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H E R B S T 2 012
SPRINGREITEN
ÜBER ALLE HÜRDEN
PFERDEREGISTRIERUNG
DER COUNTDOWN LÄUFT
ANDALUCIA
EINSTIEG
IN DEN
AUSSTIEG
EHRWÜRDIG ZEITGEMÄSS
DAS NATIONALE
PFERDEZENTRUM
IN BERN
CHF 8. 50
MODE
SPE ZI A L S
BU N T EEN
T R EI B
DIE GROSSE JUBILÄUMSSHOW!
9. und 10. November 2012
Sa, 6. April 2013
Kolping-Arena Kloten
St. Jakobshalle Basel
www.apassionata.ch
www.goodnews.ch
0900 800 800
CHF 1.19/min., Festnetztarif
EDITORIAL
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Sun Shower
Herzlichen Dank.
Im April sind wir mit PASSION gestartet. Heute halten Sie
bereits die dritte Ausgabe in den Händen.
Mit vielen neuen Ideen, grossem Elan und Enthusiasmus
haben wir uns ans Werk gemacht und ein neues Schweizer Reitmagazin aus der Wiege gehoben. Unser Ziel war, PASSION anders
zu machen – anders, als man Magazine rund ums Thema Pferd
gemeinhin kannte.
Die Sun Shower ist die
perfekte Wahl, wenn andere
Outdoor – Decken bei
wärmeren Temperaturen
zu warm und schwer sind.
Option für
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Regenschutz
Und Ihre zahlreichen Rückmeldungen, liebe Leserinnen und
Leser, zeigen deutlich, dass wir mit unseren vertieften Berichten
und Reportagen über alle Sparten und Disziplinen des Reitsports
auf dem richtigen Weg sind. Gegenseitiger Erfahrungsaustausch
und Wissenstransfer – ob Dressur- oder Westernsport, Freizeitoder ambitionierte Sportreiterei – hat bei allen Pferdeliebhabern
und Reitern höchste Priorität.
ALLER
GUTEN DINGE
SIND DREI . . .
Herzlichen Dank für den grossen Zuspruch
und Ihre vielen positiven Feedbacks.
Kühlend
Auch die aktuelle Ausgabe bietet Ihnen
wiederum ein breites Spektrum an interessanten, lesenswerten und überraschenden
Beiträgen. Waren Sie schon einmal an einem
Reining-Event? Anfang September fanden im Solothurnischen
Matzendorf die Schweizer Meisterschaften statt und PASSION war
für Sie vor Ort. Haben Sie Ihr Pferd schon registriert? Ende des
Jahres läuft die Übergangsfrist zur Registrierung ab und bis jetzt
ist erst etwa die Hälfte aller in der Schweiz lebenden Pferde erfasst. Was ist zu tun und warum? Springen steht bei vielen Reitern
hoch im Kurs. Aber wie bereitet man sein Pferd richtig auf die anstehenden Prüfungen vor, um möglichen Überbelastungen und
Verletzungen mit gezieltem Training entgegenzuwirken? Woran
erkennt man deformierte Hufe und welche Auswirkungen haben
sie auf den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes? Möchten
Sie einmal «aussteigen»? Wir zeigen Ihnen einen wunderschönen
Ort am südlichsten Zipfel Europas. Und was ist in Sachen Mode
für die bevorstehenden kalten Herbst- und Wintertage angesagt?
Dies und vieles mehr finden Sie auf den folgenden Seiten in
der aktuellen Ausgabe.
Sicherheit
Komfort
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681
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SUN SHOWER
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Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen mit dem neuen
PASSION und freuen uns auf Ihre Reaktionen und Rückmeldungen.
Freundliche Grüsse
Bucas Ltd, Cork, Ireland.
www.bucas.com
Vertretung Schweiz
RILEWA AG, CH-5737 MENZIKEN
www.rilewa.ch
Wolfgang Burkhardt, Verlagsleiter
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
1
I N H A LT
H E R BS T 2 0 1 2
RUBRIKEN
1
Editorial
2
Inhalt
3
Pinwand
8
Prominent im Sattel: Michael Schumacher
10
Veranstaltungstipps im Herbst
31
Shopping Western
70
Die ironische Kolumne
71
Stallgespräch: Maya Siebenmann
84
Shopping Herbst 2012
85
Seitenblick
86
Marktplatz
87
Rätsel
88
Impressum/Vorschau
10
R E P O R TA G E N
4
Training von Springpferden
32
Passion auf amerikanisch
38
Mounted Pony Games
42
Pferderegistrierung
44
NPZ – Kompetenzzentrum rund ums Pferd
50
Fütterung: der Richtige Mix
54
Keine Nostalgie: der Train der Schweizer Armee
56
Shetlandponies
58
ISME – Tradition trifft Moderne
60
Deine Körpersprache
62
Gesunder Rücken
66
Beurteilung vom Huf
74
Das Pferd ein Athlet
78
Andalusien: Einstieg in den Ausstieg
82
Concours Complet
78
PA S S I O N M O D E - S P E Z I A L
11
Wir treibens bunt
15
Sicherheit
19
Mountain Horse Herbst/Winterkollektion
11
2
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
PINWAND
Haben Sie einen gelungenen Schnappschuss
S
von Ihrem Pferd oder Ihrem letzten Ausritt? Auf dieser Seite
hat es Platz für Ihre Bilder. Hier können Sie auch Lob und Kritik zum Heft, oder einen Kommentar zu
einem Artikel loswerden. Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen und werden in jeder Ausgabe eine Auswahl
auf dieser Seite veröffentlichen. Ihre Fotos benötigen
g wir in einer Auflösung von min. 300 dpi. Ihre Mails
erreichen uns unter: redaktion@prosell.ch
Leserfoto von der
Gewinnerin des Reithelms
«UVEX SUXXEED PAISLEY»
von unserem Frühlingsrätsel:
sel:
Vanessa Herzig am Distanzritt
zritt
in Lägern 2012
FEEDBACK
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Danke für die Zeitschrift die mir sehr gut
gefällt. Schön breit und tief in den Themen
das ist eine gute Sache. Viel Erfolg wünsche ich Euch damit und ich drück ganz
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KOMPLIMENT – mit Interesse, Freude und
Spannung habe ich nun schon das zweite
PASSION durchforstet und werde das Magazin im Jahresabo bestellen.
Barbara Schär, Kaderverantwortliche SVPS
Disziplin Reining
Ich freue mich, dass es mit PASSION wieder ein «echtes» Schweizer Pferdemagazin
gibt. Habe soeben ein 2-Jahres-Abonnement abgeschlossen.
Ich wünsche Ihnen und dem Team viel
Erfolg und weiterhin gutes Gelingen mit
PASSION.
Freundliche Grüsse
Uschi Regli, SFRV-ASEL
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PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
3
TRAINING VON
SPRING
PFERDEN
Springen ist nach wie vor eine beliebte Pferdesportart.
Dies zeigt sich auch in der stetig wachsenden Vielfalt und Anzahl an ausgeschriebenen Prüfungen.
Das Training für diese Disziplin sollte mehr als nur reine Springübungen beinhalten.
4
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Text: Sascha-Rahel Etter Daepp
Bilder: Jana Werndli
E
Bild: Thierry Pittet
ntsprechend den Anforderungen dieser Sportart muss das
Pferd vielseitig auf seine Aufgabe vorbereitet werden. Ein gezieltes, korrektes Training ist
zudem eine wichtige Massnahme zur Gesundheitsprävention und kann die Einsatzdauer des Athleten massgeblich verlängern.
DEFINITION DER ANFORDERUNGEN
Bevor wir detaillierter auf das Trainingsprogramm eingehen, ist es wichtig, die
Anforderungen an ein Springpferd zu definieren. Dabei ist zu betonen, dass diese
bereits auf tiefem Niveau entstehen und es
daher sinnvoll ist, sich auch hier Gedanken über das Training zu machen.
Der Springsport verlangt vom Pferd
eine hohe Kompetenz an Springvermögen, Vorsicht, Reaktionsgeschwindigkeit,
Koordination, Gleichgewicht, Kraft und
Gehorsam. Der grösste Teil der Kraft wird
während des Absprungs von den Muskeln
der Hinterhand generiert. Die Vorderbeine
erfahren bei der Landung Kräfte von bis
zum doppelten Körpergewicht, d. h. von
über einer Tonne. In wissenschaftlichen
Untersuchungen konnte nachgewiesen
werden, dass Pferde bereits ab einer Hindernishöhe von 80 cm eine messbare
Arbeit leisten müssen. Dies beweist, dass
auch für tiefe Kategorien ein gewisses Training der Athleten angezeigt wäre.
Der Einsatz in einem Springparcours
dauert in der Regel rund eine Minute. Die
Herzfrequenz ist dabei hoch (gemäss
Untersuchungen 150–200 Schläge pro Minute). Blutlaktatmesssungen (Stoffwechselprodukt, welches anfällt, wenn Energie
im Muskel unter Sauerstoffausschluss hergestellt wird = anaerober Stoffwechsel)
nach absolvierten Parcours zeigen erhöhte
Werte (bis zu 6mmol/lt). Dies zeigt auf,
dass das Pferd die Anforderungen während eines Parcours durch den anaeroben
Stoffwechsel bereitstellen muss. Diese Erkenntnis ist wichtig im Zusammenhang
mit dem Training, denn dadurch ergeben
sich spezifische Trainingsanforderungen.
WAS BEDEUTET TRAINING?
Als Training bezeichnet man eine gezielte,
geplante körperliche Tätigkeit mit dem
Ziel der Erhaltung oder Erhöhung der Leistungsfähigkeit. Bei einem guten Training
profitieren auch die Gesundheit und eine
lange Einsatzfähigkeit.
Es ist dabei zu beachten, dass vor einer
Trainingsperiode konkrete Ziele gesetzt,
das Vorgehen geplant und der Trainingserfolg mittels regelmässiger Tests überprüft werden. Ausserdem ist es wichtig,
dass regelmässig trainiert wird.
Springpferde werden im landläufigen
Sinn von den meisten Reitern mit Dressurarbeit und im Springen trainiert. Vergleicht man mit dem Trainingsprogramm
eines Humansportlers, so fällt auf, dass in
jeder Disziplin das Ausdauertraining die
Basis des ganzen Programms darstellt und
durch Krafttraining ergänzt wird. Moderne Trainingsansätze verlangen auch im
Pferdesportbereich eine vermehrte Berücksichtigung dieser Aspekte. Gerade im
Springsport, wo dem Pferd eine kurze,
aber intensive Leistung abverlangt wird,
wird das Ausdauer- und Krafttraining
neben der traditionellen Dressurarbeit
und Springtrainings empfohlen, um einen
Wettkampf- und Gesundheitsvorteil zu erzielen.
WIE FÜR DEN EINSATZ TRAINIEREN?
Der wichtigste Grundsatz beim Training
jeglicher Disziplin im Reitsport soll die
Abwechslung sein. Pferde sind Lebewesen,
durch monotone Programme verlieren sie
die Freude und Motivation. Ausserdem
werden durch Abwechslung die Strukturen des Pferdekörpers in verschiedenster
Weise belastet, wodurch sich das Gewebe
bestmöglich anpassen kann. Diese Anpassungen sind wichtig für die Vorbeugung
von Verletzungen. Es sollte also Abwechslung mit unterschiedlichen Aufgaben geboten werden, als auch auf unterschiedlichem Untergrund gearbeitet werden.
DRESSURARBEIT
Von einem Springpferd erwartet man im
Parcours Gehorsam, Durchlässigkeit, Wendigkeit und Versammlungsfähigkeit. Diese
Anforderungen sollen mit der Dressurarbeit verbessert werden. Dabei ist es sinnvoll, nach der Skala der Ausbildung zu
arbeiten. Die Basis, nach Ausbildungsskala,
stellen der Takt, die Losgelassenheit und die
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Anlehnung dar. Die Pferde sollten mehrmals pro Woche auf unterschiedlichem
Untergrund und in unterschiedlichen Situationen gearbeitet werden. So kann auch
im Gelände dressurmässig gearbeitet werden. Dies insbesondere, wenn keine Halle
oder keinViereck vorhanden sind.
Bei dieser Arbeit mit dem Pferd soll,
neben der korrekten Anlehnung und der
zu erreichenden Losgelassenheit, auf die
Förderung des Gehorsams geachtet werden. Nur durch eine korrekte Anlehnung
und Losgelassenheit kann das Pferd über
den Rücken schwingen und damit die
Tragkraft des Rückens trainieren, was
auch beim Springpferd aus gesundheitlicher Sicht ein sehr wichtiger Aspekt ist.
Gearbeitet wird in vier Phasen:
™ 6j[l~gbe]VhZ/b^c#&%Ä&*B^c#HX]g^ii
™ AŽhjc\he]VhZ/'%Ä(%B^c#
™ 6gWZ^ihe]VhZ/'%Ä(%B^c#
™ 6jhaVj[e]VhZ/b^c#&%Ä&*B^c#HX]g^ii
am langen Zügel
Die Aufwärmphase ist wichtig, damit
sich der Körper auf die stärkere Belastung
in der Arbeitsphase vorbereiten kann. Dabei wird die Muskulatur aufgewärmt und
stärker durchblutet, das Kreislaufsystem
langsam in Schwung gebracht und die Gelenke produzieren vermehrt Gelenksschmiere, was wichtig ist, um deren vermehrtem Verschleiss vorzubeugen.
In der Lösungsphase soll das Pferd in
einem gleichmässigen, fleissigen Takt an
die Anlehnung herangeritten werden.
Sinnvolle Übungen in dieser Phase sind
häufiges Abwenden auf grossen Linien
(dazu kann man prima Sprünge oder Bäume als Wendepunkte brauchen), viele
Übergänge und Tempoverschiebungen
(Trab/Galopp verstärken, verkürzen),
Schenkelweichen und Schulterwendungen. Dies sind alles lösende Übungen.
In der Arbeitsphase wird vor allem an
der Durchlässigkeit des Springpferdes gearbeitet. Dies bedeutet, man versucht den
Gehorsam und die Reaktion auf Hilfen zu
verbessern. Ein durchlässiges Pferd reagiert prompt und ohne Widerstand auf
die Hilfen seines Reiters. Springpferde
müssen insbesondere rasch auf verlangte
Tempoverschiebungen reagieren. Aus die5
Je weiter man ein Springpferd
dressurmässig ausbildet,
umso höher ist auch der
Benefiz bezüglich der Durchlässigkeit und Versammlungsfähigkeit im Springparcours,
und umso einfacher wird das
Reiten.
sem Grund ist es unabdingbar, Verstärkungen und wieder aufnehmen zu üben, oder
Distanzen in unterschiedlichen Tempi zu
reiten. Solche Übungen können auch über
Cavalettis und Bodenstangen geritten werden. Gleichzeitig trainiert so der Reiter
auch sein Distanz- und Rhythmusgefühl.
Dazu werden zum Beispiel zwei Cavalettis
auf einer Linie aufgestellt, in einer Distanz
von 6 bis 7 Galoppsprüngen (z. B. 24–27 m).
Der Reiter übt diese Distanz mit unterschiedlicher Anzahl Galoppsprünge, die er
sich, bevor er losreitet, vornimmt. Für ihn
stellt diese Übung ein gutes Training des
Rhythmusgefühls dar, das Pferd wird in
seiner Durchlässigkeit geschult und trainiert seine Kraft für die Versammlungsfähigkeit.
Um den Gehorsam zu fördern kann
auch zwischen diesen Cavalettis ein Haltepunkt definiert werden. Mit Cavalettis lassen sich sehr viele verschiedene Übungen
gestalten, welche der Abwechslung in der
Dressur dienen und sowohl Reiter wie
auch Pferd fordern.
Der Dressurausbildung bei Springpferden ist keine Grenze nach oben gesetzt.
Das heisst, je weiter man ein Springpferd
dressurmässig ausbildet, umso höher ist
auch der Benefiz bezüglich der Durchlässigkeit und Versammlungsfähigkeit im
Springparcours, und umso einfacher wird
das Reiten.
SPRINGTRAINING
Springen ist eine natürliche Veranlagung
des Pferdes. Es war in der Wildnis nötig, bei
der Flucht auch ein Hindernis überwinden
zu können. Im Springparcours wird vom
Pferd durch die Folge mehrer Hindernisse
eine andere Anforderung gestellt. Aus diesem Grund macht es Sinn, ein spezifisches,
regelmässiges Training für das Springen
durchzuführen. Dabei soll zum Einen an
der Kraft und Reaktionsgeschwindigkeit
gearbeitet und zum Anderen die Springtechnik verbessert werden.
Das Basistraining für Pferde jeden
Niveaus sollte die Springgymnastik sein.
Es werden dabei vor allem Springtechnik,
Koordination, Gleichgewicht, Reaktionsgeschwindigkeit und Kraft trainiert. Je
nach Aufbau gymnastiziert man den Körper des Pferdes, insbesondere den Rücken,
mehr oder weniger mit, was sich positiv
auf das Wohlbefinden und die Gesundheit
auswirkt.
Als Springgymnastik bezeichnet man
eine Reihe von Sprüngen, welche in unterschiedlichen Höhen und Abständen aufgebaut werden. Je nach Ziel der Übung
kann die Gestaltung sehr unterschiedlich
ausfallen. Wichtig ist, dass die Reihe so
6
In der Springgymnastik soll auf einen ausbalancierten Sitz geachtet
werden, um das Pferd bei seiner Aufgabe möglichst wenig zu stören
und zu beinflussen.
aufgebaut ist, dass man ruhig hineinreiten
kann und das Pferd innerhalb der Linie
möglichst ungestört seinen Bewegungsablauf üben kann. Der Reiter soll sich dabei
auf einen guten, ausbalancierten Sitz konzentrieren, damit er das Pferd möglichst
wenig beeinflusst.
Es wird empfohlen, solche Übungen
mindestens ein- bis zweimal wöchentlich
durchzuführen. Das Trainieren über Einzelsprünge und Parcours macht insbesondere für junge oder guckrige Pferde Sinn.
Dabei soll die Anzahl Wiederholungen
nicht übertrieben werden, da es schnell zu
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Überanstrengungen kommen kann, unter
welchen die Motivation leidet. Auch sollten solche Trainings nur einmal wöchentlich betrieben werden. Wichtig ist es, dass
der Parcours und die Sprünge häufig umgebaut und ausgewechselt werden, um die
Pferde immer wieder neu zu fordern. Spezielle Sprünge, wie das Bidet oder Unterbauten, können hier geübt und die Pferde
daran gewöhnt werden. Auch ist es optimal, wenn man auf verschiedenen Trainingsplätzen üben kann.
Routinierte Pferde brauchen in der Regel ein viel weniger intensives Training
Spezielle Sprünge wie das Bidet und Unterbauten werden als Einzelhindernisse geübt bis das Pferd nicht mehr zögert.
Mit Springgymnastik trainiert man die Springtechnik, Koordination,
Gleichgewicht, Reaktionsgeschwindigkeit und Kraft des Pferdes.
Die Linie soll jedoch in der Mitte gesprungen werden.
Eine prompte Reaktion auf Hilfen während des
Parcours wird mit regelmässiger Dressurarbeit
erreicht.
über Einzelsprünge. Die Planung muss jedoch sehr individuell gehalten werden.
Jedes Tier ist anders.
Krafttraining für Springpferde findet man
in der Springgymnastik, beim Klettern im
Gelände und der Arbeit vor der Kutsche.
Wobei in letzterer jedoch nur noch die
wenigsten Reitpferde ausgebildet sind.
Das Trainingsprogramm für ein Springpferd muss individuell gestaltet werden.
Als wichtigstes Augenmerk ist auf Abwechslung zu achten, um die Motivation
des Athleten zu erhalten. Das Pferd sollte
neben der Arbeit auf Platz und Halle auch
regelmässig im Gelände bewegt und gearbeitet werden.
AUSDAUER- UND KRAFTTRAINING
Ein gezieltes Ausdauertraining erfährt
eher ein stiefmütterliches Dasein im
Springsport.
Die Grundausdauer wird beim Ausreiten und in der täglichen Arbeit trainiert.
Um diese Ausdauer weiter zu erhöhen, ist
es notwendig, einen genug hohen Trainingsreiz zu setzen. Dabei besteht aber die
Gefahr, dass man zu viel verlangt, das
Pferd dadurch die Lauffreude verliert und
beim nächsten Mal schlechter statt besser
läuft. Aus diesem Grund sollten solche
Trainingseinheiten immer mit einer Pulsuhr geritten werden. Auf ihr kann der
Reiter die Herzfrequenz des Pferdes während des Rittes überwachen und die Trainingsintensität dosieren. Da bei einem
solchen Training viele Fehler gemacht
werden können, empfiehlt es sich, dieses
unter Anleitung eines Profis zu erlernen,
um den bestmöglichen Trainingseffekt zu
erreichen. Ein Pferd kann nicht wie der
Humansportler im Kraftraum trainieren.
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7
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P R O M I N E N T I M S AT T E L
Auf dieser Seite stellen wir ihnen in jeder Ausgabe eine Persönlichkeit vor, die Sie schon länger kennen. Doch wussten Sie schon,
dass dieser prominente Mensch mit Ihnen eine PASSION teilt? Die Liebe zum Pferd.
MICHAEL SCHUMACHER
FORMEL-1-FAHRER
Seit wann reiten Sie?
Ich habe Spass daran, ab und zu auf einem
Pferd zu sitzen, aber ich würde nicht sagen
wollen, dass ich wirklich reite. Ich mache
das seit einigen Jahren immer wieder einmal.
Wie kommt ein Formel-1-Weltmeister
aufs Pferd?
Damit, dass ich Formel-1-Weltmeister bin,
hat das nichts zu tun – sondern ausschliesslich mit meiner reitsportbegeisterten
Frau. Die hat mich mit ihrer Passion dazu
gebracht, dass auch ich das gerne mache.
Sie bevorzugen ja die Disziplin
«Reining», was fasziniert Sie an
dieser Sportart?
Was mir gefällt, ist die unglaubliche Sensibilität der Quarterhorses und das sensible
Zusammenspiel mit dem Reiter. Ich bin
Rennfahrer und verstehe meinen Sport als
Teamsport. Und Reining ist in gewisser
Weise auch ein Teamsport, denn hier funktioniert alles nur über das Miteinander.
Dass es so leicht aussieht, ist dabei besonders faszinierend.
Ihr Terminkalender ist bestimmt sehr
voll, wie viel Zeit bleibt Ihnen noch um
zu reiten?
In der Tat sehr wenig. Es ist wirklich ein
Ausgleich, den ich selten schaffe.
Wo haben Sie Ihre «reiterliche» Ausbildung absolviert?
Meine Frau ist meine Trainerin, und natürlich ihre Trainerin Shauna Larcombe. Ich
habe ja Glück in dieser Hinsicht, ich kann
auf der eigenen Anlage trainieren.
Nehmen Sie gelegentlich noch Trainingsstunden oder sind Sie abgesehen vom
Schalensitz auch im Sattel schon ein
«Weltmeister»?
Wie gesagt, ich bin ein Freizeit-Reiter.
Ranch an? Oder anders gefragt: Wie oft
sitzen Sie im Sattel und nicht im Schalensitz?
Ich bin häufiger mal bei Corinna auf der
Ranch, aber meistens nicht zum Reiten.
Hat Michael Schumacher noch einen
konkreten (Pferde-)Wunsch oder Traum,
den er sich erfüllen möchte?
Ich bin nicht nur in dieser Hinsicht
wunschlos glücklich.
Nehmen Sie auch an Wettkämpfen teil?
Wenn Corinna ihre Show ausrichtet, die
SVAG CS Classic, werde ich zum ReiningWettkämpfer. Aber nur dann.
Was möchten Sie im Sattel erreichen?
Verfolgen Sie konkrete Ziele im Reitsport?
Mein einziges Ziel im Reitsport ist, besser
zu werden. Ich habe noch viel Potenzial
nach oben.
Als Formel-1-Pilot sind Sie während
vieler Wochen und Monate unterwegs.
Wie häufig trifft man Sie auf der CSPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Foto: ZvG
9
V E R A N S TA LT U N G E N I M H E R B S T
Auf diesen Seiten empfiehlt Passion einige Veranstaltungen.
Ihren Event, der in den Monaten Februar, März und erste Hälfte April zur Austragung kommt, können Sie uns für die Winterausgabe von PASSION bis am 31. Dezember melden. Eine
Auswahl Ihrer Einsendungen werden wir veröffentlichen. Da es
sich aber um eine Gratisrubrik handelt, wird kein Gut zum Druck
gegeben und die Veröffentlichung der Termine kann nicht
garantiert werden. redaktion@prosell.ch
APASSIONATA – DIE GROSSE 10-JAHR-JUBILÄUMSSHOW «FREUNDE FÜR IMMER» 9. BIS 10. NOVEMBER 2012
APASSIONATA, der Name steht seit zehn Jahren
für magische Begegnungen zwischen Mensch
und Pferd. 5,5 Millionen Besucherinnen und
Besucher haben die erfolgreichste Pferdeshow Europas bis heute gesehen. Alleine in der
Schweiz liessen sich weit über 100 000 Personen
begeistern. APASSIONATA ist ein Feuerwerk an
Emotionen, ein Erlebnis für die ganze Familie,
eine Show aus mitreissender Musik und spektakulären Acts. Auch im Jubeljahr macht APASSIONATA in Zürich Halt. In diesem Jahr erstmals in
der Kolping-Arena in Zürich Kloten.
FACHSPEZIFISCHE
BERUFSUNABHÄNGIGE AUSBILDUNG
FBA 7. BIS 10. NOVEMBER 2012
Das Nationale Pferdezentrum Bern (NPZ) bietet
in Zusammenarbeit mit Andreas Kurtz’ Ethologieschule diese vom BVET anerkannten Kurse nun
auch in der Ostschweiz an. Im Tiergesundheitszentrum «HealthBalance» in Uzwil begeistert Sie
ein Team von hochkarätigen Referenten mit dem
Neusten aus der Pferdewelt und dem vom BVET
vorgeschrieben Inhalt.
Mehr Informationen und die Anmeldung finden
Sie auf:
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Ethologieschule
Tösstalstrasse 96
8496 Steg
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www.ethologieschule.ch
10
Wer ist der Gründer/Erfinder?
Produzent und Veranstalter von APASSIONATA,
Europas erfolgreichster Unterhaltungsshow mit
Pferden, ist Diplomkaufmann Peter Massine.
Wie ist es entstanden?
Im Jahr 2001 schlug die Deutsche Reiterliche
Vereinigung Peter Massine vor, eine Unterhaltungsshow mit Pferden zu entwickeln. Massine,
der selbst in der Nähe der deutschen «Pferdehochburg» Münster aufgewachsen ist, erkannte
das Potenzial auf Anhieb und wusste, dass Pferde
weitaus mehr Faszination auf den Menschen ausüben können als es bisher bei klassischen Reitsportveranstaltungen der Fall war. So konzipierte
er gemeinsam mit seinem damaligen Partner eine
Show mit Pferden für die ganze Familie, die verschiedene Pferderassen aus der ganzen Welt und
diverse Reitdisziplinen mit eigens komponierter
Musik und speziellen Lichteffekten in einer jeweils
liebevollen Geschichte verbindet.
Seit wann gibt es die Show in der heutigen
Form?
Wir gehen bereits in das zehnte Jahr! Die grosse Jubiläumsshow «Freunde für immer» zeigt die
schönsten Momente aus zehn Jahren APASSIONATA. Von Anfang an dabei ist Holger Ehlers, unser
künstlerischer Gesamtleiter der Show. Er entwickelt
mit seinem Team faszinierende Traumwelten und
Bilder, verbunden mit einem Handlungsfaden, der
immer die Idee hat, die ganze Familie zu begeistern, und auch für Menschen, die keinen Zugang zu
Pferden haben, durch die Art der Inszenierung eine
ganz eigene Entertainmentwelt zu erschliessen, die
es in dieser Art weltweit nicht gibt. Holger Ehlers,
der vorher nach seinem Musikstudium an vielen
Bühnen arbeitete, versucht den Spannungsbogen
aus den Träumen der großen Kinoleinwand sowie
dem Zauber des Theaters mit Horsedirector Meike
Arnason und Visual-Supervisor Karen Massine immer wieder neu in Szene zu setzen.
Wo ausser in der Schweiz wird das Ganze noch
aufgeführt?
Die grosse Jubiläumsshow tourt durch über 25
Städte. Neben der Schweiz und Österreich wird die
Show vor allem in Deutschland zu sehen sein. Aber
auch grosse europäische Städte wie Prag, Helsinki
oder Antwerpen stehen auf dem Tourplan.
Wie viele Artisten und Tiere sind beteiligt?
An der Show selbst sin fast 50 Pferde (darunter
zehn verschiedene Rassen) und 35 Reiter sowie 6
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Ensembletänzer, eine Hauptdarstellerin für die Rolle der «Amelie» sowie eine Sängerin beteiligt. Aber
insgesamt sind es ca. 100 Mitwirkende vor und
hinter den Kulissen, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Neben unserem fantastischen Produktionsteam haben wir zum Beispiel Kostümbildner,
Maskenbildner, Tontechniker, Lichtoperator, eine
tolle Backstage-Crew, einen Caterer, Fahrer und
noch viele, viele Leute mehr mit auf Tour. Ohne
all diese helfenden Hände wäre eine Show wie
APASSIONATA gar nicht möglich.
Wie viele Zuschauer in der Schweiz und insgesamt?
Insgesamt konnten wir schon über 5,5 Millionen
Besucher begeistern und APASSIONATA ist mittlerweile zu Europas erfolgreichster Familienunterhaltungsshow mit Pferden geworden. In der Schweiz
haben wir pro Tournee durchschnittlich 20 000 Zuschauer.
Wie häufig ausverkauft?
Insgesamt liegt die Auslastung bei ca. 80 %. Natürlich haben wir in jeder Tournee Shows dabei,
die auch mal komplett ausverkauft sind. So hat
APASSIONATA beispielsweise im vergangenen
Jahr den Sold-Out-Award in der LANXESS arena
in Köln erhalten.
Seit wann läuft das aktuelle Programm und wo
überall in der Schweiz?
Die Premiere der grossen Jubiläumstournee «10
Jahre APASSIONATA – Freunde für immer» ist
bereits Anfang November. Im Anschluss kommen
wir direkt in die Schweiz! Am 9. und 10. November
2012 sind wir zu Gast in der Kolping-Arena in Zürich
Kloten, und am 6. April 2013 kommen wir dann
noch einmal nach Basel.
Was sind die nächsten Ziele der Veranstalter?
Unsere grösste Vision ist «APASSIONATA 3010».
Wir möchten etwas Nachhaltiges schaffen, das
über unser Wirken hinaus besteht. Unser Traum
ist, dass diese Show immer so weitergeht, denn
die Liebe von Mensch zu Pferd ist in unseren Augen
unendlich.
Beantwortet wurden die Fragen gemeinsam von:
Kreativdirektor Holger Ehlers
Pferdebeauftrage Meike Arnason
MODE
SPE Z I A L
Sportmode ist vor allem funktionell. Diese Aussage trifft in der heutigen Zeit
nur noch eine Hälfte der Wahrheit. Hat sich der Trend in den letzten Jahren
schon stark von rein funktionellen hin zu modischen Attributen gewandelt,
steht uns nun ein wirklich farbenfroher Modeherbst und -winter bevor.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
11
MODE
SPE Z I A L
KUNTERBUNT
W
er von uns wünscht
sich nicht einen längeren, schöneren Sommer? Das allein hilft
aber nicht mehr viel.
Längst werden die Tage merklich kürzer,
die morgendlichen Nebelschwaden im
Mittelland halten sich hartnäckig bis weit
in den Vormittag und das Grün der Wälder
verändert sich immer rascher in eine wunderschön herbstliche Farbenpracht. Aber
spätestens wenn dann Ende Oktober die
Uhren wieder um eine Stunde auf Winterzeit zurückgestellt und die Tage schlagartig nochmals kürzen werden, wissen es
alle: Der nächste Winter kommt bestimmt
– und mit ihm viele triste Tage.
Bei der Reitsportmode wird es in den
kommenden Herbst- und Wintermonaten
aber alles andere als trist: Hat sich bereits
in den vergangen Jahren ein deutlicher
Trend zu mehr Farbe durchgesetzt, wird
dieser in der bevorstehenden kalten Jahreszeit praktisch von allen Reitmode-Häusern weiter ausgebaut und mit neuen,
trendigen Farbtönen verstärkt.
Und ein weiterer Trend zeichnet sich
immer stärker ab: Des Reiters Interesse an
Mode und Funktionalität hört nicht bei
der Oberbekleidung auf. Wie im Wintersport und in allen Ausdauer-Sportarten
gewinnt «das Darunter» auch beim Reiten
immer mehr an Bedeutung. Funktionelle
Unterwäsche und Mid-Layer – ebenfalls
mit starken Farbakzenten – sind äusserst
angesagt. Dehnfähige Kunstfasern und
Stretch gewähren in allen Situationen op12
timale Bewegungsfreiheit. Die Materialien
sind zudem atmungsaktiv, halten den Körper angenehm warm und sorgen für besten Feuchtigkeitstransport. Die Zeiten
reiner Baumwollunterwäsche, Sweater
und Shirts sind bei sportlichen Aktivitäten
wohl endgültig vorbei.
Ein weiterer wichtiger Aspekt im kommenden Modeherbst ist das Thema Sicherheit. Noch bis vor wenigen Jahren hatten
Accessoires im Bereich Kopfschutz und
Protektoren mit Mode wenig gemein. Best-
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
möglicher Schutz von Kopf und Rücken
bei Stürzen und Unfällen war der ausschlaggebende Faktor. Ein Blick auf die
Unfallstatistiken zeigt rasch, dass auch
heute noch das Hauptaugenmerk der Produktdesigner auf der Funktionalität liegen
sollte. Ist doch die Unfallhäufigkeit in der
Freizeit im Gegensatz zu den Berufsunfällen nach wie vor steigend. Und insbesondere hinsichtlich der auffallend hohen
Anzahl an Kopfverletzungen wird das
Helmtragen gerade beim Ski- und Snow-
MODE
SPE Z I A L
KUNTERBUNT
boardfahren, auf dem Velo und beim Reiten sowohl vom BfU (Bundesamt für Unfallverhütung) wie auch von der SUVA
(Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) immer wieder empfohlen. Eine Studie des BfU aus dem Jahre 2011 zeigt auf,
dass in der Schweiz jährlich 6600 «nicht
tödliche Unfälle im Reitsport» registriert
werden. In Bezug auf das absolute Ausmass liegt der Pferdesport damit zwar
noch weit hinter den Spitzenreitern Fussball und Wintersport. Bezieht man aber
die Unterscheidung nach Geschlechtern
mit ein, liegt der Reitsport bei der weiblichen Bevölkerung in der Statistik hinter
dem Skifahren bereits auf Rang zwei.
Breit angelegte Informationskampagnen von BfU und SUVA haben in der
Schweizer Bevölkerung hinsichtlich Sicherheit und Unfallprävention schon einiges bewirkt. Im Velosport hat sich das
Tragen von Helmen und Protektoren inzwischen recht etabliert. Im Wintersport
hat es sich zu einem richtigen Hype entwickelt. Nicht nur die etablierten Helmund Protektorenhersteller entwickeln ste-
tig neue, komfortablere und modischere
Produkte. Auch typische Bekleidungsmarken haben insbesondere den Helm fest in
ihre Sortimente integriert und sowohl
farblich wie auch in der Form optimal auf
die Bekleidungslinien abgestimmt.
Und im Reitsport? Ob Einsteiger, ambitionierter Hobby- oder professioneller
Sportreiter – ohne geeigneten Kopf- und
Rückenschutz sollte heute niemand mehr
in den Sattel steigen. Die Produktevielfalt
des kommenden Modewinters unterstreicht den Trend bei namhaften Herstellern von Helmen und Protektoren. Sie
nutzen ihre jahrelange Erfahrung und die
Erkenntnisse aus den anderen Sportarten
nun auch für den Pferdesport und bieten
Reiterinnen und Reitern ein stetig wachsendes Angebot an Helmen und Rückenpanzern. Und auch hier treten neben den
Sicherheitsaspekten verstärkt auch modische Attribute in den Vordergrund. So
kann z. B. bei einzelnen Helmen ein Teil
der Schale mit wenigen Handgriffen ausgewechselt werden – sei es wegen der Reflektoren, die im Dunkeln deutlich mehr
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Sicherheit geben, oder einfach nur, um
den Helm farblich besser auf das individuelle Outfit abzustimmen.
Wir können uns also freuen auf einen
farbenfrohen Modewinter mit vielen neuen Outfits und nützlichen Accessoires für
unser liebstes Hobby. So gibt es dann auch
genügend Gründe für die nächste, ausgedehnte Shoppingtour. Viel Spass dabei.
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MODE
SPE Z I A L
KUNTERBUNT
CAVALLO WARTET MIT ZWEI
NEUEN DAUNENOBERTEILEN AUF
Die neue Daunenjacke Venja bietet absolute Leichtigkeit durch die fast schwerelose
Füllung mit feinsten Daunen. In Größe 36
wiegt die Jacke nur 250 Gramm. Auch für
Unterwegs ist Venja sehr praktisch, denn
sie lässt sich ganz einfach zum Miniformat
zusammenlegen und findet in jeder Tasche Platz.
Die zweifarbige Daunenjacke ist nicht
nur trendy glänzend und seidig soft, sondern sie ist ein absoluter Eyecatcher, der
Elegance und lässigen Esprit vereint. Die
raffinierten Steppungen akzentuieren die
schlanke, kurze Passform. Venja ist wasserabweisend, atmungsaktiv und wärmeisolierend.
Und wer es lieber ohne Ärmel mag,
setzt auf die Weste Viktoria, superleicht
und hochwertig. Fashion, softness und federleichte Wärme auf den Punkt gebracht.
Die Daunenweste ist so leicht, dass sie in
Größe 36 lediglich 90 Gramm wiegt. Auch
sie lässt sich ganz klein zusammenlegen.
Viktoria ist wasserabweisend, atmungsaktiv, wärmeisolierend und waschbar
(90/10 Daune). Materialzusammensetzung
100 % Polyester/Nylon.
Erhältlich im Reitsport-Fachhandel oder
unter www.cavallo.info
FARBENFROH
Auffallend, sportiv und glanzvoll präsentiert sich PIKEUR in den neuen Herbst-/
Winterkollektionen. Neben den klassischen, herbstlichen Farbtönen setzt die
SPORTSWEAR-Mode für die bevorstehenden kalten Tage insbesondere mit dark
green, saphir blue und winter red neue
(Farb-)Akzente.
PIKEUR kommt mit einem neuen Winter-Vollsortiment. Von Daunenwesten
über wasserdichte Jacken und sportive Parkas bis zur Fleecejacke. Die NEXT-GENERATION-Kollektion lässt keine Wünsche offen. Und wer es lieber noch etwas edler
mag setzt auf die PREMIUM COLLECTION.
Die etwas dezenteren Farben, die angenehm weichen Materialien mit Felloptik,
die glänzenden Oberstoffe wie auch die
aufwendig eingearbeiteten Details ziehen
die Blicke auf sich.
Die gesamte Kollektion überzeugt in
ihrer modernen Aussage durch trendgerechte Schnittführungen, hochwertige
Detailausstattungen und kombinationsfreudige Farben.
Erhältlich im Reitsport-Fachhandel oder
unter www.pikeur-shop.de
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MODE
SPE Z I A L
KUNTERBUNT
MISTRALL PLUS –
HOCHWERTIG UND EDEL
Neben dem MISTRALL hat der Helmspezialist CASCO nun den MISTRALL Plus im
Sortiment. Die neue Edition setzt auf noch
mehr Eleganz. Dafür sorgt das edle schwarze Finish, das den klassischen Ausdruck
des Helmes akzentuiert. Das AluminiumHochglanz-Emblem am Heck unterstreicht
die hochwertige Ausstrahlung. CASCO verfolgt das Konzept der neuen Edition bis ins
Detail. Selbst die dezent geprägten Belüftungslöcher passen durch ihre schwarzmetallene Färbung perfekt zum restlichen
Editionsdesign.
Zudem kann der MISTRALL Plus durch
die farbigen, wechselbaren CASCO-Streifen individuell gestylt werden. Die Streifen bringen jedoch nicht nur leuchtende
Farbakzente, sondern sehr viel Sicherheit.
Die Streifen sind reflektierend und in der
Dämmerung von allen Seiten gut sichtbar.
Die speziell vernähte Funktions-Polsterung CoolMax Comfort bietet höchsten
Tragkomfort. Für die ganz kalten Tage
kann zusätzliche eine hochwertige Winterausstattung ergänzt werden. Im Bereich
Schlagsicherheit setzt CASCO auf die Monocoque-in-mold-plus-Bauweise. Sie verschafft dem Helm nicht nur grosse Sicherheitsreserven, sondern macht ihn auch zu
einem wahren Leichtgewicht.
On Top gibt es serienmässig eine Helmbox zur Aufbewahrung und für den Transport gleich dazu.
www.casco-helme.de
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MODE
SPE Z I A L
KUNTERBUNT
SICHER – ÄSTHETISCH – COOL
DER NEUE CAVALLITO VON CP
Der cp cavallito ist standardmässig in zwei
verschiedenen Modellvarianten verfügbar: Schwarz soft touch zum Preis von CHF
199.– oder mit einer echten Carbonschale,
erhältlich für CHF 499.–.
Auch für Abwechslung wurde gesorgt:
™ ;“gY^Z`VaiZ?V]gZhoZ^i\^WiZh]Zgga^X]
wärmende Earpads, die mit einem
Handgriff angesteckt werden können.
™ Dei^dcVaVj[YZc=ZgWhia^Z[Zgcl^gZ^cZ
neue Zusatzschale in der Farbe Nightlife für bessere Sichtbarkeit. Mit wenigen Handgriffen und dem mitgelieferten Imbusschlüssel lässt sich die
Helmschale im Handumdrehen auswechseln – im Frühling folgen weitere
modische Designs um den Helm optisch zu verändern ab CHF 49.–.
Der cp cavallito erfüllt die Euronorm
EN1384 und damit sämtliche Anforderungen der FEI an einen turniertauglichen
Sporthelm. Er ist in vier Grössen lieferbar
(53/55, 56/58, 58/60 und 60/62).
Beide Standardausführungen sind ab Ende
D`idWZg ^c VjhZgaZhZcZc <ZhX]~[iZc Zghältlich.
cp ist ein führender Swissbrand von
Helmen, Goggles und Sonnenbrillen für
Winter- und Sommersport. Mit dem cavallito lanciert cp nun erstmals einen
Reithelm, in dem alle Erfahrungen aus
den anderen Sportarten zusammenfliessen.
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Der cp cavallito verfügt über alle Vorteile
eines modernen Hightech-Helms. Die Hybrid-Technologie verbindet erstmalig die
Vorteile von Inmolding und Hartschale.
Der untere Teil des cp cavallito wird im
Inmolding-Verfahren hergestellt. Dies hält
das Gewicht tief – der cavallito wiegt gerade mal 500 Gramm – bei optimaler Dämpfung.
Die obere Hartschale ist aufgeschraubt,
garantiert höchste Schlagfestigkeit und
schafft Raum für beste Be- und Entlüftung
mit 21 Öffnungen. Die grossen Lüftungsschlitze können leicht mit einem Schieber
reguliert und bei Bedarf auch ganz geschlossen werden. Das Innenfutter ist
waschbar.
Genial ist das Run-System zum Finetuning bei der Grössenanpassung: Auch
mit behandschuhter Hand kann einhändig während des Reitens mit dem hinten
angebrachten Grössenverstellrad die perfekte Passform eingestellt werden. Der
Kinnriemen der Dreipunktbefestigung ist
angenehm gepolstert und leicht zu bedienen.
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MODE
SPE Z I A L
KUNTERBUNT
GUT KOMBINIERT
Ein Muss für jeden Kleiderschrank: Der
Kurzmantel Alina von Waldhausen.
Als Bestandteil der ELT Premium Line
besticht er durch zurückhaltende Eleganz
und herausragende Funktionalität. Durch
das wind- und wasserdichte sowie atmungsaktive Material ist er für die kalten
Tage ideal geeignet.
Auffallend sind die verschweissten Nähte, der Zwei-Wege-Reissverschluss mit
Druckknopfleiste und die in Form geschnittenen Ärmel. Abnehmbare Kapuze
und Fellkragen machen den Mantel optisch sehr variabel. Reitschlitze hinten und
Belüftungsschlitze unterm Arm sorgen für
sportive Funktionalität.
Für darunter ist das Fleeceshirt Greta
bestens geeignet. Wer in der kalten Jahreszeit Sport treibt, weiss, wie wichtig warme, atmungsaktive Kleidung ist. Shirts aus
Fleecematerial sind deshalb genau richtig.
Einzeln zu tragen, in Kombination mit
einer Softshelljacke oder als zusätzlicher
Kuschelfaktor unter einer Wetter- oder
Windjacke – oder eben unter einem Kurzmantel. Das Microfleece-Shirt ist schnelltrocknend, verfügt über einen Stehkragen
mit Reissverschluss und der taillierte
Schnitt passt sich ideal der Körperform an.
www.waldhausen.com
STYLISCH, WARM UND
KUSCHLIG
Ab Ende Oktober präsentiert Poco Bueno Collection die neue Herbst/Winterkollektion
2012/2013. Langarm-Sweatshirts in diversen,
coolen, trendigen Farben, sowie Winterjacken
mit den gewohnten hochwertigen Stickereien
und Style.
Erhältlich bei exklusiven Fachhändler oder online im Poco Bueno-Shop
www.pb-collection.com/shop.html.
Alle aktuellen News über Poco Bueno Collection finden Sie auch auf
Facebook!
HORZE DAMEN
SE
GRAND PRIX THERMOHOSE
Der komfortable Schnitt des Grand
Prix aus wind- und wasserdichtem
Softshell mit weicher, warmer
Fleece-Innenseite und elastischem
Kunstlederbesatz.
Erhältlich im Fachhandel. Weiter
Infos unter www.horze.com
www.pb-collection.com
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MODE
SPE Z I A L
KUNTERBUNT
MIT SICHERHEIT
Das grosse Know-how über Sturzdynamik,
Aufprallenergie und Restkraftwerte und
wie man sich effizient dagegen schützt,
stammt ursprünglich aus der «Töff-Welt».
Bereits seit über 10 Jahren im alpinen Wintersport vertreten, zählt KOMPERDELL
auch hier zu den Pionieren und erfahrensten Protektorenherstellern. Mit den innovativen Sicherheitswesten schafften sie
jetzt auch im Reitsport einen erfolgreichen Markteintritt. Erstmals vorgestellt
auf der Spoga Horse 2011, wurde die Frontzippweste gleich mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.
Mit der neuen CROSS VEST LIGHT
bringt KOMPERDELL für 2013 eine neue
und äusserst komfortable Schutzweste auf
den Markt. Extreme Leichtigkeit, beste
Schutzfunktion und enorm flexible Anpassungsfähigkeit sorgen für den einzigartigen Tragekomfort.
Die Cross Vest Light wird zum kaum
spürbaren Sicherheitspanzer, der sich op-
timal anpasst und nicht aufträgt. Sie lässt
sich problemlos auch unter einem Sakko
tragen. Die Weste besteht aus KOMPERDELLs sicherstem Cross3-Rückenprotektor
(CE-geprüft EN 1621-2) mit unschlagbar
niedrigen Restkraftwerten, die weit unter
den gesetzlichen Vorschriften liegen. Zusätzlich werden Rippen und Weichteile
durch eine innovative Schaumkonstruktion geschützt. Die Dual-Density-Schäume
passen sich durch Einwirkung von Körperwärme perfekt an die Kontur des Körpers
an. Dies macht nicht nur eine gute Figur,
sondern bietet auch umfassenden Schutz.
Seitlich kann zusätzlich die Passform
stufenlos weitenreguliert werden. Erhältlich ist die Weste in einer Herren- und
Damenversion mit Brustausformung und
Taillierung.
www.komperdell.com
www.camaro.at
FUNKTIONELL
Vorteile der Merinowolle: Aufgrund der
natürlichen antibakteriellen Eigenschaft
der Merinofasern können sich Gerüche
nicht festsetzen.
Atmungsaktiv: Die Merinofasern leiten
Feuchtigkeitsdampf zur Gewebeoberfläche, bevor er zu Schweiss wird – ein trockeneres und angenehmeres Tragegefühl
ist garantiert.
Temperaturregulierend: Merinofasern
sollen den Körper vor extremer Hitze und
Kälte schützen. An kalten Tagen schliessen
die Fasern die Körperwärme ein. An heissen Tagen leiten sie die Feuchtigkeit ab.
Weich und nicht kratzend: Merinowolle
ist seidenweich, da sie aus demselben Protein besteht, das auch in unserer Haut
enthalten ist. Ihre Fasern sind so fein, dass
sie nicht kratzen.
Erhältlich bei:
Felix Bühler AG, www.felix-buehler.ch
Bestellhotline: 0848 80 33 80
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Das Oasis Crewe 200 ist ein körperbetont geschnittenes Langarmshirt von icebreaker aus weicher 200 g/m² Merinowolle. Mit
Flachnähten und Raglanschnitt.
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Die Legging 200 ist das Pendant
für unten. Lange Unterziehhose
aus weicher 200g/m² Merinowolle.
Bund elastisch eingefasst, Flachnähte.
MOUNTAIN HORSE
Katalog Herbst/Winter 2012
3046 MOUNTAIN RIDER JACKE UNISEX
WETTERFESTE UND WINDDICHTE ALLROUNDJACKE
MIT VIELEN PRAKTISCHEN TASCHEN.
GR. XS-XL IN BLAU UND BRAUN
CHF 198.00
Rilewa AG Menziken
Tel: 062 771 12 33
Fax: 062 771 75 77
info@rilewa.ch
www.rilewa.ch - www.mountainhorse.ch
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19
3039 DENVER DOWN LITE UNISEX
TRENDIGE, LEICHTGEWICHTIGE
DAUNENJACKE MIT HOHEM KRAGEN.
GR. XS-XL IN SCHWARZ
CHF 190.00
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3525 WINNIPEG
ELEGANTE, FUNKTIONELLE DAMENJACKE,
WASSERDICHT UND ATMUNGSAKTIV.
INNENFUTTER AUS HÜBSCHEM UND
WARMEM FELLIMITAT.
GR. S-XL IN SCHWARZ
GR. S-L IN WEISS
CHF 280.00
3490 GRACE
TOPSELLER
TAILLIERTE, SPORTLICHE DAMENJACKE.
WASSERDICHT UND ATMUNGSAKTIV.
GR. XS- XL IN SCHWARZ UND WINTEROLIV
CHF 245.00
3517 CREW VEREINS- JACKE UNISEX
MODISCHE REITJACKE SPEZIELL ENTWORFEN DAMIT IHR
CLUBABZEICHEN AUF DEM RÜCKEN EINGESTICKT WERDEN KANN.
GR. XS-XL IN SCHWARZ
GR. S-L IN BRAUN
CHF 120.00
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4008 BELMONT COZY DAMEN
FLAUSCHIGER FLEECE FÜR DIE KALTEN WINTERTAGE.
MODISCHER SCHNITT, HOHER KRAGEN UND REISSVERSCHLUSS VORNE. ANTI-PILLING FLEECE.
GR. XS-L IN BRAUN
CHF 89.00
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4047 VIRGINIA FLEECE DAMEN
KLASSISCHE FLEECEJACKE FÜR DEN GANZEN WINTER.
ANTI-PILLING FLEECE.
GR. XS-L IN ROT
CHF 98.00
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4274 BARNABY FLEECE UNISEX
WARME UND KUSCHLIGE FLEECEJACKE MIT GERADEM
SCHNITT. ANGENEHMER TRAGEKOMFORT, FLACHER
REISSVERSCHLUSS UND STICKEREI AUF DER BRUST.
GR. XS-XL IN WEISS
CHF 89.00
4269 ELEMENT MICROFLEECE
UNISEX
HÖCHSTE ATMUNGSAKTIVITÄT,
POLARFLEECE AUS SOFTSTRETCH.
GR. XS-XL IN SCHWARZ
CHF 60.00
4426 ENERGY TECH TOP
FUNKTIONELLES SHIRT, TROCKNET SCHNELL
UND ABSORBIERT DEN SCHWEISS
GR. XS-XL IN SCHWARZ
CHF 69.00
4275 MARISSA FLEECE DAMEN
EXKLUSIVE FLEECEJACKE AUS
HIGHTECH-MATERIAL.
TRANSPORTIERT DIE FEUCHTIGKEIT
NACH AUSSEN UND HÄLT SO DIE
REITERIN WARM UND TROCKEN.
GR. XS-XL IN BLAU
CHF 89.00
8166 STORM HAT
WETTER-HUT, WASSERFEST
ALL-WETTER-HUT,
EINHEITSGRÖSSE
EITSGRÖSSE IN BLAU
5.00
CHF 35.00
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8375 ORBIT STIRNBAND
AUS FLEECE, ELASTISCH MIT OHRENSCHUTZ. KANN
AUCH UNTER
DEM HELM GETRAGEN WERDEN.
EINHEITSGRÖSSE IN SCHWARZ
CHF 20.00
8283 OPUS BALACLAVA
DÜNNE STURMHAUBE FÜR UNTER DEN HELM.
EINHEITSGRÖSSE IN SCHWARZ
CHF 29.00
SPEURPFOERRMAINOCRE
5012/5025 CREW PANTS
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REGENHOSEN WASSERDICHT
DIICHT
MIT VOLLBESATZ.
N SCHWARZ
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CHF 109.00 KINDER UND
CHF 119.00 ERWACHSENE
EN
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BESTSELLER, 100% WASSERDICHT,
ATMUNGSAKTIV UND WARM GEFÜTTERT.
SEITLICHE REISSVERSCHLÜSSE,
VOLLBESATZ, VORGEFORMTE KNIE.
GR. XS-XL IN SCHWARZ
CHF 190.00
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WASSERDICHTER HANDSCHUH AUS SOFTSHELL MIT
WARMEM FLEECEFUTTER.
S
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GR. XS-XL IN SCHWARZ
45 00
CHF 45.00
6030 DRY TECH SOCKEN UNISEX
REITSTRUMPF AUS COOLMAX, WOLLE UND SPANDEX.
ELASTAN IN SCHAFT UND FUSS FÜR OPTIMALEN
KOMFORT. VERSTÄRKUNG IN SOHLE, FERSE UND ZEHEN.
GR. 35-39 UND 40-45 IN SCHWARZ-ROT
CHF 25.00
7002 PERFORMANCE HANDSCHUH
WASSERDICHTER, WARMER HANDSCHUH MIT
FUTTER AUS MICROFLEECE
GR. XS-XXL IN SCHWARZ
CHF 45.00
7006 TRAIL HANDSCHUH
WARMER UND STRAPAZIERFÄHIGER
WINTERHANDSCHUH MIT STRICKBUND.
GR. S-XL IN SCHWARZ
CHF 36.00
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6026 YORK SOCKEN
KNIEHOHE REITSOCKEN MIT VERSTÄRKTEM FUSS AUS
FROTTEE UND STÜTZUNG DES FUSSGEWÖLBES.
BAUMWOLL-NYLON GEMISCH.
GR. 35-39 UND 40-45 IN BRAUN
2 0CHF
1 2 19.00
25
1383 EXTRALEICHTER STEIGBÜGEL „COMPETITION“
MIT SCS3 LITE EINLAGEN (65MM)
CHF 130.00
1340 SICHERHEITS-STEIGBÜGEL
MIT SCS3 LITE EINLAGEN (45MM)
CHF 149.00
SUPREME HIGH RIDER SCS3 LITE
ELEGANTER REITSTIEFEL AUS WEICHEM NAPPALEDER.
ELASTISCHE RISTSCHNÜRUNG UND STRAPAZIERFÄHIGER
YKK-REISSVERSCHLUSS FÜR EINFACHES AN – UND AUSZIEHEN.
DIVERSE FUSS- UND SCHAFTWEITEN.
1344 NORMAL/NORMAL GR. 36-42
1345 NORMAL/ENG GR. 36-41
1346 KURZ/NORMAL GR. 36-41
1347 NORMAL/WEIT GR. 37-42
1348 LANG/ENG GR. 38-42
1389 NORMAL/NORMAL GR. 43-45 HERREN
CHF
26 530.00 FÜR DAMEN UND CHF 580.00 FÜR HERREN P A S S I O N
HERBST 2012
1378 STIEFELETTE ASTORIA SCS LITE
ELEGANTE BOTTINE AUS VOLLNARBENLEDER
MIT RISTREISSVERSCHLUSS.
GR. 37-42 IN SCHWARZ
CHF 250.00
ES SPIELT KEINE ROLLE OB SIE DAS SCS3 GRIP ODER SCS3 LITE SYSTEM WAEHLEN BEIDE PROFILSOHLEN PASSEN PERFEKT ZU DEN ZWEI SCS3 STEIGBUEGELN ODER ZU
ALLEN ANDEREN HERKOEMMLICHEN STEIGBUEGELN AUF DEM MARKT
Steigbügel „Competition“
Sehr leicht, geeignet für den Sport, mit breiten Bügeleinlagen (65mm)
Sicherheitssteigbügel
aus massivem, gehärtetem Edelstahl, Bruchsicherheit bis 475 kg.
Dieser Steigbügel ist einzigartig in der Weise, dass der Auslösedruck für
das Oeffnen des Bügels im Falle eines Sturzes aus unterschiedlichen
Richtungen kommen kann.
Stiefel mit SCS3 – Profilsohlen können auch problemlos mit herkömmlichen Steigbügeln und
Steigbügeleinlagen genutzt werden. Bitte beachten Sie aber, dass die vollständigen Funktionseigenschaften des SCS3-Systems nicht zur Wirkung kommen können, wenn Steigbügeleinlagen
und Steigbügel ohne das SCS3-System verwendet werden.
SCS3 LITE® Profilsohle
Supreme High Rider
scs3 lite® – Funktionalität trifft Eleganz
Mountain Horse hat das ganze Wissen und die langjährige Erfahrung
in das neue SCS3 LITE® System investiert. Das Resultat ist eine elegante aber trotzdem funktionelle Produktelinie. SCS3 LITE® hat eine
dünnere Sohle welche den Stiefel eleganter und moderner Erscheinen
lässt ohne jedoch die Funktion zu verlieren !
Sicherheitssteigbügel mit
Extraleichter Steigbügel
„Competition“ mit breiten
SCS3 LITE® Einlagen (45mm)
3
®
SCS LITE Einlagen (65mm) SCS3 Steigbügeleinlagen
passen auch in alle herkömmlichen Steigbügel und können
separat gekauft werden. P A S S I O N
HERBST 2012
27
1392 STELLA POLARIS HIGH RIDER
WARMER, MODISCHER WINTER-REITSTIEFEL.
MEMBRAN-TECHNOLOGIE MACHT DEN STIEFEL
BIS ZUM REISSVERSCHLUSS WASSERDICHT.
WARMES KUNSTFELLFUTTER.
GR. 37-41 RS REGULAR-SHORT
CHF 260.00
2070 RIMFROST PADDOCK
HIGHTECH-WINTERREITSCHUH. FUSSTEIL
AUS WASSERDICHTEM HYDRO-TECH,
THERMOLITE WÄRMEISOLIERUNG.
GR. 36-45 IN SCHWARZ
CHF 125.00
1831 PINGO MUCK BOOT
FÜR JEDES WETTER UND JEDES TERRAIN.
WEICHES NEOPREN MIT WASSERDICHTEM
GUMMIFUSSTEIL.
GR. 36-41
CHF 98.00
1281 NORDIC LIGHT PADDOCK
ROBUSTER UND KOMFORTABLER REITUND STALLSCHUH AUS STRAPAZIERFÄHIGEM
VOLLNARBENLEDER. INNENFUTTER AUS
WARMEM FELLIMITAT. RISTSCHNÜRUNG
UND WASSERDICHTER FUSSTEIL.
GR. 37-42 IN SCHWARZ
CHF 198.00
28
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
2050 RIMFROST HIGH RIDER II
WARMGEFÜTTERTER HIGHTECHWINTERREITSTIEFEL AUS
WASSERDICHTEM HYDRO-TECH.
GR. 36-42 IN SCHWARZ
CHF 190.00
1002 ECLIPSE
HÜBSCHER, MODISCHER UND WARMER
ALLROUNDSCHUH. WASSERDICHTER
FUSSTEIL, AUSSENMATERIAL AUS
GLÄNZENDEM NYLON, WARMES
INNENFUTTER. FÜR EIN LEICHTES EINUND AUSSTEIGEN IST DER OBERE TEIL
GESCHNÜRT.
GR. 36-41 IN SCHWARZ
CHF 98.00
1580 EASY RIDER PRO
COOLER, LEICHTGEWICHTIGER SNEAKER MIT
IPS-STOSSDÄMPFUNG IN DER FERSENPARTIE.
OBERMATERIAL AUS LEDERIMITAT
KOMBINIERT MIT KLIMAREGULATOR-MESH.
GR. 36-44
CHF 120.00
7291 XCELLSIOR LEGGINGS
ANATOMISCH GEFORMTES BEINCHAPS.
ELASTISCHES POLYURETHAN IM AUSSENBEREICH UND VOLLNARBIGES LEDER IM
INNENBEREICH.
DIVERSE SCHAFTGRÖSSEN IN SCHWARZ
CHF 130.00
1070 PROTECTIVE SICHERHEITSSCHUH
ROBUSTE ZUGSTIEFELETTE MIT CE-GEPRÜFTER STAHLKAPPE IM
ZEHENBEREICH. VOLLNARBIGES, GEÖLTES LEDER
GR. 37-45 IN BRAUN
CHF 140.00
PA S S I O N
HERBST 2012
1540 MOUNTAIN RIDER CLASSIC
KOMFORTABLER UND ERGONOMISCHER
REIT- UND STALLSCHUH AUS VOLLNARBIGEM
LEDER. STAHLEINLAGE IN LAUFSOHLE.
GR. 37-45 IN SCHWARZ
CHF 159.00
29
MOUNTAIN HORSE Produkte erhalten Sie unter anderem bei folgenden Fachhändlern:
EQUI DL
1040 Echallens
Phone:079 400 57 11
QUALI-HORSE AG
3074 Muri bei Bern
Phone:031 951 95 55
QUALI-HORSE AG
6036 Dierikon
Phone:041 450 05 10
RIDERS CORNER GmbH
8400 Winterthur
Phone:052 212 63 68
QUALI-HORSE AG
1162 Etoy
Phone:021 807 27 44
QUALI-HORSE AG
3098 Köniz
Phone:031 972 60 40 Reitsport
REITSPORT MÜLLER
6340 Baar
Phone:041 761 98 66
QUALI-HORSE AG
8404 Winterthur
Phone:052 238 31 51
LA CHABRAQUE SÀRL
1196 Gland
Phone:022 364 00 04
HEINIGER
3322 Urten-Schönbühl
Phone:031 859 42 55
QUALI-HORSE AG
7000 Chur
Phone:081 284 58 54
GERBER RUEDI
8572 Berg
Phone:071 636 12 02
QUALI-HORSE AG
1217 Meyrin
Phone:022 782 89 09
PFERDE- & PONYSPORT
MERLIN GmbH
3645 Gwatt
Phone:033 336 22 81
ISLANDPFERDEHOF
PLARENGA
7013 Domat/Ems
Phone:081 633 16 63
QUALI-HORSE AG
8604 Volketswil
Phone:043 444 94 25
QUALI-HORSE AG
4053 Basel
Phone:061 279 92 20
QUALI-HORSE AG
8045 Zürich Sihlcity
Phone:044 201 13 56
LUCKY HORSE
4105 Biel-Benken
Phone:061 721 91 22
PUSZTA-SHOP
8154 Oberglatt
Phone:044 862 18 38
QUALI-HORSE AG
4133 Pratteln
Phone:061 823 10 70
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Phone:044 788 15 35
QUALI-HORSE AG
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Phone:081 723 76 86
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Phone:044 760 45 40
QUALI-HORSE AG
8957 Spreitenbach
Phone:056 410 27 30
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ZERRISSENE HALFTER
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Ganz ehrlich, wie viele Halfter oder Stricke hat ihr
Pferd schon zerrissen?
Keine – dann lesen Sie nicht weiter!
Wenn ja, wir haben die Lösung. Unser eigenes
Pferd hatte manchmal den Koller und musste unbedingt wissen, ob sie wirklich angebunden ist. Unheimlich was da für Kraft frei wird, wenn ein Pferd
mal am Bindestrick zieht. Bei einem Tüftler fanden
wir ein geniales Teil. Wir nennen es Super Tie Ring.
Man legt den Strick mit einer Schlaufe in ein gebogenes Stück Metall. Wenn das Pferd nun zieht,
gibt der Strick zwar nach, aber blockiert immer
mehr den Zug auf dem Strick. Weil aber das Pferd
nur eine gewisse Strecke ziehen kann und nachher
neu ansetzen müsste, bleibt alles ohne Schaden.
Kein verletztes Pferd, kein kaputtes Halfter oder
kaputter Strick. Allerdings bleibt ein billiger Strick
oder billiger Halfter auch bei diesem Super Tie Ring
vermutlich nicht ganz, weil billig ja nie wirklich billig
ist. Denn eine Pferdestärke ist und bleibt 1 PS.
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PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
31
Text: Sacha Jacqueroud
Bilder: Jürgen Seyler
PASSION
AUF
AMERIKANISCH
Über das Westernreiten und
das Reining im Speziellen
Wenn in Matzendorf die Schweizer Nationalhymne erklingt und hochspezialisierte Reining-Pferde rundum betreut in der Halle stehen, dann hat das mit dem Cowboy, der draussen Kühe treibt, keinerlei Gemeinsamkeit mehr. Oder vielleicht doch? Bei genauerem Hinsehen gibt es eine historische Linie vom ursprünglichen Cowboy zum Spitzensportler von heute. Von der Schweizermeisterin im Reining Annika
Friesecke zurück zu Jesse Wilkinson, einem Cowboy aus dem 19. Jahrhundert.
M
inutiös bereitet sich die
junge Matzendorferin in
der Warm-Up-Arena auf
ihren Final vor. Mission:
Titelverteidigung. In den
bevorstehenden zweieinhalb Minuten hat
sie aus vollem Galopp zu stoppen (Sliding
Stopp), auf den Zirkeln mit hohem, moderatem Tempo die Kontrolle des Pferdes
zu zeigen (Speed Control), viermal 360
Grad auf der Hinterhand zu drehen je Seite (Spins), zweimal aus vollem Tempo fliegend den Galopp zu wechseln (Lead Changes) und flüssig nach einem Sliding Stop
rückwärtszugehen (Back Up). Diese verschiedenen Manöver zusammengehängt
ergeben ein sogenanntes Pattern (Muster),
welches die Richter zu bewerten haben.
Jesse Wilkinson hingegen hat noch nie
eine Arena gesehen. Der Cowboy aus dem
Ursprungsgebiet dieser Reiterei, dem heu32
tigen Kalifornien, sattelt seinen Wallach
mit einem schweren Arbeitssattel, gut verschnürt das wichtigste Werkzeug des Cowboys: das Rope, gemeinhin in unseren
Breitengraden als Lasso bekannt. Wilkinson stehen gut zehn Stunden Reiten bevor.
Kühe kontrollieren, Bullen aussortieren,
kranke Tiere mit dem Rope einfangen und
anschliessend behandeln.
Das Terrain ist oft steil, manchmal nass,
sumpfig, steinig oder von den typischen
Pfefferbäumen gesäumt, unter welchen
das Pferd zwar durchpasst, nicht aber dessen Reiter.
Es ist eine tägliche Mutprobe, wenn
man etwa Bullen einfangen muss oder der
Boden keine Fehler erlaubt. Daher auch
die witzig anmutende Definition, was ein
Cowboy ist: Das ist ein Mann, der dumm
genug ist, sein Leben aufs Spiel zu setzen,
um einer Kuh zu helfen.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
DIE UNTERSCHIEDE
Annika Friesecke gelingt in Matzendorf
ein spektakulärer Lauf. Frenetischer Applaus begleitet sie durch das Pattern. Als
die beiden Richter anschliessend 143
Punkte vergeben, bebt die Halle. Auf Masked Gunman, einem Paint-Horse, welches
sie erst seit kurzem in Beritt hat, eröffnet
sie den Elite-Final mit einem Paukenschlag. Zweifelsohne nutzte die amtierende Schweizermeisterin die optimalen Bedingungen und den eigens für diesen
Sport ausgelegten Sandboden auf Lehm,
um die geforderten Aufgaben zu bewältigen.
Nicht nur der steile und steinige Boden
unterscheidet die Arbeit von Vaquero Jesse
Wilkinson von den Leistungen von Annika
Friesecke. Wenn Wilkinson einer Kuh hilft
und dabei von sich und seinem Pferd alles abverlangt, applaudiert niemand. Der
Annika Friesecke gehört zu den
Schweizern Leistungsträgern
im Reiningsport ist gewinnt auch
im Jahre 2012 den Schweizermeister-Titel.
Bewertung im Reining
Wie in anderen Western-Disziplinen auch, beginnt der Reiter im Reining mit einem PunktePolster von 70 Punkten je Richter. Für gelungene
Manöver erhält er zwischen 0,5 bis 1,5 Pluspunkte und für weniger gute Teilabschnitte 0,5 bis 1,5
Minuspunkte. Dazu kommen Penalties also so-
genannte Strafpunkte wenn das Pferd sich weigert oder der Reiter ungenau reitet. Würde ein
Pferd zum Beispiel beim fliegenden Galoppwechsel mit einem oder beiden Hinterbeinen
ausschlagen gibt es einen Penalty-Abzug von 5
Punkten je Richter. Die Schweizermeisterschaf-
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
ten hatten zwei Richter zugegen und damit ein
Punkte-Polster von 140 für jeden Reiter. Wenn
die Richter sich unsicher sind, können sie eine
Video-Analyse verlangen.
33
Eines der zentralen Elemente im Reining ist der Spin, die vierfache
360-Grad-Wendung auf der Hinterhand des Pferdes.
Die Galoppzirkel sind Bestandteil jedes Reining-Patterns. In der Regel
zwei schnelle grosse und einen langsamen kleinen Zirkl.
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Dieser Name steht in Europa für einen Top-Hengst, wenn es um die Zucht von
hochspezialisierten Reiningpferden geht. Er ist sowohl als «American Quarter
Horse» als auch als «American Paint Horse» registriert. «Nomen est Omen»,
denn schon äusserlich ist I AM SHOTGUNNER ein richtiger «Gunner»: athletisch
und kompakt, schön, sehr beweglich und mit hervorragendem Stoppvermögen
ausgestattet feierte er schon viele Erfolge in der Reining-Arena.
Hinzu kommen Leistungsbereitschaft, Nervenstärke und beste Charaktereigenschaften.
1999 in den USA gezüchtet, kam er 2005 nach Deutschland und wurde auf
Anhieb «European Champion PHCG Senior Reining».
Sein aussergewöhnlich guter Charakter und seine sportlichen Erfolge machen
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Sein Stammbaum weist eine lange Reining-Horse-Tradition aus und I AM SHOTGUNNER vererbt sich und sein Potenzial sehr dominant.
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Lohn ist eine gesunde Kuh. Der Richter ist
das eigene Pferd, dessen Einsatzfreude
über viele Jahre bewahrt werden muss.
Annika Friesecke qualifizierte im Vorlauf drei Pferde für den Final der besten
Zehn. Doch ihr erster Ritt auf Masked Gunman sollte von niemandem mehr überboten werden. Vor Alex Kubli mit Jokers Freckle King und Daniel Schmutz auf Major
Oak gewinnt sie die Goldmedaille an den
Schweizermeisterschaften im Reining. die
Nationalhymne erklingt, die Medaille
glänzt um die Wette mit dem wunderschön hergerichteten Paar.
Auf den ersten Blick klaffen hier nicht
nur wegem des Atlantiks zwei Welten zwischen Annika Friesecke und Jesse Wilkinson. Spitzensport unter besten Bedingungen auf der Anlage Sport & Horses versus
Arbeitsreiterei mitten in der Natur. Preisgeld und Prestige versus Cowboy-Ehre.
DIE GEMEINSAMKEITEN
Es wäre aber der typische, amerikanische,
oberflächliche Blick, der uns mit diesem
Unterschied leben lassen würde. Auch
wenn es noch viele Differenzen gäbe. So
kostet ein international erfolgreiches Reiningpferd heute über 100 000 Franken,
wohingegen selbst das beste Arbeitspferd
keine 5000 Franken kosten würde und
dennoch unverkäuflich ist. Oder die sechsbis achtjährige Ausbildung eines Arbeitspferdes versus einer relativ frühen und
effizienten Spezialisierung des Reiningpferdes. Oder der heute dominierenden
texanische Stil mit gebrochenen Lederzügeln im Vergleich zum aus Mähnenhaar
geknoteten und geschlossenen Zügel der
Vaqueros, dem sogenannten Mecate. Und
so liessen sich noch viele Differenzen beschreiben. Doch sie alle täuschen darüber
hinweg, dass von Wilkinson bis Friesecke
Westernreiten immer noch Westernreiten
geblieben ist. Die Reitart hat ihre Eigenheiten behalten. Der gemeinsame Nenner
ist derjenige, dass Pferde im Westernreiten nicht dauernd bevormundet werden,
sondern lernen, selbstständig zu arbeiten.
Annika Friesecke braucht nicht am Zügel zu ziehen, um das Pferd zu stoppen,
auch dann nicht wenn das Pferd mit nahezu 40 Stundenkilometern galoppiert. Deshalb muss das Pferd seine Hinterhand senken, das Gewicht aufnehmen und gerät
somit ins Rutschen. Ein guter Slide auf
optimalem Boden wie eben in Matzendorf
kann gut und gerne mal zehn Meter lang
werden. Anderseits hat aber auch Jesse
Wilkinson nicht die Zeit, dem Pferd jeden
Schritt vorzugeben, wenn dieses eine Kuh
aus der Herde lösen muss. Das Pferd hat
gelernt, eigenhändig die Fluchtversuche
Sacha Jacqueroud ist Journalist und Spezialist in der traditionellen Cowboy-Arbeit mit dem Lasso
hoch zu Pferd. Er ritt 12 Sommer auf einer Ranch in Alberta (CAN) mit.
der Kuh zu unterbinden, indem es ihr immer wieder den Weg abschneidet. Würde
der Reiter das Kommando jedesmal dem
Pferd geben, wäre die Kuh schon lange
über alle Berge.
Die Pferde lernen im Westernreiten
also selbstständig zu arbeiten, sei es im
Pattern oder auf der Ranch.
EINE TROCKENÜBUNG
Diese Eigenschaft ist natürlich entstanden. Ein Arbeitspferd hat seinen Job, der
Cowboy jeweils einen anderen. Wenn das
Pferd die Kuh herauslöst, findet der Cowboy etwa die gute Position, um das Tier mit
dem Rope einzufangen. Oder das Pferd
sorgt eigenhändig für ein gespanntes
Rope, damit der Reiter absteigen kann, um
die Kuh zu behandeln. Nun liegt es in der
Natur der Pferde, dass sie unterschiedliche
Talente entwickeln, gefördert durch eine
gezielte Zucht. Nach dem sonntäglichen
Kirchgang begannen die Cowboys an ihren
Freitagen zu wetten, wer das bessere Pferd
habe, wer länger auf einem bockenden
Pferd sitzen könne oder wer besser mit
dem Rope umgehen könne. Das war die
Geburtsstunde der Rodeos.
Die ersten Wettvergleiche, die dem heutigen Reining nachkommen, waren sogenannte Dry-Works. Diese Trockenübungen
sollten beweisen, dass ein Pferd sowohl
Die Medaillengewinner Reining SM 2012
Open
1. Annika Friesecke mit Masked Gunman
2. Alex Kubli mit Jokers Freckle Kin
3. Daniel Schmutz mit Major Oak
143,0 Punkte
142,5 Punkte
14,01 Punkte
Non Pro
1. Adrienne Speidel mit A Hollywood All Star
2. Alessandra Sigrist mit SIRI Gi Charly
3. Adrienne Speidel mit As Tuff Stuff
142,5 Punkte
139,5 Punkte
138,5 Punkte
Youth
1. Andrin Kälin mit Cal Me Silver Jack
2. Sabine Mohler mit Nics Little Socks
3. Aline Locher mit Sugs Pepto Doc
134,5 Punkte
133,0 Punkte
132,0 Punkte
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
35
Neben dem Quarter Horse gibt es noch andere typische nordamerikanische Pferderassen: so wie
der Appaloosa hier im Bild in einem Trail-Parcours . . .
. . . oder das Paint Horse.
stoppen als auch drehen kann und sich
auch in hoher Geschwindigkeit nahezu
ohne Zügeleinwirkung kontrollieren lässt.
Vermochte in einem solchen Reining ein
Pferd zu überzeugen, galt es gemeinhin als
gut vorbereitet, um auch an den Kühen
erfolgreich zu arbeiten. Von daher rührt
auch der Begriff Reining. To Rein bedeutet
ein Pferd zu führen. Die Reins sind die
Zügel. Ein Pferd muss sich im Reining also
auch in hoher Geschwindigkeit folgsam
führen lassen. Und das allerwichtigste dabei ist: Dies alles sollte einhändig möglich
sein, denn oft genug braucht man ja die
andere Hand, um eben mit dem Rope zu
hantieren oder andere Arbeiten zu verrichten.
bewältigen musste und daher viele Eigenschaften vereinen musste. Egal was man
reitet: Reining so wie alle anderen Western-Disziplinen sind eine Passion, um
nicht zu sagen eine Lebenseinstellung,
und Matzendorf mit der Familie Friesecke
ein gutes Beispiel.
DIE DIMENSION
Die ersten Reining-Prüfungen entstanden
in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Doch es dauerte noch bis 1966, ehe sich die
National Reining Horse Association gründete, um eben diese Trockenübung spezialisiert zu fördern. Nun, rund 50 Jahre später, zählt die NRHA 20 000 Mitglieder
weltweit und schüttet mehr als 13 Millionen US-Dollar an Preisgeldern aus. Einige
der höchstdotierten Turniere sind auf
europäischem Boden. Auch in der Schweiz
mit der CS Classic auf der Anlage der Familie Corinna und Michael Schumacher in
Givrins. Seit dem Jahre 2000 wird Reining
als einzige Westerndisziplin von Weltreitverband FEI anerkannt.
36
Die Schweiz ist seit den ersten Weltreiterspielen, wo Reining ausgetragen wurde,
im Jahre 2002 im spanischen Jerez de la
Frontera mit dabei. Den Schweizern gelang es mehrmals, in die Finals vorzudringen. An den Europameisterschaften gab es
bisher zweimal Bronze in der Team-Wertung. Zuletzt im Jahre 2007 als ein gewisser Alex Kubli als Schlussreiter der Schweiz
die Medaille sichern konnte. Und dieser
Alex Kubli gewann nun im Jahre 2012 mit
demselben Pferd die Silbermedaille in der
Elite. Damals war Annika Friesecke noch
in den Jugendklassen unterwegs. Nicht
nur im Reining.
Das Westernreiten hat eine schier grenzenlose Menge an unterschiedlichen Disziplinen. Eine Idee davon geben die
Schweizermeisterschaften Westernreiten,
in welchen Annika Friesecke ebenfalls von
Jugend bis Elite schon Medaillen gewinnen konnte. Diese Vielfalt lässt sich etwas
strukturieren, wenn man mal die Rodeos
zuerst nennt, weil sie nach wie vor am
Grössten sind; dann die traditionellen Disziplinen zusammenfasst, in denen immer
noch an den Kühen geritten wird; dann
das Reining als einzige FEI-Disziplin und
dann die verschiedenen Disziplinen, die
aus der gezielten Zucht nordamerikanischer Pferderassen entstanden sind. Viele
davon mit der Idee, die Vielseitigkeit dieser Pferde zu zeigen. Wiederum ausgehend vom damaligen Cowboypferd, welches alle Aufgaben auf der Ranch
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Mekka Matzendorf
Die Famile Friesecke hat ihren Stall in Matzendorf vor wenigen Jahren ausgebaut, mit einer
Turnierhalle in den Ausmassen von 30 mal 60
Meter mit dem Namen Sport & Horses. Seither
finden sich alle Schweizer Westernverbände für
ihre Turniere mindestens einmal im Jahr in Matzendorf ein und profitieren von der professionellen Reitanlage im Kanton Solothurn. Zusammen
mit der benachbarten Riding Sport Arena verfügt
Matzendorf über zwei gedeckte Plätze und ideale Verhältnisse für den Turniersport.
Für Euch vor Ort
Bilder: Jürgen Seyler www.seyler.de
Filme: the word of Vision, www.mpvideo.de
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
37
SPORT UND
LEIDENSCHAFT!
«Reiten ist kein Sport» – diese Aussage hat wohl jeder Reiter in seiner Karriere schon des Öfteren gehört.
Der Umgang mit den beliebten Vierbeinern hoch zu Ross kennt jedoch überaus viele Facetten und Disziplinen. Und einige davon haben durchaus das Potenzial, auch die letzten Kritiker verstummen zu lassen;
beispielsweise die «Pony Mounted Games».
Text und Fotos: Kerstin Studer
D
iese rasanten Reiterspiele
verlangen den Teilnehmern
sehr viel ab. Um hier mitmachen zu können bedarf es
Fähigkeiten, die auch für alle
anderen Reitsportdisziplinen von grossem
Nutzen sind: Sattelfestigkeit, Geschmeidigkeit, aktives, exaktes Reiten mit präzisen Hilfen, gute Koordination, Beweglichkeit, Sportlichkeit, Ausdauer. Zudem
werden hier die Vorzüge des Mannschaftssports mit denjenigen des Reitsports ideal
verbunden. Und ob man nun selbst am
Start steht oder am Spielfeldrand mitfiebert – wer einmal dabei war, weiss: dieser
Sport ist etwas ganz Besonderes.
Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff «Pony Mounted Games» – in der
Schweiz hauptsächlich «Pony-Games» genannt? Es sind rasante Reiterspiele, die als
Stafette ausgetragen werden. Mannschaften à 5 Reiter mit ihren Ponys duellieren
sich in einem spannenden Kopf-an-Kopf-
38
Rennen. Geritten wird auf Ponys und
Kleinpferden bis 1,57 m Stockmass. Auf
einer Distanz von 54 Metern müssen zwischen Start- und Wechsellinie möglichst
schnell und fehlerfrei verschiedene Aufgaben absolviert werden, bevor dann das
nächste Teammitglied in den Parcours geschickt wird. An einem Turnier werden bis
zu acht Bahnen nebeneinander aufgebaut
und ermöglichen damit, ähnlich wie bei
Staffelwettbewerben in der Leichtathletik,
einen Vergleich der Mannschaften.
Bei jedem Spiel gehen vier Reiter-/PonyPaare eines Teams an den Start und werden von ihrem Teamcoach und Trainer
entsprechend ihren Stärken und Fähigkeiten in den verschiedenen Disziplinen
taktisch geschickt eingesetzt. Um den
Richtern und den Zuschauern den Überblick zu erleichtern, trägt der letzte Reiter
eines Teams ein sogenanntes «Kappenband» über dem Helm. So kann der Zieleinlauf problemlos mitverfolgt werden.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
VON INDIEN NACH EUROPA
Entstanden sind die Spiele vor rund 100
Jahren in Indien. Britische Kavalleristen
hielten sich während der Kolonialherrschaft auf diese Weise in Friedenszeiten fit.
Prinz Philipp brachte die «Pony Mounted
Games» dann im Mitte des 20. Jahrhunderts schlussendlich auch nach England,
wo sie klar reglementiert wurden und sie
sich rasant in ganz Europa verbreiteten.
Mittlerweile werden sie weltweit auf vier
Kontinenten ausgetragen und jährlich finden Europa- und Weltmeisterschaften sowie unzählige internationale und nationale Turniere statt. Der IMGA (International
Mounted Games Association) gehören bereits 20 Nationen an.
Eine der führenden Nationen in diesem
Sport ist heute Frankreich. Bei unserem
westlichen Nachbarn sind an den jährlichen Landesmeisterschaften rund 200
Teams am Start. So erstaunt es auch nicht
weiter, dass die Franzosen sich in diesem
Pony Mounted Games bieten auch
schon für die kleinsten Spiel und Spass,
und auch die Ponys sind mit Feuereifer
dabei.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
39
Teamgeist ist alles! Hier das Luzerner Team «No Limits» an einem internationalen Turnier in Turin.
Jahr sowohl den Europa- als auch den Weltmeistertitel sichern konnten.
Seit einigen Jahren haben sich die Pony
Mounted Games in der Romandie bereits
fest etabliert und sorgen für grosse Begeisterung. In der Deutschschweiz ist die
Sportart auch heute noch relativ unbe-
Kerstin Studer
Nachdem ich meine Reitkarriere in einer klassischen Reitschule auf Grosspferden gestartet
habe, bin ich Mitte 2007 durch ein Video auf die
Pony Mounted Games aufmerksam geworden.
Die Sportart hat mich durch die besondere Atmosphäre sofort gepackt und ich hatte das Glück,
schnell Gleichgesinnte zu finden und 2008 meine
erste Schweizermeisterschaft bestreiten zu können. Bis heute hat mich das Fieber nicht mehr
losgelassen und der Sport bietet mir einen idealen Ausgleich zum Büroalltag, sei es als Spielerin,
Trainerin oder bei der Organisation von Turnieren. Sofern es die Zeit zulässt, bestreite ich mit
meiner Reitponystute auch kleinere Springturniere.
Foto: Andrea Leicht
40
kannt. Dennoch hat sich auch hier bereits
eine stetig wachsende, begeisterte Fangemeinde rund um diesen Sport gefunden.
Nahezu 40 Teams aus der ganzen Schweiz
nehmen aktiv an den nationalen Meisterschaften teil und reiten um die Titel in den
verschiedenen Kategorien. Tonangebend
in der Deutschschweiz sind der Ponyhof
Bätterkinden im Kanton Bern sowie die
Samajos Ponys aus Luzern.
TEMPO ALLEIN GENÜGT NICHT
Ursprünglich als reiner Mannschaftssport
lanciert, finden bei Pony Mounted Games
heute auch Paar- und Einzelwettkämpfe
statt. Von den Teilnehmern – ob gross oder
klein – werden unterschiedlichste Fähigkeiten gefordert: Teamgeist, Disziplin,
Durchhaltewillen, Kondition sowie aktives Reiten im Einklang mit dem Pony sind
unerlässlich. In allen Disziplinen geht es
entweder um Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Koordination oder einen Mix aus diesen Anforderungen. Tempo, Kampfgeist,
Konzentration und schnelle Reaktion machen den Reiz dieses Sports aus. Auf dem
Spielfeld herrscht reges Treiben und die
Rangfolge ändert häufig in sehr kurzen
Zeitabständen, was für die Aktiven wie
auch für die Zuschauer höchste Spannung
garantiert. Und nicht selten entscheiden
auch hier am Ende die besseren Nerven bei
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Es benötigt jahrelanges Training von Reiter
und Pony, um bei den Spielen erfolgreich dabei
zu sein.
Pferd und Reiter über Sieg oder Niederlage.
Entsprechend der Vielseitigkeit dieses
Sports ist auch der Trainingsaufwand beachtlich. Pony-Games erfordern ein hohes
Mass an Fitness, Kondition, Koordination
und Kampfgeist. Nur eingespielte Pferd-/
Reiterpaare, die durch jahrelanges Training bestens aufeinander eingestimmt
sind, haben hier eine Chance auf den Sieg.
Wer einmal dabei war, wird rasch realisieren,
«Pony Mounted Games» sind mehr
als nur Sport und werden sehr schnell
zur Leidenschaft.
An der WM 2010, welche in Genf stattgefunden hat.
Wer aber nun glaubt, es ginge hierbei um
Spitzensport und Erfolge seien nur mit
einem ausgeprägten Mass an Ehrgeiz zu
erreichen, liegt komplett falsch. Pony
Mounted Games sind in erster Linie Amateur- und Turniersport, der mit viel Enthusiasmus, Herzblut und Freude betrieben
wird. Im Vordergrund stehen Spass, Spiel
und Teamgeist. Die Tenüs der Reiter sind
farbenfroh und die Teams tragen kreative
Namen. Die Rassen sind buntgemischt –
vom Shetty bis zum hochblütigen Reitpony – und die ausgelassene Stimmung
wird getragen von der fetzigen Musik aus
den Lautsprechern und den Schlachtrufen
der mitfiebernden Zuschauer.
Eins ist sicher: Mounted Games bieten
viel Spass für Jung und Alt, Gross und
Klein, sei es aktiv als Teilnehmer oder als
Zuschauer am Spielfeldrand. Und selbst
«Nichtreiter» werden von der sportlichspannenden Atmosphäre mitgerissen und
können dem leicht verständlichen Geschehen problemlos folgen. Die Stimmung an
den Turnieren ist sehr familiär und Fairplay ist in diesem Sport das oberste Gebot.
Aber Vorsicht – es besteht Suchtgefahr!
Wer einmal dabei war wird rasch realisie-
ren, «Pony Mounted Games» sind mehr als
nur Sport und werden sehr schnell zur
Leidenschaft.
Alle weiteren Informationen rund um die
«Pony Mounted Games» findet man unter
den folgenden Links:
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41
BIS ENDE JAHR
REGISTRIEREN
Ende Dezember 2012 geht die Übergangsfrist zur
Registrierung der Pferde auf dem Portal Agate.ch zu
Ende. Bisher haben sich über 20 000 Personen als
Equideneigentümer registriert und 50 000 Equiden auf
der Tierverkehrsdatenbank eingetragen. Die Branche
geht von gegen 90 000 in der Schweiz lebenden Pferden
aus. Es gibt also noch Einiges zu tun.
Text und Fotos:
Jürg Guggisberg, Identitas AG
42
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Nach Selbstregistrierung auf Agate und der Zuweisung der Rolle Equideneigentümer kann das
eigene Pferd im Bildschirm «Erstregistrierung» erfasst werden.
N
icht nur die weltweite Reisetätigkeit von Touristen und
Geschäftsleuten hat in den
vergangenen Jahrzehnten
stark zugenommen, sondern
auch der Transport von Pferden über Länder und Kontinente hinweg. Mit der verstärkten Reisetätigkeit nimmt auch das
Risiko der Verschleppung von Krankheiten zu. Ansteckende Seuchen wie Infektiöse Anämie der Pferde, West-Nil-Fieber und
die Pferdepest respektieren keine Landesgrenzen. Daher ist es im Seuchenfall für
die Veterinärbehörden essentiell zu wissen, wie sich die Pferde über die Schweiz
verteilen und mit welchen Artgenossen sie
am selben Standort Kontakt hatten. Diese
Informationen helfen beim raschen Ausarbeiten gezielter Massnahmen zur Seuchenbekämpfung.
Die Bundesämter für Veterinärwesen
und Landwirtschaft haben sich zum Ziel
gesetzt, bis Ende 2012 die in der Schweiz
lebenden Pferde in einer zentralen Datenbank zu registrieren. Die Aufgabe zum
Die Freibergerstute «Belle-Fleur»
(UELN 756018001002362) ist seit dem
28. April 2011 auf der TVD erfasst.
Erfassen der Equiden, so lautet der Oberbegriff für Pferde, Ponys, Esel, Maultiere
und Maulesel, wurde der Tierverkehrsdatenbank übertragen. Diese hat über 12
Jahre Erfahrung in der Registrierung von
Rindern.
Personen, welche einen Betrieb mit
einer TVD-Nummer bewirtschaften, sind
im Portal Agate bereits erfasst. Dagegen
müssen sich Eigentümer von Pferden, welche diese in einem Pensionsstall eingestellt haben, als erster Schritt auf Agate.ch
selbst registrieren. Dabei sind die Adressdaten und die E-Mail-Adresse anzugeben.
Bevor die eigenen Pferde registriert werden können, muss sich der Nutzer am
Bildschirm die Rolle Equideneigentümer
zuweisen. Wenn ein Pferd bereits eine
UELN-Nummer besitzt – UELN steht für
Universal Equine Life Number – soll diese
bei der Ersterfassung eingetragen werden.
Wird das entsprechende Feld nicht ausgefüllt, vergibt die TVD eine eindeutige UELN
für das registrierte Pferd.
Die UELN gilt als eindeutige Nummer
für das entsprechende Pferd. Ist das Tier
einmal in der TVD erfasst, werden alle
weiteren Meldungen in Beziehung zu dieser Nummer gesetzt. So reicht es bei einem
Eigentumswechsel, dass der neue Eigentümer die UELN seines neuen Pferdes zusammen mit dem Kaufdatum und der Agate-Nummer des Vorbesitzers eingibt. Die
restlichen Daten zum Pferd sind bereits im
System abgespeichert. Falls das Pferd am
Lebensende geschlachtet wird, muss dem
Schlachtbetrieb der Pass und die Gesundheitsmeldung mit eingetragener UELN abPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
gegeben werden, damit dieser die Schlachtungsmeldung für die entsprechende
UELN auf der TVD erfassen kann. Längerfristig werden die Pferde in der Schweiz
zentral abgelegte Lebensläufe aufweisen,
bestehend aus Geburt, Aufenthalten an
verschiedenen Standorten und letztendlich Schlachtung oder Euthanasierung.
Aus Veterinärsicht ist es wichtig, dass
das Pferd nicht nur im System erfasst und
einem bestimmten Stall mit einer TVDNummer zugeordnet wird, sondern die
Standortwechsel auf der TVD erfasst werden. Im Agate-Helpdesk beschweren sich
mehrmals wöchentlich Pensionsstallbesitzer, dass Kunden, welche ihr Pferd an
einen neuen Standort verstellt haben, den
Standortwechsel der TVD nicht gemeldet
haben. So wird das Pferd weiterhin auf
ihrer Bestandesliste angezeigt, obwohl es
den Betrieb bereits vor Wochen verlassen
hat. Die Standortgeschichte ist gemäss
Verordnung öffentlich. Hingegen wird die
Eigentümergeschichte nicht dargestellt.
Dies ist folgerichtig, denn nur über die
Auswertung der Standortgeschichten können die Veterinärbehörden im Seuchenverdachtsfall feststellen, welche Pferde
wann und wo mit Artgenossen in Kontakt
standen.
Bei Fragen rund um die Registrierung
der Pferde hilft der Agate-Helpdesk unter
der Nummer 0848 222 400 oder via E-MailAnfrage an info@agatehelpdesk.ch gerne
weiter. Anleitungen zum praktischen Vorgehen bei der Registrierung der Pferde
sind unter www.agate.ch im Bereich Tiere
melden ୴ Equiden aufgeschaltet.
43
KOMPETENZZENTRUM
RUND UMS PFERD
Auch heute noch sprechen viele «Rösseler» von der EMPFA in Bern, obwohl die Eidgenössische
Militärpferdeanstalt 1996, nach 106 Jahren Tätigkeit ihre Tore schloss. Die Nachfolgeinstitution,
das Nationale Pferdezentrum Bern NPZB, übernahm als privatrechtliche Genossenschaft den Auftrag,
Pferde für die Armee auszubilden. Aber nicht nur das, denn heute ist der Betrieb ein einzigartiges
Kompetenzzentrum rund um das Pferd, welches auf einem Raum immense Möglichkeiten bietet.
Text und Bilder: Karin Rohrer
Der Naturspringgarten ist
einzigartig und bietet ein tolles
Ambiente für das Training.
44
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Der Weg zur Führanlage ist
von Paddocks gesäumt.
S
innvolle Traditionen wahren und
dennoch offen sein für Neues. So
umschreibt die Betriebsleiterin
Corina Gerhäuser in kurzen Worten den Spagat von militärischen
Bräuchen zu heutigen Gepflogenheiten.
Die Betriebsökonomin lic. oec. HSG ist selber seit gut 25 Jahren der Passion Pferd
verfallen und konnte mit dieser beruflichen Herausforderung im August 2008
Hobby und Beruf ideal verbinden. «Sehr
lange Tage sind fast die Regel, aber ich
habe es nie bereut, meine Zelte in der Ostschweiz abgebrochen zu haben. Wir übernehmen hier viel Verantwortung, die Belastung ist manchmal immens, aber die
Aufgaben sind spannend und wir haben
die Zügel selber in der Hand», erklärt sie
prägnant.
EINE CHEFIN UND KEIN PATRON
Corina Gerhäuser führt den Mitarbeiterstab mit klaren Regeln und ohne Schnickschnack. Dennoch nimmt sie sich Zeit für
einen Schwatz da, ein Pferdehalsstreicheln
hier und dies immer mit einem wachen
Blick, ob irgendwo etwas zu tun ist. «Mein
Ziel ist es, allfällige Probleme nicht voranzuschieben, sondern sie anzugehen und
zu lösen. Jeder Spartenleiter steht hinter
seiner Aufgabe, und der Mix von Dienstleistungen mit kompetenten Mitarbeitern
hat sich bewährt», erklärt Corina Gerhäuser mit sichtbarem Stolz auf das vorhandene Teamwork der rund 60 Angestellten
und Aushilfen. Natürlich macht die Personalführung einen grossen Teil ihrer Arbeit
aus, aber auch die Koordination und
Durchführung von Veranstaltungen und
der Kontakt mit 40 Pensionären sowie den
weiteren Kunden stehen an. «Morgens vor
der Arbeit im Paddock reiten, das ist Glück
pur», erklärt Corina Gerhäuser mit einem
Leuchten in ihren Augen. Sie lässt keinen
Zweifel offen, dass sie ihre Arbeit in diesem einmaligen Umfeld liebt. So ist sie
auch dementsprechend positiv eingestellt,
was die Zukunft des NPZB betrifft, ohne
rosa Brille und mit der Gewissheit, dass
man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen oder zurücklehnen sollte, sondern
volle Kraft voraussteuern. Und es gilt, mit
den immer wieder grassierenden Vorurteilen aufzuräumen. Nämlich, dass das NPZB
ein vom Bund subventionierter Betrieb
oder ein Luxus-Stall für gut betuchte Pferdebesitzer sei. Vielmehr kann man das
NPZB als ein Zentrum für Pferd und
Mensch einstufen, eine Institution und ein
Kulturgut, das es zu erhalten gilt. Vor den
Toren Berns, in der Nähe des WankdorfStadions, zwischen Messegelände BERNEXPO und Rosengarten verkehrstechnisch
gut erschlossen, mit einer Gesamtfläche
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
von 100 000 m2. In von der Denkmalpflege
geschützten Gebäuden bieten die Stallungen Platz für rund 250 Pferde.
PFERDEMIST
FÜR CHAMPIGNON-ZUCHT
Als Pferdepfleger kam Heinz Erb 1994 zur
EMPFA und heute ist der 44-jährige der
Stallmeister, kümmert sich um das Wohlergehen der Pferde und die Arbeitseinteilung der acht Angestellten und Aushilfen.
«Die Boxen von durchschnittlich 200 Pferden werden gemistet, bei Veranstaltungen
sind es auch deutlich mehr. Das benötigt
ca. 1000 Tonnen Stroh pro Jahr», rechnet
Erb aus und erzählt, was mit dem Pferdemist geschieht. «Zweimal pro Woche werden 150 Kubik Mist abgeholt und als Substrat für die Champignonzucht verwendet»,
eine Win-win-Situation für das NPZB und
den Champignon-Züchter aus der Umgebung. Nebst dem Rasen mähen, Hallenboden präparieren und verschiedenen
Umgebungsarbeiten gehört auch die Organisation von 600 Tonnen Heu, 500 Ballen
Haylage und 130 Tonnen Mischfutter jährlich zu seinem Arbeitsalltag. «Die Stadtnähe schafft nicht nur Vorteile, und so hat
sich das Engagieren der Securitas nachtsüber bewährt, da halt auch schon mal
Traktorenteile fehlten, nach einem Kurs
ein Fenster im Gebäude offenstand oder
45
ein Pferd in der Stallgasse herumspazierte», erzählt der Stallmeister. «Noch zu
EMPFA-Zeiten ist einmal ein Pferd aus dem
Stall ausgebüxt und wurde bis zum Bärengraben vom Nachtwächter auf dem Velo
verfolgt und unverletzt wieder eingefangen» ergänzt Ernst Beer lachend. Der
63-jährige Bereiter, Parcours- und Crossbauer ist zuständig für die Ausbildung der
Jungpferde und Leiter Concours Complet
im NPZB. Er absolvierte 1975 in Bern seinen Train-WK und erinnert sich noch genau an sein Vorreiten bei der späteren
Stellenbewerbung als Bereiter, die er mit
25 Mitstreitern antrat: «Ganz nach dem
Motto lange Bügel, lange Zügel, mussten
wir in dieser ungewohnten und unbequemen Haltung ein paar Sprünge bewältigen
und auch noch eine ärztliche Untersuchung über uns ergehen lassen, heute
schier unvorstellbar.» Um die 50 Ausbildungspferde jährlich und 65 Armee-Pferde, die Dienst leisten, kümmert sich Beer,
welcher über viel Erfahrung bei der Ausund Weiterbildung von Reitern und Pferden verfügt. Gerne tüftelt er neue CC-Hindernisse aus, die er in Zusammenarbeit
mit dem NPZB-eigenen Schreiner realisiert, und häufig ist er als Parcoursbauer
auch an auswärtigen Anlässen anzutreffen. Die Arbeit mit jungen Reitern und
unerfahrenen Pferden macht ihm Spass
und an seinem Job schätzt er vor allem,
dass er freie Hand hat und mit dem Naturspringgarten eine vorzügliche Infrastruktur zur Verfügung hat.
NICHT NUR PFERDE BEHEIMATET
Das NPZB ist heute eine Genossenschaft,
wo nebst Gemeinde und Kanton auch verschiedene Berufs- und Pferdeverbände Mitglied sind. Ein Teil des Areals wird vom
Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
(VBS) gemietet und das Gelände mit
Springgarten etc. von der Burgergemeinde
Bern. Man darf die Berner Pferdesportanlage, ohne zu übertreiben, als wohl einzigartig in Europa betiteln. Der Naturspringgarten (Paddock), umgeben von einer
Sandbahn, ist mit den verschiedensten
Gräben, Wällen, Natur- und Fahr-Hindernissen das Aushängeschild des NPZB und
lässt die Herzen von Pferd, Reiter und Fah-
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Centre Equestre National Berne
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Reitausbildung in den klassischen Disziplinen
Fahrausbildung unter der Leitung von Werner Ulrich, Weltmeister Zwei- und Vierspänner
Reit- und Fahrausbildung für Pferde aller Rassen und Alterstufen
Voltigieren
Veterinärdienst mit Reproduktionszentrum
Hufbeschlag
Organisation von pferdesportlichen Veranstaltungen in allen klassischen Disziplinen
Vermietung der vielfältigen Infrastruktur für diverse Anlässe
Kurszentrum für Reiter, Fahrer, Offizielle, Verbände und Vereine
Berufsbildungszentrum OdA Pferdeberufe
Pferdepension (auch temporär möglich)
Ausbildung und Haltung von Militärreitpferden
Verkaufspferde Reiten und Fahren
Führungsseminare mit Pferden
Mingerstrasse 3, Postfach 165
CH-3000 Bern 22
Tel. +41 (0)31 336 13 13
Fax +41 (0)31 336 13 14
E-Mail: info@npz.ch
Internet www.npz.ch
Öffnungszeiten Büro:
Montag bis Freitag
07.30-12.00
13.30-17.00
46
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
rer höher schlagen. Der grösste Allwetterplatz der Schweiz ist mit seinen 6500 m2
ideal als Austragungsort verschiedener
Pferdesport-Events. Ein Dressurviereck
und zwei Reithallen komplettieren das
grosszügige Angebot für Training und
Wettkampf. Nebst dem traditionellen ZKVWeekend im Oktober finden die verschiedensten Pferdesport-Disziplinen Raum
und Platz im NPZB, aber auch Alpakas,
Schafe oder Kühe bevölkern das Gelände
bei Ausstellungen. Nebst den Büros der
Angestellten ist in einem separaten Gebäude die Geschäftsstelle des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport (SVPS)
untergebracht. Verschiedene Seminarund Sitzungsräume und die grosse Wagenremise als Kongressraum gehören ebenso
zur vielseitigen Infrastruktur. Im sogenannten «Knochenraum», einem Theorieraum mit 20 Sitzplätzen, sind präparierte
Knochen, Organe und vieles mehr von
Pferden ausgestellt, die sich über all die
Jahre zu einer immensen Sammlung gemausert haben. Ein Prunkstück ist sicher
die Geschirr- und Wagensammlung im Besitz der Eidgenossenschaft, welche noch
heute auf dem Gelände des NPZB beheimatet ist. Viele Wagen der ehemaligen EMPFA
verstauben aber nicht als Museumsstücke,
sondern werden tagtäglich eingesetzt.
LERNEN VOM MEISTER
Werner Ulrich ist Weltmeister Zwei- und
Vierspänner und seit 1997 Leiter der Fahrabteilung, wo er für die Ausbildung der
Fahrpferde zuständig ist. «Rund 80 Pferde
der verschiedensten Rassen werden hier
pro Jahr eingefahren, und zwar vom
Youngster für den Feldtest über ältere Importpferde bis zum privaten Turnierpferd», erklärt Werner Ulrich, zu dessen
Aufgaben auch das Erteilen von Fahrunterricht zählt. «Wenn ich nicht gerade auswärts Kurse gebe oder im Ausland auf
Turnier bin», ergänzt der erfahrene Rösseler schmunzelnd, welcher auf 33 Jahre
Turniererfahrung zurückschauen kann.
Für ihn ist die Lage am Stadtrand positiv,
denn «wo könnte man die Verkehrssicherheit der Pferde besser schulen als in der
Stadt, wo sie auf Autos, Busse und vieles
mehr treffen», ist er überzeugt. Mit einem
erfahrenen Armeepferd als Gespannskollegen an ihrer Seite entspannen sich die
Jungpferde eher, und auch die Fahrer sitzen auf dem erhöhten Kutschbock der ehemaligen EMPFA-Wagen sicher. «Viele Fahrtraditionen von früher werden beibehalten
und gelebt, und das ist gut so», betont Ulrich. Im NPZB kommen Fahrtrainings, Brevet-Prüfungen und die bekannte Drivers
Challenge zur Austragung, und da ist
Teamwork angesagt, um alles reibungslos
über die Bühne zu bringen. Der 50-jährige
Fritz Schmid ist Ulrichs Stellvertretung
und arbeitet 70 % im NPZ, nebenbei führt
er einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb.
1990 kam er als Pferdepfleger zur EMPFA
und heute kümmert er sich ebenfalls um
die Bewohner der 14 Boxen im Fahrstall.
Unterstützt werden die zwei Fahrer von
Martin Baumgartner, Franz Kümin und
Aushilfen.
DIE FAHRLEINEN FEST IN DER HAND
«Kein Pferd ist gleich und man kann auch
kein Software-Programm kaufen, um es
besser zu machen, und auch 100 Bücher
lesen nützt nichts, man muss sich mit
dem Individuum Pferd auseinandersetzen», weiss der Fahrer und Ausbilder Fritz
Schmid, welcher mit einer unerschütterlichen Geduld gesegnet ist, auch wenn mal
ein Pferd einen Gang höher schaltet. «Die
Ansprüche an die RS-Pferde sind gestiegen, und ein Train-Pferd muss mit Last und
Lärm umgehen können, Holz rücken und
eine solide Ausbildung geniessen», erklärt
Schmid ernst. Ihm ist wichtig, dass den
Fahrpferden im NPZB eine gute Basis gegeben wird und dass auch Fahranfänger
den Weg nach Bern finden, «denn wir sind
nicht nur ‹sportlastig›, sondern vor allem
‹pferdelastig› und möchten allen den Spass
am Fahren weitervermitteln», betont Fritz
Schmid. «Wir haben routinierte Fahrpferde hier, welche die Autos an einer Ampel
genau beobachten und bei Grün anziehen», schmunzelt er und erwähnt, dass
mit Kunden oftmals eine Fahrt zum Bundeshaus unternommen wird, um ihnen zu
zeigen, was ihr Pferd in der Fahrausbildung gelernt hat. Da zeigen sich die Stadtbewohner ebenso erfreut wie die Touristen, welche sofort den Fotoapparat zücken.
Das Bürogebäude der NPZB-Mitarbeiter liegt
quasi im Grünen
Die Stallgebäude sind mit ihrem Efeu
ein Blickfang
Corina Gerhäuser ist die Betriebsleiterin
vom NPZB
Leiter Fahrstall, Werner Ulrich unterwegs mit
seinem Vierspänner
KURANSTALT FÜR PFERDE
Nicht nur die hiesigen Pensionäre schätzen den vorhandenen Veterinärdienst,
sondern auch Pferdehalter aus vielen Teilen der Schweiz, die ihren Vierbeiner zu
Untersuchungen oder Hospitalisierung in
die Kuranstalt im NPZB bringen. Je nach
Saison (Zucht) halten sich gegen 30 Pferde
in der Klinik auf. Ankaufsuntersuchungen, orthopädische Abklärungen, Röntgen
oder Lahmheitsuntersuchungen gehören
zum Alltag. Ein zweiter Zweig gehört der
Zucht, mit Deckstation, Ultraschalluntersuchungen und der Betreuung von Stuten
und Hengsten. Tierarzt Dr. med. vet. Beat
Wampfler leitet den Veterinärdienst, ein
Team von neun Personen, darunter vier
Tierärzte und, zum Zeitpunkt des Interviews, noch sieben Schnupperlehrlinge.
Diese werden mit viel Engagement mit
den Veterinärtätigkeiten vertraut gemacht
und dürfen überall dabei sein, auch selber
anpacken. «Man kann Zeit kaum besser
investieren als in Jugendliche und wer
weiss, ob nicht der eine oder andere einmal als künftiger Mitarbeiter wieder vor
den Toren des NPZB steht», erklärt Beat
Wampfler. Zusammen mit Dr. med. vet.
Stefan Bettschen wurde die Pferdeklinik
immer weiter ausgebaut und modernisiert. Für Wampfler stimmt das menschliche Umfeld an seinem Arbeitsplatz mit
dem seit zehn Jahren fast gleichen Veterinärsteam. Auch wenn sein Job ein grosses
Mass an Flexibilität bedeutet, die Tagesplanung oftmals ziemlich unberechenbar
erscheint und regelmässige Pausen eher
selten sind. «Früher hatten wir in der Znü-
nipause Schwarztee, welcher hie und da
mit einem Kaffeelöffel Rotwein verbessert
wurde. Nicht immer ganz im Sinne des
damaligen Chefs, der es nicht begrüsste,
wenn die Veterinärlehrlinge mit Alkohol
in Berührung kamen», erinnert er sich lachend. Beat Wampfler schaut mit Freude
auf das Vergangene zurück, aber auch
positiv in die Zukunft. «Der medizinische
Standard ist hoch und wir haben heute so
viele Möglichkeiten hier, z. B. mit der Chiropraktik. Ein grosses Kapital sind sicher
die erfahrenen Berufsleute, von welchen
vieles übernommen wird», ist sich Wampfler sicher. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Veterinär und Hufschmied ist vorteilhaft und heute hat das Werk des
Hufschmiedes immer mehr Gewicht bei
der Pferdegesundheit. Christian Krieg ist
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
47
Karin Rutschi bildet Pferd und Reiter
im Springsport aus.
Katrin Diggelmann-Kluza leitet die Reitschule
und schätzt ihre vierbeinigen Arbeitspartner.
Die Mitarbeiter finden sich zum Fotoshooting ein.
Leiter der NPZB-Schmiede und mit seinem
Team beschlägt er Privatpferde, Patienten
der Kuranstalt, Pferde des NPZB und des
Bundes (VBS).
AN DER BASIS ARBEITEN
Die 29-jährige Katrin Diggelmann-Kluza
hat vor 10 Jahren ihre Bereiterlehre im
NPZB abgeschlossen und ist nun seit letztem Herbst wieder «an Bord», jetzt als Leiterin der Reitschule. Dass die Reitschulpferde mit vielseitiger Arbeit bei Laune
und mit professioneller Umsorgung fit gehalten werden lässt sich nicht verleugnen.
Sämtliche Schulpferde, die Katrin vor
10 Jahren bei ihrer Ausbildung kennenlernte, tun nämlich heute noch ihren
Dienst hier. Die momentan 13 Warmblüter sind alles ehemalige Armeepferde und
mit ihrem gefestigten Charakter ideale
Lehrmeister für die rund 90 Reitschüler
(davon rund 60 Kinder/Jugendliche) und
dürfen ihre Gelassenheit auch beim Einsatz mit der berittenen Polizei und der
Bereitermusik beweisen. «In einer Reitstunde war Schenkelweichen angesagt
48
und der einzigen noch etwas unerfahrenen Reiterin erklärte ich, sie solle einfach
im Schritt gerade hinter den anderen herreiten. Ihr Pferd jedoch nahm seinen Job
absolut ernst und begann ebenfalls mit
Schenkelweichen, ohne irgendeine reiterliche Hilfe», schmunzelt Katrin Diggelmann über ihre fast übereifrigen Schulpferde. Ihr ist wichtig, dass die Reitschüler
auch das Drumherum beim Reiten kennenlernen. So dürfen diese beim Putzen,
Satteln oder der Stallarbeit mit anpacken
und der Spassfaktor ist immens, wenn die
Schüler nach einer Stunde die grosse
Schwemme im NPZB durchreiten und alle
mehr oder weniger nass werden. Die Reitschule des NPZ Bern bietet Brevet- und
Silbertestkurse sowie J & S-Kurse für Kinder zum Erwerb des J & S-Abzeichens an.
Nebst der reiterlichen Grundausbildung
hat das Voltigieren mit der Trainerin Vanessa Rusca seinen festen Platz und der
eidg. dipl. Reitlehrer Urs Schelker ist für
den Dressurunterricht zuständig. Die Sparte Springen wird von der 40-jährigen Karin
Rutschi geleitet, welche auf eine erfolgPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
reiche Springreiter-Karriere, ein Theologiestudium, Sozialkompetenz und viel Erfahrung mit Jugendlichen bauen kann.
«Der Reitsport lernt einen Disziplin und
‹Biss› und so liegt mir viel daran, im sportlichen Bereich hier etwas zu bewirken»,
erklärt Karin Rutschi. Sie reitet Kundenund Verkaufspferde, betreut Auszubildende, bildet Pferde und Reiter aus und ja, ab
und zu muss auch etwas Büroarbeit sein.
Obwohl die drahtige Reiterin viel lieber
draussen ist und sich beim Reiten auf dem
riesigen Allwetterplatz betätigt. Es werden
jedoch nicht nur Vierbeiner ausgebildet,
das NPZB ist auch Lehrbetrieb für junge
Menschen. Lehrstellen werden für Pferdefachpersonen EFZ Klassisches Reiten sowie für Tiermedizinische/r Praxisassistent/
in EFZ angeboten, und der Betrieb ist seit
2008 das Berufsbildungszentrum der OdA
Pferdeberufe.
40 JAHRE VERBUNDEN MIT EMPFA
UND NPZB
Vor Corina Gerhäuser leitete Hans Bienz
das NPZB und kennt dieses wie seine Hosentasche. So war er zum Beispiel mit viel
Freude und Engagement beim Aufbau der
Kindergruppen zur international erfolgreichen Voltige involviert. Auf dem Höhepunkt der EMPFA-Zeiten standen gegen
1500 Pferde in den Stallungen und wurden
auf militärische Aufgaben vorbereitet. Die
EMPFA war «Reitschule der Nation», die
Spitzenreiter, Olympiasieger und Weltmeister hervorgebracht hat. In der ganzen
Organisation hat sich in den letzten Jahren
natürlich vieles verändert. So war früher
extra ein Gärtner angestellt für die Pflegeund Umgebungsarbeiten. Aber auch im
NPZB machte der Spardruck nicht Halt
und so wurden Arbeitsplätze wie Gärtner
oder Nachtwächter gestrichen. «Die Spartenorganisation wurde eingeführt und jedes Quartal wurden die Finanzen verglichen, Budgets erstellt, alles unter den
gestrengen Augen der Verwaltung, wie
sich das für einen Dienstleistungsbetrieb
gehört», erklärt Hans Bienz. «Aber auch
der Umgang mit dem Pferd hat sich verändert, man geht heute viel mehr auf dessen Psyche ein. Wir hatten Bibliotheksbücher über die Korrektur von störrischen
Pferden, wo zum Beispiel Folgendes geraten wurde: Ein eingespanntes Pferd, das
nicht anzieht, soll mit Anzünden eines
Büschels Heu unter dem Pferdebauch gefügig gemacht werden», erinnert sich der
ehemalige Kavallerist. Positiv in Erinnerung blieb ihm der damalige Berufsstolz.
«Das Abtreten mit sauberen Stiefeln war
ein Muss und das Sattelzeug wurde täglich
mit einem Schwamm abgerieben. Sogar
der verbleibende Schmutz im Striegel wurde kontrolliert», lacht Bienz. Ihn beeindruckt der Zusammenhalt, der ehemaligen EMPFA-Mitarbeiter, die sich noch
immer alle zwei Jahre treffen und diese
Tradition hoffentlich beibehalten.
AKROBATIK HOCH ZU PFERD
Auch die Reiter hatten regelmässige Trainings. «Einmal pro Woche übten wir die
Sturztechnik und machten via Sprungbrett Hechtrollen, sogar über das Pferd»,
erinnert sich Hans Bienz. Reithelme wurden damals nicht eingesetzt, geritten wurde traditionell mit der Mütze. Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten die
Ausbilder jedoch ein Einsehen und die
Reiter durften ihre Mützen an die nummerierten Nägel in der Reithalle aufhängen,
solange sie ritten. Aber zumindest einmal
wäre Bienz wohl froh gewesen um einen
Reithelm. Als er nämlich vor ungefähr 40
Jahren alleine auf einem Ausritt war (Vorgesetzte durften dies) und mit seinem
Pferd bis zum Bauch im Wasser der Aare
stand, verspürte er einen plötzlichen
Schmerz am Kopf, und Blut lief ihm über
die Stirn hinunter. Wie sich herausstellte,
hatte ihn ein wütender Fischer mit einem
Stein am Kopf getroffen. Da blieb Bienz die
Begegnung mit Prinzessin Stéphanie von
Monaco in deutlich besserer Erinnerung:
«Während eines Tournee-Aufenthaltes des
Zirkus Knie wurde ich angefragt, ob die
Prinzessin etwas abseits der Wagenburg
ihren Wohnwagen aufstellen dürfe. Sie
war damals liiert mit einem Zirkusartisten
und wir stellten ihr eine Grasfläche vor der
Reitbahn 1 zur Verfügung. Nicht ahnend,
wie gross das Medieninteresse sein würde
und was für Aufregung die Paparazzi mitbringen.» Da war der Aufmarsch von 3000
Ziegen ein weniger grosses Medienereignis. Aus der ganzen Schweiz versammelten sich die Tiere hier als Ausgangspunkt
zu einer Ziegendemo vor dem Bundeshaus. «Die logistische Organisation mit
Auslad, Transportern, Abmarsch und
Rückkehr der Ziegen war immens und
dennoch ein spannendes und folkloristisches Erlebnis für mich», lacht Hans Bienz
noch heute über den speziellen Besuch im
Springgarten.
IM WANDEL DER ZEIT
Oliver Brand war von 2000 bis 2010 Mitglied der Verwaltung NPZB, davon acht
Jahre als Präsident, und erlebte den nicht
ganz einfachen Wandel von einem Betrieb
der öffentlichen Verwaltung in ein rein
privatwirtschaftliches Unternehmen. «Das
NPZB musste während längerer Zeit ums
Überleben kämpfen und in der Zeit um
2001/2002 war eine Entwicklung im Gang,
die ohne rigorose Massnahmen im finanziellen Kollaps geendet hätte. Mit dem
enormen Rückgang des Volumens des Armee-Auftrages brach die Rentabilität zusammen. Der Verwaltungsrat musste damals tiefgreifende Sanierungsmassnahmen
beschliessen und umsetzen: Kosteneinsparungen von über einer Million Franken (ca.
1
/6 des Umsatzes) mit einer Reduktion des
Personalbestandes um fast einen Drittel
bei gleichbleibenden Erträgen, Verlagerung der Einnahmen vom öffentlichen
Auftrag zu Privatkunden und einiges
mehr», erläutert Oliver Brand. Er war mit
Michael Schnyder, ebenfalls ein Mitglied
der Verwaltung, in diesen schwierigen
Arbeitsprozess involviert und die beiden
trugen viel dazu bei, dass der Betrieb heute in dieser Art und Weise funktionieren
kann.
EINE ZWEITE HEIMAT
Peter Christen ist seit drei Jahren Mitglied
der Verwaltung NPZB (als «Bindeglied» von
SVPS und NPZB) und vom funktionellen
Ausbildungszentrum überzeugt. «Reiter
und Pferde profitieren von gut ausgebildetem Fachpersonal, die Stadt Bern hat dadurch Arbeitsplätze und mit dem ganzen
Areal eine grüne Lunge. Der Kanton kann
mit dem Betrieb optimale Ausbildungsplätze vorweisen und Synergien mit der
BEA sind möglich. Das NPZB ist Standort
für die Bereitermusik, die Berner Dragoner, und die Zusammenarbeit mit der
Train-Ausbildungsstädte Schönbühl ist
ideal», zählt Christen die Pluspunkte der
Institution auf. Sein Bezug zu Bern liegt
schon weiter zurück, da er bereits als
19-Jähriger die Remonten-Pferde besichtigte und Kurse besuchte. 1974 kaufte er
ein Pferd der EMPFA, welches viele negativen Eigenschaften in seinem Verbal führte. Beim Probereiten auf dem Franzosen
«Zelos» war noch alles in bester Ordnung,
erst beim Fahren im Mittagsverkehr der
Stadt zeigte sich eine Untugend des Pferdes. «Solange wir forsch trabten, gab es
keine Probleme, aber Bremsen oder gar
Anhalten war ein Ding der Unmöglichkeit
und wir fuhren bei Rot über die Ampel. Ich
habe Zelos trotzdem gekauft und er wurde
mir bis ins hohe Alter ein treuer Kamerad
im Spring- und Military-Sport», lacht Christen. Regelmässig besuchte er Reitkurse in
Bern, war bei Vereinstrainerkursen dabei,
ritt Military im Paddock und war Jury-Präsident an Veranstaltungen. «Für mich wurde das NPZ in Bern quasi zur zweiten Heimat und ich fühle mich einfach rundum
wohl dort», sinniert das Mitglied der Verwaltung.
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49
Text: Christian Knupp
Fotos: zVg
DER RICHTIGE
MIX
DAS PFERD IST, WAS ES FRISST.
Haltung, Einsatz und die körperlichen Anforderungen an unsere
Pferde haben sich in den letzten
fünfzig Jahren deutlich verändert. Diesem Umstand wird
oftmals bei der Bemessung der
Futterrationen wie auch bei der
Zufuhr von Vitalstoffen zu wenig
Beachtung geschenkt. Der richtige Mix individuell auf den
eigenen Vierbeiner abgestimmt
beugt gesundheitlichen Problemen vor und führt zu Wohlbefinden, Leistungsvermögen und
Ausgeglichenheit.
50
W
ährend früher grosse,
schwere und starke
Pferde zum Ziehen
des Pfluges oder zum
Einsatz in Armeen gebraucht wurden, sind sie heute vor allem
Freizeitpartner oder «Sportgeräte». Ich
sehe oft Pferde, welche übertrieben ausgedrückt, 23 Stunden täglich in der Box
stehen, um danach eine Stunde gearbeitet
zu werden. Glücklicher sind diejenigen
Pferde, welche genügend Weidegang mit
Bewegungsmöglichkeit haben. Insbesondere Freizeitpferde mit wenig Arbeit gilt
es bezüglich der Energie ganz anders zu
füttern, als stark geforderte Sportpferde.
Eine «gute Fütterung» hat auch eine psychische Komponente. Es ist beim Pferd
nicht alles berechenbar. Auch ein Pferd hat
das Bedürfnis, Freude am Futter zu haben.
Es liebt ebenfalls etwas Abwechslung und
Vielfalt an Nährstoffen.
Wir wünschen uns grazile, feingliedrige, aber gleichzeitig muskulöse Pferdetypen. Für viele Pferdebesitzer spielt auch
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
eine bestimmte «Liebhaberei» mit Rassen
hinein, die ursprünglich nicht in unserer
mitteleuropäischen Gegend heimisch waren. Herkunftsgebiete wie Island, Friesland oder die Iberische Halbinsel bringen
ganz andere Voraussetzungen an die Fütterung respektive die Ernährung mit sich.
Für mich genügt in der Ernährung niemals
nur «Füttern und Fressen zum Sattwerden». Die Pferdebesitzer müssen sich ganz
intensiv überlegen, wie viel «Kraft» in
einem Futter stecken muss, welches sein
Pferd benötigt. In diesem Zusammenhang
habe ich schon vor über zwanzig Jahren
begonnen, den Begriff «Kraftfutter» zu
überdenken. Jedes, auch das hinterste und
letzte Freizeitpony, braucht Kraftfutter.
Nur muss man sich halt überlegen, ob es
Kraftfutter oder Futter mit natürlicher
Kraft benötigt. So erfordert eine Futterration, welche dem Pferd Wohlbefinden,
Gesundheit, Zuchterfolg oder sportliche
Höchstleistungen ermöglichen soll, eben
vor allem auch Vitalstoffe. Insofern sehe
ich in der «traditionellen Fütterung» diese
Leider ist den wenigsten
Pferdebesitzern der Einfluss
der Fütterung auf Leistungsfähigkeit und -bereitschaft,
Wohlbefinden, Gesundheitszustand und Konzentrationsfähigkeit bekannt.
Vitalstoffe oft vernachlässigt und schlicht
und einfach «vergessen». Das ist wie bei
uns Menschen. Wir gehen auch nicht jeden Tag zum Fastfood und nehmen am
Abend noch eine Vitamin-Brausetablette
zur Abdeckung der Vitamine und Spurenelemente ein.
Wenn wir jetzt den Begriff der Vitalstoffe unter die Lupe nehmen und versuchen, diese zusätzlich in die Fütterung
einzubauen, dann tun wir dies mit dem
alleinigen Ziel, die Qualität einer Futterration zu optimieren. Was ist schliesslich
die Ursache, dass die Vitalstoffe eben zwar
die Futterkosten kurzfristig etwas erhöhen, langfristig jedoch den absoluten Wert
des Futters verbessern? Hier ein Beispiel
aus meiner Beratungstätigkeit, wie sie tagtäglich an mich herangetragen werden.
«Mein Haflinger hat Mauke und ist zu
dick, obwohl er nur zwei Hände voll Müesli bekommt!» Auf die Nachfrage welches
Müesli und wie viel Nährstoffe er mit dieser kleinen Menge bekommt, erhält man
üblicherweise zur Antwort: «Ich gebe ja
ein Mineralfutter dazu!» Denn schließlich
machen das ja auch die Stallkolleginnen
und -kollegen so: «Meine Freundin gibt das
ihrem Warmblutwallach auch und ist damit voll zufrieden. Der sieht prima aus, er
ist nur immer etwas faul und manchmal
guckig!»
Leider ist den wenigsten Pferdebesitzern der Einfluss der Fütterung auf
Leistungsfähigkeit und -bereitschaft,
Wohlbefinden, Gesundheitszustand und
Konzentrationsfähigkeit bekannt. Fakt ist,
dass Versorgungsengpässe selten mit unzureichender Kalorienzufuhr aus der täglichen Ration, sondern mit ungenügender
Zufuhr von Vitalstoffen zusammenhängen. Kalorien aus Kohlehydraten und Fetten dienen in erster Linie der Energiegewinnung. Vitalstoffe dienen als kleine,
unentbehrliche Helfer des gesamten Stoffwechselprozesses, die Gesundheit und
Leistung erst ermöglichen. Sämtliche
Stoffwechselvorgänge sind vom Vorhandensein ausreichender Mengen an Makronährstoffen (Proteine, Kohlenhydrate und
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Fette) und Mikronährstoffen (Vitalstoffe
wie Vitamine, Mineralien, essentielle Fettund Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) abhängig. Das Zusammenspiel
der katabolen (energieliefernden) und anabolen (aufbauenden) Reaktionen bewerkstelligt Prozesse wie beispielsweise die
Immunzellbildung, den Schleimhautaufbau, die DNA-Reproduktion, den Nachbau
von Knorpeln, Gelenkflüssigkeit, Sehnen
und Bändern, Hufhornbildung, Muskelzellen, Entsorgung von Stoffwechselschlacken oder Giften und vieles mehr.
Somit ist eindeutig, dass die Kalorienzufuhr aus einem Futtermittel nur eine
Seite der Betrachtung ist und die Vitalstoffzufuhr eine andere. Es gilt in der täglichen
Fütterung für jedes Pferd individuell zu
prüfen, welche Menge an Rau- und Kraftfutter es bekommt und ob damit neben
Kalorien auch genügend Mikronährstoffe
zur Verfügung gestellt werden. Damit sollte jedem Pferdebesitzer klar sein, dass
man von einem Pensionsgeber, der eine
Futtersorte XY für alle eingestellten Pferde
51
anbietet, nicht erwarten kann, damit allen
Ernährungsansprüchen zu genügen, zumal bei den Pensionsställen häufig die
wirtschaftlichen Gegebenheiten den Speisezettel der Pferde massgeblich mitbeeinflussen.
Der verantwortungsbewusste Pferdehalter bemüht sich selbst um eine sinnvolle und bedarfsgerechte Ergänzung der
Standardration aus dem Pensionsstall.
Damit die Auswahl solcher Ergänzungen gut gelingt, sollte man einige Kriterien
beachten:
Sofern das Pferd in Pension bereits Getreide wie z. B. Hafer, Gerste und Mais bekommt, sollte das Ergänzungsfutter andere Verdauungskapazitäten ansprechen.
Eine sinnvolle Kombination sind daher
Futtermittel, die faserreich sind (z. B. Heuhäcksel, Kräuter, Kleien, Zuckerrübenschnitzel, Trockenapfel etc.) und im günstigsten Fall statt Getreide z. B. Ölsaaten als
Hauptbestandteil aufweisen oder zumindest nicht «getreidelastig» zusammengesetzt sind. Noch besser, wenn das Ergänzungsfutter auch sehr mikronährstoffreich
ist, um das nicht-mineralisierte Getreide
zu vervollkommnen. Diese Futter fügen
sich harmonisch in die Gesamtration ein
und gestalten sie dadurch ausgewogener
und vielfältiger.
Wenn vom Stall aus ein Standardmischfutter gefüttert wird, welches selten eine
genügende Mikronährstoffausstattung mit
sich bringt, erweist sich die Kombination
von höher konzentrierten Futtermitteln,
die zumeist als Müesli auf dem Markt zu
erwerben sind, als günstig. Ein guter Indikator zur Beurteilung für höhere Mikronährstoffkonzentrationen ist z. B. der Zinkgehalt, der bei Kombinationsfuttermitteln
bei > 200 mg pro kg liegen sollte. Die Futtermenge wird dann zusammen mit dem
Standardfutter entsprechend angepasst.
Leider herrscht insgesamt Uneinigkeit
über den rechnerischen Bedarf. Die Angaben schwanken von ca. 50 bis 100 mg Zink
pro 100 kg Körpergewicht, zudem spielt
das Gesamtkörpergewicht des Pferdes eine
bedeutende Rolle.
Neben der Zufuhr aus Kraftfutter sollte
aber unbedingt berücksichtigt werden,
dass ein bedeutender Teil der benötigten
Mineralien bereits mit dem Grundfutter
(Heu, Weide, Stroh) aufgenommen wird.
Das Pferd ist grundsätzlich ein Herbivor
(Pflanzenfresser) mit ausgesprochen guten
Voraussetzungen zur Verdauung von Raufutter. Die Versorgung aus dem Grundfutter liegt daher – je nach Bodenqualität und
Futtermenge – bereits bei ca. 30 bis 60 %.
Dieser Wert unterliegt zudem regionalen
Schwankungen.
52
Christian Knupp: «Futtermittel sind Naturprodukte und verändern sich
ständig in der Konsistenz, im Geruch, in der Griffigkeit und in der Farbe.»
Die Beschaffenheit des Schweizer Raufutters hat sich in den letzten Jahren insgesamt nachteilig entwickelt. Unser Heu
ist bezüglich Pflanzenvielfalt verarmt.
Durch die Bildung von Ökoflächen ist die
Landwirtschaft gezwungen, dieses ÖkoHeu, das oft den Pferden verfüttert wird,
zu einem für die Pferde viel zu späten
Reifezeitpunkt zu ernten. Die Rohfaserqualität nimmt markant ab. Zudem besteht die Gefahr von Fäulnisbildung über
der Grasnarbe, wenn vor dem «Heuet» eine
längere Regenperiode den Schnitt zusätzlich verzögert hat.
Wer ein Pferd hat, dem man nur wenig
Kraftfutter geben kann, sollte genauer
bestimmen, ob die gewählte Futtersorte
zur Fütterungssituation passt. Ein Futter,
das für Warmblüter gedacht ist, kann
man meist nicht einfach in der Menge
reduzieren und damit dem Haflinger anpassen. Denn man reduziert so nicht nur
die Futtermenge, sondern, damit verbunden, auch die Mikronährstoffzufuhr.
Langfristig kann ein Mangel damit vorprogrammiert sein, auch wenn das Pferd
mathematisch genügend versorgt ist.
Also sollte man leichtfuttrige Pferde vorzugsweise mit vitalstoffreichen FutterPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
mitteln versorgen. Diese sind zwar aufgrund der guten Nährstoffausstattung
zumeist etwas teurer, aber dafür bringen
sie dem Pferd deutlich mehr Nutzen und
man hat auch mit einer kleineren Futtermenge eine gute Nährstoffversorgung geschaffen.
Leider können Pferde sich die fehlenden Mineralien nicht einfach so aus einem
Leckstein oder Mineralfutter holen. Diese
Produkte sind oft vermeintlich gut dosiert,
aber der Versuch, aus solchen Quellen
Mikronährstoffe in den Organismus aufzunehmen, schlägt meist fehl. Die Bindungsformen in Minerallecksteinen oder
herkömmlichen
Mineralfuttermitteln
sind überwiegend nicht bis in die Zellen
für
Stoffwechselprozesse
verfügbar,
auch wenn man rein rechnerisch der Zufuhr genüge getan hat. Wer also konzentrierte Mineralergänzungsfutter verwenden möchte, sollte sich beim Hersteller
über die Bindungsformen informieren.
Grundsätzlich sind natürliche Nährstoffquellen aber vorzuziehen. Im Prinzip ist
das genauso plausibel wie beim Menschen.
Auch wir können nicht auf Obst, Gemüse
und Salat verzichten und stattdessen zur
Vitamin-Mineralstoff-Brausetablette grei-
fen. Damit wären auch wir langfristig
nicht in der Lage, unsere Gesundheit zu
erhalten.
Umso mehr Wert sollte man also auch
auf die Rohstoffe legen, die im Pferdefutter Verwendung finden. Die Qualität eines
Futtermittels lässt sich nun mal nicht nur
anhand der «Weender Futtermittelanalyse» und der auf dem Futtersack aufgeführten Zusatzstoffe beurteilen; getreu dem
Motto «wer hat am meisten Biotin drin».
Schauen Sie lieber vorzugsweise auf die
eingesetzten Rohstoffe und deren Reihenfolge, die bei günstiger Verarbeitung ihre
natürlich vorhandenen Fett- und Aminosäuren, Mineralien, Spurenelemente und
Vitamine behalten und damit dem Pferd
als gesunde und «funktionierende» Vitalstofflieferanten zur Verfügung stehen. Vitalstoffreich sind beispielsweise Bierhefe,
Malz und Kräuter. Ölsaaten wie Leinsamen, Weizenkeime, Sonnenblumenkerne
oder Maiskeime liefern neben ihren essentiellen ungesättigten Fettsäuren (z.B. Omega-3-Fettsäuren) auch natürliches Vitamin
E und Lezithin.
Am glücklichsten kann sich natürlich
schätzen, wer selbst bestimmen kann, welches und wie viel Rau- und Kraftfutter
seinem Pferd zur Verfügung gestellt wird.
Auf diese Art erhält jedes Pferd ein auf
seine Rasse, sein Alter, seiner Leistung und
seinem Bedarf angepasstes Fütterungskonzept.
Dazu könnte man sich von dem Futtermittelhersteller seiner Wahl beraten
lassen, wobei einzelne Hersteller sogar
wissenschaftliche Beratungsleistungen anbieten. Wenn dazu noch die Haltungsform
und Arbeitsleistung stimmen, zeigt sich
das auf Dauer in einer guten Figur, Arbeitsfreude, glänzendem Fell und Wohlbefinden. Natürlich lässt sich eine «perfekte»
Versorgung nicht in konkrete Zahlen fassen, denn der Bedarf kann lediglich geschätzt werden, ist individuell unterschiedlich und zudem auch starken
Schwankungen unterworfen (z. B. durch
Sport, Fellwechsel, Jahreszeit, etc.).
Das bedeutet, dass neben den relevanten Grundkenntnissen über Fütterung insbesondere auch das «richtige Augenmass»
des Besitzers gefragt ist. Wer sonst könnte
besser beurteilen, ob es seinem Pferd in
der Kombination aus Fütterung, Haltung
und Beanspruchung wirklich gut geht?
Genaue Beobachtung, kompetente Beratung und konsequent umgesetzte Empfehlungen führen letztlich zu einem
sicheren Gespür für die richtigen Rahmenbedingungen und das Wohlbefinden seines Pferdes.
Nur ein zufriedenes und gesundes Pferd
kann uns täglich zurückgeben, was wir
mit unserer Passion anstreben.
Christian Knupp
Durch meine Wurzeln in der Landwirtschaft und
dem persönlichen Rat eines privaten Mentors aus
der Müllereibranche, ergab sich die Möglichkeit,
einen zweiten Bildungsweg einzuschlagen. Als
Bauernsohn sah ich in der Müllereibranche interessante Möglichkeiten, welche meinen Neigungen entsprachen. Es ergab sich die Möglichkeit,
nach einem Arbeits- und Lernpraktikum, in
Kombination mit dem Mittelschulabschluss, die
Müllereifachschule zu besuchen.
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PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
53
KEINE
NOSTALGIE
DER TRAIN
IN DER
SCHWEIZER ARMEE
Pferde haben in der Armee auch heute noch einen wichtigen Auftrag.
Sie werden dort eingesetzt, wo auch modernste Armeefahrzeuge nicht mehrr
hinkommen. Darüber hinaus sind sie in der Bevölkerung gern gesehene
Sympathieträger und somit beste Werbung für die Armee. Was ist von
Mensch und Pferd gefordert, um in dieser Einheit Dienst zu tun?
Text und Fotos: Adrian Fuchs
4
3
2
5
1
D
er Train ist in der Armee ein
kleiner Verband mit einer Rekrutenschule in Schönbühl
bei Bern. Ein Verband mit
viel
Eigenverantwortung
gegenüber dem Pferd, dem Auftrag und
Auftreten. Es ist eine besondere Aufgabe
aller Angehörigen der Traintruppen, sich
bei der Rekrutierung neuer begeisterter
Dienstpflichten zu engagieren. Oft werden
in den Rekrutierungszentren Dienstpflichtige aus dem Bereich der Landwirtschaft in
den Train eingeteilt. Aber jede Person die
einen Bezug zu Pferden hat, kann sich für
diese spezielle Einheit melden.
54
PFERDE IM MILITÄR
Die jungen Pferde werden von der Schweizer Armee eingekauft und ausgebildet.
Dieses Jahr hatte die Train Kolonne 13
viele solcher junger Pferde im Einsatz in
Schiers GR. Dabei handelte es sich um
einen sogenannten «Ausbildungs-WK». Die
jungen Freiberger wurden von den erfahrenen Soldaten in Sachen Materialtransport, dem Laufen in unwegsamen Gelände
und dem Ziehen von Infanteriekarren ausgebildet. Dies ist nicht immer eine leichte
Aufgabe, dafür umso spannender. Die unerfahrenen Pferde reagieren oft scheu
gegenüber dem Unbekannten. ObergefreiPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
1 Alphorn am Besuchstag in S-chanf GR
(Gfr Allenspach).
2 Überquerung eines Flusses.
3 Pferderevision auf knapp 2600 m ü. M.
4 Unterwegs mit dem Infanteriekarren
(am Fusse des Piz Kesch GR).
5 Holztransport in Schiers GR.
ter Sacher aus dem Fricktal meinte dazu:
«Mit Geduld und gutem Zureden klappt
das schon!» Er weiss wovon er spricht,
denn trotz seinen jungen Jahren ist er bereits in seinem vierten WK mit der Train
Kolonne 13. Nach den drei Wochen Ausbildung durch die «13er» werden die Pferde direkt in die Rekrutenschule in SandSchönbühl gebracht, wo sie die Rekruten
bis an deren Beendigung der RS begleiten.
VIELFÄLTIG EINSETZBAR
Der Train kann in allen möglichen Gebieten eingesetzt werden, die mit herkömmlichen Transportmitteln nicht oder nur
schwer erreichbar sind. Auch kann er zur
Unterstützung der zivilen Bevölkerung bei
Notlagen eingesetzt werden, etwa wenn
Transportwege durch Katastrophen unpassierbar geworden sind. Der Train ist witterungs- und tageszeitunabhängig, was seinen Vorteil gegenüber dem Hubschrauber
ausmacht. Der Train ist aber nicht nur für
Transporteinsätze ausgebildet, auch Wegerneuerungen sowie Wegverbesserungen,
Brückenbau oder Hilfe bei Naturkatastrophen gehören zum täglichen Brot eines
richtigen Trainsoldaten.
AKZEPTANZ DER BEVÖLKERUNG
Die Wiederholungskurse (WKs) finden
meist in kleinen Dörfern statt, nahe dem
Gebirge, dem Einsatzgebiet des Trains.
Wenn die bis zu sechzig Pferde ausrücken,
bleiben die Leute oft neugierig am Strassenrand stehen und geniessen den ungewohnten Anblick. Das Vorbeiziehen von so
vielen Pferden und das Klappern der Hufe
ist natürlich ein viel schönerer Anblick als
ein ohrenbetäubend ratternder Panzer.
Die wohl am häufigsten gestellte Frage an
die Soldaten ist: «Ist der Train nicht schon
vor Jahren abgeschafft worden?» Oberleutnant und Tierarzt Jean-Philippe Mange erklärt jeweils ganz bestimmt: «Den Train
hat es in der Schweizer Armee schon immer gegeben. Bis zum Jahr 2003 (Armee
95) gehörte er noch zu den Gebirgstruppen
der Infanterie, danach wurde er dem Lehrverband Logistik zugeteilt. Auch weiterhin
wird der Train einen festen Platz in der
Schweiz haben.» Ein interessanter Fakt ist,
dass in einigen Nachbarländern die Truppen mit Pferd sogar ausgebaut werden.
ZUPACKEN
Wenn der Train loslegt, dann heisst es zupacken für die Soldaten! Auch wenn ein
typischer Trainsoldat bei militärischen
Übungen nicht immer Glanzleistungen
vollbringt, sobald es um das Pferd geht,
sind alle 100 % dabei. Die Trainpferde können mit allem Möglichen beladen werden,
dies geht von fünf Meter langen Brettern
bis hin zu Kisten, gefüllt mit Bierflaschen
für SAC-Hütten. Die Fortbewegung erfolgt
im sogenannten «Trainschritt», das heisst
so viel wie 60 bis 70 Schritte pro Minute.
Kurs mit Eignungstest
Das Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere organisiert einen Kurs mit Eignungstest
für alle, welche sich für die Funktion Train oder Veterinär interessieren. Die Teilnahme an diesem
Kurs ist für die Rekrutierung nicht obligatorisch, aber empfohlen.
Tätigkeit
Orientierung über den Einsatz der Train- und Veterinärsoldaten,
Pferdekenntnis, Pferdepflege, Umgang mit dem Pferd, Beschirrung,
Säumen, Arbeit mit den Pferden im Gelände, Biwak
Kurativer Veterinärdienst
Teilnehmer/-innen
Jugendliche ab 18 Jahren
Kursdauer
Ein Tag (der Kurs wird zweimal pro Jahr angeboten)
Zeitpunkt
Mai und September
Kursort
Kaserne Sand, Schönbühl BE
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Der Autor
Adrian Fuchs
Obergefreiter Adrian Fuchs, 25 Jahre alt, ist im
privaten Leben als Marketingfachman bei der
Felix Bühler AG in Lenzburg tätig.
Je nach Begebenheit des Geländes wird
von den Wachtmeistern in regelmässigen
Abschnitten eine «Revision» befohlen. Dabei hält die Gruppe an und jeder Pferdeführer prüft, ob Sattel, Zaumzeug und
Lasten noch korrekt sitzen. Diese Stops
sind unabdingbar, da das richtige Sitzen
des Bastsattels kontrolliert oder sonstige
Mängel, die während dem Laufen entstehen, behoben werden können. Ein verletztes, beziehungsweise einsatzunfähiges
Pferd ist für jeden Trainsoldaten eine
Schmach.
HALTUNG IN PFERDEZELTEN
Für die vergleichweise kurze Zeit des WKs
werden an den jeweiligen Standorten regelrechte Dörfer errichtet. Da viele der
Soldaten aus dem landwirtschaftlichen
oder handwerklichen Bereich kommen,
ist das nötige Know-how zur Genüge vorhanden. Die Pferde werden während dem
Wiederholungskurs in modernen Pferdezelten gehalten und es wird jeweils sogar
eine Feldschmiede aufgebaut. Diese ganzen Vorkehrungen sind unerlässlich, da
bei einem richtigen Einsatz alles eingespielt sein muss.
STOLZE TRAINSOLDATEN
Der Train ist mitunter eine der traditionsreichsten Einheiten in der Schweizer Armee. Während den Einsätzen werden oft
volkstümliche Lieder gesungen, wird gejodelt oder gejuchzt. Bei der Train Kolonne
13 ist seit einigen Jahren auch ein Alphorn
mit dabei, welches vom Gefreiten Allenspach gekonnt in Szene gesetzt wird. Bei
den traditionellen Besuchstagen beim Kolonnenabend ist dies jeweils einer der Höhepunkte. Seit dem WK 2012 tragen alle
Soldaten der 13er ein rotes Halstuch, dies
gehört nämlich zum Tenuebefehl.
55
Fabienne Friedli mit der
Mini-Shetty Stute Wicca
im Kompliment.
SHETL ANDPON YS AL S R A SENMÄHER
NEIN DANKE!
«Oh wie süss!» diese Aussage kennt wohl jeder Pferdeliebhaber beim Anblick eines Shetlandponys. Wuschelige,
kleine Pferdchen mit grossen Kulleraugen, welche kein
Wässerchen trüben können. Die kleinen Ponys aus
Grossbritannien, welche durch das stürmische Wetter
und karges Futter durch die Jahrhunderte zu extrem
robusten Pferden geworden sind, entzücken jeden,
ob jung oder Alt.
56
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Bild und Text: Nadja Schmidt, Foto-Team
SnakeViking, www.pferde-shows.ch
I
n der Schweiz sind zurzeit etwa 6400
Shetlandponys registriert. Wie viele
jedoch irgendwo auf einer Weide ihr
Leben fristen, ist ungewiss. Die Verkaufszeitschriften sind voll mit Anzeigen von günstigen Shettys vom Fohlen
bis zum Senior, dies auch aus dem Grunde,
weil viele Besitzer die Kosten eines Equiden-Passes nicht tragen wollen.
Wie verführerisch ist es da, seinem
Pferd einen kleinen Freund oder den Kinder ein Spielzeug zu kaufen, ohne sich
grossartig Gedanken über dessen Bedürfnisse zu machen.
Das Shetlandpony, welches im Verhältnis zu seiner Grösse zu den stärksten Pferden überhaupt gehört, ist nämlich wie
sein grosser Verwandter das Pferd nicht zu
unterschätzen. Hinter den süssen Kulleraugen steht nämlich ein harter, teilweise
doch ziemlich eigenwilliger Schädel, welcher gern einmal seinen Willen durchsetzen möchte.
Wer sich mit den Kleinen beschäftigt,
merkt schnell, dass ihr Leben nicht erfüllt
ist, nur «Beistellpferd» zu sein, sondern die
Shettys wollen Beschäftigung. Dies stellt
dann teilweise auch schon das erste Problem dar. Wurden sie für die Kids angeschafft, steht man schnell vor dem Problem wer denn das neu erworbene Pony
einreiten soll. Die Ponys, welche ein Stockmass zwischen ca. 75 bis 107 cm haben
(Mini-Shetty bis Shetty grosses Mass) sind
zwar kräftig gebaut, jedoch geht es wohl
den meisten Erwachsenen gegen den
Strich, die Kleinen einzureiten. So lässt
man dann meistens die Kinder selber mit
den Shettys hantieren, was früher oder
später meist in einem Zweikampf endet.
Wer den Kampf gewinnt, weiss hier wohl
jeder Besitzer der intelligenten Ponys. So,
jetzt haben die Kinder ein Pony, welches
sich nicht reiten lässt, ständig nur grasen
will und dann losrennt, wenn es nicht soll.
Schnell ist die Lust am Pony vergangen und
so steht nun Molly, Mäxchen oder Jolly nur
noch auf der Weide rum. «Der frisst ja nicht
viel, und krank ist er auch nie», so die Argumente der Besitzer. Doch die Krankheiten
kommen dann schneller als gedacht, wenn
die Kleinen sich die Bäuche im satten Gras
vollschlagen – keine Arbeit mehr haben
und zu guter Letzt aus Langeweile sich im
Stall gerne mal selbstständig machen. Natürlich gehen die Kleinen dann nicht freiwillig joggen, sondern der erste Gang ist
sicherlich die Futterkiste, die genau an
diesem Tag nicht abgeschlossen ist. Hufrehe, Koliken usw. sind Folgen von solchen
Ausflügen. Da man aber für das Pony nur
500 Franken bezahlt hat, lohnt sich ja auch
die teure Hufrehbehandlung nicht. So landen die Minis dann entweder beim Schlachter oder man verschenkt sie an einen Spaziergänger, der gerade Mitleid mit dem
Pony hatte.
Doch was tun, wenn die Kinder zu gross
sind?
BESCHÄFTIGUNGSTHERAPIE FÜR
SHETLANDPONYS
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die
Shetlandponys einfach für alles zu haben
sind. Unser mittlerweile 22-jähriger ShettyWallach Zeus ging schon in allen Sparten
der Reiterei. So gewann er im Springen, der
Dressur, Bodenarbeit, Gymkhana, Ponyrennen und Damensattelreiten seine Pokale.
Auch als Fahrpony und im Tandem macht
er eine gute Figur. Geschweige denn wenn
es um Zirkuslektionen geht. Da ist er mit
Feuereifer dabei. Tüdeleien und Babygeschwätz schätzt er überhaupt nicht, denn
er ist ja auch ein richtiges Pferd. Und hier
sind wir beim Punkt – nur weil sie kleiner
sind, heisst das nicht, dass sie weniger Pflege und Aufmerksamkeit brauchen. Im
Gegenteil sie benötigen genauso viel Zeit
wie ein grosses Pferd auch. Sie wollen keine
Rasenmäher sein, sondern sie möchten
arbeiten. Der Faktor Zeit ist es also, den
man im Hinterkopf haben muss, wenn man
sich ein Shetlandpony anschafft. Viele
Ponys werden bissig und bockig. Dies ist
nicht nur ihrem sehr starken Charakter
zuzuschreiben, sondern weil sie meistens
keine konsequente Führung bekommen.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, ein
Shetty zu beschäftigen. Wenn man sich
keine Kutsche anschaffen möchte, so kann
man seinen Mini auch dazu trainieren, als
Handpferd neben den «Grossen» mitzulaufen. Man sollte nicht erwarten, dass der
Schritt gleich am ersten Tag so ist wie der
eines Hannoveraners, jedoch können die
Minis, mit gutem Training, auch im Schritt
mithalten. Ich staune immer wieder, mit
welchem Elan, Temperament und welcher
Freude unser Shetty neben den Friesen herläuft und fast entsetzt ist, wenn man den
Heimweg einschlägt. Ich würde fast sagen,
Shettys sind die Jack Russels unter den
Ponys.
Wer sich überlegt, ein Pony zu kaufen,
egal welcher Rasse es angehört, sollte sich
gut mit dem Thema befassen. Auch das
Alter ist zu bedenken. Ein Shetlandpony
welches gut gehalten wird, kann locker 30
bis 40 Jahre alt werden. Das ist eine lange
Zeit, in der sogar noch die Grosskinder auf
dem gleichen Pony reiten lernen können.
FAZIT:
Hat man die Zeit, sich mit den Ponys zu
beschäftigen, so sind sie für Jung und Alt
Freunde fürs Leben, die einem jeden Tag
ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Anzeige
Sektion
Shetland-Pony
SVPK
Die Sektion Shetland-Pony des SVPK betreut einige hundert ShettyFans aus dem In- und Ausland und setzt sich vor allem ein für:
̈ den Erhalt des Rassestandards gemäss den Richtlinien unseres
Motherstudbooks in Perth/Scotland
̈ eine artgerechte Haltung
̈ die Aus- und Weiterbildung aller Ponyhalter und -züchter
̈ die Jugend- und Kinderförderung
̈ und will Aufklärungsarbeit leisten
Flotter Feger auch mit 23. Shetty Wallach
Zeuss im Renngalopp.
Denn «es isch nid nume es Pony . . .» – egal ob Stockmass 75 cm
oder 175 cm – die Anschaffung will gut überlegt sein
und für Unterhalt, finanziell wie räumlich, muss gesorgt sein.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
57
TRADITION
UND MODERNE
Sie sind einzigartig und weltberühmt – die Lippizaner der Spanischen Hofreitschule in Wien.
Doch woher kommen sie, was
macht sie so einzigartig und wie
werden sie ausgebildet?
Dr. Max Dobretsberger, Leiter des
Bundesgestüts Piber in Österreich, gibt uns Einblick in die
400jährige Geschichte der ältesten Kulturpferderasse Europas
und die modernen Ausbildungsmetoden seines Gestüts.
Text: Simone Lanz
Fotos: zVg
Herr Dr. Dobretsberger, wie werden die
Pferde im Gestüt Piber gehalten?
Die Pferde werden in traditionellen, sehr
pferdegerechten Stallungen gehalten. Jedes Pferd, egal ob Fohlen, Stute oder
Hengst, ist täglich an der frischen Luft, im
Sommer wie im Winter. Zum Gestüt gehören nicht nur üppige Weiden, sondern
auch eine Hochalm, wo die Aufzuchtspferde – d.h. die ein- zwei und dreijährigen
Pferde – zwischen Mai und September weiden.
58
Welche Massnahmen zur Vorbereitung
auf ein anspruchsvolles Leben als «Profisportler» werden bereits bei der Aufzucht der Pferde ergriffen?
Auf der Hochalm ist das Gelände teilweise
sehr steil, wobei die jungen Pferde bereits
sehr früh trittsicher, ausdauernd und robust werden. Dies ist eine wichtige Basis
für die spätere Leistungsfähigkeit der Lipizzaner. Die Tiere kommen mit einer guten Kondition von der Alm zurück. Hinzu
kommen umfassende prophylaktische
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Massnahmen für die Gesundheit, wie z. B.
Impfungen, Parasitenbekämpfung und
eine korrekte Pferdefütterung.
Wie gestaltet sich der Lebenslauf von
einem Fohlen bis zu einem Anwärterhengst für die Spanische Hofreitschule?
Die Fohlen kommen in Piber zur Welt und
verbringen ein halbes Jahr bei der Stute.
Nach dem Absetzen im Spätherbst kommen sie auf einen Fohlenhof. Als Einjährige werden sie auf Aussenstationen ge-
lieb. Aufgrund ihrer ausserordentlichen
Charakterstärke eignen sie sich besonders
für die Aufgabe in der Spanischen Hofreitschule.
Welches ist der ideale Körperbau, den
ein Hengst für die «Schule über der
Erde» mitbringen sollte?
Hengste, die für solche Aufgaben geeignet
sind gehören zu den klassischen Lipizzanern, den so genannten barocken Lipizzanern. Solche Hengste sind nicht allzu gross
und weisen sich durch einen eleganten
Körper mit einem kurzen, aber kräftigen
Rücken und einen hoch angesetzten, kräftigen Hals aus.
Dr. Max Dobretsberger, geboren in Oberösterreich, ist Tierarzt und seit 2006 Leiter
des Bundesgestüts Piber. Er ist dort für die
Lipizzanerzucht und speziell für das Hervorbringen der besten Hengste für die Spanische
Hofreitschule in Wien zuständig. Genauso
gehören tierärztliche Belange zu seiner
täglichen Arbeit. Er ist dafür zuständig, die
Lipizzanerrasse in ihrer Originalität zu erhalten.
Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit
den umliegenden Gestüten in Osteuropa, in
welchen diese Rasse auch gezüchtet wird. Im
Weiteren hat er in der Spanischen Hofreitschule in Wien eine wichtige beratende Funktion,
wenn es um das Wohl der edlen Hengste geht.
bracht, in welchen sie bis zum dritten
Lebensjahr bleiben. Dort werden sie während der Winterzeit in Laufställen aufgestallt, den Sommer verbringen sie jeweils
auf der Alm. Mit drei Jahren werden
Hengste, welche sich für die Spanische
Hofreitschule eignen, ausgewählt.
Worin liegen die mentalen Stärken des
Lipizzaners?
Lipizzaner sind sensibel und durch richtigen Umgang sehr menschenbezogen und
Wie werden die Hengste für die Spanische Hofreitschule ausgewählt?
Die so genannte Musterung erfolgt immer gemeinsam mit den Oberbereitern
der Spanischen Hofreitschule. Neben der
Abstammung der Pferde, wird sehr viel
wert auf den Charakter gelegt. Im Weitern
wird auf die Konformation und das äussere
Erscheinungsbild geachtet. Es werden ausdrucksstarke, stolze Hengste ausgewählt,
die ein sehr gutes Bewegungspotential aufweisen. Seit drei Jahren gibt es ein ganzjähriges Trainingszentrum in der Nähe
von Wien. Dadurch erhalten ursprünglich
mehr Hengste die Chance auf eine Ausbildung. Nach ein- bis drei Jahren kann
eine Nachmusterung vorgenommen werden, um die besten Hengste für die Hofreitschule auszuwählen. Dies ist insbesondere
deshalb von grossem Vorteil, da der Lipizzaner eine spätreife Rasse ist und sich die
besten Hengste erst nach einer gewissen
Zeit herausfiltern lassen.
Wie gestaltet sich die Ausbildung
eines Hengstes für die Spanischen
Hofreitschule?
Bis zu ihrem 6. bis 7. Lebensjahr geniessen
die Hengste eine relativ normale Ausbildung, bei welcher sie anlongiert und an
den Sattel gewöhnt werden. Sie werden
soweit ausgebildet, als dass sie sich unter
dem Sattel in allen Gangarten in der Reitbahn schön präsentieren. Anschliessend
wird entschieden, für welche Spezialisierung (z. B. Hohe Schule oder Quadrillenreiten) sich die einzelnen Hengste eignen.
Mit 10 bis12 Jahren ist ein Hengst fertig
ausgebildet für die Hohe Schule.
Wie ist der Ablauf einer Trainingswoche
in der Spanischen Hofreitschule?
Die Hengste werden an sechs Tagen in der
Woche trainiert. An vier Tagen werden die
Hengste vormittags trainiert, an zwei Tagen in der Woche sind Vorstellungen. MonPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
tags werden die Hengste nicht geritten. An
diesem Tag werden sie in der Führanlage
im Innenhof bewegt.
Wie werden die Hengste in der Spanischen Hofreitschule in Wien gehalten?
Die Pferdehaltung in der Spanischen Hofreitschule ist nicht einfach. Obwohl die
Hengste in grosszügigen Boxen untergebracht werden, gibt es im Gegensatz zu
den Aufzuchtstationen kaum Weiden und
Koppeln in der Innenstadt. Ist ein Hengst
zu stark gestresst, erhält er eine Auszeit im
Trainingszentrum ausserhalb von Wien,
wo es Koppeln gibt und die Möglichkeit
besteht, im Gelände ausgeritten zu werden. Im Sommer erhalten alle Hengste
einen Sommerurlaub von 2 Monaten, in
welchen sie auf dem Land sind.
Was sind die häufigsten gesundheitlichen Probleme, die sie in der
Spanischen Hofreitschule antreffen?
Ein grösseres Problem sind aufgrund der
Haltung in Wien z.B. Lungenerkrankungen, die allergisch oder infektiös bedingt
sind. Auch infektiös bedingte Augenerkrankungen kommen vor. Lipizzaner
sind aber grundsätzlich sehr robust und
langlebig. Die Hengste werden oft 15 bis18
Jahre in der Hofreitschule gehalten. Sie
haben ein besonders hartes Fundament, so
dass wenige Probleme mit Lahmheiten bestehen.
Die Autorin
Simone Lanz
Simone Lanz ist Assistentin an der Pferdeklinik
des ISME der Vetsuisse-Fakultät der Universität
Bern und ALP-Haras. Zur Zeit absolviert sie die
Ausbildung zum Facharzt für Pferde. Seit ihrer
Kindheit interessiert sie sich für Pferde und ist
eine begeisterte Reiterin.
59
Die Sprache der Pferde
als Leitfaden für den täglichen Umgang
mit unserem Partner Pferd
DEINE
KÖRPERSPRACHE
Text und Fotos: Heidrun Weiss, © 2012 sensehorse AG
In der Natur hat sich die Sprache
und damit die Kommunikation
der Pferde so entwickelt, dass sie
keinerlei Worte braucht. Sie ist
nicht lautstark, nicht dominant
und auch nicht aggressiv. Unsere
Pferde können sich somit unabhängig von ihrer Rasse, ihrer
Grösse oder ihrer Herkunft miteinander verständigen. Diese
nonverbale Sprache ist damit
universal, das heisst sie ist immer und überall einsetzbar. Es
ist eine sehr feine, diskrete Art,
wie Pferde miteinander kommunizieren.
G
enauer könnte man sagen,
die Sprache der Pferde lebt
von den Nuancen in den Bewegungen unserer Pferde.
Pferde können daher auch
feinste Unterschiede in unserer Körpersprache wahrnehmen. Dies funktioniert
aber nur, wenn wir unseren ganzen
Körper bewusst, logisch und konsequent
einsetzen.
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Erinnere dich an die Kraft deiner Augen, wenn du dein Pferd zum Beispiel aus
der Box holst. Wenn wir ihm mit sanften
Augen begegnen, schafft dies Vertrauen
und es kommt auf uns zu – wir laden es
ein, mit uns zu kommen. Wenn unser
Körper jedoch im gleichen Moment vom
Stress des Alltages angespannt ist, oder wir
gar Angst vor etwas haben, so geben wir
unserem Pferd durch unsere Haltung und
unsere Bewegungen noch zusätzliche Informationen, die uns bewusst sein müssen. Dann haben wir eventuell einen «Knoten» in der Kommunikation – wir sprechen
nicht die gleiche Sprache. Es fällt uns dann
schwer, ein gemeinsames Ziel zu formulieren oder gar zu erreichen. Um effizient
trainieren zu können, aber eben auch um
eventuell Missverständnisse zu vermeiden, müssen wir lernen, unsere nonverbalen Körpersignale bewusst, logisch und
konsequent einzusetzen.
ES GIBT KEINE FAULEN PFERDE
Beobachte dein Pferd, deinen Körper und
deine innere Haltung ab dem Moment, wo
du deinem Pferd begegnest. Im Idealfall
sollte diese Kommunikation eindeutig
sein und ein Signal von uns sollte eine
«Antwort» des Pferdes zur Folge haben.
Unsere sanften Augen zeigen dem Pferd
Gelassenheit. Gleichzeitig muss dies aber
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
auch dein Körper ausdrücken, indem du
dich zum Beispiel nicht frontal vor dem
Pferd aufbaust, sondern deine Schultern
und deine Arme eine passive Haltung einnehmen. Umgekehrt musst du in deinen
Körper mehr Energie legen, wenn das
Pferd von dir weggehen soll. Erzeugst du
für das Pferd Widersprüche mit deinem
Körper, dann kann es zum Beispiel sein,
dass es bei der täglichen Arbeit langsamer
läuft, als du das eigentlich möchtest.
In Wirklichkeit hat das Pferd kein klares Signal bekommen und es weiss nicht
wie es sich verhalten soll. Dieses Missverständnis führt dann fälschlicherweise oft
zu dem Schluss, wir hätten es mit einem
faulen Tier zu tun. Wir müssen uns dann
genau anschauen, welche Körperhaltung
oder welche Position wir gegenüber unserem Pferd eingenommen haben. Wenn du
dein Pferd frei bewegst oder auch longierst, und es geht eben nicht wirklich
flüssig vorwärts, dann kann es sein, dass
du ständig mit deiner Schulter oder
manchmal sogar mit deinem ganzen Körper «bremst». Reagiert dein Pferd darauf ist
es eben nicht faul sondern ganz natürlich
aufmerksam auf deine Körpersprache.
Hieran kann man sehr schön sehen, wie
wichtig es ist, was wir mit unserem Körper
unserem Partner Pferd zu sagen haben.
Probiere es in einer sicheren Umgebung
Die 4-jährige Stute Lil Bit leckt und kaut – wenn du entspannt bist, ist es auch dein Pferd.
einfach einmal aus, wie unterschiedlich
dein Pferd auf Veränderungen deines Körpers und deiner Position reagiert.
BENEHME DICH NICHT WIE EIN
RAUBTIER IM ANGRIFF
Zu Beginn kannst du ganz einfach mal
prüfen, wie dein Pferd auf die verschiedensten Positionen deiner Arme reagiert.
Wenn du deine Arme entspannt herabhängen lässt, hat dies eine andere Aussage
als wenn du einen Arm in die Höhe bewegst oder gar deine Finger auseinanderspreizt. Dies würde dein Pferd antreiben
oder zumindest von dir wegbewegen. Erinnern wir uns daran, dass wir immer
noch zu den «Fressfeinden» der Pferde gehören. Auch das Raubtier würde seine Tatzen erheben und seine Krallen zeigen,
wenn es dem Pferd nachstellt. Mit derartigen Gesten sollten wir also vorsichtig umgehen und sie nicht achtlos verwenden,
denn es sind sehr starke Gesten. In der
gesamten Erziehung unserer Pferde wollen wir ihm ja lernen, dass es vor uns keine
Angst zu haben braucht, und dass wir ihm
keinen Schmerz zufügen. Daher müssen
die meisten von uns wahrscheinlich mehr
darauf achtgeben, dass sie möglichst wenig mit den Händen gestikulieren. Wenn
du also in der Sprache der Pferde arbeitest,
so ist es wichtig, dass du dich konzent-
rierst und auch deine eigene Aufmerksamkeit und deine Körpersprache trainierst.
Das bedeutet aber kein bestimmtes Muskeltraining oder das Erlernen einer speziellen Entspannungstechnik, sondern
vielmehr die Schulung unserer Körperwahrnehmung und unserer Körperkontrolle – damit wir uns nicht ständig wie ein
Raubtier beim Angriff benehmen. Ein
schönes Bild ist es, wenn Flucht- und Raubtiere zusammen am Wasser stehen um zu
trinken. Die Raubtiere zeigen dabei mit
ihrer Körperhaltung, dass sie nichts Böses
im Schilde führen. Auch dein Pferd soll
sich in jeder Situation auf dich verlassen
können, indem du konsequent in seiner
Sprache mit ihm umgehst! Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen, denn am
meisten freut es mich, Menschen und Pferden in ihrer Entwicklung zu helfen, um
gemeinsam eine bessere Performance zu
erreichen.
Arbeiten wir im täglichen Umgang mit
Pferden in deren «Sprache», ohne Worte,
mit unserer Körpersprache, so können wir
auf dieser Grundlage Vertrauen aufbauen
und uns so gemeinsam weiterentwickeln.
Diese Form des Lernens, basierend auf
einer gemeinsamen Sprache, wird dem
Wesen und der Art der Pferde gerecht und
gibt uns die Möglichkeit, gemeinsame Ziele zu erreichen.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Übe deine Körpersprache! Ist sie unmissverständlich und klar, gibt es deinem Pferd Sicherheit.
Heidrun Weiss ist Gründerin des «sensehorse®
center for performance» und unterrichtet Menschen und Pferde aus der ganzen Schweiz. Ihre
Trainingsphilosophie beruht auf «Führung durch
Vertrauen».
Als zertifizierte Monty-Roberts-Instruktorin setzt
sie sich für einen gewaltfreien Umgang mit Pferden ein.
sensehorse AG
Postfach, 8124 Maur
Telefon 044 577 07 80
info@sensehorse.com
www.sensehorse.com
61
NUR EIN GESUNDER RÜCKEN
KANN ENTZÜCKEN
Warum ist die Zusammenarbeit
zwischen Tierärzten und
Physiotherapeuten so wichtig?
Warum entwickelt ein Pferd
mit einem Knieproblem nach
einigen Wochen Schrittpause
plötzlich Probleme im Rücken?
Was können Reiter grundsätzlich tun, um den Rücken ihres
Pferdes gesund zu erhalten?
Text und Fotos: Lily Merklin
Als Erstes wird das Pferd aufgefordert, seinen Kopf zu senken.
I
mmer wieder gibt es Pferde, die trotz
einer Behandlung, egal aus welcher
Fachrichtung, weiterhin Probleme
machen oder das Ergebnis einfach
noch nicht vollständig befriedigt.
Hier ist es oftmals die Zusammenarbeit
innerhalb der Disziplinen, die den Schlüssel zu einer guten Rückentätigkeit bietet.
Um Reitern hier eine interdisziplinäre Anlaufstelle zu bieten, haben sich in Brittnau
drei Spezialisten zusammengefunden: Dr.
Diego Gygax als Tierarzt, sein Bruder
Aaron als Schmied und Stefan Stammer als
Physiotherapeut und Osteopath. Andere
Fachleute wie z. B. ein Sattler werden bei
Bedarf dazugenommen. Sie bieten zwei
Mal im Monat eine Rückensprechstunde
an. Hierher kommen Pferdebesitzer mit
ihren Tieren, die sich ein umfassendes Bild
von deren Gesundheitszustand machen
wollen oder mit einem konkreten Problem
nicht weiterkommen. Oft sind es Pferde,
die im Sport ohne erkennbare Ursache
nachgelassen haben, die immer wieder
lahmen, unwillig sind oder mit denen einfach «irgendetwas nicht stimmt». Viele
haben schon eine Odyssee hinter sich,
62
wurden verschiedenen Therapeuten vorgestellt oder besitzen den dritten Masssattel. Und damit wären wir schon beim
Punkt. Beim ersten Mal kann es ja noch am
Sattel liegen, wenn ein Pferd nicht gut
läuft. Aber wenn man dann den Sattel
wechselt (Massanfertigung natürlich!), das
Pferd kurzfristig besser geht und bald wieder die gleichen Schwierigkeiten zeigt wie
früher, sollte man doch ins Grübeln kommen, findet Stefan Stammer, und berichtet von einer Frau, die mit dem achten
Sattel zu ihm kam.
ZUM BEISPIEL BRÜCKENBILDUNG
Und er hat gleich ein anschauliches Beispiel parat: Nehmen wir einen Sattel, der
wie eine Brücke auf dem Pferd liegt, also
vorne und hinten Kontakt hat, in der Mitte
jedoch nicht schön aufliegt. Dafür kommen mehrere Ursachen in Frage: Es kann
natürlich sein, dass der Sattel selber das
Problem ist und einfach so gebaut ist, dass
er nicht zum Pferderücken passt. Dann
macht ein neuer Sattel durchaus Sinn. Was
aber, wenn das Pferd beim Reiten immer
mit dem Rücken «wegtaucht», Schmerzen
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irgendwo im Körper, vielleicht nicht mal
im Rücken, es ihm unmöglich machen,
den Rücken beim Reiten aufzuwölben.
Dann wird kein Sattel dieser Welt das Problem lösen können. Das kann ein Sattler
aber nicht unbedingt herausfinden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachleute ist hier gefragt.
Aus diesem Grund beschreibt Stefan
Stammer seine Arbeit auch eher als lösungs-, denn als ursachenorientiert. Es
gehe ihnen schliesslich nicht darum,
einen «Schuldigen» zu finden, sondern
dem Reiter-/Pferd-Paar zu helfen.
VOM BEREITER ZUM PHYSIOTHERAPEUTEN ZUR BEWEGUNGSANALYSE
In diesem Zusammenhang kann Stefan
Stammer auf eine breite Erfahrung zurückgreifen. Mit 13 fing er an zu reiten und
hat vor seiner Ausbildung zum Physiotherapeuten und Sportlehrer in einem Springstall eine Bereiterlehre begonnen, wo er
auch an der Ausbildung junger Pferde beteiligt war. Später hat er sich seine Ausbildung mit Reitunterricht finanziert. Er
weiss also, wie wichtig gutes Reiten ist.
Optimal ist ein gleichmässiger Bogen vom Genick
über die Brustwirbelsäule bis zum Schweif.
Aber auch hierin sieht er kein Allheilmittel. Die meisten seiner Kunden wollen es
richtig machen, nehmen Reitstunden und
gehen an Kurse. Aber auch ein richtiger
Impuls kann versanden, weil das Pferd ihn
schlicht und ergreifend nicht umsetzen
kann. Da ist etwas im Weg, das es zu finden
gilt. Und an dieser Suche hat er einen wichtigen Anteil. So sammelt er erst mal alle
Informationen, mit denen ein Besitzer zu
ihm kommt und versucht, diese in einen
Zusammenhang zu bringen. Für viele ist er
nicht die erste Anlaufstelle. Sie haben bereits einen neuen Sattel gekauft (oder
mehrere), verschiedene Trensen und Reitlehrer ausprobiert, den Hufschmied gewechselt oder dem Tierarzt ihr Leid geklagt. Gerade hier liegt oftmals das
Grundproblem: die mangelnde Vernetzung der einzelnen Disziplinen.
Nach diesem ersten Eindruck kommt
Stefan Stammer zu dem von ihm neu entwickelten Kernstück seiner Arbeit, der
funktionellen Bewegungsanalyse. Diese ist
bei einem Pferd, das geritten wird, un-
Dann überprüft Stefan Stammer, ob sich das Pferd im Bereich des
Widerrists aufrichten und die Wirbelsäule aufrichten kann.
gleich wichtiger als bei einem Tier, das
sich «nur» für sich bewegen muss und ermöglicht Aussagen darüber, inwiefern die
Erwartungen seitens des Pferdebesitzers
realistisch sind. Sie machen es dem Therapeuten sogar möglich, das, was der Reiter
vorher gesagt hat, zu überprüfen: Welche
Bewegungen kann das Pferd machen,
kann es nötige Bereiche isoliert bewegen
und bewegen sich die Strukturen, die zusammengehören, wie aus einem Guss?
DIE FUNKTIONALITÄT DER
BEWEGUNGEN NACHEMPFINDEN
Hierfür wird zuerst der Kopf des Pferdes
gesenkt und überprüft, ob es den Hals
langmachen und sich vorwärts-abwärts
dehnen kann. Anschliessend muss es den
Rücken aufwölben, sodass der Therapeut
überprüfen kann, ob hier Bewegungseinschränkungen vorliegen. Bei einer Einschränkung zwischen Lendenwirbelsäule
und Kreuzbein ist zum Beispiel die Versammlungsfähigkeit herabgesetzt. Ist die
Wirbelsäule in entscheidenden Bereichen
nicht nach oben beweglich, kann eine halbe Parade niemals korrekt durchkommen
– egal, wie gut der Reiter ist. So macht
Stefan Stammer durch das ganze Pferd
hindurch sichtbar, welche Bewegungsabläufe dem Pferd möglich sind und wo es
Schwierigkeiten hat.
Dabei erklärt er dem neugierigen Pferdebesitzer gerne, was er gerade tut und
welche Rückschlüsse man daraus ziehen
kann. Manch einer hat da schon nicht
schlecht gestaunt, wenn der Therapeut
ihm haarklein sagen konnte, wo beim Reiten Schwierigkeiten auftauchen, wie weit
das Pferd in seiner Ausbildung ist und
welche Trainingsschritte sinnvollerweise
als Nächstes folgen müssen. So möchte er
seine Arbeit glaubhaft, messbar und für
jeden nachvollziehbar machen.
EINE BUNT GEMISCHTE KUNDSCHAFT
Während Stefan Stammer früher aufgrund
seiner Vergangenheit und eigenen Neigung vor allem Springreiter angezogen
hat, ist seine Kundschaft heute bunt ge-
Die Rückensprechstunde
Dr. Diego Gygax und Stefan Stammer haben sich
vor einigen Jahren an einem Kurs in Wien kennen- und schätzen gelernt. Zurück in der Schweiz,
verwiesen sie immer wieder Kunden mit ihren
Pferden zum jeweils anderen. Da diese Zusammenarbeit gut funktionierte und von beiden als
fruchtbar erlebt wurde, entstand irgendwann die
Idee, eine gemeinsame Anlaufstelle für Pferdebesitzer zu bieten: die Rückensprechstunde.
Zu der kam auch Tamara Vonwyl, weil ihre
Stute Carina Charleene CH immer öfter unklar
lief. Das Pferd wurde im Springsport eingesetzt
und war als Vierjährige drei Mal Promotion gestartet und später B75/90. Da die Stute Mühe
hatte, in der Hinterhand Kraft aufzunehmen,
sind sie nicht höher gestartet. Sie wurde zwar
immer wieder von einem Osteopathen behandelt, lief danach auch kurzfristig besser, der Behandlungserfolg war aber immer weniger lange
anhaltend. Im Januar ging die Stute dann zum
ersten Mal richtig lahm, lief aber am nächsten
Tag schon wieder deutlich besser, lahmte wieder
und so weiter. Von einer Kollegin bekam sie
den Tipp, sich an Dr. Gygax zu wenden, der sie
mit ihren Bedenken sehr ernst nahm, obwohl
Charleene am Tag des Tierarztbesuches nicht
lahmte. Er untersuchte die Stute gründlich und
fand Chips im Knie. Da diese schon länger dort
waren, war inzwischen auch der Rücken in Mitleidenschaft gezogen, so dass Herr Gygax vor-
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
schlug, Herrn Stammer hinzuzuziehen, der Tamara Vonwyl ganz genau die Funktionen und
Probleme der Muskeln im Rücken und Beckenbereich aufzeigen konnte. Seit der Operation
geht es Charleene jeden Tag etwas besser. Sie
befindet sich immer noch im Aufbau, was laut
Stammer für das Pferd ungefähr so anstrengend
ist wie eine M-Dressur, ist aber wieder kooperativ und arbeitet super mit, was vorher nicht mehr
der Fall war. Bei der letzten Untersuchung waren
die Herren Gygax und Stammer sehr zufrieden
und sparten nicht mit Lob für die Reiterin, der sie
ein sehr gutes Gespür für ihr Pferd attestierten.
Wenn die Reha weiterhin so positiv verläuft,
wird Charleene bald wieder ganz fit sein.
63
mischt. Sie besteht etwa zur Hälfte aus
Freizeit- und zur anderen Hälfte aus Sportreitern der höheren Klassen, wobei er bemängelt, dass «der Mittelbau» etwas fehlt:
«Viele Freizeitreiter meinen es extrem gut
mit ihrem Pferd und tun alles, damit es
ihm gut geht, und die erfolgreichen Sportreiter sind schlicht und ergreifend darauf
angewiesen, dass ihre Pferde optimale Voraussetzungen zum Siegen mitbringen.»
Und dann gibt es da noch die, von denen
der engagierte Therapeut lieber nicht redet: Die viel zu viel oder das Falsche von
ihrem Pferd fordern, überzogene Erwartungen oder Ambitionen haben, sich von
«den Grossen» Dinge abschauen, die sie
lieber nicht nachmachen sollten, und ihr
Pferd als Sportgerät betrachten. Zwischen
den verschiedenen Disziplinen sieht er
hingegen eher wenig Unterschiede: «Überall gibt es gutes und schlechtes Reiten.»
Das stellt er auch immer wieder fest, wenn
er im Ausland Pferde behandelt, wobei er
sich in den USA vor allem in der Dressurszene einen Namen gemacht hat.
DAS RICHTIGE PFERD
FÜR DIE RICHTIGE AUFGABE
Ein Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist,
dass die Anforderungen zum Pferd passen
Noch nicht wieder ganz bei Kräften: Hier ist gut zu sehen, dass Charleene links ihre Hüfte noch
nicht wieder so gut stabilisieren kann wie rechts.
müssen. Wer ein Pferd nach dem zweiten
Sehnenschaden von der Rennbahn holt,
mit der Erwartung, dass es ein gutes Reitpferd wird, handelt sich ziemlich sicher
eine Enttäuschung ein. Nach Meinung von
Stefan Stammer muss sich ein Reiter zuallererst gut überlegen, was er mit seinem
Pferd machen will, und dann die passende
Rasse bzw. das passende Tier aussuchen.
«Schliesslich ist die Wahl des Pferdes oft
wichtiger als die des Lebenspartners – zumindest sind viele Frauen mit ihrem Pferd
länger zusammen als mit ihrem Mann»,
wie er grinsend bemerkt, um jedoch sogleich wieder ernst zu werden. Dann näm-
Passioniert und geduldig: Stefan Stammer
erklärt ganz genau, was er macht.
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PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
lich, wenn er an die jungen Pferde denkt,
denen er so im Alltag begegnet: «Es gibt
fast keine vernünftig ausgebildeten 4- oder
5-jährigen Pferde mehr.» Immer müsse es
schnell gehen, der Schein sei wichtiger als
das Sein und oft hört er Sätze wie: «Der
ging noch nie über den Rücken.» Daraus
entwickeln sich seiner Erfahrung nach
Probleme, weshalb eine solide und vielseitige Grundausbildung nach den Grundsätzen der klassischen Reitlehre seiner
Meinung nach die beste Voraussetzung für
ein glückliches, gesundes Pferdeleben ist.
Dabei muss das Pferd vor allem die Freude
am Gehen behalten. Es soll freudig vorwärtsgehen, Takt und Losgelassenheit
entwickeln, die Anlehnung suchen und
vorwärts-abwärts in Dehnungshaltung geritten werden. So kann sich eine positive
Spannung aufbauen, die ein Pferd braucht,
um gesund und leistungsfähig zu bleiben.
Fehler in der Ausbildung zu korrigieren ist
immer schwieriger, als es gleich richtig zu
machen.
POSITIV GESPANNT WIE DIDIER CUCHE
Diese positive Spannung macht sich beim
Pferd physisch wie psychisch bemerkbar
und lässt sich auch als innere und äussere
Losgelassenheit bezeichnen, wobei das
eine nur schwer vom anderen zu trennen
ist: «Stellen Sie sich Didier Cuche bei
einem Abfahrtsrennen vor», so der Vergleich: «Nur mit der optimalen Spannung
kann er erfolgreich sein. Ein verkrampfter
Skifahrer wird genauso wenig Erfolg haben, wie derjenige, der nicht genügend
Spannung aufbauen kann.» Warum das
beim Pferd fast noch wichtiger ist als beim
Menschen, wird deutlich, wenn man sich
überlegt, welche immensen Kräfte beim
Pferd wirksam werden. Ein Warmblüter
schleppt alleine etwa 250 kg Eingeweide
mit sich herum. Ohne eine gewisse Grundspannung «hängen» diese einfach an der
Wirbelsäule und führen so zu Rückenproblemen. Ein zuviel an Spannung, also
Verspannung, lässt ein Pferd nervös werden und anfällig für bestimmte Verletzungen. Aber auch aus einem entspannten
Zustand können sich vor allem durch die
Verdrehung der Beine Überlastungen entwickeln. Bei diesen Pferden treten nach
Stammers Aussage die gleichen Probleme
auf wie bei den verspannten, es dauere nur
in der Regel etwas länger. Der Begriff der
Entspannung wird aus dieser Sicht beim
Reiten oft zu wörtlich genommen und damit falsch interpretiert.
DER EINFLUSS DES «DRUMHERUMS»
Auf die Frage, ob man denn mit der richtigen Haltung einen Ausgleich zum Reiten
Der Dalchenhof – eine Pferdeklinik mit
angegliederter Schmiede.
schaffen könne, antwortet Herr Stammer
diplomatisch: «Koordination und Kondition kann man nicht mit Haltung ersetzen», und weist darauf hin, dass auch Offenstall und Weide ohne die nötigen
Bewegungsanreize einen negativen Effekt
haben können.
Ähnlich sieht er das übrigens mit der
Bodenarbeit, wo es seiner Meinung nach
viel Nützliches und Interessantes gibt:
«Aus der alternativen Szene kommen viele
gute Impulse. Aber man darf das Ziel nie
aus den Augen verlieren.» Wenn daraus
eigene Welten würden, ginge die positive
Spannung oft verloren, aus der Entspannung würde eine Unterspannung und daraus ein Problem.
Das gelte letzten Endes für alles, so
Stammer: «Die Frage lautet ja nicht, ob
Trabstangen gut oder schlecht sind, sondern wie ich sie für dieses spezielle Pferd
einsetzen kann, damit sie gut sind.» Genauso pragmatisch ist seine Ansicht zu
Hilfszügeln. Auch hier will er nicht pauschal beurteilen, welche besser oder
schlechter sind, sondern legt nur Wert
darauf, dass jemand weiss, was er tut:
«Wers kann, darfs nutzen, der Rest sollte
es lassen.» Sonst würden aus den Hilfszügeln nämlich ganz schnell Störzügel. Und
spätestens wenn man sie nur noch als
Zwangszügel bezeichnen kann, wirds tierschutzrelevant.
DIE GRENZEN DES THERAPEUTEN
Womit wir bei einem ganz heiklen Thema
wären: schlecht ausgebildete Therapeuten. Die sind seiner Meinung nach nämlich
auch zuweilen tierschutzrelevant – und
zwar immer dann, wenn sie ein Problem
dadurch, dass sie es scheinbar «lösen», in
Wahrheit nur verschleppen: «Nehmen wir
ein Pferd, das gebunden im Schultergürtel
läuft. Natürlich kann ich jetzt die entsprechenden Muskeln dehnen und das Pferd
läuft freier.» So weit, so gut. Wenn das
Pferd aber dann nach vier Wochen wieder
schlechter läuft, der Therapeut wieder
dehnt und das über eineinhalb Jahre so
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Die Herren Gygax und Stammer.
Bei vielen Pferden anfällig: Der Bereich rund
ums Schulterblatt bedarf bei Reitpferden
besonderer Aufmerksamkeit.
weitergeht, bis das Pferd offensichtlich
lahm geht, ist das seiner Meinung nach
ganz klar eine Unterlassungssünde. Der
Therapeut hat hier nämlich eine muskuläre Verkrampfung «wegtherapiert», die
aber die im Sinne eines muskulären Schutzes die einzig richtige Reaktion des Pferdes
auf eine tiefer liegende Krankheit wie z. B.
eine Hufrollenerkrankung war.
Überhaupt, so sind sich Gygax und
Stammer einig, gehören akute Schmerzen, Entzündungen und Lahmheiten immer in die Hände eines Tierarztes, der
dann gegebenenfalls grünes Licht für eine
spätere Behandlung durch den Osteopathen oder Physiotherapeuten geben kann.
Ist nämlich der Schmerz behoben, macht
es durchaus Sinn, das funktionelle Problem anzugehen. Und darin liegt dann die
Stärke eines Physiotherapeuten/Osteopathen – vorausgesetzt, er ist gut ausgebildet
und weiss, was er tut . . .
Weitere Infos
www.dalchenhof.ch
www.stammer.ch
65
Der physiologische Huf ist frei von Hufrillen,
Rissen und Ausbrüchen. Die Hornstruktur erscheint glatt.
Die Hornröhrchen des Trachtenbereiches stehen
annähernd im selben Winkel wie diejenigen des
Zehenbereiches.
Infolge einer wegpendelnden Zehenwand entstand ein übermässiger Zug auf die Epidermis
(Oberhaut) und die darunterliegende Wandlederhaut. Die Keimschicht der Epidermis produziert unter Stress und gab während der Hornproduktion Blutplättchen mit ab.
Aus der Sohlenansicht sind sie in der Blättchenschicht als Einblutung erkennbar.
BEURTEILUNG
DER HUFE
Françoise Rickli ist Huforthopädin und energetische
Pferdeosteopathin. Sie leitet
die Fachschule für Biomechanik
und ganzheitliche Therapien
am Pferd (FBP).
Text und Fotos: Françoise Rickli
I
n ihren Kursen vermittelt Sie angehenden Huforthopäden, interessierten Pferdebesitzern, Pferdetherapeuten und Pferdetrainern das nötige
Wissen rund um die Biomechanik
des Hufes und die Zusammenhänge zwischen deformierten Hufen und Problemen
des Bewegungsapparates.
«Mein Pferd hat ganz normale Hufe», ist
eine gängige Aussage, die Françoise Rickli
in der huforthopädischen Praxis fast täglich zu hören bekommt. Bei näherer Betrachtung stellt sich dann oft heraus, dass
diese Hufe ihre ursprüngliche Form ver-
66
loren haben. Im folgenden Interview wollte PASSION von der Huforthopädin wissen,
woran unphysiologische Hufzustände erkannt werden können, wie es dazu kommt
und welche Massnahmen dagegen getroffen werden können.
Frau Rickli, wie sieht aus Sicht der
Huforthopädie der ideale Huf aus?
Jeder Huf ist von Natur aus verschieden –
eine theoretische Form kann deshalb
nicht allgemeingültig definiert werden.
Ein Huf ist für das Pferd dann ideal, wenn
er gleichmässig bzw. physiologisch belastet wird. Der ideale Huf ist physiologisch
geformt, d. h. er weist keine Symptome
einer Deformation auf.
Und woran erkennt man den
unphysiologisch belasteten Huf?
Ungünstig belastete Hufe deformieren
sich allmählich mit der Zeit. In der Folge
zeigen sich verschiedene Symptome direkt am Huf. Diese geben Aufschluss über
die Belastungssituation des jeweiligen HuPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Bei diesem schief belasteten linken Hinterhuf
erfuhr die äussere Wand zu wenig Abrieb. Sie
wurde überlang und verbog sich bzw. pendelte
nach aussen weg. Der Kronrand ist nach aussen
hin abfallend. Durch das seitliche Ausweichen
der Hornkapsel im unteren Bereich entstand
oben im Kronrand ein hoher Druck. Die Kronlederhaut wurde gequetscht, worauf eine Einblutung entstand. Die Einblutung ist heruntergewachsen und nun im Bereich des Tragrandes gut
sichtbar.
fes während der Standbeinphase. Untergeschobene und/oder eingerollte Trachten weisen auf eine Überbelastung im
Trachtenbereich hin. Hohle Wände und
Ausbrüche entstehen infolge Überbelastung der entsprechenden Wandabschnitte. Ungleiche Hufhälften und Seitenwände und dementsprechend ungleichmässige bzw. verschobene Ballen bilden sich
bei einer asymmetrischen Belastung des
Hufes. Steht die Seiten- oder die Zehenwand zu schräg zum Boden, wird das Horn
gestaucht und legt sich in Falten (Hufrillen). Bei Spannung in der Hornkapsel können Zusammenhangstrennungen erfolgen, die sich dann als kleine, oberflächliche oder auch als einzelne, tiefe Risse
zeigen. Bei eingerollten Trachten oder bei
einem überlappenden Strahl werden Nischen gebildet, in welchen sich Fäulnisprozesse ungehindert ausbreiten können.
Wie entstehen diese unphysiologischen
Hufformen?
Pferde belasten ihre Hufe in der Regel unabhängig vom gewählten Hufschutz ungleichmässig. Die Lastaufnahme verlagert
sich mit der Zeit auf eine Hufhälfte und/
oder in den Trachtenbereich des Hufes.
Es entwickelt sich der «asymmetrisch
belastete Huf» oder der «trachtenlastige
Huf». Dadurch resultiert ein ungleichmäs-
Bei diesem linken Hinterhuf hat sich die Lastaufnahme auf die innere Hufhälfte verlagert. Dadurch haben sich zwei unterschiedliche Hufhälften ausgebildet. Die innere Hufhälfte ist
schmaler als die äussere und weist einen geraden Tragrandverlauf auf. Der innere Ballen ist
höher, schmaler und spitzer als der äussere Ballen.
Auch das Hufeisen reagiert auf die unsymmetrische Belastung: Es kann sich insbesondere bei
längeren Beschlagsperioden auf die weniger belastete Seite verschieben.
Dieser Huf weisst eine (zu) schräg zum Boden
stehenden Seiten- und Zehenwand auf. Durch
das wegpendeln derselben wurde die Blättchenschicht breitgezogen und bietet nun Einlass für
Fäulnisbakterien.
Die Seitenwand dieses Hufes steht in einem
steilen Winkel zum Boden und wurde daher
durch grosse vertikale Scherkräfte zermürbt. Es
hat sich eine hohle Wand gebildet, in welcher
sich Steinchen festsetzen und Fäulnisbakterien
ausbreiten können. Bemerkung: die daneben
liegende Blättchenschicht ist unversehrt.
siger Abrieb an der Innen- oder Aussenwand bzw. an der Trachtenwand. Weniger
belastete Wandabschnitte werden überlang und verbiegen sich in der Folge nach
aussen und stehen dann (zu) schräg zum
Boden.
Solchermassen schräge bzw. verbogene
Zehen- und/oder Seitenwände zerren an
der Wandlederhaut und quetschen die
Kronlederhaut. Bei starkem Zug auf die
Wandlederhaut bzw. Druck auf die Kronlederhaut, kommt es zu Einblutungen,
welche später in der Blättchenschicht bzw.
in der Hornkapsel als Blutergüsse ersichtlich sind.
Um diesem unangenehmen Effekt auszuweichen, nimmt das Pferd eine Schonhaltung ein. Es stellt sich noch mehr auf
die bereits überbelasteten Seiten- oder
Trachtenwände und der Prozess schreitet
ungehindert fort.
In Ausnahmefällen verlagert sich die
Lastaufnahme in den Zehenbereich. Hierbei handelt es sich jedoch um unphysiologische Hufzustände aufgrund verkürzter
Beugesehnen.
Die weniger belastete Seitenwand wird
überlang und verbiegt sich in der Folge
nach aussen oder pendelt nach aussen hin
weg. Je mehr die schräg zum Boden stehende Seitenwand nach aussen hin wegpendelt, umso mehr verliert diese auch an
Bodenhöhe (Distanz vom Boden bis zum
Kronrand). Durch das Wegpendeln der
schrägen Seitenwand verbreitert sich die
Blättchenschicht und bietet dort Einlass
für Fäulnisbakterien.
Die mehrbelastete Seite hingegen wird
steil und schiebt mit der Zeit nach oben
(die Bodenhöhe verlängert bzw. vergrössert sich). Da an diesem Wandabschnitt
kaum oder keine Hufmechanik nach aussen hin mehr stattfinden kann, ist die
Wand grossen vertikalen Scherkräften
ausgesetzt. In der Folge kann sich eine
hohle Wand bilden und/oder der Tragrand
aufspreisseln. Die Hornkapsel bietet nun
Einlass für Fäulnisbakterien, zudem können in der eröffneten Hufwand Steinchen
eingetreten werden. Infolge der Überbelastung und dem ungünstigen (zu steilen)
Winkel zum Boden sind in diesem Bereich
oftmals Tragrandausbrüche zu finden.
Die Hornröhrchen im Trachtenbereich
stehen nun in einem schrägeren Winkel
zum Boden als diejenigen im Zehenwandbereich. Die weniger belastete Zehenwand
wird überlang und «pendelt» nach aussen
hin weg. Durch das Wegpendeln der schrägen Zehenwand verbreitert sich nun die
Blättchenschicht und bietet dort Einlass
für Fäulnisbakterien.
Die zu schräg zum Boden stehende Zehenwand ist nicht mehr in der Lage, Last
aufzunehmen, und weicht in der Folge bei
jedem Schritt nach vorne aus. Dies führt
dazu, dass die Trachten noch mehr Last
aufnehmen müssen. Unter dieser Überbelastung verbiegen sich die Hornröhrchen
der Trachten und stehen ebenfalls in
einem ungünstigen und somit nicht mehr
tragfähigen Winkel zum Boden.
Durch diesen ungünstigen bzw. zu
schiefen Winkel der Trachten zum Boden,
findet bei jedem Schritt eine ungünstige
Hebelwirkung nach innen bzw. unter den
Huf statt. Die bereits (zu) schräge Trachte
wird also bei jedem Schritt weiter unter
den Huf gezwungen.
Wie sehen typische Belastungssituation
und deren Symptome aus?
Beim asymmetrisch belasteten Huf reibt
sich durch die ungleichmässige Belastung
eine Seitenwand wesentlich schneller ab
als die andere.
Beim trachtenlastigen Huf, bei welchem sich die Lastaufnahme in den Trachtenbereich verschoben hat, sind die Trachten überbelastet und schieben in der Folge
unter.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Im fortgeschrittenen Stadium beult
sich in Folge der untergeschobenen Trachten der hintere Teil der Seitenwand in
seiner gesamten Höhe unphysiologisch
nach aussen und bildet eine sogenannte
«unphysiologische Wandrundung» aus.
67
Aus der Sohlenansicht zeigt sich dann,
dass der Huf eine herzförmige Form angenommen hat. Im Übergang von der
Wandrundung zur Seitenwand finden sich
oft mehr oder weniger ausgeprägte Hornrisse und Einblutungen.
Verlagert sich die Lastaufnahme bei
einem (von Natur aus) steilwandigen Huf
vermehrt in den Trachtenbereich, rollen
die Trachten in der Folge der Überbelastung ein.
Die weniger belastete Zehenwand wird
überlang und verbiegt sich nach aussen.
Die nun nach aussen verbogene Zehenwand ist nicht mehr in der Lage, Last aufzunehmen, und weicht in der Folge bei
jedem Schritt nach vorne aus. Dadurch
müssen andere Bereiche des Hufes mehr
Last übernehmen. Bei steilwandigen Hufen sind es nicht nur die Trachten, sondern
auch noch die Seitenwände, die ein Mehr
an Last übernehmen müssen.
Durch das Einrollen der Trachten stehen die Seitenwände in einem (zu) steilen
Winkel zum Boden und stauchen bzw.
schieben in der Folge hoch. Der Huf wirkt
dann für den Betrachter (noch) steiler.
Aus der Sohlenansicht zeigt sich, dass
der Huf eine längsovale Form angenommen hat, welcher durch die Verengung der
mittleren und seitlichen Strahlfurchen die
Ansiedlung von Fäulnisbakterien begünstigt.
Genauso wie beim schiefen Huf sind die
steil zum Boden stehenden Seitenwände
grossen vertikalen Scherkräften ausgesetzt und weisen dementsprechend dieselben Symptome auf.
Schreitet der Prozess ungehindert fort,
verformen sich die übersteilen Seiten- und
Trachtenwände bei jedem Schritt immer
weiter nach innen und es stellt sich somit
eine Hebelwirkung nach innen ein. Dies
Bei diesem trachtenlastigen Huf, welcher eine
sehr schräge Zehenwand aufweist, haben die
untergeschobenen Trachten den hinteren Seitenwandbereich nach aussen gebeult (unphysiologische Wandrundung). Der Kronrand wird im Zehenbereich hochgestaucht, die Haare sind dort
leicht abstehend. Im Bereich der Wandrundung
wird der Kronrand erneut nach oben gestaucht,
bevor dieser dann nach hinten/unten abfällt.
Auch das Wandhorn wurde gestaucht und hat
sich in Falten gelegt.
Schreitet dieser Prozess ungehindert fort, könnte sich am Übergang von der unphysiologischen
Wandrundung zur Seitenwand eine Einbuchtung
oder ein Riss bilden.
lässt die Deformation nun noch schneller
vorangehen.
In der Praxis treten in der Regel Mischformen der obengenannten Belastungssituationen auf.
Welche Auswirkungen haben diese
Deformationen auf den Bewegungsapparat?
Ein Pferd mit unphysiologischen Hufen
versucht einerseits dem unangenehmen
Effekt auf die Lederhäute auszuweichen
und ist andererseits gezwungen, seinen
Bewegungsablauf entsprechend der deformierten Hornkapsel anzupassen. Bei einer
wegpendelnden Zehenwand beispielsweise wird sich das Pferd mit der Zeit eine
sogenannte Zehenrichtung anlaufen. Je
länger je mehr führt diese Zehenrichtung
jedoch zu einem Abfusszwang. Das Pferd
kann nur noch dort ab- bzw. rausfussen.
Befindet sich diese Zehenrichtung nicht in
der Mitte des Hufes, kann sich der Huf mit
der Zeit durch die fortwährend einwirkenden Kräfte verdrehen.
Mit der Deformation einhergehend verändert sich entsprechend der vorliegenden Hufsituation auch das Auf- und Abfussverhalten sowie das Vorführen der Gliedmasse an sich.
Eine andauernde Schonhaltung oder
ein modifizierter Bewegungsablauf können zu Muskelverspannungen führen. Das
Aufwölben des Nackens sowie des Rückens
ist erschwert. Die Hinterhand tritt nicht
genügend unter und kann keinen Schub
entwickeln. Beim Reiter bildet sich im fortgeschrittenen Stadium das Gefühl aus,
dass «die Handbremse angezogen ist».
Bei fortschreitendem Prozess entstehen
zudem ungünstige Belastungsverhältnisse
in den Knochen, Gelenken, Sehnen und
Bändern der Gliedmassen.
Können solche unphysiologischen
Hufzustände wieder behoben werden?
Weist ein Huf eine wegpendelnde Zeheoder Seitenwand auf, kann durch das Beraspeln der Hufwand von aussen dieses
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68
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Die Seitenwände dieses Hufes stehen infolge
Trachtenlastigkeit in einem sehr steilen Winkel
zum Boden. Durch den steilen Winkel findet zu
wenig aufweitende Hufmechanik nach aussen
hin statt. Die Seitenwände werden in der Folge
nach oben gestaucht. Der Huf erscheint dadurch
sehr hoch und «sehr lang». Es entsteht der Eindruck, als weise dieser Huf einen hohen Tragrandüberstand auf, was jedoch nicht zwingend
der Fall sein muss.
Dieses Pferd hat sich infolge einer zu langen
bzw. verbogenen Zehenwand vorne links eine
Zehenrichtung angelaufen. Diese befindet sich
nicht mittig, sondern leicht nach aussen versetzt.
Innen hat sich ein «Zehenabweiser» gebildet,
welcher dazu führt, dass das Pferd je länger
desto mehr aussen abfusst. Das Horn wird
gestaucht, wobei die Falten im Bereich des
Zehenabweisers hochschieben und dort auch
ausgeprägter sind. Durch die fortwährend einwirkenden Kräfte während dem Abfussen steht
der Huf nicht mehr gerade zur Knochensäule.
Achtet man beim Beraspeln der Hufwand von
aussen darauf, dass nicht nur ungünstigen Hebelwirkungen ausgeschaltet, sondern die einzelnen
Wandabschnitte auch in einen tragfähigen Winkel bzw. Bogen zum Boden stehen, können überbelastete Bereiche entlastet werden.
Bei diesem Huf wächst das Horn in einem günstigeren Winkel nach und weist weniger Falten
auf.
schmerzhafte «Wegpendeln» kurzfristig
ausgeschaltet oder zumindest minimiert
werden. Wird dabei jedoch ein Huf nach
optischen Kriterien in Form geraspelt,
werden lediglich die Symptome behandelt
und es entsteht in erster Linie ein kosmetischer Effekt.
Zur Ursachenbehebung genügt es deshalb nicht, nur die ungünstigen Hebelwirkungen auszuschalten. Um die überbelasteten Bereiche zu entlasten, müssen die
weniger belasteten Wandabschnitte in
einen «tragfähigen» Winkel bzw. Bogen
zum Boden gebracht werden.
Wird der Huf in kurzen Intervallen auf
eine günstige Art und Weise beraspelt,
kann dieser wieder in seiner optimalen
Form herunterwachsen. Dadurch wird der
negative Prozess zur Umkehr gebracht.
Das langfristige Ziel der Huforthopäden
der FBP ist ein physiologisch geformter
Huf, bei welchem die Aufnahme der Last
in einer günstigen Art und Weise erfolgt
und somit einen bestmöglichen Bewegungsablauf ermöglicht.
Wie können solche Hufsituationen vermieden werden?
Die Entwicklung von unphysiologischen
Hufzuständen beginnt bereits im Fohlenalter. Insbesondere die Hufe von vorwiegend auf Weiden gehaltenen Fohlen und
Jungpferden reiben sich erfahrungsgemäss zu wenig ab und beginnen sich dementsprechend zu deformieren.
Nebst weichem Boden und zu wenig
Abrieb wirkt sich auch ein (zu) langes Beschlags- oder Bearbeitungsintervall ungünstig auf die Hufsituation aus. Auch in
diesem Falle werden die Zehen- und Seitenwände überlang und verbiegen sich
bzw. pendeln in der Folge nach aussen.
Deshalb sollte genügend Abrieb erfolgen und ein angepasstes Bearbeitungsoder Beschlagsintervall eingehalten werden.
lastungssituation, sind auch die festgestellten Symptome rückläufig. Bei
Verschlechterung nehmen die Symptome
zu und zeigen sich deutlicher.
Weitere Informationen
zur Huforthopädie finden Sie unter
www.pferdefachschule.ch
Was kann der Pferdebesitzer dazu
beitragen?
Durch regelmässiges Erstellen von aussagekräftigen Huffotos kann überprüft werden, wie sich der Huf durch die Bearbeitung oder den gewählten Hufschutz
verändert. Das Erstellen von repräsentativen Huffotos erfordert Übung und sollte
nach einem bestimmten Vorgehen erfolgen. Verbessert sich die Huf- bzw. die BePA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Die Autorin
Françoise Rickli
Françoise Rickli, Huforthopädin, energetische
Pferdeosteopathin, Leitung der Fachschule für
Biomechanik und ganzheitliche Therapien am
Pferd (FBP)
69
DIE IRONISCHE KOLUMNE VON KARIN ROHRER
AUF DEN
HUND
GEKOMMEN
P
ferdefreunde sind meist auch Hundefreunde. Warum
sonst tummeln sich bei Springkonkurrenzen während
der Parcoursbesichtigung manchmal fast mehr Hunde
als Reiter zwischen den bunten Stangen? Beim Zählen
der Galoppsprünge schauen die Reiter nur aus dem
Grund auf den Boden, damit sie nicht unabsichtlich einen Jack
Russel Terrier treten, welcher seinen Job ernst nimmt und ebenfalls die ideale Hindernislinie sucht. Begegnungen zwischen
Reitern und Hundebesitzern können verschieden ausfallen und
offene Kommunikation ist von Vorteil. So bitte ich «nicht-pferdekundige Hundehalter» freundlich, ihren kleinen Wauwau nicht
auf den Arm zu nehmen und sich gemeinsam im Gebüsch neben
dem Weg zu verstecken. Denn genau wenn ich auf Höhe der
netten Dame mit Yorkshire oder ähnlich süssem Fluffi auftauche,
und der kleine Liebling «Wuff» macht oder runterhüpft, fährt
meinem Pferd – und mir, obwohl ich es ja habe kommen sehen
– der Schreck in die Glieder. Einmal traf ich bei einem Ausritt ein
Pärchen, das mir wohl den Mut seines Maltesers beweisen wollte.
70
Er wartete mit Hund auf der linken Wegseite, sie auf der rechten.
Als ich sie grüssend auf der Wegmitte reitend passierte, rief sie
den Hund zu sich, welcher, ohne mit der Wimper zu zucken,
zwischen den Pferdebeinen und unter dem Pferdebauch hindurch zu Frauchen flitzte. «Sehen Sie, der hat keine Angst vor
Pferden!», triumphierte das Paar und spazierte mit seinem Vierpföter weiter, während ich mir noch ausmalte, was alles hätte
passieren können. Die Beziehung zwischen Pferd und Hund erscheint mir oft rätselhaft. Etwa, wenn der Wallach meiner Reitfreundin im Wald auf einen schwarzen Neufundländer trifft und
diesen wiehernd als seinen Shetlandpony-Kollegen ansieht und
begrüsst, obwohl dieser im heimischen Stall steht. Auch habe ich
das Gefühl, dass meine Stute bei einigen Hunden so beliebt ist,
weil sie gerne Katzen jagt, wenn diese ihr Weide-Territorium betreten. Sie sehen, ich habe keine grosse Ahnung von Hunden.
Aber wer weiss, vielleicht ersetze ich den süssen Plüsch-Mops auf
meiner Kommode doch noch mal mit einem echten.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
S TA L L G E S P R Ä C H
MAYA SIEBENMANN
Interview: Ruth Müller
Fotos: Ruth Müller/zVg Susanne Künzli
Welcher Bereich
ist Ihre Passion?
B
Sie gründe
gründet in der Vielfalt des Reitsports. Ich passe mich der Veranlagung des Pferdes an. Mit Top Rhapsodie liegt meine Stärke
beim Gymkhana und in der Arbeit an der Hand. Picards Talent
sehe ich vor allem beim Springen.
Wann und wie hatten Sie erstmals Kontakt mit Pferden?
Das ist schon so lange her, dass ich mich gar nicht mehr richtig
erinnern kann. Als Vierzehnjährige habe ich mit Reitstunden
begonnen.
Welches ist Ihr aktuelles Lieblingspferd und weshalb?
Ich habe/hatte zu allen bisherigen Pferden eine sehr gute Beziehung. Zu Top Rhapsodie ist sie jedoch am innigsten. Die Schimmelstute ist eine unglaublich starke Kämpferin im positiven
Sinne.
Was fasziniert Sie am Pferd?
Ich mag Tiere allgemein, doch Pferde insbesondere hatten immer
eine grosse Anziehungskraft auf mich. Was man den Pferden gibt,
geben sie einem mehrfach zurück.
Wie motivieren Sie Ihr Pferd?
Ich versuche, sie mit möglichst viel Abwechslung und verschiedenen Disziplinen fit zu halten. Gute Leistungen belohne ich
immer sofort.
Was haben Sie von den Pferden gelernt?
Auf sie zu hören und nichts erzwingen zu wollen. Ein beeindruckendes Erlebnis war, als meine zwei Ponys während dem Ausritt
plötzlich stehen blieben und keinen Schritt mehr machen wollten. Einige Sekunden später fiel dreissig Meter weiter vorne ein
grosser Ast zu Boden. Danach gingen die beiden weiter, als wäre
nichts geschehen.
Welche ist Ihre schönste, welche Ihre traurigste Erfahrung mit
den Pferden?
Abschied nehmen von seinem vierbeinigen Partner empfinde ich
immer als sehr schwer und traurig. Über all die vielen Jahre habe
ich unzählige schöne Momente erlebt, Top Rhapsodie hat mich
mit Erfolgen fast schon verwöhnt.
Was ist Ihnen im Umgang mit Pferden besonders wichtig?
Die Ausbildung beginnt im Stall. Ich lege nicht nur grossen Wert
auf das Bewegen der Pferde, sondern auch auf den Umgang und
die Pflege. Es gibt nichts Beruhigenderes, als Pferden beim Heufressen zuzuschauen.
Welche Pferdemenschen haben Sie speziell geprägt?
Niemand im Speziellen. Alle Ausbildner zu ihrer Zeit. Ich picke
bei verschiedenen Richtungen jene Elemente heraus, die mir
zusagen und suche meinen eigenen Weg.
Wieviel Zeit verbringen Sie rund ums Pferd?
In der Regel drei bis vier Stunden pro Tag, am Wochenende meistens mehr.
Persönlich
Wohnort
Geburtsdatum
Beruf
Verein
Kilchberg ZH
1962
Medizinische Praxisassistentin
Schweizerischer Verband für Ponys und Kleinpferde/
RV Davos
Lizenz
Brevet
Eigene Pferde Top Rhapsodie, Picardijn’s Dumberlijn
Traumpferd
Top Rhapsodie
Vorbild
Mark Todd, John Whitaker
Grösste Erfolge Dass Top Rhapsodie mit 28 Jahren immer noch
so motiviert ist wie mit 6 Jahren
Ziel
Mich weiterbilden, um noch mehr Harmonie in der
Arbeit mit Pferden zu erreichen
Lebensmotto
Carpe diem
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
71
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POLO-RUGBYSHIRT SWITZERLAND von SwissBull.
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POLO-RUGBYSHIRT SWITZERLAND von SwissBull.
Kurzarm. Aus 100% Baumwolle. Die sportliche Polo-Form und die verschiedene Sticker und Schriftzüge geben dem Shirt eine ganz spezielle Note.
Farben: Schwarz, Rot und Eierschale
Grössen: S, M, L, XL und XXL
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POLO-RUGBYSHIRT «AUCKLAND» von SwissBull.
Sportlicher Schnitt aus 100% Baumwolle. Gerader Bund
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POLO-RUGBYSHIRT «STRIPES» von SwissBull.
Sportlicher Schnitt aus 100 % Baumwolle. Gerader
Bund mit Seitenschlitzen. Die Sticker und Schriftzüge
geben dem Shirt eine ganz spezielle Note!
Farbe: Braun-Weiss
Grössen: S, M, L, XL und XXL
Art. 0550
CH
F7
sta
9.9
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HF
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99
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POLO-RUGBYSHIRT
von SwissBull.
Aus 100% Baumwolle in einer tollen Qualität. Gerader Bund mit Seitenschlitzen. Verschiedene Sticker und Schriftzüge geben dem Shirt eine
ganz spezielle Note. Der Bequemschnitt sorgt für eine gute Passform,
auch in grossen Grössen! Sportliche Polo-Form, mit Knopfleiste und
formbeständigen, elastischen Bündchen.
Farbe: Weiss-Rot
Grössen: S, M, L, XL und XXL
Art. 0512
CH
sta
CH
F6
tt C
HF
KAPUZEN-HOOD «MOVE»
von SwissBull.
Aus 100% Baumwolle. Klassischer Schnitt mit
hochwertigen Stickereien in einer super soften
Qualität.
Farbe: Blau-Braun
Grössen: S, M, L, XL und XXL
Art. 0549
sta
9.9
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0
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9.9
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SOFT-SHELL HOOD «EASY»
FÜR HERREN von SwissBull.
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langlebigem, elastischem Polyesterjersey geschnitten und weist eine
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SOFT-SHELL HOOD «WHISPER»
FÜR DAMEN von SwissBull.
Sportliches, dünnes Kapuzenhood
leicht tailliert. Das Gewebe ist
schnell trocknend und robust. Zwei
Reissverschlusstaschen. Leicht,
atmungsaktiv, absolut winddicht
und stark Wasser abweisend.
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Grössen: S, M, L und XL
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SOFTSHELL-JACKE «EXPLORER» von SwissBull. 95% Polyester, 5%
Elastan (Spandex, 4-way-Stretch). Leicht, atmungsaktiv, absolut winddicht
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hoher Kragen mit Kinnschutz. Zwei Reissverschlusstaschen, eine Brusttasche. Sportliche
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Grössen: S, M, L, XL, XXL und XXXL
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SOFTSHELL-JACKE «CLUB»
von SwissBull.
Gleiches Modell wie «EXPLORER»,
jedoch ohne Stickereien
Farbe: Schwarz
Grössen: S, M, L, XL, XXL und XXXL
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RIDING LONG SILVER Edel und bestechend. Wie ein Lipizzaner. Das Traverse
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mit dem AirConditioning Channel® sorgt
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Knöchel, Rist und Zehen sorgen für
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Gelände.
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stark Wasser abweisende Jacke mit durchgehendem, unterlegtem Reissverschluss, hohem Kragen
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Material 95% Polyester und 5% Elastan (Spandex,
4-way-stretch).
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Einzelpreis
DAS PFERD
EIN ATHLET
Text: Kathrin Engemann
Fotos: zVg
Kathrin Engemann und Hannes Peter Frommelt bilden
in Wietzikon-Wies/TG Pferde und Reiter bis in die
höchsten Klassen aus. Ein besonderes Augenmerk legen
Sie dabei auf die korrekte Körperhaltung der Pferde während der Arbeit. Aus der Überzeugung, dass Reiter
aller Sparten über die grundlegenden anatomischen und biomechanischen Kenntnisse verfügen sollten,
haben Sie für PASSION die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
J
eder Trainer eines Athleten hat ein
mehr oder weniger fundiertes Allgemeinwissen über den menschlichen Körper. Wenn man auch bei
unseren Pferden die körperliche Voraussetzung wahrnehmen und beachten
würde, liessen sich bei deren Ausbildung
und Training viele Fehler vermeiden.
Der Rücken zählt zu den kompliziertesten Teilen des Bewegungsapparates des
Pferdes und ist von Natur aus zum Tragen
eines Reiters nicht geeignet. Erst wenn die
dazu geeigneten Muskeln gefestigt und
trainiert werden, kann ein Pferd das Reitergewicht schadlos tragen.
Die Last des Reiters darf nicht zum
Durchbiegen des Rückens führen. Die Rückenmuskeln dürfen nicht als Lastträger
missbraucht werden.
Der Anatomie des Pferdes nicht
gerechte Haltung bzw. nicht
gerechter Reitstil können ein
Pferd krank machen.
DER RÜCKEN
Etwa 200 kg belasten permanent die Wirbelbrücke. Das Gewicht wird nicht nur
vom Knochengerüst aufgenommen, sondern es wird auch ein grosser Teil der Tragarbeit vom Nacken-Rückenband geleistet.
Dehnt das Pferd den Hals nach vorne abwärts, übt das Nackenband eine entsprechende Zugwirkung aus.
Der Rücken wird angehoben. Dies
kommt beim Fressen in der Natur fast
mehr oder weniger den ganzen Tag vor.
Das Pferd ist somit im Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht muss auch beim Reiten
gewährleistet sein.
DIE MUSKELN
Muskeln arbeiten in Ketten:
Die dorsalen Muskeln, auch obere Verspannung genannt, über der Wirbelsäule
74
und hinter der Hüfte, rufen eine Streckung
der Wirbelsäule und der Hüfte hervor, senken den Rücken und heben den Kopf und
Hals.
Diese Muskeln kommen besonders
beim Galoppieren und Springen zum Einsatz.
Die ventralen Muskeln, auch untere Verspannung genannt, unterhalb der Wirbelsäule und vor der Hüfte, erzeugen eine
Beugung der Wirbelsäule und der Hüfte.
Sie helfen, den Rücken zu heben und zu
unterstützen. Diese Muskeln kommen
zum Einsatz bei allen Übergängen, beim
«vorwärts-abwärts»-Reiten im Galopp und
Trab, bei Gymnastiksprüngen und beim
Bergaufreiten.
Wichtig ist beim Reiten das Zusammenspiel der oberen und unteren Verspannung. Das korrekte Zusammenspiel dieser
zwei Muskelgruppen erfordert Losgelassenheit. Nur dann kann das Pferd die Dehnung der Rückenmuskeln erreichen. Sicheres Zeichen für einen losgelassenen
Rücken und arbeitende Bauchmuskeln ist
ein schwingender Rücken, welchen der
Reiter im Sattel spüren sollte.
Entspannter, raumgreifender Schritt ist
Muskeltraining. Die Bauchmuskeln werden durch die enorme Pendelbewegung
des Bauches gedehnt, wobei die treibende
Hilfe der Schenkel in Form eines kurzen
Impulses die seitlichen Bauchmuskeln
kontrahieren lässt.
Das Reitergewicht kann nur getragen werden, wenn alle Muskeln zusammenspielen. Wenn
der Kopf sich senkt, die Hinterhand untertritt und die Bauchmuskeln sich anspannen, erst
dann kann sich der Rücken heben.
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DIE ERWÜNSCHTE HALSSTELLUNG
Es gibt zwei der Anatomie des Pferdes gerecht werdende Halsstellungen:
Der gedehnte Hals und das entspannte
Genick
Es ist die Grundhaltung bei den «Remonten». Das Nackenband trägt den Rücken.
Die Muskeln (langer Rückenmuskel) sind
entspannt. Die Hinterhand kann frei
untertreten. Dabei ist es ganz wichtig, dass
das Pferd den gedehnten Hals fallen lässt
und nicht durch Handeinwirkung «aktiv»
gebeugt wird.
Mittlere Aufrichtung bei entspanntem
Genick
Wenn sich beim Pferd die Muskeln zwischen Halswirbelsäule und Mähnenkamm
gefüllt, sich die langen Rückenmuskeln
verstärkt haben und die Halsbeuger, die
Muskeln am Unterhals, zurückgegangen
sind, erst dann kann man beginnen, in der
Aufrichtung zu reiten, wobei die Nasenlinie immer etwas vor der Senkrechten
sein muss. Diese Haltung sollte jedoch immer wieder durch «vorwärts-abwärts»-Reiten unterbrochen werden.
DIE UNERWÜNSCHTE HALSSTELLUNG
Vielfach sieht man zwei Halsstellungen,
welche der Anatomie des Pferdes nicht
gerecht werden.
Absolut aufgerichtet
Ein absolut aufgerichtetes Pferd präsentiert den «falschen Knick» (Knick beim 3.
Halswirbel drückt den Rücken durch und
zeigt ein nach hinten hinausgestelltes Hinterbein). Die Muskeln sind verspannt:
Aufgerollter Hals
Diese Stellung wird auch «Hyperflexion»
genannt. Das Pferd mit überspanntem Rücken zeigt tiefe Kopf-Hals-Einstellung mit
falschem Knick (es beisst sich in die Brust),
stark angehobener Rückenlinie, gerader
Kruppe und herausgestelltem Hinterbein.
Losgelassenheit und Schwung,
wie hier im Mitteltrab,
sind Ziel einer gelungenen
Gymnastizierung
(Kathrin Engemann auf
Nightlight).
Seitengänge fördern
Längsbiegung, Geschmeidigkeit und Entspannung des
Pferdes. Sie sollten in keiner
Reitstunde fehlen
(Kathrin Engemann
auf Charmeen Nobless).
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
75
Der gemeinsame Schwachpunkt
der Rücken.
Gelb = Nacken-Rückenband
Rot = Krümmung der Wirbelsäule
Blau = dorsale Muskeln
Rot = ventrale Muskeln
Die «Hyperflexion» hat unter anderen
folgende Auswirkungen:
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Bjh`jaVijg^bDWZg]Vah#
™ 9^ZBjh`ZacYZhDWZg]VahZhlZgYZcc^X]i
\ZcjioiLVX]hZcYZgJciZg]Vahbjh`jaV"
ijg#
™ HiVg`Z^c\ZhX]g~c`iZh<Zh^X]ih[ZaY#
Gutes Training für die Bauchmuskeln sind
Gymnastiksprünge. Stellen sie dazu eine
Gymnastikreihe mit 5 Hindernissen im
Abstand bis 330 cm auf
(Sarah Flachsmann auf Nightlight).
Bei beiden Halsstellungen ist der Rücken
fest und das Pferd kann nicht mehr mit der
Hinterhand untertreten. Die Folge davon
ist der Passgang im Schritt und der 4-Takt
im Galopp.
GYMNASTIZIEREN
Damit die Muskeln des Pferdes gebildet
und trainiert werden, bedarf es der dauernden Gymnastizierung. Durch gleichmässige Belastung beider Körperhälften
wird die natürliche Schiefe abgebaut.
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76
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Das Brückensystem, ein Zusammenspiel der oberen und unteren
Verspannung.
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6caZ]cjc\
HX]ljc\
<ZgVYZg^X]ijc\
KZghVbbajc\
sind die Eckpfeiler des Trainings, die jedes
Pferd braucht, soll es über lange Zeit das
Reitergewicht ohne körperliche Schäden
tragen.
ÜBUNGEN
Zur Gymnastizierung des Pferdes bieten
sich nachfolgend die klassischen Übungen
an:
Seitenbiegung
™ 7^Z\jc\YZh=VahZhVj[Z^cZb=j[hX]aV\
™ HX]jaiZg]ZgZ^cVj[YZg<ZgVYZc
jcYVj[YZbO^g`Za
GEWINNSPIEL
Der Kosmos-Verlag und PASSION verlosen 4 Bücher zum Thema Rücken.
Gewinnen ist ganz einfach, schreibe
eine E-Mail an info@prosell.ch mit
Stichwort RÜCKEN, oder eine Postkarte
mit Stichwort RÜCKEN an Prosell AG,
PASSION, Das Schweizer Reitmagazin,
Postfach 170, 5012 Schönenwerd.
Viel Glück!
™ IgVkZghVaZ
™ O^g`ZakZg`aZ^cZgcjcYkZg\gŽhhZgc
Flexibilität in Längsrichtung
™ zWZg\~c\ZHX]g^ii"IgVW"<Vadee
jcYjb\Z`Z]gi
™ G“X`l~gihg^X]iZc
Reiten über Cavaletti
™ HX]g^ii6WhiVcYW^h%!-b
™ IgVW6WhiVcYW^h&!(b
™ <Vadee#6WhiVcYW^h(!(b
Longieren
™ 7^Z\jc\
™ zWZg\~c\Z
™ IZbedlZX]hZa
TRAININGSSTUNDEN
Nur durch Training bekommt man ein
durchlässiges, an den Hilfen stehendes
Pferd. Dies ist z. B. beim Springen für einen
kontrollierten Sprung notwendig. Es ist
deshalb das Beherrschen von Übungen aus
der Dressurarbeit unerlässlich.
Gymnastiktraining
™ 5 Min. Schritt am hingegebenen
Zügel
™ 10–15 Min. Schrittarbeit
Kurze Reprisen von Schulterherein,
Wechsel zwischen Arbeitsschritt,
versammeltem und starkem Schritt
™ Mehrmaliges Rückwärtsrichten,
Seitengänge
™ 5–10 Min. Trabarbeit
HZ^iZc\~c\Z!
zWZg\~c\ZjcYIZbedjciZghX]^ZY!
=~jÒ\Zg=VcYlZX]hZaVj[\ZWd\ZcZc
jcY\ZgVYZc=j[hX]aV\Ò\jgZc
™ 3–5 Min. Galopparbeit
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Springtraining
™ 25 Min. Lösungsphase
Buchbeschrieb: Jeder Reiter wünscht
sich ein fittes Pferd, das leicht an den
Hilfen steht und motiviert mitarbeitet. Es gibt jedoch viele Gründe, die
genau dies verhindern. Der Schlüssel zu einem gesunden und rittigen
Pferd liegt daher in der Arbeit
über den Rücken, denn nur ein
tätiger Rücken ermöglicht die
korrekte Gymnastizierung des
Pferdekörpers.
Sabine Ellinger beschreibt in ihrem neuen Buch
«Pferde über den Rücken arbeiten» die vielfältigen Ursachen von Rittigkeitsproblemen bei Pferden. Darauf aufbauend entwickelt sie ein praxistaugliches Trainingsprogramm, das die Arbeit an
der Hand, an der Longe und unter dem Sattel
beinhaltet. Ausserdem stellt dieser Ratgeber
erstmals die bewegungstherapeutischen Übun-
gen auf dem Laufband der Stammer-Kinetics-Methode vor. Dieses innovative System analysiert
die Ursachen für mangelnde Rückentätigkeit und ermöglicht eine
Neukoordination von Bewegungsabläufen.
Damit bietet «Pferde über den Rücken arbeiten» ratlosen Reitern moderne Lösungsansätze und praktische Hilfe für ihre Reitprobleme.
Sabine Ellinger betreibt einen Ausbildungsstall mit Reha-Station für Pferde. In ihrer
täglichen Arbeit mit Reitschülern und Berittpferden trifft sie zunehmend auf Pferde mit Rittigkeitsproblemen, die sie erfolgreich mit der Methode von Stammer-Kinetics therapiert. Bei
Kosmos ist bereits ihr Buch «Die Pony-Akademie» erschienen.
™
™
mittätigem und mitfederndem Rücken
seine Beine zu entlasten und sich bis ins
späte Alter frisch zu erhalten.»
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10–20 Min. Arbeitsphase
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10 Min. Erholungsphase
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AUSWIRKUNGEN NICHT
PFERDEGERECHTEN REITENS
Da der Rückenmuskel ein Bewegungsmuskel ist, ist dieser zum Tragen des Reitergewichtes nicht geeignet. Falsche Reitweise kann zu folgenden Schäden am Rücken
führen:
™ 1. Entzündung am ersten und
zweiten Halswirbel
Entzündung am Ansatz des Nackenstranges, hervorgerufen durch eine zu
harte Hand und Einrollen des Pferdes.
Nase des Pferdes ist hinter der Senkrechten. Hilfszügel werden nicht korrekt eingesetzt.
™ 2. «Kissing Spines»
Die Dornfortsätze der Wirbel stossen
aneinander und entzünden sich, hervorgerufen durch Reiten bzw. Springen
mit durchgedrücktem, festgemachtem
Rücken. Das Pferd geht nicht losgelassen.
™ 3. Blockade im «Iliosakralgelenk»
Das Pferd geht nicht losgelassen und
tritt mit der Hinterhand nicht unter
bzw. trägt den Schweif schief. Es wird
von vorne nach hinten geritten (harte
Hand). Das Pferd wird im Training nicht
gebogen und nicht rückwärtsgerichtet.
FAZIT
«Ein Pferd, das sein Leben lang nur in
‹natürlicher Selbsthaltung› dahinpendelt, wird dieses Leben jedenfalls nicht
so lange geniessen, wie dasjenige, welches durch die Dressur gelernt hat, aus
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Waldemar Seunig (1887–1976) war ein Hüter der reinen Reitlehre, unbestechlich in
der Vermittlung seiner umfassenden
Kenntnisse, besessen in der Ausfeilung
hippologischer Begriffe, geliebt, geachtet
und bewundert von seinen Schülern.
Steckbrief
Kathrin Engemann wurde 1966 in Leipzig (ehemalige DDR) geboren. Die Liebe zum Pferd ist Ihr
in die Wiege gelegt worden. Reiten lernte sie
schon im Grundschulalter in der Sektion Pferdesport. Bald konnte Sie Ihr Können auf Jugendspartakiaden und später auf DDR-Meisterschaften unter Beweis stellen und errang Siege und
Platzierungen bis zur Klasse S.
Dem nicht genug, erlernte Sie den Beruf Pferdewirt im Sächsischen Landgestüt in Moritzburg
und qualifizierte sich weiter zum FN-Trainer B in
Deutschland.
Nach der Wende DDR-BRD verschrieb sie sich
dem Vielseitigkeitssport. Mit Ihrer englischen
Vollblutstute Calabria startete sie bis CIC*** und
war dabei sehr erfolgreich bei Meisterschaften
im Bundesland Sachsen/Thüringen.
Seit 6 Jahren bildet sie in der Schweiz Pferd
und Reiter bis zum höchsten Niveau aus. Ihr Heimatstall ist in Wietzikon-Wies/TG. Auf der Reitanlage von Familie Ritter-Schlepfer fand sie optimale Haltungs- und Trainingsbedingungen für
die ihr anvertrauten Ausbildungspferde.
Ihr Partner Hannes Peter Frommelt ist passionierter Fahrer und beschäftigt sich mit den
Grundlagen der klassischen Reiterei. Er unterstützt Kathrin bei der Ausbildung der ihr anvertrauten Pferde.
77
Text und Bilder: Angela Mamone
REISE
AN DEN
SÜDLICHSTEN ZIPFEL
EUROPAS
Wer wünscht sich nicht, der Hektik des Alltags eine Zeit lang zu entfliehen, um an einem traumhaften
Ort, die PASSION Pferde zu leben. Unsere Leserin Angela Mamone hat sich diesen Wunsch erfüllt.
Sie erzählt uns von ihren Erlebnissen auf der Hazienda Buena Suerte der Familie Dysli im andalusischen
Villamartín.
T
rockene Luft, von Olivenbäumen gesäumte Felder, pastellfarbene Landschaften und Pferde, wohin man auch blickt. Das
ist Andalusien. Ein Paradies –
nicht nur für mich, sondern auch für mein
Pferd. Ich: Head of Visual Merchandising
in der Modebranche mit stressigem Alltag,
einem kreativen Umfeld und wenig Freizeit. Mein Pferd: der Vollblutaraber Vadeer
IBN Vympel, oder kurz: Vadeer. Gemeinsam erfüllen wir uns den Traum, fünf Monate weit weg von Stress und Hektik miteinander zu verbringen.
78
Vadeer hat bereits ein wenig Winterfell,
als er am 13. Oktober 2011 im Transporter
von Horse-Service.Com e. K. auf der Hazienda Buena Suerte in Villamartín ankommt. Schwitzend zwar, aber froh über
Temperaturen, die seiner Abstammung
entsprechen, begrüsst er die neuen Nachbarn: Lusitanos, PREs und Quarter Horses.
Neben den Schulpferden weiden trächtige
Zuchtstuten und Gnadenbrotpferde auf
grossen Wiesen. Auch Kühe, Schafe, Gänse
und ein Papagei haben auf der Hazienda
ihr Zuhause gefunden. Ich freue mich auf
die kommenden fünf Monate bei der FamiPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
lie Dysli. Mein Blick schweift über das Gut,
das mit viel Liebe zum Detail gestaltet
wurde, über die tolle Reitanlage mit
Roundpens und einem grossem Reitplatz.
Schon jetzt spüre ich, dass ich hier unvergessliche Momente erleben werde.
UNTERSCHIEDLICHSTE MENSCHEN –
EINE GEMEINSAMKEIT
Auf meinen ersten Besichtigungstouren
begegne ich anderen Gästen. Sie erholen
sich am Pool, fachsimpeln als Zuschauer
einer Reitstunde oder bereiten sich auf
einen Tagesritt vor. Schnell finde ich An-
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
79
Diverse Eindrücke während des Aufenthalts.
schluss, denn uns verbindet die Leidenschaft für Pferde – ein Thema, über das wir
uns alle stundenlang unterhalten können.
Bei einem Glas Sherry plaudern und lachen wir oft bis spät in die Nacht. Ich geniesse es, spannenden Leuten aus aller
Welt zu begegnen: zum Beispiel Lebenskünstlern, Filmemachern, Tätowierern,
Malern und Chirurgen.
Auch meine Unterkunft hilft mir, mich
rasch einzuleben. Das Haus aus Lehm und
Stroh liegt etwas abseits zwischen Olivenbäumen und bietet eine atemberaubende
Aussicht. Es ist im mediterranen Stil eingerichtet. Ein Kamin lädt zu gemütlichen
Abendstunden ein, und die tägliche Suche
nach Holz wird für mich zu einem wohltuenden Entspannungsritual, bei dem ich
meinen Gedanken freien Lauf lassen kann.
Manchmal leisten mir andere Gäste der
Hazienda Gesellschaft. Auch Freunde und
meine Familie besuchen mich hier.
SCHLANGEN, SKORPIONE UND GEIER
Die Sonnenuntergänge vor meiner Haustür geniesse ich besonders. Das Zwitschern
der Vögel und das Schnauben, Wiehern
und Scharren der Pferde, die unmittelbar
neben meinem Lehmhaus in ihren Corrals
stehen, bilden eine paradiesisch anmutende Geräuschkulisse. In meinen ersten
80
Nächten allerdings reissen mich unheimliche Laute wilder Tiere aus dem Schlaf.
Einmal findet sogar der entlaufene Stier
einer benachbarten Hazienda den Weg zu
meinem Domizil. Die ganze Nacht lang
macht er den Kühen auf der Weide nebenan brüllend den Hof. Mit einem Stock bewaffnet führe ich ihn am nächsten Morgen
auf seine Weide zurück.
Schnell gewöhne ich mir an, jeden Morgen meine Schuhe zu kontrollieren. Denn
auch Schlangen und Skorpione kommen
in dieser Gegend vor, und nicht selten
nächtigt eines der Tierchen in meinem
Schuhwerk.
ZWEITER FRÜHLING IM HERBST
So passe ich mich dem entspannenden
spanischen Rhythmus an. Auch Vadeer hat
sich von der anstrengenden Reise rasch
erholt. Die Weite, die Ruhe und die sonnigen Tage scheint er genauso zu geniessen
wie ich. Auf unseren täglichen Ausritten
entdecken wir die vielseitige Landschaft
mit ihren kostbaren Naturgütern. Ich sehe
Orangen-, Zitronen- und zum ersten Mal in
meinem Leben auch Pfefferbäume.
Mit dem ersten Regen im Oktober
verwandelt sich die Natur wie in einem
zweiten Frühling. Rosen blühen, das Gras
wächst in saftigem Grün. Während unsePA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
rer Ritte auf den Geierberg staune ich über
die sich schnell verändernde Vegetation.
Nach den Strapazen des Aufstiegs legen
wir auf dem Gipfel eine lange Pause ein
und lauschen gemeinsam den Klängen der
Natur. Über uns kreisen Geier, und ich
weiss, dass irgendwo ein totes Tier liegen
muss.
LERNEN VON DEN DYSLIS
In den ersten zwei Monaten nehme ich
viele Reitstunden bei Raphael Dysli, der
die altkalifornische Westernreitweise vermittelt. Er versteht es, individuell auf seine Schüler einzugehen und sie bei ihrem
jeweiligen Ausbildungsstand abzuholen.
Ich lerne, mein Pferd bei der CuttingArbeit richtig zu lenken, um die Rinder in
Schach zu halten. Das Cutten bereitet auch
Vadeer grossen Spass.
Während meiner Zeit auf der Hazienda
darf ich ausserdem einen dreieinhalbjährigen PRE-Hengst trainieren. Solano ist ein
intelligentes und lernwilliges Pferd, das
mich durch seinen Arbeitswillen und seine Aufmerksamkeit beeindruckt. Das abwechslungsreiche Training soll ihn auf die
bevorstehende Zeit mit seiner neuen Besitzerin in der Schweiz vorbereiten. Wir
erarbeiten etwa das Schulterherein und
die Verfeinerung der Übergänge.
Abschied bei Sonnenuntergang.
Als Ausgleich zu den Reitstunden und
den ausgedehnten Ausritten übe ich mit
Vadeer auch Freiheitsdressur. Die Arbeit
von Kenzie Dysli mit ihren Pferden inspiriert mich, und ich bin fasziniert von der
Ruhe, die sie im Umgang mit ihren Hengsten zeigt. Während meines Aufenthalts
finden Videodrehs zu «Der Weg zur Freiheitsdressur» statt, einem Film über Kenzie Dyslis Arbeit mit Pferden. Prompt darf
ich mitwirken. Auch für Fotoshootings
wird die malerische Kulisse oft genutzt. So
ergibt es sich, dass ich für Fragen zum
Styling zur Verfügung stehe. Auch als Modell kommen Vadeer und ich zum Einsatz,
und wir dürfen schöne Fotos mit nach
Hause nehmen.
ABENTEUERLICHE RUNDREISEN
Doch nicht nur die Hazienda bietet unvergessliche Erlebnisse. Auf meinen vielen
Reisen quer durch Andalusien lerne ich
lebenslustige und temperamentvolle Menschen kennen. Die Freundlichkeit der Spanier geht so weit, dass man mir lieber
einen Weg beschreibt, ohne das Ziel zu
kennen, als mir nicht helfen zu können.
In Vejer de la Frontera sehe ich die berühmten aufeinandergeschachtelten Häuser, in Sevilla maurische Bauwerke, in Granada die Alhambra mit ihren imposanten
Räumlichkeiten. Ein Gefühl von Freiheit
erlebe ich bei Strandritten in Tarifa – mit
Sicht über die Meerenge von Gibraltar auf
Marokko. An den Stränden hat die alternative Szene ihre Wohnmobile geparkt. Der Levante, der von Osten her über Tarifa weht,
macht den Ort zu einem Surferparadies.
AMOROSO, EIN ENGEL IN WEISS
Auf der traditionellen «Feria de Caballo»
lerne ich den Showreiter Sebastian Fernandez kennen. Er lädt mich auf seine Hazienda ein und zeigt mir stolz seine ausdrucksstarken Pferde der «Pura Raza Española»
(PRE). Besonders die weissen Vertreter der
PRE haben es mir angetan. Ich habe viele
von ihnen gesehen, und viele haben mich
verzaubert. Aber nur einer raubt mein
Herz: Amoroso mit seinen ausdrucksstarken Augen und seinem verschmusten Charakter. Der schlechte Zustand seiner Hufe
und die Narben an seinem Körper verraten
mir einiges über seine traurige Vergangenheit. Nach ein paar schlaflosen Nächten
steht für mich fest: Ich werde Amoroso mit
in die Schweiz nehmen.
Leider ist Amorosos Schicksal kein Einzelfall. In Spanien werden Pferde oft als
reine Handelsware betrachtet, unter katastrophalen Bedingungen gehalten und ausgebildet.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Umso schöner ist es für mich, wenn ich
fein gerittene, gut ernährte und gesunde
Pferde antreffe. Etwa bei Luis Ortega, dem
Sohn eines bekannten Stierkämpfers, der
mit seinen Pferden harmonisch und ohne
Gewalt kommuniziert. Oder bei Manolo
Rodriguez, den ich in Arcos de la Frontera
kennenlerne. Mit einfacher Wassertrense
reitet er seine Pferde auf höchstem Niveau.
Meine Auszeit geht dem Ende zu. Ich
habe Andalusien in seiner ganzen kulturellen und landschaftlichen Vielfalt kennengelernt und habe gute Freundschaften
schliessen können. Das Herz schwer angesichts des bevorstehenden Abschieds, den
Kopf voller unvergesslicher Erinnerungen
stehe ich vor dem 16,5 Meter langen Pferdetransporter, der Vadeer und elf weitere
Pferde Richtung Norden fahren soll. Amoroso folgt dann später in die Schweiz. Obwohl Unruhe unter den Tieren aufkommt,
steigt Vadeer tapfer in den Transporter
und nimmt wie ein kleiner Profi seinen
Platz ein. Gemeinsam treten sie die rund
2000 Kilometer lange Rückreise an, quer
durch Andalusien und Frankreich bis in
die Schweiz. Eine so weite Reise schweisst
ungeheuer zusammen und so schnell
bringt Vadeer und mich nichts mehr aus
der Ruhe.
81
TALENTSCHMIEDE
GOCKHAUSEN
Text und Bilder: Christoph Stokar
Die Schweizermeisterschaften
für Ponys der Eventer Anfang
September in Oberhallau konnten keine deutlichere Sprache
reden: Die besten vier Reiterinnen haben alle denselben Hintergrund – den Ausbildungsstall
Rossweid der Familie Attinger in
Gockhausen und den Kavallerieverein Dübendorf. Weshalb ist
das so? Ein Blick hinter die Kulissen der Talentschmiede versucht
ein paar Antworten zu finden.
E
venting gilt als die Königsdisziplin des Reitsports. Eine Dressurprüfung, eine Springkonkurrenz sowie ein Geländeritt über
mehrere Kilometer mit festen
Hindernissen bilden die Teildisziplinen.
Präzision, Mut und Standfestigkeit sind
gefordert, dies sowohl vom Pferd wie vom
Reiter. Doch die Sportart hat hierzulande
ein grosses Problem: den Namen. Unter
«Military» können sich zwar auch Nichtpferdesportler etwas vorstellen, aber mit
Militär hat der Begriff nichts zu tun.
International heisst der Sport «Concours
Complet», in Deutschland spricht man
mehrheitlich von Busch- oder Vielseitigkeitsreiten und in Grossbritannien von
«Eventing». Auch in der Schweiz hat man
sich in Fachkreisen inzwischen auf «Eventing» geeinigt, aber wirklich durchgesetzt
hat sich der Begriff bis heute nicht. Schlagzeilenträchtig und im Blickpunkt der Medien ist der Sport lediglich in England, wo
Zara Phillips, die Enkelin der Königin,
2006 sogar zur «BBC Sports Personality of
the Year» gewählt wurde.
NR. 3 IM REITSPORT
Neben dem Springreiten und der Dressur
hat es das Eventing allgemein recht
schwer, als dritte klassische Reitsportdisziplin die Aufmerksamkeit zu erlangen.
Aber vielleicht bietet es gerade deshalb
spezielle Möglichkeiten für den Nachwuchs, die ihm sonst eventuell verwehrt
blieben. Ein ganz zentraler Punkt sind in
diesem Zusammenhang die Kosten. Ein
82
Pony, das unter € 120 000 kostet, hätte es
an den letzten Pony-Europameisterschaften in Fontainebleau (F) weder im Springen noch in der Dressur kaum unter die
ersten Zehn schaffen können. Spitzenponys im Eventing hingegen sind in der
Anschaffung um ein Vielfaches günstiger.
Das ermöglicht dann auch weniger vermögenden Eltern mit Ihren Kindern den
Einstieg in den Spitzensport.
Ein weiterer Vorteil ist die vergleichsweise geringe Konkurrenz. An der
Pony-Schweizermeisterschaft im Eventing
waren lediglich fünf Teilnehmer eingeschrieben. Lässt das nun zwangsläufig
auf ein tiefes Niveau hierzulande schliessen? Nicht unbedingt. Immerhin konnten
sich drei Schweizerinnen für die Teilnahme an der EM in Fontainebleau qualifizieren. Die beste von ihnen, Teresa Stokar,
erreichte am Ende den ausgezeichneten 6.
Rang. Aufgrund ihres Könnens hatte sie
durchaus berechtigte Medaillenhoffnungen, allein das berühmte Quäntchen Glück
fehlte am Ende für den Sprung aufs Podest.
Die zweitbeste Vertreterin der helvetischen Farben, Sophie Schiesser, erreichte
immerhin noch den respektablen 22.
Schlussrang.
Fazit: Wenn auch nicht in grosser Anzahl, talentierter Nachwuchs und gute
Ponys sind durchaus vorhanden, und mit
ihnen wird sehr gut gearbeitet. Das geschieht in erster Linie im Stall Attinger in
Gockhausen und unter Mithilfe des Kavalerievereins Dübendorf.
GUTES TEAM UND PASSENDES
UMFELD
Und warum das so ist, erklärt uns Erika
Attinger, die dortige Trainerin, gleich
selbst. «Bei uns stehen zufriedene Vierbeiner in den Boxen und warten auf die ihnen
zugeteilte Arbeit. Sie werden intensiv ausgebildet und sind ideal geeignet im Umgang mit Kindern. Sie halten still, wenn
ein Dreijähriger versucht, einem Mini-Shety die Hufe auszukratzen. Sie marschieren
los, wenn die Grösseren ihre ersten selbstständigen Figuren auf dem Sandplatz reiten oder über Hindernisse springen. Wir
haben hier beste Voraussetzungen und
bieten den Nährboden zur Entwicklung
kommender Champions. Unsere aktuellen
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Aushängeschilder heissen Teresa Stokar,
Sophie Schiesser, Carla Brunner und Michelle Dürst. Sie alle werden von ihrem
gesamten Umfeld, von ihren Eltern wie
auch von uns Trainern in allen Belangen
intensiv begleitet, gefördert und trainiert.»
Und bei genauer Betrachtung fällt eine
weitere Gemeinsamkeit bei den Nachwuchstalenten auf: alle vier besuchen
nämlich «Sportschulen», die es mit spezieller Unterrichtsgestaltung ermöglichen,
am Nachmittag und Abend möglichst viel
Zeit ins Training zu investieren und auf
dem Rücken ihrer Ponys zu verbringen.
Diese guten Bedingungen wie auch das
gesamte Ausbildungskonzept werden zudem auch entscheidend vom Kavallerieverein Dübendorf mitgetragen. Präsident
André Dürst: «Wir versuchen, neue Wege
in der Talentförderung für Jugendliche zu
gehen, suchen Sponsoren für sie und
unterstützen sie auch selbst finanziell, wo
es geht. Im Wettkampf sind die vier natürlich Konkurrentinnen, überall sonst motivieren sie sich gegenseitig. Die ersten vier
Plätze an der diesjährigen Schweizermeisterschaft – das ist ein Riesenerfolg und
freut mich sehr. Wir setzen uns weiterhin
dafür ein, dass die Erfolgsbilanz in Zukunft ähnlich positiv aussieht!»
Die Vier aus dem Stall Gockhausen (v.l.n.r.):
Carla Brunner, Michelle Dürst, Teresa Stokar
und Sophie Schiesser.
Teresa Stokar und Andy an der EM-Siegerehrung in Fontainebleau (F), wo sie den 6. Rang
erreichte.
Sophie Schiesser mit Lillefot am 2. Wasserhindernis im EM-Cross von Fontainebleau (Juli 2012).
Ganz so einfach wird das allerdings
nicht werden. Teresa Stokar ist altersbedingt das letzte Jahr auf ihrem Pony
unterwegs. Sie ist bereits auf der Suche
nach einem geeigneten Pferd und hofft,
ihre bisherige Erfolgsserie auch in der
höheren Altersklasse fortzusetzen – «ab
jetzt mit einem Pferd und trotzdem nicht
auf dem hohen Ross sitzend», ergänzt sie
lächelnd.
EIN GROSSES PUZZLE
Talent, Trainingsbereitschaft und Arbeit,
ein gutes Pony, das richtige Umfeld, die
Unterstützung – viele Puzzleteile müssen
zusammenpassen, damit man vorwärtsPA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
kommt. In der Schweiz gibt es im Eventing
keine speziellen Pony-Wertungen, die
Schweizermeisterschaft ausgenommen.
In den offiziellen Wettkämpfen müssen
die vier Teenager vom Kavallerieverein
Dübendorf daher zuweilen «hartes Brot
essen». Zwar organisiert der Ostschweizer
Kavallerie Verband auch einzelne Nachwuchsturniere, bei denen sie Selbstvertrauen und Wettkampferfahrung sammeln können. Meist treten die talentierten
Mädchen auf ihren Ponys jedoch in normalen B1- bis B3- oder gar Ein-Sterne-Prüfungen an. In der Regel dann jeweils gegen
deutlich ältere und routiniertere Teilnehmer mit Pferden. Eine Klassierung im ersten Drittel der Konkurrenz ist dann bereits
ein grosser Erfolg.
Erika Attinger ergänzt: «Den jungen
Reiterinnen zu erklären, dass sie z. B.
einen 19. Platz in einem nationalen Turnier durchaus als Erfolg werten dürfen, ist
oft nicht leicht. Doch sie entwickeln an
diesen Konkurrenzen Biss und Durchhaltevermögen. Nicht zuletzt die Resultate an
der Europameisterschaft in Frankreich
haben dies eindeutig bestätigt. Sie haben
gelernt zu kämpfen.»
Gockhausen mag ein geographisch in
der Schweiz unbedeutender Ort zwischen
Zürich und Dübendorf sein. Im Eventing
hat er sich längst zur ersten Adresse für
hoffnungsvolle Nachwuchstalente entwickelt. Man darf also gespannt sein, was
hier in der Ausbildung der Jüngsten weiterhin geleistet wird und wie sich die aktuellen Talente in der Zukunft weiterentwickeln.
83
SHOPPING HERBST 2012
QUALITÄTSREITSTIEFEL NACH MASS
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Kalbsleder gefüttert, hat eine Bodenlederhinterkappe und eine Fischbeinversteifung.
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DEM PFERD ZULIEBE
FUNKTIONELLE HIGHLIGHTS
AUS DER EDITION
Bei der Wahl von Einstreu ist auf verschiedene
Punkte aus praktischer Sicht speziell zu achten:
Preis-Leistungsverhältnis, Arbeitsaufwand, Stallklima, Saugfähigkeit, Mistaufkommen, Düngerqualität etc. Aber auch gesundheitliche Aspekte
sind ebenso wichtig: Für Pferde mit Stauballergien,
chronischer Bronchitis, Übergewicht oder Kolikanfälligkeit ist die staubfreie Hanfeinstreu eine
richtige Wohltat. Ausserdem ist Einstreu enorm
saugfähig und geruchsbindend. Die trockene Einstreuoberfläche bildet ein federndes, isolierendes und trockenes Stalllager, das sich ideal für
Pferdehufe und als Liegeplatz eignet. All diese
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wieder einmal wie Innovation, qualitätsbewusstes
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84
Ein Sattel mit La-Vita-Baum ist sehr bequem und
wurde bereits auf mehreren Wanderritten (hier mit
den bekannten Sätteln Spirit und Evolution) getestet. Der Sitz besteht aus mehreren Schichten
speziellen Schaumstoffs, was eine sehr bequeme
Reitweise ermöglicht.
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
Der neue Sattelbaum La Vita ist ab sofort bei jedem
SOMMER-Fachhändler in der jeweiligen Größe bestellbar.
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oder mohrbach@sattelmacher.com
SEITENBLICK
K O L U M N E M I T D E M ETHO LO GEN ANDREAS KURTZ
An dieser Stelle macht sich der Pferdeethologe Andreas Kurtz Gedanken zu unserem Umgang mit dem Pferd. Andreas Kurtz arbeitet
seit Jahren mit den renommiertesten Pferdefachleuten der Schweiz zusammen und setzt sich für einen möglichst artgerechten Umgang mit dem Pferd ein.
DIE QUAL DER WAHL
A
us- und Weiterbildungen stehen heute hoch im Kurs, insbesondere im Umgang Pferden. Entsprechend füllen
auch zahlreiche Angebote
rund um dieses Thema ganze Anzeigenseiten in einschlägigen Fachzeitschriften.
Seit 2008 ist das neue Tierschutzgesetz
in Kraft. Und seither werden aufgrund gesetzlich verankerter Vorgaben und Reglementarien zum Thema «Ausbildung» auch
neue Anforderungen an uns Tierhalter gestellt. Daneben bietet der Markt zahllose
Bücher und Magazine, gefüllt mit – mehr
oder minder wertvollen – Tipps, wie wir
mit Pferden umgehen oder sie reiten und
ausbilden sollen.
Nur sagt uns leider niemand, was jetzt
wohl für welches Tier, zu welchem Zeitpunkt und/oder Zweck das Richtige ist.
Wie können wir sicher sein, dass wir
mit unserem Anliegen und unserem vierbeinigen Wegbegleiter wirklich an die
richtige Adresse geraten?
Googeln Sie jeden Namen, der Ihnen als
Referent angepriesen wird?
Schauen Sie sich den Werdegang des
Ausbildners an bevor sie buchen?
Eine Orientierungshilfe wäre da schon
manchmal sehr nützlich.
Der Mensch ist seit Jahrtausenden mit
Pferden verbunden. Sie können ganz sicher sein, dass zu jeder Zeit die Menschen
genau wussten, was mit den Pferden zu
tun ist. Denn eines steht fest: Pferde sind
nicht ausgestorben. Das heisst, in all den
Jahrtausenden wurden sie erfolgreich gezüchtet und werden es heute noch.
Erfolgreich ist aber nicht immer nur
das, was wir als erfolgreich erachten. Erfolgreich sind beispielsweise auch die sehr
eng mit dem Pferd verbundenen, klassischen Reitervölker. Auch sie gibt es immer
noch, besonders in Asien. Und was denken
Sie über den Umgang mit Pferden und wie
geben diese Völker ihr umfangreiches Wissen weiter?
Noch heute geschieht dies meistens in
der persönlichen, praktischen Arbeit mit
dem Tier und nicht mehrheitlich übers
Internet, Fachbücher und -zeitschriften.
Und glücklicherweise gibt es auch bei
uns Menschen, die – ähnlich wie bei den
Reitervölkern ihr umfassendes Wissen in
sich tragen und es in zahllosen Kursen und
Lektionen den Interessierten weitervermitteln. Aus der praktischen Erfahrung
wird erzählt; eins zu eins! Sie geben ihren
immensen Erfahrungsschatz bereitwillig
preis und lassen uns daran teilhaben und
profitieren.
Leider treten sie oft nicht ganz so prominent am Markt auf und sind daher auch
etwas schwieriger zu finden.
Ungeachtet dessen, ob Ihnen jemand
einen Stall empfiehlt, Sie sich für eine
spezielle Ausbildung interessieren oder
Sie einen Pferdekauf erwägen: Vergewissern Sie sich in jedem Fall bereits bevor Sie
viel Geld ausgeben, ob Sie wirklich an der
PA S S I O N H E R B S T 2 0 1 2
richtigen Adresse sind. Entsprechende Referenzen liefern hier oftmals wichtige Informationen.
Es gibt Menschen, die den gewaltfreien
Umgang mit dem Pferd schon vor 50 Jahren in Ihren Lektionen gezeigt haben. Dafür steht zum Beispiel Ursula Bruns, dafür
steht auch die Familie Knie, die dies seit
Generationen zeigt.
1974 wurde an der Messe «Tier und Wir»
in Basel schon ein Gruppenstall gezeigt,
der alle die von Klaus Zeeb in den 50er
Jahren bei Pferden beobachteten Funktionskreise möglich machte. 38 Jahre ist
das her!
Schauen Sie also bei der nächsten Kursauswahl kritisch hin. Revolutionäre Erkenntnisse gibt es heute in der Praxis
kaum mehr. Auch das vermeintlich «Neue»
ist in den meisten Fällen längst bekannt
und bestenfalls anders aufbereitet.
Sie finden dazu die Ethologieschule auf
Facebook unter:
www.facebook.com/pages/
Ethologieschule/325941210791849
www.ethologieschule.ch
85
M A R K T P L AT Z
Pferdeparadies Les Dannes
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ŐĂŶnjŚĞŝƚůŝĐŚĞdŚĞƌĂƉŝĞŶĂŵWĨĞƌĚ
Artgerechte Haltung von Anfang an
Leben in gemischtaltrigen Herden!
Körpersprache
Bewegungslernen
Mentaltraining
Informationen und Prospekt:
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●
ƵƐďŝůĚƵŶŐ͕<ƵƌƐĞ͕sŽƌƚƌćŐĞ
www.dynamisches-reiten.ch
www.lesdannes.com
Führungsausbildung
Firmenseminare
Kaderausbildung
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Teilnahmebedingungen
findest du im Impressum.
Teilnahme:
Sende das Lösungswort
per E-Mail mit Betreff
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info@prosell.ch
oder per Post an:
Prosell AG
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Das Schweizer
Reitmagazin
Gösgerstrasse 15
Postfach 170
5012 Schönenwerd
Einsendeschluss ist der
28. Dezember 2012.
Den Preis aus unserem
Sommerrätsel, eine
Regendecke von horze
im Wert von CHF 169.–,
hat gewonnen:
Marie Anna Stettler,
Bösingen
Auflösung
Sommerrätsel 2012
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Die Winterausgabe 2012/2013
ist ab 22. Januar 2013 im Handel
erhältlich.
Unter anderem können Sie sich
auf folgende Artikel freuen:
PSYCHOLOGIE
Pferdeverrückte Mädchen
Was steckt eigentlich dahinter,
dass sich meist weibliche Teenager in 500 kg schwere Tiere verlieben?
REITEN IM WINTER
Was macht einen Ritt durch eine
verschneite Landschaft so speziell
und was gilt es insbesondere in
der kalten Jahreszeit unbedingt
zu beachten? Viele praktische
Tipps für den Umgang richtigen
Umgang mit Pferden im Winter.
AUSBILDUNG
Dressur meets Western
Komplett unterschiedliche Disziplinen
und doch viele Gemeinsamkeiten.
MEDIZIN
Verletzungspech
Wie geht man damit um und wie kann das
Pferd sinnvoll beschäftigt werden, wenn es
vom Arzt Ruhe verordnet bekommt.
. . . und viele weitere, interessante Themen.
Allgemeine Teilnahmebedingungen bei Wettbewerben
Impressum
Zur Teilnahme an den Verlosungen im Magazin PASSION ist jede in der Schweiz und
Liechtenstein wohnhafte Person berechtigt, unter Ausschluss der Mitarbeitenden von
PASSION – Prosell AG, deren Partnerfirmen und der beauftragten Agenturen. Die Teilnahmefrist wird für jeden Wettbewerb separat definiert. Sofortgewinner werden mit Hilfe
eines Zufallsalgorhythmus ausgelost und umgehend benachrichtigt. Die Ziehung des
Hauptpreises erfolgt nach Ablauf der Teilnahmefrist. Nur korrekte und vollständige
Angaben von Zustellungsdaten (Name, Adresse, Ort) berechtigen zur Preiszustellung. Die
Preise werden den Gewinnern per Post an die angegebene Adresse zugestellt.
Teilnahmemöglichkeiten: Post und E-Mail.
PASSION Das Schweizer Reitmagazin, ISSN 2235-5456; 1. Jahrgang; erscheint 4-mal
jährlich; Herausgeber und Verlag: Prosell AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd,
Telefon 062 858 28 28, Fax 062 858 28 29; Redaktion PASSION: Lotzwilstrasse 9, 4900
Langenthal, Telefon 062 922 69 11, Fax 062 858 28 29; Verlagsleitung: Wolfgang Burkhardt (w.burkhardt@prosell.ch); Redaktionsleitung: Thomas Bryner (redaktion@prosell.
ch); Inserate: Prosell AG, Schönenwerd, Theres Misar (t.misar@prosell.ch); Produktmanagement: Rebekka Theiler (r.theiler@prosell.ch); Konzept, Design und Produktionsverantwortung: Brandl & Schärer AG, Solothurnerstrasse 121, 4600 Olten, www.
brandl.ch; Druck: Stämpfli Publikationen AG, Wölflistrasse 1, Postfach 8326, 3001 Bern;
Aboservice: Prosell AG, Isabella Poffa, (i.poffa@prosell.ch); Jahresabonnement: CHF
29.– für ein Jahr, CHF 56.– für zwei Jahre (inkl. MwSt.); Copyright: Prosell AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd; Nachdruck: nur mit ausdrücklicher Genehmigung der
Redaktion gestattet; www.passion-magazin.ch
oder info@prosell.ch
Es ist weder eine Barauszahlung noch ein Umtausch der gewonnenen Preise möglich. Die
Teilnehmer willigen ein, dass die übermittelten Daten durch PASSION und deren Partner
für Marketingaktivitäten weiterverwendet werden können. Über den Wettbewerb wird
keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Ǣ Leuchtweste PASSION mit LED-Leuchten exkl. Batterien – Aufpreis CHF 29.90 anstatt CHF 49.90
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Ǣ Ich zahle gegen Rechnung, bitte senden Sie diese per Post zum Aufpreis von CHF 2.00
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Prosell AG, PASSION, Das Schweizer Reitmagazin, Postfach 170, 5012 Schönenwerd
Telefon: 062 858 28 28, Fax: 062 858 28 29, Mail: i.poffa@prosell.ch, www.passion-magazin.ch
Verlag: Prosell AG, Postfach 170, CH-5012 Schönenwerd
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Seele and Geist
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