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Einsatz-Handbuch 13.2 - WK Sektionen - Weißes Kreuz

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EINSATZ
HANDBUCH
Hallo,
dieses Einsatzhandbuch ist eine Hilfe für jeden Freiwilligen im Einsatz.
In den folgenden Seiten findest Du alle grundlegenden Informationen, die zu einem
reibungslosen Ablauf eines Einsatzes dienen.
Für alle weiteren Informationen oder Fragen steht Dir Dein Gruppenleiter bzw. Praxisanleiter zur
Verfügung!
Der Sektionsausschuss
2
INHALTSZEICHNIS
Einleitung
Die Gesetzgebung
Die Ressourcen des Zivilschutzdienstes in Südtirol
Definition Großschaden
Definition Katastrophe
Die Einheiten
Stabsführung
4
4
4
4
5
5
6
Einsatzarten
Erkundungseinsatz & Erkundungsmaßnahmen
Hilfseinsatz
Autobahndienst
Übungseinsatz
7
7
8
8
9
Alarmierung
MANV-Stufen und Alarmplan
Alarmierungsschema durch den Zivilschutz
Alarmierungsschema im Zivilschutz des Weißen Kreuzes
Alarmierungsschema ANPAS
Fahren mit Sondersignal
9
9
10
10
11
11
Einsatzleitung und Ablauf
Beispiele für eine Einsatzleitung
Materialfluss
Einsatzbesprechungen
Allgemeine Hinweise
12
12
14
14
15
Dokumentation
Einsatzbefehl
Aufbau eines Einsatzbefehles
Zwischenberichte/Lageskizzen/Einsatzberichte
Aufbau des Einsatzprotokolls
15
15
16
17
18
Grundlagen eines Camps
Das Basislager (Base of Operation)
Die Versorgungsstelle
20
20
22
Kommunikation
Das Funkgerät Motorolla GP 380
Das Autofunkgerät Motorolla GM380
Pager Swissphone
Funkordnung
Phonetic Alphabet
23
23
24
25
25
26
Taktische Zeichen
26
Persönliche Ausstattung für einen Einsatz
27
3
EINLEITUNG
Die Gesetzgebung
Die Abläufe im Zivilschutz sind gesetzlich geregelt und werden wie folgt aufgeteilt:
Nationale Gesetzgebung
Erlässt Gesetze und Durchführungsbestimmungen für
die Regionen und autonomen Provinzen
Ständige Konferenz Staat-Regionen
Erarbeitet zum Teil Leitlinien und Empfehlungen zur
Umsetzung der staatlichen Gesetzgebung durch die
Regionen und autonomen Provinzen
Landesgesetzgebung
Regelt die lokale Umsetzung der gesetzlichen Auflagen
in Form von Gesetzen, Beschlüssen und Dekreten.
Landesrettungsverein Weißes Kreuz
Übernimmt diese Vorgaben von der Landesregierung und
setzt diese im Rahmen der bestehenden Abkommen in
der Form um, dass die Bürger die gesetzlich
(Landesregierung) vorgesehenen Dienstleistungen in
Anspruch nehmen können.
Die Ressourcen des Zivilschutzdienstes in Südtirol
Einheit
Anzahl
Einheit
Anzahl
Weißes Kreuz
30
Bergrettungsdienst
34
Rotes Kreuz
6
Soccorso Alpino e
Speleologico
22
1
Div. Volontariatsvereine
im Zivilschutz
(Wasserrettung, Funk…)
Berufsfeuerwehr
Freiwillige
Feuerwehren
306
HELI
3
Definition: Großschaden
• hohe Anzahl an Opfern
• Ev. erhaltene Infrastrukturen
• kurzzeitiges, aber plötzliches und schweres Missverhältnis zwischen Hilfeleistungen und
Ressourcen (weniger als 12 Stunden)
• mit dem regulären Rettungsdienst nicht zu bewältigen
• Notwendigkeit der Hilfeleistung von Nachbarsektionen
• Notwendigkeit besonderer Vorgangsweise
4
Definition: Katastrophe
•
•
•
•
•
•
•
eine sehr hohe Anzahl an Opfern
schweres [lang dauerndes] Missverhältnis zwischen Hilfeleistungen und Ressourcen (länger
als 12 Stunden)
Notwendigkeit besonderer Vorgangsweise
Notwendigkeit der Hilfeleistung von Nachbarsektionen evtl. Notwendigkeit externer
Hilfeleistung von außerhalb des Landes
evtl. in Mitleidenschaft gezogene Infrastrukturen
Notwendigkeit einer einheitlichen Organisation und Führung
Erklärung [Ausrufung] des Notstandes oder Katastrophenzustandes
Die Einheiten
Neben den Feuerwehren, der Bergrettung, dem Heer bzw.
Ordnungskräften, stellt das Weiße Kreuz folgende Einheiten in
Katastrophenfällen.
Alle Einheiten werden durch die Landesnotrufzentrale (LNZ) laut
Alarm- und Ausrückordnung alarmiert.
Landesnotrufzentrale
Regulärer Rettungsdienst:
• Weißes Kreuz, Rotes Kreuz (KTW, RTW, NEF, NAW)
• Flugrettung
Hintergrunddienst (HiD):
• Ergänzt den regulären Rettungsdienst bei der Versorgung der Verletzten
• HiD werden mit MANV- Sets ausgerüstet (Tasche mit Material zur Erstversorgung von 5
Verletzten bzw. 2 Schwerverletzten)
• Wird über die Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes alarmiert.
Schnelleinsatzgruppe (SEG)
• Ergänzt den regulären Rettungsdienst und den HiD bei
der Versorgung der Verletzten
• Eigens dafür ausgebildetes Personal, welches eine kurze
Erste Hilfe Ausbildung genossen, hat aber nichtaktiv im
RD tätig ist.
• Dieses Personal ist nur für die Logistik zuständig (z.B.
Aufbau von Zelten…)
• Benützt eigene Fahrzeuge für Helfer und Material:
– Sanitätsausrüstung
SEG Bruneck
– Medikamente
– Zelte
• Wird über die Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes alarmiert.
• Die Berufsfeuerwehr besitzt einen sog. SEG – Container, dieser wird durch die LNZ
alarmiert.
5
Sanitätsdienst (=SD):
• Ist der Dienst für die Versorgung bei Katastrophen, bestehend aus
– Katastrophenhilfsdienst (Rotes Kreuz)
– Einheiten des Militärs
• Der SD errichtet eine Behandlungsstelle der Stufe II (= Feldlazarett)
50 Patienten mit gelb/roter Kategorie
innerhalb von 24 Stunden und drei Tage lang behandeln und
72 h selbständig operativ sein
• Führt die Dekontamination der Zivilbevölkerung bei ABC-Ereignissen durch. (übernimmt die
DEKO-Einheit des DPC)
Betreuungsdienst (=BtD):
Der Betreuungsdienst hat die Aufgabe, die von einem Großschadensereignis oder einer
Gefahrenlage betroffenen Menschen zu versorgen.
Dies umfasst vor allem die vor übergehende Unterbringung und Verpflegung.
(Zivilschutz des Weißen Kreuzes)
Stabsführung
Um ein organisiertes Zusammenwirken
aller Organisationen zu erwirken, wird
bei Großereignissen eine Stabsführung
eingesetzt. Der
Stab
wird
in
6 Sachgebiete unterteilt (S1-S6).
Der Einsatzleiter der Sektion Zivilschutz
ist hierbei direkt dem S4 unterstellt.
Neben den Sachgebieten, auch
Führungsgruppe genannt, gibt es die
Fachgruppe
die
sich
aus
Sachverständigen und Fachberatern
zusammensetzten kann.
Die Aufgabengebiete der Sachbereiche sind wie unten dargestellt aufgegliedert:
Funktion
Einsatzleiter
Stabsleitung
S1 - Personal
S2 - Lageführung
S3 - Einsatz
Aufgaben
Führen des Einsatzes (Fassen von Entschlüssen, Bericht an
Vorgesetzten, Kontrollfunktion)
Abstimmung mit Einsatzleiter
Abstimmung mit anderen Organisationen und Fachgruppen
Organisieren der Stabsarbeit
Vertretung des Einsatzleiters
Erfassen und Organisieren der Einsatzkräfte
Organisieren des Personals für die Stabsarbeit
Lagefeststellung und Lagebeurteilung
Lagedarstellung und Lageinformation
Einsatzplanung und Einsatzdurchführung
Dokumentation des Einsatzablaufes (Einsatztagebuch)
Vertretung des Stabsleiters
6
S4 - Versorgung
S5 - Öffentlichkeitsarbeit
S6 - Kommunikation
Versorgung
Organisieren von Fremdleistungen
Verwaltung und Verrechnung
Medizinische und Psychosoziale Betreuung
Medienarbeit
Betreuung von Besuchern
Bilddokumentation
Auskunftsstelle
Ausstattung des Stabes
Kommunikationsorganisation
Einsatzdokumentation (Geschäftsbuch)
EINSATZARTEN
Für die Sektion Zivilschutz gibt es folgende Arten von Einsätzen:
Erkundungseinsatz
Bei einem Erkundungseinsatz wird ein „Expertenteam“
vorausgeschickt, um sich vor Ort in einem
Katastrophengebiet einen Überblick zu verschaffen und
um Hilfe anzubieten. Die Entsendung des Teams erfolgt
nur wenn bei den entsprechenden Behörden bzw. über
den EU-Mechanismus eine Hilfsanfrage gestellt wurde.
Das Team berichtet täglich über den aktuellen Stand der
Dinge an die Dienstleitung und schafft die
Voraussetzungen für einen eventuellen Hilfseinsatz
Erkundungsmaßnahmen
Präzise Ortsangabe des Geschehens
• Ortsangabe – Straßenname – Kreuzung – markanter Punkt
• Ursache des Ereignisses/Bezeichnung des Geschehens und Ausmaße der Schäden
Geschätzte oder exakt ermittelte Anzahl von
• Betroffenen
Bereits getroffene Maßnahmen/eingesetztes Material
• eigener Einheiten/Einsatzkräfte
• anderer Einheiten/Einsatzkräfte
Geländeerkundung
• Befahrbarkeit des Geländes beachten, Brückenbelastung und Durchfahrhöhen sowie –
breiten beachten!
• Wasseranschluss vorhanden? – Abwasser-Kanal vorhanden?
• Sanitäre Anlagen vorhanden? – Stromanschluss vorhanden?
• Telefonanschluss vorhanden? – Hubschrauber-Landeplatz vorhanden?
7
Gebäudeerkundung
• besitzrechtliche Verhältnisse klären
• auf Eignung überprüfen
• Inventar aufnehmen
• auf sichtbare Schäden überprüfen
• Übergabeverhandlung/Protokoll
• ausreichende sanitäre Anlagen
• Küchenbetrieb möglich?
• Gebäude beheizbar?
• zusätzliche Abwassereinleitung möglich?
• Stromanschluss vorhanden?
Weiters sind folgende Dinge zu beachten:
• Wasserschutzgebiet beachten
• Umweltschutz beachten
• Behördliche Genehmigungen einholen
• Brandschutz-Verhütung beachten
• Umweltbedingungen – Witterungsverhältnisse
beachten
• Flucht- und Rettungswege mit ausreichender Beleuchtung
Anhand einer Checkliste zur Risikoanalyse, können die jeweiligen Punkte, auch im Rahmen der
Arbeitssicherfeit analysiert werden.
Hilfseinsatz
Hilfseinsätze werden von der Abteilung 26
angeordnet. Unsere Aufgabengebiete liegen in
der Unterbringung und Verpflegung von
Hilfsbedürftigen bzw. Einsatzkräften. Die
Dauer eines Einsatzes kann sich von 24
Stunden, über Tage, bis hin zu einigen Monate
erstrecken. Der Zivilschutz des Weißen Kreuzes
ist ein Teil der Hilfskette und unterliegt bei
Einsätzen dem Amt für Zivilschutz oder den
örtlichen Behörden z.B. Bürgermeister oder
Feuerwehren. Bei Hilfseinsätzen sind meistens
Freiwillige aus mehreren Gruppen beteiligt
Autobahndienst
Die Sektion Zivilschutz verrichtet für die
Autobahngesellschaft A22 für den Abschnitt
Brenner bis San Michele die Betreuung und
Verpflegung bei länger anhaltenden Staus.
Ab San Michele bis Affi übernimmt die Vereinigung der
Freiwilligen Feuerwehren im Trentino diesen Dienst. Der
Notruf erfolgt über die Einsatzzentrale C.A.U. der
Brennerautobahn AG.
8
Die diensthabende Gruppe wird über die WK-Landeszentrale über den Kanal 49 ausgepiepst und
meldet sich darauf in der Zentrale oder beim Sektionsleiter, wo genauere Informationen erteilt
werden.
Übungseinsatz
Unterm Jahr wird die Sektion Zivilschutz des Öfteren von
Feuerwehren oder Organisatoren von Großveranstaltungen
angefordert um die Verpflegung der Beteiligten zu übernehmen.
Solche Einsätze dauern meistens nur ein bis zwei Tage. Diese Art
von Einsätzen zählen wir zu Übungseinsätzen und werden zum
Teil von den einzelnen Gruppen vor Ort organisiert.
ALARMIERUNG
Die Alarmierung erfolgt grundsätzlich von der Abteilung 26 über die WKEinsatzzentral bzw. direkt an den Dienst- oder Sektionsleiter. Es ist aber
nicht ausgeschlossen, dass sich die Abteilung 26 direkt bei eine mder dort
hinterlegten Einsatzleiter meldet. Der Alarm kann auch in Form eines
Voralarms erfolgen, um für einen eventuellen Bedarf gerüstet zu sein. Der
Dienstleiter bzw. der Sektionsleiter definiert einen Einsatzleiter. Die
Gruppenleiter bzw. Freiwilligen können unter anderem über die Blue Box
(SMS-Nachrichtenzentrale des Weißen Kreuzes) verständigt werden.
MANV-Stufen und Alarmplan
MANV=Massenanfall von Verletzten
MANV 1
5 – 10 Verletzte
Regulärer
Rettungsdienst
Feuerwehr
Bergrettung
MANV 2
10 – 25
Verletzte
Regulärer
Rettungsdienst
Feuerwehr
Bergrettung
MANV 3
> 25 Verletzte
Regulärer
Rettungsdienst
Feuerwehr
Bergrettung
ORG, LNA
HiD
Bezirks - SEG
benachbarte SEG
Einsatz oder
Voralarm:
SD
MANV 4
Katastrophe
Regulärer
Rettungsdienst
Feuerwehr
Bergrettung
ORG, LNA
HiD
Bezirks - SEG
benachbarte SEG
SD und
Zivilschutz des
Weißen Kreuzes
Einsatz oder
Voralarm
ORG, LNA
HiD
Bezirks - SEG
ORG, LNA
HiD
Bezirks - SEG
Alarmierungsplan des MANV-Konzepts der Abteilung 26
9
Einsatz oder
Voralarm:
benachbarte SEG
Alarmierungsschema durch den Zivilschutz
Die 4 Alarmstufen Stufen des Landeszivilschutzes
0 - STUFE "ZERO" oder
NORMALZUSTAND
Kein Ereignis. Normale Alltagsaktivität der Zivilschutzkräfte und
Zentralen.
1 - STUFE "ALFA" oder
Ein bevorstehendes Ereignis bewirkt Beobachtung und
AUFMERKSAMKEITSSTUFE Vorbereitungstätigkeit
2 - STUFE "BRAVO" oder
VORALARM
Ein Notfallereignis oder Notfälle sind aufgetreten. Die Einsatzkräfte
sind aktiviert und die Zivilschutzbehörden informiert.
3 - STUFE "CHARLIE" oder
ALARM
Eine Notlage ist aufgetreten. Die betroffenen Zivilschutzzentren sind
aktiviert. Katastrophenfall ist möglich.
Alarmierungsschema im Zivilschutz des Weißen Kreuzes
10
Alarmierungsschema durch ANPAS
Fahren mit Sondersignal
Das Fahren mit Sondersignal ist nur in Katastrophenfällen bzw. auf Anordnung der
Landesnotrufzentrale erlaubt. Beim Autobahndienst können unter anderem auch die
Behörden die Ermächtigung erteilen.
11
EINSATZLETUNG UND ABLAUF
Jeder Einsatz wird von einem Einsatzleiter oder Teamleader geführt.
Dieser stellt sich sein Expertenteam zusammen, dem er spezielle
Aufgaben und Funktionen delegiert. Die Funktionen sind abhängig von
der Art des Einsatzes.
Der Ablauf eines Einsatzauftrages ab dessen Erhalt ist klar definiert und
entspricht dem sogenannten Führungsverfahren. Erst nach einer
Lagebeurteilung wird ein Entschluss zur Entsendung von Personal und Material gefasst.
12
Beispiele für eine Einsatzleitung
… bei einem Erkundungseinsatz
Funktion
Teamleader
Stv. Teamleader
Sicherheit
Technik
Doku
Logistik
Aufgabe
Kontakte
Termine mit Behörden
Einsatzoptionen definieren
Wetter
Personalinfo
Backoffice
Sicherheitslage
Verkehrslage
Kontakte mit Polizei, Feuerwehr
Medical Assistance
Infrastrukturen vor Ort
Ansprechpartner für technische Angelegenheit
Wasserqualität, Bodenbeschaffenheit etc.
Einsatztagebuch
Fotoreportage
tägliche Berichte
Materiallisten
Datensicherung
Anfahrt
Einkauf
Reserven
Verpflegung und Unterkunft
IT und Einsatzzentrale
In regelmäßigen Meetings werden die gesammelten Informationen ausgetauscht und in Form
eines Tagesberichtes an die Dienstleitung geschickt, damit sich diese einen Gesamtüberblick
machen kann.
13
… bei einem Verpflegungseinsatz
Funktion
Einsatzleiter
Aufgabe
Kontakte
Termine mit Behörden
Einsatzoptionen definieren
Stv. Einsatzleiter
Wetter
Registrierungen
Backoffice
Dokumentation
Küche & HACCP
Einkauf
Küchenpersonal
Abläufe in der Küche
Verantwortlich für die Einhaltung der Hygienevorschriften
Technik & Sicherheit
Infrastrukturen vor Ort
Ansprechpartner für technische Angelegenheit
Wasser-, Gas- und Elektroanschlüsse
Brandschutz
Logistik & Materiallager
Bereitstellung der Hilfsmittel
Definition Fuhrpark
Werkstatt
Erste Hilfe
Verantwortlich für Erstversorgung
Einzelaufträge können bei Bedarf vor Ort vergeben werden
Materialfluss
Jede Gruppe hat ihr eigenes Materiallager (ML), bei
Bedarf kann jedoch auf das Materiallager in der Stelle
Bozen zurückgegriffen werden. In der Regel werden in
Katastrophenfällen von den staatlichen Zivilschutzorganisationen
sogenannte
Lebensmittellager
eingerichtet, in denen sich die Hilfsorganisationen
bedienen können.
Einsatzbesprechungen
Bei länger andauernden Einsätzen gibt es
tägliche Einsatzbesprechungen bei denen
anstehende Arbeiten verteilt, Probleme
erörtert und allgemeine Informationen
ausgehändigt werden. Die Einsatzbesprechung
kann mit allen Einsatzkräften, oder auch nur
mit
den
jeweiligen
Gruppenleitern
durchgeführt werden, die dann das Ergebnis
ihrer Gruppe weiterleiten.
Alle anderen Informationen, Hinweise und
Kontakte sind an einer Anschlagtafel bei der
Einsatzzentrale angebracht.
Sind mehrere Hilfsorganisationen beteiligt, so vertretet der Einsatzleiter oder dessen Stellvertreter
den Zivilschutz des Weißen Kreuzes bei den täglichen Einsatzmeetings.
14
Am Ende eines jeden Einsatzes erfolgt eine Einsatznachbesprechung, dort wird nochmals der
gesamte Ablauf Revue passiert. Man erörtert Fehler, Probleme, Schwierigkeiten und versucht
Verbesserungsvorschläge für zukünftige Einsätze zu erarbeiten.
Allgemeine Hinweise
Der Einsatzleiter ist durch seine grüne Weste immer klar ersichtlich.
Alle Einheiten, Gruppen und Führungskräfte (Gruppenleiter,
Ausschussmitglieder) sind der Einsatzleitung unterstellt.
Bei Eintreffen der Einsatzkräfte ist zu beachten, dass die jeweiligen
Freiwilligen gesammelt vor ihren Fahrzeugen in der Gruppe
verbleiben, während der Gruppenleiter weitere Instruktionen
einholt.
Informationen an Presse oder Dritte dürfen nur vom Einsatzleiter oder von der dafür bestimmten
Person (PR-Verantwortlichen) weiter gegeben werden.
DOKUMENTATION
Unabhängig von der Art des Einsatzes ist die Dokumentation ein wichtiger Bestandteil eines jeden
Einsatzes:
Einsatzbefehl
Jedem Einsatz geht ein Einsatzbefehl voraus. Wann ist jedoch ein Einsatzbefehl erforderlich? Dies
kommt auf die Art des Einsatzes darauf an. Dabei unterscheidet man, ob es sich um einen
kurzfristigen Katastropheneinsatz, oder um ein langfristig geplantes Ereignis handelt. Nicht immer
wird es möglich sein, kurzfristig einen Einsatzbefehl in schriftlicher Form zu erstellen.
Hierfür wurde folgender Ablauf definiert:
15
Aufbau eines Einsatzbefehles
Lage
a) allgemeine Schadenslage
- knappe Beschreibung über Art, Ort, Umfang und Witterung der Schadensereignisse
- Angaben über z.B. Lage im zugeteilten Einsatzstreifen, besondere Gefahren usw.
b) eigene Lage
- kurze Angaben übervorhandene Einsatzkräfte
- zu erwartende Einsatzkräfte
- unterstellte Kräfte/Material
- Abgaben unterstellter Kräfte/Material
Entschluss
Knappe Schilderung des erhaltenen Auftrages
16
Durchführung
Angaben über
- eigene Absicht
- Aufträge an einzelne Gruppenmitglieder
- Maßnahmen zur Zusammenarbeit (Koordination)der einzelnen Einsatzkräftemit Dritten
(z.B. Feuerwehr etc.)
- Maßnahmen zur Sicherung der Einsatzkräfte
Einsatzunterstützung
Angaben über die laufende Versorgung der Einsatzkräfte z.B. über:
- Verpflegung
- eigene ärztliche Versorgung
- Betriebsstoff
- Material-Reserven
- Instandsetzung
Führungsunterstützung
Angaben über
- Fernmeldeverbindungen (Funk/Kanal/Funkbereitschaft/Draht)
- sonstige Verbindungen (z.B. Führungszeichen, Melder)
- Meldungen
- Zeitvergleich
- Fragen
- Platz des Führenden
Zwischenberichte/Lageskizzen/ Einsatzberichte
Bei länger andauernden Einsätzen gehört das Erstellen von Zwischenberichten, sogenannten
Tagesprotokolle, zum Tagesablauf.
Eine saubere Lageskizze verschafft
jedem in Kürze einen örtlichen
Überblick über das Geschehen bzw.
der Notfalllage. Um eine Lageskizze
lesen zu können ist das Verständnis
der
taktischen
Zeichen
Voraussetzung. Die Lageskizzen für
die Sektion Zivilschutz sind auf
deren Erfordernisse angepasst.
(siehe auch taktische Zeichen Seite
26)
17
Das Einsatzprotokoll spiegelt den effektiven Ablauf
des Einsatzes, der vom Einsatzbefehl immer
abweichen wird.
Ein guter Einsatzbericht ist die Basis für zukünftige
Folgeeinsätze und stellt eine History dar.
Der Einsatzbericht ist eine Grundlage für einen evtl.
Abschlussbericht an Dritte bzw. an den Veranstalter
Über das Protokoll können Mängel erkannt und
behoben werden.
Bei den Einsatzprotokollen unterschieden wir
zwischen gruppenspezifischen und allgemeinen
Protokollen. Letztere werden bei gruppenübergreifenden Einsätzen verwendet
Aufbau des Einsatzprotokolls
Anbei die Beschreibung der einzelnen Felder eines Einsatzprotokolls
Protokollnr. und
Datum
Angaben über die
Alarmierung:
durch wen?
wann?
Art des Einsatzes, sowie
Kontakt vor Ort
Zeitangaben zum
Einsatz:
Angaben für die Fakturierung:
Sollten Ankäufe für den
Einsatz getätigt werden, so
müssen
diese
Spesen
angeführt werden. Dasselbe
gilt für den Verbrauch von
Gasflaschen.
Somit können die Spesen nach
dem Einsatz weiterverrechnet
werden
Abfahrt
Ankunft
Retourfahrt
Einsatzende
Weiters ist die Anzahl der
verpflegten Personen
anzuführen
18
Angaben zum Einsatzort und
über die Einsatzleitung
Allgemeine Lage:
Angaben über Wetter und
Lage vor Ort
Eigene Lage und Ressourcen:
Angaben über die eingesetzten Fahrzeuge und
gefahrenen Kilometern
Angaben über das eingesetzte Personal und
Einsatzstunden
Weitere Ressourcen:
Bemerkungen:
Angabe über
verwendete
Hilfsmittel und
Geräte
Angaben über besondere
Vorkommnisse, Mängel,
etc.
Ablauf:
Kurzbeschreibung des Einsatzes
19
GRUNDLAGEN EINES CAMPS
Das Basislager (Base of Operation)
Was sind die Notwendigkeiten und Anforderungen an ein Basislager (BoO)?
•
•
•
•
•
•
Sicherbar (Zaun, Mauer, Gebäude…)
Zugang zu Wasser, Strom und Kanalisation
Fläche ca. 4.000 m²
(50 x 36m [150 x 110 ft])
Zugang zu Autos und LKW´s.
Nähe zum Einsatzgebiet
trocken, flach, abgegrenzt,
übersichtlich
Zudem sollte gesorgt sein für:
Sicherheit
20
•
Gebäudesicherheit
•
Diebstahl
•
Wertgegenstände
•
Schutz vor Wärme und
Kälte
Arbeitsplätze
Hygiene
Parkplatz
Lager Areal
Versorgung
Sozialer Kontakt
Schlafen
Ruhe
Erholung
21
•
Verwaltung und Logistik
•
Presse/Medien
•
Datenübermittlung
•
Infostelle
•
Sanitäre Anlage
•
Duschen
•
für PKW und LKW
•
Lagerplätze für Werkzeug
und Maschinen
•
Rettungsmaterial
•
Küche
•
Essensausgabe
•
Aufenthaltsräume
•
Unterkünfte
•
Erste Hilfe
•
Hundeauslauf
•
Privatsphäre
Die Versorgungsstelle
Zum Aufstellen einer Verpflegungsstelle gibt es gewisse Kriterien die man einhalten sollte, jedoch
sind diese abhängig vom verfügbaren Platz bzw. der Ausgangssituation. Anbei zwei Modelle:
Modell 1)
Modell 2)
22
KOMMUNIKATION
Das Funkgerät Motorolla GP380
23
Das Autofunkgerät Motorolla GM380
In jedem Fahrzeug befindet sich die Bedienungsanleitung zusammen mit den Selektivnummern
der jeweiligen Fahrzeuge.
Pager Swissphone
Die Pager, in der Umgangssprache auch Piepser genannt, kommen hauptsächlich beim
Autobahndienst in Einsatz und ermöglichen eine schnelle Alarmierung einer gesamten Gruppe.
24
Funkordnung
Beispiel für die Abwicklung des Funkverkehrs in vereinfachter Darstellung:
Einsatzleitung
Funkrichtung
Handfunkgerät (Küche)
♪
Weiter für 801
Für 801, laut letzten Meldungen
werden zusätzlich weitere 100
Personen zum Mittagessen erwartet
801 hat verstanden, weitere 100
Personen werden zum Mittagessen
erwartet
25
Phonetic Alphabet
In der Funksprache wird zum Buchstabieren das Phonetic Alphabet angewendet:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Alpha
Bravo
Charlie
Delta
Echo
Foxtrot
Golf
Hotel
India
Juliet
Kilo
Lima
Mike
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
November
Oscar
Papa
Quebec
Romeo
Sierra
Tango
Uniform
Victor
Whiskey
X-Ray
Yankee
Zulu
Zero
Wun
Too
Thuh-ree
Fo-wer
Fi-Yiv
Six
Seven
Ait
Niner
TAKTISCHE ZEICHEN
Anbei einige der vielen taktischen Zeichen die für die Sektion Zivilschutz von Bedeutung sind:
Technik & Logistik
Gebiet
Haus
Zelt
Unterbringung
Verpflegung
Betreuung
Beleuchtung
Brücke
Fahrzeuge
Kraftfahrzeuge
Wechsellader
Abrollcontainer
Anhänger
Stromversorgung
Trinkwasser
Brauchwasser
Betriebsmittel
Geräte
Einsatzleitung
Bereitstellungsraum
Sammelplatz
Gefahren
beschädigt
teilzerstört
total zerstört
schwierig
befahrbar
nicht befahrbar
überschwemmtes
Gebiet
Entstehungsbrand
entwickelter Brand
Vollbrand
vermutete Gefahr
Akute Gefahr
Gefahr durch
Stromquelle
26
Persönliche Ausstattung für einen Einsatz
Einsatzbekleidung
□ Hose
□ Jacke
□ Hemd
□ Polo-Shirt
□ Pullover
□ Mantel
□ EinsatzsZefel
□ Socken
□ Handschuhe
□ Base Cap
1
1
2
2
1
1
1
1/Tag
1
1
Privatkleidung
□ Hose
□ Pullover, Hemd u.ä.
□ T-Shirts
□ Socken
□ Unterwäsche
□ Jacke/Regenjacke
□ Freizeit- / Sportschuhe
□ Badelatschen
□ Jogging Anzug
1
1
1/Tag
1/Tag
1/Tag
1
1
1
1
Körperhygiene
□ Shampoo
□ Duschgel
□ Zahnpasta
□ Zahnbürste
□ Rasieraussta[ung
□ Haarkamm
□ Handtuch
□ Deodorant
□ Wa[estäbchen
□ Sonnenschutzcreme
□ Insektenschutzmi[el
□ Nagelbürste
□ Nagelschere
□ Toile[enpapier
1
1
1
1
1
1
min. 2
1
1 Pckg.
1
1
1
1
1
Medizin
□ Pflaster
□ Re[ungsdecke
□ Kopf- und Schmerzmittel
□ WunddesinfekZon
□ Mi[el bei Sonnenbrand
Papiere
□ Personalausweis
□ Dienstausweis
□ Führerschein
□ Diens]ührerschein
□ Krankenversicherungskarte
□ Kredit- bzw. Bankomatkarte
□ Bargeld
□ Medikamentenliste (falls nöZg)
Sonstiges
□ Ersatzbrille (falls nötig)
□ Sonnenbrille
□ Taschenmesser
□ Schuhputzzeug
□ Schlafsack (bei Bedarf)
□ Nähzeug
□ Taschenlampe
□ Wecker / Uhr
□ Handy
□ Papiertaschentücher
Die persönliche Ausstattung kann aufgrund der Art und Dauer des Einsatzes variieren und wird
dementsprechend im Einsatzbefehl angeführt
27
Weitere Ausbildungsunterlagen der Sektion Zivilschutz
ALLGEMEINES-HANDBUCH
Das „Allgemeine Handbuch“ ist eine Ergänzung zur
„Zivilschutz-Ordnung“ mit folgenden inhaltlichen
Schwerpunkten:
•
•
•
Allgemeiner Überblick über Aufbau und Struktur des
WK und der Sektion Zivilschutz
Wissenswertes über des Zivilschutz
Verhaltenskodex und rechtliche Aspekte
LOGISTIK-HANDBUCH
Gibt einen Überblick über den Fuhrpark, Geräte und Zelte,
sowie deren technischen Eigenschaften, wie z.B. Maße,
Ladungsfläche, Nettoabstellfläche etc.
Dieses Handbuch ist eine Ergänzung zu den praktischen
Übungen, aber auch ein geeignetes Hilfsmittel vor bzw.
während eines Einsatzes.
Landesrettungsverein Weißes Kreuz-onlus
Sektion Zivilschutz des Weißen Kreuzes
Lorenz-Böhler-Strasse, 3
39100 Bozen
zivilschutz@wk-cb.bz.it
Version 13.2
Quellen: Wikipedia
Handbuch für Einsatzkräfte BRK
WK-Schulungsunterlagen
28
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
7
Dateigröße
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Tags
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