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Länder sind sich nur in einem einig: Der „Soli“ soll bleiben

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LESESTOFF: KUBA – DIE INSEL DER MOTORRAD-OSTALGIE | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
PLAUENER ZEITUNG
Freitag, 12. Dezember 2014
Einzelpreis 1,00 Euro
LOKALES
THEUMA
Versorgung mit
Fernwärme fällt aus
Weil es schon seit Tagen heftig
bläst und so zuviel Windstrom
produziert wird, ist den Theumaern jetzt die Fernwärme abgedreht
worden. Mehr als 100 Abnehmer
sind betroffen. Sie beziehen ihre
Wärme von der Biogasanlage der
Agrargenossenschaft. Weil diese
wegen des Überschusses an
Windenergie keinen Strom mehr
einspeisen kann, funktioniert
auch die Wärmeversorgung nicht
Seite 13: Bericht
mehr. (ts)
Abschied als „Gipfelstürmer“
Eine der erfolgreichsten deutschen Bands zieht sich ins Privatleben
zurück: Unheilig-Sänger „Der Graf“ veröffentlicht heute das letzte
Album. Zu „Gipfelstürmer“ wird es 2015 etliche Konzerte geben, unter anderem am 10. April und am 29. August in Leipzig. Das Abschiedskonzert wird am 10. September in Köln stattfinden. Warum
FOTO: ERIK WEIß/UNIVERSAL
der Graf das alles macht, lesen Sie im Kulturteil.
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Sachsens Regierung will mit
Pegida ins Gespräch kommen
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3575609-10-1
IN DIESER AUSGABE
Wirtschaft Durchgängige
Bahnfahrt nach Nürnberg
ist Geschichte
Sport Chemnitzer FC vor
dem Auswärtsspiel in Osnabrück mit Personalsorgen
Ratgeber Die Auswahl an
Geschenken für Haustiere
ist riesig, aber auch sinnvoll?
Im nächsten Jahr rechnet
Sachsen mit 13.000 Asylbewerbern. Innenminister
Ulbig fordert, Tunesien
künftig als sicheres Herkunftsland einzustufen.
VON TINO MORITZ UND OLIVER HACH
DRESDEN/KÖLN — Mit einer DialogOffensive und mehr finanzieller Unterstützung für die Kommunen will
Sachsens Staatsregierung Vorbehalte von Bürgern gegen Asylbewerber
abbauen. Dazu kommt heute in
Dresden erstmals der neuformierte
„Lenkungsausschuss Asyl“ zusammen. „Wir rechnen 2015 mit 13.000
Asylbewerbern“, sagte die Chefin
des Gremiums, Integrationsministerin Petra Köpping (SPD), der „Freien
Presse“. Das wären etwas mehr als
im laufenden Jahr, für das nach Angaben des Innenministeriums „insgesamt bis zu 11.100 Erstantragstel-
ler und weitere 1300 Folgeantragsteller erwartet“ werden.
Ressortchef Markus Ulbig (CDU)
warb bei der Innenministerkonferenz in Köln gestern auch darum,
nach den Westbalkanstaaten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina auch Tunesien als sicheres
Herkunftsland einzustufen. „Die ermutigende demokratische Entwicklung in Tunesien spiegelt sich in der
fehlenden Anerkennung der Asylanträge. Wir sollten darauf reagieren“, sagte er der „Freien Presse“.
Bei einer solchen Einstufung
können Flüchtlinge aus dem betroffenen Land schneller in ihre Heimat
zurückgeschickt werden. Gemäß eines bundesweiten Verteilplans
nimmt bislang nur Sachsen Tunesier auf. Bereits jetzt steht die Halbierung des Flüchtlingskontingentes
ab Januar fest, weil sich dann auch
Baden-Württemberg an der Aufnahme von Tunesiern beteiligt.
Die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) warnte unterdessen vor pauschalen Vorverurteilungen. Wer etwa behaupte „dass
alle jungen Tunesier, die zu uns
kommen, kriminell sind“, werde
auch künftig von ihr zu hören bekommen, dass er „Sorgen der Menschen bewusst für sein menschenverachtendes Weltbild instrumentalisiert“. Ihren Appell im Stadtrat
richtete Orosz offen an die asylkritische Bewegung Pegida („Patriotische
Europäer gegen die Islamisierung
des Abendlandes“). Integrationsministerin Köpping kündigte an, mit
„nicht rechts-orientierten“ Demonstranten ins Gespräch kommen zu
wollen. Nach „Freie Presse“-Informa-
tionen wurden dazu bereits Vertreter von Pegida kontaktiert. Die Asylkritiker veröffentlichten mittlerweile einen Katalog von politischen Forderungen. In dem 19 Punkte umfassenden Positionspapier, das kommentarlos ins Internet gestellt wurde, werden radikale Äußerungen
vermieden. „Vieles im Bereich Ausländerpolitik wird längst genauso
gehandhabt. Daran wird deutlich,
wie wichtig Information und Austausch sind“, sagte Innenministeriumssprecher Martin Strunden.
Zu einer parallelen Demonstration
ruft lediglich „Dresden Nazifrei“ auf.
Bei der Premiere von „Dresden für al-
le“ am vergangenen Montag hatten
sich 9000 Menschen an einem Sternlauf beteiligt. Zu „Dresden für alle“
gehören etwa die christlichen Kirchen, das Islamische Zentrum, die Jüdische Gemeinde, der Ausländerrat
und Studentenvertretungen. Parallel
zur Theaterplatz-Kundgebung ruft
auch Pegida zum neunten Mal zum
Protest auf. Zuletzt zogen die Asylkritiker 10.000 Teilnehmer an. (tz/dpa)
Neue Männeln
Was eine Jahrhunderte alte
Technik zur Herstellung von
Wasserleitungen aus Baumstämmen mit neuen Krippenfiguren zu
tun hat – das erklärt ein Erfinder
aus dem Erzgebirge in der
Wochenendbeilage.
Haselnuss-Notstand
Morgen
5°
1°
4°
witz im Landkreis Leipzig hat die
Genehmigung erhalten, einen Bestattungswald einzurichten. Damit
werden im Freistaat naturnahe Beisetzungen unter 50 Jahre alten Eichen und anderen Bäumen möglich
sein. Sachsen war das einzige Bundesland, in dem diese Form der Bestattung bisher noch nicht erlaubt
war. Zwar war ein entsprechendes
Gesetz bereits 2009 beschlossen
worden. Doch danach dürfen nur
Kommunen oder Kirchen solche
Ruhestätten betreiben. Bis Frühsommer 2015 soll in Bennewitz alles vorSeite 2: Bericht
bereitet sein. (gt)
NORDIRAK
Auslandseinsatz für
deutsche Soldaten
BERLIN — Auf
die
Bundeswehr
kommt ein neuer Auslandseinsatz
zu: Die Bundesregierung will 2015
rund 100 Soldaten zur Ausbildung
kurdischer Kämpfer im Kampf gegen die Dschihadistengruppe IS in
den Nordirak entsenden. Das teilten
die Ministerien für Äußeres und Verteidigung gestern in Berlin mit. Für
den Einsatz soll ein Mandat des Bundestags eingeholt werden. Ein
Kampfeinsatz der Soldaten gegen
den IS sei nicht vorgesehen.
Seite 4/5: Leitartikel & Bericht
(afp)
KABINETT
6 Uhr 10 Uhr 14 Uhr 18 Uhr
3°
BENNEWITZ — Die Gemeinde Benne-
Die Ernte war verheerend, jetzt muss die Weihnachtsbäckerei zur Kreativwerkstatt werden
WETTER VOR ORT
3°
Erster Friedwald in
Sachsen genehmigt
Seite 4: Interview, Bericht
Kundgebung und Demonstration gegen Pegida
Am kommenden Montag will das
Bündnis „Dresden für alle“ erneut ein
Zeichen gegen Pegida setzen. Dieses
Mal soll es für Flüchtlinge, Religionsfreiheit und im Alltag gelebte Menschenrechte eine Kundgebung auf
dem Theaterplatz geben.
BESTATTUNGEN
3°
Übermorgen
2°
-3°
Ausführliches Wetter: Ratgeber
50050
Haselnüsse, vor allem in gemahlener
Form, sind Mangelware.
FOTO: DPA
Auf der Suche nach einer wichtigen
Zutat für Weihnachtsplätzchen stehen viele Verbraucher in diesen Tagen vor leeren Regalen: Gemahlene
Haselnüsse sind beim Discounter
Lidl und in vielen anderen Supermärkten ausverkauft. Mit einigen
Monaten Verzögerung ist die verheerende Haselnuss-Ernte im Handel angekommen.
Angebahnt hat sich das Dilemma
schon vor Monaten: Ein kurzer, aber
heftiger Frost machte im März einen
großen Teil der Ernte in der Türkei
als wichtigem Anbaugebiet zunichte: Innerhalb weniger Stunden erfroren unzählige junge Blüten an den
Haselnusssträuchern am Schwarzen Meer. Seitdem war klar, dass die
Süßwarenbranche einen harten
Winter vor sich hat: Denn das Land
am Bosporus ist mit 70 Prozent der
weltweiten Ernte die mit Abstand
wichtigste Anbaunation von Haselnüssen. Den befürchteten NutellaNotstand gab es zwar bislang nicht –
obwohl Ferrero als Nuss-Verarbeiter
stark betroffen ist. Die hohen Preise
für die Nüsse werden sich nach Einschätzung von Branchenexperten
aber früher oder später auf die Verkaufpreise auswirken.
Beim Schokoladenhersteller Ritter Sport trifft der Haselnuss-Engpass ausgerechnet den Verkaufsschlager Nummer eins: Die VollNuss-Schokolade besteht zu fast einem Viertel aus ganzen Haselnüs-
sen – und die sind durch das knappe
Angebot extrem teuer geworden.
„Ein Kilo Haselnüsse kostet nun
12,50 Euro, vorher weniger als die
Hälfte“, sagt eine Sprecherin. Da alle
Tafeln im Handel zum gleichen
Preis verkauft werden, muss Ritter
Sport kräftige Einbußen hinnehmen.
Wer seine Weihnachtssüßigkeiten lieber selber backen will, muss
viele Rezepte aus Omas Zeiten umschreiben und bis auf weiteres auf
Mandeln ausweichen: Bei Amazon
liegt die Lieferzeit für gemahlene
Haselnüsse derzeit zum Teil bei drei
bis fünf Wochen – dann ist Weihnachten allerdings vorbei. (dpa)
Daniela Wiegmann
Gesetzentwurf zur
Tarifeinheit gebilligt
BERLIN — Wirtschaft und Verbraucher in Deutschland sollen künftig
besser vor Arbeitskämpfen wie derzeit bei der Bahn geschützt werden.
Das Bundeskabinett gab gestern grünes Licht für das umstrittene Gesetz
zur Tarifeinheit. Wenn es in einem
Betrieb voneinander abweichende
Tarifverträge für dieselbe Berufsgruppe gibt, soll künftig nur noch
der Vertrag der Gewerkschaft mit
den meisten Mitgliedern gelten.
Spartengewerkschaften kündigten
sofort Klage beim Bundesverfassungsgericht an. (dpa)
4 190932 901004
Die Zeitung im Internet:
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52. Jahrgang, Nr. 288, VERLAG UND REDAKTION:
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2 Freie Presse
NACHRICHTEN
SACHSEN
Freitag, 12. Dezember 2014
Perle der Renaissance macht sich für Luther hübsch
STEUEREINNAHMEN
148 Millionen Euro
weniger als erwartet
DRESDEN — Sachsen rechnet für 2015
und 2016 mit insgesamt 148 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen
als bisher geschätzt. Das teilte das Finanzministerium gestern in Dresden in Auswertung der NovemberSteuerschätzung mit. „Der Freistaat
Sachsen kann sich dem Trend der
aktuellen Steuerschätzung nicht
entziehen“, sagte Finanzminister
Georg Unland (CDU). Allerdings relativieren sich die Einbußen beim
Blick auf die Gesamtzahlen: 2015
sinken die Erwartungen, bezogen
auf die Steuerschätzung im Mai, um
107 Millionen Euro auf 12,28 Milliarden Euro. Im Jahr 2016 sollen die
Steuereinnahmen bei 12,62 Milliarden Euro liegen – 41 Millionen weniger als prognostiziert. (dpa)
SCHULSTUDIE
Spitzenförderung,
aber viele Abbrecher
GÜTERSLOH/DRESDEN — Bei der Kompetenzförderung seiner Schüler ist
Sachsen bundesweit spitze, doch hat
der Freistaat auch eine der höchsten
Schulabbrecherquoten. Das geht
aus dem neuen „Chancenspiegel“
der Bertelsmann-Stiftung hervor.
Wissenschaftler der Universitäten
in Dortmund und Jena analysieren
darin jährlich, wie gerecht und leistungsstark das jeweilige Schulsystem der 16 Länder ist. In den Bereichen Durchlässigkeit und Integrationskraft landet Sachsen im Bundesvergleich auf mittleren Plätzen,
während der Freistaat bei der sogenannten Zertifikatsvergabe eine rote Laterne trägt: So erreichten 2012
nur 44,7 Prozent der sächsischen
Schüler die Hochschulreife (Bundesdurchschnitt 54,9 Prozent). Auch bei
der Schulabbrecherquote steht
Sachsen schlecht da. Der Anteil der
Schulabgänger ohne Abschluss betrug demnach 9,1 Prozent (Bundesdurchschnitt 6 Prozent). (dpa)
SCHULAUSFLUG
Sechs Verletzte
durch Gaspistole
DRESDEN — Ein 13-Jähriger aus Gör-
litz hat bei einem Schulausflug in
Dresden eine Schreckschusspistole
abgefeuert und sich und fünf Klassenkameraden leicht verletzt. Die
Jugendlichen im Alter von 13 und
14 Jahren hatten gestern beim Besuch der Technischen Sammlungen
nach einem lauten Knall zunächst
über Augenreizungen und Atemwegsbeschwerden geklagt. Später
fand die Polizei auf einer Toilette des
städtischen Museums eine mit Gaspatronen geladene Schreckschusswaffe. Der 13-Jährige gab schließlich
zu, die Waffe mitgebracht und auch
abgefeuert zu haben. (dpa)
KINDESMISSBRAUCH
Erzgebirger muss
drei Jahre in Haft
Prozess
gegen einen 35-jährigen Erzgebirger,
der sich wegen Kindesmissbrauchs
vor dem Chemnitzer Landgericht
verantworten musste, ist gestern das
Urteil gefällt worden. Weil er von
der damals 13-jährigen Tochter seiner Lebensgefährtin Nacktfotos gemacht und sie zudem mehrfach sexuell missbraucht hat, muss der
Mann für drei Jahre hinter Gitter.
Während des Prozesses gab der Angeklagte zu, das Mädchen nackt fotografiert zu haben. Allerdings bestritt er bis zum Schluss, das Kind
auch angefasst zu haben. (aed)
Nach mehr als einjähriger Restaurierung sind
auf Schloss Hartenfels in Torgau (Landkreis
Nordsachsen) gestern der Große Wendelstein (in der Außenansicht im linken Teil des
großen Fotos sowie in der Innenansicht im
linken Bild) und der Lange Gang übergeben
worden. Bund und Freistaat investierten
rund 2,2 Millionen Euro in diese erste von
insgesamt sechs geplanten Baumaßnahmen
im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017.
Landrat Michael Czupalla (CDU) sprach von
einer „wirklich schönen Bescherung“.
Deutschlands größtes vollständig erhaltenes
Schloss der Frührenaissance erstrahle in neu-
er Schönheit. Schlosskirche und Dach wurden bereits zuvor auf Vordermann gebracht,
2015 und 2016 sollen Spiegelstube und kurfürstliche Gemächer folgen. Torgau war das
politische Zentrum der Reformation; am authentischen Ort Schloss Hartenfels wird
2015 die 1. Nationale Sonderausstellung „Lu-
ther und die Fürsten“ präsentiert. Mit mehr
als 200 Objekten aus Deutschland, Europa
und den USA soll die Ausstellung die politische Geschichte der Reformation beleuchten
und die fürstliche Pracht und das Selbstverständnis der Herrscher zur Zeit Martin LuFOTOS: PETER ENDIG/DPA
thers zeigen.
Bald Bestattung im Wald möglich
Es gibt Menschen, die
wollen nach ihrem Tod
nicht auf einem Friedhof,
sondern inmitten der Natur ruhen. Nach zähem
Kampf gibt es 2015 den
ersten Friedwald Sachsens.
VON GABI THIEME
BENNEWITZ — Knapp ein Jahr nach
seinem Amtsantritt hat es der Bürgermeister von Bennewitz im Landkreis Leipzig, Bernd Laqua, geschafft: Sein Ort hat die Genehmigung erhalten, einen Friedwald einzurichten. Im Planitzwald, der ein
Drittel der Gemeindefläche bedeckt,
sollen die ersten Waldbestattungen
in Sachsen möglich werden. Vielerorts hatte es in den vergangenen Jahren solche Bemühungen gegeben.
Sie scheiterten am sächsischen Bestattungsgesetz, das zwar seit 2009
diese Bestattungsform erlaubt. Aber
nur Kommunen oder Kirchen dürfen solche Waldruhestätten betreiben. Es reicht in Sachsen nicht, dass
sie lediglich für 99 Jahre einen Wald
zur Verfügung stellen.
Genau das ist in Bennewitz nun
klar geregelt. Von dem 353 Hektar
großen Wald, der vier Privatbesitzern und dem Sachsenforst gehört,
gibt Waldbesitzer Volkmar Rauchhaupt 22,5 Hektar frei. „Die etwa 50jährigen Eichen und Buchen sind
gut geeignet, an ihren Wurzeln Ruhestätten anzulegen“, meint er. Ihn
selbst hatte immer wieder der Tod
einer Frau im Ort beschäftigt, die unbedingt naturnah in einem Wald
beigesetzt werden wollte. Weil das
in Sachsen nicht ging, liegt sie seither in einem Friedwald in SachsenAnhalt. Selbst im Tod sei man noch
gezwungen gewesen, seiner Heimat
den Rücken zu kehren, beklagte
Rauchhaupt.
Der Wald steht jedem offen
Er bleibt Waldeigentümer, hat aber
mit der Gemeinde einen Nutzungsvertrag für 99 Jahre geschlossen. Die
wiederum hat mit der Friedwald
GmbH, die rund 50 Bestattungswälder in Deutschland betreibt, einen
Verwalter beauftragt. Von den Einnahmen profitieren alle drei Partner.
Ein Dreivierteljahr habe es gedauert,
bis alle Genehmigungen eingeholt
waren, sagt Laqua. Im Februar will
der Gemeinderat noch die notwendige Satzung verabschieden. Im
Frühsommer soll Eröffnung sein.
Der Waldbesitzer ist auch weiter-
hin für die Hege und Pflege seines
Forstes verantwortlich. Er bildet derzeit zwei spezielle Friedwaldförster
aus. Um die Gräber selbst kümmert
sich die Friedwald GmbH. Wer
möchte, kann einen ganzen Baum
kaufen und ihn so quasi als künftige
Familienruhstätte
reservieren.
Grundsätzlich können unter jedem
Baum bis zu zwölf Biournen beigesetzt werden. Der Wald in Bennewitz steht jedem offen. Die Grabpflege entfällt, das erledigt die Natur.
Die Bennewitzer Bemühungen
waren in Gang gekommen nach einem Gerichtsurteil in Thüringen zu
Beginn dieses Jahres. Zwei Gemeinden hatten dort die Ausweisung von
Bestattungswäldern gegen den Willen ihrer Landesregierung durchgesetzt. Sachsen und Thüringen waren
zu dieser Zeit die einzigen Bundesländer ohne Bestattungswälder. Alle
lokalen Bemühungen scheiterten –
vor allem am Widerstand der Kirchen und der CDU-geführten Regie-
Beisetzungen wie diese in einem Berliner Friedwald sind ab 2015 auch in
Bennewitz bei Leipzig möglich.
FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA/ARCHIV
rungen. Die Totenruhe könnte gestört werden, etwa durch Tiere oder
Menschen, die ihre Freizeit im Wald
verbringen, hieß es. Die Kirche sieht
in Waldruhestätten aber auch „einen Trend zur Verdrängung des Sterbens“. „Zudem kratzen die Einnahmen der etwa 1000 Kirchenfriedhöfe sowieso schon an der Grenze der
Machbarkeit in der Unterhaltung“,
räumte Kirchen-Sprecher Matthias
Oelke Anfang dieses Jahres ein. „Ich
sehe auch eine Gefahr darin, dass an
jeder Ecke ein Privatmann seinen
Friedwald aufmacht und mit Versprechungen Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit eingeht,
die er für längere Zeit gar nicht gewährleisten kann“, so Oelke.
Es darf nicht ums Geld gehen
Bei bisher 45.000 Friedwaldbeisetzungen in Deutschland habe es
noch keinen Fall gegeben, dass ein
Wildschwein aus 80 Zentimeter Tiefe eine Urne ausgebuddelt hat, hält
Friedwald-Projektentwickler Helge
Hedtke entgegen. Auch das Verwaltungsgericht Weimar hatte so argumentiert: Weder die Asche noch die
Urne hätten einen Nährwert für Tiere. Das Argument, dass den 1000
kirchlichen Friedhöfen in Sachsen
Einnahmeverluste drohen, lässt die
Friedwald GmbH nicht gelten: Denn
nur ein Prozent der Menschen
wünscht die Waldbestattung. In
Bennewitz mit seinen zwölf Ortsteilen gibt es einen kommunalen und
acht kirchliche Friedhöfe. Es dürfe
sich nicht alles nur um die Einnahmen drehen, meint Bernd Laqua.
Vielmehr müsse man neue Bestattungskulturen endlich akzeptieren.
Prüfer nehmen
Kommunen
aufs Korn
Kritik an Krediten für
einen Bürgermeister
DRESDEN — Sachsens Rechnungshof
hat die finanzielle Situation der
Kommunen als überwiegend zufriedenstellend eingeschätzt. Im gestern
in Dresden vorgelegten Prüfbericht
zu den Kommunalfinanzen für 2013
wird kritisiert, dass die Städte und
Gemeinden zu wenig investieren,
wie Rechnungshofpräsident KarlHeinz Binus sagte. Im vergangenen
Jahr habe der Anteil der Investitionen an den Haushalten mit 11,2 Prozent den niedrigsten Wert überhaupt erreicht. Damit würden Lasten auf kommende Generationen
verschoben. „Das kommt einer Verschuldung gleich“, so Binus.
Kritisch sahen die Prüfer zahlreiche wirtschaftliche Betätigungen
der Kommunen. So seien nahezu alle kommunalen Verkehrslandeplätze nicht annähernd rentabel. Wohnungsgesellschaften lebten seit längerem nur noch von der Substanz
und seien in ihrer Existenz bedroht.
Hier seien Privatisierungen zu prüfen. Auch gehöre eine Shiitake-Speisepilzzucht durch einen Kommunalbetrieb in Ostsachsen nicht zu
den Aufgaben von Gemeinden.
Scharf rügte Binus die Vergabe
von drei zinslosen Privatkrediten an
den Bürgermeister von Burkhardtsdorf (Erzgebirgskreis) seit 2003 in
Höhe von insgesamt 34.000 Euro.
Schon wegen der Zinslosigkeit, so
Binus, sei „der Vorwurf der Vorteilsannahme zu prüfen“. (uk)
CHEMNITZ/ANNABERG — Im
Kommunen müssen bei Schulschließung mitreden
Das höchste Gericht erklärt Teile des sächsischen
Schulgesetzes für verfassungswidrig und gibt damit den Seifhennersdorfer
Schulrebellen recht.
VON ANETT BÖTTGER
FALSCH&RICHTIG
Riesenpyramide: Die vermutlich
größte Pyramide der Welt wird nicht
erst an diesem Sonntag in Johanngeorgenstadt eingeschaltet, wie gestern auf der Sachsenseite berichtet.
Das 26 Meter hohe Kunstwerk wird
vielmehr am morgigen Samstag, um
13.45 Uhr, beim Schwibbogenfest in
Bewegung gesetzt.
KARLSRUHE/SEIFHENNERSDORF — Das
Bundesverfassungsgericht hat eine
Vorschrift in Sachsens Schulgesetz
teils für verfassungswidrig erklärt.
Die im Paragraf 23a festgeschriebene Schulnetzplanung auf Kreisebene verstoße gegen das garantierte
Recht der kommunalen Selbstverwaltung, teilte das Gericht gestern
in Karlsruhe mit. Städte und Gemeinden müssten „wirksam mitentscheiden“ können, wenn es um die
Schließung von Grund- und Hauptschulen gehe. Sachsens Kultusministerium kündigte in einer ersten
Stellungnahme an, dass es zunächst
die schriftliche Begründung der Entscheidung abwarten wolle. Diese
müsse gründlich geprüft werden. Es
gilt bereits als sicher, dass die Entscheidung der Bundesrichter in die
für spätestens 2017 angekündigte
Schulgesetznovelle einfließt.
Die Stadt Seifhennersdorf hatte
gegen den 2005 beschlossenen
Schulnetzplan des Landkreises Görlitz geklagt, um die darin vorgesehene Schließung ihrer Mittelschule zu
verhindern. Die Stadt an der
deutsch-tschechischen Grenze hatte
die Klage im März 2011 beim Ver-
waltungsgericht in Dresden eingereicht. Dieses schaltete Ende Februar
2013 das höchste Gericht in Karlsruhe ein. Die Verfassungsrichter sollten prüfen, ob Sachsens Schulgesetz
mit der Verfassung vereinbar sei. Die
Bürgermeisterin von Seifhennersdorf, Karin Berndt (parteilos), zeigte
sich erleichtert, dass endlich eine Instanz entschieden habe. Auf dieser
Grundlage könne das Verwaltungsgericht in Dresden nun über den
Schulnetzplan des Kreises Görlitz
urteilen, der das Aus für die Seifhennersdorfer Mittelschule gewesen sei.
„Inzwischen ist sie leergefegt“, sagte
Berndt.
Gegen die Schließung der Schule
hatten Eltern protestiert, indem sie
von 2012 an den Unterricht für ihre
Kinder selbst organisierten. Freiberufliche und pensionierte Lehrer be-
treuten die Schüler. Zuletzt waren es
elf Sechstklässler, die bis zum Ende
des vergangenen Schuljahres in Seifhennersdorf gegen den Willen der
Behörden lernten. Neun der soge-
nannten Schulrebellen wechselten
Anfang September an die Freie
Oberschule in Rietschen. Der Ort
liegt knapp 70 Kilometer von Seifhennersdorf entfernt. (dpa mit uk)
Die einstige Mittelschule in Seifhennersdorf ist leergefegt. Die Schüler lernen
inzwischen woanders.
FOTO: ARNO BURGI/DPA
ZEITGESCHEHEN
Freitag, 12. Dezember 2014
Freie Presse
3
Auf Kuba rollt die DDR
Im Karibikstaat Kuba sind
ostdeutsche Zweiräder
nach wie vor äußerst
beliebt. In Großstädten
sind Tausende sogar als
öffentliche Verkehrsmittel
im Einsatz.
Der Motorradhersteller MZ
Das Unternehmen hat eine lange
Geschichte: Der dänische Ingenieur
Jörgen Skafte Rasmussen (1878-1964)
stellte Anfang des 20. Jahrhunderts in
einer ehemaligen Tuchfabrik in
Zschopau Haushaltsgeräte her. Nach
dem Ersten Weltkrieg konzentrierte
er sich auf Dampf-Kraft-Wagen – die
legendäre Abkürzung DKW war geboren. Ab 1922 baute Rasmussen auch
Motorräder, Ende der 1920er Jahre
gehörte DKW zu den weltgrößten
Herstellern. Sogar das erste Motorrad-Fließband der Welt kann Zschopau für sich reklamieren.
VON ISAAC RISCO
HAVANNA — Seine alte Simson hat
Roberto Quintero kürzlich wieder
aus der Garage rausgefahren. Über
30 Jahre ist es her, dass der kubanische Ingenieur für Verkehrswesen
das DDR-Moped von deutschen
Freunden geschenkt bekam. Das
Kleinkraftrad ist noch in gutem Zustand. Am 11. November fuhr Quintero wieder damit zu einem Treffen
mit alten Bekannten im Stadtzentrum Havannas. Sie alle haben einst
in der ehemaligen DDR studiert.
Rund Tausend Kubaner gingen bis
Ende der 1980er-Jahre zum Studium
in die DDR. Auch Zehntausende kubanische Arbeiter waren in dieser
Zeit im sozialistischen Bruderstaat
in der Ausbildung. Genaue Zahlen
lassen sich schwer ermitteln, wie Diplomingenieur Manuel Torres sagt.
Auf den Spuren der DDR
Torres, der vor rund 50 Jahren in
Dresden studierte, geht von mehr
als 20.000 Menschen aus. 2010 veröffentlichte Torres zusammen mit
dem deutschen Autor Falk Heinrich
einen Aufsatz, in dem die Autoren
auf den Spuren der DDR in dem Karibikstaat wandelten.
Fast ein Vierteljahrhundert nach
seiner Auflösung wirkt der ostdeutsche Staat heute noch merkwürdig
lebendig auf Kuba. Es gibt sogar eine
kleine Insel, die nach Ernst Thälmann benannt ist, dem deutschen
KPD-Vorsitzenden, der 1944 im Konzentrationslager der Nazis starb. Am
deutlichsten ist die Präsenz der DDR
aber wahrscheinlich im Straßenbild
Havannas und anderer Städte zu erkennen.
Lebendiges Museum
Dort fahren heute noch Zehntausende alte DDR-Fahrzeuge. Das langjährige US-Wirtschaftsembargo und
andere Einfuhrrestriktionen haben
aus Kubas Straßen eine Art lebendiges Museum für hochbetagte Motoren gemacht. Neben US-amerikanischen Oldtimern findet man Wagen
russischer oder polnischer Hersteller – und manchmal sogar Wartburgs oder Trabants aus DDR-Fabrikhallen.
Der Renner sind aber die MZ-Motorräder. Die Zweiräder aus dem
sächsischen Zschopau kamen bis in
die 1990er Jahre hinein auf verschie-
Zu DDR-Zeiten bauten bei den Motorradwerken Zschopau 3000 Mitarbeiter die Maschinen, die in rund
100 Länder exportiert wurden. Doch
mit der Wende geriet MZ ins Schlingern: Weder ein Neustart unter dem
Namen MuZ (Motorrad- und Zweiradwerk) ab 1993 noch die Übernahme
durch einen malaysischen Konzern
1996 konnten die Talfahrt des Motorradbauers aufhalten. Ende 2008 verkündeten die Investoren schließlich
das MZ-Aus.
Sein Vater bekam es von deutschen Freunden geschenkt: Der 25-jährige Kubaner Rainer Quintero mit einem Simson-Kleinkraftrad.
FOTOS: JOSE GOITIA/DPA
Im Frühjahr 2009 übernahmen die
Ex-Motorradrennfahrer Martin Wimmer und Ralf Waldmann das Unternehmen. Aber schon nach gut einem
Jahr zog Waldmann die Reißleine und
ein Bankier aus Ludwigshafen stieg
als privater Investor ein. Der Werksfahrer und dreimalige Grand-Prix-Sieger Wimmer setzte bei den Motorenwerken Zschopau, wie die Firma dann
hieß, vor allem auf Elektroroller und
-fahrräder. Aber Absatz und Produktion lahmten.
Der Einstieg in die Moto2-WM ab
2010 brachte Millionenschulden statt
Erfolge, 2012 musste Wimmer
schließlich ein Insolvenzverfahren beantragen. Trotz Interessenten scheiterte die MZ-Sanierung, 2013 gingen
die allerletzten Lichter auf dem Firmengelände aus. (dpa)
Ein Taxifahrer mit seinem MZ-Motorrad in Havannas Stadtviertel La Palma.
Bewacht von Che Guevara: Eine MZ in Havanna.
dene Art und Weise nach Kuba. Viele von ihnen leisten heute ihren
Dienst sogar als öffentliche Verkehrsmittel.
Der 24-jährige Jorge fährt beispielsweise seit rund einem Jahr Passagiere gegen Entgelt mit seinem
MZ TS 250, Baujahr 1983, im Stadtviertel La Palma im Süden Havannas. Für eine Fahrt nimmt er umgerechnet etwa einen US-Dollar. Sein
Motorrad glänzt, auch wenn es
In Santiago de Cuba im Osten des
Landes haben sich die Behörden dagegen offenbar dazu durchgerungen, den Einsatz von Motorrädern
als öffentliche Verkehrsmittel doch
zu erlauben. Die zweitgrößte Stadt
Kubas gilt als MZ-Hochburg.
nicht immer einfach ist, Ersatzteile
zu finden.
Sein Vater kaufte die Maschine in
der DDR, bevor er Mitte der 1980erJahre zurück nach Kuba kam. Facharbeiter „durften zwei Stück nach
Hause mitbringen“, erzählt Motorrad-Taxifahrer Jorge. Seinen Nachnamen nennt er nicht, denn diese
Dienstleistung ist in Havanna trotz
großer Not im öffentlichen Transportwesen offiziell verboten.
Geschenk der besonderen Art
Dort wird die Anzahl von Zweirädern auf 16.000 geschätzt, sagt Wilmenes Obregón. Davon könnte so-
gar die Hälfte von der Marke MZ
sein, meint der 57-Jährige. Obregón
selbst fuhr zwischen 1991 und 2002
Taxi mit seinem Motorrad. Gekauft
hat er es während seiner Ausbildung
zum Dreher in Magdeburg zwischen 1979 und 1985.
Für Quintero war die Simson dagegen ein Geschenk der besonderen
Art. Deutsche Freunde schickten sie
ihm 1991 per Luftfracht, damit er
seinen Sohn bei seiner Ex-Frau in
EIN VIDEO mit Motorrädern
auf Kuba können Sie aufrufen,
wenn Sie diesen Code mit
einem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/mzkuba
der Nähe vom Badeort Varadero
rund 140 Kilometer östlich von Havanna besuchen konnte. Damals
herrschte auf Kuba eine große Wirtschaftsnot, erinnert sich der Ingenieur.
Inzwischen wohnt sein Sohn in
Havanna. Der heute 25-jährige Rainer – den Namen erhielt er in Erinnerung an einen alten Ausbilder seines Vaters in Rostock - darf nun oft
selbst ans Steuer. (dpa)
Es geht ums Spielen, nicht ums Kämpfen
Zu Weihnachten vor
100 Jahren fand – mitten
im Krieg – ein Fußballspiel
zwischen sächsischen und
britischen Soldaten statt.
Das soll jetzt nachgestellt
werden. Bis vor kurzem
war unklar, ob sich eine
deutsche Elf finden würde.
VON EVA PRASE
WOLKENSTEIN/FRELINGHIEN — Man-
fred Beyer ist dieser Tage ein Stein
vom Herzen gefallen. „Die Bundeswehr stellt eine Fußball-Elf. Alles andere wäre eine Katastrophe gewesen“, sagt er. Er ist stellvertretender
Vorsitzender des Arbeitskreises
sächsische Militärgeschichte. Der
Verein hatte sich seit Monaten bemüht, eine Mannschaft zu finden,
die am kommenden Wochenende
in Frelinghien in Flandern Fußball
gegen eine britische Mannschaft
spielt. Das Match soll stattfinden in
Erinnerung an jene Verbrüderung,
zu der es Weihnachten 1914 an der
Westfront gekommen war.
Damals lagen sich in Frelinghien
Soldaten der Royal Welsh Fusiliers
und des Königlich Sächsischen Infanterie Regimentes 133 gegenüber.
Heiligabend wurde ihre Friedenssehnsucht größer als alles andere.
Die Soldaten verließen die Schützengräben und gingen aufeinander
zu, begannen Fußball zu spielen.
Zwei Mützen dienten als Tormarkierung. Das Match wurde zum Zeichen dafür, dass es auch in mörderischer Zeit Friedenswillen gegeben
hat – weniger auf Ebene der Heeresleitung, wohl aber bei den Soldaten.
Die Sachsen gewannen mit 3:2.
Nachdem sich im Freistaat hundert Jahre später keine Mannschaft
finden ließ, sagte die Bundeswehr
zu, eine Elf aus Straußberg bei Berlin
zum Traditionsspiel zu senden.
„Oberst a. D. Joachim Freiherr von
Sinner wird dabeisein“, verrät Beyer,
Die Shakespeare Company erinnert an den Weihnachtsfrieden 1914 und
bringt am Wochenende das legendäre Spiel auf die Bühne.
FOTO: ULLSTEIN BILD
der neben einigen anderen Wolkensteiner Vereinsmitgliedern mit nach
Frelinghien fahren wird. Sinners
Großvater, Hauptmann Maximilian
von Sinner, hatte 1914 das Kommando über deutsche Soldaten und
dafür gesorgt, dass Bierfässer über
das Niemandsland zu den Briten
rollten. Auf der anderen Seite wird
Major Miles Stockwell anwesend
sein, ein Enkel des damaligen Captain Clifton Stockwell von den Roy-
al Welsh Fusiliers. Er soll damals
Plum-Pudding zu den Sachsen geschickt haben.
Das Fußballspiel am Wochenende wird ergänzt durch viele Veranstaltungen. So wird die Wanderausstellung „Weihnachtsfrieden –
Christmas Truce“ gezeigt, die vom
Militärhistorischen Verein in Wolkenstein und vom Arbeitskreis sächsische Militärgeschichte gestaltet
wurde. Sie war am 2. August in Wolkenstein eröffnet und bisher in Ploegsteert in Belgien gezeigt worden,
wo der Waffenstillstand von Weihnachten 1914 bis in den März 1915
gehalten haben soll. Außerdem kam
die Ausstellung ins französische Armentieres. „Anfragen gibt es auch
aus Bodelwyddan und Cardiff in
Wales“, sagt Manfred Beyer, der sich
wie die anderen Wolkensteiner Ausstellungsmacher über das große internationale Interesse freut. „Wir haben Anfragen von Schulen der Region. In vielen Einrichtungen werden
Fußballspiele durchgeführt und die
Schüler haben frei“, sagt Beyer. „Es
gibt hunderte Gedenkfeiern.“
Er hätte sich gewünscht, dass in
Deutschland die öffentliche Unterstützung für die Ausstellung genauso groß ist wie in Belgien, Frankreich und Großbritannien. „Man
muss ganz klar konstatieren, dass es
in diesen Ländern eine andere Erinnerungskultur gibt“, so Beyer.
Am Wochenende wird zudem
ein freigelegtes und rekonstruiertes
System von Schützengräben der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In
Stratford upon Avon steht ein Theaterstück der Royal Shakespeare
Company im Programm. Der Titel
des Stückes:. „Christmas Truce“.
Wie das Traditionsfußballspiel
ausgehen wird? Darauf kommt es
nicht an, meint Beyer. Er ist – wie die
anderen Wolkensteiner Vereinsmitglieder – gar nicht erpicht darauf,
dass die Deutschen gewinnen. Zum
einen, weil die Sachsen sowohl im
Krieg als auch bei bisherigen Gedenkfeiern immer gewonnen haben. Und zum anderen, weil es wie
vor 100 Jahren ums gemeinsame
Spielen geht, Und nicht darum, gegen die anderen zu kämpfen.
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Freitag, 12. Dezember 2014
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Ziel für
Anschläge
Ex-Finanzminister
kommt vor Gericht
STEPHAN LORENZ
ÜBER DEN GEPLANTEN
AUSLANDSEINSATZ IM IRAK
Griechischer Politiker Papakonstantinou
soll Verwandte begünstigt haben
FOTO: NICOLAS BOUVY/DPA/ARCHIV
4 Freie Presse
stephan.lorenz@freiepresse.de
D
ie geplante Mission im Irak
wäre nicht der erste langwierige und verlustreiche
Kampfeinsatz, der mit einer reinen
Ausbildungsmission und hehren
Absichten begonnen hätte. Afghanistan lässt grüßen. Das Verteidigungsministerium verteilt derweil
Beruhigungspillen: Der Standort Erbil im Kurdengebiet sei derzeit ruhig, heißt es. Als ob sich das nicht
sehr schnell ändern könnte.
Es stellt sich zunächst mal die
Frage, warum man nicht kurdische
Kämpfer in größerem Umfang in
Deutschland ausbildet, die dann ihr
Wissen an ihre Kameraden vor Ort
weitergeben? Nicht allein logistische Gründe dürften dagegen gesprochen haben.
Denn Auslandseinsätze wie die
jetzt für den Nordirak gehören mittlerweile zum neuen Rollen-Verständnis Deutschlands in der Welt.
Die starke Wirtschaftsmacht darf
sich nicht länger militärisch zurückhalten, sondern muss ihren Beitrag
zur internationalen Sicherheit leisten. Was vor Monaten auf der Münchener Sicherheitskonferenz von
Bundespräsident Joachim Gauck
vorgebracht wurde, gehört längst
zur Staatsräson: Je mehr Einsätze
deutscher Soldaten in der Welt, desto mehr Bedeutung in der internationalen Politik. Es ist ein Denken von
Vorgestern.
Einem möglichen Einsatz im Irak
fehlt zudem die Legitimation durch
UN oder Nato. Die Anti-IS-Koalition
ist nur ein loser Staatenverbund mit
einer angeblich gemeinsamen Zielsetzung. Es ist aber kein „System gegenseitiger kollektiver Sicherheit“,
das das Bundesverfassungsgericht
als Grundlage für einen Auslandseinsatz fordert. Denn das würde eine
gemeinsame Strategie, Organisation
und Planung voraussetzen. Beim
Kampf gegen die brutalen IS-Kämpfer mag das Feindbild stimmen, aber
das Ziel bleibt verschwommen. So
kann auch ein Ausbildungseinsatz
schnell im Chaos versinken. Kritiker fragen zudem zu Recht, ob die
Bundeswehr heute nicht unsere
Feinde von morgen ausbildet.
Vor allem aber wird Deutschland
mit der geplanten Mission endgültig zur Zielscheibe der Islamisten.
Bislang wurde Deutschland Gott sei
Dank von schweren Anschlägen
verschont. Aber mit Bundeswehrsoldaten im Irak wären wir eindeutig Partei und damit Gegner. Das erhöht die Gefahr, ins Visier von Terroristen zu geraten, erheblich.
IMPRESSUM
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KARIKATUR: TOMICEK
Spitzenposten.
Der ehemalige griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou
(Sozialisten) muss sich wegen Amtsmissbrauchs und Urkundenfälschung vor der Justiz verantworten.
Dies beschloss der höchste griechische Gerichtshof, wie das griechische Staatsradio gestern berichtete.
Papakonstantinou wird vorgeworfen, 2010 aus einer Datei griechischer Steuersünder mit Geldeinlagen in der Schweiz die Namen von
Verwandten gelöscht zu haben, bevor er die Aufstellung an die Steuerfahndung weiterleitete. Dem Ex-Minister droht im Falle einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe. Juristen gehen davon aus, dass der Pro-
zess gegen Papakonstantinou Anfang 2015 starten kann. Der 53-Jährige streitet die Vorwürfe ab.
Hintergrund des Prozesses ist die
sogenannte „Lagarde-Liste“ mit den
Namen zahlreicher Griechen, die
Konten mit großen Vermögen im
Ausland hatten und so in ihrer Heimat weniger Steuern zahlten. Die Liste wurde von der damaligen französischen Finanzministerin Christine
Lagarde an Griechenland übergeben. Papakonstantinou war im Oktober 2009 zum Finanzminister des
krisengeschüttelten Landes berufen
worden. Anschließend war er von
Juni 2011 bis Mai 2012 Umweltminister. (dpa/fp)
DAS THEMA: ASYLPOLITIK IN SACHSEN
Spagat zwischen Gegensätzen
Der Freistaat steht zu seiner humanitären Asylpolitik, bekräftigt die neue Integrationsministerin Petra Köpping (SPD).
Sie will offen auf die Pegida zugehen, um Sorgen und Ängste zu hören. Das sehen auch andere Parteien in Sachsen so.
DRESDEN — Kein
Landkreis, keine
Kommune könne sich aus der Verantwortung mogeln, Flüchtlinge
unterzubringen. Petra Köpping
sieht Oberbehörden in der Pflicht,
den Gemeinden Planungssicherheit
zu gewährleisten. Mit ihr sprachen
Uwe Kuhr und Tino Moritz.
Freie Presse: Wann wollen Sie
mit Pegida reden?
Petra Köpping: Wir wollen mit den
Demonstranten ins Gespräch kommen, die nicht rechtsorientiert sind.
Wie wir auf sie zugehen, um ihre
Sorgen und Ängste anzuhören und
hoffentlich auch entkräften zu können, wollen wir im Asyl-Lenkungsausschuss besprechen.
Welche Sorgen wollen Sie denn
entkräften?
Wir müssen klare Ansagen machen,
wie viele Asylbewerber kommen
nach Sachsen. Kommunen, Landräte und Bürgermeister brauchen Planungssicherheit. Mancher hat sich
zuletzt unglaubwürdig gemacht,
weil eine übergeordnete Behörde
über Nacht die Zahl der ihnen zugewiesenen Flüchtlinge erhöht hat.
Was schlagen Sie vor?
Die Landesdirektion sollte von vornherein lieber fünf mehr als fünf weniger Neuzugänge ankündigen. Die
Bürger treibt auch die Sorge um die
Kriminalität in den Einrichtungen
um. Da müssen wir die Ursachen bekämpfen und prüfen, ob vielleicht
ethnische und religiöse Gruppen zu-
sammen untergebracht sind, deren
Zusammenleben schwierig ist.
Überlegenswert ist auch, ob Familien von Anfang an dezentral untergebracht werden können.
Der Bautzener Landrat hat vergeblich versucht, bis zum Jahresende keine Asylbewerber in seinen Kreis mehr aufzunehmen ...
Es kann sich niemand aus der Verantwortung mogeln. Leider hält sich
die Solidarität unter den Kommunen mitunter in Grenzen. Manche
Kommunen finden plötzlich Hunderttausend Gründe, warum sich
ausgerechnet bei ihnen keine neue
Unterkunft einrichten lässt. Da gibt
es Bürgermeister, die sagen, ein Asylbewerberheim gefährde das Ansehen des örtlichen Gewerbegebietes.
Solche Äußerungen gehen gar nicht.
Glauben Sie, dass die Pegida-Demonstranten sich mit Vorab-Informationen zufrieden geben?
Im Moment taucht das Problem verschärft in Dresden auf. In anderen
Regionen wie Leipzig nicht. Dort
wird lange vor Eröffnung neuer Gemeinschaftsunterkünfte mit den
Anrainern geredet. Auf Bürgerversammlungen geht es durchaus hitzig zu. Aber dort, wo die Leute informiert sind, gibt es keine großen Demonstrationen. Deswegen ist Dialog
ja so wichtig – und zwar im Vorfeld.
Angeblich sinkt der Grundstückswert in der Umgebung
von solchen Heimen.
Diese Argumente kennen wir. Über-
all, wo gebaut wird, ist das zu hören,
neue Straßen, neue Autobahnen,
Lärmschutzwälle. Dabei geht es dort
genauso wie bei den Heimen um das
Gemeinwohl.
Auf westdeutsche Bundesländer
entfallen viel mehr Asylbewerber als auf Sachsen – warum gehen dort kaum Menschen gegen
die „Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße?
In den alten Bundesländern sind
Menschen aus der Türkei, Indien
oder anderen Ländern im eigenen
Freundeskreis längst keine Seltenheit mehr. Hier gibt es dagegen
kaum private Kontakte. Das Fremde
macht Sorgen. Dazu kommt die Religion. Im Osten gibt es vor allem
Atheisten. Und auf einmal kommen
Menschen, die ihren Glauben leben
und fünfmal pro Tag beten. Das erzeugt Scheinängste.
Finden Sie überhaupt genügend
Sozialarbeiter zur Betreuung
der Asylbewerber?
Wir rechnen 2015 mit 13.000 Asylbewerbern. Über die Zahl der Sozialarbeiter wird gerade verhandelt. Das
Interesse an diesen Aufgaben ist
groß. Bewerber rufen mich sogar auf
dem Handy an.
Es wird viel, aber kaum Konkretes über Integration geredet ...
Es muss uns gelingen, den Flüchtlingen wieder eine Tagesstruktur zu geben – etwa durch Sprachkurse und
durch Arbeit. Wir müssen die Kom-
munen besser informieren, dass diese Arbeitsmöglichkeit da ist. Dazu
sollten wir Gremien wie die in Zeiten der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bilden, um gemeinnützige
Arbeit zu organisieren. In die sollten
Asylbewerber eingebunden werden.
Sie leiten auch den großen AsylLenkungsausschuss im Land. Ist
ihre neu geschaffene Behörde diesem Arbeitspensum gewachsen?
Wir sind noch im Aufbau. Wir werden einmal 25 Mitarbeiter sein. Allein für das Asyl-Thema stehen mir
zehn Mitarbeiter zur Verfügung. Das
ist erst der Anfang. Ich gehe davon
aus, dass es bald in allen Bundesländern eigene Ministerien für diesen
Bereich geben wird.
Petra Köpping
Petra Köpping (SPD) ist seit einem Monat Sachsens Ministerin für Gleichstellung und Integration.
FOTO: ARNO BURGI/DPA
Die neue Ministerin für Integration
und Gleichstellung ist eine ehemalige
Bürgermeisterin und Landrätin im
Raum Leipzig. Die 56-jährige Juristin
sitzt für die SPD seit 2009 im Sächsischen Landtag. Die gebürtige Nordhausenerin lebt in Markkleeberg bei
Leipzig. In ihrem neu geschaffenem
Amt im Sozialministerium mit nur
25 Mitarbeitern leitet sie den erst vor
knapp drei Wochen gebildeten AsylLenkungsausschuss der Landesregierung, der heute zum zweiten Mal
tagt. Dort steht eine Initiative auf der
Tagesordnung, um mit der islamkritischen Bewegung Pegida ins Gespräch
zu kommen. (uk)
Keine Islamisierung? Pegida-Papier bietet kaum Angriffsfläche
Politikwissenschaftler Patzelt: Nichts von alledem ist anstößig – Parteien sehen Widersprüchliches, aber auch eine Gesprächsgrundlage
VON OLIVER HACH
DRESDEN — Die islam- und asylkriti-
sche Bewegung Pegida („Patriotische
Europäer gegen die Islamisierung
des Abendlandes“), der in Dresden
zuletzt 10.000 Menschen folgten,
hat am Mittwoch erstmals politische Forderungen veröffentlicht.
Das Positionspapier wurde kommentarlos bei Facebook eingestellt.
Nachfragen blieben unbeantwortet.
Das Papier vereint Positionen unterschiedlichster politischer Strömungen – von der „Null-ToleranzPolitik“ gegenüber straffällig gewordenen Migranten und konsequenter
Abschiebung abgelehnter Asylbewerber bis zur Aufnahme von
Kriegsflüchtlingen und politisch
wie religiös Verfolgten. Gefordert
werden dezentrale Unterbringung
und mehr Sozialarbeiter ebenso wie
ein EU-weiter Verteilungsschlüssel
für Flüchtlinge, ein Einwanderungs-
recht nach dem Vorbild der Schweiz,
Australiens, Kanadas oder Südafrikas, eine „Pflicht zur Integration“ im
Grundgesetz sowie Schutz „unserer
christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur“. Die Worte Islam und Islamisierung tauchen nicht auf.
Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt analysierte
die Positionen für die „Freie Presse“.
Seine Einschätzung: „Nichts von alledem ist anstößig. Manches ist so-
gar links. Überhaupt nichts ist
rechtsradikal.“ Pegida spreche sich
hier für vielerlei Dinge aus, die sogar
Gegner der Bewegung wünschten.
Dazu zähle auch der Widerstand gegen frauenfeindliche und gewaltbetonende Ideologie, für sexuelle
Selbstbestimmung, mehr plebiszitäre Instrumente. Jetzt müsse sich zeigen, ob das Papier nur ein politisches Feigenblatt oder eine Grundlage zum Weitermachen sei. Über die
Einwanderungspolitik müsse in
Deutschland dringend eine Grundsatzdiskussion geführt werden.
Bei den Parteien in Sachsen stieß
das Positionspapier auf Skepsis, aber
auch auf Dialogbereitschaft. Für die
CDU-Landtagsfraktion erklärte der
Abgeordnete Christian Hartmann,
einige Inhalte stimmten mit den Positionen der Union überein. Man
halte das Positionspapier für eine geeignete Gesprächsgrundlage.
Weihnachtsmarkt-Verbot als „Bild“-Märchen
Als Beleg für eine Islamisierung
Deutschlands führt Pegida ein Beispiel aus Berlin an. Dort müssten
Weihnachtsmärkte jetzt Wintermärkte
heißen – „um religiöse Gefühle nicht
zu verletzen“, wie Pegida-Chef Lutz
Bachmann auf einer Kundgebung in
Dresden behauptete. Die „Bild am
Sonntag“ hatte von dem angeblichen
Verbot im Stadtteil FriedrichshainKreuzberg berichtet – samt Foto vom
Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz – und die Frage aufgeworfen, ob
in Deutschland „auf dem Altar der politischen Korrektheit christliche Tradition geopfert“ werde. Das Medienportal „Bildblog.de“ überprüfte die Fakten. Ergebnis: Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beschloss 2007
ein Verbot von Veranstaltungen, bei
denen es um religiöse Selbstdarstellung im öffentlichen Raum geht.
Weihnachtsmärkte sind davon nicht
betroffen. Ein Sprecher des Amtes
wird mit den Worten zitiert: „Wie die
Märkte sich nennen, ist uns total
egal.“ Die Sprecherin des „Kreuzberger Wintermarkts“ erklärte, Name
und Konzept seien aus freien Stücken
gewählt worden. In FriedrichshainKreuzberg gibt es laut „Bildblog“
überdies vier weitere Weihnachtsmärkte – die auch so heißen. (oha)
Der SPD-Fraktionsvorsitzende
Dirk Panter sprach von Widersprüchen zwischen den Thesen und bisher geäußerten Meinungen. „Das Papier ist der Versuch, sich einen akzeptablen Anstrich zu geben.“ Erste,
im Netz nachzulesende Reaktionen
zeigten indes, dass den Anhängern
das Papier „zu weichgespült ist“.
Grünen-Fraktionschef Volkmar
Zschocke sagte: „Jeder, der sich Pegida im Original angeschaut hat, weiß,
dass in dem Papier gelogen wird: Der
Zulauf zu Pegida ist ohne den antimuslimischen Rassismus nicht erklärbar.“ Das Papier, so zeige sich
auch in der Warnung vor überzogener Gleichstellungspolitik, sei ein
Abklatsch von AfD-Versatzstücken.
Für die Linke erklärte Landeschef Rico Gebhardt: „Pegida versucht mit
weichgespülten Formulierungen
den Eindruck der Harmlosigkeit zu
erwecken.“ Man sei jedoch dialogbereit. „Wir glauben, dass dafür Kirchen ein guter Raum sind.“
POLITIK
Freitag, 12. Dezember 2014
NACHRICHTEN
WIESN-ATTENTAT
Ermittlungen
beginnen von neuem
KARLSRUHE/MÜNCHEN — Mehr
als
drei Jahrzehnte nach dem Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest wird der Fall neu untersucht.
Die Bundesanwaltschaft geht neuen
Hinweisen einer Zeugin auf mögliche Drahtzieher nach. „Ich habe
heute angeordnet, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden“, sagte gestern Generalbundesanwalt Harald Range. Der Anschlag
von 1980 gilt als bisher schwerstes
rechtsextremistisches Attentat in
der Geschichte der Bundesrepublik.
Dabei waren 13 Menschen getötet
und 200 verletzt worden. Unter den
Toten war auch der Attentäter, ein
21 Jahre alter Rechtsextremist. Es
gab immer Zweifel daran, dass er als
Einzeltäter gehandelt hatte. (dpa)
BUNDESKABINETT
Frauenquote für
Chefposten bestätigt
BERLIN — Nach monatelangen Kont-
roversen zwischen der SPD und konservativen Unions-Politikern hat die
Frauenquote gestern das Kabinett
passiert. Der Gesetzentwurf sieht ab
2016 Sanktionen vor, wenn große
mitbestimmungspflichtige Aktiengesellschaften bei Neubesetzungen
im Aufsichtsrat nicht mindestens einen Frauenanteil von 30 Prozent erreichen. Auch etwas kleinere Unternehmen und der öffentliche Dienst
sollen den Frauenanteil in ihren
Chefetagen erhöhen und regelmäßig über ihre Fortschritte berichten.
Sie haben aber keine Strafen zu befürchten. (dpa)
KOALITIONSFRIEDEN
SPD-Chef Gabriel
ermahnt Merkel
BERLIN — Nach den Attacken von
CDU-Chefin Angela Merkel gegen
die SPD fordert deren Parteivorsitzender Sigmar Gabriel von der Kanzlerin Mäßigung. Der Vizekanzler
sagte gestern nach der Kabinettssitzung: „Die Lage in Deutschland und
Europa ist zu ernst, um sich jetzt in
der Bundesregierung gegenseitig
mit Wahlkampfparolen zu überziehen. Frau Merkel hat dies auf dem
CDU-Parteitag in den letzten Tagen
getan.“ Dort hatte Merkel der SPD eine „Bankrotterklärung“ bescheinigt,
weil sie Rot-Rot-Grün in Erfurt möglich gemacht hatte. (dpa)
UKRAINE-KONFLIKT
Regierung ändert
Eintrag zur Krim
MOSKAU — Die Bundesregierung hat
nach Kritik des russischen Außenministers Sergej Lawrow einen Internet-Eintrag über die Schwarzmeerhalbinsel Krim geändert. Lawrow hatte beanstandet, dass auf der
Internetseite
www.bundesregierung.de etwa Tataren und Deutsche
als Bewohner der Krim genannt
werden, nicht aber Russen. Von den
etwa zwei Millionen Einwohnern
auf der Krim sind knapp 60 Prozent
Russen und 25 Prozent Ukrainer.
Russland hatte sich die Krim im
März nach einem umstrittenen Referendum einverleibt. (dpa)
BRASILIE N
434 Menschen waren
Opfer der Diktatur
BRASILIA — Während der Militärdiktatur in Brasilien sind laut einem
Abschlussbericht der Nationalen
Wahrheitskommission 434 Menschen getötet oder verschleppt worden. Der Bericht wurde am Mittwoch (Ortszeit) in Brasilia überreicht. Vor 50 Jahren hatte in Brasilien das Militär gegen den damaligen
Präsidenten geputscht. Von 1964 bis
1985 wurden zahlreiche Oppositionelle getötet oder inhaftiert. Viele
wurden gefoltert, darunter auch die
heutige Präsidentin Dilma Rousseff.
Der Bericht kritisiert die 1979 erlassenen Amnestiegesetze für die Täter
als verfassungswidrig. (dpa)
Regierung will
100 Soldaten in
Irak entsenden
Deutschland beteiligt sich
bereits mit Waffenlieferungen am Kampf gegen die
Terrormiliz IS. Jetzt sollen
auch mehr Soldaten zur
Ausbildung in den Nordirak geschickt werden.
Rechtlich ist das heikel.
VON STEPHAN LORENZ
BERLIN/CHEMNITZ — Der
Bundestag
soll schon bald über ein Mandat für
einen größeren Bundeswehr-Ausbildungseinsatz im Irak entscheiden.
Darauf hat sich die Bundesregierung
gestern am Rande einer Kabinettssitzung geeinigt. Die Regierung will
nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 100 Soldaten in das
Autonomiegebiet der irakischen
Kurden schicken. „Eine Bewaffnung
zum Selbstschutz ist im Rahmen des
Möglichen“, sagte ein Sprecher.
Damit wird die deutsche Beteiligung an der internationalen AntiIS-Allianz deutlich ausgeweitet. Bisher hat die Bundeswehr Waffen geliefert und nur einzelne Ausbilder in
den Irak geschickt, um den Kurden
die Bedienung der Panzerfäuste und
Gewehre zu zeigen. Die Menge der
gelieferten Waffen würde für die
Ausrüstung Tausender Kämpfer
ausreichen. Dafür sind die bislang
dort tätigen 17 Ausbilder bei weitem
nicht ausreichend.
Der Einsatz der Bundeswehr soll
sich auf den kurdischen Norden des
Irak beschränken. Außer den kurdischen Kämpfern (Peschmerga) sollen künftig auch Christen und Jesiden von der Bundeswehr an der
Waffe ausgebildet werden.
Hans-Georg Ehrhart vom Institut
für Friedensforschung und Sicherheitspolitik Hamburg sieht den Einsatz problematisch. Er verwies auf
ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1994, nach dem sich die
Bundeswehr nur an Auslandseinsätzen eines „Systems gegenseitiger
kollektiver Sicherheit“ beteiligen
könne. „Die Allianz gegen den IS ist
aber nur ein loser Zusammenschluss von Staaten, die sich einem
gemeinsamen Ziel verpflichtet haben. Weder die Nato, noch die UN
noch die Europäische Union ist in
diese Sache involviert. Die Bundeswehr würde also ,freischwebend‘ an
einer Mission im Nordirak teilnehmen“, so Ehrhart. Die Regierung vertritt wohl die Position, dass man
doch Teil einer „Koalition der Willigen“ sei, Kritiker verweisen aber auf
das Karlsruher Urteil. „Ich könnte
mir gut vorstellen, dass diese Ausbildungsmission vor dem Bundesverfassungsgericht landen wird“, sagte
Ehrhart.
Offenbar sollen die Bundeswehrsoldaten ihre Trainingsstätte selbst
beschützen, da sich kaum Soldaten
anderer Nationen dafür finden lassen werden. Deswegen auch die Entscheidung für ein Parlamentsmandat. „Es war bislang schon Praxis,
dass auch Ausbildungseinsätze vom
Parlament bewilligt wurden. Die Gefahr des Hineinrutschens in den
Konflikt besteht immer“, erklärte
Ehrhart.
Der Afghanistan-Einsatz habe gezeigt, dass irgendwann der Gegner
bestimmt, ob man kämpfen muss
oder nicht. Ein Parlamentsmandat
ist nach Ansicht von Ehrhart auch
aus Sicht der Soldaten wichtig: Sie
würden sich zum einen vom Parlament unterstützt fühlen. Zum anderen würde es die Akzeptanz des Einsatzes in der Gesellschaft erhöhen.
Das sei für die Soldaten sehr wichtig.
Kritik kam von den Linken. „Solange die Bundesregierung den Konflikt nur militärisch betrachtet, wirken ihre Aktionen wie hilfloser Aktionismus“, sagte der außenpolitische Sprecher der Linken-Fraktion
im Bundestag, Jan van Aken. Er forderte die Bundesregierung zudem
auf, den Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen durch die Peschmerga nachzugehen An dem Text
des Mandats wird noch gearbeitet.
Er soll nächste Woche vom Kabinett
verabschiedet werden. (mit dpa)
EINEN LEITARTIKEL zu diesem Thema lesen
Sie auf der Seite 4.
Deutsche Waffen und Ausbilder
Zuerst lieferte Deutschland humanitäre Hilfsgüter und militärische
Schutzausrüstung für die kurdische
Armee in den Nordirak. Dann entschied sie sich nach langer Diskussion
für eine umfangreiche Waffenlieferung. Inzwischen hat Deutschland
Kampfausrüstungen für Tausende
kurdische Soldaten geliefert. Dazu
gehören unter anderem 16.000
Sturmgewehre, 40 Maschinengewehre, 30 Panzerabwehrwaffen „Milan“
mit 500 Raketen, 240 Panzerfäuste
und 10.000 Handgranaten. Hinzu
kommen mehrere Millionen Schuss
Munition, rund 100 Last- und geschützte Geländewagen sowie Feldküchen. Gesamtwert der Lieferungen:
etwa 70 Millionen Euro. Anfang November wurden die Waffenlieferungen abgeschlossen.
Einige Bundeswehrsoldaten sind
schon in Erbil, um den kurdischen
Peschmerga-Kämpfern die Bedienung
der Waffen zu zeigen. Für die Ausbildung an den Panzerabwehrwaffen
„Milan“ sowie an Feldküchen wurden
aber auch Kurden nach Deutschland
geholt. (dpa)
Freie Presse
5
Ende einer Ära: Der Berlin-Versteher geht
Klaus Wowereit (61), Berlins Regierender Bürgermeis-
ter und dienstältester deutscher Landes-Chef, hat gestern den Staffelstab an seinen Nachfolger Michael
Müller (beide SPD) übergeben (oben, von links). Seit
Juni 2001 war Wowereit im Amt. Über seine politischen Fehler und über den neuen Berliner Großflughafen, der einfach nicht fertig wird, ist viel geredet
worden. Unbestritten ist aber auch: Wowereit, der Ber-
lin-Versteher, hat der Hauptstadt Glanz verliehen. Auf
vielen Bällen und Partys ließ er sich sehen. Einige legendäre Szenen bleiben in Erinnerung: etwa wie Wowereit auf einer Gala Ende 2001 Champagner in einen
Damenschuh goss (unten links). Oder wie der bekennende Homosexuelle 2012 mit Olivia Jones (alias OliFOTOS: BERND VON JUTRCZENKA/DPA,
ver Knöbel) schäkerte.
JURI REETZ/BREUEL-BILD, FRANZISKA KRUG/GETTY IMAGES
Deutscher stirbt bei
Anschlag in Kabul
HAUSHALT
Jugendlicher zündet Bombe bei Theateraufführung
BERLIN — Bund und Länder wollen
auch nach 2019 von den Bürgern
den Solidaritätszuschlag kassieren.
Details zum Umbau der Abgabe
bleiben aber unklar. „Weder über
Aufteilung noch Modus gibt es einen Konsens“, räumte Kanzlerin
Angela Merkel (CDU) gestern nach
mehr als dreistündigen Beratungen
mit den Ministerpräsidenten in Berlin ein. Bis Mitte nächsten Jahres soll
ein Konzept erarbeitet werden. Der
Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD),
betonte, die Länder beanspruchten
die Hälfte der „Soli“-Einnahmen von
19 Milliarden Euro zum Ende des
Jahrzehnts, um in Ost und West Soziales, Bildung und Infrastruktur zu
bezahlen. Bisher steht die Abgabe allein dem Bund zu. (dpa)
KABUL/BERLIN — Bei einem Selbstmordanschlag in einer Schule der afghanischen Hauptstadt Kabul ist
gestern ein Deutscher getötet worden. Mindestens 20 weitere Menschen wurden verletzt, als sich ein
Jugendlicher während einer Theateraufführung in die Luft sprengte.
Einige Verletzte schwebten in Lebensgefahr, sagte der Polizeichef von
Kabul, Abdul Rahman Rahimi. Das
Auswärtige Amt in Berlin konnte
zunächst nicht bestätigen, dass es
sich bei dem Todesopfer um einen
Deutschen handelte.
Bundesaußenminister
FrankWalter Steinmeier (SPD) verurteilte
den Anschlag als besonders perfide
und sprach den Opfern und deren
Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Der 15 oder 16 Jahre alte Attentäter
habe sich unter die Zuschauer gemischt, sagte der amtierende afghanische Innenminister Ayoub Salangi. In der Aula der von Frankreich gebauten Schule, die auch das französische Kulturzentrum für Aufführungen nutzt, wurde gerade das Theaterstück „Herzschlag und Stille
nach der Explosion“ aufgeführt, das
sich gegen Selbstmordanschläge
richtet. Den Sprengstoff hatte der
Täter in der Unterwäsche versteckt.
Die Esteqlal-Schule ist eine der angesehensten des Landes. Sie befindet
sich in der Nähe des Präsidentenpalastes und des afghanischen Außenministeriums. (dpa)
Bund und Länder
wollen Soli erhalten
Kupfer zwischen Krawall und Klarstellung
Nach 100 Tagen als CDULandtagsfraktionschef in
Sachsen ist Ex-Minister
Frank Kupfer einmal mehr
aus der Rolle gefallen.
VON TINO MORITZ
DRESDEN — Dass Frank Kupfer als
sächsischer CDU-Fraktionschef immer mal einen raushauen wird, damit durfte man rechnen. Schließlich
ist der Ex-Umweltminister nun
nicht mehr in die Kabinettsdisziplin
eingebunden, muss sich als Nachfolger des populären Konservativen
Steffen Flath profilieren und zugleich die Bedürfnisse der eigenen
Leute bedienen, falls die mal wieder
das Gefühl haben, in der Koalition
mit der SPD zu kurz zu kommen.
So warnte Kupfer schon bald
nach seiner mit 96,6 Prozent überragenden Wahl zum Fraktionschef
gleich mal vor der Rückkehr der
„Kommunisten“ in Thüringen. Als
Rot-Rot-Grün sich dort tatsächlich
fand und der Linke Bodo Ramelow
als Ministerpräsident gewählt war,
gratulierte er mit den Worten:
„Manchmal ist die Demokratie in ihrer Praxis nur schwer zu ertragen.“
Jetzt aber hat es sich der 52-Jährige mit den Landtagskollegen von
Linken und Grünen wohl endgültig
verscherzt. Beide „stellen sich mit
der NPD auf eine Stufe“, erklärte
Kupfer am Mittwoch, nachdem beide Fraktionen mit der Chemnitzer
Grünen Petra Zais eine gemeinsame
Kandidatin als Sächsische Auslän-
derbeauftragte vorgeschlagen hatten. Gewählt wird nächsten Mittwoch, die Chancen von Zais sind
eher mäßig, schließlich kandidiert
sie gegen den von Union und SPD
Frank Kupfer
CDU-Fraktionschef
im Landtag
FOTO: OLIVER KILLIG/DPA/ARCHIV
gemeinsam nominierten Ex-Justizminister Geert Mackenroth (CDU).
Kupfer hält indes schon die Gegenkandidatur als solche für ein
starkes Stück. Für ihn gehört es zu
den parlamentarischen Gepflogenheiten, dass die größte Fraktion – also seine – Vorrecht auf diesen Posten
hat. Tatsächlich haben es bisher ausschließlich Unionsleute ins Amt geschafft. Der Haken: Mit der für seinen NPD-Vergleich grundlegenden
Behauptung, dass in der Vergangenheit nur die Rechtsextremen Gegenkandidaten aufgestellt hätten, lag
Kupfer einfach daneben. Zwar hatten Grüne und Linke 2009 aus Überzeugung, dass der Deutsch-Amerikaner Martin Gillo der richtige
Mann für das Amt sei – was sich bekanntlich danach bestätigte – auf eigene Bewerber verzichtet, aber 2004
sogar gleich zwei Frauen am Start.
Am Mittwoch dauerte es nicht
lange, bis sich der Koalitionspartner
von Kupfers Attacke distanzierte.
SPD-Fraktionsvize Henning Homann sagte, dass ein eigener Personalvorschlag „unbestrittenes Recht
der Opposition“ sei und zudem we-
der Linke noch Grüne „auf eine Stufe mit der rechtsextremen NPD gestellt werden dürfen“.
Auch Kupfer sah sich schließlich
zu einer „Klarstellung“ veranlasst,
um „eventuelle Missverständnisse“
auszuräumen. Der NPD-Vergleich
habe sich lediglich auf „parlamentarische Abläufe“ und nicht auf Inhalte oder Ziele bezogen. Eine Entschuldigung, wie sie die Fraktionschefs
Volkmar Zschocke (Grüne) für den
„unverschämten
NPD-Vergleich“
und Rico Gebhardt (Linke) für die
„beispiellose Entgleisung“ einfordern, will er aber nicht mehr abgeben. Sein Bedauern müsse reichen.
Bei den Grünen hieß es, dass die bei
den Sondierungen verabredete
„neue Gesprächskultur“ mit der Opposition zumindest bei Kupfer
„wohl noch nicht angekommen“ sei.
6 Freie Presse
WIRTSCHAFT & BÖRSE
Freitag, 12. Dezember 2014
A380 auf dem
Prüfstand
NACHRICHTEN
SCHLIESSUNGSPLÄNE
Aufschub für
Zwickauer Bahnwerk
Droht Europas Vorzeigeflieger A380
das Aus? Die Airbus-Konzernspitze
hat überraschend ein mögliches Ende des weltgrößten Passagierflugzeugs ins Gespräch gebracht. Grund
sollen schlechte Verkaufszahlen
sein. Beim Flugzeugbauer selbst
will man gestern nichts von einem
drohenden Aus wissen. Vielmehr
solle der Superjumbo eines Tages
mit sparsameren Triebwerken versehen und in einer verlängerten
Version auf den Markt gebracht
werden, erklärte ein Sprecher. Bei
den Anlegern verpuffte der Beruhigungsversuch; die Aktien rutschte
um fünf Prozent ab. Bis heute hat
Airbus Bestellungen für 318 Exemplare der A380 erhalten. Das ist nur
gut ein Viertel des Bedarfs, den der
Luftfahrtkonzern einst vorausgesagt hatte. Auch in Deutschland am
A380 mitgebaut. FOTO: YOAN VALAT/DPA
ZWICKAU — Teilerfolg für Mitarbeiter
des Güterwagen-Instandhaltungswerkes in Zwickau: Die Deutsche
Bahn setzt die geplante Schließung
des Standortes bis März vorerst aus.
Nach Angaben der Gewerkschaft
EVG sagte der Bahnvorstand zu, bis
zur nächsten Aufsichtsratssitzung
im März 2015 keine Maßnahmen
zur Umsetzung des Schließungsbeschlusses für die Bahnwerke in
Eberswalde (Brandenburg) und Zwickau zu treffen. Zugleich sei vereinbart worden, eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe einzusetzen, die
bis dahin alle offenen Fragen klären
soll. Die Bahn hatte im Oktober angekündigt, das Werk in Zwickau bis
Ende 2015 dicht zu machen, Eberswalde soll bis Ende 2016 folgen. (jdf)
URHEBERRECHT
Google zieht Stecker
bei News-Dienst
MADRID — Google schließt wegen ei-
ner drohenden Gebühr seinen Nachrichtendienst in Spanien. Der Konzern begründet den Schritt mit einem Gesetz, das im Januar in Kraft
treten soll. Das sieht vor, dass Betreiber von News-Aggregatoren, die
Nachrichten aus dem Web einsammeln, eine Gebühr an Verlage zahlen müssen, wenn sie Auszüge aus
deren Texten anzeigen. „Da GoogleNews selbst kein Geld verdient, ist
dieses Vorgehen nicht vertretbar“,
kritisierte Google. Auch in Deutschland streiten sich Verlage und Google über die kostenpflichtige Verwertung von Presseinhalten. (reu)
STUDIE
Mietpreisbremse als
Glücksfall?
KÖLN — Die geplante Mietpreisbrem-
se wird nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)
flächendeckend wirken. Eine Untersuchung für Berlin und Köln ergab,
dass die Regelung bei einem großen
Teil der Neuvermietungen greifen
dürfte. Das IW warnte aber, dass das
Vorhaben für Mieter langfristig
auch Nachteile bringen könnte.
Wenn Vermieter und Investoren ihre Einnahmen nicht mehr steigern
könnten, würden mehr Immobilien
an Selbstnutzer verkauft. (dpa)
Nach Nürnberg nur noch mit Umsteigen
Ab Sonntag gibt es keine
durchgehende Zugverbindung mehr in die Franken-Metropole. Zudem
verschwinden zwei Halte
vom Fahrplan.
VON JAN-DIRK FRANKE
CHEMNITZ — An diesem Sonntag ist
endgültig Schluss, es endet eine Ära:
Eine durchgehende Eisenbahnverbindung nach Nürnberg wird es mit
dem Fahrplanwechsel nicht mehr
geben. Von da an müssen Reisende,
die in Bayerns zweitgrößte Stadt
wollen, oder aus der Gegenrichtung
nach Sachsen unterwegs sind, immer in Hof umsteigen. Bislang gibt
es noch in jeder zweiten Stunde einen durchlaufenden Zug auf der
Sachsen-Franken-Magistrale
von
Dresden nach Nürnberg und retour.
Es war ein Abschied auf Raten,
der im Grunde 2006 begann, als sich
die Deutsche Bahn entschloss, ihre
aus täglich vier Zugpaaren bestehende Intercity-Verbindung einzustellen. Als Ersatz schickte sie jene
für den Nahverkehr konzipierten
Diesel-Neigetechnikzüge auf die 430
Kilometer lange Strecke, die bis heute hier unterwegs sind. Wie im Fernverkehr betrieb die Bahn die Linie
IRE 1 auf eigene Rechnung, während Nahverkehrszüge sonst über
die Verkehrsverbünde mit Landesmitteln bestellt und bezahlt werden.
Die IRE-Züge, an denen früher der
Name „Sachsen-Franken-Express“
prangte, konnten aber zu Nahverkehrspreisen genutzt werden. Die
Bahn hatte den Betrieb der Linie bis
Ende 2013 zugesichert; der Konzern
einigte sich mit den Verbünden aber
dann noch auf ein weiteres Jahr. Zuletzt verkehrten die Züge jedoch als
normale Regionalexpresse (RE).
Nun mussten die Zweckverbände
die Züge selbst bestellen. Doch beim
Verkehrsverbund
Mittelsachsen
(VMS), der hier federführend verantwortlich zeichnet, wollte man nicht
länger die teureren Dieseltriebfahrzeuge rollen lassen, wenn doch bis
Hof Fahrdraht vorhanden ist. Nur
auf der bayerischen Seite bis Nürnberg fehlt er noch. „Für uns war es
wichtig, das Elektrozüge fahren“,
sagte VMS-Sprecherin Silke Dinge.
Schon seit Dezember 2013 verkehren die von E-Loks gezogenen
Doppelstockzüge im stündlichen
Wechsel mit den Dieselzügen – erstere aber eben nur bis Hof. Schon
dieser Wechsel auf die komfortableren Züge, die mehr Beinfreiheit,
Laufruhe und Platz für Fahrräder
und Kinderwagen bieten, sei gut angenommen worden, berichtete
Bahn-Sprecher Jörg Bönisch. Die Anzahl der Reisenden sei gestiegen, sagte er, nannte aber keinen Zahlen. Ab
Sonntag rollen im Stundentakt nur
noch Doppelstockzüge bis Hof, wo
vier Minuten Zeit zum Umsteigen
sind.
Doch nicht überall stößt der
komplette Wechsel auf das bessere
Wagenmaterial – die ruppige Neigetechnik vertragen viele Reisende
nicht – auf Zustimmung. In Mittelsachsen regt sich gar Protest. Grund:
Oederan und Niederwiesa, wo bislang in jeder zweiten Stunde ein RE
hielt, werden nun abgeschnitten
von der RE-Verbindung DresdenHof. Dinger begründete das mit den
längeren Fahrzeiten wegen der fehlenden Neigetechnik. Deshalb habe
man streichen müssen. Viel Ersparnis dürfte das aber nicht bringen:
Bislang betragen laut Fahrplan die
Haltezeiten an beiden Stationen jeweils weniger als eine Minute. Die
Grünen in Mittelsachsen zeigten
sich empört darüber. Die Staatsregierung müsse zusammen mit dem
VMS eine schnelle Lösung finden, so
Kreisrat Sebastian Walter.
Verschwindet mit dem Fahrplanwechsel ab Sonntag von der Sachsen-Franken-Magistrale: Neigetechnikzug vom Typ VT 612. FOTO: WOLFGANG SCHMIDT/ARCHIV
Bis zu zehn Züge fehlen
Ein Jahr nach der Eröffnung des
Leipziger City-Tunnels nutzen täglich
55.000 Passagiere das Mitteldeutsche
S-Bahn-Netz. Der Start mit sechs
S-Bahn-Linien sei erfolgreich gewesen, resümierte die Deutsche Bahn
gestern. Die S 5 von Zwickau über Altenburg nach Leipzig/Halle Flughafen
werde dabei täglich im Schnitt von
3000 Reisenden genutzt, bei der
schnelleren und weniger oft haltenden S 5x, die bis nach Halle fährt,
sind es laut Bahn 11.500. Öffentliche
Kritik gab es indes immer wieder wegen überfüllter Züge. Ab Sonntag will
die Bahn zunächst bis 11. Januar zwischen Halle und Leipzig zusätzliche
Bahnen einsetzen, um für Entlastung
zu sorgen – die Züge der Linie 5 fahren dann bis nach Halle an der Saale.
Von den 51 Talent-Zügen, die für das
Netz angeschafft wurden, stehen bislang bis zu zehn für den täglichen Betrieb nicht zur Verfügung. So sind laut
Bahn drei wegen größerer Gewährleistungsmängel beim Hersteller
Bombardier, ein Zug sei bis heute
nicht ausgeliefert. Drei weitere haben
Unfallschäden. Die Bahn versprach
Besserung bis zum Sommer. Für vier
Millionen Euro baue man eine zusätzliche Wartungshalle in Halle. (jdf)
BÖRSEN UND MÄRKTE
Tops und Flops
Deutscher Aktien Index (Dax)
K U R S A M 1 1 . 1 2 . 2 0 1 4 : 9. 8 6 2 , 5 3 P U N K T E
11.12. Änd. %
91,35
+3,72
80,10
+3,00
36,64
+2,88
43,10
+2,38
13,95
+2,35
41,38
-4,57
8,86
-3,54
23,13
-3,51
5,01
-3,22
33,73
-2,80
Xing NA
RTL Group
United Internet NA
Bilfinger
TUI NA
Airbus Group
Klöckner & Co. SE NA
Salzgitter
Kontron
Rheinmetall
10400
10000
9600
9200
8800
Ausgewählte Notierungen
8400
Oktober
200-Tage-Verlauf
November
Dezember
38-Tage-Verlauf
Markttrend
Die 30 Dax-Werte (Xetra)
US-Konsumenten treiben Kurse an
Dividende 11.12.
Adidas NA
1,5
58,42
Allianz SE vNA°
5,3
137,75
BASF NA°
2,7
72,40
Bayer NA°
2,1
115,80
Beiersdorf
0,7
68,99
BMW St.°
2,6
90,31
Commerzbank
11,65
Continental
2,5
172,65
Daimler NA°
2,25
68,31
Dt. Bank NA°
0,72
25,56
Dt. Börse NA
2,1
58,85
Dt. Post NA°
0,8
26,78
Dt. Telekom NA°
0,5
13,03
E.ON SE°
0,6
14,59
Fresen. M. C. St.
0,77
60,44
Fresenius SE
0,42
43,27
Heidelb.Cem.
0,6
58,22
Henkel Vz.
1,22
90,45
Infineon NA
0,12
8,51
K+S NA
0,25
23,74
Lanxess
0,5
38,39
Linde
3
151,75
Lufthansa
0,45
14,12
Merck
0,95
79,49
Münch. Rück°
7,25 164,40
RWE St.°
1
28,08
SAP SE°
1
57,09
Siemens NA°
3
93,81
ThyssenKrupp
21,00
VW Vz.°
4,06 186,45
Nach langem Hin und Her der Kurse haben
sich Anleger am deutschen Aktienmarkt
am Donnerstag schließlich für Käufe entschieden. Der DAX legte am Nachmittag zu
und schloss 0,6 Prozent höher bei 9.863
Punkten. Auslöser der Aktienkäufe waren
erfreuliche Nachrichten von der US-Konjunktur. Die Umsätze im Einzelhandel sind
im November um 0,5 Prozent gestiegen
und haben damit die Erwartungen recht
deutlich übertroffen. Volkswirte hatten
lediglich mit einem bescheidenen Plus von
0,1 Prozent gerechnet. Damit konnte der
DAX erstmals in dieser Woche nennenswert zulegen. „Die Konsumtätigkeit ist
sehr robust“, sagte Ulrich Wortberg von
der Helaba zum US-Einzelhandel. Zugleich
seien die Importpreise wegen des stark
gefallenen Ölpreises im November weiter
gesunken. Dies nehme den Spekulationen
auf steigenden Zinsen in den USA etwas
die Spitze. Auch dies dürfte für Aktienkäufe gesorgt haben.
Dow Jones
Angegeben sind Schlusskurse in Euro, Börsenplatz
Frankfurt (soweit nicht anders angegeben). Der Kurs
bezieht sich auf Stückaktien. ° = Euro Stoxx 50 Wert,
St = Stammaktie, Vz. = Vorzugsaktie, NA = Namensaktie.
Nikkei-Index = © Nihon Keizai Shimbun, Inc. ** = Kurse der
Sparkasse Chemnitz (Zinsen geben nur ungefähre Hinweise
auf die Marktlage). Gold (1 kg) und Kurse für Reisende sind
Schalterkurse der Deutschen Bank. Tops/Flops beziehen sich
auf den HDax (Dax30, MDax und TecDax). 1€ = 1,95583 DM
Alle Angaben ohne Gewähr.
Quelle vwd group
10.12.
57,84
136,70
72,17
115,65
70,06
89,79
11,65
170,90
68,04
25,34
58,47
26,26
12,92
14,77
59,58
43,09
57,92
89,23
8,51
23,53
38,11
152,05
14,04
79,19
162,80
28,49
55,80
93,11
21,13
182,85
A. Springer SE
Aareal Bank
Airbus Group°
Aurubis
Bauer
Bechtle
Bilfinger
Brenntag NA
Carl Zeiss Med.
Celesio NA
CEWE KGaA
comdirect bank
CompuGroup
DMG Mori Seiki
Drägerwerk Vz.
Dt. Annington
Dt. EuroShop
Dt. Postbk. NA
Dürr
Evonik
Facebook
Fielmann
Fraport
G. Weber Int.
GAGFAH
GEA Group
Gerresheimer
GfK SE
GK Software
Hann. Rück.NA
Heidelb. Druck.
HOCHTIEF
Hornbach Vz.
Hugo Boss NA
Indus Hold.
Intershop
Jenoptik
Jungheinrich
Kabel Deutschl.
Kion Group
Koenig & Bauer
Krones
Dividende
1,8
0,75
0,75
1,1
1,1
3
0,87
0,45
0,3
1,5
0,36
0,35
0,5
0,83
0,7
1,25
1,66
1,45
1
1,45
1,25
0,75
0,6
0,7
0,65
0,25
3
1,5
0,8
3,34
1,1
0,2
0,86
0,35
2
11.12. 10.12.
48,26
47,15
34,30
33,98
41,42 43,56
43,86
43,16
13,62
13,72
61,37 62,08
43,52
41,97
44,78
43,97
20,52 20,59
25,93
26,16
49,74 50,30
8,20
8,17
19,96 20,03
21,19
21,13
82,71
82,05
26,80 26,80
35,82
35,68
37,02
37,16
71,90 72,40
26,86
26,75
63,39
61,92
55,60 55,00
48,64 48,85
31,18
31,60
18,08
17,99
36,71
35,73
44,20 43,56
32,62
33,27
33,62
33,75
74,53
73,10
2,03
2,03
57,44 58,00
70,40
71,00
103,49 104,37
39,29
39,61
1,06
1,07
9,37
9,23
52,53
51,45
111,47 111,54
30,62 30,54
9,80
9,83
79,15 78,20
KUKA
Leoni
Logwin
MAN SE St.
Medisana
Metro St.
MLP
MTU Aero
Nemetschek
Norma Group
Osram Licht
Porsche SE Vz.
ProS.Sat.1
Puma SE
QIAGEN
Rational
Rheinmetall
Rhön-Klinikum
Roth & Rau
RTL Group
RWE Vz.
Sachsenmilch
Salzgitter
Schneider El.°
SGL Carbon SE
Sixt SE St.
SolarWorld
STADA vNA
Südzucker
Symrise
Talanx
Telef. Dtschl.
TUI NA
Twitter
Utd. Internet NA
Vossloh
VTG
VW St.
Wacker Chemie
WINCOR NIXD.
Xing NA
Zalando
0,3
1
3,07
0,16
1,35
1,3
0,7
2,01
1,47
0,5
6
0,4
0,25
4,5
1
0,11
0,2
1,45
1
0,66
0,5
0,7
1,2
0,37
0,15
0,4
0,5
0,42
4
0,5
1,48
4,2
55,60
47,95
1,20
92,00
2,50
24,63
3,76
67,94
79,51
37,42
31,42
68,20
33,75
168,69
18,80
250,03
33,94
23,40
5,01
79,93
20,53
4170
23,26
60,98
13,55
32,74
12,44
26,23
12,26
50,10
25,06
4,23
13,96
29,50
36,73
49,98
18,78
182,50
91,75
39,00
90,90
24,58
55,50
48,00
1,22
91,65
2,44
24,57
3,80
69,50
80,23
37,31
32,00
68,00
33,50
171,22
18,65
254,69
34,87
23,36
5,00
77,96
21,00
4170
23,92
62,25
13,52
33,13
12,41
26,50
12,31
50,50
24,87
4,19
13,67
29,51
35,60
49,73
17,96
179,90
92,05
39,50
88,21
24,02
Metalle und Rohstoffe
in Euro
11.12.
10.12.
Gold, 1-kg-Barren
31925,00 32255,00
Silber 1 kg Barren
477,00
480,00
Platin (Heraeus) je g
34,16
34,59
Gold-Lnd., $ Feinunze
1219,50
1228,25
Rohöl, brent $/barrel
64,95
64,15
Min. - Max. Max-Vtg.
El.-Kupfer (DEL)
529,30-531,65 535,80
Investments
Zinsen
3,0
Realzins
11.12.2014 -0,22
Inflationsrate
Oktober 2014
2,0
0,80%
1,0
Umlaufrendite
11.12.2014 0,58
0,0
J F M A M J J A S O N D
Realzins=Umlaufrendite-Inflationsrate
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2014
Marktdaten
M-Dax
Tec-Dax
Euro Stoxx 50
FTSE 100
Dow Jones *
Nasdaq *
S & P 500 *
Nikkei
Hang Seng
1 Euro in Dollar
1 Euro in Yen
1 Euro in brit. Pfund
1 Euro in Schw. Fr.
Umlaufrendite
Bund-Future
Rentenindex (REX)
11.12. Änd. %
16.656,46
+0,07
1.351,59
+0,25
3.159,11
+0,26
6.461,70
-0,59
17.696,34
+0,93
4.740,43
+1,20
2.047,31
+1,04
17.257,40
-0,89
23.308,03
-0,93
1,2428
+0,29
147,2000
-0,09
0,7927
+0,37
1,2012
-0,10
0,58
0
154,12
-0,04
139,10
+0,38
* Stand 20.05 Uhr ME(S)Z
Zinsen und Renditen
Basiszins n. § 247 (BGB)
-0,73
Hauptrefi. (ab 10.09.14)
0,05
US-Leitzins Fed Funds Rate
0,25
CA-Leitzins Overnight Rate
1,00
GB-Leitzins Repo Satz
0,50
JP-Leitzins Diskontsatz
0,10
HK-Leitzins Prime Rate
0,50
Rentenindex (REX)
139,10
Tagesgeld unter Banken
-0,10-0,04
Festgeld (1 Mon./ab 5TEuro)**
0,01
Festgeld (3 Mon./ab 5TEuro)**
0,01
Sparkass.Buch (3.M.Kündig.)**
0,05
Ratenkred. (3J./bis 10TEUR)eff.**
3,82
Hypothek, Zins 10J. fest eff.**
1,49
Hypothek, Zins 5J. fest eff.**
0,79
KVG - Fondsname
Ausg. Rückn.
Aberd. A.M. DEGI EUROPA*
13,76
13,10
AGI GmbH Adifonds A
100,54
95,75
AGI GmbH Adirenta A
16,20
15,73
AGI GmbH Adiverba A
125,81
119,82
AGI GmbH Biotechnologie A 148,34
141,28
AGI GmbH Bondspezial A EUR 48,91
47,49
AGI GmbH Concentra AE
96,98
92,36
AGI GmbH Eur Renten AE
65,58
63,98
AGI GmbH Eur Renten K AE
44,85
43,97
AGI GmbH Euroaktien A
51,18
48,74
AGI GmbH EuropaVision A
26,93
25,65
AGI GmbH Europazins AE
57,34
55,67
AGI GmbH Fondak A
143,09
136,28
AGI GmbH Fondirent
45,58
44,25
AGI GmbH Fondis
63,22
60,21
AGI GmbH Fondra
109,47 105,26
AGI GmbH Fonds Japan A
43,64
41,56
AGI GmbH Industria AE
99,18
94,46
AGI GmbH Interglobal A
229,04
218,13
AGI GmbH InternRent A EUR 44,38
43,09
AGI GmbH Kapital+ AE
62,38
60,56
AGI GmbH Neb. Deutschl.A
228,18
217,31
AGI GmbH Plusfonds
123,39
117,51
AGI GmbH Rentenfonds AE
90,75
88,54
AGI GmbH SGB GELDMARKT
75,26
74,89
AGI GmbH Thesaurus AT
766,98 730,46
AGI GmbH Verm. Deutschl. A 156,85
149,38
AGI GmbH Vermög. Europa A 44,54
42,42
AGI GmbH Wachstum Europa A 99,37
94,64
AGI GmbHLux Allianz Euro B.FE 69,21
67,19
Carmignac Investissement A* 1087,24 1087,24
DeAWM Basler-Aktienf DWS
59,78
57,09
DeAWM DWS Akkumula
819,38 780,35
DeAWM DWS Akt.Strat.D
281,79 268,36
DeAWM DWS EUR Bds(L)
1734,08 1683,57
DeAWM DWS EUR Reserve
136,18
134,82
DeAWM DWS Eurol Strat R
35,74
34,86
DeAWM DWS Europ. Opp
242,81
231,24
DeAWM DWS Eurorenta
57,59
55,90
DeAWM DWS Eurovesta
111,47
106,16
DeAWM DWS G M&M Typ O
54,47
54,47
DeAWM DWS Inter-Renta LD
14,91
14,47
DeAWM DWS Investa
146,75
139,75
DeAWM Dws TelemediaTyp O 125,66
125,66
DeAWM DWS Top Div. LD
107,70 102,56
DeAWM Dws Top Europe
126,22
121,36
DeAWM Dws Top World
80,04
76,95
DeAWM DWS Vermbf.I LD
121,11
115,34
DeAWM DWSI GE LD
150,62 143,09
DeAWM grundb. europa RC
43,78
41,69
Deka Deut. AriDeka
65,26
62,00
Deka Deut. Deka MegaTrends CF 57,20
55,13
Deka Deut. DekaFonds
94,78
90,04
Deka Deut. DekaRent-Internat. 19,39
18,83
Deka Deut. DekaSpezial
291,32
276,76
Deka Deut. DekaTresor
87,92
85,78
Deka Deut. RenditDeka
24,23
23,52
Deka Deut. TeleMedien TF
62,11
62,11
Deka Immob Europa
48,62
46,19
Deka Lux Europa TF
55,96
55,96
Deka Lux-Japan CF
552,58
524,97
DJE Invest Absolut PA
265,78
253,12
DJE Invest Alpha Glob PA
197,61
190,01
DJE Invest Div&Sub P
323,93 308,50
DJE Invest DJEDiv&Sub XP
201,97
201,97
DJE Invest Renten Glob PA
154,88
151,84
Fidelity European Growth*
13,25
12,59
Frank.Temp. TEM Gr.(Eur) Aa* 15,51
14,70
HANSAINVEST HANSAinternat. A20,13
19,45
iii INTER ImmoProfil
52,91
50,39
Pioneer EuroBond Medium
54,04
52,47
Pioneer PI German Equity
179,47
170,92
Robeco N.V. A
31,04
SEB Invest ImmoInvest
35,19
33,43
Union UniDyn.Europa A*
71,93
69,16
Union UniEuroAktien*
58,96
56,15
Union UniEuropa*
1725,45 1643,29
Union UniEuroRenta*
69,50
67,48
Union UniFonds*
47,47
45,21
Union UniGar: Deut.2019 II*
106,98
Union UniGlobal*
170,03
161,93
Union UniKapital*
114,41
112,17
Union UniRak*
108,09 104,94
Union UniRenta*
20,03
19,45
Union VR Sachsen Glbl Un*
48,54
47,59
UniRealEst UniImmo:Dt.*
95,68
91,12
* Fondspreise etc. vom Vortag oder letzt verfügbar, kursiv wenn nicht in Euro
Kurse für Reisende
Land
1 Euro in brit. Pfund
1 Euro in Dollar
1 Euro in Schw. Fr.
Dänische Kronen
Kanadische Dollar
Norwegische Kronen
Polnische Zloty
Schwedische Kronen
Tschechische Kronen
Türkische Lira
Ungarische Forint
Ankauf Verkauf
0,754
0,826
1,177
1,308
1,162
1,244
7,096
7,846
1,355
1,515
8,623
9,623
3,726
5,010
8,894 10,044
23,911
30,311
2,661
2,961
255,340 385,340
WIRTSCHAFT
Freitag, 12. Dezember 2014
Freie Presse
Teilsieg für Telekom-Kleinanleger
im Streit um Börsengang
NACHRICHTEN
INSOLVENZ
Neue Hoffnung für
Fahrradbauer Mifa
MAGDEBURG — Ein Unternehmer aus
Sachsen-Anhalt wird laut Wirtschaftsminister Hartmut Möllring
(CDU) den insolventen Fahrradbauer Mifa in Sangerhausen übernehmen und alle 600 Arbeitsplätze erhalten. Der Investor stecke eigenes
Geld in das Unternehmen. Die Landesregierung habe aber gegenüber
der landeseigenen Investitionsbank
eine Garantie übernommen, damit
der Investor einen Betriebsmittelkredit erhalte, so der Minister. Mifa
hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem der geplante
Einstieg indischer Investoren geplatzt war. Der Umsatz lag zuletzt
bei mehr als 100 Millionen Euro im
Jahr, als Umsatztreiber galt der
Boom bei Elektrofahrrädern. (dpa)
klagen von ähnlicher Tragweite
wurde in Deutschland 2005 sogar eigens ein Gesetz geschaffen, das Massenklagen von Kleinaktionären ermöglicht. „Ein Fehler reicht, um den
ganzen Prospekt zu kippen“, sagte
die Klägeranwältin Petra Dietenmaier von der Kanzlei Tilp, die den
schwäbischen Musterkläger betreut. „Das ist kein Etappensieg, sondern ein Riesenerfolg.“ Der Telekom
werde der Beweis sehr schwerfallen,
dass der vom BGH aufgezeigte Fehler weder vorsätzlich noch fahrlässig geschehen sei.
Aktien der Deutschen Telekom sind unter falschen
Voraussetzungen verkauft
worden. Der Börsenprospekt enthielt einen Fehler,
stellt der Bundesgerichtshof fest. Die Getäuschten
hoffen nun auf Millionen.
VON CHRISTIAN EBNER
FRANKFURT — Rund 17.000 Anleger,
die im dritten Börsengang der Telekom-Aktie Geld verloren haben,
dürfen wieder hoffen: Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte in dem
Prospekt zu der Aktie grundlegende
Fehler fest, wie es in einem gestern
veröffentlichten Beschluss heißt.
Der Prospekt zum sogenannten dritten Telekom-Börsengang im Juni
2000 sei „objektiv falsch“. Ob die Telekom tatsächlich bis zu 80 Millionen Euro Schadensersatz leisten
muss, ist aber noch Gegenstand einer erneuten Verhandlung bei der
Vorinstanz, dem Oberlandesgericht
Frankfurt.
Dem Urteil zufolge hatte die Telekom in dem Verkaufsprospekt aus
dem Jahr 2000 verschleiert, dass Aktien des US-Telekommunikationsunternehmens Sprint nicht verkauft, sondern nur konzernintern
übertragen worden waren. Entgegen seiner Darstellung habe der
Konzern deshalb weiterhin das volle
Risiko eines Kursverlustes der
Sprint-Aktien in Höhe von 6,6 Milliarden Euro getragen. Selbst ein bi-
PROGNOSE
Ifo-Institut erwartet
stärkeres Wachstum
MÜNCHEN — Die deutsche Wirtschaft
wird nach Ansicht des Münchner
Ifo-Instituts im kommenden Jahr
deutlich Fahrt aufnehmen. Die Forscher haben ihre Wachstumsprognose für 2015 von zuletzt 1,2 auf 1,5
Prozent erhöht. „Die fallenden Ölpreise und der Kursverfall des Euro
haben mitgeholfen, die Schockstarre nach dem Ausbruch der UkraineKrise zu überwinden“, sagt Ifo-Chef
Hans-Werner Sinn. Getragen werde
der Aufschwung vor allem vom privaten Konsum. Die Unternehmen
schauten nun wieder etwas gelassener in die Zukunft. Mit der neuen
Prognose ist das Institut etwas optimistischer als der Sachverständigenrat der Bundesregierung, der nur mit
1,0 Prozent rechnet. (dpa)
Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Ex-Telekom-Chef Ron Sommer steht im SomFOTO: OLIVER STRATMANN/DPA/ARCHIV
mer 2000 vor der Frankfurter Börse.
lanzkundiger Anleger habe dieses
Verlustrisiko in dem Prospekt zum
dritten Börsengang nicht erkennen
können, heißt es in dem Beschluss.
Werbung für „Volksaktie“
Beim dritten Börsengang im Sommer 2000 waren die mehrfach überzeichneten Aktien zu einem Kurs
von 63,50 Euro vor allem an Privatanleger ausgegeben worden. Danach stürzte der Kurs auch wegen
der viel zu teuren Übernahme des
US-Mobilfunkers Voicestream ab
und erreichte nie wieder sein altes
Niveau – er liegt heute bei rund 13
Euro. Besonders gegenüber privaten
Kleinanlegern aber war die Aktie
mit Schauspieler Manfred Krug als
Sympathie-Träger als sichere Geldanlage beworben worden - als eine
Art Volksaktie.
Die Entscheidung gilt als wichtige Zwischenetappe auf dem Weg zu
einem endgültigen Urteil. Für den
Prozess und mit Blick auf Anleger-
Telekom: Kein Schadenersatz
Die Telekom sieht aber auch nach
Feststellung des Prospektfehlers keine Pflicht zum Schadenersatz. „Wir
bedauern, dass der BGH einen Prospektfehler festgestellt hat“, betonte
der Konzern in Bonn. Doch habe das
Gericht in seiner Entscheidung ausdrücklich offen gelassen, ob daraus
eine Schadenersatzpflicht resultiere. „Die Deutsche Telekom ist zuversichtlich, dass die Gerichte im Ergebnis feststellen werden, dass eine
Schadenersatzpflicht des Unternehmens nicht besteht.“
Darüber muss nun erneut das
Oberlandesgericht Frankfurt entscheiden, beschloss der BGH. Das
OLG soll klären, ob die Telekom ein
Verschulden an dem Prospektfehler
trifft und inwieweit die fehlerhaften
Angaben die Entscheidungen der
Anleger beeinflusst haben. In den
USA hatte die Telekom bereits im
Jahr 2005 Aktionären in einem Vergleich 120 Millionen US-Dollar gezahlt, um einer Sammelklage nach
US-Recht in der selben Sache zu entgehen. (dpa mit afp)
7
500.000 Autos
müssen in die
Werkstatt
Nissan, Mitsubishi und
Honda weiten Rückruf aus
TOKIO — Drei führende japanische
Autohersteller haben den Massenrückruf von Fahrzeugen wegen der
defekten Airbags des Zulieferers Takata ausgeweitet. Honda, Nissan
und Mitsubishi beorderten gestern
vorsorglich mehr als eine halbe Million Autos weltweit in die Werkstätten zurück. Sie folgten damit dem
Branchenprimus Toyota, der vergangene Woche angekündigt hatte,
Airbags bei weiteren 185.000 Fahrzeugen vorsichtshalber auszutauschen.
Insgesamt sind damit seit dem
Jahr 2008 rund 20 Millionen Fahrzeuge mit Takata-Airbags von der
Rückruf-Aktion betroffen, darunter
auch Autos von Herstellern außerhalb Japans wie BMW und Ford. Die
Airbags können wegen mangelhafter Verarbeitung platzen – dabei
kommt es zu einer Explosion, die
Teile der Metallverkleidung sprengt
und durch den Fahrzeugraum
schleudert. Anwälte gehen von fünf
Todesopfern in Amerika und einem
in Malaysia aus. Laut eines TakataSprechers stammen die defekten
Airbags aus Werken in den USA und
Mexiko.
Takata stellt weltweit jeden fünften Airbag her. Der Autohersteller
Honda ist seit mehr als 50 Jahren
Kunde bei Takata und am stärksten
betroffen. Etwa 13,4 der 20 Millionen zurückgerufenen Fahrzeuge
sind Autos des Konzerns. Eine Sprecherin sagte, der Autobauer müsse
weitere Mittel zur Seite legen, um
die Kosten des jüngsten Rückrufs zu
decken. Eine genaue Summe wollte
sie nicht nennen. (reu mit dpa)
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3575605-10-1
8 Freie Presse
MALEDIVEN
Trinkwasseranlage
weiterhin defekt
MALÉ — Die einzige Entsalzungsanlage auf der Hauptinsel der Malediven
ist auch eine Woche nach einem
Brand noch nicht repariert. „Die fehlenden Schalttafeln kamen erst heute aus Singapur an“, sagte der Bürgermeister der Hauptstadt Malé, Mohamed Shihab, gestern. Allerdings sei
die große Krise der ersten Tage überwunden. Die Anlage arbeite nun
teilweise, so dass in den meisten
Häusern zweimal am Tag für ein
paar Stunden Wasser aus den Leitungen komme. Auf der Hauptinsel
der Malediven leben etwa 130.000
Menschen. Für alle gibt es nur eine
einzige Entsalzungsanlage; Quellwasser oder Brunnenwasser gibt es
nicht. Nach dem Brand hatten die
Nachbarländer Indien, Bangladesch
und Sri Lanka, aber auch China
Flugzeuge und Schiffe mit Wasserflaschen und Entsalzungspumpen
geschickt. (dpa)
VERBRECHEN
41 Morde
„aus Spaß“ begangen
RIO DEN JANEIRO — Ein Brasilianer
hat gestanden, insgesamt 41 Menschen „aus Spaß“ ermordet zu haben. „Er wollte Frauen töten - weiße
Frauen, keine schwarzen“, sagte der
Polizeichef von Nova Iguacu, einem
Vorort von Rio de Janeiro, am Donnerstag. Die Polizei erklärte, sie gleiche derzeit Gracas‘ Aussagen mit
früheren Ermittlungen ab. Bisher
stimmten die Angaben des mutmaßlichen Täters mit den Erkenntnissen der Polizei überein. (afp)
EBOLA-IMP FSTOFF
Test zeigt
Nebenwirkungen
GENF — Die Erprobung eines EbolaImpfstoffs an 59 Freiwilligen in der
Schweiz ist für einige Wochen unterbrochen worden, nachdem vier
Probanden über leichte Gelenkschmerzen klagten. Die Versuche
mit dem experimentellen Serum
„VSV-ZEBOV“ sollten im Januar erneut aufgenommen werden, teilte
das Universitätsklinikum Genf gestern mit. Allen an dem Test Beteiligten gehe es gut. Die Nebenwirkungen der Impfung seien mit örtlich
begrenzten Entzündungen vergleichbar, wie sie auch bei anderen
Immunisierungen gegen Viren auftreten. (dpa)
„EHEHÖLLE“
Mildes Urteil
nach Todschlag
MEMMINGEN — Den Ehering hat er bis
heute nicht abgelegt. „Ich liebe sie
immer noch“, sagt der Angeklagte in
seinem Schlusswort unter Tränen.
Nach 46 Jahren Ehe hat er seine Frau
zu Tode gewürgt. Dafür wurde er
gestern zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Memmingen
wertet die Tat als einen minderschweren Fall von Totschlag. Die
Vorsitzende Richterin spricht in der
Urteilsbegründung von einer „Ehehölle“ und einem „langen, schlimmen Eheleben“: „In der Tatnacht ist
der Druckkessel explodiert, in dem
die jahrzehntelangen Demütigungen und Qualen eingesperrt waren.“ (dpa)
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
Keno
Ziehung vom 11. Dezember: 1, 9, 11, 13,
15, 19, 21, 23, 24, 25, 26, 29, 32, 33, 36,
39, 40, 44, 51, 57
Zusatzlotterie Plus 5: 80072
Hohe Hürden
für die private
Überwachung
Datenschutz ist im Zeitalter der Rundumüberwachung für viele ein hohes
Gut. Das müssen auch
Privatleute beachten –
sonst können sie bei Streit
den Kürzeren ziehen.
VON VERENA SCHMITT-ROSCHMANN
LUXEMBURG — Das „schwarze Auge“
wacht am Bahnhof und im Supermarkt, an der Tankstelle und im
Parkhaus: Bis zu einer Million Überwachungskameras soll es nach
Schätzung von Experten inzwischen in Deutschland geben. Immer
häufiger nutzen auch private Hausbesitzer Videoüberwachung, um
Kriminelle abzuschrecken oder
dingfest zu machen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat ihnen
jetzt aufgetragen, sich dabei sehr genau mit dem Datenschutz auseinanderzusetzen.
Denn oft beißt sich das persönliche Schutzbedürfnis mit den Rechten der Gefilmten. Nötig ist eine im
Einzelfall durchaus knifflige Abwägung. Und das gilt nach dem Urteil
des EuGH nicht nur für staatliche
Stellen oder Unternehmen, sondern
auch für Privatleute, sobald öffentlicher Raum wie Straße oder Gehweg
gefilmt wird. Im Fall vor dem EuGH
ging es um einen tschechischen
Hausbesitzer, bei dem Unbekannte
mehrfach die Scheiben eingeworfen
hatten. Deshalb überwachte er per
Kamera seinen Eingang, die Straße
Wer sich eine Kamera ans Haus
montiert, sollte deshalb sehr genau
prüfen und auch schriftlich dokumentieren: Gibt es wirklich eine Bedrohung? Was soll gefilmt werden? Welcher Zweck soll genau erreicht werden? Wessen Rechte werden hier beschnitten und habe ich eine gute Begründung dafür? In der Regel muss
zumindest ein Hinweis angebracht
werden, dass irgendwo eine Kamera
Tugces
Bruder redet
über seinen
Schmerz
Familie zeigt sich
dankbar für
das Mitgefühl
davor und den Eingang des Hauses
gegenüber. Tatsächlich bannte er
beim nächsten Angriff Verdächtige
aufs Bild, die mit einer Schleuder eine Scheibe an seinem Einfamilienhaus einwarfen. Die Bilder übergab
er der Polizei.
Mit der Aufklärung der Sachbeschädigung begannen für den Hausbesitzer aber neue Schwierigkeiten.
Einer der Verdächtigen beschwerte
sich wegen Verstößen gegen die EUDatenschutzrichtlinie – und die
tschechischen Datenschützer gaben
ihm recht: Der Hausbesitzer habe
ohne die vorgeschriebene Einwilligung des Betroffenen Daten im öffentlichen Straßenraum erfasst. Gegen den Betreiber der Kamera wurde
ein Bußgeld verhängt. Der Fall landete beim Obersten Verwaltungsgericht in Tschechien, das den EuGH
um Rat fragte: Geht es hier beim
Schutz des Hauses um eine „ausschließlich persönliche oder familiäre Tätigkeit“, bei der die Datenschutzrichtlinie grundsätzlich außen vor bleibt? Nein, sagten die Luxemburger Richter, weil sich die Videoüberwachung „auf den öffentlichen Raum“ erstreckte. Der EuGH
sagt auch: Daten dürfen im Einzelfall schon ohne Einwilligung des Betroffenen erhoben werden, wenn es
ein „berechtigtes Interesse“ gibt oder
wenn das Bitten um Erlaubnis unmöglich oder völlig unverhältnismäßig ist. Für Hausbesitzer nicht gerade übersichtlich. Nach Einschätzung des Bundesdatenschutzbeauftragten bekräftigt die EuGH-Entscheidung aber vor allem die Linie,
die auch im Bundesdatenschutzgesetz festgeschrieben ist. (dpa)
VON MAREN HENNEMUTH
BERLIN — Der Bruder der getöteten
Studentin Tugce hat sich nach dem
Abschied von seiner Schwester erstmals öffentlich zu Wort gemeldet.
„Das ist ein Stück von mir, das mir
einfach weggenommen wurde“, sagte der 25-jährige Dogus Albayrak in
einem Interview mit dem Fernsehmagazin „Stern TV“, das am Mittwochabend ausgestrahlt wurde. Seine Schwester sei immer lebensfroh,
mutig und entschlossen gewesen:
„Tugces positive Energie wird nicht
in Vergessenheit geraten, das wird
immer bleiben.“
Er bedankte sich zugleich für die
große Anteilnahme. „Das hat uns
sehr viel Kraft gegeben.“ Vor allem
durch die Mahnwache an Tugces Todestag – der auch ihr 23. Geburtstag
war – sei der Familie der Abschied
leichter gefallen. „Es war wichtig,
dass wir ihren Geburtstag noch gefeiert haben und dass die Mahnwache stattgefunden hat.“ Tugce war
Mitte November nach der Prügelattacke eines 18-Jährigen vor einem
Schnellrestaurant in Offenbach ins
Koma gefallen, aus dem sie nicht
mehr erwachte. Zuvor soll sie in
dem Lokal zwei Mädchen geholfen
haben, die unter anderem von dem
späteren Schläger übel belästigt
worden sein sollen.
In einer vorgelesenen, sehr persönlichen Botschaft sprachen die Eltern Tugces von einem nicht beschreibbaren Schmerz, das eigene
Kind zu beerdigen. „Gerade in jenen
schweren Stunden waren es die vielen Menschen auf der Straße und anderswo, die uns Kraft gegeben haben“, heißt es in der Botschaft weiter.
„Dieses Mitfühlen und die Anerkennung ihres Mutes und ihrer Zivilcourage haben sie ein Stückchen unsterblich gemacht, sie mit uns weiterleben lassen, in den Gedanken
der Menschen.“ In Erinnerung an
die couragierte Studentin soll in Offenbach eine Brücke nach Tugce benannt werden. (dpa)
läuft. Im Internet gibt es dazu eine
18-Punkte-Checkliste der Datenschutzbeauftragten.
Dass nicht alle Betreiber von Kameras stets alle Regeln im Blick haben,
zeigt eine Untersuchung der Datenschutzbehörde in Niedersachsen von
2009: Damals hieß es, 99 Prozent der
Überwachungskameras verstießen
gegen geltendes Recht. (dpa)
LEUTE HEUTE
Spieler gewinnt
Mann argumentiert mit Spielsucht und bekommt recht
WIEN — Rund
438.000 Euro bekommt ein spielsüchtiger Österreicher zurückerstattet, der nach eigenen Angaben etwa 800.000 Euro an
Automaten verzockt hatte. Der
Mann klagte vor Gericht und bekam
recht, wie sein Anwalt am Donnerstag sagte. Nach der Auffassung des
Richters sei sein Mandant wegen sei-
ner Spielsucht, die dem Kläger auch
durch ein psychiatrisches Gutachten attestiert wurde, geschäftsunfähig. Die zwischen 2006 und 2010
durch Nutzung von Glücksspielautomaten in Wien geschlossenen
Spielverträge seien daher unwirksam. Das Gericht gab dem Mann in
Bezug auf 438.000 Euro recht. (afp)
Die Ausläufer eines Orkans auf dem Nordatlantik haben in Großbritannien, Irland, Island und Nordspanien (im Foto die Küste San Sebastian)
für Stromausfälle, Sachschäden und Verkehrsbehinderungen gesorgt.
Grund ist das Sturmtief Alexandra, das den Ozean zwischen Grönland
und Europa seit einem besonders rasanten Luftdruckabfall Anfang der
Woche aufwühlt. Wetterdienste warnten vor Windgeschwindigkeiten
von bis zu 180 km/h und einzelnen Monsterwellen, die durch Überlagerung bis zu 40 Meter Höhe erreichen können. Für die im Westen und
Norden vorgelagerten Inseln hatte das britische Meteorologische Büro
die Warnstufe Gelb ausgerufen und damit vor einem erhöhten Risiko
von Personen- und Sachschäden gewarnt. Die schottischen FährverbinFOTO: JAVIER ETXEZARRETA/DPA
dungen wurden zeitweise ausgesetzt.
Monaco feiert seine Prinzen-Kinder
Das kleine Fürstentum
Monaco freut sich riesig
über die Geburt der Zwillinge von Fürst Albert II.
und Fürstin Charlène.
Nun wartet die Öffentlichkeit auf den ersten Auftritt
im Rampenlicht.
Gewinnquoten
Alle Angaben ohne Gewähr
Stürmische Zeiten
Überwachung muss begründbar sein
VON SABINE GLAUBITZ
Lotto am Mittwoch
Kl. 1: unbesetzt, Kl. 2: 938.402,50 ¤,
Kl. 3: 13.405,70 ¤, Kl. 4: 3.536,60 ¤,
Kl. 5: 189,60 ¤, Kl. 6: 41,20 ¤, Kl. 7: 19,60
¤, Kl. 8: 9,90 ¤, Kl. 9: 5,00 ¤
Freitag, 12. Dezember 2014
MONACO — Mit Champagner und Ka-
nonenschüssen hat der Fürstenstaat
die Geburt der Zwillinge von Fürst
Albert II. und Fürstin Charlène gefeiert. Die kleine Gabriella und der
kleine Jacques waren am Mittwoch
zur Welt gekommen. Für das Paar ist
Seit der Geburtsnacht der Zwillinge erstahlt das Fürstenhaus in den Landesfarben von Monaco.
FOTO: SEBASTIEN NOGIER/DPA
es der erste gemeinsame Nachwuchs. Nach der Verkündigung der
erfreulichen Nachricht begannen
die Monegassen damit, Häuser und
Gebäude mit den Farben des Fürstentums, rot und weiß, zu beflaggen.
Sie wollen ihre Begeisterung auf
diese Weise bis zu dem Tag kundtun,
an dem sich der 56-jährige Albert
und Charlène (36) mit den Zwillin-
gen vom Balkon ihres Palastes aus
zeigen. Die französische Wochenzeitung „Paris Match“ spekulierte darüber, dass der Termin dafür vermutlich nach dem 17. Dezember liegen
werde.
Die Geburt wurde am Mittwochabend mit 42 Kanonenschüssen von
der früheren Festung Fort Antoine
angekündigt – 21 für jedes Kind. Der
Palast wurde in ein rotes Lichterspiel getaucht und Kirchenglocken
stimmten in ein 15-minütiges Geläut ein. Zuerst erblickte die kleine
Prinzessin Gabriella um 17.04 Uhr
das Licht der Welt, ihr Bruder um
17.06 Uhr. Dennoch ist der kleine
Jacques nach den Regeln der Thronerbe. Der kleine Prinz würde dann
nächster Fürst von Monaco werden.
Damit ändert sich mit den ersten
Kindern des seit Juli 2011 verheirateten Paares die Thronfolge im Herrscherhaus. Bisher wäre der Chefsessel auf dem fürstlichen Felsen auf
die Linie von Alberts Schwester
Prinzessin Caroline von Hannover
(57) und ihrem ältesten Sohn Andrea Casiraghi (30) übergegangen.
Die beiden unehelichen Kinder des
Fürsten werden nach monegassischen Regeln in der Thronfolge
nicht berücksichtigt. (dpa)
FOTO: URSULA DÜREN/DPA
Jutta Speidel (60), Schauspielerin
und Bruno Maccallini (54), italienische Regisseur und Werbestar, haben sich getrennt. Das hat Speidel
der Illustrierten „Bunte“ bestätigt.
„Unsere große Liebe hat sich nach
elf Jahren in eine tiefe Freundschaft
gewandelt. Sie wird in uns bleiben.
Bruno ist ein Teil unserer Familie“,
wird Jutta Speidel zitiert. Dem Bericht nach sind Speidel und der
„Cappuccino-Mann“ schon seit längerer Zeit getrennt, arbeiten aber
noch zusammen. (dpa)
Taylor Swift (24), US-Sängerin, hat
genug von all den Liebes-Gerüchten,
die sie umschwirren. „Taylor bleibt
glücklicher Single“,
sagte ihr Sprecher
dem US-Promiportal „People.com“.
Erst am Montag
hatte Swift auf
Twitter geschrieben: „Als Geschenk
zu meinem 25. Geburtstag wünsche
ich mir von den Medien, dass sie aufhören, alle meine Freunde zu bezichtigen, sie hätten Dates mit mir.“
Am Samstag wird die Erfolgssängerin 25. (dpa)
FOTO: FACUNDO ARRIZABALAGA /DPA
NACHRICHTEN
AUS ALLER WELT
PLAUENER ZEITUNG
Freie Presse
Freitag, 12. Dezember 2014
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
HEIKE MANN
03744 8276-15245
red.auerbach@freiepresse.de
Seite 9
Plauener solidarisch mit ihrem Theater
MOMENT MAL
Verkehrte Welt
Laut Kalender ist am 22. Dezember
Winteranfang. Und bis auf einmal
Glatteis, das für Chaos auf den Straßen sorgte, hat sich der frostige Geselle in unseren Breiten auch noch
nicht richtig blicken lassen. Um so
mehr staunte ich, als ich jetzt in
Schaufenstern von Geschäften große Schilder sah, auf denen für den
„Winterräumungsverkauf“ und
Preisreduzieren von bis zu 70 Prozent geworben wurde. So weit ich
mich erinnere, gab es früher immer
erst im Februar den Winterschlussverkauf. Jetzt beginnt er also schon
Tage vor dem Winteranfang. Da
kann ich nur sagen: Das ist verkehrte Welt. (vim)
Die Debatte um geplante
Kürzungen am Theater
Plauen-Zwickau wird nicht
einfach so ihren Lauf
nehmen. Wie es gestern
Abend im Plauener
Theater hieß, gibt es aus
den Reihen der Stadträte
„ermutigende Signale“.
„Leute, macht das Maul auf!“
Thomas Thiele, Holzgestalter: „Es
geht nicht nur um das Theater. Unsere Altvorderen würden sich im Grab
umdrehen, wenn sie sehen würden,
was aus dieser Stadt geworden ist.
Dass kein Geld da ist, ist einfach eine
Lüge. Ich habe es so satt, dass es immer nur abwärts geht.“
Frank Blenz, Musiker und Journalist: „Wir müssen uns für gar nichts
rechtfertigen. Theater gehört wie
Schule, Feuerwehr und Friedhof zu einer Gemeinde. Wenn es das Theater
nicht mehr gibt, sind wir keine Gemeinde mehr.“
VON UWE SELBMANN
PLAUEN — Klartext ist gestern Abend
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3575688-10-1
NACHRICHTEN
EX-AMTSGERICHT
Campus-Gebäude:
Baustart im Frühjahr
PLAUEN — Der Umbau des derzeit
leerstehenden Amtsgerichtsgebäudes zum Hauptgebäude der Berufsakademie beginnt im Frühjahr. Darüber wurde im Bauausschuss des
Plauener Stadtrates informiert. Die
Arbeiten erfolgen in Regie des Freistaates. Die Stadt treibt parallel die
Neugestaltung des Schlosshangs voran. Ziel ist es, bis zum Sommer das
Verfahren zur Aufhebung des geschützten Landschaftsbestandteils
abgeschlossen zu haben. Anschließend könne mit den Arbeiten begonnen werden. Da das Gros jedoch
erst nach Fällung von Bäumen im
Herbst nächsten Jahres möglich ist,
fällt der Hauptteil ins Jahr 2016. (tb)
DIEBSTAHL
Geldbörse aus
Geschäft gestohlen
PLAUEN — Aus einem Geschäft am
Altmarkt haben Unbekannte die
Geldbörse einer 49-Jährigen gestohlen. Wie die Polizei gestern berichtete, befand sich das Portmonee in einer Aktentasche, die in einen vom
Laden abgegrenzten Bereich stand.
In der Geldbörse waren neben Versicherungs- und Geldkarten auch
rund 20 Euro Bargeld. Vom Konto
der Geschädigten erfolgte kurz darauf eine unberechtigte Abbuchung
in Höhe von 50 Euro. (bju)
VERKEHRSFREIGABE
Kaiserstraße
ab heute wieder frei
PLAUEN — Nach fast zweijähriger
Bauzeit kann ab heute die Kaiserstraße in Plauen wieder durchgängig befahren werden. 11.30 Uhr
soll die offizielle Verkehrsfreigabe
erfolgen. Insgesamt wurden rund
550 Meter Straße erneuert. (bju)
BEUTEZUG
Einbruch
in Friseurgeschäft
PLAUEN — Einbrecher haben sich gestern Morgen in einem Friseurgeschäft am Klostermarkt zu schaffen
gemacht. Sie traten laut Polizei die
Eingangstür des Geschäftes ein und
entwendeten aus dem Büro einen
Tresor mit mehreren hundert Euro
Bargeld. Auch die Ladenkasse wurde
aufgebrochen. (bju)
in einer Diskussionsrunde im Vogtland-Theater Plauen gesprochen
worden – von der Leitung und Beschäftigten des Hauses, von Stadträten, aus Reihen des Publikums
und von einem prominenten Gast.
Mehr als 250 Teilnehmer waren gekommen, um ihren Unmut gegen
Pläne der Oberbürgermeister beider
Städte zu bekunden. Laut einem von
ihnen verhandelten Vertrag sollen
Zuschüsse für die Theaterbühnen ab
2018 drastisch sinken, so dass statt
bisher vier Sparten offenbar nur
zwei – Schauspiel und Puppentheater – übrig bleiben.
Abgeordnete beider Städte spielen da nicht mit. Laut Lutz Kowalzick, CDU-Fraktionsvize im Plauener
Stadtrat, gibt es Signale von SPD und
CDU beider Städte, den Vertragsentwurf von der Tagesordnung zu nehmen. Dass die Stadtoberhäupter das
Papier im Alleingang verhandelt haben, stößt auf Befremden. Die Abgeordneten wollen jetzt das Heft des
Handelns in die Hand nehmen.
Claudia Hänsel, Fraktionschefin der
Linken, schlägt vor, den Vertrag zunächst nur bis 2017 zu verlängern,
um Zeit zu gewinnen.
Stadtrat Steffen Zenner (CDU):
„Der Stadtrat hat sich bisher den geplanten Einschnitten entgegengestellt. Ich hoffe, dass das auch so
bleibt. Kultur ist auch ein Standortfaktor – zum Beispiel für Ärzte, die
wir in Zukunft dringend brauchen.
Auch die Theaterleute selbst befruchten unsere Stadt intellektuell.“
Für Peter Sodann (links) ist’s ganz einfach: „Will diese Stadt ein Theater oder will sie keines?“ Mit ihm gestern Abend
auf dem Podium: Landtagsabgeordnete Juliane Pfeil (SPD), Theater-Betriebsratschef Nicolaus Köhler, Geschäftsführer Volker Arnold, CDU-Fraktionsvize Lutz Kowalzick und Linke-Fraktionschefin Claudia Hänsel.
FOTO: ELLEN LIEBNER
Generalintendant Roland May: „Was
mich wirklich wütend gemacht hat,
ist, wie wir behandelt werden. Bis
heute gibt es kein Schreiben, kein
Gespräch darüber, was man mit dem
Theater will.“ Betriebsratschef Nicolaus Köhler: „Ich hatte ein Gespräch
mit dem Plauener Oberbürgermeister. Damals hat er mir Dialog versprochen. Bis heute hat kein Dialog
stattgefunden.“ Moderator Wilfried
Hub: „Eine Frechheit gegenüber den
Beschäftigten, die auf Teile ihres Gehalts verzichten und gegenüber den
Leuten, die ihr Theater lieben.“ Unter Beifall wurde gefordert, dass sich
die Stadtoberhäupter einer Debatte
stellen sollten.
Der ehemalige „Tatort“-Kommissar
und Theaterintendant Peter Sodann
zitierte den Schriftstellers Federico
Garcia Lorca (1898-1936): „Ein Volk,
das seinem Theater nicht hilft und
es nicht fördert, ist, wenn nicht tot,
so doch todkrank.“ Im Anschluss las
der einstige Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten aus seiner Autobiografie „Keine
halben Sachen“.
Bereits am Mittwochabend hatte
der Verein Kultur - Musik - Kunstszene zu einer Diskussion ins Malzhaus
geladen, der rund 50 Gäste gefolgt
waren. Künstler und Musiker der Region sowie Vertreter der Bürgerplattform und von Parteien erklärten
sich dort solidarisch mit Theaterschaffenden. In deren Namen dankte die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit am Theater, Carolin Eschenbrenner, für die Unterstützung, die
Beschäftigte des Hauses in diesen
Tagen von vielen Seiten erhalten.
Weitere Stimmen aus der Veranstaltung vom Mittwoch nebenstehend.
MIT EINER LICHTERKETTE sollen die Vogtländer heute Abend, 17 Uhr auf dem Theaterplatz in Plauen für den Erhalt des Vier-Sparten-Hauses demonstrieren. Mitglieder des
Opernchors wollen Weihnachtslieder anstimmen und auf das anschließende Adventskonzert einstimmen. Es beginnt 19.30 Uhr auf der
Großen Bühne.
Paul Gruber (17), Vertreter der
Linksjugend Vogtland: „Ich bin für
eine Demonstration für das Theater.
Man sollte wirklich noch für mehr auf
die Straße gehen als gegen Rechts.“
Andreas Zelle, Händler: „Wir Bürger
sind Auftraggeber der Politik. Es wird
Zeit, das mal wieder zu definieren.
Wir müssen uns aber auch an die
eigene Nase fassen: Wie leben wir
denn unsere Stadt und ihre Kultur?“
Dietrich Kelterer, Ex-Kulturamtsleiter: „Plauener, hört auf damit zu
sagen: Da kannste nix machen!“
Andreas Ernstberger, Musiker und
Moderator: „Ich sage das, was man
den Plauenern immer sagen muss:
Leute, macht das Maul auf!“
A N ZE I G E
Verbot für Gartenfeuer?
Städtischer Jurist prüft Vorschlag aus dem Stadtrat
PLAUEN — Könnten die im März und
Oktober in vielen Plauener Kleingärten lodernden Gartenfeuer verboten werden? Diese Frage aus dem
Stadtrat hat jetzt Rathaus-Jurist Stefan Götz in der Debatte um die kostenlose Grüngut-Entsorgung untersucht. Seine Antwort: Ein Verbot ist
nicht möglich, weil das Gesetz ein
prinzipielles Verbot bereits vorsieht.
Nur im Ausnahmefall, etwa in
Hanglagen, darf Grüngut verbrannt
werden. „Kaum jemand erfüllt jedoch die Ausnahmetatbestände,
wenn wir ehrlich sind.“ Kontrollen
müssten durch das Landratsamt vorgenommen werden, erfolgen jedoch
in der Regel kaum. (tb)
Konventgebäude
bekommt Empore
Die Finanzierung für das
Bauvorhaben im nächsten
Jahr ist in trockenen Tüchern. Für rund eine halbe
Million Euro wird gebaut.
VON TINO BEYER
PLAUEN — Das historische Konvent-
gebäude in der Plauener Innenstadt
wird im nächsten Jahr weiter ausgebaut. Geplant ist die Aufwertung des
Nordflügels. Dort soll eine Empore
mit Veranstaltungsraum eingebaut
werden. Zudem bekommt das Haus
zur Johanniskirche hin einen weiteren Eingang. Besonderes Sahnehäubchen: Der Giebel wird verglast.
Rund eine halbe Million Euro kosten die Arbeiten. Bund, Land und
Stadt finanzieren sie gemeinsam.
Der Baustart wird für Juni anvisiert.
Zuletzt klaffte noch eine Lücke
im Finanzplan. Der Freistaat Sachsen springt jedoch ein und trägt insgesamt 280.000 Euro der Gesamt-
kosten, wie CDU-Landtagsabgeordneter Frank Heidan jetzt informierte. Er lobte, wie für das Vorhaben alle
Beteiligten an einem Strang gezogen
hätten. „Das gibt Rückhalt in den
Ministerien. So stelle ich mir das
vor.“ 100.000 Euro kommen vom
Bund, dafür hatte sich Abgeordnete
Yvonne Magwas (CDU) starkgemacht. Den gleichen Betrag stellt die
Stadt zur Verfügung.
Angesichts des weiteren Meilensteins plant Christian Pöllmann
vom Förderverein Komturhof einen
Ausbau des Veranstaltungsangebots. „Wir werden kulturell sehr viel
mehr tun können als bisher. Filigraner, anders, neu“, sagte er. Pöllmann
würdigte, was an der früheren Ruine
in den vergangenen Jahren geschaffen wurde. Die Zeile aus der DDRNationalhymne „Auferstanden aus
Ruinen“ sei erfüllt.
Das Konventsgebäude gehört zu
den bedeutendsten, mit dem Wirken des Deutschen Ordens verbundenen Denkmalkomplexen im Freistaat Sachsen. Es stammt aus dem
13./14. Jahrhundert.
3574900-10-1
10 Freie Presse
PLAUENER ZEITUNG
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110, Feuerwehr und Rettungsdienst 112, Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Plauen Stadt und Landkreis Vogtland:
14 - 7 Uhr, Bereitschaft, 116117, 03741
457222, Sprechstunde: 15 - 18 Uhr,
Bereitschaftspraxis über 116117,
03741 457222
Elsterberg: 13 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, 116117, 0365412176
AUGENARZT
Plauen: 14 - 7 Uhr, Dr. Monika
Schwarzbach, Falkenstein,
03741457222, 01723468939,
0374572700
KINDERARZT
Plauen: 14 - 22 Uhr, Sprechstunde 19 22 Uhr, DM Regina Lange, Hartmanns-
traße 16, 03741132184,
03741457222
ZAHNARZT
Plauen Stadt: 18 - 19 Uhr,
Dr. Ute Zschauer, Heinrichstraße 6,
03741223568
APOTHEKEN
Plauen: 8 - 8 Uhr, Marien-Apotheke,
Neundorfer Straße 18, 03741228222
TIERARZT
Plauen: 16 - 6 Uhr, Großtiere,
TA Gerd Winkler, 017670725343
Plauen: 18 - 22 Uhr, Kleintiere,
Dr. Mario Werrmann, 03741709429
Plauen Umland: 16 - 6 Uhr,
DVM Gerdhold Werner, 03664522259
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland
Dr. Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744212471
WIR GRATULIEREN
Plauen: Helmut Hutschenreuter
79 Jahre. Pausa: Helga Becelewski
75 Jahre, Hans-Georg Fischer 75 Jahre, Hans Kölling 75 Jahre. Mühltroff:
Hildegard Meier 83 Jahre. Langenbach: Monika Göring 70 Jahre. Mittelhöhe: Helmut Metz 75 Jahre. Elster-
berg: Margret Rost 92 Jahre. Mehltheuer: Brunhild Ottiger 71 Jahre.
Syrau: Friedrich Seifert 72 Jahre. Herlasgrün: Eva Lang 76 Jahre. Großzöbern: Irma Winkler 73 Jahre. Mißlareuth: Manfred Schönfeld 85 Jahre.
Allen die besten Wünsche!
Freitag, 12. Dezember 2014
Plauener Weihnachtsmarkt
feiert seinen 300. Geburtstag
Doris Naumann vom
Stadtarchiv hat die Historie des weihnachtlichen
Markttreibens in Plauen
recherchiert. Alles hatte
ganz klein begonnen.
VON PETER ALBRECHT
PLAUEN — Vor 300 Jahren schlug die
Geburtsstunde des Plauener Weihnachtsmarktes. In einem Buch des
Fördervereins vom Vogtlandmuseum mit dem Titel „Von Andreasabend bis Zuckermännle“ kann man
ab Seite 51 die Geschichte der Plauener Advents- und Weihnachtsmärkte nachlesen. Und dort steht auch
die Jahreszahl 1714. Zu verdanken
ist das den Recherchen der Mitarbeiterin des Stadtarchivs, Doris Nau-
Doris Naumann
Mitarbeiterin im
Stadtarchiv Plauen.
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Hofer Landstraße,
Am Glockenberg, Hofer Straße, Jößnitz; Falkenstein, Dorfstädter Straße.
Montag: Plauen, Liebknechtstraße,
Vetterstraße, August-Bebel-Straße;
Möschwitz, Hauptstraße.
Das historische Foto zeigt einen Blick auf den Weihnachtsmarkt in Plauen im Dezember 1927 auf dem Altmarkt. Das
REPRO: PETER ALBRECHT
Bild stammt aus dem Buch „Von Andreasabend bis Zuckermännle“.
FOTO: ELLEN LIEBNER/ARCHIV
mann, die bereits zahlreiche Beiträge für viele Publikationen verfasst
hat. Das Werk ist bereits vor vier Jahren erschienen. Man kann es in der
Regionalabteilung der Stadtbibliothek ausleihen. Aufgrund des Jubiläums ist der Beitrag in diesen Tagen
und Wochen hochaktuell.
Jahrmarkt im Advent
Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz, der 1718 auf der Osterburg
in Weida starb, kam vor 300 Jahren
dem Ersuchen des Rates und der
Bürgerschaft der Stadt Plauen nach
und erteilte „die landesherrliche Erlaubnis, neben den bis dahin üblichen fünf Jahrmärkten einen sechsten am Mittwoch nach dem dritten
Advent abzuhalten“, schreibt die
Historikerin. Es war also nur ein Tag.
Die Feiertage fielen damals auf die
gleichen Wochentage wie in diesem
Jahr. Der Mittwoch nach dem dritten Advent war der 17. Dezember.
Es handelte sich zunächst um einen Adventsmarkt. Er ist erst ab
1729 als „Weynachts-Marckt“ nachweisbar, weiß Naumann. Gekauft
werden konnte bei Tuchmachern,
Schustern, Töpfern, Krämern und
Garköchen. Die waren aber auch auf
den Jahrmärkten immer vertreten.
Bis Mitte des darauffolgenden
19. Jahrhunderts habe die Angebotsvielfalt jedoch zugenommen, und es
kamen auch deutlich mehr Händler,
lässt die Autorin wissen. Es waren zu
diesem Zeitpunkt 400 Händler, zum
Teil von auswärts. Die boten auch
Obst, Posamenten (Schmuckelemente), Glas-, Schnitz- und Drechslerwaren, Pantoffeln, Pfeifen, Spielzeug, Porzellan, Harmonikas und
anderes an, was im täglichen Leben
zu gebrauchen war.
„Meine Bude ist am Weihnachtsmarkte vom Steinweg hinauf die
erste rechte Hand“, zitiert Naumann
aus einer Anzeige des Plauener
Händlers Justin Ritter, der 1843 unter anderem Elisen-Lebkuchen empfohlen hat. Heute übliche Marktware gab es freilich noch nicht, auch
keine erzgebirgische Volkskunst.
Die Plauener Anbieter waren ab
1881 unter sich. Denn in dem Jahr
änderte die Stadt ihre Marktordnung. Auf dem Plauener Christmarkt durften nur noch die Einheimischen verkaufen.
Einst mehr als 200 Händler
Im Vergleich mit heute ist ein weiterer wichtiger Unterschied auszumachen: Die Dauer dieser Veranstaltung. „Ende des 19. Jahrhunderts begann der Christmarkt in der Regel
am 22. Dezember und endete am
Heiligabend gegen 20 bis 22 Uhr“,
schreibt die Archivarin. Anfang des
20. Jahrhunderts, als Plauen sprunghaft gewachsen ist, drängten die
Händler auf eine Verlängerung. Daraufhin hat man einige Tage früher
begonnen. Aber zum Beispiel 1914
öffnete der Markt auch erst am
19. Dezember frühmorgens. Die
höchste Beteiligung zwischen dem
19. Jahrhundert und dem Zweiten
Weltkrieg wurde im Jahr 1924 erreicht – mit 226 Händlern. Heute
sind es meist um die 60 bis 70 Teilnehmer.
DAS BUCH „Von Andreasabend bis Zuckermännle“ wurde vom Verein der Freunde und
Förderer des Vogtlandmuseums Plauen herausgegeben. Erhältlich
ist das Buch zum Preis
von 14,90 Euro im
Plauener Vogtlandmuseum.
A N ZE I G E
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Rittergut zeigt
sich weihnachtlich
„Handgemacht – Selbstgemacht“ ist das Motto des
zweiten Rittergut-Advents,
der morgen in Kauschwitz
stattfindet.
KAUSCHWITZ — Der Auftakt im Ritter-
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3578993-10-1
gut Kauschwitz ist diesmal bereits
um 14 Uhr, wenn morgen das neu
eingerichtete „Advents-Café“ von
den Chorfrauen um Edith Eisenschmidt eröffnet wird. Bei Kaffee
und selbst gebackenem Kuchen
kann man sich auf einen adventlichen Erlebnisnachmittag der Extraklasse einstimmen. Der Raum, in
dem das Café untergebracht ist, wurde durch mehrere Arbeitseinsätze
engagierter Helfer im Herbst hergerichtet und befindet sich im historischen Gesindehaus des Rittergutes
an der Zwoschwitzer Straße. Dabei
sollen es die kleinen, liebenswerten
Details sein, die für Hingucker in
Zeiten von Reizüberflutung sorgen.
So wird Günter Weigert eine historische Blecheisenbahn im Café rollen
lassen und auf einem Lesesofa werden den Kindern Geschichten vorgelesen.
15 Uhr werden sich die Türen
zum Marktgeschehen im großen
Gewölbekeller öffnen. Im ältesten
Gebäude des Ortes werden es vor allem Kauschwitzer sein, die ihre
selbst gemachten adventlichen Waren präsentieren. Honig von Bienen,
die im Sommer durch Kauschwitzer
Flur summten, gibt es ebenso wie
handgefertigte Pralinen. Selbst gebackene Stollen, schokolierte Fruchtspieße und fruchtige Brotaufstriche
aus Obst aus dem eigenen Garten
sind an den Ständen zu haben. Auch
handwerkliche Artikel wie selbst gefertigte Kalender und Kerzen, kreative Holzkunst, Schieferprodukte und
liebevoll selbst genähte Kinderkleidung sind zu haben. Maritta Seybold, Tochter des legendären Vogtlandmalers Siegfried Hauffe, wird
wieder ihre gefragten Bildkunstwerke anbieten. Auch die Jugend ist mit
von der Partie: Emilie und Leni, zwei
Mädchen aus Kauschwitz, haben
Weihnachtsbaumkugeln und Adventsgestecke im Angebot.
Ab 16 Uhr gestaltet der FrauenKirchenchor des Ortes unter musikalischer Leitung von Sebastian
Herda in der Kauschwitzer Kapelle
ein Adventskonzert. Es wird zusätzlich vor die Kirchentüren übertragen. Bis gegen 21 Uhr wird das bunte
Treiben im Rittergut andauern. (red)
Der Rittergutadvent in Kauschwitz
fand im vergangenen Jahr zum ersten Mal statt. FOTO: THOMAS VOIGT/ARCHIV
PLAUENER ZEITUNG
Freitag, 12. Dezember 2014
NACHRICHT
JOHANNISKIRCHE
Ökumenische
Nacht der Lichter
Freie Presse
Folgen der Finanzkrise:
Kulturgeld fließt in Reparaturen
PLAUEN — Eine Ökumenische Nacht
der Lichter mit Gesängen aus Taizé
findet heute, 20 Uhr, in der Plauener
Johanniskirche statt. Das Abendgebet im Schein vieler Kerzen bietet eine Zeit der inneren Ruhe und Besinnung inmitten der hektischen Vorweihnachtszeit. Alle können leicht
in die Gesänge einstimmen. Unterstützt werden diese durch einen
kleinen Taizé-Chor unter Leitung
von Kantorin Annegret Pape. (bju)
Die Kürzungen des
Vogtlandkreises haben
absurde Folgen. So hat der
kreiseigene Kulturbetrieb
keine Investitionsmittel.
VON ULRICH RIEDEL
PLAUEN — Der
KURZ GEMELDET
Einbruch in Blumenladen
PLAUEN — Unbekannte Täter sind in
der Nacht zu Mittwoch gewaltsam
in ein Blumengeschäft an der Neundorfer Straße eingedrungen. Sie hebelten laut Polizei die abgeschlossene Eingangstür auf und hinterließen einen Sachschaden von rund
200 Euro. Gestern war noch unklar,
ob etwas gestohlen wurde. (bju)
Badebetrieb eingeschränkt
PLAUEN — Auf Grund verschiedener
Wettkämpfe ist am Wochenende im
Plauener Stadtbad zeitweise der öffentliche
Badebetrieb
eingeschränkt. Morgen können von 8 bis
18 Uhr die Herrenhalle und sechs
Bahnen im 25-Meter-Becken genutzt werden. Am Sonntag steht
von 10 bis 12.30 Uhr nur die Herrenhalle zur Verfügung. Einschränkungen gibt es auch von 18.30 bis 20
Uhr: Dann können Badegäste die
Herrenhalle und ein 25-Meter-Becken nutzen. (bju)
Schlesier treffen sich
PLAUEN — Mitglieder und Heimat-
freunde der Landsmannschaft
Schlesien aus Plauen und Umgebung treffen sich morgen zur diesjährigen Weihnachtsfeier. Sie findet
ab 14 Uhr in der Gaststätte Reusaer
Eck in Plauen statt. Gäste sind willkommen. (bju)
Kulturbetrieb des
Vogtlandkreises hat im Jahr 2013 rote Zahlen geschrieben. Im Beteiligungsbericht, der den Kreisräten in
ihrer Dezembersitzung vorgelegt
wurde, ist bei einem Gesamtumsatz
von knapp 1,5 Millionen Euro ein
Jahresverlust von 75.000 Euro ausgewiesen. Die in Reichenbach ansässige hundertprozentige Tochtergesellschaft des Vogtlandkreises läuft Gefahr, ihr Eigenkapital „binnen weniger Jahre aufzubrauchen“, wird in
dem Papier gewarnt.
Bericht kommt kurz vor Ultimo
Der Vogtlandkreis ist verpflichtet,
bis zum Ende des folgenden Jahres
einen Beteiligungsbericht zu veröffentlichen, der die Tätigkeit der Eigenbetriebe, Zweckverbände und
Firmen mit Beteiligung des Kreises
darlegt. Der Bericht, den die Kreisbehörde kurz vor Ende der Frist vorgelegt hat, passt ins Bild des finanziell
schwer angeschlagenen Kreises.
Doch während andere Gesellschaften Gewinne erwirtschaften, ist die
Vogtland Kultur GmbH als Betreiber
von sieben musealen Einrichtungen
und Veranstaltungshäusern von
vornherein ein Zuschussbetrieb.
Neuberinhaus Reichenbach, Göltzschtalgalerie Auerbach, Kapelle
Neuensalz, Freilichtmuseum Landwüst, die in Rodewisch stationierte
Kreis- und Fahrbibliothek – all das
kostet mehr Geld, als es einspielt.
Neben eigenen Einnahmen der
Kultur GmbH fließen Gewinne der
Betreibergesellschaft des Einkaufs-
Das Neuberinhaus Reichenbach ist Bestandteil und Sitz der Vogtland Kultur GmbH. Der technische Leiter Ronald
Böhm misst die Tür aus, die keine Fluchttür ist und erneuert werden müsste. Aber: Das Geld fehlt.
FOTO: FRANKO MARTIN
zentrums Plauen-Park Kauschwitz
in die Kasse. Für 2013 waren das immerhin 121.000 Euro.
Doch der alljährlich aus dem
Kreishaushalt zur Erfüllung der kulturellen Aufgaben fließende Zuschuss wurde zusammengestrichen.
Für 2014 waren 114.000 Euro geplant – im Sommer wurden sie um
40.000 gekürzt. Bereits 2013 lief es
ähnlich: Der Kreis reduzierte den
Zuschuss um 39.000 Euro.
Noch dramatischer als beim Betriebszuschuss schlägt die Streichung der Investitionsmittel für die
Kultur GmbH durch. Die seien innerhalb weniger Jahre „von 300.000
Euro auf nahezu null“ reduziert
worden. Die Folge: Die Tochterfirma
des Kreises musste für Kultur vorgesehenes Geld „zur Bewältigung von
Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten einsetzen“. Ohne diesen
zweckentfremdeten Einsatz der Mittel wären „geplante Veranstaltungen gefährdet gewesen“, schildert
der Bericht die Situation.
„Haustarif im Landratsamt“
Doch wie soll es weitergehen? Jens
Pfretzschner, Geschäftsführer der
Vogtland Kultur GmbH, rechnet mit
einem guten Ergebnis für 2014. Der
bereits von 2012 auf 2013 um 3400
auf 224.945 Besucher gestiegene
Wert werde voraussichtlich in die-
sem Jahr erneut übertroffen. Damit
ließe sich, trotz der abermaligen
Kürzung des Kreis-Zuschusses, ein
Teil des Defizits aus 2013 ausgleichen. In seinem Bericht hat Pfretzschner seine Vorstellungen so formuliert: „Mit etwas mehr politischem Mut und Strukturentscheidungen könnten viele Synergien in
Kultur, Bildung und Tourismus genutzt werden.“
Auch zur Überwindung der Finanzkrise des Kreises hat er eine
Idee: „Zwei bis drei Jahre Haustarif
im Landratsamt, wie in Theater,
Vogtland Philharmonie und Kultur
GmbH seit Jahren praktiziert – das
würde reichen.“
11
Klassenraum
erhält
Teppichboden
Halbmondwerke helfen
Kind in Lindgren-Schule
PLAUEN — Mit Teppichboden ausgelegte Klassenzimmer sind eine Besonderheit. Ein Klassenraum in der
Astrid-Lindgren-Grundschule hat
jetzt diesen für Schulen besonderen
Bodenbelag bekommen. Grund: Ein
Kind in der Förderklasse für LeseRechtschreibschwäche leidet unter
einer auditiven Verarbeitungs- und
Wahrnehmungsstörung (AVWS).
Das ist eine Störung, bei der Hörverarbeitung und selbst sehr leise Geräusche ein betroffenes Kind aus
dem Konzept bringen. Die Konzentration ist dadurch sehr oft unterbrochen und das Kind kann dem Unterricht kaum mehr folgen. Besonders
die Trittgeräusche durch den Lehrer
oder Mitschüler sind da sehr störend. Ein Teppich ist die einfachste
Lösung, das Problem zu beheben.
Aus diesem Grund kontaktierte
Susann Truppel, Mutter des betroffenen Grundschülers, die Halbmond-Teppichwerke in Oelsnitz
und bekam dort schnell eine positive Antwort. Der benötigte Teppichboden wurde als Spende zur Verfügung gestellt. „Das ist natürlich toll,
dass man dort so unkompliziert helfen konnte“, freut sich Truppel über
den Teppich für den Klassenraum
ihres Sohnes. Der Schulhausmeister,
Gerd Minke, hatte die Herbstferien
genutzt, um den Teppich zu verlegen. Dazu musste das Klassenzimmer aus und danach wieder eingeräumt werden.
Für Susann Truppels Sohn bedeutet der Teppich ein viel besseres
Lernen, da er nun nicht mehr so sehr
von konkurrierenden Geräuschen
im Klassenzimmer abgelenkt wird.
Und der Teppichhersteller aus dem
benachbarten Oelsnitz freut sich natürlich auch, dass er helfen konnte.
Wie es auf Anfrage aus der Unternehmensleitung hieß, reagiere man
auf entsprechende Anliegen individuell und unbürokratisch. (smic)
A N ZE I G E
Schildstraße im neuen Glanz
Auflösung Fotorätsel 974:
Die gesuchte Straße trägt
zu Ehren des Fabrikanten
Johann Friedrich Schild
seinen Namen.
VON KLAUS TANNEBERGER
PLAUEN — Von
mehreren Rätselfreunden wurde die Leißnerstraße
als Lösung genannt, auch die Eugen-Fritsch-Straße kam in Betracht.
Keine von beiden war’s, sondern die
Schildstraße, die sich von der Schillerstraße bis zur Martin-Luther-Straße zieht. Was ist an diesem Herrn
Schild so bedeutsam, dass man ihm
in Plauen eine Straße gewidmet hat?
Ein geborener Plauener war er
nicht, er kam in Zeitz zur Welt, aber
in Plauen gründete Johann Friedrich
Schild im Jahre 1701 die erste Manufaktur. Man bezeichnet dieses Datum als das Geburtsjahr industriemäßiger Textilherstellung. „Am
Mühlberg/Ecke Rosengäßchen ließ
Schild eine Fabrik bauen. Er gewann
Arbeitskräfte vom Lande, meist aus
Meßbach, Thiergarten und Weischlitz, die er im Spinnen der Baumwolle unterrichtete. Plauener Bürgerstöchter bildete er zu Wirkerinnen
aus, die ‚Weiber-Halstücher’ mit farbigen Streifen und Rändern zu verzieren hatten“, vermerkt das Straßen-Namenbuch der Stadt Plauen,
Museumsheft 36.
Gudrun Eigenwillig teilte mit,
dass sie sich noch in der Schildstraße, in der ihre Großmutter im Haus
44 wohnte, an die Wäschemangel,
den Schuster, den HO-Laden, den Bäcker, Glaser, das Schreibwarengeschäft und Ecke Schillerstraße auch
noch an die Gaststätte „Goldenes
Schild“ erinnert.
An der Schild-/Ecke Kaiserstraße
Die Schildstraße im Jahr 2014. Sie hat ihren einstigen Glanz zurück. Einige
Häuser wurden im Krieg von den Bomben verschont.
FOTO: KLAUS TANNEBERGER
Diese Ansichtskarte stammt aus dem Blickwinkel-Kalender 2015 der Druckerei Ott und zeigt die Schildstraße vor über 100 Jahren.
EPRO: TANNEBERGER
stand bis 1945 die Königliche Baugewerken-Schule, ein imposanter Bau
von 1894, der 1945 bei den Bombenangriffen zerstört wurde. Diese
Schule „hatte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die bauliche Entwicklung der Stadt. Ihre Architekten genossen einen guten
Ruf“, schrieb Frank Weiß in „Plauen
auf historischen Postkarten“ Vogtland-Verlag 1991. Dort ist diese Einrichtung auch abgebildet.
GEWONNEN hat Alfred Rost, Plauen. Er kann
sich über einen Blickwinkel-Kalender 2015
freuen – zur Verfügung gestellt von der Druckerei Ott. Erhältlich ist er für 8 Euro auch in
der Geschäftsstelle der „Freien Presse“.
3471825-10-1
12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Freitag, 12. Dezember 2014
Märchenklassiker als Musical
Ehemalige
Kruzianer
singen
Spannung, Romantik,
Witz und auch etwas Grusel verspricht die Produktion des Theaters Liberi
am Sonntag in Plauen.
Der Komponist Carl Orff lebte von
FOTO: ARCHIV
1895 bis 1982.
WEIHNAC HTSGESCHICHTE
Kinder singen Carl
Orff in Mundart
OELSNITZ — Die
Weihnachtsgeschichte von Carl Orff steht am
Sonntag im Mittelpunkt eines
Konzerts in Oelsnitz. Das Singspiel
ist für Solisten, Sprecher, Chor und
Instrumentalisten angelegt. Die
Aufführung ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die Schüler der Musikschule Oelsnitz Außenstelle des
Vogtlandkonservatoriums Clara
Wieck Plauen und die Kurrendekinder werden von Lehrern, Instrumentalisten der Gemeinde St. Jakobi, von Eltern und zwei Schlagzeugern des Philharmonischen Orchesters des Theaters Plauen-Zwickau unterstützt. Die Aufführung
ist in Vogtländisch – übertragen
hat den Text die Zwotaer Mundartautorin Isolde Ebert. Die Inszenierung liegt in den Händen von Musiklehrerin Heike Simanowski, die
Gesamtleitung hat Kirchenmusikdirektor Ronald Gruschwitz. (hagr)
DIE AUFFÜHRUNG der Weihnachtsgeschichte beginnt 16 Uhr. Der Eintritt ist frei,
um Spenden wird am Ausgang gebeten.
FALSCH & RICHTIG
Konzert Top Dog Brass Band. Das
Konzert im Riedelhof Eubabrunn
findet erst am morgigen Samstag ab
20 Uhr statt. Karten für 15 Euro unter Ruf 0152 09875323. In der Ausgabe gestern war von Freitag die Rede.
BÜHNE
Plauen: Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, Alles
bleibt anders - 30 Jahre Schaller & Schulze,
Kabarett mit der Herkuleskeule, 20 Uhr,
03741 15320
Vogtland Theater, Theaterplatz, Lotta kann
fast alles - Eine Weihnachtsgeschichte, Puppentheater nach Astrid Lindgren (ab 4 Jahren),
Restkarten, 9.30 Uhr; Der Auftrag - Erinnerung
an eine Revolution, Schauspiel von Heiner Müller über den gescheiterten Versuch dreier Abgesandter der Französischen Revolution auf
Jamaika einen Sklavenaufstand zu initiieren,
19.30 Uhr, 03741 28134832
PARTY
Plauen: Alte Kaffeerösterei, Hans-SachsStraße 49, Indie Soundescape, Live: Playfellow,
DJ Demion Treasure und DJ Endwise, 21 Uhr
Discothek „Prince“, Anton-Kraus-Straße 2,
DJs on Decks: Marcapasos & Janosh (Tech-House), K STYER (Black, Dance, Classix) und Plattendealer (House, Electro, Classix), 22 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, Loreen Zacher,
Record release Party, 20 Uhr, 03741 15320
MUSIK
Plauen: Erlöserkirche, Am Albertplatz,
Adventskonzert mit den Chören des Diesterweg-Gymnasiums, 19 Uhr
Vogtland Theater, Theaterplatz, Adventskonzert: Musikalische Schlittenfahrt, Geschichten
und Musik zur Weihnachtszeit, 19.30 Uhr,
03741 28134832
Adorf: Eventcenter Glashaus, Waldbadstraße 5, OSR - Oldschoolrockerzz, 22 Uhr
Bad Brambach: Dr. Ebel Fachklinik, Christian-Schüller-Straße 14, Nachmittagskonzert
mit der Chursächsischen Cafémusik, 15 Uhr
Bad Elster: Kunstwandelhalle, Badstraße 6, O Du fröhliche Weihnachtszeit, Weihnachtskonzert der Musikschule Vogtland,
14. Chursächsische Winterträume, 19.30 Uhr,
037437 53900
Ensemble Vocal Hearts
in Theuma und Treuen
TREUEN/THEUMA — Nachdem die bis-
lang vier Konzerttourneen allesamt
auf sehr gute Resonanz stießen,
tourt das Ensemble Vocal Hearts –
Abiturienten des Dresdner Kreuzchores 2012 – nun wieder in der Adventszeit. Sie planen und organisieren dieses Vorhaben wieder in Eigenregie. Am Wochenende sind sie
in Treuen, Geilsdorf und Theuma zu
Gast. Während ihrer neun Jahre im
Dresdner Kreuzchor haben sie neben dem Jahr für Jahr neu interpretierten Weihnachtsoratorium von
J. S. Bach sowie der Christvesper und
Christmette von Rudolf Mauersberger ein umfangreiches Repertoire
für die Weihnachtszeit kennengelernt.. Neben den beliebtesten Weihnachtsliedern, werden auch diesmal
wieder weniger bekannte Werke aus
verschiedenen Musikepochen zu
hören sein, um den vielen verschiedenen Geschmäckern der Zuhörer
etwas zu bieten. Das Männerchorensemble, dessen Mitglieder an verschiedenen Orten in Deutschland
studieren, freut sich darauf, wieder
in guter Gemeinschaft Konzerte geben zu dürfen. (ike)
PLAUEN — Pünktlich zum 3. Advent
gastiert das deutschlandweit erfolgreiche Theater Liberi mit „Schneewittchen – das Musical“ in der Festhalle in Plauen.
Vorhang auf für eine Geschichte,
die wohl jeder kennt: „Spieglein,
Spieglein an der Wand, wer ist die
Schönste im ganzen Land?“ fragt die
Königin ihren Spiegel. Eines Tages
bringt der Spiegel das Weltbild der
mächtigen Königin ins Wanken:
Draußen hinter den Bergen, bei den
sieben Zwergen, soll die schönste
Frau aller Zeiten leben: Das bezaubernde Schneewittchen. Das wohl
berühmteste Märchen aller Zeiten
hat alles, was eine gute Geschichte
braucht: Spannung, Romantik, Witz
und auch etwas Grusel.
Dieses Element des Grimmschen
Märchens ist für das Familien-Erlebnis jedoch so geschickt entschärft,
dass auch die Kleinsten ab vier Jahren auf ihre Kosten kommen. Erst
recht, da es in klassischen Märchen
nun einmal immer ein Happy-End
gibt. So wird es Schneewittchen natürlich auch in der Familien-Musical-Version des Theater Liberi gelingen, dem Bösen zu entkommen und
am Ende als strahlende Prinzessin
mit ihrem geliebten Prinzen ein Du-
ett zu singen. Diesen Sonntag können also alle großen und kleinen
Plauener Musical-Fans mit Schneewittchen und ihren Zwergen-Freunden mitfiebern und in knapp hundert Minuten inklusive Pause einen
der Märchen-Klassiker frei nach den
Gebrüdern Grimm anspruchsvoll,
romantisch, kindgerecht und als
modernes Musical inszeniert erleben. Inzwischen über 300.000 zufriedene und wiederkehrende Zuschauer der märchenhaften Musical-Produktionen von Theater Liberi
sprechen für sich: Das Theatererlebnis für die ganze Familie sollte man
sich nicht entgehen lassen. (ike)
DAS FAMILIENTHEATER „Schneewittchen –
das Musical“ beginnt am Sonntag um 15 Uhr
in der Festhalle Plauen. Tickets gibt es im Vorverkauf in den Geschäftsstellen der „Freien
Presse“ zum Preis von 15, 18 beziehungsweise
20 Euro.
DIE KONZERTE finden am Samstag, 17 Uhr
in der St.-Bartholomäus-Kirche und am Sonntag, 15 Uhr in der Kirche Theuma statt. Am
Sonntag gestalten die Sänger den Gottesdienst 9.30 Uhr in der Kirche Geilsdorf aus.
FOLK-ROCK
KONZERT
ADVENT
WEIHNAC HTLICHE MUSIK
AUTOGRAMMSTUNDE
Fünf Augsburger
spielen im Malzhaus
Goldene Stimmen
der Gospel-Musik
Chor Vocapella gibt
Weihnachtskonzerte
Instrumentalisten
Gerd Christian
und Chöre treten auf im Elster-Park
PLAUEN — Die Folk-Rock-Band Seer
ist am Samstag, 21 Uhr im Plauener
Malzhaus zu Gast. Die fünf Augsburger, deren eigenständiger Mix aus
Rock, Pop und Folk-Elementen viele
Fans begeistert, sind zurzeit auf Tour
zum 25. Bandjubiläum. Die Gruppe
erspielte sich bei bis heute über 1000
Konzert- und Festivalauftritten in
mehreren Ländern Europas den Ruf
einer der besten Live-Acts ihres Genres. (ike)
BAD ELSTER — Eine Show vollgepackt
SCHÖNECK/OELSNITZ — Der Vogtlandchor Vocapella gibt am Wochenende zwei Weihnachtskonzerte. Sie
finden morgen, 17 Uhr in der Kirche
St. Georg in Schöneck sowie am
Sonntag, 15 Uhr im Fürstensaal von
Schloss Voigtsberg in Oelsnitz statt.
Zu hören sind die Sänger aus dem
ganzen Vogtland auch am 20. Dezember ab 16 Uhr in der Kirche Bergen sowie am 21. Dezember, 15 Uhr
erneut auf Schloss Voigtsberg. (hagr)
AUERBACH — Am Samstag, 17 Uhr erklingt weihnachtliche Musik in der
St.-Laurentius-Kirche
Auerbach.
Chöre und Instrumentalisten der
Neuapostolischen Kirche und der
St.-Laurentius-Kirchgemeinde gestalten gemeinsam das traditionelle
Konzert in der Adventszeit. Der Posaunenchor Auerbach und der Gospelchor der Neuapostolischen Gemeinde komplettieren das Programm. (ike)
PLAUEN — Schlagersänger
König-Albert-Theater, Theaterplatz 1, Weihnachten im Hause Mozart, Serenadenkonzert
des Concilium Musicum Wien, 14. Chursächsischen Winterträume, 19.30 Uhr, 037437 53900
Klingenthal: Rundkirche „Zum Friedefürsten“, Amtsberg 2, Weihnachtskonzert des
Skisportgymnasiums und der Grundschule,
18 Uhr
Langenbuch: Kirche, Adventsmusik mit dem
Männergesangverein Langenbuch, 18 Uhr
Galerie im Malzhaus, Alter Teich 7 - 9,
Das grafische Werk von Lothar Rentsch, anlässlich seines 90. Geburtstages, 13-18 Uhr,
03741 15320
Spitzenmuseum, im Alten Rathaus, Kostbarkeiten aus Plauener Spitze, 10-17 Uhr
Vogtlandmuseum, Nobelstraße 9-13, Kleine
Küchen - Große Küchen, Zeitreise zurück in die
Geschichte der Küche und der Puppenküche;
Napoleonzimmer und vogtländische Malerei,
11-18 Uhr
Auerbach: Göltzschtalgalerie Nicolaikirche, Alte Rodewischer Straße 2, Ausstellung
des Vogtländischen Kunstvereins Göltzschtal,
11-18 Uhr
Bad Brambach: Schloss Schönberg,
Schlossplatz 1, Bilder von Johannes Eckhardt;
„Schmuck und Malerei“ von Michael Franke,
14-18 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Vernissage zur Ausstellung Schöne Welt, Malerei &
Collagen des Familien-und Kulturzentrums
Schöne Welt Plauen, 18 Uhr
Sächsisches Bademuseum, Badstraße 6,
Die Geschichte des Bades Elster, 14-17 Uhr
Eubabrunn: Freilichtmuseum, Waldstraße 2 A, Arbeits- und Lebensweise der Landbevölkerung, 10-16 Uhr
Klingenthal: Musik- und Wintersportmuseum, Schloßstraße 3, Geschichte des vogtländischen Musikinstrumentenbaus und des Klingenthaler Skisports; Kinderträume, 10-16 Uhr
Limbach: Goldmuseum und Naturalienkabinett Buchwald, Wiesenweg 1 a, Naturgoldfunde aus der Göltzsch, sowie mineralogische,
naturkundliche und kulturgeschichtliche Exponate, 13-18 Uhr, 0174 3887498
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Skisport im oberen Vogtland, zusammengestellt von Thorald Meisel, 8-11 Uhr
Framus Museum, Adorfer Straße 25, 200 Instrumente, Produktion der Framus-Werke von
1946 bis Ende der 70er-Jahre, 10-17 Uhr
Gerber-Hans-Haus, Trobitzschen 16, Stadtgeschichte, 10-16 Uhr
Historisches Sägewerk, Trobitzschen 14,
Der 1. Weltkrieg vor 100 Jahren, 10-16 Uhr
Musikinstrumentenmuseum, Bienengarten 2, Geschichte des Instrumentenbaus, 3200
Musikinstrumente aus aller Welt, 10-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, weitere Termine nach telefonischer Voranmeldung, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, All-Berts kleine
Raumfahrtwelt, Sonderausstellung - Raumfahrtspielzeug aus 5 Jahrzehnten; Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr, 037465 2538
Oelsnitz: Historisches Archiv des Vogtlandkreises, Schloss Voigtsberg, Schlossstraße 32, Das Durchschleusungslager, Oelsnitz
1945 bis 1951, 9-12 Uhr
Schloss Voigtsberg, Schlossstraße 32, Mineraliengewölbe Oelsnitz, vogtländische Mineralien, vogtländischer Bergbau und deren Geschichte; Illusorium, Dauerausstellung zum
Lebenswerk von Buchillustratorin Regine
Heinecke; Winterausstellung Engel - himmlische Botschaften, 11-17 Uhr
Teppichmuseum, Schloss Voigtsberg, Schlossstraße 32, Maschinen aus alten Tagen, 11-17 Uhr
Reichenbach: Neuberin-Museum, Johannisplatz 3, „Mach auf die Tür ...“ Zur Geschichte
der Adventskalender, 10-16 Uhr, 03765 21131
Schneckenstein: Vogtländisch-böhmisches Mineralienzentrum, Zum Schneckenstein 44, Mineralien und Gesteine, 250 Fossilien: versteinerte Hölzer, Farne, Muscheln und
Fische bis zu 500 Millionen Jahre alt, 10-17 Uhr
Töpen: Deutsch-Deutsches Museum, Mödlareuth 13, „Umweg Prag - Die Prager Botschaftsflüchtlinge im Herbst ’89“; Geschichte
der deutschen Teilung, 9-17 Uhr
Oelsnitz: Spartenheim, Stephanstraße,
Preisskat, 19 Uhr
Rodewisch: Sternwarte, Rützengrüner Straße 41, Der Stern von Bethlehem, 19 Uhr; Öffentliche Himmelsbeobachtungen, 20 Uhr,
03744 32313
Auerbach: Neumarkt, Weihnachtsmarkt,
11-18.30 Uhr
Greiz: Kirch- und Burgplatz, Alte Wache
und Kronentor, Weihnachtsmarkt, 10-22 Uhr
Kirchplatz, Weihnachtsmarkt, 10-18 Uhr
Oelsnitz: Mehrgenerationenhaus „Goldene Sonne“ der Volkssolidarität, RudolfBreitscheid-Platz 1, Weihnachtsmarkt mit Teeund Buchverkauf, Kunsthandwerk, handgefertigtem Schmuck, 14.30-17.30 Uhr
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Dr.-Christoph-Hufeland-Oberschule, Anton-Kraus-Straße 16, Weihnachtsmarkt gemeinsam mit der Grundschule Am
Wartberg, 16.30-19 Uhr; Tag der offenen Tür,
16.30-19 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-Gelbke-Str. 1,
Oase-Weihnachtszauber - der Mitmachweihnachtsmarkt, 15-19 Uhr
Auerbach/V: Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33, Futter-Treff: Wunschtag,
17-19 Uhr; Zumba-Weihnachtsfeier, 18 Uhr,
03744 308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Straße 19, Weihnachtsfeier, 14.30-17.30 Uhr
Oelsnitz: Kinderzentrum „Goldene Sonne“, Rudolf-Breitscheid-Platz 1, Weihnachtsmarkt, 14.30 Uhr
Reichenbach: Kinder- und Jugendzentrum „Moskito“, Ulmenstraße, Hutzennachmittag, 14 Uhr, 03765 16120
Rodewisch: Kinder- und Jugendfreizeittreff, Busbahnhof 3, Loombänder herstellen,
15 Uhr, 03744 48426
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Erich-Ohser-Haus - Galerie
e.o.plauen und Archiv, Nobelstraße 7, „Bewegende Bilder - Bewegung im Bild“, Ausstellung
zum Schaffen des bekannten Plauener Zeichners Erich Ohser (1903-1944), 11-17 Uhr
Galerie Forum K, Bahnhofstraße 39, „Bürgertasse Plauen - Ausstellung zum Wettbewerb“,
bisher verwendete Glühweintassen und nie
veröffentliche Exponate, 13-17 Uhr
FOTO: THEATER LIBERI
„Schneewittchen – das Musical“ ist am Sonntag in der Festhalle Plauen zu erleben.
mit Lebensfreude, Begeisterung und
Temperament versprechen The Golden Voices of Gospel (USA) mit ihrer
Show morgen ab 19.30 Uhr im
König-Albert-Theater Bad Elster. Der
Chor von Reverend Dwight Robson
bringt eigene Interpretationen von
Klassikern wie „Motherless Child“,
„Go Down Moses“, „When the
saints“ oder „Oh Happy Day“. Karten
kosten 26, 29 und 31 Euro. (hagr)
SONSTIGES
Plauen: St. Johanniskirche, Kirchstraße 7,
Ökumenische Nacht der Lichter mit Gesängen
aus Taizé, 20 Uhr
Greiz: Vogtlandhalle Greiz, Carolinenstr. 15,
Zentralasien extrem - Mit dem Roller zum Pamir, Diashow von Thomas Bäumel, 19.30 Uhr,
03661 62880
Markneukirchen: Bistro Service Center
Stark, Gewerbepark 3, Skat-Abend, 19 Uhr
WEIHNACHTEN
Plauen: Altmarkt, Weihnachtsmarkt, 1020 Uhr; Besuch des Weihnachtsmannes, 16 Uhr
Stadt-Galerie, Postplatz 1, Weihnachtszauber:
Herstellen kreativer Weihnachtsgeschenke,
12-18 Uhr; Die Schneeflockensammlerin mit
dem Erzähltheater Kraneiß, 14, 15, 16, 17 Uhr
Tourist-Information, Unterer Graben 1,
Weihnachtliche Führung auf den Rathausturm,
17 Uhr, 03741 2911027
A N ZE I G E
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Gerd
Christian ist am Samstag ab 15 Uhr
zu Gast im Elster-Park Plauen. Einem großen Publikum bekannt
wurde er mit seinem Song „Sag ihr
auch“ (Hit des Jahres 1979). Seit seinem Comeback im Jahr 2000 hat er
mit knapp 40 Single- und 7 AlbumVeröffentlichungen eine beachtliche Discografie vorzuweisen. Nach
seinem Auftritt gibt Gerd Christian
eine Autogrammstunde. (ike)
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
037411469050; Alles ist Liebe, 17, 20 Uhr; Annabelle, ab 16 J, 23 Uhr; Der 7bte Zwerg 3D,
14.30 Uhr; Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf
Heere, ab 12 J, 16, 19.30, 22.45 Uhr; Der Hobbit:
Die Schlacht der Fünf Heere 3D, ab 12 J, 14, 17,
20, 23 Uhr; Die Mannschaft, 14.30, 17.15 Uhr;
Die Pinguine aus Madagascar, 14.30, 17 Uhr;
Die Pinguine aus Madagascar 3D, 14.30, 17 Uhr;
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1,
ab 12 J, 14, 17, 20, 22.45 Uhr; Dumm und
Dümmehr, ab 12 J, 20.15, 22.45 Uhr; Hin
und weg, ab 12 J, 20.15 Uhr; Interstellar, ab 12 J,
19.30 Uhr; Kill the Boss 2, ab 12 J, 20.15,
22.45 Uhr; Mein Freund, der Delfin 2, 14.30 Uhr;
Paddington, 14.30, 17 Uhr; Ruhet in Frieden,
ab 16 J, 22.45 Uhr; The Unforgiven, ab 16 J,
22.30 Uhr
Auerbach: Rekordlichtspiele, Göltzschtalstr. 35, 03744217272; Der Hobbit: Die Schlacht
der Fünf Heere 3D, ab 12 J, 17, 20.15 Uhr; Die
Pinguine aus Madagascar 3D, 17.15 Uhr; Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J,
20 Uhr; Paddington, 17.30 Uhr; Ruhet in Frieden, ab 16 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661629111;
Alles ist Liebe, 14.30, 17.15, 20, 23 Uhr; Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D, ab 12 J, 15,
19, 22.30 Uhr; Die Pinguine aus Madagascar 3D,
14.45, 17 Uhr; Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J, 20, 23 Uhr; Dumm und
Dümmehr, ab 12 J, 20.15, 23 Uhr; Paddington,
14.30, 17.30 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 0374222637; Die Tribute von
Panem - Mockingjay Teil 1, ab 12 J, 20 Uhr
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Freitag, 12. Dezember 2014
Zu viel Wind:
Theuma ohne
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VON THOMAS H. STRANZ
THEUMA — Weil es draußen schon
seit Tagen heftig bläst und es deshalb zu viel Windstrom gibt, ist den
Theumaern jetzt die Fernwärme abgedreht worden. Darunter auch im
Haus des früheren FDP-Bundestagsabgeordneten Joachim Günther.
„Hier treibt der Irrsinn Blüten“,
schimpft der Ruhestandspolitiker,
der mit Windrädern ohnehin auf
Kriegsfuß steht und eine lokale Bürgerinitiative unterstützt, die weitere
Anlagen ablehnt.
Die Fernwärme kommt für Günther und 114 weitere Abnehmer aus
der Biogasanlage der örtlichen Agrargenossenschaft. Dort wird neben
Wärme auch Strom erzeugt, der für
gewöhnlich ins öffentliche Netz
fließt. Doch das ist wegen des Überangebots an Windenergie überlastet. Um Druck aus dem Kessel zu
nehmen, habe der Energieversorger
Envia Theumas Stromproduktion
bereits am Mittwoch für mehrere
Stunden abgeschaltet, gestern dann
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VON GERD MÖCKEL
der Nacht zu Mittwoch das Ziel von
Einbrechern gewesen. Die Täter, die
über ein aufgehebeltes Fenster in
das Treppenhaus eingedrungen waren, verschafften sich Zugang in die
Finanzabteilung der Verwaltung,
drückten dort mehrere Türen ein
und hinterließen ein kleines Chaos.
Wie Bürgermeister Christoph
Schneider gestern sagte, wurde offenbar nichts gestohlen, auch kein
Geld. „Schränke wurden durchwühlt, Inhalte von Schreibtischen
ausgekippt. Aber dank der Befolgung unserer Sicherheitsvorschriften war der kleine Kassenbestand,
den wir immer vorhalten, ordnungsgemäß in einem Safe verwahrt“, sagte der Ortschef.
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Ungebetene Gäste richten
im Buchhaltungsbereich
Schaden an. Gestohlen
wurde offenbar nichts, die
Polizei sucht Zeugen.
MYLAU — Das Mylauer Rathaus ist in
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33/#( )/ Einbruch ins
Rathaus Mylau
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wieder, erklärt Gunter Hommel,
Chef der Agrargenossenschaft. „Wir
haben darauf keinen Einfluss, das
passiert per Fernsteuerung.“ Aber
wenn kein Strom produziert werden
kann, funktioniere auch die Wärmezeugung nicht – ein technologischer Teufelskreis, bei dem die
Theumaer das Nachsehen haben.
Die müssen deshalb zwar nicht frieren, weil Alternativsysteme vorgehalten werden. „Trotzdem ist die Situation unbefriedigend“, so Hommel. „Wir haben alle angerufen und
ihnen versucht, das zu erklären.“
Bei Günther heißt die Alternative
Ölheizung, bei seinem Nachbarn Ulrich Riedel Gas. Riedel war viele Jahre Bürgermeister und ist ebenfalls
sauer. „Jetzt verbrenne ich russisches Gas , während nur wenige Meter weiter heimisches Biogas abgefackelt werden muss.“ Dessen Produktion laufe schließlich weiter. Zudem
ist davon auszugehen, dass die
Theumaer jetzt Mehrkosten haben.
Denn die im Ort erzeugte Fernwärme kommt ihnen in der Regel billiger als Öl und Gas.
Die Abschaltung ist gestern von
Envia-Sprecher Stefan Buscher bestätigt worden. Betroffen seien neben Theuma noch Anlagen in ganz
Südwestsachen, darunter auch
Windräder. Man habe sich dabei an
Vorgaben des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz gehalten.
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Was hat Windstrom mit
Fernwärme zu tun? Eigentlich nicht viel, dachte
man bisher in Theuma.
Ein Irrtum.
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Damit es in Theumaer Wohnstuben in diesen Tagen warm ist, müssen HausFOTO: FRISO GENTSCH/DPA
besitzer kreativ sein.
In der Nacht zu Mittwoch drangen
Einbrecher ins Rathaus Mylau ein.
FOTO: FRANKO MARTIN
Eine Mitarbeiterin der Verwaltung hatte den Einbruch am Morgen
bemerkt und einen Mitarbeiter des
Bauhofes sowie die Polizei informiert. Wie Christoph Schneider
sagt, lässt die Art und Weise des Einbruchs auf eine eher spontane Aktion schließen. Zum Aufhebeln von
Türen hatten die Täter sogar eine im
Büro liegende Schere benutzt. Ein
geplanter Einbruch sieht wohl anders aus. Den Schaden an den drei
beschädigten und mittlerweile notdürftig reparierten Türen sowie an
Schränken und Schreibtischen beziffert die Polizei mit 2000 Euro.
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14 Freie Presse
PLAUENER ZEITUNG
Freitag, 12. Dezember 2014
Selbstverteidigungskurse künftig in allen Kindertagesstätten der Volkssolidarität
NACHRICHTEN
EUREGIO
Wolfgang Lippert
neuer Präsident
Tirschenreuther
Landrat Wolfgang Lippert (Foto) ist
für die nächsten zwei Jahre der neue
Gemeinsame Präsident der Euregio
Egrensis. Er übernahm das Amt turnusgemäß
von
dem tschechischen
Kommunalpolitiker František ÈUrka,
der die Euregio seit
2012 repräsentiert
hatte. Der Gemeinsame Präsident
der Euregio ist der politische Repräsentant der drei Arbeitsgemeinschaften Bayern, Böhmen sowie
Sachsen/Thüringen. Der Vorsitz im
Gemeinsamen Präsidium wechselt
alle zwei Jahre. Der neue EuregioPräsident nannte es als sein Hauptanliegen, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien
auf regionaler Ebene zu intensivieren. Dazu setze er auf Themen wie
die Vernetzung in der beruflichen
Bildung, die Ausweitung der Sprachausbildung, die Klärung offener Fragen in der grenzüberschreitenden
Notfallrettung oder den Ausbau der
Drogenprävention auf beiden Seiten der Grenze. (bju)
FOTO: EUREGIO EGRENSIS
PLAUEN — Der
BEUTEZUG
Einbruch in
Verkaufsräume
HERLASGRÜN — Unbekannte sind im
Pöhler Ortsteil Herlasgrün in eine
Verkaufsstelle für Fleisch- und
Wurstwaren, in Geschäftsräume sowie weitere Verkaufsräume eines
Gebäudes an der Bahnhofstraße eingebrochen. Gestohlen wurden laut
Polizei über 1000 Euro Bargeld. Der
Sachschaden beläuft sich auf mehrere hundert Euro. (bju)
BESUCH
Gespräche zum
Fußballfanprojekt
PLAUEN — Monika Lazar, grüne Bun-
destagsabgeordnete, Obfrau im
Sportausschuss des Bundestages
und Sprecherin für Strategien gegen
Rechtsextremismus, kommt heute
im Rahmen ihrer sächsischen Fußballfanprojekttour nach Plauen. Sie
besucht das Fanprojekt Plauen und
will sich über die aktuelle Lage der
sozialpädagogischen Fanarbeit, die
Entwicklung der Fanszene in Plauen
und den Stand der Zusammenarbeit
zwischen Fanprojekten, Vereinen,
Verwaltung und Sicherheitsorganen informieren. (bju)
KURZ GEMELDET
Schlesier feiern
PAUSA — Die Pausaer Ortsgruppe der
Landsmannschaft Schlesien trifft
sich heute mit Freunden zur Weihnachtsfeier. Diese beginnt 14.30 Uhr
in der Gaststätte Restaurant am
Markt in Pausa. (bju)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
Die Kindertagesstätten in der Trägerschaft
der Volkssolidarität Plauen/Oelsnitz schicken ab Januar alle Kindergartenkinder zum
Selbstverteidigungskurs. „Wir möchten damit die Kinder noch mehr in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleiten und ihr
Selbstbewusstsein stärken“, erklärte Dirk
Eisermann, der zuständige Fachbereichsleiter der Volkssolidarität Plauen/Oelsnitz. Erfahrungen mit diesem Projekt konnte die
Volkssolidarität in den vergangenen zwei
Jahren bereits in ihrer Kita „Märchenland“
sammeln, wo der Kurs nach eigenem Bekunden „erfolgreich lief“. Thomas Hedrich von
den EWTO-Schulen Plauen und Trainer bei
der Bundespolizei Klingenthal leitet den
Kurs für alle Vorschüler in den Kitas. Gestern
war er in der Kindertagesstätte Sonnenschein zu Gast (Foto), als die Kurspläne für
das neue Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt
wurden. „Durch ein außergewöhnliches und
ganzheitliches Trainingskonzept lernen die
Kinder Selbstverteidigung und Selbstbehauptung, sodass sie in Streitsituationen
schnellstmöglich ein angemessenes Verhalten erlernen“, erklärte Hedrich. Die VR Bank
Hof unterstützt das Angebot mit einer SpenFOTO: ELLEN LIEBNER
de in Höhe von 1500 Euro.
Tauziehen um Ausstellungsmix
Der Kleintierzüchterverein
Theuma und Umgebung
ist dieses Wochenende
Gastgeber der Kreisverbandsschau. Erstmals werden Geflügel- und Kaninchenrassen gemeinsam
präsentiert. Nicht jeder
Züchter sieht das gern.
VON THOMAS VOIGT
THEUMA — Im
Dorfgemeinschaftshaus Theuma ist alles vorbereitet.
„Insgesamt präsentieren wir 679
Tiere“, berichtete gestern Ausstellungsleiter Uwe Weiß. Bei den Vorbereitungen halfen der Sportverein
und die Kameraden der Freiwilligen
Feuerwehr tüchtig mit.
Diesmal gibt es ein Novum. Erstmals stellt der Kreisverband Geflügel und der Territorialverband Kaninchen gemeinsam aus. „Wir küren insgesamt 16 Kreismeister“, berichtet der Zuchtwart des Kleintierzuchtvereins Theuma und Umgebung. Bereits gestern begutachteten
elf Preisrichter die Tiere. Die Fachleute reisten aus Bayern, Thüringen
und Sachsen an. Kaninchen, Enten,
Gänse Hühner und Tauben wurden
mit Kennerblick auf ihre RasseMerkmale untersucht. Die Preisverleihung erfolgt am Sonntag, 13 Uhr.
Die Zusammenlegung von Kaninchen und Geflügel zur Kreis-
schau wird von einigen Züchtern
nicht gern gesehen. Offenbar haben
sich die Gegner einer gemeinsamen
Präsentation durchgesetzt. Zur
nächsten Kreisschau werden Federvieh und Mümmelmänner wieder
getrennt präsentiert, so Weiß. „Die
Idee war, den Besuchern eine möglichst große Vielfalt zu zeigen. Nicht
alle sehen das so.“ Im Kreisverband
Oelsnitz wird das seit Jahren so gehandhabt. Am Samstag (9 Uhr) sind
die beiden Verbandsvorsitzenden
zur Eröffnung der Kreisschau angekündigt. Inwieweit sie sich zur Situation äußern, bleibt abzuwarten.
Der Cheforganisator und seine
Mitstreiter wollen sich von solchen
Querelen aber nicht die Laune verderben lassen. Die Besucher erwartet ein interessanter Mix verschiedener Züchtungen. Zusätzlich ist eine
Ziergeflügel-Schau vorbereitet. Bei
einem Rundgang entdecken die
Tierfreunde beispielsweise kanadische Gänse, Mandarinen- und Brautenten. „Unsere Frauen haben auch
ein gastronomisches Angebot vorbereitet.“ Wenn am Sonntag die Ausstellung schließt, blickt der Theumaer Zuchtwart schon wieder auf
den nächsten Höhepunkt. Am 17.
und 18. Januar wird an gleicher Stelle zur vogtländischen Rassetaubenschau eingeladen. „Wir rechnen mit
1600 Tieren. Zu dieser Veranstaltung
sind 20 Preisrichter mit dabei.
GEÖFFNET ist die Kreisverbandsschau am
Samstag zwischen 9 und 18 Uhr sowie am
Sonntag von 9 bis 14 Uhr. Erwachsene zahlen
2,50 Euro Eintritt, Kinder unter 14 Jahre dürfen sich kostenlos umsehen.
Advent
im Schloss
Mühltroff
Programm bietet für Jung
und Alt viel Abwechslung
MÜHLTROFF — Zum
Preisrichter Mike Kunstmann aus dem Erzgebirge (links) bewertet diesen
stolzen Gockel an. Ausstellungsleiter Uwe Weiß schaut ihm über die Schulter.
FOTO: THOMAS VOIGT
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Museum bereitet Überraschungen vor
LENK WILL KONKURRENZ — Die im Bau
befindliche Großschanze, die Vogtland-Arena in Klingenthal, soll in eine Art Bühnen-Konkurrenz mit einer geplanten größeren Bühne an
der Göltzschtalbrücke treten.
Vor 50 Jahren
IN SCHNEIDENBACH — In
Schneidenbach im Kreis Reichenbach enden die siebentägigen Filmfestspiele des Dorfklubs.
FILMTAGE
Ganz auf Weihnachten
eingestellt ist das Plauener
Vogtlandmuseum. Morgen
gibt es für die Besucher
der traditionellen Weihnachtsschau einige Extras.
einige Überraschungen ausgedacht.
So werden eine historische Eisenbahn und mechanisches Spielzeug
in Aktion zu sehen sein. Kinder können sich in der historischen Küche
an der Kaffeemühle, an der Küchen-
VON BERND JUBELT
Vor 100 Jahren
ORTSGRUPPE GEGRÜNDET — Im Haus
„Deutscher Kaiser“ in Auerbach
wird eine Ortsgruppe des Flottenbundes Deutscher Frauen gegründet. Die Gründung geht von der
Plauenerin Marie Fröhlich aus, der
Vorsitzenden des Landesverbandes
Sachsen vom Flottenbund Deutscher Frauen. (pa)
PLAUEN — Ein Abstecher ins Plauener Vogtlandmuseum lohnt morgen
gleich doppelt. Zum einen ist die
Weihnachtsausstellung „Große Küchen – Kleine Küchen“ zu sehen.
Zum anderen haben sich die Museumsmitarbeiter und die Mitglieder
des Fördervereins des Vogtlandmuseums speziell für diesen Tag noch
Gabriele Buchner (links) Liane Kümmerl in der Kupferküche der diesjährigen
Weihnachtsschau im Vogtlandmuseum.
FOTO: ELLEN LIEBNER/ARCHIV
waage, an der Kloßreibe und anderen alten Küchengeräten ausprobieren. De`r Rupprich versteckt sich in
der Kupferküche und anderen historischen Räumen. Und das historische Stollenbackfest im Hause der
Familie Schmidt wird per Video gezeigt. Auch wer noch ein passendes
Weihnachtsgeschenk sucht, kommt
auf seine Kosten: Es werden weihnachtliche Keramik, Margarethenspitzen-Anhänger und Werdaer Zuckermännle verkauft. Zudem öffnet
sich 15 Uhr der Festsaal zur Märchenaufführung der Theatergruppe
des Deutschen Kinderschutzbundes. Zu sehen ist das Märchen vom
König Drosselbart.
GEÖFFNET ist das Vogtlandmuseum Plauen an der Nobelstraße in der Zeit von 11 bis
18 Uhr. Letzter Einlass erfolgt 17 Uhr.
alljährlichen
„Advent im Schloss“ laden der Förderverein Schloss Mühltroff und die
Stadtverwaltung Pausa-Mühltroff
für das bevorstehende Wochenende
ein. Morgen, 15 Uhr, gastiert die
Mandolinengruppe Wurzbach im
Kaminzimmer mit ihrem Weihnachtsprogramm. Gemütlich am
Kamin sitzend kann man einen Kaffee oder Glühwein trinken. Der Einlass für Besucher erfolgt 14.30 Uhr.
Am Sonntag öffnet sich dann
12.30 Uhr die Schlosspforte. Um
14.30 Uhr kommt der Weihnachtsmann zu Besuch. Im Kospoth-Saal
spielen 15 Uhr die Eltern der Kleinen der Kindertagesstätte „Kleeblatt“ das Märchen „Frau Holle“.
Auch die Kindertanzgruppe Evergreen-Mini-Kids der Volkssolidarität
Plauen/Oelsnitz tritt auf. Unter dem
Motto „Auf ein halbes Stündchen“
lädt für 16.30 Uhr der Hobbychor
des Fördervereins zum Adventssingen ein. Der Heimat- und Wanderverein zeigt im Schloss seine Weihnachtsausstellung „Nostalgie unterm Weihnachtsbaum“. Es gibt einen Markt mit verschiedenen Händlern, und die Modelleisenbahnen
sind in Betrieb. Kirche und Kinderkirche sind geöffnet, laden zum Mitmachen bei der Tombola ein. 17 Uhr
findet eine Andacht statt. Außerdem
ist das DDR-Museum am Markt 13
von 13 bis 17 Uhr geöffnet. (sim)
PHILIPPINEN
Reuther Feuerwehr
hilft mit Helmen
REUTH — Viel zu schade für die Tonne. 14 Feuerwehrhelme aus Reuth
sollen auf den Philippinen noch gute Dienste tun. Das hat Gemeindewehrleiter Günther Greif angekündigt, nachdem seine Wehr neue
Schutzkleidung erhält, darunter
auch Helme. Dabei ist der bisher verwendete Kopfschutz aus Kunststoff
gerade mal 15 Jahre alt, aber nach
dieser Frist eben nicht mehr zugelassen. „So sind deutsche Sicherheitsvorschriften“, sagt Greif. Auf den
Philippinen, wohin Greif private
Kontakte auch zu Rettungskräften
unterhält und das Land schon mehrmals besuchte, sei das anders. „Das
Matarial ist doch noch in Ordnung“,
werde dort dringend gebraucht, sagt
er. Greif will die Helme mit der Post
verschicken. (ts)
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Freitag, 12. Dezember 2014
Freie Presse
15
Traueranzeigen
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16 Freie Presse
LOKALSPORT
Spitzenreiter zu Verfahren
Gast in Pausa beginnt
NACHRICHTEN
GEWIC HTHEBEN
Meisterschaft für
Schüler-Teams
Die Zweitligaringer der WKG Pausa/
Plauen empfangen morgen Abend
den Spitzenreiter FC Erzgebirge
Aue. Zum letzten Heimkampf der
Saison werden ab 19.30 Uhr in der
Pausaer Schulturnhalle wie in den
Duellen zuvor mehr als 300 Zuschauer erwartet. Die Erzgebirger
wollen beim Tabellenvorletzten
Platz 1 verteidigen. Sie sind jedoch
in Zugzwang geraten, denn der
jüngste Kampf wurde vor 14 Tagen
in Markneukichen 14:15 verloren.
In Aue unterlag die WKG Pausa/
Plauen 6:22. Solch eine Pleite wollen die vom Abstieg bedrohten
Vogtländer morgen nicht erneut erleben. Dabei hoffen sie auch auf die
lautstarke Unterstützung ihrer
Fans. „Wenn wir erfolgreich loslegen, wird unser Gegner davon beeindruckt sein. In der Rückrunde ist
Aue nicht mehr so stark wie zuvor“,
sagte WKG-Trainer Silvio HoffFOTO; OLIVER ORGS
mann. (rjö)
PLAUEN — Der AC Atlas Plauen rich-
tet morgen die erste Deutsche Meisterschaft für Vereinsmannschaften
der Schüler sowie den Wettbewerb
um den Schülerpokal der Deutschen Gewichtheberjugend aus.
Mehr als 100 Athleten aus sechs
Bundesländern nehmen teil. Vom
AC Atlas und der TSG Rodewisch
startet jeweils ein Team. Los geht es
ab 9.30 Uhr in der Mehrzweckhalle
an der Europaratstraße mit dem
fünften Durchgang des Wettkampfs
um den sächsischen Schülerpokals.
11.30 Uhr beginnt der Wettkampf
um den besten deutschen Verein bei
den Schülern der Jahrgänge 2000 bis
2002. Neben Athletikübungen stehen Reißen und Stoßen mit Technikwertung auf dem Programm.
Neben einer Team- gibt es eine Einzelwertung. Die Siegerehrung wird
gegen 18 Uhr stattfinden. (ber)
BASKETBALL
Homesquad
empfängt Leipzig
Freitag, 12. Dezember 2014
In Krefeld soll es besser laufen
PLAUEN — Die Oberliga-Basketballer
des Tabellensiebenten Homesquad
Plauen empfangen am Sonntag zum
Jahresabschluss den BBV Leipzig II.
Die Gäste belegen mit zehn Punkten
Platz 3. Das Spiel beginnt 16 Uhr in
der Helbig-Halle. Vorigen Sonntag
besiegten die Plauener in Chemnitz
die favorisierte SG Adelsberg 68:64 .
Oliver Stegner war mit 30 Punkten
erfolgreichster Werfer. (bw)
Ein Punktspiel und ein
Pokalspiel müssen die
Bundesliga-Wasserballer
des SVV Plauen am
Wochenende bestreiten.
WASSERBALL
PLAUEN — Neben dem regulären
U 17 Zweiter
der Bundesliga
morgigen Spiel der Deutschen Wasserballliga gegen den SV Krefeld
steht dem Team um Trainer Jörg
Neubauer am Sonntag noch eine
Pokalpartie bei den Wassersportfreunden Hannover bevor. Das
Hauptaugenmerk der Plauener liegt
aber vornehmlich auf dem Ligaspiel
am Samstag. In Krefeld möchte Trainer Jörg Neubauer möglichst zwei
Punkte erobern, bevor sich das Team
noch am selben Abend in die niedersächsische Landeshauptstadt aufmacht.
Die Krefelder Kontrahenten sind
keineswegs leichte Gegner für den
SVV. Verstärkt durch zwei Spieler
PLAUEN — Mit zwei Partien setzen die
unter 17-jährigen Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen die Punktspielrunde in der Gruppe B fort. Sie
belegen nach fünf Spielen mit neun
Zählern Platz 2. Morgen, 16 Uhr ist
das SVV-Team beim SV Weiden
(5. Platz, 4 Punkte) zu Gast. Am
Sonntag, 11 Uhr folgt in Plauen das
Rückspiel. Voriges Wochenende
trennte sich der SVV von der SG
Neukölln Berlin 11:11 und schlug
den Hamburger TB 23:6. (jeel/fp)
VON MICHAEL KLEIN
mit Nationalmannschaftserfahrung
und derzeit auf Tabellenplatz 4 liegend, haben sie sich wie die Plauener den Aufstieg in die A-Gruppe
vorgenommen. Trainer Jörg Neubauer: „Die Krefelder haben mit
Sven Roessing und Tobias Kreuzmann zwei erstklassige, international erfahrene Spieler verpflichtet.
Generell besteht die Mannschaft aus
einer guten Mischung von älteren
Sportlern mit sehr viel Erfahrung,
die durch talentierte Jugendspieler
ergänzt werden. Die Nachwuchsarbeit der Krefelder befindet sich auf
einem sehr hohen Niveau, das Team
ist insgesamt äußerst stark, doch sie
sind nicht unschlagbar.“
Das vorigen Samstag verloren
gegangene Spiel gegen den SC Neustadt haben die Plauener ausgewertet. Neubauer: „Der Sieg in Neustadt
wäre trotz dezimierter Bank ohne
die individuellen Fehler erreichbar
gewesen, diese Fehler gilt es am
Wochenende abzustellen. Die Verteidigungsarbeit war ein besonders
großes Manko, bei Krefelds starkem
Center und den treffsicheren Rück-
raumschützen müssen wir mit einer
besseren Übersicht spielen. Fehler
können wir uns einfach nicht erlauben. Außerdem muss der gesperrte
Peter Karteszi kompensiert werden,
Da sehe ich gute Chancen für unsere
Auswechselspieler, ihre Klasse zu
beweisen. Zudem können wir wieder auf Stepan Rezek zurückgreifen.“
„Beim Spiel gegen
Hannover treffen
ganz klar Amateure
auf Profis.“
Jörg Neubauer Plauener Trainer
Der Begegnung mit dem momentan
Zweitplatzierten der Bundesligagruppe A am Folgetag blickt der
Plauener Coach gelassen entgegen:
„Das zusätzliche Spiel macht das
Wochenende anstrengender und
umfangreicher, doch das nehmen
wir alle recht locker und sportlich.
Wir versuchen, uns so teuer wie
möglich zu verkaufen. Allerdings
bereiten wir uns auf diese Partie
nicht speziell vor. Beim Spiel gegen
Hannover treffen ganz klar Amateure auf Profis. Es wird für uns ein
spannendes Erlebnis, auf Wasserballgrößen wie Roger Kong oder
Pedrag Jokic, einen der weltbesten
Centerverteidiger, zu treffen. Hannover ist eine international konkurrenzfähige Mannschaft. In Deutschland gibt es nur wenige, die ihr Paroli bieten können.“
Das Aufeinandertreffen mit den
Hannoveranern ist das letzte Pflichtspiel des Jahres für das Team des
SVV. Das erste Bundesligaspiel der
Plauener im neuen Jahr wird am
17. Januar vor heimischer Kulisse
im Stadtbad gegen den OSC Potsdam
ausgetragen.
Anpfiff ist morgen 18 Uhr im
Badezentrum Krefeld-Borkum, am
Adventssonntag werden die Plauener um 10 Uhr im Stadionbad Hannover gefordert.
im Januar
Fußball: VFC informiert
Sponsoren zur Insolvenz
PLAUEN — Anfang Januar wird das
vom VFC Plauen beantragte Insolvenzverfahren eröffnet. Wie es
danach mit dem zahlungsunfähigen
Verein weitergeht, wollten am Mittwoch mehr als 50 Sponsoren sowie
weitere Repräsentanten aus Politik
und Wirtschaft wissen. Der Verein
hatte zu einem Informationsgespräch eingeladen. 960.000 Euro
betragen die Gesamtverbindlichkeiten. Es gibt insgesamt 45 Gläubiger.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Siemon sieht Chancen,
dass der VFC die schwerste Krise seiner Vereinsgeschichte übersteht. Ob
die Regionalliga-Elf jedoch ab Februar Punkt- oder nur Freundschafspiele bestreitet, ist aus seiner Sicht noch
ungewiss. Siemon: „Es wird ein
Insolvenzplan aufgestellt. Der soll
eigentlich den Verein retten. Nach
Eröffnung des Insolvenzverfahrens
muss aber nach Festlegungen des
DFB die erste Mannschaft nach der
laufenenden Saison mindestens
eine Klasse tiefer spielen.“ Er will
deshalb gerichtlich gegen die Spielordnung sowie den Zwangsabstieg
vorgehen und eine einstweilige Verfügung erwirken. Unabhängig von
Siemons Aktivitäten müsse der VFC
dafür sorgen, dass der Spielbetrieb
für alle Teams aufrechterhalten werden könne. Dazu gelte es, die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen. Siemons Forderung, die Kosten
weiter zu senken, pflichtete Steuerberaterin Brigitte Juschten bei. In
den vergangenen Jahren seien zwar
die Personalkosten reduziert worden, aber auch die Sponsoreneinnahmen gingen zurück. Es müsse
gelingen, dass künftig mehr Sponsoren Fußballer beschäftigen, die nur
noch zu einem geringen Teil vom
VFC finanziert werden.
Sportdirektor André Rabe sagte:
„Spieler und Trainer wollen nächsten Monat wissen, wie es weitergeht.
Nur wenn wir ihnen eine Perspektive aufzeigen, werden die meisten
hoffentlich bleiben. Falls bis zur am
31. Januar endenden Wechselfrist
keine Klarheit besteht, werden einige gehen.“ (bw)
A N ZE I G E
TERMINE
Wasserball
Deutsche Wasserball-Liga Männer
Samstag, 18 Uhr:
SV Krefeld
- SVV Plauen
3. Vorrunde um den Pokal des DSV
Sonntag, 10 Uhr:
Waspo Hannover – SVV Plauen
2. Bundesliga Nord
Samstag, 19.30 Uhr:
Pausa/Plauen
- FCE Aue
Regionalliga Männer
Samstag, 19 Uhr:
VSV Oelsnitz
- USV TU Dresden
Regionalliga, Aufstiegsrunde
Samstag, 16 Uhr, Turnhalle Weischlitz:
Pausa/Plauen II - Artern
Bezirksliga Frauen
Samstag, 10 Uhr:
FSV Reichenbach gegen Thalheim und anschließend gegen Chemnitz-Harthau.
Samstag, 14 Uhr:
Nassau gegen Oberlosa und anschließend gegen Schwarzenberg-Wildenau.
Textima Süd gegen VSV Göltzschtal und anschließend gegen 1. VV Freiberg.
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1. Bundesliga Frauen
Sonntag, 10 Uhr, Rodewisch:
Rodewisch
- Bad Königshofen
Regionalliga Frauen
Sonntag, 9 Uhr:
Rodewisch II
- Merseburg
2. Bundesliga Nord/Ost Männer
Samstag, 14 Uhr:
Auma
- Mehltheuer
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Verbandsliga Männer
Samstag, 13 Uhr:
Treuen
- Sprotta
MSV Bautzen
- Auerbach
Verbandsliga Frauen
Sonntag, 9.15 Uhr:
Auerbach
- Siegmar
Post Leipzig
- Mehltheuer
2. Verbandsliga Frauen
Sonntag, 9.15 Uhr:
SV Leipzig
- Treuen
Mittweida
- Reichenbach/Mylau
Bezirksliga Männer
Sonntag, 9 Uhr:
Plauen
- Zschorlau
Mühltroff
- Werdau
Ellefeld
- Geyer
1. Bezirksklasse Männer
Sonntag, 9 Uhr:
Adorf
- Auerbach II
Mehltheuer II
- Johanngeorgenst.
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2. Bezirksklasse Männer
Sonntag, 9 Uhr:
Zschorlau II
- Lengenfeld
3576774-10-1
Vogtlandliga Männer
Samstag, 13 Uhr:
R’bach/Mylau
- Markneukirchen
Oberlauterbach - Neundorf
Weischlitz
- Auerbach III
Schwarzhammer. - Neustadt
Volleyball
Kegeln
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- Leubnitz
- Zwickau Süd
Ringen
Schach
Lichtentanne
Falkenstein
Bezirksklasse Männer
Samstag, 13 Uhr:
Oelsnitz II gegen St. Egidien II und anschließend gegen Glauchau/Niederlungwitz.
Samstag, 14 Uhr:
Crimmitschau gegen Oberreichenbach und anschließend gegen Göltzschtal.
Wildenfels gegen Hartenstein-Zschocken und
anschließend gegen VSV Reichenbach.
Bezirksklasse Frauen
Samstag, 14 Uhr:
Oberlosa II gegen Albernau und anschließend
gegen Werdau.
Ortmannsdorf gegen Lichtenstein III und anschließend gegen Schöneck.
Vogtlandliga Männer
Mittwoch, 20.30 Uhr:
VVV Plauen
- Post Plauen/TSG Jocketa
Vogtlandklasse Männer
Donnerstag, 20.30 Uhr:
Friesen
- Lok Adorf II
Handball
Mitteldeutsche Oberliga Männer
Samstag, 19 Uhr:
Aschersleben
- Einheit Plauen
Landespokal-Viertelfinale Männer
Samstag, 16.30 Uhr:
Elbfl. Dresden II - Oberlosa
Landespokal-Viertelfinale Frauen
Sonntag, 16 Uhr:
Neudorf/Döbeln - Oberlosa
2. Bezirksklasse Männer
Samstag, 17 Uhr:
Klingenthal
- Fraureuth II
Basketball
Oberliga Männer
Sonntag, 16 Uhr:
Homesq. Plauen - BBV Leipzig II
Fußball
Landesklasse Männer
Samstag, 13.30 Uhr:
Stollberg
- VFC Plauen II
Sonntag, 13.30 Uhr:
German. Chemnitz - Reichenbacher FC
Schneeberg
- Fortuna Plauen
Vogtlandliga Männer
Sonntag, 14 Uhr:
Werda
- Kottengrün
Hallenkreismeisterschaft Männer
Vorrunde C
Samstag, 14 Uhr, Wieprechtstraße Plauen mit
Rodewisch, Dorfstadt, Syrau, Großzöbern,
Rebesgrün, Brunn und Trieb
Vorrunde D
Sonntag, 14 Uhr, Wieprechtstraße Plauen mit
Wernitzgrün, Wildenau, Rothenkirchen, Oelsnitz, Taltitz und VFC Reichenbach
Tennis
Winterrunde Bezirksliga Männer 40
Samstag, 13 Uhr:
ETC Crimmitschau - Reichenbach
Winterrunde Bezirksklasse Aktive Mixed
Samstag, 10 Uhr:
TC Plauen II
- Flöha-Plaue
Sonntag, 10 Uhr:
TC Plauen
- IFA Chemnitz
Wintercup 1. Kreisklasse Männer
Samstag, 9 Uhr:
Reichenbach II
- 1. TC Zwickau
Winterrunde Kreisklasse Aktive
Samstag, 13 Uhr:
Greiz
- TC Plauen II
Winterrunde 2. Kreisklasse Aktive
Sonntag, 13 Uhr:
TC 06 Plauen
- Falkenstein II
Faustball
Landesliga Männer
Sonntag, 10 Uhr, Turnier in Lengenfeld mit
SG Waldkirchen, SSV St. Egidien und Stahl
Schmiedeberg
SPORT
Freitag, 12. Dezember 2014
NACHRICHT
HANDBALL
Meinhardt fällt Rest
der Hinrunde aus
Freie Presse
CFC-Trainer Heine: Wir
betreiben keinen Aktionismus
NEUHAUSEN — In der vergangenen
Saison waren die Auer ZweitligaHandballer gegen den TV Neuhausen komplett leer ausgegangen. Am
Mittwochabend durften sie jubeln.
Den Schützlingen von EHV-Trainer
Runar Sigtryggsson gelang in Neuhausen ein überraschend deutlicher
27:22 (14:8)-Auswärtssieg. „Ich bin
mit meiner Mannschaft wirklich
sehr zufrieden“, lobte Sigtryggsson,
der auf Eric Meinhardt verzichten
musste. Der Kapitän hatte sich im
Punktspiel gegen Rimpar den Mittelfinger der Wurfhand gebrochen
und muss die verbleibende Hinrunde pausieren. Umso erfreulicher war
die Tatsache, dass sich Spieler wie
Adam Mazur (vier Treffer) mit dem
Anwurf aktiv einbrachten und für
Torgefahr sorgten. (wf)
EHV: Musil, Petursson, Mägi (2), Schäfer (2),
Sigtryggsson (2), Roch (2), Sommer (5/5),
Gunnarsson, Faith, Mazur (4), Sigthorsson (4),
Paraschiv, Kempe (4), Runarsson (2). Siebenmeter: TVN: 3/2; EHV: 5/5. Zeitstrafen: TVN:
4 min + Disquali. Theilinger; EHV: 4. Zu.: 642.
SR: Hurst/Krag (Frankfurt/Oberursel).
ERGEBNISSE
Fussball
Champions League, Gruppe E: AS Rom Manchester City 0:2 (0:0); Schiedsrichter: Mazic (Serbien); Tore: 0:1 Nasri (60.), 0:2 Zabaleta (86.); Zuschauer: 54 119.
Bayern München - ZSKA Moskau 3:0 (1:0)
München: Neuer - Jerome Boateng, Dante (V),
Bernat - Rode, Schweinsteiger - Hojbjerg,
Gaudino (73. Weiser) - Müller (46. Robben),
Götze, Ribery (46. Lewandowski). SR: Benquerenca (Portugal); Tore: 1:0 Müller (18., Foulelfmeter), 2:0 Rode (84.), 3:0 Götze (90.); Zuschauer: 68.000.
1. Bayern München
6 5 0 1 16:4
15
2. Manchester City
6 2 2 2 9:8
8
3. AS Rom
6 1 2 3 8:14
5
4. ZSKA Moskau
6 1 2 3 6:13
5
Gruppe F: FC Barcelona - Paris St.-Germain
3:1 (2:1); SR: Atkinson (England); Tore: 0:1
Ibrahimovic (15.), 1:1 Messi (19.), 2:1 Neymar (42.), 3:1 Suárez (77.); Zuschauer:
82.570. Ajax Amsterdam - APOEL Nikosia
4:0 (1:0); SR: Velasco (Spanien); Tore: 1:0,
2:0 Schöne (45.+1/FE, 50.), 3:0 Klaassen
(53.), 4:0 Milik (74.); Zuschauer: 51.769.
1. FC Barcelona
6 5 0 1 15:5
15
2. Paris St.-Germain
6 4 1 1 10:7
13
3. Ajax Amsterdam
6 1 2 3 8:10
5
4. APOEL Nikosia
6 0 1 5 1:12
1
Gruppe G: FC Chelsea - Sporting Lissabon
3:1 (2:0); SR: Moen (Norwegen); Tore: 1:0 Fàbregas (8./FE), 2:0 Schürrle (16.), 2:1 Silva
(50.), 3:1 Mikel (56.); Zuschauer: 41.089.
NK Maribor - FC Schalke 04 0:1 (0:0)
Schalke: Fährmann - Neustädter, Kirchhoff,
Höwedes - Uchida, Barnetta (56. Meyer),
Aogo, Höger (88. Ayhan), Fuchs - Choupo-Moting, Huntelaar (90.+2 Friedrich); SR: Marciniak (Polen); Tor: 0:1 Meyer (62.); Zu.: 12.500.
1. FC Chelsea
6 4 2 0 17:3
14
2. FC Schalke 04
6 2 2 2 9:14
8
3. Sporting Lissabon
6 2 1 3 12:12
7
4. NK Maribor
6 0 3 3 4:13
3
Gruppe H: FC Porto - Schachtjor Donezk 1:1
(0:0); SR: Buquet (Frankreich); Tore: 0:1 Stepanenko (50.), 1:1 Aboubakar (87.); Zuschauer: 28.010. Athletic Bilbao - Borissow 2:0
(0:0); SR: Orsato (Italien); Tore: 1:0 San José
(47.), 2:0 Susaeta (88.); Zuschauer: 42.852.
1. FC Porto
6 4 2 0 16:4
14
2. Schachtjor Donezk 6 2 3 1 15:4
9
3. Athletic Bilbao
6 2 1 3 5:6
7
4. BATE Borissow
6 1 0 5 2:24
3
Gruppen-1. und -2. im Achtelfinale, Gruppen3. in der Europa-League-Zwischenrunde. Die
Auslosung der Achtelfinalpaarungen findet am
kommenden Montag in Nyon statt.
Handball
2. Bundesliga, Männer, 17. Spieltag: Essen Hüttenberg 18:18 (6:10), Nordhorn-Lingen Baunatal 29:22 (15:9), Hildesheim - Bad
Schwartau 20:19 (7:9), Eisenach - Dormagen
31:26 (15:12), Rostock - Saarlouis 26:30
(13:15), Hamm-Westfalen - Leipzig 31:27
(11:10), Großwallstadt - Emsdetten 29:18
(14:11), Neuhausen - Aue 22:27 (8:14), Rimpar - Coburg 32:28 (15:14), Henstedt-Ulzburg
- Bittenfeld 24:24 (12:13).
A N ZE I G E
KONTAKTE
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Schaffen die Chemnitzer
noch in diesem Jahr die
Kehrtwende? Mit dem
VfL Osnabrück und eine
Woche später Arminia
Bielefeld warten zwei hohe
Auswärtshürden.
VON STEFAN GEYLER
CHEMNITZ — Die Situation für CFC-
Trainer Karsten Heine war schon
wesentlich entspannter als in den
vergangenen Tagen. Nach drei Niederlagen in Folge – zwei davon vor
heimischer Kulisse – ist der Drittligist in der Bringeschuld. Seinen Fans
gegenüber, aber auch sich selbst.
Denn vom Schwung des Saisonbeginns sowie der erfrischenden und
unbekümmerten Spielweise ist
nicht mehr viel übrig geblieben. Die
sportliche Leistung in der ersten
Halbzeit gegen den Halleschen FC
stellte dabei den Tiefpunkt dar.
Karsten Heine hat deshalb in dieser Woche reagiert und nach seinen
Worten mehr „Basics“ eingebaut.
Soll heißen, dass vor allem an der
Zweikampfführung gearbeitet wurde, die aus seiner Sicht zu lasch war,
und der zuletzt der nötige Biss fehlte. „Es ist wieder ein Ruck durch die
Mannschaft gegangen. Wir haben
uns zusammengesetzt und verständigt, dass von jedem die Trainingsintensität wieder erhöht werden
muss“, sagt Kevin Conrad. Der Abwehrspieler hatte in den letzten vier
Partien wegen einer Innenbanddehnung im rechten Knie gefehlt. „Es
war nicht immer ein schönes Gefühl, da zuzuschauen“, gestand er
gestern freimütig.
Morgen beim VfL Osnabrück ist
es für Kevin Conrad mit dem Zuschauen vorbei. Der Abwehrspieler
rückt nach seiner Verletzung wieder
in die Anfangself. Dort könnte er
einen alten Bekannten aus der Vorsaison wiedertreffen: Marc Hensel.
Der Ex-Auer war von Heine zu Saisonbeginn aus dem Profikader gestrichen worden und kam seit dieser
Basketball
Seine Miene spricht Bände: CFC-Trainer Karsten Heine muss mit seiner Mannschaft in der 3. Liga noch in diesem Jahr
FOTO: PICTURE POINT/K. KUMMER
die Kurve kriegen.
Zeit nur in der U23-Elf des CFC zum
Einsatz. „Das ist kein Aktionismus.“
Der CFC-Coach legt auf diese Feststellung großen Wert.
Zweifel sind jedoch angebracht.
Der 28-Jährige war aussortiert worden, weil er den Anforderungen Heines an den modernen Fußball nicht
mehr entsprach. Jüngere Spieler waren für ein laufintensives Spiel offenbar prädestinierter. Nun also die
Kehrtwende. Hensel habe vorbildlich seine neue Rolle in der zweiten
Mannschaft angenommen und mit
Leben erfüllt. „Marc Hensel hat die
Truppe geführt und ist zu einer
mentalen Stütze geworden“, lobt der
Coach seinen Edelreservisten, der
bisher 34 Spiele für den CFC bestritten hat. Auf alle Fälle wird Hensel
heute mit im Bus nach Osnabrück
sitzen. Ob er von Anfang an randarf
oder zunächst auf der Bank Platz
nimmt, ließ Karsten Heine gestern
offen.
Bei den Chemnitzern nehmen
vor den beiden wichtigen Auswärtsspielen die Personalsorgen weiter
zu. Mit Dan-Patrick Poggenberg fällt
in Osnabrück ausgerechnet einer
der zuverlässigsten Spieler in der
bisherigen Saison aus. Der Abwehrspieler hatte sich in dieser Woche im
Training einen Kapselriss und eine
Bänderdehnung im Sprunggelenk
zugezogen. Wer ihn vertreten wird,
ist noch offen. Erster Kandidat ist
Stefano Cincotta, aber auch Marcel
Hofrath käme laut Heine infrage.
Benefizspiel gegen VFC Plauen
Der Chemnitzer FC greift dem wirtschaftlich angeschlagenen Regionallisten VFC Plauen unter die Arme und wird am Mittwoch, dem
7. Januar, um 18 Uhr in Plauen zu
einem Benefizspiel antreten. Die gesamten Einnahmen werden für die
Rettung des VFC verwendet.
VORAUSSICHTLICHE CFC-AUFSTELLUNG:
Reule - Conrad, Röseler, Endres, Cincotta (Hofrath) - Stenzel, Danneberg (Lais) - Türpitz,
Mauersberger, Ofosu - Fink.
VARAZDIN — Sieben Wochen keinen
CHEMNITZ — Max Neukirchner startet im kommenden Jahr in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) für Yamaha.
Das bestätigte der Stollberger der
„Freien Presse“. Der 31-Jährige hatte
in dieser Saison für Ducati hinter
dem Spanier Javier Forés in der
IDM-Superbike den Vizemeistertitel
geholt. 2015 will der Sachse mit Yamaha einen erneuten Angriff auf
wissen jetzt, dass wir unter Druck
spielen können und werden auch
die Aufgabe am Freitag lösen“, meinte die frühere Leipzigerin mit Blick
auf die Partie gegen Schweden. Müller war nach einem Fingerbruch lange außer Gefecht. Gleich bei ihrem
ersten Auftritt brachte sie die Sicherheit und Durchschlagskraft zurück.
Sie steuerte fünf Tore zum Sieg bei
und verhinderte das EM-Aus. (dpa)
den Titel starten. Ausgerüstet mit
der neuen R1M hat YamahaDeutschland mit Max Neukirchner
und dem Australier Damian Cudlin
zwei erfahrene Sieganwärter. Teamchef Michael Galinski geht davon
aus, dass sich beide Piloten gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben.
Für Neukirchner ist die IDM eine
tolle Serie. „Hier macht es Spaß zu
fahren.“ (sg)
Vogtländer rechnen mit Schlammschlacht
VON MONTY GRÄßLER
SAMOKOW — Laufbandtraining statt
Testläufe auf der Wettkampfstrecke
– die unmittelbare Vorbereitung auf
die Crosslauf-EM am Sonntag im
bulgarischen Samokow hatten sich
die 25 deutschen Athleten in dieser
Woche anders vorgestellt. Auch Sebastian Hendel (19) und Fabian Gering (18) vom LAV Reichenbach, die
sich fürs U-20-Rennen qualifizieren
konnten, mussten improvisieren.
Bundesliga: Freitag, 20.30 Uhr: Hoffenheim Frankfurt. Sonnabend, 15.30 Uhr: Schalke Köln, Augsburg - Bayern München, Hertha Dortmund, Bremen - Hannover, Freiburg Hamburg, 18.30 Uhr: Mainz - Stuttgart. Sonntag, 15.30 Uhr: Leverkusen - Mönchengladbach, 17.30 Uhr: Wolfsburg - Paderborn.
2. Bundesliga: Freitag, 18.30 Uhr: Fürth - RB
Leipzig, Sandhausen - Bochum, Aue - Heidenheim. Sonnabend, 13 Uhr: Braunschweig Union Berlin, München 1860 - Karlsruhe,
Frankfurt - Düsseldorf. Sonntag, 13.30 Uhr:
St. Pauli - Darmstadt, Ingolstadt - Kaiserslautern, Aalen - Nürnberg.
3. Liga: Freitag, 19 Uhr: Mainz II - Köln. Sonnabend, 14 Uhr: Münster - VfB Stuttgart II, Erfurt - Rostock, Kiel - Dortmund II, Wehen - Unterhaching, Regensburg - Stuttg. Kickers,
Großaspach - Duisburg, Halle - Bielefeld, Osnabrück - CFC, Dyn. Dresden - Cottbus.
Landesliga: Sonnabend, 13.30 Uhr: Eilenburg
- Döbeln, FCI Leipzig - Freiberg, Markkleeberg
- Glauchau.
Landesklasse, West: Sonnabend, 13.30 Uhr:
Stollberg - VFC Plauen II, VfB Chemnitz - Lok
Zwickau, Thalheim - Rabenstein, Marienberg erg - Lößnitz. Sonntag, 13.30 Uhr: Germ.
Chemnitz - Reichenbach, Rapid Chemnitz - Gelenau, Crossen - Ifa Chemnitz, Schneeberg Fort. Plauen.
2. Bundesliga: Männer: Sonnabend, 17 Uhr:
Aue - Hamm-Westfalen (Erzgebirgshalle Lößnitz). Frauen: Sonnabend, 17 Uhr: Zwickau Rödertal (SH Zwickau-Neuplanitz).
Mitteldeutsche Oberliga: Männer: Sonnabend, 17 Uhr: HC Glauchau/Meerane - USV
Halle, 20 Uhr: HSG Freiberg - SV Hermsdorf.
Sachsenliga: Frauen: Sonnabend, 14 Uhr: BSV
Sachsen Zwickau II - VfL Waldheim.
Verbandsliga: Frauen: Sonnabend, 15 Uhr:
HC Glauchau/Meerane - Turbine Leipzig.
Max Neukirchner
wechselt zu Yamaha
Fabian Gering und Sebastian Hendel werden als
einzige Sachsen bei der
Crosslauf-EM starten. Die
Vorfreude wurde in dieser
Woche etwas getrübt.
Fußball
Handball
Handballerin Müller
verhindert EM-Aus
Ball in der Hand, dann eine Trainingseinheit und schon war Nationalspielerin Susann Müller auf Betriebstemperatur. Beim 26:24 der
deutschen Handball-Frauen im vorentscheidenden EM-Gruppenspiel
gegen Co-Gastgeber Kroatien war
die 26-Jährige am Mittwochabend
in Varazdin gleich wieder die spielbestimmende Akteurinnen. „Wir
WER, WAS, WANN, WO
Fabian
Gering
Sebastian
Hendel
Leichtathlet vom
LAV Reichenbach
Leichtathlet vom
LAV Reichenbach
FOTO: ELLEN LIEBNER
FOTO: CARSTEN STEPS
„Bei der Ankunft war der Boden
sehr aufgeweicht. Als es dann am
Montag noch stark begonnen hat zu
schneien, haben wir kurzerhand alle
Trainingseinheiten auf das Laufband verlegt“, berichtet Sebastian
Hendel. Für Tobias Blum aus Saarbrücken kam diese Maßnahme zu
spät. Er zog sich beim Training auf
dem glatten Untergrund einen Bänderanriss zu und flog vorzeitig heim.
„Das war ein Schock für uns alle“,
sagt Hendel. Klar: Die U-20-Mannschaft besteht jetzt nur noch aus
fünf Läufern. Vier müssen für die
Teamwertung ins Ziel kommen.
Oberste Priorität hat daher für die
Mittelstreckenspezialisten aus dem
Vogtland, die seit 2011 gemeinsam
bei Udo Hendel trainieren, am Sonntag gut durchzukommen. „Wir dürfen leider erst am Samstag auf die
EM-Strecke. Da Tauwetter angekündigt ist, wird es wohl schlammig
und rutschig werden“, sagt Fabian
Gering. Der Gymnasiast, der zuletzt
wegen Hüftproblemen auch einige
alternative Übungen wie Schwimmen und Radfahren einschob, holte
sich bei straffen Einheiten vor der
Abreise Selbstvertrauen für seine
erste internationale Meisterschaft.
„Ich fühle mich gut vorbereitet, freue mich auf Sonntag und werde einfach das Bestmögliche geben.“
Sein Vereinskamerad bringt Erfahrungen vom 1500-m-Rennen der
U-20-WM im Sommer in Eugene/
USA mit und versucht, sich trotz der
komplizierten Bedingungen auf das
Wesentliche zu konzentrieren. Sebastian Hendel: „Zumindest der Plan
mit der Höhenanpassung ist aufgegangen.“ Samokow liegt auf 1300 m
Höhe, das Hotel 200 m höher. „Und
mit dem Wetter müssen ja die anderen auch alle zurechtkommen.“
Fürs Vogtland ist der Start zweier
Läufer bei der Cross-EM ein bisher
einmaliger Erfolg. Dazu kommt: Fabian Gering schaffte die Quali trotz
Pfeifferschem Drüsenfieber im Sommer. Und Sebastian Hendel, der über
ein Sportstipendium in New York
studiert, war extra fürs Nominierungsrennen angereist.
Bundesliga: Frauen: Sonntag, 16 Uhr: Wasserburg - Chem-Cats.
2. Bundesliga Pro A: Männer: Sonnabend,
20 Uhr: Vechta - BV Chemnitz.
2. Regionalliga: Männer: Sonnabend, 20 Uhr:
BV Chemnitz II - Leipzig Eagles.
Oberliga: Männer: Sonntag, 14.30 Uhr: Freiberg - Ottendorf-O., 16 Uhr: Plauen - BV Leipzig II.
Landesliga: Männer: Sonnabend, 13 Uhr: BV
Chemnitz III - Adelsberg II. Sonntag, 15 Uhr:
SSV Chemnitz - Sörnewitz, 16 Uhr: Mittweida BC Dresden II.
Bezirksliga: Männer: Freitag, 20.20 Uhr: SSV
Chemnitz - Limbach II. Sonnabend, 10 Uhr:
SSV Lichtenstein - Lok Chemnitz, 14.30 Uhr:
Zwickau - Freiberg. Sonntag, 14 Uhr: Dittersbach - Limbach, 15 Uhr: Meerane - BV Lichtenstein.
Volleyball
2. Bundesliga: Frauen: Sonnabend, 19 Uhr:
Chemnitz - Stuttgart II (Forststr.).
Regionalliga Ost: Frauen: Sonnabend, 19
Uhr: SSV Lichtenstein - Juniors Thüringen.
Sachsenklasse West: Frauen: Sonnabend, 14
Uhr: Adelsberg - VV Grimma II, - Mauersberg.
Bezirksliga: Männer: Sonnabend, 14 Uhr:
Hormersdorf - SSV Chemnitz, - Mauersberg.
Frauen: Sonnabend, 10 Uhr: FSV Reichenbach
- Tanne Thalheim, - SV Chemnitz-Harthau, 14
Uhr: Textima Süd - Göltzschtal, - VV Freiberg,
Nassau - Plauen-Oberlosa, - Schwarzenberg
Wildenau. Sonntag, 11 Uhr: SV Chemnitz-Harthau III - SSV Lichtenstein, - Zschopau II.
Eishockey
DEL2: Freitag, 20 Uhr: Crimmitschau - Landsberg (Sahnpark). Sonntag, 18.30 Uhr: Ravensburg - Crimmitschau.
Oberliga Ost: Sonntag, 17 Uhr: Schönheide Niesky.
Ringen
2. Bundesliga: Sonnabend, 16 Uhr: Werdau Lübtheen, 19.30 Uhr: Gelenau - Greiz, Pausa/Plauen - Aue, Thalheim - Leipzig.
Regionalliga: Aufstiegsgruppe 1-6, Rückrunde: Sonnabend, 14 Uhr: Werdau II - SV
Berlin, 16 Uhr: Pausa/Plauen II - Artern,
17.30 Uhr: Lugau - Potsdam. Abstiegsgruppe
7-10: Rückrunde: Sonnabend, 19.30 Uhr:
Thalheim II - Leipzig/Großlehna, Auerbach Frankfurt/O.
Kegeln
Bundesliga 120: Männer: Sonnabend, 13
Uhr: TSV Zwickau - Rot-Weiß Zerbst.
2. Bundesliga 120: Männer: Sonnabend, 13
Uhr: Freiberg - Elsterwerda.
Verbandsliga 120: Männer: Sonnabend, 13
Uhr: Siegmar Chemnitz - Taucha, Treuen Sprotta, Freiberg II - Mickten Dresden (9.30
Uhr). Frauen: Sonntag, 9.15 Uhr: Grüna - Sörnewitz, Auerbach - Siegmar Chemnitz.
2. Verbandsliga 120: Männer: Sonnabend,
13 Uhr: Krumhermersdorf - Hoyerswerda.
200: Sonnabend, 13 Uhr: Cranzahl - Flöha, Eska Chemnitz - Thonberg. Frauen: Sonntag,
9.15 Uhr: Thurm - Torgau, Mittweida - Reichenbach/Mylau.
Bezirksliga: Männer: Sonntag, 9 Uhr: Plauen
- Zschorlau, Mühltroff - Werdau (in Elsterberg), Ellefeld - Geyer (in Treuen), Neukirchen
- MIttelbach (13.30 Uhr in Oelsnitz/E.).
Tennis
Landesverbandsliga: Herren: Sonntag, 14
Uhr: TC Limbach – Sport Leipzig II (Sportcenter Chemnitz).
Tischtennis
3. Bundesliga: Damen: Sonnabend, 18 Uhr:
Rapid Chemnitz - TTC Schwarza.
Sachsenliga: Herren: Sonnabend, 18 Uhr:
Lok Zwickau - Rot. Süd Leipzig. Damen: Sonnabend, 10 Uhr: Lok Zwickau II - TTC Neukirch,
14.30 Uhr: TTV Hohndorf - TTC Neukirch.
1. Bezirksliga: Herren: Sonntag, 10 Uhr: TTV
Hohndorf – TTC Lugau.
Schwimmen
Int. Erzgebirgsschwimmcup in Marienberg,
Sonnabend und Sonntag ab 8.45 Uhr (Freizeitbad Aqua Marien, Am Lautengrund 5).
Radsport
Querfeldeinrennen „Rund um die Radrennbahn“ im Sportforum Chemnitz, Finallauf
zum mitteldeutschen Bioracer-Cup, Sonntag,
10 Uhr: Schülerklassen U 11 bis U 13 (Crosslauf), 11.15 Uhr: Frauen-Elite, 12 Uhr: Senioren, 13 Uhr: Männer –Elite, 14.15 Uhr: Hobbyfahrer ab 18 Jahre.
SPORT
Freie Presse
Freitag, 12. Dezember 2014
Fernando Alonso kehrt in die McLaren-Familie zurück
NACHRICHTEN
EUROPA LEAGUE
Gladbach und
Wolfsburg weiter
Eiskunstlauf: Lutricia
Bock mit Medaillenchance
LILLE/MÖNCHENGLADBACH — Perfekte
Bilanz für die Bundesliga: Nach den
vier deutschen Champions-LeagueKlubs haben sich eine Etage tiefer
auch Borussia Mönchengladbach
und der VfL Wolfsburg keine Blöße
gegeben und die K.o.-Runde in der
Europa League erreicht. Die Gladbacher sicherten sich durch das 3:0
(1:0) gegen den Schweizer Pokalsieger FC Zürich nicht nur das Ticket
für die nächste Runde, sondern auch
den Sieg in der Gruppe A. Die Wolfsburger bewiesen in ihrem „Endspiel“ um den zweiten Gruppenplatz beim OSC Lille Nervenstärke
und gewannen trotz einer mehr als
halbstündigen Unterzahl 3:0 (1:0).
In der Runde der letzten 32, die am
Montag ausgelost und am 19. und
26. Februar 2015 ausgespielt wird,
zählt Gladbach zu den gesetzten
Teams, dennoch drohen Hammergegner wie der FC Liverpool oder der
AS Rom. Die Gladbacher blieben
auch im achten internationalen
Spiel der Saison ungeschlagen und
ließen von Beginn an nichts anbrennen. Patrick Herrmann (31.) und
Branimir Hrgota (58./64.) trafen.
„Der Schritt ist international gut für
uns, denn die Gruppe war schwer“,
sagte Trainer Lucien Favre beim TVSender Sky (sid).
CHEMNITZ/STUTTGART —
Bei den
deutschen Meisterschaften der Eiskunstläufer am Wochenende in
Stuttgart könnte es aus Chemnitzer
Sicht nach längerer Abstinenz wieder eine Medaille bei den Damen geben. Die erst 16-jährige Lutricia Bock
visiert auf alle Fälle einen Podestplatz an, möglichst den silbernen.
Denn dieser berechtigt zur Teilnahme an der EM, die Ende Januar in
Stockholm stattfindet. „Ich bin ganz
zuversichtlich, dass ich das schaffen
kann. Das Training lief zuletzt gut“,
Lutricia Bock
Eiskunstläuferin
FOTO: ANDREAS SEIDEL
Sieben Jahre nach der Trennung ist die Rückkehr
von Fernando Alonso (Foto) zum Formel-1-Traditionsteam McLaren perfekt. Als Antrittsgeschenk erfüllte der britische Rennstall dem Spanier gestern seinen Wunsch und verlängerte
den Vertrag mit Routinier Jenson Button. Die
beiden Ex-Weltmeister sollen das ins Strau-
cheln geratene Team gemeinsam mit dem neuen Motorenpartner Honda zurück an die Spitze
der Königsklasse führen. „Wir haben die Zeit,
wir haben Hoffnungen und wir haben die notwendigen Mittel. Lasst die Legende wiederkehren, das ist unsere Herausforderung“, erklärte
Alonso. Der 33-Jährige – das Foto zeigt ihn 2007
im McLaren-Mercedes – hatte nach fünf titellosen Jahren bei Ferrari seinen Platz für Sebastian
Vettel geräumt. Schon lange galt als ausgemacht, dass McLaren sein neuer Arbeitgeber
wird, zumal Honda für das Comeback als Formel-1-Motorenbauer auf einen Star-Piloten geFOTO: KERIM OKTEN/DPA
drängt hatte.
SKISPRINGE N
Freitag verzichtet auf
Reise nach Russland
NISCHNI TAGIL — Skispringer Richard
Freitag hat wegen eines grippalen
Infekts auf die Reise zum Weltcup
im russischen Nischni Tagil verzichtet. „Wir haben uns entschieden,
dass er die kommenden Tage nutzt,
um sein Krafttraining zu absolvieren“, sagte Bundestrainer Werner
Schuster. Der Erzgebirger soll Mitte
Dezember in Engelberg zur Generalprobe für die Vierschanzentournee
wieder zum Team stoßen. (sid)
Top11-Prognose
Bundesliga:
Augsburg - Bayern München
Schalke - 1. FC Köln
Hertha BSC - Dortmund
Leverkusen - M’gladbach
2. Bundesliga:
Erzgebirge Aue - Heidenheim
Braunschweig - Union Berlin
Ingolstadt - K’lautern
3. Liga:
Hallescher FC - Bielefeld
RW Erfurt - Hansa Rostock
Osnabrück - Chemnitzer FC
Dynamo Dresden - Cottbus
Kritik an Radsport-Weltverband
nach Freifahrtschein für Astana
Das umstrittene Radprofiteam aus Kasachstan hat
die World-Tour-Lizenz für
2015 erhalten, obwohl es
zuletzt durch fünf Dopingfälle erschüttert wurde.
VON ANDREAS ZELLMER
1:2
2:0
1:1
1:0
1:0
2:1
1:1
1:1
2:1
1:1
1:0
Chemnitzerin
kämpft um
EM-Ticket
BERLIN/AIGLE — Nach der Fahrerlaubnis für das von Dopingfällen erschütterte Astana-Team steht der
Radsport-Weltverband UCI heftig in
der Kritik. „Wie lächerlich kann
dieser Sport sein. Genug ist genug“,
twitterte der Brite Peter Kenaugh
aus dem Sky-Team von Ex-Toursieger Chris Froome. „Das zarte Pflänzchen, dass sich im Radsport doch
vielleicht etwas zum Positiven ändern kann, wurde zertrampelt. Die
UCI scheute offensichtlich das Risiko einer Prozess-Lawine“, vermutete
der dopinggeständige Ex-Radprofi
Jörg Jaksche.
Zuvor hatte die UCI dem durch
zahlreiche Dopingfälle und weitere
handfeste Vorwürfe schwer in Bedrängnis geratenen Astana-Team im
zweiten Anlauf doch die Lizenz für
die World-Tour 2015 erteilt. Die umstrittene Mannschaft aus Kasachstan wird seit der Gründung 2006
von dem Ex-Doper Alexander Winokurow geführt und seit dieser Zeit
von einschlägigen Schlagzeilen begleitet. Auf seiner Homepage teilte
das Team voller Genugtuung mit:
„Astana ist stolz und glücklich
bekanntzugeben, dass wir die Lizenz
erhalten haben. Ein Dankeschön an
Alexander
Winokurow
Astana-Chef
FOTO: YOAN VALAT/DPA
unsere Fahrer, die Betreuer, die Familien, Sponsoren und Freunde.“ Darunter prangt ein Foto des bestbezahlten Angestellten Winokurows:
Der aktuelle Tour-Sieger Vincenzo
Nibali sticht im Gelben Trikot aus
dem Fahrerfeld hervor.
Kenaughs Landsmann Brian
Cookson, der 2013 das UCI-Spitzenamt als Aufräumer angetreten hatte,
erweist sich als „zahnloser Tiger“,
wie Jaksche erklärte. Der UCI-Boss
verwies zwar darauf, dass die Lizenz
auf „Bewährung“ erteilt worden sei.
Zum einen stehe eine Untersuchung
einer unabhängigen Kommission
der Universität Lausanne zur angeblichen Dopingkultur bei Astana an.
Außerdem warnte Cookson, dass die
Lizenz doch noch entzogen werden
könnte, wenn die Unterlagen der
Staatsanwaltschaft Padua – wie von
italienischen Zeitungen gemeldet –
wirklich belastendes Material gegen
Astana und Winokurow enthalten
sollte. Natürlich würde zudem ein
weiterer Dopingfall das Aus des Nibali-Teams bedeuten. Als seien fünf
in den vergangenen drei Monaten
bekanntgewordene Dopingverfehlungen aus dem World-Tour- und
dem Nachwuchsteam nicht genug.
Jaksche wertete die CooksonWarnung als eine Art Beruhigungspille für die Kritiker: „Die Sache ist
durch, und die Auflagen sind wohl
unter Beschwichtigung abzuhaken.“ „Der Radsport hat keine Chance. Lasst uns mit diesem Schmierentheater aufhören“, twitterte Scott
Mercier, der einst zusammen mit
Lance Armstrong in einem Team
fuhr und als einer der Hauptbelastungszeugen gegen den ehemaligen
Seriensieger aufgetreten war. (dpa)
Nibali erleichtert und wütend
Tour-Sieger Vincenzo Nibali hat erleichtert auf die Erteilung der WorldTour-Lizenz für sein umstrittenes
Astana-Team durch die UCI reagiert.
Medienberichte, dass er Verbindungen zu Skandalarzt Michele Ferrari
pflege, wies er entschieden zurück.
Der 30 Jahre alte Sizilianer sagte
der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“: „Ich bin wütend. Ich
akzeptiere alles, nur Verleumdungen
nicht. Ich habe schon hundertmal erklärt, dass ich nicht weiß, wer Michele Ferrari ist. Ich habe mich nie von
ihm betreuen lassen.“ Nibali kündigte
Klagen gegen Medien an, die ihn diffamieren würden.
Nach Angaben der „Gazzetta dello
Sport“ soll es Fotos aus dem Vorjahr
geben, auf denen Alexander Winokurow und Ferrari in Montecatini Terme
im Astana-Trainingslager zu sehen
sein sollen. Die aktuellen Astana-Profis Michele Scarponi und Borut Bozic
sollen demnach Ferrari-Kunden sein.
Der Name Nibali soll in den 550 Seiten Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft der norditalienischen
Stadt Padua nicht auftauchen. (dpa)
meinte die Chemnitzerin, die erstmals in der Meisterklasse an den
Start geht. „Wenn Lutricia ihre Programme gut zeigt, ist das Ziel realistisch“, ergänzte Trainerin Monika
Scheibe. Bei den Juniorinnen konnte sich die Schülerin bei den nationalen Titelkämpfen schon zweimal
klar durchsetzen. In der bisherigen
Saison erreichte sie bei internationalen Wettbewerben in Riga (2.) und
Graz (5.) bereits beachtliche Ergebnisse, besitzt so bei den deutschen
Damen die meisten Weltranglistenpunkte. Titelverteidigerin Nathalie
Weinzierl konnte verletzungsbedingt keine Grands Prix bestreiten,
nimmt aber in Stuttgart teil.
Als Achte von 2013 ist die Mannheimerin vom Verband für die EM
bereits ebenso gesetzt wie bei den
Herren der Olympia-Achte Peter
Liebers (EM-6.). Ob Martin Rappe
vom Chemnitzer EC in den Medaillenkampf eingreifen kann, ist fraglich. Der 21-Jährige, der in Berlin
trainiert und hoffnungsvoll in die
Saison gestartet war, musste wegen
Rückenproblemen in der Vorbereitung eine Woche pausieren. (mm)
EISHOCKEY
Langhammer fällt
bei Eispiraten aus
CRIMMITSCHAU — Zweitligist Eispira-
ten Crimmitschau muss am Wochenende auf den Tschechen Jakub
Langhammer
verzichten.
Der
30-Jährige fällt mit einem fiebrigen
Infekt aus. Dadurch wurde Trainer
Lee die Entscheidung, wer als überzähliger Ausländer auf der Tribüne
bleibt, abgenommen. Bei den Westsachsen gibt heute gegen Landshut
und am Sonntag in Ravensburg der
US-Amerikaner Eric Lampe sein Debüt. Er ist der achte ausländische
Stürmer, der in dieser Saison zum
Einsatz kommt. (hof)
A N ZE I G E
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3576149-10-1
KULTUR & SERVICE
Freie Presse
Freitag, 12. Dezember 2014
NACHRICHTEN
KOSMONAUT-FESTIVAL
Fernsehen
ARD-Comedy
„Stell dir vor...!“
setzt auf Kino im
Kopf. S. A3
Seite A1
Der Berg ruft nicht zurück
Beatsteaks und
Mit „Gipfelstürmer“ legt
Haftbefehl neu dabei Unheilig heute ein AbCHEMNITZ — Das unter der Schirm-
herrschaft von Kraftklub 2015 zum
dritten Mal stattfindende Kosmonaut-Festival meldet zwei hochklassige Neuzugänge: Die Rockband
Beatsteaks und der Rapper Haftbefehl, die beide aktuell jeweils hoch
gelobte Alben am Start haben, werden am 26. und 27. Juni am Chemnitzer Stausee Oberrabenstein dabei
sein. Neben Kraftklub selbst stehen
außerdem K.I.Z., Thees Uhlmann,
Future Islands oder die AntilopenGang bereits als Künstler fest. Karten gib es in in allen Geschäftsstellen der „Freien Presse“. (tim)
» www.freiepresse.de/tickets
„BÜßENDE MARIA“
Verschollenes
Gemälde entdeckt
SCHWERIN — Ein seit dem Zweiten
Weltkrieg verschollenes Gemälde
aus dem Staatlichen Museum
Schwerin ist in England entdeckt
worden. Die „Büßende Maria Magdalena“ des spanischen Barockmalers Sebastián de Llanos y Valdés
(1605-1677) wurde dem Auktionshaus Christie’s angeboten. Da das
Museum das Bild in der Datenbank
„Lost Art“ eingestellt hatte, nahm
das Auktionshaus Kontakt auf. Gespräche zur Rückgabe laufen. (dpa)
SCHMUCK-AUSSTE LLUNG
Daniel Kruger im
Grassi Museum
LEIPZIG — Schmuck und Keramik des
Designers Daniel Kruger zeigt das
Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst in einer neuen Sonderausstellung. Vom 11. Dezember
bis zum 8. März sind 200 Schmuckstücke und 50 keramische Arbeiten
zu sehen. Der 1951 in Südafrika geborene Kruger gilt als einer der bedeutendsten Protagonisten des zeitgenössischen Schmuckdesigns. Seit
2005 ist er Professor für Schmuck an
der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. (dpa)
KULTURSTIFTUNG
1,9 Millionen Euro
für Kulturprojekte
DRESDEN — Die Kulturstiftung des
Freistaates Sachsen stellt 1,9 Millionen Euro für Kulturprojekte im
nächsten Jahr zur Verfügung. Die
Fördergelder fließen in Theatervorhaben, Musikfestivals, Kunstausstellungen und Filmproduktionen,
wie die Stiftung nach der Entscheidung gestern in Dresden mitteilte.
Gefördert werden unter anderem
die Schostakowitsch Tage Gohrisch,
das Dresdner Filmfest, der Zwickauer Literaturfrühling und das Chemnitzer Filmfest „Schlingel“. (dpa)
schiedswerk vor. Überraschend dabei ist höchstens, dass der Graf nun
noch offener zugibt, gern
zu klauen: Der Mann ist
und bleibt der integerste
Kopf der Musikbranche!
VON TIM HOFMANN
AACHEN — Es geht um Unheilig. Be-
vor man also ernsthaft weiterredet,
ist klarzustellen: Es gibt ja auch in
der Musik Sterneküche, gehobene
Gastronomie, gutbürgerliche Bewirtung aus dem Eimer mit Herz. Auch
Pseudolecker-Catering aus Metzgermeisters Edelstahl-Warmhaltegefäßen. Oder eben die Pommesbude.
Über Catering und Wirt kann man
streiten – nicht aber darüber, dass
manche Menschen, statt sich die
Zunge für teures Geld zu verknoten,
lieber in eine Bockwurst beißen. Mit
Genuss! Wenn man also dem Graf,
wie der Sänger von Unheilig sich beharrlich anonym nennt, etwas vorwerfen kann, dann bestenfalls, dass
er seine Wiener irgendwie auf Porzellantellern servieren will und dabei oft seltsam ungelenk, dafür aber
sehr sympathisch wirkt.
Zwei Millionen Alben hat der
Graf mit seinem Quasi-Soloprojekt
Unheilig von dem 2010er Album
„Große Freiheit“ verkauft, der enthaltene Hit „Geboren um zu leben“
gehört mittlerweile so fest zum
deutschen Schlager-Kanon wie
„Santa Maria“ oder „Ich will Spaß“:
Ohrwürmer, die man hassen kann
wie lieben – von denen sich aber
beim allerbesten Willen nicht mehr
recht sagen lässt, ob sie großartig
sind oder großer Scheiß. Von der
Nachfolgeplatte „Lichter der Stadt“
wurde die Band immer noch knapp
eine Million los, und der Graf gibt
im Gespräch sehr offen zu, dass er
das durchaus auch als gewissen
Misserfolg sieht. Nur ist er sich eben
auch der Tatsache bewusst, dass diese Einschätzung auf dem allerhöchsten deutschen Niveau angesiedelt
ist. Unheilig verkauft mehr Platten
als Maffay und Konsorten. Von unten gesehen, also im Fall von Unheilig von fast überall aus, ist das alles
immer ganz weit oben.
Und nun sitzt der Graf in einem
Berliner Hotelzimmer, empfängt
zum Gespräch über die soeben erstmals vorgespielte Abschieds-CD
„Gipfelstürmer“ – und stottert. Völlig entspannt blickt der Mann durch
seine herzhaft uncoole Goldrandbrille, die er nur für Fotos kurz abnimmt. Zum ersten Mal gesprochen
hatte ich mit ihm 2001, backstage
beim ersten Unheilig-Konzert in der
Leipziger Moritz-Bastei zum Wave-
Der Graf beim Abstieg vom Gipfel.
Gotik-Treffen. Schon damals war die
Musik zum Davonlaufen, der Musiker aber einer der offensten und unverstellt aufrichtigsten Menschen,
die man im gesamten Business findet. Untergrund eingeschlossen.
Einfach, aber
schlicht und mit
ganz viel holzgeschnitztem Herz.
Doch Stottern? Hat man ihn all die
Jahre nicht gehört. Selbst nicht, als
die mittlerweile x-fach gedruckte
und abgefilmte Geschichte vom
kleinen Jungen, der wegen seines
FOTO: ERIK WEISS/UNIVERSAL
Sprachfehlers nie Selbstbewusstsein
aufbauen konnte und erst mit dem
Gesang einen Weg fand, flüssig sprechen zu lernen, ihren Weg in sämtliche deutsche Wohnzimmer gefunden hatte. Per Orkus oder Carmen
Nebel: Unheilig ging einen beeindruckenden Weg. Das Stottern im
Griff zu halten, dazu gab der Graf
sich jeden Tag viel Mühe.
Diese, sagt er heute, macht er sich
aber einfach nicht mehr. Er ist, wie
er ist und hat seinen Frieden damit
gemacht. All diese Konzentration,
um ja nicht hängen zu bleiben – wobei der gepflegte, natürlich aufgesetzte Gruft-Stil geholfen hat: Diesem Stress setzt er sich nicht mehr
aus. Bleibt er eben hängen: Re-ReRe-Re- verdammt, jetzt bekommt er
das Wort wieder nicht raus, Respekt,
ja genau! Früher habe er sein Selbstbewusstsein immer neu aus dem
Applaus eines jeden Auftritts ziehen
müssen. Wohl deswegen hat er
die Autogramm-Komplettausstattung seiner Fans erfunden. Es gab in
den frühen Nullern Gothic-Festivals, auf denen es unmöglich war,
das Gelände ohne ein gemeinsames
Foto mit dem Grafen zu verlassen.
Doch seit der „Großen Freiheit“
stapeln sich so viele Preise in Aachen – der Erfolg ist stets sichtbar,
das Selbstbewusstsein dauerhaft.
Wer also ausgerechnet dem Grafen
unterstellt, sein mit „Gipfelstürmer“
angekündigter Abschied sei ein
Marketing-Trick, der kennt ihn
nicht. Klar muss man als Journalist
nachhaken, ob das denn wirklich
ernst gemeint sei. Immer schön kritisch, die Popgeschichte ist ja voll
von Rückkehrern aus dem Rückzug.
Ich hab pro forma gefragt. Und die
Antwort bekommen, die alle bekommen haben: „Nie!“ Nur: Geglaubt habe ich es schon vorher. Der
Graf hat hinterher nie was anderes
gesagt als vorher. Er will sich um die
Familie kümmern. Genau: Die, die
er erfolgreich aus der Öffentlichkeit
herausgehalten hat. Weil er „Nein“
gesagt hat, wenn er „Nein“ meinte.
Ganz einfach und hilfreich sogar gegen „Bild“.
Und die neue, die letzte Platte? Im
Ernst anhören kann man auch die
nicht, wenn man Sterneküche mit
Stil mag statt Separatorenfleisch
vom Dönerspieß. Aber man kann sie
analysieren und dabei sympathisch
finden, weil der Graf noch kompromissloser sein Ding durchzieht. Als
Kompositions-Autodidakt wollte er
nie im künstlerischen Sinn anders
sein, sondern Vorbildern nahekommen. Rezepte nachkochen statt erfinden. Stichwort Rammstein:
„Goldrausch“ und „Hinunter bis auf
Eins“ sind so detailgetreu und konsequent im Stil der Superberliner gebaut, dass man die Stücke für Originale halten kann. Geil, oder? Der
Graf grinst, die Augen funkeln. Aus
seiner Vorliebe für die Band hat er
nie ein Geheimnis gemacht – aber
die Dreistigkeit, mit der er diesmal
klaut, ist von lockerer Kühnheit.
Und sonst? Auf „Lichter der
Stadt“ hatte man versucht, mit einem Team von Star-Produzenten der
unheiligen Provinzmusik internationalen Stil einzuhauchen. Das Team
war wieder am Start – wurde aber
gezwungen, so zu arbeiten, wie die
Band es wollte. Provinziell eckig.
Das gibt Unheilig viel ursprüngliches Flair zurück, ist porschefahrercool und führt zu einer für Fans interessanten Rückreise: einfach, aber
schlicht und mit ganz viel holzgeschnitztem Herz. Da gibt es viel
Stadtfest-Schlager („Held für einen
Tag“), Pathos („Zeit zu gehen“) und
mit „Wie in guten alten Zeiten“ auch
eine Futurepop-Nummer für die Altgruftdisco. Abwechslungsreicher als
AC/DC ist das allemal – und auch
ehrlicher. Wer wechselt nicht gern
mal die Senfsorte? Lass die Musik
gern weg, Graf – aber bitte bleib hier!
DIE ALBEN DES JAHRES
PLATZ 15
Slipknot:
„The Grey Chapter“
Mit ihrem Debüt hoben die Amis
Slipknot im Jahr 1999 nicht weniger
als den gesamten Metal brachial aus
seinen Angeln. Zwar wurde das, was
die neunköpfige Masken-Mannschaft da zusammenrabaukt hatte,
von etablierten Szenekennern und
-medien erst einmal eher belächelt,
doch bei der Jugend des Jahrgangs
schlug die Band extrem tiefe Schneisen: die Lauter-Schneller-Wahnsinniger-Methode von Slipknot steht
bis heute unnachahmlich für sich
allein und macht die Band zu einer
der einflussreichsten des Metal,
auch wenn die Musiker in den letzten Jahren eher abseits der Musik
von sich reden machten.
Doch mit dem fünften Album
„5: The Gray Chapter“ folgte dann
im Oktober dieses Jahres nach sechsjähriger Abstinenz ein Befreiungsschlag, der in dieser Güteklasse
nicht unbedingt zu erwarten war.
Denn nach dem Weggang von
Drummer Joey Jordison und dem
Tod von Bassist Paul Gray, dem die
Platte gewidmet ist, drohte Slipknot
im traumatischen Ohnmachtstaumel zu versinken. Doch diesem begegneten der Neunköpfer mit Kreativität in 16 Songs, die einerseits harmonischer ausfallen als einst, an robuster Durchschlagkraft dennoch
nichts eingebüßt haben. Bässe und
Drums prügeln sich oft wie wahnsinnig mit den Gitarrenriffs, und Corey Taylors wütend-verzweifelter
Gesang geht regelrecht ans Gefühlslimit. „The Negative One“ und „Custer“ sorgen so für Begeisterung und
Fassungslosigkeit gleichermaßen
und sind eine Wohltat für den aktuell immer uninspirierteren Metal.
Ein Highlight ist die Gray gewidmete Ballade „Goodbye“, die selbst
Mike Patton nicht dramatischer hinbekommen hätte.
„The Gray Chapter“ setzt Slipknots Story ohne Kompromisse fort,
auch wenn das Schockermonster
der ersten Kapitel nun ruhiger geworden ist. Aber ein Buch besteht
nicht nur aus einem sich wiederholenden Kapitel, sondern vielen facettenreichen Abschnitten und Protagonisten auf ihrer mit Höhen und
Tiefen gespickten Reise. Dieses Mal
liegt der Fokus auf Trauerbewältigung und der Suche zurück zu sich
selbst...
Franziska Mehlhorn
DIE ALBEN DES JAHRES wurden von den
Musikkritikern der „Freien Presse“ ausgewählt. » www.freiepresse.de/alben2014
Zwei Männer und eine Insel
Die Premiere des Jugendstücks „Robinson & Crusoe“ begeisterte das Publikum im ausverkauften
Theater in der Mühle.
VON LUDMILA THIELE
ZWICKAU — So viel vorweg: Es gibt im
Matthias Wagner als „Erster Mann“
in „Robinson und Crusoe“.
FOTO: PETER AWTUKOWITSCH
„Robinson & Crusoe“ keinen Robinson und keinen Freitag – auch wenn
die beiden Italiener Nino D’Introna
und Giacomo Ravicchio die Hauptthemen Insel, Einsamkeit und
Sprachbarriere für ihr Theaterstück
von Daniel Defoes Roman entliehen
haben. Doch „Erster Mann“ (Matthias Wagner) und „Zweiter Mann“ (Ti-
mon Schleheck) sind zwei Flugzeugabsturz-Überlebende, die der Zufall
oder das Schicksal in einem relativ
kurzen Zeitabstand auf die gleiche
einsame Insel bringt. In der Inszenierung von Constanze Burger ist
die Insel gerade mal sechs Quadratmeter groß – wie die orangefarbene
Matte, die der Erste Mann zuerst allein bewohnt und die er dann mit
dem Zweiten Mann teilen muss.
Anfangs widerwillig: Mit Klebeband aus einem angespülten Versandpäckchen zieht er eine Grenze,
die sein Widersacher, der den Ersten
Mann für einen Eingeborenen hält,
nicht überschreiten soll. Es gehören
zu den wenigen Requisiten des
Stücks, das durch das hervorragende
Spiel der beiden Neuzugänge am
Theater Plauen-Zwickau getragen
wird. Wagner und Schleheck bedienen sich ihrer Gestik und Mimik,
um in dieser sehr vergnüglichen Inszenierung die ganze Bandbreite ihrer Gefühle darzustellen, zu denen
zwischenzeitlich auch Resignation
gehört. Wagner hat dazu noch die
Musik für das Stück beigesteuert,
und die beiden Schauspieler bieten
bei ihrer späteren „VerbrüderungsParty“ eine dermaßen fetzig-rockige
Gesangseinlage, dass sie dafür Zwischenapplaus bekommen.
Sie beziehen mit kleinen Interaktionen auch das junge Publikum in
ihr Spiel ein, bei dem sie versuchen,
aus bunten Luftballons ein Floß zu
bauen. Es macht richtig Laune, dieser äußerst kurzweiligen und lustvoll-gespielten Inszenierung zu folgen, die zeigt: Egal, woher wir kom-
men und welche Sprache wir sprechen – im Grunde genommen unterscheiden wir uns gar nicht so sehr
voneinander, wie wir es, meistens
unwissend, annehmen. Sehr lobenswert ist der Einfall der Regisseurin,
sich nicht eines sonst bei so etwas
beliebten Kauderwelschs, sondern
der deutschen Sprache zu bedienen,
um die Verständigungsbarriere zwischen den beiden aufzuzeigen. Es ist
köstlich zu beobachten, wie zwei dabei dasselbe sagen können, ohne es
zu wissen. Und wie aus anfänglichem Misstrauen eine Freundschaft
entsteht, die beiden dazu verhilft,
gemeinsam die Insel zu verlassen –
auf leeren Plastikflaschen, die durch
einen Sturm angespült wurden. Wie
das Klebeband, mit dem diese um
den Körper gewickelt werden.
Das Stück
Mitten im Meer, auf dem Dach eines
Hauses, begegnen sich zwei verunglückte Männer. Erst gegeneinander
kämpfend, versuchen sie nach und
nach, ihre Feindseligkeit in Freundschaft zu verwandeln. Da beide verschiedene Sprachen sprechen, ist das
von oft witzigen Missverständnissen
geprägt. Geduldig und spielerisch erfahren sie mehr über den anderen,
seine Kultur, seine Sprache, seine Familie und seine Erinnerungen.
Nächste Vorstellungen sind am
17. Dezember 18 Uhr, am 27. Dezember 15 Uhr, am 12. Januar 18 Uhr und
am 23. Januar 18 Uhr in Zwickau. Premiere in Plauen ist am 5. Februar
2015 um 18 Uhr. (lth)
A2 Freie Presse
KULTUR & RÄTSEL
Reicher Klangkosmos
NACHRICHTEN
DEUTSCHER LESEPREIS
Leseförderung mit
„Asylothek“
MAINZ — Neun Projekte zur Leseför-
derung haben den zum zweiten Mal
vergebenen Deutschen Lesepreis erhalten. Die mit insgesamt 23.000 Euro dotierte Auszeichnung sei in vier
Kategorien vergeben worden, teilte
die Stiftung Lesen am Mittwoch in
Mainz mit. Sie verleiht den Preis gemeinsam mit der CommerzbankStiftung. Für sein Engagement wurde der Initiator der Nürnberger „Asylothek“, Günter Reichert, geehrt. Er
hatte die bundesweit erste Bücherei
in einem Asylbewerberheim ins Leben gerufen. In der Kategorie herausragender kommunaler Projekte
wurde die Initiative „Bücher brechen Mauern“ der Stadt- und Kreisbibliothek in Greiz geehrt, die sich
mit der Leseförderung bei Strafgefangenen befasst. (epd)
OPERNSPENDE
Netrebko: Keine
politische Aktion
MOSKAU — Die russische Opernsängerin Anna Netrebko (43) hat ihre
umstrittene Spendenaktion für
Künstler in der ostukrainischen
Konfliktregion Donezk verteidigt.
Ihre Übergabe eines Schecks über eine Million Rubel (rund 15.000 Euro)
für das Theater in Donezk hatte deshalb Kritik hervorgerufen, weil ausgerechnet der Separatistenführer
Oleg Zarjow das Geld entgegengenommen hatte. Es sei keine politische Aktion gewesen, so Netrebko.
Oleg Zarjow sei ihr als „einzige Person vorgestellt worden, die die Spende sicher dem Theater in Donezk
übergeben kann“. Auf ihrer Facebook-Seite schrieb sie: „Der aktuelle
Konflikt macht mir große Sorgen. Es
bricht mir das Herz, die Kämpfe und
Zerstörung zu sehen.“ (dpa)
Im Sinfoniekonzert in
Chemnitz liegt der Saal
Xavier de Maistre
regelrecht zu Füßen.
Anbetungswürdig war
die Russland-FrankreichConnection allemal.
VON MARIANNE SCHULTZ
CHEMNITZ — Er soll der beste Harfe-
nist de Welt sein: Xavier de Maistre
aus Toulon, Solist in den großen
Konzertsälen der Welt und Professor
an der Musikhochschule in Hamburg. Im Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie am
Mittwoch in der Chemnitzer Stadthalle begeisterte er sein Publikum
mit sphärischen, silbernen, rasenden Klängen voller Charakter. Ihm
scheint alles zu gelingen: filigrane
Eleganz, zündende Dramatik, orchestraler Schmiss. De Maistre erlaubt sich keine wolkigen, verrauschten Versteckspiele unter dem
Deckmantel von Wohlklang. Er ist
eine Persönlichkeit mit einer atemberaubenden Technik von höchster
Präzision, dazu beweist er eine
Klangphantasie von äußerster Raffinesse. Das beides vereint sich bei
ihm zu einem fesselnden Furor, ob
man nun die gespielten Werke Reinhold Glières kannte oder nicht.
Die meisten dürften ihn wahrscheinlich nicht kennen und werden ihn jetzt lieben, jenen in Kiew
1874 geborenen, in Moskau ausgebildeten Komponisten mit einem
Vater, der aus Klingenthal stammt:
Ernst Moritz Glier sen. war Waldhornmacher, der vom Vogtland
nach Warschau ging, dort die Tochter des Meisters heiratete und mit
ihr nach Kiew zog... Das Harfenkonzert Es-Dur op. 74 mit folkloristi-
Xavier de Maistre ist ein charismatischer Virtuose auf der Harfe und begeisFOTO: FELIX BROEDE/SONY
terte das Chemnitzer Publikum.
scher Anmutung, mit russischer
Harmonik, hat einen freundlichschwelgerischen romantischen Gestus und gefällt sich in Wohlklang. Es
ist aber auch bemerkenswert konfrontationslos, bedenkt man die Entstehungszeit 1939, die einen Schostakowitsch beispielsweise zu ganz
anderen Aussagen getrieben hätte.
Ein Traditionalist unter all den
Avantgardisten demnach. Dieser
Glière also wäre nette Unterhaltung
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BERLIN — Vor 16 Jahren gaben
„Caught in the Act“ ihr Abschiedskonzert – jetzt gibt es Gerüchte um
ein Comeback der Boyband. Mindestens zwei ehemalige Bandmitglieder
wünschen sich eine Wiedervereinigung, wie sie der Deutschen PresseAgentur sagten. „Ich will das zu 100
Prozent“, sagte der Brite Lee Baxter,
der pünktlich zu Weihnachten seine erste deutsche Single „Engel“ auf
den Markt bringt und fügte scherzhaft hinzu: „Ich habe schon den
Weihnachtsmann darum gebeten,
dass auch Bastiaan ja sagt und wir
vier uns 2015 zusammen setzen und
planen können.“
Ähnlich sieht das auch Ex-Bandmitglied Eloy de Jong: „Es ist mein
großer Traum, eines Tages mit den
drei anderen wieder auf einer Bühne
zu stehen.“ Neben Baxter und de
Jong gehörten Bastiaan Ragas und
Benjamin Boyce zur Band, die in den
90ern mit Hits wie „Love Is Everywhere“ Mädchenherzen schneller
schlagen ließen. Boyce ist nach Angaben Baxters einer Wiedervereinigung von Caught in the Act nicht
abgeneigt. „Wir haben gesprochen“,
sagte Baxter.
Mittlerweile haben auch die ersten Fans reagiert. In einer Online-Petition fordern knapp 1000 Anhänger
eine Rückkehr der Band. Die meisten von ihnen kommen aus
Deutschland. „Ich kann mir das so
vorstellen wie bei Modern Talking
vor zehn Jahren“, so de Jong, „Die
hatten ja auch nochmal ein Comeback mit ihren alten Hits.“ (dpa)
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 54
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Zwei von fünf
Ex-Boyband-Mitgliedern
haben schon „Ja“ gesagt
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mit elegischem Unterton, wäre da
nicht der luxuriöse Solopart, den de
Maistre – flankiert von vorzüglichen Holzbläsern – üppig auslegt
und Akkorde und Glissandi aufs
Feinnervigste entwickelt.
Für gespitzte Ohren sorgte bereits der Auftakt, bei dem sich de
Maistre quasi mit einer Einführung
in die moderne Harfe vorstellte.
Claude Debussy schrieb mit „Danses
sacrée et profane” eines der ersten
Stücke für die neue chromatische
Harfe, ein exquisites Meisterwerk
des Impressionismus mit kristallinen Strukturen, wobei die chromatische Harfe, fast durchweg von Streichern begleitet wird. Durchsichtigkeit, zarte Pastelle, bitonale Harmonien, irisierende, changierende Zwischentöne waren der Auftakt für
diesen Abend der besonderen Töne,
der von einer spannenden Frankreich-Rußland-Connection getragen
wurde. Die Solozugabe de Maistres
mit Félix Godefroids „Le carnaval de
Venise“ über das Thema von „Mein
Hut, der hat drei Ecken“ brachte das
prachtvoll Musikantische auf den
Punkt: Das Publikum war entzückt
und reinweg aus dem Häuschen.
Dabei setzte Dirigent Howard Arman mit Igor Strawinskys „Pulcinella“-Ballett (Paris 1920) einen bemerkenswerten Schlusspunkt mit drei
wunderbaren Sänger-Solisten. Man
hört selten die ganze Ballettmusik,
die ihren Ursprung in der Barockmusik eines Pergolesi hat: Farbig ist
sie, sehr komödiantisch, von einer
starken Energie, wie man sie aus seinen früheren Balletten her kennt,
die sich beispielsweise in den aufgeregt stampfenden Akkorden bemerkbar macht. Howard Arman
hatte hier richtig zu tun: Das kleine
Orchester ist solistisch gefordert. Sologeige, Holzbläser, Posaune, Hörner, Streichquartett ... jegliche denkbaren Varianten sorgen für aufregende musikalische Strukturen. Da
entfaltet sich ein neapolitanischer
Zauber von spielerischem Anschlag,
das ist Energie pur. Guibee Yang (Sopran), Dan Karlström (Tenor) und
Kouta Räsänen (Bass) treiben die
Commedia dell arte gekonnt auf die
Spitze. Dieser Strawinsky, der Altes
nimmt und neu verwandelt, schuf
ein Kleinod aus tausend Farben. Ein
solches Menuett von Strawinsky ist
an augenzwinkernder, befreiender
Ironie kaum zu übertreffen.
„Caught in
the Act“
erwägen ihr
Comeback
Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
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Freitag, 12. Dezember 2014
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er Hund ist wunderbar, und
ich freue mich sehr. Vielen
Dank“, sagte er und versuchte, für seinen Kuss eine Stelle in
ihrem Gesicht zu finden, die nicht
von Balzacs Köpfchen und seinen
großen Ohren versperrt war. „Ich
werde dir einen Brief für den Brigadier mitgeben, in dem ich mich
auch bei ihm bedanke. Und gib mir
bei Gelegenheit bitte die Adresse des
Zwingers. Dass der Hund von dir
kommt, ist umso schöner, weil ich
jetzt auf regelmäßige Mutterbesuche hoffen darf.“
„Mutter?“, entgegnete sie mit gespieltem Entsetzen und drehte Balzacs Kopf zur Seite, um ihm zur Abwechslung auch ein Küsschen zu geben. „Dafür bin ich das falsche Mädchen, Bruno. Das ist das Letzte, was
ich will.“
„Was ich im Augenblick will, ist
ein Mittagessen“, erwiderte Bruno.
„Bei Ivan gibt’s Bohnensuppe in einer Brühe aus ausgekochten
Schweineschwänzen.“
„Übrigens, es gibt auch einen offiziellen Anlass für meine Reise. Ich
soll der Schule der Écouteurs einen
Besuch abstatten und sie mit den
neuen Richtlinien vertraut machen“, sagte sie. „Aber erst später am
Nachmittag. Und weil der Schulleiter ein alter Freund des Brigadiers ist,
bin ich verpflichtet worden, am anschließenden Empfang und Abendessen teilzunehmen.“
„Warum weiß ich nichts davon?“,
fragte Bruno mit einem neckischen
Unterton, um sich seine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen.
Es überraschte ihn aber auch, dass
Isabelle so offen über ihre Pläne
sprach. Die Écouteurs gehörten zum
französischen Geheimdienst und
überwachten den Fernsprech- und
E-Mail-Verkehr.
Leistungsstarke
Computer siebten Nachrichten aus
dem Äther, die bestimmte Schlüsselwörter enthielten, die dann von
menschlichen Augen und Ohren
überprüft wurden. Die in einem
scheußlichen Château aus dem
neunzehnten Jahrhundert untergebrachte Schule lag ganz in der Nähe
und bildete Abhörspezialisten für
die englische Sprache aus. Sie profitierte nicht zuletzt von den vielen
Engländern, die in der Gegend
wohnten. Aus dem gleichen Grund
befand sich die Schule für deutschsprachige Écouteurs im Elsass, in Nizza die für Italienisch, und die arabischen Schulen waren in Marseille,
Toulon, Paris und Lille.
„Ich muss dir gegenüber kein Geheimnis daraus machen, weil ich
hoffe, dass du mich hinfährst. Außerdem hat der Brigadier deine Unbedenklichkeitsbescheinigung verlängert.“
„Soll das heißen, er will mich wieder in was reinziehen?“
Sie zuckte mit den Achseln. „Wollen wir uns hier auf dem Bahnsteig
die Beine in den Bauch stehen, oder
führst du mich und Balzac jetzt zum
Mittagessen aus?“
„Mittagessen“, antwortete er.
„Gut, ich lechze nämlich nach eurer Küche hier im Périgord, und der
Frau da hinter der Gardine haben
wir lange genug eine Show geboten.“ Sie winkte munter in Richtung
auf ein Fenster. Bruno drehte sich
um und sah, wie sich eine Gardine
bewegte. Verflixt! Er hatte vergessen,
dass das Bahnhofsgebäude privat genutzt wurde, seit die französische
Bahn den Fahrkartenschalter aus
Kostengründen geschlossen hatte.
Die Nachricht von ihrer Umarmung
und von Brunos neuem Hund würde sich wie ein Lauffeuer verbreiten.
Isabelle zog eine schmale schwarze Hundeleine aus Leder aus der Tasche, befestigte sie an Balzacs Halsband und hinkte am Stock auf Brunos altehrwürdigen Landrover zu,
den ihm ein verstorbener Jagdfreund vermacht hatte. Bruno nahm
die Box, Isabelles Koffer und die Laptoptasche und folgte etwas schwerfällig.
„Beim Essen kannst du mir von
eurem hiesigen Hexenzirkel oder
Satanskult berichten“, sagte sie hämisch grinsend, als sie mit Balzac
auf dem Schoß auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte. Immerhin klang ihre Stimme liebevoll,
dachte Bruno, der sich verspottet
fühlte.
„Ich habe die Sud-Ouest von gestern im Internet gelesen“, erklärte
sie. „Vielleicht beruhigt es dich zu erfahren, dass der Brigadier an deinem
jüngsten Fall nur zum Vergnügen
interessiert ist. Zu den vielen Staatsfeinden, denen er nachstellt, zählen
Hexen und dergleichen noch nicht.“
„Wie ich deinen Boss kenne“, entgegnete Bruno, „hat er den Leibhaftigen längst auf dem Lohnzettel.“
12
Wie so oft, wenn er an Isabelle dachte, fühlte sich Bruno zwischen Begeisterung und Trübsinn schwanken, so auch jetzt, als er von der
Hauptstraße abbog, um vor dem colFortsetzung folgt
lège zu parken.
DIESES BUCH gibt es in allen Geschäftsstellen
und im Online-Shop der „Freien Presse“.
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FERNSEHEN & RADIO
Freitag, 12. Dezember 2014
NACHRICHTEN
REPORTAGE
Künstler – Ökonom
statt Kritiker?
Wer sich heute noch
für eine künstlerische Laufbahn entscheidet, sollte Begriffe wie Kompromisslosigkeit, Selbstverwirklichung
und Selbstachtung streichen. Arm
ist der Künstler nach wie vor, doch
wo Kunst einst als Instrument zur
Gesellschaftskritik galt, wird sie
heute als Tool zum unternehmerischen Erfolg verstanden, der Künstler selbst als Dienstleister, der von
Projekt zu Projekt permanente Verfügbarkeit, Risikobereitschaft, Anpassungsfähigkeit beweist. Gesche
Pienings künstlerische Biografie
steht beispielhaft für den Ernüchterungsprozess vom Schauspielschul-Dasein voller Ideale hin zum
kreativen Kunstarbeiter in einer flexibilisierten Arbeitswelt. (fp)
DLF 19.15 UHR
Freie Presse
Kopfkino aus Belgien
A3
Tsunami:
Zehn Jahre
danach
Intellektuelle Hooligans,
weibliche Bauarbeiter –
der Witz in „Stell dir
vor...!“ entsteht durch groteske Situationen, nicht
durch übertriebene Gesten. Basierend auf dem
preisgekrönten belgischen
Format „Wat als?“.
Themenabend widmet
sich der Katastrophe
Schon mal gehört: Hendrik von
Bültzingslöwen, Torsten Hammann,
Jan Hasenfuss, Enno Kalisch, Vera
Kasimir, Kerstin Kramer, Stephanie
Müller-Hagen oder Frank Streffing?
Nein? Nicht schlimm, dann geht
man nämlich völlig unvorbelastet
in die deutsche Version von „What
if“, und genau so soll es auch sein.
Die Sketche des mit Preisen überhäuften Vorbildformates arbeiten
nämlich weder mit Stars noch mit
verrückten Kostümen oder übertrie-
benen Gesten. Alles soll so lebensecht wie möglich sein, der Witz entsteht aus der grotesken Situation heraus, im Kopfkino einer Parallelwelt.
Die Szenen werden in hochwertiger
Spielfilmoptik gedreht und nicht etwa auf der Bühne oder in ramschigen Sketch-Kulissen gegeben.
Alles soll eben so lebensecht wie
möglich sein. „What if“ wurde 2013
mit der „Rose D’Or“ als beste Komödie ausgezeichnet, das Format war
2012 für den Internationalen Emmy
in der Rubrik „Best Comedy“ nominiert und erhielt den kanadischen
Rockie Award 2012 und 2013. Die
deutsche Version „Stell dir vor ...!“
entstand unter der Obhut der Kölner
Comedy-Spezialisten
Sebastian
Benthues und Georg Kappenstein
(„Switch Reloaded“). Ob es nach der
Pilotfolge weitergeht, entscheiden
wie immer die Quoten. Schade, dass
die ARD das interessante Format auf
einen der quotenschwächsten Sendeplätze gesetzt hat. (tsch)
Zweiter Weihnachtsfeiertag 2004, Südostasien: Nach einem Untersee-Erdbeben vor der
Küste Sumatras entsteht ein verheerender Tsunami, der ganze Landstriche überflutet und 230.000 Menschen tötet. Mit einem Themenabend erinnert Arte an die Katastrophe. Die Dokumentation „Tsunami das Leben danach“ (21.50 Uhr) widmet sich zum Auftakt den Hauptleidtragenden der verheerenden
Flutwelle, den Bewohnern der betroffenen Gebiete. Mit unveröffentlichten Aufnahmen zeichnet der
Film die Jahrhundertkatastrophe
nach und verfolgt die Nachwehen:
die Suche nach den Vermissten, die
Rückkehr der Überlebenden und
den Wiederaufbau der Dörfer.
Der Dokumentarfilmer Helmut
Voitl und seine Frau Elisabeth Guggenberger machten Urlaub auf Sri
Lanka, als der Tsunami kam. Bewegt
vom Leid der Menschen, starteten
sie ein Hilfsprojekt. Ihr Film „Gegen
die Welle – Eine Tsunami-Geschichte“ (22.45 Uhr) berichtet von
Schwierigkeiten und Erfolgen des
Wiederaufbaus: Zehn Jahre nach
dem Tsunami kehrt das Paar zurück
nach Sri Lanka und besucht die Dörfer, die mit seiner Hilfe wiederaufgebaut werden konnten. (tsch)
ARTE 21.50 UHR
VON ERIC LEIMANN
D-RADIO KULTUR 20.03 Live aus dem
Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle sendet das Deutschlandradio heute ein Konzert des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart unter Leitung von Stéphane Denève. Auf dem
Programm steht Richard Strauss’
Tondichtung „Don Juan“, Camille
Saint-Saëns’ „Introduction et Rondo
capriccioso“ und Maurice Ravels Mini-Oper „L’heure Espagnole“. (fp)
Stell dir vor, Hooligans
wären wahnsinnig intellektuell,
dein Partner würde dir One-NightStands erlauben oder jeder Mensch
würde sich immer wie ein Beamter
im Dienst benehmen. Aus solchen
kleinen, absurden Ideen machte das
belgische Comedy-Mastermind Tim
van Aelst („Shelter“, „Benidorm Bastards“) die Sketch-Comedy-Show
„Wat als?“, die in den letzten Jahren
unter ihrem internationalen Namen
„What if?“ viele Preise erhielt.
Das Besondere an der Umsetzung: Die Protagonisten werden
nicht etwa von überdrehten Comedians gespielt, sondern in ziemlich
nüchterner und deshalb lebensechter Weise von gestandenen Vollblut-Mimen. Die ARD zeigt nun am
Freitagvorabend den Piloten einer
deutschen Adaption.
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Bauarbeiter sind weiblich – eine von vielen Ideen in der Comedy-Show „Stell dir vor...!“
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A4 Freie Presse
RATGEBER
Freitag, 12. Dezember 2014
Tierisch gefreut
RATGEBER IM TV
Ibiza und Formentera
15.15 Uhr RBB: Die Balearischen
Inseln. Ibiza und Formentera galten
lange Zeit als arm, dann entdeckten
die Hippies ihre Schönheit. Ibiza hat
sich seither zu einem weltbekannten Party-Hotspot entwickelt.
Außerdem: 9.05 Uhr ZDF: Volle
Kanne: Wohnen und Design: Weihnachtsdekoration; 12.15 Uhr ARD:
Buffet. U. a. Geschenktipps – mit
Antworten auf Zuschauerfragen.
(Programmänderungen möglich)
HERZENSSACHE
Gibt es den
Richtigen?
Bei Geschenken für
Haustiere wird nicht
gespart. Die Auswahl ist
riesig, aber nicht alles auch
wirklich sinnvoll.
VON CHRISTIAN THIEL
Ich habe in den 15 Jahren nach meiner Ehe schon viele Männer kennengelernt . Keine Bekanntschaft dauerte länger als ein halbes Jahr. Fast
alle hielten eine Lernaufgabe für
mich bereit. Oft denke ich, ich brauche keinen Mann. Doch dann habe
ich Sehnsucht. Gibt es den passenden Partner für mich überhaupt?,
fragt Manuela K.
VON JULIA KIRCHNER
Ein Halsband mit Strass, ein handbemalter Keramiknapf oder eine Hunde-Chaiselounge: Wer seinem Vierbeiner zu Weihnachten nicht nur
schnöde Leckerlis unter den Baum
legen möchte, findet im Handel und
im Internet eine breite Auswahl. Besonders viele Produkte richten sich
an Hundebesitzer.
„Viele Halter wollen ihrem Tier
gezielt etwas für Weihnachten kaufen“, ist die Erfahrung von Martina
Steffens. Sie betreibt seit 34 Jahren
einen Laden für Hunde. Für ihr Sortiment ist sie regelmäßig auf Messen
unterwegs, um immer wieder neue,
ungewöhnliche Accessoires zu finden. Ihr Angebot beschreibt Steffens
als Mischung aus günstiger Mittelklasse und hochpreisigen Artikeln.
Gefragt sind zum Beispiel Halsbänder mit Ornamenten und Strass –
natürlich aus echtem Leder. Für ein
Halsband aus Kalbs- oder Lammleder müssen Halter etwa 300 Euro
ausgeben.
NACHRICHTEN
IKK C LASSIC
Beitrag ab Januar
bei 15,4 Prozent
Mitglieder der IKK classic müssen
ab Januar etwas weniger für ihre
Krankenkasse zahlen: Der Verwaltungsrat beschloss gestern einen
Beitragssatz von 15,4 Prozent. Der
Gesetzgeber hat ab kommendem
Jahr für alle gesetzlichen Krankenkassen einen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent festgelegt. Die
Kassen können davon abweichen
und einen Zusatzbeitrag erheben –
im Falle der IKK classic beträgt dieser also 0,8 Prozent. Der Zusatzbeitrag muss allein von den Arbeitnehmern bezahlt werden. Auch die BKK
Mobil Oil verkündete gestern einen
Beitragssatz von 15,4 Prozent. Die
Mehrzahl der Kassen beschließt in
den nächsten Tagen über die Beiträge. Die AOK Plus legte sich im
Herbst auf 14,9 Prozent fest. (rnw/sk)
Thron-Bett für 400 Euro
Wer seinen Hund besonders weich
betten möchte, greift statt zum Hundekörbchen zum Hundebett. Davon
gibt es im Hamburger Laden ein laut
Steffen ganz besonderes: „Das ist der
Porsche unter den Hundebetten.“
Diese Auszeichnung verdient sich
das Produkt dadurch, dass es einen
besonders weichen Baumwoll- oder
Samtstoffbezug hat. Er kann komplett abgezogen und gewaschen
werden. Ab 70 Zentimetern Länge
kostet es 180 Euro, ab 120 Zentimetern 350 Euro.
Ebenfalls ein Hundebett hat der
Hersteller Kare im Angebot. „King
Paco“ gibt es ab 399 Euro, es ist aus
verschiedenen Hölzern geschnitzt
und bemalt. Durch die runde Form
gleicht das Bett einem kleinen
Thron.
Ihre Haustiere lassen sich Halter
einiges kosten. Laut Daten des Industrieverbands
Heimtierbedarf
und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe gaben Hundehalter im vergangenen Jahr rund
162 Millionen für Zubehör wie Näpfe, Spielzeug und Leinen aus. Bei
Katzen waren es sogar 180 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind
RUNDFUNK
MDR rüstet für
Digitalradio nach
Der MDR arbeitet daran, den Digitalradio-Empfang zu verbessern. Dafür
ist der Sender auf eine einheitliche
Frequenz im Gleichwellennetz gewechselt. Die Umstellung habe u. a.
in den Regionen Freiberg, Chemnitz
und Schöneck stattgefunden, teilt
ein Sprecher mit. Wer über DAB+
Radio hört, muss einmalig einen automatischen oder manuellen Sendersuchlauf vollziehen. In Sachsen
wird einheitlich Kanal 9A (202,928
MHz) verwendet. Sollten Probleme
auftreten, helfen Experten per Telefon (0341 300 9599 von Montag bis
Freitag, 11 bis 19.30 Uhr). Autofahrer auf der A9 oder A71 sollen ebenfalls profitieren. DAB+ steht für Digital Audio Broadcasting und ist ein
digitaler Übertragungsstandard für
terrestrischen Empfang. (rnw/dpa)
» www.mdr.de/digitalradio
Hund Barney im schicken Wintermantel. Eher Modegag, denn gesunde Hunde brauchen in der Regel keinen
FOTO: PAUL ZINKEN/DPA
Kälteschutz.
bei diesen Summen die Ausgaben
fürs Futter: Allein für Hundefutter
zahlten Besitzer rund 1,2 Millionen
Euro, für Katzenfutter 1,5 Millionen.
Der Fantasie der Tierhalter sind
keine Grenzen gesetzt. Die Firma Sofina im bayerischen Selb bietet Besitzern beispielsweise an, ein Bild ihres Lieblings in den Porzellannapf
brennen zu lassen. Pro Schüssel liegen die Kosten dabei bei 280 Euro.
Nicht alles, was der Markt hergibt, ist für Tiere unbedenklich. Bei
Halsbändern sollten Halter unabhängig von optischen Gesichtspunkten darauf achten, dass sie aus
möglichst reißfestem, weichem und
gepolstertem Material sind. „Sie dürfen das Fell des Hundes nicht abrei-
ben“, sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Das Band
sollten Halter so verstellen können,
dass zwei Fingerbreit zwischen Halsband und Hundehals passen. Als
Verschluss eignen sich Schnallen
oder Schnappverschlüsse. Wer gerne ein Halsband mit Strass kaufen
möchte, sollte auf das Material achten. „Die Strass-Steine müssen so
verarbeitet sein, dass diese sich nicht
lösen und vom Hund verschluckt
werden können“, warnt Tünte.
Mäntel und Pullis mit Kapuze
Bei den Hundesofas und -betten gibt
Tünte dagegen grünes Licht: Sie seien unbedenklich und würden von
den meisten Hunden gerne als er-
höhter Liegeplatz angenommen.
Ebenfalls ein großes Segment unter den Tieraccessoires: alle Arten
von Hundebekleidung. Es gibt Mäntel und Pullis im Camouflagemuster, aus Cashmere, Fleece und mit
Kapuze. Hier greifen Halter oft aus
optischen Gesichtspunkten zu –
nicht unbedingt, weil der Hund
friert. „Bei gesunden Hunden reicht
das Fell als natürlicher Wärmeschutz im Winter aus“, sagt Tünte.
Nur in Ausnahmefällen – bei sehr
niedrigen Temperaturen, bei alten
und kranken Tieren sowie bei Kurzhaarrassen – kann Hundebekleidung sinnvoll sein. Bei allen anderen empfiehlt der Tierschutzbund,
auf diese Trends zu verzichten.(dpa)
Natürlich! Aber wenn Sie finden
wollen, müssen Sie suchen. Wer
nicht sucht, der muss es mit den wenigen Exemplaren versuchen, die
der Zufall ihm vor die Füße spült.
Und leider ist das „Universum“ nicht
präzise in der Auswahl an Männern,
die Sie zufällig kennenlernen.
Sie brauchen zweierlei: Sie brauchen Auswahl. Und Sie müssen sich
ernsthaft fragen, wer zu Ihnen passt.
Die Männer, von denen Sie berichten, haben alle nicht gepasst. Denn
sonst wären Sie jetzt noch immer
zusammen. Die Realität ist ein Test
für die Frage „Wer passt zu mir?“
Hält die Liebe, dann passt es.
Wenn Beziehungsversuche aber
nur gerade einmal sechs Monate
dauern, dann sind die Männer ausgesprochen unpassend. Sie passen
vermutlich nur zu 50 Prozent. Das
aber ist deutlich zu wenig. 90 Prozent müssen es in meinen Augen zu
Anfang schon sein, damit Sie zu
dem Schluss kommen: Für diesen
Mann lohnt es sich, wieder in einer
Partnerschaft zu leben. Der Sinn einer Beziehung ist schließlich ganz
einfach: Wir sollen uns mit ihr besser entwickeln als ohne sie. Wenn
das so ist, ist die Partnerschaft stabil.
Ich bin nicht so optimistisch wie
Sie, was die Männer angeht, mit denen Sie es versucht haben. Mag sein,
dass Sie da eine Menge Nüsse zu
knacken hatten und das als „Entwicklungsaufgabe“ uminterpretieren. Aber ihr derzeitiger Pessimismus spricht eine andere Sprache.
Wenn Sie es tatsächlich mit sehr unpassenden Männern versucht haben, dann ist es wahrscheinlich, dass
eines Tages ihr Gemüt gesagt hat:
Bitte, bitte – tu mir das nicht noch
einmal an! Ich kann nicht mehr.
CHRISTIAN THIEL ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor. Haben Sie Fragen
an ihn? Schicken Sie eine Mail an expertentipp@redaktion-nutzwerk.de
Karte: Westermann Schulbuchverlag
DAS WETTER AM FREITAG
8
7
7
4
Hoyerswerda
3
4
Riesa
Leipzig
Görlitz
5
Rochlitz
4
Mittweida
Dresden
Bautzen
Freiberg
2
Chemnitz
6
3
Glauchau
Marienberg
Zwickau
Annaberg-Buchholz
Auerbach
Aue
Plauen
Klingenthal
Fichtelberg
1215 Meter
1
40
Wind in km/h
12.12.2014
Stürmischer Wind
Heute: Heute behalten Wolken oft
die Oberhand. Stellenweise fällt Regen oder Nieselregen. Dabei werden
während des Tages 2 bis 8 Grad erreicht. Der Wind weht frisch bis
stark um Südwest, in höheren Lagen
drohen schwere Sturmböen. In der
kommenden Nacht regnet es bei nur
leicht abflauendem Wind zeitweise.
Die Temperaturen gehen auf 6 bis
2 Grad zurück.
Oslo
Aussichten: Morgen gibt es bei vielfach bedecktem Himmel zeitweilige
Regenfälle, und die Temperaturen
klettern am Tage auf 5 Grad. Nachts
sinken die Werte dann auf 0 Grad.
Der Wind weht schwach, in Böen
mäßig aus Südwest bis West. Danach
bleibt es vorübergehend trocken.
Biowetter: Bisweilen wird das allgemeine Wohlbefinden durch Kopfweh und Migräneattacken beeinträchtigt. Nach einem nicht sehr erholsamen Schlaf sind die Leistungsund Konzentrationsfähigkeit gering.
Viele Menschen fühlen sich müde.
Dublin
Helsinki
Stockholm
Kopenhagen
London
Berlin
Warschau
Prag
Paris
Basel
Wien
Budapest
Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Mondaufgang:
Monduntergang:
08:01 Uhr
16:02 Uhr
22:22 Uhr
11:20 Uhr
Biarritz
Lissabon
Bukarest
Madrid
Rom
Tunis
Kanarische Inseln
Istanbul
Athen
Algier
Rostock
Hamburg
Berlin
Vorschau für Chemnitz
Sa
5
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1
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Höchstwerte in °C
Tiefstwerte in °C
Niederschlagsdauer in h
Sonnenscheindauer in h
SchneeRegenNebel
Regen
stark
Schneeschauer
schauer
bewölkt
regenbedeckt
SprühGewitter schauer SchneeSchnee
regen
regen
Temperaturen gestern 12 Uhr:
Aue
5 Grad
Berlin
4 Grad
Carlsfeld
0 Grad
Chemnitz
4 Grad
Dresden
6 Grad
Fichtelberg
-2 Grad
Gera
5 Grad
Görlitz
4 Grad
Leipzig
6 Grad
Plauen
4 Grad
Zinnwald
-1 Grad
-15°C
-10°C
-5°C
0°C
5°C
Wetterlage: Tief Alexandra bleibt vor Norwegen liegen. Randtief Billie wandert von England nach Skandinavien und wird dabei stärker. Somit hält die
relativ milde und windige Wetterlage in Mitteleuropa an. In der Mitte und im
Norden des Kontinents regnet und schneit es häufig.
Köln
Chemnitz
Frankfurt
Nürnberg
München
10°C
15°C
20°C
25°C
30°C
35°C
Temperaturangaben bilden die Höchst- und Tiefstwerte des 24-Stunden-Tages ab.
Reisewetter heute
14°
Athen
15°
Antalya
16°
Barcelona
5°
Budapest
13°
Istanbul
19°
Kairo
8°
Kopenhagen
16°
Lissabon
10°
London
Regen
Regen
wolkig
wolkig
Regen
sonnig
Regen
heiter
Regen
Moskau
Nizza
Palma d. M.
Paris
Prag
Rom
Stockholm
Tunis
Varna
Wien
0°
15°
18°
11°
5°
13°
4°
16°
8°
7°
Schnee
sonnig
heiter
bedeckt
bedeckt
wolkig
heiter
wolkig
wolkig
wolkig
WOCHENENDE
B1
Freie Presse
Freitag, 12. Dezember 2014
KEIN FADER TEIG
BEI DEN HOBBITS ZU HAUSE
DIE STADT ALS CHANCE
Geschichten rund
um den Pfefferkuchen S. 4
Wo Regisseur Peter Jackson
das Auenland erschaffen ließ S. 2
Was Metropolen in
Zukunft leisten müssen S. 5
Andreas Fleischer aus
Witzschdorf,
Spielzeugmacher und Diplomformgestalter, gilt
als einer der kreativsten Köpfe seiner Branche. 2013 war er innerhalb des Wettbewerbs „Tradition &
Form“ mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Jetzt hat
er mit ungewöhnlichen Krippenfiguren
nachgelegt. Der für
die Serie gewählte
Name „Kavex“ steht
für die konkaven und
konvexen Formen der
Figuren.
VON GABI THIEME (TEXT)
UND WOLFGANG THIEME (FOTOS)
E
igentlich ist Andreas Fleischer noch nicht in dem Alter, in dem man von sich
sagt: Nun schließt sich der
Kreislauf des Lebens. Der
agile 61-Jährige trägt Pferdeschwanz und geht in seiner kleinen Werkstatt im erzgebirgischen Witzschdorf eher
wie ein Jungsporn um, wenn er mit Holz
experimentiert, es mit der Axt spaltet oder
auf der Drehbank bearbeitet. Doch gerade
in den vergangenen Monaten hat sich der
Diplomformgestalter zweimal bei dem
Gedanken ertappt, dass er mit dem bisher
vielleicht gelungensten Produkt seiner beruflichen Laufbahn zu seinen Wurzeln
zurückgekehrt ist. „Irgendwie hat sich bei
mir ein Kreis geschlossen“, sagt er.
Da ist das Haus an der Hauptstraße in
Seiffen, wo Fleischer zum Beginn seiner
Ausbildung als Spielzeugmacher 1970 als
Untermieter Quartier bezog. Genau gegenüber, im Haus mit der Nummer 137,
zeigt er jetzt, fast 45 Jahre später, in einem
kleinen Geschäft, das sich „Näumanns“
nennt, was ihm – nicht zuletzt auf Druck
des Ladeninhabers – gelungen ist: Krippenfiguren, die so schlicht und elegant daherkommen, dass sie den Blick des Betrachters nicht loslassen.
Eigentlich genießt es Andreas Fleischer, seit 2003 sein eigener Herr zu sein,
sich selbst verwirklichen zu können – in
einem alten Bauernhaus mit geschweiftem Fachwerk, das er selbst saniert hat
und in dem er sich endlich eine eigene
Werkstatt einrichten konnte. „Wie oft habe ich andere beneidet, die eine väterliche
Werkstatt übernehmen konnten! Mein
Vater war Kraftfahrer, und ich lebte bis
Mantel-Männeln
Über Jahrhunderte wurden Wasserleitungen aus aufgebohrten
Baumstämmen hergestellt. An genau diese Technologie erinnern die
neuen Krippenfiguren, die ein Mann aus dem Erzgebirge erfunden hat.
zum Jahr 2000 auf dem Chemnitzer Kaßberg in einer Mietwohnung.“
Als Freischaffender hat er längst keinen Chef mehr, der ihm Druck macht –
wie zu DDR-Zeiten bei der Firma Vero
oder nach der Wende bei Erzi in Grünhainichen, obwohl er die Jahre dort keinesfalls missen möchte. Viele Ideen, vor allem für Spiele, hat er damals entwickelt,
und sie sind noch heute in Gebrauch. Andreas Fleischer störte es nie, dass von ihm
erfundene Produkte von Kunden selten
mit seinem Namen in Verbindung gebracht werden, darunter die erfolgreiche
Schutzengel-Serie, die in der Werkstatt
von Günter Reichel in Pobershau gefertigt
wird. Auch die „Kleinen Kerle“, die er für
KWO Olbernhau entwarf, sowie viele
Lernspiele gehören dazu. „Für mich ist es
die Erfüllung, wenn Partner in Industrie
und Handwerk mit mir an meinen Ideen
feilen und sie dann umsetzen.“
Doch 2013 war es mit Fleischers Freiheit irgendwie vorbei. Der Seiffener Ladeninhaber Michael Näumann war auf
ihn zugekommen. Er suchte ein figürliches Sortiment zum Bestücken eines ganz
bestimmten, nur für ihn produzierten Design-Schwibbogens, den der Wolken-
Die Idee lieferte die Technologie des Röhrenbohrens.
steiner Gestalter Ralf Benner entwickelt
hatte. „Es sollte etwas sein, das es noch
nicht gab. Wir wollten Figuren, mit denen
wir uns abheben“, erzählt Näumann, der
sein Geschäft in Richtung einer Galerie
ausrichten möchte. Andreas Fleischer habe er gar nicht gekannt. „Der ist mir von
Ralf Benner empfohlen worden. Der sagte:
,Wenn einer das hinkriegt, dann ist es der
Fleischer aus Witzschdorf.’“
„Wir wollten
Figuren, mit denen
wir uns abheben.“
Michael Näumann Ladeninhaber und Händler
Der wiederum fühlte sich herausgefordert, in manchen Stunden auch überfordert, wie er heute einräumt. Eine Krippe
sollte es sein. Aber die hat fast jeder Hersteller bereits im Sortiment. Gibt es da
wirklich noch Spielraum für Neues? Vier
bis fünf Monate habe er nach einem neuen Ansatz gesucht. „Dazwischen rief Herr
Das Ringen um ein neues Produkt beginnt am Schreibtisch.
Näumann bestimmt alle 14 Tage an und
fragte, wie weit ich sei“, erzählt der
Witzschdorfer. Heute lacht er über den
Druck, der ihn letztlich getrieben habe.
Am 18. November des vergangenen Jahres
präsentierte er schließlich dem Auftraggeber sein Werk. Es war ein denkwürdiger
Tag. Auch weil fast zeitgleich sein erstes
Enkelkind Helene geboren wurde.
Näumann war auf Anhieb begeistert.
„Einfach genial!“, kommentierte er die erste Figurenserie mit Maria, Josef, dem Jesuskind, Königen, Hirten, Schafen und
Geschenkboten. Nicht zuletzt bezog sich
das Lob auf eine alte Technologie, von der
sich Fleischer hatte inspirieren lassen.
Er war im Krokusdorf Drebach in einem Haus aufgewachsen, das sein Trinkwasser aus einem Brunnen bekam. Zu diesem Zweck war schon vor langer Zeit eine
hölzerne Wasserleitung bis ins Haus verlegt worden. Sie bestand aus aufgebohrten
Baumstämmen, die durch Metallringe
verbunden waren und durch die das Wasser lief. Der hölzerne Hammer, den sein
Großvater zum Zusammensetzen der
Stämme bis in die 1960er-Jahre benutzte,
steht heute in Fleischers Werkstatt.
„Ich bin daraufhin nach Friedebach in
Mittelsachsen zum letzten Röhrenbohrer
Europas gefahren.“ Jürgen Wenzel habe
ihm in seiner Schauwerkstatt die Technologie vorgeführt und ihn zu seinem Experiment ermutigt. „Es war ein Versuch, der
mich quasi zu den hölzernen Wasserleitungen meiner Kindheit zurückführte.“
Denn Fleischers Krippenfiguren haben
Körper, die an aufgesägte Rohrsegmente
erinnern. „So bin ich weg von der klassischen Doggenform gekommen. Stattdessen erscheinen meine Figuren wie von einem Mantel umhüllt.“ Die Oberfläche
wird von Hand bearbeitet, mit einem matten Lack überzogen. Der sorgt für einen
eleganten Glanz. Auch der für die alten
Wasserleitungen notwendige Rohstoff
Metall findet sich wieder: Das Jesuskind
trägt einen zarten Heiligenschein in Form
eines Aluminiumrings. Die Flöte des Hirtenjungen besteht aus einem dünnen
Alu-Stab. Die Köpfe werden den Figuren
mit einer Metallverbindung aufgesetzt
und lassen sich dadurch – je nach Stimmungslage – unterschiedlich ausrichten.
Seit sechs Wochen schmücken die
Krippenfiguren nun Näumanns Galerie
und auch eine Galerie am Chemnitzer
Markt. Der Seiffener Händler setzt auf das
Motto: Weniger ist mehr. Fleischers Krippe braucht und bekommt Luft zum Wirken. Es sind Figuren voller Anmut und
zeitloser Eleganz. „Auf die Präsentation
kommt es an. Und man muss sich die Zeit
nehmen, Interessenten das Produkt zu erklären“, meint Näumann. Zu seiner Dekoration gehört auch ein Stück hölzernes
Wasserrohr. Es soll den Werdegang von
der Idee bis zum fertigen Produkt belegen
und es zeigt, wie eng die Branche trotz modernem Design letztlich doch in Traditionen verwurzelt ist. Im Februar wird es den
ersten Test für die Figurenserie „Kavex“
auf einer internationalen Messe geben.
Die fertigen Krippenfiguren zieren einen LED-Schwibbogen des Gestalters Ralf Benner.
B2 Freie Presse
INTERVIEW
Freitag, 12. Dezember 2014
Besuch bei den Hobbits
Auf der Farm von Russell Alexander in Neuseeland entstand die Filmkulisse Auenland für die Hobbit-Filme – Ein Gespräch über Filmleute, Touristen und ein Rugby-Spiel
Die Farm von Russell Alexanders
Familie in der neuseeländischen
Kleinstadt Matamata ist keine gewöhnliche Schafsfarm: Hier, inmitten von grünen Hügeln und
500 Hektar Weideland, befindet
sich das Auenland – die HobbitHöhlen aus den jeweils dreiteiligen Filmen „Der Herr der Ringe“
und „Der Hobbit“. Um die Farm in
ein Filmset zu verwandeln, musste
die neuseeländische Armee zunächst für Infrastruktur und Straßen sorgen, dann rückte Regisseur
Peter Jackson mit seiner 400-köpfiges Filmcrew an. Mittlerweile ist
„Hobbiton“ – also das Gelände mit
den Höhlen für die fiktiven menschenähnlichen, kleinwüchsigen
Hobbits – eine Touristenattraktion geworden. Russell Alexander
beschäftigt bis zu 130 Angestellte,
darunter fünf Gärtner, die dafür
sorgen, dass der Garten des guten
Hobbit Bilbo stets schön grün ist.
Im Interview mit Nadine Lischick
erzählt Russell Alexander, wie Peter Jacksons Filme sein Leben verändert haben.
Freie Presse: Wie kam es, dass
das Auenland ausgerechnet auf
Ihrer Farm sein Zuhause fand?
Stand eines Tages einfach Regisseur Peter Jackson vor Ihrer
Tür?
Russell Alexander: Zunächst war
es nur ein Location-Scout, und zwar
im September 1998. Das Filmteam
war auf der Suche nach saftigen grünen Hügeln, die aussehen wie das
Auenland aus den Büchern, und sie
hatten sich sagen lassen, dass sie
hier in der Gegend die besten Chancen hätten, sie zu finden. Nachdem
sie die Farm mit einem Helikopter
überflogen und dabei den See mit
dem großen Baum entdeckt hatten,
die wie in der Buchvorlage der Filme
aussahen, stand der Locationscout
vor der Tür meines Vaters und sagte,
sie seien interessiert, auf unserer
Farm einen Film zu drehen, ob er
sich mal umschauen dürfe.
Und Ihr Vater hat ihn einfach so
gelassen?
Es lief gerade ein wichtiges RugbySpiel im Fernsehen, also sagte er
bloß‚ klar, so lange du die Tore auf
der Farm vernünftig zumachst und
die Schafe nicht raus kommen. Ich
muss dazu sagen, dass auf unserer
Farm schon das eine oder andere
Mal Werbung gedreht wurde, von
daher waren wir nicht total überrascht. Aber wir hatten das Ganze
schon wieder vergessen – bis der Location-Scout sechs Wochen später
mit Peter Jackson zurückkam.
Wussten Sie, um welchen Film es
gehen würde?
Sie haben es uns erst gesagt, als wir
eine Vertraulichkeitserklärung unterschrieben hatten. Ich hatte von
den Büchern gehört – wir mussten
den „Hobbit“ mal in der Schule lesen. Ich glaube, ich habe die Hälfte
geschafft. Ich war kein guter Leser.
(lacht) Nie im Leben hätte ich gedacht, dass daraus eine so große Sache wird!
Das Ganze wurde sogar so groß,
dass die neuseeländische Armee
Teile Ihrer Farm umgrub.
Ja, einen Tag nachdem wir den Vertrag unterschrieben hatten, kamen
sie mit einem Konvoi und am nächsten Morgen hatten wir prompt die
Paparazzi vor der Tür. Ab da standen
dann Sicherheitsleute am Tor zu unserer Farm. Die Vorbereitungen dauerten neun Monate, die Armee hat
eine 1,5 Kilometer lange Straße gebaut, elektrische Leitungen für die
Filmcrew verlegt und einen Sumpf
in eine grüne Wiese verwandelt.
Haben Sie sich jemals gefragt,
auf was Sie sich da eingelassen
haben?
Naja, sie hatten uns ja vorher informiert, was auf uns zukommt. Aber
natürlich macht man sich keine
Vorstellung davon. In den Hoch-Zeiten waren bis zu 400 Leute am Set.
Wie viel haben Sie von den
eigentlichen Dreharbeiten mitbekommen?
Wir konnten jederzeit aufs Set. Das
Team hat uns königlich behandelt,
Da leben sie, die Hobbits, zumindest im Film: in Auenland in Höhlen mit hübsch dekorierten Eingängen. Die Filmkulissen entstanden in Neuseeland auf der Farm von Russell Alexander, ...
... der sich eigentlich um seine Schafe kümmert. Jetzt kommen noch tausende Touristen hinzu.
FOTOS (2): NADINE LISCHICK
„Wir konnten
jederzeit aufs Set.
Das Team hat
uns königlich behandelt, wir durften bis auf einen
Meter an die Kameras heran, so lange
wir still waren.“
Russell Alexander
Farmer in Neuseeland
Der neuseeländische Regisseur Peter
Jackson.
FOTOS (2): DPA
wir durften bis auf einen Meter an
die Kameras heran, so lange wir still
waren. Eigentlich konnten wir machen, was wir wollten. Einmal saß
ich sogar mit Sean Astin, der Hobbit
Sam spielte, im Make-Up-Wohnwa-
Martin Freeman (links) als Bilbo Beutlin in dem Kinofilm „Der Hobbit:
Smaugs Einöde“, dem zweiten Teil des dreiteiligen Film-Epos „Der Hobbit“.
gen und habe mit ihm die Kaffeepause verbracht. Aber wir hingen
nicht jeden Tag am Set rum – wir
hatten selbst zu arbeiten.
Aber ein Gastauftritt als fieser
Ork wäre doch was gewesen.
Waren Sie nicht in Versuchung,
mal freundlich nachzufragen?
Das Filmteam hat uns sogar Gastrollen in „Der Herr der Ringe“ angeboten, aber wir haben abgelehnt. Sie
haben Recht, ich hätte wohl zusagen
sollen! Aber wir haben versucht, uns
da rauszuhalten. Die hatten einen
Film zu drehen und wir hatten eine
Farm zu managen. Die Zusammenarbeit hat auch deswegen funktioniert, weil wir uns gegenseitig res-
pektiert haben.
Wie sehr hat sich Ihr Leben
durch die Filme verändert?
Ich wohne immer noch hier auf der
Farm und kümmere mich um die
Buchhaltung, mein älterer Bruder
ist nach wie vor für unsere 13.000
Schafe und 300 Rinder zuständig
und mein jüngerer Bruder für die
Molkereiprodukte. An dem Farmbetrieb hat sich nichts geändert. Aber
was unsere geführten Touren für
Touristen betrifft, ist im vergangenen Jahr viel passiert. Nach den
Dreharbeiten zu „Der Herr der Ringe“ hatten wir zunächst nur 17 undekorierte Hobbit-Höhlen, weil das
Set damals komplett wieder abgebaut werden musste. Nach den
„Hobbit“-Filmen allerdings konnten
wir das Filmset behalten, wie es war.
Es ist schon aufregend, in so ein Projekt involviert zu sein.
Zumal die Touristen nach Matamata strömen. Ist das nicht wie
ein Lotto-Gewinn für Sie?
(lacht) Eher das Gegenteil. All die Infrastruktur für tausende Touristen zu
bauen, hat wahnsinnig viel gekostet. Das Ganze ist ein Multi-Millionen-Projekt, wir beschäftigen je
nach Saison 80 bis 130 Angestellte,
unter anderem für die Führungen.
Eines Tages lohnt es sich hoffentlich
mal. Aber wir haben eine Menge gewagt, mussten Busse anschaffen,
mit denen wir die Touristen über das
Gelände fahren, das Besucherzentrum bauen. Allein das Abwassersystem, also die Toiletten für die Besucher, hat eine viertel Million neuseeländische Dollar gekostet. Das sind
Dinge, die man nicht mal sieht. Und
das hat auch nichts mit der Filmfirma zu tun. Da haben wir selbst Jahre
an Planung und Arbeit reingesteckt.
Verstehen Sie mich nicht falsch, es
ist eine großartige Sache. Aber ich
würde es eher als eine großartige
Chance als einen Lottogewinn bezeichnen.
„DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE“ ist
der letzte Teil der Film-Triologie „Der Hobbit“
basierend auf dem gleichnamigen Buch. Der
Film läuft seit dem 10. Dezember im Kino.
Informationen – allerdings englischsprachig –
zu Touren über das Filmset auf dem Gelände
des neuseeländischen Farmers Russell Alexander gibt es unter:
» www.hobbitontours.com
LEBENSART
Freitag, 12. Dezember 2014
Freie Presse
B3
Ende gut, alles gut?
Hollywood-Version des eigenen Lebens zurecht legen zu können. Auch
wird das Ende der Welt meist stark
romantisiert dargestellt, als eine
endlose Landschaft ohne Menschen
und ohne Horizont, oder als Idee
vom Weltuntergang (wir alle erinnern uns an 2012) in wilde Verschwörungstheorien gewickelt.
Am wahrscheinlichsten ist, dass
das Ende der Welt in ein paar Milliarden Jahren eintreten wird, wenn
die Sonne zum Roten Riesen wächst,
oder vorher, falls doch noch mal ein
Asteroid vorbei schaut. In der Popkultur ist das Ende essenziell, es
markiert meistens auch den Anfang
einer Diskussion. Zum Beispiel,
wenn Serien nach unzähligen Staffeln zurecht enden, weil die Geschichte einfach auserzählt ist, und
sie ins Unglaubwürdige abdriften,
weil den Autoren nichts mehr einfällt. Für Fans hat das allerdings oft
einen ähnlichen Effekt wie BandAuflösungen: Schockschwerenot
und trauerähnliche Gefühlszustände (vergleiche: Take That, The Beatles). Dabei ist es nur logisch, dass es
keine Band ewig geben kann – außer
vielleicht die Stones. Wobei: Das
dachte man bei den Puhdys auch, bis
sie dieses Jahr trotz versprochener
Rocker-Rente ihre Abschiedstour bekannt gaben. Manch einem Hardcore-Fan bricht da das Herz.
Schluss zu machen ist eine
Kunst, die man allerdings
nie all zu ernst nehmen
sollte: Denn jedem Ende
wohnt ein Anfang inne!
VON JOHANNA EISNER
W
enn Markus Lanz morgen zum letzten Mal die
berühmteste
ShowTreppe des deutschen Fernsehens
herunter schreiten wird, um seine
Lanz-Fragen („Stimmt es, dass Sie
den Geruch von rohem Fleisch mögen?“) an den promotenden Hollywood-Star zu bringen und Menschen zu bizarren Wetten anzutreiben, endet eine Ära – wieder einmal.
Man begräbt nach über 30 Jahren
„Wetten, dass...?“, das Flaggschiff der
großformatigen Familienunterhaltungsshows, dessen Zuschauerzahlen in den letzten Jahren irgendwo
im Quotentief versunken sind.
Tatsächlich gibt es noch Menschen, die das bedauern. So was
wird’s nie wieder geben, sagen sie.
Und vielleicht haben sie recht: Die
Privaten haben dem schließlich nur
Fremdscham-Formate wie das
Dschungelcamp, Supertalent oder
pubertären Pennäler-Humor (Joko
und Klaas), die Öffentlich-Rechtlichen hauptsächlich Volksmusik
entgegenzusetzen. Man hört aber
ausschließlich die, die sagen: Es wird
Zeit, denn die Show ist längst überholt. Sie sagen auch: Lieber ein Ende
mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Das sagt man ja ohnehin
ständig, zumindest wenn man mit
der Abgeklärtheit eines rationalen
Realisten durch’s Leben geht. Es ist
wie so oft mit dem Ende: Die einen
fürchten es, andere sehnen es herbei. Manche klammern sich an ihre
Erinnerungen wie an die Haltegriffe
im Linienbus. Manchen fällt es
leicht sich zu lösen, weil sie wissen,
dass Dinge nun mal enden oder sich
ändern; Erinnerungen hin oder her.
Denn alles im Leben, ausgenommen
natürlich die Wurst und das Internet, hat ein Ende, auch das Leben
selbst.
Sogar das Universum, die kosmische Allegorie für Unendlichkeit,
hört mehreren astronomischen
Theorien zufolge irgendwo, oder
vielmehr irgendwann, einfach auf.
Wobei das, was danach kommen
könnte, die menschliche Vorstellungskraft sprengt – aber auch die
ist ja bekanntermaßen limitiert.
Vielleicht ist das eine der großen
Enttäuschungen, mit der man im
Leben umgehen lernen muss: Die
„Nun gute Nacht!
Das Spiel zu enden,
Begrüßt uns mit gewognen Händen!“
William Shakespeare: Puck am Ende
von „Ein Sommernachtstraum“
Erkenntnis der eigenen Endlichkeit
und die Erfahrung, dass es keine Garantie für „ewig“ gibt, dass alles
plötzlich enden kann: Freundschaften, Beziehungen, Lieblingsserien,
Lebensabschnitte, Karrieren, Jahreszeiten. Und dass das meistens auch
seinen Sinn hat. Die Idee von Ewigkeit als erstrebenswerten DaseinsZustand scheint illusorisch. Abgesehen davon ist das Ende oft auch
wünschenswert: Kriege, Hunger,
Leid, Streit, Diktaturen, schlechte
Musik im Radio – ständig appelliert
man daran, dass es bitte „endlich“
aufhören soll. Notwendigkeit besteht, gerade auch, wenn etwas neues, manchmal besseres, anfangen
soll. Nicht umsonst streiten sich
Hobby-Philosophen seit Jahrhunderten schon darüber, was zuerst da
war: Das Ende oder der Anfang. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne,
wird Hesse dazu oft falsch zitiert,
woraus sich schließen ließe, dass jedem Anfang auch ein Ende innewohnen müsste, und so weiter.
Letztendlich geht es also nicht dar-
um, dass Dinge enden, sondern wie
sie enden, oder darum, wie sie auf
keinen Fall enden sollten. In Würde
zum Beispiel, das wünscht man sich
für Abgänge aller Art. Im Streit oder
in beleidigtem Schweigen zum Beispiel nicht, weil dann die Gefahr besteht, dass es eben nicht endet und
man den Konflikt ewig herumschleppt oder allerhöchstens verdrängt. Beenden impliziert schließlich auch, mit einer Sache abzuschließen. Oder mit einem kitschigen Ende, das alle Wünsche erfüllt.
Im Film nennt man das Happy End,
Nina Ruge sagte dazu „Alles wird
gut“: Am Schluss kriegen sich die
Liebenden, zerstrittene Familien
sind versöhnt, die Welt ist gerettet,
der Außenseiter ein Held.
Das kann man beruhigend finden, oder vorhersehbar langweilig.
Weil die persönlichen Erfahrungswerte jedoch sagen, dass der Realitätsabgleich oft anders aussieht,
wollen viele so etwas in der Fiktion
aber sehen oder lesen, um sich zumindest in den Tagträumen eine
Dabei vergisst man schnell, dass die
Musik immer bleiben wird, genau so
wie Erinnerungen an wertvolle Momente immer bleiben werden. Auch
wenn eine schöne Zeit vorbei ist,
war sie ja trotzdem da. Die Popgeschichte hat uns zudem gelehrt, dass
ein Ende nicht zwingend endgültig
sein muss und eine Trennung
manchmal auch den Weg für eine
öffentlichkeitswirksame Reunion
ebnet. Wenn am 31. Dezember das
Jahr 2014 mit lautem Feuerwerksgetöse in einer berauschenden Winternacht endet, dann endet damit eigentlich nur ein Kalender, keine
Ära. Am nächsten Tag geht’s
schließlich unmittelbar weiter. Man
kann zurückblicken oder vor, man
kann das auch ignorieren: Schließlich wird noch einiges enden.
Gutes Ende
Schlechtes Ende
Gutes Ende
Schlechtes Ende
Gutes Ende
Schlechtes Ende
Die Sopranos Großes Unheil bahnt
sich an: Die Gangster-Familie Soprano, als Star der ersten amerikanischen Groß-Serien des gerühmten
neuen Zuschnitts, trifft sich in einem
Restaurant in Jersey. Ein bisschen
Small Talk zwischen Mafia-Boss Tony
und seiner Frau Carmela, später auch
mit Sohn Anthony. Tochter Maedow
verspätet sich, weil
sie Einparkprobleme hat. Doch wer ist
dieser undurchsichtige Typ an der Bar,
der plötzlich auf die
Toilette muss?
Und dieser Mann
mit der Basecap?
Und wirkt dieses
verliebte Paar an einem anderen
Tisch nicht ein bisschen zu harmlos?
Und dann diese Schwarzen, die gerade ins Lokal kommen? Das Blutbad
scheint unvermeidlich! Ok, Serienstar
Tony geriet als Figur in der letzten
Staffel der Reihe immer unsympathischer – so, als wollten die Macher den
Fans den Serienschluss nach sechs
Staffeln leicht machen. Doch soll Tony
und vielleicht sogar seine ganze Familie nun tatsächlich sterben? Maedow ist auf dem Weg ins Lokal, Tony
schaut auf … und dann sieht man nur
noch das große Nichts. Der Fernsehbildschirm ist schwarz. Das war es.
Einfach großartig! (mqu)
Alf Es gibt gute Gründe, mit dieser
Kultserie der End-80er nicht ganz so
streng zu sein: Die vier Staffeln von
Alf zeigen eine Fernsehserie im klassischen Sinn, bei der die Macher weder an eine Nachverwertung als
DVD-Box noch an heute übliche Aufzeichnungsmöglichkeiten gedacht haben. Ergo ist die Rahmenhandlung
nur dünn ausgelegt.
Einzelne Episoden
kann, soll oder muss
man, wenn man auf
die flüchtige Ausstrahlung im Fernsehen angewiesen
ist, immer auch einzeln für sich sehen
können. Trotzdem:
Kult entsteht nur durch Identifikation,
und die braucht einen Rahmen. Bei
Alf ist es die Geschichte des Außerirdischen, der, weil er nicht auf die Erde gehört, hier amüsante Verwirrung
stiftet – im Kern aber wieder nach
Hause will. Bis dahin muss ihn seine
Gastfamilie verstecken – ist doch
sonst zu befürchten, dass das Militär
Experimente mit ihm anstellt. Und
was passiert zum Schluss der vierten
Staffel? Das Militär verhindert den
Heimflug von Alf und schnappt ihn.
Okay, Staffel fünf war geplant und
wurde nur nie gedreht – das Ende ist
ein verrutschter Cliffhanger. Trotzdem ist es supergemein! (tim)
Lost ist nicht zuletzt deswegen eine
der beeindruckendsten Serien der
Fernseh-Geschichte, weil der Abschluss so gut gelungen ist. Damit
war noch während der letzten, der
sechsten Staffel nicht unbedingt zu
rechnen, denn der dramatische Mystery-Hit des amerikanischen Senders
ABC hatte in den Jahren 2004 bis
2010 reichlich wirre
Fragen aufgeworfen. Suchtpotenzial
zieht „Lost“ im Wesentlichen daraus,
dass jede Folge mit
einem irren bis
skurrilen Handlungsdreh endete,
den man der eher
antiken Grundkonstellation – die Passagiere eines abgestürzten Flugzeuges müssen auf einer einsamen Insel
überleben, welche dabei nach und
nach Geheimnisse preisgibt – nie zutraut. Dabei verknäult Produzent J.J.
Abrams die Story, an der zudem Unmengen von Hauptpersonen mitwirken, fast bis an die Grenzen zur Erträglichkeit. Als in Staffel 5 sogar
Zeitsprünge und Parallelrealitäten
eingeführt wurden, war das selbst
vielen Fans zu viel. Und trotzdem gelingt es, in der letzten Folge alle Fäden und Stränge zwar strittig, aber
logisch auf einen Punkt zu bringen.
Ganz große Kunst! (tim)
Lost Titelheld Jack erkennt, dass er
tot ist und geht in den Himmel. Im
Schlussbild liegt er dazu da wie zu
Beginn der ersten Folge. Ist er da bereits gestorben und hat quasi alles
nur geträumt? „Lost“ war eine geniale Serie. Die Abenteuer der „Überlebenden“ eines Flugzeugabsturzes auf
eine mysteriöse Insel fesselten. Die
Charaktere gerieten
komplex. Neue Wendungen, die sehr guten Schauspieler
und Schauspielerinnen, die verschiedenen Ebenen – jede
Folge ein neues Erlebnis, über das
man trefflich mit
Gleichgesinnten diskutieren konnte.
Und ja, man wusste so ungefähr, dass
es letztlich um das Gute und Böse
geht. Mit Details hatten es die Macher
um J.J. Abrams dagegen nicht so sehr.
Früh ahnte der Fan, dass unmöglich
alle Rätsel und Fährten zu einem
halbwegs erklärlichen Ende zu führen
sein würden. Das rührselige, religiös
verbrämte Finale enttäuschte dann
aber doch. So kann es kommen,
wenn, den Marktgesetzen gehorchend, eine außerordentlich beliebte
Serie einfach kein Ende finden darf
und sich die Macher dabei heillos verheddern. Da kann dann eben nur
noch der Himmel helfen… (mqu)
Six Feet Under Mit dem Tod ist es
so eine Sache in Film oder Literatur.
Einerseits wünscht man selbst eigentlich hässlichen Figuren das Überleben, weil man lange mit ihnen gefiebert hat, Verständnis selbst für finstere oder unfeine Charakterzüge entwickelte und damit große Sympathie
erwuchs. Andererseits sind die ja
stets exemplarisch
gemeinten Handlungsstränge meist
so überspitzt, dass
eine überlebende
Figur hoffnungslos
unrealistisch wäre.
Erst recht, wenn die
entsprechende Serie
wie im Fall von Six
Feet Under von einer Bestatterfamilie
handelt, bei der in jeder Folge ein
Mensch stirbt und beerdigt wird. Den
Machern der von 2001 bis 2005 beim
amerikanischen Sender HBO erstmals
gezeigten Reihe ist für die Familie Fisher das vielleicht beste Serienende
aller Zeiten gelungen: Nach dem Tod
von Hauptfigur Nate nimmt das Leben
in der letzten Folge fast schon beiläufig langweilig normale Formen an,
Trauer und Glück liegen in der üblichen wackeligen Waage – bis dann
der Abspann den Tod aller Figuren
zeigt. Und zwar chronologisch in der
Zukunft, mal tragisch, mal skurril,
mal erfüllt. Großes Kino! (tim)
Dexter Als Serienkiller, der in acht
Staffeln Menschen zerstückelt, gibt es
für Dexter Morgan eigentlich nur ein
annehmbares Serien-Ende: den Tod.
Nun kann man zu Recht argumentieren, dass die Morde, die der Held
nach seinem strengen Kodex nur an
Mördern vornahm, in dieser Reihe
nur Symbole sind, die die Suche des
emotionslosen Dexter Morgans nach
den Geheimnissen
der Menschlichkeit
illustrieren. Doch
dazu ist die Reihe
einfach zu abgründig – entsprechend
sollte die Schlussszene auch von der
Hinrichtung Dexters handeln. Allein
die Produzenten wünschten dem
sympathischen Mörder einen Neustart ins Leben – doch dieser wurde in
der achten Staffel so richtig vermurkst. Im Holterdiepolter-Verfahren
wird in den letzten beiden Folgen die
gesamte Subtilität der Reihe mit billigen Twists eingerissen und der Fan
mit superschlichten Gut-Böse-Metaphern in ausgelutschten Bildern beleidigt. Auf kriminalistische Logik
pfeifen die Drehbuchschreiber ebenso
wie auf Respekt vor Hauptfiguren.
Kurz: Das riesige Potenzial dieser
Kultreihe wird im miesen Showdown
kaputtgehauen. Doof! (tim)
FOTO: ALIMDI.NET
Und wieder ist der Drops gelutscht, der Sack zu, die Flamme verloschen...
B4 Freie Presse
GESCHICHTE
Freitag, 12. Dezember 2014
DAS THEMA: PFEFFERKUCHEN
Gewürztes Gaumenglück
Sie gelten als typische Weihnachtsnascherei: Pfefferkuchen. Mit dem Gebäck sind viele Geschichten verbunden, besonders in Sachsen:
angefangen bei einem Pulsnitzer Bäcker, der dem Kuchen vor 100 Jahren sein Auto verdankte, über die Rolle eines Bildhauers am Backgeschäft,
bis hin zu der Frage, warum Pfefferkuchen so heißen, wenn gar kein Pfeffer drin ist.
VON DIETMAR SEHN
Der „Pfefferkuchen“
S
Im sächsischen Raum hat sich der
Begriff Pfefferkuchen erhalten, anderswo in Deutschland spricht man
von Honigkuchen, Magenbrot oder
Lebkuchen.
ie scheinen schier verrückt
nach den Kuchen zu sein – die
Besucher, die immer Anfang
November nach Pulsnitz zum Pfefferkuchenmarkt strömen. Auch in
diesem Jahr, zum 12. Mal, war das so:
Zehntausende Besucher kamen in
den 7000 Seelen zählenden sächsischen Ort. Er gehört in Deutschland
zu jenen mit der traditionsreichsten
Pfefferkuchenbäckerei.
Schon um 1550 wurden in Pulsnitz Pfefferkuchen gebacken. Der
Ort lag an Handelsstraßen, auf denen die vielen wichtigen Gewürze,
die für die Kuchen nötig waren, verkauft wurden. Der damalige
Schlossherr von Pulsnitz erteilte
den Bäckern die Genehmigung zum
Pfefferkuchenbacken, allerdings unter der Voraussetzung, dass sie für
die Einwohner auch genug Brot
buken.
Brot stand vor allem in Not-Zeiten, beispielsweise während des Napoleonischen Krieges, im Vordergrund. Die Beschlüsse des Wiener
Kongresses von 1814, in denen nach
der Niederlage Napoleons die Grenzen in Europa neu gezogen wurden,
erschwerten die Marktsituation allerdings, denn nunmehr waren Teile
Sachsens dem Land Preußen zugesprochen.
Vor 200 Jahren forderten daher
betroffene Händler eine preußische
Marktzulassung. Und weiterhin
galt: Brot zu backen hatte Vorrang
vor den Pfefferkuchen. Erst Jahre
später durften sich jene Bäcker, die
sich auf die Pfefferküchlerei spezialisieren wollten, voll und ganz entfalten – und fanden Akzeptanz. Zur
Kriegsweihnacht 1914 beispielsweise mussten sie eine bestimmte Zahl
an Pfefferkuchen für die deutsche
Heeresleitung und die Soldaten in
Kasernen und Lazaretten produzieren.
In Pulsnitz existierten in jener
Zeit etwa 30 Pfefferküchlereien, jeder zweite Pulsnitzer war dort angestellt. Heute produzieren noch eine
Lebkuchenfabrik und acht handwerkliche Betriebe Pfefferkuchen in
Pulsnitz. Trotzdem ist diese Zahl so
hoch wie nirgendwo sonst in
Deutschland.
Einer der bekanntesten Hersteller ist die Pfefferküchlerei Georg
Gräfe, gegründet im Oktober 1909.
Richard Georg Gräfe hatte als 31-Jähriger seine Meisterprüfung als Pfefferküchler abgelegt, vorher schon
die Lehre als Bäcker und Konditor
absolviert und die eigene Pfefferküchlerei gegründet.
Seine Makronen- und Elisen-Pfefferkuchen, hergestellt auf Grundlage streng gehüteter Hausrezepturen,
erfreuten sich so großer Beliebtheit,
dass es ihm möglich war, als einer
der ersten Pulsnitzer ein Auto zu
kaufen – eine Seltenheit zu jener
Zeit! Und er nutzte das Auto beruflich: Er belieferte vor allen die Märkte in der Oberlausitz. Sobald Gräfes
Auto auftauchte, eilten die Leute
herbei.
Dass es überhaupt zu dem Namen
Pfefferkuchen kam, obwohl in dem
Gebäck der Pfeffer fehlt, hängt mit
seiner Entstehungsgeschichte
zusammen.
Im Mittelalter war das Wort Pfeffer
als Sammelbegriff für alle Gewürze
üblich. Handelsleute machten mit
Pfeffer ein gutes Geschäft und wurden Pfeffersäcke genannt. Zu den Gewürzen gehörten Ingwer, Kardamom,
Koriander, Vanille, Pimpinelle, Portulak sowie Zimt, Fenchel, Nelken. Da in
die Kuchen viele Gewürze kamen,
wurden sie Pfefferkuchen genannt.
Als Hausmittel werden sie mitunter
bei Magen-Darm-Beschwerden empfohlen. Zimt, eines der wichtigsten
Gewürze für Pfefferkuchen, soll mehrere positive Effekte zeigen. So komme der Kreislauf in Schwung und der
Appetit werde angeregt. (DSM)
Pfefferkuchentunke
Die Soße zum Weihnachtskarpfen
oder anderen Festtagsessen enthielt
besonders früher oft Pfefferkuchen.
Die sogenannte braune Tunke gab die
richtige Würze. Auch für andere Gerichte verwendete man Pfefferkuchen, um die Soße zu binden und zu
verfeinern. Anbei ein Rezept:
Zutaten (für vier Personen)
300 g Pfefferkuchen
3 Flaschen Malzbier
1 Petersilienwurzel
2 Möhren
1 Stange Porree
1 Prise Salz
Gewürzkörner und Nelken
1 Zitrone
100 g Butter
Zubereitung
Die Pfefferkuchen im Bier einweichen
und das angegebene Gemüse zerkleinert gar dämpfen, ständig rühren und
mit dem eingeweichten Pfefferkuchen
verrühren. Abschließend die Butter
und Zitrone hinzugeben. Wer Knoblauch mag, kann auch davon eine
Prise beifügen. (DSM)
FOTO: IMAGO
In allen möglichen Formen, mit vielen Gewürzen: Pfefferkuchen.
Georg Gräfe bot zudem schon damals seiner Kundschaft die Bestellung per Postversand an und führte
die Geschäfte über 40 Jahre. Danach
übernahm die Tochter des Firmengründers den Betrieb. Später ab 1961
führte Enkel Jürgen Nitsche die Familientradition unter dem Firmennamen Georg Gräfe fort. In den
1970er-Jahren verkaufte der Pfefferküchlermeister und seine Familie
auch in Dresden. Zu DDR-Zeiten
standen die Leute dort in Viererreihe
Schlange. Heute hat die Familie außer dem Pulsnitzer Ladengeschäft
„Pfefferkuchen, das
ist wie ein Klang
aus glücklicher
Kinderzeit, wie
ein Gruß vom
Jahrmarkt ...“
Karl Arnold Findeisen
sächsischer Heimatautor
mehrere Stände, so an den Schlössern Moritzburg, Pillnitz und auf der
Prager Straße in Dresden. 40 Sorten
Pfefferkuchen verkaufen sie über
das gesamte Jahr, auch an Touristen,
erklärt Juniorchef Christian Nitsche.
Ein anderer Traditionsbetrieb in
Pulsnitz ist die Pfefferküchlerei E. C.
Groschky. Sie wurde 1825 im Geburtshaus des Bildhauers Ernst Rietschel gegründet. Rietschel lebte von
1804 bis 1861 und ist einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer
des Spätklassizismus. Er schuf bei-
spielsweise das Goethe-SchillerDenkmal in Weimar und das Lessing-Denkmal in Braunschweig. Der
Künstler gilt als wohl größter Sohn
Pulsnitz’ und ist zudem ein Vorfahr
der Familie Groschky. Ein besonderes Angebot dieser Pfefferküchlerei
sind die Rietschel-Kuchen, mit
Schokolade überzogene Pfefferkuchen.
Doch trotz aller Tradition: Die
bundesdeutsche
Handwerksordnung akzeptierte nach der Wiedervereinigung Deutschlands den Beruf der „Pfefferküchler“ nicht. Dage-
gen aber rebellierten die Oberlausitzer. Mehrere Jahre dauerte die Auseinandersetzung.
1998 schließlich wurde der Berufsstand „Bäcker, spezialisiert auf
Pfefferküchler“ doch noch von staatlicher Seite aus als regionaltypisches
Handwerk anerkannt. Nebenher bemerkt: Die Pulsnitzer Bäckerinnung
ist bekannt dafür, sich nicht unterkriegen zu lassen. Schon vor dem
Krieg demonstrierten die Pfefferküchler in Dresden, um Standgenehmigungen für den Striezelmarkt
zu erwirken.
Ein Blick zurück zu den Pfefferkuchenbäckern von einst
Museen vermitteln Geschichte über das traditionsreiche Gebäck – Schon die alten Ägypter sollen mit Honig gewürzten Kuchen gekannt haben
W
as wäre eine Pfefferkuchenstadt ohne ein Pfefferkuchenmuseum?
Das Stadt- und Pfefferkuchenmuseum Pulsnitz befindet sich am
Markt. Dort hängen an den Wänden
Teigroller, Wiegemesser und Holzlöffel, in Vitrinen sind Lebkuchenpackungen aus der DDR und
schmuckvolle Pfefferkuchendosen
aus Omas Zeiten zu sehen. Einige
Produktionsanlagen, darunter eine
Ausstechmaschine, erinnern an das
vergangene Jahrhundert. Ähnliche
Maschinen sind heute noch in Betrieb, allerdings mit modernen Antrieben.
Geschichte im Fachwerkhaus
Während im Pulsnitzer Museum die
Geschichte des Pfefferkuchens ab
1900 in den Vordergrund gerückt
wird, liegt der Fokus in der „Alten
Pfefferküchlerei“ im wenige Kilometer entfernten Weißenberg auf
den Herstellungsmethoden.
In dem alten Fachwerkhaus am
Markt buken von 1684 bis 1937 die
Familien Opitz und Brauer die Pfefferkuchen. Die „Alte Pfefferküchlerei“ wurde 1941 als Museum eingerichtet und ist heute ein Denkmal
der Produktionsgeschichte. Es ist europaweit das einzige technische Museum dieses Handwerkes.
Dort findet man Einblicke in die
Arbeits-, Lebens - und Wohnverhältnisse der Pfefferküchler, Backstube
und Laden sind mit alten Einrichtungen zu sehen. Die ausgestellten
Geräte sind alles Originale, beispielsweise die Quarkpresse, Teig-
hölzer, Quirle, Bottiche und der Butterstampfer. Die Gewürze befinden
sich in Apothekerflaschen und gläsernen Behältern.
Beliebt für die Haltbarkeit
Erste schriftliche Zeugnisse von gewürzten Honigkuchen soll es aus
der Zeit um 350 vor Christus geben,
doch bereits die alten Ägypter haben
honiggesüßte Kuchen gekannt.
In unseren Breiten wurden Lebkuchen im Mittelalter vor allem in
den Klöstern gebacken. Sie waren
wegen ihrer langen Haltbarkeit beliebt und konnten für schlechte Zeiten gelagert werden.
Zeitweise galten Lebkuchen auch
als Luxus auf Grund der notwendigen, verschiedenen Gewürze. In der
Barockzeit wurde es dann Brauch,
zu Weihnachten Pfefferkuchen an
die Kinder zu verschenken. Die Jungen bekamen einen Pfefferkuchen
in Gestalt eines Reiters, die Mädchen
hingegen in Form einer festlich gekleideten Dame, einer Prinzessin sozusagen. (DSM)
SERVICE Stadt- und Pfefferkuchenmuseum Pulsnitz, Am Markt 3, Telefon: 035955
44246, geöffnet im Dezember: Montag bis
Freitag 10 bis 17, samstags 9 bis 13, sonntags
14 bis 17 Uhr. Geschlossen: 22. 12. bis 5. 1.
» www.kultur-tourismus-pulsnitz.de
„Alte Pfefferküchlerei“, Weißenberg, A.-Bebel-Platz 3, Telefon: 035876/40429, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 8 bis 12, 13 bis 16,
Sonnabend und Sonntag 13 bis 17 Uhr. Geschlossen: 24. bis 26. 12. und 31. 12. bis 5. 1.
» www.pfefferkuchenmuseum.eu
WISSEN
Freitag, 12. Dezember 2014
Freie Presse
Suche nach der Zukunftsstadt
B5
Ungeahnte
Hilfe der
krabbelnden
Müllabfuhr
Insekten fressen jährlich
in New York hunderte
Tonnen Essensreste
I
nsekten und andere Krabbler
spielen als Straßenreiniger eine
wichtige Rolle. Allein auf den
Mittelstreifen von Broadway und
West Street in New York City schaffen sie Essensreste in einem Umfang
von jährlich etwa 60.000 Hotdogs
weg, berichten Wissenschaftler im
Fachblatt „Global Change Biology“.
Die krabbelnde Abfallbeseitigung
habe einen positiven Nebeneffekt: Je
mehr Essensreste die Tiere vertilgen,
desto weniger bleibe für Ratten und
Tauben. Sie arbeiteten somit auch
als Schädlingsbekämpfer.
Um die Rolle der Krabbeltiere
als Müllabfuhr genauer zu untersuchen, bestimmten die Forscher um
Elsa Youngsteadt von der North
Carolina State University in Raleigh
zunächst, welche Arten von Gliederfüßern in den Parks und auf den
Mittelstreifen des New Yorker Stadtteils Manhattan vorkommen. Die
Forscher maßen auch die Temperatur und Feuchtigkeit der Grünflächen sowie die Dicke der Laubschicht.
Auch neue Mobilitätskonzepte machen die Städte der Zukunft aus. In Amsterdam ist schon jetzt das Fahrrad drauf und dran, das Auto zu ersetzen – und das ist auch nötig, sagen Experten. FOTO: IMAGO
Im Jahr 2050 leben zwei
Drittel der Menschen in
Städten. Schon heute
droht vielen Metropolen
der Verkehrsinfarkt. Staus,
dreckige Luft und soziale
Probleme sind Alltag. Im
Wissenschaftsjahr 2015
wollen Forscher nach
Lösungen für die Zukunftsstadt suchen.
VON JONAS SCHÖLL
L
eise surren Elektroautos
durch die Straßen. Die Luft ist
sauber, denn weder Autos
noch Fabriken stoßen Schadstoffe
aus. Häuser sind wie Kernkraftwerke, die mit Solarzellen an den Fassaden mehr Energie produzieren, als
sie verbrauchen. Gärten auf den Dächern sorgen für ein angenehmes
Klima in der Metropole und versorgen die Städter zusätzlich mit frischem Gemüse. Für die Forscher der
Fraunhofer-Initiative „Morgenstadt“
soll diese Vision keine Utopie blei-
ben. Sie entwickeln Konzepte und
Technologien für eine umweltfreundliche und lebenswerte Stadt
von morgen.
„Wir stehen an der Schwelle zu
einer neuen urbanen Ära“, sagt
Fraunhofer-Experte Alanus von Radecki. Egal ob Klimawandel, Ressourcenknappheit oder die alternde
Gesellschaft – die großen Zukunftsfragen stellten sich in besonderer
Brisanz in den Städten. Auch das
Bundesforschungsministerium widmet sich dem Thema und stellt das
Wissenschaftsjahr 2015 unter das
Motto „Zukunftsstadt“. In Bürgerbeteiligungsprojekten, Wettbewerben,
kommunalen Aktionstagen und
Vorlesungsreihen an Universitäten
sollen Akteure aus Zivilgesellschaft,
Forschung und Politik in einen Dialog treten.
Es ist ein Thema, das die große
Mehrheit der Menschen betrifft.
Nach Angaben von Experten der
Vereinten Nationen leben schon
heute mehr Menschen in urbanen
Räumen als in ländlichen Regionen.
2050 werden sich nach UN-Prognosen etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung in den Städten drängeln.
„Der größte Handlungsdruck besteht im Verkehr“, warnt Radecki.
Neue Mobilitätskonzepte seien gefragt, die Wege schneller und um-
weltfreundlicher machen, indem sie
Angebote kombinieren: etwa das
Elektroauto, die Hochbahn oder
Car- und Bike-Sharing. Neben dem
öffentlichen Verkehr verzeichneten
diese Konzepte bereits heute Zuwachsraten.
Die Bundesregierung will zudem
deutlich mehr umweltfreundliche
E-Autos auf die Straßen bringen: Ziel
sind eine Million dieser Fahrzeuge
in Deutschland im Jahr 2020. Zum
Vergleich: Anfang 2014 waren bundesweit weniger als 100.000 Elektround Hybrid-Fahrzeuge zugelassen.
Eine ähnlich große Aufgabe ist es,
dafür zu sorgen, dass Städte auch
morgen noch attraktive Lebensräume für Menschen bieten. Die Metropolen sollen grüner werden. „Die
Konsequenz wird irgendwann
‚Greenopolis‘ sein, die grüne Großstadt, in der die Häuser Energie erzeugen und die Landwirtschaft wieder in die Stadt zurückkehrt“, meint
Forscher Matthias Horx vom Zukunftsinstitut. Gemeint sind Gebäude, die kaum Energie verbrauchen
und ihren Strom etwa aus Solarzellen an der Fassade gewinnen.
Beispiele für solche urbanen Oasen gebe es schon heute: „Singapur
entwickelt sich zur ,Green City‘, dort
werden Hochhäuser nur noch genehmigt, wenn sie einen Dschungel
„Der größte
Handlungsdruck
besteht im
Verkehr.“
Alanus von Radecki Wissenschaftler
beherbergen und mindestens klimaneutral sind“, sagt Horx. Wie man
Beton-Metropolen zum Sprießen
bringt, zeigt auch das Beispiel New
York. Die Sehnsuchts-Metropole, die
einst auch Inbegriff einer dreckigen
und grauen Beton-Stadt war, soll
nach dem Willen ihres Bürgermeisters mit dem Projekt „PlaNYC2030“
zur grünsten aller Städte werden.
Weitere Probleme bereiten den
Forschern gesellschaftliche Fragen.
„Vielen Großstädten droht eine soziale Spaltung“, warnt Fraunhofer-Ex-
perte Radecki. Für die Metropolen
stelle sich nicht nur die Aufgabe,
den Zerfall in ein strahlendes Zentrum und eine graue Peripherie zu
verhindern, sondern auch Ausgegrenzte wieder in das urbane Leben
einzubinden. Dafür müssten in den
Städten Mehrgenerationenhäuser
entstehen und an öffentlichen Orten eine altersgerechte Infrastruktur
vorhanden sein.
Zukunftsforscher Horx sieht aber
auch Chancen im demografischen
Wandel: So könne etwa durch „Cohousing“ – den Trend zu neuen,
durchmischten Stadtvierteln, in denen Alt und Jung Nachbarschaften
bilden – eine neue Stadtkultur entstehen. Diese Form des gemeinschaftlichen Wohnens, die ursprünglich in Dänemark entstand,
ist mittlerweile auch in den USA
weit verbreitet. Sie richtet sich vor
allem an Städter, die der Anonymität der Metropolen entfliehen
wollen.
Wie auch immer die Zukunft der
Stadt aussehen mag, auf die Forscher
wartet viel Arbeit. Denn in vielen
Metropolen sieht die Realität immer
noch anders aus. Dort droht der Verkehrsinfarkt, Staus und schmutzige
Luft sind Normalität. Vor allem die
großen Städte verbrauchen Unmengen an Rohstoffen. (dpa)
„Städter sind sogar gesünder als Landbewohner“
Zukunftsforscher Matthias Horx verweist auf die guten Seiten der Landflucht – Umzüge in Städte zögen oftmals auch soziale Aufstiege nach sich
Millionen Menschen strömen in
die Städte. Allen Schreckensszenarien zum Trotz – für Zukunftsforscher Matthias Horx ist das eine
gute Nachricht.
Freie Presse: Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Ist
das ein Problem?
Matthias Horx: Wir sollten das
nicht nur als Problem sehen. Zunächst ist es eine gute Botschaft,
dass die Menschheit in Ballungsgebiete zusammenrückt – das schafft
Platz für Natur und Landwirtschaft
und erzeugt eine neue soziale Dynamik. Zudem sind Städte ökologisch
effektiver: Stadtbewohner erzeugen
weniger CO2 als Bewohner des Flächenraumes.
Warum wollen so viele Menschen in die Metropolen?
Städte bieten für Bewohner des ländlichen Raumes gewaltige Chancen
des sozialen Aufstiegs. Wer in die
Stadt zieht, sucht Chancen, und
meistens bekommt er sie auch. Städter sind im globalen Durchschnitt
tatsächlich gebildeter, wohlhabender, sogar gesünder als Landbewohner. New Yorker leben länger als
Wisconsiner. Das Wachsen der größeren Städte ist auch auf ein Nachlassen der Stadtflucht zurückzuführen: Früher ist man bei Familiengründung, oder wenn man älter
wurde, an den Stadtrand gezogen.
Heute sind die Stadtkerne wieder attraktiv, kulturell hat sich viel getan.
Doch nicht überall gelingt der soziale Aufstieg.
In Berlin gab es vor hundert Jahren
noch bitteres Elend, wo heute kreative Stadtteile entstanden sind; Harlem in New York ist heute ein Mittelschichts-Stadtteil. Das gilt im jeweiligen Maßstab erstaunlicherweise
auch für die Slums in Nairobi und
Kalkutta! Neuere Forschungen zeigen, dass Slums nichts anderes sind
als Durchlauferhitzer des sozialen
Aufstiegs, in denen Menschen mit
Kleingewerbe, Handwerk und Recycling mittelfristig so gut wie immer
aufsteigen und dann in bessere
Wohnviertel umziehen.
Matthias Horx
Zukunftsforscher
FOTO: DPA
Doch Stadt heißt auch Stau,
schmutzige Luft und soziale
Brennpunkte. Wie lassen sich
diese urbanen Probleme lösen?
Es gibt inzwischen eine Wissenschaft des „Neuen Urbanismus“, in
der sich immer mehr Lösungen abzeichnen – von der Wasserversorgung über die Verkehrsplanung bis
zur Infrastrukturentwicklung. Tokio zum Beispiel hat ein unglaublich effektives Verkehrssystem entwickelt. Wien hat eine Wasserver-
sorgung, in der die Hälfte der Stadtbewohner Bergquellwasser trinken
kann. In den Städten Amsterdam
und Kopenhagen ist das Fahrrad
drauf und dran, das Auto zu verdrängen. Oslo zeigt, wie Elektromobilität
Städte ruhiger und sauberer macht.
Wie können Metropolen auch in
Zukunft lebenswerte Orte sein?
Städte sind wie Individuen: Jede
muss ihren eigenen Weg gehen.
Freiburg muss und kann sich anders
entwickeln als Toulouse oder Rabat.
Bilbao beispielsweise wurde von einer niedergehenden Industriestadt
zu einer Kulturstadt – durch einen
einzigen Museumsbau! Singapur
entwickelt sich zur „Green City“,
dort werden Hochhäuser nur noch
genehmigt, wenn sie einen Dschungel beherbergen und mindestens
klimaneutral sind.
Überall grüne Städte. Erobert
die Natur die Stadt zurück?
Die Konsequenz wird irgendwann
„Greenopolis“ sein, die grüne Groß-
stadt, in der die Häuser Energie erzeugen und die Landwirtschaft wieder in die Stadt zurückkehrt. Überall
in den deutschen Städten haben wir
ja schon heute das Phänomen des
„Urban Gardening“, also des Gärtnerns in der Stadt.
Macht Ihnen die Urbanisierung
gar keine Sorgen?
Das wahre Zukunftsproblem werden womöglich ganz andere, untypische Stadtformen sein, wie etwa
die „Nomadic Cities“ – Zeltstädte, die
jetzt für Hunderttausende Flüchtlinge im Nahen Osten entstehen. Was
wäre denn, wenn diese Zeltstädte
nicht wieder verschwinden? Wenn
sie eine dauerhafte Lebensform werden, gewissermaßen Wüstenslums?
(dpa)
MATTHIAS HORX ist Trend- und Zukunftsforscher. Nach Berufsjahren als Journalist
gründete er zur Jahrtausendwende das „Zukunftsinstitut“, das heute zahlreiche Unternehmen und Institutionen berät.
Forscher verteilen Chipskrümel
Dann begannen sie mit dem eigentlichen Experiment: Sie verteilten
Chips-, Keks- und Hotdog-Reste an
ausgewählten Stellen auf den Grünflächen. An jedem Ort legten sie die
Nahrungsmittel zum einen offen
aus, zum anderen in einem Gitterkäfig, der nur für die kleinen Krabbler
zugänglich war. Das Ganze machten
sie zweimal: einmal mit kleinen Essensresten, einmal mit größeren
Stücken. Nach jeweils 24 Stunden
ermittelten sie, wie viel der Essensreste noch übrig waren.
Sie fanden, dass die Krabbler kleinere Essensportionen innerhalb eines Tages vollständig entsorgen
konnten, größere Stücke hingegen
nicht. „Wir haben errechnet, dass
die Gliederfüßer allein auf den
Mittelstreifen von Broadway und
West Street jährlich mehr als 950 Kilogramm weggeworfenes Junkfood
konsumieren können – eine
Arbeitspause im Winter eingerechnet“, erläutert Elsa Youngsteadt
in einer Mitteilung der Universität.
„Das ist nicht nur eine alberne Tatsache. Das zeigt eine echte Dienstleistung dieser Gliederfüßer auf. Sie
entsorgen wirkungsvoll Müll für
uns.“
Zahl der Ratten begrenzen
Überraschend war für die Forscher,
dass die Krabbler der Mittelstreifen
mehr Essen vertilgten als die der
Parks – trotz der deutlich geringeren
Artenvielfalt zwischen den Fahrbahnen. Sie erklären dies vor allem
mit der weiten Verbreitung der
Pflasterameise auf den Mittelstreifen. Wo immer diese vor etwa
100 Jahren nach Nordamerika eingeschleppte Art vorkomme, würden
zwei- bis dreimal mehr Essensreste
entsorgt als an Orten ohne sie, berichten die Forscher. Auch an heißeren und trockeneren Orten war die
krabbelnde Müllabfuhr besonders
effektiv. Die Art der vorkommenden
Gliederfüßer und die Eigenschaften
des Lebensraums spielten also eine
größere Rolle bei der Abfallbeseitigung als die Vielfalt unter den
Krabblern.
Wenn auch Wirbeltiere wie
Ratten, Vögel, Eichhörnchen und
Waschbären Zugang zu den Nahrungsresten hatten, wurde insgesamt mehr davon entsorgt. Beide
Gruppen konkurrierten um den Abfall, schreiben die Forscher. Was die
Arthropoden verzehrten, stehe aber
den Wirbeltieren nicht mehr zur
Verfügung – dies könne die Zahl von
Wirbeltieren begrenzen helfen, die
Krankheiten auf den Menschen
übertragen können. Urbanes Grünflächen-Management, das dabei
Ameisen vor Ratten begünstige, nutze somit der öffentlichen Gesundheit. (dpa)
B6 Freie Presse
ONKEL MAX
Freitag, 12. Dezember 2014
HIER GIBT ’S AUF
ALLES EINE ANTWORT
Liebe Leserinnen, liebe Leser! Die Welt ist voller Fragen. Dafür steht unser Onkel Max.
Fragen Sie ihn, was Sie schon immer wissen wollten! Er wird versuchen, eine Antwort zu finden.
Aber bitte nicht ungeduldig werden. Nicht jede Frage lässt sich schnell beantworten.
So erreichen Sie Onkel Max: per E-Mail: onkel.max@freiepresse.de oder
per Post: „Onkel Max“, „Freie Presse“, Postfach 261, 09002 Chemnitz.
Kann man die Eier
von Enten essen?
Was ist der Unterschied zwischen einem Hühner- und einem Entenei? Manche sagen, Enteneier kann man nicht essen, andere sagen, das
geht doch. Und wie lang kann man ein Hühnerei aufbewahren, bevor es nicht mehr genießbar
ist? (Diese Fragen stellte Matthias Jungnickel
aus Schneeberg.)
Die Eier von Enten sind mit ihren 60 bis
75 Gramm in der Regel etwas größer als die
eines Huhns, die meistens zwischen 50 und
65 Gramm wiegen. Außerdem enthalten
sie mehr Eigelb, was einerseits den Vitaminanteil, andererseits aber auch den Fettund Kalorienwert hochschraubt. So finden
sich in 100 Gramm Entenei 5 Mikrogramm
(mcg) Vitamin D und 5,4 mcg Vitamin B12,
was ungefähr doppelt so viel ist wie bei seinem Hühnerpendant. Beim vor Krebs
schützenden Beta-Carotin werden die
13 mcg des Hühnereis vom Entenei mit
1200 mcg sogar fast um das Hundertfache
übertroffen, das allerdings mit 14,4 Gramm
auch etwa drei Gramm mehr Fett und mit
184 knapp 30 Kilokalorien mehr liefert.
Im Geschmack ist das Entenei deutlich
intensiver, aber keinesfalls ungenießbar. In
China wird es deswegen sogar besonders
geschätzt. Ein großes Problem besteht aber
darin, dass es oft mit Salmonellen belastet
ist, weil Enten einen weniger hygienischen
Lebensstil führen als Hühner, beispielsweise aus demselben Trog trinken, in den sie
auch hineinkoten. Durch komplettes
Durchgaren der Eier lässt sich das Infektionsrisiko jedoch minimieren.
Enten- wie Hühnereier mit unversehrter Schale kann man im Kühlschrank auf
jeden Fall bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (28 Tage nach dem Legen),
meistens aber auch deutlich länger aufbewahren. Ein genießbares Ei zeigt beim Aufschlagen rund um den Dotter einen großen
Hof von leicht trübem, dickflüssigem (gallertigem) Eiklar, während sich am Rand
nur wenig dünnflüssiges Eiklar befindet. Je
länger und vor allem je wärmer die Eier gelagert wurden, desto mehr verflüssigt sich
auch das gallertige Eiklar. Das Ei „zerfließt“.
Das heißt zwar nicht zwangsläufig, dass es
auch mit Keimen belastet ist, aber es
schmeckt dann nicht mehr sonderlich gut.
Eine Stockente mit Eiern.
FOTO: IMAGO
Warum tragen
Priester Violett?
Wieso tragen katholische Priester in der Adventszeit Violett?
Violett steht in der katholischen Tradition
für Buße und geistliche Vorbereitung, da
diese Farbe am weitesten entfernt von allem Körperlichen ist. Und der Advent bezeichnet die Zeit, in der sich die Christenheit auf das Fest der Geburt Jesu vorbereitet. Papst Innozenz III. hatte im 13. Jahrhundert den verbindlichen Farbkanon in
der katholischen Kirche festgelegt, der bis
heute gilt. (deike)
FOTO: IMAGO
Der kommt jetzt ins Wohnzimmer, und vielleicht singt dann dort jemand zu Weihnachten: „O Tannenbaum“.
Wer textete „O Tannenbaum“?
Wer schrieb das Weihnachtslied „O Tannenbaum“?
Wer kennt es nicht, das Weihnachtslied „O Tannenbaum“?
Doch bis es in seiner jetzigen Fassung erschien, dauerte es
sehr lange. Schon um 1550 entstand ein ähnlicher Text
mit dem Titel „Ach Tannenbaum“, der vor allem in Schlesien gesungen wurde.
Der Text lautete: „O Tanne, du bist ein edler Zweig, du
grünst im Winter und die liebe Sommerzeit. Wenn alle
Bäume dürre sein, so grünest du, edles Tannenbäumelein.“
Immer wieder tauchten neue Fassungen auf, das Lied war
zeitweise auch ein beliebter Gassenhauer unter Studenten. „Ach Tannenbaum“ wurde dann in das tragische Liebeslied „Ach Mägdelein, ach Mägdelein, wie falsch ist dein
Gemüte …“ von August Zarnack, einem Potsdamer Volksliedsammler, umgedichtet.
Letztendlich aber griff der in Leipzig ansässige Theologe und Lehrer Ernst Anschütz zur Feder und schuf den
heute bekannten Text für das Weihnachtslied „O Tannenbaum“, der seit nunmehr fast 200 Jahren gesungen wird.
Sogar im fernen Korea ist das Lied zu einem Ohrwurm geworden.
Ernst Anschütz, Förderer des Schulgesanges, Herausgeber eines wegweisenden Schulgesangbuches, schrieb im
Übrigen auch die Verse zu den Kinderliedern „Wenn ich
ein Vöglein wär“, „Es klappert die Mühle am rauschenden
Bach“ und „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“.
Warum wurde die Inschrift des Denkmals herausgemeißelt?
In Kynzvart in Tschechien gibt es ein Denkmal,
dessen Inschrift komplett herausgemeißelt ist.
Handelt es sich bei diesem Denkmal um ein
Kriegerdenkmal für Gefallene aus dem Ersten
Weltkrieg? Was hat es mit der herausgemeißelten Schrift auf sich? (Diese Frage stellte Dieter
John aus Plauen.)
Es stimmt, dieses Denkmal soll an im Ersten Weltkrieg gefallene Bewohner aus
Kynzvart/Königswart und den umliegenden Gemeinden erinnern. Aber warum fehlen auf diesem Denkmal und auch an vielen anderen Gedenkstätten entlang der
tschechischen Grenze die Namen? Die Antwort auf diese Frage liegt tief in der Geschichte der Region, in der Königswart liegt,
begründet.
Diese heißt Chebsko/Egerland, im Mittelalter lag sie an der Grenze vom Heiligen
Römischen Reich und dem Königreich Böhmen. Kaiser wie auch König versuchten, ihre Macht in den Grenzwäldern von Egerland zu festigen. Sie ließen Wälder fällen,
Burgen und Städte bauen und sendeten
Siedler aus: Aus dem Westen kamen die
Deutschen, und die Tschechen kamen aus
dem Osten. Aber das spielte damals noch
keine Rolle, im Mittelalter zählten Gott und
König, keine Nationalitäten. Auch nicht im
Jahr 1348, als Kaiser Karl IV. bestätigte, dass
das Egerland Bestandteil des Böhmischen
Königreichs ist.
Doch mit zunehmender Bildung und
den Napoleonischen Kriegen erwachte das
Nationalbewusstsein. Das hatte unter anderem zur Folge, dass die österreichische Monarchie zunächst formell in Österreich-Ungarn umbenannt wurde. Aber nach den Ungarn begannen auch die zu diesem Gebilde
gehörenden Tschechen und andere Völker
ihre Rechte zu fordern. Diese nationalen
Probleme erreichten einen Höhepunkt in
der Zeit des Ersten Weltkriegs. Damals kam
ein Teil der politischen Vertretung der
Tschechen zum Schluss, dass ihre Zukunft
nicht in der multinationalen Habsburgermonarchie, sondern in einem separaten
Staat liegt. Der wurde 1918 als Tschechoslowakische Republik gegründet, seine westliche Grenze kopierte etwa die ursprüngli-
chen Grenzen des Königreichs. Dazu gehörte auch das Egerland.
Doch das ursprünglich multiethnische
Egerland war im Laufe der Jahrhunderte
fast ausschließlich von Deutschen besiedelt
worden. Deren Vertreter wiederum wollten
nicht Teil eines Staates sein, der sich als Nationalstaat der Tschechen und Slowaken
definierte. Es folgte der erste große Konflikt.
Die deutsche Bevölkerung im Grenzgebiet
gründete ihre eigene Provinz, die Provinz
Deutschböhmen. Darauf reagierte die
Tschechoslowakei mit der Entsendung von
Militärtruppen. Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen wurde diese Provinz aufgelöst.
Allerdings waren die Folgen groß. Es
dauerte Jahre, bevor sich die Beziehungen
zwischen beiden Nationen so normalisiert
hatten, dass beispielsweise im Prager Parlament wieder Mitglieder der deutschen Minderheit vertreten waren. In dieser angespannten Zeit, konkret 1927, gründete der
damalige Bürgermeister von Königswart,
Otto Dietl, mit dem Unternehmer Karl
Blechschmidt einen Ausschuss für die Errichtung einer Gedenkstätte für die Stadt-
Das Denkmal für Gefallene in Königswart.
FOTO: PRIVAT
bewohner, die im Ersten Weltkrieg gefallen
waren.
Mit dem Entwurf beauftragte der Ausschuss den damals bekannten und erfolgreichen Bildhauer Karl Wilfert aus Cheb,
der Steinhauer Gustav Kräder führte den
Entwurf aus. Die Enthüllung des Denkmals
war ein großes gesellschaftliches Ereignis.
Die feierliche Rede hielt der damalige Direktor der Grundschule von Königswart,
ein großer Teil der Bevölkerung der Stadt
und auch Kurgäste waren anwesend.
Doch die Geschichte näherte sich zu diesem Zeitpunkt einem weiteren Wendepunkt. In Deutschland kamen die Nationalsozialisten an die Macht, ein Teil der deutschen Bevölkerung aus dem tschechischen
Grenzgebiet stand hinter ihnen. Ihr Ziel
war die Zerstörung der Tschechoslowakei.
1938 begann die Besetzung des Landes und
die Unterdrückung der tschechoslowakischen Bevölkerung. All dies hatte zur Folge,
dass während des Zweiten Weltkrieges die
tschechoslowakische Exilregierung in London mit den Siegermächten aushandelte,
dass nach der Niederlage der Nationalsozialisten der Teil der deutschen Bevölkerung
aus dem tschechischen Grenzgebiet ausgesiedelt wird, der nicht am aktiven Widerstand gegen die Nazis beteiligt war. Bei dem
Aussiedlungsprozess wurde auch eine Reihe von Denkmälern zerstört, weil sie an die
deutsche Grenzgeschichte erinnerten. Unter anderem wurde die Gedenkstätte für die
Gefallenen in Königswart mit einer Schicht
Zement bedeckt.
Erst nach dem Fall der kommunistischen Regierung im Jahr 1989 wurden mehrere Denkmäler saniert. Das in Königswart
wurde von der Stadt vor vier Jahren wiederhergestellt, aber die Inschriften wurden wegen fehlender Dokumentationen nicht erneuert. Erst in diesem Jahr erhielt das Rathaus Unterlagen, die die ursprünglichen
Texte enthalten. Dem derzeitigen Bürgermeister Miloslav Pernica zufolge könnte die
Geschichte des zerstörten Denkmals ein
Happyend haben: Geplant ist, dass in den
kommenden Jahren die ursprünglichen
Namen der Gefallenen wieder eingetragen
werden.
Was ist die
Geschichte hinter
dem Soldatengrab?
In der Nähe von Meißen gibt es ein kleines Dorf
mit einem sehr gepflegten Soldatenfriedhof. Ende April 1945 sollen dort junge Soldaten gefallen sein. Was genau war damals geschehen?
(Die Frage hat Udo Otto aus Zschorlau gestellt.)
Bei dem Dorf handelt es sich um Nössige,
einem Ortsteil der Gemeinde Käbschütztal.
In dem Sammelgrab wurden über 30 gefallene deutsche Soldaten bestattet. Sie waren
am Ende des Zweiten Weltkriegs in Gefechten bei Nössige gegen Soldaten der Roten
Armee ums Leben gekommen. An dem
Grab steht eine Gedenktafel mit der Inschrift: Den Toten zur Ehre, den Lebenden
zur Mahnung.
Laut Ortschronist Frank Uhlemann waren damals Soldaten der Roten Armee bei
Riesa über die Elbe Richtung Süden vorgedrungen. In den benachbarten Ortschaften
Barnitz und Nössige hielten sich zu diesem
Zeitpunkt noch Einheiten der deutschen
Wehrmacht auf, auf die die sowjetischen
Soldaten stießen. Die Gefechte in der Gegend um Nössige vom 26. bis zum 30. April
1945 gehörten zu den letzten in der Region
und im Zweiten Weltkrieg überhaupt. Beide Seiten erlitten Verluste. Die dabei gefallenen sowjetischen Soldaten wurden auf
einem Soldatenfriedhof in Meißen begraben.
Warum heißt es
„Gardinenpredigt“?
Woher kommt der Begriff?
Belegt ist er bereits im 17. Jahrhundert. Damals waren die Betten mit einer Gardine
umgeben, um sie vom übrigen Raum abzuschirmen. Dort schlief die Ehefrau, wenn
ihr Mann in der Nacht betrunken heimkam. Wurde sie wach, begann sie mitunter
lauthals hinter der Gardine zu schimpfen,
also die Gardinenpredigt zu halten. (deike)
LESEN-SEHEN-HÖREN
Freitag, 12. Dezember 2014
Spannend? Und wie!
Freie Presse
Alte Superhelden neu gesehen
LITE-RATEN
Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.
Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.
Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.
VON MANUELA HASELBERGER
D
er dritte Band um das Team
der schwedischen Reichsmordkommission („Die Toten, die niemand vermisst“) ließ die
Leser mit einem Schock zurück. Alles blieb offen und endete mit einem
Schuss durch eine Wohnungstür.
Auch wenn Ursula dabei ein Auge
verlor und bis auf Weiteres nicht aktiv an den neuen Ermittlungen teilnehmen kann, ist ihr Rat sehr nützlich.
In der schwedischen Gemeinde
Torby wurde eine Familie mit zwei
kleinen Söhnen erschossen. Ein
grausames Blutbad mit vier Toten,
dem offenbar jeder Hintergrund
fehlt. Doch ein Mädchen, das gerade
bei der Familie Carlsten zu Besuch
war, die Cousine der beiden Jungen,
hat der Mörder übersehen. Und die
Kleine ist auf der Flucht. Ein klarer
Fall für den Psychologen Sebastian
Bergman, hat er doch selbst den Verlust seiner kleinen Tochter und seiner Frau bislang nicht verwunden.
Er wünscht sich sehr, als er Nicole
völlig verstört findet, dass es ihm gelingt, zu ihr Kontakt aufzunehmen.
Das Mädchen hat sich völlig in sich
selbst zurückgezogen und spricht
kein Wort. Doch Sebastian bringt sie
dazu, ihre Erlebnisse zu malen, sie in
Farben und Bildern festzuhalten.
Auch in diesem vierten Krimi
mit dem Psychologen Sebastian
Bergman im Mittelpunkt, spürt
man deutlich, dass hier versierte
Drehbuchautoren am Werk sind.
Die Kapitel wechseln die Schauplätze, verändern die Personen, die über
B7
Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt:
„Das Mädchen, das verstummte“.
Übersetzt von Ursel Allenstein.
Wunderlich. 589 Seiten. 19,95 Euro.
ISBN 978-3-8052-5077-1.
das Geschehen berichten, nicht ohne einen klug gesetzten Cliffhanger,
der den Leser nicht von der Angel
lässt. Doch mindestens genauso
spannend wie der Plot ist die Entwicklung der Personen innerhalb
der kleinen Ermittlergruppe. Mit
Ursula „hatte in gewisser Weise
auch das Team ein Auge verloren“,
Sebastian bringt es nicht fertig, seiner Kollegin Vanja zu sagen, dass er
eigentlich ihr Vater ist. Der Ermittler
Billy wird von seiner Freundin mit
Hochzeitsvorbereitungen geradezu
überfahren. Doch dass er in der Vergangenheit zwei Personen erschossen hat, das kann er nicht so einfach
vergessen.
Hier legt das schwedische Erfolgs-Duo schon den Zündstoff für
einen nächsten Band. Spannend?
Und wie!
MUSIK
Es ist die berühmteste deutschsprachige Heldendichtung des Mittelalters: die Geschichte der Nibelungen,
die spektakuläres Theater ist, mit Liebe und Mord, Rache und Verrat, Hass und Gier. Heinrich Steinfest und
Robert de Rijn erzählen dieses große Drama jetzt modern und werfen dabei einen neuen Blick auf die Charaktere, die man doch eigentlich zu kennen glaubt.
Tapfere Helden und schöne Frauen begegnen dem Le-
Hilary Mantel zeigt sich in
den Erzählungen ihres
Bandes „Die Ermordung
Margaret Thatchers“ als
skrupellose Erzählerin.
F
KLASSIK-JAZZ
Ganz im Ernst
Verspielt
Selbst, wenn man Hip-Hop aus guten kulturellen Gründen weder leiden noch nachvollziehen kann,
muss man zugeben, dass Deutschrap trotz der natürlich vorhandenen
Klischeekünstler wie Kollegah derzeit das frischste, kreativste und bewegendste Genre im Land ist. Eines
der besten Beispiele für das Brodeln
im Untergrund ist der Münchner
Edgar Wasser, der seine Musik lange Zeit als Gratis-EPs auf seiner
Homepage anbot und im Gegenzug
keinerlei Interviews gab oder gibt.
Seine skurrilen Texte greifen das aktuelle Zeitgeschehen mit einem unnachahmlichen Sarkasmus auf, der
gleichzeitig jeden Sarkasmus persifliert und am Ende bitteren Ernst als
Aussage serviert. Seine aktuelle
„Tourette-Syndrom-EP“ (mit 18 Titeln eher ein dickes Debüt-Album)
fasst das über cool abgehangenen
Beats fernab von Klischees perfekt
zusammen. Schlicht genial! (tim)
Jounee ist Pianistin aus Südkorea,
und sie tut, was jeder auf dem Klavier gern mal tun würde: Beethoven
Jazzclub-tauglich verspielen. Die
Idee ist zwar nicht neu, aber sie ist
nett. Die Titelliste von „Jugendstil“
(Membran) reicht von Mussorgskys
Bildern einer Ausstellung zum Paganini-Capriccio, dazwischen Bach,
Rachmaninoff, Händel, Bizet. Deren
berühmteste Titelthemen sind hier
Mittel zum Zweck, Grenzen zu überschreiten. Vom klassischen Piano
driftet sie ab zu Ragtime und Blues,
eben heutig unterhaltsam, keineswegs intellektuell überbordend.
Nicht immer kommt Großes dabei
heraus, denn die Art der Weiterführung einer weltberühmten Melodie
wirkt stets ähnlich. Erst das Original
gespielt, dann modern verwandelt.
Zur Sicherheit bleibt aber das Original der Erkennungsmelodie präsent.
Das ist so einfach wie genial. Sie
wird Erfolg damit haben. (mes)
DAS BUCH Heinrich Steinfest: „Der Nibelungen Untergang“. Mit
einem Storyboard von Robert de Rijn. Reclam. 120 Seiten, 60 Illustrationen. 19,95 Euro. ISBN 978-3-15-010949-6.
Kleine Geschichten
statt großer Geschichte
VON WELF GROMBACHER
HIP-HOP
ser in diesem mit kraftvollen Illustrationen von Robert de Rijn veredelten Band. Dabei stellt Steinfest mit
ironischem Ton Groteskes und Absurdes dieser SuperILLUSTRATION: ROBERT DE RIJN
stars aus. Ein Genuss.
ür ihre Mutter, so berichtete
Hilary Mantel einmal, habe
das Erzählen überhaupt kein
moralisches Gewicht. „Es geht ihr
ausschließlich um die Frage: Wie
muss ich die Geschichte erzählen,
damit sie am meisten Eindruck
macht?“ Eine skrupellose Erzählerin
sei sie. Noch gut könne sie sich an
die moralische Empörung ihrer Kindertage erinnern: „Ich war ständig
versucht zu sagen: Aber Mama, das
stimmt nicht. Es war ganz anders.“
Hierzulande ist die 1952 in Glossop/Derbyshire geborene Hilary
Mantel als Autorin von historischen
Romanen bekannt. Da hat sie ständig mit der Falsifizierung von Geschichte und Geschichten zu tun.
Für „Wölfe“ (2009) und „Falken“
(2012), die ersten beiden Bände ihrer
Cromwell-Trilogie, bekam sie gleich
zweimal den Booker Prize. Das ist
vor ihr nur Peter Carey und dem Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee gelungen. Die infolge einer chronischen Gebärmuttererkrankung
etwas rundlich gewordene kleine
Dame mit den wachen Koboldaugen aber, die ein bisschen wie eine
Märchentante aussieht, hat nicht
ausschließlich historische Romane
verfasst. Ihr Repertoire reicht vom
Memoirenbuch über Gothic Novels
bis zum Entwicklungsroman. Auch
in den zehn Erzählungen des Bandes
„Die Ermordung Margaret That-
chers“ zeigt sie sich vielseitig und
mitunter selbst als skrupellose Erzählerin.
So sorgte etwa der titelgebende
Text auf der Insel für erzürnte Kommentare aus dem konservativen Lager. Spielt er doch lebensecht ein Attentat auf die ehemalige Premierministerin Großbritanniens durch. Die
Idee kam Hilary Mantel 1983 als sie
aus ihrer Wohnung in Windsor sehen konnte, wie Margaret Thatcher
aus dem Krankenhaus entlassen
wurde. Es fiel ihr damals auf, wie
leicht es wäre, sie trotz aller Sicherheitsmaßnahmen zu erschießen.
Eben das will in der Erzählung ein
Eindringling tun, der sich mit einer
List Zutritt zur Wohnung einer älteren Dame verschafft hat, die gegenüber dem Krankenhaus wohnt. Die
Frau redet ihm erst gar nicht ins Gewissen, sondern ist ihm sogar noch
behilflich.
Hilary Mantel: „Die Ermordung
Margaret Thatchers“. Aus dem
Englischen von Werner Löcher-Lawrence. Dumont. 160 Seiten. 18 Euro.
ISBN 978-3-8321-9768-1. Bücher können bei der „Freien Presse“ bestellt
werden.
Die amerikanische Schriftstellerin Joyce Carol Oates schrieb über
die Bücher ihrer Kollegin Hilary
Mantel einmal, man habe den Eindruck, sie seien alle von unterschiedlichen Autoren geschrieben.
Das verhält sich mit den neuen Erzählungen ähnlich. In „Das Herz
versagt ohne Vorankündigung“ geht
es um die magersüchtige Morna, die
von ihrer bösen Schwester Lola immerzu gehänselt wird. Der eigentliche Grund für ihre Essstörung aber
hat, wie allmählich klar wird, viel
eher etwas mit ihrem Vater zu tun.
In „Tätlichkeiten gegen Personen“
verlässt ein makelloser Anwalt seiner jungen Sekretärin wegen die Familie. Und in „Harley Street“ mutiert
eine harmlos lesbische Lovestory
zwischen zwei Krankenschwestern
am Ende zu einer dunklen Vampirgeschichte. Nur eins verbindet die
Erzählungen: der feministische
Schreibansatz – Männer kommen in
ihnen gar nicht gut weg.
In der besten Geschichte des Buches („Winterferien“) treibt einem
die rohe männliche Gewalt regelrecht einen Schauer über den Rücken. Gerade mal sieben Seiten ist
der Text lang. Die aber haben es in
sich. Auf der nächtlichen Fahrt vom
Flughafen zu einem Hotel irgendwo
in Griechenland kollidiert das Taxi
des vom Flug ermüdeten Urlauberpaares mit einem Tier. Ein Kitz? Eine
Ziege? Der Fahrer steigt aus, schlägt
mit einem Stein auf das angefahrene
Wesen ein, lädt es in den Kofferraum. Die Urlauber sind geschockt.
Doch was hätte er tun sollen? Weder
Tierarzt noch Jäger sind in der Nähe.
Erst als sie vor dem Hotel ihr Gepäck
aus dem Auto geholt und sich schon
verabschiedet haben, sehen sie, dass
es gar kein Tier ist, was da im Kofferraum liegt, sondern ein Kind.
Diese „Verse zum Advent“ passen
wunderbar in diese Tage. Geschrieben hat sie ein Autor, der am 30. Dezember vor 195 Jahren in Neuruppin als Sohn eines Apothekers geboren wurde. Wie heißt er? Schicken
Sie Ihre Lösung an: Freie Presse, Ressort Kultur, Brückenstraße 15, 09111
Chemnitz. Fax: 0371/65617043.
Email: uta.trinks@freiepresse.de –
der Einsendeschluss (Poststempel)
ist am 19. Dezember. Die richtige
Antwort im vorigen Lite-Raten-Spiel
lautete: Kruso. Gewonnen haben: 1.
Preis (Buchpaket im Wert von 50 Euro) Bernd Weise, Glauchau. 2. Preis
(Buchpaket im Wert von 25 Euro)
Anette Wiesner, Eppendorf; . 3. bis
10. Preis (je ein Taschenbuch) Nicole
Scarafile, Freiberg; Kathrin Goldstein, Oelsnitz/V.; Anita Wagner,
Chemnitz; Annerose Tober, Zwickau; Helga Anger, Geyer; Karla Fischer, Chemnitz; Peter Bögel, Plauen; Ursula Lätzsch, Schneeberg. Die
Bücher werden den Gewinnern zugeschickt.
MUSIK-BILDERBUCH
Weihnachtliches
Kunstmärchen
Endlich Heiligabend! Die Geschwister Marie und Fritz freuen sich
schon sehr auf die Bescherung. Den
Nussknacker, den ihr Onkel Drosselmeier schenkt, schließt Marie gleich
ins Herz. Und als sie in der Nacht
noch einmal nach ihrem neuen
Spielzeug sehen will, entführt sie
der Nussknacker in eine fantastische Welt voller Prinzessinnen und
Süßigkeiten. Doch da gibt es auch
den Mausekönig, der ein rechtes Ungeheuer ist ...
Festliche Illustrationen der beliebten Erzählung von E. T. A. Hoffmann – nacherzählt von Günter
Raake – und eine CD mit den bekanntesten Stücken aus Tschaikowskis „Nussknacker“-Ballett machen dieses Musik-Bilderbuch für
Kinder ab vier Jahren zu einem besonderen Seh- und Hörerlebnis. (fp)
E. T. A. Hoffmann: „Der Nussknacker“. Gondolino. Buch (32 Seiten)
und CD. 9,95 Euro. ISBN 978-3-81123114-6. Erhältlich in den Geschäftsstellen der „Freien Presse“.
» www.freiepresse.de/shop
FILME
DRAMA
KOMÖDIE
THRILLER
Der Ritter
mit der Kunstfaust
Hochzeit mit
Ausbrüchen
Ein verstörendes
Panorama
Mit „Götz von Berlichingen“ (2014)
schuf RTL einen unterhaltsamen Feierabendfilm. In dem mittelalterlichen Ritterspiel wird das wüste Leben des fränkischen Burgherren aufgerollt, der sein Einkommen durch Überfälle auf reiche Kaufleute erstritt, aber an seiner Loyalität zum
Kaiser keinen Zweifel ließ. Götz (Henning
Baum, „Der letzte Bulle“) verliert seine
rechte Faust – um sie durch eine Prothese
zu ersetzen. Der Film zum Goethe-Drama
vereinfacht, übertreibt und fügt hinzu. Allerdings tut dies dem Vergnügen an einem
stark besetzten Schwertkampf-Remmidemmi keinen Abbruch. (tsch)
Eyjafjallajökull – das war der Vulkan, der
den Flugverkehr in ganz Europa gestört
hat. Regisseur Alexandre Coffre nahm dieses Ereignis als Anlass, die französische Beziehungskomödie „Eyjafjallajökull –
Der unaussprechliche Vulkanfilm“
(2013) drumherum zu spinnen – mit deftig schwarzem Humor und jeder Menge
Gags, die jedoch leider nicht alle zünden.
Die beiden zügellosen Streithähne Valérie
(Valérie Bonneton) und Alain (Dany Boon)
sind auf dem Weg zur Hochzeit ihrer einzigen Tochter. Doch der Vulkan macht ihnen einen Strich durch die Rechnung ...
Ein absurd komischer Roadtrip. (tsch)
Die schwangere Esther Woodhouse (Alexia Rasmussen) tritt einer Selbsthilfegruppe bei, nachdem sie nach einem brutalen
Überfall ihr Kind verlor. Dort lernt sie Melanie (Alexa Havins) kennen, die behauptet, ihr Mann und ihr Kind seien von einem betrunkenen Autofahrer getötet worden. In dem Thriller „Proxy“ lässt sich Regisseur Zack Parker viel Zeit mit der Geschichte, wechselt dann dreist die Perspektiven, hält dabei immer die Spannung und
schafft ein verstörendes Panorama aus Lebenslügen. In der Machart erinnert das
kleine Meisterwerk an die besseren Filme
von David Lynch. (mqu)
Götz von Berlichingen
Universum. DVD, Blu-ray.
Regie: Carlo Rola. Laufzeit: 109 Minuten.
Handlung:
xxxxw
Darsteller:
xxxxw
Eyjafjallajökull – Der
unaussprechliche Vulkanfilm Universum. R.:
A. Coffre. L.: 92 Minuten.
Handlung:
xxwww
Darsteller:
xxxww
Proxy Ascot Elite. DVD,
Blu-ray. Regie: Zack
Parker. Laufzeit: 118 Minuten.
Handlung:
xxxxw
Darsteller:
xxxxw
B8 Freie Presse
KINDER & CO
Es war eine dieser besonderen Winternächte, einen Tag vor dem Heiligen Abend. Alles war friedlich, ruhig
und still. Und doch lag in der Luft, dass etwas passieren würde. Überall verstreut lagen kleine blaue Kristalle.
Fußspuren ließen sich noch leicht erkennen, aber der Neuschnee hatte schon fast alles wieder verdeckt.
Da der Weihnachtsmann nicht mehr viel Zeit bis zum 24. Dezember hatte und noch viel zu
erledigen war, beschloss er, kurz nach Rudolf zu suchen. Rudolf aber hatte sich total in der
Lichterkette verheddert. Allein kam er nicht wieder heraus. Der Weihnachtsmann befreite
Rudolf. Dann blieb er plötzlich wie angewurzelt stehen. Im Schnee lagen lauter blaue Kristalle.
Oh nein …
Freitag, 12. Dezember 2014
Zur gleichen Zeit in Neu-Wichtelhausen: Der Weihnachtsmann war gerade damit beschäftigt, seinen
Weihnachtswichteln die letzten noch zu bastelnden Geschenke in Auftrag zu geben. Morgen war schließlich
der Tag, auf den viele Kinder seit einem Jahr gewartet hatten. Da bemerkte der Weihnachtsmann, dass Rudolf
noch gar nicht da war. Er sollte doch die Lichterkette für den Weihnachtsbaum bringen.
Er stotterte: „Das, das sind doch die Zauberkristalle für unseren Weihnachtsbaum! Die, die müssen doch … Rudolf, schnell,
du musst sie alle wieder einsammeln. Jeder einzelne muss an den Baum in Neu-Wichtelhausen. Sonst erstrahlt der Nordstern
am Heiligen Abend nicht. Los, Rudolf, … los!“ Rudolf sammelte so schnell er konnte. Überall lagen die kleinen blauen Kristalle
im Schnee. Aber da sie so schön funkelten, hatte er bald alle zusammen. Puh – gerade noch rechtzeitig, denn die Sonne ging
schon auf. Jetzt aber schnell nach Neu-Wichtelhausen.
Dort angekommen, setzte Rudolf jeden einzelnen Kristall wieder zurück an seinen Platz. Der Weihnachtsmann
freute sich, dass doch noch alles fertig geworden war und auch die Wichtel das letzte Geschenk verpackt
hatten. Nun konnte der Heilige Abend kommen und der Weihnachtsmann machte seinen Schlitten bereit.
Derweil schaute der Osterhase versteckt hinter einem Baum zu, wie der Weihnachtsmann davonflog.
Der Hase war froh, dass das mit den Kristallen nochmal gut gegangen war. Ihm war so langweilig in seinem
Bau gewesen, dass er sie nur kurz zum Spielen stibitzt hatte. Erst dabei merkte er, dass es Zauberkristalle
waren. Er hatte sich nicht mehr getraut, die Kristalle dem Weihnachtsmann zurückzubringen und ihm zu
erzählen, dass er sie sich einfach genommen hatte.
Liebe Kinder,
freut Ihr Euch auch schon auf den Weihnachtsmann mit vielen Geschenken?
In diesem Jahr hat er erstmal einen Schreck bekommen, weil seine Zauberkristalle überall im Schnee
verstreut lagen. Dabei gehören sie an den Baum in Neu-Wichtelhausen. Erst von dort lassen sie
den Nordstern am Heiligen Abend erstrahlen. Rentier Rudolf hat die Kristalle aber schnell wieder
eingesammelt und an den Baum gehängt.
Wenn Ihr wisst, wie viele Zauberkristalle zum Schluss wieder am Baum sind, dann kreuzt bitte rechts
im Coupon den richtigen Lösungsbuchstaben an. Füllt gemeinsam mit Euren Eltern oder Großeltern den
Coupon vollständig aus, klebt ihn auf eine Karte und sendet diese an:
Freie Presse, Kennwort: Kinder-Weihnachtsgewinnspiel,
09012 Chemnitz
Zu gewinnen:
3x Junior Columbus Leuchtglobus „Reise um die Erde“
Weihnachtsgewinnspiel für Kinder
Von den Eltern/Großeltern auszufüllen:
Gewinnspielfrage für Kinder
Name/Vorname
Straße/Hausnummer
Wie viele Kristalle bringen den Nordstern
zum Leuchten?
A 6
B 15
C 24
Abmaße 45 x 36 cm, Extra im Set: Junior Weltatlas
und 25 Überraschungspreise
Einsendeschluss ist
Mittwoch, der 24. Dezember 2014
Ihr könnt die Karte auch in einem Freie-Presse-Shop in Eurer
Nähe abgeben. Die Verlosung der Preise erfolgt am 5. Januar 2015
unter allen richtigen Einsendungen. Die Gewinner werden am
Freitag, 9. Januar 2015 veröffentlicht.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung der Preise.
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Seele and Geist
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