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NR. 245
Bayern geht bei
der Energiewende
die Luft aus
PREIS ¤ 1,55
Der verlorene Sohn
Blickpunkt Lokales
Autohaus hat Probleme
Das Autohaus Hofmann hat einen
Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren gestellt. Die Firma
soll saniert und neu aufgestellt
werden.
» Seite 31
Stromversorgung Wirtschaftsministerin Aigner
will jetzt den Bund in die Pflicht nehmen
Kommentar
VON HOLGER SABINSKY-WOLF
» hogs@augsburger-allgemeine.de
VON ULI BACHMEIER
München Der Freistaat Bayern
kommt ohne Unterstützung der
Bundesregierung bei der Energiewende nicht weiter. Das musste
Wirtschaftsministerin Ilse Aigner
(CSU) gestern bei ihrer ersten Regierungserklärung im Landtag einräumen. Sie stellte eine lange Liste
von Forderungen an die Bundesregierung auf und verteidigte den geplanten Bürgerdialog in Bayern.
Von der Opposition erntete sie dafür
massive Kritik. Natascha Kohnen,
Energieexpertin der SPD, warf der
Staatsregierung vor: „Erst tun sie
so, als könne Bayern alles selber regeln, aber wenn’s nicht läuft, ist der
Bund schuld.“
Tatsächlich ist Bayern von seinen
selbst gesteckten Zielen offenbar
weit entfernt. Nach der Reaktorkatastrophe in Japan im Jahr 2011 hatte Ministerpräsident Horst Seehofer
(CSU) in einer Regierungserklärung
im Landtag angekündigt, den Freistaat zum „Modell für die Energiewende“ zu machen. „Bayern
kann’s! Und Bayern macht’s!“, hatte Seehofer gesagt. Kern seines
Plans war es damals, Strom aus
Kernkraft durch Strom aus erneuerbaren Energien und Gaskraftwerken
zu ersetzen, Stromtrassen und
Pumpspeicherwerke zu bauen, Biogasanlagen und Sonnenenergie,
Wasser- und Windkraft zu fördern.
Mittlerweile sieht die Welt nach
Darstellung Aigners anders aus.
Das Grundproblem sei, so die Ministerin, „dass sich der Strommarkt
so entwickelt hat, dass Gaskraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können“. Energie soll,
so heißt es im Titel ihrer Erklärung,
„sicher, bezahlbar, sauber“ sein.
Die Realität am Strommarkt aber
sei: „Die subventionierten erneuerbaren Energien sind so billig, dass
man mit ihnen nicht konkurrieren
kann. Bei der Kohlekraft können
Gaskraftwerke nicht mithalten.“
Deshalb brauche Deutschland ein
neues Strommarktdesign, aber bis
heute sei „die Bundesregierung eine
Antwort schuldig geblieben“.
Aigner forderte ein Gesamtkonzept, das die Versorgungssicherheit
mit konventioneller Energie gewährleiste, wenn Strom aus Sonne
und Wind nicht zur Verfügung stehe. Erst wenn es dieses Konzept
gebe, könne auch eine Entscheidung
über die Stromtrassen fallen. „Für
das Gelingen der Energiewende“, so
Aigner, „ist eine breite Akzeptanz
der Bevölkerung notwendig.“
Die Opposition ließ kein gutes
Haar an der Regierungserklärung.
„Sie geben die Energiewende aus
der Hand“, sagte die SPD-Abgeordnete Kohnen. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann hielt Aigner
vor: „Leider ist es so, dass Sie weder
die Richtung noch das Tempo vorgeben.“ Dem Ministerpräsidenten
warf er vor, mit seinem Nein zu
Windkraft, Pumpspeicherkraftwerken und Netzausbau die Energiewende zu blockieren. Hartmann
sagte: „Wir brauchen einen Wettkampf der Ideen, keinen ideenlosen
Ministerpräsidenten.“
Thorsten
Glauber (Freie Wähler) kritisierte
den geplanten Bürger-Dialog als
Ausflucht. Die Staatsregierung ziehe sich „ins Schneckenhaus“ zurück.
»Leitartikel
Was tun mit
Sexualtätern?
D
Vom kleinen Dirk ist nicht viel mehr als dieses Foto geblieben
Alles, was Heidi Stein über ihren Sohn Dirk weiß, ist
35 Jahre alt. Dass ihn beispielsweise Autos fasziniert
haben. Dass er ganz schön „bockig“ gewesen sein
muss. Aber man ihm nie böse sein konnte, „so niedlich wie er war“. Der kleine Dirk. Geboren am 13.
Juni 1975. Vermisst seit dem 10. März 1979. Heidi
Stein, heute 63 Jahre alt, hat ihn nur dreieinhalb Jahre lang als Sohn erlebt. Sein Foto aus dieser Zeit, das
sie auf ihrem Schreibtisch im heimischen Bungalow
aufgestellt hat, ist eines der wenigen Erinnerungsstücke, die ihr von dem Kleinen geblieben sind. Wo ist
Dirk? Diese Frage quält die Mutter nun schon ein
halbes Leben lang. Wie sie damit fertig wird, welchen schlimmen Verdacht sie hat und wie Dirk heute
aussehen könnte, erzählt unser Autor Marco Lauer
auf der Dritten Seite. Foto: Kathrin Harms/Esteve Franquesa
Daten & Fakten
● Energieträger 37,3 Prozent ihrer
benötigten Energie bezogen die
Bayern 2012 aus Mineralölen. Auf
Platz zwei folgte die Kernkraft
(22,9 Prozent), dahinter rangierten
Energie aus Gasen (19,6) und die
erneuerbaren Energien (15,5).
● Die „Erneuerbaren“ Der Löwenanteil (70,9 Prozent) der erneuerbaren Energie wurde aus Biomasse
gewonnen. Wasserkraft (14,0)
und Sonnenenergie (11,7) lagen
deutlich dahinter. Geothermie
(2,3) und Windenergie (1,1) spielten
eine untergeordnete Rolle. (AZ)
Quelle: energieatlas.bayern.de
Hoeneß-Banker auf der Flucht verhaftet
eutschland hat ein Problem im
Umgang mit gefährlichen Sexualstraftätern. Auf kaum einem anderen Rechtsgebiet wurde in den
vergangenen 20 Jahren so viel herumgedoktert. Erst wurden die
Gesetze in der Folge solcher Fälle
wie Natalie Astner erheblich verschärft, dann wieder gelockert. Vor
ein paar Jahren wäre der Mörder
Armin S. ein klarer Fall für die unbefristete Sicherungsverwahrung
gewesen. Heute könnte man sich
wieder nicht so sicher sein. Dieses
Hin und Her schürt Ängste.
Natalies Mörder wird in fünf Jahren wieder versuchen, freizukommen. Dann sind 23 Jahre seit der Tat
vergangen. Eine lange Zeit – aber
nicht für die Hinterbliebenen des
Mädchens. Sie werden ihr Leben
lang am gewaltsamen Verlust ihres
Kindes leiden. Und wie gefährlich
ist S. dann noch? Sexualverbrecher
sind schwierig zu therapieren.
Wieder werden Gutachter Prognosen abgeben müssen. Und mit zunehmender Haftdauer steigt die
Wahrscheinlichkeit, dass S. freikommt. All das ist unbefriedigend.
Und ob es dem verständlichen
Schutzbedürfnis der Menschen gerecht wird, darf bezweifelt werden.
Justiz Vorwurf: Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Ex-Bayern-Chef als Zeuge?
VON HOLGER SABINSKY-WOLF
München In der Steueraffäre um Uli
Hoeneß sitzt ein weiterer Mann hinter Gittern. Die polnische Polizei
hat nach Informationen unserer Zeitung Hoeneß’ langjährigen Bankberater Jürg Hügli in Warschau verhaftet. Hügli war mit einem europäischen Haftbefehl gesucht worden. Zielfahnder des Bayerischen
Landeskriminalamts waren ihm in
Polen auf die Spur gekommen.
Hügli wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen. Er betreute seit den 1990er Jahren bei der
Schweizer Privatbank Vontobel die
Finanzgeschäfte des ehemaligen
FC-Bayern-Präsidenten. Der Banker soll wesentlichen Anteil daran
haben, dass Hoeneß fast 30 Millionen Euro Steuern hinterziehen
konnte. Im März wurde Hoeneß zu
dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.
Der 62-Jährige sitzt seit 2. Juni in
Landsberg im Gefängnis.
Nun wollen die Ermittler der
Münchner Staatsanwaltschaft offensichtlich auch Hoeneß’ mutmaßlichen Helfer vor Gericht stellen. Hügli droht im Falle einer Verurteilung
dasselbe Schicksal wie seinem prominenten Kunden. Auf Beihilfe zur
Steuerhinterziehung stehen bis zu
fünf Jahre Freiheitsstrafe. Außerdem müsste der Banker für verkürzte Steuern mithaften. In einem möglichen Prozess müsste Uli Hoeneß
als Zeuge aussagen.
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Wo Christen verfolgt werden
Weltbild kündigt
neuen Jobabbau an
Augsburg Das Augsburger Verlagsund Handelsunternehmen Weltbild
hat gestern Abend einen weiteren
Stellenabbau angekündigt. Damit
setze man die Restrukturierung
konsequent fort. Dazu gehöre auch
„eine personelle Reduktion“, teilte
die Geschäftsführung mit. Diese
diene „auch zur Verschlankung der
Führungsebene“. Konkrete Angaben könnten noch nicht gemacht
werden. Als Begründung nannte
Weltbild das geänderte Verhalten
der Kunden, die immer mehr digitale Wege nutzten, um einzukaufen.
Weltbild hatte im Januar Insolvenz
anmelden müssen. Damals sind
konzernweit rund 1000 Stellen weggefallen – davon in Augsburg über
600. Im Sommer stieg das Düsseldorfer
Beratungsunternehmen
Droege als Investor ein. (mke)
Wenn Rabatte locken
Wissenschaft Was im Gehirn passiert, wenn wir Schnäppchen sehen
Augsburg Die Prozentzeichen im
Schaufenster oder in der Reklame
sind nicht zu übersehen. Sie stehen
ganz bewusst da. Geschulte Werbestrategen wissen, was sie im Gehirn des Menschen auszulösen vermögen. Es hat was mit
Glücksgefühlen zu tun
und mit ausgeschalteten
Verlustängsten. Hirnforscher haben herausgefunden, dass das Gefühl, etwas billiger bekommen zu haben, als
Belohnung
empfunden
wird. Der seelische Schmerz,
beim Einkaufen etwas verloren
zu haben, nämlich das zuvor
ersparte Geld, wird von der
Selbstzufriedenheit
ver-
drängt. Und alles ist ganz natürlich
im menschlichen Gehirn so angelegt.
Es gibt Tests in Computertomografen, in denen nachgewiesen wurde, wie Prozentzeichen die Lust auf
Schnäppchen fördern und das
Eurozeichen für das Gehirn
eher ein Code für Schmerz ist.
Und schon länger suchen Forscher nach dem geheimen „Kaufmich-Knopf“ im Hirn.
Eines der angesagtesten
Zauberwörter in der Werbewirtschaft nennt sich
deshalb „Neuromarketing“. Mit dem Ziel, den
Umsatz ihrer Unternehmenskunden zu steigern,
arbeiten Werbefachleute
daran, sich die Erkennt-
nisse der Hirnforschung nutzbar zu
machen. So wissen die Experten, mit
welchen Tricks sich Verbraucher
unterbewusst bei der Einschätzung
von Preisen täuschen lassen.
Auf unserer Sonderseite Wissen
extra erklärt Margit Mertens, warum der Mensch nach Schnäppchen
jagt, warum das ein Reflex ist, dem
vor Jahrtausenden schon unsere
Vorfahren folgten, und wie wir Konsumenten manipuliert werden.
Auf der gleichen Seite beschäftigt
sich Myriam Hönig auf andere Weise
mit dem menschlichen Hirn: Forscher haben nämlich festgestellt,
dass es im Alter aus gutem Grund
langsamer wird. Das hat aber nichts
mit nachlassender Leistungsfähigkeit zu tun. (AZ)
Natalies Oma: Täter
für immer einsperren
Dienhausen/Koblenz Natalie Astners
Oma kämpft darum, dass der Mörder
ihrer Enkelin nicht mehr freikommt.
„Eigentlich muss er für immer und
ewig hinter Gitter“, sagt Erika Kettner, einen Tag nachdem unsere Zeitung berichtet hat, dass Armin S. fünf
weitere Jahre in Haft bleiben muss.
„Was ist in fünf Jahren? Geht dann
alles wieder von vorn los?“, fragt sie.
Wie berichtet hat das Landgericht
Koblenz entschieden, dass Natalies
Mörder Armin S., 46, nicht vorzeitig
entlassen wird und mindestens 23
Jahre Haft absitzen muss. Er hatte
die Siebenjährige im September 1996
getötet. Die Gerichtsentscheidung ist
inzwischen rechtskräftig. Im Jahr
2019 kann S. allerdings erneut beantragen, dass seine lebenslange Freiheitsstrafe verkürzt wird. (hogs,
schsa)
»Kommentar und Bayern
Islamistische Terroristen verfolgen,
verschleppen und töten Andersgläubige. 100 Millionen Christen
auf der ganzen Welt werden bedroht. Nicht nur in Syrien und im
Irak müssen sie sich verstecken.
Ein Überblick auf Politik.
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