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unbehindert leben
Jahresbericht 2013/2014
Auf Augenhöhe und im Dialog:
die Hephata-Direktoren Peter GöbelBraun, Maik Dietrich-Gibhardt und
Klaus Dieter Horchem (von links).
unbehindert leben
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir freuen uns, Ihnen den Jahresbericht der Hephata
Diakonie 2013/2014 vorlegen zu können. Er präsentiert
sich in neuem Gewand: Bildreich, vielseitig und informativ
spiegelt er unsere diakonische Arbeit in ihrer Kontinuität
ebenso wie in ihrer Veränderung. „Einfach machen – behutsam vorangehen – präzise gestalten – vielfältig fördern
– gemeinsam entwickeln“: Unter diesen Überschriften
finden Sie anschaulich dargestellt, wie wir unser Jahresmotto „unbehindert leben“ in die Tat und in Haltungen
übersetzen. Dies geschieht in unseren Zentralbereichen
und in der Vielfalt unserer Geschäftsbereiche: in der
Akademie für soziale Berufe, in der Behindertenhilfe, in
den Förderschulen, in der Jugendhilfe, in der Klinik und in
der Sozialen Rehabilitation genauso wie in der Diakonischen Gemeinschaft und der Hephata-Gemeinde. Dabei
wissen wir, dass wir die Qualität unserer Arbeit und unserer
Strukturen immer wieder auf den Prüfstand stellen und uns
auch in den kritischen Dialog begeben müssen, um unserem Auftrag und unserem Anspruch gerecht zu werden.
Das gehört zu unserem Engagement, das die Hephata
Diakonie mit ihren über 2.700 Mitarbeitenden an fast
50 Standorten in drei Bundesländern leistet.
Maik Dietrich-Gibhardt
Peter Göbel-Braun
Ausgehend von der Vereinsgründung am 1. April 1901
dauert ein Jahr in der Hephata Diakonie von April bis
April. Wir danken allen, die uns auch im vergangenen
Jahr wieder hilfreich begleitet haben: Freunden und
Förderern, Geschäftspartnern und Kirchengemeinden.
Und als Vorstand danken wir insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hephata Diakonie, die
das Jahresmotto Tag für Tag mit Leben gefüllt haben.
Ihre Vorstandsmitglieder der Hephata Diakonie
Klaus Dieter Horchem
Kontakt:
info@hephata.com
INHALT
UNSERE THEMEN
einfach machen Mit vielen kleinen Schritten
FINANZEN
8
BEREICHE
präzise gestalten -
gemeinsam entwickeln -
Verschieden ist normal
34 Breit aufgestellt
46
Ein Stück Heimat
10
Inklusion als Kernthema 35
Akademie für soziale Berufe 47
Brücken malen
11
Betriebliche Aufwendungen 37
Behindertenhilfe Der 180-Grad-Job
13
Betriebliche Erträge 38
48
15
Erweiterte Förderschule 49
Wie sieht es aus, glücklich zu sein?
Glaube fängt an, wo Wunder ausbleiben
17
Jugendhilfe 50
Inklusion unsichtbar machen
19
Hephata-Klinik 51
Glieder statt Klienten
21
Soziale Rehabilitation 52
„Besser verstehen, um besser zu werden“
24
Diakonische Gemeinschaft 53
Kirchengemeinde 54
behutsam vorangehen Beteiligung erwünscht
28
Unsere Gremien - Mitgliederversammlung,
Aufsichtsrat, Vorstand 29
Das ist Hephata
30
Unsere Gremien - Klienten und Mitarbeitende
31
vielfältig fördern Zertifizierte Spendenprojekte
40
Vom Patienten zum Küchenleiter 41
Beim Sport können alle dabei sein 42
„Hier will ich bleiben!“
43
Farbe ins Leben bringen 44
Hier finden Sie uns
Hephata-Standorte in Bayern, Hessen
und Rheinland-Pfalz
56
Impressum
Herausgeber: Hephata Diakonie | Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V., Vorstand | Sachsenhäuser Straße 24,
34613 Schwalmstadt | Für den Inhalt verantwortlich: Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, Sprecher des Vorstands |
Redaktion: Johannes Fuhr, Melanie Schmitt | Fotos: Hephata-Archiv; S. 30: Felicitas Becker-Kasper und Dr. Rainer Obrock:
medio.tv/ Schauderna, Horst Rühl: Klaus Wagner
einfach machen
Jahresbericht 2013/14
Mit vielen kleinen Schritten
Hephata Diakonie setzt sich für Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen und
psychischen Behinderungen sowie für Menschen in schwierigen Lebenslagen ein.
Dies tun wir zum einen mit unseren pädagogischen, pflegerischen und medizinischen
Angeboten. Zum anderen aber auch mit Vorträgen, Fachtagen und Podiumsdiskussionen.
Miteinander, jeden Tag, mit vielen kleinen Schritten ist die Hephata Diakonie auf dem Weg der Inklusion. Damit sie
und unser Jahresmotto „unbehindert leben“ Wirklichkeit werden können, arbeiten wir mit und für Menschen auf
vielfältige Weise. Und genauso vielfältig sind auch deren Lebenswege, Geschichten und Ziele.
8
Jahresbericht 2013/14
Den Blick nach vorn – Herbert Buchborn (60) lebt im Betreuten
Wohnen der Sozialen Rehabilitation und arbeitet in den
Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in
Breitenbach-Oberjossa. Seine chronische Alkoholabhängigkeit
trennt sein berufliches, soziales und körperliches Leben in
damals und heute. Er möchte einer der ersten Bewohner des
neuen Wohn- und Pflegeheims sein.
9
Jahresbericht 2013/14
Ein Stück Heimat
Für Menschen, die alt sind und Pflege brauchen, ist ein Seniorenzentrum eine Alternative. Für Menschen, die aufgrund einer
psychischen Erkrankung und/oder einer Abhängigkeitserkrankung schon mit 50 Jahren pflegebedürftig sind, ist ein
Seniorenzentrum keine Alternative. Für sie hat die Soziale Rehabilitation Hephatas ein Wohn- und Pflegekonzept entwickelt.
Herbert Buchborn ist 60 Jahre alt. Mit 16 Jahren trat der
Alkohol in sein Leben. „Der Anfang war das Bierchen nach
dem Fußballtraining“, erinnert er sich. Später trank er
jeden Tag, fing bereits nachmittags während der Arbeit
an und trank dann abends zu Hause weiter. Nach einem
Verkehrsunfall lag er vier Monate im Koma, überlebte
zwei Schlaganfälle, hat seitdem eine Lähmung im Arm
sowie epileptische Anfälle. „Der Alkohol hat alles kaputt
gemacht, meine Ehe, meinen Körper, zwei Wohnungseinrichtungen.“ Zu seinem heute 30-jährigen Sohn und
dem Rest seiner Familie hat Herbert Buchborn keinen
Kontakt mehr.
Ins Herzberghaus, ein Wohnhaus der Sozialen Rehabilitation Hephatas in Breitenbach-Oberjossa, kam Herbert
Buchborn 1997. Mittlerweile lebt er im angegliederten Betreuten Wohnen und arbeitet stundenweise im
„Tagewerk“, den Hephata-Werkstätten für Menschen
mit Behinderungen (WfbM). Dort bemalt der gelernte
Maler und Tapezierer Holzteile. Er lebt abstinent. Aber
sein Körper macht ihm mehr und mehr zu schaffen.
„Wenn’s mit dem Laufen schlechter wird, was dann?
Je älter ich werde, desto mehr wird mein Hilfebedarf
zunehmen. Ich möchte auf jeden Fall in Breitenbach
bleiben, weil das ein Stück Heimat für mich geworden ist.
Im neuen Haus will ich einer der Ersten sein.“
Das neue Haus ist das Wohn- und Pflegeheim „Haus
im Burggarten“ der Sozialen Rehabilitation Hephatas
in Breitenbach. Ende 2014 können hier 36 erwachsene
Menschen einziehen, die aufgrund einer psychischen
Erkrankung, einer seelischen Behinderung und/oder
einer Abhängigkeitserkrankung pflegebedürftig sind.
Das Haus im Ortskern ist barrierefrei und ebenerdig
konzipiert. Die Bewohner leben in Einzelzimmern mit
separaten Bädern, aufgeteilt in vier Wohngruppen.
Jede Wohngruppe hat eine Gemeinschaftsküche, einen Gruppenraum und einen Pflegestützpunkt. Von
allen Zimmern aus gibt es einen Zugang zum Garten.
Im Eingangsbereich ist ein öffentliches Café geplant.
Komplettiert wird das Angebot von einer Tagesstruktur
mit Ergo- und Beschäftigungstherapie, denn die meisten
Bewohner möchten einer geregelten Tätigkeit nachgehen. Mit dieser Kombination aus sozialtherapeutischer
und Pflege-Einrichtung schließt Hephata eine Versorgungslücke in Ost- und Mittel-Hessen. Positive Erfahrungen
sammelte das diakonische Unternehmen bereits mit
einer ähnlichen Einrichtung in Wommen (Osthessen).
Und auch bei der Personalgewinnung geht Hephata
neue Wege: Von den 25 Arbeitsplätzen, die in Breitenbach entstehen, sind sechs als betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze für Beschäftigte der Werkstätten für
Menschen mit Behinderungen konzipiert. So können sechs
Beschäftigte der WfbM auf dem ersten Arbeitsmarkt
Fuß fassen.
„Früher war es so, dass abhängigkeitskranke Menschen
nicht alt geworden sind. Das ist heute, dank des medizinischen Fortschrittes, anders“, sagt Astrid Horny, zukünftige
Leiterin des Wohn- und Pflegeheims. Kämen die Klienten
dann jedoch in Altenheime, überfordere ihre Pflege oft
die dortigen Pflegekräfte. „Auch gibt es dort meistens
kein Konzept für den Umgang mit Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen, mit psychischen Behinderungen
oder Persönlichkeitsstörungen“, so Astrid Horny. Ein
Beispiel dafür sei, dass in den meisten Seniorenzentren
zu Feiern oder auch am Kiosk Alkohol erhältlich sei. Ein
Rückfall sei da fast schon vorprogrammiert.
„Es gefällt mir hier sehr gut“, sagt Herbert Buchborn. „In
einem Altenheim kämen die anderen vielleicht nicht mit
mir aus, und ich nicht mit ihnen.“
10
Jahresbericht 2013/14
Die perfekte Mischung – viele Farben zusammen ergeben erst ein breites Spektrum. Im Atelier Farbenhaus der
Hephata-Behindertenhilfe gilt das sowohl für die Zusammenarbeit der Kursteilnehmer als auch für die
Gestaltung der Bilder.
Brücken malen
Die Burg des Märchenkönigs – Gerhard Kollmann besucht Neuschwanstein jede Woche. Der 88-Jährige fährt dazu aber nicht ins
Allgäu, sondern in das Atelier Farbenhaus der Hephata-Behindertenhilfe. Dort malt er an einem Gemälde des Burgschlosses von
Ludwig II.
Gerhard Kollmann kam vor einem Jahr zum ersten
Mal ins Farbenhaus. Aus der Zeitung hatte er von dem
Atelier erfahren. Dass dessen Kurse inklusiv, also für
Menschen mit und ohne Behinderungen offen sind,
spielte für ihn keine große Rolle. Die Malerei aber sehr
wohl: Der 88-Jährige hatte sie nach dem Tod seiner
Ehefrau und seinem Umzug in ein Seniorenzentrum
in Treysa erst frisch entdeckt. Mit Acrylfarben hatte er
Landschaften und Gebäude aufs Papier gebracht und
Lust auf mehr bekommen. In einem Schnupperkurs
schaute er sich im Atelier um, nach ein paar Monaten
besuchte er einen weiteren Kurs. Dann stieg er in das
11
Seniorenmalen mittwochnachmittags ein. „Ich wollte
auch Menschen mit dem gleichen Hobby kennenlernen“, sagt der 88-Jährige. Vor allem aber war er auf der
Suche nach Raum und Zeit zum Malen.
Genau das bietet das Atelier seit 13 Jahren. Ob mit oder
ohne Vorkenntnisse, jeder kann hier einsteigen, unterschiedliche Materialien, Mal- und Drucktechniken kennenlernen, sich mit Farben und Formen beschäftigen.
In den hellen Räumen mitten in Schwalmstadt-Treysa
wird Kunst erleb- und erfahrbar, oft der Weg zur eigenen Kreativität entdeckt. Sabine Brusius und Elisabeth
Wagner, beide Mitarbeiterinnen der Hephata-Behindertenhilfe, assistieren den Künstlern dabei, geben auf
Wunsch Tipps und üben Kritik.
Von derzeit fünf Kursen, die im Atelier Farbenhaus
stattfinden, sind drei sogenannte arbeitsbegleitende
Maßnahmen, die hauptsächlich von Beschäftigten der
Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen besucht werden. Die anderen Kursangebote wechseln, sind mal speziell für Senioren oder Kinder, mal als
Schnupperkurse generell oder für spezielle Druck- und
Collagentechniken ausgeschrieben. Rund 30 Frauen
Jahresbericht 2013/14
Gerhard Kollmann arbeitet an seinem neuen
Werk. Sabine Brusius, Mitarbeiterin des Ateliers
Farbenhaus, gibt dabei Tipps und äußert Ideen,
wenn die Maler dies wollen. Manchmal drehen
sich die Gespräche auch um ganz andere
Dinge.
und Männer nutzen regelmäßig die inklusiven Angebote des Ateliers. „Wir sehen die Malerei und das kreative
Tun als eine Brücke, Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenzubringen“, sagt Elisabeth Wagner.
„Zu Beginn eines Kurses ist oft noch Unsicherheit zu
spüren. Menschen mit Behinderungen denken häufig,
die anderen können besser malen als sie selbst, fangen
dann aber trotzdem einfach an. Menschen ohne Behinderungen hingegen müssen meistens erstmal gucken
und länger überlegen, bevor sie den ersten Pinselstrich
ziehen“, sagt Sabine Brusius. Die Gespräche zwischen
den Teilnehmern ergäben sich dann eher nebenbei
und am Ende seien sie alle einfach Künstler. So, wie bei
Gerhard Kollmann und Renate Markus (70), Bewohnerin der Hephata-Behindertenhilfe, die im Atelier
Kollegen sind. Sie malt seit zwei Jahren im Atelier, gerne
Tiere in bunten Farben, momentan an Postkartenmotiven, die sie verschenken möchte. „Ich habe mich mit
Herrn Kollmann schon ein paar Mal unterhalten, er ist
sehr nett.“ Sabine Brusius sagt es so: „Herr Kollmann
hat gesucht und ist hier fündig geworden.“
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Jahresbericht 2013/14
Der 180-Grad-Job
„Das ist ein Glück für mich, dass ich auf dem Hof arbeite“, sagt Stefan Wagner. Der 33-Jährige ist Beschäftigter der HephataWerkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) und arbeitet als Landwirtschaftshelfer auf dem Biohof Riedmühle in Momberg.
Dort ist er vor allem für die Pflege der Tiere zuständig.
Stefan Wagners Arbeitstag beginnt um 8 Uhr. Er ist
für die Tiere des Biohofs zuständig: Hühner füttern,
die Eier einsammeln, misten, Stroh und Heu geben,
Pferde tränken, Zäune setzen – das sind seine Hauptaufgaben. Mittags isst er gemeinsam mit seiner Chefin
in der Wohnküche, gegen 16 Uhr ist Feierabend. Der
33-Jährige wohnt im Nachbarort bei seiner Mutter:
„Ich bin mit dem Fahrrad in fünf Minuten an der Arbeit,
das ist super.“
Stefan Wagners neuer Job ist ein Betriebsintegriertes
Beschäftigungsverhältnis (BiB). Der 33-Jährige ist weiterhin Beschäftigter der WfbM und wird von dort aus
auch stundenweise an seinem neuen Arbeitsplatz betreut. Die Betreuung finanziert der Landeswohlfahrtsverband Hessen, der Biohof zahlt für die Arbeitsleistung eine Entlohnung. Das BiB ist zunächst auf ein Jahr
befristet. Danach besteht die Chance auf eine Verlängerung oder auch auf ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Im Januar 2013 haben Hephata
Diakonie und Landeswohlfahrtsverband eine Zielvereinbarung geschlossen, um die Integration von Menschen
mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt weiter zu fördern. Die Zielvereinbarung plant für Beschäftigte der
WfbM 40 Praktikumsplätze pro Jahr bei externen Unter-
13
nehmen, 38 BiBs bis Ende 2016 sowie zwei Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse
pro Jahr.
Sozialpädagoge Christoph Naujoks betreut Stefan
Wagner auf dem Biohof. Naujoks ist Fachkraft für berufliche Integration der WfbM. Er hatte auch die Idee, dass
Stefan Wagner der Richtige für den Biohof sein könnte, dessen Betreiber auf der Suche nach einem Helfer
waren. „Herr Wagner hat in seiner Freizeit von Kindesbeinen an in der Landwirtschaft geholfen, weil
er vor allem Tiere mag. Deshalb dachte ich, dass das
passen könnte.“ Insgesamt kamen vier interessierte Beschäftigte der WfbM auf den Hof, um die Familie und die Tiere kennenzulernen. Der Hof bedeutet:
Natur, so weit das Auge reicht, 30 Hektar Land, 400
Legehennen, eine Herde mit 20 Mutterkühen und
Kälbchen, vier Pferde, ein Hund und Sarah und HansJürgen Bindbeutel mit Töchterchen Karla. „Stefan hat
sich gleich durch seine Begeisterung hervorgetan.
Er hat gezeigt, dass er dafür glüht. Ich war von ihm
begeistert und habe ihn dann auch als Wunschkandidaten genannt“, sagt Sarah Bindbeutel. Für sie sei wichtig gewesen, dass der Bewerber einen Bezug zu Tieren
und Freude an immer wiederkehrenden Aufgaben habe.
Außerdem auch, dass er in der Lage ist, nach einer längeren Einarbeitung bestimmte Tätigkeiten weitgehend
selbstständig auszuführen. „Eine Beschäftigung sollte
gut in unser Konzept von Nachhaltigkeit und sinnvollem Handeln passen. Der Hof ist unser Leben und soll
lebenswert sein“, sagt Sarah Bindbeutel. Sie und ihr
Mann bewirtschaften den Hof seit zwei Jahren.
Damit beide Seiten sich ein Bild machen konnten, ob
sie zusammen passen, absolvierte Stefan Wagner zunächst ein viermonatiges Praktikum auf dem Hof. Das
Mittendrin – Stefan Wagner versteht sich mit seiner Chefin
Sarah Bindbeutel und deren Tochter Karla gut.
Jahresbericht 2013/14
lief gut, es wurde ein BiB daraus. Seitdem ist der 33-Jährige die einzige feste Hilfe. 180 Grad Wiesen-Panorama
sind sein Arbeitsplatz. „Hier ist es eine ganze Ecke schöner als in an meinem alten Arbeitsplatz“, sagt Stefan
Wagner. Mittlerweile arbeitet ein zweiter Praktikant der
WfbM auf dem Hof. „Das wurde möglich aufgrund der
sehr guten Erfahrungen mit Stefan und unserer geplanten Vergrößerung“, sagt Sarah Bindbeutel. Ein Hofladen,
Gänse und Schafe sollen auf dem Biohof dazukommen.
Stefan Wagner: „Tiere sind einfach mein Hobby, ich bin
sehr gerne hier.“
Für Stefan Wagner geht mit dem Betriebsintegrierten Beschäftigungsverhältnis auf dem Biohof ein Traum in Erfüllung. In der Natur,
mit Tieren und eigenverantwortlich zu arbeiten, ist für ihn ein großes Glück. Und für die Inhaber des Hofes auch.
14
Jahresbericht 2013/14
Wie sieht es aus, glücklich zu sein?
„Because I’m happy“ – „Denn ich bin glücklich“, der Sommerhit von Pharrell Williams schallt aus den Lautsprechern in der
Hermann-Schuchard-Schule (HSS), Standort der Erweiterten Förderschule Hephata. 27 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zwölf
und 17 Jahren tanzen dazu.
Svenja Boucsein und Hannah Gringel (beide 16) sind
Klassenkameradinnen. Die beiden besuchen das Melanchthon-Gymnasium in Steinatal. Für zwei Tage sind sie mit
13 weiteren Schülern aus ihrem Religions-Leistungskurs
sowie drei Schülern aus dem Sportkurs ihrer Schule in der
HSS. Hier tanzen und spielen sie Schwarzlichttheater mit
neun Schülerinnen und Schülern der Förderschule. Zwei
Tage Proben, dann zwei Vorführungen. „Wir kommen gut
miteinander klar“, sagt Hannah Gringel. „Man lernt die
anderen Schüler kennen, sie erzählen viel von sich aus“,
ergänzt Svenja Boucsein. Beispielsweise Tobias Kohls (13)
15
aus der HSS: „Tanzen und Schwarzlicht machen Spaß. Vor
allem würde ich aber die Schüler aus der anderen Schule
sonst nicht treffen.“
Der zweitägige Workshop verbindet Menschen mit und
ohne Behinderungen, die das Interesse an Theater und
Musik teilen. Erzieherin Claudia Seiffert-Schwedhelm,
Lehrkraft der HSS, organisiert das Projekt. Finanziert wird
es vom Kulturnetz der weiterführenden Schulen in der
Schwalm, einer Initiative der Kreissparkasse SchwalmEder. Der Workshop findet jedes Jahr statt, mal als
Tanz-, mal als Trommel- und in diesem Jahr als TanzTheater-Variante.
„Wie sieht es aus, wenn Ihr glücklich seid? Wie kann man
das zeigen?“ Die Musik- und Tanzpädagogin Barbara Schönewolf aus Kassel leitet in diesem Jahr zum dritten Mal
den Workshop: „Inklusiver Bewegungs- und Tanzunterricht
fördert den gegenseitigen Respekt von Menschen mit und
ohne Behinderungen und das Verständnis füreinander.“
Schönewolf ist es wichtig, dass die Jugendlichen eigene
Ideen einbringen können. „Ich versuche, eine offene,
Jahresbericht 2013/14
Maskenspiel – Mit Neonfarben malten die Schülerinnen und Schüler ihre Masken für das Schwarzlichttheater an. Das war aber nur
eine Vorbereitung für den Auftritt. Am meisten ging es ums Tanzen, Tanzen, Tanzen. Der Musik- und Tanzpädagogin Barbara
Schönewolf war es wichtig, dass die Jugendlichen ihre eigenen Ideen in die Choreographien einbrachten.
lebendige Atmosphäre ohne Leistungsdruck zu schaffen,
damit gemeinsames Gestalten und Kreieren möglich
sind.“ Die Einen formen zur Musik mit den Händen Herzen,
die Anderen strecken den Daumen hoch, wieder Andere
springen in die Luft und die nächste Gruppe versucht sich
am Hüftschwung.
„Ich dachte, dass das hier weniger kompliziert werden
würde. Ich dachte, wir lernen etwas und führen es dann
auf. Jetzt ist es aber sehr stark freies Arbeiten. Das finde ich gut“, sagt Hannah Gringel. Kristin Sakarjan (16),
Schülerin der HSS, findet: „Barbara Schönewolf ist toll
und lustig. Mir gefällt der Workshop hier mit den anderen
Jugendlichen richtig gut.“
Svenja Boucsein nimmt seit zehn Jahren Ballettunterricht
und hat darstellendes Spiel als Schulfach gewählt. Hannah
Gringel spielt seit der Grundschule in einer Laien-Theatergruppe. Kristian Sakarjan besucht den Tanzunterricht
bei Claudia Seiffert-Schwedhelm und nimmt bereits zum
vierten Mal an dem Workshop teil. Tobias Kohls hat schon
in der Grundschule Schwarzlicht-Theater gespielt. Jeder
bringt was mit, zusammen wird es ein Ganzes. Individualität und Differenzierung sind dabei jedoch unabdingbar.
Wer nicht springen kann, macht eine andere Bewegung.
Wer die Maske nicht schnell genug aufziehen kann,
behält sie unten oder holt sich Hilfe von seinem Tanznachbarn. „Noch fünf Minuten, dann geht’s los“, ruft
Barbara Schönewolf. Die Generalprobe ist gelaufen, die
ersten Zuschauer kommen in den Raum, Lehrer, Eltern,
Schulkameraden. Schnell noch die Schuhe gebunden
und noch mal durchgeatmet. Dann geht das Licht aus:
„Because I’m happy!“
16
Jahresbericht 2013/14
Glaube fängt an, wo Wunder ausbleiben
Susanne Krahe war eine von zwei Gastrednerinnen beim Jahresempfang am 12. April 2013. Die Theologin und Autorin stellte
literarische Texte und Thesen zur Entstehungsgeschichte des Namens Hephata und zum Jahresmotto „MitMenschen aktiv –
unbehindert leben“ vor. Susanne Krahe ist mit 30 Jahren erblindet.
Melanie Schmitt: Frau Krahe, „Tu Dich auf – wenn Heilungsgeschichten verletzen“, so betiteln Sie Ihren Vortrag
zur Geschichte Markus 7,37, aus der sich Hephatas Name
ableitet. Legen Sie los!
Susanne Krahe: Ich finde, dass Menschen, die heute eine
Behinderung haben und in den heutigen Verhältnissen
in Mitteleuropa leben, von den Heilungsgeschichten, die
man ja eventuell wörtlich verstehen soll, nicht viel haben.
Mir als Blinde hilft es nicht, wenn mir jemand sagt: Hoff
mal auf eine Heilung, eines Tages.
Melanie Schmitt: Warum nicht?
Susanne Krahe: Ich finde das regelrecht verletzend, weil
man damit voraussetzt, dass eine Behinderung, wie die
Blindheit, unbedingt korrigiert werden muss, damit ein
Mensch überhaupt erfüllt leben kann. Der Status, wie er nun
mal ist bei behinderten Menschen, wird in Frage gestellt.
Melanie Schmitt: Wie ist der Status?
Susanne Krahe: Außenstehende können sich oft nicht
vorstellen, dass ein blinder Mensch seine Welt als ganz
und sein Leben als heil wahrnimmt. Ich glaube, dass das
zwar nicht jeder blinde Mensch tut, aber das tut ja auch
nicht jeder sehende Mensch.
Melanie Schmitt: Was fehlt Heilungsgeschichten?
Susanne Krahe: Die Heilungsgeschichten zeigen ja immer
nur ein Highlight in einem Leben. Vor- und Nachgeschichte
17
werden nicht erzählt. Und das ist mir aber wichtig. Was
würde denn um Himmelswillen sein, wenn jetzt alle
Lahmen gehen lernten und alle Gehörlosen hörten? Ist
damit alles erledigt? Ich glaube, die Probleme fangen
dann erst an.
Melanie Schmitt: Welche?
Susanne Krahe: Zum Beispiel, dass einem Menschen, dem
immer ein Bonus zugeschrieben wurde, zumindest wird
der Blinden sehr oft gewährt, nicht mehr zugeschrieben
wird. Und dann muss der plötzlich, ganz normal, sein Geld
verdienen und hat nicht mehr die Rücksichtnahme. Die
ganze Problematik eines Lebens ist damit nicht erledigt.
Melanie Schmitt: Das Jahresmotto Hephatas heißt „MitMenschen aktiv – unbehindert leben“. Kann man überhaupt unbehindert leben, mit oder ohne Behinderung?
Susanne Krahe: Ich habe noch keinen Menschen kennen
gelernt, der unbehindert lebt. Keiner hat keine Behinderung, keine Sorgen, keine Ängste. Oftmals wird man als
behinderter Mensch zudem verhindert.
Melanie Schmitt: Wie wird man verhindert?
Susanne Krahe: Weil einem nichts zugetraut wird. Weil
man auf einen Mangel reduziert wird. Als ob ein behinderter Mensch nur behindert ist und sonst gar nichts.
Als ob ein behinderter Mensch nur leidend und bemitleidenswert wäre. Diese Einstellung verhindert Teilhabe
Susanne Krahe (links) sprach beim Jahresempfang der Hephata
Diakonie 2013 zu Glaube und glauben.
und viele Chancen, die die Gesellschaft hätte, wenn sie
die Behinderten mehr inkludieren würde.
Melanie Schmitt: Was ist Ihre Behinderung? Was ist Ihre
Verhinderung?
Susanne Krahe: Ich habe Glück, man fragt mich ja,
ich darf meine Texte veröffentlichen, ich kann immer
noch Theologie machen. Im Alltag erlebe ich trotzdem
etwas anderes auch. Gestern hatte ich hier Handwerker,
die haben meine Wasseruhren abgelesen. Ich habe
eine Haushaltshilfe, wir standen beide den Männern
direkt gegenüber. Da sagt der eine zu meiner Haushaltshilfe: „Wo hat denn die gute Frau die zweite Wasseruhr?“
Jahresbericht 2013/14
Das empfinde ich immer noch als demütigend und Behinderung.
Melanie Schmitt: Was ist die Verhinderung? Susanne Krahe: Meine wissenschaftliche Laufbahn ist
verhindert worden. Ich hatte mir das Leben ganz anders
vorgestellt, das war erst schwer. Ich bin erblindet, als ich
auf dem Weg zum Pfarramt gewesen bin. Dann habe ich
das gemacht, was ich eigentlich schon immer am besten
konnte: Schreiben und Lesen.
Melanie Schmitt: Haben Sie damit Ihren Frieden gemacht?
Susanne Krahe: Ich habe - natürlich erst im Nachhinein gemerkt, dass die wissenschaftliche Laufbahn eine Sonderwelt bedeutet hätte, in der ich nicht leben will. Ich
kann heute Theologie viel freier machen, als ich es im
Pfarramt hätte machen dürfen. Ohne die Erblindung
hätte ich nicht den Mut gehabt, aus der Sonderwelt
wieder rauszukommen. Ich sehe heute, ich bin bei dem,
was ich jetzt mache, mehr bei mir selbst als ich es früher
gewesen bin.
Melanie Schmitt: Hat sich auch Ihr Glauben verändert?
Susanne Krahe: Nee. Ich hatte immer einen sehr kritischen Glauben. Ich konnte nie diesen Satz sagen: Ja, das
weiß ich, aber das andere glaube ich. Wenn ich weiß, ein
Mensch kann nicht über das Wasser gehen, dann kann
ich nicht glauben, Jesus ist wirklich über das Wasser
gegangen. Melanie Schmitt: Sondern?
Susanne Krahe: Ich kann glauben, dass die Geschichte, die
den seewandelnden Jesus erzählt, das und das bedeutet.
Aber nicht das Gehen über das Wasser. Mir fällt dazu
ein Satz eines meiner Lehrer an der Universität ein. Willi
Marxsen hat einen für mich sehr wichtigen Satz gesagt:
„Überlegen Sie doch mal, eigentlich fängt doch Glauben
erst an, wo Wunder ausbleiben.“ Dieser Satz steht noch
heute in meinen Büchern. Weil ich den so logisch und
einsichtig finde.
Melanie Schmitt: A propos Bücher. Sie sagen, dass Sie
aus Theologie Literatur machen. Wie geht das?
Susanne Krahe: Ich finde an dieser Kombination wichtig,
dass die Literatur der Theologie insofern etwas voraus hat,
als dass die Theologie immer rund sein möchte. Immer
zu einem guten Abschluss kommt, das steckt in ihrem
System. Wir lernen auch als Pfarrer: Eine Predigt muss
immer mit einem guten Ausblick enden.
Melanie Schmitt: Und die Literatur?
Susanne Krahe: Die moderne Literatur lässt die Dinge
völlig offen. Oder sie kann auch mit einem schlechten
Ende enden. Davon könnten wir Theologen sehr viel lernen.
Melanie Schmitt: Sind Sie Pessimistin?
Susanne Krahe: Nein. Ich will damit nicht sagen, dass
alle unsere Situationen mutlos und schlecht sind. Aber
wenn ein Mensch vor mir als Seelsorger sitzt, der in seiner Situation gar keinen Ausweg mehr sieht. Und dem
erzähle ich: „Ja, aber hoffen wir, vielleicht…“ Der hört da
doch gar nicht mehr zu. Die Theologie muss lernen, diese
offenen und auch zunächst ausweglosen Situationen
auszuhalten. Und das kann sie.
Melanie Schmitt: Wieso sind Sie sich da sicher?
Susanne Krahe: Die Evangelische Theologie, die einen
gekreuzigten Christus in den Mittelpunkt stellt, die kann
das aushalten.
Susanne Krahe ist 54 Jahre alt und
lebt in Unna. Sie studierte in Münster Evangelische Theologie. Heute
arbeitet sie als Schriftstellerin. Ihre
wissenschaftliche Laufbahn hat
sie nach dem ersten Examen und
während ihrer Promotion zum
Alten Testament aufgrund ihrer
Erblindung aufgegeben. Da war sie
30 Jahre alt.
18
Alltagsdinge sind Dinge, die in den Alltag gehören. Doch nicht alle Menschen können sie wie alltäglich nutzen. Universal Design ändert das. Beispiele sind ein Einkaufsrolly mit extragroßen Rädern und
Höhenverstellung; ein Suppenteller mit Gefälle, damit die Reste der Suppe leichter ausgelöffelt werden können oder auch ein Trinkbecher, der leicht geleert werden kann ohne dazu gekippt werden zu
müssen.
Inklusion unsichtbar machen
Thomas Bade entwickelt Produkte, Dienstleistungen und Architektur mit, die alle Menschen nutzen können sollen. Egal ob jung
oder alt, ob Frau oder Mann, ob mit oder ohne Behinderung. Bei den Hephata-Festtagen im September 2013 gestaltete Bade die
Auftaktveranstaltung unter dem Titel: „Universal Design? Machen wir es unsichtbar.“
Johannes Fuhr: Produkte, Dienstleistungen und Architektur so zu gestalten, dass möglichst alle Menschen überall auf der Welt sie nutzen können. Ein
toller Ansatz, den die Idee von Universal Design verfolgt.
Aber wie geht das konkret?
Thomas Bade: Entweder kommen Produkte, Dienstleistungen und Architektur ganz ohne etwas Assistives aus.
Oder aber das Assistive hat zumindest eine von vornherein
definierte Schnittstelle. Ein Beispiel: Wenn Toyota ein Fahrzeug entwickelt und feststellt, dass das Fahrzeug auch in
19
den Fokus von Menschen mit einer Behinderung passen
würde, dann suchen die Entwickler die Schnittstellen
nicht erst dann, wenn das Auto fertig ist – zum Beispiel
Einstieghilfen oder Hilfen für Menschen mit einem Arm
oder einem Bein. Stattdessen packen die Entwickler das
ganze Auto von vornherein voll mit allem, was machbar
ist, und extrahieren dann wieder. In Deutschland ist es
leider oft umgekehrt. Da ist das Auto fertig gebaut, und der
Interessent geht mit dem Auto zu einem spezialisierten
Einbauer, der dann nachrüstet.
Johannes Fuhr: Es geht also darum, die Produkte direkt
bis zum Ende zu durchdenken und darum, den nachträglichen Abbau von Barrieren überflüssig zu machen?
Thomas Bade: Exakt. Wir halten nichts von diesem barrierefreien Kram, weil schon diese Definition an sich eine
Stigmatisierung ist. Wir halten es aber für sinnvoll, dass
Parameter, die für Barrierefrieheit stehen - wie die Breite
von Türen, Wendekreise und so weiter - einen Allgemeingrundsatz haben. Wenn ich Türen grundsätzlich einen
Meter breit baue, habe ich eine Erleichterung beim Umzug,
Jahresbericht 2013/14
für Menschen mit Kindern, die Kinderwagen benötigen, und
später auch wenn ich alt bin und vielleicht einen Rollator
brauche. Wir argumentieren dabei wirtschaftlich: Wenn
Sie heute ein großes Mietshaus bauen, dann wissen sie
nicht, wie das Bewohner-Szenario im Jahr 2030 ist. Wenn
Sie im Vorfeld schon nachhaltig denken, dann können
Sie das auf Technik und Infrastruktur umsetzen. Johannes Fuhr: Aber die Investition heute ist höher, wenn
ich mit breiten Türen plane…
Thomas Bade: Das ist eine Frage der Einstellung. Wenn
Sie 20 Wohnungen mit einer Sondertürbreite von 1 Meter bauen, ist das teuer. Wenn das aber millionenfach
geschieht und zum Standard avanciert, spielt das keine
Rolle, ob die Tür einen Meter breit ist oder schmaler. Eines
aber ist klar: Mit dem Erreichen von Universal Design ist
die Inklusion zu einem großen Teil erledigt.
Johannes Fuhr: Sie haben die Beispiele Wohnungsbau und
Autoindustrie genannt. Können Sie auch ein konkretes
Produkt beschreiben, bei dem die Idee von Universal
Design aufgeht?
Thomas Bade: Das iPhone. Steve Jobs hat gesagt: Macht
es so einfach wie möglich. Und das nicht, weil er ein großer Menschenfreund gewesen ist. Sondern weil er sehr
genau wusste, dass er damit breiteste Nutzergruppen
bekommt. Er spricht Menschen an, die nicht so affin mit
der Technologie sind und vielleicht nur die erste Ebene
des Gerätes nutzen. Er wollte aber genauso die Freaks
haben – da kommt er ja selber her. Und er wollte ein
Produkt haben, das weltweit funktioniert. Und wie Sie
wissen: Es gibt kaum Gebrauchsanleitungen. Auch das
ist Universal Design: Wenn ein Produkt selbsterklärend
funktioniert, sich intuitiv bedienen lässt, von möglichst
vielen Menschen.
das bei grafischen Dingen nicht berücksichtigen, können
Sie es vergessen.
Johannes Fuhr: Wo stößt Universal Design an die Grenzen
des Machbaren?
Thomas Bade: Ich denke, es stößt dann an seine Grenzen, wenn es um Personen geht, die besonders schwere
Einschränkungen haben. Wir können auch einen Blinden
nicht sehend machen. Aber wir können alles versuchen,
auch diesen Menschen möglichst breite Schnittstellen
zu bieten.
Johannes Fuhr: Bei allem Guten, was das Universelle
bringen mag: Geht durch Vereinheitlichung nicht Individualität verloren?
Thomas Bade: Es geht nicht darum, dass es nur einen
Trabbi gibt. Sie sollen schon wählen können zwischen den
verschiedenen Modellen. Es geht mehr um einheitliche
Grundlagen. Die Differenzierung findet über ganz einfache
Dinge statt. Ein VW beispielsweise hat immer die gleiche
Basis. Der eine bekommt eine eckige Haube, der andere
eher eine runde. Alles hat eine Plattform. Auch das ist
Universal Design.
Johannes Fuhr: Der gesellschaftliche Gewinn durch universelle Gestaltung liegt auf der Hand – Inklusion wird
dadurch greifbar. Gibt es auch ökonomische Argumente
für Universal Design?
Thomas Bade: Ja natürlich. Und eben das ist das einzige, das die Menschen überzeugt. Einen Fehler hat die
Sozialwirtschaft immer gemacht: Ausschließlich sozial
zu argumentieren und darüber eine Dienstleistung zu
platzieren. Wenn Sie das gleiche aus wirtschaftlichen
Gründen machen, finden Sie breitere Akzeptanz.
Johannes Fuhr: Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass
sich die Idee von universellem Design durch alle Branchen
durchsetzt?
Thomas Bade: Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich groß.
Zum einen bekommen wir eine zunehmende Materialknappheit. Universal Design ist ressourcenschonend.
Eine weitere Aufgabe ist die Globalisierung. Universal
Design ist bei weitem noch nicht am Ende des Weges,
wenn es um interkulturelle Besonderheiten geht. Stichwort
Farbe: Wir empfinden schwarz als Farbe der Trauer, ein
anderes Land vielleicht als Farbe der Freude. Wenn Sie
Thomas Bade ist Gründungsmitglied des „transdisziplinären Vereins Universal Design
Germany“ und Geschäftsführer
der „IF-Universal Design
Service GmbH“. Der Sitz der
Universal Design GmbH ist in
München.
20
Glieder statt Klienten
Alle sollen sie gestalten, alle reden von ihr – doch was
bedeutet Inklusion im Alltag? Was meint eine
Gesellschaft mit allen und für alle Menschen?
Welche Anforderungen stellt sie an Kirchengemeinden,
Diakonie und Einrichtungen? Diesen Fragen widmete sich
das 8. Forum Diakonische Kirche unter dem Titel
„Inklusion in Kürze – in Kürze inklusiv“ am 19. April 2013
in der Hephata-Kirche in Treysa.
Jahresbericht 2013/14
In Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und Arbeitsgruppen beschäftigten sich 80 Teilnehmende aus dem
gesamten Bundesgebiet mit dem Thema. Bischof Prof. Dr.
Martin Hein, Prof. Dr. Alexa Köhler Offierski, Präsidentin der
Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD), Landeskirchenrat Horst Rühl, theologischer Vorstand der Diakonie
Hessen, Pfarrerin Barbara Eschen, damalige theologische
Direktorin der Hephata Diakonie, Sabine Leutiger-Vogel,
Vorsitzende des Kreisdiakonieausschusses des Kirchenkreises Hofgeismar, Prof. Dr. Willehad Lanwer, EHD, und
Prof. Dr. Ulf Liedke, Evangelische Hochschule Dresden,
beteiligten sich als Vortragende und Podiumsteilnehmer
an dem Forum. Dieses wird einmal jährlich seit acht Jahren von der Diakonie Hessen, der Evangelischen Kirche
von Kurhessen-Waldeck, der Evangelischen Hochschule
Darmstadt und der Hephata Diakonie veranstaltet. Es
liefert theologische und praktische Impulse zu aktuellen
Themen der Gesellschaft.
Bischof Prof. Dr. Martin Hein gehörte zu den Teilnehmern des
8. Forums Diakonische Kirche in Schwalmstadt-Treysa.
Inklusion, das ist die unmittelbare Zugehörigkeit jedes
Menschen zu einer Gesellschaft der Vielfalt. „Inklusion
bedeutet die realistische Perspektive der Überwindung
von Ausgrenzung“ – Prof. Dr. Ulf Liedke lieferte als Hauptreferent in seinem Vortrag Definition und Denkansätze von
Inklusion, wenngleich er mahnte: „Inklusion wird immer
von Exklusion bedroht sein.“ Jedoch verändere bereits die
Perspektive darauf die Gesellschaft. Kirche und Diakonie
komme dabei eine besondere Rolle zu. Denn um Inklusion
zu realisieren, bedürfe es Diakonie, bedürfe es Assistenz,
jedoch in anderer Form als bislang. „Es reicht nicht aus,
zu dezentralisieren. Sondern parallel dazu gibt es auch
eine soziale Netzwerkarbeit zu tun.“ Es ginge darum,
Konzepte mit statt für Menschen mit Behinderungen
zu entwickeln. Und diese Konzepte müssten dann auch
gemeinsam umgesetzt werden, mit Assistenz, aber nicht
mit erdrückender Fürsorge von Fachleuten, Initiativen,
Vereinen, Nachbarn und Gemeinden. Unter anderem sah
er Kirche und Diakonie auch in der Rolle, Forum zu sein
für die Belange von Menschen mit Behinderungen in der
Gesellschaft. „Menschen mit Behinderungen sind Glieder
und nicht Klienten der Gemeinde“, so Liedke.
Diesen Aspekt vertiefte die Podiumsdiskussion mit Bischof
Prof. Dr. Martin Hein, Prof. Dr. Willehad Lanwer, Sabine
Leutiger-Vogel, Prof. Dr. Ulf Liedke und Barbara Eschen.
Dabei ging es vor allem um das christliche Menschenbild
sowie die Praxis von Kirchengemeinden und Einrichtungen:
Welche Aspekte sind unter dem Blickwinkel der Inklusion für ein christliches Menschenbild festzuhalten? Was
müssen Kirchengemeinden in ihrer alltäglichen Arbeit
bedenken, wenn sie für Inklusion offen sein wollen? Welche
Anforderungen stellen sich für diakonische Einrichtungen
und Projekte? Prof. Dr. Willehad Lanwer, der an der EHD
den Studiengang „Integrative Heilpädagogik/Inclusive
Education“ mit entwickelt hat, griff dabei vor allem das
Menschenbild auf. Zwar stellten Menschen mit schweren
Behinderungen, die radikal anders seien, an jeden von
uns eine Herausforderung. Jedoch sei jeder Mensch,
unabhängig von seinen Fähigkeiten, bildungs- und entwicklungsmöglich. „Der Ausgangspunkt und der Kompass
ist das Menschenbild. Man darf Menschen nicht nur sehen
im Sein, sondern auch in dem, was sie werden können.“
22
Jahresbericht 2013/14
„Die motivierten und fachlich hoch qualifizierten
Mitarbeitenden der Hephata Diakonie leisten in vielen
Bereichen sehr gute Arbeit. Gleichzeitig wissen wir aber
auch, dass Hephata als lernende Organisation an
einigen Stellen besser werden muss.“
Maik Dietrich-Gibhardt
23
Jahresbericht 2013/14
„Besser verstehen, um besser zu werden“
Hephata startet in der zweiten Jahreshälfte 2014 eine bereichsübergreifende Qualitätsinitiative. Der gemeinnützige Verein will
damit die Qualität seiner Arbeit in allen Tätigkeitsbereichen nachhaltig sicherstellen und weiterentwickeln.
 Als neuer Sprecher des Vorstands sind Sie, Herr
Dietrich-Gibhardt, zum Koordinator der Initiative erklärt
worden. Was genau ist Ihre Aufgabe dabei?
Maik Dietrich-Gibhardt: Wir wollen von einem unabhängig arbeitenden Experten-Team Rückmeldungen zu
unserer Arbeit bekommen. Die motivierten und fachlich
hoch qualifizierten Mitarbeitenden der Hephata Diakonie
leisten in vielen Bereichen sehr gute Arbeit. Gleichzeitig
wissen wir aber auch, dass Hephata als lernende Organisation an anderen Stellen besser werden muss. Wo
und wie genau dies geschehen kann – dazu holen wir
uns Meinungen und Expertise von außen. Meine Aufgabe ist es, den Prozess zu begleiten und die Ergebnisse
mit den handelnden Akteuren intern und mit unseren
externen Partnern zu kommunizieren und letztlich auch
Anregungen gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen
in die Tat umzusetzen.
 Gibt es einen konkreten Anlass für die Qualitätsinitiative?
Peter Göbel-Braun: Über Jahre hinweg hat sich unsere
Behindertenhilfe einen hervorragenden Ruf erarbeitet.
Als umso bedauerlicher haben wir es empfunden, dass
im Herbst vorigen Jahres in mehreren Wohnbereichen
Fehler, vor allem in den Dokumentationen, festgestellt
worden sind. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatten wir
umfassende und ständige Verbesserungen angekündigt.
Diese haben wir zu einem großen Teil in Abstimmung mit
dem Landeswohlfahrtsverband, der Betreuungs- und
Pflegeaufsicht und Angehörigenvertretern schon auf den
Weg gebracht und umgesetzt. Wir sind dankbar für jede
konstruktiv-kritische Begleitung, die uns bislang durch
diese für uns wichtigen Partner zuteil wurde. Gerade aus
den Reihen der Angehörigenvertreter haben wir wertvolle
Hinweise für die Weiterentwicklung unserer Arbeit erhalten. Nun wollen wir von unabhängigen Experten unsere
aktuelle inhaltliche Qualität beurteilen lassen. Außerdem
sollen existierende Qualitätssicherungsmechanismen
überprüft und Vorschläge zu deren Weiterentwicklung
gesammelt werden.
Klaus Dieter Horchem: Die Qualitätsinitiative bezieht sich
allerdings nicht nur auf den Bereich Behindertenhilfe.
Wir wollen nach und nach auch alle anderen Bereiche
durch unabhängige Experten unter die Lupe nehmen
lassen. Mit einbezogen wird dabei auch unsere Tochtergesellschaft Hephata Soziale Dienste und Einrichtungen
gGmbH (hsde). Dort sind unter anderem im Personalmanagement Fehler passiert, die zwischenzeitlich behoben
worden sind. Auch hier haben uns Dialoge mit Klienten,
Angehörigen, Mitarbeitenden und Partnern wie dem
Seniorenbeirat der Stadt Lauterbach wertvolle Hinweise
erbracht. Doch auch hier erhoffen wir uns durch eine
externe Draufsicht nachhaltige und zukunftsorierentierte
Verbesserungsvorschläge für unsere Arbeit.
 Wie genau soll denn die Qualitätsinitiative für die
Hephata Diakonie ablaufen?
Maik Dietrich-Gibhardt: Wir wollen besser verstehen, um
besser zu werden. Das heißt konkret, dass unabhängig
arbeitende Expertenkommissionen eingesetzt werden.
Diese fachspezifischen Gruppen besuchen Einrichtungen
in allen Hephata-Bereichen. Zunächst soll dies noch in
diesem Jahr in der Hephata-Behindertenhilfe, in der
Tochtergesellschaft hsde und der Hephata-Akademie
geschehen. Danach folgen dann Schritt für Schritt die
weiteren Bereiche: Förderschule, Jugendhilfe, Klinik und
Soziale Rehabilitation.
Peter Göbel-Braun: Einerseits wird die Qualitätsinitiative
bereichsübergreifend mit einer einheitlichen Zielsetzung
umgesetzt – nämlich unsere eigenen, hohen Ansprüche
an die Qualität unserer Arbeit zu erfüllen. Andererseits
berücksichtigt die Qualitätsinitiative die jeweiligen
Besonderheiten der unterschiedlichen Bereiche. Denn für
Bereiche wie die Behindertenhilfe oder die Soziale Rehabilitation gilt es andere Herausforderungen zu berücksichtigen als beispielsweise für Bereiche wie die Altenhilfe.
24
Jahresbericht 2013/14
Klaus Dieter Horchem: Ein Beispiel für die Herangehensweise innerhalb der Qualitätsinitiative könnten so
genannte Leitfadeninterviews sein. Dabei würden offene
Fragen gestellt und die Antworten streng vertraulich
behandelt. Wichtig ist uns vor allem aber, unabhängig
von den Herangehensweisen, der Dialog mit Klienten,
Angehörigen, Mitarbeitenden und Führungskräften.  Woher kommen denn die Mitglieder der unabhängigen
Expertenkommission, die die unterschiedlichen Bereiche
Hephatas begutachten sollen?
Peter Göbel-Braun: Wir sind mit mehreren renommierten
und bundesweit agierenden Instituten im Gespräch, die in
der Lage sind, in einer so großen Einrichtung wie Hephata
eine wissenschaftlich ausgewiesene kritisch-konstruktive Durchsicht und Bewertung der im Geschäftsbereich
Behindertenhilfe geltenden und gelebten Prozesse zu
leisten. Die Ziele sind dabei unter anderem eine offene
Statusbestimmung und ein klarer Blick für die nötigen
Weichenstellungen. Dies soll geschehen unter Einbeziehung von Schnittstellen zum Beispiel mit den Bereichen
Gesundheit und Therapie, Wirtschaft und Versorgung, der
Erweiterten Förderschule und den Werkstätten.
den wir diese erste Phase der Qualitätsinitiative gern
Mitte nächsten Jahres abschließen. Letztlich wird das
aber auch hier nur der Startpunkt einer Intensivierung
eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses sein.
Uns ist sehr daran gelegen, die in der Qualitätsinitiative
gewonnenen Erkenntnisse auch im Dialog mit Klienten
und Angehörigen sowie mit Landeswohlfahrtsverband
und Betreuungs- und Pflegeaufsicht weiter zu vertiefen
und für unsere Arbeit fruchtbar zu machen. Wir sind
nicht perfekt und machen Fehler. Aber wir wollen besser
werden - immer wieder! Denn letztlich dürfen wir nie
vergessen, wofür Hephata eigentlich steht: Wir möchten
Menschen, die in unterschiedlichen Bereichen und aus
unterschiedlichen Gründen Unterstützung brauchen, in
evangelischer Tradition helfen. Unser Name heißt übersetzt „Öffne Dich!“ - und genau den damit bezeichneten
Weg wollen wir mit der Qualitätsinitiative in den nächsten
Jahren weiter gehen.
Das Interview fand am 13. Mai 2014 statt.
Klaus Dieter Horchem: Und bei unserer Tochtergesellschaft hsde geht es um die Implementierung eines
Qualitätsmanagement-Systems mit anschließender
Zertifizierung. Auch hier sind wir mit Experten, aus dem
Bereich Altenpflege, im Gespräch.
 Und bis wann rechnen Sie mit Ergebnissen?
Maik Dietrich-Gibhardt: Für die drei ersten Bereiche
Behindertenhilfe, Akademie und hsde werden wir Anfang 2015 erste Ergebnisse bekommen; komplett wür-
25
Klaus Dieter Horchem, Peter Göbel-Braun und Maik Dietrich-Gibhardt, Hephata-Vorstände (von links), wollen mit der bereichsübergreifenden Qualitätsinitiative die Qualität der Arbeit in Hephata dauerhaft verbessern und sichern.
Jahresbericht 2013/14
„Letztlich dürfen wir nie vergessen, wofür Hephata
eigentlich steht: Wir möchten Menschen, die in
unterschiedlichen Bereichen und aus unterschiedlichen
Gründen Unterstützung brauchen, in evangelischer
Tradition helfen.“
Maik Dietrich-Gibhardt
26
behutsam vorangehen
Jahresbericht 2013/14
Beteiligung erwünscht
Hephata Diakonie gibt es mittlerweile seit mehr als 110 Jahren in der Rechtsform
eines gemeinnützigen Vereins. Die drei zentralen Organe des Vereins sind die
Mitgliederversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand. Hinzu kommen die Gremien
der Selbstbestimmung von Mitarbeitenden und Klienten.
Die Mitgliederversammlung berät und beschließt über die Ziele und Aufgaben des Vereins. Unter anderem nimmt
sie den Jahresbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats entgegen, sie ist zuständig für Wahl und Abberufung
der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats und sie entlastet sowohl Aufsichtsrat als auch Vorstand. Sie hat 26 Mitglieder. Die Mitgliederversammlung wird in der Regel zweimal im Jahr durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates,
der zugleich auch Vorsitzender der Mitgliederversammlung ist, einberufen. Der Aufsichtsrat arbeitet ehrenamtlich
und besteht aus elf sachkundigen Personen. Der Aufsichtsrat tagt mindestens zweimal im Jahr. Er überwacht
die Tätigkeit des Vorstands und wählt auch dessen Mitglieder. Der Vorstand besteht aus drei gleichberechtigten,
hauptamtlichen Mitgliedern: einem ökonomischen, einem pädagogischen und einem theologischen Direktor. Der
theologische Direktor ist zugleich Sprecher des Vorstands und Vorsteher der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.
28
Jahresbericht 2013/14
Unsere Gremien
1
2
Die Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge
Mitgliederversammlung
Aufsichtsrat
Pfarrerin Margret Artzt 1
Diakonin Gerta Barth 2
Diplom-Betriebswirt Reinhard Bauer 3
Diakonin Felicitas Becker-Kasper 4
Diakonin Martina Bender 5
Diplom-Sozialpädagogin Anne Bertelt 6
Diakonin Gabriele Blumenstein 7
Diplom-Ingenieur agr. Fritz Gatzke
(ab 06.09.2013) 8
Diplom-Volkswirt Horst Gömpel 9
Diplom-Sozialpädagoge Winfried Graser 10
Diakonin Ute Kaisinger-Carli 11
Diakon Björn Keding 12
Pröpstin Sabine Kropf-Brandau 13
Pfarrer Christoph Kuhnke 14
Arbeitsgruppenleiter WfbM Horst Kurz 15
Diplom-Ökonom Eberhard Lindig 16
Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Obrock
(Vorsitzender) 17
Diplom-Sozialarbeiterin Christel Östreich 18
Kirchenrat Ernst Rautenkranz 19
Diakon Matthias Reinhold 20
Landeskirchenrat Horst Rühl 21
Dr. med. Christian Schmidt-Hestermann 22
Erzieherin Claudia Seiffert-Schwedhelm 23
Richter a. D. Erhard Spanknebel 24
Verwaltungsjurist Stephan Wachsmuth 25
Dekan Christian Wachter 26
Diplom-Betriebswirt Reinhard Bauer 3
Diakonin Felicitas Becker-Kasper 4
Diplom-Sozialpädagogin Anne Bertelt 6
Diakonin Ute Kaisinger-Carli 11
Diakon Björn Keding 12
Pröpstin Sabine Kropf-Brandau 13
Diplom-Ökonom Eberhard Lindig 16
Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Obrock
(Vorsitzender) 17
Landeskirchenrat Horst Rühl 21
Dr. med. Christian Schmidt-Hestermann 22
Verwaltungsjurist Stephan Wachsmuth 25
29
3
4
5
6
7
8
10
11
9
12
Vorstand
13
27
28
29
Direktor Maik Dietrich-Gibhardt, Sprecher
(ab 01.01.2014) 27
Direktor Peter Göbel-Braun 28
Direktor Klaus Dieter Horchem 29
Direktorin Barbara Eschen (bis 31.12.2013)
15
16
17
18
20
21
22
24
25
26
19
14
23
Jahresbericht 2013/14
Das ist Hephata
Aus einem christlichen Selbstverständnis heraus engagiert sich die Hephata Diakonie
für Menschen mit besonderem Hilfebedarf, unabhängig von Alter, Konfession oder
Nationalität.
Das diakonische Unternehmen hat seinen Stammsitz in Schwalmstadt-Treysa. Standorte gibt es in Bayern, Hessen
und Rheinland-Pfalz. 2.733 Mitarbeitende, das sind 1.955 Frauen und 778 Männer, engagieren sich in der Jugendund in der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der
Wohnungslosenhilfe, in der Pflege und Betreuung von Senioren und kranken Menschen, in Förderschulen und der
beruflichen Bildung sowie in der Ausbildung in sozialen und pflegerischen Berufen. Das sind 1.744 Vollkräfte. Die
Hephata Diakonie ist an ihrem Stammsitz in Schwalmstadt-Treysa zudem Studienstandort der Evangelischen Hochschule Darmstadt und mit der Diakonischen Gemeinschaft Hephata auch Ausbildungsstätte für die diakonische
Qualifikation. Die Hephata Diakonie ist Mitglied im Diakonischen Werk.
Der Name „Hephata” heißt: „Öffne Dich!“. Er geht auf ein biblisches Hoffnungsbild aus dem Markus-Evangelium 7
zurück: Während Jesus einen Mann heilt, der nicht reden und nicht hören kann, spricht er das Wort „Hephata“.
Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt ist seit Januar 2014 Sprecher des Vorstandes der Hephata Diakonie. Der Aufsichtsrat
der Hephata Diakonie wählte ihn am 28. Juni 2013 in sein Amt. Dietrich-Gibhardt ist somit neuer theologischer
Vorstand der Hephata Diakonie und Vorsteher der Diakonischen Gemeinschaft Hephata. Der 49-Jährige trat damit
die Nachfolge von Pfarrerin Barbara Eschen an, die zum Jahreswechsel eine Stelle als Direktorin des Diakonischen
Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz angetreten hatte. Maik Dietrich-Gibhardt war zuvor Pfarrer für
Diakonie in den Kirchenkreisen Kirchhain und Marburg sowie Vorstandsvorsitzender des Zweckverbandes
Diakonisches Werk Oberhessen und Vorsitzender im Aufsichtsrat des St.-Elisabeth-Vereins. Er ist verheiratet und
Vater von zwei Töchtern.
30
Unsere Gremien
Heike Becker (nicht auf dem Foto), Werner Gitzel (Stellvertreter), Erika Lambach,
Stefanie Lapacek, Sabrina Pfaff (Vorsitzende), Günter Ruffert, Evelyne Strauß,
Sirikit Wallitzer, Assistentin: Pia Pfeiffer.
Mitglieder der Gesamtmitarbeitervertretung Hephata Diakonie: Ralf Zeuschner
(Vorsitzender), Astrid Horny (Stellvertreterin bis 31.3.2014, Rücktritt), Klaus-Dieter
Alberti, Dietmar Janus und Birgit Ruland (von links).
Fabian Bender, Klaus-Dieter Diebel (Stellvertreter), Sabrina Dudek,
Matthias Geisel, Rolf Hasenpflug, Jessica Jathe (nicht auf dem Foto),
Rebecca Kempf, Ute Möller, Günter Ritter (Vorsitzender),
Daniel Schäfer, Reinhard Wemhöner, Assistent: Stefan Dorweiler.
31
Dieter Bergmann, Ludwig Brunnengräber, Norman Gilde, Axel Günther (nicht auf
dem Foto), Reiner Heinrichsen, Karl-Heinz Kiebach, Rudolf Kuhnt, Nils Recknagel,
Hans Sabel (Vorsitzender), Thomas Schmidt, Klaus Schmitt, Ulla Siebert
(Stellvertreterin), Günther von Kolzenberg (nicht auf dem Foto), Assistentin:
Christel Östreich.
Laura Brüchle (Stellvertreterin), Dominik Mc Calley, Jasmin Giesel,
Patrick Hornung, Samantha Iannetti, Robin Jäger, Manuel Radtke,
Lorena Schmidt, Paul Schremser (Vorsitzender), Saskia Sitte, Marc Steigerwald,
Sabrina Ulman, Mitbestimmungsberater: Karin Keil und Steffen Wendel.
Patrick Bergbold, Thorsten Bergmann, Martina Bosse, Sylvia Diegeler.
Dagmar Ellguth (nicht auf dem Foto), Norman Gilde (Stellvertreter), Renate
Matern, Annerose Menges-Hähnel, Katrin Müller (nicht auf dem Foto), Norbert
Schäfer, Edwin Sundermann, Klaus Thieltges (Vorsitzender), Assistentin:
Marion Honé.
32
präzise gestalten
Jahresbericht 2013/14
Verschieden ist normal
Was hat die Hephata Diakonie mit ihren Mitarbeitenden in den vergangenen Monaten
beschäftigt? Welche Themen standen auf der Agenda und stehen künftig an - für die
diakonische Einrichtung aber auch die Gesellschaft generell?
Präzise gestalten bedeutet in erster Linie, einen Prozess des Wandels zu gestalten. Schlagworte sind dabei die UNBehindertenrechtskonvention, Teilhabe, Inklusion und der damit einhergehende Wandel von Bildungs-, Betreuungs- und Arbeitsangeboten. Eine Herausforderung, die die Hephata Diakonie über alle Bereiche hinweg annimmt.
34
Eine Gesellschaft, in der alle Menschen eine Stimme haben und auch gehört werden, egal, ob mit oder ohne Behinderung, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, ob arm oder reich, ob jung oder alt,
ob Frau oder Mann, das ist die Vision, der sich auch die Hephata Diakonie verschrieben hat.
Inklusion als Kernthema
Die Hephata Diakonie gestaltet den Wandel für mehr Gleichberechtigung und Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft mit.
Dies gelingt nicht von heute auf morgen, aber mit viel Engagement, Fachlichkeit und individuellen Angeboten immer mehr.
Im März 2014 war sie in Deutschland fünf Jahre in Kraft:
die UN-Behindertenrechtskonvention. Als Vertrag des
Völkerrechts konkretisiert sie die allgemeinen Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen.
So soll ihnen die gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme
am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden. Wo es der
Integration um die Eingliederung von Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen und Benachteiligungen
in die bestehende Gesellschaft geht, zielt die Inklusion
auf ein Gemeinwesen, in der die Unterschiedlichkeit von
35
Menschen als Normalität angesehen wird. Menschen
mit und ohne Behinderung, alte und junge Menschen,
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gestalten
ihre Lebensräume gemeinsam. Die Grenzen zwischen
Sonderwelten und „normaler“ Alltagswelt sollen mehr
und mehr aufgehoben werden.
Dass das auch fünf Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention noch ein Prozess der manchmal
mühsamen kleinen Schritte und des langen Atems ist, ist
allen deutlich, die sich damit beschäftigen. Er führt auch
die Hephata Diakonie in einen Wandel, der sorgfältig zu
steuern und zu gestalten ist: So schreiten die Dezentralisierung und Regionalisierung für die Bewohnerinnen und
Bewohner der Behindertenhilfe voran – mit sichtbaren
und spürbaren Veränderungen der Angebote sowie der
Nutzung der Infrastruktur auf dem Stammgelände in
Schwalmstadt-Treysa, dem „Hephata-Berg“. Es gilt jetzt,
die Veränderungen konzeptionell und planerisch sorgsam zu begleiten. Dazu hat die Ständige Konferenz der
Jahresbericht 2013/14
Geschäfts- und Zentralbereichsleiterinnen und -leiter sich
Ende Oktober 2013 mit dem Vorstand intensiv über mögliche Zukunftsszenarien für das Hephata-Stammgelände
ausgetauscht.
Die Inklusionsdebatte führt auch dazu, dass die traditionellen Erziehungs-, Bildungs-, Betreuungs- und Arbeitsangebote gefordert sind, sich zu wandeln – und mit ihnen
die beruflichen und persönlichen Selbstverständnisse
Aktiva
31.12.201331.12.2012
Euro
Euro
Anlagevermögen120.544.712 134.875.988
Umlaufvermögen 65.124.831
44.578.449
Ausgleichsposten
nach dem KHG
381.501
381.501
97.486
91.946
Rechnungsabgrenzungsposten Summe
186.148.530179.927.884
Passiva
Eigenkapital
108.722.492106.158.469
Sonderposten 21.911.642
22.735.121
Rückstellungen
17.729.906
17.541.518
Verbindlichkeiten
37.682.956
33.380.732
101.534
112.044
Rechnungsabgrenzungsposten Summe
186.148.530179.927.884
der Mitarbeitenden. Ein Beispiel ist die Heilpädagogik,
die sich hier in einem hochdynamischen Prozess der
Veränderung befindet. Heilpädagogen erhalten eine
spezielle Ausbildung im Bereich der Pädagogik – etwa an
einer Fachschule wie derjenigen der Hephata-Akademie
für soziale Berufe. Tätig sind sie zum Beispiel in Heimen,
Tagesgruppen, Kindertagesstätten, in der sozialpädagogischen Familienhilfe, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
und in freier Praxis. Was bedeutet der durch die Inklusion
angestoßene Wandel für sie? Wie gehen Heilpädagogik,
Inklusion und Sozialraumorientierung zusammen? Was
ist neu an sozialraumorientierten Ansätzen? Welche
Veränderungen ergeben sich für das Berufsbild, wenn
etwa spezialisierte Einrichtungen sich wandeln? Um der
Auseinandersetzung mit diesen und anderen Fragen Raum
zu geben, wurde Ende März ein Fachtag Heilpädagogik
auf dem Gelände der Hephata Diakonie veranstaltet. Als
Kooperationsprojekt der Hephata Diakonie mit zwei diakonischen Geschwistereinrichtungen, dem Fröbelseminar
in Kassel und dem Bathildisheim in Bad Arolsen, ist dieser
Tag auf große Resonanz gestoßen.
In ganz anderem Rahmen konnte man bereits Anfang
September 2013 auf dem Stammgelände der Hephata
Diakonie Inklusion live erleben: 2012 als „Unser Star für
Baku“ bekannt geworden, gab Roman Lob ein mitreißendes
Benefizkonzert im großen Zelt bei den Hephata-Festtagen.
1.100 Menschen wollten Roman Lob und seine fünfköpfige
Band hören. Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen
tanzten und klatschten zu seinen Songs und ließen die
Handy-Lichter flackern. Sein Auftritt war sicherlich ein
Höhepunkt der Festtage und ein Beispiel für das Miteinander der Hephata-Bewohner und der zahlreichen Gäste.
Die Inklusionserfahrungen Hephatas sollen übrigens
auch verstärkt in die Evangelische Kirche von KurhessenWaldeck hinein weitergegeben werden: Nachdem am
29. September 2013 der langjährige Pfarrer der HephataGemeinde, Dr. Johannes Altmann, in den Ruhestand
verabschiedet wurde, konnte die Pfarrstelle zum 1. April
2014 mit Annette Hestermann besetzt werden. Die Gestaltung einer möglichst inklusiven Gemeindearbeit und
ihr Transfer in die Landeskirche gehören zum besonderen
Profil dieser Pfarrstelle.
Inklusion ist und bleibt natürlich auch ein Kernthema
in der Diakonie Hessen, deren Entstehen am 30. August
2013 in Frankfurt gefeiert wurde. Juristisch wurde die
Fusion des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck
und des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau zum
1. September vollzogen. Damit ist ein mehrjähriger und
intensiver Prozess zu einem richtungsweisenden Abschluss
gekommen. Diesen Prozess hat auch die Hephata Diakonie
an verschiedenen Stellen in Arbeitsgemeinschaften und
Gremien unterstützt. Denn wir sind davon überzeugt:
Wenn die Diakonie gestärkt mit einer Stimme spricht
und für Teilhabe und soziale Gerechtigkeit eintritt, ist
das wichtig für die Entwicklung des Gemeinwesens und
für die Verbesserung der Rahmenbedingungen sozialer
Arbeit insgesamt.
20132012
Euro
Euro
Barspenden541.246,63 616.243,02
Bußgelder 55.223,20
111.961,80
Sachspenden 14.796,35
9.238,41
Summe
611.266,18737.443,23
36
Jahresbericht 2013/14
z 69,56 %
Personalkosten
 2,77 %
Bruttopersonalkosten umfassen das Arbeitsentgelt plus Sozialversicherungsanteile
des Arbeitgebers und die Altersvorsorge durch den Arbeitgeber.
Einkauf von Lebensmitteln in der Zentralküche und für die einzelnen Wohngruppen,
Gaststätten- und Lokalbesuche sowie die
Verpflegungsauszahlung für Selbstversorger.
 6,38 %
Abschreibungen
Werteverzehr von Anlagegütern wie
Gebäude, Einrichtung und Ausstattung,
Technische Anlagen oder Fuhrpark.
Betriebliche
Aufwendungen
Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Betriebszweck. Betriebliche Aufwendungen bezeichnen den Verbrauch und die Inanspruchnahme von
Gütern und/oder Dienstleistungen, die
nötig sind, um den Betriebszweck erfüllen zu können.
37
 2,67 %
Energiekosten
Gebühren für Wasser, Abwasser,
Strom, Heizöl und Gas.
Lebensmittel
 14,05 %
Sonstiger Sachaufwand
Unter anderem Hausverbrauchsmaterial, Gartenbedarf und
-pflege, Schutz- und Arbeitskleidung, Fortbildungskosten
für Mitarbeitende, Betreuungskosten, Roh- und Hilfsstoffeinkauf für die Produktion in den Werkstätten, Treibstoffe
der Fahrzeuge, Mieten und Pachten, Abfallgebühren sowie
Versicherungen aller Art.
 2,25 %
Instandhaltung

0,28 %
Medizinischer Sachaufwand
Alle Arzneimittel, medizinisches
Verbrauchsmaterial, Kosten für
Krankentransporte und beispielsweise Inkontinenzartikel.
Kosten für Reparatur und
Wartung an Gebäuden,
Maschinen, IT-Gerätschaften
und Außenanlagen.
 2,04 %
Verwaltungsbedarf
Vor allem Büro- und EDV-Bedarf, Porto,
Kommunikationskosten, Werbekosten,
Erstattung von Fahrtkosten, Fachliteratur sowie Beratungskosten.
m 71,22
%
Leistungsentgelte
Entgelt für die erbrachten voll- und teilstationären, ambulanten und sonstigen
Betreuungsleistungen aller Bereiche, außer der Hephata-Klinik. Außerdem
zählen zu den Leistungsentgelten auch die Umsatzerlöse aus der Produktion
der Werkstätten, der Ausbildungsbetriebe und der sonstigen Betriebe.
{9,11 %
Sonstige Erträge
Vor allem Erträge aus Investitionszuschüssen, Zinserträge, Erträge
aus Miete und Pacht.

0,43 %
Spenden
Betriebliche
Erträge
Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Betriebszweck. Betriebliche Erträge entstehen durch den Verkauf
von Gütern und/oder Dienstleistungen,
die bei der Erfüllung des Betriebszweckes
entstehen.
Geld- und Sachspenden sowie
Vermächtnisse.
 6,76 %
 11,92 %
Öffentliche Zuschüsse
Zahlungen des Regierungspräsidiums für die Förderschulen für Sach- und Personalkosten. Erstattungen
der Sozialversicherungsbeiträge der Beschäftigten
der Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen laut Sozialgesetzbuch. Zuschüsse für sonstige
Maßnahmen und Freizeiten.
0,56 %
Krankenhauserlöse
Kirchliche Zuschüsse
Entgelt für die erbrachten voll- und teilstationären ambulanten und sonstigen
Leistungen der Hephata-Klinik.
Zuschüsse der Landeskirche von
Kurhessen-Waldeck zur Finanzierung der
Hephata-Akademie für soziale Berufe.
38
vielfältig fördern
Jahresbericht 2013/14
Zertifizierte Spendenprojekte
Jedes Jahr bittet die Hephata Diakonie Freunde und Förderer bei vier großen
Spendenprojekten um Unterstützung. Mit den Spenden werden Konzepte und Angebote
weiter verbessert und vorangebracht. Dabei zählt nicht die Höhe der Spende, sondern
jede Spende als Akt der Nächstenliebe. Wir sind jedem Menschen dankbar, der uns
unterstützt.
Die Hephata Diakonie gehört zum Deutschen Spendenrat e.V., den sie 1993 mitgegründet hat. Die Selbstverpflichtung der Mitglieder betrifft Form und ethische Inhalte der Spendenwerbung und -verwendung. Ihre strikte Einhaltung wurde bei der jährlichen Wirtschaftsprüfung durch die Curacon mit Sitz in Münster geprüft und schriftlich
bestätigt. Den Prüfbericht mit einer detaillierten Aufstellung senden wir Ihnen auf
Anfrage gerne zu. Außerdem ist er auch online verfügbar unter: www.hephata.de
40
Jahresbericht 2013/14
Vom Patienten zum Küchenleiter
Siegfried Hinz hat in der Fachklinik Weibersbrunn gelernt, ein Leben ohne Alkohol zu
führen. Und: Der einstige Patient ist heute Leiter der Klinik-Küche. Für die Arbeit der
Fachklinik für alkohol- und medikamentenabhängige Menschen gingen 2013 Spenden
in Höhe von 44.381 Euro ein.
Siegfried Hinz ist gelernter Konditormeister. In diesem
Beruf hat er in seinem früheren Leben gearbeitet. Meistens 16 Stunden und mehr pro Tag. Erst als Angestellter, dann in einem eigenen Café. Sein steter Begleiter
in dieser Zeit: der Alkohol. Jeden Abend drei Bier zum
Einschlafen, am Wochenende mehr. Die Ehe leidet darunter, geht schließlich in die Brüche. Hinz kommt ganz
unten an. Gerade noch rechtzeitig fängt er sich wieder.
Das ist Ende der 90er Jahre: Nach neun Wochen Entgiftung kommt er für eine 16-wöchige stationäre Therapie
in die Fachklinik Weibersbrunn. Dort gibt es neben den
Therapieangeboten auch verschiedene Arbeitsangebote, unter anderem in der Küche. Als gelernter Konditor
findet sich Hinz dort schnell zurecht. Und als die Therapie zu Ende ist, bekommt er ein Angebot, für das er
bis heute unendlich dankbar ist – eine Teilzeitstelle als
Beikoch. Es folgt eine Ausbildung zum Koch und schließlich der Aufstieg zum Küchenleiter mit Verantwortung
für vier Mitarbeiter und die Patienten im Küchendienst.
Und gerade ihretwegen ist Hinz besonders motiviert
41
bei der Arbeit: „Das Kochen läuft eher nebenbei.” Denn
hauptsächlich am Herzen liegt ihm, den abhängigkeitskranken Menschen neue Perspektiven aufzuzeigen und
sie dabei zu unterstützen, den Weg in eine zufriedene Abstinenz zu finden. Genau darin liegt das Ziel der
Fachklinik. Und zum Selbstverständnis der Einrichtung
gehört es, abstinent lebende Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen als Mitarbeiter einzustellen. Verwaltungsleiterin Gisela Blonk: „Jede Spende hilft uns
dabei, unsere therapeutischen Angebote für Menschen
mit Abhängigkeitserkrankungen auch in Zukunft zu sichern.” Siegfried Hinz: „Ohne die Klinik hätte ich es nicht
gepackt.”
Siegfried Hinz (rechts) ist in der Fachklinik Weibersbrunn nicht
nur fürs Kochen zuständig. In der Küche finden mit ihm auch
Arbeitsangebote für Patienten statt.
Jahresbericht 2013/14
Beim Sport können alle dabei sein
Der Sportunterricht spielt an der Hermann-Schuchard-Schule (HSS) eine große Rolle.
Die HSS ist eine Förderschule für Kinder mit geistiger und/oder körperlicher
Behinderung. Damit dort Sport nach wie vor stattfinden kann, waren Spenden für die
Sanierung der Turnhalle nötig. Förderer Hephatas gaben 80.168 Euro.
Beim Sport können alle Schülerinnen und Schüler, je nach ihren
Fähigkeiten und Interessen, zwischen verschiedenen Angeboten
wählen.
„Bewegung ist die Form, mit der wir alle Schüler gleichermaßen erreichen”, sagt Thomas Hüsken. Er ist Klassen- und Sportlehrer an der Erweiterten Förderschule
Hephatas. Um die große Bedeutung des Sportunterrichts innerhalb des Schulprogramms zu unterstreichen, hat die Schule erfolgreich an einer Zertifizierung
des Kultusministeriums teilgenommen. Für die Schüler
bedeutet das zum Beispiel, dass es neben dem regulären Sportunterricht mehrere zusätzliche Angebote
in Arbeitsgemeinschaften gibt. Die Bandbreite reicht
dabei von Fußball bis Schwimmen. Das schuleigene
Bewegungskonzept bietet den Schülerinnen und Schülern zudem auch in den Pausen unter anderem die Möglichkeit, Fußball, Basketball und Tischtennis zu spielen,
sich mit verschiedenen Bewegungsspielen aus einer
Spielekiste zu beschäftigen oder aber auch im Schulgarten und auf dem Schulhof die Klettergerüste und Fahrgeräte wie Roller, Dreiräder, Kettcars oder Fahrräder zu
nutzen. „Fahrrad fahren ist mein liebstes Hobby”, sagt
der elfjährige Migel. Aber auch andere Sportarten mag
er gerne: Steppen, Trampolin und Klettern. „Es ist wichtig, dass die Schüler sich einbringen können”, erklärt
Thomas Hüsken. Aus Sicht des Pädagogen bringt der
Sportunterricht neben der für die allgemeine Gesundheit wichtigen Bewegung noch mehr: „Beim Sport können alle dabei sein. Das fördert auch den Klassengeist.”
Wie die Schüler ihre individuellen Fähigkeiten einsetzen und sich gegenseitig helfen, wird zum Beispiel
beim „mobilen Fitnessstudio” deutlich. An verschiedenen Stationen in der Turnhalle machen die Jungen und
Mädchen dabei immer in Zweier-Gruppen kleine Bewegungsübungen. Und die wandelt Sportlehrer Hüsken
immer so um, dass jeder mitmachen kann und sich die
Zweier-Teams gegenseitig ergänzen.
42
Jahresbericht 2013/14
„Hier will ich bleiben!”
Werner Gitzel ist Klient der Hephata-Behindertenhilfe. Im vergangenen Sommer ist
er in einen Neubau in Jesberg gezogen. Dies ist eines von vielen neuen Projekten, die
es Menschen mit Behinderungen ermöglichen, mitten in den Gemeinden zu leben.
Dies unterstützten Spender mit 115.236 Euro.
„Ich gehe gerne zur Arbeit“, sagt Werner Gitzel. Er arbeitet auf dem Hephata-Bio-Hofgut in Richerode. Obwohl
der 61-Jährige gerne auf dem Hof arbeitet, denkt er
bereits heute an seinen Ruhestand. Und daran, dass er
vielleicht später einmal körperlich nicht mehr so fit sein
wird. Deshalb war es sein Wunsch, in das neue, barrierefreie Haus der Hephata-Behindertenhilfe in Jesberg zu
ziehen. Es soll sein Alterssitz sein. In dem Haus wohnen
14 Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen auf zwei Etagen. Jeder Bewohner verfügt über
ein Einzelzimmer. Das Haus liegt in einem Wohngebiet
nahe des Ortskerns. Die Bewohner versorgen sich mit
Assistenz der Mitarbeitenden eigenständig: Sie kaufen
ein, kochen, waschen ihre Wäsche und reinigen ihre
Zimmer selbst. Bereits nach ein paar Wochen war sich
43
Werner Gitzel sicher: „Hier will ich bleiben!“ Was ihm
an dem neuen Haus besonders gefällt? „Ich habe nette
Nachbarn und ich bin nie alleine.“
Werner Gitzel mag es, mit anderen aus der Wohngruppe einzukaufen, zu kochen oder am Wochenende in die
Pizzeria oder zum Gottesdienst zu gehen. Zur Kirchengemeinde in Jesberg pflegt er einen regen Kontakt.
Er besucht gerne die Gottesdienste und fuhr im vergangenen Jahr bei einer Gemeindereise nach Südtirol
mit. Obwohl der 61-Jährige sich in Jesberg gut eingelebt hat, beteiligt er sich auch weiter an Angeboten auf
dem Hephata-Stammgelände in Schwalmstadt-Treysa.
Er singt im Handglockenchor der Hephata-Kirchenmusik und spielt bei der Theaterwerkstatt „Black Box“ mit.
Werner Gitzel lebt in einem neuen, barrierefreien Wohnhaus der
Behindertenhilfe in Jesberg. Dieses liegt in der Nähe des
Bio-Hofgutes Richerode der Sozialen Rehabilitation Hephatas,
auf dem Werner Gitzel arbeitet.
Jahresbericht 2013/14
Farbe ins
Leben bringen
Das Atelier Farbenhaus, die TheaterWerkstatt „Black Box“ und die Band
„Jukas“ sowie die Hephata-Kirchenmusik
bieten Projekte für Menschen mit und
ohne Behinderungen an. Dafür spendeten
Förderer Hephatas 216.497 Euro.
Zwischen alten Fachwerkhäusern und in unmittelbarer
Nähe der Treysaer Innenstadt bietet die große Glasfassade des Ateliers Farbenhaus Passanten neue Blickwinkel auf die Inklusion: Menschen mit und ohne Behinderungen versuchen sich an verschiedenen Maltechniken
und Materialien. An diesem Nachmittag ist Stephanie
Jacob (21) zu sehen. Geduldig bestreicht sie ihre Finger mit schwarzer Farbe, dann drückt sie mit viel Kraft
ihren rechten Daumen auf ein weißes Papier, nimmt
den Finger wieder hoch und betrachtet das Ergebnis.
„Der ist besonders gut geworden“, ruft die 21-Jährige
ihrer Kursleiterin zu. Sabine Brusius kommt rüber zu
der jungen Künstlerin und nickt anerkennend. „Ja, das
stimmt“, sagt sie. Doch nicht nur die Kurse in dem Atelier bringen Farbe in das Leben der jungen Frau. Auch die
musikalischen Angebote der Hephata Diakonie haben
es Stephanie Jacob angetan. Zum Beispiel bei Projektchören der Hephata-Kirchenmusik zu besonderen Gottesdiensten. Stephanie Jacob stand so im vergangenen
September beim Kreativ-Gottesdienst der HephataFesttage ganz vorne in der ersten Reihe. „Das hat viel
Spaß gemacht, schon bei den Aufwärmübungen bei
den Proben“.
Stolz zeigt Stephanie Jacob eines ihrer Kunstwerke. Sie geht nicht nur gerne ins Atelier Farbenhaus, sie singt auch mit Begeisterung
in den Projektchören der Hephata-Kirchenmusik mit.
44
gemeinsam entwickeln
Jahresbericht 2013/14
Breit aufgestellt
Die Hephata Diakonie bietet an fast 50 Standorten in drei Bundesländern 4.423 Plätze
sowie zahlreiche Maßnahmen, Beratungsangebote und Projekte für Menschen mit
seelischen, psychischen, körperlichen, geistigen und sozialen Behinderungen an.
Acht Bereiche kennzeichnen die Hauptaufgabengebiete der Hephata Diakonie. Dies sind die sechs
Geschäftsbereiche Akademie für soziale Berufe, Behindertenhilfe, Erweiterte Förderschule, Jugendhilfe, Klinik
und Soziale Rehabilitation. Hinzu kommen die Diakonische Gemeinschaft Hephata und die Kirchengemeinde.
46
Jahresbericht 2013/14
Akademie für soziale Berufe
Ausbildungsstätte für soziale, pflegerische und diakonische Berufe auf Fachschulniveau sowie
Studienstandort der Evangelischen Hochschule Darmstadt.
Weiterbildung von
Erwachsenen
Mit einer Anpassung ihrer Angebote begegnet die Hephata-Akademie für soziale Berufe seit dem vergangenem Jahr verstärkt
einem Strukturwandel in der Weiterbildung. Laut des „Weiterbildungsberichts für
den regionalen Schwalm-Eder-Kreis“, den
das Institut für Erziehungswissenschaft
an der Justus-Liebig-Universität Gießen
von Dezember 2009 bis Juni 2010 erarbeitete, werde in der Region die Anzahl
der Schulabgänger aus allgemeinbildenden Schulen weiter abnehmen. Erkennbar
sei zudem ein Trend zum Abwandern vor
allem in der Altersgruppe der 18- bis 24Jährigen. Auf der anderen Seite steht der
Fachkräftemangel in den sozialen und
pflegerischen Berufen, so Akademieleiter
PD Dr. Martin Sander-Gaiser. Deswegen
richtet die Akademie ihre Angebote nun
stärker an der Weiterbildung von Erwachsenen aus. Im vergangenen Jahr wurden aus drei Erzieherklassen fünf, im
kommenden Herbst sechs Klassen, davon
drei in Kooperation mit den Beruflichen
Schulen Schwalmstadt. In der Altenpflege
gibt es seit vergangenem Jahr drei statt
zwei Klassen, im Herbst soll eine vierte
hinzukommen. In der Heilerziehungspflege ist für den Herbst ebenfalls eine
Aufstockung von zwei auf drei Klassen
geplant. Der Schlüssel dazu ist das Teilzeit-
47
modell für fast alle Ausbildungsgänge, die
berufsbegleitend oder neben der Erziehung
von Kindern eine Ausbildung ermöglichen.
Behindertenhilfe und der Jugendhilfe, in
der Sozialen Rehabilitation, in Förderschulen oder integrativen Kindertagesstätten.
Heilerziehungspfleger
gestalten Inklusion
Altenpflegeausbildung
in verkürzter Form
„Ein nahezu unbekanntes, aber vor allem
im Hinblick auf die Inklusion im Alltag
wichtiges Berufsprofil, ist das des Heilerziehungspflegers“, so Dr. Martin SanderGaiser. Vor zehn Jahren stellte die HephataAkademie für soziale Berufe den Antrag
für die Fachschule für Sozialwirtschaft, die
Fachschule für Heilerziehungspflege. Seitdem wird an der Akademie kontinuierlich
in dem staatlich anerkannten Beruf ausgebildet, derzeit sind es 45 Schülerinnen
und Schüler. Die Ausbildung dauert zwei
Schuljahre plus ein berufspraktisches Jahr.
In der ab Herbst dieses Jahres geplanten
zusätzlichen Teilzeit-Variante verlängert
sich die Ausbildungszeit auf dreieinhalb
Jahre. Heilerziehungspfleger sind in der
Begleitung, Unterstützung, Pflege und
Bildung von Menschen mit Behinderungen tätig. Die Arbeit richtet sich an den
individuellen Bedürfnissen der Klienten
aus und kann von einer Assistenz beim
Einkaufen bis zur Übernahme der Körperpflege reichen. Das Ziel dabei heißt immer,
Menschen mit Behinderungen Teilhabe
und Selbstbestimmung zu ermöglichen.
Heilerziehungspfleger arbeiten oft in der
Eine verkürzte Altenpflegeausbildung ist
an der Hephata-Akademie für soziale
Berufe seit Oktober 2013 möglich. Sie startet jedes Jahr, dauert zwei statt herkömmlich drei Jahre und ist für Altenpflege- und
Krankenpflegehelfer gedacht. Diese können dann direkt im Anschluss an ihre
einjährige Ausbildung die der Altenpflege
anschließen. Das Interesse ist groß. Den
derzeitigen Kurs besuchen 18 Absolventen,
für den nächsten, der im Oktober 2014
startet, liegen bereits Anmeldungen vor.
Akademie in Zahlen
Berufsausbildungen
Erzieher/Erzieherin117
davon zugleich im Studiengang
Bildung und Erziehung in der Kindheit 42
sowie berufsbegleitend
7
Erzieher/Erzieherin berufsbegleitend
49
Heilerziehungspfleger/
Heilerziehungspflegerin
75
Heilpädagoge/Heilpädagogin
36
Altenpfleger/Altenpflegerin
36
davon in der verkürzten Ausbildung 18
Altenpflegehelfer/Altenpflegehelferin 25
Studium (EHD, Studienstandort Hephata)
Soziale Arbeit (Bachelor of Arts)
190
Diakonenausbildung
berufsbegleitend
18
als gemeindepädagogisch-diakonische
Qualifikation des Studiengangs
Soziale Arbeit (B. A.)
57
postgraduiert
47
Kontakt
PD Dr. Martin Sander-Gaiser
Geschäftsbereichsleiter
Tel.: 06691 18-1239
martin.sander-gaiser@hephata.com
Fort- und Weiterbildung
Veranstaltungen geplant
Hephata-Interne Teilnehmer
interne Teilnehmertage
externe Teilnehmertage
47
596
946
415
Jahresbericht 2013/14
Behindertenhilfe
Assistenz für Menschen mit Behinderungen beim Arbeiten, Wohnen und Leben in einer inklusiven
Gesellschaft.
Aktionsplan für die
Werkstätten
Orientierung im Sozialraum
finden und geben
Individualität fürs Wohnen
und Leben
Mit einem eigenen Aktionsplan setzt die
Behindertenhilfe die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention für Hephata um.
Der Aktionsplan umfasst alle Bereiche
der Behindertenhilfe. Die Werkstätten für
Menschen mit Behinderungen (WfbM)
setzten als erster Bereich den Aktionsplan um. Ein wesentlicher Bestandteil
ist dabei eine Zielvereinbarung mit dem
Landeswohlfahrtsverband Hessen vom
Januar 2013. Die Vereinbarung ist eine
Zielvorgabe für Praktika, Berufsintegrierte
Beschäftigungsplätze und Vermittlungen
von Menschen mit Behinderungen auf den
ersten Arbeitsmarkt. Weiterer Eckpunkt
des WfbM-Aktionsplanes ist die Weiterbildung von Mitarbeitenden zu Integrationsbegleitern. Diese soll es künftig in
allen Abteilungen der WfbM geben, um
Menschen mit Behinderungen in Praktika oder Beschäftigungen in externen
Unternehmen zu begleiten. Zudem wird es
demnächst auch eine Berufsberatung für
die Klienten der WfbM geben, ähnlich der
Wohnberatung, die es bereits seit Jahren
gibt. Die Berufsberatung soll die Wünsche
der Klienten mit denen kooperierender
Unternehmen vernetzen. „Der Aktionsplan
ist ein Meilenstein“, sagt Geschäftsbereichsleiterin Anne Wippermann.
Eine Personalentwicklung in den Bereichen personenzentrierte Haltung und
Sozialraumorientierung hat die Behindertenhilfe seit dem vergangenen Jahr
vorangetrieben. Neben den üblichen
Pflichtschulungen standen für Mitarbeitende bislang so auch fünf ExtraSchulungen mit je vier Modulen an.
Inhalt der ­Schulungen waren neue Arbeitsinhalte und -abläufe in der Behindertenhilfe, die sich aus der zunehmenden
Regionalisierung ergeben. Wie organisiere
ich Nachbarschaft? Wie organisiere ich
einen Tagesablauf in einem dezentralen
Wohnhaus, der zuvor auf dem Stammgelände Hephatas kein Thema gewesen ist – weil zentrale Einrichtungen wie
Wäscherei, Küche und Reinigungsdienst
viele Alltagsprobleme aus dem Weg räumten? Wie kommen die Klienten in der Gemeinde in Kontakt? Wie kann ich Klienten
helfen, Wünsche umzusetzen? Diese und
weitere Fragen werden bei den Schulungen
beantwortet. Für künftige Wohnprojekte,
beispielsweise in Fulda, Büdingen und
Rotenburg, wird es zudem ein „Sozialraumteam“ aus drei Mitarbeitenden
geben. Dieses wird noch bevor die ersten Bewohner einziehen, Netzwerke und
Kooperationen anbahnen.
Individuelle Wohnformen bietet die Behindertenhilfe an all ihren Standorten.
Im Wohnverbund Viernheim hat sie mit
dem Erwerb eines zweiten Wohnhauses
diesen Anspruch untermauert. Das Haus
bietet zehn Plätze, fünf stationäre und
fünf im Betreuten Wohnen. Zusätzlich
steht ein Platz für eine Kurzzeitaufnahme
zur Verfügung. Im Sommer 2012 zogen
die ersten Bewohner in das neue Haus
ein, die Vollbelegung ist seit Frühjahr
2013 erreicht. Für jeden Bewohner wird
die Unterstützung individuell festgelegt.
Sie reicht von punktueller Unterstützung
im Rahmen des Betreuten Einzelwohnens,
über Unterstützung in Wohngemeinschaften des Betreuten Wohnens bis hin zu
unterschiedlich intensiven Hilfen des
stationären Wohnens. „Das neue Haus ist
eine offene Wohnform, die viel Eigenständigkeit und Freiheit ermöglicht“, so Anne
Wippermann.
Behindertenhilfe in Zahlen
Wohnen
Plätze
723
Plätze Betreutes Wohnen
115
Plätze Tagesstruktur
304
Offene Hilfen
150 Personen erhalten unterschiedliche
Leistungen der Eingliederungshilfe, der
Pflegeversicherung und Hilfe zur Erziehung
Werkstatt für behinderte Menschen
(WfbM):
Plätze im Arbeits- und
Berufsbildungsbereich
508
Plätze Tagesförderstätte
6
Kontakt
Anne Wippermann
Geschäftsbereichsleiterin
Tel.: 06691 18-1231
anne.wippermann@hephata.com
48
Jahresbericht 2013/14
Erweiterte Förderschule
Eine private, staatlich anerkannte Schule sowie Beratungs- und Förderzentrum für Kinder, die keine
Regelschulen besuchen können oder dabei eine besondere Unterstützung brauchen.
Das digitale und internetfähige
Klassenzimmer
Eine Tafel ist nicht mehr grün, sondern
weiß. Zumindest in der Ludwig-BraunSchule (LBS), Standort der Erweiterten
Förderschule Hephatas, ist das seit vergangenem Sommer so. In der Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen,
emotionale und soziale Entwicklung
sowie kranke Schülerinnen und Schüler, hängen in sechs von neun Klassenzimmern digitale, weiße Tafeln. Im
Format 1,20 Meter mal 1,90 Meter sind
sie jeweils die Projektionsfläche eines
Beamers, der wiederum an einen PC
angeschlossen ist. Die Tafeln vereinen
so klassische Tafeln, Overheadprojektor,
internetfähigen PC, DVD-Spieler und Medienprojektor im Klassenzimmer. Hat der
Lehrer zu Hause am PC ein Tafelbild vorbereitet, bringt er es auf einem USB-Stick
mit in den Unterricht und lädt es auf die
Tafel. Mit Hilfe einer speziellen Software,
Tastatur und elektronischen Stiften kann
er es dann im Unterricht an der Tafel
weiter bearbeiten und speichern. Oder
ist im Unterricht beispielsweise gerade
das Planetensystem an der Reihe, gehen
Lehrer und Schüler mit Hilfe der Tafel
online und sehen sich bewegte Schaubilder dazu im Internet an. Die Tafel ist mit
integrierten Lautsprechern zudem auch
als DVD-Player nutzbar. Christian Simon,
49
Klassenlehrer der LBS: „Die Tafeln bieten
auch eine gute Möglichkeit, die Schüler
fit in der PC-Bedienung zu machen.“
keiten übernehmen. Die Holz-Werkstatt
dient so der gezielten Vorbereitung auf
eine eventuelle spätere Ausbildung.
Das handwerkende
Klassenzimmer
Das kickende und kämpfende
Klassenzimmer
Drei neue Werkbänke, Schränke und
Werkzeuge haben aus dem alten Werkraum der Hermann-Schuchard-Schule
(HSS) eine gut sortierte Holz-Werkstatt
gemacht. Die HSS, Standort der Erweiterten Förderschule Hephatas mit den
Schwerpunkten geistige sowie körperliche und motorische Entwicklung, kann
so ihre Schülerinnen und Schüler noch
besser handwerklich schulen. In der
Mittelstufe heißt das Werken; hier werden unter anderem Führerscheine für
verschiedene Werkzeuge erlangt. In der
Haupt- und Berufsorientierungsstufe
der älteren Schüler geht es dann darum,
Grundfähigkeiten handwerklicher Berufe wie Rechnen, Messen, Sägen, Bohren
und Feilen zu vermitteln. Dazu gehört
auch die Umsetzung von Serienproduktionen, bei denen verschiedene Arbeitsschritte nacheinander erfolgen müssen.
Weitere Unterrichtsinhalte sind das
Anfertigen und Lesen von technischen
Zeichnungen. Zudem können die Schüler beispielsweise in Wahlpflicht-AGs im
Auftrag des Kollegiums Stühle reparieren oder auch kleine Hausmeistertätig-
Neun Kicker im Alter zwischen zehn und
14 Jahren der LBS wurden beim Landesentscheid Fußball der Förderschulen
im vergangenen Jahr achtbeste Mannschaft in Hessen. Der Landesentscheid
war Teil des Bundeswettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ und fand in
der Fußballschule des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Grünberg statt. Die
Mannschaft der LBS trat dabei gegen elf
andere Teams aus ganz Hessen an. „Wir
sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Für eine verhältnismäßig kleine Förderschule wie unsere ist das ein sehr gutes
Ergebnis“, sagte Hans-Werner Carli, der
die Mannschaft mit betreut.
Kontakt
Rolf Muster
Schulleiter
Tel.: 0173 9329610
rolf.muster@hephata.com
Erweiterte Förderschule in Zahlen
452 Schülerinnen und Schüler, davon:
Ludwig-Braun-Schule
123
Hermann-Schuchard-Schule
114
Friedrich-Trost-Schule
215
Hinzu kommen Förderung und Beratung
von weiteren 160 Schülerinnen und Schülern durch vorbeugende Maßnahmen an
den allgemeinen Schulen der Region. Dazu
zählen regelmäßige Beratungsangebote
für die Grund- und Sekundarstufenschulen
sowie Beschulung von Schülerinnen und
Schülern in Kooperationsklassen an Grundund weiterführenden Schulen; hier handelt
es sich um ein inklusives Beschulungsangebot an den allgemeinen Schulen für
Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem Anspruch auf sonderpädagogische
Förderung.
Abschlüsse:
Alle Abschlüsse der weiterführenden
staatlichen Schulen oder der staatlichen
Berufsschulen (ohne gymnasiale Abschlüsse) sowie Abschlüsse der Schulen mit
dem Förderschwerpunkt Lernen oder dem
Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Jahresbericht 2013/14
Jugendhilfe
Unterstützerin bei der Erziehung, Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen mit
unterschiedlichen Problemen, innerhalb der Familien oder in Wohngruppen.
Berufliches Lernen mitten in
der Natur
Mit BOP von der Schule rein
in den Job
Jugendlichen mit sozial-emotionalen
Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Erkrankungen bietet die Berufshilfe, ein Bereich zur beruflichen Bildung
innerhalb der Hephata-Jugendhilfe, seit
Sommer 2013 ein neues Regelangebot.
In einem ein Hektar großen Naturlehrgebiet in Schwalmstadt-Treysa arbeiten
Pädagogen und Anleiter intensiv mit
derzeit sieben Jugendlichen im Alter
zwischen 14 und 17 Jahren. Die Jugendlichen gelten als nicht in Regelsystemen
beschul- oder ausbildbar. In dem Naturlehrgebiet werden die Jugendlichen
schrittweise stabilisiert. Es werden ihnen
Sozialkompetenzen wie Pünktlichkeit,
Zuverlässigkeit und Kritikfähigkeit vermittelt. Außerdem erwerben sie handwerkliche Grundkenntnisse. Zu Beginn
ist ein Schulunterricht nur für kurze Zeit
möglich, meistens werden die Jugendlichen im Naturlehrgebiet beschult, von
Lehrern der Erweiterten Förderschule
Hephatas oder von Stützlehrern der Berufshilfe. Danach besuchen sie stundenweise die Förderschule und machen im
Idealfall einen Schulabschluss. Im handwerklichen Bereich lernen sie Gartenund Landschaftsbau, Holz- und Renovierungsarbeiten kennen und bereiten sich
so auf einen Ausbildungsplatz vor.
Viele Jugendliche haben nach der Schule
noch keine Idee, was sie beruflich machen wollen. Ein erster Schritt dies zu
ändern, ist das Berufsorientierungsprogramm (BOP) des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung. Die Berufshilfe Hephatas setzt das Programm seit
Januar 2014 um. Zielgruppe sind Hauptund Realschüler zwischen 13 und 15
Jahren. In der ersten Phase besuchen
Mitarbeiter der Berufshilfe die Kooperationsschulen und machen mit Schülern
Tests. Diese geben Aufschluss darüber,
welche Eignungen und Ressourcen die
Schüler haben. Danach wird eine Empfehlung ausgesprochen. In der zweiten Phase können die Schüler in einem
zweiwöchigen Praktikum in verschiedene Berufsfelder hineinschnuppern. Die
Praktika finden in den Werkstätten der
Berufshilfe statt. „So haben die Jugendlichen eine Idee, wohin es gehen könnte“,
sagt Björn Angres, Leiter der Berufshilfe.
Stark stationär und
signifikant ambulant
In der Jugendhilfe Hephatas spielte im
vergangenen Jahr die Erweiterung des
Betreuten Wohnens für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) eine große
Rolle. So wurden die ambulanten Angebote in Kassel und Eschwege ausgebaut;
in Weilburg, Limburg und Usingen gab
es sie bereits zuvor. Somit leben derzeit
stationär 98 Flüchtlinge in Wohngruppen
der Jugendhilfe und 28 im Betreuten Wohnen. Die stärkere Ausdifferenzierung zum
Betreuten Wohnen hin macht vor allem
pädagogisch Sinn. Die meisten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kommen
nach traumatischen Erlebnissen in ihrer
Heimat und einer meist monatelangen
Flucht in Deutschland an. Eine stationäre
Wohnform ist oft nötig, um eine intensive
Betreuung in den ersten ein bis zwei Jahren leisten zu können. Danach sollte die
Betreuung bei den meisten Jugendlichen
ambulant und stundenweise erfolgen,
auch um die jungen Menschen auf ein
selbstständiges Leben vorzubereiten.
Jugendhilfe in Zahlen
Stationäre Jugendhilfe 164
Intensive Betreuung 8
Stationäres Einzelwohnen 7
Familienintegrative Hilfen 38
Sozialpädagogische Familienhilfe 65
Tagesgruppen 45
Flexible Hilfen 128
Betreutes Wohnen 11
Mutter/Vater/Kind-Betreuungen 25
Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge 98
Betreutes Wohnen UMF 28
Familienunterstützende Heimerziehung 5
Dietrich-Bonhoeffer-Schule 250
Berufshilfe
Kontakt
Harald Meiß
Geschäftsbereichsleiter
Ausbildung 113
Berufsvorbereitung 124
Qualifizierende Beschäftigung 99
Beratung 134
Internationale Arbeit 33
Tel.: 06691 18-3001
harald.meiss@hephata.com
50
Jahresbericht 2013/14
Hephata-Klinik
Fachkrankenhaus für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie mit angeschlossener
psychiatrischer Tagesklinik und psychiatrischer Institutsambulanz.
Patienten werden zu E
­ xperten
ihrer Krankheit
Patienten zu Experten ihrer eigenen Erkrankung zu machen, ist das Ziel der Psychoedukation. Im Frühjahr und Herbst
2013 fanden dazu Workshops in der
Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa
statt. Eingeladen waren hessenweit und
berufsübergreifend Mediziner, Therapeuten und Pflegekräfte, die in Einrichtungen
für Menschen mit psychischen Erkrankungen arbeiten und die Psychoedukation anwenden wollen. Dr. Achim Bäcker,
einer von drei Chefärzten der HephataKlinik, moderierte die Veranstaltungen,
Dr. Matthias Bender, ärztlicher Direktor
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Vitos Hadamar, war der Hauptreferent. Die Psychoedukation eignet sich
vor allem als Langzeittherapie psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie.
Sie will die Akzeptanz der Erkrankung
und deren Behandlung bei Betroffenen
und Angehörigen erhöhen. Dazu zählen
die Aufklärung über mögliche Verläufe
und Behandlungen, aber auch das Erkennenlernen von Warnzeichen für Rückfälle. „Die Patienten sollen in der Lage sein,
sich selbst ein Handlungsmanagement
zu erstellen: Was mache ich wenn…“, so
Dr. Bäcker. Damit verbessert sich nicht
nur die Zusammenarbeit zwischen Patienten und Ärzten, sondern es können
51
auch Rückfälle vermieden oder abgemindert werden.
Schlafverhaltensstörung in eine neurodegenerative Erkrankung gibt.
Ärzte kommen Morbus
Parkinson auf die Spur
Drei Chefärzte haben die
medizinische Leitung
Die Hephata-Klinik ist für zehn Medizinzentren weltweit Hauptauswerter einer
Studie zu möglichen Zusammenhängen
zwischen REM-Schlaf-Verhaltensstörungen
und der Parkinson-Krankheit. Die Studie
wird von der Michael J. Fox Stiftung finanziert. Prof. Dr. Geert Mayer, Facharzt für
Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
sowie Experte für Schlafmedizin, leitet die
Auswertung. Er hat in Kooperation mit
dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg
in der Hephata-Klinik einen Algorithmus
entwickelt, mit dem die Muskelaktivität
im Traumschlaf analysiert werden kann.
Denn Menschen mit einer REM-Schlafverhaltensstörung leben ihre Träume im
Schlaf aus, oft haben die Träume aggressive
Inhalte. Bei 80 Prozent der Menschen mit
REM-Schlafverhaltensstörungen gehen
diese nach zehn bis 15 Jahren in Parkinson oder eine Parkinson ähnliche Erkrankung über. Seit Sommer 2013 werten Prof.
Geert Mayer und zwei speziell geschulte
Krankenschwestern im Schlaflabor der
Hephata-Klinik die Daten von Studienteilnehmern aus, bis Ende 2014 sollen es 200
sein. Ziel der Studie ist es herauszufinden,
ob es Marker für eine Umwandlung der
Die Hephata-Klinik hat sei Januar 2014
drei Chefärzte. Zuvor war Prof. Dr. Geert
Mayer alleiniger Chefarzt. An seinem
65. Geburtstag im Dezember 2013 kündigte Mayer an, beruflich kürzer treten zu
wollen. Er bleibt dem Fachkrankenhaus
für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie aber bis Ende 2016 erhalten.
Er teilt sich die medizinische Leitung der
Klinik nun mit den beiden bisherigen
Oberärzten Dr. Achim Bäcker, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr. Bernd Schade, Facharzt für Neurologie und Schlafmedizin.
Hephata-Klinik in Zahlen

Neurologie
451.831
davon Schlaganfälle
281
Psychiatrie
451.052
Tagesklinik
13140
Epilepsieberatungsstelle
Patientenkontakte
302
Psychiatrische
Institutsambulanz
Patientenkontakte
12.384
Ärztliche Leitung: Prof. Dr. Geert Mayer,
Dr. Achim Bäcker, Dr. Bernd Schade.
Fachklinik Weibersbrunn in Zahlen

Kontakt
Iris Deisenroth
Geschäftsführerin
Weibersbrunn

60254
Adaptionseinrichtung
844
Ärztliche Leitung: Dr. Georg Brormann
Tel.: 06691 18-2011
sekretariat.klinik@hephata.com

Symbole:  Betten/Plätze  Patienten
Jahresbericht 2013/14
Soziale Rehabilitation
Begleitung und Pflege von Menschen mit seelischen und psychischen Behinderungen sowie
chronischen Abhängigkeitserkrankungen.
Um- und Neubau für die
Zukunft
Sicherheit und
Zuverlässigkeit bieten
Mit der tollen Knolle
auf dem Markt
Mit einem umfassenden Um- und Neubau macht die Soziale Rehabilitation
Hephatas seit Sommer 2013 eine ihrer
Einrichtungen in Breitenbach-Oberjossa
fit für die Zukunft. Auf dem Corellschen
Hof mitten in der Gemeinde bietet die Soziale Rehabilitation seit 30 Jahren Wohnen und Tagesstruktur für chronisch abhängigkeitskranke Menschen an. Zudem
werden von hier aus auch Klienten betreut, die in verschiedenen Wohnformen
in der Region leben und unterschiedlichen Arbeitsangeboten nachgehen, beispielsweise in der Schreinerei der Sozialen Rehabilitation in Breitenbach. Durch
die Baumaßnahmen wird der Corellsche
Hof nun barrierefrei und ist künftig auch
für chronisch abhängigkeitskranke Menschen mit Körperbehinderungen geeignet. Es entsteht zum einen ein neues,
drei geschossiges Wohnhaus, in dem die
Klienten jeweils über ein kleines Appartement mit eigener Nasszelle verfügen.
Zum anderen werden die bestehenden
Gebäude umfangreich umgebaut. Ende
2014 sollen die umfangreichen Renovierungs- und Bauarbeiten abgeschlossen
sein. Insgesamt können dann 34 Menschen gemäß ihres individuellen Hilfebedarfs dort leben sowie Tagesstruktur und
Betreuungsangebote nutzen.
Massive Gewalterfahrungen haben junge Frauen gemacht, die in einem Wohnhaus der Sozialen Rehabilitation in
Schwalmstadt leben. Die Frauen im
Alter zwischen 18 und 23 Jahren leiden
unter posttraumatischen Belastungsstörungen, die wiederum zu psychischen Erkrankungen führen können.
Die Einrichtung in Schwalmstadt ist
hessenweit die einzige, die sich auf
Kliententinnen mit diesen Krankheitsbildern spezialisiert hat. Sie wurde im
Sommer 2013 zum Regelangebot. Bis
zu sieben Frauen werden hier rund um
die Uhr betreut. Drei Plätze gehören in
den Intensivbereich: Die betreffenden
Frauen können beispielsweise nicht gut
mit anderen Menschen zusammen sein.
Die vier weiteren Plätze sind für Frauen
gedacht, die einen geringeren Hilfebedarf haben und beispielsweise eine
externe Tagesstruktur oder auch eine
Praktikumsstelle in den Werkstätten der
Sozialen Rehabilitation aufsuchen. Ziel
ist es, den Frauen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Beziehung zu bieten. Dazu gehören die Vermittlung von und Begleitung
zu Therapien, aber auch gemeinsames
Kochen, Einkaufen oder Sport. Im Idealfall können die Frauen später zum Beispiel im Betreuten Wohnen leben.
Regionale Bioland-Kartoffeln aus Hessen
für Hessen – das ist ein Projekt, das die
Landwirtschaft der Sozialen Rehabilitation vor vier Jahren auf den Weg brachte und 2013 weiter ausbauen konnte:
Der Umsatz stieg um ein Drittel. 1.000
Tonnen Kartoffeln werden mittlerweile
jährlich angebaut, geerntet, gelagert,
verpackt und vermarktet. Das HephataBio-Hofgut Richerode liefert ein Drittel
der Kartoffeln, der Rest stammt von 15
regionalen Landwirten. Das Saatgut
kommt von der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, der Landesbetrieb
Landwirtschaft Hessen übernimmt die
Qualitätssicherung. Das Hephata-BioHofgut Halbersdorf lagert, verpackt und
vermarktet die Kartoffeln. Diese sind
dann unter „Hephata BioGut“ und unter
Eigenmarken verschiedener Lebensmittelmärkte im Handel zu kaufen.
Kontakt
Soziale Rehabilitation in Zahlen
Mehrfach beeinträchtigte alkoholkranke
Menschen
Wohnheimplätze
166
Tagesstruktur
113
Sozialpsychiatrie Treysa und Fritzlar
Wohnheimplätze
22
Tagesstruktur
22
Wohnungslose Menschen in Marburg
Wohnheimplätze
20
Wohn- und Pflegeeinrichtung Wommen
Wohn- und Altenpflegeplätze
61
Sozialtherapeutisches Wohnen
Tagesstruktur
25
62
Wohnpflegeheim Klingenberg
Wohnpflegeplätze
Wohntraining
34
Tagesstätte
6
20
Betreutes Wohnen in den Regionen
Schwalm-Eder, Werra-Meißner, Hersfeld Rotenburg, Marburg, Unterfranken
156
Werkstatt für behinderte Menschen
345
Kurt Dörrbeck
Berufsbildungsbereich
92
Geschäftsbereichsleiter
Betriebsintegrierte Beschäftigung
20
Tel.: 06675 920511
kurt.doerrbeck@hephata.com
Jugend- und Drogenberatung Treysa
Kontakte
305
52
Jahresbericht 2013/14
Diakonische Gemeinschaft
Frauen und Männer aus pädagogischen und sozialpflegerischen Berufen, die zu Diakonen
ausgebildet wurden und sich für eine diakonische Kirche sowie soziale Gesellschaft einsetzen.
Die doppelte Fachlichkeit, die
von Herzen kommt
Die doppelte Hilfe, die aus
der Gemeinschaft kommt
Der doppelte Sinn, der aus
dem Glauben kommt
Diakonin Heidi Albrecht (56) ist seit Januar 2014 die neue Geschäftsführerin
im Verband Evangelischer Diakonen-,
Dia-koninnen- und Diakonatsgemeinschaften in Deutschland e.V. (VEDD). Sie
absolvierte sowohl ihre Erzieher- als auch
Diakonenausbildung an der HephataAkademie für soziale Berufe in Schwalmstadt-Treysa, wurde 1985 in das Amt der
Diakonin eingesegnet und ist seit 1987
Mitglied der Diakonischen Gemeinschaft
Hephata. Nach dem Studium der Sozialpädagogik arbeitete sie in der Erwachsenenbildung. Von 1999 bis 2013 war
Heidi Albrecht Leiterin der Evangelischen
Familien-Bildungsstätte Marburg. „Ich
bin von Herzen gern Diakonin. Die doppelte Qualifikation aus Fachkompetenz
und theologischer Ausbildung gibt Kraft
und Stärke, Gottes Geist in die Welt zu
tragen“, sagt Heidi Albrecht. Sie sieht es
als eine der Hauptaufgaben des VEDD an,
die Verbindung zwischen Diakonischen
Gemeinschaften in Deutschland, Ausbildungsstätten und Trägern zu stärken.
Gerade in den sozialen Berufen sei heute
die doppelte Sprachfähigkeit von Diakoninnen und Diakonen, also die pädagogische oder pflegerische und die spirituelle
Fachlichkeit, gefragt.
Der Arbeitskreis Rumänienhilfe der
Hephata Diakonie unterstützt seit Januar
dieses Jahres ein neues Hilfsprojekt in
Rumänien. Dieses fördert die Inklusion
von Menschen mit Behinderungen und
liegt in Trägerschaft des gemeinnützigen
Vereins „Johannes Falk Rumänien“. Der
Verein unterhält mehrere Hilfsprojekte in
der Region Ineu: ein Integrationszentrum,
Arbeit und Begleitung, eine Integrationsfirma, eine mobile Schule und ambulantes Wohnen mit Betreuung. Eine staatliche Förderung gibt es dafür nicht. „Der
Verein leistet Pionierarbeit für Rumänien. Das kann Ausstrahlungskraft auf das
ganze System haben: So kann man
soziale Arbeit auch leisten!“, sagt Diakon Björn Keding, Geschäftsführer der
Diakonischen Gemeinschaft Hephata.
Die Diakonische Gemeinschaft will das
neue Hilfsprojekt ebenfalls unterstützen. Unter dem Stichwort „Freundeskreis
Rumänienhilfe“ hat sich dazu eine Arbeitsgemeinschaft der Diakonischen Gemeinschaft gegründet, die ein bundesweites
Netzwerk interessierter Gemeinschaftsmitglieder aufbaut. Angedacht sind viele
kleine Spendenaktionen wie Flohmärkte
oder Kollekten, die die Mitglieder jeweils
vor Ort organisieren wollen.
Ein Ort der spirituellen Besinnung - auch
das will die Diakonische Gemeinschaft
Hephata sein. Dafür fanden in 2014 bereits
zum zweiten Mal die „Oasentage“ statt.
17 Teilnehmer, die meisten Mitglieder der
Gemeinschaft, beschäftigten sich dabei
am letzten Wochenende im Januar mit
den „Perlen des Glaubens“. Zentrales Element ist dabei eine Kette aus 18 Perlen,
von denen jede Perle einen wesentlichen
Eckpunkt des Glaubens darstellt. Jede Perle
steht für eine Lebensfrage, einen Gedanken
oder einen zentralen Punkt im Leben. Diese
werden dann diskutiert und reflektiert.
„Die Oasentage am Jahresanfang haben
sich als Konzept bewährt: Um sich mit
Glaubensfragen auseinanderzusetzen und
um gestärkt ins Jahr zu gehen“, so Björn
Keding.
53
Kontakt
Diakon Björn Keding
Geschäftsführer
Tel.: 06691 18-1284
bjoern.keding@hephata.com
Diakonische Gemeinschaft
Hephata in Zahlen
Mitglieder Schwestern
insgesamt
davon im Ruhestand
Neuaufnahmen
Gesamtkonvent 2013
Durch die Einsegnung in
das Amt der Diakonin/
des Diakons berufene
Mitglieder
Brüder
207 284
7 163
10 2
4
Regelmäßig stattfindende Veranstaltungen:
Arbeitskreise/Ausschüsse
Einsegnungsseminar
Gästeseminare
Gesamtkonvent
Interkultureller Spielkreis
Konferenz der Konventsvorsitzenden
Mentorentreffen
Musiktage
Schreibwerkstatt
Seniorenfreizeit
Themenabende im „dienstagsbistro“
Treffen der Jubilare
Vorstandssitzungen
Jahresbericht 2013/14
Kirchengemeinde
Eine Passanten- und Eventgemeinde, in der alle Menschen willkommen sind, die sich Hephata
verbunden fühlen, als Mitarbeiter, Bewohner, Beschäftigter, Angehöriger, Nachbar oder Freund.
Ehrenamtliche lenken im
Gremium die Geschicke
Die Vielfalt der Aufgaben
und Menschen entdecken
Kinderkirche mit vielen
Indianern im Zelt
Die
Gemeindevertretung
Hephatas
stand am 29. September 2013 zur Wahl.
Parallel dazu fanden auch die Wahlen der
Kirchenvorstände in den Gemeinden der
Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck statt. „Die Gemeindevertretung leitet die Geschicke der Gemeinde“, so Pfarrer Dr. Johannes Altmann. Im
Gegensatz zum Kirchenvorstand hat sie
zwar kein Haushaltsrecht und kann auch
nicht über die Besetzung der HephataPfarrstelle entscheiden. Sie kann sich
jedoch inhaltlich allen Themen widmen,
die in der Gemeinde anfallen. Angefangen von der Begleitung des Konfirmandenunterrichts und der Gottesdienste
über Ausstellungen und Projektwochen
bis hin zu bundesweiten Aktionen wie
der Nacht der offenen Kirchen. Ohne die
Gemeindevertretung könnten viele Projekte der Gemeinde nicht stattfinden.
Eine Amtszeit dauert sechs Jahre. Das
Gremium für Hephata besteht qua Amt
aus den fünf Pfarrern, die für die Hephata
Diakonie in Schwalmstadt-Treysa arbeiten. Hinzu kommen die sieben zu wählenden Mitglieder und weitere, die berufen werden können. Das neu gewählte
Gremium besteht aus 17 Mitgliedern
- Mitarbeitenden, Bewohnern und Beschäftigten Hephatas.
Pfarrer Dr. Johannes Altmann wurde
offiziell am 29. September 2013 in den
Ruhestand verabschiedet. Rund 200
Menschen waren dazu in die HephataKirche in Schwalmstadt-Treysa gekommen. Johannes Altmann war seit Januar
1994 Hephata-Pfarrer. Schwerpunkte
setzte der 65-Jährige in der Seelsorge,
in Kreativ-Gottesdiensten und in der Gemeindevertretung. Gemeinsam mit der
Gemeindevertretung stellte er seit 1997
alle zwei Jahre eine Krippenausstellung
in der Hephata-Kirche auf die Beine. „Ich
gehe ohne Schmerz, denn es war eine
total schöne Zeit“, sagte Altmann zu seinem Abschied. „Ich freue mich auf die
Vielfalt der Aufgaben und die Menschen
in Hephata“, sagt Pfarrerin Annette Hestermann. Die 54-Jährige hat zum April
2014 die Hephata-Pfarrstelle angetreten. Hestermann war zuvor 24 Jahre
Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Cölbe bei Marburg. 15 Jahre lang
engagierte sie sich in der Pfarrvertretung
ihres Sprengels, der Mitarbeitervertretung für Pfarrer. Der Wechsel zu Hephata
sei von dem Wunsch getragen gewesen,
sich wieder mehr der Seelsorge, Gottesdiensten und der Inklusion zu widmen.
Annette Hestermann ist verheiratet und
hat drei Kinder.
Ein Tipi im Kirchsaal? Seit Frühjahr 2013
findet parallel zu den Gottesdiensten in
der Hephata-Kirche jeden Sonntag auch
ein Kindergottesdienst statt. Unter der
Leitung von Sozialarbeiterin und Diakonin Ulrike Keding kommen Kinder und
manchmal auch deren Eltern in einem
eigens dafür gebauten Tipi im Kirchsaal
zusammen. „Ich finde es schön, wenn
Kinder in Kirche hineinwachsen können“,
so Ulrike Keding. Dafür bräuchten sie
jedoch Raum, um sich mit Glauben und
Bibel-Geschichten auseinanderzusetzen.
So kam ihr die Idee, gemeinsam mit
anderen Eltern einen Gottesdienst für
Kinder anzubieten. Dieser steht Kindern
aller Altersgruppen offen und ist sehr gut
besucht.
Hephata-Gemeinde in Zahlen
Besucher
Gottesdienste5.928
davon Abendmahlsgäste
1.237
Passionsandachten
72
Themengottesdienste,
Pilgerandachten, Schulandachten
1.823
Musikalischer Abendsegen
1.353
Konfirmierte
5
Einsegnung Diakonin/Diakon
8
Taufen9
Trauungen/Einsegnungen1
Trauerfeiern/Bestattungen17
Kontakt
Annette Hestermann
Pfarrerin
Tel.: 06691 18-1310
annette.hestermann@hephata.com
54
Jahresbericht 2013/14
Immenhausen
Kaufungen
Wolfhagen 2
3
Kassel
1
5
Edermünde
7
Borken 8
17
Battenberg
9 Spangenberg
Fritzlar
16
15 Neukirchen
Schrecksbach 25 Breitenbach
27
28 Marburg
Alsfeld 21
Hessen
22
23 Schlitz
Tann 24
Lauterbach
Löhnberg 35
18 Eschwege
19 20
10 Homberg
Neuental 11
Sontra
Jesberg 13
12 Frielendorf
Schwalmstadt
14
26 Bad Hersfeld
Neustadt
Cölbe 29
31 Elz
6
Vellmar
4
30 Weilburg
Diez 38 32
33 Selters
Limburg
41 Usingen
Bad Camberg 34
Bad Schwalbach
36
Geisenheim
Frankfurt
37
39
Aschaffenburg
40
Mainz
44
47 Darmstadt
RheinlandPfalz
45 Weibersbrunn
46 Klingenberg
43
Würzburg
42
Viernheim
55
Bayern
Herleshausen
Hier finden Sie uns
Jahresbericht 2013/14
Hephata-Standorte in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz
Akademie für soziale
Berufe/Studienstandort
der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD)
Schwalmstadt
14
Behindertenhilfe
Borken8
Jesberg13
Neukirchen16
Neustadt27
Schrecksbach
15
Schwalmstadt
14
Viernheim42
Erweiterte Förderschule
Lauterbach (Außenklasse)
Schlitz (Außenklasse)
Schwalmstadt
22
23
14
Jugendhilfe
Alsfeld21
Bad Camberg
34
Bad Hersfeld
26
Bad Schwalbach
36
Battenberg17
Borken8
Diez38
Elz31
Eschwege18
Frankfurt am Main
39
Frielendorf12
Fritzlar7
Geisenheim37
Immenhausen1
Kassel5
Kaufungen3
Limburg32
Löhnberg35
Geisenheim37
Mainz40
Neuental11
Neustadt27
Schwalmstadt
14
Selters (Taunus)
33
Sontra
19
Usingen41
Vellmar4
Weilburg30
Wolfhagen2
Kliniken
Aschaffenburg
(Außenstelle Weibersbrunn)
44
Schwalmstadt
14
Würzburg
(Außenstelle Weibersbrunn)43
Weibersbrunn45
Soziale Rehabilitation
Alsfeld21
Bad Hersfeld
26
Borken8
Breitenbach25
Frielendorf12
Fritzlar7
Herleshausen20
Homberg10
Klingenberg46
Marburg28
Schwalmstadt
14
Spangenberg
9
Beteiligungen
Edermünde6
Frielendorf12
Lauterbach22
Cölbe
29
Neustadt27
Schwalmstadt
14
Tann24
Kooperation
Evangelische Hochschule
Darmstadt (EHD)
47
56
Spendenkonten:
Stadtsparkasse Schwalmstadt
Konto: 4242
BLZ: 520 534 58
IBAN: DE17 5205 3458 0000 0042 42
BIC: HELADEF1SWA
Evangelische Kreditgenossenschaft eG Kassel
Konto: 9000201057
BLZ: 52060410
IBAN: DE23 5206 0410 9000 2010 57
BIC: GENODEF1EK
VR Bank HessenLand eG
Konto: 802106000
BLZ: 530 932 00
IBAN: DE02 5309 3200 0802 1060 00
GENODE51ALS
Onlinespende:
www.hephata.de/spenden
Hephata Diakonie
Öffentlichkeitsarbeit
Elisabeth-Seitz-Straße 16
34613 Schwalmstadt-Treysa
Tel. 06691 18-1316
Fax 06691 18-1389
info@hephata.com
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