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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 5 / 2011
Merkblatt «Bandwurmfinnen»
Nachtruhestörung
vermeiden
Seite 18
Der «Metrac H7 X»
im Praxistest
Seite 26
Strategien gegen
die Krautfäule
Seite 40
Seite 43
Alternativen zur
Schweinesuppe
Seite 68
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INHALTSVERZEICHNIS
EDITORIAL
Eine regelmässige
Kontrolle des
Kartoffelbestands
hilft, die Krautfäule
in den Griff zu
bekommen.
Bild: agrarfoto.com
Grosse Drehscheibe für kleine Dorfläden
Volg Frischdienst in Oberbipp
4
Verwaltungsentscheide
Auf ein Wort von Ferdinand Hirsig
4
5
MANAGEMENT
Auf eigene Rechnung und Gefahr
Wer hat Anrecht auf Direktzahlungen?
10
Kurzmeldungen
Prolait zu Besuch im Zürcher Oberland
Monatsfrage
Nachtruhestörung durch Erntearbeiten
9
14
16
18
Prolait sucht Impulse
Im Zürcher Berggebiet besichtigten
die Verantwortlichen des
Waadtländer Milchverbands
ein Regionalprojekt.
14
LANDTECHNIK
Spürbar verbessert
Der «Metrac H7 X» von Reform im Praxistest
26
Kurzmeldungen
Spreu komprimieren – aber wie?
Lücke geschlossen – Deutz-Fahr mit neuen stufenlosen Traktoren
Bodenschutz: Mit «dicken Backen» aufs Feld
Erfolgstory: Gülle gemeinsam und effizient ausbringen
Produktneuheiten
21
22
25
28
30
32
PFLANZENBAU
Spreu pressen
Die Spreu-Verwertung verbessert
die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus, wenn das Material
sich effizient sammeln lässt.
22
Mechanische Unkrautbekämpfung
Die passenden Geräte zum richtigen Zeitpunkt
48
Kurzmeldungen
Rindergülle: Mineraldünger ohne Kali verwenden
Erfolgreiche Getreide- und Ölsaatenvermarktung
Strategien gegen die Krautfäule
33
34
36
40
NUTZTIERE
Maxi-Event
Die Getreidebranche traf sich
in Kirchberg und informierte
sich über Preise, Qualität
und Marktaussichten.
36
Schweinemast
4.5 % besser dank Benzoesäure
70
Bio-Seite: Gesundheitsplanung im Schweinestall
Kurzmeldungen
UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter
Melkleistung ohne grosse Investitionen erhöhen
Potenzial in der Rindviehmast
Einfache Umbaulösungen für Anbindeställe
Milchvieh: Zuchtwert-Genauigkeit steigt
Alternativen zur Schweinesuppe
Unfallverhütung: Auf die Technik kommt es an
52
54
55
61
62
64
67
68
73
LANDLEBEN
Tierschutz 2013
Einfache Baulösungen helfen, damit
auch Anbindeställe an die neue
Norm angepasst werden
können.
64
UFA-REVUE · 5 2011
Roman
Engeler
FENACO AKTUELL
Bäuerinnen und Landwirtinnen
Schriftsteller sprechen über ihre Bücher
76
Kurzmeldungen
Tipps für den Nutz- und Ziergarten
Rhabarberrezepte von Fina Schuler
Fabien Kolly ist gerne Bauer
75
80
85
86
MERKBLATT
Bandwurmfinnen beim Rind
Risikoanalyse auf Betriebsebene
Heftmitte
Seit jeher ist das Wetter im Leben
der Menschen ein wichtiger
Bestandteil. Insbesondere interessieren dabei die Vorhersagen, die
gerade für die Planung von
landwirtschaftlichen Arbeiten im
Acker- und Futterbau selbst heute
noch unerlässlich sind. Wetterprognosen scheinen vermehrt auch für
die übrige Bevölkerung eine
zunehmend wichtigere Rolle zu
spielen, für einen Personenkreis also,
dessen Berufsalltag nur wenig von
der Witterung beeinflusst wird.
Dementsprechend unterschiedlich
fallen auch die Einschätzungen aus,
was als gutes oder schlechtes Wetter
gilt. So wird beispielsweise der
diesjährige überaus trockene und
sonnige Frühling von der Freizeitgesellschaft mehrheitlich als gut und
schön eingestuft, während sich die
daraus resultierende Trockenheit für
die Landwirte da und dort zu einem
akuten Problem entwickelt hat.
Die Meteorologen wiederum sind in
der Bewertung des Wetters eher
zurückhaltender, nehmen lieber ihre
Statistiken zur Hand und kommentieren dann im Vergleich mit dem
langjährigen Durchschnitt mit
Aussagen wie «zu trocken», «zu
kalt» oder «zu windig». Dies ruft
wiederum andere auf den Plan, auf
die möglichen oder auch unmöglichen Ursachen für diese Abweichungen hinzuweisen.
Übrigens: Haben Sie gewusst, dass
auf www.landi.ch immer die
aktuellsten Wetterinformationen –
Wetter-TV, regionale Prognosen,
Niederschlagsradar, Pollenprognosen – verfügbar sind? Seit einiger
Zeit gibt es gar das «iPhone»-Wetter, eine für dieses Smartphone
speziell konzipierte Applikation, die
sich in der Zwischenzeit zu einem
der meist gefragten «Apps»
gemausert hat.
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3
AKTUELL
FENACO
Grosse Drehscheibe für
kleine Dorfläden
Die Volg-Gruppe ist gewachsen. Das zieht einen Ausbau der Infrastruktur und der Logistik
nach sich. In Oberbipp (BE) geht in diesen Tagen eine Verteilzentrale für Frischprodukte in
Betrieb. Von dort aus werden die Dorfläden westlich des Bareggtunnels beliefert.
Der Projektleiter vor Ort in Oberbipp ist Erwin Stöckli, ursprünglich
Molkereimeister, leitete er die Toni
Milch in Zürich und stiess 2001 zum
Volg. Erwin Stöckli führt durch die Verteilzentrale, zum Redaktionszeitpunkt
muss man dort noch einen Helm tragen,
denn es wird gehämmert und gemalt, es
werden Leitungen verlegt, Steckdosen
angebracht und Rabatten bepflanzt. Die
Betriebsamkeit ist gross. Denn ab dem
1. Mai ist diese Verteilzentrale in Betrieb.
Herr Stöckli, was ist eine Verteilzentrale?
Erwin Stöckli: Bei einer Verteilzentrale
werden Waren en gros angeliefert. Sie
werden gerüstet und kommissioniert,
das heisst in kleinere Chargen umverteilt und an unsere kleinflächigen VolgLäden ausgeliefert. Jede Bestellung der
rund 800 Verkaufsstellen kommt zu uns.
Die neugebaute Frischprodukte-Verteilzentrale in Oberbipp ersetzt das bisherige Verteilzentrum in Suhr. Mit den
drei Standorten Winterthur, Landquart
und Oberbipp sind wir verkehrstechnisch ideal positioniert und nahe bei
den Kunden.
Erwin Stöckli sagt von sich, wenn sein
Vater einen Bauernhof gehabt hätte,
dann wäre er wahrscheinlich Landwirt
geworden. So aber widmet er sein
Berufsleben den nachgelagerten
Sektoren und sorgt dafür, dass in den
ländlichen Regionen die Dorfläden
mit Frischprodukten versorgt sind.
VERWALTUNG FENACO
CONSEIL D’ADMINISTRATION
Nachfolge geregelt
Der Verwaltungsrat der Anicom AG hat
Stefan Schwab (Bild links) zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Anicom AG gewählt. Mit Stefan Schwab
wird die Vakanz, die durch den
plötzlichen Tod von Urs Schöb entstanden ist, geschlossen.
Stefan Schwab wurde 1973 in
Walperswil geboren. Nach der
landwirtschaftlichen Ausbildung besuchte er die Fach-
hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen und schloss als Ing. Agr. FH, Fachrichtung Agrarwirtschaft, ab. Beruflich
engagierte er sich von 1999 bis 2004 in
der Beratung und als Landwirtschaftslehrer am Inforama Rütti. Seit Mai 2004
leitete er die Anicom Mittelland in Zollikofen.
Christian Probst (Bild rechts) wird neu
Leiter der Anicom-Niederlassung Mittelland. Er ist auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Kammersrohr aufge-
wachsen und hat seine landwirtschaftliche Ausbildung als Ing. Agr. FH in der
Fachrichtung Tierproduktion an der
Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen abgeschlossen. Christian
Probst arbeitet seit Dezember 2005 als Handelsmitarbeiter bei
der Anicom Mittelland.
5 2011 · UFA-REVUE
AKTUELL
NATS
ES MO IS
D
D
L
I
B
DU MO
PHOTO
FENACO
AUF EIN WORT
EN UN MOT
Innerhalb der fenaco hat der Detailhandel in den letzten Jahren klar an
Bedeutung gewonnen. Volg und LANDI
haben sich in den hart umkämpften
Märkten mit eigenständigen Konzepten
gut behauptet und die Marktanteile
erhöht.
Die Rapsblüte war dieses Jahr früher als in den Vorjahren.
Alle erhoffen sich höhere Erträge, so auch der fenaco-Geschäftsbereich
Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (GOF). Die Aussichten für die Vermarktung
der bevorstehenden Rapsernte sind gut. Der Absatz bei den Verarbeitern
ist gesichert, die Speiseölpreise liegen aktuell über dem Vorjahr und der
Presskuchen ist ein attraktiver Proteinträger aus dem Inland.
Was ist der Vorteil des Standorts Oberbipp?
Wir entgehen damit dem Stau am Bareggtunnel und sind näher bei den
Verkaufsstellen im westlichen Wirtschaftsgebiet, zum Beispiel im Berner
Oberland, im Wallis oder in der Westschweiz. Das ist für uns enorm wichtig,
weil die Produkte frisch am Morgen früh
in den Läden sein sollen. «Frisch und
TERMINE
AGENDA
Regionaltagungen der
fenaco-LANDI Gruppe
• Westschweiz: 12. Mai 2011
• Mittelland: 18. Mai 2011
• Ostschweiz: 20. Mai 2011
Delegiertenversammlung
fenaco:
Mittwoch, 22. Juni 2011
fründlich» ist nicht nur ein Werbespruch, sondern unser Erfolgsrezept.
Die Verteilzentralen sind unsere FrischeDrehscheiben.
Wie viele Lastwagen fahren täglich mit
Waren her?
Wir haben rund 40 Lieferanten, die ihre
Produkte täglich anliefern. Früchte und
Gemüse werden sogar zweimal täglich
angeliefert, zum Teil direkt ab Feld. Von
morgens früh bis abends spät wird in
Oberbipp im Zweischichtbetrieb gearbeitet. Es ist eine Stunden- und Minutenlogistik. Täglich fahren wir 16 Touren
von diesem Standort aus.
Was ist das Herzstück von Oberbipp?
Das ist ganz klar die ausgeklügelte Kälteund Kühltechnik und die Informatiksysteme. Wir haben verschiedene Klimazonen, mit unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten. Fleisch
muss stets relativ tief gekühlt sein und
die Kühlkette darf nie unterbrochen
Die LANDI Schweiz AG hat ihre
Infrastrukturen in Dotzigen vor drei
Jahren ausgebaut und verfügt heute
über ein modernes, leistungsstarkes
Logistikzentrum. Die Entwicklung
dieses Unternehmens ist tatsächlich
aussergewöhnlich: Der Jahresumsatz
vor 22 Jahren entspricht heute einem
Wochenumsatz!
Stetig, aber nicht ganz so rasant
entwickelte sich der Lebensmitteldetailhandel von Volg. Der Spezialist für
den kleinflächigen Detailhandel ist
heute in der Nische Dorfladen der
Marktleader. Das kontinuierliche
Wachstum hat dazu geführt, dass die
Verteilzentren aus allen Nähten
platzen. In diesen Tagen konnte nun
der Frischdienst Oberbipp in Betrieb
genommen werden, von wo rund 350
Verkaufsstellen westlich des Bareggtunnels mit Frischprodukten beliefert
werden.
Auch in unserer Hauptverteilzentrale in
Winterthur wird gegenwärtig gebaut.
Seit zwei Monaten laufen die Bauarbeiten für die Aufstockung des Büroteils,
die Bewilligung für den Ausbau des
Betriebsteils erwarten wir in diesen
Tagen. Somit können wir auch
zukünftig vom Standort Winterthur aus
alle Verkaufsstellen mit dem gesamten
Food-/Nearfood-Sortiment beliefern.
Diese Gesamtinvestitionen von 70
Millionen Franken in die Logistik
werden nicht nur Volg stärken, sondern
auch die Leistungsfähigkeit der
gesamten fenaco-LANDI Gruppe weiter
erhöhen.
Ferdinand Hirsig
Fortsetzung Seite 6
UFA-REVUE · 5 2011
Mitglied der fenaco-Geschäftsleitung
5
AKTUELL
FENACO
Welche Läden werden Sie von Oberbipp
aus beliefern?
In der Startphase bedienen wir rund
350 Läden, die westlich des Bareggtunnels sind. Das sind Volg-Läden, dann
aber auch Läden von freien Detaillisten,
die mit uns zusammenarbeiten, AgrolaTankstellen-Shops und Visavis-Läden im
Oberwallis und in der Romandie. Mit
dem neuen Frischdienst können wir das
Expansionspotenzial für den westlichen
Teil der Schweiz anpacken.
Erwin Stöckli auf dem
Weg zum Herzstück
des Verteilzentrums –
der Kühl- und
Kälteanlagen.
25 Mio. Fr. wurden in
das Verteilzentrum
investiert. Der
Investitionsantrag war
von der fenaco-Verwaltung, die zum grössten
Teil aus Bauern
besteht, bewilligt
worden. Erich Ackermann (Leiter Frischdienst Oberbipp) und
Projektleiter Erwin
Stöckli sorgen dafür,
dass alles rund läuft.
6
werden. Blattgemüse hingegen brauchen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit.
Woher kommt das Gemüse?
Wir sind ein wichtiger Absatzkanal für
landwirtschaftliche Produkte. Gemüse
und Obst beziehen wir vor allem vom
Obst- und Gemüsezentrum (OGZ) Ins,
aber auch direkt aus der Region. Mehr
als die Hälfte unseres Umsatzes erwirtschaften wir mit Frischprodukten. Die
Frische der Produkte, die der Laden seinen Kunden täglich anbietet, ist also
meist der entscheidende Faktor für den
Erfolg der Verkaufsstelle.
Sie sprechen von Expansion, aber der Detailhandel ist stark umkämpft. Was
macht Sie so sicher, dass Sie Erfolg haben
werden?
Wir konnten uns trotz der starken Konkurrenz im Detailhandel in den letzten
Jahren sehr gut behaupten und haben
bewiesen, dass wir unser Geschäft verstehen und beherrschen. Wir haben mit
Ferdinand Hirsig einen Chef, der strategisch denkt und den Handel bestens
kennt. Wir haben eine kompetente Führungscrew und engagierte Mitarbeitende in allen Bereichen. Das bedeutet
auch Beständigkeit und ist eine innere
Stärke.
Was ist Ihre äussere Stärke?
Volg-Läden haben im Durchschnitt eine
Verkaufsfläche von etwas über 170
Quadratmetern. Das ist nicht viel und
die kleinsten Läden sind gar nur etwa
80 m2 gross. Das ermöglicht einen Einkauf ohne grossen Zeitaufwand in einem
übersichtlichen Umfeld. Wir sind im
ländlichen Raum zu Hause: Die Leute
können zu Fuss einkaufen, auch Kinder
können selbstständig mit einer Einkaufsliste zum Einkaufen geschickt werden. Man kennt sich untereinander und
begrüsst einander mit Namen. Wir sind
also nahe bei unseren Kunden – sowohl
geografisch als auch emotional.
Jetzt vor der Eröffnung ist eine gewisse
Spannung spürbar?
Ja, aber das muss so sein. 120 Mitarbeitende müssen von einem Tag zum anderen die Verteilzentrale übernehmen.
Alles muss klappen. Das ist eine grosse
Aufgabe und eine grosse Herausforderung für uns alle. Wir sind aber gut vorbereitet und ich bin zuversichtlich, dass
die Belieferung der 350 Läden vom ersten Tag an gut klappt.
Ⅵ
5 2011 · UFA-REVUE
L
Baumgartner,
Volg-Filialleiterin
Michaela Gamper,
Gemüsebäuerin
Michelle Schürmann,
Volg-Kundin
aus Stettfurt TG
Volg worauf Sie
..
sich verlassen konnen.
”
Volg bleibt sich und seinen Werten treu:
freundliche Bedienung, persönliche Beratung, frische
Produkte von lokalen Produzenten und ein Angebot
für den täglichen Bedarf. Das zahlt sich aus – in
menschlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.
Volg. Ist doch naheliegend.
”
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VERNUNFT FÜHRT WEITER.
KURZMELDUNGEN
MANAGEMENT
ARC gegen Zahlen-Allergitis
in verschiedenen Situationen angewendet werden.
Mit der betriebswirtschaftlichen
Analyse haben wir uns am 5. Kurstag beschäftigt. Besonders wir Frauen schauten dem «Zahlentag» mit
Skepsis entgegen. Doch nachdem
wir gelernt hatten, die Schlüsselzahlen der Buchhaltung zu interpretieren und die verschiedenen Betriebszweige nach Rentabilität zu
vergleichen, war die «Zahlenallergie» verflogen. Wir kennen nun die
Stärken und die Schwächen unserer
Betriebe. Mit dem 5. Kurstag ist der
erste theoretische Teil des ARC-Kurses vorbei. Während den Sommermonaten finden nun die gegenseitigen Betriebsbesuche statt.
Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben, den Kurs gemein-
sam zu besuchen. Oft ist der Kurstag
am Abend noch nicht beendet. Das
Gehörte löst in den folgenden Tagen
noch weitere Diskussionen aus, somit kommen wir unserer Vision einen Schritt näher.
Cécile und Anton Waeber-Thalmann
aus Tafers (FR)
Belastungsgrenze
GVS auf Kurs
Landwirtschaftliche Grundstücke und Gewerbe dürfen nur
bis zur Belastungsgrenze mit
Grundpfandrechten (z.B. Hypotheken) belastet werden.
Die Belastungsgrenze entspricht der Summe des um
35 % erhöhten landwirtschaftlichen Ertragswertes und des
Ertragswertes der nichtlandwirtschaftlichen Teile. Investitionskredite und Betriebshilfedarlehen
dürfen
die
Belastungsgrenze übersteigen.
Dr. Eduard Hofer, Heimberg
Der Landwirtschaftliche Genossenschaftsverband Schaffhausen (GVS)
konnte 2010 seinen Umsatz auf
188.8 Mio. Fr. steigern (+8.4 %).
Der konsolidierte Cash-flow der
Gruppe erhöhte sich auf 6.3 Mio. Fr.
lich. Was aber, wenn der Service Public in den ländlichen Regionen zu
wünschen übrig lässt und oft nur eine ISDN-Verbindung besteht? Lukas
Keller von der Abteilung Landwirtschaft des Kantons Zürich sagt dazu:
«Bauern, die keinen ADSL-Anschluss haben, sind technisch bei
der Maierhebung benachteiligt,
denn sie müssen die Formulare via
Telefonleitung, also via ISDN, ausfüllen. Ich finde es stossend, dass
Bauern fast gezwungen sind, selber
Glasfaserkabel bis zur nächsten
schnellen Leitung zu verlegen. Wir
haben dieses Malaise des Service
Public auch schon dem Bundesamt
für Landwirtschaft mitgeteilt. Das
BLW empfahl beim Departement für
Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation von Doris Leuthard vorstellig zu werden.»
Seit 20 Jahren bewirtschaften wir einen gemischten Landwirtschaftsbetrieb. In diesen 20 Jahren haben wir
viele wichtige Entscheidungen gefällt, zum Beispiel die Gründung einer Betriebsgemeinschaft, den Neubau eines Milchviehlaufstalls und
des Maschinenschopfs. Gemeinsam
wollen wir nun neue Visionen entwickeln. Durch das vielseitige Programm der landwirtschaftlichen Unternehmerschulung ARC fühlten wir
uns angesprochen.
Am 4. Kurstag haben wir am Thema Kommunikation gearbeitet. Wie
gebe ich eine Information weiter,
dass mein Gegenüber versteht, was
ich sagen möchte? Wie führe ich einen konstruktiven Dialog oder mit
welchen Ohren höre ich eine Nachricht? Dieses Wissen kann tagtäglich
Aktuelle Lidlohnansätze
Mündige Kinder oder Grosskinder,
die im Haushalt oder auf dem Bauernbetrieb ihrer Eltern oder Grosseltern regelmässig gearbeitet haben,
können dafür bei der Hofübergabe
oder bei der Erbteilung eine Entschädigung, den «Lidlohn», verlangen. Der Lidlohnanspruch 2009 beträgt für die Arbeit auf dem Betrieb
12 200 Fr. , jener für die Arbeit im
bäuerlichen Haushalt 10 380 Fr.
Auskunft: SBV Treuhand und Schätzungen, Laurstrasse 10, 5201 Brugg,
ෟ 056 462 51 11
www.sbv-treuhand.ch.
UFA-REVUE · 5 2011
im 2010. Für Regierungsrat Ernst
Landolt (auf dem Bild in der Mitte
zwischen GVS-Geschäftsleiter Ugo
Tosoni und Präsident Kurt Müller)
wurde neu Hanspeter Kern in den
Vorstand gewählt. Zum 100-Jahr-Jubiläum wurde den Delegierten die
Festschrift «Unabhängig, engagiert,
solidarisch: 100 Jahre landwirtschaftlicher Genossenschaftsverband Schaffhausen» überreicht.
ISDN erschwert Maierhebung
Die Strukturdatenerhebung für die
Direktzahlungen steht an. Im Kanton Zürich und im Jura ist dies nur
noch via Internetverbindung mög-
Agate bewerten
Seit Januar 2011 ist das Internetportal www.agate.ch in Betrieb. Der
Student Florian Steinsiepe will herausfinden, wie die Plattform bisher
benutzt wurde und schaltet deshalb
ab dem 9. Mai 2011 einen Fragebogen via Link auf agate.ch. Wer Verbesserungsvorschläge hat, soll unverzüglich
den
Fragekatalog
anklicken.
HF-Ausbildungen:
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Die fenaco-LANDI Gruppe setzt
sich mit grossem Engagement für
die Ausbildung Agro-Kaufmann HF
und Agro-Techniker HF ein und
möchte damit junge Berufsleute für
eine Stelle in der LANDI Gruppe begeistern. Motivierte Absolventen
bringen das Rüstzeug mit, sich in
verschiedenste Gebiete einzuarbeiten. Oft übernehmen sie Führungsfunktionen.
Die Ausbildung zum Agro-Techniker
HF oder Agro-Kaufmann HF wird
heute schweizweit an sechs Standorten angeboten. Voraussetzung ist
eine abgeschlossene Berufslehre,
vorzugsweise als Landwirt, Milchtechnologe, Gärtner oder Geflügelzüchter.
Kontakt:
• Inforama Rütti, 3052 Zollikofen,
ෟ 031 910 51 24.
markus.aerni@vol.be.ch,
• Feusi Bildungzentrum Bern,
3014 Bern, ෟ 031 537 34 34,
berufsbildung@feusi.ch.
• Institut Agricole Grangneuve,
Posieux, ෟ 026 305 55 50,
iagcftn@fr.ch.
• Strickhof Lindau, 8315 Lindau,
ෟ 052 354 99 15.
claude.gerwig@bd.zh.ch
• LBBZ Schleuchthof, 6330 Cham,
ෟ 041 227 75 51,
martin.pfister@zg.ch.
• LBBZ Plantahof, Landquart,
ෟ 081 257 60 38,
konrad.merk@plantahof.gr.ch.
Tagesaktuelle Neuigkeiten
www.ufarevue.ch
9
MANAGEMENT
Auf eigene Rechnung und Gefahr
DIREKTZAHLUNGEN Wenn die Bewirtschaftung von Flächen oder die Haltung
von Tieren nicht durch einen einzigen Landwirt allein erfolgt, sondern mehrere
Landwirte oder gar Nicht-Landwirte beteiligt sind, ist nicht immer klar, wem die Direktzahlungen zustehen.
Andreas
Wasserfallen
Ein Landwirt verkaufte seine Tiere
und bewirtschaftet seinen Betrieb
neu viehlos. Seine Grünlandflächen
düngt er noch, die Nutzung erfolgt
jedoch durch andere Landwirte. Erhält
der viehlose Betrieb für diese Fläche
noch Direktzahlungen? Ähnliche Fragen
können sich bei Spezialkulturbetrieben
stellen, welche extensiv genutzte Wiesen um den Futternutzen zur Bewirtschaftung abgeben.
Die Grundvoraussetzungen für den
Bezug von Direktzahlungen sind in Art.
2 der bundesrätlichen Direktzahlungsverordnung (DZV) umschrieben. Das
erste, in diesem Katalog enthaltene Kriterium tönt auf den ersten Blick lapidar:
Es muss sich um einen Bewirtschafter
handeln, welcher einen Betrieb führt.
Bei näherem Hinsehen können sich daraus aber schwierige Abgrenzungsfragen
ergeben, welche verschiedentlich zu
Gerichtsverfahren führten.
ve Rolle im täglichen Geschehen ausübt
und selber Hand anlegt. Eine bloss gelegentliche Mithilfe genügt nicht, um als
Bewirtschafter oder als anspruchsberechtigte Person gelten zu können.
Zur Betriebsführung gehört unter anderem die Vorbereitung und das Treffen
von Entscheidungen sowie deren Umsetzung und Kontrolle. Die Bewirtschaftung umfasst sowohl die geistige Auseinandersetzung mit dem betrieblichen
Geschehen als auch die praktische Ausführung. Den Eigentums- oder Besitzverhältnissen dagegen kommt keine
selbstständige Bedeutung zu. Zu fragen
ist etwa: «Wer trägt das unternehmerische Risiko?», «Wessen Arbeitskraft und
Investitionen sind für die Produktion
entscheidend?» und «Wer hat den
Hauptnutzen?».
Keine Vermischung mit der
50 %-Regel In der Praxis wird das
Kriterium «auf eigene Rechnung und
Gefahr» nicht selten auch mit der in der
DZV enthaltenen Bestimmung vermischt, gemäss welcher mindestens
50 % der Arbeiten, die für die Bewirtschaftung des Betriebs erforderlich sind,
von betriebseigenen Arbeitskräften ausgeführt werden müssen. Als betriebseigene Arbeitskräfte gelten die Betriebsleiterfamilie und die Angestellten mit
ordentlichem Arbeitsvertrag. Lohnun-
Wer gilt als Bewirtschafter?
Vorab gilt es den Begriff «Bewirtschafter» zu klären. Als Bewirtschafter gilt die
natürliche oder juristische Person oder
die Personengesellschaft, die einen Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr
führt (Art. 2 Abs. 1 der landwirtschaftlichen Begriffsverordnung, LBV).
Das Kriterium der Betriebsführung
«auf eigene Rechnung und Gefahr»
weist laut dem Bundesverwaltungsgericht darauf hin, dass als Bewirtschafter
nur gelten kann, wer einen Betrieb tatsächlich und unabhängig führt. Diejenige Person ist als Bewirtschafter zu betrachten, welche das wirtschaftliche
Risiko trägt, im Betrieb eine massgebende Funktion bei der Führung und Entscheidfällung einnimmt sowie eine akti10
5 2011 · UFA-REVUE
MANAGEMENT
ternehmer und andere im Auftrag arbeitende Personen zählen nicht dazu. Es ist
durchaus möglich, einen Teil der Arbeit
durch einen Lohnunternehmer ausführen zu lassen.
Für die Direktzahlungsberechtigung
spielt aber eine Rolle, ob das wirtschaftliche Risiko nach wie vor beim Bewirtschafter liegt oder ob es an einen anderen Landwirt abgegeben wird. Mit
anderen Worten: auf bestimmten Flächen im Auftrag Arbeiten ausführen zu
lassen, ist nicht das gleiche wie wenn
bestimmte Flächen vollständig einem
anderen Landwirt zur Bewirtschaftung
überlassen werden und dieser andere
Landwirt das Risiko trägt.
Bis vor das Bundesverwaltungsgericht Die Frage, wer in einem bestimmten Bereich «auf eigene Rechnung
und Gefahr» wirtschaftet, kann sich
nicht nur bei Flächen, sondern auch bei
der Tierhaltung stellen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im vergangenen
Jahr einen Fall zu beurteilen, in welchem es strittig war, ob ein Landwirt,
welcher bei der Betriebsstrukturdatenerhebung eine Vielzahl von Schafen deklarierte, für diese effektiv auch direkt-
zahlungsberechtigt war. Die Tiere wurden grösstenteils auf dem Betrieb des
Landwirts gehalten und betreut, gehörten aber einem Wanderschafhirten,
welcher auch die Entscheidungen im
Zusammenhang mit dem An- und Verkauf der Schafe traf.
Für das Bundesverwaltungsgericht
war klar, dass der Landwirt den Betriebszweig «Schafhaltung» nicht auf eigene Rechnung und Gefahr führte. Die
Voraussetzungen zum Bezug von Direktzahlungen für den Betriebszweig
«Schafhaltung» waren nicht erfüllt.
In einem anderen Fall, den das Bundesverwaltungsgericht im letzten Jahr
zu beurteilen hatte, ging es um einen
Landwirt, der einen viehlosen Betrieb
führt. Für den Bezug von Direktzahlungen meldete er unter anderem auch
zwei Parzellen an, welche im Eigentum
seines Nachbarn stehen, der einen
nicht-landwirtschaftlichen Pferdebetrieb führt. Die fraglichen Flächen wurden von beiden Betrieben bewirtschaftet beziehungsweise genutzt: vom
Landwirt als Mähwiese für die Dürrfutterernte und den Verkauf, vom Pferdehof als Pferdeweide. Für das Bundesverwaltungsgericht überwog der Nutzen
des Landwirts den Nutzen des Nachbarn nicht derart, dass von einem
Hauptnutzen seitens des Landwirts hätte gesprochen werden können. Auch in
diesem Fall waren die Voraussetzungen
für den Bezug von Direktzahlungen somit nicht erfüllt.
Landwirtschaftliches Unternehmen Soviel zum Begriff des «Bewirtschafters». Weiter zu klären ist der zweite Begriff, derjenige des «Betriebs». Als
Betrieb gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen, das rechtlich, wirtschaftlich,
organisatorisch und finanziell selbstständig sowie unabhängig von anderen
Betrieben ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. c LBV).
Diese Anforderung ist nicht erfüllt,
wenn der Bewirtschafter die Entscheide
zur Führung des Betriebes nicht unabhängig von Bewirtschaftern anderer Betriebe treffen kann oder die auf dem Betrieb anfallenden Arbeiten ohne
anerkannte Gemeinschaftsform (Betriebsgemeinschaft, Betriebszweiggemeinschaft) mehrheitlich von anderen
Betrieben ausgeführt werden (Art. 6
Abs. 4 Bst. a und c LBV).
Das Bundesverwaltungsgericht hatte
im vergangenen Jahr die Frage zu beantworten, ob ein Pferdezuchtbetrieb die
Voraussetzungen für den Bezug von Direktzahlungen erfüllt, auch wenn über
mehrere Jahre kein nennenswerter
Ertrag daraus erwirtschaftet werden
konnte. Es hielt fest, dass das Landwirtschaftsgesetz (LwG) eine einkommensabhängige Begrenzung der Direktzahlungen lediglich nach oben vorsieht.
Nach unten sei die Höhe des landwirtschaftlichen Einkommens nicht begrenzt. Demzufolge lasse sich das Ziel,
nur Betriebe zu unterstützen, die einen
Gewinn erwirtschaften, nicht auf das
LwG abstützen. Im Falle des Pferdezuchtbetriebs hatten die kantonalen
Behörden aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts deshalb den Direktzahlungsanspruch zu Unrecht mit der
Begründung verneint, die Pferdezucht könne mangels Ertrags nicht
als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne
der LBV qualifiziert werden.
Einfach ein paar
Pensionspferde auf
Koppeln halten und
den Lohnunternehmer
rufen reicht nicht, um
Direktzahlungen zu
erhalten.
Bild: agrarfoto.com, amw
Rechtlich selbstständig Die Frage, was «rechtlich selbstständig» heisst,
war schon Gegenstand eines Bundesgerichtsurteils. Eine Bauernfamilie hatte
UFA-REVUE · 5 2011
11
MANAGEMENT
einen Betrieb nicht verlassen, obwohl
der Pachtvertrag abgelaufen war. Sie
machten für die Zeit, in welcher sie den
Betrieb weder als Eigentümer noch als
Pächter bewirtschafteten, Direktzahlungen geltend und argumentierten, die
tatsächlichen Leistungen, deren Erbringung mit den Direktzahlungen gefördert
werden soll, würden ja erbracht.
Darauf komme es nicht allein an, hielt
das Bundesgericht fest. Selbstständige
rechtliche Bewirtschaftung setze notwendigerweise voraus, zur landwirtschaftlichen Nutzung eines Betriebes
berechtigt zu sein. Es könne nicht der
Sinn der gesetzlichen Regelung über die
Direktzahlungen sein, rechtswidriges
Verhalten zu fördern. Der Bauernfamilie
wurde für die Zeit, in welcher sie den
Hof zwar noch bewirtschaftete, jedoch
keinen Pachtvertrag mehr hatte, die Direktzahlungen verweigert.
Analogien zum Steuerrecht Für
die Eingrenzung der Kriterien «auf eigene Rechnung und Gefahr» und «selbstständig und unabhängig» kann meiner
Meinung nach mindestens teilweise
analog der Rechtsprechung entschieden
werden, welche im Steuerrecht die
selbstständige von der unselbstständigen Erwerbstätigkeit abgrenzt. Gemäss
der steuerrechtlichen Praxis beruht eine
selbstständige Erwerbstätigkeit im All-
gemeinen auf einer frei gewählten eigenen Organisation, tritt nach aussen in
Erscheinung und wird auf eigene Rechnung und Gefahr ausgeübt. Dagegen
wird bei einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit Arbeit auf bestimmte
oder unbestimmte Zeit gegen Lohn in
Abhängigkeit von einem Arbeitgeber
geleistet und man ist an Instruktionen
der Arbeitnehmer gebunden.
Wenn also zwei Landwirte so eng zusammen arbeiten, dass der eine von
beiden mehr oder weniger nur noch an
die Instruktionen des «Partners» gebunden ist und quasi Arbeit gegen
Lohn leistet, dann dürften auch die
Voraussetzungen für den eigenständigen Bezug von Direktzahlungen nicht
mehr erfüllt sein.
Andererseits ist es aber durchaus zulässig, Teile von Betriebsflächen im
Auftrag bewirtschaften zu lassen, ohne
die Anspruchsberechtigung auf Direktzahlungen einzubüssen. Dabei ist es allerdings empfehlenswert, dies klar und
wenn möglich schriftlich zu regeln.
Folgen einer Falschdeklaration
Direktzahlungen können gekürzt oder
verweigert werden, wenn der Gesuchsteller das Landwirtschaftsgesetz (LwG),
die Ausführungsbestimmungen oder die
gestützt darauf erlassenen Verfügungen
verletzt, zum Beispiel wenn er vorsätz-
lich oder fahrlässig falsche Angaben
macht. Sanktionen erfolgen gemäss der
Richtlinie der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz zur Kürzung der Direktzahlungen. Bei vorsätzlicher oder wiederholter Verletzung von Vorschriften
können die Kantone die Gewährung
von Beiträgen bis höchstens fünf Jahre
verweigern.
Macht ein Gesuchsteller auf dem Erhebungsformular geltend, er sei der Bewirtschafter eines Betriebs, obwohl dieser Betrieb nicht unabhängig ist, oder
gehören deklarierte Flächen oder Tiere
in Wahrheit nicht oder nur teilweise
zum Betrieb, so liegt eine Falschdeklaration in Bezug auf wesentliche
Anspruchsvoraussetzungen für Direktzahlungen vor.
In dem oben erwähnten Fall betreffend Schafhaltung wurden die Direktzahlungen verweigert. Hingegen konnte dem Landwirt nicht angelastet
werden, die falschen Angaben seien
fahrlässig oder vorsätzlich erfolgt. Laut
dem Bundesverwaltungsgericht hätte
eine zu sanktionierende Falschdeklaration nur dann vorgelegen, wenn der
Landwirt objektiv betrachtet nicht in
guten Treuen davon ausgehen konnte,
Anspruch auf Direktzahlungen erheben
zu können. Dies war jedoch nicht der
Fall. Um Fehler beim Ausfüllen des Formulars zu vermeiden, hatte er den
Ackerbaustellenleiter um Rat gebeten.
Dieser hatte ihm geraten, die Schafe zu
deklarieren. Laut dem Bundesverwaltungsgericht durfte der Landwirt aufgrund seines Wissenstands und seiner
persönlichen Verhältnisse auf die Auskunft des Ackerbaustellenleiters vertrauen. Ihm wurden für die Schafe zwar
keine Direktzahlungen ausgerichtet. Er
wurde aber nicht bestraft durch weitere
Direktzahlungs-Kürzungen.
Ⅵ
Hobby-Schafhalter
erhalten in der Regel
keine Direktzahlungen
Bild: agrarfoto.com, amw
Autor Der Agronom
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13
MANAGEMENT
Prolait zu Besuch in der Ostschweiz
REGIONALPRODUKTE bieten den Konsumenten kulinarische Highlights,
erhalten die Wertschöpfung der Bauern und geben Impulse gegen festgefahrene Strukturen in der Milchwirtschaft. Das sahen Vertreter von einer der grössten
schweizerischen Milchverbände, Prolait, im Zürcher Oberland.
Daniela
Clemenz
Michael
Dubach
ETH-Dozentin Dominique Barjolle (3.v.l.)
besichtigt mit ProlaitVerantwortlichen die
kleinste PMO, jene der
Käserei Girenbad, im
Zürcher Berggebiet.
14
Prolait ist eine der grössten Schweizer Milchproduzentenorganisation.
1500
Mitglieder
aus
dem
Kanton Waadt, Neuenburg und
Freiburg produzieren über 240 Mio. kg
Milch. Mitte Februar 2011 reichte es
den Verantwortlichen von Prolait. Sie
beschlossen aus der Branchenorganisation Milch (BOM) auszutreten. Der Präsident Benjamin Henchoz aus Essertines-sur-Yverdon (VD) bekräftigt im
Gespräch, dass sie nicht grundsätzlich
gegen eine Branchenorganisation seien,
sondern ihr Austritt solle ein strategisches Fanal sein, denn auf Seiten der
Branchenorganisation vermissen sie den
echten Willen, die Milchmenge zu steuern.
Nun, zwei Monate später begeben
sich fünf Prolait-Verantwortliche auf eine Exkursion. Mit dabei sind der Präsident Benjamin Henchoz, der Geschäftsführer Eric Jordan, sein Vize Daniel
Geiser, der Landwirt Marc Benoit aus
Romainmôtier (VD) und der Käser JeanLuc Bignens aus Gimel (VD). Organisiert
hatte den Ausflug die ETH-Dozentin
Dominique Barjolle. Sie ist der Meinung, dass der Käsemarkt in der
Schweiz, vor allem in punkto Weichkäse
noch Marktpotenzial aufweise. So führte sie die Prolait-Verantwortlichen zum
Regionalmarketingprojekt «natürli®»,
das 1992 vom heutigen Regionalmanagement Pro Zürcher Berggebiet (PZB)
gegründet wurde und Mitglied beim
Gütesiegel «Das Beste der Region» ist.
Unter einem breiten Angebot verschiedener Käsesorten aus der Region findet
sich eine breite Zahl von Weichkäsen.
Prolait hat bisher keine Erfahrungen
mit Weichkäse, denn 60 % der ProlaitMilch fliesst in die Gruyère-Produktion
und die übrige Milch geht als Industriemilch vor allem an die Cremo.
Kleine Strukturen, kleine Wege
Besichtigt wird die kleinste aller PMO
der Schweiz, nämlich jene der Käserei
Girenbad (ZH). Beteiligt sind acht Produzenten, verarbeitet werden rund 1
Mio. kg Milch. Jeden ersten Dienstag im
Monat treffen sich die Genossenschafter
mit Christa Egli-Bieri. Die eidg. dipl.
Milchtechnologin HF ist für die Käseproduktion verantwortlich und stellt gemeinsam mit ihren Angestellten rund 15
Käsesorten her.
Am monatlichen Höck erfolgt das
Mengenmanagement. Preise werden
festgelegt, Qualitätsprobleme diskutiert
und es wird gefachsimpelt.
Einer von ihnen ist Hans Röthlisberger, den die Prolait-Verantwortlichen
auch besuchen. Im letzten Milchjahr bezahlte Christa Egli-Bieri ihren Produzenten im Durchschnitt 98 Rp/kg Milch,
ausgehend von einem Basispreis von 88
Rappen plus Gehalts- und Qualitätszahlungen. Am meisten profitieren momentan die beiden Bauern mit Jerseykühen. Sie erhalten aufgrund der
gehaltvollen Jerseymilch auf den Basispreis 24 Rappen mehr an Gehaltszahlungen. Umgekehrt gibt es bei Quali-
tätsproblemen rigorose Abzüge bis hin
zu Milchliefersperre.
Regionale
Mengensteuerung
Geht der Absatz zurück, muss auch die
Milchmenge gekürzt werden und die
Bauern gleichen untereinander aus, erklärt Hans Röthlisberger. Kann mehr geliefert werden, wird auch das sachlich
und nüchtern geregelt. Es wird untereinander konstruktiv nach Lösungen gesucht, was bei der BOM heute nicht
möglich scheint.
Die BOM muss aber nicht nur die
Milchmenge in den Griff bekommen, es
gilt auch den Butterberg von momentan
rund 8500 t zu verwerten. Was macht
die PMO Girenbad mit dem Milchfett?
«Rahmverwertung ist kein Problem», erklärt Christa Egli. Es sei schon vorgekommen, dass sie Rahm dazukaufen
musste, denn sie braucht den Rahm für
die Doppelrahmweichkäse.
Käsevermarktung 10 % ihrer Käse
verkauft Christa Egli in ihrem «Chäsi-Laden» oder an nahe Gastrobetriebe. Der
grosse Rest übernimmt der Logistikbetrieb des Regionalmarektingprojektes,
wovon Alfred Bieri Geschäftsführer ist.
20 Käsereien des Zürcher Berggebiets
produzieren unter der Regionalmarke
«natürli®» über 150 verschiedene
hochwertige Rohmilchkäse. In Saland
befindet sich das Regionalzentrum PZB
AG, eine Aktiengesellschaft, wo das Regionalmanagement, Landwirte, Käsereien, Privatpersonen und Gemeinden Aktionäre sind. In diesem Zentrum ist der
Logistikbetrieb eingemietet. Das Gebäude ist ausgestattet mit einem stattlichen Tonsteingewölbe-Käsekeller, einer Entwicklungskäserei, Verarbeitung,
5 2011 · UFA-REVUE
MANAGEMENT
Die Waadtländer-Prolait, Benjamin Henchoz, Eric Jordan,
Daniel Geiser, Marc Benoit und Jean-Luc Bignens auf
dem Hof der Familie Röthlisberger in Gibswil.
biet. Er ist mit den Käsern auf du und
du. Mit Reifung in seinen Tonsteingewölbe-Kellern, mit Schmieren, Pflegen
und Weiterverarbeiten holt er das Maximun an Aromen heraus. «Rund 50 %
des Aromas beim Käse entstehen bei
der Reifung», erkärt er. Ihn kann man
fragen, er gibt Auskunft - getreu dem
Natürli-Motto: «Uns können sie fragen,
WIR verraten ihnen unser Geheimnis.»
Alfred Bieri präsentiert geräucherten
Bio-Mozzarella - Sieger bei der
Bergkäse-Olympiade in Verona 2005.
Rüstung und einem Chalet, um Käsedegustationen durchzuführen. Verkauft
werden die natürli-Produkte direkt ab
der Käserei, auf Märkten, an über 300
Detaillisten, 150 Gastrobetriebe und
zwei natürli-Läden im Zürcher Hauptbahnhof und Winterthur. Geplant ist ein
neues Franchisingsystem, womit ein ergänzendes Verkaufsnetz aufgebaut werden soll.
Bieri ist ein Spezialist zur Veredlung
des Käses, ein so genannter Affineur. Er
kennt die Milchproduzenten, die Viehrassen, das Klima im Zürcher BerggeUFA-REVUE · 5 2011
Uns können Sie fragen Und das
Geheimnis sei, ein qualitatitativ einwandfreies Ausgangsprodukt, nämlich
Rohmilch in bester Qualität. Je nach Käserei werden sogar einzelne Anlieferungen der Landwirte verarbeitet. Es entsteht keine standardiersierte Qualität,
sondern ein Spitzenprodukt. Absolut
top sei eine so genannte sortenreine Käseproduktion, wo von jeder Kuhrasse
die Milch separat verarbeitet werde. Ein
Beispiel ist der international prämierte
Blauschimmelkäse aus Jerseymilch. Die
Milch zusammenschütten ergäbe eine
Mischmilch, eine «Assemblage», wie es
Alfred Bieri nennt. Dabei gehen viele
charakteristische Aromen unter.
Käsermeisterin
Christa Egli-Bieri
mit einem Käselaib
«Girenbader UrEiche».
Strukturwandel Ein drittes Geheimnis liegt an den landwirtschaftlichen
Strukturen. Für Spezialitäten braucht es
Chargen Rohmilch von höchster Qualität, die mit grosser Sorgfalt von den
bäuerlichen Familienbetriebe im Zürcher Berggebiet hergestellt werden.
Alfred Bieri macht sich diesbezüglich
Sorgen. Heute gäbe es in der Region
rund 165 Milchproduzenten, die für das
Regionalmarketingprojekt Milch produzieren. Der Strukturwandel führt dazu,
dass der Nachwuchs auf den bäuerlichen Familienbetrieben oft keine Existenz mehr findet und immer öfters wird
auf Mutterkuhhaltung umgestellt.
Käsegeschichte Die WaadtländerHandwerk, Tradition und Innovation Ein weiteres Geheimnis ist
Handwerk und Tradition. Christa Egliist in der dritten Generation am Käsen,
ihr Grossvater hat dort, wo sie heute pro
Tag bis zu sechs verschiedene Käse herstellt, jeweils zwei Emmentaler-Laibe
pro Tag gemacht. Auf dieser Basis von
sorgfältigstem Handwerk werden neue,
innovative Käsesorten wentwickelt. Oft
ist ihr Vater Paul mitbeteiligt und gibt
wertvolle Impulse.
Prolait-Vertreter machen sich auf den
Heimweg. Sie haben erfahren, jeder Käse – eine Geschichte. Jeder Käse ein Extrakt aus Landschaft, Know-how, Keller
und Leidenschaft, vergleichbar wie mit
der Weintradition des Waadtlandes.
Regionalprodukte sind keine Lösung
für 240 Mio. t Milch. Schweizweit werden nur ca. 5 % der Milch via Spezialiäten und Regionalprodukte vermarktet.
Aber lernen lässt sich aus diesen Struktur doch einiges.
Ⅵ
Autoren Daniela
Clemenz, UFA-Revue,
8401 Winterthur
Michael Dubach, Pro
Zürcher Berggebiet,
Regionalmanagement
Gujerstrasse 20,
8494 Bauma
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5 · 11
15
UMFRAGE
MANAGEMENT
Nachfragen, manchmal sinnvoll
Jeweils im Monat Mai müssen die
Landwirte für die Direktzahlungen
ihre Datenerhebung durchführen.
Dies geschieht je nach Kanton online oder in Papierform. Eine repräsentative Umfrage der UFA-Revue zeigte,
dass die überwiegende Mehrheit (80 %)
der befragten Landwirte diese Maierhebung normalerweise selbstständig erledigt. Rund jeder Sechste (16 %) benötigt
Tipps oder eine Beratung des Ackerbaustellen-Leiters. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass bei den Agrar-
Deutschschweiz vermehrt Tipps oder
Beratung in Anspruch nehmen als ihre
Berufskollegen in der Romandie.
Nachfragen bei einem Ackerbaustellenleiter sei manchmal sinnvoll, erklärt
der Agronom und Jurist Andreas Wasserfallen und stützt sich dabei auf ein
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
aus dem Jahre 2010 (UFA-Revue Seite
12). Einem Landwirt konnte nicht angelastet werden, falsche Angaben fahrlässig oder gar vorsätzlich gemacht zu
haben und dies, weil er den Ackerbaustellenleiter beigezogen und um Rat gebeten hatte. «Solche Rückfragen können
auch
dazu
beitragen,
Sorgfaltspflichtverletzungen zu vermeiden», fügt Andreas Wassenfallen an. Ⅵ
massnahmen ab und zu Änderungen
vorgenommen werden und sich die
Landwirte absichern möchten, die Formulare auch korrekt ausgefüllt zu haben. Andererseits gibt es auch Bauern,
welche über keinen PC verfügen und die
Erhebung durch den AckerbaustellenLeiter machen lassen.
Nur gerade 4 % der Bauern lassen die
Datenerhebung gegen eine Entschädigung durch Dritte, wie zum Beispiel eine Treuhandstellen, durchführen. Die
beiden Sprachgebiete unterscheiden
sich insofern, als
dass die Landwirte in der
Erledigen Sie die Datenerfassung für die Direktzahlungen selbstständig?
Auftrag
an Dritte
6%
Selbständig
ausfüllen
88 %
Auftrag
an Dritte
4%
Die aktuelle repräsentative Umfrage wurde
vom Marktforschungsinstitut TransferPlus AG
in Stansstad im Auftrag
der UFA-Revue
im April 2011
durchgeführt.
www.ufarevue.ch
16
5 · 11
Selbständig
ausfüllen
78 %
Selbständig
ausfüllen
80 %
Tipps und
Beratung
20 %
Tipps und
Beratung
16 %
INF BOX
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Westschweiz
Tipps und
Beratung
6%
Auftrag
an Dritte
2%
Deutschschweiz
Total Schweiz
5 2011 · UFA-REVUE
8. APRIL 2011
O STSCHW EIZ /Z ÜRICH
REGION
9
Team / Die neue
Ostschweiz-Regiona
ausgabe der «Bauer
lnZeitung» ist da.
Die Ostschweizer
Redaktion besteh
t aus
Christian Weber
und Jeanne Woodt
li. SEITE 13
Neuer Präsident fü
r die PO Ostschw
eiz
PO Ostschweiz
METTLEN ■
/ An der Deleg
Der Präsident
Bernhard Gysel,
Wilchingen
SH,
blickt zurück
auf
Schweizer Milchwi ein für die
wegtes Jahr. Der rtschaft beDruck auf den
Milchpreis blieb
nach wie vor
hoch. Auf der
politischen Ebene
seien die Motion
Aebi mit den
unendlichen
Diskussionen
rund
um eine Mengen
steuerung sowie die Beschlü
sse der Branchenorganisatio
n Milch die
Dauerthemen
gewesen.
iertenversammlu
ng zieht die PO
Ostschweiz Bilan
z. Im Vorstand
und der Gesch
äftsleitung gibt
So viel Käse importie
rt
wie noch nie
Wie Gysel erklärt,
ist der Import von 46 892
Tonnen Käse –
so
viel wie noch
nie –
die schweizerische schlecht für
Milchwirtschaft. Vor allem
beim Segmen
t
Frischkäse habe
sich der Import
in den letzten
zehn Jahren verdoppelt. Zum
Glück sei die
Verkäsungszulage
von 15 Rappen
pro Kilo vom
Bund wieder zugesichert worden.
Durch die anhaltend hohe
Milchpr
würden die Butterbe oduktion
rge zu einem Dauerth
ema und es vorerst
auch bleiben,
sagte Gysel.
Allgemeinverbin
dliche SMPBeiträge wieder
eingezogen
Butterabräumung
Ostschweiz 570 kostete PO
000 Franken
Auch die von den
Michproduzenten finanzie
rte Butterabräumung brachte
wenig Entlastu
ng.
Alleine die PO
Ostschweiz kostete die Butterab
Der neue Präsiden
räumung 570
t Mathias Eggenbe
000
Franken. Gysel
rger (links), der scheiden
hofft, dass die
de Präsident Bernhard
Branchenorganis
ation
Gysel und Walter
Milch
und die Swissne
Arnold.
führer Reto Rauch,
ss-Geset
der bei der
zgebung zur Verbesse
Gründung dabei
Die Arbeit wurde
war, hat seinen
vorübergehend
Marktlage beitrage rung der
Rücktritt erklärt.
neu aufgeteilt.
Rücktritt als
n. GeschäftsGysel wörtlich
Nach sechsjäh
Präsident. Er
:
«Reto hat Enorme
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aber weiterhin
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s geleistet.»
im Vorstand bleiPO
Ostschweiz erklärte
ben. Zum neuen
NG
Gysel seinen
Präsidenten
wurde Mathias
1 100. JAHRGA
Eggenberger
25 POSTCODE
geAZA 3000 BERN
8. APRIL 2011 –
Im vergangenen
Jahr siegte
ein Antrag, die
allgemein ver
bindlichen
Verbandsbeiträg
e
nicht mehr direkt
vom Milchgeld
abzuziehen.
Stattdessen wurde
diese Aufgabe
den Milchverbänden
überlassen.
Jetzt
wird das Rad
wieder zurück
gedreht.
Alfred Sutter,
Appenzell, kam
mit seinem Antrag
mit 239 Ja zu
53 Nein durch,
dass die zwei vom
Bundesrat als
allgemeinverbin
dlich erklärten
Beiträge für
das
Switzerland
Cheese Marketin
g
und
ernehmer
l e i n u n tSMP-Ba
(Bild Mario Tosato) p r o f e s s i o n e lfür
l f ü r Kdas
sismarkee i n fa c h
ting per 1. Mai
2011 direkt der
Milchabrechnun
g belastet werwählt. Der
den. In der
gesamte Vorstand
Diskussion wurde
wurde für eine
einmal
mehr die SMP
weitere Amtsper
für ihre
iode einstimm
Trägheit und
ig bestätigt.
fehlende Weitsich
Im
Auftrag des Vorstand
t
kritisiert.
s informiert
Mario Tosato
NR. 14 – FR. 2.20
BAUERO NZE/ZITUNG
Interessenten, abe
r noch keine Eing
abe
Holzwirtschaft
/ Die
ist im Kollokation im Konkurs stehenden
Grosssägerei
sverfahren. Nach
Domat/Ems
wie vor wird
ein Käufer gesuc
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DOMAT/EMS ■
«Das ehrgeizi
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Ziel wäre, bis
Ende
kauf für das GrossägJuni den Vermat/Ems abgesch ewerk in Dolossen zu haben», erklärt
Paolo Giorgett
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lung Industri
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Amt für Wirtscha
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mus, auf Anfrage. und TourisDoch gesicher
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sei dieser Termin
OFFIZIELL t
nicht. Denn zuerst noch lange
müssen einmal konkrete
Angebote eingereicht werden.
falls auf einen
baldigen Käufer
hofft Markus
Fischer, Präsiden
t
von Graubünden
Holz. Denn seit
dem Konkurs
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des Sägewerks
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Domat/Ems
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diese Verluste
riesig. Aber auch
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Situation negative
Auswirkungen.
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die Geschehnisse
rund um die
nicht bewilligt
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18. November
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Verfügung vom
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erhalten.
Der Vorstand
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Caluori, Leiter
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/ Der Freiburger
Rinaldo Lottaz Alterswil
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kämpft für eine gerech äften
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Entschädigung der n.
SEITE 31
Milchqualitätskriterie
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Markthalle brach
Der hölzerne Teil
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17
MANAGEMENT
Maschinenlärm – keine Musik
für alle Ohren
NACHTRUHESTÖRUNG Während die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung im
Garten und auf dem Sitzplatz Oasen der Ruhe sucht, steigt bei den Landwirten das
Arbeitspensum mit Säen, Silieren und Erntearbeiten.
Martin
Goldenberger
Mit dem Frühling haben viele Menschen den Drang ihre Freizeit im
Garten und auf dem Sitzplatz zu
verbringen. In Ruhe ein Stück
Fleisch auf dem Grill braten, ein Glas
Wein trinken und mit Freunden die lauen Abende im Gespräch geniessen. Das
gilt als Erholung und steigert die Lebensqualität der ländlichen Bevölkerung beträchtlich.
Die Bauern hingegen müssen das
schöne Wetter nutzen! Es gibt viel zu
tun auf den Feldern wie pflügen und eggen für die Maissaat, Gras mähen und
silieren, Pflegemassnahmen bei Ackerkulturen und weiteres mehr. Akribisch
werden die Wettervorhersagen verfolgt
und je nachdem, geht es nach den Stall-
arbeiten nochmals zurück aufs Feld um
bis zum Eindunkeln oder bis spät in die
Nacht möglichst viel Arbeit verrichten
zu können.
Der Strukturwandel trägt das seine zu
verdichteten Arbeitszeiten bei, denn die
Betriebe werden immer grösser und die
Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte sinkt. Um Arbeitsspitzen zu
brechen und spezialisierte Lohnmaschinen bestmöglich einzusetzen, werden
oftmals die Nächte, Sonntage oder auch
christliche Feiertage zu Arbeitstagen.
Lärmwarnung Reklamationen bei
Gemeindebehörden und der Polizei
häuften sich in der Vergangenheit. Sind
Schönwetterperioden vorhersehbar,
zum Beispiel vor Pfingsten, bitten einzelne kantonale Bauernverbände im Voraus mit einer «Lärmwarnung» die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung um
Verständnis. Eine gute Idee, welche sicherlich eine Wirkung hat, aber kaum
alle Lärmbetroffenen erreicht.
Barrikaden Was ist denn nun erlaubt und was nicht? Wann darf ein Polizist dem Landwirt die Maschinen abstellen? Dürfen Barrikaden auf
Quartierstrassen weggeräumt werden,
damit die Maschinen weiterhin durchfahren können?
Nicht alles was rechtlich erlaubt ist,
wirkt nachhaltig und tut dem Ansehen
der Landwirtschaft gut! Wenn Bewoh-
Gesetzestexte
Art. 684 ZGB Immissionsschutz
III. Nachbarrecht · 1. Art der Bewirtschaftung
1 · Jedermann ist verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines Gewerbes auf
seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten.
2 · Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach
Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch oder Russ, lästige Dünste, Lärm oder Erschütterung.
Lärmschutz-Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986, SR 814.41
In der LSV sind diverse Bestimmungen enthalten, welche die Landwirtschaft betreffen. Es sind dies u. a.: Art. 4 Grundsatz
1 · Die Aussenlärmemissionen beweglicher Geräte und Maschinen müssen so weit begrenzt werden: (A) – als dies
technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist und (B) – dass die betroffene Bevölkerung in ihrem
Wohlbefinden nicht erheblich gestört wird.
Anhang 6, Belastungsgrenzwerte für Industrie- und Gewerbelärm
1 Geltungsbereich
1 · Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm: (A) – von Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der
Landwirtschaft; (B) – des Güterumschlages bei Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft sowie bei
Bahnhöfen und Flugplätzen; (C) – des Verkehrs auf dem Betriebsareal von Industrie- und Gewerbeanlagen sowie auf
dem Hofareal von Landwirtschaftsbetrieben; (D) – von Parkhäusern sowie von grösseren Parkplätzen ausserhalb von
Strassen; (E) – von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.
2 · Energie, Entsorgungs- und Förderanlagen, Luft- und Standseilbahnen, Skilifte sowie Motorsportanlagen, die
regelmässig während längerer Zeit betrieben werden, sind den Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt.
18
5 2011 · UFA-REVUE
MANAGEMENT
ner in einem Quartier Durchgangssperren an einem Feiertag erstellen, damit
die Silierkette nicht mehr ungehindert
durchfahren kann (was im Kanton Aargau vorgekommen ist), sollte bei jedem
Landwirt die Alarmglocken zu läuten
beginnen.
Was ist Lärm? Wenn Schall als unangenehm und störend empfunden
wird, bezeichnet man ihn als Lärm. Ein
6-Zylindermotor tönt für die einen wie
Musik, für die anderen ist es nur Lärm
und Umweltverschmutzung. Lärm ist
nicht einfach fassbar. Das Zivilgesetzbuch nimmt in Artikel 684 die Eigentümer von Liegenschaften in die Pflicht,
indem übermässiger Rauch, Russ, lästige Dünste, Lärm und Erschütterungen
zu Lasten der Nachbarn verboten wird.
Der Bund hat so dann in der Lärmschutzverordnung (LSV) die wichtigsten
Eckpunkte geregelt (Kasten). Dem Laien
und auch dem Polizisten, der in der
Nacht oder am Sonntag gerufen wird,
nützen diese Bestimmungen aber wenig
für einen sofortigen Entscheid, weil zuerst komplizierte Messungen getätigt
werden müssen. Klar ist aber der Grundsatz von Art. 4 LSV, dass AussenlärmEmissionen beweglicher Geräte und
Maschinen begrenzt werden müssen,
wenn dies technisch und betrieblich
UFA-REVUE · 5 2011
möglich, aber für den Verursacher auch
wirtschaftlich tragbar ist. Als Ziel ist definiert, dass die betroffene Bevölkerung
in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich
gestört wird. Die Fragen, die sich für
den Ordnungshüter, sei es Polizei oder
Gemeindebehörde, stellen, sind:
• Ist ein sofortiger Arbeitsabbruch für
den Landwirt wirtschaftlich tragbar
(zum Beispiel, weil am kommenden
Arbeitstag Regen angesagt ist).
• Ist das Wohlbefinden der Nachbarn
erheblich gestört.
Oft müssen die Ordnungshüter unter
Zeitdruck Entscheidungen fällen.
Ruhezeitverordnung Lärmbelästigung ist auch innerhalb des Wohngebietes ein zunehmendes Problem
(Rasen schneiden, Motorsense, Motorsäge). Verdichtetes bauen und der Anstieg der Bevölkerungszahlen bewegen
viele Kantone und Gemeinden dazu,
klare Regeln aufzustellen. Dazu werden
die Polizeireglemente oder Gemeindeordnungen angepasst, welche oft auch
ausserhalb des Baugebiets gelten. Landwirte sind gut beraten, sich aktiv bei der
Erarbeitung solcher Grundlagen zu beteiligen und Ausnahmeregelungen zum
Ausnahmeregelungen für
Erntearbeiten sind möglich.
Tabelle 1: Lärmbelastung
Quelle, Situation, Ort
Presslufthammer
Flugzeug
(> 100 t, Start-Distanz: 100 m)
Diskothek (Innenraum)
Vorbeifahrender Personenzug
Lastwagen
(50 km/h, Distanz: 7.5 m)
Hupe
Personenwagen
(50 km/h, Distanz: 7.5 m)
Angeregte Unterhaltung
Unterhaltung
Personenwagen
(Leerlauf, Distanz: 7.5 m)
Ruhige Wohnung (Innenraum)
Blätterrauschen
Stille
dB(A)
130
110
95
95 – 100
85 – 95
85
60 – 80
65
Bemerkungen
Schmerzgrenze
Gefahrenzone
Risikoschwelle
Unbehaglichkeits- und
Ermüdungsgrenze
50
45 – 55
35 – 45
25 – 30
0
Hörgrenze
Quelle: Lärmbelastung in der Schweiz, Bundesamt für Umwelt BAFU, 2009
Das physikalische Mass für Lärm ist Dezibel (dB). Eine Erhöhung eines dB-Wertes um 10' dB
entspricht für das Hörempfinden des Menschen einer Verdoppelung der Lautstärke.
Beispiel für saisonale Arbeiten wie die
Maisernte zu verankern. Ohne solche
Sonderregelungen ist es fast nicht möglich, bei Reklamationen angefangene
Arbeiten während den Ruhezeiten gegen den Willen von Nachbarn, aber mit
Zustimmung der zuständigen Organe
wie der Polizei, zu erledigen.
Bestehen solche Ruhezeit- und Feiertagsverordnungen, in denen Lärm verursachende und sonst wie störende Tätigkeiten während der Mittagszeit (in
der Regel von 12.00 bis 13.00 Uhr) und
der Nachtzeit (ab 19.00 / 20.00 Uhr) sowie an Sonn- und Feiertagen untersagt
sind, haben die darin bezeichneten Organe (Polizei, Gemeindebehörde) die
Pflicht im Falle einer Widerhandlung
Abhilfe zu schaffen. In der Zeit von 22
Uhr bis 7 Uhr morgens ist in den meisten Gemeinden jeder Lärm verboten,
der die Nachtruhe stört. Ausgenommen
sind nur kurzfristige Arbeiten zur Behebung von Notständen oder dringende,
wetterabhängige Arbeiten für Landwirtschafts- und Gärtnereibetriebe.
Steht der Nachbar bereits neben dem
Traktor oder fährt das Polizeiauto auf
den Hof, ist es meist zu spät für eine gütliche Einigung. Werden Nachbarn und
Polizei im Voraus über Nachtarbeiten
informiert, kann man an das Verständnis
appelieren und eine Bewilligung erwirken.
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Autor Martin
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5 2011 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
LANDTECHNIK
SDF-Kompetenzzentrum
Silagefräse mit Hubgerüst
Neue Grubber-Modelle
Same Deutz-Fahr will den Produktionsstandort Lauingen (D) weiter in
Richtung Kompetenzzentrum für die
Hochleistungstraktoren ausbauen.
Bereits jetzt werden dort die Traktoren aller vier Marken (Deutz-Fahr,
Same, Hürlimann und Lamborghini)
ab einer Leistung von 130PS gebaut.
In den nächsten vier Jahren wird das
Unternehmen rund 4 Mio. Euro jährlich dafür investieren. Vorgesehen
ist, neben Schulungsräumen auch die
Deutz-Fahr-Academy weiter auszubauen und insbesondere eine Teststrecke zu bauen, so dass in Lauingen
künftig ein Training in Theorie und
Praxis möglich sein wird. Für 2011
plant Same Deutz-Fahr, in Lauingen
rund 5000 Traktoren zu bauen.
Für grosse Silagehöhen hat Fliegl die
Silagefräswalze «SFW 490 HG Duplex» mit Hubgerüst entwickelt. Die
Fräswalze ist an ein stabiles Hubgerüst montiert. Bestückt mit einem
umlaufenden Kranz von Fräsmessern, trennt sie senkrecht, ohne
Aushöhlen und Auflockern der Fräsfläche, Mais- oder gehäckselte
Grassilage auf einer Breite von
2.50 m und bis zu einer Höhe von
4.80 m sauber vom Stock ab. Eine
solche Fräsarbeit verhindert ein
Nacherwärmen der Silage. Die Qualität des Futters bleibt erhalten,
wichtig für hohe Leistungen aus
dem Grundfutter.
Den starr angebauten KompaktGrubber «Kristall» bringt Lemken
nun in Arbeitsbreiten von 3, 3.50
und 4 m sowie
klappbar in Arbeitsbreiten von
4, 5 und 6 m auf
den Markt. Im
Sommer
2011
folgen die aufgesattelten klappbaren Varianten von
4, 5 und 6 m Arbeitsbreite, nächstes Jahr schliesslich die Versionen
für den Systemträger «Gigant» in
den Arbeitsbreiten von 8 bis 12 m.
Der «Kristall» ist serienmässig
mit den neuartigen «Trimix» Scharen (Bild) bestückt, die in einem Arbeitsdurchgang drei Aufgaben bewältigen: Die Scharspitze reisst den
Boden tief auf, die Flügelschare mischen ihn und die angesetzten gedrehten Flügel stürzen den Boden
noch einmal. Die zusätzliche Politur der Flügel verbessert zudem das
Fliessverhalten. Dank dieser dreifachen Effizienz der «Trimix» Schare
benötigt der «Kristall» von Lemken
weniger Zinken, was ihn besonders
leichtzügig macht. Auf diese Weise
mischt er den Boden praktisch so
gut wie drei- und mehrbalkige
Grubber.
Rapid steigert Ergebnis
Rapid ist im Geschäftsjahr 2010 auf
den Wachstumskurs zurückgekehrt.
Das konsolidierte Betriebergebnis
erreichte 6.0 Mio. Fr. (+ 66 %), der
konsolidierte Reingewinn stieg auf
5.1 Mio. Fr. (+116 %) an. Insbesondere das Industriegeschäft hat nach
dem schwierigen Vorjahr von einer
spürbaren Belebung profitiert, was
sich vor allem im Bereich der Rapid
Eigenprodukte (Einachser) positiv
ausgewirkt hat.
Der grosse Durchmesser der Fräswalze von 49 cm und die spezielle
Anordnung der entsprechenden
Messer verhelfen der Fräswalze mit
Hubgerüst zu hoher Leistung bei der
Entnahme. In einer Minute kann sie
bis zu sechs Kubikmeter Maissilage
abfräsen.
Zulassungsstatistik nach PS-Klassen
UFA-REVUE · 5 2011
bei der Einteilung in die PS-Klassen
nicht unterschieden wurde, ob die
PS-Angabe nach «ISO 14396», «ECE
R24» oder einer anderen Norm ermittelt wurde. Die Werte basieren
zudem auf Angaben der jeweiligen
Hersteller. Meist verkauftes Modell
war 2010 der John Deere «6430»
mit 73 vor dem Fendt «211 Vario»
mit 72 Einheiten.
Grafik: Traktorenzulassungen Schweiz
900
800
700
Anzahl Traktoren
Nach wie vor werden in der Schweiz
die meisten Traktoren im Leistungssegment von 81 bis 100 PS in Verkehr gebracht. Dies zeigt eine detaillierte Analyse der UFA-Revue auf
Basis der Zulassungsstatistik für das
Jahr 2010. Demzufolge wurden von
total 2203 zugelassenen Maschinen
798 Traktoren (Vorjahr 781) in diesem PS-Bereich neu immatrikuliert.
Zweitstärkste Kategorie ist ebenfalls
wie im Vorjahr das Segment von
101–120 PS mit 589 Traktoren (Vorjahr 448). Ebenfalls gesteigert hat
sich die Kategorie von 61–80 PS mit
357 Einheiten (Vorjahr 293), wogegen der Bereich 121–140 PS auf 187
Traktoren (Vorjahr 251) abgenommen hat. Anzumerken bleibt, dass
600
500
400
2009
300
2010
200
100
0
bis 60
61–80
81–100 101–120 121–140 141–160 161–180 181–200 201–250 251–300 ab 301
PS-Klasse
Subaru «Forester»
übergeben
Als Hauptgewinner des Know-howWettbewerbs 2010 der UFA-Revue
wurde Stephan Bamberger aus Siglistorf (AG) gezogen. Er gewinnt einen Subaru «Forester 2.0X AWD
Advantage» und durfte den Schlüssel dazu zusammen mit seiner Frau
Angela aus den Händen von Marco
Keller, Junior-Chef der gleichnamigen Garage in Endingen (AG), und
von Martin Weber vom John-Deere-Importeur Matra entgegennehmen. Die Familie Bamberger bewirtschaftet einen Betrieb mit Fresserund Grossviehmast sowie Ackerbau.
Daneben haben sie ein Lohnunternehmen, über das sie Arbeiten rund
um den Ackerbau, von der Saat bis
zur Ernte, anbieten.
Als regelmässiger Leser der UFARevue und John-Deere Fahrer hat
Stephan Bamberger das Rätsel rund
um die neue Traktorenserie «5R»
von John Deere in der Juni-Ausgabe
2010 richtig gelöst und das entsprechende Lösungswort per E-Mail der
Redaktion zugeschickt. Die UFA-Revue gratuliert ihm und dankt Subaru
Schweiz, Agromont, New Holland
Center, Kuhn Center, Case-Steyr
Center, GVS-Agrar, Matra, Pöttinger,
Althaus, Lely und Serco Landtechnik
für die Partnerschaft bei diesem
Wettbewerb.
Das Bild zeigt den Gewinner Stephan Bamberger zusammen mit seiner Frau Angela, umrahmt von Marco Keller (Keller AG, Endingen), der
das Auto ausliefern konnte, und von
Martin Weber, Marketingleiter bei
Matra in Lyss.
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21
LANDTECHNIK
Spreu komprimieren – aber wie?
FORSCHUNGSPROJEKT Die Gewinnung und Verwertung von Spreu und Kurzstroh
verbessert die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus, vorausgesetzt, das Material lässt
sich effizient sammeln und transportieren. Zusammen mit Partnern befasst sich die
Hochschule für Landwirtschaft (SHL) mit dem Sammeln und Verwerten von Spreu und
Kurzstroh.
Nicole
Berger
Nicolas
Froidevaux
Fritz
Marti
Bernhard
Streit
Spreu findet vor allem Verwendung
als Einstreumaterial. Denkbar ist
auch die Verwertung zur Energiegewinnung (Biogas, Biomasse-Pellets). Weitere Einsatzmöglichkeiten
werden untersucht. Die Spreugewinnung kann die Wertschöpfung von Getreide-, Ölfrucht- und Eiweisskulturen
verbessern. Allerdings ist der Transportaufwand erheblich, um einen losen
Haufen Spreu unter Dach und Fach zu
bringen. Ein Kubikmeter Spreu wiegt
gerade mal 25 – 50 kg. Für lose Spreu
wären grosse Lagerhallen nötig, bedenkt man, dass von einem Hektar Getreide durchschnittlich über 50 Kubikmeter (1 – 2 t/ha) gesammelt werden
können. Es ist offensichtlich, die Spreu
muss auf dem Feld gepresst oder sonst
irgendwie komprimiert werden. Im
Rahmen des Spreu-Projektes hat die
SHL im Sommer 2010 verschiedene
Presskonzepte getestet.
Messung des Feuchtegehalts
einer Spreuballe.
Pressen
beschicken Zunächst
muss die Spreu vom Boden in die Presse
gelangen. Die Pickups kamen erstaunlich gut mit der Spreu zurecht. Lediglich
eine Restschicht von etwa 10 cm blieb
auf dem Feld zurück. Diese kann lokal
bei der Folgesaat stören. Elegant wäre
ein noch zu entwickelnder, seitlich hervorstehender Einzug, der auf Spreu
optimiert würde. Mit diesem könnte
seitlich an den Spreuhaufen entlanggefahren werden, um diese sauber Meter
für Meter abzutragen. Die stationären
Pressen, für das Pressen von Heu oder
Maissilage auf dem Hof, sind mit einer
Dosiereinrichtung ausgerüstet. Für die
Beschickung eignen sich Hof-, Teleskopoder Frontlader sowie Abschiebe-, Dosier- und Futtermischwagen oder ähnliche Systeme. Als Besonderheit kam ein
traktorgezogener Laubsauger zum Einsatz. Dieser Eigenbau saugte die Spreu
schnell und sauber auf und eignet sich
gut, um anschliessend eine stationäre
Presse zu beschicken. Der Laubsauger
hat während der Getreideernte freie Kapazitäten, die genutzt werden können.
Fazit: Alle getesteten Beschickungsund Transportmöglichkeiten können es
problemlos mit der Spreu aufnehmen.
Pressen im Praxistest Immer mit
der Idee, bereits vorhandene Maschinen für das Spreupressen zu verwenden
oder sie mit wenig Aufwand dafür anpassen zu können, wurde in der Folge
mit verschiedenen Ballenpressen experimentiert (Tabelle). Bei der «LT Master»
wie auch bei der variablen Rundballenpresse von John Deere hat sich gezeigt,
dass Spreu nicht den Weg des geringsten Widerstandes wählt, sondern sich in
jeder Ecke staut und festsetzt.
22
Versuche mit Quaderballenpressen Trotz diverser Öffnungen im
Presskanal verhielt sich die Spreu entgegen allen Erwartungen erstaunlich kooperativ. Das Material blieb zusammen
und liess sich einwandfrei pressen. Besonders schön verdichtete Ballen zeigte
die New Holland «BB 940 A» mit geregeltem Vorpresskanal. Der Spreuschwad
wurde mit dem Traktor zuvor etwas verdichtet. Dies war bei der Krone «Big
Pack 890 XC» Quaderballenpresse
(80 x 90 cm) mit gesteuertem Vorpresskanal nicht nötig. Zusätzlich angetriebene Walzen über dem Pickup drückten
die Spreu etwas in Form. Auch die Quaderballenpressen ohne gesteuerten Vorpresskanal wie die Deutz Fahr «GP 81»
(80 x 90 cm) und die Welger «Champion
D 4000» (80 x 70 cm) lieferten perfekte
Ballen. Die Welger-Presse war mit einem aufklappbaren Bunker ausgerüstet.
Somit lässt sich diese Presse stationär
betreiben und von oben beschicken.
Die Ballen dieser Presse erschienen
5 2011 · UFA-REVUE
LANDTECHNIK
Tabelle: Erste Beobachtungen bei Rundballenpressen im Testeinsatz mit Spreu
Presse im Test
Bemerkung
Rundballenpressen mit variabler Presskammer
New Holland
Ballen blieben klein; Spreu quoll aus allen Ritzen; Material
«BR 750 A»
kommt zu wenig schnell in die Presskammer; Ursache:
vermutlich zu grosser Abstand zwischen Pick-up und Rotor
John Deere
Spreu setzt sich im Rotor fest; es gelangt kaum
variabel «592»
Spreu in die Presskammer
Rundballenpressen mit variabler Presskammer mit Maisausrüstung im stationären Einsatz
Taarup,
Handarbeit nach dem Press und Wickelvorgang; wegen
«Bale in One»*
glattem Förderband muss die Spreu angeschoben werden;
schnellste Presse im Test mit 2.5 Minuten pro Ballen
Orkel
Beim Einlassen der Spreu in die Presskammer ist Handarbeit
«MP 8000 Compact»
zum gleichmässigen Verteilen nötig; mit etwas Aufwand
könnten auch die Einfüllbleche verstellt werden. Zweitschnellste Presse im Test mit 3.5 Minuten pro Ballen
«LT Master»
Zum Transport des Materials werden Schnecken verwendet;
Wenn zu viel Material auf einmal kommt, neigen diese
zum Verstopfen. Eventuell liessen sich die Übergänge und
Einlässe spreufreundlicher gestalten.
*Die Presse «Bale in One» wird heute von Kuhn hergestellt und vertrieben.
schön verdichtet und gleichmässig geformt.
Mit der Welger «AP 730» war auch eine gewöhnliche Hochdruckpresse im
Test. Etwas problematisch war der
gleichmässige Einzug der Spreu. Allerdings wurden für die leichte Maschine
keine Schwaden angelegt. Sie wurde
einfach über den grossen Spreuhaufen
gezogen und stand dabei sehr schräg.
Die Presse förderte dabei neben stabilen
Ballen auch viel lose Spreu aus dem
Presskanal.
Fazit: Alle getesteten Quaderballenpressen und die Hochdruckpresse funktionierten zweckmässig. Bei den Rundballenpressen erwiesen sich bisher nur
die stationäre Taarup «Bale in One»
(heute Kuhn) und die Orkel mit Maisausrüstung als sofort einsatztauglich.
Die verschiedenen Pressen erzielten
bei Weizenspreu Raumgewichte zwischen 107 und 260 kg/m3. Spreu lässt
sich damit um den Faktor 2 – 10 komprimieren.
UFA-REVUE · 5 2011
Handling der Ballen Was überraschte, war die Tatsache, dass bei den
Quaderballen sogar die Bindung mit nur
vier Schnüren funktionierte. Natürlich
rieselt etwas Spreu von den Ballen herunter, wenn man an die Kanten stösst.
Netzbindungen sind da unempfindlicher. Unabhängig von den Bindemethoden lassen sich aber alle Ballen problemlos aufspiessen oder in die Zange
nehmen und haben dabei nur geringe
Rieselverluste. Diese sind vergleichbar
mit den Verlusten aus Strohballen mit
Häckselstroh.
Je nach Verwendungszweck sei aber
die noch perfektere Folienwicklung
empfohlen. Diese hat neben der Sauberkeit noch zwei weitere positive Effekte. Die Ballen können im Freien gelagert
werden,
wodurch
die
Lagerhaltungskosten sinken. Das Material, das leicht feucht gepresst wurde,
blieb staubfrei beim Auspacken. Ein
Verderb durch Pilzbefall wurde nicht
festgestellt.
Fazit
Einzug ungeeignet
Einzug ungeeignet
Presst schöne Ballen
Presst schöne Ballen
Schnecken können
verstopfen!
Ballen sind aber schön
1 · Ein Mähdrescher
mit Spreusammler
beim Entleeren der
Spreu.
2 · Spreu findet eine
Verwendung als
Einstreu bei Milchkühen.
3 · Rundballenpresse
Taarup «Bale in One»
mit Maisausrüstung
und Dosiereinrichtung.
Beschickung mit
Teleskoplader.
Die lose Lagerung von Spreu kann
sich in Ausnahmefällen ebenfalls lohnen, wenn die folgenden drei Bedingungen gegeben sind: Es ist genügend überdachter Lagerraum vorhanden, die
Ernteflächen liegen innerhalb eines Umkreises von etwa 5 km und es wird auf
einen Schlag viel lose Spreu benötigt
(zum Beispiel Hühnerhalle).
SHL bleibt dran Das Spreuprojekt
ist auf drei Jahre angelegt. Es werden etliche weitere Fragestellungen untersucht. Unter anderem ist vorgesehen,
die Logistiktests zu wiederholen und
einzelne Verfahren weiter zu entwickeln. Möglicherweise verhält sich die
Spreu von Jahr zu Jahr ganz verschieden,
denn sie präsentiert sich mal trockener
mal feuchter, mal mit kürzerem oder
längerem, sowie mehr oder weniger
Strohanteil.
Die Pressen heben in den Versuchen
2010 nur wenige Ballen gepresst. Ob sie
in praxisnahen Langzeittests immer
noch reibungslos funktionieren, muss
sich noch erweisen.
Im laufenden Jahr sollen weitere Versuche mit Pressen unternommen werden. Auch die Frage des Einzugs in die
Presse ist noch nicht optimal gelöst. Die
Gruppe Agrartechnik strebt hier zusammen mit den Projektpartnern aus Kostengründen und besserer Praktizierbarkeit eine Ein-Personen-Lösung an.
Unterstützt werden diese Forschungsarbeiten von der Kommission für Technik
und Innovation (KTI) des Bundes. Ⅵ
Autoren Nicole Berger, Nicolas Froidevaux, Fritz Marti, Bernhard Streit,
Hochschule für Landwirtschaft (SHL),
3052 Zollikofen.
Im Test waren Maschinen folgender
Firmen und Lohnunternehmen, denen
die Autoren für ihre Unterstützung
danken:
Martin und Ueli Freudiger, Gals; Res
Fiechter und Team, Kappelen; Thomas
Wirz und Team, St. Urban; Anton
Bertschy, Bernhard Bürgy, Martin
Hertach und Xavier Meyer, Bellechasse;
Bernhard Märki, Witzwil; Barnabas
Kaufmann, Hanspeter Blum und Team,
Altishofen; Peter Stähli und Team,
Suberg; Serco Landtechnik, Oberbipp;
Paul Bähler und Junior, Meikirch.
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5 2011 · UFA-REVUE
FAHRBERICHT
LANDTECHNIK
Ausbau bei den Stufenlosen
DEUTZ-FAHR »AGROTRON TTV 400» An einer Händlerveranstaltung wurde sie
erstmals gezeigt, an der Sima in Paris erfolgte die öffentliche Präsentation und nun
konnte sie im praktischen Einsatz getestet werden: Die Baureihe «Agrotron TTV 400»,
welche die Lücke bei den stufenlosen Traktoren von Deutz-Fahr schliesst.
Ausgerüstet sind die «Agrotron TTV
410/420/430» mit einem 4 Liter 4Zylinder-Motor von Deutz, der mit
Common Rail, vier Ventilen pro Zylinder, einer Abgasrückführung und mit
Turbolader samt Ladeluftkühler ausgerüstet ist. Die maximalen Leistungen
(nach 2000/25 EC) betragen für die drei
Modelle 121, 130 und 142 PS. Rein äusserlich fällt die neu gestaltete Kühlerhaube mit dem neuen Schriftzug auf,
was den Modellen einen frischeren Auftritt verleiht. Innovativ ist das Lüftungskonzept. Die Steuerung des Lüfters
(«eVisco»-Lüfter) erfolgt elektronisch, je
nach Lastzustand. Das soll einerseits
Treibstoff sparen, anderseits aber auch
die Geräuschentwicklung reduzieren.
Das stufenlose Getriebe stammt
von ZF (Eccom 1.3) und erreicht die für
die Schweiz gültige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h bereits bei einer Motordrehzahl von 1400 Umin. Das «TTV»Getriebe der neuen «Agrotron»Modelle zeichnet sich durch einen hohen mechanischen Wirkungsgrad und
vier Arbeitsbereiche aus. In jedem Arbeitsbereich wird bis zu 100 % der Antriebsleistung mechanisch übertragen,
so dass der hydrostatische Anteil auf ein
Minimum reduziert wird.
Wie alle anderen stufenlosen Modelle von Deutz-Fahr können auch die
neuen «Agrotron TTV» mit drei Fahrstrategien gefahren werden. Im «Automatik»-Modus erfolgt die Wahl der gewünschten Geschwindigkeit mit dem
Fahrpedal, wobei die maximale Geschwindigkeit mit dem Bedienhebel
vorgegeben wird. Innerhalb dieser
Spannbreite kann der Fahrer dann mit
dem Fusspedal die Geschwindigkeit doUFA-REVUE · 5 2011
sieren. Die Motordrehzahl wird von der
Elektronik passend zum jeweiligen Lastzustand eingestellt.
Der «Zapfwellen-»Modus wird automatisch beim Einschalten der Zapfwelle
aktiviert. Die gewünschte Motordrehzahl kann über einen Knopf oder das
Handgas eingestellt werden, gefahren
wird mit Fahrpedal und Bedienhebel.
Im «Manual»-Modus (diesen braucht
man eigentlich gar nicht) dient das Fahrpedal ausschliesslich als Gaspedal und
regelt so die Motordrehzahl. Die Geschwindigkeit wird durch den Bedienhebel bestimmt.
Eine aktive Stillstandsregelung,
«Power-Zero» genannt, hält den Traktor
unabhängig von Gefälle, Steigung oder
dem jeweiligen Lastzustand sicher und
ohne Betätigung der Handbremse, sobald der Fahrer vom Gas geht. Weiter
zum Sicherheitspaket der «Agrotron
TTV 410/420/430» gehört auch die servo-unterstützte Bremsanlage.
Zapfwellen Eine Besonderheit in
dieser Leistungsklasse ist die Heckzapfwelle mit vier Geschwindigkeiten (540/
540E/1000/1000E). Die Drehzahlen
werden vorgewählt und dann elektrohydraulisch geschaltet. Über das Heckhubwerk wird bei aktivierter Zapfwellenautomatik die Zapfwelle ein- und
ausgeschaltet. Eine Frontzapfwelle und
ein integriertes Fronthubwerk sind auf
Wunsch verfügbar.
Bei den «Agrotron TTV 410/420/430»
steht ein druck- und mengengeregeltes
Hydrauliksystem (Load-Sensing) zur
Verfügung. Die Fördermenge beträgt
110 l/min bei 200 bar Druck. 7 Steuergeräte, 5 hinten und 2 vorne, gehören
dazu, die in den Funktionen Heben und
Schwimmstellung blockiert sowie einfach und doppelt wirkend verwendet
werden können. Jedes Ventil verfügt
über eine Mengenregulierung, die entnehmbare Ölmenge aus dem separaten
Tank beträgt 36 l. Das Hubwerk weist eine Kraft von 6200 kg auf und besitzt eine automatische Schwingungstilgung.
Mit der Baureihe
«Agrotron TTV 400»
schliesst Deutz-Fahr
eine Lücke bei den
Traktoren mit stufenlosen Getrieben.
Bild: Johannes Paar
Kabine Bei den «Agrotron TTV
410/420/430» verbaut Same DeutzFahr die sogenannte «S-Class»-Kabine.
Das farblich abgestimmte Bedienkonzept mit dem Bedienhebel «PowerComV» ist mittlerweile ebenso bewährt
wie bekannt. Neu gibt es als Option den
Isobus-kompatiblen «iMonitor», über
den nahezu alle Einstellungen visualisiert werden können. Dieser Monitor
hat zudem auch USB-, Bluetooth- und
weitere Schnittstellen sowie einen Anschluss für eine Rückfahrkamera.
Fazit Mit den neuen «Agrotron
TTV»-Modellen kann Deutz-Fahr eine
Lücke im bestehenden Programm seiner
stufenlosen Traktoren schliessen und so
in einem wichtigen PS-Segment nahezu
alle Getriebevarianten, vom einfachen
mechanischen, über das lastgeschaltete
bis hin zum stufenlosen Getriebe anbieten. Die Produktion fing im April an und
wird nun Schritt für Schritt hochgefahren.
Ⅵ
Autor Dr. Roman
Engeler, UFA-Revue,
8401 Winterthur
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5 · 11
25
PRAXISTEST
KNOW-HOW
Spürbare Verbesserungen
»METRAC H7 X» Reform präsentierte die «X»-Serie seiner «Metrac»-Baureihe
erstmals im Herbst 2008. Anlass zur Entwicklung gaben die neuen Abgasnormen, die
Reform insofern nutzte, als dass man diese neue Generation von Zweiachsmähern
hinsichtlich technischer und sicherheitsrelevanter Aspekte, aber auch im Bedienkomfort
verbesserte.
Auf den Markt brachte Reform die
neue «Metrac X»-Baureihe im Jahre
2009, darunter auch das Spitzenmodell «H7 X» bei den hydrostatisch angetriebenen Zweiachsmähern.
Die Anforderung der Abgasgesetzgebung erforderte damals neue Motoren
der Emissionsstufe 3a. Im Zuge dieser
Anpassung hat Reform dann aber auch
technische Verbesserungen bei der Antriebseinheit, eine veränderte Kühlerposition und einen neu entwickelten Multifunktionshebel in die neue Baureihe
einfliessen lassen.
Motor Mit dem «VM D-754 SE3»
haben die Ingenieure einen wassergekühlten Motor mit 70 PS Leistung (bei
2600 Umin, nach EG 97/68) gefunden,
der nicht nur die gesetzlichen Emissionswerte erfüllt, sondern auch die gestellten Anforderungen an mehr Leistung und Drehmoment sowie an
geringere Verbrauchswerte erfüllt. Ein
wesentliches Merkmal dieses Motors ist
der zentrale Antriebsriemen, der die
Wasserpumpe, den Lüfter sowie die
Lichtmaschine antreibt und den üblichen Keilriemen ersetzt. Da dieser zentrale Antriebsriemen über einen automatischen Mechanismus stets in
optimaler Spannung gehalten wird, ist
das Risikopotenzial für Motorschäden
reduziert.
Damit mehr Luftvolumen angesaugt
werden kann, wurde die Position des
Kühlers so verändert, dass ein Luftansaugen aus dem Heckbereich möglich
Praxisstimme zum Reform «Metrac H7 X»
Bruno Hobi bewirtschaftet zusammen mit
seiner Frau und seiner Familie oberhalb
von Mels (SG) einen Milchwirtschaftsbetrieb mit 23 Kühen und Aufzucht. Der
Betrieb liegt in der Bergzone 2 und ist für
die rationelle Bewirtschaftung auf eine leistungsfähige Berglandtechnik angewiesen.
Bruno Hobi aus
Mels (SG).
Diese Technik hat Hobi im letzten Jahr mit
dem neuen Zweiachsmäher «Metrac H7 X»
von Reform modernisiert. «Ich konnte die
Maschine im vergangenen Sommer zuerst
als Vorführgerät während rund 40 Stunden
im Einsatz testen und habe diesen Zweiachsmäher dann gleich gekauft», berichtet
Hobi.
Mit dem neuen «H7 X» hat er einen in die
Jahre gekommenen «Metrac 3003S» (rund
7000 Stunden) ersetzt. Gleichzeitig war es
ihm ein Anliegen, über etwas mehr Leistung zu verfügen, damit die anstehenden
26
Arbeiten effizienter ausgeführt werden
können.
Der «Metrac H7 X» wird in erster Linie für
die Futterernte eingesetzt. Dazu passend
hat Hobi zudem ein neues Front-Scheibenmähwerk (Pöttinger «Novaalpin 266B» mit
2.62m Arbeitsbreite) und einen Kreiselheuer (Fella «TH 601 D Hydro» , mit 6.60 m
Arbeitsbreite) gekauft. Zudem wird der
Zweiachsmäher auch mit dem Düngerstreuer, der Wiesenegge, der Kippschaufel
und einem Holzspalter sowie für Transportarbeiten eingesetzt.
«Vor allem beim Mähen schätze ich das
hydrostatische, stufenlose Getriebe»,
betont Hobi. Es biete einfach mehr
Sicherheit. Zudem bewege sich die
Maschine sicher im Hang – Hobi kann all
seine Flächen (bis 35 % Neigung) damit
bewirtschaften – und sei in der Bedienung
wird. So wird einerseits saubere Luft angesaugt, anderseits kann die Abwärme
frei entweichen.
Antrieb
Der «Metrac H7 X» verfügt
über einen hydrostatischen Fahrantrieb
mit einem mechanischen ZweistufenGetriebe und elektrohydraulischer Umschaltung. Die Geschwindigkeit kann so
stufenlos an die jeweiligen Arbeitsbedingungen angepasst werden. Der Hydrostat selbst kann wahlweise automotiv (über das Gaspedal) oder manuell
(über den Multifunktionshebel) gesteuert werden. Die automotive Steuerung
bietet den Vorteil, dass der Motor nicht
überlastet werden kann, wird doch bei
steigender Belastung automatisch die
Geschwindigkeit zurückgenommen. So-
Videofilm zu diesem
Artikel – jetzt auf
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einfach, so dass auch andere damit problemlos fahren könnten.
Im Vergleich zur Vorgängermaschine fiel
Hobi sofort die Wendigkeit, die Hubkraft
und der Komfort auf. «Insbesondere die
staubfreie Kabine mit Klimaanlage, Radio –
darauf möchte ich nicht mehr verzichten»,
betont Hobi.
Schwächen am neuen «Metrac H7 X»
konnte Hobi bis jetzt noch nicht feststellen, so dass er hofft, die neue Maschine
ebenso lange wie den Vorgänger nutzen zu
können. Wünschbar wäre, so Hobi
abschliessend, eine 1000er Zapfwelle: «So
könnten wir den ‹Metrac› im stationären
Betrieb mit dem Holzspalter mit einer
reduzierten Motordrehzahl laufen lassen».
5 2011 · UFA-REVUE
PRAXISTEST
KNOW-HOW
Steckbrief
Reform «Metrac H7 X«
Motor: 4 Zylinder, 2.97 l Turbo-Motor,
Abgasstufe 3a, 85 l Tankinhalt
Leistung: 51.5 kW/70 PS bei 2600 Umin,
250 Nm Drehmoment beim 1800 Umin.
Getriebe: Hydrostatischer Fahrantrieb
mit mechanischem Zweistufen-Getriebe.
Antrieb: Allradantrieb, Vorderrad-Antrieb abschaltbar, elektrohydraulische
Differenzialsperren vorne und hinten.
Zapfwelle: Lastschaltbare Motorzapfwelle vorn und hinten (540).
Lenkung: Hydrostatische Allradlenkung
mit «Load-Sensing», umschaltbar auf
Front-, Heck- und Hundeganglenkung.
Hydraulik: Pumpe mit 24.2 l/min,
195 bar, maximal 10 Steckkupplungen
vorne und 8 hinten.
Hubkraft: 1500 kg (vorne), (optional
hinten 1500 kg).
Masse: Radstand: 1995 mm, Aussenbreite: 2160 mm (bei 425er Bereifung),
Länge mit Hubwerk: 3580 mm, Höhe:
2185 mm, Wendekreis: 3.55 m (mit
Allradlenkung), Leergewicht: 2285 kg,
Gesamtgewicht: 3400 kg.
Angaben des Herstellers
wohl im Gelände wie für Transportarbeiten gibt es je zwei Geschwindigkeitsbereiche.
keit. Dank der gleichmässigen und verspannungsfreien Traktion aller vier
Räder geht die Maschine zudem mit der
Grasnarbe schonend um. Die Allradlenkung von Reform ist bekanntlich
umschaltbar auf Front-, Heck- und Hundeganglenkung. Besonders erwähnenswert ist, dass die Vorder- und Hinterräder gleichweit eingeschlagen werden
und somit exakt in derselben Spur laufen und man den Lenkmodus schnell
und bequem, auch während der Fahrt
per Knopfdruck wechseln kann. Die Allradlenkung «denkt» sogar mit, indem
Sensoren die Geradeaus-Stellung der
Räder melden, so dass der Wechsel von
Front- auf Allradlenkung und umgekehrt
automatisch erfolgen kann.
Hubwerk und Hydraulik
Vorne
wird beim «Metrac H7 X» ein Drehwinkel-Hubwerk mit elektrohydraulischer
Geräteentlastung einem integrierten,
hydraulischen
Seitenverschub
(+/– 200 mm) verbaut. Die Hubkraft beträgt 1500 kg. Optional gibt es auch ein
Heckhubwerk mit Aussenbedienung,
ebenfalls schwingungsgedämpft und
mit einer Hubkraft von 1500 kg. Die Hydraulikpumpe fördert das Öl mit
24.2 l/min bei einem Druck von 195 bar.
Maximal stehen zehn Steckkupplungen
vorne und acht im Heckbereich zur Verfügung.
Die lastschaltbaren Motorzapfwellen
(vorne und hinten) laufen mit 540 Umin.
Im Heck kann diese elektro-hydraulisch
zugeschaltet werden und verfügt über
eine automatische Anlaufsteuerung.
Vereinfachte
Bedienung Mit
dem Einbau eines neuen multifunktionalen, ergonomisch optimierten Bedienhebels konnten bei der «Metrac X»Serie die vielen Einzelschalter in der
Kabine reduziert werden. Mit nur drei
Vierwege-Drucktaster und keinen Doppelbelegungen der Tasten ist die Bedienung einfach. Bei der Anordnung der
Funktionen (Bedienung von Front- und
Heckhubwerk, Seitenverschub und hydraulischer Oberlenker sowie das Umschalten der Vierrad-Lenkung) haben
sich die Entwickler von Reform bewusst
an den Rückmeldungen aus der Praxis
orientiert.
Ⅵ
Die Kabine wirkt aufgeräumt, der neue
Fahrhebel ersetzt viele
Knöpfe und Schalter.
Optional ist das
Heckhubwerk von
extern bedienbar.
Die Allradlenkung ermöglicht
dem «Metrac H7 X» eine gute WendigDer «Metrac H7 X» ist das Topmodell
von Reform bei den hydrostatisch
angetriebenen Zweiachsmähern.
Autor Dr. Roman
Engeler, UFA-Revue,
8401 Winterthur
In loser Folge publiziert
die UFA-Revue unter
dem Titel «Praxistest»
Berichte über landwirtschaftliche Maschinen,
in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Herstellern,
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UFA-REVUE · 5 2011
5 · 11
27
LANDTECHNIK
Mit dicken Backen aufs Feld
«ULTRAFLEX»-REIFEN Ein Landwirtschaftsreifen sollte sowohl ökonomischen wie
ökologischen Kriterien gerecht werden, will heissen, für den Bauern wirtschaftlich sein
und gleichzeitig seinen Boden schonen. Michelin glaubt, mit der «Ultraflex»-Technologie
dazu die passende Lösung gefunden zu haben.
Landwirtschaftliche Maschinen wie
Traktoren oder Mähdrescher werden
immer grösser und schwerer, können
immer schneller fahren und dabei
höhere Lasten befördern, mit der Folge,
dass der Druck auf den Boden zunimmt,
die Gefahr von Verdichtungen wächst,
das Pflanzenwachstum gestört und der
Luftaustausch im Boden beeinträchtigt
werden. Der Schnittstelle zwischen Maschine und Boden, dem Reifen, kommt
so eine zentrale Bedeutung zu.
«Ultraflex»-Technologie Reifen-
Treibstoffeinsparung
von 8 %: Der gleiche
Traktor (Fendt «820
Vario») mit demselben
Anbaugerät (Grubber)
war in einer ersten
Überfahrt mit konventionellen Reifen
(«Multibib», 1.4 bar
vorne und 1.6 bar
hinten) und in einer
zweiten mit einem
«Xeobib» (0.7 bar
vorne und 1 bar hinten)
bereift.
hersteller Michelin hat dazu mit der «Ultraflex»-Technologie einen Lösungsansatz gefunden. Bereits vor einigen
Jahren wurde mit dem «Xeobib» ein erster Reifen präsentiert, der mit dieser
neuen Technologie hergestellt wird und
sowohl im Feld wie auf der Strasse mit
einem Reifeninnendruck von weniger
als 1 bar gefahren werden kann.
Später folgte mit dem «Axiobib»
eine zweite Baureihe von Reifen,
die ebenfalls eine hohe Tragfähigkeit
mit niedrigem Luftdruck (unter 0.8 bar)
kombiniert und für grössere Traktoren
ab 220 PS konzipiert ist.
Für dieses Jahr bringt Michelin die
«Ultraflex»-Technologie nun auch für
Erntemaschinen («Cerexbib») und für
selbstfahrende oder angehängte Spritzen («Spraybib») auf den Markt. Reifen
mit «Ultraflex»-Technologie zeichnen
sich durch ihre besondere Konstruktion
der Karkasse aus. Spezielle Gummimischungen, entsprechende Materialverbindungen und eine optimierte
Wulstzone machen diese Karkassen besonders flexibel und ermöglichen einen
grossen Einfederungsbereich bei grossen Aufstandsflächen. Unabhängig von
der Geschwindigkeit können solche Reifen gemäss Angaben von Michelin mit
niedrigen, bodenschonenden Luftdrücken gefahren werden. Sie tragen dazu
bei, Kraftstoff zu sparen und letztlich die
Effizienz des landwirtschaftlichen Betriebs zu steigern.
Zusammenarbeit mit Claas Der
«Cerexbib» wurde in Zusammenarbeit
mit Claas für den Einsatz auf Erntemaschinen entwickelt und durfte von Claas
während einer gewissen Frist auch exklusiv vermarktet werden. Diese Frist
läuft dieses Jahr nun ab, so dass auch
weitere Hersteller diesen Reifen in der
Erstausrüstung verwenden können. Der
«Cerexbib» ist momentan der einzige
Reifen auf dem Markt, der mit weniger
als 2 bar und unter 70 cm Reifenbreite
über 22 t Achslast tragen kann. Dank
seiner Einfederung ist die Aufstandsfläche grösser als bei vergleichbaren Produkten, was der Traktion förderlich ist
und den Boden schont. Zusätzlicher
Nutzen für die Konstrukteure von Erntemaschinen: Bei gleicher Tragfähigkeit
der Reifen steht mehr Konstruktionsraum im Achsbereich zur Verfügung,
oder die Maschinen können schmaler
dimensioniert werden.
Ebenfalls neu auf diese Saison macht
Michelin diese Technologie nun auch im
Segment der selbstfahrenden und angehängten Spritzen verfügbar. Manche
Feldspritzen der jüngsten Generation
erreichen Arbeitsbreiten von bis zu
50 m. Der «Spraybib» trägt dieser Entwicklung Rechnung: Er ist für Geschwindigkeiten bis 65 km/h zugelassen und
kann dabei bis zu 6500 kg Gewicht pro
Reifen tragen. Die Stollen sind so gestaltet, dass der Reifen gute Traktion und
hohen Fahrkomfort bietet.
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Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue,
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Problemloses Ausbringen von Gülle
FLIEGL PUMPFASS 8600 L Fliegl Agratechnik entwickelt seit mehr als 30 Jahren
innovative Produkte im Bereich der Gülletechnik. Davon haben sich auch vier Berner
Landwirte überzeugen lassen, die gemeinsam ein 8600 l Pumpfass mit einem
Schleppschlauchverteiler von Fankhauser angeschafft haben.
Gemeinsame Anschaffung von leistungsfähiger Gülletechnik:
Thomas Schmid,
Samuel und Werner
Roder sowie Andreas
Jost (v.l.n.r.).
Seit rund einem Jahr haben Thomas
Schmid, Werner und Samuel Roder
– sie führen ihren Betrieb in einer
Generationengemeinschaft – sowie
Andreas Jost aus Wengi, respektive Rupolsried (BE) gemeinsam ein Pumpfass
von Fliegl mit einem Fassungsvermögen
von 8600 Litern in Betrieb. Auslöser
dieser Investition war einerseits ein ge-
«Förderprogramm Boden»
Der Kanton Bern will den landwirtschaftlich genutzten Boden besser
schützen und die Ammoniak-Emissionen vermindern. Er lancierte auf
Anfang August 2009 das auf sechs Jahre angelegte «Förderprogramm
Boden». Das Projekt baut auf drei Säulen auf:
• Aus-, Weiterbildung und Beratung,
• Förderbeiträge für Massnahmen in den Bereichen «Bodenschonung»
und «Stickstoffeffizienz»,
• Kontrolle und Monitoring.
Der Perimeter umfasst die landwirtschaftliche Nutzfläche des Kantons
Bern (Acker- und Futterbaugebiet), wobei das Wohnortsprinzip gilt. Zur
Stärkung einer nachhaltig produzierenden Landwirtschaft sollen auf
freiwilliger Basis zusätzliche ökologische Leistungen (wie besonders
Boden schonende Anbausysteme und Verminderung des Risikos von
Bodenschadverdichtungen und Ammoniakverlusten) mit gezielten
wirtschaftlichen Anreizen gefördert werden. Es soll die breite Erkenntnis geschaffen werden, dass diese zusätzlichen Leistungen nach einer
finanziell entschädigten Übergangszeit gleichzeitig auch ökonomische
Vorteile bringen.
30
wisser Erneuerungsbedarf (Schmid und
Roder besassen schon vorher gemeinsam ein 5500-l-Fass), anderseits das
«Förderprogramm Boden» des Kantons
Bern (siehe Kasten), mit dem die Ressource «Boden» als Bindeglied zwischen
Wasser und Luft stärker geschont und
gleichzeitig die Ammoniak-Emissionen
vermindert werden sollen.
Evaluation Ursprünglich hatten die
Landwirte ein noch grösseres Fass in
Planung, das man aber wegen den Ausmassen wieder verwarf. Letztlich lagen
zwei Offerten auf dem Tisch, von denen
man dem Fliegl Pumpfass mit einem
Schleppschlauchverteiler von Fankhauser, beides von Serco Landtechnik geliefert, den Vorzug gab. Ausschlaggebende
Gründe für die vier Landwirte waren die
flexibel verwendbare Exzenterschneckenpumpe beim Fass, die Zugänglichkeit zum Verteilkopf des Schleppschlauchs – dem eigentlich wichtigsten
Bestandteil der ganzen Maschine – und
schliesslich auch der angebotene Eintauschpreis für das alte Güllefass.
Dass das Güllefass von Fliegl mit einem Schleppschlauchverteiler eines anderen Herstellers, nämlich von der Maschinenfabrik Fankhauser kombiniert
wurde, liegt in der Beschaffenheit der
Gülle begründet. Viele ausländische
Verteilsysteme sind für die hiesigen Gegebenheiten weniger geeignet. So ist in
der Schweiz die Gülle meist dicker und
mit Strohbestandteilen durchsetzt und
das gleichmässige Ausbringen von Gülle
in Hanglagen kann auch nicht jeder Hersteller in gleicher Qualität garantieren.
Mit Tandemachse Behälter und
Rahmen des mit einem Rührwerk aus-
gestatteten Güllefasses sind aus feuerverzinktem Stahlblech gefertigt. Vorne
an der selbsttragenden Konstruktion
befindet sich die verstellbare Zugdeichsel. Der Einfülldom mit einem Öffnungswinkel von 90 ° dient zum Reinigen,
kann aber auch zum Befüllen des Fasses
benutzt werden. Die Schieber werden
hydraulisch geöffnet und geschlossen.
Das Fass mit einem Leergewicht gemäss
Hersteller in dieser Ausstattung von
4000 kg ist mit einer Nachlauf-Tandemachse, die bei Strassenfahrt hydraulisch
verriegelt werden kann, und mit einer
600er Bereifung ausgerüstet.
Der
Schleppschlauchverteiler
stammt von Fankhauser («SP90/03»),
wird hydraulisch angetrieben, hat eine
Arbeitsbreite von 9 m (Transportbreite
von 2.50 m) und ist mit 30 Schläuchen
ausgestattet. Der Verteilkopf arbeitet
mit einem Rotor, der die rund um den
Behälter angeordneten Abgänge abwechslungsweise freigibt. Der Rotor ist
zudem mit neun Messern ausgerüstet,
kann somit eine Häckselfunktion wahrnehmen. Ein Fremdkörper- und Steinabscheider, der über einen Schieber entleert werden kann, ist ebenfalls
vorhanden.
Kleine Nachrüstungen Da die
vier Landwirte das gemeinsam beschaffte Fass mit ihren eigenen Traktoren nutzen und bei diesen Zugmaschinen wenig
Anpassungen vornehmen wollten, hat
man sich für die Variante mit einer
Obenanhängung entschieden. Bei den
Traktoren selbst mussten einige neu mit
einem freien Ölrücklauf bestückt werden. Dies war zwar kein absolutes Muss,
aber bei einem hydraulisch angetriebe5 2011 · UFA-REVUE
KNOW-HOW
Steckbrief
Pumpfass Fliegl
Fassinhalt: 8600 l.
Gesamtlänge: 7.05 m.
Behälterlänge: 4.35 m.
Leergewicht: 4000 kg.
Spurbreite: 1.85-2.00 m.
Gesamthöhe: 2.70 m.
Bremsen: Hydraulische
Bremsen, eingelöst auf
40 km/h.
Das Pumpfass von Fliegl mit 8600 l
Inhalt ist mit einem Schleppschlauchverteiler von Fankhauser ausgerüstet
und verfügt über ein Tandemfahrwerk
mit Nachlaufachse.
Achsen:
Nachlauf-Tandemachse.
Schleppschlauchverteiler Fankhauser
«SP 90/30»
Arbeitsbreite: 9 m.
Schlauchabgänge: 30.
nen Verteilkopf ist dies von Vorteil, ansonsten ein Ölstau zu einer unerwünschten Erhitzung des Öls und zu einer Leistungsabflachung des Verteilers
führen kann.
Erfahrungsbericht Die drei Betriebe haben ihre Beteiligung am neuen
Pumpfass aufgrund der anfallenden Güllemenge festgelegt. Total sind dies pro
Jahr rund 5000 m3, was dann gegen 600
Fassfüllungen ergibt. Eine weitere Auslastung durch Fremdvermietung ist vorerst nicht vorgesehen. Keine Komplikationen gab es bis anhin auch bei der
Benutzung: «Bis jetzt sind wir, auch
dank des Witterung, immer gut aneinander vorbeigekommen».
Übereinstimmend stellen die vier
Landwirte dem Gefährt ein gutes Zeugnis aus. «Wir waren überrascht von der
Leistungsfähigkeit der Pumpe, ist doch
das Fass in weniger als 3 Minuten gefüllt
UFA-REVUE · 5 2011
und auf dem Feld auch in dieser überaus
kurzen Zeit wieder entleert». Als äusserst positiv wird die Nachlaufachse bewertet, die wesentlich zur Bodenschonung beiträgt. «Allerdings darf man
nicht vergessen, diese auf der Strassenfahrt zu sperren, ansonsten das Fass
schon etwas ins Schlingern geraten
kann». Eher subjektiv werden die positiven Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum beurteilt, das die vier als
besser einschätzen. «Da weniger Ammoniak in die Luft entweicht, dürfte
demzufolge mehr Stickstoff den Pflanzen zur Verfügung stehen».
Allerdings stellte man fest, dass in
eher trockenen Zeiten die Strohbestandteile in den abgelegten Güllestreifen zuwenig verrotteten, so dass hin und
wieder mit einer Wiesenegge nachgestriegelt werden musste. Als verbesserungsfähig wird zudem der Ansaugstutzen betrachtet, der womöglich besser
fixiert werden könnte. Ebenso könnten
die Schläuche stärker dimensioniert
sein, da die Pumpe doch sehr leistungsfähig sei und diese Schläuche dauernd
vibrieren würden. Als wichtiges Anzeigeinstrument wird der Manometer an
der Stirnseite des Fasses betrachtet. «Da
sieht man auf einen Blick, wenn an einer
Stelle was faul ist».
Fazit Mit dem neuen 8600-l-Pumpfass von Fliegl, ausgerüstet mit einer
Boden schonenden Nachlauf-Tandemachse und einem 9 m breiten Schleppschlauchverteiler von Fankhauser haben
Thomas Schmid, Werner und Samuel
Roder sowie Andreas Jost eine überbetriebliche, sinnvolle Investition getätigt. Dank Boden schonender und
emissionsarmer Ausbringtechnik werden durch das «Förderprogramm Boden» des Kantons Bern Beiträge ausgerichtet.
Ⅵ
Transportbreite: 2.50 m.
Gewicht: 950 kg.
(Herstellerangaben)
Autor Dr. Roman
Engeler, UFA-Revue,
8401 Winterthur
In loser Folge publiziert
die UFA-Revue unter
dem Titel «Erfolgstory»
Berichte über landwirtschaftliche Maschinen.
Die Interviewpartner,
respektive Eigentümer
dieser Maschinen,
werden jeweils in
Zusammenarbeit mit
den entsprechenden
Herstellern oder
Importeuren ausgesucht.
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5 · 11
31
NEUHEITEN
KNOW-HOW
Neue Sätechnik von Pöttinger
Ladewagen mit ungesteuertem Pick-up
Die neue Pöttinger «Vitasem» Aufbaumaschine setzt besondere
Massstäbe in der Sätechnik: Der
Schwerpunkt ist nahe am Traktor,
die «3-in-1»-Dosierung ermöglicht
raschen Saatgutwechsel und das
neue Doppelscheibenschar «DualDisc» garantiert exakte Saatablage.
Eine perfekte Maschine in den Arbeitsbreiten 3 und 4 m für den Profibetrieb mit konventioneller und
Mulch-Saat. Das neue Doppelscheibenschar-System «Dual-Disc» sorgt
durch optimierte Scheibenstellung
am Schar für beste Saatablage auch
unter schwierigsten Bedingungen.
Mit dem «Tigo S» bringt Lely als erster Hersteller einen Förderschwingen-Ladewagen mit ungesteuertem
Pick-up auf den Markt. Das neue
Pick-up mit einer Arbeitsbreite von
1.8 m hat sich bereits als Detail des
Rotor-Ladewagens Lely «Tigo R» bewährt. Der innovative Charakter
dieses Pick-ups liegt in der Konstruktion des Streifbleches, das
durch die Formgebung eine verschleissanfällige Kurvenbahnsteuerung überflüssig macht und das
Pick-up wartungsfrei macht. Die
Konstruktion basiert auf fünf steuerungsfreien Zinkenträgern. Insbesondere in Kombination mit dem
engen Zinkenabstand von 54 mm
sind eine saubere, verschmutzungsfreie Futteraufnahme und eine hohe
Aufnahmekapazität gewährleistet.
Pick-up und Ladeaggregat sind nahe
beieinander angeordnet und sorgen
somit für eine ausgezeichnete Auf-
Die Ernterückstände werden zuverlässig zur Seite geräumt. Die gross
dimensionierten
«Dual-Disc»
schneiden die Pflanzenreste durch
und formen eine gleichmässige,
saubere Särille. Der Reihenabstand
von 12.5 cm ist das Optimum für
die Standraumverteilung und
gleichzeitig Basis für ertragreiche
Ernte. Die zentrale Arbeitstiefenverstellung ermöglicht eine rasche
Anpassung an unterschiedliche Verhältnisse. Für eine gleichmässige
Ablagetiefe werden alle Schare einzeln über Druckrollen geführt,
Schardrücke bis 50 kg sind möglich.
Das Multifunktionssärad ermöglicht den raschen Saatgutwechsel
zwischen Fein- und Normalsaat, so
dass Rüstzeiten reduziert. werden.
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exakt an und garantiert exakte Rechensauberkeit.
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Agiler Hoftrac im Pferdestall
schlaggebend waren nebst der
Wendigkeit, der Nutzlast und der
einfachen Bedienung natürlich die
hohe Verarbeitungsqualität sowie
der ruhige Lauf des Weidemann
Hoftracs.
Eingesetzt wird der Weidemann
«1370 CX 50» für alle Arbeiten rund
ums Pferd, von der Fütterung, über
das Einstreuen bis hin zum Misten.
Auch mit dem Reitplatzplaner und
der Walze können die Halle und die
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32
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Sandplätze perfekt und bis in die
Ecken aufbereitet werden. Speziell
geschätzt wird die gute Gelände-
gängigkeit rund um den Betrieb
oder natürlich auch das Auf- und
Abbauen von Parcours, anlässlich
der vielen Veranstaltungen, die auf
dem Betrieb stattfinden.
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Landwirtschaft auf
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Vor rund eineinhalb Jahren setzte
sich Familie Angliker, Pferdesportstall Sigg, im zürcherischen Buchs
mit der Beschaffung eines universellen Helfers für ihren Betrieb auseinander. Bald war klar, dass es ein
wendiger, knickgelenkter Lader
sein soll, es wurden unterschiedliche Fabrikate verglichen und ausprobiert und die Entscheidung fiel
auf den Weidemann Hoftrac «1370
CX 50» mit Fahrerschutzdach. Aus-
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Verstopfungsfrei
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Kompakte Bauform
Tiefer Schwerpunkt
5 2011 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
PFLANZENBAU
Erste Ernteschätzung 2011
Der Bereich Statistik des schweizerischen Bauernverbandes hat Mitte
April im Auftrag von «swiss granum»
eine erste Ernteschätzung vorgenommen. Die Ernte wird zurzeit
auf rund 479 900 t Brotgetreide
(+16 000 t
Saatgutproduktion),
61 400 t Futterweizen, 190 600 t
Gerste, 60 500 t Triticale und
73 000 t Raps geschätzt.
Die Aussaatflächen dürften somit
bei für den Brotsektor bestimmtem
Getreide stabil sein. Da das Wachstum in vielen Regionen durch den
Mangel an Wasser gebremst wird,
muss diese erste Schätzung mit Vorsicht betrachtet werden.
Die Aussaatflächen bleiben gegenüber der letzten Kampagne für
Brotweizen stabil. Triticale nahm
um 300 ha ab. Die Aussaatflächen
bei Futterweizen stiegen um 140 ha
und bei Gerste um 530 ha.
Anfangs April wurde das Ertragspotenzial der Getreidesorten im
Vergleich zum Vorjahr höher eingestuft: +4 % bei Dinkel, +3 % bei
Gerste, +2 % bei Roggen und Triticale. Bei Futtergetreide und Brotweizen wurde hingegen eine Abnahme von 1 % geschätzt.
Diese Werte sind gesamthaft gesehen vergleichbar mit denjenigen
von 2010. Das Potenzial des Raps
wird höher als in den Vorjahren eingeschätzt, +9 %.
Die Brotweizenernte 2010 in der
Zentral- und Ostschweiz war stark
von Auswuchs betroffen. Die Auswuchsweizenmenge 2011 wird auf
rund 50 000 t geschätzt. Die meteorologischen Bedingungen bis zur
Ernte werden noch einen grossen
Einfluss auf die tatsächlich geernteten Mengen haben. Die nächste Erhebung von «swiss granum» wird
zusätzlich Ernteschätzungen für den
Körnermais, Eiweisspflanzen und
Sommerölsaaten berücksichtigen.
Verzicht auf Schnäppchen!
Groupe Minoteries auf
Erfolgskurs
Leserreaktion «Düsenwahl»
UFA-Revue 4/2011, Seite 48
Die Groupe Minoteries kann auf ein
ausgezeichnetes
Jahresergebnis
2010 verweisen. Der Nettoertrag
stieg dank konsequenter Kostenreduktion um 4.9 % auf 7.4 Mio. Fr.
Der Umsatz reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5.7 % auf
125.4 Mio. Fr., verursacht durch die
Preisschwankungen bei den Rohstoffen. In diesem Geschäftsjahr
konnten die Absatzmengen konsolidiert werden: Im Müllerei-Sektor
wurden 96 219 t Weichweizenmehl
(-0.4 %) und im «pet food»-Segment
9421 t (+0.5 %) generiert.
Dass man keine Antidriftdüsen zur
Unkrautbekämpfung einsetzen könne, wie im Artikel erwähnt, stimmt
so nicht. Antidriftdüsen haben einen
integrierten Vorzerstäuber, der den
unerwünschten Feintropfenanteil reduziert. Viele Spritzen sind mit kompakten, luftansaugenden, InjektorFlachstrahldüsen ausgerüstet. Ich
selber setze diese Technik seit zwölf
Jahren ein, spritze damit auch Zuckerrüben mit gutem Erfolg. Zudem
erlauben diese Düsen auch, die Abstandsauflagen einzuhalten.
Armin Gantner, Zweidlen (ZH)
In einer Resolution richteten die
Delegierten des Gemüseproduzentenverbandes (VSGP) einen Appell
an den Handel und die Konsumenten, es solle der gnadenlosen
«Wertvernichtungsaktionitis» Einhalt geboten werden. Fragen der
Raumplanung als auch die verschie-
Neuer AGFF-Präsident
gewählt
denen Landwirtschaftsdossiers halten den Verband auf Trab, erklärte
VSGP-Präsident Hannes Germann
zudem an der Delegiertenversammlung. Ein Damoklesschwert sei die
Doha-Runde und das geplante EUFreihandelsabkommen. Da verlangt
der VSGP vom Bundesrat, die Verhandlungen abzubrechen.
UFA REVUE · 5 2011
Pierre Aeby ist wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Institut Grangeneuve in Posieux
(FR) und wurde
an der AGFF-Generalversammlung zum neuen
AGFF-Präsidenten gewählt. Er folgt auf Peter Thomet, der vierzehn Jahre dieses Amt
inne hatte.
Schweizer Weine
im Aufwind
2010 wurde wieder mehr Schweizer Wein konsumiert (+3.2 %).
Gemäss dem Bericht «Das Weinjahr 2010», der vom Bundesamt
für Landwirtschaft publiziert
wurde, konsumierte die Schweiz
2010 ungeachtet seiner Herkunft
insgesamt 2.803 Mio. hl Wein,
was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 46 564 hl
(+1.7 %) entspricht. Diese Entwicklung verläuft parallel zum Bevölkerungswachstum in der
Schweiz.
Die Konsumzunahme, die 2010
beobachtet wurde, betrifft den inländischen Weisswein (+2 %), den
ausländischen Weisswein (+7.8 %)
sowie den inländischen Rotwein
(+4.2 %). Der erneute Anstieg des
Konsums von Schweizer Wein
kompensiert den im Jahr 2009
verzeichneten Rückgang um
4.5%. Der Konsum von ausländischem Rotwein ging hingegen um
12 853 hl zurück (-0.8 %). 2010
machte der ausländische Wein
einen Konsumanteil von 62 % aus.
2010 betrug die Rebfläche der
Schweiz 14 942 ha. Die Ausweitung der Rebfläche um 122 ha
gegenüber 2009 ist darauf zurückzuführen, dass ab 2010 die Rebflächen in den Genfer Grenzgebieten
(135 ha) mit berücksichtigt wurden. Mit 5042 ha Rebfläche ist das
Wallis der grösste Weinbaukanton
der Schweiz, gefolgt von den
Westschweizer Kantonen Waadt
(3818 ha) und Genf (1433 ha).
Tagesaktuelle Neuigkeiten
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33
PFLANZENBAU
Rindergülle: Mineraldünger
ohne Kali verwenden
DIE DÜNGERBILANZEN von zahlreichen Betrieben – meist mit grossem Rindviehbestand – zeigen Situationen, in denen die Anwendung von kalihaltigen Düngern aufgrund
der grossen Menge an verfügbaren Hofdüngern praktisch gleich Null ist.
Jean-François
Hulmann
34
Die Misch-Betriebe mit Rindviehhaltung und Futterbau sind in der
Schweiz häufig. Die Hofdünger solcher Betriebe sind kaliumreich. Dieser Umstand bildet oft den beschränkenden Faktor für das Gleichgewicht
des Düngers bezüglich der ÖLN Anforderungen. Solche Betriebe brauchen für
die Ernährung ihrer Kulturen Dünger,
die nur Stickstoff (N) und Phosphor (P)
enthalten. Sie sind auch oft mit dem
Problem von tiefen Phosphor-Gehalten
in ihrem Grünfutter konfrontiert.
Versuche haben bewiesen, dass eine
ausgewogene Düngung der Wiesen mit
den Nährstoffen P und Magnesium
(Mg), vor allem in Böden mit viel K, die
Risiken von zu viel K im Futter reduziert.
Die neue Formel von «Nitrophos Rapid»
(20.10.0 + 3 Mg + 8 S) bietet eine interessante Alternative zu den klassischen
Volldüngern für Misch-Betriebe Rindviehhaltung/Futterbau an.
Die Formulierung von «Nitrophos Rapide» wurde berechnet für
die Deckung des P-Bedarfes der meisten
Kulturen, ohne gleichzeitig zu viel Stickstoff auszubringen. Die traditionelle
Düngung des Getreides im Herbst mit
30 m3 Gülle oder 30 t Mist erlaubt allgemein die Deckung des K-Bedarfs und
die Hälfte des P-Bedarfs der Kultur zu
decken. In der ersten Anwendung im
Frühling
ausgebracht,
bringen
300 kg/ha «Nitrophos Rapide» 60 Einheiten Stickstoff und 30 Einheiten P.
Diese Strategie erlaubt es, in einem einzigen Durchgang den P-Bedarf des Getreides zu decken, während die Empfehlungen für die Aufteilung der
Stickstoff-Düngung respektiert werden.
Die Grunddüngung wird allgemein im Herbst oder bei Wiederaufnahme der Vegetation vorgenommen. Tatsächlich ist der Bedarf der Pflanze an
Grunddüngern gleich wie seine N-Be-
dürfnisse. Die Futteranalysen beweisen,
dass die Aufteilung der Düngergaben
von P und K die Gehalte P und K im Futter ausgleicht. Bei einem Überschuss an
K erlaubt die Formulierung von «Nitrophos Rapide», die Gaben von Phosphor
zwischen zwei Schnitte und so die Gabe
von Phosphor auf die Dauer der Vegetationszeit aufzuteilen.
Darüber hinaus haben Magnesium
und Schwefel eine positive Auswirkung
auf den Gehalt von Mg und Eiweiss im
Futter. Eine ausgewogene und umsichtige Düngung der Weiden garantiert
nicht nur die Stabilität in der botanischen Zusammensetzung sondern auch
das mineralische Gleichgewicht und den
Reichtum an Proteinen im Futter.
Die Mängel an Phosphor von Futtermitteln haben eine negative Wirkung
auf ihre Appetitlichkeit und dadurch auf
5 2011 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
André Biedermann ist von der Formulierung überzeugt
André Biedermann bewirtschaftet in
Delsberg (JU) einen 60 ha grossen Betrieb
mit Rindermast, Pferdezucht, Ackerbau
(Weizen, Gerste, Silo-Mais, Raps,
Sonnenblumen, Soja) und mit Wiesen. Im
folgenden Interview äussert er sich über
den Einsatz von «Nitrophos Rapide».
UFA-Revue: Warum verwenden Sie
«Nitrophos Rapide»?
André Biedermann: Die Düngungsbilanz
meines Betriebs zeigt einen Mangel von
40–60 kg P/ha, während ich bei K knapp
bin. «Nitrophos Rapide» erlaubt mir, diese
Bedürfnisse ohne zu viel Stickstoff zu
decken und vor allem ohne K beizugeben.
Ausserdem ist das Verhältnis N/P perfekt.
300/kg/ha bringen 60 Einheiten aus
Stickstoff und 30 Phosphor.
die Aufnahme. P-Mängel haben auch
Auswirkungen auf den Stoffwechsel der
Kuh. Die wichtigsten Auswirkungen
sind Fruchtbarkeitsminderung und
Milchproduktions-Rückgang. In diesem
Fall wird ein Rückgang des Fettanteiles
und der Proteine in der Milch festgestellt. Eine zu starke K-Düngung auf saurem Boden reduziert die Aufnahme von
Kalzium und Natrium durch die Pflanzen. Eine Überdüngung mit K erhöht
deshalb indirekt die Risiken von Tetanie
im Weideland, Milchfieber und Störung
der Fruchtbarkeit.
Welches sind für Sie die Vorteile von
«Nitrophos»?
Der große Vorteil liegt in der Möglichkeit,
die Restgabe des P mit den ersten
durch die Hofdünger gedeckt wurde.
Der Schwefel und der Stickstoff sind im
Stoffwechsel der Pflanze gebunden. Eine gute Verfügbarkeit des S verbessert
die Effizienz der Nutzung von N und
verbessert so den Gehalt der Pflanzen
an Proteinen. Mit seinen Gehalten an
Mg und S ist «Nitrophos Rapide» ein
Dünger, der besonders für die Düngung
von Wiesen und Weiden geeignet ist.
Betriebe mit Rinderzucht und
auf sauren Böden haben mit einem NP
Dünger wie «Fertical» NP» (15.5.0 + 5.7
Mg) eine interessantere Alternative. Mit
seinen 13 % Kalzium trägt «Fertical NP»
(zusätzlich zu einer Lösung ohne K) eine
kalkende Wirkung, die eine direkte po-
KG 12.11
Die Schwefeldüngung wurde im
Futterbau lange ignoriert. Man war
überzeugt, dass der Bedarf an Schwefel
Bei welchen Kulturen wenden Sie «Nitrophos
Rapide» an?
Ich habe es für die erste Gabe N Ende
Winter angewandt. 300 kg/ha erlauben,
mit einer Güllegabe im Herbst die
Grunddüngung ohne zusätzlichen
Durchgang in der Kultur zu ergänzen. Aus
dem gleichen Grund wende ich auch
400 kg/ha «Nitrophos Rapide» bei Raps an.
Die meisten meiner Wiesen werden als
Schnitt-Weiden benutzt. Im Sommer
wende ich «Nitrophos» zwischen den
Schnitten in Gaben von 150 kg/ha. Dieses
Jahr beabsichtige ich, es auch im Mais
anzuwenden, zusätzlich zum Mist.
Stickstoffgaben auszubringen. Das KaliManko bedeutet eine Vereinfachung der
Planung und Anwendung der Düngung.
Auf meinem Betrieb wird Nitrophos unter
Berücksichtigung der Anzahl Tiere und des
Gehalts des Hofdüngers gezielt ausgebracht. Ausserdem haben das darin
enthaltene Magnesium und Schwefel eine
zusätzliche positive Wirkung.
Werden Sie auch in Zukunft
«Nitrophos Rapide» einsetzen?
Ja, falls sich die Situation auf
meinem Betrieb mit der
Rindermast und dem Hofdünger
nicht ändert. «Nitrophos Rapide»
erlaubt es mir die Bedürfnisse
meiner Kulturen ohne
überflüssige Durchfahrten zu
decken.
sitive Wirkung auf die Mineralgehalte
der Futtermittel hat.
Zusammenfassung Der Reichtum
der Böden und Hofdünger von Rindern
an K haben direkten Einfluss auf die Mineralgehalte des Futters. Die Futteranalyse und die Hofdüngeranalyse sind
wichtig für die Berechnung der genauen
Düngung des Betriebes. Die Benutzung
von NP Düngern und die Respektierung
der Düngernormen erlauben die Reduktion der Risiken von induzierten Mängeln oder der Überversorgung mit Mineralen. Je nach Böden und Betrieben,
bringen die Dünger «Nitrophos Rapide»
und «Fertical NP» zahlreiche an die Situationen angepasste Lösungen.
Ⅵ
Autor Jean-François
Hulmann, Landor
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PFLANZENBAU
Die Getreidebranche trifft sich
RÜCKBLICK UND AUSBLICK AM MAXI-EVENT Über 260 Produzenten und
Getreidesammelstellen-Leiter, die dem Vermarktungsverbund Maxi angeschlossen sind,
informierten sich aus erster Hand über die Aktivitäten des fenaco-Geschäftsbereichs
Getreide, Ölsaaten und Futtermittel (fenaco GOF). Bei dieser Gelegenheit referierten
auch vier Persöhnlichkeiten der wichtigsten Schweizer Mühlen und Ölwerke.
1 · Die Referenten
Marc Müller (Groupe
Minoteries SA), Romeo
Sciaranetti (Swissmill),
Lorenzo Centonze
(Oleificio SABO) und
Christian Florin (Florin
AG) umrahmt von
fenaco Getreide- und
Ölsaatenverantwortlichen Fortunat Schmid,
Pius Eberhard und
Heinz Mollet.
2 · Gäste am MaxiEvent: Das Bundesamt
für Landwirtschaft
Hans-Ulrich Tagmann,
Urs Vock und Andreas
Berger im Gespräch
mit Fritz Stucki (2.v.r.
fenaco Kartoffel).
Teilnehmer am Maxi-Event sind
Produzenten, Getreidesammelstellenleiter, Silochefs und LANDI-Verantwortliche. Sie sind ein wichtiger
Teil der Wertschöpfungskette der
schweizerischen Getreideverarbeitung
und bringen mit ihrer Arbeit den Konsumenten die Vorzüge von Suisse Garantie näher.
Die fenaco legt jährlich am MaxiEvent jeweils Rechenschaft über die vergangene Vermarktungsperiode von Getreide und Ölsaaten ab. Transparent, fair
und zu den besten Preisen ist abgerechnet worden.
Dank gestiegenen Importpreisen bekommen die Produzenten für ihre Brotgetreideernte 2010 mehr ausbezahlt als
im Vorjahr (UFA-Revue 04/2011, Seite
36). Die anspruchsvolle Vermarktung
war geprägt durch Zollsenkungen und
Auswuchs. Trotzdem vermochte die
fenaco ihre Verarbeiter ausreichend zu
versorgen und die Marktstellung mit
«Suisse Garantie» zu festigen, fasste Pius
Eberhard, Leiter Lebensmittel-Rohpro-
dukte fenaco GOF, das Geschehen in
der Brotgetreidevermarktung zusammen.
Heinz Mollet, Leiter fenaco GOF, ergänzte mit der Situation des Futtergetreides. Erneut sank 2010 das Angebot
an Futtergetreide im Inland. Positiv ist
zu vermerken, dass der Schlussabrechnungspreis über dem Vorjahr lag.
nicht. Einen grossen Einfluss üben die
Wechselkurse (Euro, US-Dollar) aus. Die
extremen Preisvolatilitäten auf den globalen Getreidemärkten seien nicht
durch Naturkatastrophen (Trockenheit
und anderes) verursacht, sondern durch
spekulative An- und Verkäufe, bestätigte Heinz Mollet.
Verarbeiter und Müller Vor den
Internationales Der Schweizer Getreidemarkt sei im Vergleich zum Ausland geradezu beschaulich, sagte Heinz
Mollet und fügt erklärend hinzu, dass
das Schwellenpreissystem stabilisierend
wirke. Abgekoppelt vom Ausland sind
aber auch die Schweizer Getreidepreise
2
Herausforderungen, vor denen auch die
Verarbeiter und Müller stehen, referierten der Generaldirektor Marc Müller
von der Groupe Minoteries SA, Romeo
Sciaranetti (Leiter Swissmill), Christian
Florin (Vorsitzender Geschäftsleitung
Florin AG) und Lorenzo Centonze (kom3
1
3 · Über 260 Teilnehmer verfolgen mit
Interesse die Referate.
4 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied Daniel
Bischof im Gespräch
mit dem Leiter der UFA
AG, Wendelin Strebel.
5 · Austausch unter
Experten: Didier
Kunkler (fenaco)
und José Dorthe
(Geschäftsführer der
LANDI Sarine AG).
36
5 2011 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
6 · Pierre-Yves Perrin
ist Geschäftsführer des
schweizerischen
Getreideproduzentenverbands.
7 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied
Werner Kuert ist für
das Departement
Pflanzenbau verantwortlich.
8 · Gut gelaunt Hans
Winzeler, der Geschäftsführer von
Delley Samen mit
seiner Mitarbeiterin
Caterina Matasci.
pe Minoteries SA, der Bericht «Vision
2025» des Bundesamtes für Landwirtschaft. Diese Szenarien gäbe es zu berücksichtigen, nicht nur für die Bauern,
sondern auch für das Müllereigewerbe.
Denn, wenn sie investieren, dann hätten sie mit einer 40-jährigen Abschreibungsdauer zu rechnen. Allerdings
prognostizierte der CEO der Groupe Minoteries SA, dass der Margendruck auf
allen Stufen der Wertschöpfungskette
zunehmen werde.
merzieller Direktor der Oleificio SABO).
Diese vier wichtigsten Abnehmer von
Brotgetreide und Ölsaaten bekräftigen
ihr Bekenntnis zu einer produzierenden
Schweizer Landwirtschaft und zu Suisse
Garantie. Suisse Garantie sei glaubwürdig und habe eine klare Botschaft, so
das Credo.
Ausblick Die Referenz bezüglich zukünftiger Herausforderungen ist für
Marc Müller, Generaldirektor der Grou-
4
5
9 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied
Eugen Brühlmeier
spricht mit Bruno Kägi
(Präsident) und Max
Ulrich (Geschäftsführer
der Getreide Mittelthurgau AG).
10 · fenaco GOF setzt 6
mit Suisse Garantie für
Brotgetreide und
Ölsaaten neue
Massstäbe in der
Vermarktung.
7
11 · fenaco-Präsident
Lienhard Marschall mit
dem Agro-Star 2011,
John Dupraz.
8
9
10
11
Margendruck Im letzten Jahr hätten sich die Problemkreise für die Getreidebranche kummuliert, so wurde
das Schoggigesetz abgeschafft, der
Mehlzoll um 15 Franken reduziert, der
Eurokurs erodierte und plötzlich seien
die Agrarpreise in die Höhe geschnellt.
Dabei betonte der Leiter von Swissmill,
Romeo Sciaranetti, dass die Marktpartner sich nicht in Probleme «verbeissen»
sollen, sondern es müsse gemeinsam
und partnerschaftlich nach Lösungen
gesucht werden.
Und Christian Florin, er führt erfolgreich die Florin AG, die 1930 gegründet
wurde, unterstrich die gute Zusammenarbeit mit fenaco GOF. Gemeinsam sei
es gelungen, das Image von Rapsöl zu
steigern.
Diversifikation Lorenzo Centonze
fasste die Herausforderungen im Bereich Ölsaaten zusammen. Seit 2002 hat
sich die Anbaufläche der Ölsaaten um
33 % ausgedehnt. Aber es müsse die
Kulturenvielfalt gefördert und Differenzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft
werden, unter anderem auch mit BioÖlsaatenanbau. Auch brauche es Mindestmengen, um die verschiedenen
Kulturen erfolgreich zu vermarkten, wobei auch die Sammelstellen vor logistischen Hindernissen stehen werden.
Wohlwollend begrüsste der fenacoPräsident und Getreideproduzent Lienhard Marschall die Botschaft der Verarbeiter. Die fenaco verhandelt hart, aber
fair und stehe für Verlässlichkeit den
Marktpartnern gegenüber. Die Ernteaussichten 2011 seien gut und in der
Vernehmlassung der AP 2014-2017 seien jetzt gemeinsam von der Branche
Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche zukünftige Getreide- und Ölsaatenbranche zu setzen.
Die Mittlerfunktion der fenaco im
Getreidemarkt unterstrich auch Fortunat Schmid, der durch die Tagung führte.
Ⅵ
Autoren Daniela Clemenz und Gaël
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5 · 11
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Fortsetzung
Seite 42
5 2011 · UFA-REVUE
phyto-news
Reduktion von
Trockenheitsstress
Heuer stellt sich die Frage der Ertragsmaximierung kaum. Da viele Felder unter Trockenheitsstress leiden,
geht es eher um Schadensbegrenzung. Gegen den Wassermangel hilft
nur Regen oder Bewässerung. Da viele Betriebe nicht bewässern können,
sind Alternativen gefragt, die in heissen und trockenen Regionen bekannt
sind. Eine wassersparende Bodenbearbeitung hat einen grossen Einfluss
auf die spätere Wasserversorgung der
Pflanzen. Mit geringeren Bestandesdichten kann das vorhandene Wasser
besser aufgeteilt und wenigstens ein
Teil der Ernte gesichert werden. Dann
gibt es Sortenunterschiede in der Trockenheitstoleranz. Auch bei der Düngung sollten Verfahren und Mittel gewählt werden, die bei Trockenheit
bessere Wirkungen bringen. Hilfsmittel, die bei der Versorgung der Pflanzen ansetzen, sind Pflanzen-Stimulatoren oder -Aktivatoren.
Dieses Jahr zeigten «Goëmar-Start»
im Obstbau und «Goëmar-Multi» im
Raps während der Blüte deutliche
Unterschiede. Während den wichtigsten Wachstumsphasen werden
die Aminosäuregehalte durch das Algenfiltrat erhöht und die Pflanze hat
dadurch weniger Trockenheitsstress,
weil die Assimilationseffizenz erhöht
wird. Folgende Empfehlungen könnten in den nächsten Wochen den Kulturen helfen, die Trockenheit besser
zu überbrücken:
• Zum Knollenansatz der Kartoffeln
«Goëmar-Start» (2 x 3 l/ha)
• In Zuckerrüben, Sonnenblumen
um Assimilation zu erhöhen «Goëmar-Multi» (3 l/ha)
• Im Mais das im Süden erfolgreich
eingesetzte «Goëmar-Opti» (2 x
2.5 l/ha) um die Blütenanlage abzusichern.
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Die richtige Herbizidwahl
im Mais
Es gibt wenige Kulturen, die so sensibel
auf Unkrautkonkurrenz reagieren wie
der Mais. Eine verpatzte Jugendentwicklung kann der Mais während der
Vegetation nicht mehr aufholen. Die Jugendentwicklung hat somit einen grossen Einfluss auf die Ertragsentwicklung.
Gerade bei der Wasserknappheit in diesem Jahr sollte man darauf achten, jede
mögliche Konkurrenz von Anfang an
auszuschalten.
Die Produktvielfalt an Maisherbiziden
ist heute sehr gross, so dass für alle möglichen Unkrautsituationen eine Lösung
gefunden wird. Für den Landwirt ist es
vielfach schwierig, daraus die richtige
Wahl zu treffen. Das Ziel, den Mais
möglichst schnell und nachhaltig sauber
zu halten, wird mit einfachen Strategien
vielfach genau so gut erreicht, wie mit
Mehrfach-Cocktails.
Je nach Vorkultur (Grasmischungen)
kann es sinnvoll sein, vorgängig das Feld
mit «Roundup Max» (4 l/ha) sauber zu
machen. Bei Streifenfrässsaaten ist eine
Behandlung mit «Roundup Max» fast
zwingend. Als Basisprodukt für die Unkrautbekämpfung im Mais wird «Successor T» eingesetzt. Der grösste Vorteil
von «Successor T» ist seine lang anhaltende Wirkung gegen alle Hirsenarten,
Amaranten und Schwarzer Nachtschatten. Diese Unkräuter sorgten in der Ver-
gangenheit oft zu unerwünschten Spätverunkrautungen. Das Produkt enthält
die beiden Wirkstoffe Pethoxamid und
Terbuthylazine, die eine lange Wirkung
garantieren. «Successor T» bewährte
sich als Bodenherbizid in Mischung mit
allen möglichen Produkten.
Bei Gräserdurchwuchs oder etwas
späteren Behandlungen im Mais, hat
sich die Beimischung von «Task» sehr
gut bewährt. «Task» enthält Rimsulfuron, das gegen Raygras und Quecken
sehr gut wirkt sowie Dicamba, das Blacken, Disteln sowie Winden wegräumt.
Bei langer Trockenheit sind die Unkräuter hartnäckiger und die Zumischung
von 0.5 l/ha «Gondor» erhöht die Wirksamkeit merklich.
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Stadium Mais
Frühe Behandlungen
Auflauf
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4-Blatt
Bei Normalverunkrautung
8-Blatt
Callisto + Successor T
1 l/ha
3 l/ha
Successor T + Task
3 l/ha 300 g/ha
Die Lösung gegen Ausdauernde wie
Blacken, Quecken, etc.
Bei Trockenheit als
Wirkungsverstärker
6-Blatt
Successor T + Sitradol SC
3 l/ha
2 l/ha
Gondor
0.5 l/ha
Auf gut entwickelte
Blacken spritzen
Als Netz- und Antidriftmittel zusetzen
39
PFLANZENBAU
Nie unterschätzen
DIE KRAUTFÄULE IN KARTOFFELN trat im letzten Jahr zwar auf, aber die
Epidemie verlief weitgehend auf einem kontrollierbaren Niveau. Erfahrungsgemäss
verleitet ein tieferer Befallsdruck dazu, die Krankheit im Folgejahr zu unterschätzen.
Das darf nicht passieren, denn grundsätzlich kann die Krankheit über die ganze
Anbauperiode jederzeit auftreten.
Daniel
Strahm
Krautfäulefleck
auf der
Blattunterseite.
Die Krautfäule überwintert in der
Regel in Form von Pilzfäden auf
oder in befallenen Knollen im Lager
oder – bei milden Wintertemperaturen – in Knollen, die auf dem Feld zurückgeblieben sind. Als weitere Infektionsquellen kommen dann noch
Abfallhaufen und Oosporen (die Dauersporen des Pilzes) hinzu.
Nach Erreichen einer bestimmten
Temperatursumme nimmt die Gefahr eines Primärbefalls zu. Dies vor allem,
wenn folgende Faktoren dazu kommen:
• Latent infizierte Knollen (auch ohne
deutlich sichtbaren Knollenbefall).
• Genügend Feuchtigkeit (rel. Luftfeuchtigkeit über 90 %) und wassergesättigte Böden.
• Auch abgeschwemmte Dämme nach
heftigen Regengüssen mit freiliegenden Stolonen und Wurzeln bilden ein
zusätzliches Potenzial.
• Primärherde können im ganzen Anbaugebiet auftauchen.
• Primärstauden fallen oft in sich zusammen und werden deshalb gerne
übersehen.
• Entwicklung der Krankheit und Herdbildung im Anbau unter Flies. Sekundärbefall nach Verbreitung der Krankheit nach dem Abdecken der Felder.
• Spät gepflanzte Kartoffeln werden
auch in kleinen Stadien (bis 10 cm)
befallen. Sehr wichtig bei anfälligen
Sorten.
• Ausfallkartoffeln in anderen Kulturen.
derung. Folgendes Vorgehen reduziert
die Gefahr eines starken Befalls:
• Prognosemodelle (z.B. Phytopre) und
Warnhinweise in der Fachpresse sowie von Pflanzenschutzberatern weisen auf Erstbefall hin. Diese Informationen sind gut und daher wichtig für
den Entscheid der ersten Fungizidbehandlung. Die Unsicherheit bei allen
diesen Hinweisen besteht darin, dass
man davon ausgeht, dass alle Primär-
herde gefunden und gemeldet werden. Die Praxis zeigt, dass es immer
wieder Primärstauden gibt, die zu
spät entdeckt oder auch nicht gemeldet werden.
• Mit der ersten Behandlung nicht zu
lange warten. Behandlung spätestens
beim gegenseitigen Berühren der
Stauden in den Reihen (Faustregel).
• Die Produktwahl muss an die Anfälligkeit der Sorte angepasst sein. Bei
Fehleinschätzungen mit Folgen
Die Ungewissheit am Saisonanfang ist
wann, wo und wie heftig die Epidemie
ausbricht. Damit richtig umzugehen
und die richtigen Massnahmen zur richtigen Zeit zu treffen, ist die Herausfor40
5 2011 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
Grafik 1: Wichtige Momente bei der Krautfäulebeobachtung
Vorauflauf,
Keimung
Blatt- und
LängenStaudenKnospenBlüte
Stängelwachstum
schluss
bildung
Wachstum
Staudenhöhe 10 cm
00 – 09
10 – 19
20 – 29
30 – 39
40 – 49
50 – 59
60 – 69
Zum Saisonstart und Saisonende sind die Folgen einer Fehleinschätzung der Krautfäule gross.
Knollenfäule in einem Befallsstadium,
das optisch übersehen werden kann.
schwachanfälligen Sorten und geringem Krautfäuledruck mit Kontaktfungizid. Bei anfälligen Sorten oder erhöhtem Druck teilsystemische oder
systemische Produkte einsetzen.
Auflaufen
Staudenhöhe 5 cm
Blüte,
Beerenbildung
Vergilbung/
Abreife
70 –89
90 – 99
Grafik 2: Fungizidstrategie gegen die Kraufäule
hoch
Infektionsdruck
Spritzstart
Epoque
Fantic M,
Ridomil Gold
Frühe Hauptwachstumsphase
Acrobat, Consento,
Infinito, Revus MZ,
Tatoo C, Valbon
Hauptwachstumsphase
Daconil Combi,
Mancozeb Combi,
Zetanil Combi
Acrobat, Consento, Daconil Combi, Infinito, Mancozeb Combi,
Sereno, Revus MZ, Tattoo C, Tanos, Valbon, Zetanil Combi
Electis, Chlorothalonil, Polyram, Rover Star, Trimanoc
Amistar, Bogard, Sico, Slick gegen Alternaria
tief
Schlussspritzungen
Mapro, Ranman
Mapro, Ranman
Mapro, Ranman
Mit Taubildung neue Infektionen Mit der Taubildung ab August
verändert sich das Mikroklima in den
10 – 19
20 – 29
Kartoffelbeständen auch bei vermeintlich trockenen Witterungsverhältnissen.
Das kann genügen, dass sich die Krautfäule spät, während dem Abreifeprozess, unbemerkt einnistet. Ein zweiter
Grund kann sein, dass nach einer intensiven Krautfäulesaison aus Spargründen
die Intervalle verlängert werden, was
die oben erwähnte Problematik verschärft. Sporen der Krautfäule können in
die Knollenzone gelangen und die Qualität der Ernte extrem gefährden.
Was kann dagegen unternommen
werden, um nicht den Ertrag kurz vor
der Ernte in Frage zu stellen? Beim Festlegen der Intervalle muss die Taubildung
unbedingt berücksichtigt werden. Der
Abstand zwischen der letzten Behandlung und der Krautvernichtung ist nach
gleichen Kriterien zu beurteilen. Für die
Abschlussbehandlung geeignet sind
Produkte mit einer Wirkung gegen den
Knollenbefall (antisporulierende oder
sporentötende Produkte wie z.B. Mapro
oder Ranman). Es gibt Pflanzenschutzfirmen, die Fungizid und Krautvernichtungsprodukt kombiniert empfehlen.
Das macht bei vorhandener Krautfäule
und regnerischer Witterung bei der
Krautvernichtung absolut Sinn.
UFA-REVUE · 5 2011
30 – 39
40 – 49
50 – 59
60 – 89
90 – 99
Wahl der Fungizide Die Wahl des
Fungizides hängt von der Anfälligkeit
der Sorte, von der Witterung und dem
Epidemieverlauf ab. Das Angebot an
Produkten ist breit. Werden teilsystemische und systemische Produkte
angewendet, müssen im Sinne einer
Antiresistenzstrategie solche mit unterschiedlichen Wirkstoffgruppen angewendet werden (Grafik 2).
Neues Produkt Neben zahlreichen
bewährten Produkten bietet die Firma
Bayer ein neues Produkt an. «Infinito»
enthält neben Propamocarb-hydrochlorid den neuen Wirkstoff Fluopicolide, der einer neuen Wirkstoffgruppe
(Acylpicolide) angehört. «Infinito» wirkt
sowohl translaminar wie auch systemisch.
Der Wirkstoff greift im Pilzzyklus an
mehreren Orten ein. Das Produkt wird
von der Firma für den Einsatz ab Vegetationsmitte empfohlen. Es ist mit einer
Aufwandmenge von 1.6 l/ha zugelassen
und darf nicht mehr als viermal pro Kultur und maximal alle drei Jahre auf derselben Parzelle angewendet werden.
«Infinito» ist in der Grundwasserschutzzone S2 verboten.
Ⅵ
Autor Daniel Strahm,
fenaco Pflanzenbauberatung,
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5 · 11
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Fortsetzung
Seite 51
5 2011 · UFA-REVUE
MERKBLATT PARASITEN
NUTZTIERE
Bandwurmfinnen beim Rind
MEIST ERST DURCH FINANZIELLE ABZÜGE nach der Schlachtung wird die
Bandwurm-Problematik bei finnenbelastetem Rindvieh bemerkt. Ein Finnenbefall
verursacht hohe Verluste. Mit einer Betriebsbesichtigung durch die Bestandestierärztin
oder den Bestandestierarzt können mögliche Risiken der Parasitenübertragung identifiziert
und geeignete Massnahmen zur Vermeidung weiterer Infektionen ergriffen werden.
Der Lebenszyklus des Rinderbandwurms (Taenia saginata) mit dem
obligaten und einzigen Endwirt
Mensch umfasst ein Finnenstadium
im Zwischenwirt Rind (Grafik, folgende
Seite). Nach der Aufnahme von Wurm-
eiern aus mit Kot kontaminiertem Futter
oder Wasser entwickeln sich die Finnen
in der Muskulatur des Rindes. Der
Mensch infiziert sich durch den Verzehr
von finnenhaltigem Fleisch, das ungenügend gefroren oder erhitzt wurde.
Klinische Erscheinung Weder der
adulte Bandwurm beim Menschen noch
die Finnen beim Rind verursachen
Krankheitssymptome. Nur ein sehr starker Befall des Rindes, die sogenannt generalisierte Cysticercose, kann zu Leistungseinbussen führen. Diese kommt in
der Schweiz jedoch nur sehr selten vor.
Rinder, die von Bandwurmfinnen befallen sind, zeigen meist keine
Krankheitssymptome. Beim Verkauf als Schlachttier kann belastetes
Fleisch aber zu schmerzhaften Preisabzügen führen.
UFA-REVUE · 5 2011
43
MERKBLATT PARASITEN
NUTZTIERE
Verbreitung
und Diagnostik
Grafik: Entwicklungszyklus des
Rinderbandwurms
Gemäss Meldungen von sechs Schlachthöfen (469 317 untersuchte Schlachttiere) werden in der Schweiz bei 0.58 %
der Schlachttiere Finnen gefunden. In
einer Studie mit zufällig ausgewählten
Schlachttieren wurden mit zusätzlichem
Untersuchungsaufwand während der
Fleischkontrolle 4.5 % infizierte Tiere
entdeckt. Untersuchungen mit Bluttests
deuten auf ein Vorkommen von Bandwurmfinnen bei sogar 8 % der Schlachtkühe hin. Jüngste Untersuchungen stellten keine regionalen Unterschiede in
der Befallshäufigkeit fest.
2
1
4
3
Im Endwirt Mensch: Adulter Bandwurm
haftet mit seiner Kopfanlage mit vier
Saugnäpfen (1) im Darm. Sein Körper
besteht aus vielen 1 bis 2 cm langen
Bandwurmgliedern (2), die mit dem Stuhl
fortlaufend ausgeschieden werden. Die
darin enthaltenen, von Auge nicht sichtbaren Eier (3) werden vom Zwischenwirt
aufgenommen.
Im Zwischenwirt Rind: Nach der Aufnahme der Eier entwickelt sich der
Parasit in der Muskulatur zu Finnen (4).
Dies sind kleine (erbsengrosse), flüssigkeitsgefüllte Bläschen, in denen bereits
der Kopf des Bandwurms angelegt ist.
Wird damit befallenes Fleisch vom
Endwirt aufgenommen, beginnt der
Kreislauf aufs Neue.
Modifiziert nach Kayser et al.; Taschenlehrbuch «Medizinische Mikrobiologie»;
Thieme 2005.
Routinemässige Diagnostik am
Schlachttier Gemäss der Verord-
Verkalkte Finne,
wie sie häufig bei
Muskelschnitten
während der
Fleischkontrolle
gefunden wird.
nung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) über die Hygiene beim Schlachten (VHyS; SR
817.190.1) müssen alle Schlachtrinder
mit diversen Muskelschnitten kontrolliert werden. Falls bei einem vorgeschriebenen Muskelschnitt eine Finne
entdeckt wird, sehen die Vorschriften
ein Tiefgefrieren des gesamten Schlachttierkörpers vor (Lagerung bei 0 bis 2 °C
für einen Tag und anschliessend während fünf Tagen bei – 20 °C). Bei einem
massiven Befall wird der komplette
Schlachttierkörper als genussuntauglich
deklariert und als tierisches Nebenprodukt entsorgt. Obwohl nur 30 bis 50 %
der infizierten Schlachttiere bei der
Routine-Fleischkontrolle diagnostiziert
werden, entstehen dadurch grosse Verluste für die Tierhalter. Bei Betrieben mit
Nachweis der Rindercysticercose sind
keine seuchenpolizeilichen Massnahmen wie Meldepflicht, intensivierte
diagnostische Untersuchungen oder
zeitlich bedingte Auflagen für die
Fleischverwertung vorgeschrieben.
Diagnose am lebenden Tier Spezifische Antikörper gegen die Finnen
können in einem Bluttest nachgewiesen
werden. Solche Tests sind auf Einzeltierbasis nicht optimal, erlauben jedoch eine zuverlässige Aussage auf Bestandesebene. Etwa 70 Tage nach Beginn der
Infektion können diese Antikörper erstmals nachgewiesen werden.
44
5 2011 · UFA-REVUE
MERKBLATT PARASITEN
NUTZTIERE
Risikofaktoren und Massnahmen
In einer Fall-Kontroll-Studie wurde gezeigt, dass einige Faktoren in der Umgebung des Betriebes einen bedeutenden
Einfluss auf das Ansteckungsrisiko haben. Dazu zählen insbesondere:
• Futterflächen, die an Parkplätze, Eisenbahnlinien oder an Freizeitarealen
wie Sportplatz oder Strandbad angrenzen, oder welche in der Nähe von
Naherholungsgebieten liegen.
• «Innerbetriebliche» Faktoren wie die
Anwesenheit überdurchschnittlich
vieler Leute auf dem Betrieb (z. B. anlässlich von Festen, Besichtigungen,
«Buurezmorge», Schlafen im Stroh).
Das von grösseren Veranstaltungen auf
dem Landwirtschaftsbetrieb ausgehende Risiko wurde bisher kaum beachtet.
Bei fehlendem Kanalisationsanschluss
der Toiletten im Stall, aber auch von einer Einliegerwohnung, einem Ferienhaus oder von öffentlichen Toiletten
muss damit gerechnet werden, dass
Bandwurmglieder und -eier mit der Gülle auf die Futterflächen gelangen. Auch
das Ausbringen von fremder Gülle kann
ein Risiko darstellen.
Verteilung bis 25 m Eine Streuung
von Bandwurmeiern vom «Absetzort»
einer Stuhlprobe in einem Umkreis von
bis zu 25 m wurde beschrieben. Wiesen
mit erhöhtem Infektionsrisiko sollten
wenn möglich nicht als Weiden genutzt
werden. Im gut getrockneten und gelagerten Heu sterben die Bandwurmeier
jedoch rascher ab. Wie lange diese Eier
unter welchen Bedingungen überleben
können ist in der Tabelle zusammengefasst.
In Naherholungsgebieten
ist die Gefahr, dass
Rinder mit Bandwurmeiern kontaminiert
werden, besonders hoch.
Die Eier gelangen via
Menschenkot ins
Futter, vom Futter ins
Tier und der Mensch
wiederum steckt sich
durch finnenhaltiges
Fleisch an.
UFA-REVUE · 5 2011
Tabelle: Überlebensdauer von
Bandwurmeiern
Grundlage
Weide
Silage (Hochsilo)
Gülle
Heu (belüftet)
Zeitspanne
6 Monate
3 Monate
mindestens 2 Monate
3 bis 10 Wochen
Fallbearbeitung auf Bestandesebene Mögliche Infektionswege und
Risikofaktoren in einem betroffenen Betrieb lassen sich erkennen. Mit einem
Bluttest bei Tieren, die mindestens eine
Saison Weidegang hatten, können
wichtige Hinweise über die Infektionssituation im Bestand gewonnen werden
und es kann abgeschätzt werden, ob allfällig weitere Schlachthofmeldungen zu
erwarten sind. Eine Behandlung von im
Bluttest positiven Tieren ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht
durchführbar. Derzeit gibt es keinen
kommerziell erhältlichen Impfstoff.
Stuhluntersuchung Durch eine parasitologische Stuhluntersuchung aller
Personen, die auf dem Betrieb häufig
anwesend sind, kann versucht werden,
Bandwurmträger zu identifizieren. Resultate einer solchen Untersuchung unterliegen dem Arztgeheimnis.
Vorbeugung Folgende vorbeugende Massnahmen gegen die Kontamination mit Bandwürmern können empfohlen werden:
• Risikobehaftete Weiden und Futterflächen heuen und Heu mindestens
zehn Wochen lagern (Bandwurmeier
reagieren empfindlich auf Trockenheit).
• Für Areale wie Strandbäder oder
Picknickplätze bei der Gemeinde die
Installation einer Toilette beantragen.
• Bei Grossanlässen mobile Toilette
aufstellen und Abwasser nicht auf die
Weide ausbringen.
• Neue Angestellte (inklusive Praktikanten) auf Bandwurmbefall testen.
• Flächen möglichst nicht nutzen, die
gelegentlich durch Vorfluter oder wegen Kanalisationsüberläufen überschwemmt werden.
45
MERKBLATT PARASITEN
NUTZTIERE
Analyse auf betroffenem Betrieb
Hohes Übertragungsrisiko
Mittleres Übertragungsrisiko
Risikofaktoren wenn möglich beseitigen
Risikofaktoren wenn möglich
minimieren oder beseitigen
Geringes Übertragungsrisiko
Ebene Betrieb
Fütterung
Abwasser / Düngung
• Hausabwässer in Güllegrube.
• Stalltoilette in Güllegrube (viele
Benutzer).
• Ausbringen von Abwasser aus
weiteren Haushaltungen (Einliegerwohnung, Ferienhaus, öffentliche
Toilette usw.).
• Stalltoilette in Güllegrube (wenige
Benutzer).
• Haushalt an Kanalisation angegliedert.
• Stalltoilette an Kanalisation angeschlossen.
• Kein Ausbringen von Haushaltsabwässern.
• Ausbringen von fremder Gülle.
• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle
bis Nutzung der Weide oder
Grünfutterfläche unter acht Wochen.
• Zukauf von viel Futter.
• Lagerzeit Heu unter zehn Wochen
(nicht belüftet).
• Lagerzeit Silage unter zwölf Wochen.
• Angrenzende Bahnlinie zur Weide
oder Grünfutterfläche.
Umgebungsfaktoren
• Unbekannter Status über Abwasserentsorgung.
• Wanderwege durch Weide oder
Grünfutterfläche mit vielen Fussgängern.
• Stark frequentiertes Naherholungsgebiet.
• Weide oder Grünlandfläche geflutet
bzw. Zugang der Tiere zu Oberflächenwasser, in das Abwässer geleitet
werden.
• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle
bis Nutzung der Weide oder
Grünfutterfläche acht bis zwölf
Wochen.
• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle
bis Nutzung der Weide oder
Grünfutterfläche über zwölf Wochen.
• Zukauf von wenig Futter.
• Lagerzeit Heu über zehn Wochen
(belüftet).
• Lagerzeit Heu unter zehn Wochen
(belüftet).
• Wanderwege durch Weide oder
Grünfutterfläche mit wenigen
Fussgängern.
• Mässig besuchtes Gebiet.
• Weide oder Grünfutterfläche geflutet
beziehungsweise Zugang der Tiere zu
Oberflächenwasser (Bach, Fluss, See).
• Kein Zukauf von Futter.
• Lagerzeit Silage über zwölf Wochen.
• Isolierte Lage der Weide oder
Grünfutterfläche.
• Kein Naherholungsgebiet.
• Tiere haben nur Zugang zu Leitungswasser.
• Selten Besucher auf dem Hof.
• Gelegentlich Besucher auf dem Hof.
• Regelmässig Besucher auf dem Hof.
Impressum In loser
Folge publiziert die
UFA-Revue zusammen
mit Forschungs-, Beratungs- und Fachinstitutionen hilfreiche Merkblätter.
Autoren Med. vet.
Ramon Eichenberger
und Prof. Dr. Peter
Deplazes, Institut für
Parasitologie (IPZ),
Universität Zürich,
8057 Zürich; zusammen
mit dem Rindergesundheitsdienst (RGD),
8315 Lindau
Herausgeber
RGD/Agridea, Eschikon
28, 8315 Lindau
Fotos IPZ, UFA-Revue
Layout / Publikation
UFA-Revue
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INFO
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46
Ebene Landwirt / Familie / Personal
Parasitologische Stuhluntersuchung
aller Personen im Betrieb (Resultate
unterliegen dem Arztgeheimnis)
Parasitologische Stuhluntersuchung
aller Personen im Betrieb (Resultate
unterliegen dem Arztgeheimnis)
Parasitologische Stuhluntersuchung
aller Personen im Betrieb (Resultate
unterliegen dem Arztgeheimnis)
• Positives Ergebnis aus drei Proben
(Tag 1, 3 oder 5)
➠ Medizinische Behandlung durch
den Hausarzt.
• Negatives Ergebnis von drei Proben.
➠ Bei bestehendem Verdacht einer
Bandwurminfektion Untersuchung
wiederholen.
• Negatives Ergebnis von drei Proben.
➠ Wahrscheinlich keine betriebseigene Quelle.
Serologie von Tieren, die mindestens
eine Saison Weidegang hatten
Serologie von Tieren, die mindestens
eine Saison Weidegang hatten
Serologie von Tieren, die mindestens
eine Saison Weidegang hatten
(Achtung: Antikörper gegen Finnen
sind erst durchschnittlich 70 Tage nach
Infektion nachweisbar.)
(Achtung: Antikörper gegen Finnen
sind erst durchschnittlich 70 Tage nach
Infektion nachweisbar.)
(Achtung: Antikörper gegen Finnen
sind erst durchschnittlich 70 Tage nach
Infektion nachweisbar)
• Viele Tiere seropositiv.
➠ Bestandesproblem: Weitere
Schlachthofmeldungen sind zu
erwarten.
• Einige Tiere seropositiv.
➠ Möglicherweise «eingeschlepptes»
Problem, weitere Schlachthofmeldungen sind möglich.
• Keine Tiere seropositiv.
➠ Kein Bestandesproblem ersichtlich.
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PFLANZENBAU
Technik der Unkrautregulierung
DIE MECHANISCHE BEKÄMPFUNG gegen Unkräuter nimmt stetig zu.
Der steigende Druck auf die Pflanzenschutzprodukte und die Zunahme der biologischen
Anbauflächen führen dazu, dass immer effizientere Maschinen für die Unkrautregulierung
entwickelt werden. Genau gleich wie bei der chemischen Bekämpfung werden
auch die Maschinen nicht in jedem beliebigen Kultur- oder Unkrautstadium eingesetzt.
Die traditionellen Hackgeräte, für
deren Handhabung eine Person
notwendig ist, haben den Beweis
schon lange erbracht, dass sie bei
der Unkrautbekämpfung zwischen den
Reihen wirksam sind. Gegenwärtig werden diese Maschinen von den Herstellern stark verbessert, damit das Hacken
mit nur einer Person möglich ist, die Geschwindigkeit gesteigert und genauer
gearbeitet werden kann, um Schäden an
den Kulturen zu vermeiden. Genau wie
bei der chemischen hängt auch bei der
mechanischen Bekämpfung der Erfolg
vom Unkrautstadium ab. Die Verwurzelung ist ausschlaggebend für die Emp-
48
findlichkeit und je tiefer und strapazierfähiger die Wurzeln sind, desto intensiver muss der Hackvorgang erfolgen. Besonders wichtig ist dies bei der
Unkrautbekämpfung in der Reihe. Bei
Mais oder Zuckerrüben bildet die Bearbeitung mit der Gänsefusshacke oder
Garezinken zwischen den Reihen kein
Problem.
Der Striegel ist eine einfache und
vielfältig einsetzbare Maschine, die bei
verschiedenen Kulturen verwendet
werden kann. Die Wirksamkeit des
Striegels ist ein Kompromiss zwischen
Bekämpfung und Schutz der Kultur.
Wird der Striegel zu aggressiv eingesetzt, entstehen Schäden an der Kultur.
Die Intensität der Unkrautregulierung
hängt ab von der Bearbeitungstiefe, der
Neigung der Zinken sowie der Arbeitsgeschwindigkeit. Die Unkrautbekämpfung ist dann erfolgreich, wenn sie auf
feinkrümeligem und gut nivelliertem
Boden erfolgt. Der Striegel sollte bei
trockener Witterung, in den späten
Morgen- oder frühen Nachmittagsstunden eingesetzt werden, damit die ausgerissenen Unkräuter möglichst abtrocknen. Bei einer zu späten
Unkrautregulierung und bei schlecht
vorbereitetem Boden können beim
5 2011 · UFA-REVUE
PFLANZENBAU
Trennen und bei der Wirksamkeit des
Striegels Probleme entstehen.
Die Unkrautregulierung mit dem
Striegel ist bereits vor dem Auflaufen
bestimmter Kulturen möglich. Wenn
zwischen der Bodenvorbereitung und
der Aussaat ein Abstand von zehn Tagen
eingehalten wird, erfolgt das Auflaufen
der Unkräuter und der Kultur versetzt,
wodurch ein Striegeldurchlauf vor dem
Auflaufen der Kultur möglich ist. Dennoch setzt auch diese Bekämpfungsstrategie eine genaue Einstellung der Arbeitstiefe des Striegels und die richtige
Saattiefe voraus. Ziel ist, die Unkräuter
herauszuziehen ohne der Kultur Schaden zuzufügen. Die Umsetzung dieser
Massnahme erfordert Fingerspitzengefühl und je flacher ausgesät wurde, desto grösser sind die Risiken für die Kultur.
Tabelle: Der Hackstriegel ist ein vielseitig einsetzbares Gerät. Nachfolgend eine Übersicht
über die Besonderheiten dieser Maschinen für unterschiedliche Kulturen.
Kulturen
Blind striegeln
Striegeln im frühen Nachlauf
Bemerkungen
Wintergetreide
Einsatz möglich:
• Einsatz mit geringer Tiefe und
wenig Druck auf den Zinken
• Einsatz heikel
• in der Schweiz selten
angewendet
Einsatz: Ab Keimung der
Unkräuter, sofern das Getreide
gut im Boden eingewurzelt und
die Parzelle befahrbar ist.
Kultur fürs Striegeln geeignet,
wenn sie gut im Boden
verwurzelt ist.
Die Hackmaschine ist jenes Gerät,
das in Bezug auf die Einsatzwerkzeuge
am meisten Möglichkeiten bietet. Sie
kann mit verschiedenen Typen von
Scharen und Einzelsternen ausgerüstet
werden. Bei Reihenkulturen ermöglichen diese Elemente Hackdurchgänge,
Unkrautbekämpfung, eine Bekämpfung
grösserer Unkräuter und das Anhäufeln.
Der Schartyp und dessen Anzahl kann
je nach Stadium den Grad der Verunkrautung auf der Parzelle beeinflussen.
Im Allgemeinen gilt, dass flache und
breite Scharen in einer Tiefe von 3 cm
arbeiten, während die anderen ScharenEin letzter Hackdurchgang muss
unmittelbar vor dem Reihenschluss
erfolgen.
Bild: agrarfoto.com
UFA-REVUE · 5 2011
Kulturparzellen befahren, wenn
sie frostfrei sind.
Empfindlicheres Sommergetreide nicht bedecken und
sorgfältiger befahren.
Bei Labkraut später Einsatz:
Aufgerichtete Kultur mit Striegel
kämmen
Mais
Empfohlen bei exakter Saattiefe.
Bei gleichbleibender Saattiefe
säen.
Ackerbohne
Striegeln um die Mittagszeit,
wenn sich die Pflanze problemlos biegt.
Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium
und wenn die Verwurzelung
genügend ist; bis zu einer Höhe
von 25 cm (6 – 10 Blätter)
Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium bis
zu einer Höhe von 30 cm.
Erbsen
Ab dem 4 – 5-Blattstadium bis
zur Rankenbildung.
Lupinen
Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium bis
zu einer Höhe von 30 cm.
Ab dem 4 – 5-Blattstadium bis zu
einer Höhe von 30 cm.
Die Sternhacke besteht aus zwei
Reihen mit Hacksternen, die jede über
ein eigenes Druckreguliersystem verfügt. Diese Systeme sind notwendig, damit eine einheitliche Arbeitstiefe über
die gesamte Gerätebreite gewährleistet
ist. Im Vergleich zum Hackstriegel ist die
Sternhacke weitaus einfacher einzustellen. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind
die Arbeitstiefe und die Schnelligkeit
des Traktors. Sofern die Kulturen gut
eingewurzelt sind und das Unkrautstadium nicht zu weit fortgeschritten ist,
entstehen beim Durchgang mit der
Sternhacke im Allgemeinen keine Probleme.
Saatmenge um 10 % erhöhen.
Einsatzperiode: vom 3-Blattstadium bis zum Schossen
(Höhe von 30 bis 50 cm).
Sorgfältig fahren mit schwachem
Zinkendruck.
Vorsicht bei geringer Saattiefe;
die Kultur muss den Boden rasch
bedecken.
Bei Kulturen, die den Boden
nicht bedecken, ist das Risiko
einer späten Verunkrautung
gross.
Soja
Kartoffeln
Einebnen der Dämme!
Höhe von 8 bis 20 cm.
Zuckerrüben Nein
Zwisch. den 2- und 6-Blattstadien. Positive Wirkung auf den Boden
Raps
Ab 4-Blattstadium bis zum
Rosettenstadium im Frühling.
Vorsicht, Verletzungsgefahr
Sobald die Parzelle befahrbar ist.
Zum Einebnen der Maulwurfshügel, zur Lockerung der Wiese,
zur Verteilung von Mist und Gülle.
Nein, Saattiefe ungenügend
Wiese
Quelle: Sammelmappe für Maschinenwesen des SRVA
typen bis in eine Arbeitstiefe von 6 cm
reichen. Die Einzelsterne kommen oberflächiger zum Einsatz und ihre Wirksamkeit hängt von der Neigung der Reihe
und der Traktorgeschwindigkeit ab. Ist
die Kultur bereits gut entwickelt, kann
durch das Bedecken der Reihe mit Erde
das Auflaufen des Unkrauts verzögert
werden.
Im frühen Nachlauf der Kultur
und wenn die Reihen gut sichtbar sind,
können die wirksamsten Werkzeuge für
die Unkrautbekämpfung eingesetzt
werden. Ausser den Eigenschaften, welche die Werkzeuge zur Unkrautbekämpfung aufweisen, ist ein Schutzblech gegen die Verschüttung der Kultur
notwendig. Wie bei der chemischen Bekämpfung ist auch hier eine möglichst
rasche Kulturentwicklung wichtig, damit die Bodendeckung ausreicht und
das Unkrautwachstum aufgrund des
fehlenden Lichts eingeschränkt werden
kann. Die mechanische Unkrautregulierung sollte die Kulturentwicklung nicht
behindern. Damit die Reihen nicht verschüttet werden, ist im Jungstadium das
Anbringen eines Ablenkblechs empfehlenswert.
Das richtige Stadium Für die Unkrautregulierung muss bei der Wahl des
Geräts genau gleich wie bei der Wahl
der chemischen Produkte das Stadium
der Kultur und der Unkräuter berücksichtigt werden. Hackstriegel und Hacke
können eingesetzt werden, solange die
Kulturentwicklung noch nicht zu weit
fortgeschritten ist, da Jungpflanzen die
Durchgänge mit den Hacken und Hacksternen besser überstehen. Wird oberflächlich und mit einer der Saat angepassten Tiefe gearbeitet, ist eine
Bearbeitung auch vor dem Auflaufen
der Kultur möglich. Nach dem Auflaufen muss jedoch zugewartet werden, bis
– je nach Kultur – das 3- oder 4-Blatt49
PFLANZENBAU
punkt wie das Auflaufen der Kultur erfolgt. Ist eine mechanische Unkrautregulierung geplant, muss die Saatdichte
um rund zehn Prozent erhöht werden,
damit die durch das Ausreissen erzeugten Verluste kompensiert werden
können. Weiter wird empfohlen, die
Saatlinien zu bearbeiten, damit die Verwurzelung der Anbaukultur im Vergleich zu den Unkräutern gefördert
wird. Wird bei der Sortenwahl auf eine
breite Wuchsform geachtet, wird eine
raschere Bodendeckung erreicht und
der Unkrautdruck wirksam reduziert.
Eine Kombination zwischen mechanischer und chemischer Bekämpfung
ist möglich. Mit dieser Methode kann
die Menge der ausgebrachten Herbizide
pro Hektare herabgesetzt werden. Wird
sie in Betracht gezogen, muss diese Variante bei der Planung der Unkrautbekämpfungsstrategie berücksichtigt werden. Die Bodenbearbeitung zwischen
den Reihen führt immer wieder zum
Auflaufen neuer Unkräuter und zerstört
die Decke mit dem restlichen Herbizid.
Der letzte Durchgang muss somit immer
gleich vor dem Reihenschluss erfolgen,
damit das Auflaufen neuer Unkräuter
möglichst wirksam eingedämmt werden
kann.
Das Kulturstadium ist
ein wichtiger Faktor
bei der mechanischen
Unkrautregulierung.
Bild: agrarfoto.com
Mit angepasster
Geschwindigkeit und
richtig eingestelltem
Hackgerät ist ein
leichtes Anhäufeln
möglich.
stadium erreicht ist, um das Unkraut mit
der Hacke oder dem Hackstern in der
Reihe zu bekämpfen. Beim Getreide
kann die Unkrautregulierung bis zum
Schossen erfolgen. Raps wird bis zum
Rosettenstadium und Zuckerrüben bis
zum 6-Blattstadium mit dem Striegel
bearbeitet. Bei Mais, Ackerbohnen, Lupinen und Soja kann ein Striegeleinsatz
bis zu einer Pflanzenhöhe von 25 bis
30 cm erfolgen, bei Erbsen bis unmittelbar vor der Rankenbildung.
Die klimatischen Bedingungen
und die Bodenbeschaffenheit beeinflussen den Erfolg der mechanischen Unkrautregulierung in hohem Masse. Der
Boden sollte wieder abgetrocknet sein
und es sollten trockene Wetterbedingungen herrschen. Auf feuchten Böden
besteht das Risiko, dass die Kulturpflan50
zen ausgerissen werden, zudem können
die ausgerissenen Unkräuter auf feuchtem Boden erneut wurzeln. Daher empfiehlt sich, die Unkrautbekämpfung am
späten Morgen oder frühen Nachmittag
vorzunehmen. In jedem Fall ist es ausserordentlich wichtig, die Werkzeuge
genau einzustellen, damit an den Kulturen keine Schäden entstehen.
Die mechanische Unkrautbekämpfung kann mit entsprechenden Anbaumassnahmen verbessert werden. Das
Anlegen von falschen Saatbeeten vor
der Aussaat bietet die Möglichkeit, den
Unkrautdruck massgeblich zu reduzieren, sofern die Erde bei der Saat nicht zu
stark umgegraben wurde. Eine Zeitdauer von 10 bis 15 Tagen zwischen der
Vorbereitung des Saatbeetes und der
Aussaat führt dazu, dass das Auflaufen
der Unkräuter nicht zum gleichen Zeit-
Fazit Heute sind auf dem Markt zahlreiche Geräte erhältlich. Ihre Wirksamkeit ist massgeblich von den klimatischen Bedingungen, dem Kulturstadium
und der Person, welche diese Maschinen bedient, sowie deren Fingerspitzengefühl abhängig. Bei der mechanischen
Unkrautregulierung erleichtert eine leistungsstarke Technologie die Handhabung der Geräte massgeblich. Die Konstrukteure arbeiten bereits an der
nächsten Stufe, bei der die Maschinen
die Pflanzen erkennen und somit noch
gezielter und genauer eingesetzt werden können. Die Entwicklung geht gar
noch weiter hin zu Robotern, die in der
Lage sein sollen, selbstständig Unkräuter zu hacken oder auszureissen.
Ⅵ
Autor Gaël Monnerat, UFA Revue,
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Fortsetzung
Seite 60
51
BIO-SEITE
Warum im Ausland abkupfern, was
die Schweiz schon lange hat?
BEGRIFFE WIE «TIERGESUNDHEITSPLAN» UND «GESUNDHEITSPASS» sind
in der Tierproduktion in aller Munde. Da solche Konzepte den Fokus auf die Gesundheit statt die Behandlung legen, sind sie für Bio-Betriebe besonders interessant.
Jenny
Markov
In Grossbritannien und Dänemark
wird zur Verbesserung der Tiergesundheit der Einsatz von Tiergesundheitsplänen (TGP) probiert und
auch in Deutschland und Österreich
werden derartige Pläne entwickelt.
Datengrundlage und Akzeptanz
Gesundheitspläne umfassen
alle Aspekte der
Tierhaltung.
Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber,
dass oft die Datengrundlage auf den Betrieben nicht ausreicht, um einen TGP
zu erstellen. Dazu kommt, dass die Akzeptanz und damit die Umsetzung der
Massnahmen auf den Betrieben sehr
unterschiedlich ist. Im Schlussbericht
«Umsetzung eines Tiergesundheitsplanes unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer Gesichtspunkte auf ökologisch wirtschaftenden Ferkelerzeugerbetrieben» (Universität Kassel, 2008)
wird ein TGP vorgestellt, seine Effizienz
auf den 20 beteiligten Betrieben konnte
aber aufgrund der oben genannten Probleme nicht abschliessend beurteilt
werden. In einer Umfrage zur Akzeptanz
der TGP stellten das Institut für ökologischen Landbau und der Bioland Bundesverband in Deutschland fest, dass
ein Bedarf und Interesse bei den Landwirten besteht. Für die Umsetzung stehen dabei jedoch die individuelle Anpassung an den eigenen Betrieb und die
einfache Handhabung im Vordergrund.
Umgekehrt werden weitere Kontrollen
und zusätzliche Schreibarbeit befürchtet.
Analyse Ist-Zustand Ein Gesundheitsplan entsteht in mehreren Schritten. Es beginnt mit der Feststellung der
aktuellen Situation: Hygiene, Management, Stallbau, Fütterung, Gesundheit,
Prophylaxe und Medikamenteneinsatz.
52
Dazu wird ein Betriebsrundgang gemacht. Zur realistischen Beurteilung
sind aber zusätzliche Daten notwendig
(Reproduktionswerte, Schlachtauswertungen, Behandlungsjournal, Laborresultate). Je besser die Datengrundlage,
umso genauer können die Ziele festgelegt werden (beispielsweise eine Senkung der Ferkelverluste unter 15 %).
Entsprechend werden Massnahmen formuliert, um diese Ziele zu erreichen, am
besten in Zusammenarbeit mit der Bestandestierärztin und allen weiteren Beratern, die auf dem Betrieb tätig sind.
Der TGP wird anschliessend in regelmässigen Abständen überprüft und gegebenenfalls werden neue Massnahmen
oder auch höher gesteckte Ziele festgelegt.
Gesundheitsplanung mit SGD
Die Schweizer Schweineproduzenten
sind ihren ausländischen Kollegen voraus und haben bereits 1965 den
Schweinegesundheitsdienst (SGD) ins
Leben gerufen. Heute bietet der SGD
seinen Mitgliedern ein Gesundheitsmonitoring, das alle wichtigen Punkte eines
Tiergesundheitsplans abdeckt. Die Betriebe werden jährlich besucht, was
dem Wunsch der Landwirte nach nicht
zu vielen Kontrollen entspricht. Zusätzliche Besuche werden je nach Bedürfnis
und Betriebssituation vereinbart und die
SGD-Tierärzte stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung.
freiheit sind SGD-A Betriebe unauffällig
für Räude, Läuse und Rhinitis atrophicans.). Die aktuelle Gesundheitssituation und der Einsatz von Impfungen und
Medikamenten werden auf dem Besuchsprotokoll systematisch festgehalten (insgesamt 34 beurteilte Punkte).
Abschliessend werden individuelle
Empfehlungen oder verbindliche Massnahmen formuliert. Laboruntersuchungen werden im Bedarfsfall bis zu einem
definierten Guthaben übernommen und
die Resultate in enger Zusammenarbeit
mit dem Bestandestierarzt analysiert.
Der Betriebsleiter kann zudem all diese
Informationen zu seinem Betrieb auf
dem Internetportal für seinen Tierarzt
oder Vermarkter freischalten. Die gute
Zusammenarbeit mit Futtermittelberatern, Vermarktern, Tierärzten, Labors
und Behörden ist ein wichtiger
Stützpfeiler des SGD-Gesundheitsprogramms. Durch die Übersicht über die
Mehrheit der Betriebe in der Schweiz
entsteht ein grosser Erfahrungsschatz
und neuartige Erkrankungen können
rasch entdeckt werden.
Mit Bio vertraut
Obwohl der SGD
nicht auf Bio-Betriebe beschränkt ist,
Besuchsprotokoll, Tipps und
Massnahmen Die Richtlinien des
SGD legen die Grundanforderung an
Management (Tierverkehr, Reinigung,
Hygiene, Schädlingsbekämpfung) und
Gesundheit fest (zusätzlich zur Seuchen5 2011 · UFA-REVUE
BIO-SEITE
sind die SGD-Berater selbstverständlich
auch mit den speziellen Anforderungen
auf Bio-Betrieben vertraut und berücksichtigen diese beim Ausarbeiten von
Empfehlungen und Massnahmen. Dazu
kommt, dass die Ziele des SGD wie die
Gesunderhaltung der Tiere, die Senkung
des Antibiotikaverbrauchs und der
Schwerpunkt Management- und Prophylaxemassnahmen weitgehend mit
den Zielen der biologischen Tierproduktion übereinstimmen. IP-Suisse macht
sich für das Gesundheitsmanagement
die Dienstleistungen des SGD zu Nutze,
die Betriebe sind verpflichtet auf Niveau
des Status SGD-A zu produzieren. Auch
die Mehrheit der Bio-Zuchtbetriebe ist
dem SGD angeschlossen, die Nutzung der Dienstleistungen ist allerdings sehr unterschiedlich. Von
den Bio-Mastbetrieben ist nur ein
kleinerer Teil Mitglied beim SGD.
Spezifische
KURZMELDUNGEN
Bio-Markt wächst
TGP im Rahmen des normalen SGD-Besuchs. Auf Anfrage bietet der SGD auch
eine intensivere Bestandesbetreuung
für Einzelbetriebe oder die individuelle
Betreuung von Produktionsringen an, je
nach Bedürfnis und Aufwand zu unterschiedlichen Preisen. Für die Umsetzung des TGP bleibt aber am Ende jeder
selbst verantwortlich.
Ⅵ
Bio-Lebensmittel sind bei Herr und Frau
Schweizer gefragt, wie die Verkaufszahlen 2010 zeigen. Gemäss Bio-Suisse hat
der Absatz trotz Wirtschafts- und
Finanzkrise – wie in den Vorjahren –
zulegen können. Der Umsatz mit
landwirtschaftlichen Bio-Produkten ist
um 6.1 % auf 1.6 Mia. Fr. angestiegen.
2010 gab eine Person in der Schweiz
durchschnittlich 211 Fr. für Bio-Lebensmittel aus. Der Bio-Anteil am gesamten
Lebensmittelmarkt beläuft sich mittlerweile auf 5.7 %. Das Geschäft mit BioProdukten läuft derzeit so gut, dass die
Nachfrage – wie etwa beim Getreide –
längst nicht mehr gedeckt werden kann.
Immer mehr Bio-Produkte müssen
importiert werden. Damit angesichts des
wachsenden Marktes nicht noch mehr
Terrain ans Ausland verloren geht, sucht
Bio-Suisse Landwirte, die auf Bio
umstellen wollen – mit Erfolg. Bis
Anfang dieses Jahres haben sich 173
Bauernbetriebe zur Umstellung
angemeldet. Gegenüber 2010 entspricht
dies einer Verdoppelung.
Lösungen
Wer Interesse an einer genaueren Gesundheitsplanung hat, setzt sich am besten mit seinem SGD-Berater in
Verbindung und bespricht die Möglichkeiten für seinen Betrieb. Eine gute Datengrundlage
(Betriebsauswertung)
und allenfalls gemeinsame Rundgänge
zusammen mit der Bestandestierärztin
und dem Zucht- oder Fütterungsberater
ermöglichen die Ausarbeitung eines
Urs Brändli folgt auf Regina
Fuhrer
An der Bio-Suisse-Delegiertenversammlung vom 20. April ist der Bio-Landwirt
Urs Brändli aus Goldingen (SG) zum
Nachfolger der langjahrigen Präsidentin
Regina Fuhrer gewählt worden. Neu in
den Vorstand gewahlt wurde auch
Claudia Lazzarini, Bio-Bäuerin und
Juristin aus Le Prese (GR). An der Frühjahresversammlung stimmten die
Delegierten der Verbesserung des BioRegelwerkes zu und sprachen sich für
zusätzliche Biodiversitätsrichtlinien aus.
Neues Schneckenkorn für
grossflächigen Einsatz
Ein Tiergesundheitsplan muss
individuell auf die Gegebenheiten und
Bedürfnisse des Betriebs abgestimmt
werden. Eine gute Datengrundlage
mit vollständigen und detaillierten
Aufzeichnungen ist die Basis dazu.
Autorin Dr. med. vet. Jenny Markov,
Schweinegesundheitsdienst (SGD),
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UFA-REVUE · 5 2011
5 · 11
Zur grossflächigen Schneckenregulierung
steht mit «Sluxx» ein neues Korn zur
Verfügung, wie das Forschungsinstitut
für biologischen Landbau mitteilt. Mit
7 kg/ha liegt die empfohlene Dosierung
für alle Kulturen tief. Neben der
kleineren Korngrösse liegt dies daran,
dass der Wirkstoff bei «Sluxx» in höherer
Konzentration vorhanden ist. Während
«Sluxx» gemäss Bio-Verordnung in allen
Kulturen erlaubt ist, bleibt der Einsatz
für Bio-Suisse-Betriebe auf Sonnenblumen, Zucker-, Futterrüben und Raps
sowie auf die ersten 14 Tage nach dem
Auflaufen der Kultur beschränkt. Für
eine gute Wirkung soll «Sluxx» sofort
gestreut werden, sobald man Schäden
durch Ackerschnecken entdeckt. Zur
Bekämpfung von Wegschnecken genügt
eine Randbehandlung. «Sluxx» ist in
Ihrer LANDI erhältlich.
53
KURZMELDUNGEN
NUTZTIERE
Ziegen nur einmal melken?
BVD: Gealpte
Tiere beobachten
Während der Sömmerung ist die
Gefahr besonders gross, dass Rinder mit Bovine Virus Diarrhoe
(BVD) angesteckt werden. Auf
grossen Alpen werden 2011 darum zusätzliche Tests durchgeführt. Ein Teil der jungen Tiere,
die noch nie mit BVD in Kontakt
kamen, wird vor und nach der
Sömmerung beprobt. Weisen diese Tiere Antikörper auf, sind sie
während der Sömmerung mit
BVD in Berührung gekommen.
Das heisst, es befand sich trotz aller Tests ein infiziertes Tier auf der
Alp. In einem solchen Fall werden
alle trächtigen Kühe, die den
Ziegen, die in der Spätlaktation pro
Tag nur noch einmal gemolken
werden, geben unabhängig von der
Fütterungsstrategie rund
20%
weniger
Milch als mit
zweimaligem
Melken. Das
ergab eine Studie der französischen Forschungsanstalt
Inra mit 40 Alpen- und Saanenziegen.
Dem
Nachteil der geringeren Milchmenge steht
die Einsparung von Arbeitszeit und
Futter gegenüber. Die Futteraufnahme war bei einmaligem Melken
mit ad-libitum-Fütterung um 12%
und bei individueller Fütterung
aufgrund des Gewichts und der
Milchleistung gar um 28% geringer.
Die Zellzahl der Milch wurde durch
die unterschiedlichen Melkfrequenzen nicht beeinflusst. Gemessen am Verhalten und am Cortisolspiegel schien das Wohlergehen
der Tiere durch einmaliges Melken
nicht negativ beeinflusst zu sein,
schreiben die Wissenschaftler.
Flüssig oder trocken?
Magenwurmprobleme: Einfluss des Absetzalters
Welches Licht für Hennen?
Die Flüssigfütterung laktierender
Sauen kann Vorteile bringen, wie
ein Versuch in Haus Düsse (D) gezeigt hat. Verglichen wurde eine
Spot-Mix Flüssigfütterung (zwei Abläufe) mit einer Spot-Mix Trockenfütterung (ein Ablauf). Total wurden
610 Würfe ausgewertet. Während
der 24-tägigen Säugezeit verloren
Sauen mit Flüssigfütterung 21.8 kg
Gewicht, jene mit Trockenfütterung
27.9 kg, also 2.6% weniger.
Video statt Eber
Sommer auf der gleichen Alp verbracht haben, bis zum Abkalben
gesperrt und die Veterinärdienste
versuchen, das für die Ansteckung verantwortliche Tier zu finden. Gealpte Tiere müssen gut
beobachtet
werden.
Bei
Schwachheit, Aborten oder
Fruchtbarkeitsproblemen gehört
auch BVD zu den möglichen Auslösefaktoren.
Für das Jahr 2012 wird eine gezielte BVD-Überwachung durch
die Kontrolle von Tankmilch und
durch die Beprobung von Jungrindern geprüft. Sollte das System
seine Wirksamkeit beweisen,
werden die Rindertests aufgehoben. BVET
Tagesaktuelle Neuigkeiten
www.ufarevue.ch
54
Um Sauen zur Besamung zu stimulieren, braucht es nicht zwingend einen Eber. Auch das Abspielen einer
DVD mit einem agilen Eber kann
helfen. Laut von der «SUS» zitierter
Praxiserfahrungen ist ein träger Eber
vor den Sauen nicht so wirksam wie
ein agiler Eber auf Video.
10 Jahre
Lineare Beschreibung
Seit zehn Jahren werden Schweine
in der Schweiz von der Suisag linear
beschrieben und die gewonnenen
Werte in die BLUP-Zuchtwertschätzung integriert. Obwohl die Produktionsleistungen laufend zunehmen,
blieben die Fundamentsmerkmale
konstant. Die Anzahl Zitzen steigt
laufend und hält so mit der Ferkelzahl Schritt. Aktuell haben Edelschwein-Sauen
durchschnittlich
15.1 und Schweizer-Landrasse-Sauen 15 Zitzen.
Der Haemonchus contortus, auf
Deutsch «Roter Magenwurm», führt
in der Schaf- und Ziegenhaltung zu
bedeutenden wirtschaftlichen Verlusten. An der deutschen Georg August Universität wurde untersucht,
wie sich künstlich mit dieser Nematode infizierte Lämmer entwickeln.
Demnach scheint das Absetzalter
(mit 6, 13 oder 21 Wochen) den
Grad der Infektion nicht zu beeinflussen. Allerdings zeigten Lämmer,
die mit sechs Wochen abgesetzt
wurden, den grössten Blutverlust.
Die höchsten täglichen Gewichtszunahmen wurden bei einem Absetzalter von 13 Wochen gemessen. Auf
die Vokalisation und Ruhelosigkeit
der Lämmer hatte die MagenwurmInfektion keinen Einfluss.
Hennen, die unter rotem Licht gehalten werden, sind weniger aggressiv (Hacken und Schmerzschreie) als
jene unter weissem Licht. Zudem
beginnen sie früher mit Legen als
Kolleginnen unter grünem oder
weissem Licht. Das zeigt eine Diplomarbeit an der Schweizerischen
Hochschule für Landwirtschaft
(SHL). Auf den Futterverbrauch und
die Gewichtszunahme hatten die
verschiedenen Lichtfarben während
des Versuchs keinen Einfluss.
Zecken an Tieren
Die Zeckensaison dauert normalerweise von März bis Oktober. Wie
beim Menschen sollen Zecken auch
an Tieren möglichst rasch entfernt
werden, um Erkrankungen zu verhindern. Am besten wird die Zecke
mit einer Pinzette oder Zeckenzange zwischen Kopf und Haut ergriffen
und gerade herausgezogen. Bleibt
ein Teil der Zecke im Fleisch, kann
es zu Entzündungen kommen.
Mehr Fleisch verspiesen
In der Schweiz wurden im Jahr 2010
insgesamt 3.3% mehr Fleisch konsumiert als 2009. Der Pro-KopfKonsum stieg von 52.4 auf 53.6 kg
(+2.3%). Am meisten zugelegt hat –
wegen verstärkter Absatzaktivitäten
und tieferer Verkaufspreise – das
Schweinefleisch (+3.9%), gefolgt
von Geflügel- (+3%) und Rindfleisch
(+2.9%).
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mit rasch verfügbarer Energie sowie
mit Aufbau- und Schutzstoffen.
Das Problem
Hoher Energiebedarf in der Hochträchtigkeit.
Geringere Futteraufnahme vor dem Abferkeln.
Die Symptome
Darmverstopfung, tiefe Geburtsgewichte,
Konditionsverlust in der Säugezeit, schlechte
Milchleistung, unbefriedigende Fruchtbarkeit.
Die Lösung
Nach dem Einstallen in den Abferkelstall bis zum
Belegen: 0.5kg UFA top-pig pro Sau und Tag. Über
das Absetzen hinaus ermöglicht UFA top-pig ein
«Flushing» der Sauen, damit diese danach schnell
rauschen und grosse Würfe produzieren.
55
UNTERWEGS MIT...
EN ROUTE AVEC …
UFA-Rindviehspezialist Thierry Retornaz
Thierry Retornaz hat in Frankreich studiert und gearbeitet, bevor er 2008 in
den UFA-Beratungsdienst eingetreten
ist. Als grosser Kenner der Milchproduktion und Rindviehmast begleitet er mit
Engagement und Professionalität die
Betriebe seines Beratungsbereichs. Heute nimmt er uns mit auf den Betrieb
Longchamp-Nicod in Malapalud in der
Region Echallens.
Kräfte gebündelt Alexandre Longchamp und Dominique Nicod besitzen je einen
Milchproduktionsbetrieb. In
ihren alten Stallgebäuden
waren sie platzmässig an
Grenzen gekommen. Es
standen hohe Investitionen und viele Renovationen an. Beide Betriebsleiter sahen sich ähnlichen
Herausforderungen gegenüber. So tat man sich im Jahr
2003 zu einer Betriebsgemeinschaft zusammen und
baute einen Laufstall für 93
Grossvieheinheiten (GVE). Schon
früher hatte man im Maschinenbereich zusammengearbeitet. Der
Gemeinschaftsstall bietet Platz für
80 Kühe und für die abzutränkenden Kälber.
Gemolken wird ein Lieferrecht von
600 000 kg Industriemilch für Prolait. Im
neuen Stall befinden sich nur die laktierenden Kühe. Die Galtkühe sind bei einem Nachbarn untergebracht. Bis zum
Absetzen der Milch bleiben die Aufzuchttiere auf dem Betrieb, bevor sie in
die alten Stallgebäude gebracht oder in
die Vertragsaufzucht gegeben werden.
Zuchtziele Alexandre Longchamp
und Dominique Nicod streben eine
Milchviehherde mit guten funktionellen
Merkmalen im Bereich der Fruchtbarkeit und Langlebigkeit an, um die Auf-
zuchtkosten auf mehrere Laktation verteilen zu können. Aktuell gibt eine Kuh
auf dem Betrieb 8000 kg Milch pro Laktation mit 4.27 % Fett und 3.35 % Eiweiss. Der Anteil erstlaktierender Kühe
beläuft sich auf einen Drittel.
Die Teilnahme an Ausstellungen hat
für die Betriebsleiter nicht höchste Priorität. Aber wenn eine Kuh an solchen
Anlässen gute Resultate erzielt, wird
dies mit Freude zur Kenntnis genommen. Besonders stark abgeschnitten hat
die Stadel-Tochter Unika (Jahrgang
2002) an der kantonalen Ausstellung in
Grange-Verney. Entsprechend wird sie
geschätzt.
Alexandre und Dominique haben ein
Besamungsregime entwickelt, mit dem
für sie eine optimale Wertschöpfung erzielt wird. Alle guten Zuchttiere werden
mit vielversprechenden Red-HolsteinStieren besamt, der Rest mit Fleischrassen-Stieren. Sämtliche Mastkälber wer-
Herdenmanagement Die
grosse Milchviehherde stellt hohe Anforderungen ans
Management.
Laufstall (2003) und Herde der Betriebsgemeinschaft Longchamp-Nicod.
Thierry Retornaz, 25470 Les Plains-et-Grands-Essarts (Frankreich)
Familie
Geboren
verheiratet mit Anne Maire, Kinder Léa (21),
Maëlle (16), Claire (13)
15. Mai 1965
Ausbildung Agro-Techniker (1992); Berater im Milchkontrollverband Doubs und Rindviehspezialist im
UFA-Beratungsdienst Puidoux seit September 2008.
Hobbies
Pferde, Mountainbike, Markt
Motto
«Gut zuhören und dem Tierhalter helfen,
seine Ziele zu erreichen.»
56
Energie gegen Ketosegefahr
Eine erfolgreiche Startphase ist
enorm wichtig, damit die Kühe gesund bleiben, viel leisten und lange
leben. Oft weisen Milchkühe in der
Startphase eine negative Energiebilanz auf. Einerseits ist der Energiebedarf anfangs Laktation hoch, andererseits fressen die Kühe noch nicht
genug. Es mangelt an Glukose (Blutzucker). Im Blut reichern sich Ketonkörper
an und belasten Stoffwechsel und Leber.
Zusätzlich verschlechtern Ketonkörper
die Fresslust und die Fruchtbarkeit.
Kein Einschüttstress Zur Verminderung der Ketosegefahr bei Kalberkühen eignen sich UFA-Ketonex und UFA5 2011 · UFA-REVUE
den direkt an einen Rindviehmäster in
der Region verkauft. Verkauft werden
pro Jahr auch sieben bis acht erstlaktierende Zuchtkühe.
Effiziente und wirtschaftliche
Fütterung Die Kühe erhalten täglich eine Mischration, die Maissilage,
Grassilage, Emd, Kartoffeln, Rapsstroh,
Puffersubstanz und den Mineralstoff
UFA 1115 enthält. Dazu steht den Tieren ad libitum eine Heuballe zur Verfügung (Futterraufe im Laufhof) und während der Vegetationsperiode haben sie
freien Zugang zur Weide. Die Ergänzungsfütterung erfolgt über zwei Kraftfutterstationen mit dem Eiweisskonzentrat UFA 249 (39 % RP) und dem
Milchleistungsfutter UFA 244-8. Um die
Ketosegefahr zu minimieren, setzt der
Betrieb Longchamp-Nicod im ersten
Monat nach dem Abkalben 500 g UFAKetonex pro Kuh und Tag ein.
Gute Zusammenarbeit Der Fütterungsplan im Herbst und Frühling erlaubt es, eine ausgeglichene Ration zu
erreichen und die Futtervorräte gezielt
zu managen. Über die UFAG Laboratorien, Sursee, wird das Grundfutter auf
seine Inhaltsstoffe analysiert. Die bei
Betriebsspiegel
Betriebsgemeinschaft
Alexandre Longchamp und
Dominique Nicod
Malapalud
1042 Assens
LN: 78 ha
Pflanzenbau: 12 ha Brot- und Futterweizen, 8 ha Gerste und Triticale, 12 ha
Silomais, Rest Kunst- und Naturwiesen,
Weiden
Tierhaltung: 95 – 100 Red-Holstein
Kühe, 90 Stück Nachzucht (teils in
Vertragsaufzucht), Pensionspferde
Arbeitskräfte: Alexandre, Dominique
und ihre Väter
Swissherdbook eingeschriebene Betriebsgemeinschaft nimmt an den monatlichen Milchkontrollen teil. Die Kontrollresultate werden an Thierry
Retornaz übermittelt, der die Herdenleistung analysiert und Änderungen je
nach Handlungsbedarf beim nächsten
Betriebsbesuch oder via Telefon mitteilt.
Milchpreis Trotz den turbulenten
Zeiten in der Landwirtschaft blicken
Alexandre Longchamp und Dominique
Nicod positiv in die Zukunft. Politiker
und Landwirtschaftsgremien müssen
Lösungen finden und dabei den vielfältigen Ansprüchen an die Schweizer
Landwirtschaft Rechnung tragen. Von
den aktuellen Problemen auf dem
Milchmarkt ist die Betreibsgemeinschaft
Longchamp-Nicod direkt betroffen. Nur
wenige Rappen mehr Milchpreis pro Kilo beeinflussen das Einkommen bedeutend. Auf dem Weltmarkt zeigt der
Trend punkto Milchpreisentwicklung in
die richtige Richtung.
Alexandre Longchamp
und Dominique Nicod
haben mit UFA-Ketonex gute Erfahrungen
gemacht.
Unika (von Stadel),
Kategoriensiegerin an
der kantonalen Expo in
Grange-Verney (2008).
Ketonex EXTRA. Als Ergänzung zum üblichen Leistungsfutter dient dieses Diätfutter aus Propylenglycol und Niacin als
schneller Lieferant von Glukose und unterstützt so die Energieversorgung nach
dem Abkalben. Weil UFA-Ketonex in
Würfelform erhältlich ist, fällt das lästige
Einschütten und damit der Stress für die
Kuh und den Tierhalter weg.
UFA-REVUE · 5 2011
UFA-Ketonex
EXTRA enthält
zusätzlich Beta-Carotin, Biotin, Spurenelemente (teils organisch gebunden) und die Vitamine A, D3, E. Einsatz: Eine Woche vor dem Abkalben
anfüttern (200 bis 300 g), nicht zuwarten bis die Ketose ausgebrochen
ist. 400 bis 600 g während drei bis
sechs Wochen nach dem Abkalben.
57
LESE-FUTTER
À LIRE
Schweine entwurmen
Nicole Meyer mit Que Sera.
HYPONA 791 Wellness, aus Liebe zum Pferd
«Mit HYPONA 791 Wellness dürfen
wir auch Pferde mit geringem Nährstoffbedarf verwöhnen, ohne dass ihr
Temperament überschwappt», erklärt Nicole Meyer aus Kallern (AG),
warum sie seit der Markteinführung
auf dieses Kombi-Futter setzt. Nicole
und Jürg Meyer halten zehn eigene
Pferde und nehmen Sport- und Ausbildungspferde auf. Gras, Heu und
Stroh werden mit HYPONA 788 ergänzt. Je nach Genetik und Beanspruchung erhält ein Pferd an Stelle
von HYPONA 788 täglich 1 bis 2 kg
HYPONA 791. «So kommen alle Tiere
in den Genuss schmackhafter Ergänzungsfutter und profitieren von wertvollen Vitalstoffen», begründet Nicole Meyer. Mit 0.9 mg/kg enthält
HYPONA 791 viel Selen, das für die
Muskeln und das Immunsystem
wichtig ist. Zusätze wie Sonnenblumenkerne, Leinsaat, Kräuter, Johannisbrot, Dinkelspreu und Apfeltrester
unterstützen Stoffwechsel und Darm.
Mit seinen mehrfach ungesättigten
Fettsäuren sorgt HYPONA 791 für
glänzendes Fell und der EukalyptusZusatz ist gut für die Atmung. HYPONA-Futter ist in der LANDI erhältlich.
Zeit sparen mit VARIO
Bis 120 Kälber pro Tränkeautomat
Flexibles
Steuerungssystem
Das Steuerungskonzept ermöglicht
die flexible Nutzung vielfältiger Funktionen wie die Tränketemperatur-gesteuerte Heizungsregelung. Darüber
58
K.lit: Gut für Stallklima und Geruch
Gerade auch, wenn die
Temperaturen wieder steigen,
wird die Regulierung des
Stallklimas zum Erfolgsfaktor in
der Tierhaltung. Das Streumittel
K.lit bindet Wasser, Ammoniak
und schlechten Geruch
wirkungsvoll. Der Krankheitsdruck im Stall sinkt und die
Tiergesundheit wird besser. K.lit
ist in Ihrer LANDI erhältlich.
Probiotikum, das Legeleistung stabilisiert
UFA-SERVICE
SERVICE UFA
VARIO steht für eine flexible FörsterTränkeautomatengeneration,
die
schwerpunktmässig in der Kälberaufzucht eingesetzt wird. Bis zu 120 Kälber können je nach Ausstattung an bis
zu vier Saugstellen gleichzeitig mit
Tränke versorgt werden (SynchroFeed). Den Tränkeautomaten gibt es
als «Stand Alone» oder als Systemmaschine für den Anschluss an zentrale
Fütterungscomputer.
Jeder Schweinebestand sollte
mindestens einmal pro Jahr
entwurmt werden. Eine gute
Gelegenheit bietet die aktuelle
Aktion auf dem UFA-Entwurmungsfutter. Wichtig ist, alle
befallenen oder empfänglichen
Schweine zu behandeln. Gegen
Peitschenwürmer, die auf jedem
dritten Schweineproduktionsbetrieb am Werk sind, richten
einmalige Gaben wenig aus. Es
ist eine Langzeitbehandlung
angezeigt.
hinaus können an das Steuerungssystem sämtliche Peripheriegeräte wie
der Kraftfutterautomat oder die Tierwaage angeschlossen werden. Auch
eine Schnittstelle zum PCProgramm «KalbManagerWIN» ist vorhanden.
Saugschutz «CalfProtect» ist eine kostengünstige Tränkestationserweiterung, die Kälber
nach der Tränkeaufnahme vom Besaugen anderer Tiere abhält. Es
können damit Tränkestationen ausgerüstet wer-
den, die mit einem Tränkeautomaten
von Förster-Technik verbunden sind.
Bei Stress kann die Legeleistung
von Hennen einbrechen. Das
biotaugliche UFA-Antifex
enthält Bakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen,
die Verdauung stabilisieren und
schädliche Keime wie E.coli
unterdrücken. Einsatz: 0.2–0.5 g
UFA-Antifex pro Geflügel und
Tag während mind. fünf Tagen.
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D_Kleinmarkt_0511_2011 03.05.11 21:27 Seite 60
Fortsetzung
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Seite 66
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5 2011 · UFA-REVUE
PRAXISGESPRÄCH
NUTZTIERE
Mehr Liter pro Melkstunde
WER DIE VOLLKOSTEN auf dem Milchproduktionsbetrieb reduzieren will, setzt
am besten bei den Arbeiten an, die täglich anfallen. Dazu gehört das Melken.
Nicht immer muss die Steigerung der Melkleistung mit hohen Investitionen einhergehen.
Auch das Überdenken der Melkroutine kann die Produktivität verbessern.
Von den Arbeiten in der Milchviehhaltung macht das Melken rund
einen Drittel aus. Während beispielsweise in Dänemark pro Arbeitskraftstunde fast 130 kg Milch gewonnen werden, sind es hier zu Lande
um die 50 kg. Melk Staller hat dieses
Optimierungspotenzial erkannt.
Melk Staller: Anderthalb Stunden
dauert bei mir eine Melkzeit, seufz. Mit
meinen 50 Kühen und meinem 2 x 4
Fischgerät-Melkstand muss sich etwas
ändern.
Ruedi Rathgeber: Fischgeräte verfügen zwar über eine ausgereifte Bauform
und gute Übersicht. Aber anders als
beim Tandem bestimmt die langsamste
Kuh den Gruppenwechsel. Kannst du
den Melkstand erweitern? Je zusätzliche
Melkeinheit melkst du fünf bis sechs
Kühe mehr pro Stunde.
Melk Staller: Aber ich will niemanden anstellen.
Ruedi Rathgeber: Bei guter Melkroutine kann eine Person in einem Gruppenmelkstand mindestens zwölf Melkzeuge bedienen.
Fredy Sauber: Vorsicht! Hohe Melkleistungen dürfen nicht auf Kosten
wichtiger Routinearbeiten wie der
Euterreinigung mit einem Tuch, dem
Vormelken und der fachgerechten Euterstimulation gehen. Schlechte Milchqualität und Probleme mit der Eutergesundheit gehen ins Geld.
Ruedi Rathgeber: Wie hoch ist das
durchschnittliche Minutengemelk auf
deinem Betrieb?
Melk Staller: Etwa 2.3 kg.
Ruedi Rathgeber: Bei einer idealen
Milchflusskurve werden pro Minuten
2.5 kg gemolken. Der Schnitt bei den
UFA-REVUE · 5 2011
Fredy Sauber,
Melk Staller und
Ruedi Rathgeber sind
sich einig: Melkleistung steigern ja,
aber nicht auf
Kosten der Eutergesundheit und
Milchqualität.
«Je zusätzliche
Melkeinheit
melkst du fünf bis
sechs
zusätzliche Kühe
pro Stunde.»
Rassen Red Holstein und Holstein beträgt gar 2.8. Vielleicht solltest du
schlecht melkbare Tiere konsequent
ausmerzen. Oder du optimierst die Euterstimulation: 15 Sekunden anrüsten
und nach 45 Sekunden anhängen.
Wichtig ist, dass das Melken beim Einsetzen des Milcheinschusses beginnt –
nicht vorher, aber auch nicht viel später.
Mit etwa 40 % hat das Eutervorbereiten
unter den Melkroutinearbeiten den
höchsten Anteil.
Melk Staller: Was hältst du von einem Abnahmeautomat?
Ruedi Rathgeber: Das Abhängen der
Melkzeuge ist kaum der entscheidende
Faktor. Nur etwa 5 % der Zeit werden
davon in Anspruch genommen.
Fredy Sauber: Sind die Euter regelmässig schmutzig, muss die Boxenhygiene und Stallgangreinigung unter die
Lupe genommen werden.
Ruedi Rathgeber: Eine zusätzliche
Kuh pro Stunde bringst du durch, indem
du aufs maschinelle Nachmelken verzichtest. Auf dem Markt gibt es ausserdem nachrüstbare Triebsysteme, welche
die Kühe schonend aus dem Melkstand
herausschieben. Automatisch gesteuerte Ein- und Ausgangstüren sparen viele
Schritte und erhöhen die Kapazität. Der
Ein- und Austrieb nimmt im Schnitt
25 % der Zeit im Melkstand in Anspruch.
Melk Staller: Die Kühe kommen gern
in meinen Melkstand und fühlen sich
wohl. Daran liegt es nicht. Als Warteraum dient der Laufhof. Der Weg zum
Melkstand steigt leicht an und ist mit
trittsicheren Laufmatten versehen. Beim
Bau haben wir sorgfältig darauf geachtet, Vibration und Kriechstrom zu vermeiden. So sind alle Leitungen in den
Potenzialausgleich einbezogen worden.
Die Vakuumpumpe wurde auf Beton fixiert und die Vakuumleitung weist keine
Winkel auf. Regelmässig wird die Melkanlage von einer Fachperson überprüft.
Fredy Sauber: Nicht zu unterschätzen
ist der Faktor «Reinigung». Systeme mit
hohem Wasserfluss und konstantem Arbeitsdruck – zum Beispiel 67 l pro Minute bei 5.5 bar – machen eine Melkstandsäuberung in Rekordzeit möglich.
Ⅵ
Autor Matthias Roggli,
UFA-Revue, 3360
Herzogenbuchsee. Bei
diesem Artikel handelt
es sich um ein fiktives
Gespräch mit fiktiven
Personen. Die Empfehlungen basieren auf
Angaben von Agroscope
Reckenholz-Tänikon.
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INFO
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5 · 11
61
NUTZTIERE
Innovation statt Importe
EIN GUTES STÜCK RINDFLEISCH ist bei den Konsumenten nach wie vor gefragt.
Es gilt, die Produktionsprogramme laufend auf die neuesten Bedürfnisse auszurichten.
Damit lässt sich auch dem Druck von Rindfleischimporten entgegenwirken, wie die
Erfahrungen mit dem erfolgreichen «Swiss Quality Beef» zeigen. Aktuell sucht die Anicom
Betriebe, die Rinder ins Programm «High Quality Beef» liefern möchten.
Yvan
Meuwly
Spätestens nach der letzten BSEKrise sowie der Maul- und Klauenseuche-Hysterie im Jahr 2001 wusste jedermann, der sich mit der
Rindfleischproduktion befasst, dass nur
noch mit einer Qualitätsproduktion und
entsprechender Vermarktung der Anteil
von knapp 20 % am Fleischkonsum gehalten werden kann.
Herkunft Schweiz genügt nicht
Im Jahr 2010 ist der Rindfleischkonsum
in der Schweiz um 2 % auf 11.2 kg pro
Kopf gestiegen. Obwohl bereits heute
hervorragende Qualität produziert wird
und über 75 % aller von der Anicom gelieferten Banktiere im Zuschlagsbereich
von T+ oder bessert taxiert sind, wäre es
falsch, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Es gilt, stetig an der Qualität respektive neuen Produktionsprogrammen
zu arbeiten.
Noch zu oft geht man davon aus,
dass Produkte mit Herkunft Schweiz
und der heilen Bergwelt im Hintergrund automatisch einen Mehrpreis
und starken Absatz garantieren. Doch
ebenfalls in benachbarten EU-Ländern
wie Deutschland, Italien oder Österreich werden heute Top-Produkte produziert, die sich grosser Beliebtheit erfreuen – selbst bei Herr und Frau
Schweizer.
Export mit Grenzen Der viel umschwärmte Fleischexport ins Ausland
beschränkt sich auf einen Silberstreifen
am Horizont. Wird die Essgewohnheit
und Kaufkraft berücksichtigt, so bleiben
nur noch wenige Millionen Konsumenten übrig, die Schweizer Produkte kaufen möchten. Höchste Priorität hat es
deshalb, zum inländischen Markt Sorge
62
zu tragen. Um den Rindfleischkonsum
nachhaltig stabil zu halten, bedarf es einer fairen Zusammenarbeit auf allen
Stufen.
hohen Qualität von SQB-Fleisch konnte das Importrindfleisch etwas verdrängt werden.
Kontinuität als Voraussetzung
Mehr Mastrassen-Tränker Qualität beginnt bei der Stierenwahl zur Besamung der Kuh. Dank Spermasexing
und der ausgeprägten preislichen Differenzierung bei den Tränkern (wegen erhöhtem Angebot) ist der Anteil an
Mastrassen-Tränkern in den letzten
zwei Jahren von gut 26 % wieder auf
knapp 32 % angestiegen. Dies ermöglicht dem Handel, vielen Muni- und
Rindermästern gutes Tiermaterial liefern zu können.
Swiss Quality Beef – ein Erfolgsbeispiel Die unterschiedliche Ausrichtung der fleischverarbeitenden Unternehmen auf die Kunden und
Konsumenten erfordert eine Differenzierung in der Disposition der Banktiere, ermöglicht es aber auch, einen
Mehrpreis zu realisieren.
Als klassisches und nachhaltig erfolgreiches Beispiel gilt sicherlich das Produktionsprogramm «Swiss Quality
Beef» (SQB). Dank einer vorbildlichen
Partnerschaft auf allen Stufen ist es gelungen, den Absatz von leichten Bankmunis in den letzten sieben Jahren um
ein Vielfaches zu erhöhen (Grafik 1).
Wurden anfänglich nur Edelstücke wie
Filet, Huft oder Entrecote via SQB vermarktet, so ist heute der En gros-Handel in der Lage, den ganzen Schlachtkörper zu einem Mehrpreis unter dem
Namen SQB zu verkaufen. SQB steht in
vielen Regalen in direktem Konkurrenzkampf mit dem ausländischen
Rindfleisch. Dank der kontinuierlich
Für einen solchen Erfolg braucht es Anstrengungen auf allen Stufen. Ebenso
wichtig wie die Qualität ist die Kontinuität. Nichts Schlimmeres als wenn ein
Produkt lanciert wird und nicht verfügbar ist. Aus diesem Grund müssen Produzenten gewillt sein, das ganze Jahr,
unabhängig von der Preisentwicklung,
ihre Tiere im optimalen Schlachtgewichtsbereich zu liefen.
Vermarktung heute und morgen
Die Zeiten, in denen im Viehhandel die
Preistransparenz fehlte, unklare Einkaufsbedingungen herrschten und keine
Taxation auf dem Waagschein ersichtlich war, gehören längst der Vergangenheit an. Der Viehhändler respektive Vermarkter von heute muss dem
Produzenten viel mehr bieten, als nur
Tiere von A nach B zu verschieben und
eine Abrechnung zuzusenden.
So ist es heute selbstverständlich,
dass Tierproduzenten über die momentanen Marktverhältnisse aufgeklärt werden. Die tierschonende und fachkundige Logistik erfordert viel Know how.
Entscheidend ist, mit möglichst wenig
Restriktionen und einer optimalen Postengrösse zum nächstmöglichen Abnehmer gelangen zu können. Am Schlachttag werden die von der Proviande
bestimmten Taxationen dem Produzenten mitgeteilt. Nur so ist es möglich, im
Zweifelsfall rechtzeitig Rekurs einzulegen. Für die gelieferten Schlachttiere erhält der Tierhalter innert weniger Tage
eine transparente Abrechnung.
5 2011 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
Grafik 1: Liefermengen «Swiss Quality Beef»
1000
900
800
700
Prozent
600
500
400
300
200
100
0
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
Jahr
Grafik 2: Fleischigkeit von «High Quality Beef»
2008
2009
2010
50
40
Prozent
30
20
10
0
C
H
+T
HQB-Betriebe gesucht In der
Lancierung von viel versprechenden
Produktionsprogrammen nimmt der
Vermarkter eine wichtige Funktion
wahr. Zusammen mit einem innovativen
Abnehmer werden Ideen geprüft und
wenn möglich umgesetzt. Das erfordert
einen beachtlichen Aufwand, ist für die
Zukunft der inländischen Rindfleischproduktion aber von hoher Bedeutung.
Aktuell ist die Anicom AG daran, mit
QM-Fleischrindern das Programm
«High Quality Beef» (HQB) aufzubauen.
Der bewusste Konsument wünscht nach
wie vor ein feinfasriges, marmoriertes
und vor allem gut gelagertes Stück Rindfleisch. Diese Anforderungen lassen sich
mit dem HQB erfüllen. Wie die Erfahrung zeigt, erreichen HQB-Tiere ideale
Schlachtresultate (Grafik 2). Das Absatzpotenzial der Anicom AG ist noch nicht
UFA-REVUE · 5 2011
T
Fleischigkeit
–T
A
X
vollumfänglich ausgeschöpft. Gesucht
werden professionelle Mastbetriebe,
die übers ganze Jahr fleischige Rinder
mit bis 310 kg Schlachtgewicht und einer Taxation von T+ oder besser anbieten möchten.
Ⅵ
Aus den weiblichen
Masttieren
resultiert qualitativ
hochstehendes
«High Quality Beef».
Autor Yvan Meuwly, Niederlassungsleiter Anicom Ostschweiz, 9501 Wil.
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5 · 11
63
NUTZTIERE
Einfache Umbaulösungen
für Anbindeställe
PER SEPTEMBER 2013 müssen Rinder-Standplätze, die den Stall-Check nicht erfüllen,
vergrössert werden. Es gibt Baulösungen, mit denen sich die Tierschutzvorschriften
ohne grosse Kosten erfüllen lassen. In einigen Fällen werden auch Ausnahmen gewährt.
Die Tierschutzgesetzgebung will sicherstellen, dass Rinder beim Abliegen, Aufstehen und Körperpflegeverhalten nicht behindert sind,
aufrecht stehen können, genug Platz
zum Liegen haben und dass möglichst
keine Verletzungsgefahr besteht.
statt 165 cm lang sein. Sind Anpassungen nötig, lohnt sich der Einbezug von
Stallbau-Fachleuten. Im Folgenden werden Umbautipps des Bundesamts für
Veterinärwesen (BVET) zusammengefasst.
Standplatz-Verlängerungen
Beizug von Beratung Per 1. September 2013 gelten die Mindestmasse
der 2008 revidierten Tierschutzverordnung auch für am 1. Juli 1981 bereits bestehende Ställe mit sogenannten «Klammermassen». Massgebend ist für alle
der «Stall-Check» (siehe Tabelle 1). Ausnahmen gibt es für Alp- und Sömmerungsställe (siehe Kasten). Kurzstandläger mit Elektrobügel müssen 175 cm
Tabelle 1: Stall-Check
Breite in cm
Länge in cm
Standplätze
Jungtiere bis 400 kg im Kurzstand
90
145
Jungtiere über 400 kg im Kurzstand
100
155
Milchvieh mit Widerristhöhe von
über 130 cm im Kurzstand
110
165
Milchvieh mit Widerristhöhe von
über 130 cm im Mittellangstand
110
200
Liegeboxen
Milchvieh mit Widerristhöhe von
über 130 cm, wandständige Liegeboxen
120
240
Milchvieh mit Widerristhöhe von
über 130 cm, gegenständige Liegeboxen
120
220
Anpassungen sind notwendig, wenn die aufgeführten Abmessungen
unterschritten werden.
Ausnahmen für Alp- und Sömmerungsställe
Für Alp- und Sömmerungsställe gelten grundsätzlich die gleichen
Mindestmasse wie im «Stall-Check» der Tabelle 1. Ausnahmen gibt es
für Ställe, die am 1. September 2008 bereits standen und wo die Tiere
in der Regel nicht länger als acht Stunden pro Tag verweilen. Für Kühe
gilt in diesem Fall eine Standplatz-Breite von mindestens 99 cm und
Länge von mindestens 152 cm.
64
Standplätze lassen sich verlängern, indem ein Kantholz in den Kotgraben gelegt wird. Ist der Kotgraben nicht genug
breit, kann er eventuell auf Kosten des
Stallganges vergrössert werden. An Stelle eines Kantholzes kommen folgende
Lösungen in Frage:
• Einen Teil anbetonieren.
• Konstruktion mit T-Eisenkonsolen
und eingelegten Bodenbrettern bei
mechanischen Entmistungen.
• Der Stallgang wird zu einem flächendeckenden Schwemmkanal umgebaut. Wenn die Tiere auf die Weide
gehen, empfiehlt es sich, auf den Rost
eine Gummimatte zu legen. Sonst ist
der Rost zu wenig trittsicher.
Auf Gittern von Schwemmentmistungen kann an den Standplatz
ein Brett angesetzt werden. Um die gewünschte Höhe zu erreichen, werden
unter dem Brett kleine Kanthölzer platziert. Deren Abstände wählt man am
besten so, dass sich jeder zweite Rost für
die Reinigung entfernen lässt. Ausserdem gibt es Standplatz-Verlängerungsroste, die allerdings eine gewisse Standplatz-Länge voraussetzen.
Gummimatten auf dem Standplatz
sollen ganz nach hinten gezogen werden. Den fehlenden Gummiteil am vorderen Ende muss man nicht zwingend
ansetzen, wenn der betroffene Bereich
trocken bleibt und genügend eingestreut wird.
Krippenanpassungen Die kuhseitige Krippenwand darf bei Kurzständen
nicht höher als 32 cm sein, die tierseitige Krippenwanddicke maximal 15 cm.
Für den Ersatz zu hoher Krippenhölzer
bieten sich bewegliche Gummileisten
an. Diese dienen als Futterbremse und
messen zusammen mit dem Krippenboden maximal 42 cm in der Höhe. War
die Anbindung am Krippenholz montiert, muss beim Einsatz einer Gummileiste auf einen beweglichen Anbindepunkt mit vertikalem Gleitsystem
umgestellt werden.
Standplatz-Verbreiterung Unter den Anbindevarianten stehen
Spreizketten, Seitenanbindungen und
Gleitkolben zur Verfügung. Flexible
Gurten können an Stelle von massiven
Trennbügeln verhindern, dass Kühe zu
schräg liegen. Zur Messung von Standplatz-Breiten gilt nach wie vor das Achsmass von Mitte Rohr zu Mitte Rohr.
Oder es wird von Wand zu Wand gemessen und das Resultat durch die Anzahl Tiere dividiert.
Stützen dürfen maximal die Hälfte
der Standplatz-Länge von der Krippenwand entfernt sein. Beträgt die Distanz
zur Krippe weniger als 15 cm, muss der
Zwischenraum ausgefüllt werden.
Sonst besteht Verletzungsgefahr beim
Abliegen und Aufstehen. Im «Notfall»
ist eine Stütze im Liegebereich möglich, sofern eine Seitenanbindung gegenüber der problematischen Stütze
vorhanden ist und der Standplatz verbreitert wird (z. B. auf 140 cm).
5 2011 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
Auch alte Boxenlaufställe erfüllen die geforderten Abstände in Tabelle
1 teils nicht. Vor allem, weil früher meist
im Achsmass statt im Lichtmass (von
Trennbügel zu Trennbügel) gemessen
wurde. Für am 1. September 2008 bestehende Liegeboxen ist bei hinten
nicht abgestutzten Bügeln in der Breite
eine Toleranz von 1 cm zulässig.
Ausnahmen? Für spezielle Fälle
Solche Gurten verhindern, dass Kühe
schräg liegen und ihren Kolleginnen
den Platz stehlen oder sie verletzen.
sieht die Tierschutzverordnung Ausnahmen vor. Begründete, schriftliche Gesuche – mit Planunterlagen und von Beratung und Tierhalter unterschrieben –
beurteilt das kantonale Veterinäramt.
Ausnahmen werden beispielsweise gewährt, wenn der Betriebsleiter schon
alt, die Hofnachfolge nicht geregelt oder
die Verhältnismässigkeit einer Investition nicht gegeben ist (begrenzende Aussenhülle, Investitionsschutz).
Keine neuen Elektrobügel-Einrichtungen ab 2013
Ab 1. September 2013 dürfen keine neuen Standplätze mit Elektrobügel eingerichtet werden. Das heisst, keine neuen Anbindeställe mit
Elektrobügel und keine Vergrösserungen bestehender Ställe mit
Elektrobügel. Auf den dannzumal bestehenden Standplätzen wird der
Elektrobügel jedoch nach wie vor erlaubt sein, allerdings nur mit einem
bewilligten Netzgerät. Für neue und erweiterte Ställe sind diverse
aktive und passive Steuerungen im Handel, die als Alternative zum
Elektrobügel in Frage kommen (Tabelle 2).
Tabelle 2: Vergleich von Elektrobügel-Alternativen
Typ
Wirksamkeit
Aufwand/
Kosten
Tiergerechtigkeit
Passiv – Stopprohre
im Kopfbereich
–
niedrig
Passiv – Nach hinten
klappbares Stopprohr
oder Bügel
im Nackenbereich
0
mittel
Passiv – Frei
pendelnder Bügel im
Nackenbereich
0
mittel
Aktiv – Pneumatisch
bewegter Bügel
mit Drehbewegung
++
hoch
– = gering; 0 = mittel; + = hoch; ++ = sehr hoch
+
+
+
++
Rassenwechsel? Unter
Als Alternative zum herkömmlichen
Kuhtrainer werden pneumatisch
bewegte Bügel empfohlen.
Flexible Gummilappen an Stelle
des Krippenholzes.
Umständen kann es sinnvoll sein, auf eine kleinrahmige Rasse umzustellen. Zur Wahl
stehen beispielsweise Jersey-Kühe. Sie
weisen eine Widerristhöhe von bloss
125 cm auf und leisten dennoch um die
5000 kg Milch pro Laktation mit einem
hervorragenden Gehalt von rund 6 %
Fett und 4.2 % Eiweiss. Gleich klein wie
Jersey-Kühe sind Grauvieh, Eringer und
Evolèner. Letztere drei Rassen haben
Stärken bezüglich Robustheit von Fundament und Klauen. Dafür ist die Milchleistung mit etwa 3500 kg bei 4 % Fett
und 3.3 % relativ tief. Leistungsmässig
auf einem ähnlichen Niveau befinden
sich die Hinterwäldler, die mit 116 cm
eine besonders geringe Widerristhöhe
aufweisen.
Wegen der geringen genetischen Varianz besteht bei seltenen Rassen teils
Inzuchtgefahr.
Ⅵ
Kantholz im Kotgraben zur
Standplatz-Verlängerung.
D
Verlängerung
Verlängerung des Standplatzes
mit T-Eisenkonsolen und eingelegten Bodenbrettern
bei mechanischen Entmistungen.
Autor Matthias Roggli,
UFA-Revue, 3360
Herzogenbuchsee.
Was ist bei grösseren Kühen?
Auch wenn Kühe eine Widderristhöhe
von 145 cm oder mehr erreichen, müssen Standplätze und Liegeboxen, die
den «Stall-Check» bestehen, von Gesetzes wegen nicht angepasst werden. In
extremen Fällen könne aber die kantonale Tierschutz-Vollzugsstelle entsprechende Anpassungen verlangen, heisst
es beim Bundesamt für Veterinärwesen.
Abgesehen davon fördern grosszügige
Abmessungen das Tierwohl, die Tiergesundheit und Tierleistung.
UFA-REVUE · 5 2011
Die Empfehlungen zum
Umbau von Anbindeställen und zu den
Elektrobügel-Alternativen stammen von
Rudolf Hauser, Zentrum
für tiergerechte
Haltung, BVET.
Ausführliche Unterlagen
finden Sie unter www.
tiererichtighalten.ch
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bei Schwemmentmistungen.
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5 2011 · UFA-REVUE
GENETIK
NUTZTIERE
Gut für Zuchtwert-Genauigkeit
ANPASSUNG PRÜFPROGRAMME Die genomische Zuchtwertschätzung liefert heute
schon beim jungen Tier eine hohe Sicherheit. Im Sinne einer Qualitätssicherung soll die
Nachzuchtprüfung zwar beibehalten werden. Die Zuchtverbände und KB-Organisationen
wollen aber die Anzahl Prüfbetriebe reduzieren. Als willkommener Nebeneffekt dürfte sich
die Genauigkeit der Prüfresultate verbessern.
Gemessen an den bisher mit Prüfstieren besamten Tieren verringern
der Schweizer Braunviehzuchtverband und swissherdbook die Prüfkapazität um knapp 10 %. In einem ersten Schritt soll der Prüfeinsatz auf jene
Betriebe konzentriert werden, welche
die Einsatzbestimmungen für Prüfstiere
in der Vergangenheit gut eingehalten
haben und pro Jahr mindestens sechs
Laktationsabschlüsse aufweisen. Matthias Schelling, Direktor von swissherdbook, erklärt die Hintergründe und
Konsequenzen.
UFA-Revue: Wie sicher sind genomische
Zuchtwerte?
Matthias Schelling: Werden die direkten genomischen Zuchtwerte DGZW
mit traditionellen Abstammungszuchtwerten kombiniert, ergeben sich Sicher-
Holsteinzuchtverband: Neuer
Prüfvertrag per
2012
Auch beim Holsteinzuchtverband wird die
Anzahl Prüfstiere
angepasst, wie
Direktor Pascal Monteleone erklärt. Die
Anpassung entspreche
einer Reduktion von
zirka 10 % für die
Saison 2011/12. Wie
es danach weitergehe,
sei noch offen. Im
Sommer erarbeitet der
Vorstand des
Holsteinzuchtverbandes ein neues
Prüfkonzept. Daraus
entsteht ein neuer
Vertrag sowie ein
neues Entschädigungskonzept. Der neue
Prüfvertrag soll 2012 in
Kraft treten.
Matthias Schelling:
«Daten für Gesundheitsmerkmale werden
in Zukunft mehr
Gewicht erhalten.»
heiten für die genomisch optimierten
Zuchtwerte GOZW von 50 bis 65%. Die
GOZW-Sicherheiten bei Jungstieren liegen damit über jenen der bisherigen
Zuchtwerte, aber nicht ganz auf dem Niveau von Nachzuchtprüfungsresultaten.
Warum werden die Prüfprogramme noch
weitergeführt?
Ohne Nachzuchtprüfung gibt es keine
genomischen Zuchtwerte. Damit die
Sicherheit der genomischen Zuchtwerte
langfristig gesichert werden kann, müssen wir dafür sorgen, dass die eingesetzten KB-Stiere auch in Zukunft zuverlässige
Nachzuchtprüfungsresultate
erhalten. Ausserdem dient die Nachzuchtprüfung auch der Qualitätssicherung im Sinne einer Produkteprüfung!
Wie lange?
Ein Ende der Nachzuchtprüfung ist nicht
abzusehen, wohl aber eine Veränderung
der Strukturen. Die Geschwindigkeit der
Veränderungen hängt auch von der
Nachfrage der Züchter nach Jungstieren
mit GOZW ab. Es ist absehbar, dass die
KB-Organisationen eher weniger Stiere
in den Prüfeinsatz schicken werden.
Trotzdem müssen wir auch in Zukunft
mindestens ebenso zuverlässige Leistungsdaten haben wie bisher.
Welche Kosteneinsparungen liegen drin
durch die Reduktion der Prüfprogramme?
Auf Seite der Zuchtorganisationen sind
die Einsparungen durch die Reduktion
der Prüfprogramme verhältnismässig
klein. Es geht vielmehr darum, die geringere Anzahl Prüfstiere möglichst optimal einzusetzen, damit den verbleibenden
Prüfbetrieben
genügend
Prüfstiersperma zur Verfügung stehen.
UFA-REVUE · 5 2011
Was bringen die Vertragskündigungen bei
kleinen Betrieben mit sich?
Prüfbesamungen auf ältere Kühe mit
Fruchtbarkeitsproblemen bringen dem
Prüfprogramm ebenso wenig wie Betriebe, die den Prüfvertrag schlecht einhalten. Damit eine Prüfstiertochter zur
Genauigkeit der Zuchtwerte ihres Vaters
beiträgt, ist ein möglichst zufälliger Ersteinsatz ebenso massgebend wie eine
genügende Zahl gleichaltriger Vergleichstiere auf demselben Betrieb. Die
Vergünstigungen für die Prüfbetriebe
rechtfertigen sich nur dort, wo verwertbare Daten erhoben werden können.
Leider müssen die Betriebe ohne Vertrag auf diese Vergünstigungen verzichten. Diesen stehen aber weiterhin all
unsere Dienstleistungen zur Verfügung.
Bleiben die Entschädigungen der Prüfbetriebe gleich hoch wie bisher?
Ja, diesbezüglich ist bei swissherdbook
keine Änderung vorgesehen.
Welche zusätzlichen Datenerhebungen
zur Tiergesundheit werden diskutiert?
Wirtschaftlich besonders bedeutend
sind Merkmale der Eutergesundheit und
Fruchtbarkeit. Demnach besteht in diesen Bereichen ein grosser Bedarf für zusätzliche Daten. Aber auch Stoffwechselkrankheiten und die Klauengesundheit interessieren. Ziel ist es, Zuchtwerte
für wirtschaftlich wichtige Gesundheitsmerkmale zu generieren.
Ⅵ
Interview Matthias Roggli, UFA-Revue,
3360 Herzogenbuchsee.
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5 · 11
67
NUTZTIERE
Alternativen zur Schweinesuppe
DAS VERBOT von Gastro- und Fleischsuppen in der Schweinefütterung erhöht die
Preise alternativer Nebenprodukte. Auf einigen Betrieben kann es sich daher lohnen,
den Einsatz von Mischfutter zu steigern. Ob und wie der nötige Nebenproduktanteil für
Ausnahmebewilligungen bezüglich Höchstbestand und Gülleradius angepasst wird, ist
noch offen.
Urs
Berweger
Gastro- und Fleischsuppen sind Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelindustrie, die sich zum Teil als
qualitativ hochwertige Futtermittel
erweisen. Müssen solche Nebenprodukte entsorgt werden, fallen Kosten
an. Die Verfütterung an Schweine bietet
aus Sicht der Ökobilanz eine sinnvolle
Verwertung.
dieser Menge versorgt werden. Nötig ist
aber auch hier eine kostenintensive Hygienisierung, um Seuchen vorzubeugen.
Höchstbestand und Gülleradius
Ein Problem mit dem Suppenverbot haben besonders grössere Betriebe, die
seither den Höchstbestand bis ums
Doppelte überschreiten konnten, wenn
sie im öffentlichen Interesse Speisereste
verwerteten. Vor Schwierigkeiten stehen auch Betriebe, die mehr als 50 %
des Hofdüngers weiter als 6 bis 8 km
fahren müssen. In beiden Fällen gibt es
Ausnahmebewilligungen, sofern ein Betrieb den Gesamtbedarf an verdaulicher
Energie (VES) wie folgt deckt:
• 40 % Lebensmittelprodukte
• 25 % Molkereinebenprodukte oder
• 40 % aus einer Kombination von Le-
Per Ende Juni 2011 ist es verboten, Gastro- und Fleischsuppen an
Schweine zu verfüttern. Hintergrund
sind die bilateralen Abkommen mit der
Europäischen Union, wo für die Verfütterung von Speiseresten und vielen weiteren tierischen Nebenprodukten seit
Jahren ein Verbot gilt. Die Schweiz
musste analoge Regeln zum Schutz vor
Tierseuchen übernehmen.
Wegen Seuchengefahr Gemäss
Bundesamt für Veterinärwesen führte
das Verfüttern von Küchen- und Speiseresten immer wieder zu Seuchenausbrüchen. So seien alle vier SchweinepestFälle im Jahr 1993 in den Kantonen
Bern und Freiburg auf Nebenprodukte
in der Futterration zurückzuführen. Von
verschiedenen Seiten wird diese Interpretation jedoch in Frage gestellt. Seit
die Auflagen für das Erhitzen der Küchen- und Speisereste verschärft worden sind, gab es keine Seuchenausbrüche mehr zu verzeichnen.
Für
Biogasanlagen Insgesamt
werden hier zu Lande jährlich rund
200 000 t Speisereste an Schweine verabreicht. Das sind etwa zwei Drittel der
total anfallenden Speiseabfälle aus
Schweizer Restaurants. Bis 50 landwirtschaftliche Biogasanlagen können mit
68
5 2011 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
bensmittel- und Molkereinebenprodukten
Diese Prozentanteile für Nebenprodukte werden vom Bundesamt für Landwirtschaft aktuell noch überprüft und
eventuell angepasst (Stand bei Redaktionsschluss).
Was ist noch erlaubt? Zu den
nach wie vor zugelassenen Lebensmittelprodukten gehören: Amidofit, Bierhefe, Brotabfälle, Gemüsesuppe, Kartoffelschälbrei, Melasse, Teigwaren.
Fleischsuppe, Gastrosuppe und Feedamin sind ab dem 30. Juni verboten. Bei
den Molkereinebenprodukten gibt es
keine Einschränkungen. Lactofit-Permelac, Magermilch, Schotte, Schottenkonzentrat sowie Glace- und Yoghurtabgang dürfen weiterhin zum Einsatz
kommen.
Rationen vergleichen Während
die Nachfrage nach Nebenprodukten
gleich bleibt oder wegen den zuneh-
Tabelle: Beispiel-Tagesration mit 40% Nebenprodukten
TS
kg
0.174
0.23
0.443
0.733
0.377
VES
MJ
2.8
3.3
5.6
10.8
5.4
PUFA
g
0.8
0
0
9
3.8
Rohprotein
g
20.9
30.3
48.7
104.1
150
Lysin
g
0.53
0
2.7
3.91
13.37
Phosphor
g
0.5
0.1
1.3
4.2
3.6
Weizenstärke
Melasse
Kartoffelschälbrei
UFA 346-5
UFA 383-5
3.45 kg Wasser
Bedarf
1.75
27.9
22.3
282
19.8
15.6
11.2
Manko/Überschuss
0.207
0
– 8.7
72
0.72
– 0.9
– 1.5
80 kg Zuwachs, Futterkosten pro Mastschwein: 109.12 Fr.
Kennzahlen: 22 % Trockensubstanz (TS), 14.26 MJ VES/kg TS, 0.74 g Lysin/MJ VES, Kalzium:Phosphor-Verhältnis 1.52 : 1,
0.49 g PUFA/MJ VES
menden Biogasanlagen steigt, nimmt
das Angebot ab. Da gewisse Betriebe
wegen dem «Gülleradius» oder der
Höchstbestandesverordnung gezwungen sind, Nebenprodukte zu verfüttern,
müssen sie teuer einkaufen.
Es lohnt sich, Nebenprodukterationen mit alternativen Fütterungskonzepten zu vergleichen. Mischfutter wie das
UFA 361-6 (für säugende Sauen), UFA
362-6 (für tragende Sauen) oder UFA
331-4 (Universalmast NPr) weisen ein
hervorragendes Preis-/Leistungs-Verhältnis auf.
Geringere
Konzentration Die
Gesamtration muss den Bedarf des Tieres an Energie, Protein (Aminosäuren),
Mineral- und Wirkstoffen decken. Die
Menge und Art des Futterfettes soll direkt mit der Beschaffenheit des Körperfetts zusammenhängen.
Die noch zugelassenen Nebenprodukte enthalten einen geringen VESGehalt. Mit Mischfutter lässt sich die
Nährstoffkonzentration in der Ration
steigern.
Polyensäure und Vitamin E Eine
Mastration darf einen Polyensäuregehalt von maximal 0.8 g pro MJ VES enthalten. Besonders zu beachten ist dieser
Punkt beispielsweise beim Einsatz von
polyensäurereichem Fett als Nebenprodukt. Melasse und Schotte ergänzen
Fett gut, weil beide keine Polyensäuren
enthalten.
Für eine ausreichende Oxydationsstabilität des Schweinefleischs ist beim Einsatz von Futterfett auf eine entsprechende Versorgung mit Vitamin E zu
achten. Vitamin E beeinflusst zusammen mit Selen auch die Reproduktion.
Als Ersatz von Fleischund Gastrosuppen
eignen sich auch UFAFutter zu einem guten
Preis-/Leistungsverhältnis.
Bild: agrarfoto.com
UFA-REVUE · 5 2011
Kalzium
g
0.2
0.8
1.1
6.7
6
Fazit Fütterungsumstellungen bergen das Risiko geringerer Tierleistungen
sowie von Problemen mit der Schlachtqualität und Tiergesundheit. Rationen
mit Nebenprodukten, die den neuen
Bestimmungen entsprechen, wollen gut
überprüft sein. Die UFA-Schweinespezialisten können betroffenen Betrieben
wertvolle Unterstützung bieten.
Ⅵ
Autor Urs Berweger,
UFA-Schweinespezialist,
UFA-Beratungsdienst,
9501 Wil.
Der UFA-Beratungsdienst steht Ihnen zur
Planung und Überprüfung von Rationen
mit Nebenprodukten
gern zur Verfügung.
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5 · 11
69
NUTZTIERE
Benzoesäure steigert Zuwachs
und Futterverwertung
SCHWEINEMAST Der Futterzusatzstoff VevoVitall führt zu wirtschaftlich
besseren Ergebnissen im Schweinestall. Neue Versuche der Universität Zürich
bestätigen und übertreffen bisherige Erkenntnisse.
Christophe
Colomb
•
•
•
•
Benzoesäure ist in Früchten und
Beeren enthalten. Als Zusatz im
Schweinefutter hat sie folgende Eigenschaften:
Stärkung der antimikrobiellen Barriere
Stabilisierung der Verdauung
Erhöhung der Schmackhaftigkeit
(Aromatisierung)
Leistungssteigerung und -sicherung
Gegen Keime Im Verdauungstrakt
hemmt Benzoesäure das Wachstum von
Keimen wie Escherichia coli und Hefen.
Dieser willkommene Effekt betrifft sowohl den vorderen Teil des Verdauungstrakts als auch den Dickdarmbereich.
UFA-Futter mit
VevoVitall wirken sich
günstig auf das
Stallklima aus. Sie sind
auch für Schweine
zugelassen, die nach
den Richtlinien von
Coop Naturafarm oder
IP-Suisse gehalten
werden.
Versuche der Universität Zürich
«VevoVitall» besteht zu 99.9 % aus Benzoesäure und ist in verschiedenen UFASchweinemastfuttern (Tabelle) enthalten. Der Säurezusatz wirkt sich auf den
Futterverbrauch und Tageszuwachs positiv aus, wie eine kürzlich publizierte
Versuchsreihe der Universität Zürich erneut beweist. In drei Versuchen wurden
je zwei Fütterungsvarianten mit und ohne Benzoesäure untersucht:
• zwei unterschiedliche Rohproteinstufen (Stickstoffversuch)
• reduzierter Phosphorgehalt ohne und
mit Phytase (Phytaseversuch)
• zwei unterschiedliche Fasergehalte
(Faserversuch).
Bis 14 % besser In allen drei Versuchen bestand mit Benzoesäure eine
Tendenz zu verbesserter Leistung und
Nährstoffverdaulichkeit. Unabhängig
vom Proteingehalt im Stickstoffversuch
zeigten die mit Benzoesäure gefütterten
Tiere einen um 7 % höheren Zuwachs
und eine um 3 % bessere Futterverwertung. Im Faserversuch steigerte Benzoesäure
den Zuwachs in der Jagerperiode signifikant um 14 %.
auf dem UFA-Versuchsbetrieb Bühl,
Hendschiken (AG). UFA 331-3 mit VevoVitall brachte im Exaktversuch eine
Verbesserung der Masttageszunahmen
um 2.5 % (850 g/Tag) und der Futter-
Für einen guten Maststart
Besonders überzeugend wirkte
sich VevoVitall in der Jagerphase
(25 bis 60 kg) aus. Das ist auch
die Zeit, während welcher einer
guten Tiergesundheit eine speziell hohe Bedeutung zukommt.
Um in der Vormast das maximale
Fleischansatzpotenzial auszunützen,
lohnt es sich, die speziell konzipierten
UFA-Vormastfutter einzusetzen. Allerdings müssen dazu mehrere Futtersilos
vorhanden sein.
Nicht nur in der Vor-, auch in der
Ausmast (60 bis 108 kg) liess sich eine
erfreuliche Wirkung von VevoVitall
feststellen.
Vielfach bestätigt Positive Ergebnisse zeigte VevoVitall ebenfalls in zahlreichen weiteren Versuchen. So etwa
Tabelle 1: UFA-Schweinemastfutter mit VevoVitall
VES
UFA 321-3
Vormast
UFA 331-3
End- oder Universalmast
VES = Verdauliche Energie Schwein
70
13.6
13.6
Rohprotein
MJ/kg
160
150
Lysin
11.2
10
Phosphor
g/kg
4.5
4
5 2011 · UFA-REVUE
NUTZTIERE
verwertung von 2.4 % (2.41 kg/kg) gegenüber dem Standardfutter. Viele
Schweinemäster profitieren heute auf
ihrem Betrieb von den Vorteilen des
Benzoesäure-Futterzusatzes (siehe Kasten).
Ammoniak (NH3) gehemmt. Erkrankungen der Atemwege werfen die Schweine
in ihrer Entwicklung zurück. Ab 20 ppm
NH3 in der Luft ist die Situation problematisch.
Pragmatisches Holland Zurück
Umweltfreundlich Wenn die Benzoesäure im Dünndarm absorbiert worden ist, bildet sich zusammen mit Glycin
die Hippursäure, die via Niere ausgeschieden wird. So werden der Harn-pH
und dadurch die Ammoniakemissionen
gesenkt. Mit zunehmender Mastdauer
nimmt dieser Effekt noch zu.
Positiv für Atemwege Dank geringeren Ammoniakemissionen verbessert sich das Stallklima. In der Lunge
wird die Infektabwehr bedeutend durch
zum Stickstoffversuch der Universität
Zürich: Sowohl im Jager- als auch im
Ausmastfutter reduzierte 1% Benzoesäure den pH-Wert des Harns statistisch
signifikant um 12 %. In anderen Ländern
kamen Wissenschaftler auf ähnliche Ergebnisse. Zusammen mit anderen LowCost-Massnahmen reduziert VevoVitall
demnach den Ammoniakausstoss um
bis zu 42 %. Die holländische Regierung
hat den Einsatz dieses Futterzusatzes
darum in das Massnahmepaket gegen
Ammoniakemissionen integriert.
Anita, Jean-Luc
und Camille SimonVermot.
4.5 % mehr Zuwachs mit UFA 331-3
Jean-Luc und Anita Simon-Vermot besitzen einen Bauernhof auf 1100 m
über Meer in Cerneux-Péquignot, Brévine. Zum 26 ha grossen Betrieb
in der Bergzone II gehören 18 Kühe, deren Milch in der Dorfkäserei zu
Gruyère verarbeitet wird, sowie 22 Stück Jungvieh. Vor fünf Jahren
konnte Jean-Luc den Schweinemaststall der lokalen Käsereigenossenschaft mieten. Zu Beginn setzte sich die Futterration aus 25 % Schotte
und UFA 331-5 zusammen. Um die Leistungen zu optimieren und
wegen einer starken Ammoniakkonzentration im Stall während dem
Winter entschieden der Betriebsleiter und sein Angestellter, einmal UFA
331-3 mit VevoVitall auszuprobieren. Die Luft- und Exkrementqualität
verbesserte sich sofort. Mit der Zeit liess sich auch eine Verbesserung
der Tageszunahmen und der Futterverwertung feststellen (Tabelle 2).
Obwohl UFA 331-3 etwas mehr kostet als UFA 331-5, ist Jean-Luc sehr
zufrieden und möchte nicht mehr zurück. Denn die Investition zahlt
sich durch höhere Leistungen im Mastschweinestall aus.
Tabelle 2: Resultate auf dem Betrieb Simon-Vermont
mit UFA 331-5
mit UFA 331-3 VevoVitall
Tageszuwachs
g
756
790
Futterverwertung
kg/kg
2.66
2.60
Einfluss auf Hofdünger-Gehalt
Nachdem sich Ammoniak in die Atmosphäre verflüchtigt hat, gelangt es via
Regen als Stickstoff zurück in Wiesen
und Wälder. Das Wurzelwachstum der
Bäume nimmt ab, was vermehrte
Sturmschäden zur Folge hat. Für den
Landwirtschaftsbetrieb finanziell relevanter ist, dass Ammoniakverluste den
Stickstoffgehalt im Hofdünger reduzieren und damit mehr Mineraldünger zugekauft werden müssen.
Knochenstabilität? Zum Teil wurde vermutet, die Absenkung des HarnpH könnte dazu führen, dass Schweine
vermehrt Kalzium und Phosphor ausscheiden würden. Im Versuch der Universität Zürich blieben die Knochen
beim Einsatz eines Futters mit normalem Phosphorgehalt und VevoVitall jedoch bruchfest. Wie es in gehaltsreduzierten Futtern (NPr) aussieht, muss
noch weiter untersucht werden.
Ⅵ
UFA-REVUE · 5 2011
Autor Christophe
Colomb, Schweinespezialist im
UFA-Beratungsdienst,
1070 Puidoux.
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5 · 11
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NUTZTIERE
Auf die Technik kommt es an
UNFALLVERHÜTUNG IN DER RINDVIEHHALTUNG Dass Weiderinder unvorsichtige
Wanderer angreifen können, ist bekannt. Aber welche Massnahmen trifft der
Tierhalter, um sich bei unerlässlichen Eingriffen vor aggressivem Rindvieh zu schützen?
Der korrekte Umgang verlangt eine ruhige Arbeitsweise, umfassende Kenntnisse, vor
allem aber auch zeitgemässe Technik.
Der Ruf nach naturnaher Haltung
brachte den Tieren wohl mehr Freiheit und Bewegung. Doch die individuelle Pflege und Betreuung bleiben auf der Strecke. Zahmheit wird von
Wildheit rasch dominiert. Daher steht
man jetzt beim Nutzvieh vor der unglücklichen Tatsache, dass sich die über
Jahrtausende mühsam erarbeitete Domestikation, das heisst Zähmung, die zu
einem Vertrauensverhältnis zwischen
Mensch und Tier führte, beim Freilaufrindvieh wieder verflüchtigt.
Unerlässliche Eingriffe wie beispielsweise eine veterinärmedizinische
Behandlung, die künstliche Besamung,
Verlad und Transport oder auch die
Markierung der Jungtiere werden zunehmend gefährlich und führen immer
wieder zu Unfällen. Dem Stand der
Technik entsprechende und fachgerecht
eingesetzte Einrichtungen und Hilfsmit-
Drehen Kühe durch?
Immer wieder greifen Kühe Menschen
an. Meist sind ahnungslose Wanderer die
Opfer. Doch jetzt attackierte eine Herde
den eigenen Hirten. Drehen unsere Kühe
langsam durch?
Quelle: Sonntags-Blick
tel sind eine bedeutende Voraussetzung
für Sicherheit im Umgang mit Rindvieh.
Zu den Bestandteilen eines gefahrlosen
Tier-Handlings gehören:
• Behandlungsstand.
• Korrekt erstellter Treibgang.
• Möglichkeit, ein einzelnes Tier problemlos von der Herde zu trennen.
Tiere ansprechen Um Reaktionen
der Tiere vorauszusehen und richtig zu
interpretieren, muss man einige Besonderheiten kennen. So hat das Rind zwar
wesentlich ein weiteres Blickfeld als der
Mensch. Der Bereich, den es klar sieht,
ist aber kleiner. Es nimmt Bilder am Rande des Blickfeldes nur undeutlich wahr.
Bis zu 6 m entfernte Objekte erkennt
das Rind genau. Was weiter weg ist,
wird nicht mehr klar erkannt. Der rückwärtige Raum bleibt im toten Winkel.
Nähert sich eine Person überraschend
von hinten, ist eine Abwehrreaktion des
Rindes zu erwarten. Sie anzusprechen,
ist deshalb eine der wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit Tieren.
Gänge abdecken mit Stroh Die
Wer seine Tiere zähmt,
reduziert das Unfallrisiko
deutlich.
UFA-REVUE · 5 2011
Hell-Dunkel-Anpassung der Pupillen
dauert beim Rindvieh zehnmal länger
als beim Menschen. Daher weigert sich
die Kuh, in einen dunklen Stall zu gehen
oder einen Schwemmkanal zu überque-
ren. Gute Beleuchtung und Abdecken
mit Stroh schaffen Abhilfe.
Locken mit Futter Das Tier rea-
Beat
Burkhalter
giert sensibel auf unbekannte Geräusche. Bei regelmässigem Kontakt gewöhnt es sich an die Stimme des
Betreuers und erkennt ihn daran. Geruchs- und Geschmackssinn sind ausgeprägter als beim Mensch. Das Locken
mit bekanntem Futter im Kessel wirkt
Wunder. Unbekannte Gerüche, beispielsweise Parfum oder fremde Personen, können die Tiere beunruhigen.
Minimaldistanz Rinder sind Distanztiere. Wenn die Minimaldistanz unterschritten wird, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Tieren,
aber auch zwischen Tier und Betreuer.
Die Distanz ist stark vom Tier und den
äusseren Umständen abhängig. Tiere
mit aggressiven Verhaltensauffälligkeiten werden am besten von der Zucht
ausgeschlossen.
Der Ranghöchste sein Der Betreuer muss auch die Herdenhierarchie
kennen, um bei Rangkämpfen nicht zwischen die Fronten zu geraten. Es ist
wichtig, dass der Mensch von den Tieren als ranghöher angesehen wird, also
Autorität über die Herde hat.
Haftpflichtversicherung Wilde
Tiere können durch intensiven Kontakt
und regelmässige Kontrollgänge an den
Umgang mit Menschen gewöhnt werden. Dennoch lassen sich nicht alle Unfälle vermieden. Allfällige Schäden
durch Nutztiere sollten deshalb bei der
Haftpflichtversicherung eingeschlossen
werden.
Ⅵ
Behandlungsstände
vereinfachen tierindividuelle Eingriffe.
Gezielt ins Stallkonzept integriert,
ermöglichen sie
eine problemlose
Separierung.
Autor Beat Burkhalter,
agriss, 5040 Schöftland.
Folgende Hilfsmittel
können bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der
Landwirtschaft (BUL)
bestellt werden:
• Checkliste «Rindvieh
und Wanderwege» für
Tierhalter und Wanderwegverantwortliche
• Flyer für Wandernde
• Hinweistafel
«Kuhmütter schützen
ihre Kälber»
• Schild «Achtung Stier»
www.bul.ch
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5 · 11
73
Marktplatz
Fortsetzung
von Seite 72
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ply; Räder, 14.5/80x18,
12 ply; Räder,
11.5/80x15.3,
Vredestein AW,
Turbozyklon Huber;
Dieselpumpe zum
Tanken; Getreidesilos
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Huckepack, zu
Kreiselegge Falc Fox;
Kranbahn für Silofräse;
Wurfgebläse Taurus;
Rapsschere Zürn,
mechanisch; Rohre, div.
von Silofräse Stocker
oder Gisi
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540/65R34,
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Fernheizleitung,
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3600; Futterraufe, 12teilig (6 Selbstfangabteile), Fr. 1000;
74
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Fronthydraulik und
Frontlader Alö 940,
3 Funktionen, Softdrive;
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Goldsaat; Spritzbalken
Birchmeier, 10 m;
Dieseltank, 1000 l, mit
100 % Wanne;
Rübengabel Alö, 2.1 m;
Heugebläse Aebi HG
10; Tandemmistzetter,
Muli, E65, mit 4
Walzenaggregat
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Ladewagen Pöttinger
Boss 1 T, Jg. 1989, 6
Messer hydr. Picup,
hydr. Kratzboden und
hydr. Bremsen, Zustand
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wenig gebraucht;
Körnergebläse mit
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17'000; Anhänger-
spritze Fischer, 18 m,
vollhydr., 2000 l,
Frischwassertank, Test
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Kögel mit Hebebühne;
1-Achs-Auflieger für
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Jumbo Anhänger
6.2 x 2.5 m, Blattgefedert mit Luft und hydr.
Bremse, ab Mfk,
40 km / h; Holzkran
Epsilon 185Z,
mit 2 Ausschüben;
Kran Hiab, mit
Holzgreifer, hydr.
Pumpe und Tank
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h, 4 Doppelräder inkl.
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9.7 x 2.5 m, mit Luft
und hydr. Bremse, ab
Mfk 40 km/h; Tandem
Jumboanhänger mit
Breitreifen, Luftgefedert, 6.8 x 2.5 m, ab
Mfk 40 km/h; 2-Achs
Dreiseitenkipper
6.5 x 2.5 m, 18 t,
Luftgefedert; 2-Achs
Jumbo Anhänger
Blattgefedert 7.5 x 2.5
m, Jumbo Tandem-Anhänger 7.5 x 2.55 m,
Luftgefedert 20 t, ab
Mfk 40 km/h; Tridem
Anhänger 9.3 x 2.55 m,
Luftgefedert 27 t, ab
Mfk 40 km/h
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6.4 m, Luftgefedert ab
Mfk, 40; 3-Achs
Dreiseitenkipper 24 t,
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Tandem Kipper 18t, 40
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ෟ 079 404 87 06
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30 m3 + Schüttelband;
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Buchmann; Heuverteiler Wild; Abladegebläse Wild; Abladegebläse Saxer; Heckschaufel;
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Steyr 760, Jg. 77, 64 PS,
4800 h, Wegzapfwelle
und Kriechgang,
Sturzdach, Fr. 6200;
Subaru Impreza Turbo
2 l, Kombi, Allradantrieb, Jg. 99,
178'000 km, neue
Bremsen, frisch ab
MFK, Fr. 10'900
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Bewässerungspumpe
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Kirchner für 60 PS,
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Auto-Anhänger, klein
aber stark, auch für
kleine Zugwagen, Jg.
1997, mit allerneuster
Technik, LGW 200 kg,
Nutzlast 400 kg, GG
600 kg, Ladefläche:
L 193 cm, B 108 cm,
H 30 cm, Zustand sehr
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4100, 2 Rad, delux
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Worbmaschine Agrar;
Selbsthalterpflug;
Waldsägen; Schlepprechen, Worb und
Fassgabel; Heubelüftung, 5.5 PS
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Milchtank Griesser
750 l, stationär,
guter Zustand
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mit Schiebetüre, 3 nach
links und 3 nach
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manuell, 40 l; Kreiselegge Bärtschi, Breite
2.3 m, Fr. 600;
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1.2 m lang
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mit zwei Tränkebecken;
Setz-und Häufelkörper
Haruwy; Einachswagen
klein, mit Seitenwänden, Brücke aus Holz;
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Zapfwellenantrieb
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40 l/min, 180 bar, inkl.
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Mähwerk usw.
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Arbeitsbreite 3.2 m,
Schnitthöhe
12–80 mm, perfekter
Schnitt, das Gras wird
geschnitten und wächst
besser nach, geringer
Kraftbedarf, top
Zustand, Fr. 1600
ෟ 078 744 30 32
Fortsetzung
Seite 79
5 2011 · UFA-REVUE
KURZMELDUNGEN
LANDLEBEN
Produzenten und Helden
Die diesjährige Jahrestagung der
schweizerischen Gesellschaft für
Agrarwirtschaft (SGA) war dem Thema «Bilder der Landwirtschaft im
21. Jahrhundert» gewidmet. Spannend wurde dabei der Aspekt
«Selbstbild der Landwirtschaft» reflektiert. Primär würden die Bauern
sich selber als Nahrungsmittelproduzenten wahrnehmen und nicht
als Landschafts- oder Kulturlandbe-
wahrer. Auch berufliche Befriedigung würden die Bauern vornehmlich durch ihre Produktionserfolge
schöpfen, sogar bei den Bio-Bauern
sei das so, war das Fazit einer Studie
der Hochschule Luzern.
Es wundert daher nicht, dass die
Bauern die Wertschätzung der Gesellschaft in erster Linie über den
Preis empfinden. Sind die Preise
schlecht, dann sei das Gefühl übermächtig, dass die Konsumenten weder das Produkt noch die Landwirtschaft schätzen. Das wurde in einem
von SHL-Dozent Bruno Durgiai geleiteten Workshop «Selbstbild Landwirtschaft» festgehalten. Überraschungsgast war der Allgäuer
Milchstreik-Aktivist Romuald
Schaber (Bild). Das Gefühl selber
Akteur zu sein und die Solidarität
der milchstreikenden Bauern un-
Adieu
Karins Kräutertipps
Rotklee-Risotto
Zwei bis drei Handvoll Rotkleeblüten (Trifolium pratense) mitsamt den dazugehörigen dreifiederigen Blättchen sammeln.
Die rosa Blütenblättchen auszupfen.
Die Blütenböden und die grünen
Blätter zusammen mit einer gehackten Zwiebel in Rapsöl andämpfen.
• 1 Tasse (¼ Liter) Reis mitdämpfen.
• 1 Liter heisse Bouillon während des Kochens dazugeben.
• Die gezupften Rotklee-Blütenblättchen unter das fertige
Risotto mischen.
• Nach Belieben Sbrinz dazugeben.
Karin Näf, Effretikon
www.kraeuterkurse.ch
Nach 19 Jahren
schweizerischer
Landfrauenverband überlässt Ruth Streit (Bild) das
Präsidium des Landfrauenvereins
der neuen SBLV-Präsidentin, Christine Bühler aus Tavannes (BE).
100 000 Mitglieder
Ende März konnte die Krankenkasse
Agrisano mit Roger Furrer, Landwirt
und dreifacher Familienvater aus
Aesch (LU), das 100 000. Mitglied
begrüssen.
Filmgeschichte
Das Agrararchiv verfügt über eine
grosse Sammlung von Filmen über
die Landwirtschaft. Auf der Homepage www.agrargeschichte.ch sind
einzelne Filmausschnitte aufgeschaltet, zum Beispiel aus den Lehrund Propagandafilmen des vergangenen Jahrhunderts (Milchgeschirr
unter der Lupe). Aber auch Unterhaltungsfilme (Gotthelf-Verfilmungen) und Autorenfilme. Filmisch
früh punkteten die Bäuerinnenverbände, zum Beispiel mit einem Film
über die erste Berufsprüfung für
Bäuerinnen auf dem Schwand.
tereinander, habe vieles auf der Bewusstseinsebene verändert, erklärte
er. Anschaulich nachzulesen in seinem Buch «Blutmilch» (PattlochVerlag, Fr. 27.90).
Spannend auch das Thema, welche Bilder von Bauern in den Medien vorherrschen. Warum widmet
beispielsweise das Fernsehen Bäuerinnen und Bauern so viel Sendezeit? Dieser Frage widmete sich die
Delegiertenversammlung des landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID), wobei Hansjörg Utz, Redaktionsleiter «10vor10» und
aufgewachsen als Bauernsohn in
Oensingen, es auf den Punkt brachte. Er sagte, dass die Bauern ihre Sache sehr gut machen. Sie reden verständlich, sind authentisch und
wecken Emotionen. Bauern seien
für die Fernsehzuschauer «Helden».
Ohne Mama und Ehefrau
Rund 5 % der Schweizer Betriebe
sind quasi frauenlos – es gibt keine Ehefrau und auch keine Mutter, die mithelfen. Der Frage, wie
diese Betriebsleiter den Alltag ohne
Frauenpower bewältigen, ging die
ART-Forscherin Ruth Rossier mit einer Auswertung der Zentralen Buchhaltungsdaten nach. Die Betriebsgrösse
der
Einmann-Betriebe
unterscheidet sich nicht von anderen Betrieben, der Bio-Anteil ist
auch vergleichbar. Hingegen ist der
Anteil offene Ackerfläche grösser. Es
werden auch weniger Tiere gehalten
- die Arbeitskraft der Frau fehlt für
arbeitsintensive Betriebszweige wie
Geflügel- und Schweinehaltung.
Der Betriebszweig «Ferien auf dem
Bauernhof» wird kaum angeboten.
Das landwirtschaftliche Einkommen
ist pro ha tiefer als bei den vergleichbaren Betriebsgruppen, hingegen ist der Privatverbrauch pro
Verbrauchereinheit höher. Das
Durchschnittsalter der Betriebsleiter
beträgt 42 Jahre. Zwei Drittel von
ihnen haben einen Berufsabschluss
als Landwirt. Einmann-Betriebe sind
verteilt in allen Zonen zu finden, also im Tal als auch im Berggebiet.
Verlosung
Landwirtinnen und
Bäuerinnen
Die UFA-Revue
verlost zehn
Bücher von
Annegret
Braun (Bild
rechts) mit
dem Titel
«Frauen auf
dem Land»
und fünf Bücher von Werner
Wüthrich «Frauen
Land Frauen». Lesen Sie das Interview mit den
Autoren Seite 84. Wenn Sie an der
Verlosung des Buches von Annegret
Braun teilnehmen möchten, schreiben Sie uns eine SMS (90 Rp) mit
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75
LANDLEBEN
Bodenständig und unternehmerisch
BÄUERINNEN UND LANDFRAUEN Kürzlich sind zwei interessante Bücher über
Bäuerinnen erschienen. Annegret Braun porträtiert in ihrem Buch «Frauen auf
dem Land» eigenständige Landwirtinnen und stolze Sennerinnen von damals bis heute.
Werner Wüthrich überzeugt mit authentischen Texten aus dem Blickwinkel von
Bäuerinnen im Band «Frauen Land Frauen».
Werner Wüthrich (64)
ist auf dem Bauernhof
«im Schermen» am
Stadtrand von Bern
aufgewachsen. Er
studierte Theaterwissenschaften,
Germanistik und
Philosophie in Wien
und lebt als Schriftsteller, Theaterautor
und Dozent in Bern
und Wien.
www.wwuethrich.ch
76
Anlässlich der Tagung «Frauen in
der Landwirtschaft» und einer Lesung trafen sich die beiden Autoren
in Bern mit der UFA-Revue zu einem Gespräch.
Werner Wüthrich: Ist das Ihr erstes
Buch über Bäuerinnen und Landfrauen
oder haben Sie sich schon länger mit
diesem Thema beschäftigt?
Annegret Braun: Es ist mein erstes
Buch über Bäuerinnen. Beschäftigt hat
mich das Thema schon lange. Ich bin auf
einem Bauernhof aufgewachsen und
zwar in Münsingen, in Baden-Württemberg, und habe während des Studi-
ums viel Frauen- und Familienforschung betrieben.
Werner Wüthrich: In unserem
schweizerischen Münsingen gab es eine
sehr renommierte landwirtschaftliche
Schule. 1943 schloss dort mein Vater
seine Ausbildung zum Landwirt ab. Und
eine der Bäuerinnen, mit der ich Gespräche geführt habe, hat auch auf dem
Schwand Münsingen ihre Ausbildung
gemacht.
UFA-Revue: Sie kamen also beide über Ihre
Herkunft auf das Thema
Bäuerinnen?
Annegret Braun: Ich
wollte eigentlich ein
Buch über Glück schreiben. An der Uni machten
wir eine Studie über die
Suche und das Erleben
von Glück im Alltag. Diese Glücksgeschichten wollte ich veröffentlichen. Das Projekt verzögerte sich
und da fragte mich die Verlegerin Elisabeth Sandmann, ob ich
nicht ein Buch über Landfrauen
schreiben wolle. Diesem Vorschlag stimmte ich begeistert zu.
Werner Wüthrich: Bei mir
gibt es verschiedene Beweggründe. Ich möchte erstens die
Situation der Bäuerin von aussen
aufzeigen. Immer wieder sagten
mir die Bäuerinnen: Wen interessiert das, was ich zu berichten
habe. Aber mir ist es wichtig. Ich versuche, auch in meinen Schreibwerkstätten, ein Anstifter zur Sprache zu sein.
Ein weiteres Motiv für das Buch ist mein
biographischer Hintergrund. Meine direkten Vorfahren sind alles Bauernfami-
lien aus dem Emmental. Ich bin am
Stadtrand von Bern in eine Bauernfamilie hineingeboren, hatte also von Kindsbeinen an Bäuerinnen um mich. Ich bin
der Zweitälteste und sollte eigentlich
ein Mädchen werden. Mein älterer Bruder Paul, Jahrgang 1944, wurde, kaum
geboren, dem Vater zugeordnet und
ging mit ihm in den Stall und aufs Feld.
Ich bin dann quasi der Mutter zugewiesen worden und war ihre
Hilfe im Alltag.
Annegret Braun: Das
ist erstaunlich, meistens
gehen die Bauernsöhne
mit auf’s Feld.
Werner
Wüthrich:
Bei uns in der Familie war
das anders. Meine Mutter
war eine starke Persönlichkeit. Als ich mich von
den Naturwissenschaften
abwandte und zu schreiben begann, war sie meine erste, strenge Leserin. Sie war auch dagegen, dass
ich den Weg des freiberuflichen Autors
ging. Bei einer meiner literarischen Auszeichnungen bemerkte sie, dass auch
die Schriftstellerei «etwas» sei.
Annegret Braun: So nach dem
Motto «Nix gesagt, ist auch gelobt».
Werner Wüthrich: Ja, genau. Mein
eigentliches Thema, das mich schon jahrelang begleitet, ist Stadt und Land und
die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ich pendle biographisch und emotional dazwischen.
Annegret Braun: Sie beschreiben in
einem Ihrer Texte eine Bäuerin, die zwischen Stadt und Land pendelt, zwischen
dem Bauernhof und ihrer Arbeit in einem Modegeschäft.
5 2011 · UFA-REVUE
LANDLEBEN
Werner Wüthrich:
Das finde ich faszinierend. Bäuerinnen, die mit
Traditionen brechen. Diese Entwicklung interessiert
mich, wobei ich versuche,
Gegenwart abzubilden und
nicht Mythen zu pflegen.
UFA-Revue: Die Landwirtschaft gilt als traditionell und konservativ. Sie, Frau Braun, zeigen ein erstaunliches Bild von grosser Innovationskraft in
der Landwirtschaft und vor allem auf Seiten der Frauen. So sei die erste Professorin in Deutschland ausgerechnet im Fachbereich Agrarwissenschaft berufen
worden.
Annegret Braun: Es hätte mich
nicht erstaunt, die erste Professorin in
der Medizin oder den Rechtswissenschaften zu finden, aber nein, es war in
der Agrarwissenschaft. Die Agrarwissenschaftlerin Margarete von Wrangell
spezialisierte sich auf Pflanzenernährung und Düngung und hatte 1921 ihre
Antrittsvorlesung an der Universität in
Hohenheim. Ein weiteres Beispiel ist
Helene Charlotte von Friedland, die im
18. Jahrhundert mehrere Güter bewirtschaftet hat. Sie verkaufte ihren
Schmuck, um in die Landwirtschaft zu
investieren, und unternahm Feldversuche mit Wiesengräsern. Ein grosser
Bewunderer dieser Frau war Albrecht
Thaer, der die Agrarwissenschaft in
Deutschland begründete. Auch in der
biologischen Landwirtschaft haben
Frauen Pionierleistungen vollbracht, die
Schweizerin Maria Müller wurde zur
Wegbereiterin der organisch-biologischen Landwirtschaft.
UFA-Revue: Wie war die Rolle der
Bäuerin normalerweise?
Annegret Braun: In den Familien
war es unterschiedlich, zum Teil haben
die Männer den Ton angegeben und die
Frauen mussten sich anpassen. Die
Frauen hatten aber oft ihre eigenen Refugien, hielten Kleinvieh, verkauften Eier oder Wurst. Im Zentrum stand immer
die Existenzfähigkeit des Betriebs, auch
beim Heiratsverhalten.
Werner Wüthrich: Das Unterordnen illustriert eine Erzählung in meinem
Buch. Eine junge Frau findet in einem
jungen Bauern den Mann ihres Lebens
UFA-REVUE · 5 2011
– die grosse Liebe. Sie besucht die Bäuerinnenschule, lässt sich ausbilden, um in
den Hof ihres Bräutigams einzuheiraten.
In der Bäuerinnenschule trifft sie Frauen
in der gleichen Situation wie sie. Die
Bäuerin berichtet, wie sie Schritt für
Schritt in die traditionelle Rolle und den
Hof hineinwachsen. So haben sich die
Frauen gegenseitig eingeladen und lernten die Betriebe ihrer Schulkolleginnen
kennen. Die Gastgeberin im zukünftigen
Bauernhaus war aber nicht die Ehefrau,
sondern die Schwiegermutter, welche
allen Eingeladenen auch den Sitzplatz
zuwies. Plötzlich, so erzählt die zukünftige Bäuerin, sei ihr bewusst geworden,
in was für eine Rolle sie hineingedrängt
werde und dass sie das nicht könne und
wolle. Sie liess die Heirat platzen. Mich
als Theaterautor interessiert, wie es gelingt, starre Rollen zu überwinden.
Annegret Braun: In meinem letzten
Buchkapitel habe ich fünf
heutige Landfrauen interviewt, auch eine aus der
Schweiz. Interessant war,
wie alle versuchen, ihren
eigenen Weg zu finden.
Sie haben mit der Schwiegermutter im selben
Haushalt gewohnt und
versuchten die Haushalte
zu trennen. Sie haben eigene Bereiche aufgebaut
und so auch dem Betrieb ein eigenes
Profil gegeben.
UFA-Revue: Sie sprechen beide von
starken Frauen. Frau Braun, Sie beschreiben die eher klein geratene Dora Prinz,
die schuftete wie ein Knecht. Sind starke
Frauen auch harte Frauen?
Annegret Braun: Es sind starke
Frauen im Sinne von selbstbewusst. Sie
haben klare Vorstellungen davon, was
sie wollen. Die eine Bäuerin in Bayern,
die Dirndlnäherin, die wirkt wohl auf
den ersten Blick sehr streng, aber als ich
sie persönlich kennenlernte, war sie
sehr herzlich. Sie hat viel anpacken müssen und hat dadurch eine etwas raue
Schale entwickelt, aber sie geht liebevoll mit ihren Kindern und Enkelkindern
um. Die Stärke beruht in der Bodenständigkeit. In der Landwirtschaft gibt es immer wieder Zeiten, die sehr hart sind.
Auch bei grossen Arbeitsspitzen müssen
die Kinder oder betagte Grosseltern versorgt werden. Stärke im Sinne einer inneren Willenskraft und im Bewältigen
einer grossen Arbeitsbelastung.
Werner Wüthrich: Ich kenne schon
harte und verbitterte Frauen. Aber das
sind Ausnahmen. Ich sehe auch keinen
Unterschied zwischen Bäuerinnen und
Frauen im Theater oder in den Städten.
Die Bodenhaftigkeit ist ein Merkmal
von Bäuerinnen, aber
nicht nur von Bäuerinnen.
Annegret Braun (48)
ist Bauerntochter und
lernte Krankenschwester. Später
studierte sie Volkskunde und Europäische
Ethnologie. Heute
ist sie Lehrbeauftragte
an der Ludwig-Maximilians-Universität in
München.
www.annegretbraun.de
UFA-Revue: Bäuerinnen müssen extrem
viel leisten.
Annegret
Braun:
Ja, das bringt der bäuerliche Alltag mit sich.
Wenn der Betrieb vergrössert wird, müssen
die Frauen das mittragen. Das Spannende am Beruf der Bäuerin ist, dass man
nicht stehen bleibt, sondern dass man
sich weiterentwickeln, neue Betriebszweige aufbauen kann. Die Bäuerin
muss ja auch finanziell etwas zum Hof
beitragen und sie sind auch stolz darauf.
UFA-Revue: Jeremias Gotthelf habe
in seinen Erzählungen die Buben mit Namen versehen, Ueli oder Hans. Hingegen
77
LANDLEBEN
braucht den Bezug zur Natur und die
Verwurzelung und Verantwortung gegenüber dem, was die Bauernfamilie
von ihren Vorfahren übernommen haben.
Werner Wüthrich
und Annegret Braun
trafen sich anlässlich
der Tagung «Frauen
in der Landwirtschaft»
in Bern.
78
tauchen die
Mädchen meistens nur
als Meitli auf, schreiben Sie, Herr
Wüthrich. Sie, Frau Braun, zitieren, dass
ein Bauer tagelang mit seiner Frau nicht
mehr sprach, als ein Mädchen geboren
wurde. Sind diese Zeiten vorbei?
Annegret Braun: Wir sind zu Hause
vier Mädchen gewesen. Mein Vater
wurde manchmal gefragt, wie seine Reaktion gewesen sei, als das vierte Kind
nochmals ein Mädchen war. Er hat immer gesagt: Ich habe mich gefreut, dass
es gesund war. Er hat nie gesagt, dass er
sich vielleicht einen Jungen gewünscht
hätte.
Werner Wüthrich: Mein Grossvater wollte, damals während des ersten
Weltkrieges, einen Hofnachfolger. Da
kam das erste Mädchen, das zweite und
das dritte. Und als meine Mutter mit
Jahrgang 1918 geboren wurde, sagte er
gegenüber der Hebamme: «Schon wieder ein Mädchen und noch mit roten
Haaren.» Das war der Start von meiner
Mutter. Gut, dass diese Zeiten vorbei
sind.
Annegret Braun: Eine Bäuerin hat
sogar acht Mädchen zur Welt gebracht,
dann haben sie die Hebamme gewechselt. Aber das nächste Kind war wieder
ein Mädchen. Nach einer Lesung habe
ich mich mit einer Bäuerin unterhalten,
welche erzählte, dass sowohl der Sohn
als auch die Tochter den Betrieb übernehmen wollen, die Tochter ist die Ältere. Die Option, dass eine Tochter den
Hof übernimmt, wird heute ausdiskutiert. Die Frauen früher hätten wohl
auch gerne einen Hof übernommen,
aber es war klar, dass einer der Brüder
den Hof übernehmen würde.
Werner Wüthrich: Auch Bauernfamilien sind in der Gegenwart angekommen. Die Kinder werden nicht mehr zu
einer Hofnachfolge gedrängt. Ich weiss
von einem Betrieb, wo sich der Sohn bei
den Hofarbeiten etwas linkisch anstellt.
Wobei die Mutter das anders beurteilt.
Sie sagt, der Vater hätte keine Geduld
gehabt. Die Hoffnung für die Betriebsnachfolge liegt dort auf der Tochter.
UFA-Revue: Wie sehen Sie die Arbeitsteilung auf dem Hof?
Werner Wüthrich: Es gibt viele
Bauernpaare, die normal und vernünftig
ihre Betriebs- und Familienarbeit aufteilen. Auch wenn die halbe Nachbarschaft
aufschreit, wenn plötzlich der Bauer seine sechsjährige Tochter in den Kindergarten bringt. Umgekehrt beteiligen
sich die Bäuerinnen an Entscheidungen,
die den Hof betreffen.
UFA-Revue: Der Begriff Unternehmer taucht bei Ihnen beiden auf. Was verstehen die Bäuerinnen darunter?
Annegret Braun: Eine Bäuerin erklärte mir, sie sei Unternehmerin und
nicht Unterlasserin. Viele Bäuerinnen
machen die Buchhaltung, den Zahlungsverkehr, Planungen, wirtschaftliche Berechnungen und Preiskalkulationen.
Das sind unternehmerische Qualitäten.
Auch schon früher, mit der Haltung von
Kleinvieh und der Eiervermarktung, bewiesen die Bäuerinnen unternehmerische Qualitäten.
Werner Wüthrich: Der Begriff Unternehmer ist ideologisch belastet.
Wenn wir das historisch betrachten,
dann waren Bäuerinnen und Bauern
über Jahrhunderte Überlebenskünstler.
Das Überleben betrachte ich als einen
Hauptteil der bäuerlichen Kultur. Das
Überleben gegenüber der Natur. Aber
eigentlich waren sie in dieser Überlebensthematik ihres Hofes Unternehmer.
Wird Unternehmer hingegen mit Gewinnmaximierung gleichgesetzt, dann
haben Bauernfamilien damit ein Problem.
Annegret Braun: Das Unternehmertum darf nicht einseitig sein. Es
UFA-Revue: Leiden die Bäuerinnen
unter der Agrarpolitik?
Annegret Braun: Es ist schon
schwierig, sich immer neuen Begebenheiten anzupassen. Es gibt inzwischen
Kurse der Landfrauenvereine, um die
Bäuerinnen sozusagen fit zu machen für
den Umgang mit agrarpolitischen Bestimmungen.
Werner Wüthrich: Agrarpolitik ist
in partnerschaftlichen Beziehungen permanent ein Thema. Ich traf eine Bäuerin, die immer Mühe hatte mit dem
Schreiben. Sie wurde Bäuerin, weil sie
mit den Händen arbeiten wollte. Sie findet heute, dass sie vom Regen in die
Traufe gekommen ist. Angestellte vom
Bundesamt für Landwirtschaft haben
mein Buch «Die sie Bauern nannten» gelesen und luden mich Mitte Januar für
eine Lesung ein. Bevor ich las, schaute
ich nach oben, quasi in den Himmel,
und dachte: Grossvater und Vater
schaut euch das an! Mein Grossvater
hatte nämlich ein eher rebellisches Potenzial gegenüber dem Staat. Ich komme aber nicht umhin anzumerken, dass
sich die Themen des Bundesamtes für
Landwirtschaft sehr gewandelt haben.
Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber es hat auch bei den
Agrarexperten eine Entwicklung stattgefunden und die Interessen der Bäuerinnen haben Eingang in die Agrarpolitik
gefunden.
Ⅵ
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Fortsetzung
Seite 87
79
GARTENSEITE
LANDLEBEN
Einladung zum Blütenball
HORTENSIEN verbreiten einen Hauch von Nostalgie und
erinnern an romantische Bauerngärten. In fantastischen Farben
und sogar gefüllt sind die imposanten Blütenbälle wieder dick
im Geschäft. Kein Wunder: Das Gehölz ist robust und pflegeleicht,
blüht während Monaten und jedes Jahr üppiger.
Edith
Beckmann
Während der 60-er-Jahre machten
Ballhortensien im Topf Karriere zum
Muttertag. Dann galten sie lange als
bieder und führten ein Schattendasein. Da fühlen sie sich aber auch besonders wohl. In praller Sonne machen die
Blüten schlapp und ihr Durst ist schier
grenzenlos. Kein Wunder: Der botanische Name «Hydrangea» bedeutet
«Wasserstrauch».
Hortensien sind wunderbar wandelbar und wechseln die Blütenfarbe wie
ein Chamäleon. Zum Sommeranfang
öffnen sie Knospen in Pastelltönen,
meist etwas grün überhaucht. Voll erblüht sind sie strahlend weiss, leuchtend
rot oder rosa in Varianten. Blaue Hortensien sind wie der Himmel auf Erden
– aber keine Sorten, sondern eine chemische Reaktion.
So macht man blau Voraussetzung für blaue Hortensien sind saure Erde, kalkarmes Wasser und spezieller
Dünger, der Aluminium enthält. Ohne
diese Massnahmen färben sich die Blüten rosa!
Mit der gleichen Prozedur lassen sich
Hortensien mit rosa und roten Blüten
blau färben: Das Gehölz in MoorbeetErde setzen und mit Dünger für Hortensien-Blau giessen. Variante: Dem Giesswasser pro Liter wöchentlich zwei
Gramm Ammonik-Alaun (Drogerie oder
Apotheke) beifügen.
Schnitt erst im Frühling Im Spätherbst trumpft die Verwandlungskünstlerin mit morbiden Blütenfarben auf.
Wenn die Blütenbälle im Winter trocken und spröde sind, schmücken sie
sich mit glitzerndem Raureif und hübschen Schneehäubchen.
Erst wenn im Frühjahr die
Blätter spriessen, haben die
Blütenbälle ausgedient. Sie
werden knapp oberhalb
Zweifarbiger Dauerblüher:
«Pepermint» aus der aktuellen
«Forever & Ever»-Kollektion.
Bild: zVg
einer kräftig entwickelten Blattknospe
abgeschnitten. Wird zu früh oder zu
stark geschnitten, bleibt die üppige Blütenfülle aus! Denn die imposanten Bälle
entwickeln sich am alten Holz; Neutriebe blühen erst im nächsten Jahr.
Ausnahme bilden die Neuzüchtungen
«Endless Summer» und «Forever &
Ever». Sie entwickeln laufend neue Triebe mit imposanten Blütenbällen, die bis
zu 25 Zentimeter Durchmesser erreichen können!
Ⅵ
Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten
• Mit der Aussaat von Bohnen ab Mitte
Mai gleich Bohnenkraut dazu säen:
Die Gewürzpflanze wehrt Läuse und
Schnecken ab.
• Sellerie hält Thrips und Lauchmotten
fern: Setzen Sie das Wurzelgemüse
nach den Eisheiligen zusammen mit
Lauch ins gleiche Beet.
• Setzlinge für guten Bodenkontakt mit
der Giesskanne (ohne Brause!) tüchtig
einschwemmen. Schattieren mit
Kartonhütchen oder umgestülpten
Töpfen.
• Lilienhähnchen schädigen nicht nur
Lilien, sondern auch Kaiserkronen!
Beim Ablesen eine Dose unter den
roten Käfer halten, denn bei
Erschütterung lässt er sich fallen.
Ballkönigin: Die gute alte
Hortensie hat sich fein
gemacht und trumpft mit
neuen Farben auf.
• Verblühte Tulpen und Narzissen
köpfen, denn die Samenausbildung
kostet der Zwiebel unnötig Kraft. Die
Blätter hingegen in Ruhe einziehen
lassen.
Bild: BBH
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de Teneriffa an. Teneriffa gehört zu den Kanarischen Inseln und hat einen vulkanischen Ursprung.
Erleben Sie diese wunderschöne Landschaft auf
eigene Faust oder auf einem Ausflug von Costa.
16. Tag: Morgen Ankunft in Rio de Janeiro. Die
berühmteste Stadt Brasiliens zieht jährlich Millio-
12. Tag: Morgens Ankunft in Recife, der Hauptstadt
des brasilianischen Bundesstaates Pernambuco.
13. Tag: Heute machen Sie Halt in Maceio, auch
die «Stadt der Wasser» genannt.
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4. Tag: Am Morgen Ankunft in Casablanca. Casablanca liegt in Marokko an der Atlantikküste. Lassen Sie
sich vom marokkanischen Flair verzaubern.
7.–11. Tag: Erholung auf See. Sie überqueren den
grossen Teich. Nutzen Sie das grosse Angebot an
Bord und lassen Sie es sich gut gehen.
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nen Besucher an. Besuchen Sie den Zuckerhut und
die Copacabana.
17. Tag: Am Morgen Ankunft in Santos, einer der
bedeutendsten Hafenstädte Lateinamerikas. Nicht
weit von Santos entfernt liegt die Grossstadt São
Paulo.
18. Tag: Erholung auf See. Geniessen Sie noch
einmal das Leben an Bord Ihres Schiffes.
19. Tag: Nach dem Mittag Ankunft im Hafen von
Punta del Este. Punta del Este ist eine Stadt in Uruguay, nicht weit von der Hauptstadt Montevideo
entfernt.
20.–21. Tag: Morgen Ankunft in Buenos Aires, dem
letzten Hafen Ihrer Reise. Sie haben die Möglichkeit
die Hauptstadt Argentiniens näher kennenzulernen.
Am Abend des 21. Tages Ausschiffung und Transfer
zum Flughafen. Rückflug in die Schweiz.
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REZEPT
LANDLEBEN
Rhabarber geniessen
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Fina Schuler freut sich jedes Jahr auf den üppig wachsenden
Rhabarber und probiert gerne neue Rezeptideen aus. Hier zwei
ihrer Rezepte, vorgekostet von ihrer Familie und für sehr gut
befunden.
Rhabarber-Cake
200 g Butter
4 Eier
200 g Zucker
1 Päckli Vanillezucker
200 g Mehl
1 Päckli Backpulver
300 g Rhabarber
Butter, Eier, Zucker und Vanillezucker
schaumig rühren. Mehl und Backpulver
darunter mischen. Die Rhabarber waschen und fein schneiden und unter den
Teig verrühren. Backen: 180 – 200 °C, ca.
1 Stunde.
Rhabarber-Tiramisu
1200 g Rhabarber
300 g Zucker
1 Prise Salz
500 g Magerquark
250 g Mascarpone
250 g Rahmquark
1 Spritz Zitronensaft
Löffelbisquit
Rhabarber in Stücke schneiden, etwas
Wasser zugeben und mit dem Zucker
und einer Prise Salz zu einem Kompott
kochen. Die Prise Salz nimmt den Rhabarbern die Säure. Wenn der Rhabarber
zerfällt, erkalten lassen und mit einem
Schwingbesen verrühren, quasi pürieren.
Quark und Mascarpone mit dem Zitronensaft glatt verrühren. Den Boden
einer Gratinform oder einer grossen
Schüssel mit Löffelbisquit auslegen. Die
Hälfte des Kompotts darauf verstreichen
und die Hälfte der Quarkmasse darauf
verteilen. Dann wieder eine Schicht Löffelbisquit, eine Schicht Quarkkompott
und mit einer Quarkschicht abschliessen. Im Kühlschrank ziehen lassen.
Tipp
Rhabarber ernten, in Stücke schneiden
und in 500 g Päckli tiefgefrieren. Je so
ein Päckli in der Erdbeeren-Saison mit
700 g Erdbeeren, 600 g Zucker und einem Päckli Geliermittel zu einer feinen
Konfitüre kochen.
Ⅵ
Rhabarber wirkt
verdauungsfördernd
und enthält die
Vitamine A und C
sowie Kalium.
UFA-REVUE · 5 2011
Für die Bäuerin Fina Schuler
gehören Multitasking, Ausdauer,
Mut und Beharrlichkeit (einfach
dran bleiben) zum Leben. Als
Ausgleich singt sie im Kirchenchor
und spielt Panflöte.
Unsere Rezeptbäuerin
Fina Schuler (54)
bewirtschaftet mit
ihrem Mann Theo
einen Milchwirtschaftsbetrieb in Cham
(ZG). Gross ist dabei
die Mithilfe der Kinder
(drei Jungen und vier
Mädchen im Alter von
17 bis 31 Jahren). Sehr
viel Freude bereiten
auch schon die Enkelkinder, Zwillinge des
zweitältesten Sohnes.
Durch eine komplizierte Knieverletzung ist
Fina momentan ans
Haus gebunden. Sie
kann es aber kaum
erwarten wieder das
Galtvieh zu versorgen.
Auch ihr Garten fehlt
ihr, denn in ihrem
Haushalt wird Selbstversorgung gross
geschrieben. Sie ist im
Vorstand des Zuger
Bäuerinnenvereins und
half mit beim Zuger
Bäuerinnen Kochbuch.
85
ICH BIN GERNE BAUER
LANDLEBEN
Nachdenklich und
optimistisch
Fabien Kolly, 27
aus Corbières (FR)
«Wer für seine
Leidenschaft lebt,
der arbeitet nie.»
Kalenderspruch
86
«Man muss nicht immer jammern.
Wir Bauern haben es doch gar nicht so
schlimm», sagt ausgerechnet einer, der
anfangs Jahr seinen Vater verloren hat.
Der junge 27-jährige Meisterlandwirt
Fabien Kolly schaut nachdenklich, aber
auch optimistisch in die Zukunft. Sein
Betrieb umfasst 40 ha ergänzt mit Sömmerungsweiden. Während der Sommermonate wird selber Alpkäse auf der Alp
Montasson hergestellt.
Die landwirtschaftliche Ausbildung,
vor allem die Betriebsleiterschulung, erachtet Fabien als wichtiger Eckpunkt,
um seinen landwirtschaftlichen Betrieb
zu führen. Es sei für ihn eine Ehre den
Betrieb zu führen, erklärt Fabien Kolly,
der fünf Brüder hat. Der junge Greyerzer
ist stolz auf seine Unabhängigkeit und
will die Familientradition weiterführen.
Fabien Kolly ist leidenschaftlicher
Milchviehzüchter, davon zeugen die
Plaketten an der Stallwand. Eigentlich
findet er es schade, dass der Betrieb einseitig auf Milchwirtschaft ausgerichtet
ist, was regional im Greyerzerland gar
nicht anders möglich ist. «Der Ackerbau
ist den Talbauern genauso wichtig wie
uns die Viehzucht», sagt er und fügt an,
dass es eigentlich schön wäre, wenn es
zwischen Viehzucht und Ackerbau, zwischen Berg- und Talbauern mehr Austausch und Diskussionen gäbe.
Mit 45 Kühen und einem Laufstallprojekt im Köcher, hofft Fabien von der
Landwirtschaft leben zu können. Falls
das schwierig werden könnte, will er
seine Alphütte für den Agrotourismus
nutzen oder seinen Käse im Direktverkauf verkaufen.
Die Administration, die mit dem Führen eines Betriebs einhergeht, ist für Fabien eigentlich schwer zu ertragen. Ein
guter Tag nämlich ist für ihn, wenn er
mit den Kühen arbeiten, füttern oder
melken kann und nicht Formulare auszufüllen. Fabien ist sich der Herausforderungen, die sich am Horizont abzeichnen, bewusst. Aber er weiss, dass er
Ressourcen mobilisieren kann, um seine
Leidenschaft zu leben.
Gaël Monnerat
5 2011 · UFA-REVUE
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Auswuchs beim
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Rechtmässiger
Medizineinsatz
Rollentausch auf
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Ein Blick über die Grenze
ins Ausland zeigt, dass
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Impressum
UFA-Revue
Die Mitglieder-Fachzeitschrift
der fenaco-LANDI Gruppe.
Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8,
9 und 11 erscheinen mit im
Abonnement inbegriffener
Beilage des LANDI-Contact.
ISSN 1420-5106
Herausgeber
fenaco Genossenschaft,
Erlachstrasse 5,
3001 Bern
UFA-REVUE · 5 2011
Mitherausgeber
LV-St. Gallen, GVS Schaffhausen.
Die Beteiligungen der Herausgeber an anderen Unternehmungen sind in den gültigen
Geschäftsberichten aufgeführt.
Erhältlich beim Verlag.
Matthias Roggli.
Anne-Marie Trümpi,
Redaktionsassistenz.
Redaktion
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Hirschi, Cyril de Poret und
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Genossenschaften gratis.
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Winterthur;
Mattenbach AG, Winterthur
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