close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

ASTHMOPROTECT RETARD - 50 ST

EinbettenHerunterladen
Kassenärztliche Vereinigung
Bremen
Bremen, 14. Oktober 2014
Presseinformation
Gesetz rasiert Versorgung: Bis zu 350 Ärzte
in Bremen und Bremerhaven müssen gehen!
KV Bremen warnt vor Versorgungsstärkungsgesetz: Landespolitik ist gefragt
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bremen warnt ausdrücklich vor den Folgen des
geplanten Versorgungsstärkungsgesetzes. Anträge auf Nachbesetzung eines
Vertragsarztsitzes müssten demnach in überversorgten Regionen künftig abgelehnt
werden. Sollte diese Passage aus dem derzeit kursierenden Arbeitsentwurf tatsächlich
umgesetzt werden und nimmt man die rechnerische Überversorgung als Gradmesser,
dann bedeutet es für Bremen und Bremerhaven, dass bis zu 350 Ärzte und
Psychotherapeuten aus der Versorgung verschwinden.
„Es ist absurd, dass Arztsitze von Gesetzeswegen vom Markt genommen werden und sich die
Regierung gleichzeitig auf die Fahnen schreibt, die Wartezeiten abzubauen“, kommentiert Günter
Scherer, stellvertretender Vorsitzender der KV Bremen. Für die Stadt Bremen bedeutet es nach einer
ersten Kalkulation, dass bis zu 300 Sitze von Ärzten und Psychotherapeuten sukzessive still gelegt
werden müssten, für Bremerhaven zirka 50. Insbesondere die Zahl der Internisten, der
Psychotherapeuten und der Kinderärzte würde rasiert. Sollte das Gesetz so kommen wie geplant,
entfielen jährlich rund 1,2 Mio. Arzttermine im Land Bremen, weil es die Ärzte schlicht und ergreifend
nicht mehr gibt. Scherer: „Einerseits schreibt der Gesetzgeber eine Termingarantie binnen vier
Wochen fest. Andererseits werden wir gezwungen, in Bremen jeden fünften Arztsitz abzuschaffen. Es
ist jedem einleuchtend, dass dies beim besten Willen nicht zusammenpasst.“
Die KV Bremen nimmt daher die Vertreter von Regierung und Opposition in Bremen in die Pflicht, sich
mit allen Mitteln für eine Änderung des Versorgungsstrukturgesetzes einzusetzen. „Dieses Gesetz ist
ein Anti-Großstadt-Gesetz. Es bedeutet eine drastische Verschlechterung der medizinischen
Versorgung für die Menschen in Bremen, Bremerhaven und dem Umland. Jedem Politiker sollte klar
sein, dass er dieses Praxisabbau-Programm den Bürgern erklären muss“, stellt Scherer fest.
Hintergrund: Das Versorgungsstärkungsgesetz liegt aktuell in einem Arbeitsentwurf vor. Es soll bereits
zum 1. Januar 2015 in Kraft treten. Darin ist eine Passage enthalten, die die Zulassungsausschüsse in
den Ländern verpflichtet, die Nachbesetzung von Vertragsarztsitzen „in einem überversorgten
Planungsbereich“ abzulehnen. Das bedeutet konkret, dass die betroffenen Ärzte ohne einen
Nachfolger ausscheiden. Überversorgung trifft für nahezu jedes Ballungszentrum zu. Bremen und
Bremerhaven sind laut Bedarfsplanungsrichtlinie in allen Fachgruppen formal überversorgt.
Ausnahme: Hausärzte in Bremerhaven. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rechnet bundesweit
mit dem Wegfall von mehr als 25.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten. Gleichzeitig
sieht das Versorgungsstrukturgesetz die Schaffung von Terminvermittlungsstellen in den KVen vor.
Diese sollen für Patienten mit einem Überweisungsschein binnen vier Wochen einen Termin bei
einem Facharzt arrangieren.
Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB)
Christoph Fox (Kommunikation)
Schwachhauser Heerstr. 26-28, 28209 Bremen
Telefon: 0421 / 3404-328, E-Mail: c.fox@kvhb.de
Document
Kategorie
Reisen
Seitenansichten
8
Dateigröße
19 KB
Tags
1/--Seiten
melden