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FLENDER gear units - Siemens

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Standard Industriegetriebe
FLENDER SIG
H.SH, H.HH, H.DH,H.KH, H.FH
B.SH, B.HH, B.DH, B.KH, B.FH
Größe 503 bis 514
Montage‐ und Betriebsanleitung
BA 5510 de 09/2012
FLENDER gear units
Standard Industriegetriebe
FLENDER SIG
H.SH, H.HH, H.DH,H.KH, H.FH
B.SH, B.HH, B.DH, B.KH, B.FH
Größe 503 bis 514
Montage‐ und Betriebsanleitung
Technische Daten
1
Allgemeine Hinweise
2
Sicherheitshinweise
3
Transport und
Lagerung
4
Technische
Beschreibung
5
Montage
6
Inbetriebnahme
7
Betrieb
8
Störungen, Ursachen
und Beseitigung
9
Originale Montage‐ und Betriebsanleitung
BA 5510 de 09/2012
2 / 129
Wartung und
Instandhaltung
10
Ersatzteilhaltung,
Kundendienst
11
Erklärungen
12
Rechtliche Hinweise
Warnhinweiskonzept
Dieses Handbuch enthält Hinweise, die Sie zu Ihrer persönlichen Sicherheit sowie zur Vermeidung
von Sachschäden beachten müssen. Die Hinweise zu Ihrer persönlichen Sicherheit sind durch ein
Warndreieck hervorgehoben, Hinweise zu alleinigen Sachschäden stehen ohne Warndreieck.
Je nach Gefährdungsstufe werden die Warnhinweise in abnehmender Reihenfolge wie folgt
dargestellt.
GEFAHR
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten wird, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
WARNUNG
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
VORSICHT
bedeutet, dass eine leichte Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
ACHTUNG
bedeutet, dass Sachschaden eintreten kann, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen
nicht getroffen werden.
Beim Auftreten mehrerer Gefährdungsstufen wird immer der Warnhinweis zur jeweils höchsten Stufe
verwendet. Wenn in einem Warnhinweis mit dem Warndreieck vor Personenschäden gewarnt wird,
kann im selben Warnhinweis zusätzlich eine Warnung vor Sachschäden angefügt sein.
Qualifiziertes Personal
Das zu dieser Dokumentation zugehörige Produkt oder System darf nur von für die jeweilige
Aufgabenstellung qualifiziertem Personal gehandhabt werden, unter Beachtung der für die
jeweilige Aufgabenstellung zugehörigen Dokumentation, insbesondere der darin enthaltenen
Sicherheits- und Warnhinweise.
Qualifiziertes Personal ist auf Grund seiner Ausbildung und Erfahrung befähigt, im Umgang mit
diesen Produkten oder Systemen Risiken zu erkennen und mögliche Gefährdungen zu vermeiden.
Bestimmungsgemäßer Gebrauch von Siemens-Produkten
Beachten Sie Folgendes:
WARNUNG
Siemens-Produkte dürfen nur für die im Katalog und in der zugehörigen technischen
Dokumentation vorgesehenen Einsatzfälle verwendet werden. Falls Fremdprodukte und
-komponenten zum Einsatz kommen, müssen diese von Siemens empfohlen oder zugelassen
sein. Der einwandfreie und sichere Betrieb der Produkte setzt sachgemäßen Transport,
sachgemäße Lagerung, Aufstellung, Montage, Installation, Inbetriebnahme, Bedienung und
Instandhaltung voraus. Die zulässigen Umgebungsbedingungen müssen eingehalten werden.
Hinweise in den zugehörigen Dokumentationen müssen beachtet werden.
Marken
Alle mit dem Schutzrechtsvermerk ® gekennzeichneten Bezeichnungen sind eingetragene Marken
der Siemens AG. Die übrigen Bezeichnungen in dieser Schrift können Marken sein, deren Nutzung
durch Dritte für deren Zwecke die Rechte der Inhaber verletzen kann.
Haftungsausschluss
Wir haben den Inhalt der Druckschrift auf Übereinstimmung mit der beschriebenen Hard- und
Software geprüft. Dennoch können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden, sodass wir für die
vollständige Übereinstimmung keine Gewähr übernehmen. Die Angaben in dieser Druckschrift
werden regelmäßig überprüft, notwendige Korrekturen sind in den nachfolgenden Auflagen
enthalten.
BA 5510 de 09/2012
3 / 129
Vorwort
Der Begriff "Montage- und Betriebsanleitung" wird im weiteren Verlauf auch kurz "Anleitung" oder
"Handbuch" genannt.
Symbole in dieser Montage‐ und Betriebsanleitung
Dieses Symbol macht eine drohende Explosionsgefahr im Sinne der Richtlinie 94/9/EG zusätzlich
kenntlich.
Dieses Symbol macht eine drohende Verbrennungsgefahr an heißen Oberflächen im Sinne der
Norm “DIN EN ISO 13732-1” zusätzlich kenntlich.
Erdungsanschlußstelle
Entlüftungsstelle
gelb
Öleinfüllstelle
gelb
Ölablaßstelle
weiß
Ölstand
rot
Ölstand
rot
Ölstand
rot
Anschlußstelle
Schwingungsüberwachung
Schmierstelle
rot
Fett verwenden
Transportauge
Ringschraube
Nicht aufschrauben
Ausrichtfläche, horizontal
Ausrichtfläche, vertikal
Diese Symbole beschreiben den
Vorgang der Ölstandskontrolle mit dem Ölmeßstab.
Diese Symbole weisen darauf hin,
daß der Ölmeßstab immer fest einzuschrauben ist.
BA 5510 de 09/2012
4 / 129
Inhaltsverzeichnis
1.
Technische Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
9
1.1
1.1.1
1.2
1.2.1
1.2.2
1.3
1.3.1
1.3.2
1.3.3
1.3.4
1.4
Allgemeine technische Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Umgebungstemperatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ausführungen und Gewichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ausführungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Gewichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Meßflächen-Schalldruckpegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Kegelstirnradgetriebe (B...) mit Lüfter . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Kegelstirnradgetriebe (B...) ohne Lüfter . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Stirnradgetriebe (H...) mit Lüfter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Stirnradgetriebe (H...) ohne Lüfter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Geräteliste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
9
10
10
10
11
12
12
13
14
15
15
2.
Allgemeine Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
16
2.1
2.2
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Urheberrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
16
16
3.
Sicherheitshinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
17
3.1
3.2
3.3
Grundsätzliche Pflichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Umweltschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Besondere Gefahrenart und persönliche Schutzausrüstung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
17
18
19
4.
Transport und Lagerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
20
4.1
4.2
4.3
4.4
4.4.1
4.4.2
4.4.2.1
4.4.2.2
4.4.3
4.4.3.1
Lieferumfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Transport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagern des Getriebes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Standardmäßige Beschichtung und Konservierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Innenkonservierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Konservierungsverlängerung des Getriebeinneren bei längerer Lagerung des Getriebes . . . . .
Konservierungsverlängerung mit Getriebeöl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Konservierungsverlängerung mit "Castrol Corrosion Inhibitor N 213” . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Außenkonservierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Nachkonservierung der metallischen, blanken Außenflächen des Getriebes . . . . . . . . . . . . . . . .
20
20
24
25
25
27
27
28
29
29
5.
Technische Beschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
30
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5
5.5.1
5.5.2
5.6
5.7
5.7.1
5.7.2
5.7.3
5.7.4
5.7.5
5.8
5.8.1
5.9
5.9.1
5.9.2
5.9.3
Allgemeine Beschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Abtriebsausführungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Gehäuse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Verzahnte Teile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schmierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Tauchschmierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Druckschmierung durch angebaute Ölversorgungsanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagerung der Wellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Wellenabdichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Radialwellendichtringe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Labyrinthdichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Taconite‐Dichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Tacolab‐Dichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Trockenlaufschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Rücklaufsperre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Drehmomentbegrenzende Rücklaufsperre (Sonderausführung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kühlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lüfter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kühlschlange . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölversorgungsanlage mit Luft-Ölkühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
30
31
32
34
35
35
35
36
36
36
37
37
40
41
41
42
44
44
45
46
BA 5510 de 09/2012
5 / 129
5.9.4
5.9.4.1
5.9.4.2
5.9.4.3
5.9.5
5.10
5.11
5.12
5.13
5.14
5.15
5.15.1
5.15.2
5.15.3
5.16
5.17
5.17.1
5.17.2
5.17.3
5.17.4
Angebaute Ölversorgungsanlage mit Wasser-Ölkühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Pumpe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Wasser-Ölkühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Filter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Separate oder externe Ölversorgungsanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kupplungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Heizelemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölstandsanzeige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Öltemperaturüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölniveauüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagerüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagerüberwachung durch Widerstandsthermometer Pt 100 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagerüberwachung durch Stoßimpulsaufnehmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagerüberwachung durch Beschleunigungssensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Drehzahlgeber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hilfsantrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hilfsantrieb, ausgelegt als Wartungsantrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hilfsantrieb, ausgelegt als Lastantrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Überholkupplung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Hilfsantrieb und drehmomentbegrenzender Rücklaufsperre . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
48
49
49
49
50
50
50
51
51
52
52
52
53
54
55
55
56
58
58
59
6.
Montage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
60
6.1
6.2
6.3
6.3.1
6.3.1.1
6.3.1.2
6.3.2
6.3.2.1
6.3.2.2
6.3.2.3
6.3.2.4
6.4
6.4.1
6.4.2
6.4.2.1
6.4.2.2
6.4.3
6.5
6.5.1
6.5.2
6.5.2.1
6.5.2.2
6.5.2.3
6.5.3
6.6
6.6.1
6.6.1.1
6.6.1.2
6.6.1.3
6.7
6.8
6.9
6.9.1
6.10
6.10.1
Allgemeine Montagehinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Auspacken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebemontage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebemontage auf Gehäusefuß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fundament . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fundament für Drehmomentstütze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Beschreibung der Montagearbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ausrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Montage auf einem Fundamentrahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Montage auf einem Betonfundament mit Steinschrauben oder Fundamentklötzen . . . . . . . . . . .
Montage auf einem Betonfundament mit Ankerschrauben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Montage eines Aufsteckgetriebes mit Hohlwelle und Paßfedernut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Montage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufziehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Axiale Sicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Demontage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufsteckgetriebe mit Hohlwelle und Passverzahnung nach der Norm "DIN 5480" . . . . . . . . . . . .
Vorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Montage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufziehen mit eingebauter DU‐Buchse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufziehen mit loser DU‐Buchse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Axiale Sicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Demontage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufsteckgetriebe mit Hohlwelle und Schrumpfscheibe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Montage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufziehen mit eingebauter DU‐Buchse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufziehen mit loser DU‐Buchse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Axiale Sicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schrumpfscheibe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kupplungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufsteckgetriebe mit Flanschwelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufsteckgetriebe mit Blockflansch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Montage der Drehmomentstütze für Getriebegehäuse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Anbau der Drehmomentstütze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
60
61
61
61
61
62
62
64
65
66
68
70
70
70
71
72
72
75
75
76
77
78
78
78
81
81
82
82
83
83
84
86
87
89
89
BA 5510 de 09/2012
6 / 129
6.11
6.11.1
6.12
6.13
6.14
6.15
6.16
6.17
6.18
6.19
6.20
6.21
6.22
6.23
6.23.1
6.23.2
Montage der Abstützung für Getriebeschwingen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Anbau der Abstützung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Kühlschlange . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Luft-Ölkühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit angebautem Wasser-Ölkühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit separater Ölversorgungsanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Heizstäben/Heizelementen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Öltemperaturüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölniveauüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagerüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Drehzahlgeber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Allgemeine Hinweise zu Anbaukomponenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Abschließende Arbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Verschraubungsklassen, Anziehdrehmomente und Vorspannkräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Verschraubungsklassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Anziehdrehmomente und Vorspannkräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
90
90
91
91
92
92
92
92
92
92
92
92
93
93
93
94
7.
Inbetriebnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
96
7.1
7.1.1
7.1.2
7.1.3
7.1.4
7.2
7.3
7.3.1
7.3.2
7.3.3
7.3.3.1
7.3.4
7.3.5
7.3.6
7.3.7
7.3.8
7.3.9
7.4
7.4.1
7.4.1.1
7.4.1.2
7.4.2
7.4.2.1
Maßnahmen vor Inbetriebnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Entkonservierung (außen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Entkonservierung (innen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schmierstoff einfüllen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schmierstoff einfüllen bei Getrieben mit angebauter Rücklaufsperre und/oder Hilfsantrieb . . . .
Ölmengen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Inbetriebnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Kühlschlange oder externer Ölversorgungsanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Rücklaufsperre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Drehmomentbegrenzender Rücklaufsperre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebe mit Hilfsantrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Temperaturmessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölniveauüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lagerüberwachung (Schwingungsmessung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Heizstäbe/Heizelemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kontrollmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Außerbetriebsetzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Innenkonservierung bei längerer Außerbetriebsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Innenkonservierung mit Getriebeöl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Innenkonservierung mit "Castrol Corrosion Inhibitor N 213" . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Außenkonservierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ausführung der Außenkonservierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
96
96
96
98
100
102
103
104
104
105
105
105
106
107
107
107
108
108
108
108
108
109
109
8.
Betrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
110
8.1
8.2
8.3
Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Unregelmäßigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
110
110
111
9.
Störungen, Ursachen und Beseitigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
112
9.1
9.2
9.2.1
Allgemeine Störungshinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Mögliche Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Leckage und Dichtheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
112
112
117
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7 / 129
10.
Wartung und Instandhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
118
10.1
10.1.1
10.2
10.2.1
10.2.2
10.2.3
10.2.4
10.2.5
10.2.6
10.2.7
10.2.8
10.2.9
10.2.10
10.2.11
10.2.12
10.2.13
10.2.14
10.2.15
10.2.16
10.3
10.4
10.5
Allgemeine Wartungsangaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Allgemeine Ölgebrauchsdauern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Beschreibung der Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Öl auf Wassergehalt untersuchen; Erstellung von Ölanalysen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ölwechsel durchführen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Grobfilter reinigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Naßluftfilter wechseln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Luftfilter reinigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Luft‐Ölkühler kontrollieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Wasser‐Ölkühler kontrollieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Reibbeläge der drehmomentbegrenzenden Rücklaufsperre kontrollieren . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hilfsantrieb kontrollieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lüfter und Getriebe reinigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fett bei Taconite‐Dichtungen nachpressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fett bei Tacolab‐Dichtungen nachpressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kühlschlange kontrollieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schlauchleitungen prüfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Öl nachfüllen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Befestigungsschrauben auf festen Sitz kontrollieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Abschließende Arbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Getriebedurchsicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schmierstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
118
120
120
120
120
122
122
122
123
123
123
123
123
124
124
124
125
125
125
126
126
126
11.
Ersatzteilhaltung, Kundendienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
127
11.1
11.2
Ersatzteilhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Adressen für Ersatzteilbestellung und Kundendienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
127
127
12.
Erklärungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
128
12.1
Einbauerklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
128
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1.
Technische Daten
1.1
Allgemeine technische Daten
Das Typenschild des Getriebes enthält die wichtigsten technischen Daten. Diese Daten und die
zwischen Siemens und dem Besteller vertraglich festgelegten Vereinbarungen für das Getriebe legen
die Grenzen seiner bestimmungsgemäßen Verwendung fest.
①
②
③
⑤
⑦
④
⑥
⑧
⑨
⑩
⑪
⑫
⑬
Bild 1: Typenschild Getriebe
①
②
③
④
⑤
⑥
Firmenlogo
Auftrags-Nr., Position, Lfd.-Nr, Baujahr
Gesamtgewicht in kg
Für besondere Angaben
Bauart, Größe *)
Leistungsangabe P2 in kW oder
Drehmoment T2 in Nm
⑦
⑧
⑨
⑩
⑪
⑫
⑬
Drehzahl n1
Drehzahl n2
Öldaten (Ölsorte, Ölviskosität, Ölmenge)
Nummer(n) der Anleitung(-en)
Für besondere Angaben
Hersteller und Fertigungsort
Ursprungsland
*) Beispiel
B 3 S H
513
Größe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 503...514
Einbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . H = Horizontal
Ausführung Abtriebswelle . . . S
H
D
K
=
=
=
=
Vollwelle
Hohlwelle mit Paßfedernut
Hohlwelle für Schrumpfscheibe
Hohlwelle mit Passverzahnung
nach der Norm "DIN 5480"
F = Flanschwelle
Stufenzahl . . . . . . . . . . . . . . . . . 1, 2, 3 oder 4
Getriebetyp . . . . . . . . . . . . . . . . H = Stirnradgetriebe
B = Kegel‐Stirnradgetriebe
(nur Stufenzahl 2, 3 oder 4)
Angaben zu den Gewichten und zum Meßflächen-Schalldruckpegel
Getriebebauarten finden Sie in den Punkten 1.2.2 und 1.3.
der
verschiedenen
Weitere technische Daten entnehmen Sie bitte den Zeichnungen in der Getriebedokumentation
und/oder dem auftragsabhängig erstellten Datenblatt.
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1.1.1
Umgebungstemperatur
Hinweis
Das Getriebe darf, wenn nicht anders vertraglich vereinbart, keinen schädlichen Einwirkungen, wie
z. B. aggressiven chemischen Produkten ausgesetzt sein. Durch Anwendung verschiedener,
geeigneter Maßnahmen kann das Getriebe in einem Umgebungstemperaturbereich von
- 40 °C bis + 60 °C eingesetzt werden. Dieses muß aber generell von Siemens genehmigt und im
Auftragstext vereinbart sein.
1.2
Ausführungen und Gewichte
1.2.1
Ausführungen
H.SH
B.SH
H.HH
H.DH
H.KH
B.HH
B.DH
B.KH
H.FH
B.FH
BA 5510 de 09/2012
10 / 129
1.2.2
Gewichte
Tabelle 1:
Gewichte (Richtwerte)
Ca.-Gewicht (kg)
503
504
505
506
507
Getriebegröße
508 509 510
H1.H
150
245
350
395
620
710
970
H2.H
-
190
285
360
515
620
H3.H
-
-
310
380
550
H4.H
-
-
-
-
B2.H
175
280
400
B3.H
-
195
B4.H
-
-
Bauart
511
512
513
514
1100
-
-
-
-
830
945
1250
1570
2600
2965
650
885
1035
1470
1695
2420
2860
520
615
820
980
1450
1620
2375
2690
450
725
790
1140
1254
-
-
-
-
320
380
540
630
820
1025
1455
1665
2500
2850
330
375
530
625
830
995
1425
1630
2400
2695
Hinweis
Alle Gewichtsangaben verstehen sich ohne Ölfüllung und ohne Anbauten. Die genauen Gewichte
entnehmen Sie bitte den Zeichnungen in der Getriebedokumentation.
Tabelle 2:
Gesamtgewichte (Richtwerte) für Getriebe einschließlich Hilfsantrieb (Wartungsantrieb)
Ca.-Gewicht (kg)
Bauart
B3.H
Tabelle 3:
504
505
506
507
Getriebegröße
508
509
510
511
512
513
514
257
387
447
645
735
1665
1875
2820
3170
985
1190
Gewichte (Richtwerte) für Getriebe einschließlich Hilfsantrieb (Lastantrieb)
Ca.-Gewicht (kg)
Bauart
B3.H
504
505
506
507
Getriebegröße
508
509
510
280
442
502
685
775
1060
1265
511
512
513
514
1845
2055
3050
3400
Hinweis
Alle Gewichtsangaben verstehen sich ohne Ölfüllung, jedoch mit angebautem Hilfsantrieb,
einschließlich Antriebsmotor des Hilfsantriebes. Die genauen Gewichte entnehmen Sie bitte den
Zeichnungen in der Getriebedokumentation.
BA 5510 de 09/2012
11 / 129
1.3
Meßflächen-Schalldruckpegel
Das Getriebe hat einen Meßflächen-Schalldruckpegel in 1 m Abstand, der aus Tabelle 4, 5, 6 oder 7 zu
entnehmen ist.
Die Messung erfolgt nach der Schallintensitäts-Methode gemäß der Norm "DIN EN ISO 9614" Teil 2.
Der Arbeitsplatz des Bedienungspersonals wird definiert als Ort auf der Meßfläche, die in 1 m Abstand
um das Getriebe gelegt wird und in deren Nähe sich Personen aufhalten.
Der Schalldruckpegel gilt für warmgelaufenes Getriebe sowie Antriebsdrehzahl n1 und
Abtriebsleistung P2 nach Typenschild, bei Messung auf einem Siemens‐Prüfstand. Bei mehreren
Angaben gelten die höchste Drehzahl und die höchste Leistung.
In den Meßflächen-Schalldruckpegel eingeschlossen sind, soweit vorhanden, angebaute
Schmieraggregate. Bei ab- und zuführenden Rohrleitungen gelten die Flansche als Schnittstelle.
Die in der Tabelle angegebenen Schalldruckpegel wurden anhand statistischer Auswertungen unserer
Qualitätskontrolle ermittelt. Mit statistischer Sicherheit ist anzunehmen, daß das Getriebe diese
Geräuschwerte nicht überschreitet.
1.3.1
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Kegelstirnradgetriebe (B...) mit Lüfter
Tabelle 4:
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A) für Kegelstirnradgetriebe mit Lüfter
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A)
Bauart
B2
B3
1)
iN
n1
1/min
5
1500
73
76
.
1000
67
71
7.1
750
61
8
1500
.
1000
503 504 505
Getriebegröße
508 509 510
506
507
511
512
513
514
79
81
83
84
85
73
74
77
78
79
87
-
-
-
-
80
-
-
-
-
64
66
67
70
71
72
73
-
-
-
-
70
73
75
76
78
63
67
68
70
73
81
82
83
-
-
-
-
74
75
77
-
-
-
-
14
750
1)
61
62
64
66
67
68
70
-
-
-
-
16
1500
67
71
74
76
78
79
80
81
-
-
-
-
.
1000
60
64
67
68
70
72
73
74
-
-
-
-
20
750
1)
1)
61
63
65
67
68
69
-
-
-
-
14
1500
-
72
75
77
79
80
81
82
83
85
88
89
.
1000
-
65
68
69
71
72
73
74
77
78
80
82
31.5
750
-
1)
63
64
66
68
69
70
71
73
74
75
35.5
1500
-
69
72
73
74
75
77
79
82
84
86
87
.
1000
-
63
65
66
67
69
71
72
73
75
77
78
50
750
-
1)
1)
1)
62
64
65
67
69
70
71
72
56
1500
-
68
70
71
73
74
76
78
81
83
85
86
.
1000
-
61
63
64
66
68
69
71
73
75
77
78
80
750
-
1)
1)
1)
61
63
64
66
67
68
70
71
LpA < 60 dB(A)
BA 5510 de 09/2012
12 / 129
1.3.2
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Kegelstirnradgetriebe (B...) ohne Lüfter
Tabelle 5:
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A) für Kegelstirnradgetriebe ohne Lüfter
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A)
Bauart
B2
B3
B4
1)
Getriebegröße
503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514
iN
n1
1/min
5
1500
72
75
78
80
82
83
84
86
-
-
-
-
.
1000
66
70
72
73
76
77
78
79
-
-
-
-
7.1
750
1)
63
65
66
69
71
72
73
-
-
-
-
8
1500
67
71
74
75
77
79
80
81
-
-
-
-
.
1000
61
65
67
69
72
73
74
76
-
-
-
-
14
750
1)
1)
80
63
65
66
67
69
-
-
-
-
16
1500
63
66
69
71
72
74
75
77
-
-
-
-
.
1000
1)
61
63
65
67
68
69
71
-
-
-
-
20
750
1)
1)
1)
1)
60
62
62
64
-
-
-
-
14
1500
-
68
71
74
75
76
77
79
81
83
84
85
.
1000
-
63
66
68
69
70
72
73
75
77
78
80
31.5
750
-
1)
1)
61
62
64
65
66
68
71
71
73
35.5
1500
-
65
67
70
71
71
72
74
77
79
80
81
.
1000
-
1)
62
65
65
66
66
69
71
73
75
76
50
750
-
1)
1)
1)
1)
1)
1)
62
65
67
68
69
56
1500
-
61
64
70
67
68
68
70
73
75
76
78
.
1000
-
1)
1)
63
62
62
62
65
68
70
71
72
80
750
-
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
61
63
64
65
63
1500
-
-
64
65
67
68
70
72
75
76
77
79
.
1000
-
-
1)
1)
61
63
64
67
69
70
72
73
1)
1)
1)
1)
1)
125
750
-
-
1)
62
64
65
66
140
1500
-
-
60
61
63
65
66
68
71
72
73
75
1)
1)
1)
.
1000
-
-
1)
61
63
65
67
68
69
200
750
-
-
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
61
62
224
1500
-
-
1)
1)
1)
62
63
65
67
69
70
71
1)
1)
1)
1)
1)
62
63
64
66
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
.
1000
-
-
1)
355
750
-
-
1)
LpA < 60 dB(A)
BA 5510 de 09/2012
13 / 129
1.3.3
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Stirnradgetriebe (H...) mit Lüfter
Tabelle 6:
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A) für Stirnradgetriebe mit Lüfter
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A)
Bauart
H1
H2
H3
iN
n1
1/min 503 504 505
Getriebegröße
506 507 508 509 510 511 512 513
514
1.1
1500
76
79
81
82
84
86
87
89
-
-
-
-
.
1000
71
74
76
77
79
80
81
83
-
-
-
-
2
750
67
69
72
73
75
76
78
80
-
-
-
-
2.24
1500
73
76
79
81
82
83
84
86
-
-
-
-
.
1000
68
71
74
76
77
78
79
81
-
-
-
-
3.5
750
64
67
70
71
72
73
75
77
-
-
-
-
4
1500
70
73
77
79
81
82
83
85
-
-
-
-
.
1000
65
68
71
73
75
76
77
78
-
-
-
-
6
750
61
65
68
69
71
72
72
73
-
-
-
-
6.3
1500
-
75
76
77
80
81
82
84
85
86
88
90
.
1000
-
69
71
72
74
75
77
79
80
81
83
84
9
750
-
66
68
69
70
72
73
75
76
77
79
80
10
1500
-
73
75
77
79
80
81
82
85
88
90
91
.
1000
-
68
69
70
72
73
75
77
79
80
82
83
14
750
-
64
66
67
69
70
71
73
74
76
78
79
16
1500
-
71
73
75
77
78
80
82
84
86
87
90
.
1000
-
65
67
68
71
72
73
75
77
78
80
81
25
750
-
62
64
65
67
68
69
71
73
74
75
77
20
1500
-
-
71
72
75
75
77
77
80
80
81
81
.
1000
-
-
65
66
69
70
71
72
74
75
75
75
28
750
-
-
62
62
66
67
67
68
70
70
71
72
31.5
1500
-
-
70
71
73
74
76
76
79
79
80
80
.
1000
-
-
64
65
67
68
69
70
73
73
73
74
56
750
-
-
62
62
63
64
65
66
69
69
69
70
63
1500
-
-
70
70
72
72
75
75
78
78
78
78
.
1000
-
-
64
64
65
66
68
69
71
72
72
72
100
750
-
-
61
61
62
62
64
65
67
67
68
68
BA 5510 de 09/2012
14 / 129
1.3.4
Meßflächen‐Schalldruckpegel für Stirnradgetriebe (H...) ohne Lüfter
Tabelle 7:
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A) für Stirnradgetriebe ohne Lüfter
Meßflächen‐Schalldruckpegel LpA in dB(A)
Bauart
H1
H2
H3
H4
1)
1.4
iN
n1
1/min 503 504 505
Getriebegröße
506 507 508 509 510 511 512 513
514
1.1
1500
73
76
77
78
79
81
81
83
-
-
-
-
.
1000
69
72
72
73
75
76
76
78
-
-
-
-
2
750
65
67
69
70
71
72
73
75
-
-
-
-
2.24
1500
70
73
75
77
77
78
79
81
-
-
-
-
.
1000
66
69
70
72
72
73
74
76
-
-
-
-
3.5
750
62
65
67
68
68
69
71
73
-
-
-
-
4
1500
67
70
72
74
74
75
76
78
-
-
-
-
.
1000
1)
66
67
69
70
71
71
72
-
-
-
-
6
750
1)
63
63
64
66
67
67
68
-
-
-
-
6.3
1500
71
74
75
76
77
79
79
80
81
81
82
.
1000
66
69
70
71
72
74
74
75
76
76
77
9
750
63
66
67
67
69
70
71
72
73
73
74
10
1500
69
72
73
74
75
77
77
78
79
79
80
.
1000
64
67
68
69
70
72
72
73
74
74
75
14
750
61
64
65
66
67
69
69
70
71
71
72
16
1500
66
69
70
71
72
74
74
75
76
77
78
.
1000
61
64
65
66
68
69
69
70
71
72
73
25
750
1)
61
62
63
64
66
66
67
68
69
70
20
1500
-
68
69
73
74
74
75
77
77
78
79
.
1000
-
63
65
68
69
69
71
72
73
73
74
28
750
-
60
61
65
66
65
67
69
69
70
71
31.5
1500
-
65
67
70
71
71
73
74
75
76
76
.
1000
-
1)
62
65
66
66
68
69
70
71
72
56
750
-
1)
1)
62
63
63
65
66
67
67
68
63
1500
-
62
64
67
68
68
70
71
72
73
74
.
1000
-
1)
1)
62
63
63
65
66
67
68
69
1)
1)
1)
1)
100
750
-
1)
62
63
64
65
66
80
1500
-
-
-
66
67
68
69
70
71
72
73
.
1000
-
-
-
62
63
63
64
65
66
67
68
125
750
-
-
-
1)
1)
1)
61
62
63
64
64
140
1500
-
-
-
64
65
66
66
68
68
69
70
.
1000
-
-
-
1)
60
61
62
63
64
64
65
224
750
-
-
-
1)
1)
1)
1)
60
61
61
62
250
1500
-
-
-
61
62
63
64
65
66
67
67
1)
1)
1)
60
61
62
63
1)
1)
1)
1)
1)
1)
1)
.
1000
-
-
-
1)
400
750
-
-
-
1)
LpA < 60 dB(A)
Geräteliste
Hinweis
In der auftragsabhängig erstellten Geräteliste sind alle wichtigen Zubehörkomponenten einschließlich
ihrer technischen Daten aufgeführt.
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2.
Allgemeine Hinweise
2.1
Einleitung
Die vorliegende Anleitung ist Bestandteil der Getriebelieferung und muß stets in der Nähe des Getriebes
aufbewahrt werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes oder Auftreten von Betriebsstörungen möglich.
Jede Person, die mit Arbeiten am Getriebe befasst ist, muss die Anleitung gelesen und verstanden
haben und sie beachten.
Für Schäden und Betriebsstörungen, die aus der Nichtbeachtung der Anleitung resultieren,
übernimmt Siemens keine Haftung.
Das in dieser Anleitung behandelte Standard Industriegetriebe "FLENDER SIG" ist zum Antrieb von
Arbeitsmaschinen im allgemeinen Maschinenbau entwickelt worden. Mögliche Einsatzgebiete für
Getriebe dieser Baureihe sind z. B. Chemie-, Gummi-, Nahrungsmittel-, Kunststoffindustrie.
Das Getriebe ist nur für den Einsatzbereich ausgelegt, der im Kapitel 1. "Technische Daten" festgelegt
ist. Abweichende Betriebsbedingungen erfordern neue vertragliche Vereinbarungen.
Das Getriebe ist nach dem neuesten Stand der Technik gebaut und wird betriebssicher ausgeliefert.
Das Getriebe darf nur im Rahmen der im Leistungs‐ und Liefervertrag zwischen Siemens und dem
Besteller festgelegten Bedingungen verwendet und betrieben werden.
Das hier beschriebene Getriebe entspricht dem technischen Stand zum Zeitpunkt der Drucklegung
dieser Anleitung.
Im Interesse der Weiterentwicklung behalten wir uns das Recht vor, an den einzelnen Baugruppen und
Zubehörteilen die Änderungen vorzunehmen, die unter Beibehaltung der wesentlichen Merkmale zur
Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit und Sicherheit für zweckmäßig erachtet werden.
2.2
Urheberrecht
Das Urheberrecht an dieser Anleitung verbleibt bei der Siemens AG.
Die Anleitung darf ohne unsere Zustimmung weder vollständig noch teilweise zu Zwecken des
Wettbewerbs unbefugt verwendet oder Dritten zur Verfügung gestellt werden.
Wenden Sie sich bitte mit allen technischen Fragen an unser Werk oder an eine unserer
Kundendienststellen:
Siemens Industriegetriebe GmbH
Thierbacher Straße 24
09322 Penig
Tel.:
Fax:
+49 (0)37381 / 61-0
+49 (0)37381 / 80286
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3.
Sicherheitshinweise
WARNUNG
Sturzgefahr
Schwere Verletzung durch Absturz möglich.
Das Getriebe und seine Anbauteile dürfen nicht betreten werden.
Das Getriebe darf für Wartungs- und Reparaturarbeiten nur bei Getriebestillstand betreten werden.
Schutzhauben, Anbauteile und Rohrleitungen dürfen nicht betreten werden.
WARNUNG
Verletzungsgefahr durch eigenmächtige Veränderungen
Eigenmächtige Veränderungen sind nicht zulässig.
Dies betrifft auch Schutzeinrichtungen, die als Berührungsschutz angebracht sind.
3.1
Grundsätzliche Pflichten
•
Der Betreiber hat dafür zu sorgen, daß jede Person, die mit Arbeiten am Getriebe beauftragt ist, diese
Anleitung gelesen und verstanden hat und sie in allen Punkten beachtet, um:
─ Gefahren für Leib und Leben des Benutzers und Dritter abzuwenden,
─ die Betriebssicherheit des Getriebes sicherzustellen,
─ Nutzungsausfall und Umweltbeeinträchtigungen durch falsche Handhabung auszuschließen.
•
Bei dem Transport, der Montage und Demontage, der Bedienung sowie der Pflege und Wartung,
sind die einschlägigen Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Umweltschutz zu beachten.
•
Das Getriebe darf nur von qualifiziertem Personal bedient, gewartet und/oder instandgesetzt werden
(siehe "Qualifiziertes Personal" auf Seite 3 dieser Anleitung).
•
Die Außenreinigung des Getriebes mit einem Hochdruckreinigungsgerät ist nicht zulässig.
•
Alle Arbeiten sind sorgfältig und unter dem Aspekt der Sicherheit durchzuführen.
GEFAHR
Lebensgefahr durch eingeschaltete Anlage
Zur Durchführung von Arbeiten am Getriebe mss das Getriebe und eine angebaute oder separate
Ölversorgungsanlage grundsätzlich stillgesetzt werden.
Das Antriebsaggregat muss gegen unbeabsichtigtes Inbetriebnehmen gesichert werden (z. B. durch
Abschließen des Schlüsselschalters oder das Entfernen der Sicherungen in der Stromversorgung).
An der Einschaltstelle ist ein Hinweisschild anzubringen, aus dem hervorgeht, daß an dem Getriebe
gearbeitet wird.
Gleichzeitig muß die gesamte Anlage lastfrei sein, damit keine Gefahr bei Demontagearbeiten
entsteht.
•
Am gesamten Antrieb dürfen keine Schweißarbeiten durchgeführt werden.
Die Antriebe dürfen nicht als Massepunkt für Elektro‐Schweißarbeiten verwendet werden.
Verzahnungsteile und Lager könnten durch Verschweißung zerstört werden.
•
Ein Potentialausgleich muß gemäß den hierfür geltenden Bestimmungen und/oder Richtlinien
durchgeführt werden!
Sind am Getriebe keine Gewindebohrungen für einen Erdungsanschluß vorhanden, müssen andere
geeignete
Maßnahmen
ergriffen
werden.
Diese
Arbeiten
dürfen
nur
von
Fachkräften der Elektrotechnik durchgeführt werden.
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ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes möglich.
Getriebe durch Abschalten des Antriebsaggregates sofort still setzen, wenn während des Betriebes
unerklärbare Veränderungen, wie eine deutlich erhöhte Betriebstemperatur oder veränderte
Getriebegeräusche festgestellt werden.
GEFAHR
Lebensgefahr durch rotierende und/oder sich bewegende Teile
Gefahr von rotierenden und/oder sich bewegende Teilen erfasst oder eingezogen zu werden.
Rotierende und/oder sich bewegende Teile müssen durch Schutzvorrichtungen gegen Berührung
gesichert sein.
Hinweis
Beim Einbau des Getriebes in Maschinen oder Anlagen ist der Hersteller der Maschinen oder Anlagen
verpflichtet, die in dieser Anleitung enthaltenen Vorschriften, Hinweise und Beschreibungen mit in
seine Betriebsanleitung aufzunehmen.
3.2
•
Entfernte Schutzeinrichtungen sind vor der Inbetriebnahme wieder anzubringen.
•
Am Getriebe angebrachte Hinweise wie Typenschild, Drehrichtungspfeil sind zu beachten. Sie
müssen frei von Farbe und Schmutz sein. Fehlende Schilder sind zu ersetzen.
•
Die im Zusammenhang mit Montage- oder Demontagearbeiten unbrauchbar gewordenen
Schrauben müssen durch neue gleicher Festigkeitsklasse und Ausführung ersetzt werden.
•
Ersatzteile sind von Siemens zu beziehen (siehe Kapitel 11. "Ersatzteilhaltung, Kundendienst").
Umweltschutz
•
Vorhandenes Verpackungsmaterial ist vorschriftsgemäß zu entsorgen oder dem Recycling
zuzuführen.
•
Beim Ölwechsel ist das Altöl in geeigneten Gefäßen aufzufangen. Entstandene Öllachen sofort mit
Ölbindemittel beseitigen.
•
Konservierungsmittel sind getrennt von Altöl aufzubewahren.
•
Altöl, Konservierungsmittel, Ölbindemittel und ölgetränkte Reinigungstücher sind den einschlägigen
Umweltschutzbestimmungen entsprechend zu entsorgen.
•
Entsorgung des Getriebes nach Ende der Gebrauchsdauer:
─ Betriebsöl, Konservierungsmittel und/oder Kühlflüssigkeit sind restlos aus dem Getriebe
abzulassen und vorschriftsgemäß zu entsorgen.
─ Getriebeteile und/oder Anbauteile sind den geltenden nationalen Vorschriften entsprechend,
gegebenenfalls getrennt, zu entsorgen oder dem Recycling zuzuführen.
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3.3
Besondere Gefahrenart und persönliche Schutzausrüstung
Je nach Betriebsbedingung kann das Getriebe extreme Oberflächentemperaturen aufweisen.
WARNUNG
Verbrennungsgefahr
Schwere Verletzung durch Verbrennung an heißen Oberflächen (> 55 °C) möglich.
Geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen.
WARNUNG
Gefahr durch niedrige Temperaturen
Schwere Verletzung durch Kälteschäden (Schmerz, Taubheit, Erfrierungen) an kalten Oberflächen
(< 0 °C) möglich.
Geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen.
WARNUNG
Verbrühungsgefahr
Schwere Verletzung durch austretende heiße Betriebsmedien bei deren Wechsel möglich.
Geeignete Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzkleidung tragen.
WARNUNG
Verletzungsgefahr der Augen
Kleine Fremdmaterialien wie Sand oder Staub können in die Abdeckbleche der rotierenden Teile
eintreten und durch diese zurückgeschleudert werden.
Geeignete Schutzbrille tragen.
Hinweis
Zusätzlich zur generell vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Sicherheitsschuhe,
Arbeitsanzug, Helm usw.) sind beim Umgang mit dem Getriebe geeignete Schutzhandschuhe und
eine geeignete Schutzbrille zu tragen.
GEFAHR
Explosionsgefahr
Lebensgefahr durch Entzündung einer vorhandenen explosionsfähigen Atmosphäre durch den
Betrieb des Getriebes möglich.
Das Getriebe entspricht nicht den Anforderungen der Richtlinie 94/9/EG und darf daher im
Geltungsbereich dieser Richtlinie nicht in explosionsgefährdeten Bereichen verwendet werden.
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4.
Transport und Lagerung
Die Hinweise in Kapitel 3. "Sicherheitshinweise" sind zu beachten!
4.1
Lieferumfang
Der Inhalt der Lieferung ist in den Versandpapieren aufgeführt. Die Vollständigkeit ist unmittelbar beim
Empfang zu überprüfen. Beschädigungen und/oder fehlende Teile sind Siemens sofort schriftlich zu
melden.
WARNUNG
Schwere Körperverletzung durch defektes Produkt
Bei erkennbarem Schaden darf das Getriebe nicht in Betrieb genommen werden.
4.2
Transport
WARNUNG
Quetschgefahr
Gefahr von transportiertem Bauteil eingequetscht zu werden, wenn die verwendeten Hebezeuge und
Lastaufnahmemittel nicht geeignet sind und sich das Bauteil löst.
Beim Transport nur Hebezeuge und Lastaufnahmeeinrichtungen mit ausreichender Tragkraft
verwenden.
Bei Lastaufnahme die Hinweise zur Lastverteilung auf der Verpackung beachten.
Der Transport des Getriebes hat so zu erfolgen, daß Personenschaden und Schaden am Getriebe
vermieden werden.
So können z. B. Stöße auf freie Wellenenden zu Schaden im Getriebe führen.
Das Getriebe wird in zusammengebautem Zustand ausgeliefert. Zusatzausstattungen werden
gegebenenfalls getrennt verpackt ausgeliefert.
Abhängig von Transportweg und Größe wird das Getriebe unterschiedlich verpackt. Die Verpackung
entspricht, wenn nicht besonders vertraglich vereinbart, den Verpackungsrichtlinien HPE.
Die auf der Verpackung angebrachten Symbole sind zu beachten. Sie haben folgende Bedeutung:
Oben
Zerbrechliches
Gut
Vor Nässe
schützen
Vor Hitze
schützen
Schwerpunkt
Handhaken
verboten
Anschlagen
Bild 2: Transportsymbole
Hinweis
Der Transport des Getriebes darf nur mit dafür geeigneten Transportmitteln erfolgen.
Das Getriebe ist ohne Ölfüllung zu transportieren und sollte auf der Transportverpackung belassen
werden.
Bei Getrieben mit Hilfsantrieb wird das Hilfsgetriebe ab Werk mit Öl befüllt ausgeliefert. Getriebe, die
von Siemens mit Ölfüllung geliefert werden, sind in Einbaulage zu transportieren. Das zusätzliche
Gewicht (Literzahl x 10 N) muß berücksichtigt werden.
Beim angebauten Hilfsantrieb ist die hierfür geltende Anleitung zu beachten.
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ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch die Verwendung falscher Anschlagpunkte möglich. Zum
Transport des Getriebes darf dieses nur an den hierfür vorgesehenen Transportaugen angeschlagen
werden.
Ein Transportieren an den Rohrleitungen ist nicht zulässig.
Die Rohrleitungen und hervorstehende Anbauteile dürfen nicht beschädigt werden.
Die Gewinde in den Stirnseiten der Wellenenden dürfen nicht zur Aufnahme von Anschlagmitteln zum
Transport verwendet werden.
Anschlagmittel müssen mit ausreichender Sicherheit für das Gewicht des Getriebes ausgelegt sein.
Bild 3: Anschlagpunkte an Getrieben der Bauarten H2.. und H3.. bis Größe 512
Bild 4: Anschlagpunkte an Getrieben der Bauarten H4.. und B4.. bis Größe 514
und H2.., H3.. und B3.. der Größe 513 und 514 und H1.., B2.. bis Größe 510
Bild 5: Anschlagpunkte an Getrieben der Bauart B3.. bis Größe 512
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Bei Antriebseinheiten mit zusätzlich am Getriebe angebauten Komponenten, wie Antriebsmotor
und/oder aufgesetzte Kupplung kann ein zusätzlicher Anschlagpunkt aufgrund der resultierenden
Schwerpunktverlagerung erforderlich werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Ringschrauben möglich.
Bei Anschlag an Ringschrauben darf kein Seitenzug entgegen der Richtung der Ringebene entstehen,
um ein Brechen der Ringschrauben zu verhindern.
45°
45°
A
B
Bild 6: Schräg- und Seitenzug bei Ringschrauben
A
erlaubter Schrägzug in Richtung der
Ringebene (Winkel maximal 45°)
B
nicht erlaubter Seitenzug entgegen der
Richtung der Ringebene
Bild 7: Anschlagpunkte an Getrieben der Bauarten H2.. und H3.. bis Größe 512 mit Motor und Laterne
Bild 8: Anschlagpunkte an Getrieben mit Motor, der Bauarten H4.. bis Größe 514 und H2.., H3.. der
Größe 513 und 514 und H1.. bis Größe 510
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Bild 9: Anschlagpunkte an Getrieben mit Motor, der Bauarten B4.. bis Größe 514 und B3.. der Größe
513 und 514 und B2.. bis Größe 510
Bild 10: Anschlagpunkte an Getrieben der Bauart B3.. bis Größe 512 mit Motor und Laterne
Bild 11: Anschlagpunkte an Getrieben der Bauart B... mit Getriebeschwinge
Bild 12: Anschlagpunkte an Getrieben der Bauart B3.H mit Hilfsantrieb
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anschlagpunkte sind den
Zeichnungen in der auftragsabhängigen Getriebedokumentation zu entnehmen.
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4.3
Lagern des Getriebes
Das Getriebe ist an einem vor Witterungseinflüssen geschützten Ort in Originalverpackungslage oder
Gebrauchslage auf einem vibrationsfreien, trockenen Unterbau zu lagern und abzudecken.
ACHTUNG
Sachschaden
Jegliche Beschädigung der Beschichtung kann zum Versagen des äußeren Schutzes und somit zu
Korrosion führen.
Bei Zwischenlagerung des Getriebes sowie mitgelieferter Einzelteile muß der aufgebrachte
Korrosionsschutz erhalten bleiben.
Beschichtung nicht beschädigen.
GEFAHR
Lebensgefahr durch um- oder herabstürzende Getriebe
Gefahr von einem um- oder herabstürzendem Getriebe eingequetscht oder erschlagen zu werden.
Das Übereinanderstapeln von Getrieben ist nicht zulässig.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch die Ablagerung von Fremdstoffen oder Feuchtigkeit. Bei einer
Lagerung im Freien ist das Getriebe besonders sorgfältig abzudecken und es ist darauf zu achten, daß
sich weder Feuchtigkeit noch Fremdstoffe auf dem Getriebe ablagern können.
Staunässe muß vermieden werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch äußere Einflüsse.
Das Getriebe darf, wenn nicht anders vertraglich vereinbart, keinen schädlichen Einwirkungen, wie
aggressiven chemischen Produkten, ausgesetzt sein.
Besondere Umweltbedingungen bei Transport (z. B. Seetransport) und Lagerung (Klima,
Termitenfraß o. ä.) müssen vertraglich vereinbart sein.
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4.4
Standardmäßige Beschichtung und Konservierung
Das Getriebe ist mit einer Innenkonservierung, die freien Wellenenden sind mit einer
Schutzkonservierung versehen.
Die Eigenschaften der Außenbeschichtung sind abhängig von den im Auftrag festgelegten
Umweltbedingungen für Transportweg und Einsatzgebiet.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Korrosion möglich.
Das Getriebe wird normalerweise komplett fertig mit Grund- und Deckbeschichtung ausgeliefert.
Bei Getrieben, die nur mit einer Grundbeschichtung ausgeliefert werden, muß eine Deckbeschichtung
gemäß den für den jeweiligen Anwendungsfall geltenden Richtlinien unbedingt aufgebracht werden.
Die Grundbeschichtung allein bietet auf Dauer keinen ausreichenden Korrosionsschutz.
ACHTUNG
Sachschaden
Jegliche Beschädigung der Beschichtung kann zum Versagen des äußeren Schutzes und somit zu
Korrosion führen.
Beschichtung nicht beschädigen.
Hinweis
Wenn nicht anders vertraglich vereinbart, beträgt die Gewährleistung für die Innenkonservierung
6 Monate und für die Außenkonservierung 24 Monate, bei einer Aufbewahrung in trockenen,
frostfreien Hallen.
Die Gewährleistung beginnt am Tage der Auslieferung oder Meldung der Lieferbereitschaft.
Bei einer längeren Lagerung (> 6 Monate) sind die Innenkonservierung und die Außenkonservierung zu
prüfen und, falls erforderlich, zu erneuern (siehe Punkt 4.4.1, Punkt 4.4.2 und 4.4.3).
4.4.1
Innenkonservierung
Hinweis
Entsprechend der Angabe auf dem Typenschild sind die Getriebe mit Konservierungsmittel nach
Tabelle 8 oder 9 konserviert.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch mangelhafte Schmierung auf Grund der Vermischung von
Konservierungs- und Betriebsöl möglich.
Getriebe mit Konservierung nach Tabelle 8 dürfen nicht ohne Zusatzmaßnahmen mit synthetischen
Ölen auf PG-Basis befüllt werden. Getriebe mit Konservierung nach Tabelle 9 dürfen nicht ohne
Zusatzmaßnahmen mit synthetischen Ölen auf PAO-Basis, Mineralölen oder synthetischen Estern
befüllt werden.
Wenn ein nach Tabelle 8 konserviertes Getriebe mit einem Öl auf PG-Basis oder ein nach Tabelle 9
konserviertes Getriebe mit einem Mineralöl, einem synthetischem Öl auf PAO-Basis oder
synthetischen Estern betrieben werden soll, muß das Getriebe vor Inbetriebnahme nach dem
Ablassen des Konservierungsöles gründlich mit Betriebsöl gespült werden (siehe hierzu
Punkt 10.2.2.)
Das Spülöl darf nicht zum Betrieb verwendet werden.
Bei Verwendung von Ölen, die nicht auf dem Typenschild angegeben sind ist Rücksprache mit
Siemens ist erforderlich.
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Tabelle 8:
Haltbarkeitsdauer und Maßnahmen zur Innenkonservierung bei Verwendung von
Mineralöl, synthetischem Öl auf PAO-Basis oder synthetischen Estern
Dauer der Haltbarkeit
Konservierungsmittel
besondere Maßnahmen
Keine, bei Lagerung in trockenen,
frostfreien Räumen.
bis 6 Monate
– Alle Öffnungen am Getriebe
verschließen.
Castrol Alpha SP 220 S
bis 24 Monate
– Luftfilter/Naßluftfilter durch
Verschlußschraube ersetzen. (Vor
Inbetriebnahme Verschlußschraube
durch Luftfilter/Naßluftfilter ersetzen.)
– Labyrinthdichtung mit Klebeband
abdichten. (Vor Inbetriebnahme ist das
Klebeband zu entfernen).
Bei Lagerungszeiten von mehr als 24 Monaten ist das Getriebe erneut zu konservieren (siehe Punkt 4.4.2).
Tabelle 9:
Haltbarkeitsdauer und Maßnahmen zur Innenkonservierung bei Verwendung von
synthetischem Öl auf PG-Basis
Dauer der Haltbarkeit
Konservierungsmittel
besondere Maßnahmen
Keine, bei Lagerung in trockenen,
frostfreien Räumen.
bis 6 Monate
– Alle Öffnungen am Getriebe
verschließen.
Spezial-Korrosionsschutzöl
1)
TRIBOL 1390
bis 36 Monate
– Luftfilter/Naßluftfilter durch
Verschlußschraube ersetzen. (Vor
Inbetriebnahme Verschlußschraube
durch Luftfilter/Naßluftfilter ersetzen.)
– Labyrinthdichtung mit Klebeband
abdichten. (Vor Inbetriebnahme ist das
Klebeband zu entfernen).
Bei Lagerungszeiten von mehr als 36 Monaten ist das Getriebe erneut zu konservieren (siehe Punkt 4.4.2).
1)
Tropenfest, seewasserbeständig, Umgebungstemperatur maximal 50 °C
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4.4.2
Konservierungsverlängerung des Getriebeinneren bei längerer Lagerung des Getriebes
VORSICHT
Verletzungsgefahr
Verletzungsgefahr an Augen oder Händen durch chemisch agressive Betriebsstoffe.
Geeignete Schutzbrille und Schutzhandschuhe tragen.
Vorbeifließendes Öl sofort mit Bindemittel beseitigen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch mangelhafte Schmierung auf Grund der Vermischung von
Konservierungs- und Betriebsöl möglich.
Wenn das Getriebe nach der Konservierung mit einem synthetischen Betriebsöl auf PG-Basis befüllt
werden soll oder vor der Nachkonservierung mit "Tribol 1390" konserviert worden ist, muß das
Getriebe vor Inbetriebnahme nach dem Ablassen des Konservierungsöles gründlich mit Betriebsöl
gespült werden (siehe hierzu Punkt 10.2.2.)
Das Spülöl darf nicht zum Betrieb verwendet werden.
4.4.2.1 Konservierungsverlängerung mit Getriebeöl
Getriebe mit Tauchschmierung und berührenden Wellenabdichtungen können mit der bereits
eingefüllten Ölsorte bis kurz unterhalb des Luftfilters/Naßluftfilters aufgefüllt werden.
Die Haltbarkeit dieser Konservierungsart hängt vom Alter der Wellendichtringe und des Öles ab.
Hinweis
Nach einer Konservierungsdauer von mehr als 36 Monaten sind vor Inbetriebnahme die
Radialwellendichtringe auszutauschen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung durch mangelhafte Schmierung auf Grund nicht erkannter Leckage möglich.
Die Dichtheit des Getriebes ist regelmäßig alle 4 Wochen zu prüfen.
•
Vorhandene Verschmutzung am Getriebe entfernen.
•
Verschlußschraube und/oder Filter entfernen (siehe Bild 64 in Punkt 7.1.3).
Hinweis
Die genaue Lage der Öleinfüllstelle ist den Zeichnungen in der auftragsabhängigen Dokumentation
zu entnehmen.
•
Luftfilter reinigen (siehe Punkt 10.2.5) und sicher aufbewahren. (wird bei Inbetriebnahme wieder
benötigt).
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•
Getriebeöl durch die Öffnung bis kurz unterhalb des Luftfilters/Naßluftfilters auffüllen.
Hinweis
Getriebeöl, siehe Tabelle ”T 7300” (Link ins Internet, siehe Umschlag hinten).
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Das Öl darf keinesfalls mit der Haut (z. B. Hände des Bedienungspersonals) in Kontakt geraten.
Die Sicherheitshinweise auf den Datenblättern des verwendeten Öles sind hierbei zu beachten.
Vorbeifließendes Öl sofort mit Bindemittel beseitigen.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
•
Verschlußschraube wieder einschrauben. Es wird empfohlen, den Dichtring zu wechseln.
•
Luftfilter mit Reduzierschraube oder Naßluftfilter durch Verschlußschraube ersetzen.
4.4.2.2 Konservierungsverlängerung mit "Castrol Corrosion Inhibitor N 213”
Für eine Verlängerung der Innenkonservierung wird das VCI-ausgasende Konservierungsöl
"Castrol Corrosion Inhibitor N 213" empfohlen. Die Getriebe müssen luftdicht verschließbar sein.
Vorhandene Labyrinth- oder Spaltdichtungen müssen mit Klebeband oder anderen geeigneten Mitteln
abdichtbar sein. Folgende Vorgehensweise wird empfohlen:
•
Vorhandene Verschmutzung am Getriebe entfernen.
•
Verschlußschraube und/oder Filter entfernen (siehe Bild 64 in Punkt 7.1.3).
•
Luftfilter reinigen (siehe Punkt 10.2.5) und sicher aufbewahren. (wird bei Inbetriebnahme wieder
benötigt).
•
"Castrol Corrosion Inhibitor N 213" in vorgeschriebene Menge (1 Liter pro Kubikmeter des gesamten
freien Getriebeinnenraumvolumens) in das Getriebe einfüllen. Bereits eingefülltes Öl muss nicht
abgelassen werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Zerstörung des Getriebes.
Bei Verwendung von Pumpen, Filtern und/oder Ölsensoren darf das Gemisch aus Öl und
Corrosion-Inhibitor nicht als Betriebsöl verwendet werden.
•
Getriebe schnellstmöglich, spätestens jedoch
"Corrosion Inhibitor 213" luftdicht verschließen.
•
Verschlußschraube wieder einschrauben. Es wird empfohlen, den Dichtring zu wechseln. Filter
durch Verschlußschraube ersetzen.
•
Labyrinth- oder Spaltdichtungen mit geeigneten Mitteln verschließen.
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eine
Stunde
nach
Einfüllen
von
•
Bei Verwendung von Pumpen, Filtern und/oder Ölsensoren und/oder bei größeren Mengen des
"Castrol Corrosion Inhibitor N 213" (über 5% der Betriebsölmenge) vor der Inbetriebnahme des
Getriebes das Gemisch aus Öl und Corrosion Inhibitor ablassen und vorschriftsgemäß entsorgen.
Hinweis
Siehe Kapitel 1.7 der BA 7300 (Link ins Internet, siehe Umschlag hinten).
ACHTUNG
Sachschaden
Zerstörung des Getriebes.
Vor der Inbetriebnahme erforderliche Menge Betriebsöl einfüllen und Luftfilter einschrauben.
Als freies Getriebeinnenraumvolumen kann näherungsweise das Gesamtvolumen
(Länge x Breite x Höhe) zugrundegelegt werden. Räume von Zusatzkomponenten (z. B. Ölkühler) sind
einzubeziehen.
Die erneut erreichte Konservierungsdauer beträgt bei sachgemäßer Anwendung und Lagerung
24 Monate.
Der "Castrol Corrosion Inhibitor N 213" ist luftdicht zu lagern, damit die Konservierungswirkung erhalten
bleibt.
Weitere Hinweise zur Handhabung des "Castrol Corrosion Inhibitors finden Sie im
Sicherheitsdatenblatt, welches Sie unter http://msdspds.castroladvantage.com/ILS/msdspdsv2.nsf
herunterladen können (Suchkreterium z. B. "N 213").
4.4.3
Außenkonservierung
Tabelle 10: Haltbarkeitsdauer der Außenkonservierung von Wellenenden und sonstigen blanken
Flächen
Dauer
der Haltbarkeit
Konservierungsmittel
Schichtdicke
Bemerkungen
Langzeitkonservierung
auf Wachsbasis:
bei Innenlagerung
bis 36 Monate 1)
Tectyl 846 K19
ca. 50 μm
bei Außenlagerung
bis 12 Monate 2)
– seewasserbeständig
– tropenfest
– mit CH-Verbindungen
löslich
1)
Das Getriebe ist an einem vor Witterungseinflüssen geschützten Ort in Gebrauchslage auf einem
vibrationsfreien, trockenen Unterbau zu lagern und abzudecken.
2)
Bei einer Lagerung im Freien ist das Getriebe besonders sorgfältig abzudecken und es ist darauf zu
achten, daß sich weder Feuchtigkeit noch Fremdstoffe auf dem Getriebe ablagern können.
Staunässe muß vermieden werden.
Hinweis
Die Ausführung der Außenkonservierung ist in Kapitel 7. beschrieben (siehe Punkt 7.4.2.1).
4.4.3.1 Nachkonservierung der metallischen, blanken Außenflächen des Getriebes
Bei Lagerungszeiten von mehr als den in Tabelle 10 genannten Zeiträumen ist das Getriebe erneut
außen mit dem in Tabelle 10 genannten Konservierungsmittel zu konservieren.
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5.
Technische Beschreibung
Die Hinweise in Kapitel 3. "Sicherheitshinweise" sind zu beachten!
5.1
Allgemeine Beschreibung
Bei dem beschriebenen Getriebe handelt es sich um ein Standard Industriegetriebe "FLENDER SIG"
ist zum Antrieb von Arbeitsmaschinen im allgemeinen Maschinenbau.
Das Stirnradgetriebe wird als ein, zwei‐, drei‐ oder vierstufiges Getriebe, das Kegel‐Stirnradgetriebe als
zwei, drei‐ oder vierstufiges Getriebe geliefert. Das Getriebe kann auch als mehrstufiges Kegel-Stirnrad
oder Stirnradgetriebe mit angebautem Hilfsantrieb geliefert werden. Es ist für eine horizontale
Einbaulage ausgelegt. Auf Wunsch kann das Getriebe auch für eine andere Einbaulage geliefert
werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Zerstörung des Getriebes oder von Getriebeteilen durch falsche Drehrichtung möglich.
Das Getriebe kann in beide Drehrichtungen betrieben werden.
Auftragsabhängig kann das Getriebe jedoch durch den Anbau einer Rücklaufsperre, einer
drehrichtungsabhängigen Pumpe oder einer Überholkupplung für eine Drehrichtung festgelegt sein.
Sollte für diese Ausführungen die Drehrichtung umgekehrt werden, so ist Rücksprache mit Siemens
erforderlich.
Das Getriebe zeichnet sich durch ein günstiges Geräuschverhalten aus, das durch Kegel- und Stirnräder
mit hoher Überdeckung und ein geräuschdämpfendes Gehäuse erreicht wird.
Das günstige Temperaturverhalten des Getriebes ergibt sich aus seinem guten Wirkungsgrad, seiner
großen Gehäuseoberfläche und seinem leistungsbezogenen Kühlsystem.
Es sind verschiedene Wellenanordnungen (Ausführungen und Drehrichtungen) möglich, die im
Folgenden schematisch als Vollwelle dargestellt sind.
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Tabelle 11: Ausführungen und zugehörige Drehrichtungen
Bauart
A
B
C
D
Ausführung
E
F
G
H
I
H1SH
H2SH
H2HH
H2DH
H2KH
H2FH
H3SH
H3HH
H3DH
H3KH
H3FH
H4SH
H4HH
H4DH
H4KH
H4FH
B2SH
B2HH
B2DH
B2KH
B2FH
B3SH
B3HH
B3DH
B3KH
B3FH
B4SH
B4HH
B4DH
B4KH
B4FH
Hinweis
Bei Anbau eines Hilfsantriebes (als Wartungs- und/oder Lastantrieb) ist die Zuordnung der
Drehrichtung zur Ausführung in der Maßzeichnung definiert.
5.2
Abtriebsausführungen
..S.
..F.
..H.
..D.
..K.
Bild 13: Abtriebsausführungen
S
F
H
Vollwelle
Flanschwelle
Hohlwelle mit Paßfedernut
D
K
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Hohlwelle für Schrumpfscheibe
Hohlwelle mit Passverzahnung nach der
Norm "DIN 5480"
5.3
Gehäuse
Das Gehäuse besteht aus Gußeisen, im Bedarfsfall kann es auch aus Stahl hergestellt sein.
Gehäuse bis einschließlich Baugröße 514 sind einteilig ausgeführt. Es ist verwindungssteif und weist
durch seine Formgebung ein sehr gutes Geräusch- und Temperaturverhalten auf.
Das Getriebegehäuse ist wie folgt ausgestattet:
─ Transportaugen (ausreichend dimensioniert für den Transport)
─ Inspektions- und/oder Montagedeckel (zur Inspektion)
─ Öleinfüllschraube (Verschlußschraube zur Öleinfüllung)
─ Ölschauglas, Ölmeßstab mit MIN- und MAX-Markierung,
oder Ölstandsanzeiger mit MIN- und MAX-Markierung (zur Ölstandskontrolle)
─ Ölablaßschraube und/oder Ölablaßhahn (zum Ölablaß)
─ Luftfilter oder Naßluftfilter (zur Be- und Entlüftung)
Farbliche Kennzeichnung von Entlüftung, Öleinfüllung, Ölstand und Ölablaß:
Entlüftungsstelle
gelb
Ölablaßstelle
weiß
Öleinfüllstelle
gelb
Schmierstelle
rot
Ölstand:
Ölschauglas
Ölstandsanzeiger
rot
Ölstand:
Ölmeßstab
rot
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2
4 1 14
3
15
6
7
10
5
5
9
12
13
8
11
Bild 14: Getriebeausstattung an Getrieben der Bauart H..H ≤ 514
2
3
15
4 1 14
7
6
9
5
10
5
13
12
8
11
Bild 15: Getriebeausstattung an Getrieben der Bauart B..H ≤ 514
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Gehäuse
Transportauge
Deckel
Deckel
Wellenabdichtung
Ölmeßstab
Gehäusebe‐ und ‐entlüftung
Ölablaß
Deckel und/oder Lagerhals
10
11
12
13
14
15
Typenschild
Getriebebefestigung oder Befestigung
für Drehmomentstütze
Luftleithaube
Lüfter
Inspektions‐ und/oder Montagedeckel
Öleinfüllschraube
*) Bei allen Bauarten und Größen wird die Drehmomentstütze mittels einer Platte an der
Getriebebefestigung (11 in Bild 14 oder Bild 15) angeschraubt.
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9
18
2
16
1
21 15 22
14
4
13
3
8
7
6
10
19
17 20
Bild 16: Getriebeausstattung an Getrieben der Bauart B3.H ≤ 514 mit Hilfsantrieb
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Hauptgetriebe
Transportauge
Wellenabdichtung
Ölmeßstab
Gehäusebe‐ und ‐entlüftung
Ölablaß Hauptgetriebe
Luftleithaube
Lüfter
Inspektions‐ und/oder Montagedeckel
Getriebebefestigung
Ausrichtfläche
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
Ausrichtgewinde
Hilfsgetriebe
E‐Motor
Überholkupplung
Rücklaufsperre
Drehzahlüberwachung
Öleinfüllschraube der Rücklaufsperre
Ölablaß Rücklaufsperre
Ölablaß Überholkupplung
Öleinfüllung Hauptgetriebe
Öleinfüllung Überholkupplung
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
5.4
Verzahnte Teile
Die außen verzahnten Getriebeteile sind einsatzgehärtet. Die Stirnradverzahnungen sind geschliffen.
Die Kegelradverzahnungen sind je nach Größe und Übersetzung geläppt oder geschliffen. Durch die
hohe Qualität der Verzahnung wird der Geräuschpegel des Getriebes minimiert und wird ein
betriebssicherer Lauf gewährleistet.
Die Zahnräder sind durch Preßpassungen und Paßfedern oder Schrumpfsitze mit den Wellen
verbunden. Die Verbindungen übertragen die auftretenden Drehmomente mit ausreichender
Sicherheit.
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5.5
Schmierung
5.5.1
Tauchschmierung
Soweit nicht anders vertraglich vereinbart, erfolgt eine ausreichende Ölversorgung der Verzahnungen
und Lager durch Tauchschmierung. Hierdurch ist das Getriebe besonders wartungsarm.
5.5.2
Druckschmierung durch angebaute Ölversorgungsanlage
Bei Schräglage, bei hohen Antriebsdrehzahlen oder hohen Umfangsgeschwindigkeiten an den
Verzahnungen kann die Tauchschmierung auftragsabhängig durch eine Druckschmierung ergänzt oder
ersetzt werden.
Bei Druckschmierung werden die über dem Ölspiegel liegenden Lager und/oder Verzahnungen über
Rohrleitungen ausreichend mit Öl versorgt.
Die Ölversorgungsanlage ist am Getriebe fest montiert und besteht aus einer Flanschpumpe, einem
Grobfilter, einem Druckwächter und der entsprechenden Verrohrung.
Hinweis
Die Förderrichtung der verwendeten Pumpe ist nicht abhängig von der Drehrichtung, sofern in den
Dokumentationsunterlagen nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bei Anschluß der Armaturen ist jedoch die tatsächliche Förderrichtung zu beachten.
3
2
1
Bild 17: Angebaute Ölversorgungsanlage an Getrieben der Bauart H... ≤ 514
3
2
1
Bild 18: Angebaute Ölversorgungsanlage an Getrieben der Bauart B... ≤ 514
1
2
Flanschpumpe
Druckwächter
3
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Grobfilter oder Doppelschaltfilter
Folgende Ausführungen sind möglich:
─ Angebaute Ölversorgungsanlage (fest am Getriebe montiert, siehe Punkt 5.9.4)
─ Externe Ölversorgungsanlage (separat montiert, siehe Punkt 5.9.5)
Hinweis
Bei Getrieben mit Ölversorgungsanlage müssen alle Überwachungsgeräte vor der Inbetriebnahme
funktionstüchtig angeschlossen werden.
In bestimmten Einsatzfällen kann anstelle der Flanschpumpe eine Motorpumpe verwendet werden.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung der Komponenten der Ölversorgungsanlage sind die
Betriebsanleitungen der Komponenten zu beachten.
Technische Daten sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und der Ölversorgungsanlage ist den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
5.6
Lagerung der Wellen
Alle Wellen sind in Wälzlagern gelagert.
5.7
Wellenabdichtung
Radialwellendichtringe,
Labyrinthdichtungen,
Taconite-Dichtungen
verhindern
an
den
Wellendurchtritten, daß Öl aus dem Getriebe austreten kann oder Verunreinigungen in das Getriebe
eindringen können.
5.7.1
Radialwellendichtringe
Radialwellendichtringe werden allgemein als Standarddichtung verwendet. Sie sind vorzugsweise mit
einer zusätzlichen Staublippe ausgestattet, zum Schutz der eigentlichen Dichtlippe gegen
Verunreinigungen von außen.
ACHTUNG
Sachschaden
Zerstörung des Radialwellendichtringes durch hohe Staubkonzentration möglich.
Radialwellendichtring ohne zusätzlichen Schutz bei hoher Staubkonzentration nicht verwenden.
Bild 19: Radialwellendichtring
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5.7.2
Labyrinthdichtungen
Labyrinthdichtungen sind berührungsfreie Dichtungen. Labyrinthdichtungen verhindern Verschleiß an
den Wellen, sind wartungsfrei und sorgen für ein günstiges Temperaturverhalten. Labyrinthdichtungen
sind nur bei bestimmten Übersetzungsverhältnissen und Mindestdrehzahlen verwendbar.
Ob das Getriebe mit Labyrinthdichtungen ausgerüstet ist, können Sie der Ersatzteilzeichnung und der
Ersatzteilliste entnehmen.
Bild 20: Labyrinthdichtring
ACHTUNG
Sachschaden
Mangelschmierung durch Austritt von Öl aus dem Getriebe möglich.
Labyrinthdichtungen erfordern für einen sicheren Betrieb eine stationäre, waagerechte Aufstellung
ohne Schmutzwasser und ohne hohe Staubkonzentration.
Überfüllung des Getriebes kann zu Leckage führen, Gleiches gilt für Öl mit hohem Schaumanteil.
5.7.3
Taconite‐Dichtung
Taconite‐Dichtungen wurden speziell für Verwendung in staubiger Umgebung konzipiert. Das
Eindringen von Staub wird durch die Kombination von drei Dichtungselementen (Radialwellendichtring,
Lamellendichtung und mit Fett gefüllter, nachschmierbarer Labyrinthdichtung) verhindert.
4
2
3
1
Bild 21: Taconite‐Dichtung
1
2
Radialwellendichtring
Lamellendichtung
3
4
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Labyrinthdichtung, mit Fett gefüllt,
nachschmierbar
Flachschmiernippel
Bei den Taconite‐Dichtungen werden folgende Ausführungsvarianten unterschieden:
Taconite "E"
Taconite "F"
2
1
1
4
3
Taconite "F‐F" und "F‐H"
Taconite "F‐K"
Bild 22: Taconite‐Dichtung, Varianten E, F, F‐F, F‐H und F‐K
1
2
Abtrieb
Taconite "F‐F"
3
4
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Taconite "F‐H"
Taconite "F‐K"
Tabelle 12: Variantenbeschreibung Taconite‐Dichtung
Varianten der
Taconite‐
Dichtungen
Einsatzgebiet
Bemerkungen
"E"
Alle Antriebswellen mit oder ohne Lüfter
Abtriebswelle
Bauform S:
(Vollwelle)
Bauform F:
(Flanschwelle)
Nachschmierbares Labyrinth
"F"
"F‐F"
Abtriebswelle
Bauform H:
(Hohlwelle mit Nut)
Bauform K:
(Hohlwelle mit Passverzahnung
nach der Norm ”DIN 5480”)
Beidseitig nachschmierbares Labyrinth,
einschließlich Schutzhaube als
Berührungsschutz auf
abtriebsabgewandter Getriebeseite
"F‐H"
Abtriebswelle
Bauform H:
(Hohlwelle mit Nut)
Bauform K:
(Hohlwelle mit Passverzahnung
nach der Norm "DIN 5480")
"F‐K"
Abtriebswelle
Bauform D:
(Hohlwelle für Schrumpfscheibe)
An der Abtriebsseite nachschmierbares
Labyrinth, auf gegenüberliegender
Seite staubdichte Schutzhaube
ACHTUNG
Sachschaden
Undichtigkeiten des Getriebe durch mangelnde Abdichtung möglich.
Für das Nachschmieren der Labyrinth-Dichtungen sind die vorgegebenen Nachschmierintervalle
einzuhalten (siehe Tabelle 30 in Punkt 10.1).
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5.7.4
Tacolab‐Dichtung
Tacolab‐Dichtungen sind berührungsfreie Dichtungen, die verschleißfrei und wartungsarm sind und
dadurch keine Betriebsunterbrechungen verursachen.
Die Tacolab-Dichtung besteht aus zwei Teilen:
─ einem Öllabyrinth, welches das Austreten von Schmieröl verhindert,
─ einer fettgefüllten Staubdichtung, die die Verwendung in sehr staubiger Umgebung ermöglicht.
5
4
3
2
1
Bild 23: Tacolab‐Dichtung
1
2
3
Labyrinthdichtring
Labyrinthdichtring
Lamellendichtung
4
5
Labyrinthdichtung, mit Fett gefüllt,
nachschmierbar
Flachschmiernippel nach der
Norm ”DIN 3404”
ACHTUNG
Sachschaden
Mangelschmierung durch Austritt von Öl aus dem Getriebe möglich.
Labyrinthdichtungen erfordern für einen sicheren Betrieb eine stationäre, waagerechte Aufstellung.
Überfüllung des Getriebes kann zu Leckage führen, Gleiches gilt für Öl mit hohem Schaumanteil.
ACHTUNG
Sachschaden
Undichtigkeiten des Getriebe durch mangelnde Abdichtung möglich.
Für das Nachschmieren der Labyrinth-Dichtungen sind die vorgegebenen Nachschmierintervalle
einzuhalten (siehe Tabelle 30 in Punkt 10.1).
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5.7.5
Trockenlaufschutz
Um das Trockenlaufen des oben liegenden Wellendichtrings sicher zu vermeiden, sind eine
Fettfüllung (4) und ein Ring (3) über dem Wellendichtring (2) angeordnet. In diesem Fall wird ein
Wellendichtring ohne zusätzliche Staublippe verwendet. Der Ring (3) ist mit einem Gewindestift (1) an
der Antriebswelle befestigt und verhindert das Austreten der Fettfüllung nach oben. Der Ring (3) dreht
sich bei Betrieb berührungslos im Gehäusedeckel.
1
3
2
4
Bild 24: Trockenlaufschutz
1
2
5.8
Gewindestift
Radialwellendichtring
3
4
Ring
Fettfüllung
Rücklaufsperre
Für bestimmte Anforderungen kann das Getriebe mit einer mechanischen Rücklaufsperre ausgerüstet
werden. Die Rücklaufsperre läßt im Betrieb nur die festgelegte Drehrichtung zu. Die Drehrichtung ist auf
der Getriebeantriebs‐ und ‐abtriebsseite durch einen Drehrichtungspfeil angegeben.
Die Rücklaufsperre ist über einen Zwischenflansch öldicht am Getriebe angebaut und in dessen
Ölkreislauf integriert.
Die Rücklaufsperre hat fliehkraftabhebende Klemmkörper. Dreht das Getriebe in der vorgeschriebenen
Drehrichtung, rotiert der Innenring gemeinsam mit dem Klemmkörperkäfig in Drehrichtung der Welle,
der Außenring steht dabei still. Ab einer bestimmten Drehzahl (Abhebedrehzahl) heben die
Klemmkörper vom Außenring ab. Die Rücklaufsperre arbeitet in diesem Betriebszustand verschleißfrei.
1
2
4
3
5
6
Bild 25: Rücklaufsperre
1
2
3
Außenring
Innenring
Käfig mit Klemmkörpern
4
5
6
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Welle
Verschlußdeckel
Restölablaß
Hinweis
Durch das Umdrehen des Käfigs kann die Sperrichtung der Rücklaufsperre geändert werden. Wird
eine Änderung der Sperrichtung gewünscht, ist in jedem Fall Rücksprache mit Siemens erforderlich.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung der Rücklaufsperre und/oder des Getriebes durch falsche
Drehrichtung möglich.
Motor nicht entgegen der Sperrichtung des Getriebes fahren.
Der aufgeklebte Hinweis auf dem Getriebe muss beachtet werden.
Vor dem Anschließen des Motors ist das Drehfeld des Drehstromnetzes mit Hilfe eines
Drehfeldrichtungsanzeigers zu bestimmen und ist der Motor entsprechend der festgelegten
Drehrichtung anzuschließen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung der Rücklaufsperre durch erhöhten Verschleiß bei Betrieb unterhalb
der Abhebedrehzahlen möglich.
Bei Betrieb des Getriebes mit Drehzahlen, die unterhalb der Abhebedrehzahl der Rücklaufsperre
liegen, sind die Rücklaufsperren regelmäßig zu erneuern.
Die Angabe der Wechselintervalle erfolgt in der auftragsabhängigen Dokumentation.
Die vertraglich festgelegten minimalen Drehzahlen dürfen während des Dauerbetriebes nicht
unterschritten werden. Ist das der Fall, ist Rücksprache mit Siemens erforderlich.
5.8.1
Drehmomentbegrenzende Rücklaufsperre (Sonderausführung)
Für besondere Einsatzfälle, z. B. bei Doppelantrieben, steht eine drehmomentbegrenzende
Rücklaufsperre zur Verfügung. Diese Rücklaufsperre ist eine Kombination aus einer Rücklaufsperre mit
fliehkraftabhebenden Klemmkörpern und einer Bremse. Das Rutschdrehmoment wird über eine Anzahl
von Druckfedern eingestellt.
Durch das "Rutschen" werden das Getriebe und die Klemmkörper der Rücklaufsperre vor unzulässig
hohen Beanspruchungen beim Rückdrehen geschützt. Zusätzlich wird bei Doppelantrieben eine
gleichmäßige Lastverteilung auf beide Getriebe beim Rückdrehvorgang erzielt.
6
5
4
3
2
7
1
xmin.
Bild 26: Drehmomentbegrenzende Rücklaufsperre
1
2
3
4
Außenring
Innenring
Käfig mit Klemmkörpern
Welle (Zwischenflansch)
5
6
7
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Sicherungsdraht
Führungsschraube mit Druckfeder
Reibbelag
Die drehmomentbegrenzende Rücklaufsperre ist über einen Zwischenflansch öldicht am Getriebe
angebaut und in dessen Ölkreislauf integriert.
Hinweis
Durch das Umdrehen des Käfigs kann die Sperrichtung der Rücklaufsperre geändert werden. Wird
eine Änderung der Sperrichtung gewünscht, ist in jedem Fall Rücksprache mit Siemens erforderlich.
WARNUNG
Verletzungsgefahr durch sich bewegende Anlagenteile
Es besteht die Gefahr, daß die Last nach dem Abschalten des Motors nicht sicher in ihrer Lage
gehalten wird und beschleunigt zurückdrehen kann.
Das Rutschdrehmoment wurde im Werk auf den richtigen Wert eingestellt und darf nicht verändert
werden.
Hinweis
Zur Sicherung des eingestellten Rutschdrehmomentes sind die Führungsschrauben der Druckfedern
mit Sicherungsdraht gesichert. Die Gewährleistung erlischt, wenn der Sicherungsdraht für die
Schrauben fehlt oder beschädigt ist.
Hinweis
Die Rücklaufsperre arbeitet in der Regel verschleißfrei. Vorbeugend muß das Maß "xmin." nach jedem
Lösevorgang (nur Typ FXRT) und danach alle 12 Monate überprüft werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung der Rücklaufsperre und/oder des Getriebes durch falsche
Drehrichtung möglich.
Motor nicht entgegen der Sperrichtung des Getriebes fahren.
Der aufgeklebte Hinweis auf dem Getriebe muss beachtet werden.
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5.9
Kühlung
Je nach Bedarf ist das Getriebe mit einem Lüfter, einer Kühlschlange, einer angebauten
Ölversorgungsanlage mit Wasser-Ölkühler oder Luft-Ölkühler oder einer separat beigestellten
Ölversorgungsanlage ausgestattet. Bei Verwendung einer separat beigestellten Ölversorgungsanlage
ist die spezielle Betriebsanleitung dieser Ölversorgungsanlage ebenfalls zu beachten.
Hinweis
Bei der Aufstellung des Getriebes ist darauf zu achten, daß eine freie Konvektion an der
Gehäuseoberfäche gegeben ist, damit eine Überhitzung des Getriebes ausgeschlossen wird.
5.9.1
Lüfter
Der Lüfter ist in der Regel auf der schnellaufenden Welle des Getriebes angeordnet und durch eine
Luftleithaube gegen unbeabsichtigtes Berühren gesichert. Der Lüfter saugt Luft durch das Schutzgitter
der Luftleithaube an und läßt sie über ihre seitlichen Luftführungen am Getriebegehäuse
vorbeistreichen. Dabei führt die Luft eine bestimmte Menge der Gehäusewärme ab.
1
1
2
2
H...
B...
Bild 27: Lüfter an Getrieben der Bauarten H... und B...
1
Lüfter
2
Luftleithaube
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
ACHTUNG
Sachschaden
Überhitzung des Getriebes durch zu geringe Luftzufuhr möglich.
Bei Getrieben, die mit einem Lüfter ausgerüstet sind, muß bei Anbringung der Schutzvorrichtung für
die Kupplung oder Ähnliches ein ausreichender Abstand als Ansaugöffnung für die Kühlluft gegeben
sein.
Der erforderliche Abstand ist der Maßzeichnung in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Die korrekte Befestigung der Luftleithaube ist sicherzustellen. Die Luftleithaube ist vor Beschädigung
von außen zu schützen. Der Lüfter darf die Luftleithaube nicht berühren.
ACHTUNG
Sachschaden
Überhitzung des Getriebes durch isolierend wirkende Schmutzschicht auf dem Getriebe oder
verschmutzten Lüfter möglich.
Durch Verschmutzung des Lüfters und der Gehäuseoberfläche wird die Kühlwirkung erheblich
herabgesetzt.
Angaben zur Reinigung in Kapitel 10. "Wartung und Instandhaltung" beachten.
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5.9.2
Kühlschlange
Das Getriebe kann mit einer Kühlschlange im Ölsumpf ausgestattet sein. Die Kühlschlange wird über
einen Wasseranschluß mit Kühlwasser versorgt. Der Betreiber hat dies sicherzustellen. Als Kühlwasser
kann Süß-, See- oder Brackwasser verwendet werden.
Bei Durchströmen der Kühlschlange wird dem Getriebeöl eine bestimmte Wärmemenge entzogen und
an das Kühlwasser abgegeben.
X
X
1, 2
3
3
1
H... / B...
2
Bild 28: Kühlschlange an Getrieben der Bauarten H... und B...
1
2
Kühlwasseranschluß
Reduzierschraube
3
Abtriebswelle
Hinweis
Das vollständige Eintauchen der Kühlschlange muß sichergestellt sein, da es sonst zu
Kondenswasserbildung kommen kann.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Kühlschlange möglich.
Der Kühlwasserdruck darf maximal 8 bar betragen. Die Enden der Kühlschlange dürfen nicht verdreht
und die Reduzierschrauben nicht entfernt oder nachgezogen werden. Die Kontermutter darf nicht
gelöst werden.
Bei Gefahr des Einfrierens des Kühlwassers und bei langem Stillstand des Getriebes muss das
Kühlwasser abgelassen und Wasserreste mit Druckluft ausgeblasen werden.
Die Durchflussrichtung im Getriebe ist beliebig.
Zur Vermeidung eines zu hohen Wasserdruckes am Kühlwassereintritt ist eine geeignete
Kühlwassermengenregulierung zu verwenden (z. B. durch einen Druckminderer oder eine geeignete
Absperrarmatur).
WARNUNG
Verletzungsgefahr der Augen durch Druckluft
Wasserreste und/oder Schmutzpartikel können die Augen verletzen.
Geeignete Schutzbrille tragen.
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Hinweis
Anschlußmaße sind der Getriebemaßzeichnung zu entnehmen. Die erforderliche Kühlwassermenge
und die maximal zulässige Eintrittstemperatur sind der auftragsabhängigen Dokumentation und/oder
der Geräteliste zu entnehmen.
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Tabelle 13: Erforderliche Kühlwassermenge (l/min)
Bauart 503
504
505
506
507
508
509
510
511
512
513
514
4
4
4
4
4
8
8
-
-
-
-
H2.H
4
4
4
4
4
4
4
8
8
8
8
H3.H
-
4
4
4
4
4
4
8
8
8
8
4
4
4
4
4
8
8
-
-
-
-
4
4
4
4
4
4
4
8
8
8
8
H1.H
B2.H
4
4
B3.H
5.9.3
Ölversorgungsanlage mit Luft-Ölkühler
Auftragsabhängig kann eine Ölversorgungsanlage mit Luft-Ölkühler verwendet werden. Diese
Ölkühlanlage kann am Getriebe fest montiert sein.
Bestandteile:
─ Luft-Ölkühler
─ Flanschpumpe
─ Grobfilter (ab Größe 13: Doppelschaltfilter)
─ Druckwächter
─ Temperatur-Regelventil
─ Verrohrung
Der Luft-Ölkühler dient zur Kühlung des Getriebeöls, wobei als Kühlmittel die Umgebungsluft dient. Das
Öl wird, abhängig vom Volumenstrom in einem oder mehreren Flüssen, an der durch den Ventilator
geförderten Umgebungsluft vorbei, durch den Kühler geführt. Für den Kaltstart ist grundsätzlich eine
Bypass-Leitung mit einem Temperaturregelventil vorgesehen.
Hinweis
Die Förderrichtung der verwendeten Pumpe ist nicht abhängig von der Drehrichtung, sofern in den
Dokumentationsunterlagen nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bei Anschluß der Armaturen ist jedoch die tatsächliche Förderrichtung zu beachten.
Hinweis
Die Funktionsüberwachung erfolgt durch eine Temperaturüberwachung im Ölsumpf oder durch eine
Drucküberwachung.
Steuerungshinweise sind der Geräteliste zu entnehmen.
Die Betriebsanleitung des Gerätes ist zu beachten.
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3
2
5
4
1
Bild 29: Luft-Ölkühlanlage an Getrieben der Baugröße ≤ 514
1
2
3
Flanschpumpe
Druckwächter
Grobfilter oder Doppelschaltfilter
4
5
Luft-Ölkühler
Temperatur-Regelventil
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und der Ölversorgungsanlage mit Luft-Ölkühler ist
den Zeichnungen in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
In bestimmten Einsatzfällen kann anstelle der Flanschpumpe eine Motorpumpe verwendet werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Überhitzung des Getriebes durch zu geringe Luftzufuhr möglich.
Bei der Installation des Getriebes mit angebautem Luft-Ölkühler muß darauf geachtet werden, daß die
Luftzirkulation nicht behindert wird.
Der erforderliche Mindestabstand zu angrenzenden Bauteilen wie Wänden ist den Zeichnungen in der
Getriebedokumentation zu entnehmen.
Angebaute Druckwächter sind nach auftragsabhängiger Dokumentation anzuschließen.
Durch Verschmutzung des Kühlers und der Gehäuseoberfläche wird die Kühlwirkung erheblich
herabgesetzt (Kapitel 10. "Wartung und Instandhaltung" beachten).
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung der Komponenten der Ölversorgungsanlage sind die
Betriebsanleitungen dieser Komponenten zu beachten.
Technische Daten sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
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5.9.4
Angebaute Ölversorgungsanlage mit Wasser-Ölkühler
Auftragsabhängig kann eine Ölversorgungsanlage mit Wasser-Ölkühler verwendet werden. Diese ist
am Getriebe fest montiert.
Bestandteile:
─ Wasser-Ölkühler
─ Pumpe
─ Verrohrung
Abhängig von Größe und/oder Auftrag kann die Ölversorgungsanlage mit Wasser-Ölkühler zusätzlich
folgende Bestandteile haben:
─ Filter
─ Überwachungsgeräte
Hinweis
Die Förderrichtung der verwendeten Pumpe ist nicht abhängig von der Drehrichtung, sofern in den
Dokumentationsunterlagen nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bei Anschluß der Armaturen ist jedoch die tatsächliche Förderrichtung zu beachten.
Hinweis
Die Funktionsüberwachung erfolgt durch eine Temperaturüberwachung im Ölsumpf oder durch eine
Drucküberwachung.
Steuerungshinweise sind der Geräteliste zu entnehmen.
Die Betriebsanleitung des Gerätes ist zu beachten.
Der erforderliche Kühlwasseranschluß ist vom Betreiber herzustellen.
2
4
3
1
5
Bild 30: Wasser-Ölkühlanlage am Getriebe der Baugröße ≤ 514
1
2
3
Flanschpumpe
Druckwächter
Grobfilter oder Doppelschaltfilter
4
5
Wasser‐Ölkühler
Kühlwasserein‐ und ‐austritt
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und der Ölversorgungsanlage mit Wasser-Ölkühler
ist den Zeichnungen in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
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ACHTUNG
Sachschaden
Überhitzung des Getriebes durch falsche Durchflussrichtung des Wasser-Ölkühlers möglich.
Um eine optimale Kühlleistung zu erreichen, ist die vorgegebene Durchflußrichtung des
Wasser-Ölkühlers einzuhalten. Kühlwasserzu- und -ablauf dürfen nicht vertauscht werden.
Der Kühlwasserdruck darf maximal 8 bar betragen.
Bei Gefahr des Einfrierens des Kühlwassers und bei langem Stillstand des Getriebes muss das
Kühlwasser abgelassen und Wasserreste mit Druckluft ausgeblasen werden.
Angebaute Druckwächter sind nach auftragsabhängiger Dokumentation anzuschließen.
Durch Verschmutzung des Kühlers und der Gehäuseoberfläche wird die Kühlwirkung erheblich
herabgesetzt (Kapitel 10. "Wartung und Instandhaltung" beachten).
WARNUNG
Verletzungsgefahr der Augen durch Druckluft
Wasserreste und/oder Schmutzpartikel können die Augen verletzen.
Geeignete Schutzbrille tragen.
In bestimmten Einsatzfällen kann anstelle der Flanschpumpe eine Motorpumpe verwendet werden.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung der Komponenten der Ölversorgungsanlage sind die
Betriebsanleitungen dieser Komponenten zu beachten.
Technische Daten sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
5.9.4.1 Pumpe
Die verwendete Pumpe eignet sich zum Fördern von Schmieröl. Das Fördermedium darf keine
abrasiven Bestandteile enthalten und darf die Werkstoffe der Pumpe nicht chemisch angreifen.
Voraussetzung für gute Funktion, hohe Betriebssicherheit und lange Lebensdauer der Pumpe ist vor
allen Dingen ein stets sauberes und schmierfähiges Fördermedium.
5.9.4.2 Wasser-Ölkühler
Der Wasser-Ölkühler eignet sich zum Kühlen von Öl. Als Kühlmedium wird Wasser verwendet.
Hinweis
Anschlußmaße sind der Maßzeichnung des Getriebes zu entnehmen. Die erforderliche
Kühlwassermenge und die maximal zulässige Eintrittstemperatur sind der auftragsabhängigen
Dokumentation und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
5.9.4.3 Filter
Der Filter schützt nachgeschaltete Aggregate, Meß- und Regelgeräte vor Verunreinigungen. Der Filter
besteht aus einem Gehäuse mit Anschlüssen und einem Filtereinsatz. Das Medium strömt durch das
Filtergehäuse, dabei werden in Abhängigkeit von der Filterfeinheit die meisten mitgeführten
Schmutzpartikel im Öl ab einer definierten Größe zurückgehalten.
Verschmutzte Filtereinsätze müssen gereinigt oder erneuert werden.
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5.9.5
Separate oder externe Ölversorgungsanlage
Eine von Siemens separat beigestellte oder eine externe Ölversorgungsanlage kann zur Ölkühlung
verwendet werden.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung der Komponenten der Ölversorgungsanlage sind die
Betriebsanleitungen dieser Komponenten zu beachten.
Technische Daten sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
5.10
Kupplungen
Für den Antrieb des Getriebes werden in der Regel elastische Kupplungen oder Sicherheitskupplungen
verwendet.
Sollen starre Kupplungen oder andere An- und/oder Abtriebselemente verwendet werden, die
zusätzliche Radial- und/oder Axialkräfte hervorrufen (z. B. Zahnräder, Riemenscheiben,
Schwungscheiben, Strömungskupplungen), muß dies vertraglich vereinbart sein.
5.11
Heizelemente
Bei niedrigen Temperaturen kann ein Vorwärmen des Getriebeöls vor Einschalten des Antriebs oder
auch während des Betriebs erforderlich werden. Für diese Fälle können z. B. Heizelemente verwendet
werden. Heizelemente wandeln elektrische Energie in Wärmeenergie um und geben diese an das
umgebende Öl ab. Werden Heizstäbe eingesetzt, sind diese in Schutzrohren im Gehäuse montiert, so
daß ein Austausch der Heizstäbe ohne ein vorheriges Ölablassen möglich ist.
Ein vollständiges Eintauchen der Heizelemente im Ölbad ist zu gewährleisten.
Die Heizelemente können durch einen Temperaturwächter gesteuert werden, der ein zu verstärkendes
Signal bei Erreichen der minimalen und maximalen Temperatur zur Verfügung stellt.
1
2
1
2
Bild 31: Heizung an Getrieben der Bauarten H... und B...≤ 514
1
Heizelement
2
Temperaturwächter
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
WARNUNG
Brandgefahr
Brandgefahr durch freiliegende Heizelemente möglich.
Heizelemente auf keinen Fall einschalten, wenn ein vollständiges Eintauchen im Ölbad nicht
sichergestellt ist.
Falls Heizstäbe nachgerüstet werden, darf die maximale Heizleistung (siehe Tabelle 14) an der
Heizstabaußenfläche nicht überschritten werden.
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Tabelle 14: Spezifische Heizleistung PHo
in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur
PHo
(W/cm²)
Umgebungstemperatur
°C
0.9
+ 10
bis
0
0.8
0
bis
- 25
0.7
-25
bis
- 50
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung sind die zugehörigen Betriebsanleitungen zu beachten.
Technische Daten und Steuerungshinweise sind der Geräteliste zu entnehmen.
5.12
Ölstandsanzeige
Das Getriebe ist mit einer Ölstandsanzeige (Ölschauglas, Ölstandsanzeiger mit MIN- und
MAX-Markierung oder Ölmeßstab mit MIN- und MAX-Markierung) zur visuellen Kontrolle des Ölstandes
im Stillstand ausgestattet. Die Kontrolle des Ölstandes läßt sich am Ölschauglas, am Ölstandsanzeiger
oder am Ölmeßstab bei abgekühltem Öl durchführen.
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
5.13
Öltemperaturüberwachung
Das Getriebe kann mit einem Widerstandsthermometer Pt 100 zur Messung der Öltemperatur im
Ölsumpf ausgestattet sein. Um die Temperaturen und/oder Temperaturdifferenzen messen zu können,
ist der Temperaturwächter kundenseitig an ein Auswertegerät anzuschließen.
1
1
Bild 32: Öltemperaturmessung an Getrieben der Bauarten H... und B... ≤ 514
1
Widerstandsthermometer Pt 100
Alternativ kann auch ein Temperaturwächter ATHs angebaut sein.
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung sind die in einem auftragsabhängig erstellten Anhang angegebenen
Betriebsanleitungen zu beachten.
Technische Daten und Steuerungshinweise sind der auftragsabhängig erstellten Geräteliste zu
entnehmen.
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5.14
Ölniveauüberwachung
Das Getriebe kann mit einer Ölniveauüberwachung mittels Füllstandsgrenzschalter ausgestattet sein.
Die Ölniveauüberwachung ist zur Überprüfung des Ölstandes bei Stillstand des Getriebes vor dem
Anfahren bei abgekühltem Öl konzipiert. Bei Signal "Ölstand zu niedrig" ist das Signal so zu verdrahten,
daß der Antriebsmotor nicht anläuft und eine Warnung gegeben wird. Während des Betriebes ist ein
eventuelles Signal zu überbrücken.
Bei Verwendung einer Ölniveauüberwachung ist besonders auf eine horizontale Einbaulage zu achten.
Bild 33: Ölniveauüberwachung an Getrieben der Bauarten H... und B... ≤ 514
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung sind die in einem auftragsabhängig erstellten Anhang angegebenen
Betriebsanleitungen zu beachten.
Technische Daten und Steuerungshinweise sind der auftragsabhängig erstellten Geräteliste zu
entnehmen.
5.15
Lagerüberwachung
5.15.1 Lagerüberwachung durch Widerstandsthermometer Pt 100
Das Getriebe kann mit Widerstandsthermometern Pt 100 zur Lagerüberwachung ausgestattet sein. Um
die Temperaturen und/oder die Temperaturdifferenzen messen zu können, sind die
Widerstandsthermometer Pt 100 kundenseitig an ein Auswertegerät anzuschließen.
Das Getriebe kann für eine Temperaturüberwachung an den Lagerstellen auch nur vorbereitet sein. Das
Getriebe ist dann mit Gewindebohrungen zur Aufnahme von Widerstandsthermometern Pt 100
ausgerüstet. Für diese Ausführung ist Rücksprache mit Siemens erforderlich
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung sind die in einem auftragsabhängig erstellten Anhang angegebenen
Betriebsanleitungen zu beachten.
Technische Daten und Steuerungshinweise sind der auftragsabhängig erstellten Geräteliste zu
entnehmen.
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5.15.2 Lagerüberwachung durch Stoßimpulsaufnehmer
Das Getriebe kann mit Meßnippeln zur Lagerüberwachung ausgestattet sein. Diese Meßnippel dienen
zur Befestigung von Stoßimpulsaufnehmern mit Schnellkupplung und sind in der Nähe der zu
überwachenden Lager am Gehäuse angebracht.
X
X
"X"
X
SW17
Meßnippel
Bild 34: Lagerüberwachung durch Stoßimpulsaufnehmer an Getrieben der Bauart H...
X
X
"X"
X
SW17
Meßnippel
Bild 35: Lagerüberwachung durch Stoßimpulsaufnehmer an Getrieben der Bauart B...
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung sind die in einem auftragsabhängig erstellten Anhang angegebenen
Betriebsanleitungen zu beachten.
Technische Daten und Steuerungshinweise sind der auftragsabhängig erstellten Geräteliste zu
entnehmen.
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5.15.3 Lagerüberwachung durch Beschleunigungssensor
Das Getriebe kann mit Gewindebohrungen versehen sein, die zur Aufnahme von
Beschleunigungssensoren dienen. Diese Gewindebohrungen sind je nach Variante mit einem Gewinde
M6 oder M8 versehen (siehe Bild 36 und Bild 37).
1
2
M8
12
3
22
0.5+2
∅ 27
5
"B"
M8
4
"A"
Bild 36: Beschleunigungssensor komplett ("A") und Gewindeanschluß ("B") für Varianten 1 bis 4
1
2
3
Abgeschirmtes Kabel (ölfest)
MIL‐Stecker
Beschleunigungssensor
4
5
"C"
Gewindestift
Angabe der Empfindlichkeit
"D"
Bild 37: Beschleunigungssensor komplett ("C") und Gewindeanschluß ("D") für Varianten 5A und 5B
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes mit angebauten Sensoren ist den Zeichnungen in der
Getriebedokumentation zu entnehmen.
Hinweis
Für den Betrieb der Sensoren ist die zugehörige Betriebsanleitung zu beachten.
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5.16
Drehzahlgeber
Ein inkrementaler Drehzahlgeber kann angebaut sein. Verdrahtung und erforderliches Auswertegerät
sind kundenseitig vorzusehen.
A
"A"
3
1
3
1
2
Bild 38: Drehzahlgeber
1
2
Inkrementalgeber
12‐poliger Messingstecker
3
Abtrieb
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung sind die in einem auftragsabhängig erstellten Anhang angegebenen
Betriebsanleitungen zu beachten.
Technische Daten und Steuerungshinweise sind der auftragsabhängig erstellten Geräteliste zu
entnehmen.
5.17
Hilfsantrieb
Für bestimmte Anwendungen kann das Getriebe neben dem Hauptantrieb mit einem Hilfsantrieb
ausgerüstet werden. Dieser Hilfsantrieb ermöglicht es, das Hauptgetriebe mit einer niedrigeren
Abtriebsdrehzahl bei gleicher Drehrichtung zu betreiben. Der Hilfsantrieb ist durch eine
Überholkupplung mit dem Hauptgetriebe verbunden. Die grundsätzliche Antriebsanordnung ist in
Bild 39 dargestellt.
4
8
7
5
6
3
2
1
Bild 39: Grundsätzlicher Aufbau des Getriebes mit Haupt- und Hilfsantrieb
1
2
3
4
Hauptmotor
Hilfsmotor
Kupplung
Hauptgetriebe
5
6
7
8
Hilfsgetriebe
Rücklaufsperre
Überholkupplung
Abtriebswelle des Hauptgetriebes
Je nach Einsatzfall stehen für jede Getriebegröße zwei unterschiedlich starke Hilfsantriebe zur
Verfügung.
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5.17.1 Hilfsantrieb, ausgelegt als Wartungsantrieb
Der Motor des Hilfsantriebes ist so dimensioniert, daß die Förderanlage im Leerlauf ‐ also für den Betrieb
ohne Last ‐ bei niedriger Drehzahl in gleicher Drehrichtung betrieben werden kann. Das Hilfsgetriebe ist
über einen Zwischenflansch an das Hauptgetriebe angeflanscht. Beim Hilfsgetriebe handelt es sich um
einen Getriebemotor, der über eine Überholkupplung an das Hauptgetriebe angekuppelt ist. Die
Überholkupplung ist im Zwischenflansch untergebracht und wird mit Öl aus dem Hauptgetriebe versorgt.
Der Getriebemotor hat eine eigene Ölfüllung.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung des Hilfsantriebes durch Überlastung.
Der Antrieb der Förderanlage über den Hilfsantrieb darf nur im Leerlaufbetrieb ohne Last erfolgen.
Die genaue Bezeichnung des Getriebemotors, sowie die Einbaulage ist aus den Zeichnungen in der
Getriebedokumentation zu entnehmen. Das Hilfsgetriebe besitzt einen eigenen Ölkreislauf, der von
dem des Hauptgetriebes getrennt ist. Das Hilfsgetriebe ist bereits bei Lieferung mit Öl befüllt.
Vor Anschluß des Motors ist das Drehfeld des Drehstromnetzes mit Hilfe eines
Drehfeldrichtungsanzeigers zu bestimmen und ist der Motor entsprechend der festgelegten
Drehrichtung anzuschließen.
Beachten Sie den aufgeklebten Hinweis auf dem Getriebe.
Hinweis
Im Zwischenflansch ist an geeigneter Stelle eine Gewindebohrung M18x1 für den kundenseitig
beizustellenden Impulsgeber vorgesehen. Das Maß "x" richtet sich nach den Angaben des
Geräteherstellers (siehe Bild 40). Der Impulsgeber muß die Bedingung "bündig einbaubar" erfüllen.
Hinweis
Für den Betrieb des Hilfsgetriebes ist die spezielle Betriebsanleitung zu beachten.
Zur Vermeidung von Überdrehzahlen bei Funktionsstörungen der Überholkupplung ist die
Antriebskombination aus Sicherheitsgründen kundenseitig mit einer Drehzahlüberwachung
auszurüsten. Die Drehzahlüberwachung besteht aus einem Impulsgeber, der im Zwischenflansch
befestigt wird (Bild 40) und einem Auswertegerät.
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4
4
1
1
5
"X"
"X"
3
6
6
3
7
"X"
7
2
2
7
Bild 40: Aufbau des Getriebes mit Haupt‐ und Hilfsantrieb
1
2
3
4
Hauptgetriebe
Hilfsgetriebe
Zwischenflansch
Antriebswelle des Hauptgetriebes
5
6
7
Rücklaufsperre
Überholkupplung
Impulsgeber für Drehzahlüberwachung
Die Drehzahlüberwachung muß so geschaltet werden, daß bei einer Drehzahl "> Null" an der
Abtriebswelle des Hilfsantriebes der Hauptantrieb automatisch abgeschaltet wird. Aus
Sicherheitsgründen muß eine Prüfung der Abschaltfunktion in regelmäßigen Intervallen erfolgen,
mindestens vierteljährlich. Zur Prüfung der Abschaltfunktion wird der Hilfsantrieb eingeschaltet.
Schaltet der Drehzahlwächter ‐ Kontrolle z. B. über Warnleuchte ‐ ist die Drehzahlüberwachung
funktionstüchtig.
WARNUNG
Schwere Körperverletzung durch Bersten des Hilfsantriebes
Lebensgefahr bei Bersten des Hilfsantriebes durch Überdrehzahlen möglich.
Die Drehzahlüberwachung ist aus Sicherheitsgründen unbedingt notwendig, da sonst bei einem
Defekt des Überholsystems der Hilfsantrieb durch Überdrehzahlen explosionsartig zerstört werden
kann.
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5.17.2 Hilfsantrieb, ausgelegt als Lastantrieb
Die Motoren der Hilfsantriebe sind so dimensioniert, daß eine ordnungsgemäß beladene Förderanlage
mit niedriger Drehzahl in gleicher Drehrichtung betrieben werden kann.
Die genaue Bezeichnung des Getriebemotors, sowie die Einbaulage ist aus den Zeichnungen in der
Getriebedokumentation zu entnehmen. Das Hilfsgetriebe besitzt einen eigenen Ölkreislauf, der von
dem des Hauptgetriebes getrennt ist. Das Hilfsgetriebe ist bereits bei Lieferung mit Öl befüllt.
Hinweis
Bei laufendem Hauptmotor muß gewährleistet sein, daß eine eventuell angebaute Bremse am Motor
des Hilfsantriebes wirksam ist.
Hinweis
Beim Verwendung einer drehmomentbegrenzenden Rücklaufsperre (siehe Punkt 5.8.1) muß nach
dem Abschalten des Haupt‐ oder Hilfsantriebsmotors bei einer Drehzahl "nahe Null"" die Bremse am
Hilfsantrieb kurzfristig, ca. 2 bis 3 Sekunden lang, gelüftet werden.
Vor Anschluß des Motors ist das Drehfeld des Drehstromnetzes mit Hilfe eines
Drehfeldrichtungsanzeigers zu bestimmen und ist der Motor entsprechend der festgelegten
Drehrichtung anzuschließen.
Beachten Sie den aufgeklebten Hinweis auf dem Getriebe.
Hinweis
Für den Betrieb des Getriebes mit Hilfsantrieb ist die spezielle Betriebsanleitung zu beachten.
Weiter gelten die Bedingungen in Punkt 5.17.1.
5.17.3 Überholkupplung
Wird das Getriebe neben dem Hauptantrieb mit einem Hilfsantrieb versehen, erfolgt die Ankopplung
mittels einer Überholkupplung. Diese läßt bei Antrieb über den Hilfsantrieb eine
Drehmomentübertragung in einer Drehrichtung zu, während beim Antrieb über den Hauptantrieb ein
"Freilaufbetrieb" vorliegt.
Sowohl beim Antrieb über den Hauptmotor, als auch beim Antrieb des Hilfsantriebes dreht die
Abtriebswelle des Hauptgetriebes in der gleichen Drehrichtung.
Die Überholkupplung ist in einem Zwischenflansch untergebracht und im Ölkreislauf des Getriebes
integriert. Wartung und Ölwechsel erfolgen gleichzeitig mit Wartung und Ölwechsel des Hauptgetriebes.
Die Überholkupplung hat fliehkraftabhebende Klemmkörper. Dreht das Hauptgetriebe in der
vorgeschriebenen Drehrichtung, läuft der Innenring mit den Klemmkörpern um, wobei der Außenring still
steht. Ab einer bestimmten Drehzahl heben die Klemmkörper ab und die Überholkupplung arbeitet
verschleißfrei. Erfolgt der Antrieb über den Motor des Hilfsantriebes über den Außenring, liegt für die
Überholkupplung "Mitnahmebetrieb" vor, d. h. das Hauptgetriebe wird in der gewählten Drehrichtung
langsam durchgedreht. Hierbei dreht gleichzeitig die Antriebswelle des Hauptgetriebes und
gegebenenfalls der Hauptmotor, bei Verwendung einer elastischen Kupplung zwischen Hauptmotor
und Getriebe, langsam mit.
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Hinweis
Hauptmotor und Motor des Hilfsantriebes sind elektrisch so miteinander zu verriegeln, daß nur einer
der beiden Motoren eingeschaltet sein kann.
Hinweis
Beim Antrieb über den Hilfsantrieb dreht gleichzeitig die Antriebswelle des Hauptgetriebes langsam
mit. Diese Drehbewegung darf nicht behindert werden. Eine antriebsseitig im Hauptantrieb
angeordnete Bremse muß bei Antrieb über den Hilfsantrieb geöffnet werden.
Hinweis
Vor der Ölbefüllung des Hauptgetriebes ist zuerst die Schmierstelle am Zwischenflansch (3) der
Überholkupplung (6) und/oder die Schmierstelle an der Rücklaufsperre (5) in Bild 40 mit der auf dem
Typenschild oder Zusatzschild angegebenen Ölmenge und Ölsorte zu versorgen.
Vor Inbetriebnahme ist die Funktion der Überholkupplung gemäß Punkt 7.3.4 zu prüfen.
5.17.4 Getriebe mit Hilfsantrieb und drehmomentbegrenzender Rücklaufsperre
Hinweis
Wird bei Getrieben mit Hilfsantrieb eine drehmomentbegrenzende Rücklaufsperre
(siehe Punkt 5.8.1) eingesetzt, wurde bereits im Werk das Rutschdrehmoment auf den richtigen Wert
eingestellt; eine Nachstellung oder Kontrolle bei Inbetriebnahme ist nicht erforderlich.
WARNUNG
Schwere Körperverletzung durch Bersten des Hilfsantriebes
Lebensgefahr bei Bersten des Hilfsantriebes durch Überdrehzahlen möglich.
Die Drehzahlüberwachung ist aus Sicherheitsgründen unbedingt notwendig, da sonst bei einem
Defekt des Überholsystems der Hilfsantrieb durch Überdrehzahlen explosionsartig zerstört werden
kann.
Weiterhin besteht die Gefahr, daß die Last nach dem Abschalten des Hauptmotors nicht sicher in ihrer
Lage gehalten wird und beschleunigt zurückdrehen kann.
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6.
Montage
Die Hinweise in Kapitel 3. "Sicherheitshinweise" sind zu beachten!
6.1
Allgemeine Montagehinweise
Beim Transport des Getriebes sind die Hinweise in Kapitel 4. "Transport und Lagerung" zu beachten.
Die Montage hat mit großer Sorgfalt durch autorisiertes, ausgebildetes und eingewiesenes (siehe
"Qualifiziertes Personal" auf Seite 3 dieser Anleitung) zu erfolgen. Schäden aufgrund unsachgemäßer
Ausführung führen zu Haftungsausschluß.
Schon bei der Planung ist darauf zu achten, daß um das Getriebe herum ein ausreichender Freiraum für
die Montage und die späteren Pflege- und Wartungsarbeiten vorhanden ist.
Hinweis
Die freie Konvektion an der Gehäuseoberfläche ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen.
Für Getriebe mit Lüfter ist ein ausreichender Freiraum für den Lufteintritt sicherzustellen.
Zu Beginn der Montagearbeiten müssen ausreichende Hebezeuge zur Verfügung stehen.
ACHTUNG
Sachschaden
Während des Betriebs ist eine Aufheizung durch äußere Einflüsse wie direkte Sonneneinstrahlung
oder sonstige Wärmequellen nicht zulässig und muß durch geeignete Maßnahmen verhindert werden.
Ein Wärmestau muß vermieden werden.
Dies kann wie folgt realisiert werden:
- durch ein Sonnenschutzdach
oder
- durch ein zusätzliches Kühlaggregat
oder
-durch eine Temperaturüberwachungseinrichtung im Ölsumpf mit Abschaltfunktion.
Hinweis
Bei Verwendung eines Sonnenschutzdaches muß ein Wärmestau vermieden werden.
Bei Verwendung einer Temperaturüberwachungseinrichtung muß bei Erreichen der maximal
zulässigen Ölsumpftemperatur eine Warnung ausgegeben werden. Bei Überschreiten der maximal
zulässigen Ölsumpftemperatur muß der Antrieb ausgeschaltet werden.
Diese Ausschaltung kann beim Betreiber zum Betriebsstillstand führen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch herabfallende Gegenstände, Überschüttung, Schweißarbeiten
oder unzureichende Befestigung.
Der Betreiber hat folgendes sicherzustellen:
- Das Getriebe muss gegen herabfallende Gegenstände und Überschüttung geschützt sein.
- Am gesamten Antrieb dürfen keine Schweißarbeiten durchgeführt werden.
- Das Getriebe darf nicht als Massepunkt für Elektro-Schweißarbeiten verwendet werden.
- Es sind alle der entsprechenden Bauform zugeordneten Befestigungsmöglichkeiten auszunutzen.
- Die im Zusammenhang mit Montage- oder Demontagearbeiten unbrauchbar gewordenen
Schrauben müssen durch neue Schrauben gleicher Festigkeitsklasse und Ausführung ersetzt
werden.
Hinweis
Damit im Betrieb eine ausreichende Schmierung gewährleistet ist, muß die auf den Zeichnungen
angegebene Einbaulage eingehalten werden.
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6.2
Auspacken
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Korrosion möglich.
Die Verpackung darf nicht vorzeitig geöffnet oder beschädigt werden, wenn die Verpackung
Bestandteil der Konservierung ist.
Der Inhalt der Lieferung ist in den Versandpapieren aufgeführt. Die Vollständigkeit ist unmittelbar bei
Empfang zu prüfen. Beschädigungen und/oder fehlende Teile sind Siemens sofort schriftlich zu melden.
•
Verpackung und Transporteinrichtungen entfernen und vorschriftsgemäß entsorgen.
•
Sichtprüfung auf Beschädigung und Verunreinigung durchführen.
WARNUNG
Schwere Körperverletzung durch defektes Produkt
Bei erkennbarem Schaden darf das Getriebe nicht in Betrieb genommen werden.
Die Angaben in Kapitel 4."Transport und Lagerung" sind zu beachten.
6.3
Getriebemontage
6.3.1
Getriebemontage auf Gehäusefuß
6.3.1.1 Fundament
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung durch mangelnde Standsicherheit des Getriebes möglich.
Das Fundament muß waagerecht und eben sein. Das Getriebe darf beim Anziehen der
Befestigungsschrauben nicht verspannt werden.
Das Fundament ist so auszuführen, daß keine Resonanzschwingungen entstehen und keine
Erschütterungen von benachbarten Fundamenten übertragen werden können. Die
Fundamentkonstruktion, auf der das Getriebe montiert werden soll, muß verwindungssteif sein. Sie ist
entsprechend dem Gewicht und dem Drehmoment auszulegen unter Berücksichtigung der auf das
Getriebe einwirkenden Kräfte.
Es ist eine sorgfältige Ausrichtung zu den an- und abtriebsseitigen Aggregaten vorzunehmen.
Gegebenenfalls durch Betriebskräfte auftretende elastische Verformungen sind zu berücksichtigen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung durch mangelnde Standsicherheit des Getriebes möglich.
Befestigungsschrauben und -muttern sind mit dem vorgeschriebenen Anziehdrehmoment
anzuziehen.
Das Anziehdrehmoment ist Punkt 6.23 zu entnehmen. Es sind Schrauben mindestens der
Festigkeitsklasse 8.8 zu verwenden.
Wenn äußere Kräfte auf das Getriebe wirken, ist es zweckmäßig, durch seitliche Anschläge eine
Verschiebung zu verhindern.
Hinweis
Abmessungen, Platzbedarf und Anordnung der Versorgungsanschlüsse sind den Zeichnungen in der
Getriebedokumentation zu entnehmen.
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6.3.1.2 Fundament für Drehmomentstütze
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung durch mangelnde Standsicherheit des Getriebes möglich.
Das Fundament muß waagerecht und eben sein. Das Getriebe darf beim Anziehen der
Befestigungsschrauben nicht verspannt werden.
Das Fundament ist so auszuführen, daß keine Resonanzschwingungen entstehen und keine
Erschütterungen von benachbarten Fundamenten übertragen werden können. Die
Fundamentkonstruktion, auf der das Getriebe montiert werden soll, muß verwindungssteif sein. Sie ist
entsprechend dem Gewicht und dem Drehmoment auszulegen unter Berücksichtigung der auf das
Getriebe einwirkenden Kräfte.
Es ist eine sorgfältige Ausrichtung zu den abtriebsseitigen Aggregaten vorzunehmen. Gegebenenfalls
durch Betriebskräfte auftretende elastische Verformungen sind zu berücksichtigen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung durch mangelnde Standsicherheit des Getriebes möglich.
Befestigungsschrauben und -muttern sind mit dem vorgeschriebenen Anziehdrehmoment
anzuziehen.
Das Anziehdrehmoment ist Punkt 6.23 zu entnehmen. Es sind Schrauben mindestens der
Festigkeitsklasse 10.9 zu verwenden.
Hinweis
Abmessungen, Platzbedarf und Anordnung der Versorgungsanschlüsse sind den Zeichnungen in der
Getriebedokumentation zu entnehmen.
6.3.2
Beschreibung der Montagearbeiten
WARNUNG
Schwere Körperverletzung
Verletzungsgefahr durch Entzündung von Lösungsmitteldämpfen während der Reinigungsarbeiten.
Beachten Sie folgendes:
- Für ausreichende Belüftung sorgen.
- Nicht rauchen.
WARNUNG
Verletzungsgefahr durch sich bewegende Anlagenteile
Es besteht die Gefahr, daß die Last nach dem Abschalten des Motors nicht sicher in ihrer Lage
gehalten wird und beschleunigt zurückdrehen kann.
Das Rutschdrehmoment wurde im Werk auf den richtigen Wert eingestellt und darf nicht verändert
werden.
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•
Korrosionsschutz an den Wellen mit geeignetem Reinigungsmittel entfernen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier- und Lösungsmitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wellendichtringe möglich durch chemisch agressive Reinigungsmittel.
Jeder Kontakt des Reinigungsmittels mit den Wellendichtringen muss vermieden werden.
•
Bei den Bauarten H1 und H2 ist zum Anziehen der Fundament‐Befestigungsschrauben falls
erforderlich die Luftleithauben abzuschrauben und im Anschluß daran wieder festzuschrauben.
•
An- und Abtriebselemente (z. B. Kupplungsteile) auf Wellen aufziehen und sichern.
Sind diese warm aufzuziehen, so sind die erforderlichen Fügetemperaturen den Maßzeichnungen
in der Kupplungsdokumentation zu entnehmen.
Die Erwärmung kann, soweit nicht anders vorgeschrieben, induktiv, mit Brenner oder im Ofen erfolgen.
WARNUNG
Verbrennungsgefahr
Schwere Verletzung durch Verbrennung an heißen Oberflächen (> 55 °C) möglich.
Geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wellendichtringe durch Erhitzung über 100 °C möglich.
Wärmeschutzschilder gegen Strahlungswärme verwenden.
Die Elemente sind zügig so weit auf die Welle aufzuziehen, wie es in der auftragsabhängig erstellten
Maßzeichnung angegeben ist.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigungen im Getriebe durch Schläge oder Stöße möglich.
Kupplung mit Hilfe einer Aufziehvorrichtung aufziehen.
Die Wellendichtringe und Laufflächen der Welle dürfen beim Aufziehen der Kupplungsteile nicht
beschädigt werden.
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ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes oder der Einzelkomponenten durch mangelhafte Ausrichtung möglich.
Bei Aufstellung der Antriebe ist auf ein genaues Ausrichten der Einzelkomponenten zueinander zu
achten. Unzulässig große Fluchtungsfehler der zu verbindenden Wellenenden aufgrund von Winkelund/oder Achsversätzen führen zu vorzeitigem Verschleiß und zu Materialschaden.
Zu weiche Grundrahmen oder Unterbauten können auch während des Betriebes zu einem Radialund/oder Axialversatz führen, der im Stillstand nicht meßbar ist.
Hinweis
Getriebe, die auf Grund ihres Gewichtes die Verwendung eines Hebezeuges erforderlich machen,
sind wie im Kapitel 4. "Transport und Lagerung" beschrieben anzuschlagen. Soll das Getriebe mit
Anbauteilen transportiert werden, sind gegebenenfalls zusätzliche Anschlagpunkte erforderlich. Die
Lage dieser Anschlagpunkte ist der auftragsabhängigen Maßzeichnung zu entnehmen.
6.3.2.1 Ausrichten
Zum Vorausrichten der Getriebe in horizontaler Richtung dienen die Flächen des Inspektions‐ und/oder
Montagedeckels.
Ausrichtfläche:
Die genaue Lage der Ausrichtflächen ist den Zeichnungen in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
Mit diesen Ausrichtflächen ist das Getriebe horizontal auszurichten, damit ein einwandfreier Lauf des
Getriebes gewährleistet ist.
Hinweis
Die in die Ausrichtflächen eingeschlagenen Werte müssen beachtet werden.
1
1
Bild 41: Ausrichtflächen (1) an Getrieben bis Größe 514
1
Ausrichtflächen
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Die endgültige Feinausrichtung zu den an- und abtriebsseitigen Aggregaten hat über die Wellenachsen
exakt zu erfolgen, mit Hilfe von:
─ Linealen
─ Wasserwaage
─ Meßuhr
─ Fühlerlehre usw.
Hinweis
Die Ausrichttoleranzen zu den an- und abtriebsseitigen Aggregaten gemäß den zulässigen Winkelund Axialversätzen der Kupplungen sind einzuhalten (siehe Kupplungszeichnungen).
Erst danach ist das Getriebe festzusetzen, und dann ist die Einstellung nochmals zu überprüfen.
•
Ausrichtmaße protokollieren.
Hinweis
Das Protokoll ist zusammen mit dieser Anleitung aufzubewahren.
GEFAHR
Lebensgefahr durch umherfliegende Bruchstücke
Nichtbeachtung der Ausrichtgenauigkeit kann zu Wellenbruch führen, in deren Folge Leben und
Gesundheit gefährdet werden können.
Getriebe exakt ausrichten (angegebene Werte einhalten).
Beschädigung des Getriebes oder seiner Bau- oder Anbauteile möglich.
Von der Ausrichtgenauigkeit der Wellenachsen zueinander hängt im wesentlichen die Lebensdauer
der Wellen, Lager und Kupplungen ab. Es ist daher fast immer eine Null-Abweichung anzustreben
(außer bei ZAPEX-Kupplungen). Hierzu sind z. B. auch die Anforderungen der Kupplungen den
zugehörigen Betriebsanleitungen zu entnehmen.
6.3.2.2 Montage auf einem Fundamentrahmen
•
Unterseite der Getriebefußflächen reinigen.
•
Getriebe mit einem geeigneten Hebezeug auf den Fundamentrahmen aufsetzen.
•
Fundamentschrauben mit vorgeschriebenem Anziehdrehmoment anziehen (siehe Punkt 6.23), falls
erforderlich, Anschläge gegen Verschieben anbringen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch ungleichmäßiges Anziehen der Befestigungsschrauben möglich.
Befestigungsschrauben gleichmäßig anziehen, das Getriebe darf beim Anziehen der
Befestigungsschrauben nicht verspannt werden.
•
Getriebe zu An‐ und Abtriebsaggregaten exakt ausrichten (siehe Punkt 6.3.2.1).
•
Ausrichtmaße protokollieren.
Hinweis
Das Protokoll ist zusammen mit dieser Anleitung aufzubewahren.
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6.3.2.3 Montage auf einem Betonfundament mit Steinschrauben oder Fundamentklötzen
•
Unterseite der Getriebefußflächen reinigen.
Bei Verwendung von Steinschrauben:
•
Steinschrauben mit Unterlegscheiben und Sechskantmuttern in die Fundamentbefestigungen am
Getriebegehäuse einhängen (siehe Bild 42).
Hinweis
Das Anziehen der Sechskantmuttern darf erst nach Abbinden des Betons erfolgen.
1
2
1
2
3
4
5
3
4
5
Sechskantmutter
Unterlegscheibe
Getriebefuß
Steinschraube
Fundament
Bild 42: Steinschraube
Bei Verwendung von Fundamentklötzen:
•
Fundamentklötze
mit
Unterlegscheiben
und
Befestigungsschrauben
Fundamentbefestigungen am Getriebegehäuse einhängen (siehe Bild 43).
in
Hinweis
Das Anziehen der Befestigungsschrauben darf erst nach Abbinden des Betons erfolgen.
1
2
3
4
5
9
6
7
8
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Befestigungsschraube
Unterlegscheibe
Getriebefuß
Gewindestift
Flacheisen
Fundament
Höhe des fertigen Fundamentes
Höhe des vorbereiteten Fundamentes
Fundamentklotz
Bild 43: Fundamentklotz
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die
Für beide Varianten gilt:
•
Getriebe mit einem geeigneten Hebezeug auf dem Betonfundament aufsetzen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch die Verwendung falscher Anschlagpunkte möglich. Zum
Transport des Getriebes darf dieses nur an den hierfür vorgesehenen Transportaugen angeschlagen
werden.
Die Gewinde in den Stirnseiten der Wellenenden dürfen nicht zur Aufnahme von Anschlagmitteln zum
Transport verwendet werden.
Anschlagmittel müssen mit ausreichender Sicherheit für das Gewicht des Getriebes ausgelegt sein.
•
Getriebe nach An- und Abtriebswellen exakt ausrichten (siehe Punkt 6.3.2.1):
─ bei Verwendung von Steinschrauben: mit Paßstücken,
─ bei Verwendung von Fundamentklötzen: mit Hilfe der Gewindestifte (soweit vorhanden).
•
Falls erforderlich bei größeren angreifenden Kräften Anschläge gegen Verschieben anbringen.
•
Ausrichtmaße protokollieren.
Hinweis
Das Protokoll ist zusammen mit dieser Anleitung aufzubewahren.
•
Die Öffnungen in den Fundamentklötzen vor dem Vergießen des Fundamentes mit geeignetem
Material (z. B. Styropor) verschließen.
•
Im Betonfundament die Aussparungen für die Steinschrauben oder Fundamentklötze mit Beton
vergießen.
•
Sechskantmuttern der Steinschrauben oder Befestigungsschrauben der Fundamentklötze nach
Abbinden des Betons mit vorgeschriebenem Anziehdrehmoment (siehe Punkt 6.23) anziehen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch ungleichmäßiges Anziehen der Sechskantmuttern oder der
Befestigungsschrauben möglich.
Sechskantmuttern oder Befestigungsschrauben gleichmäßig anziehen, das Getriebe darf beim
Anziehvorgang nicht verspannt werden.
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6.3.2.4 Montage auf einem Betonfundament mit Ankerschrauben
•
Unterseite der Getriebefußflächen reinigen.
•
Unterlage auf die im Feinverguß vorhandene Grundplatte auflegen.
•
Ankerschraube einsetzen.
•
Druckplatte aufsetzen und Muttern aufdrehen.
•
Ankerschraube so mit Holz unterlegen, daß sie zur Oberkante der Unterlage ca. 10 mm zurücksteht
(siehe Bild 44).
2
3
7
8
1
4
5
6
1
2
3
4
5
6
7
8
Ankerschraube
Unterlage
Grundplatte
Druckplatte
Sechskantmutter
Holz
Betonfeinverguß
Rohfundament
Bild 44: Ankerschraube
•
Getriebe mit einem geeignetem Hebezeug auf dem Betonfundament aufsetzen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch die Verwendung falscher Anschlagpunkte möglich. Zum
Transport des Getriebes darf dieses nur an den hierfür vorgesehenen Transportaugen angeschlagen
werden.
Die Gewinde in den Stirnseiten der Wellenenden dürfen nicht zur Aufnahme von Anschlagmitteln zum
Transport verwendet werden.
Anschlagmittel müssen mit ausreichender Sicherheit für das Gewicht des Getriebes ausgelegt sein.
•
Ankerschrauben nach oben ziehen; hierfür kann eine Schraube oder Gewindestange in das
stirnseitig vorhandene Gewinde eingeschraubt werden.
•
Scheibe auflegen.
•
Sechskantmutter von Hand einige Gänge aufschrauben.
•
Getriebe mit den Unterlagen ausrichten (siehe Bild 45).
─ Die in die Richtleisten eingeschlagenen Werte müssen beachtet werden.
─ Die Ausrichttoleranzen zu den an- und abtriebsseitigen Aggregaten gemäß den zulässigen
Winkel- und Axialversätzen der Kupplungen sind einzuhalten (siehe Kupplungszeichnungen).
•
Ausrichtmaße protokollieren.
Hinweis
Das Protokoll ist zusammen mit dieser Anleitung aufzubewahren.
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5
4
6
2
7
3
8
1
1
2
3
4
5
6
7
8
Ankerschraube
Unterlage
Grundplatte
Scheibe
Sechskantmutter
Gehäusefuß
Betonfeinverguß
Rohfundament
Bild 45: Ankerschraube
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung durch mangelnde Standsicherheit des Getriebes möglich auf Grund mangelnder
Festigkeit Betons.
Vor dem Verspannen der Ankerschrauben muß der Betonfeinverguß mindestens 28 Tage
ausgehärtet sein.
•
Ankerschrauben durch Anziehen der Mutter von Hand in Position halten.
•
Schutzhülse aufsetzen.
•
Hydraulische Spannvorrichtung aufsetzen.
•
Schrauben wechselseitig vorspannen. Vorspannkräfte siehe Punkt 6.23.
•
Sechskantmuttern mit geeignetem Werkzeug bis zum Anschlag anziehen.
VORSICHT
Körperverletzung durch falsche Bedienung
Verletzungsgefahr durch falsche Bedienung des Vorspanngerätes.
Zur Sicherstellung der richtigen Handhabung und Einstellung des Vorspanngerätes ist die
Betriebsanleitung des Herstellers des Vorspanngerätes zu beachten.
•
Die Spanndrücke und/oder Vorspannkräfte protokollieren.
Hinweis
Das Protokoll ist zusammen mit dieser Anleitung aufzubewahren.
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6.4
Montage eines Aufsteckgetriebes mit Hohlwelle und Paßfedernut
Das Wellenende der Arbeitsmaschinenwelle (Werkstoff C60+N oder höhere Festigkeit) muß mit einer
Paßfeder nach der Norm ”DIN 6885” Teil 1 Form A ausgeführt sein. Weiterhin sollte stirnseitig eine
Zentrierung nach der Norm ”DIN 332” Form DS (mit Gewinde) vorhanden sein. Anschlußmaße der
Arbeitsmaschinenwelle siehe Maßzeichnung in der Getriebedokumentation.
6.4.1
Vorbereitung
Zur leichteren Demontage (siehe Punkt 6.4.3) empfehlen wir, in das Wellenende der Arbeitsmaschine
einen Druckölanschluß einzubringen, der in der Ausdrehung der Hohlwelle mündet (siehe Bild 46).
Dieser Anschluß kann auch für die Zuführung von Rostlöser verwendet werden.
Hinweis
Nichtbeachtung dieser Empfehlung führt nicht zur Haftung des Anlagenbauers gegenüber dem
Betreiber.
3
1
4
2
Bild 46: Hohlwelle mit Paßfedernut, Vorbereitung
1
2
6.4.2
Maschinenwelle
Hohlwelle
3
4
Paßfeder
Druckölanschluß
Montage
WARNUNG
Schwere Körperverletzung
Verletzungsgefahr durch Entzündung von Lösungsmitteldämpfen während der Reinigungsarbeiten.
Beachten Sie folgendes:
- Für ausreichende Belüftung sorgen.
- Nicht rauchen.
•
Korrosionsschutz mit geeignetem Reinigungsmittel aus der Hohlwelle und von der Maschinenwelle
entfernen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier- und Lösungsmitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
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ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wellendichtringe möglich durch chemisch agressive Reinigungsmittel.
Jeder Kontakt des Reinigungsmittels mit den Wellendichtringen muss vermieden werden.
•
Überprüfung der Hohl‐ und Maschinenwelle auf beschädigte Sitze und Kanten. Teile, falls
erforderlich, mit einem geeigneten Werkzeug nacharbeiten und erneut säubern.
Hinweis
Zur Verhinderung von Passungsrost ein geeignetes Schmiermittel auf die Kontaktflächen auftragen.
6.4.2.1 Aufziehen
•
Getriebe mittels Mutter und Gewindespindel aufziehen. Abstützung erfolgt über die Hohlwelle.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten bei der Montage möglich.
Die Hohlwelle muss beim Aufziehen des Getriebes auf die Maschinenwelle mit der Maschinenwelle
fluchten. Ein Verkanten muss vermieden werden.
2
3
7
6
5
1
4
Bild 47: Hohlwelle mit Paßfedernut, Aufziehen mit Gewindespindel
1
2
3
4
Maschinenwelle
Hohlwelle
Paßfeder
Mutter
5
6
7
Gewindespindel
Mutter
Endscheibe
Anstelle der eingezeichneten Mutter und Gewindespindel kann auch ein hydraulisches Hubgerät
verwendet werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wälzlager durch Verkanten beim Aufziehen des Getriebes möglich.
Die Hohlwelle darf nur gegen einen Maschinenwellenbund gezogen werden, wenn eine der folgenden
Getriebeanordnungen vorliegt:
- Drehmomentstütze
- Abstützung mit Getriebeschwinge
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6.4.2.2 Axiale Sicherung
Je nach Ausführung, Hohlwelle axial auf der Maschinenwelle sichern (z. B. Sicherungsring,
Endscheibe, Stellschraube).
6.4.3
Demontage
•
Axiale Sicherung der Hohlwelle entfernen.
•
Bei Bildung von Passungsrost an den Sitzflächen, ist das Abziehen des Getriebes mit Hilfe von
Rostlöser zu erleichtern. Das Einbringen des Rostlösers kann durch den Druckölanschluß
(siehe Bild 46) mittels einer Pumpe erfolgen.
•
Nach ausreichendem Einwirken des Rostlösers das Getriebe mittels Vorrichtung abziehen
(siehe Bild 48 und Bild 49).
•
Das Abziehen des Getriebes von der Maschinenwelle kann je nach Möglichkeit vor Ort wie folgt
durchgeführt werden:
─ vorzugsweise mit einem hydraulischen Hubgerät (sieh Bild 48),
─ mit Abdrückschrauben in einer Endscheibe (siehe Bild 49), oder
─ mit einer zentralen Gewindespindel (siehe Bild 47).
Hinweis
Die Endscheibe und/oder die Hilfsscheibe zum Abziehen des Getriebes gehören nicht zum
Lieferumfang von Siemens.
An beiden Stirnseiten der Hohlwelle sind Gewindebohrungen (Abmessungen siehe Bild 50) zur
Befestigung der Endscheibe an der Hohlwelle vorhanden.
6
3
1
5
4
2
7
Bild 48: Hohlwelle mit Paßfedernut, Demontage mit hydraulischem Hubgerät
1
2
3
4
Maschinenwelle
Hohlwelle
Paßfeder
Hydraulisches Hubgerät
5
6
7
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Gewindespindel
Druckölanschluß
Hilfsscheibe zum Herausdrücken
3
5
1
6
2
4
Bild 49: Hohlwelle mit Paßfedernut, Demontage mit Endscheibe
1
2
3
Maschinenwelle
Hohlwelle
Paßfeder
4
5
6
Endscheibe zum Herausdrücken
Schrauben
Abdrückschrauben
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten bei der Demontage möglich.
Beim Abziehen des Getriebes von der Maschinenwelle muss ein Verkanten vermieden werden.
Hinweis
Die Hilfsscheibe zum Herausdrücken gehört nicht zum Lieferumfang von Siemens.
s
s
m
*)
m
*)
t
t
Bild 50: Hohlwelle mit Paßfedernut
*) 2 Gewinde um 180° versetzt
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Tabelle 15: Gewindebohrungen an den Stirnseiten der Getriebe‐Hohlwellen
m
mm
s
t
mm
Getriebegröße
m
mm
s
t
mm
504
95
M8
14.5
510
180
M 12
19.5
505
115
M8
14.5
511
195
M 12
19.5
506
125
M8
14.5
512
215
M 12
19.5
507
140
M 10
17
513
230
M 12
19.5
508
150
M 10
17
514
250
M 12
19.5
509
160
M 10
17
Getriebegröße
Abweichend zu Tabelle 15:
Tabelle 16: Gewindebohrungen an den Stirnseiten der Getriebe‐Hohlwellen der Bauart B2
Getriebegröße
m
mm
s
t
mm
507
510
137
M6
12
173
M 10
21
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebegehäuses oder anderer Getriebebauteile.
Wird beim Abziehen des Getriebes, wie in Bild 48 dargestellt, nicht nur an der Hohlwelle abgestützt,
sondern auch am Gehäuse, so dürfen die in der nachfolgenden Tabelle 17 aufgeführten Abdrückkräfte
nicht überschritten werden.
Vor Wiederaufsetzen des Getriebes auf die Maschinenwelle muss die Hohlwellenlagerung auf
Beschädigung geprüft werden.
Tabelle 17: Maximale Abdrückkräfte
Getriebegröße
maximale
Abdrückkraft
N
Getriebegröße
maximale
Abdrückkraft
N
504
22600
510
82000
505
33000
511
97200
506
37500
512
113600
507
50000
513
140000
508
56000
514
160000
509
65000
Hinweis
Bei Verwendung von Abdrückschrauben oder Gewindespindeln ist zur Verminderung der Freßgefahr
an dieser Stelle das gegen die Arbeitsmaschine drückende Gewindeende am Kopf abzurunden und
zu fetten.
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6.5
Aufsteckgetriebe mit Hohlwelle und Passverzahnung nach der Norm "DIN 5480"
Das Wellenende der Arbeitsmaschine muß mit einer Passverzahnung nach der Norm ”DIN 5480”
ausgeführt sein. Weiterhin sollte stirnseitig eine Zentrierung nach der Norm ”DIN 332” Form DS (mit
Gewinde) vorhanden sein. Anschlußmaße der Arbeitsmaschinenwelle siehe Maßzeichnung in der
Getriebedokumentation.
6.5.1
Vorbereitung
Zur leichteren Demontage (siehe auch Punkt 6.5.3) empfehlen wir, in das Wellenende der
Arbeitsmaschine einen Druckölanschluß einzubringen, der in der Ausdrehung der Hohlwelle mündet
(siehe Bild 51). Dieser Anschluß kann auch für die Zuführung von Rostlöser verwendet werden.
Hinweis
Nichtbeachtung dieser Empfehlung führt nicht zur Haftung des Anlagenbauers gegenüber dem
Betreiber.
3
1
4
2
Bild 51: Hohlwelle mit Passverzahnung, Vorbereitung
1
2
Maschinenwelle
Hohlwelle
3
4
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DU‐Buchse
Druckölanschluß
6.5.2
Montage
WARNUNG
Schwere Körperverletzung
Verletzungsgefahr durch Entzündung von Lösungsmitteldämpfen während der Reinigungsarbeiten.
Beachten Sie folgendes:
- Für ausreichende Belüftung sorgen.
- Nicht rauchen.
•
Korrosionsschutz mit geeignetem Reinigungsmittel aus der Hohlwelle und von der Maschinenwelle
entfernen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier- und Lösungsmitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wellendichtringe möglich durch chemisch agressive Reinigungsmittel.
Jeder Kontakt des Reinigungsmittels mit den Wellendichtringen muss vermieden werden.
•
Überprüfung der Hohl‐ und Maschinenwelle auf beschädigte Sitze und Kanten. Teile, falls
erforderlich, mit einem geeigneten Werkzeug nacharbeiten und erneut säubern.
Hinweis
Zur Verhinderung von Passungsrost ein geeignetes Schmiermittel auf die Kontaktflächen auftragen.
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6.5.2.1 Aufziehen mit eingebauter DU‐Buchse
•
Getriebe mittels Mutter und Gewindespindel aufziehen. Abstützung erfolgt über die Hohlwelle.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten bei der Montage möglich.
Beim Aufziehen des Getriebes auf ein Fluchten von Hohlwelle und Maschinenwelle und die passende
Zahnstellung von Maschinenwelle zu Hohlwelle geachtet werden.
Die richtige Zahnstellung kann durch Drehen der Antriebswelle oder leichtes Schwenken des
Getriebes um die Hohlwelle gefunden werden.
3
7
1
5
6
4
2
Bild 52: Hohlwelle mit Passverzahnung, Aufziehen mit eingebauter DU‐Buchse
1
2
3
4
Maschinenwelle
Hohlwelle
DU‐Buchse
Mutter
5
6
7
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Gewindespindel
Mutter
Endscheibe
6.5.2.2 Aufziehen mit loser DU‐Buchse
Die lose mitgelieferte DU‐Buchse wird auf die Maschinenwelle aufgeschoben, mit Rasterband zur
festen Anlage gebracht und dann gemeinsam mit der Maschinenwelle in die Getriebehohlwelle
eingezogen (siehe Bild 52).
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten bei der Montage möglich.
Beim Aufziehen des Getriebes auf ein Fluchten von Hohlwelle und Maschinenwelle und die passende
Zahnstellung von Maschinenwelle zu Hohlwelle geachtet werden.
Die richtige Zahnstellung kann durch Drehen der Antriebswelle oder leichtes Schwenken des
Getriebes um die Hohlwelle gefunden werden.
Anstelle der eingezeichneten Mutter und Gewindespindel kann auch ein hydraulisches Hubgerät
verwendet werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wälzlager durch Verkanten beim Aufziehen des Getriebes möglich.
Die Hohlwelle darf nur gegen einen Maschinenwellenbund gezogen werden, wenn eine der folgenden
Getriebeanordnungen vorliegt:
- Drehmomentstütze
- Abstützung mit Getriebeschwinge
6.5.2.3 Axiale Sicherung
Je nach Ausführung ist die Hohlwelle axial auf der Maschinenwelle zu sichern (z. B. Sicherungsring,
Endscheibe, Stellschraube).
6.5.3
Demontage
•
Axiale Sicherung der Hohlwelle entfernen.
•
Bei Bildung von Passungsrost an den Sitzflächen, ist das Abziehen des Getriebes mit Hilfe von
Rostlöser zu erleichtern. Das Einbringen des Rostlösers kann durch den Druckölanschluß (siehe
Bild 53) mittels einer Pumpe erfolgen.
•
Hierzu sind vorher Endscheibe und Sicherungsring zu entfernen.
•
Nach ausreichendem Einwirken des Rostlösers Getriebe mittels Vorrichtung abziehen
(siehe Bild 53 und/oder Bild 54).
•
Das Abziehen des Getriebes von der Maschinenwelle kann je nach Möglichkeit vor Ort wie folgt
durchgeführt werden:
─ vorzugsweise mit einem hydraulischen Hubgerät (siehe Bild 53),
─ mit Abdrückschrauben in einer Endscheibe (siehe Bild 54), oder
─ mit einer zentralen Gewindespindel (siehe Bild 52).
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6
3
1
5
4
2
7
Bild 53: Hohlwelle mit Passverzahnung, Demontage mit hydraulischem Hubgerät
1
2
3
4
Maschinenwelle
Hohlwelle
DU‐Buchse
Hydraulisches Hubgerät
5
6
7
Gewindespindel
Druckölanschluß
Hilfsscheibe zum Herausdrücken
3
1
5
6
4
2
Bild 54: Hohlwelle mit Passverzahnung, Demontage mit Endscheibe
1
2
3
Maschinenwelle
Hohlwelle
DU‐Buchse
4
5
6
Endscheibe
Druckölanschluß
Abdrückschrauben
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten bei der Demontage möglich.
Beim Abziehen des Getriebes von der Maschinenwelle muss ein Verkanten vermieden werden.
Hinweis
Die Hilfsscheibe zum Herausdrücken gehört nicht zum Lieferumfang von Siemens.
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ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebegehäuses oder anderer Getriebebauteile.
Wird beim Abziehen des Getriebes, wie in Bild 53 dargestellt, nicht nur an der Hohlwelle abgestützt,
sondern auch am Gehäuse, so dürfen die in der nachfolgenden Tabelle 18 aufgeführten Abdrückkräfte
nicht überschritten werden.
Vor Wiederaufsetzen des Getriebes auf die Maschinenwelle muss die Hohlwellenlagerung auf
Beschädigung geprüft werden.
Tabelle 18: Maximale Abdrückkräfte
Getriebegröße
maximale
Abdrückkraft
N
Getriebegröße
maximale
Abdrückkraft
N
504
22600
510
82000
505
33000
511
97200
506
37500
512
113600
507
50000
513
140000
508
56000
514
160000
509
65000
Hinweis
Bei Verwendung von Abdrückschrauben oder Gewindespindeln ist zur Verminderung der Freßgefahr
an dieser Stelle das gegen die Arbeitsmaschine drückende Gewindeende am Kopf abzurunden und
zu fetten.
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6.6
Aufsteckgetriebe mit Hohlwelle und Schrumpfscheibe
Das Wellenende der Arbeitsmaschinenwelle (Werkstoff C60+N oder höhere Festigkeit) sollte stirnseitig
eine Zentrierung nach der Norm ”DIN 332” Form DS (mit Gewinde) haben. Anschlußmaße der
Arbeitsmaschinenwelle siehe Maßzeichnung in der Getriebedokumentation.
6.6.1
Montage
WARNUNG
Schwere Körperverletzung
Verletzungsgefahr durch Entzündung von Lösungsmitteldämpfen während der Reinigungsarbeiten.
Beachten Sie folgendes:
- Für ausreichende Belüftung sorgen.
- Nicht rauchen.
•
Korrosionsschutz mit geeignetem Reinigungsmittel aus der Hohlwelle und von der Maschinenwelle
entfernen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier- und Lösungsmitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wellendichtringe möglich durch chemisch agressive Reinigungsmittel.
Jeder Kontakt des Reinigungsmittels mit den Wellendichtringen muss vermieden werden.
•
Überprüfung der Hohl‐ und Maschinenwelle auf beschädigte Sitze oder Kanten. Teile, falls
erforderlich, mit einem geeigneten Werkzeug nacharbeiten und erneut säubern.
Hinweis
Im Bereich des Schrumpfscheibensitzes müssen die Bohrung der Hohlwelle und die Maschinenwelle
absolut fettfrei sein.
Hiervon hängt in hohem Maße die Sicherheit der Drehmomentübertragung ab.
Verunreinigte Lösungsmittel und Putztücher, sowie Reiniger mit Ölanteil (z. B. Petroleum oder
Terpentin) sind zur Entfettung nicht geeignet.
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6.6.1.1 Aufziehen mit eingebauter DU‐Buchse
•
Getriebe mittels Mutter und Gewindespindel aufziehen. Abstützung erfolgt über die Hohlwelle.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten bei der Montage möglich.
Die Hohlwelle muss beim Aufziehen des Getriebes auf die Maschinenwelle mit der Maschinenwelle
fluchten. Ein Verkanten muss vermieden werden.
3
7
1
5
6
4
2
Bild 55: Hohlwelle in Schrumpfscheibenausführung, Aufziehen mit eingebauter DU‐Buchse
1
2
3
4
Maschinenwelle
Hohlwelle
DU‐Buchse
Mutter
5
6
7
Gewindespindel
Mutter
Endscheibe
6.6.1.2 Aufziehen mit loser DU‐Buchse
Die lose mitgelieferte DU‐Buchse wird auf die Maschinenwelle aufgeschoben, mit Rasterband zur
festen Anlage gebracht und dann gemeinsam mit der Maschinenwelle in die Getriebehohlwelle
eingezogen (siehe Bild 55).
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten bei der Montage möglich.
Die Hohlwelle muss beim Aufziehen des Getriebes auf die Maschinenwelle mit der Maschinenwelle
fluchten. Ein Verkanten muss vermieden werden.
Anstelle der eingezeichneten Mutter und Gewindespindel kann auch ein hydraulisches Hubgerät
verwendet werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Wälzlager durch Verkanten beim Aufziehen des Getriebes möglich.
Die Hohlwelle darf nur gegen einen Maschinenwellenbund gezogen werden, wenn eine der folgenden
Getriebeanordnungen vorliegt:
- Drehmomentstütze
- Abstützung mit Getriebeschwinge
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6.6.1.3 Axiale Sicherung
Durch das vorschriftsmäßige Anziehen (siehe Punkt 6.7) der Schrumpfscheibe ist ein ausreichender
axialer Halt des Getriebes gewährleistet. Eine zusätzliche axiale Sicherung ist nicht erforderlich.
6.7
Schrumpfscheibe
1
Bild 56: Spaltmaß am Fettlabyrinth
ACHTUNG
Sachschaden
Funkenbildung durch zu geringes Spaltmaß möglich. Verschleiß der Wellendichtung.
Bei gleichzeitiger Wellenabdichtung mit Taconite‐Dichtungen auf der Schrumpfscheibenseite darf
das eingestellte Spaltmaß von 1 mm am Fettlabyrinth durch die Montage der Schrumpfscheibe nicht
verändert werden. Drehendes und feststehendes Teil dürfen sich nicht berühren. Zu geringes
Spaltmaß führt zu Verschleiß, zum Berühren der Teile und zu unzulässiger Erwärmung.
Funkenbildung möglich.
Hinweis
Entnehmen Sie alle weiteren Informationen zur Schrumpfscheibe der separaten Betriebsanleitung
"B3234".
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Kupplungen
Für den Antrieb des Getriebes werden
Sicherheitsrutschkupplungen verwendet.
in
der
Regel
elastische
Kupplungen
oder
Sollen starre Kupplungen oder andere An- und/oder Abtriebselemente verwendet werden, die
zusätzliche Radial- und/oder Axialkräfte hervorrufen (z. B. Zahnräder, Riemenscheiben,
Schwungscheiben, Strömungskupplungen), muß dies vertraglich vereinbart sein.
Hinweis
Kupplungen müssen gemäß der Angaben der zugehörigen Betriebsanleitung ausgewuchtet werden.
Für den Betrieb und die Wartung der Kupplungen sind die Betriebsanleitungen der Kupplungen zu
beachten.
Erhöhte Lebensdauer und Zuverlässigkeit der Anlage sowie verbesserte Laufruhe sind durch
möglichst geringen radialen und winkligen Versatz zu erreichen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes oder der Einzelkomponenten durch mangelhafte Ausrichtung möglich.
Bei Aufstellung der Antriebe ist auf ein genaues Ausrichten der Einzelkomponenten zueinander zu
achten. Unzulässig große Fluchtungsfehler der zu verbindenden Wellenenden aufgrund von Winkelund/oder Achsversätzen führen zu vorzeitigem Verschleiß und zu Materialschaden.
Zu weiche Grundrahmen oder Unterbauten können auch während des Betriebes zu einem Radialund/oder Axialversatz führen, der im Stillstand nicht meßbar ist.
Hinweis
Die zulässigen Fluchtungsfehler sind, bei von Siemens gelieferten Kupplungen, den jeweiligen
Anleitungen der Kupplungen zu entnehmen.
Bei Verwendung von Kupplungen anderer Hersteller sind die zulässigen Fluchtungsfehler unter
Angabe der auftretenden Radiallasten beim jeweiligen Hersteller zu erfragen.
Versetzungen der Kupplungsteile zueinander können entstehen:
─ durch ungenaue Ausrichtung bei der Montage,
─ während des Betriebs der Anlage
─ durch Wärmeausdehnung,
─ durch Wellendurchbiegung,
─ durch zu weiche Maschinenrahmen etc.
ΔKa
ΔKr
ΔKw
6.8
Axialer Versatz
(ΔKa)
Winkliger Versatz
(ΔKw)
Bild 57: Mögliche Versetzungen
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Radialer Versatz
(ΔKr)
Das Ausrichten hat in zwei senkrecht zueinander liegenden Achsebenen zu erfolgen. Dies ist mittels
Lineal (radialer Versatz) und Fühlerlehre (winkliger Versatz) entsprechend der Abbildung möglich.
Durch Verwendung einer Meßuhr oder eines Laserausrichtsystems kann die Ausrichtgenauigkeit erhöht
werden.
1
3
3
3
2
3
Bild 58: Ausrichten, am Beispiel einer elastischen Kupplung
1
2
Lineal
Fühlerlehre
3
Meßpunkte
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung der Kupplung durch falsches Ausrichten möglich.
Die maximal zulässigen Versätze sind der Betriebsanleitung der Kupplung zu entnehmen und dürfen
während des Betriebs auf keinen Fall überschritten werden.
Winkliger und radialer Versatz können gleichzeitig auftreten. Die Summe beider Versetzungen darf
den maximal zulässigen Wert des winkligen oder radialen Versatzes nicht überschreiten.
Sollten Sie Kupplungen anderer Hersteller verwenden, dann fragen Sie bitte unter Angabe der
auftretenden Radiallasten beim jeweiligen Hersteller nach, welche Fluchtungsfehler zulässig sind.
Hinweis
Zum Ausrichten der Antriebskomponenten (Höhenrichtung) empfiehlt sich die Verwendung von
Unterleg- oder Folienblechen unter den Befestigungsfüßen. Vorteilhaft sind Pratzen mit
Stellschrauben am Fundament zum seitlichen Justieren der Antriebskomponenten.
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6.9
Aufsteckgetriebe mit Flanschwelle
Hinweis
Der stirnseitige Bereich der Flanschwelle muß absolut fettfrei sein.
Hiervon hängt in hohem Maße die Sicherheit der Drehmomentübertragung ab.
Verunreinigte Lösungsmittel und Putztücher, sowie Reiniger mit Ölanteil (z. B. Petroleum oder
Terpentin) sind zur Entfettung nicht geeignet.
WARNUNG
Schwere Körperverletzung
Verletzungsgefahr durch Entzündung von Lösungsmitteldämpfen während der Reinigungsarbeiten.
Beachten Sie folgendes:
- Für ausreichende Belüftung sorgen.
- Nicht rauchen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Verkanten und durch ungleichmäßiges Anziehen der
Spannschrauben bei der Montage möglich.
Vor dem Anziehen der Spannschrauben ist sicherzustellen, daß die Zentrierungen der Flansche
ineinander stecken.
Die Spannschrauben über kreuz mit vollem Drehmoment gleichmäßig anziehen. Das Getriebe darf
beim Anziehen der Spannschrauben nicht verspannt werden.
Tabelle 19: Anziehdrehmomente der Flanschverbindungsschrauben für Getriebe
Festigkeitsklasse
Getriebegröße
Anziehdreh­
moment
Schraube
DIN 931
Mutter
DIN 934
505 ... 506
10.9
10
610 Nm
507 ... 510
10.9
10
1050 Nm
511 ... 514
10.9
10
2100 Nm
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch fehlende Abstützung möglich.
Um eine Verspannung zu vermeiden, ist eine Abstützung durch eine Drehmomentstütze oder eine
Getriebeschwinge erforderlich (siehe hierzu Punkt 6.10 und 6.11) Das Getriebe darf auf keinen Fall
verspannt werden.
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6.9.1
Aufsteckgetriebe mit Blockflansch
1
ØK1
Bild 59: Getriebe mit Blockflansch
1
Blockflansch
Beim Ausrichten der Maschinenwelle zum Gegenflansch sollte der radiale und winkelige Versatz so
klein wie möglich gehalten werden.
GEFAHR
Lebensgefahr durch umherfliegende Bruchstücke
Nichtbeachtung der Ausrichtgenauigkeit kann zu Wellenbruch führen, in deren Folge Leben und
Gesundheit gefährdet werden können.
Getriebe exakt ausrichten (angegebene Werte einhalten).
Beschädigung des Getriebes oder seiner Bau- oder Anbauteile möglich.
Von der Ausrichtgenauigkeit der Wellenachsen zueinander hängt im wesentlichen die Lebensdauer
der Wellen, Lager und Kupplungen ab. Es ist daher fast immer eine Null-Abweichung anzustreben
(außer bei ZAPEX-Kupplungen). Hierzu sind z. B. auch die Anforderungen der Kupplungen den
zugehörigen Betriebsanleitungen zu entnehmen.
•
Auflagefläche von Blockflansch des Getriebes und maschinenseitigem Gegenflansch reinigen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier- und Lösungsmitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
Hinweis
Der stirnseitige Bereich des Befestigungs‐ und des Gegenflansches muß absolut fettfrei sein.
Hiervon hängt in hohem Maße die Sicherheit der Drehmomentübertragung ab.
Verunreinigte Lösungsmittel und Putztücher, sowie Reiniger mit Ölanteil (z. B. Petroleum oder
Terpentin) sind zur Entfettung nicht geeignet.
WARNUNG
Schwere Körperverletzung
Verletzungsgefahr durch Entzündung von Lösungsmitteldämpfen während der Reinigungsarbeiten.
Beachten Sie folgendes:
- Für ausreichende Belüftung sorgen.
- Nicht rauchen.
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•
Getriebe mit geeignetem Hebezeug auf dem Gegenflansch absetzen.
•
Flanschschrauben anziehen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch ungleichmäßiges Anziehen der Flanschschrauben möglich.
Die Flanschschrauben über kreuz mit vollem Drehmoment gleichmäßig anziehen, das Getriebe darf
beim Anziehen der Flanschschrauben nicht verspannt werden.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung durch mangelnde Standsicherheit des Getriebes möglich.
Befestigungsschrauben und -muttern sind mit dem vorgeschriebenen Anziehdrehmoment
anzuziehen.
Das Anziehdrehmoment ist Punkt 6.23 zu entnehmen. Es sind Schrauben mindestens der
Festigkeitsklasse 8.8 zu verwenden. Das übertragbare Getriebedrehmoment ist durch die
Schraubenverbindung auf dem Lochkreis K1 begrenzt.
Tabelle 20: Ausführungen und zugehörige Drehrichtungen
Bauart
Ausführung
B
C
H2..
H3..
H4..
B2..
B3..
B4..
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6.10
Montage der Drehmomentstütze für Getriebegehäuse
6.10.1 Anbau der Drehmomentstütze
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch unsachgemäßen Anbau des Motors und der Drehmomentstütze
möglich.
Motor und Drehmomentstütze dürfen nur in Abstimmung mit Siemens angebaut werden. Die
Drehmomentstütze ist verspannungsfrei anzubauen.
Bei Stirnradgetrieben mit Motorlaterne befindet sich die Drehmomentstütze gegenüber der
Motorlaterne.
1
Bild 60: Drehmomentstütze für Getriebegehäuse
1
elastischer Stützblock
Tabelle 21: Motorzuordnung Getriebegehäuse
größter
zulässiger Normmotor
Getriebegröße
Getriebebauart
H2
H3
H4
B2
B3
B4
503
-
-
-
250M
-
-
504
250M
-
-
225M
200L
-
505 ...506
315L
250M
-
280M
280M
180L
507 ...508
315L
280M
200L
315M
280M
200L
509 ...510
315L
315L
225M
315L
315M
250M
511 ...512
-
315L
280M
-
315L
280M
513 ...514
-
315L
315M
-
315L
315L
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Hinweis
Die maximal zulässige Motorgröße bei direkter Gehäuseabstützung ist in Abhängigkeit von
Getriebegröße und Bauart mit Siemens abzustimmen.
Hinweis
Ausführung des Fundamentes zur Befestigung der Drehmomentstütze siehe Punkt 6.3.1.2
(Fundament).
•
6.11
Bei Anbau einer kundenseitigen Drehmomentstütze ist die Verbindung zum Fundament über ein
elastisches Element vorzunehmen.
Montage der Abstützung für Getriebeschwingen
6.11.1 Anbau der Abstützung
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch unsachgemäßen Anbau des Motors und der Getriebeschwinge
möglich.
Motor und Getriebeschwinge dürfen nur in Abstimmung mit Siemens angebaut werden. Die
Drehmomentstütze ist verspannungsfrei anzubauen.
2
4
1
2
3
1
5
3
Bild 61: Abstützung für Getriebeschwingen
1
2
3
Getriebe
Motor
Getriebeschwinge
4
5
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Drehmomentstütze
elastischer Stützblock
Tabelle 22: Motorzuordnung Getriebeschwinge
größter
zulässiger Normmotor
Getriebegröße
Getriebebauart
B2
B3
B4
503
-
-
504
200L
-
280M
180L
280M
200L
509 ...510
315M
250M
511 ...512
315L
280M
513 ...514
315L
315L
505 ...506
507 ...508
auf
Anfrage
Hinweis
Größere Motoren dürfen nur in Abstimmung mit Siemens angebaut werden.
Bei Anbau einer kundenseitigen Drehmomentstütze ist die Verbindung zum Fundament über ein
elastisches Element vorzunehmen.
Hinweis
Ausführung des Fundamentes zur Befestigung der Drehmomentstütze siehe Punkt 6.3.1.2
(Fundament).
6.12
Getriebe mit Kühlschlange
•
Vor dem Anschließen der Kühlschlange die Verschlußstopfen aus den Anschlußmuffen entfernen.
•
Kühlschlange durchspülen (zur Beseitigung vorhandener Verunreinigungen).
•
Kühlwasserzu- und -abflußleitungen anschließen. Die Lage der Anschlüsse ist der Maßzeichnung
zu entnehmen.
Hinweis
Beachten Sie Punkt 5.9.2.
6.13
Getriebe mit Luft-Ölkühler
•
Verschmutzungsanzeige des Doppelschaltfilters (nur bei Getriebegrößen ≥13) und Druckwächter
elektrisch verdrahten.
•
Lüftermotor elektrisch verdrahten.
Hinweis
Beachten Sie Punkt 5.9.3.
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6.14
Getriebe mit angebautem Wasser-Ölkühler
•
Vor dem Anschließen des Wasser-Ölkühlers die Verschlußmuffen aus dem Kühlwasseranschluß
entfernen.
•
Wasser-Ölkühler durchspülen (zur Beseitigung vorhandener Verunreinigungen).
•
Kühlwasserzu- und -abflußleitungen anschließen. Die Durchflußrichtung und die Lage der
Anschlüsse sind der Maßzeichnung zu entnehmen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Wasser-Ölkühlers möglich.
Bei der Rohrleitungsmontage dürfen keine Kräfte, Momente oder Schwingungen auf die Anschlüsse
des Wasser-Ölkühlers einwirken.
•
Druckwächter elektrisch verdrahten (nur bei entsprechend ausgerüstetem Getriebe).
Hinweis
Beachten Sie Punkt 5.9.4.
6.15
Getriebe mit separater Ölversorgungsanlage
•
Vor dem Anschließen der Anlage die Verschlußmuffen aus der Saug- und Druckleitung entfernen.
•
Die Anlage gemäß den Zeichnungen in der Getriebedokumentation an das Getriebe anschließen
und separat montieren.
•
Rohrleitungen dürfen bei der Montage nicht verspannt werden.
Hinweis
Betriebsanleitung der Ölversorgungsanlage beachten.
6.16
Getriebe mit Heizstäben/Heizelementen
•
6.17
6.18
Getriebe mit Öltemperaturüberwachung
•
Temperaturwächter elektrisch verdrahten.
•
Widerstandsthermometer mit Auswertegerät (kundenseitig beizustellen) elektrisch verdrahten.
Ölniveauüberwachung
•
6.19
Die Lagerüberwachung ist kundenseitig zu installieren.
Getriebe mit Drehzahlgeber
•
6.21
Füllstandsgrenzschalter elektrisch verdrahten.
Lagerüberwachung
•
6.20
Heizstäbe/Heizelemente elektrisch verdrahten.
Drehzahlgeber elektrisch verdrahten.
Allgemeine Hinweise zu Anbaukomponenten
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung der in Kapitel 6. beschriebenen Komponenten sind die zugehörigen
Betriebsanleitungen sowie die Angaben in Kapitel 5. zu beachten.
Technische Daten sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
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6.22
6.23
Abschließende Arbeiten
□
Nach erfolgter Aufstellung des Getriebes alle Schraubverbindungen auf festen Sitz kontrollieren.
□
Überprüfung der Ausrichtung nach dem Anziehen der Befestigungselemente. Die Ausrichtung darf
sich nicht verändert haben.
□
Prüfen, ob alle für den Transport demontierten Geräte wieder montiert sind.
Hierzu sind die Angaben im Datenblatt, in der Geräteliste und in den zugehörigen Zeichnungen zu
beachten.
□
Vorhandene Ölablaßhähne sind gegen unbeabsichtigtes Öffnen zu sichern.
□
Das Getriebe ist gegen herabfallende Gegenstände zu schützen.
□
Schutzeinrichtungen für rotierende Teile sind auf richtigen Sitz zu prüfen. Berührungen mit
rotierenden Teilen sind nicht zulässig.
□
Ein Potentialausgleich muß gemäß den hierfür geltenden Bestimmungen und/oder Richtlinien
durchgeführt werden!
Sind am Getriebe keine Gewindebohrungen für einen Erdungsanschluß vorhanden, müssen andere
geeignete
Maßnahmen
ergriffen
werden.
Diese
Arbeiten
dürfen
nur
von
Fachkräften der Elektrotechnik durchgeführt werden.
□
Kabeleinführungen sind gegen eindringende Feuchtigkeit zu schützen.
Verschraubungsklassen, Anziehdrehmomente und Vorspannkräfte
6.23.1 Verschraubungsklassen
Die vorgegebenen Schraubenverbindungen sind mit den angegebenen Anziehdrehmomenten unter
Berücksichtigung der nachfolgenden Tabelle zu verschrauben.
Tabelle 23: Verschraubungsklassen
Verschraubungs­
klasse
Streuung des
am Werkzeug
abgegebenen
Drehmomentes
Anziehverfahren
(In der Regel liegen die aufgezeigten Anziehverfahren
innerhalb der angegebenen Werkzeugstreuung.)
– Hydraulisches Anziehen mit Drehschrauber
C
± 5 % bis ± 10 %
– Drehmomentgesteuertes Anziehen mit
Drehmomentschlüssel oder signalgebendem
Drehmomentschlüssel
– Anziehen mit Präzisionsdrehschrauber mit dynamischer
Drehmomentmessung
D
E
± 10 % bis ± 20 %
± 20 % bis ± 50 %
– Drehmomentgesteuertes Anziehen mit Drehschrauber
– Anziehen mit Impulsschrauber oder Schlagschrauber ohne
Einstellkontrollvorrichtung
– Anziehen von Hand mit Schraubenschlüssel ohne
Drehmomentmessung
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Schrauben und/oder der Gegengewinde durch falsches Anziehen möglich.
Fundamentschrauben, Nabenschrauben und Lagerdeckelschrauben müssen grundsätzlich nach
Verschraubungsklasse "C" angezogen werden.
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6.23.2 Anziehdrehmomente und Vorspannkräfte
Die Anziehdrehmomente gelten für Reibwerte von μGes = 0.14.
Der Reibungsbeiwert μGes = 0.14 steht hier für leicht geölte Schrauben aus Stahl, schwarzvergütet oder
phosphatiert und trockene, geschnittenen Gegengewinde in Stahl oder Gußeisen. Die Verwendung
eines Schmiermittels, das den Reibwert verändert, ist nicht zulässig und könnte die
Schraubenverbindung überlasten.
Tabelle 24: Vorspannkräfte und Anziehdrehmomente für Schraubenverbindungen
der
Festigkeitsklasse 8.8; 10.9; 12.9 mit einem gemeinsamen Reibwert von μGes = 0.14
GewindeFestig­
Nenn­
keitsklasse
durch­
der
messer
Schraube
Vorspannkraft für
Verschraubungsklassen
aus Tabelle 23
C
D
FM min.
N
E
C
D
MA
Nm
E
18000
26400
30900
26300
38600
45100
49300
72500
85000
77000
110000
129000
109000
155000
181000
170000
243000
284000
246000
350000
409000
331000
471000
551000
421000
599000
700000
568000
806000
944000
744000
1060000
1240000
944000
1340000
1570000
11500
16900
19800
16800
24700
28900
31600
46400
54400
49200
70400
82400
69600
99200
116000
109000
155000
182000
157000
224000
262000
212000
301000
352000
269000
383000
448000
363000
516000
604000
476000
676000
792000
604000
856000
1000000
7200
10600
12400
10500
15400
18100
19800
29000
34000
30800
44000
51500
43500
62000
72500
68000
97000
114000
98300
140000
164000
132000
188000
220000
168000
240000
280000
227000
323000
378000
298000
423000
495000
378000
535000
628000
44.6
65.4
76.5
76.7
113
132
186
273
320
364
520
609
614
875
1020
1210
1720
2010
2080
2960
3460
3260
4640
5430
4750
6760
7900
7430
10500
12300
11000
15600
18300
15500
22000
25800
38.4
56.4
66.0
66.1
97.1
114
160
235
276
313
450
525
530
755
880
1040
1480
1740
1790
2550
2980
2810
4000
4680
4090
5820
6810
6400
9090
10600
9480
13500
15800
13400
18900
22200
34.3
50.4
58.9
59.0
86.6
101
143
210
246
280
400
468
470
675
790
930
1330
1550
1600
2280
2670
2510
3750
4180
3650
5200
6080
5710
8120
9500
8460
12000
14100
11900
16900
19800
d
mm
M10
M12
M16
M20
M24
M30
M36
M42
M48
M56
M64
M72x6
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
Anziehdrehmoment für
Verschraubungsklassen
aus Tabelle 23
BA 5510 de 09/2012
94 / 129
Festig­
Gewindekeitsklasse
Nenn­
der
durch­
Schraube
messer
Vorspannkraft für
Verschraubungsklassen
aus Tabelle 23
C
d
mm
M80x6
M90x6
M100x6
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
1190000
1690000
1980000
1510000
2150000
2520000
1880000
2670000
3130000
D
FM min.
N
760000
1100000
1360000
968000
1380000
1600000
1200000
1710000
2000000
Anziehdrehmoment für
Verschraubungsklassen
aus Tabelle 23
E
C
475000
675000
790000
605000
860000
1010000
750000
1070000
1250000
21500
30500
35700
30600
43500
51000
42100
60000
70000
D
MA
Nm
18500
26400
31400
26300
37500
43800
36200
51600
60400
E
16500
23400
27400
23500
33400
39200
32300
46100
53900
Hinweis
Unbrauchbar gewordene Schrauben sind durch neue gleicher Festigkeitsklasse und Ausführung zu
ersetzen.
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7.
Inbetriebnahme
Die Hinweise in Kapitel 3. "Sicherheitshinweise" sind zu beachten!
7.1
Maßnahmen vor Inbetriebnahme
7.1.1
Entkonservierung (außen)
•
Die konservierten Wellenenden sind im Bereich der aufzusetzenden Kupplungen mit geeigneten
Mitteln (Spezial‐Lösungsmittel usw.) zu entkonservieren.
Die Entkonservierung ist auch an blanken Flächen am Getriebe, an denen Komponenten angebaut
werden sollen, durchzuführen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Das Lösungsmittel darf keinesfalls mit der Haut (z. B. Hände des Bedienungspersonals) in Kontakt
geraten.
Die Sicherheitshinweise auf den Datenblättern des verwendeten Lösungsmittels sind zu beachten.
Vorbeifließendes Lösungsmittel sofort mit Bindemittel beseitigen.
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier- und Lösungsmitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
7.1.2
Entkonservierung (innen)
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch fehlende oder mangelhafte Belüftung möglich.
Vor Inbetriebnahme Verschlußschraube durch den Luftfilter oder Naßluftfilter ersetzen.
Klebeband an den Labyrinthdichtungen entfernen.
Die Lage der Ölablaßstellen ist in der Maßzeichnung in der Getriebedokumentation durch ein Symbol
gekennzeichnet.
Ölablaßstelle:
•
Unter die Ölablaßstellen geeignete Auffanggefäße stellen.
•
Ölablaßschraube herausschrauben und/oder Ölablaßhahn öffnen.
•
Reste des Konservierungs- und/oder des Einlauföles aus dem Gehäuse und aus der Rücklaufsperre
und/oder der Überholkupplung (falls vorhanden) in ein geeignetes Gefäß ablassen; dazu alle
vorhandenen Restölablaßschrauben herausschrauben.
•
Reste des Konservierungs- und/oder des Einlauföles vorschriftsgemäß entsorgen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Das Öl darf keinesfalls mit der Haut (z. B. Hände des Bedienungspersonals) in Kontakt geraten.
Die Sicherheitshinweise auf den Datenblättern des verwendeten Öles sind hierbei zu beachten.
Vorbeifließendes Öl sofort mit Bindemittel beseitigen.
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier-oder Bindemitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
•
Ölablaßschraube wieder einschrauben und/oder Ölablaßhahn wieder schließen.
•
Entfernte Restölablaßschrauben wieder einschrauben.
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2
4 1 14
3
15
6
7
10
5
5
9
12
13
8
11
Bild 62: Öleinfüllung und Ölablaß an Getrieben der Bauart H..H ≤ 514
2
3
15
4 1 14
7
6
9
5
10
5
13
12
8
11
Bild 63: Öleinfüllung und Ölablaß an Getrieben der Bauart B..H ≤ 514
1
2
3
4
5
6
7
8
Gehäuse
Transportauge
Deckel
Deckel
Wellenabdichtung
Ölmeßstab
Gehäusebe‐ und ‐entlüftung
Ölablaß
9
10
11
12
13
14
15
Deckel und/oder Lagerhals
Typenschild
Getriebebefestigung oder
Drehmomentstütze
Luftleithaube
Lüfter
Inspektions‐ und/oder Montagedeckel
Öleinfüllschraube
*) Bei allen anderen Bauarten und Größen wird die Drehmomentstütze mittels einer Platte an der
Getriebebefestigung (11 in Bild 62 oder Bild 63) angeschraubt.
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7.1.3
Schmierstoff einfüllen
•
Vorhandene Verschmutzung am Getriebe entfernen.
•
Verschlußschraube oder Naßluftfilter (1) entfernen (siehe Bild 64).
Hinweis
Die genaue Lage der Öleinfüllstelle und des Luftfilters ist der auftragsabhängigen Dokumentation zu
entnehmen.
•
Getriebe unter Verwendung eines Einfüllfilters (Filterfeinheit maximal 25 μm) mit frischem Öl
befüllen, bis unten im Ölschauglas oder im Ölstandsanzeiger das Öl aufsteigt, oder das Öl an der
unteren Markierung am Ölmeßstab steht. Kein weiteres Öl einfüllen. Durch die Zähigkeit des Öles
im kalten Zustand steigt der Ölstand langsam weiter an. Erst nach Ölstandsbeharrung, wenn nötig,
weiter Öl bis zur Mitte des Ölschauglases, bis zur Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am
Ölstandsanzeiger oder bis zur Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölmeßstab
einfüllen.
Hinweis
Die Qualität des verwendeten Öles muß den Forderungen der separat beigefügten Betriebsanleitung
BA 7300 genügen, sonst erlischt die von Siemens gegebene Gewährleistung. Wir empfehlen
dringend, eines der in Tabelle ”T 7300” (Link ins Internet, siehe Umschlag hinten) aufgelisteten Öle zu
verwenden, die entsprechend getestet wurden und den Anforderungen genügen.
Angaben wie Ölsorte, Ölviskosität und benötigte Ölmenge sind dem Typenschild des Getriebes zu
entnehmen.
Die auf dem Typenschild ausgewiesene Ölmenge ist als Richtwert zu verstehen. Entscheidend für die
einzufüllende Ölmenge ist die Mitte am Ölschauglas, die MIN- und MAX-Markierung am
Ölstandsanzeiger oder die MIN- und MAX-Markierung am Ölmeßstab.
•
Bei Verwendung von Labyrinthdichtungen:
Zusätzlich Luftfilter oder Verschlußschraube (2) und die Verschlußschraube (3) auf dem
Montagedeckel entfernen. Die auf den Schildern am Gehäuse angegebenen Ölmengen zusätzlich
durch diese Öffnungen einfüllen.
Hinweis
Bei Getrieben mit Druckschmierung oder mit Ölkühlsystem ist der Ölkreislauf zusätzlich aufzufüllen.
Dazu ist das Getriebe mit angebauter Pumpe kurzzeitig in Betrieb zu nehmen. Die Angaben in
Kapitel 8. ”Betrieb” sind zu beachten.
•
Ölstand im Getriebegehäuse kontrollieren.
Hinweis
Das Öl muß im Bereich der Mitte des Ölschauglases, der Mitte zwischen der MIN- und MAXMarkierung am Ölstandsanzeiger oder zwischen der MIN- und MAX- Markierung am Ölmeßstab
stehen.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Das Öl darf keinesfalls mit der Haut (z. B. Hände des Bedienungspersonals) in Kontakt geraten.
Die Sicherheitshinweise auf den Datenblättern des verwendeten Öles sind hierbei zu beachten.
Vorbeifließendes Öl sofort mit Bindemittel beseitigen.
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmiermitteln beachten.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
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•
Verschlußschraube oder Naßluftfilter (1) wieder einschrauben.
•
Bei Verwendung von Labyrinthdichtungen:
Zusätzlich Luftfilter oder Verschlußschraube (2) und die Verschlußschraube (3) auf dem
Montagedeckel wieder einschrauben.
2
1
3
Bild 64: Öleinfüllung
1
2
Verschlußschraube oder Naßluftfilter
(Öleinfüllung)
Verschlußschraube oder Luftfilter
(zusätzliche Öleinfüllung bei
Labyrinthdichtung)
3
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Verschlußschraube
(zusätzliche Öleinfüllung bei
Labyrinthdichtung)
7.1.4
Schmierstoff einfüllen bei Getrieben mit angebauter Rücklaufsperre und/oder Hilfsantrieb
9
18
2
16
1
21 15 22
14
4
13
3
5
8
7
6
10
19
17 20
Bild 65: Öleinfüllung/Ölablaß an Getrieben der Bauart B3.H ≤ 514 mit Hilfsantrieb
18
1
19
16
Bild 66: Öleinfüllung/Ölablaß an der Rücklaufsperre
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Hauptgetriebe
Transportauge
Wellenabdichtung
Ölmeßstab
Gehäusebe‐ und ‐entlüftung
Ölablaß Hauptgetriebe
Luftleithaube
Lüfter
Inspektions‐ und/oder Montagedeckel
Getriebebefestigung
Ausrichtfläche
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
Ausrichtgewinde
Hilfsgetriebe
E‐Motor
Überholkupplung
Rücklaufsperre
Drehzahlüberwachung
Öleinfüllschraube der Rücklaufsperre
Ölablaß Rücklaufsperre
Ölablaß Überholkupplung
Öleinfüllung Hauptgetriebe
Öleinfüllung Überholkupplung
Die detaillierte bildliche Darstellung des Getriebes und die Lage der Anbauteile sind den Zeichnungen
in der Getriebedokumentation zu entnehmen.
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•
Vorhandene Verschmutzung am Getriebe entfernen.
•
Bei Getrieben mit angebauter Rücklaufsperre und/oder Hilfsantrieb, Verschlußschraube (22) an der
Überholkupplung (15) und/oder Verschlußschraube (18) an der Rücklaufsperre (16) entfernen und
mit der auf dem Typenschild oder Zusatzschild angegebenen Ölmenge über einen Einfüllfilter mit
maximal 25 μm Filterfeinheit einfüllen (siehe Bild 65 und Bild 66).
Vor Inbetriebnahme ist die Funktion der Überholkupplung gemäß Punkt 7.3.4 zu prüfen.
•
Verschlußschraube (18 und 22) wieder einschrauben.
Hinweis
Die Angaben zum Hilfsgetriebe sind der speziellen Betriebsanleitung zu entnehmen (Das
Hilfsgetriebe wird ab Werk mit Öl befüllt ausgeliefert).
•
Verschlußschraube oder Naßluftfilter (1) entfernen (siehe Bild 64 in Punkt 7.1.3).
Hinweis
Die genaue Lage der Öleinfüllstelle und des Luftfilters ist der auftragsabhängigen Dokumentation zu
entnehmen.
•
Getriebe unter Verwendung eines Einfüllfilters (Filterfeinheit maximal 25 μm) mit frischem Öl
befüllen, bis die Mitte am Ölschauglas, die MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger oder die
MAX-Markierung am Ölmeßstab erreicht ist.
VORSICHT
Verletzungsgefahr durch chemische Substanzen
Das Öl darf keinesfalls mit der Haut (z. B. Hände des Bedienungspersonals) in Kontakt geraten.
Die Sicherheitshinweise auf den Datenblättern des verwendeten Öles sind hierbei zu beachten.
Vorbeifließendes Öl sofort mit Bindemittel beseitigen.
Geeignete Schutzkleidung tragen.
Hinweis
Die Dichtflächen dürfen nicht verschmutzt oder beschädigt werden.
Hinweis
Die Qualität des verwendeten Öles muß den Forderungen der separat beigefügten Betriebsanleitung
BA 7300 genügen, sonst erlischt die von Siemens gegebene Gewährleistung. Wir empfehlen
dringend, eines der in Tabelle ”T 7300” (Link ins Internet, siehe Umschlag hinten) aufgelisteten Öle zu
verwenden, die entsprechend getestet wurden und den Anforderungen genügen.
Angaben wie Ölsorte, Ölviskosität und benötigte Ölmenge sind dem Typenschild des Getriebes zu
entnehmen.
Die auf dem Typenschild ausgewiesene Ölmenge ist als Richtwert zu verstehen. Entscheidend für die
einzufüllende Ölmenge ist die Mitte am Ölschauglas, die MIN- und MAX-Markierung am
Ölstandsanzeiger oder die MIN- und MAX-Markierung am Ölmeßstab.
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•
Bei Verwendung von Labyrinthdichtungen:
Zusätzlich Luftfilter oder Verschlußschraube (2) und die Verschlußschraube (3) auf dem
Montagedeckel entfernen. Die auf den Schildern am Gehäuse angegebenen Ölmengen zusätzlich
durch diese Öffnungen einfüllen
Hinweis
Bei Getrieben mit Druckschmierung oder mit Ölkühlsystem ist der Ölkreislauf zusätzlich aufzufüllen.
Dazu ist das Getriebe mit angebauter Pumpe kurzzeitig in Betrieb zu nehmen. Die Angaben in
Kapitel 8. ”Betrieb” sind zu beachten.
•
Ölstand im Getriebegehäuse kontrollieren.
Hinweis
Je nach Ausstattung gelten folgende Ölstände als korrekt:
Mitte des Ölschauglases.
Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger.
Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölmeßstab.
•
Verschlußschraube oder Naßluftfilter (1) wieder einschrauben. Es wird empfohlen, den Dichtring zu
wechseln.
•
Bei Verwendung von Labyrinthdichtungen:
Zusätzlich Luftfilter oder Verschlußschraube (2) und die Verschlußschraube (3) auf dem
Montagedeckel wieder einschrauben.
Hinweis
Die Ölmenge ist dem Typenschild oder dem Punkt 7.2 zu entnehmen. Diese Angaben sind
ca.-Angaben. Entscheidend ist die Markierung am Ölschauglas, am Ölstandsanzeiger oder am
Ölmeßstab (siehe auch Punkt 8.2).
7.2
Ölmengen
Tabelle 25: Richtwerte für benötigte Ölmengen bei horizontalem Einbau der Getriebe
mit Radialwellendichtringen und Taconite‐Dichtungen
Ölmenge (Richtwert) in Liter für Größe
Bauart
503
504
505
506
507
508
509
510
511
512
513
514
H1.H
10.5
17
23
25
44
48
70
74
-
-
-
-
H2.H
-
12
18
19
30
35
52
55
84
89
150
155
H3.H
-
-
20
21
35
37
56
60
91
105
175
180
H4.H
-
-
-
-
30
32
58
60
93
100
145
155
B2.H
10
16
22
24
42
45
66
71
-
-
-
-
B3.H
-
10
18
19
32
35
53
51
84
89
145
155
B4.H
-
-
19
21
35
38
60
60
93
197
160
165
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Tabelle 26: Richtwerte für benötigte Ölmengen bei horizontalem Einbau der Getriebe mit
Labyrinthdichtungen
Ölmenge (Richtwert) in Liter für Größe
Bauart
503
504
505
506
507
508
509
510
511
512
513
514
H1.H
9
15
20
22
38
42
62
66
-
-
-
-
H2.H
-
9
14
15
26
28
43
44
71
73
135
145
Tabelle 27: Richtwerte für Zusatzölmenge für Zwischenflansch bei Getrieben mit Hilfsantrieb
Zusatzölmenge (Richtwert) in Liter für Größe
Bauart
B3.H
504
505
506
507
508
509
510
511
512
513
514
1
2
2
5
5
5
6
12
12
15
15
Hinweis
Die Angaben zum Hilfsgetriebe sind der speziellen Betriebsanleitung zu entnehmen.
(Das Hilfsgetriebe wird ab Werk mit Öl befüllt ausgeliefert.)
7.3
Inbetriebnahme
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch fehlende oder mangelhafte Belüftung möglich.
Vor Inbetriebnahme Verschlußschraube durch den Luftfilter oder den Naßluftfilter ersetzen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Naßluftfilters möglich.
Vor Inbetriebnahme des Naßluftfilters müssen 2 der 8 verschlossenen Bohrungen an der Unterseite
geöffnet werden.
•
Ölstand des Getriebes kontrollieren (siehe Punkt 7.3.1)
•
Nach der ersten Inbetriebnahme einer externen Ölversorgungsanlage ist der Ölstand des Getriebes
zu kontrollieren (siehe Punkt 7.3.1).
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7.3.1
Ölstand
Je nach Ausstattung gelten folgende Ölstände als korrekt:
─ Mitte des Ölschauglases.
─ Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger.
─ Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölmeßstab.
Hinweis
Das abgekühlte Öl sollte sichtbar unter der Mitte am Ölschauglas, zwischen der MIN- und
MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger oder zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölmeßstab
stehen.
Heißes Öl kann die Mitte am Ölschauglas, die MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger oder die
MAX-Markierung am Ölmeßstab leicht übersteigen.
ACHTUNG
Sachschaden
Mangelschmierung durch zu niedrigen Ölstand möglich.
Ölstand beachten.
In keinem Fall darf die sichtbare untere Kante am Ölschauglas, die MIN-Markierung am
Ölstandsanzeiger oder die MIN-Markierung am Ölmeßstab unterschritten werden. Falls erforderlich
ist Öl aufzufüllen.
7.3.2
Getriebe mit Kühlschlange oder externer Ölversorgungsanlage
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch fehlende oder mangelhafte Kühlung und/oder Schmierung
möglich.
Absperrventile in der Kühlmittelzufluß- und -abflußleitung des Kühlsystems vollständig öffnen.
Nach der ersten Inbetriebnahme der externen Ölversorgungsanlage ist der Ölstand des Getriebes
unter Beachtung des Punktes 7.2.1 noch einmal zu kontrollieren.
Technische Daten sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
•
Absperrventile in der Kühlmittelzu- und -abflußleitung des Kühlsystems vollständig öffnen.
•
Anschlußleitungen auf festen Sitz und Dichtheit überprüfen.
Hinweis
Anschlußmaße sind der Getriebemaßzeichnung zu entnehmen. Die erforderliche Kühlwassermenge
und die maximal zulässige Eintrittstemperatur sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu
entnehmen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch fehlende Schmierung.
Das Getriebe darf nur zusammen mit der Ölversorgungsanlage betrieben werden. Dazu ist die
Ölversorgungsanlage mindestens 2 Minuten vor Inbetriebnahme des Getriebes einzuschalten.
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7.3.3
Getriebe mit Rücklaufsperre
Hinweis
Angaben in Punkt 5.8 "Rücklaufsperre" beachten.
Vor Inbetriebnahme ist zu überprüfen, ob sich die Rücklaufsperre in Freilaufdrehrichtung ohne erhöhten
Kraftaufwand durchdrehen läßt. Die Drehrichtungspfeile am Getriebe sind dabei zu beachten.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung der Rücklaufsperre und/oder des Getriebes durch falsche
Drehrichtung möglich.
Motor nicht entgegen der Sperrichtung des Getriebes fahren.
Der aufgeklebte Hinweis auf dem Getriebe muss beachtet werden.
Die vertraglich festgelegten minimalen Drehzahlen dürfen während des Dauerbetriebes nicht
unterschritten werden. Ist das der Fall, ist Rücksprache mit Siemens erforderlich.
Vor Anschluß des Motors ist das Drehfeld des Drehstromnetzes mit Hilfe eines
Drehfeldrichtungsanzeigers zu bestimmen und ist der Motor entsprechend der festgelegten
Drehrichtung anzuschließen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Rücklaufsperre durch fehlende Schmierung möglich.
Vor Inbetriebnahme die auf dem Hinweisschild angegebene Ölmenge durch die Öleinfüllschraube der
Rücklaufsperre einfüllen.
Es ist die gleiche Ölsorte und Ölviskosität wie die für das Getriebe zu verwenden.
7.3.3.1 Getriebe mit Drehmomentbegrenzender Rücklaufsperre
Beachten Sie bei Verwendung einer drehmomentbegrenzenden Rücklaufsperre, zusätzlich zu den
Angaben in Punkt 7.3.3, die nachfolgenden Informationen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung der Rücklaufsperre durch Überhitzung.
Das Maß "xmin." regelmäßig alle 12 Monate überprüfen. Das auf dem Typenschild der Rücklaufsperre
angegebene Maß "xmin." darf nicht unterschritten werden.
Die Betriebsanleitung der Rücklaufsperre muss beachtet werden.
7.3.4
Getriebe mit Hilfsantrieb
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes möglich.
Vor Inbetriebnahme ist zu überprüfen, ob sich die Rücklaufsperre und die Überholkupplung in
Freilaufdrehrichtung ohne erhöhten Kraftaufwand durchdrehen läßt.
Die Drehrichtungspfeile am Getriebe sind dabei zu beachten.
Hinweis
Für die Rücklaufsperre liegt Freilaufbetrieb vor, wenn die Antriebswelle des Hauptgetriebes in
Betriebsdrehrichtung gedreht wird.
Ein Drehen in die andere Drehrichtung wird durch die Sperrwirkung der Rücklaufsperre verhindert.
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Hinweis
Für die Überholkupplung liegt Freilaufbetrieb vor, wenn die Motorwelle des Hilfsantriebes entgegen
der Betriebsdrehrichtung gedreht wird.
Beim Drehen in der Betriebsdrehrichtung wird die Sperrwirkung der Überholkupplung
(Mitnahmebetrieb) wirksam. Es erfolgt die Ankupplung und somit ein Drehen der Abtriebswelle des
Hauptgetriebes in der Betriebsdrehrichtung.
Bei Hilfsantrieben, ausgelegt für Lastbetrieb, muß zur Überprüfung der Funktion der Überholkupplung
vorher die Bremse am Hilfsmotor gelüftet werden.
Die Überholkupplung ist im Zwischenflansch untergebracht und wird mit Öl aus dem Hauptgetriebe
versorgt.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung oder Zerstörung der Rücklaufsperre und/oder des Getriebes durch falsche
Drehrichtung möglich.
Motor nicht entgegen der Sperrichtung des Getriebes fahren.
Der aufgeklebte Hinweis auf dem Getriebe muss beachtet werden.
Vor Anschluß des Motors ist das Drehfeld des Drehstromnetzes mit Hilfe eines
Drehfeldrichtungsanzeigers zu bestimmen und ist der Motor entsprechend der festgelegten
Drehrichtung anzuschließen.
Hinweis
Hauptmotor und Motor des Hilfsgetriebes sind elektrisch so miteinander zu verriegeln, daß nur einer
der beiden Motoren eingeschaltet sein kann.
Hinweis
Vor Inbetriebnahme ist die Abschaltfunktion der Drehzahlüberwachung bei Hilfsantrieb, ausgelegt als
Wartungsantrieb, gemäß Punkt 5.17.1 zu überprüfen.
Hinweis
Die Inbetriebnahme kann erfolgen, nachdem die auf dem jeweiligen Hinweisschild angegebene
Ölmenge durch die Öleinfüllschraube (18) der Rücklaufsperre (16) und/oder durch die
Öleinfüllschraube (22) am Zwischenflansch der Überholkupplung (15) eingefüllt worden sind (siehe
Bild 65 in Punkt 7.1.4).
Es ist die gleiche Ölsorte und Ölviskosität wie für das Getriebe zu verwenden.
Hinweis
Die Angaben zum Hilfsgetriebe sind der speziellen Betriebsanleitung zu entnehmen.
7.3.5
Temperaturmessung
Während der ersten Inbetriebnahme und nach Wartungsarbeiten ist die Ölsumpftemperatur bei
bestimmungsgemäßer Verwendung (maximale Arbeitsmaschinenleistung) nach erfolgtem Einlaufen zu
messen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch mangelhafte Schmierung auf Grund zu hoher Öltemperatur
möglich.
Die maximal zulässige Ölsumpftemperatur beträgt 90 °C (gilt für Mineralöl)
oder 100 °C (gilt für Öle auf PG- und PAO-Basis oder für synthetische Ester).
Bei höheren Temperaturen ist das Getriebe sofort stillzusetzen und Rücksprache mit dem
Siemens-Kundendienst zu nehmen.
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7.3.6
Ölniveauüberwachung
Das Getriebe kann mit einer Ölniveauüberwachung mittels Füllstandsgrenzschalter ausgestattet sein.
Die Ölniveauüberwachung ist zur Überprüfung des Ölstandes bei Stillstand des Getriebes vor dem
Anfahren bei abgekühltem Öl konzipiert.
Hinweis
Das Signal ist so zu verdrahten, daß der Antriebsmotor beim Signal "Ölstand zu niedrig" nicht anlaufen
kann und eine Warnung ausgegeben wird. Während des Betriebs ist ein anstehendes Signal zu
überbrücken.
7.3.7
Lagerüberwachung (Schwingungsmessung)
Wenn Vorkehrungen für eine Schwingungsmessung zur Lagerüberwachung (siehe Punkt 5.15)
existieren, sind Schwingungsmessungen mit dem Ziel durchzuführen, während der ersten
Inbetriebnahme Ausgangswerte und/oder Normwerte für die Diagnose zu erhalten. Diese Messungen
sind zu protokollieren und zu archivieren.
Hinweis
Das Protokoll ist zusammen mit dieser Anleitung aufzubewahren.
7.3.8
Heizstäbe/Heizelemente
Die Heizelemente können durch einen Temperaturwächter gesteuert werden, der ein zu verstärkendes
Signal bei Erreichen der minimalen und maximalen Temperatur zur Verfügung stellt.
Das Getriebe kann mit einer Ölniveauüberwachung ausgerüstet sein. Diese Überwachung prüft den
Ölstand des Getriebes (minimaler Ölstand zum Eintauchen der Heizelemente).
Bei Signal "Ölstand zu niedrig" ist das Signal so zu verdrahten, daß die Heizelemente ausgeschaltet
werden. Somit ist gewährleistet, daß die Heizelemente nicht betrieben werden, wenn diese nicht
vollständig eintauchen. Werden Heizstäbe eingesetzt, sind diese in Schutzrohren im Gehäuse montiert,
so daß ein Austausch der Heizstäbe ohne ein vorheriges Ölablassen möglich ist.
WARNUNG
Brandgefahr
Brandgefahr durch freiliegende Heizelemente möglich.
Heizelemente auf keinen Fall einschalten, wenn ein vollständiges Eintauchen im Ölbad nicht
sichergestellt ist.
Falls Heizstäbe nachgerüstet werden, darf die maximale Heizleistung (siehe Tabelle 14) an der
Heizstabaußenfläche nicht überschritten werden.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung ist die Betriebsanleitung der Ölniveauüberwachung zu beachten.
Technische Daten und Steuerungshinweise sind dem auftragsabhängig erstellten Datenblatt oder der
Geräteliste zu entnehmen.
Hinweis
Die Einstellung der richtigen Schaltpunkte ist zu prüfen (siehe Punkt 5.11).
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7.3.9
Kontrollmaßnahmen
Während der Inbetriebnahme sind folgende Sichtkontrollen durchzuführen und zu protokollieren:
□
Ölstand
□
Dichtheit der Ölkühl- oder Ölversorgungsleitungen
□
Öffnungszustand der Absperrventile
□
Dichtheit der Wellenabdichtungen
□
Berührungsfreiheit der rotierenden Teile
Zusätzlich sind in das Protokoll auch die Spanndrücke oder die Vorspannkräfte gemäß
Punkt 6.3.2.2 bis 6.3.2.4 aufzunehmen.
Hinweis
Das Protokoll ist gemeinsam mit dieser Anleitung aufzubewahren.
7.4
Außerbetriebsetzen
•
Antriebsaggregat ausschalten.
GEFAHR
Lebensgefahr durch eingeschaltete Anlage
Zur Durchführung von Arbeiten am Getriebe muß das Getriebe grundsätzlich stillgesetzt werden.
Das Antriebsaggregat muss gegen unbeabsichtigtes Inbetriebnehmen gesichert werden (z. B. durch
Abschließen des Schlüsselschalters oder das Entfernen der Sicherungen in der Stromversorgung).
An der Einschaltstelle ist ein Hinweisschild anzubringen, aus dem hervorgeht, daß an dem Getriebe
gearbeitet wird.
7.4.1
•
Bei Getrieben mit Kühlschlange oder Wasser‐Ölkühler Absperrventile in den Kühlwasserzufluß‐ und
‐abflußleitungen schließen. Bei Frostgefahr ist das Wasser aus der Kühlschlange oder dem
Wasser‐Ölkühler abzulassen.
•
Getriebe ca. alle 3 Wochen kurzzeitig (5 bis 10 Minuten) in
Außerbetriebsetzung bis zu 6 Monaten).
•
Getriebe konservieren, siehe Punkt 7.4.1 und 7.4.2 (bei Außerbetriebsetzung von mehr als
6 Monaten).
Betrieb
nehmen
(bei
Innenkonservierung bei längerer Außerbetriebsetzung
Je nach Art der Schmierung und/oder der Wellenabdichtung können folgende Innenkonservierungen
vorgenommen werden.
7.4.1.1 Innenkonservierung mit Getriebeöl
Hinweis
Die Ausführung der Innenkonservierung mit Getriebeöl ist in Punkt 4.4.2.1 beschrieben.
7.4.1.2 Innenkonservierung mit "Castrol Corrosion Inhibitor N 213"
Hinweis
Die Ausführung der Innenkonservierung mit "Castrol Corrosion Inhibitor N 213" ist in Punkt 4.4.2.2
beschrieben.
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7.4.2
Außenkonservierung
7.4.2.1 Ausführung der Außenkonservierung
•
Flächen reinigen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Wellendichtringes durch den Kontakt mit chemisch aggressivem
Konservierungsmittel.
Zur Trennung zwischen der Dichtlippe des Radialwellendichtringes und der Konservierung ist die
Welle im Bereich der Dichtlippe mit Fett einzustreichen. Die Fettsorte ist der Tabelle H in dem
Dokument ”T 7300” zu entnehmen (Link ins Internet, siehe Umschlag hinten).
•
Konservierungsmittel auftragen.
Hinweis
Konservierungsmittel, siehe Tabelle 10 in Punkt 4.4.3.
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8.
Betrieb
Die Hinweise in Kapitel 3. "Sicherheitshinweise", in Kapitel 9. "Störungen, Ursachen und Beseitigung"
und in Kapitel 10. "Wartung und Instandhaltung" sind zu beachten!
8.1
Allgemeines
Um einen einwandfreien und störungsfreien Betrieb der Anlage zu erzielen, sind die in Kapitel 1.
"Technische Daten" festgelegten Betriebswerte sowie die Daten in der Betriebsanleitung der
Ölversorgungsanlage (falls vorhanden) einzuhalten.
Während des Betriebes ist das Getriebe auf folgendes zu kontrollieren:
□
Betriebstemperatur
Das Getriebe ist für eine Betriebstemperatur
im Dauerbetrieb ausgelegt von:
90 °C (gilt für Mineralöl)
Maximal zulässig ist eine Temperatur von:
100 °C (gilt für Synthetiköl)
Die maximal zulässige Temperatur darf kurzzeitig um
10 K überschritten werden.
8.2
□
Öldruck der Ölversorgungsanlage
□
Veränderte Getriebegeräusche
□
Ölleckage am Gehäuse
und an den Wellenabdichtungen
□
Lagerschwingungen bei
vorhandener Meßvorrichtung
(nach auftragsabhängiger Dokumentation)
Ölstand
Hinweis
Zur Ölstandskontrolle ist das Getriebe stillzusetzen.
Je nach Ausstattung des Getriebegehäuses gelten folgende Ölstände bei abgekühltem Öl als korrekt:
–
–
–
Mitte des Ölschauglases
Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger
Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am Ölmeßstab
Das abgekühlte Öl sollte sichtbar unter der Mitte am Ölschauglas, zwischen der MIN- und MAXMarkierung am Ölstandsanzeiger oder zwischen der MIN- und MAX- Markierung am Ölmeßstab
stehen. Heißes Öl kann die Mitte am Ölschauglas, die MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger oder die
MAX-Markierung am Ölmeßstab leicht übersteigen.
ACHTUNG
Sachschaden
Mangelschmierung durch zu niedrigen Ölstand möglich.
Ölstand beachten.
In keinem Fall darf die sichtbare untere Kante am Ölschauglas, die MIN-Markierung am
Ölstandsanzeiger oder die MIN-Markierung am Ölmeßstab unterschritten werden. Falls erforderlich
ist Öl aufzufüllen.
Hinweis
Der Ölstand der Ölversorgungsanlage ist zu kontrollieren.
Hierzu ist die Betriebsanleitung der Ölversorgungsanlage zu beachten.
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8.3
Unregelmäßigkeiten
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Fehlerzustände möglich.
Schalten Sie das Antriebsaggregat in den nachfolgend genannten Fällen sofort ab.
□
Wenn während des Betriebes Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.
□
Wenn der Druckwächter in der Ölversorgungssystem Alarm auslöst
(nur bei entsprechend ausgerüstetem Getriebe).
Hinweis
Die Ursache der Störung ist mit Hilfe der Störungshinweise in Tabelle 28 (siehe Punkt 9.2) zu ermitteln.
In Tabelle 28, "Störungshinweise", sind mögliche Störungen, ihre Ursachen sowie Vorschläge zu ihrer
Beseitigung enthalten.
Kann die Ursache nicht festgestellt werden, ist ein Kundendienstmonteur von einer
Kundendienststellen von Siemens anzufordern (siehe Kapitel 2. "Allgemeine Hinweise").
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9.
Störungen, Ursachen und Beseitigung
Die Hinweise in Kapitel 3. "Sicherheitshinweise" und in Kapitel 10. "Wartung und Instandhaltung" sind
zu beachten!
9.1
Allgemeine Störungshinweise
Während der Gewährleistungszeit auftretende Störungen, die eine Instandsetzung des Getriebes
erforderlich machen, dürfen nur durch den Siemens-Kundendienst behoben werden.
Wir empfehlen unseren Kunden, auch nach Ablauf der Gewährleistungszeit bei auftretenden
Störungen, deren Ursache nicht eindeutig zu ermitteln ist, unseren Kundendienst in Anspruch zu
nehmen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch nicht bestimmungsgemäße Verwendung möglich.
Bei nicht bestimmungsgemäßer Verwendung des Getriebes, mit Siemens nicht abgestimmten
Modifikationen am Getriebe oder Verwendung von nicht originalen Siemens-Ersatzteilen kann
Siemens für den weiteren Betrieb des Getriebes keine Gewährleistung übernehmen.
GEFAHR
Lebensgefahr durch eingeschaltete Anlage
Zur Durchführung von Wartungs- und/oder Instandsetzungsarbeiten muß das Getriebe grundsätzlich
stillgesetzt werden.
Das Antriebsaggregat muss gegen unbeabsichtigtes Inbetriebnehmen gesichert werden. An der
Einschaltstelle ist ein Hinweisschild anzubringen, aus dem hervorgeht, daß an dem Getriebe
gearbeitet wird.
9.2
Mögliche Störungen
Tabelle 28: Störungshinweise
Störungen
Veränderte
Getriebegeräusche.
Starke Geräusche im Bereich
der Getriebebefestigung.
Ursachen
Beseitigung
Schaden an den Verzahnungen.
Kundendienst einschalten.
Verzahnte Bauteile kontrollieren.
Falls erforderlich, beschädigte
Bauteile auswechseln.
Lagerspiel vergrößert.
Kundendienst einschalten.
Lagerspiel einstellen.
Lager ist defekt.
Kundendienst einschalten.
Defekte Lager ersetzen.
Überholgeräusche verursacht
durch Frequenzumrichter-Betrieb.
Kundendienst einschalten.
Motorregelung überprüfen.
Getriebebefestigung hat sich
gelockert.
Schrauben und Muttern mit
vorgeschriebenem
Anziehdrehmoment anziehen.
Beschädigte Schrauben und
Muttern auswechseln.
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Störungen
Erhöhte Temperatur an den
Lagerstellen.
Getriebe ist außen verölt.
Ölaustritt aus dem Getriebe.
Öl schäumt im Getriebe.
Ursachen
Beseitigung
Ölstand im Getriebegehäuse
zu niedrig oder zu hoch.
Ölstand bei Raumtemperatur
kontrollieren. Falls erforderlich,
Öl nachfüllen.
Öl ist überaltert.
Kontrollieren, wann letzter
Ölwechsel durchgeführt wurde.
Falls erforderlich, Öl wechseln.
Siehe Kapitel 10.
Ölversorgungsanlage defekt.
Ölversorgungsanlage kontrollieren.
Falls erforderlich, defekte
Komponenten ersetzen.
Betriebsanleitung der
Ölversorgungsanlage beachten.
Lager ist defekt.
Kundendienst einschalten.
Lager kontrollieren; falls
erforderlich, ersetzen.
Ungenügende Abdichtung der
Gehäusedeckel und/oder
Trennfugen.
Gehäusedeckel und/oder
Trennfugen abdichten.
Labyrinthdichtungen verölt.
Transporthaltung fehlerhaft.
Ölfüllung kontrollieren.
Labyrinthe säubern.
Ungenügende Abdichtung der
Gehäusedeckel und/oder
Trennfugen.
Dichtungen kontrollieren, falls
erforderlich auswechseln.
Gehäusedeckel und/oder
Trennfugen abdichten.
Radialwellendichtringe defekt.
Radialwellendichtringe
kontrollieren, falls erforderlich
auswechseln.
Konservierungsmittel nicht
vollständig abgelassen.
Öl wechseln.
Ölversorgungsanlage wurde zu
lange bei niedrigen Temperaturen
betrieben.
Ölversorgungsanlage abstellen.
Öl entgasen lassen.
Getriebe bei Betrieb zu kalt.
Getriebe stillsetzen und Öl
entgasen lassen. Bei Neustart ohne
Kühlwasser anfahren.
Wasser im Öl.
Ölzustand durch Reagenzglasprobe
auf Wassereinbruch untersuchen.
Öl durch chemisches Labor
untersuchen lassen.
Falls erforderlich, Öl wechseln.
Öl zu alt (Entschäumer
aufgebraucht).
Öl untersuchen; falls erforderlich,
wechseln.
Ungeeignete Öle vermischt.
Öl untersuchen; falls erforderlich,
wechseln.
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Störungen
Wasser im Öl.
Erhöhte Betriebstemperatur.
Ursachen
Beseitigung
Ölversorgungsanlage oder
Kühlschlange defekt.
Ölversorgungsanlage oder
Kühlschlange kontrollieren; falls
erforderlich, defekte Komponenten
auswechseln. Betriebsanleitung der
Ölversorgungsanlage beachten.
Getriebe wird durch
Maschinenraumlüfter mit kühler Luft
angeblasen: Wasser kondensiert.
Getriebegehäuse mit geeigneter
Wärmedämmung schützen.
Luftaustritt schließen oder durch
bauliche Maßnahme in eine andere
Richtung verlegen.
Klimatische Verhältnisse.
Kundendienst einschalten. Falls
erforderlich, Naßluftfilter verwenden.
Naßluftfilter verfärbt sich von oben
nach unten.
Kundendienst einschalten.
Öl wechseln.
Ölstand im Getriebegehäuse
zu hoch.
Ölstand kontrollieren. Falls
erforderlich, Ölstand korrigieren.
Öl ist überaltert.
Kontrollieren, wann letzter
Ölwechsel durchgeführt wurde.
Falls erforderlich, Öl wechseln,
siehe Kapitel 10.
Öl ist stark verschmutzt.
Öl wechseln, siehe Kapitel 10.
Ölversorgungsanlage oder
Kühlschlange defekt.
Ölversorgungsanlage oder
Kühlschlange kontrollieren. Falls
erforderlich, defekte Komponenten
ersetzen. Betriebsanleitung der
Ölversorgungsanlage beachten.
Bei Getriebe mit Wasser-Ölkühler:
Kühlflüssigkeitsdurchsatz zu gering
oder zu hoch.
Ventile in den Zu- und
Abflußleitungen vollständig
regulieren. Wasser-Ölkühler auf
freien Durchfluß kontrollieren.
Bei Getriebe mit Luft‐Ölkühler:
Kühlerblock verschmutzt.
Kühlerblock reinigen.
Siehe Kapitel 10.
Kühlflüssigkeitstemperatur zu hoch.
Temperatur kontrollieren,
Falls erforderlich korrigieren
Öldurchfluß durch den WasserÖlkühler zu gering durch stark
verschmutzten Ölfilter / Grobfilter.
Ölfilter / Grobfilter kontrollieren.
Falls erforderlich Ölfilter ersetzen
oder Grobfilter reinigen,
siehe Kapitel 10.
Ölpumpe defekt
Funktion der Ölpumpe kontrollieren.
Falls erforderlich Ölpumpe
instandsetzen oder auswechseln.
Getriebe mit Kühlschlange:
Ablagerungen in der Kühlschlange
Falls erforderlich Kühlschlange
reinigen oder austauschen,
siehe Kapitel 10.
Bei Getriebe mit Lüfter:
Ansaugöffnung der Luftleithaube
und/oder Getriebegehäuse stark
verschmutzt.
Luftleithaube und Getriebegehäuse
reinigen.
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Störungen
Ursachen
Beseitigung
Druckwächter löst Alarm aus.
(Bei Getriebe mit
Druckschmierung,
Wasser‐Öl-Kühler oder
Luft‐Öl-Kühler).
Minimaldruck nach
auftragsabhängiger Dokumentation
unterschritten.
Ölstand bei Raumtemperatur
kontrollieren. Falls erforderlich Öl
nachfüllen.
Ölpumpe kontrollieren.
Falls erforderlich Ölpumpe
auswechseln.
Ölfilter / Grobfilter kontrollieren.
Falls erforderlich Ölfilter ersetzen
oder Grobfilter reinigen,
siehe Kapitel 10.
Verschmutzungsanzeige des
Doppelschaltfilters löst Alarm
aus.
Doppelschaltfilter verschmutzt.
Doppelschaltfilter entsprechend
separater Betriebsanleitung
umschalten, verschmutzten
Filtereinsatz reinigen.
Erhöhte Temperatur an der
Rücklaufsperre.
Ausfall der Sperrfunktion.
Schaden an der Rücklaufsperre.
Kundendienst einschalten.
Rücklaufsperre kontrollieren;
falls erforderlich, auswechseln.
Hauptantriebsmotor
läuft nicht an.
Drehrichtung des Motors falsch.
Motor umpolen.
Käfig mit Klemmkörpern der
Rücklaufsperre
falsch eingebaut und/oder defekt.
Kundendienst einschalten.
Käfig der Rücklaufsperre um 180°
gedreht einbauen oder erneuern.
Überholkupplung blockiert.
Kundendienst einschalten. Einbau
einer neuen Überholkupplung.
Käfig mit Klemmkörpern der
Überholkupplung
falsch eingebaut und/oder defekt.
Kundendienst einschalten.
Käfig der Überholkupplung um 180°
gedreht einbauen und/oder
erneuern.
Lager defekt.
Kundendienst einschalten.
Lager kontrollieren;
falls erforderlich auswechseln
Zahnräder defekt
Kundendienst einschalten.
Zahnräder kontrollieren;
falls erforderlich auswechseln.
Überlast am Abtrieb.
Lastreduzierung.
Motor des Hilfsantriebes defekt.
Motor instandsetzen und/oder
auswechseln.
Motorbremse nicht gelüftet.
Elektrischen Anschluß der
Motorbremse korrigieren, falls
erforderlich Motorbremse
wechseln.
Drehrichtung des Motors verkehrt.
Motor umpolen.
Käfig mit Klemmkörpern der
Überholkupplung falsch eingebaut.
Kundendienst einschalten.
Käfig der Überholkupplung um
180° gedreht einbauen und/oder
erneuern.
Überholkupplung defekt.
Kundendienst einschalten. Einbau
einer neuen Überholkupplung.
Vergrößerte
Schwingamplituden an den
Lagerstellen.
Hilfsantriebsmotor
läuft nicht an.
Hilfsantriebsmotor
läuft an, die Abtriebswelle des
Hauptgetriebes dreht jedoch
nicht.
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Störungen
Ursachen
Beseitigung
Hauptantriebsmotor
kann anlaufen obwohl
Hilfsantrieb mit
Drehzahlüberwachung in
Betrieb ist.
Elektrische Verriegelung zwischen
Haupt‐ und Hilfsmotor defekt.
Anschlüsse kontrollieren.
Falls erforderlich defekte Geräte
auswechseln.
Drehzahlüberwachung defekt.
Anschlüsse kontrollieren.
Falls erforderlich defekte Geräte
auswechseln.
Naßluftfilter komplett verfärbt.
Naßluftfilter verbraucht.
Naßluftfilter auswechseln.
Störung an der
Ölversorgungsanlage.
Betriebsanleitung der
Ölversorgungsanlage beachten.
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9.2.1
Leckage und Dichtheit
In der Norm ”DIN 3761” werden Informationen zum Thema Leckage von Getrieben gegeben. In
Anlehnung daran und aufbauend auf die bei Siemens * und anderen FVA 1)-Mitgliedsfirmen
vorhandenen, umfangreichen Erfahrungen sind in der folgenden Übersicht kurze Beschreibungen,
erforderliche Maßnahmen sowie Hinweise zu diesem Thema zusammengefaßt.
Tabelle 29: Erläuterung zur Dichtheit von Radialwellendichtringen (RWDR 2))
Zustand
Beschreibung
Maßnahmen
Dicht, trocken
Keine Feuchtigkeit am
RWDR erkennbar.
Keine
Dicht, feucht
Funktionsbedingter
Feuchtigkeitsfilm im
Bereich der Dichtkante,
jedoch nicht über die
Bodenseite des RWDR
hinausgehend.
Nur wenn Verschmutzung
anhaftet mit sauberem
Lappen unterhalb der
Dichtlippe abwischen.
Die Dichtlippe darf nicht
verschmutzt werden.
Hinweise
Häufig wird RWDR im
weiteren Betrieb von selbst
trocken.
Kein
Beanstandungsgrund
Beobachten.
Dicht, nass
Feuchtigkeitsfilm über die
Bodenseite des RWDR
hinausgehend, aber nicht
abtropfend.
Mit sauberem Lappen
unterhalb der Dichtlippe
abwischen.
Häufig wird RWDR im
weiteren Betrieb von selbst
trocken.
Die Dichtlippe darf nicht
verschmutzt werden.
Kein
Beanstandungsgrund
Beobachten.
Messbare Leckage
Erkennbares kleines
Rinnsal an der
Bodenseite des RWDR,
abtropfend.
Falls erforderlich RWDR
wechseln;
mögliche Ursache für
RWDR-Ausfall feststellen
und beseitigen.
Kann ein
Beanstandungsgrund sein;
ein Tropfen Öl pro Tag ist
akzeptabel.
Kurzzeitige Leckage
Kurzfristige Störung
des Dichtsystems.
Mit sauberem Lappen
unterhalb der Dichtlippe
abwischen.
Durch z. B. kleine
Schmutzpartikel an der
Dichtkante, die im weiteren
Betrieb wieder entfernt
werden.
Die Dichtlippe darf nicht
verschmutzt werden.
Beobachten.
Scheinleckage
Vorübergehende
Leckage.
Mit sauberem Lappen
unterhalb der Dichtlippe
abwischen.
Die Dichtlippe darf nicht
verschmutzt werden.
Kein
Beanstandungsgrund
Meist auf zu hohe
Fettfüllung zwischen Dichtund Staublippe oder auf
Ölabscheidungen aus der
Fettfüllung von
Labyrinthdichtungen
zurückzuführen.
Kein
Beanstandungsgrund
*) Siemens AG, Business Unit Mechanical Drives ”MD”
1)
FVA = Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V.
2)
RWDR = Radialwellendichtring
Hinweis
Das Austreten von Ölnebel aus einem Entlüftungsventil oder einer Labyrinthdichtung ist
funktionsbedingt und deshalb kein Beanstandungsgrund.
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10.
Wartung und Instandhaltung
Die Hinweise in Kapitel 3. "Sicherheitshinweise" und in Kapitel 9. "Störungen, Ursachen und
Beseitigung" sind zu beachten!
10.1
Allgemeine Wartungsangaben
Alle Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sind sorgfältig und nur von qualifiziertem Personal (siehe
"Qualifiziertes Personal" auf Seite 3 dieser Anleitung) durchzuführen.
Für alle Arbeiten in Punkt 10.2 gilt:
GEFAHR
Lebensgefahr durch eingeschaltete Anlage
Zur Durchführung von Wartungs- und/oder Instandsetzungsarbeiten muß das Getriebe grundsätzlich
stillgesetzt werden.
Das Antriebsaggregat muss gegen unbeabsichtigtes Inbetriebnehmen gesichert werden. An der
Einschaltstelle ist ein Hinweisschild anzubringen, aus dem hervorgeht, daß an dem Getriebe
gearbeitet wird.
Die in Tabelle 30 angegebenen Fristen sind weitgehend von den Einsatzbedingungen des Getriebes
abhängig. Deshalb können hier nur mittlere Fristen angegeben werden. Diese beziehen sich auf
folgende Werte:
tägliche Betriebszeit von
24 h
Einschaltdauer "ED" von
100 %
Antriebsdrehzahl von
1500 1/min
mittlere Öltemperatur von
80 °C
maximale Öltemperatur von
90 °C (gilt für Mineralöl)
maximale Öltemperatur von
100 °C (gilt für Synthetiköl)
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Nichteinhaltung der angegebene Fristen für Wartungs- und
Instandsetzungsarbeiten möglich.
Der Betreiber hat die Einhaltung der in Tabelle 30 angegebenen Fristen sicherzustellen. Dies gilt auch,
wenn die Wartungsarbeiten in interne Wartungspläne des Betreibers aufgenommen werden.
Tabelle 30: Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten
Fristen
Maßnahmen
Öltemperatur kontrollieren
täglich
Getriebegeräusch auf
Veränderungen kontrollieren
täglich
Ölstand kontrollieren
monatlich
Bemerkungen
– Mitte Ölschauglas
– Mitte zwischen den
Markierungen am
Ölstandsanzeiger
– Mitte zwischen den
Markierungen am
Ölmeßstab
Vergleich der Schwingungswerte
der Lagerüberwachung mit
Anfangswerten (Normwerten) bei
Inbetriebnahme
alle 3000 Betriebsstunden
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Siehe Punkt 7.3.7.
Maßnahmen
Fristen
Bemerkungen
Getriebe auf Dichtheit kontrollieren
monatlich
Öl auf Wassergehalt untersuchen
erstmalig nach
ca. 400 Betriebsstunden, dann
mindestens einmal im Jahr
Siehe Punkt 10.2.1.
Ersten Ölwechsel durchführen
ca. 400 Betriebsstunden nach
Inbetriebnahme 1) oder gemäß den
Ergebnissen der Ölprobenprüfung
Siehe Punkt 10.2.2.
Weitere Ölwechsel durchführen
Siehe Punkt 10.2.2.
bei Verwendung von Mineralöl
alle 10 000 Betriebsstunden,
mindestens alle 24Monate
bei Verwendung von
synthetischen Ölen auf PG- oder
PAO-Basis und synthetischen
Estern
alle 20 000 Betriebsstunden,
mindestens alle 48 Monate oder
gemäß den Ergebnissen der
Ölprobenprüfung
Grobfilter reinigen.
alle 3 Monate
Siehe Punkt 10.2.3.
Naßluftfilter wechseln
nach Bedarf
Siehe Punkt 10.2.4.
Luftfilter reinigen
alle 3 Monate
Siehe Punkt 10.2.5.
Lüfter und Getriebe reinigen
nach Bedarf,
mindestens alle 2 Jahre
Siehe Punkt 10.2.10.
Fett bei Taconite‐Dichtungen
nachpressen
alle 3000 Betriebsstunden,
mindestens alle 6 Monate
Siehe Punkt 10.2.11.
Fett bei Tacolab‐Dichtungen
nachpressen.
alle 3000 Betriebsstunden,
mindestens alle 6 Monate
Siehe Punkt 10.2.12
Kühlschlange kontrollieren
alle 2 Jahre
Siehe Punkt 10.2.13.
Schlauchleitungen prüfen
jährlich
Siehe Punkt 10.2.14.
Schlauchleitungen wechseln
6 Jahre nach dem aufgedruckten
Herstelldatum
Siehe Punkt 10.2.14.
Befestigungsschrauben auf festen
Sitz kontrollieren
nach dem ersten Ölwechsel,
dann alle 2 Jahre
Siehe Punkt 6.23.
Schrumpfscheibe kontrollieren
alle 12 Monate
Siehe Herstellerangaben.
Luft‐Ölkühler auf Zustand
kontrollieren.
mindestens alle 2 Jahre
Siehe Punkt 10.2.6.
Wasser‐Ölkühler auf Zustand
kontrollieren.
mindestens alle 2 Jahre
Siehe Punkt 10.2.7.
Reibbeläge der
drehmomentbegrenzenden
Rücklaufsperre kontrollieren.
alle 12 Monate
Siehe Punkt 10.2.8.
Hilfsantrieb kontrollieren.
alle 3 Monate
Siehe Punkt 5.17.
Drehzahlüberwachung für
Hilfsantrieb kontrollieren
alle 3 Monate
Siehe Punkt 5.17.1
Getriebedurchsicht vornehmen
alle 2 Jahre
Siehe Punkt 10.4.
1)
Bei Getrieben, die mit Öl befüllt ausgeliefert werden (z. B. Hilfsgetriebe), gilt die Frist für den ersten
Ölwechsel ab Datum der Auslieferung.
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10.1.1 Allgemeine Ölgebrauchsdauern
Folgende Gebrauchsdauern bei 80 °C mittlerer Öltemperatur im Getriebe ohne wesentliche
Veränderungen der Ölqualitäten werden von den Ölherstellern als Erwartungswerte angegeben:
─ für Mineralöle 10 000 Betriebsstunden, maximal 2 Jahre.
─ für Synthetiköle 20 000 Betriebsstunden maximal 4 Jahre.
Hinweis
Die tatsächlichen Gebrauchsdauern können davon abweichen. Hier gilt die Faustregel, daß eine
Temperaturerhöhung um 10 K die Gebrauchsdauer in etwa halbiert und eine Temperaturverringerung
um 10 K die Gebrauchsdauer in etwa verdoppelt.
10.2
Beschreibung der Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten
10.2.1 Öl auf Wassergehalt untersuchen; Erstellung von Ölanalysen
Nähere Informationen zum Untersuchen des Öls auf Wassergehalt oder zu der Erstellung von
Ölanalysen stehen in der BA 7300 (Link ins Internet, siehe Umschlag hinten) und erhalten Sie von Ihrem
Schmierstoff‐Hersteller oder vom Kundendienst von Siemens.
10.2.2 Ölwechsel durchführen
Alternativ zu den in Tabelle 30 (siehe Punkt 10.1) angegebenen Ölwechselintervallen besteht die
Möglichkeit, regelmäßig alle 4 Wochen eine Ölprobe von dem Technischen Dienst der jeweils
zuständigen Ölgesellschaft untersuchen und zur weiteren Verwendung freigegeben zu lassen.
Bei bestätigter Weiterverwendbarkeit ist kein Ölwechsel erforderlich.
Hinweis
Beachten Sie bitte die separat beigefügte Betriebsanleitung BA 7300 und die Hinweise in Punkt 7.1.
•
Das Ablassen des Öls sollte bei warmem Getriebe unmittelbar nach dem Stillsetzen erfolgen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch mangelhafte Schmierung auf Grund gemischter Öle möglich.
Beim Ölwechsel ist das Getriebe grundsätzlich mit der vorher verwendeten Ölsorte zu füllen.
Ein Mischen von Ölen verschiedener Sorten und/oder Hersteller ist nicht zulässig. Insbesondere
dürfen synthetische Öle auf Polyglykolbasis nicht mit synthetischen Ölen auf PAO-Basis oder mit
Mineralölen gemischt werden. Bei der Umstellung auf eine andere Ölsorte und/oder auf Ol eines
anderen Herstellers muß das Getriebe mit der neuen Ölsorte gespült werden.
Ein Spülen ist nicht erforderlich, wenn die Verträglichkeit des neuen Betriebsöles mit dem alten
Betriebsöl in jeder Hinsicht sichergestellt ist. Die Verträglichkeit muß vom Öllieferanten bestätigt
werden.
Siemens empfiehlt bei einer Ölumstellung grundsätzlich, das Getriebe mit der neuen Betriebsölsorte
zu spülen.
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Hinweis
Beim Ölwechsel müssen das Gehäuse und die Ölversorgungsanlage (falls vorhanden) durch
Ölspülung gründlich vom Ölschlamm, Abrieb und alten Ölresten gereinigt werden. Hierzu ist dieselbe
Ölsorte zu verwenden, die auch zum Betrieb des Getriebes genutzt wird. Zähflüssige Öle sind vorher
mit geeigneten Mitteln zu erwärmen. Erst wenn die gesamten Rückstände entfernt sind, darf das
frische Betriebsöl eingefüllt werden.
•
Vorhandene Verschmutzung am Getriebe entfernen.
•
Unter die Ölablaßstelle des Getriebegehäuses, der Überholkupplung und/oder Rücklaufsperre ein
geeignetes Auffanggefäß stellen.
•
Verschlußschraube oder Naßluftfilter (1) entfernen (siehe Bild 64 in Punkt 7.1.3).
Hinweis
Die genaue Lage der Öleinfüllstelle ist den Zeichnungen in der auftragsabhängigen Dokumentation
zu entnehmen.
•
Ölablaßschrauben herausschrauben und/oder Ölablaßhahn öffnen und das Öl in das Gefäß
ablassen.
•
Das Öl aus der Ölversorgungsanlage ablassen (siehe Betriebsanleitung der Ölversorgungsanlage).
VORSICHT
Verbrühungsgefahr
Verletzung durch austretendes heißes Öl.
Geeignete Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzkleidung tragen.
Vorbeifließendes Öl sofort mit Ölbindemittel beseitigen.
Hinweis
Zustand des Dichtringes kontrollieren (der Dichtring ist auf die Ölablaßschraube aufvulkanisiert). Falls
erforderlich, eine neue Ölablaßschraube verwenden.
•
Ölablaßschrauben einschrauben und/oder Ölablaßhahn schließen.
•
Ölfilter im Ölkühlsystem reinigen (siehe Betriebsanleitung der Ölversorgungsanlage).
•
Grobfilter im Ölkühlsystem reinigen (siehe Punkt 10.2.3)
•
Luftfilter reinigen (siehe Punkt 10.2.5) oder Naßluftfilter wechseln (siehe Punkt 10.2.4).
•
Getriebe mit frischem Öl befüllen (siehe Punkt 7.1.3).
•
Verschlußschraube oder Naßluftfilter (1) wieder einschrauben. Es wird empfohlen, den Dichtring zu
wechseln.
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10.2.3 Grobfilter reinigen
•
Grobfilter kontrollieren.
•
Entleerungsstopfen lösen.
•
Sieb herausziehen und Schmutzteilchen entfernen.
•
Defekte Siebe und Dichtungsringe austauschen.
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung des Grobfilters ist die Betriebsanleitung des Grobfilters zu beachten.
Technische Daten sind dem Datenblatt und/oder der Geräteliste zu entnehmen.
10.2.4 Naßluftfilter wechseln
Der Naßluftfilter hat einen mit "Silicagel" gefüllten Behälter. Die vom "Silicagel" absorbierte
Luftfeuchtigkeit ändert die Farbe des Gels von "blau" nach "rosa" (sichtbar durch den transparenten
Behälter). Erst bei komplett rosafarbenem "Silicagel" ist ein Wechseln des kompletten Naßluftfilters
notwendig.
•
Naßluftfilter herausschrauben und durch neuen Filter ersetzen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Naßluftfilters möglich.
Vor Inbetriebnahme des Naßluftfilters müssen 2 der 8 verschlossenen Bohrungen an der Unterseite
geöffnet werden.
10.2.5 Luftfilter reinigen
Hinweis
Für die Reinigung des Luftfilters gilt eine Frist von 3 Monaten.
Bei Ablagerung einer Staubschicht ist der Luftfilter auch schon vor Ablauf der Frist von 3 Monaten zu
reinigen.
•
Luftfilter mit Reduzierschraube herausschrauben.
•
Luftfilter mit geeignetem Reinigungsmittel auswaschen.
•
Luftfilter trocknen und/oder mit Druckluft ausblasen.
WARNUNG
Verletzungsgefahr der Augen durch Druckluft
Wasserreste und/oder Schmutzpartikel können die Augen verletzen.
Geeignete Schutzbrille tragen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch eindringende Fremdkörper möglich.
Das Eindringen von Fremdkörpern in das Getriebe muss verhindert werden.
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10.2.6 Luft‐Ölkühler kontrollieren
•
Die Hinweise gemäß Punkt 5.9.3 und 10.1 sind zu beachten!
•
Absperrventile in den Kühlmittelzufluß- und abflußleitungen schließen.
•
Verschmutzung an dem Kühlerblock entfernen.
•
Verschraubungen auf Zustand kontrollieren, falls erforderlich auswechseln.
10.2.7 Wasser‐Ölkühler kontrollieren
•
Die Hinweise gemäß Punkt 5.9.4 und 10.1 sind zu beachten!
•
Absperrventile in den Kühlmittelzufluß‐ und ‐abflußleitungen schließen.
•
Kühler auf Undichtigkeiten der wasserführenden Leitungen prüfen.
•
Verschraubungen auf Zustand kontrollieren, falls erforderlich auswechseln.
10.2.8 Reibbeläge der drehmomentbegrenzenden Rücklaufsperre kontrollieren
Hinweis
Die Rücklaufsperre arbeitet in der Regel verschleißfrei. Vorbeugend muß das Maß "xmin." nach jedem
Lösevorgang (nur Typ FXRT) und danach alle 12 Monate überprüft werden.
Hinweis
Die Hinweise in Punkt 5.8.1 sind zu beachten.
10.2.9 Hilfsantrieb kontrollieren
Hinweis
Die Hinweise in Punkt 5.17 sind zu beachten.
Für den Betrieb und die Wartung ist die separate Betriebsanleitung des Hilfsgetriebes zu beachten.
10.2.10 Lüfter und Getriebe reinigen
•
Die Hinweise in Punkt 5.9.1 sind zu beachten!
•
Luftleithaube demontieren und Schrauben für die spätere Montage sicher verwahren.
•
Lüfterrad, Luftleithaube und Schutzgitter mit hartem Pinsel von anhaftender Verschmutzung
befreien.
•
Vorhandene Korrosionsstellen beseitigen.
•
Luftleithaube und Schutzgitter mit Befestigungsschrauben wieder montieren.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch mangelnde Kühlung auf Grund eines verschmutzten oder
beschädigten Lüfters und/oder Beschädigung des Getriebes durch eindringende Feuchtigkeit.
Die korrekte Befestigung der Luftleithaube ist sicherzustellen. Der Lüfter darf die Luftleithaube nicht
berühren.
Um Staubablagerungen auf dem Getriebe zu vermeiden, ist die Reinigung den betrieblichen
Gegebenheiten anzupassen.
Die Reinigung des Getriebes mit einem Hochdruckreinigungsgerät ist nicht zulässig.
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10.2.11 Fett bei Taconite‐Dichtungen nachpressen
•
An den Schmierstellen der Taconite‐Dichtung sind je Schmierstelle 30 g lithiumverseiftes
Wälzlagerfett mit mineralischem oder PAO-Grundöl einer NGL-Klasse 2 oder 3 nachzupressen
(siehe auch Tabelle H in dem Dokument "T 7300" - Link ins Internet, siehe Umschlag hinten). Die
Schmierstellen sind mit Schmiernippeln versehen.
Hinweis
Die genaue Bezeichnung der Schmiernippel ist den Zeichnungen in der Getriebedokumentation zu
entnehmen.
VORSICHT
Gefahr des Ausrutschens
Gefahr auf ausgetretenem Fett auszurutschen.
Ausgetretenes Altfett sofort entfernen und entsorgen.
10.2.12 Fett bei Tacolab‐Dichtungen nachpressen
•
An den Schmierstellen der Tacolab‐Dichtung sind je Schmierstelle 30 g lithiumverseiftes
Wälzlagerfett mit mineralischem oder PAO-Grundöl einer NGL-Klasse 2 oder 3 nachzupressen
(siehe auch Tabelle H in dem Dokument "T 7300" - Link ins Internet, siehe Umschlag hinten). Die
Schmierstellen sind mit Schmiernippeln versehen.
Hinweis
Die genaue Bezeichnung der Schmiernippel ist den Zeichnungen in der Getriebedokumentation zu
entnehmen.
VORSICHT
Gefahr des Ausrutschens
Gefahr auf ausgetretenem Fett auszurutschen.
Ausgetretenes Altfett sofort entfernen und entsorgen.
10.2.13 Kühlschlange kontrollieren
•
Kühlwasserzufuhr absperren.
•
Kühlwasserzu- und -abflußleitungen von der Kühlschlange trennen.
•
Innenwand der Kühlschlange auf Ablagerungen prüfen.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch Überhitzung möglich.
Bei einer stärkeren Verschmutzung der Kühlschlange ist eine gesicherte Wärmeabfuhr des Getriebes
nicht mehr gewährleistet. In einem solchen Fall ist das Innere der Kühlschlange einer chemischen
Reinigung zu unterziehen oder ist die Kühlschlange durch eine neue zu ersetzen.
Sollten sich an der Innenwand der Kühlschlange stärkere Ablagerungen festgesetzt haben, so ist eine
Analyse des Kühlwassers und/oder der Ablagerungen erforderlich. Diese Analysen werden von
Spezialfirmen für chemische Reinigungen angeboten. Von diesen Firmen werden auch spezielle
Reinigungsmittel zur Beseitigung dieser Ablagerungen vertrieben.
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Bevor diese Reinigungsmittel verwendet werden dürfen, ist eine Überprüfung der Verträglichkeit des
Mittels mit den Materialien der Kühlschlange erforderlich (Rücksprache mit Siemens erforderlich). Zur
Verwendung der unterschiedlichen Reinigungsmittel sind die Anwendungshinweise der Hersteller zu
beachten.
VORSICHT
Verätzungsgefahr durch chemische Substanzen
Beim Umgang mit aggressiven Reinigungsmitteln besteht Verätzungsgefahr.
Herstellerhinweise für den Umgang mit Schmier- und Lösungsmitteln beachten.
Geeignete Schutzausrüstung tragen (Handschuhe, Schutzbrille).
•
Besonders stark verschmutzte Kühlschlangen sind durch neue zu ersetzen. Hierzu ist Rücksprache
mit dem Siemens‐Kundendienst erforderlich.
•
Kühlwasserzu- und -abflußleitungen wieder anschließen.
10.2.14 Schlauchleitungen prüfen
Auch bei sachgemäßer Lagerung und zulässiger Beanspruchung unterliegen Schläuche und
Schlauchleitungen einer natürlichen Alterung. Dadurch ist ihre Verwendungsdauer begrenzt.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung der Schlauchleitungen durch Überalterung oder äußere Einflüsse.
Die Verwendungsdauer der Schlauchleitungen darf 6 Jahre nicht überschreiten.
Zur Kontrolle ist das Herstelldatum auf die Schlauchleitungen aufgedruckt.
Wird bei einer Prüfung ein Mangel festgestellt, ist dieser sofort zu beseitigen.
Unter Berücksichtigung der Benutzungsbedingungen kann die Verwendungsdauer durch Zuhilfenahme
vorliegender Prüfergebnisse und Erfahrungswerte festgelegt werden.
Hinweis
Der Betreiber der Anlage hat dafür zu sorgen, daß Schlauchleitungen in angemessenen
Zeitabständen ausgewechselt werden, auch wenn keine sicherheitstechnischen Mängel an der
Schlauchleitung zu erkennen sind.
Schlauchleitungen sind vor der ersten Inbetriebnahme der Anlage und danach mindestens einmal
jährlich durch einen Sachkundigen auf ihren arbeitssicheren Zustand zu prüfen.
10.2.15 Öl nachfüllen
•
Die Hinweise in Punkt 7.1 sind zu beachten!
•
Es darf nur die vorher verwendete Ölsorte verwendet werden (siehe Punkt 10.2.2).
10.2.16 Befestigungsschrauben auf festen Sitz kontrollieren
•
Die Hinweise in Punkt 10.1 sind zu beachten!
•
Sämtliche Befestigungsschrauben auf festen Sitz kontrollieren.
Hinweis
Unbrauchbar gewordene Schrauben sind durch neue Schrauben gleicher Festigkeitsklasse und
Ausführung zu ersetzen.
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10.3
Abschließende Arbeiten
Hinweis
Für den Betrieb und die Wartung aller Komponenten sind die zugehörigen Betriebsanleitungen sowie
die Angaben zu den Komponenten in Kapitel 5. ”Technische Beschreibung” und 7. ”Inbetriebnahme”
zu beachten.
Technische Daten sind der auftragsabhängigen Dokumentation und/oder der Geräteliste zu
entnehmen.
Die Anweisungen in Punkt 6.22 sind zu beachten.
Unbrauchbar gewordene Schrauben sind durch neue Schrauben gleicher Festigkeitsklasse und
Ausführung zu ersetzen.
10.4
Getriebedurchsicht
Die Getriebedurchsicht sollte dem Siemens-Kundendienst übertragen werden, da unsere Techniker
aufgrund ihrer Erfahrungen am zuverlässigsten beurteilen können, ob und welche Teile des Getriebes
ausgetauscht werden müssen.
10.5
Schmierstoffe
Die Qualität des verwendeten Öls muß den Forderungen der separat beigefügten Betriebsanleitung
BA 7300 genügen, sonst erlischt die von Siemens gegebene Gewährleistung. Wir empfehlen dringend,
eines der in der Tabelle ”T 7300” (Link ins Internet, siehe Umschlag hinten) aufgelisteten Öle
einzusetzen, die entsprechend getestet wurden und den Anforderungen genügen.
Hinweis
Um Mißverständnissen vorzubeugen, weisen wir darauf hin, daß diese Empfehlung keine Freigabe im
Sinne einer Garantie für die Qualität des von Ihrem Lieferanten angelieferten Schmierstoffes bedeutet.
Jeder Schmierstoffhersteller muß für die Qualität seines Produktes selbst garantieren.
Angaben wie Ölsorte, Ölviskosität und benötigte Ölmenge sind dem Typenschild des Getriebes
und/oder den mitgelieferten Dokumentationsunterlagen zu entnehmen.
Die auf dem Typenschild angegebene Ölmenge ist als ungefähre Menge zu verstehen. Entscheidend
für die einzufüllende Ölmenge ist die Mitte des Ölschauglases, die Mitte zwischen der MIN- und
MAX-Markierung am Ölstandsanzeiger oder die Mitte zwischen der MIN- und MAX-Markierung am
Ölmeßstab.
Die Anleitung zur Getriebeschmierung BA 7300 und die Tabelle ”T 7300” mit den aktuellen
Schmierstoffempfehlungen der Firma Siemens kann auch im Internet eingesehen werden (siehe
Umschlag hinten).
Die dort aufgeführten Öle unterliegen ständigen Prüfungen. Unter gegebenen Umständen kann es
deshalb sein, daß die dort empfohlenen Öle zu späteren Zeitpunkten entfernt oder durch
weiterentwickelte Öle ersetzt werden.
Wir empfehlen, vor jedem Ölwechsel zu überprüfen, ob der gewählte Schmierstoff weiterhin von
Siemens freigegeben ist.
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11.
Ersatzteilhaltung, Kundendienst
11.1
Ersatzteilhaltung
Eine Bevorratung der wichtigsten Ersatz- und Verschleißteile am Aufstellungsort sichert die ständige
Einsatzbereitschaft des Getriebes.
Zur Bestellung von Ersatzteilen bedienen Sie sich bitte der Ersatzteilliste.
Zur weiteren Information dient die in der Ersatzteilliste aufgeführte Ersatzteilzeichnung.
ACHTUNG
Sachschaden
Beschädigung des Getriebes durch nicht bestimmungsgemäße Verwendung.
Nur für die von Siemens gelieferten Original-Ersatzteile übernimmt Siemens eine Gewährleistung.
Nicht Original-Ersatzteile sind nicht von Siemens geprüft und nicht freigegeben. Nicht
Original-Ersatzteile können die konstruktiv vorgegebenen Eigenschaften des Getriebes verändern
und somit zur Beeinträchtigung der aktiven und/oder passiven Sicherheit führen.
Für Schäden, die durch die Verwendung von nicht Original-Ersatzteilen entstehen, ist jedwede
Haftung und Gewährleistung seitens Siemens ausgeschlossen. Gleiches gilt für jegliches, nicht von
Siemens geliefertes Zubehör.
Bitte beachten Sie, daß für Einzelkomponenten oft besondere Fertigungs- und Lieferspezifikationen
bestehen und Siemens Ihnen Ersatzteile nach dem neuesten technischen Stand und nach den neuesten
gesetzgeberischen Vorschriften anbietet.
Bei Ersatzteil-Bestellungen sind folgende Daten anzugeben:
Auftragsnummer, Position
11.2
Bauart, Größe
Teilenummer
Stückzahl
Adressen für Ersatzteilbestellung und Kundendienst
Bei Ersatzteil-Bestellung oder Anforderung eines Kundendienstmonteurs wenden Sie sich bitte zuerst
an Siemens.
Siemens Industriegetriebe GmbH
Thierbacher Straße 24
09322 Penig
Tel.:
Fax:
+49 (0)37381 / 61-0
+49 (0)37381 / 80286
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12.
Erklärungen
12.1
Einbauerklärung
Einbauerklärung
nach Richtlinie 2006/42/EG, Anhang II 1 B
Der Hersteller Siemens Industriegetriebe GmbH, 09322 Penig, Deutschland, erklärt für die unvollständige
Maschine
Standard Industriegetriebe
FLENDER SIG
H.SH, H.HH, H.DH,H.KH, H.FH
B.SH, B.HH, B.DH, B.KH, B.FH
Größe 503 bis 514
zum Antrieb von Arbeitsmaschinen im allgemeinen Maschinenbau:
– Die speziellen technischen Unterlagen nach Anhang VII B wurden erstellt.
– Folgende grundlegende Sicherheits‐ und Gesundheitsschutzanforderungen der Richtlinie 2006/42/EG,
Anhang I, kommen zur Anwendung und werden eingehalten:
1.1.1, 1.1.2, 1.1.3, 1.1.5; 1.2.6; 1.3.1, 1.3.2, 1.3.3, 1.3.4, 1.3.6, 1.3.7, 1.3.8, 1.3.8.1; 1.4.1, 1.4.2.1;
1.5.1, 1.5.2, 1.5.4, 1.5.5, 1.5.6, 1.5.7, 1.5.8, 1.5.9, 1.5.10, 1.5.11, 1.5.13, 1.5.15; 1.6.1, 1.6.2;
1.7.1, 1.7.1.1, 1.7.2, 1.7.4, 1.7.4.1, 1.7.4.2, 1.7.4.3
– Die unvollständige Maschine darf erst dann in Betrieb genommen werden, wenn gegebenenfalls
festgestellt wurde, daß die Maschine, in die die unvollständige Maschine eingebaut werden soll, den
Bestimmungen der Richtlinie 2006/42/EG entspricht.
– Der Hersteller verpflichtet sich, einzelstaatlichen Stellen auf begründetes Verlangen die speziellen
technischen Unterlagen zu der unvollständigen Maschine in elektronischer Form zu übermitteln.
– Zur Zusammenstellung der relevanten technischen Unterlagen bevollmächtigte Person:
Jens Kiesenbauer (Leiter Product Engineering SGU)
Penig, 2012‐09‐08
Jens Kiesenbauer
(Leiter Product Engineering SGU)
Penig, 2012‐09‐08
Michael Kupke
(Leiter Business Subsegment SGU)
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Weitere Informationen
"FLENDER gear units" im Internet
www.siemens.de/getriebe
"FLENDER couplings" im Internet
www.siemens.de/kupplungen
Service & Support:
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/10803928/133300
Schmierstoffe:
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/42961591/133000
Siemens AG
Industry Sector
Mechanical Drives
Alfred-Flender-Straße 77
46395 Bocholt
DEUTSCHLAND
Änderungen vorbehalten
© Siemens AG 2012
www.siemens.de/antriebstechnik
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