogen wird. Will man eine Leerstelle haben, wie sie die Space-Taste erzeugt, muß man
\ verwenden.
Beispiel: $a x^3+34\pi$ erzeugt ax3 + 34π. Will man das Leerzeichen haben, so schreibt
man $a\ x^3+34\pi$ f¨
ur a x3 + 34π. In den Beispielen kann man schon einige Regelm¨aßigkeiten entdecken:
• Untere Indizes werden mit Unterstrich ”_” erzeugt. Hat man Indizes mit mehr als einem
Zeichen, werden sie mit geschweiften Klammern eingeschlossen: $x_{vv}$. Obere Indizes
werden mit ”^” erzeugt.
• Summenzeichen bekommt man mit \sum (Abk¨
urzung f¨
ur summation). Unterer, bzw.
oberer Summationsindex analog zu den normalen, siehe im Beispiel. Beim Integral und
Produkt gilt dasselbe f¨
ur die Indizes.
Will man eine nummerierte Formel, sollte man die equation-Umgebung benutzen.
\begin{equation}
\sum_{i=1}^{\infty}\int_0^{10} \left(\frac{1}{i}\right)^\alpha x \, dx
\end{equation}
∞
i=1
10
1
i
0
α
x dx
(1)
Die $, bzw. $$-Zeichen braucht man nicht, denn die Umgebung schaltet in den Mathematikmodus um. Klammern, die sich wie im Beispiel der H¨ohe des Textes anpassen, benutzt
man mit \left( oder \left[ f¨
ur die linke und \right) oder \right] f¨
ur die rechte. Um
einen kleinen Zwischenraum zu lassen, benutzt man \,, andere M¨oglichkeiten sind \quad und
\qquad. Sie funktionieren auch außerhalb des Mathematikmodus.
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LATEX-Anleitung
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2.3.1
Griechische Buchstaben. . .
. . . funktionieren nur im Mathematikmodus! Einfach den griechischen Buchstabennamen verwenden. F¨
ur große Buchstaben das erste Zeichen großschreiben:
σ
Σ
γ
Γ
..
.
\sigma
\Sigma
\gamma
\Gamma
2.3.2
Die wichtigsten Befehle im Mathematikmodus
\frac{Z}{N}
\sqrt{2\pi}
\in, \notin
\cup, \cap
\subset, \subseteq, \nsubseteq
\mathbb{R} (C,K)
\mathcal{A} (B,C)
\mathfrak{A} (B,C)
\sum
\prod
\int
\Rightarrow, \Leftarrow
\rightarrow, \leftarrow
\infty
\nabla
\partial
\{, \}
\cdots, \ldots, \vdots
\underset{n\rightarrow\infty}{\lim}
Z
√N
2π
∈, ∈
/
∪, ∩
⊂, ⊆,
R, C, K
A, B, C
A, B, C
⇐, ⇒
→, ←
∞
∇
∂
{, } (auch außerhalb des Mathematikmodus)
.
· · · (nur im Mathe-Modus), . . . , ..
lim
n→∞
x,
˙ a
¨
uˆ, c˜
\dot{x}, \ddot{a}
\hat{u}, \tilde{c}
2.3.3
S¨
atze, Definitionen und andere
Ein Mathematikdokument ist voll mit Korollaren, Lemmata, Definitionen, usw. LATEX stellt
hierf¨
ur die theorem-Umgebung bereit. Einfach im Dokumentkopf (vor \begin{document})
hinschreiben. Sie hat folgende Form:
\newtheorem{K¨
urzel}{Art der Umgebung}, wobei ”Art der Umgebung” durch Definition,
Satz, usw. ersetzt werden sollte.
Man schreibt dann einfach im Dokument an der gew¨
unschten Stelle:
\begin{Hier das K¨
urzel der entsprechenden Umgebung}[Name, Anmerkung]
Text
\end{K¨
urzel der entsprechenden Umgebung}
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LATEX-Anleitung
Oliver Gr¨
unewald
”Name, Anmerkung” in der eckigen Klammer ist f¨
ur eine zus¨atzliche Bezeichnung der Umgebung. Sie steht in einer runden Klammer. Unten ist ein Beispiel dazu.
Vorsicht! Das K¨
urzel ”def” ist schon vergeben und kann nicht benutzt werden! Also ”defi”
oder ¨ahnliches f¨
ur eine Definition verwenden!
Beispiel Ich benutze f¨
ur meine Mathedokumente folgende Umgebungen:
• \newtheorem{def1}{Definition}
• \newtheorem{stz}{Satz}
• \newtheorem{bsp}{Beispiel}
Im Dokument erzeugt
\begin{def1}[Ljapunov-Stabilit¨
at]
Sei $\dot{x}=f(x)$, f L-stetig, gegeben. Die Trajektorie eines AWP wird
\textbf{stabil} genannt,wenn es f¨
ur alle $\epsilon >0$ ein $\delta > 0$
gibt mit $$\Arrowvert x_0-\tilde{x}_0\Arrowvert <\delta\Rightarrow
\Arrowvert\varphi(t,x_0)-\varphi(t,\tilde{x}_0)\Arrowvert <\epsilon\
\forall t\geq 0.$$ \end{def1}
folgende Ausgabe:
Definition 1 (Ljapunov-Stabilit¨
at) Sei x˙ = f (x), f Lipschitz-stetig, gegeben. Die Trajektorie eines AWP wird stabil genannt, wenn es f¨
ur alle > 0 ein δ > 0 gibt mit
x0 − x˜0 < δ ⇒ ϕ(t, x0 ) − ϕ(t, x˜0 ) <
2.4
∀t ≥ 0.
Tabellen
Tabellen wie etwa
Zeichen Bedeutung
Integral
∪
Vereinigung
⇒
”daraus folgt”
Produkt
Λατ χ LATEX
werden so gemacht:
• \begin{tabular}{l|l}
Man beachte die zweite Klammer: Sie gibt die Art der Tabelle an, hier ist sie zweispaltig
mit einem vertikalen Strich dazwischen. Statt ”l” (steht f¨
ur linke Ausrichtung) gibt es
noch ”r” (rechts) und ”c” (mittig). Die Ausrichtungen kann man nat¨
urlich auch mischen,
wie bei
9
LATEX-Anleitung
Oliver Gr¨
unewald
\begin{tabular}{l|c|r}.
• horizontale Striche kriegt man mit \hline
• den eigentlichen Tabellentext trennt man immer mit einem &, also f¨
ur eine zweispaltige
Tabelle sieht die erste Zeile so aus: Text (oder Formel) & Text (oder Formel) \\. F¨
ur
eine dreispaltige Tabelle
\begin{tabular}{l|l|l}
Text (oder Formel) & Text (oder Formel) & Text (oder Formel) \\
• wenn die Tabelle fertig ist, \end{tabular}
Will man an einer Stelle keinen Eintrag haben, muss man trotzdem ein leeres Feld erzeugen,
wie hier in der letzten Spalte:
Text (oder Formel) & Text (oder Formel) &
\\
Mitten in der Tabelle ist das Pflicht, in der letzten Spalte eigentlich nicht n¨otig, aber wenn
man die Tabelle umrahmt, w¨
urde der Rand dann nicht durchg¨angig sein.
Beispiel: Die Tabelle oben habe ich mit
\begin{tabular}{l|l}
Zeichen & Bedeutung\\
\hline
$\int$ & Integral\\
$\cup$ & Vereinigung\\
$\Rightarrow$ & ’’daraus folgt’’\\
$\prod$ & Produkt\\
$\lambda\alpha\tau\epsilon\xi$ & \LaTeX{}
\end{tabular}
erzeugt.
2.5
Briefe
Briefe werden unter LATEX mit der Dokumentklasse letter geschrieben. Hier ist ein Musterbei¨
spiel f¨
ur einen DIN-Gesch¨aftsbrief. Einfach die entsprechenden Anderungen
machen.
\documentclass[a4paper,12pt]{dinbrief}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage{ngerman}
\Absender{\small Paula Paulchen, \TeX-Weg 4, 123456 Metahausen \\}
%small gibt die Schriftgr¨
oße an
10
LATEX-Anleitung
Oliver Gr¨
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\signature{Paula Paulchen}
\subject{LaTeX Einf¨
uhrung}
\begin{document}
\begin{letter}{An \\
Max Mustermann\\
Musterstraße 1\\
654321 Musterhausen\\
\ \\
Deutschland}
\opening{Sehr geehrter Herr Mustermann,}
hier kommt der Brieftext
\closing{Mit freundlichen Gr¨
ußen}
\end{letter}
\end{document}
3
Schlußbemerkung und Literaturvorschl¨
age
Ich hoffe mit dieser kurzen Anleitung den Appetit auf LATEX geweckt zu haben. LATEX ist sehr
vielseitig und ich konnte bei weitem nicht alles ansprechen. Mit Sicherheit sind viele Fragen
u
ucher vorstellen, die einen gr¨
undlicheren
¨briggeblieben. Deswegen m¨ochte ich noch zwei B¨
A
Einstieg in L TEX bieten:
1. Christiane Detig: Der LATEX-Wegweiser, ISBN 3-8266-0256-0, Preis ca. 15 EUR
Dies ist ein sehr gutes Buch f¨
ur den Einstieg, alle wichtigen Fragen werden aufgabenorientiert behandelt.
2. Helmut Kopka: LATEX-Einf¨
uhrung Band1, ISBN 3-8273-1557-3, Preis ca. 40 EUR
Deckt alles ab, was man als Einsteiger zum Thema LATEX wissen will, geht detailiert auf
die Zeichens¨atze, Folienerzeugung und Briefe ein. Dar¨
uberhinaus ist es eine sehr gute
Referenz und enth¨alt noch ein komplettes TEX-Paket auf CD.
Ich habe mir zuerst den LATEX-Wegweiser gekauft und nachdem ich mich noch mehr in LATEX
einarbeiten wollte, die LATEX-Einf¨
uhrung. Vielleicht ist diese Reihenfolge auch f¨
ur andere
brauchbar.
Zu guter Letzt nochmal die Internet-Adresse, die ich zu Beginn erw¨ahnte: Bei DANTE,
http://www.dante.de, gibt es unter Fragen und Antworten (FAQ) viele Informationen und
Hinweise zu Problemen. Viel Spaß beim TEX-en!
11
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