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HL_2010_01_01c 17.05.10 16:49 Seite 1
Im Heft: Extra-Beilage mit Mercedes-Benz Vertriebsnetz und Ansprechpartnern für Sonderfahrzeuge
Hotline 112
Branchenspecial – Feuerwehrfahrzeuge
Mai 2010
Robuster Geländekünstler
Dank permanentem Allradantrieb erklimmt der Zetros auch die steilsten Pfade.
Messe-Auftritt
Frauenpower
Mercedes-Benz präsentiert
seine leistungsstarken
Fahrzeuge auf 2.000 m2
auf der internationalen
Messe Interschutz.
Männer und Frauen sind
bei der Brandbekämpfung
gleichermaßen gefragt und
müssen exakt dieselbe
Leistung bringen.
HL_2010_02-03_02_03 17.05.10 16:50 Seite 2
Editorial
Reinhold Leiprecht,
Leitung Verkauf
Sonderfahrzeuge
Vertrieb Deutschland.
B
ereits zum 16. Mal in 75 Jahren
richtet der „Rote Hahn“ sein Gefieder und kräht: Es ist „InterschutzZeit“. Vom 7. bis 12. Juni treffen sich in
diesem Jahr in Leipzig traditionell die
Brandbekämpfer. Die Branche präsentiert
brandneue Trends aus den Bereichen Rettungsdienst, technische Rettung und Hilfeleistung sowie Abwehr von chemischen,
biologischen und radiologischen Gefahren.
Erstmals übersteigt die Zahl der Aussteller
aus dem Ausland die der deutschen
Aussteller und unterstreicht damit eindrucksvoll die internationale Bedeutung als
Weltleitmesse.
Inhalt
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Werk Wörth. Wahlprogramm
Aufbauhersteller-News. Interessante und aktuelle Praxislösungen
Allradtraining. Langsam, aber sicher
Schlingmann auf Atego. Fest geschweißt
Magirus auf Atego. Schnörkellos funktional
Interview. Frauen in der Feuerwehr
Vario. Klein, aber oho
smart. Feuerrotes Sparmobil
Interschutz. Mekka der Feuerwehrleute
Interschutz. Parade der Rettungstechnik
Verordnung. Kaum praxisgerecht
M-Klasse. Einsatz im Wald
Actros. Die dritte Generation
Econic. Dienstleister
Axor. Kraftwagen
Atego. Löschwasserlogistik
Seenotrettung. Durch Wind und Wetter
Vito. Effizienter Wirkungsradius
E-Klasse. Schnell wie die Feuerwehr
Sprinter. Einfahrt frei halten
Zetros. Viel Feuer, wenig Straße
Signalsysteme. LED-Lichter aus Lippstadt
Wer sich einen Überblick über aktuelle
Fahrzeugtechnik in Rot machen möchte, der
ist herzlich in Halle 2, Stand A01 eingeladen.
Dort stellt Mercedes-Benz auf rund 2.000
Quadratmetern sein breites Produktspektrum vor – von A wie Atego bis Z wie Zetros.
Weitere Mercedes-Benz Fahrzeuge sind auf
dem Freigelände zu sehen. Machen Sie sich
live ein Bild, wir freuen uns auf Sie!
Es grüßt Sie herzlich
Reinhold Leiprecht
Impressum
ImpressumHelfersHelfer
Hotline 112 |2006
2010
Herausgeber
AG
Herausgeber Daimler
DaimlerChrysler
AG
Mercedes-Benz
Vertrieb Deutschland
DaimlerChrysler
D-10878
Berlin
Vertriebs
organisation
V.i.S.d.P.
PeerDeutschland
Christian Näher
Verlag
Verlag
Heinrich
Vogel
D-10878
Berlin
Fachmedien München GmbH
VerantwortlichSpringer
für
Corporate
Publishing
den Herausgeber
Claudia
Schöttle
Aschauer
Str. 30 | D–81549 München
Verlag
drivemedia
+49Springer
(0)89 20Transport
30 43-11Media
22 GmbH
Springer
Fachmedien
Neumarkter
Str. 18München GmbH
ist ein Teil der Fachverlagsgruppe
D–81664 München
Springer Science + Business Media.
2
Redakt. LeitungChristian
ThomasOrt
Maier
Chefredaktion
Redaktion
SaskiaKoch
Meier
CvD
und
Claudia
Schlussredaktion
Projektkoord. Reinhold
Matthias
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RedaktionsLeiprecht,
beirat
Alexander Kleistner, Anja Reich
Redaktions- Arndt
Reinhold
Leiprecht,
Svendsen
beirat
Arnd Bahlmann,
Svendsen
Autoren
Holger
Hans-Joachim Bielke,
Autoren
Holger
Bahlmann,
Dieter
Göllner,
Dieter
Göllner,
Gerhard
Grünig,
Gerhard
Grünig,
Martin
Heying,
Claudia
Koch,
Patrick
Neumann
Thomas Maier, Saskia Meier
Fotos
Fotos
Autoren,
Daimler
AG, MartinAG,
Heying,
Autoren,
DaimlerChrysler
Dieter
Göllner
Martin
Heying, Manfred Steib
Art Director
Director/ Dierk Naumann
Art
Layout
Dierk
Layout
ArnoNaumann
Krämer
Druck
F & W Mediencenter
Druck
F &Holzhauser
W Mediencenter
Feld 2
Holzhauser
Feld 2
D-83361 Kienberg
D-83361 Kienberg
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und
Hotline 112 erscheint
einmal
jährlich.
Alle Rechte vorelektronische
Verarbeitung
nur
mit schriftlicher
behalten. Nachdruck
und elektronische Verarbeitung
Zustimmung
des Herausgebers.
nur mit schriftlicher Zustimmung des Herausgebers.
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Werk Wörth
Wahlprogramm
Kunden möchten sich gerne vor dem Kauf davon überzeugen, welches Fahrzeug ihren
Anforderungen am besten entspricht. Dafür gibt es das Branchen-Informations-Center.
Auf rund 12.000 m2
können sich Besucher
die gesamte Flotte von
Mercedes-Benz ansehen
und bekommen obendrein
noch Tipps von Profis.
L
inks und rechts vor dem Werkstor
in Wörth stehen sauber aufgereiht
viele Mercedes-Benz Lkw. Auffällig, aber nicht gerade verwunderlich: Es
sind ausschließlich Fahrzeuge aus dem
breiten Portfolio der Marke. Atego,
Actros, auch der Econic und der neue
Haubenwagen Zetros sind vertreten;
ebenso wie eine Flotte von Transportern. Auf dem 12.000 m² großen Areal
fehlt es (fast) an nichts aus der bunten
Welt der großen Laster. Natürlich sind
auch Sonderfahrzeuge darunter. „Wir
bieten einen umfassenden Querschnitt“,
fasst Horst Schaub, Leiter des BranchenInformations-Centers (BIC) in Wörth am
Rhein, zusammen. Die Vorführfahrzeuge entstehen in Kooperation mit rund 70
namhaften Aufbauherstellern, die zum
Beispiel auch Wechselladereinrichtungen oder Ladekrane montieren.
Für den besonders beratungsintensiven Bereich der Feuerwehrfahrzeuge
gibt es im BIC ein speziell geschultes
Team, bestehend aus Kundenberatern,
Vorführfahrern und Disponenten. Eini-
ge der Vorführfahrer können gar auf
eine eigene Feuerwehrlaufbahn zurückblicken. Sie alle sind für ihre Aufgabe
bestens geschult und nehmen regelmäßig an Fortbildungen bei den führenden Aufbauherstellern teil. Sie sind
damit in der Lage, das komplette Fahrzeug zu demonstrieren. „Wir haben
ständig etwa fünf Löschfahrzeuge zur
Verfügung“, verweist Schaub auf die
breite Typenauswahl. Dazu kommen in
Absprache mit den Aufbauherstellern
noch Drehleitern oder Hubrettungsbühnen. Der hohe Fahrzeugumlauf im BIC
sorgt dafür, dass ständig aktuelle Modelle verfügbar sind. „Wir erneuern unseren Fahrzeugbestand etwa viermal im
Jahr“, erklärt Horst Schaub. Somit sind
die Fahrzeuge im Schnitt nicht älter als
drei bis sechs Monate. Natürlich kann
man Atego, Axor, Actros und Co. nicht
nur ansehen. „Wir bieten auch Vorführfahrten hier im Großraum Wörth oder
aber in unserem Offroadgelände in Ötigheim und speziell im Bereich Feuerwehr- und Kommunalfahrzeuge auch
direkt beim Kunden an“, so Schaub. Im
Kundencenter des BIC kann man sich
zudem über die Komponenten der namhaften Zulieferer informieren.
Wer sich selbst einen Eindruck vor
Ort verschaffen will, der ist von Montag
bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr herzlich eingeladen – Samstag nach Vereinbarung. Informationen gibt’s unter
www.mercedes-benz.de/bic bzw. per
Mail unter bic-support@daimler.com.
Wer selbst nach Wörth kommt, hat
zudem die Chance, das größte Lkw-Montagewerk Europas zu besichtigen. Mehr
als 20.000 Besucher jährlich nutzen diese Gelegenheit. Es lohnt sich!
a
Horst Schaub
(rechts) und sein
geschultes Team,
bestehend aus
Kundenberatern,
Vorführfahrern und
Disponenten, stehen
mit Rat und Tat zur
Seite und können das
gesamte Fahrzeug
exakt demonstrieren.
3
HL_2010_04-05_04_05 17.05.10 16:51 Seite 4
Aufbauhersteller-News
Für jede Gefahr gut gerüstet
Ein neuer Gerätewagen für Gefahrgutunfälle verstärkt seit Kurzem den Gefahrstoffzug der Freiwilligen Feuerwehr
Asperg im Landkreis Ludwigsburg. Der
Aufbau stammt von der Firma GimaexSchmitz Fire and Rescue GmbH aus
Wilnsdorf und befindet sich auf einem
Mercedes-Benz Atego 1429 mit 210 kW/
286 PS. Die umfangreiche Beladung des
Fahrzeugs ermöglicht es der Feuerwehr,
schnell Leckagen abzudichten, Dekontaminationen professionell durchzuführen
oder auch größere Mengen Gefahrstoffe
aufzufangen.
Im aktuellen Programm der Wilnsdorfer findet sich auch das Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16 OS. Der Aufbau
befindet sich auf einem Mercedes-Benz
Atego 1529 AF 4x4 mit 210 kW/286
PS. Die neunköpfige Mannschaft ist
damit in der Lage, Brände zu
bekämpfen und technische Hilfe zu
leisten. Eine Besonderheit ist die
One Seven® Druckluftschaumanlage. Mit geringstem Schaumeinsatz,
Wasser und Druckluft wird eine
hocheffiziente Brandbekämpfung
möglich. a
rote Blitzleuchte zur Kennzeichnung der
Einsatzleitung verbaut. Auf der Beifahrerseite wurde eine Gelenkarmmarkise mit
einem über eine Kurbel bedienbaren Auszug montiert. Das Fahrzeug verfügt
zudem im hinteren Bereich über zwei
ergonomisch ausgerichtete Kommunikationsarbeitsplätze, an denen Zugriff auf vier
Funkgeräte, ein Fax, drei Telefone sowie
das Internet besteht. Der hintere Raum ist
durch eine von GSF aufgebaute Dachklimaanlage und einen zusätzlichen Wär-
metauscher vollklimatisiert. Im vorderen
Bereich ist der Besprechungsraum ausgebaut. Der Fahrer- und Beifahrersitz lassen
sich drehen, sodass vier Personen am
Tisch arbeiten können.
Neben dem Zugriff auf alle vier Funkgeräte ist es auch hier möglich, zu telefonieren
oder über UMTS ins Internet zu gehen.
Das Fahrzeug ist bei der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis regelmäßig bei
Notfällen im Einsatz. a
Fahrende Leitzentrale
Der Mercedes-Benz Typ Sprinter 316
CDI ist perfekt ausgerüstet zu einem Einsatzleitwagen für alle Fälle. Die Experten
der Firma GSF Sonderfahrzeugbau
GmbH leiteten den Umbau. Seitdem verfügt der Sprinter über besondere Ausstattungsmerkmale wie eine Aufteilung in
Funk- und Besprechungsraum im Inneren.
Das Heck bietet Platz zur Aufnahme für
die feuerwehrtechnische Beladung. Weiter
wurden eine Dachklimaanlage, ein Teleskopmast für eine Mastantenne und eine
4
HL_2010_04-05_04_05 17.05.10 16:51 Seite 5
Aufbauhersteller-News
Neue Fahrzeuge in Augsburg im Dienst
Die Berufsfeuerwehr Augsburg hat im
November 2009 zwei Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF) 20/16 aus dem
Hause Rosenbauer in Betrieb genommen. Die Fahrzeuge basieren auf dem
bewährten Aufbaukonzept der Aluminium-Technologie (AT) in Spantenbauweise.
Die Augsburger ersetzen mit den beiden HLF 20/16 zwei alte Löschfahrzeuge
LF16/12 aus dem Jahr 2000.
Die Aufbauten befinden sich auf einem
Mercedes-Benz Atego 1529 4x4 mit vollautomatischem Getriebe. Zu den löschtechnischen Einrichtungen gehören neben
der Feuerlöschkreiselpumpe N30 ein
1.600 l fassender Löschwassertank sowie
ein 200-l-Schaummitteltank. Durch die
CONTI-CAFS-Schaumzumischanlage ist
ein gleichzeitiges Löschen mit nassem
und Abdecken mit trockenem Schaum
möglich. Der manuell bedienbare Wasserwerfer RM24 mit einem Durchfluss von
2.400 l/min bei 10 bar auf dem Aufbaudach ist für den mobilen Betrieb auch
absetzbar. Entsprechend den speziellen
Aufgaben der Berufsfeuerwehr wurde
zudem eine umfassende feuerwehrtechnische Beladung gewählt. Ein Hygienebrett
und ein um 360 Grad elektrisch drehbarer Lichtmast ergänzen die Ausstattung. a
38-Stunden-Dauereinsatz bestanden
Der kleine Große
Bei einem Großbrand in einem Recyclingbetrieb in Albstadt südlich von Tübingen unterstützte die Freiwillige Feuerwehr
Rottweil über 38 Stunden lang mit der
Hubrettungsbühne B32 die Löscharbeiten.
Bereits seit September 2009 ist das neue
Gerät aus dem Hause Metz Aerials im
Einsatz – doch nach diesem Härtetest hat
es sich endgültig bewährt. Die B32 der
Feuerwehr Rottweil verfügt über eine
Arbeitshöhe von 32 m. Das Fahrzeug wurde auf einem Mercedes-Benz Econic 2633
LL mit einer Nachlauflenkachse aufgebaut
und von Metz Aerials entsprechend geplant. Der aus Feinkornstahl gefertigte Hubarm
besteht aus einem zweifach
teleskopierbaren Hauptarm
und einem Korbarm. An der
Seite ist eine Rettungsleiter
montiert. An der Korbarmspitze ist der Sechs-PersonenRettungskorb mit einer Traglast von 550 kg befestigt. Er
lässt sich um 45 Grad schwen-
Enge Gassen, schmale Wege in einer
Gartenanlage, Tunnelunterführungen oder
Brücken – meist kommen große Feuerwehrfahrzeuge da nicht weiter und müssen Umwege zum Einsatzort in Kauf nehmen. Doch Zeit kann hier Leben retten
und der schnellste Weg entscheidend sein.
Deshalb verfügt die Freiwillige Feuerwehr
der Stadt Kolbermoor dank des Aufbauherstellers Josef Lentner GmbH jetzt in
ihrem Fuhrpark über einen „kleinen
Großen“ – das Löschgruppenfahrzeug (LF)
10/6 auf Basis eines Mercedes-Benz
Atego. Mit ihm ist jeder Weg, auch durch
die schmalste Unterführung, frei. Das LF
10/6 verfügt über einen zum Versenken
eingebauten pneumatischen Lichtmast
mit Powermoon-Aufsatz. Ein weiteres
Detail ist die LED-Mannschaftsraumbeleuchtung, die das Licht von Weiß auf
Grün, Rot und Gelb wechseln kann. Auch
gibt es zwei Atemschutzgeräteträgersitze
entgegen der Fahrtrichtung. Die komplette Einrichtung ist absolut einsatzorientiert
und macht den Kleinen ganz groß. a
ken und kann mit fünf Personen (450 kg)
belastet werden. Zum Schutz des Hubarmes bei der Brandbekämpfung montierte
Metz Aerials drei Wassersprühdüsen.
Weitere Besonderheiten sind zwei
Lastösen am Hubarm, eine variable
Abstützbreite, ein automatischer Terrainausgleich und Eisschuhe für die Abstützung. Die Ausrüstung umfasst u. a. zwei
Pressluftatmerhalterungen, einen 14kVAGenerator, eine Schleifkorbtrage, einen
Fognail und einen elektrisch betriebenen
2-t-Kettenzug. a
5
HL_2010_06-07_06_07 17.05.10 16:51 Seite 6
Allradtraining
Langsam, aber sicher
Wer ein Fahrzeug mit Allradantrieb auch im Gelände einsetzen will, muss damit umgehen
können. Feuerwehren lernen dies beim Mercedes-Benz Allradtraining.
T
heoretisch ist es ganz einfach. „Den
Fuß von der Bremse, nur mit der
Bremswirkung des Motors im kleinen Gang rollen lassen“, meint Manfred
Eisele, der sich im Daimler Lkw-Werk
Wörth täglich mit Feuerwehrfahrzeugen
beschäftigt. Auch an einigen Wochenenden
kommt er nicht von den roten Autos los.
Genau wie seine Kollegen aus dem Team
der Vorführfahrer, ob von Mercedes-Benz
oder den beteiligten Aufbauherstellern.
Dann tummeln sie sich vorzugsweise in
irgendwelchen Kiesgruben oder auf Truppenübungsplätzen. Nicht zum Spaß –
obwohl der gelegentlich auch mal aufkommt, etwa dann, wenn eine besondere
fahrerische Herausforderung erfolgreich
gemeistert wurde. Sondern um interessier-
ten Maschinisten der Feuerwehren zu zeigen, wie man ein schweres Löschfahrzeug
intelligent und sicher durch schwieriges
Gelände steuert. Dabei ist das Bergabfahren oft anspruchsvoller, als einen 14-Tonner einen Hügel hinaufziehen zu lassen.
„Wer meint, er müsse die Fuhre talwärts
mit der Betriebsbremse verlangsamen,
kann eine böse Überraschung erleben“,
Immer mehr Maschinisten
möchten die Grenzen im
Allradtraining kennenlernen:
Die Nachfragen sind immens.
6
HL_2010_06-07_06_07 17.05.10 16:51 Seite 7
Allradtraining
Auf und nieder: Die „Maschinisten“ lernen sämtliche Facetten des Allradtrainings kennen.
weiß der erfahrene Instruktor Eisele. Das
moderne Motormanagement in einem Atego ist bestens gerüstet, genau zu erkennen,
wie viel Drehzahl und Geschwindigkeit
gerade angepasst sind für die schwierige
Abfahrt. „Es kostet die meisten am Anfang
etwas Überwindung, mit beiden Füßen auf
dem Bodenblech den Hügel hinunterzufahren“, schmunzelt Eisele. Doch die Erfahrungen, die hinter dem Lenkrad des Löschgruppenfahrzeugs LF 20/16 auf dem allradgetriebenen Atego-Chassis gemacht
wurden, lassen alle Skeptiker verstummen.
Denn das ist das Entscheidende bei den
jeweils ganztägigen Veranstaltungen, die
mehrfach im Jahr in verschiedenen Regionen des Landes stattfinden: Alle Feuerwehrleute – die entsprechende Fahrerlaubnis vorausgesetzt – können sich selbst hinters Lenkrad setzen. Ob mahlender Sand
oder von Kettenfahrzeugen zerfurchter
Waldboden – mit permanentem Allradantrieb und unter selektiver Nutzung der Differenzialsperren lernen die Maschinisten,
dass im Einsatz vor allem eines zählt:
sicher ankommen.
Das nötige theoretische Rüstzeug erhalten sie vorab in einer ausführlichen Schulung. Profis aus dem Herstellerwerk erläutern die Technik und geben wertvolle Tipps
für das Fahren im Gelände. Und was ist das
Schönste am Feuerwehr-Allradtraining?
Manfred Eisele und Arnd Svendsen müssen nicht lange überlegen: „Zufriedene
Gesichter bei den Teilnehmern!“ Die werden immer mehr, die hohe Nachfrage
bestätigt es. Auch in diesem Jahr. Das Feuerwehr-Allradtraining von Mercedes-Benz
ist eine Erfolgsgeschichte. a
Keine Schönwetterfahrten
Kurz nach dem Anrollen vom Scheitelpunkt des Hügels greift die Motorbremse,
der Fahrer konzentriert sich voll aufs Lenken und ist allenfalls von den gegen die
Kabine schlagenden Zweigen der eng am
Wegesrand stehenden Bäume abgelenkt.
Doch das ist durchaus Programm. Denn im
Einsatz wird das Material auch nicht
geschont. „Wir haben schon viele Jahre
Erfahrung mit unserem Feuerwehr-Allradtraining“, erläutert Arnd Svendsen,
beim Mercedes-Benz Vertrieb in Berlin
zuständig für den deutschen FeuerwehrMarkt. „Wir wissen also, worauf es
ankommt. Schönwettervorführungen, bei
denen Testfahrer große Staubwolken aufwirbeln, helfen den Einsatzkräften wenig.“
Patientengerecht retten
Mercedes-Benz gibt Leitfäden für Rettungsdienste mit genauen Anleitungen zur
patientengerechten Rettung heraus. Aktuelle Baureihen bis zurück zum Produktionsstart stehen unter www.mercedes-benz.de/rettungsleitfaden zur Verfügung.
Das entsprechende Rüstzeug zur Rettung bekommen die Feuerwehrleute in
Praxistrainings für Rettungsdienste vermittelt. Dort können die Helfer proben,
wie man umsichtig arbeitet und
strukturiert im Einsatz vorgeht. Im
Mittelpunkt des Trainings stehen
üben und Erfahrungen sammeln.
Wer Interesse hat, der kann sich
bei Gert Hoffmann per Mail unter
gert.hoffmann@daimler.com für
die nächste Veranstaltung am
24. September 2010 anmelden.
7
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18.05.2010
14:26 Uhr
Seite 8
Atego
Fest geschweißt
Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16 ist ein Allrounder, der bei fast jeder Feuerwehr zu
finden ist und oftmals als sogenannter „Erstangreifer“ zum Einsatz kommt.
Die Konstrukteure sehen im Edelstahlgerippe mit Alubeblechung Vorteile –
vor allem hinsichtlich Festigkeit und
Langlebigkeit.
D
as HLF 20/16 ist der Stückzahlträger schlechthin. 300 Stück
wurden im letzten Jahr bundesweit beschafft – bei Schlingmann ein
Großteil davon auf Mercedes-Benz Atego
Fahrgestellen mit Allradausführung. Der
Atego punktet dabei mehrfach: durch technische Vorzüge, wie die bis zu 10,5 t
belastbare Hinterachse, aber auch durch
die Kommunikation mit kompetenten und
spezialisierten Service- als auch Vertriebsmitarbeitern.
Ob Allrad- oder Straßenversion, ob mit
3.860 mm oder 4.160 mm Radstand – der
selbsttragende Aufbau ist bei Schlingmann stets ein geschweißtes Edelstahlgerippe mit Aluminium-Beblechung. Im
Gesamtgewicht gibt es dadurch keine
Einschränkungen zur reinen Aluminiumbauweise, die erforderliche Festigkeit ist
gegeben. Die Schlingmann-Konstrukteure
sehen im QuadraVA-Edelstahlaufbau in
Tiefbauweise auch die langlebigere Wahl.
Für die Feuerwehr ergibt sich die
gewohnte Variabilität: U-Profile mit Mikroverzahnung ermöglichen den frei wählbaren Einbau von Schubladen, Schränken
8
und weiteren Elementen. Der Aufbau ist
dabei einer steten Evolution unterworfen,
bestimmt durch die jeweiligen Wünsche
und Anforderungen.
So finden neue Ausrüst- und Löschtechniken steten Eingang in die Planung. Die
Edelstahlkonstruktion des Aufbaus ermöglicht zudem, den Wassertank auch direkt
in die Konstruktion zu integrieren. Die
Schlingmann-Tank-Technologie
(STT)
erlaubt beim HLF 20/16 ein Tankvolumen
von bis zu 3.600 l. Dazu gehört natürlich
eine Kreiselpumpe, die dem HLF 20/16
den Namen gibt: 2.000 l/min bei konstanten 10 bar Druck.
Die Stabilitätsphilosophie findet auch
in der Konstruktion der Fahrerkabine Eingang: Im gleichbleibenden metallurgischen Verbund wird das Fahrerhaus im
typischen Atego Design verlängert. Für
den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Neufahrn, Ludwig Zellmer, ein
wichtiger Punkt: „Ich schätze die
geschweißte Stahlkonstruktion und volle
Kommunikationsfreiheit in der Mannschaftskabine.“ Zellmer spielt hier auf die
Durchgängigkeit der in sich geschlossenen
Mannschaftskabine an, die im Gegensatz
zu in den Aufbau integrierten Mannschaftskabinen auch die Verwindung von
Aufbau und Fahrgestell zulässt. a
„HLF 20/16; Schlingmann auf Atego Fahrgestell“
Technische Richtlinien:
Besatzung:
Mannschaftsraum:
Aufbau:
Aufbauart:
Löschwassertankinhalt:
Feuerlöschkreiselpumpe:
Schaummitteltank:
Lichtmast:
Seilwinde:
Generator fest eingebaut:
Schaltschrankfesteinbau:
DIN EN 1846 + DIN 14 530, Teil 11
1+8, Gruppe
2-schalige Sicherheits-Fahrgastzelle (SMK)
QuadraVA-Ausführung Edelstahl-AluminiumVerbundbauweise
tiefgezogene Bauweise
1.600-3.600 l
Schlingmann S2000; FPN 10-2000 EN 1028;
2.000 l/min bei 10 bar
möglich
Lichtpunkthöhe 5,5 m
möglich
möglich
möglich
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18.05.2010
14:26 Uhr
Seite 9
Atego
Schnörkellos funktional
Das HLF 20/16 ist der wohl geradlinigste Vertreter der Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge:
Technik ist Selbstzweck, die Funktionalität im Einsatzalltag steht klar im Vordergrund.
Eloxierte Aluminiumprofile finden ausschließlich für den Aufbau Verwendung.
B
eim Aufbauprofi Magirus trägt
man diesem Umstand mit dem
Aufbau AluFire3 Rechnung. Wie
der Name schon sagt, setzt der Erfinder
des Aluminiumaufbaus auch weiterhin auf
diesen Werkstoff. Im Aufbau finden ausschließlich eloxierte Aluminiumprofile
Verwendung. Korrosionen wie das
bekannte weißliche Aufblühen des Aluminiums, vor allem bei Streusalzkontakt,
sind durch die Eloxierung gebannt.
Der AluFire3-Aufbau ist extrem leicht
und nach Einschätzung der Magirus-Ingenieure für langfristig hohe Belastungen
ausgelegt. Klare Funktionalität herrscht
auch bei der modular aufgebauten Hardund Software des AluFire3. Dieses Modulsystem erlaubt die Realisation unterschiedlichster Anforderungen. Ebenfalls
interessant für viele Feuerwehren: Es gibt
ein einheitliches System über alle Fahr-
ger Optik. Die Freiwillige Feuerwehr
Idar-Oberstein setzt auf diese Ergonomie.
Hinzu kommen die guten Erfahrungen,
die man mit den variablen Aluminiumaufbauten gemacht hat. Zuverlässigkeit
und guter Service sprechen auch für das
Mercedes-Benz Fahrgestell unter dem
AluFire3: der Atego 1329. Aufgelastet auf
13,5 t, hat er mit 286 PS/210 kw genau die
Leistung, die ein schnelles Anziehen und
Fortkommen ermöglichen. Die Schnittstellen zwischen Fahrgestell und Aufbautechnik arbeiten problemlos zusammen.
„Bei uns gilt für Aufbau und Fahrgestell:
Beide Systeme arbeiten zuverlässig, sollten mal Probleme auftauchen, so werden
diese zeitnah und unkompliziert behoben“, lobt der Wehrführer der FFW IdarOberstein Kurt Reiner Weyand. a
zeugtypen und -konfigurationen hinweg.
Auch die Steuerelektronik
des AluFire 3 folgt den Anforderungen der einfachen
Bedienbarkeit. Das speziell
für den Feuerwehreinsatz
konzipierte Human Machine
Interface (HMI) im Fahrerhaus wie auch an der Kreiselpumpe ermöglicht die intuitive Bedienung der Can-Bus
gesteuerten Bordelektronik.
Die wichtigsten Grundfunktionen sind direkt über sogenannte diskrete Bedientasten
ansteuerbar, die sich unverändert dort befinden, wo zuvor
die entsprechen- den analogen
Schalter waren. Ebenso basiert Die Freiwillige Feuerwehr in Idar-Oberstein hat mit dem Atego
das Displaydesign auf analo- gute Erfahrungen gemacht und schätzt dessen Ergonomie.
9
HL_2010_10-11_10_11 17.05.10 16:52 Seite 10
Interview
Feuer brennt für alle gleich
Frauen in der Feuerwehr? Das ist bereits Routine, weiß Hans-Peter Kröger, Präsident
des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). „Hotline 112“ spricht mit ihm über Ziele,
Erfolge und Aussichten des Projekts „Mädchen und Frauen in der Feuerwehr“.
a
Hotline 112: : Herr Kröger, wie haben Sie
die Initiative vorbereitet?
Hans-Peter Kröger: Den Anfang machte
eine Studie: Darin befragten Wissenschaftlerinnen Feuerwehrfrauen, wie man
den Einstieg in die aktive Feuerwehrtätigkeit am besten gestalten kann. Die somit
gewonnenen und hilfreichen Leitlinien
waren die Grundlage für das Praxisprojekt, das im September 2005 startete.
a
Hotline 112: Woran hat es denn
bislang gehapert?
Kröger: In vielen Feuerwehren funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Frauen und Männern reibungslos. Manchmal
dauert es auch ein
wenig, bis sich möglicherweise vorhandenes Misstrauen in Vertrauen umwandeln kann.
Auch der Abbau frauendiskriminierender Einstellungen funktioniert nicht
von heute auf morgen. Aktive Förderung und Anerkennung statt passiver Toleranz
sind gefordert: Dinge, die
sich erst einschleifen müssen, auch organisatorisch.
a
Hotline 112: Inwiefern
organisatorisch?
Kröger: Nehmen wir beispielsweise
eine Mutter, die gerne mehr zum Feuerwehrdienst kommen möchte, aber durch
ihre Kinder eingeschränkt ist. Eine aktive
Förderung besteht somit darin, sich mit
10
ihr zusammenzusetzen und zu überlegen,
wann und wie, z.B. durch Kinderbetreuung, ein stärkerer Einsatz machbar wäre.
Zur besseren Integration von Frauen wurden im Forschungsprojekt insgesamt
zwölf Leitlinien entwickelt. Diese helfen
Feuerwehren nicht nur bei der Integration von Frauen, sondern auch von Mitgliedern anderer unterrepräsentierter Bevölkerungsgruppen.
a
Hotline 112: Gibt es bei der Feuerwehr
generell Nachwuchssorgen?
Kröger: Der demographische Wandel
sorgt leider dafür, dass besonders in strukturschwachen Gebieten das Ehrenamt
etwas zu kurz kommt, auch wenn die
Jugendfeuerwehren dort sehr aktiv sind.
Hier sind Männer und Frauen gleichermaßen gefragt, um die Leistungsfähigkeit des Brand- und
des Katastrophenschutzes auf
Dauer zu gewährleisten.
a
Hotline 112: Sind Frauen
dann nur quasi Lückenfüller
angesichts dieser Entwicklung?
Kröger: Nein! Wer die Frauen nicht in die Feuerwehr
lässt, spielt mit der Hälfte
des Teams auf der Ersatzbank. Wenn ich das Potenzial
einer Bevölkerungshälfte nicht
schätze und mich ihr nicht widme,
dann lasse ich mit Sicherheit viele
Talente am Spielfeldrand stehen. Diese
Einstellung kann sich die moderne Feuerwehr heute nicht mehr erlauben.
a
Hotline 112: Wie teilen sich die
Frauen quantitativ auf die unterschiedlichen Feuerwehren auf?
Kröger: Bei den Freiwilligen Feuerwehren ist der Anteil erheblich größer als bei
den Berufsfeuerwehren. Für eine Karriere in der Berufsfeuerwehr wird häufig
HL_2010_10-11_10_11 17.05.10 16:52 Seite 11
Interview
a Hotline
Frauen und Männer genießen in der Ausbildung dieselben Inhalte und sind so auf Augenhöhe.
eine handwerkliche Ausbildung – wie
Schreiner, Tischler, Maurer, also ein typischer Männerberuf – vorausgesetzt. Aktuell haben aber auch Bewerberinnen und
Bewerber mit anderen Ausbildungen, also
beispielsweise Optiker oder Verwaltungsangestellte, größere Chancen auf Einstellung.
a Hotline 112: Ist die Ausbildung für Frauen und Männer identisch?
Kröger: Absolut. Im Ernstfall muss
„Mann“ sich auf „Frau“ verlassen können – natürlich auch umgekehrt. Das Feuer brennt schließlich für alle gleich heiß.
a Hotline 112: Wie groß ist der Frauenanteil momentan bei den Freiwilligen Feuerwehren?
Kröger: In den letzten fünf Jahren konnten wir bei den Freiwilligen Feuerwehren
10.000 Frauen hinzugewinnen, das entspricht einem Anteil von rund acht Prozent. Dabei variieren die Anteile in den
Bundesländern sehr stark: Prozentualer
Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt mit
einem Frauenanteil von 14 Prozent.
a
Hotline 112: Wie wird die Privatsphäre
von Frauen und Männern gewährleistet?
Kröger: Wir empfehlen getrennte Umkleiden und Sanitärräume. Bei manchen Freiwilligen Feuerwehren ist dies nicht, wie
bei Berufsfeuerwehren, praktikabel, weil
die Räumlichkeiten dies nicht zulassen.
Dieser angebliche Mangel ist kein Grund,
den Frauen den Zugang zu verwehren.
a Hotline 112: An wen können sich die
Feuerwehrfrauen bei Problemen wenden?
Kröger: Dafür stehen Frauensprecherinnen mit Rat und Tat zur Seite. Zusätzlich
gibt es in vielen Kommunen Frauenbeauftragte. Mitunter ist es sehr hilfreich, wenn
Frauen sich untereinander austauschen
können, da vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht wurden.
112: Welche Erfahrungen haben
Sie mit dem Projekt bislang gemacht?
Kröger: In Deutschland hatten wir in der
Mehrzahl positive Rückmeldungen erhalten. Mein Dank gilt auch der sehr guten
Vorbereitung durch die Wissenschaftlerinnen und der Unterstützung aus der
Politik, ohne die ein solch maßgeschneidertes bundesweites Projekt nicht möglich
gewesen wäre. Auch im europäischen Ausland ist man sehr interessiert an unserem
Konzept. Somit hat der Stein, der bereits
zu rollen begann, noch mehr Fahrt aufgenommen. a
a Hotline 112: Wie schätzen Sie die weitere
personelle Entwicklung bei den Feuerwehren ein?
Kröger: Dadurch, dass vor allem mehr
Feuerwehrmänner als -frauen die Altersgrenze erreichen, wird der Frauenanteil
zwangsläufig ansteigen. Hinzu kommen
verstärkte Übertritte von Mädchen aus der
Jugendfeuerwehr – hier liegt der Anteil
bei fast einem Viertel.
Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen
Feuerwehrverbandes DFV.
Praxisprojekt „Frauen in der Feuerwehr“
Schon seit geraumer Zeit verfolgt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) das
Ziel, Frauen und Männern in der Feuerwehr die gleichen Chancen einzuräumen. Mädchen und Frauen sollen verstärkt für bürgerliches Engagement
begeistert werden. Langfristig ist geplant, die Leistungsfähigkeit des Brandund Katastrophenschutzes, auch angesichts des demographischen Wandels,
sicherzustellen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend unterstützte das Forschungs- und Praxisprojekt „Mädchen und
Frauen in der Feuerwehr“ im Zeitraum von 2005 bis einschließlich 2008. Der
Schwerpunkt lag dabei auf dem Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren. Aber auch in den Berufsfeuerwehren rücken Frauen nach. Weitere
Informationen gibt es online unter www.frauen-am-zug.de.
11
HL_2010_12-13_12_13 17.05.10 16:52 Seite 12
Vario
Klein, aber oho
Manchmal muss es etwas Kleines sein. Für enge Gassen in Altstädten zum Beispiel. Dann
schlägt die Stunde der kleinsten Drehleiter mit Rettungskorb, die mehr kann, als man ihr
auf den ersten Blick vielleicht zutrauen mag.
Speziallösungen sind selten die erste Wahl. Nicht so im bayerischen Straubing, wo ein
kleines Fahrzeug schon große Taten vollbringen konnte.
G
rößer, länger, höher: Die Entwicklung bei den Hubrettungsfahrzeugen der Feuerwehr zeigte in der
Vergangenheit fast immer nur in eine Richtung. Da gerieten die Speziallösungen für
besondere Fälle meist etwas ins Hintertreffen. Doch noch immer gibt es einen Bedarf
für kleine Drehleitern. Sie sind vor allem
dann gefragt, wenn in engen Altstädten
oder aufgrund niedriger Tordurchfahrten
keine der herkömmlichen Fahrzeuge in der
Größe eines fast zehn Meter langen 14-Tonners einsetzbar sind. In der bayerischen
Stadt Straubing ist man mit Drehleitern gut
bestückt. Zwei große Fahrzeuge des Typs
DLK 23-12 stehen beim Löschzug Zentrum
in der Hauptfeuerwache neben einer Vielzahl von Lösch- und Sonderfahrzeugen.
12
Doch die Baustruktur wie auch Einsatzerfahrungen ließen einen Verzicht auf eine
kleine Drehleiter nicht zu. Nach über
30 Jahren treuer Dienste wurde eine noch
handbetriebene 18-m-Leiter nun durch
hochmoderne Technik ersetzt.
Wendig, kompakt, effizient
Nicht ganz einfach war es dabei, eine leistungsfähige Kombination aus Fahrgestell
und Aufbau zu finden, die diesen Ansprüchen genügt. „Mit dem Mercedes-Benz
Vario 818 D ist es uns gelungen, die Drehleiter in der gewünschten Konfiguration zu
realisieren“, erläutert Stadtbrandrat Rainer
Heimann das Ergebnis. Das Chassis wurde
auf eine zulässige Gesamtmasse von
8.300 kg aufgelastet. Der serienmäßige
Radstand von 3,70 m konnte beibehalten
werden und verschafft dem Fahrzeug eine
gute Wendigkeit. Nicht unwichtig, wenn in
der Straubinger Altstadt die engen Straßen
und kleinen Gassen anzufahren sind. Die
kompakten Außenabmessungen – Länge
7,40 m, Breite 2,31 m – helfen dem Fahrer,
das Fahrzeug schnell und sicher in die
gewünschte Position zu bringen. Am Einsatzort angekommen, fährt die zweiköpfige Besatzung die vier hydraulischen Stützen aus. Die beiden vorderen bleiben dabei
innerhalb der Aufbaukontur, nur die beiden
hinteren fahren leicht schräg heraus.
Eine Krankentragenlagerung für den mit
bis zu 180 kg belastbaren Rettungskorb
gibt es ebenso wie die Möglichkeit, von dort
aus mittels Wendestrahlrohr einen
Löschangriff vorzutragen. Nur die maximale Rettungshöhe ist natürlich geringer
als bei der üblichen großen DLK 23-12. Der
Hersteller Metz bezeichnet die Drehleiter
als L 20, in der Fachsprache ist von einer
DLA(K) 12-9 die Rede. Dieses Kürzel
bezeichnet eine automatisch arbeitende
Drehleiter mit Korb, die eine Nennrettungshöhe von mindestens zwölf Meter bei
einer seitlichen Ausladung von neun
Metern erreicht.
Und braucht die Feuerwehr Straubing ihr
neues Schmuckstück wirklich? Stadtbrandrat Heimann: „Nur kurze Zeit nach der
Indienststellung hatten wir einen Großeinsatz in der Altstadt. In der Albrechtsgasse
stand ein Dachstuhl in Flammen. Da hat
sich die Entscheidung für die neue kleine
Drehleiter schon bezahlt gemacht.“ Welche
Stadtväter hören solch eine Bestätigung
ihrer Entscheidung nicht gerne? a
HL_2010_12-13_12_13 17.05.10 16:52 Seite 13
smart
Feuerrotes Sparmobil
Der smart fortwo ist längst das Synonym für ein trendiges Citymobil. Seine hohe
Umweltverträglichkeit und die niedrigen Betriebskosten machen den Kleinen aber
auch zu einem attraktiven Flottenfahrzeug – erst recht als „electric drive“.
B
ei der Feuerwehr ist der smart
längst kein Neuling mehr. Schon
seit 1999 setzt die Werksfeuerwehr
Sachtleben in Duisburg den wendigen
Zweisitzer als Kommandofahrzeug in den
engen Gassen zwischen den Werksgebäuden ein. Die leistungsstarken Feuerlöscher
im Kofferraum machen sogar eine erste
Brandbekämpfung möglich. Die kompakte Größe des smart ist auch ein Argument
für die Stuttgarter Feuerwehr. Für die
smart der Stuttgarter ist allerdings weniger Florian als vielmehr Hermes der
Schutzpatron. Das feuerrote Sparmobil
fährt zu Besprechungen, zu Ortsterminen
bei Präventionen, vorbeugendem Brandschutz, Feuersicherheitsdiensten und Einsatzplanungen. In Stuttgart ist Parkraum
ebenso knapp wie das Budget, deswegen
freuen sich die Feuerwehrleute über die
kompakte Größe genauso wie über die
Kostenstruktur: Denn der smart ist in der
Gesamtkostenbetrachtung eines der günstigsten Autos auf dem deutschen Markt
und aktueller CO2-Champion. Die in Stuttgart eingesetzte Eco-Schaltung mit StartStopp-Automatik genügt somit Sparwillen
als auch Umweltbewusstsein.
Mit Spannung sehen daher auch die
Schwaben der Einführung des smart
fortwo electric drive im Jahr 2012 entgegen. In dieser neuesten Version des Elektro-smart arbeitet ein 30 kW starker
Permanentmagnetmotor mit einem
Drehmoment von 120 Nm aus dem Stand.
Gespeist wird das Kraftpaket von einer
hauseigenen 16,5 kWh-Lithiumionen-Batterie. Alle Komponenten sind so verbaut,
dass sich keine Platzeinschränkungen
zum Benziner ergeben. Eine Komplettladung ist in acht Stunden an jeder Haushaltssteckdose möglich, im laufenden
Betrieb reichen dann zwei bis drei Stunden bei Fahrstrecken von durchschnittlich
30 bis 40 km pro Tag.
Und der Clou: Eine komplette Batterieladung kostet in Deutschland rund zwei
Euro und genügt für eine stadtverkehrsgerechte Reichweite von rund 135 km. a
smart electric drive
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr nutzen die smart
Roadshow in Regensburg für einen Testeinsatz.
Die 16,5 kW/h-Lithiumionenbatterie
arbeitet bei Normaltemperatur,
ermöglicht einen Kaltstart bis minus
25 °C und erlaubt eine Reichweite
von 135 km.
Der Permanentmagnetmotor hat
eine Leistung von 20 kW plus
Peakleistung 30 kW für etwa zwei
Minuten. Die Peakleistung ist mit
Kick-down abrufbar.
Das Drehmoment von 120 Nm sorgt
für eine Beschleunigung von 0 auf
60 km/h in 6,5 Sekunden.
13
HL_2010_14-15_14_15 17.05.10 16:52 Seite 14
Interschutz
Mekka der Feuerwehrleute
Die Interschutz 2010 stellt in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Weltmarktangebot
an Rettungstechnik und Branchenwissen vor.
Action pur: Die internationale Messe
Interschutz ist eine ideale Plattform, um
sich über innovative Technologien rund
um den Feuerwehreinsatz zu informieren.
W
enn die internationale Leitmesse für Rettung, Sicherheit,
Brand- und Katastrophenschutz
auf dem Leipziger Messegelände vom
7. bis 12. Juni 2010 ihre Tore öffnet, werden – laut Erwartungen der Veranstalter
– mehr als 1.000 Aussteller und weit über
100.000 Fachbesucher dabei sein. Für
sechs Tage wird sich Leipzig in das Mekka
der Feuerwehrleute aus der ganzen Welt
verwandeln.
Die im Fünf-Jahres-Rhythmus abgehaltene Interschutz hat sich als „brandheißer“ Treffpunkt der Spezialisten aus
den Bereichen Vorbeugung, Rettung und
Abwehr etabliert. Die Mischung aus Ausstellung, Fachforen, Seminaren, Sonderveranstaltungen und Live-Events hat maßgeblich zu dem Erfolg beigetragen. Das
Branchenereignis wird von der Deutschen
14
Messe AG organisiert, ideeller Träger ist
die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. (vfdb).
Während Unternehmen in fünf Hallen
ihre neuesten Fahrzeuge, Produkte und
Dienstleistungen präsentieren, zeigen Rettungs- und Einsatzkräfte auf dem Freigelände des Messeareals, wie diese optimal angewendet werden. Parallel findet
auch der 28. Deutsche Feuerwehrtag mit
umfangreichem Programm statt.
Da die Feuerwehren und internationalen Hilfsorganisationen heute mehr denn
je gefordert sind, bei ihren Aktionen ein
Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, ist eine Fachveranstaltung wie die
Interschutz eine willkommene Plattform
für die Präsentation innovativer Technologien, Einsatzmethoden und länderübergreifender Kooperationen.
Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen
auch dieses Mal die drei Schwerpunktthemen Rettung, Katastrophenschutz und
Brandschutz. In den Hallen und auf dem
Freigelände werden moderne Einsatzwagen vorgestellt, die mit maßgeschneiderten Kommunikationstechniken und Navigationssystemen ausgerüstet sind. Auch
komplette Einsatzzentralen, die über
Video den Ort des Brandes oder der Katastrophe direkt in die Fahrzeuge spielen,
werden präsentiert. Interessant dürften
sicherlich auch die Aktionen von Bergungsrobotern und Drohnen sein. Dieser
Themenbereich wird zudem durch ein
zweitägiges internationales BrandschutzSymposium vertieft.
Neben den namhaften Herstellern von
Feuerwehr-, Rettungs- und Krankentransportwagen sowie Karosseriebauern werden auch die in der Feuerwehrlöschtechnik tätigen Firmen mit Pumpen, wasserführenden Armaturen und Feuerlöschanlagen präsent sein. Für die Innovationen
rund um das für die Branche bedeutende
Thema „Selbst- und Fremdrettung“ ist ein
ganz eigener Bereich eingeplant.
Fazit: Auch die diesjährige Interschutz
will neue Maßstäbe setzen und ihre internationale Spitzenstellung im Messebereich Rettung, Brand- und Katastrophenschutz sowie Sicherheit einmal mehr
untermauern. a
HL_2010_14-15_14_15 17.05.10 16:52 Seite 15
Interschutz
Parade der Rettungstechnik
Auf der Leipziger Interschutz 2010 präsentiert die Daimler AG eine ganze Palette an
Hightech-Fahrzeugen für Feuerwehr und Rettung.
A
uch in diesem Messejahr nutzt
Mercedes-Benz wieder die Möglichkeit, einem internationalen
Fachpublikum sein breites Produktspektrum für die Feuerwehr- und Rettungsbranche vorzustellen. „Im internationalen
Messereigen ist die Interschutz mit eine
der bedeutendsten Messen. Das weltweit
größte Angebot aus den Sparten Rettung,
Brandabwehr und Dienstleistungen macht
diese Leitmesse für zivile Sicherheit zum
,heißen’ Trendbarometer der Branche“,
erklärt Arnd Svendsen, Leiter Verkauf
Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge beim
Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland.
Auf rund 2.000 m2 Ausstellungsfläche
werden neun Lkw, vier Transporter,
drei Pkw und ein smart zu sehen sein.
Svendsen fügt hinzu: „Wir nutzen den praxisorientierten Erfahrungsaustausch, um
die neuen und leistungsstarken Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge aus unserem Hause vorzustellen. Unser Ziel lautet,
innovative Lösungen rund um Fahrgestelle und Aufbauten einem anspruchsvollen
Fachpublikum zu demonstrieren.“
Die Mercedes-Benz Fahrzeuge empfehlen sich sowohl als robuste Transport- und
Hilfsgeräte wie auch als agile Feuerwehreinsatzleitwagen (ELW), Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) oder als Rettungswagen
(RTW). In der Parade der rollenden Rettungstechnik präsentieren sich Lkw der
Modellreihen Atego, Axor, Actros sowie
Econic, aber auch die Allrounder Zetros
und Unimog.
Unter den einsatztypisch von Spezialisten wie Strobel, Wietmarscher, Binz und
Rosenbauer auf- und ausgebauten Transportern befinden sich ein Vito Kombi
Kompakt 115 CDI Allrad 4x4, ein Sprinter
319 CDI mit Tiefrahmen, ein Sprinter
Kastenwagen 516 CDI sowie ein Vario 818
DA Allrad. Sämtliche Modelle aus dem
Hause Mercedes-Benz verfügen über die
bewährten Leistungs- und Sicherheitsmerkmale wie auch über die praxiserprobte Ausrüstung von Sonderfahrzeugen.
Die Produktpalette wird durch Pkw der
C- und E-Klasse, ein GLK-Modell sowie
einen fortwo der Marke smart abgerundet.
Als neueste Warntechnologie tragen zwei
Exponate die LED-basierten Sondersignalanlagen RTK 7 von Hella. a
Bewährte Partnerschaft
Mercedes-Benz bietet den Fachbesuchern auf der Messe einen umfassenden Einblick in seine
Mercedes-Benz engagiert sich seit
1888 für das Feuerwehrwesen und
wurde 2007 offiziell vom Deuschen
Feuerwehrverband als „Partner der
Feuerwehr“ ausgezeichnet. Für Arnd
Svendsen ist dies ein Ansporn, „diese Kooperation im Dienste des Menschenschutzes weiter zu vertiefen“.
Fahrzeugflotte und -möglichkeiten.
15
HL_2010_16_17_16_17 17.05.10 16:53 Seite 16
Verordnung
Kaum praxisgerecht
Dank einer Länderinitiative dürfen Führerscheininhaber der neuen Klasse B Kleinlöschfahrzeuge
mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 4,25 t fahren. Ein Fall für aufgelastete 3,5-t-Sprinter?
Nicht immer hat Justitia ein
goldenes Händchen. Die 4,5 t
Regel ist aus technischer Sicht
unrentabel und nicht sinnvoll.
G
alt früher für Inhaber des PkwFührerscheins die Regelung, Lkw
bis 7,5 t Gesamtgewicht fahren zu
dürfen – mit Anhänger sogar ein Gesamtzuggewicht von 18 t –, wurde das Limit
mit der Klasse B des EU-Führerscheins
drastisch eingeschränkt! „Der Vorstoß der
Länderinitiative sieht vor, dass die Regelung Zugfahrzeug mit 3,5 t plus Anhänger
mit 750 kg quasi zusammengezogen
wird“, erklärt der Leiter des Aufbauhersteller-Managements bei Mercedes-Benz
Vans, Rolf Klöpfer. „Damit können jetzt
Kleinlöschfahrzeuge bis 4,25 t und ohne
Anhänger, wie ein TSF oder KLF, von
Maschinisten mit Führerschein B gesteuert werden. Solche Lösungen auf Basis des
Sprinters bieten sechs Personen Platz –
ein Feuerwehrmann wird in diesem Fall
mit 90 kg berechnet“, sagt Klöpfer. Er
kann allerdings nicht ganz verhehlen,
dass eine solche Regelung keine echten
16
Vorteile bringt: „Den Feuerwehren würde
nur eine Veränderung zur alten Norm
etwas bringen, denn dann könnten auch
Gruppenlöschfahrzeuge mit dem B-Führerschein gesteuert werden. Das würde
den Gemeinden viel Geld für den Führerscheinerwerb ihrer Feuerwehrbesatzung
sparen.“
Heiner Hagge, Produktionsleiter beim
Aufbaupartner Ziegler, sieht die Problematik ähnlich: „Mit dem Mercedes-Benz
Sprinter als Basis haben wir genau zwei
Möglichkeiten: Wir lassen den leichten
3,5-Tonner auflasten. Das ist allerdings
nur auf 3,88 t möglich, da er auf hohe
Nutzlast und nicht auf Tragfähigkeit optimiert ist und es daher technische Grenzen
gibt. Das heißt, wir können die 4,25-tGrenze nicht wirklich ausnutzen. Eine
zweite Möglichkeit besteht in einem abgelasteten Fünf-tonner. Weil der aber von
Mercedes-Benz technisch gesehen auf viel
höhere Lasten konzipiert wurde, bringt er
mehr Leergewicht. Selbst mit unserem
leichten Aufbau ist dann nur wenig Zuladung möglich. 4,25 t sind also machbar,
aber nicht sinnvoll. Wir raten unseren
Kunden daher zum Fünftonner!“
Auch Carsten Schlabach vom Aufbaupartner Gimaex resümiert ähnlich: „Die
Problematik bei Löschfahrzeugen und
Gerätewagen ist, dass Fahrzeuge im Segment des Sprinter mit 3,5 t wie auch mit
4,25 t zu wenig Gesamtgewicht für die
Bedürfnisse der Feuerwehren bieten.“ Er
erklärt, dass besonders das Kriterium der
Wirtschaftlichkeit die Achillesferse ist.
„Denn wir haben natürlich auch in der
3,5-t-Klasse schon Fahrzeuge gebaut. Diese sind jedoch kaum effizient zu fertigen.
Auch 4,25 t sind hier keine gute Lösung.
Feuerwehren behelfen sich aufgrund der
umfangreichen Beladung also gleich mit
dem Sprinter Fünftonner!“ a
HL_2010_16_17_16_17 17.05.10 16:53 Seite 17
M-Klasse
Einsatz im Wald
Brandenburg ist bekannt für seine großen Wälder. Und für die Waldbrandgefahr. Wenn’s nötig ist,
muss auch ein Kreisbrandmeister ins Gelände. Die M-Klasse hilft ihm dabei.
Gerd Heine ist mit seinem geräumigen Einsatzfahrzeug voll und ganz zufrieden.
K
reisbrandmeister Gerd Heine hat
seinen Dienstsitz in Luckenwalde.
Er übt die Aufsicht über 14 Feuerwehren mit 157 Ortsfeuerwehren aus, in
denen rund 3.000 Einsatzkräfte aktiv
sind. Und bei besonderen Einsätzen ist er
natürlich auch vor Ort gefragt. Mobilität
verschafft ihm ein eigener Kommandowagen, der den speziellen Bedürfnissen in
dem großflächigen Landkreis gerecht
wird. „Vor allem die alljährlichen Waldund Flächenbrände machen ein geländetaugliches Fahrzeug notwendig“, betont
Gerd Heine, warum er mit einem normalen Auto wenig anfangen könnte. Mit den
Fahrleistungen seiner neuen M-Klasse ist
Gerd Heine hochzufrieden. „Das Fahrzeug
erfüllt die Anforderungen voll und ganz“,
zeigt sich der Ingenieur für Brandschutz
von den Qualitäten seines Dienstwagens
überzeugt. Vor allem das 7-Gang-Automa-
tikgetriebe und die Allradtechnik des
M-Klasse Offroaders sorgen bei ihm für
Begeisterung. „Ich brauche mich um
nichts zu kümmern, das Fahrzeug kommt
immer voran“, schwärmt Gerd Heine.
Grund dafür ist der serienmäßige Allradantrieb 4MATIC, der der M-Klasse mit
dem durchzugskräftigen Turbodiesel in
jeder Situation einen optimalen Vortrieb
verschafft – nicht nur auf sandigen Waldwegen, sondern auch auf Eis und Schnee.
In Verbindung mit der großen Bodenfreiheit der M-Klasse – die Niveauregulierung
hebt das Fahrzeug um 80 mm an – sind
damit auch abgelegene Einsatzstellen
erreichbar.
Normalerweise fährt Gerd Heine alleine
zum Einsatzort. Dort wird er dann von
einem Sprechfunker der örtlichen Einsatzkräfte unterstützt. Es kommt auch vor,
dass bei Katastrophenschutzeinsätzen
größere Feuerwehreinheiten außerhalb
des Landkreises eingesetzt werden. Dann
wird der Kommandowagen zusätzlich mit
zwei Feuerwehrkräften besetzt und dient
so als Führungsfahrzeug.
Zu schätzen weiß Gerd Heine auch die
gute Sicherheitsausstattung: Von der
Bergabfahrhilfe über die Reifendruckverlustwarnung bis zur Traktions- und Fahrdynamikregelung ESP/4ETS fehlt es an
nichts. Er schätzt das große Raumvolumen
seines Kommandowagens, besonders im
Heck. Dort lagert der Großteil der Ausrüstung. Unter der weit öffnenden Heckklappe, die gleichzeitig Wetterschutz bietet,
können Pläne ausgebreitet werden. Natürlich ist die M-Klasse mit Funkgeräten (fest
und mobil) sowie Telefon und Notebook
kommunikationstechnisch aktuell ausgestattet. Die nötige Energie dafür liefert
eine zweite Batterie, die den Funkbetrieb
über wenigstens zwei Stunden sichert.
Auch eine 230-V-Außeneinspeisung ist
möglich. a
Selbst bei Eis und Schnee verfügt die M-Klasse
über eine optimale Traktion.
17
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Actros
Die dritte Generation
Keine Frage: Wenn’s brennt, hilft meistens Wasser. Leider ist es nicht immer dort,
wo es gerade benötigt wird. Gut wenn ein großes Tanklöschfahrzeug vorhanden ist.
M
itten im Fichtelgebirge liegt die
Festspielstadt Wunsiedel. Mit
ihren knapp 10.000 Einwohnern verfügt sie über eine zeitgemäß ausgestattete Feuerwehr mit etwa 60 Aktiven
und einer recht modernen Unterkunft.
Auch der Fahrzeugpark der Freiwilligen
Feuerwehr Wunsiedel kann sich sehen
lassen. Vom Einsatzleitwagen über das
Löschgruppenfahrzeug bis zur Drehleiter
ist alles an Normfahrzeugen vorhanden,
was benötigt wird. Dazu kommen einige
Sonderfahrzeuge wie zum Beispiel ein
Schlauchwagen mit 2.000 m B-Druckschlauch oder ein Gerätewagen für die
Ölschadenbeseitigung.
Viele Jahre, ein Hersteller
Die Großfahrzeuge stammen seit vielen
Jahrzehnten von einem Fahrgestellhersteller. Im Jahr 1959 wurde das erste Tanklöschfahrzeug auf einem Haubenwagen
des Typs Mercedes-Benz LAF 311
beschafft und blieb bis 1981 im Dienst.
Der Nachfolger, ein Mercedes-Benz TLF
In der Umgebung von Wunsiedel gibt es reichlich Wald, aber nur
wenig Möglichkeiten, die einzelnen Objekte ausreichend mit
Wasser zu versorgen. Dabei unterstützt der großvolumige Actros.
18
16/25 auf Frontlenkerfahrgestell mit Allradantrieb, wurde jetzt durch ein hochmodernes Tanklöschfahrzeug des Typs TLF
20/40-SL abgelöst.
Der neue Actros 1832 AK, mit einer
zulässigen Gesamtmasse von 18 t, ist
annähernd doppelt so schwer wie sein
mehr als 50 Jahre alter Urahn. Den halten
die Wunsiedler Feuerwehrleute immer
noch als betriebsfähigen Oldtimer in Ehren.
Mit der Entscheidung für den neuen
Actros hat man sich in Wunsiedel nicht
sonderlich schwergetan. „Wir haben einen
HL_2010_18_19_18_19 17.05.10 16:54 Seite 19
Actros
Der Aufbau des Tanklöschfahrzeuges gliedert
sich in drei Baugruppen: Pumpen- und Geräteraum bestehen aus Aluminiumpaneelen
und werden mit Alurollläden verschlossen.
guten Service in der Nähe, das war uns
wichtig“, erklärt Wolfgang Wilde, bei der
Stadt Wunsiedel zuständig für das Feuerwehrwesen und selbst aktiver Feuerwehrmann. In der geräumigen Kabine finden
drei Einsatzkräfte mit ihren Schutzausrüstungen reichlich Platz. Dem Fahrer steht
ein automatisiertes Schaltgetriebe zur Verfügung. Mit Allradantrieb und der Kraft
aus dem V-6-Zylinder-Turbodiesel mit
235 kW/320 PS meistert er auch schwierige Einsatzgebiete ohne Probleme. „Wir
haben viel Wald um die Stadt herum“,
zeigt Wilde auch gleich einen der Hauptgründe für die Beschaffung eines großen
Tanklöschfahrzeugs auf. Es gibt viele einzeln liegende Objekte mit schlechter Wasserversorgung.
Reichlich Wasser im Gepäck
„Da ist man froh, wenn man fürs Erste auf
das Tanklöschfahrzeug zurückgreifen
kann, bevor eine Wasserversorgung aufgebaut ist“, schätzt Wilde den großen Wasservorrat im neuen TLF 20/40-SL, der
4.350 l beträgt. Dazu kommen noch 500 l
Mehrbereichs-Schaummittel in einem
separaten Tank und weitere 120 l in tragbaren Kanistern. Somit wird dann auch
die Typbezeichnung schon klarer: Die „40“
steht für einen Mindestwasservorrat von
4.000 l, mit „SL“ wird das Mitführen von
Sonderlöschmitteln gekennzeichnet. Die
„20“ wiederum deutet auf eine Pumpenleistung von stolzen 2.000 l/min bei
10 bar Pumpenausgangsdruck hin. Den
Wert erreicht die im Heck eingebaute
Pumpe mit automatischer Druckregelung
aus dem Hause Ziegler spielend. Weiterhin ist eine Zumischanlage (Foam System
2E) installiert, mit der das Schaummittel
dem Löschwasserstrom zugemischt und
direkt über die Schnellangriffseinrichtung, zwei Druckabgänge oder den auf
dem Aufbaudach montierten Schaum-/
Wasserwerfer abgegeben werden kann.
„Wir hatten bereits einen größeren Schaumeinsatz beim Brand eines Kunststofflagers“, berichtet Wolfgang Wilde, „und die
moderne Technik hat perfekt funktioniert.“ Nach dem Einschalten der Pumpe
kann der Werferbediener die gesamte
Steuerung der Löschtechnik von oben aus
durchführen. Der Dachwerfer des Typs
Alco HR 367/S ist hydropneumatisch um
550 mm ausfahrbar und kann horizontal
endlos um 360° gedreht sowie vertikal
von -15° bis +75° geschwenkt werden.
2.000 l/min beträgt seine Leistung. Als
Schnellangriff steht ein formbeständiger
S-Schlauch mit einer Länge von 50 m zur
Verfügung.
Der Ziegler-Aufbau des Tanklöschfahrzeugs besteht aus drei Baugruppen. Der
hinter der Kabine angeordnete Geräteraum wie auch der Pumpenraum am Heck
sind aus Aluminiumpaneelen hergestellt
und mit Alurollläden verschlossen. Der
dazwischenliegende Tankaufbau besteht
aus glasfaserverstärktem Kunststoff und
enthält die beiden großen Löschmittelbehälter.
Bei der Beladung haben die Wunsiedler
alle Register gezogen. Die löschtechnische
Ausrüstung wurde um einen tragbaren
Wasserwerfer und eine Zusatzbeladung
Waldbrand erweitert. Letztere umfasst
vier D-Druckschläuche, zwei D-Strahlrohre und entsprechende Armaturen. Auch
an Bord: ein Drucklüfter sowie vier tragbare Feuerlöscher mit je fünf Kilogramm
Kohlendioxid und zwei Pulver-Feuerlöscher. Für Hilfeleistungen sind eine Motorsäge, zwei Tauchpumpen, eine vierteilige
Steckleiter und eine Multifunktionsleiter
verlastet. Bei Brandeinsätzen schützen die
Feuerwehrkräfte vier Pressluftatmer und
vier Hitzeschutzkleidungen Form III.
Selten benötigte Ausrüstung befindet sich
in den Dachkästen.
Nachts können Fahrzeug und Umgebung taghell erleuchtet werden. Neben
einer Umfeldbeleuchtung sorgt dafür ein
rückseitig montierter Lichtmast, der von
einem 13-kVA-Stromerzeuger gespeist
wird. Stativ, Leitungstrommel und Flutlichtstrahler können ergänzend zum Einsatz gebracht werden. Und damit Autofahrer auf die Einsätze aufmerksam werden,
sind eine Heckwarneinrichtung und Leitkegel mit Blinkleuchten vorhanden. Die
Feuerwehr der Festspielstadt Wunsiedel
hat offensichtlich an alles gedacht. a
19
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14:20 Uhr
Seite 20
Econic
Dienstleister
Sicherheit genießt bei Chemiebetrieben einen hohen Stellenwert. Dazu gehört
auch der Brandschutz im CHEMPARK Leverkusen. Die Werkfeuerwehr erhielt –
nicht zum ersten Mal – einen Mercedes-Benz Econic.
L
everkusen hat eine lange Tradition
als Chemiestandort, der Name Bayer
ist eng mit der Stadt verknüpft. Das
frühere Bayerwerk heißt heute CHEMPARK. Manager und Betreiber des CHEMPARK ist CURRENTA. Dazu zählt auch die
die Werkfeuerwehr des CHEMPARK, die
20
nach wie vor in den traditionellen Feuerwachen des Standortes beheimatet ist. Die
Aufschriften und Abzeichen haben sich
inzwischen geändert. Der neue Schriftzug
„Werkfeuerwehr CHEMPARK“ soll untermauern, dass die Werkfeuerwehr für alle
Unternehmen in „Europas Chemiepark“
– so der selbstbewusste Untertitel –
zuständig ist. Auch stellt CURRENTA die
Werkfeuerwehren an den übrigen beiden
CHEMPARK-Standorten Dormagen und
Krefeld-Uerdingen.
Der umfangreiche Fuhrpark der Werkfeuerwehr ist auf den speziellen Einsatz an
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Econic
Druckvoll: Bis zu 4.000 l Löschmittel kann der Werfer in der Minute herausschleudern.
einen Chemiestandort abgestimmt. Nahezu jedes Fahrzeug ist eine Besonderheit,
Sonderlöschmittel sind in umfangreichen
Vorräten bei allen Löschfahrzeugen an
Bord. Große Wassermengen liefert ebenso
das äußerst leistungsfähige Rohrnetz im
Werk, das die starken Feuerlöschkreiselpumpen der Sonderlöschfahrzeuge versorgt, die mit Leistungen von teilweise
mehr als 5.000 l/min die der genormten
Standardfahrzeuge deutlich überschreiten.
Nur mit solchen Leistungen lassen sich
erhebliche Löschmittelmengen, beispielsweise zur Anlagenkühlung, ausbringen.
Das trifft natürlich auch auf den neuen
Mercedes-Benz Econic der Werkfeuerwehr
CHEMPARK Leverkusen zu. Eingebaut ist
eine Heckpumpe des Typs Rosenbauer
N 55 mit einer Nennleistung von 5.500
l/min bei acht bar. Dafür sind gleich zwei
A-Saugeingänge nötig, um der Pumpe
genügend Wasser zuführen zu können.
Wasser schießt 70 m weit
Für den Ersteinsatz hat das neue Fahrzeug
einen Vorrat von 1.000 l Wasser im Tank.
Dazu kommen noch 2.000 l Schaummittel,
die über eine Zumischanlage den Druckabgängen der Pumpe und dem Dachwerfer
zugeführt werden können. Dieser fernbediente Schaum-/Wasserwerfer ist eine
wahre Kanone: Bis zu 4.000 l Löschmittel
schleudert er pro Minute hinaus – bei voller Leistung über 70 m weit.
Fahrzeug bietet viele Vorteile
Der Econic bietet aufgrund seiner besonders niedrigen Bauart den Einsatzkräften
erhebliche Vorteile. Sowohl beim alarmmäßigen Einsteigen in der Feuerwache als
auch beim Aussteigen an der Einsatzstelle
mit kompletter Schutzkleidung und Atemschutzgerät auf dem Rücken sind jeweils
nur zwei bis drei breite Stufen zu überwinden. Die Einsatzkräfte können
bequem, schnell und sicher rein und raus.
Schwenk- und Falttüren lassen zudem viel
Freiraum, auch im geöffneten Zustand.
Auch im Mannschaftsraum wurde auf
Sicherheit großen Wert gelegt, für die Helme gibt es spezielle Halterungen. Und
damit sich der hinten sitzende Angriffstrupp auf das Fahrgeschehen besser einstellen kann, wird das Setzen des Blinkers
wie auch das Betätigen der Bremse durch
entsprechende Leuchten in der Kabine
angezeigt. Der Fahrer des Hilfeleistungstanklöschfahrzeugs (HTLF) kann sich über
eine hervorragende Rundumsicht und das
serienmäßige Allison-Automatikgetriebe
des Econic 1833 LL mit zwei luftgefederten Achsen freuen. Der EURO-5-Motor mit
240 kW/326 PS treibt auch die Feuerlöschkreiselpumpe und über einen weiteren Nebenabtrieb und einen Hydrostat
hydraulisch den fest eingebauten 20-kVAStromerzeuger an. Letzterer versorgt
unter anderem den elektropneumatisch
ausfahrbaren Lichtmast mit vier 1.000Watt-Flutlichtscheinwerfern und einer
Lichtpunkthöhe von sechs Metern. Die
Ausrüstung des HTLF umfasst neben
Schläuchen, Armaturen und Strahlrohren
für den Wasser- und Schaumeinsatz auch
eine Vielzahl von Hilfeleistungsgeräten.
Außerdem sind in einem Auszug Chemikalienschutzanzüge hängend gelagert.
Der tiefgezogene Fahrzeugaufbau von
Rosenbauer erleichtert die Geräteentnahme enorm. Ergonomie spielte auch bei der
Konstruktion der Aufhängung für die beiden fahrbaren Schlauchhaspeln am Fahrzeugheck eine Rolle. Sie können samt Halterung komplett abgesenkt und ohne
großen Kraftaufwand durch nur eine Person leicht entnommen werden. Nach dem
Einsatz ist eine ebenso leichte Aufnahme
der Haspeln möglich. Der Maschinist
schafft sich so schnell einen völlig freien
Zugang zum Pumpen- und Generatorbedienstand im hinteren Geräteraum. Die
Leiterlagerung auf dem Dach lässt sich
fernbedient nach hinten absenken und
gestattet damit eine leichte Leiterentnahme vom Boden aus – ein aktiver Beitrag
zur Arbeitssicherheit der Mannschaft.
Alles in allem steht der Werkfeuerwehr
CHEMPARK Leverkusen mit dem neuen
HTLF ein Fahrzeug zur Verfügung, das
sich vor allem durch ein – vom Fahrgestell
bis zum Aufbau – auf Ergonomie und
Arbeitssicherheit ausgerichtetes Konzept
auszeichnet. Folglich setzt die Werkfeuerwehr auf dieses Fahrzeugkonzept für den
CHEMPARK an allen drei Standorten. a
21
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Axor
Kraftwagen
Hilfeleistungen aller Art und überall – so könnte eine Werbung am neuen Rüstwagen der
Berufsfeuerwehr Düsseldorf lauten. Tatsächlich kann das Fahrzeug mehr als seine Brüder.
Der neue Axor der Berufsfeuerwehr Düsseldorf hatte gleich mehrere Forderungen zu
erfüllen: Zusatzbeladung und gute Geländetauglichkeit waren obligatorisch.
A
uffällig und beeindruckend sind
die ersten beiden Attribute, die
einem beim Anblick des neuen
Rüstwagens (RW) der Berufsfeuerwehr
der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens in den Sinn kommen. Die leuchtrote
Folienbeklebung auf dem weiß lackierten
Mercedes-Benz Axor 1833 und seine optische Größe zeigen Wirkung. Besonders
praktische Erfordernisse führten zu
diesem einzigartigen Modell. Denn der
Anwender benötigte ein Fahrzeug für die
vollständige Beladung eines genormten
Rüstwagens, zuzüglich umfangreicher
Zusatzbeladung. Außerdem forderte das
Lastenheft eine gute Geländetauglichkeit,
gleichzeitig durfte die Gesamtmasse 16,5 t
nicht überschreiten. „Keine einfache Aufgabe“, resümiert Oliver Lang, bei der Feuerwehr Düsseldorf zuständig für die Fahr-
22
zeugtechnik. Die Düsseldorfer bezeichnen
ihren neuen Rüstwagen, der einen altgedienten Vorgänger des Typs RW 2 ablöst,
als RW 3. Das geschieht vor allem aufgrund der gegenüber heute genormten
Rüstwagen – die keine Unterscheidungsziffer mehr tragen – erweiterten Beladung
und um ihn intern von seinem kleineren
Bruder auf Atego Chassis aus dem Jahr
2002 zu unterscheiden.
Den Aufbau des RW fertigte Ziegler in
Giengen. Die verlastete Ausrüstung beinhaltet technische Hilfeleistungsgeräte für
alle Arten von Unfällen. Baustützen zur
Stabilisierung von Bauteilen sind ebenso
an Bord wie eine Vielzahl hydraulischer
Helferlein zum Trennen, Spreizen,
Drücken oder Ziehen. „Dazu kommen
noch die Hydraulikheber für Straßenbahnunfälle“, beschreibt Oliver Lang eine
nicht unwesentliche Sonderbeladung.
Denn wenn zum Beispiel nach Verkehrsunfällen die Feuerwehr eine Straßenbahn
anheben muss, kommt dafür extra auf
dem RW 3 verlastetes Gerät zum Einsatz.
„Die speziellen Hydraulikheber und Pumpen weisen ein hohes Gewicht auf“,
erklärt Oliver Lang, warum es ein größeres Chassis als üblich sein musste. Eingebaut ist eine Rotzler-Seilwinde mit einer
Nennzugkraft von 80 kN und einer
Seillänge von 60 m. Elektrische Energie
erzeugt ein 40-kVA-Generator. „Der Stromerzeuger ist in seiner Drehzahl speziell
auf den Nebenabtrieb abgestimmt“,
erklärt Lang. „Somit wird nur eine geringe
Motordrehzahl von etwa 1.000 U/min
benötigt.“ Das senkt den Lärmpegel und
mindert Kraftstoffverbrauch als auch Verschleiß.
Doch nicht immer wird der Rüstwagen
nur auf befestigtem Grund eingesetzt. Um
auch unwegsamere Gebiete wie die Rheinwiesen befahren zu können, kommt der
neue Düsseldorfer RW 3 auf einem Allradfahrgestell mit Einzelbereifung daher.
„Wir haben im Grunde ein Militärchassis
mit zusätzlichem Nebenabtrieb für Generator und Seilwinde beschafft“, so Lang.
Vorteil der Einzelbereifung gegenüber
zwillingsbereiften Fahrzeugen ist eine
bessere Geländetauglichkeit, da beide
Achsen in einer Spur rollen. Wert legten
die Rheinländer auch auf eine möglichst
große Wattiefe von 80 cm. Nur in einem
Punkt hat sich die BF Düsseldorf für altbewährte Technik entschieden: „Im Gelände bevorzugen wir ein handgeschaltetes
Getriebe“, lässt Oliver Lang durchblicken,
dass es für ihn zum 8-Gang-Getriebe mit
Kriechgang und Untersetzung (noch) keine Alternative gibt. a
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Atego
Löschwasserlogistik
Nicht immer brennt es dort, wo auch genug Löschwasser bereitsteht. Dann bleibt der
Feuerwehr nur eines: viele Schläuche zu verlegen. Das klappt in Niederbayern richtig gut.
In speziell entwickelten Rollcontainern sind im Atego jeweils 640 m B-Druckschläuche untergebracht, die während der Fahrt verlegt werden können.
A
ls das Löschgruppenfahrzeug der
Freiwilligen Feuerwehr Hammersbach in die Jahre kam, gab es die
Chance. „Warum wieder ein kleines Fahrzeug beschaffen, das eigentlich nicht viel
mehr kann als der Vorgänger“, fragten sich
die Aktiven um den Hammersbacher Kommandanten Hans Nothaft. Vor allem das
Problem der Wasserversorgung bliebe weiterhin. Im ländlichen Bereich um Hammersbach bei Eggenfelden gibt es große
Waldgebiete und weit auseinanderliegende
Siedlungen. Da wäre ein Schlauchwagen
doch wichtiger, um die Stadtfeuerwehr
schnell mit Löschwasser zu versorgen.
Für ein multifunktionales Fahrzeug plante man einen Gerätewagen-Logistik in der
Normgröße 2 (GW-L2) auf einem 14-t-Chassis. Mit dem Mercedes-Benz Atego 1329 AF
steht dafür ein optimal geeignetes Fahrgestell zur Verfügung. Mit permanentem Allradantrieb samt 6-Gang-Schaltgetriebe plus
Untersetzung lassen sich auch schwierige
Wegstrecken meistern. „Wir kommen überall problemlos voran, auch im Gelände und
an Steigungen“, kommentiert Nothaft die
ersten positiven Erfahrungen.
Beim Aufbau entschieden sich die Hammersbacher für eine praxisorientierte Konstruktion. Die großzügige Kabine mit vier
Sitzplätzen erreicht Bestwerte in den
Innenabmessungen. „Die Stehhöhe ist optimal“, freut sich der Kommandant. Im
anschließenden Geräteraum lagert die fest
auf dem GW-L2 untergebrachte Ausrüstung. Sie umfasst eine Tragkraftspritze,
Saug- und Druckschläuche nebst Armaturen, Feuerlöscher, Motorsäge samt Zubehör
sowie Werkzeug und Warngerät. Nachteinsätze werden mittels eines pneumatisch
ausfahrbaren Lichtmasts mit vier XenonScheinwerfern taghell erleuchtet. Zur
Bekämpfung kleinerer Entstehungsbrände
dient eine Schaumlöschanlage mit
50 l Wasser-Schaummittel-Gemisch und
Schnellangriffsschlauch.
Der Hauptteil der Beladung wird nach
dem Öffnen der hydraulischen Ladebordwand am Heck sichtbar: In drei speziell
vom Hersteller Lentner entwickelten Rollcontainern lagern jeweils 640 m B-Druckschlauch, die während der Fahrt verlegt
werden können. In drei weiteren Containern sind Beleuchtungsgeräte einschließlich 13-kVA-Stromerzeuger, Schaummittel,
Ölbinder sowie Schlauchbrücken und Verkehrswarngerät verstaut.
Und sollte es einmal zu viel Wasser
geben, wird kurzerhand ein mit Wassersaugern und Tauchpumpen bestückter
Rollcontainer über die 1,5 t tragende Ladebordwand aufgenommen.
Mit rund 20 Einsätzen pro Jahr waren
die etwa 50 Aktiven bislang nur mäßig
gefordert. Das könnte sich ändern. „Wir
rechnen mit steigenden Alarmierungszahlen“, sagt Hans Nothaft zur Indienststellung des Gerätewagens. Ein wenig stolz
sind die Hammersbacher schon. a
23
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Seenotrettung
Durch Wind und Wetter
Das Rettungswesen ist traditionell ein Zusammenspiel zwischen Feuerwehr,
Rettungsdienst, DLRG und THW. Dazu gehört auch die Seenotrettung.
S
chon vor 145 Jahren gründete sich
die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Mit
speziellen Ruderrettungsbooten und Raketenapparaten, die Leinen zu den in
Küstennähe treibenden Havaristen schossen, versuchten die Retter bereits damals
die in Seenot Geratenen zu suchen und zu
bergen. An Land mussten die Geretteten
dann in Pferdefuhrwerke umsteigen, um
ins Hospital zu kommen.
Hochmoderne Fahrzeuge
See- und Landretter arbeiten Hand in Hand – zum Wohle des Patienten.
24
Inzwischen fahren schnelle Seenotrettungskreuzer und -boote hinaus auf die See.
Dennoch müssen auch heute die Geretteten
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Seenotrettung
Der Sprinter hat sich in der Landrettung absolut bewährt, vor allem bei
leichteren Verletzungen oder Krankentransporten.
Im Ernstfall müssen die Helfer eng zusammenarbeiten.
Alles muss schnell und reibungslos vonstattengehen.
Dabei unterstützen hochmoderne Fahrzeuge und Techniken.
immer noch das Schiff verlassen und in ein
Krankenhaus verlegt werden. Und wenn auf
See nicht schon der Hubschrauber im Ernstfall zum Einsatz kam, wartet auf den
Verletzten an Land ein hochmoderner
Sprinter 516 RTW.
Und nach wie vor ist die reibungslose
Koordination der Hilfe das Geheimnis einer
erfolgreichen Rettung. Das gilt vor allem
und besonders auf hoher See. Das MRCC in
Bremen im Hause der DGzRS koordiniert
die Fahrten aller Einsatzfahrzeuge, einschließlich die der behördlichen Retter. Die
maritime Einsatzleitstelle stellt jedem Einzelnen des Rettungsverbandes genaue
Suchmuster zur Verfügung. Auf diese Weise
wird das Search and Rescue (SAR) effektiv
durchgeführt. Vor allem bei leichteren Verletzungen oder Krankentransporten – aber
auch wenn eine zu raue See ein gemeinsames Manöver mit dem Hubschrauber nicht
zulässt – schließt diese hochprofessionelle
Koordination auch das Land, sprich auch die
RTWs, mit ein. In Schleswig-Holstein sind
das meistens die Mercedes-Benz Sprinter
der Rettungdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein – RKiSH.
Gemeinsamer Einsatz auf See
Eine im Fischereihafen Büsum angesiedelte
Rettungsstation pflegt die Zusammenarbeit
zwischen See- und Landrettung besonders.
Hier ankert der 23,10 m lange Seenot-
kreuzer Hans Hackmack, ausgestattet mit
zwei gewaltigen V8-Motoren, die mit jeweils
1.350 PS einen Propeller antreiben. Vormann Jörg Lüdtke und Rettungsassistent
Frank Knäblein von der nahe gelegenen
Rettungswache Westerdeichstrich sind ein
eingespieltes Team.
So kommt es oft vor, dass, je nach Gefährdung, Knäblein und sein Kollege Björn Cub
nicht an Land auf die Hans Hackmack
warten, sondern gleich mit auf See in den
Einsatz fahren. „Auf See gelten andere
Gesetze als an Land“, berichtet der erfahrene Rettungsassistent von seinen Einsätzen
in der Nordsee, „hier gilt immer das Wort
des Vormanns, egal welche Entscheidung
ich als Rettungsassistent treffen würde.“
Eine wichtige Lektion, die dem vordringlichsten aller Ereignisse rund um einen Einsatz geschuldet ist: „Das Wichtigste ist es,
alle wieder heil nach Hause zu bringen.“
Diese Worte des Vormanns Lüdtke führen
die Schwere manchen Einsatzes auf dem
Meer deutlich vor Augen. a
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Vito
Effizienter Wirkungsradius
Die Einsätze der Aachener Feuerwehr sind vielfältig. Dank leistungsfähiger Fahrzeuge bereiten
die hohen Anforderungen den Einsatzkräften aber nur wenig Probleme.
Für Großeinsätze stehen im Raum Aachen bis zu zwölf Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in Alarmbereitschaft.
S
turm tobt über der Städteregion Aachen und der Euregio. Umgestürzte
Bäume, lose Dachteile, Sperrung
von Straßen und Bahnstrecken. Die regionale Leitstelle Aachen verzeichnet in kürzester Zeit mehr als 500 unwetterbedingte
Einsätze. Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr sowie das Technische Hilfswerk
rücken mit Blaulicht und Martinshorn in
ihren voll ausgerüsteten Fahrzeugen aus.
Bereits im Vorfeld waren die Entscheidungsträger in ihren Einsatzleitwagen
(ELW 1 auf Vito Basis) auf Erkundung, um
die Großaktion gezielt koordinieren zu können. Für die roten Flitzer mit dem Stern am
Kühlergrill gab es bis zu 20 Stunden Dauereinsatz am Tag. Eigentlich Alltag, bloß ein
bisschen härter als sonst.
Uwe Weiß, Sachgebietsleiter Beschaffung und Bewirtschaftung der Aachener
Vito als Lebensretter
Drei verschiedene Aufbaulösungen: Kastenwagen, Mixto, Kombi
Radstände: 3.200 mm bis 3.430 mm
● Zwei unterschiedliche Dachhöhen
● Leistungsstarke Motoren von 70 kW bis 190 kW, EU 4/III
● Optional permanenter Allradantrieb 4x4
● Platz für bis zu neun Personen durch variables Sitzkonzept
● Bis 1.055 kg Zuladung, durch Auflastung sogar bis 1.290 kg
● Unterschiedliche Türvarianten und -kombinationen
● Sicherheit in Serie: Adaptives ESP, ABS, ASR, EBV und BAS
● Drei-Punkt-Sicherheitsgurte mit Gurtstraffer und Gurtwarneinrichtung
für Fahrer und Beifahrer
●
●
26
Feuerwehr, betreut den Fuhrpark mit seinen mehr als 160 Einheiten und kennt die
Leistungsfähigkeit seiner Fahrzeuge: „Für
die acht kompakten und zuverlässigen
Vitos im Bestand sind derartige Anforderungen wirklich kein Problem. Unsere Leute fühlen sich darin sicher, kommen dank
Allradantrieb und elastischer Motorleistung schnell und überallhin.“
Das ist auch oberstes Gebot für die Teams
der Aachener Menschenschützer. Ihr Wirkungsradius in der Euregio Maas-Rhein
umfasst mehr als 160 km2 Fläche, in der
rund 250.000 Einwohner leben. Neben der
Hauptfeuerwehr gibt es drei Wachen, eine
davon – und das ist eine Besonderheit auf
dem Areal der Uniklinik Aachen.
Die Freiwillige Feuerwehr steht für
Großeinsätze mit bis zu zwölf Löschzügen
in Alarmbereitschaft. Besonders gut funktioniert übrigens auch die grenzüberschreitende Kooperation in Sachen Brandschutz und Rettung. Mit einem aktiven Einsatzpersonal von 300 Berufs- und 350 freiwilligen Feuerwehrleuten fallen jährlich
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Vito
Dank elastischer Motorleistung und Allradantrieb kommt der Vito überallhin, wo er gebraucht wird.
rund 37.000 Einsätze in den Grenzregionen
von Deutschland, Belgien und den Niederlanden an.
Hinzu kommt eine beachtliche Zahl von
Rettungen aus großen Höhen und Tiefen,
die von der Spezialrettungsgruppe SRG der
Aachener Berufsfeuerwehr durchgeführt
werden. Und auch diese hat einen Vito 115
CDI Mixto Lang zur Seite, der sich hervorragend als Gerätewagen einrichten ließ. Im
Heck des Fahrzeuges sind neben üblichen
Rettungsutensilien auch Leitern, Seile und
Tragematten untergebracht, falls die Löschzüge mit ihren Drehleitern nicht mehr ausreichen – etwa auf Hochhäusern, Fabrikschloten oder in tiefen Brunnen. Die Spezialretter werden natürlich in monatlichen
Übungen durch eigene Ausbilder auf
Extremsituationen vorbereitet und im
Umgang mit der Technik geschult.
„Das Raumangebot des Vito bietet reichlich Platz für alle wichtigen technischen
Hilfsmittel und ergonomische Arbeitsplätze für Fahrer und Beifahrer“, erklärt der
Sachgebietsmitarbeiter Bertold Müller. Die
Einsatzleitwagen mit PC, Telefon, GPSNavigation und Dokumentenablage dienen
als operative Kommandozentrale.
Und Sachgebietsleiter Uwe Weiß fügt
hinzu: „Sehr praktisch ist der modulare
Ausbau des geräumigen Heckbereiches,
der uns ermöglicht, die Vitos ganz flexibel,
mal als Einsatzleitwagen, mal als NotarztEinsatzfahrzeug, zu nutzen.“
Für die Kommunikationselemente und
Sondersignalanlagen sorgten die Spezialisten der Firma Esser aus Mülheim-Kärlich.
Den feuerwehrtechnischen Ausbau erledigen übrigens die erfahrenen Fachleute der
eigenen Werkstätten.
Auch Grundwartung und kleinere Reparaturen werden „in-house“ durchgeführt.
Die typischen Instandsetzungsarbeiten des
Herstellers wiederum erfolgen in der
Aachener Niederlassung der Daimler AG.
„Und das, selbst wenn es mal richtig
brennt, mit oberster Priorität, Qualität und
Sorgfalt“, bestätigt der Sonderfahrzeugbeauftragte in der Niederlassung Aachen,
Günter Müllegans. Schließlich müssen die
Fahrzeuge der Feuerwehr beim Retten von
Menschenleben zuverlässig und sofort einsatzbereit sein.
Der permanente Dialog zwischen Hersteller und Kunde hat sich über Jahre hinweg bewährt. Jährlich kommen deshalb
neue Fahrzeuge mit Stern in den Aachener
Feuerwehr-Fuhrpark. Der jüngste Vito
stammt aus 2009 und auch für dieses Jahr
ist eine Neuanschaffung im Gespräch. a
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E-Klasse
Schnell wie die Feuerwehr geräumig wie ein Transporter
Das neue T-Modell der E-Klasse ist trotz stärkerer Motoren sparsamer als der Vorgänger.
Mit großem Laderaum, verbesserter Bedienbarkeit und innovativen Fahrassistenzsystemen
ist es eine optimale Basis für KdoW und NEF.
B
ereits mit Einführung der neuen
E-Klasse Limousine wartete die
Stuttgarter Oberklasse mit einzigartigen Innovationen auf. So warnt eine
Müdigkeitserkennung den Fahrer vor
gefährlichem Sekundenschlaf und bei akuter Gefahr eines Auffahrunfalls bremst das
Fahrzeug selbstständig bis zum Stillstand.
Ein adaptiver Fernlicht-Assistent regelt
automatisch die Straßenausleuchtung. Beim
neuen T-Modell setzen die Stuttgarter
zudem auf eine serienmäßige Luftfederung
mit Niveauregulierung an der Hinterachse
und optimiert die Funktionalität des Laderaums. Nicht zu vergessen: Der neue Raumriese ist mit 4Matic-Allradantrieb lieferbar.
Bei der Karosseriekonzeption musste sich
der Nutzwert nicht dem optischen Auftritt
beugen. Trotz mehrfach ausgezeichnetem
28
Design ist das E-Klasse T-Modell nach wie
vor die größte Kombilimousine in ihrem
Segment. Schnellen Zugriff auf Ausrüstungsgegenstände im Laderaum ermöglicht
das EASY-PACK genannte Öffnungssystem.
Die Heckklappe öffnet dabei automatisch
über Knopfdruck mit dem Fahrzeugschlüssel oder einem Druck auf den Griff.
Für Variabilität im Innenraum sorgt das
„Quickfold“-System. Mit ihm lassen sich die
geteilten Rücksitzlehnen vom Kofferraum
aus entriegeln, ohne dass Kopfstützen oder
Sitzflächen der Fondsitze verstellt werden
müssen.
Bei kompletter Ausnutzung des Laderaums offeriert die neue Kombilimousine
ein Ladevolumen von 1.950 l. Auch das Passagierabteil zeigt sich gegenüber dem Vorgänger in allen wichtigen Komfortmaßen
vergrößert. Zum Sicherheitspaket des
T-Modells gehören aktuell neun serienmäßige Airbags, vier Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer sowie crashaktive NECKPRO-Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer.
Durch das neu entwickelte DIRECT CONTROL Luftfeder-Fahrwerk mit adaptivem
Dämpfungssystem hält der Kombi auch bei
maximaler Zuladung sein Fahrniveau.
Die Motorenpalette hat Mercedes-Benz
komplett überarbeitet. Trotz besserer Fahrleistungen konnten die Ingenieure Durchschnittsverbrauch und Schadstoffemissionen deutlich senken. a
Im Technikprofil
E 200 CDI BlueEFFICIENCY: R4, 2.143 cm³, 100 kW/136 PS, 5,7 l/100 km, 150 g
CO2/km, Serie: 6-Gang-Schaltgetriebe; Option: 7-Gang-Automatikgetriebe
E 220 CDI BlueEFFICIENCY: R4, 2.143 cm³, 125 kW/170 PS, 5,7-5,8 l/100 km,
150-153 g CO2/km, Serie: 6-Gang-Schaltgetriebe; Option: 7-Gang-Automatikgetriebe
E 250 CDI BlueEFFICIENCY: R4, 2.143 cm³, 150 kW/204 PS, 5,7-5,8 l/100 km,
150-153 g CO2/km, Serie: 6-Gang-Schaltgetriebe; Option: 7-Gang-Automatikgetriebe
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Sprinter
Einfahrt frei halten
Dass Löschfahrzeuge aus der Feuerwache ausrücken, ist nichts Besonderes. Dass sie aber
manchmal auch in ein anderes Gebäude hineinfahren, schon. Vor allem wenn’s darin brennt.
Der modifizierte Sprinter ist äußerst flexibel, wendig und hat reichlich Ausrüstung an Bord.
M
it einem Fahrzeug direkt in die
Halle, in der es brennt? Das ist
keine Utopie im Daimler-Werk
Mannheim. Dort geht ein Neubau für die
Motorenfertigung in gewaltigen Ausmaßen sukzessive in Betrieb. Klar, dass
der vorbeugende und bauliche Brandschutz nicht vernachlässigt werden darf.
Doch manchmal führt nicht nur ein Weg
zum Ziel.
„Wir haben ein ausgeklügeltes Brandschutzkonzept für den Bau 150“, erklärt
Matthias Horn, bei der Daimler-Werkfeuerwehr zuständig für den vorbeugenden
Brandschutz. Dazu gehören eine umfangreiche Brandmeldetechnik, Sprinklerung,
manuelle Brandbekämpfungseinrichtungen und auch Rauch- und Wärmeabzüge.
Um der Werkfeuerwehr in dem großen
Komplex optimale Einsatzmöglichkeiten
zu eröffnen, wurde ein eigens konstruiertes Vorauslöschfahrzeug (VLF) gebaut, mit
dem man direkt in die Halle praktisch bis
an den Brandherd heranfahren kann.
Somit ist ein Erfolg versprechender
Erstangriff innerhalb kürzester Frist möglich. „Wir müssen binnen vier Minuten
nach Brandmeldung in der Halle sein“,
macht Horn klar. „Und das schaffen wir.“
Für das neu beschaffte VLF wählten die
Mannheimer einen Fünftonner-Kastenwagen des wendigen Typs Sprinter, der
reichlich Ausrüstung und Löschmittel mitführt. Aufbauhersteller Rosenbauer hat
das Fahrzeug erheblich entsprechend den
Anforderungen der Werkfeuerwehr modifiziert. Anstelle der Hecktüren wurde ein
Rollladen eingebaut, zwei weitere wurden
links und rechts in die Seitenwände eingesetzt und ermöglichen so eine allseitige
Zugänglichkeit des Geräteraums. Damit
die serienmäßigen Schiebetüren im geöffneten Zustand nicht die Geräteräume verdecken, wurden sie zu Schwenktüren
umgebaut. So bleibt die volle Ausstiegsbreite für den hinten sitzenden Angriffstrupp auch mit angelegtem Atemschutzgerät erhalten. Auch Fahrer und Beifahrer
finden an ihren Sitzplätzen Atemschutzgeräte vor. Am Einsatzort kann mittels der
eingebauten Pumpe (1.000 l/min) und des
Wasservorrats aus dem 600-l-Tank sofort
ein Schnellangriff eingeleitet werden. Feuerlöscher, Schaummittel und weiteres
Löschgerät ergänzen die Ausrüstung,
Beleuchtungsgerät und eine Wärmebildkamera sind ebenfalls an Bord. Eine
Umfeldbeleuchtung und ein ausfahrbarer
Lichtmast schaffen selbst bei einem
Stromausfall in der Halle eine taghelle
Umgebung. „Natürlich rückt das VLF nie
alleine aus“, beruhigt Horn eventuell
besorgte Gemüter. „Aber beim Brandalarm
aus Bau 150 darf nur das VLF hinein.“ a
Anstelle der Hecktüren wurde im Heck des
Sprinter ein Rollladen eingebaut.
29
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Zetros
Viel Feuer, wenig Straße
Mit dem Zetros Allrad-Hauber erweitert Mercedes-Benz den Produktbereich
Sonderfahrzeug um hochgeländegängige Zwei- und Dreiachser.
Für den Mercedes-Benz Zetros stellen
Hochwassereinsätze sowie
unwegsames Gelände keine Hürden dar.
K
ompakt, leicht, hochgeländegängig. Diese drei Adjektive beschreiben den Mercedes-Benz Zetros am
besten. Entstanden aus militärischen Wurzeln, erschließt sich der in Wörth gefertigte Spezialist inzwischen den zivilen
Bereich.
Fahrwerk, Rahmen und Antrieb entstammen dem Offroad-Programm von
Axor/Atego. Bei der Antriebsphilosophie,
Teilen der Blechstruktur sowie der geländetauglichen Dreipunktlagerung von
Kabine und Aufbauten nimmt der als
Kurzhauber ausgeführte Allrad-Zwei- und
Dreiachser Anleihen beim Geländekünstler Unimog. Für Vortrieb sorgt ein 7,2 l
großer EURO-5-Reihensechszylinder mit
240 kW (326 PS) und 1.300 Nm maximalem Drehmoment. Die Kraftübertragung
übernimmt ein hydraulisch geschaltetes
9-Gang-Getriebe vom Typ G 131. Auch ein
Automatikgetriebe ist erhältlich.
Der Zetros verfügt über permanenten
Allradantrieb via VG 1700-Verteilergetrie-
30
be mit einer zusätzlich schaltbaren
Geländereduktion von 1:1,69. Die Lenkung
übernimmt der Zetros vom Axor.
Bei den Achsen setzt der robuste
Geländekünstler auf die bewährten
AL7/HL7/HD7-Außenplanetenachsen. Die
Breitspalt-Parabelfedern mit Stabilisatoren und HD-Stoßdämpfer an allen Achsen
sowie Trommelbremsen stehen für
unkomplizierte, servicefreundliche und
robuste Technik. Typisch ist die Einzelbereifung im Format 14.00 R 20, die neben
ausgezeichneter Traktion auch eine Achslast bis neun Tonnen ermöglicht und auf
Wunsch auch mit Reifendruck-Regelanlage geliefert wird.
Die neu gestaltete Kabine erlaubt auch
niedrige Durchfahrhöhen. Für den zivilen
Einsatz bieten die kompakten Abmessungen den Vorteil, auch enge Passagen ohne
Schäden am Fahrzeug meistern zu können. Die Konzeption als Hauber mit einem
weit nach vorne verlegten Motor sorgt für
ein Plus an Vorderachslast und damit für
optimale Traktion sowie ideale Wartungsbedingungen. Und weil die Insassen zwischen den Achsen Platz nehmen, bleibt
auch beim Geländeeinsatz ausreichend
Fahrkomfort. Erste Varianten des Zetros
liefert Mercedes-Benz in den Radstandsvarianten 4.800 mm (4x4) sowie 4.750 +
1.450 mm (6x6). Weitere Varianten sind
bereits in der Konzeption.
Aktuell arbeitet Mercedes-Benz an zwei
Varianten des Zetros, die sich für die
Brandbekämpfung eignen: einem TLF, das
die Firma Ziegler aufbaut, sowie einem
Wechselladerfahrzeug von Atlas. Die
geräumige Hauber-Kabine bietet mit einem
Stauvolumen von bis zu 1.400 l Platz für
bis zu drei Personen inklusive Schutzausrüstung. Mit einer Wattiefe von bis zu
1,2 m sind auch Hochwassereinsätze für
den Zetros kein Problem. Speziell für die
Feuerwehr wurde der oben liegende
Nebenabtrieb konzeptioniert, der Löschfahrzeugherstellern den Antrieb einer
Feuerlöschkreiselpumpe ermöglicht. a
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Signalsysteme
LED-Lichter aus Lippstadt
Hella setzt neue Maßstäbe in der Evolution des Blaulichtbalkens. Für Einsatzfahrzeuge
von Feuerwehr, Rettung und Polizei wurde die Sondersignalanlage RTK 7 entwickelt.
W
enn das Licht von mehr als
2.000 Kerzen aus nur acht LEDs
eines Leuchtkörpers in Sekundenbruchteilen erstrahlt, ist der künstliche Blitz nicht zu übersehen. Ebenso der
klare Schriftzug in Rot, der die Verkehrsteilnehmer warnt.
Die RTK 7 ist ein wahres Hightech-Produkt, das im Vergleich zu seinen Vorgängermodellen in naher Zukunft auch die
Dächer europäischer Einsatzfahrzeuge
schmücken wird.
Das neu konzipierte optische und akustische Warnsystem wurde in zigtausenden
Teststunden erfolgreich erprobt und ist
bereits bei ersten Fahrzeugflotten von
deutschen Behörden im praktischen Einsatz. Zu den jüngsten Anwendungsbeispielen zählen Sprinter des Bundesamtes
für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
„Die Sondersignalanlage hat sich als
besonders flexibel und effizient erwiesen“, erklärt Zielgruppenmanager Peter
Wagner und betont: „Alle Lichttechnikkomponenten sind in leistungsfähiger,
sparsamer und langlebiger LED-Technologie ausgeführt und lassen sich – ganz
nach Kundenwunsch und ebenso nach
länderspezifischen Bestimmungen – individuell konfigurieren.“
LED-Licht zeichnet sich übrigens durch
eine um 40 % geringere Leistungsaufnahme aus und schont – vor allem im Standbetrieb – das Bordnetz.
Das flache, aerodynamische Design der
Anlage ist zeitlos modern und bewirkt
messbare Kraftstoffeinsparungen am Trägerfahrzeug. Durch die modulare Bauweise kann es in Breiten zwischen 900
und 2.000 mm montiert und somit vom
smart fortwo über den Mercedes-Benz
Die neue LED-Technologie ist nicht nur sparsamer, sondern auch leistungsfähiger.
Sprinter bis zum schweren Löschfahrzeug
genutzt werden. Als Neuheit des Jahres
2010 wird auch eine 24-V-Anlage für diese
Großfahrzeuge in Fertigung gehen.
Zu den Komponenten des RTK-7 Systems gehören neben den BSF-LED-Fernblitzern ein Anhaltesignalgeber in LED,
ein LED Signal Bar, LED Alley Lights zur
seitlichen Straßenerleuchtung sowie
Arbeitsscheinwerfer mit H9-Leuchtmittel
oder alternativ ebenfalls in LED-Ausführung. Auch als Frontblitzer werden
LED-Leuchten angeboten.
Die Ansteuerung erfolgt über ein programmierbares Bedienteil oder ein fahrzeugspezifisches Bedienelement, wobei
der Betrieb auch über Highspeed-CAN-Bus
möglich ist.
Neuerdings stellt Hella ergänzend zu
den kompakten Druckkammerlautspre-
chern ein neu entwickeltes Akustikmodul
in Form eines Kennzeichenträgers zur
Verfügung, bei dem die in den Kennzeichenträgern integrierten Lautsprecher für
erhöhte Sicherheit und reduzierte Schallimmission im Fahrzeuginnenraum sorgen. Der Kennzeichenträger ist ein universeller, an jedem Fahrzeug vorhandener
Montageraum, der eine ungehinderte Signalabstrahlung nach vorne garantiert.
„Die Modulbauweise, die programmierbaren Funktionen und die flexiblen
Bedienmöglichkeiten – nicht zuletzt die
Leistung und Zuverlässigkeit dieser innovativen Sondersignalanlage – gewährleisten eine europaweite Anwendung in allen
Bereichen von Feuerwehr, Rettung und
Polizei“, schlussfolgert Peter Wagner.
Damit hat Hella wieder ein Stück helleres
Licht auf den Weg gebracht. a
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13.03.2008 13:32:21 Uhr
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Seele and Geist
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