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Forschung und Lehre 1/2014 - Forschung & Lehre

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21. Jahrgang | 7,– $
www.forschung-und-lehre.de
Forschung
& Lehre
1 |14
a l l e s wa s d i e w i s s e n s c h a f t bew e g t
Medizin
Zwischen Kostendruck
und Heilsversprechen
| ab Seite 8
Großer
Akademischer
Stellenmarkt
| ab Seite 63
ST U DI ENA N FÄ N G E R
G RU N D G E H Ä LT E R W
QUA L I TÄT S KON T ROL L E
Validität von
KMK-Prognosen
| ab Seite 28
Länderübersicht
| ab Seite 34
Franchising von
Studiengängen
| ab Seite 40
Villa Vigoni-Gespräche 2015
Die Villa Vigoni schreibt im Rahmen einer Vereinbarung mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft für das
Jahr 2015 die
Villa Vigoni-Gespräche in den Geistes- und Sozialwissenschaften
aus. Die Villa Vigoni-Gespräche gelten Themen, die die aktuellen Debatten zur Kultur, Geschichte und
Gesellschaft Europas vertiefen. Im Mittelpunkt steht die intensive Auseinandersetzung im Gespräch, die
sich bewußt von den üblichen Konferenzformaten unterscheidet. Die Teilnehmerzahl ist daher auf maximal
20 begrenzt. Ausdrücklich erwünscht sind auch Doktorandenkolloquien mit bis zu vier Dozenten. Es
besteht auch die Möglichkeit, Anträge für das Format Close Reading „Klassiker Lesen“ zu stellen.
Im Falle der Bewilligung werden die tatsächlich entstehenden Fahrt- und Aufenthaltskosten erstattet.
Antragsberechtigt sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die an deutschen Institutionen tätig
sind, ferner solche aus anderen Ländern, insbesondere aus Italien, unter der Bedingung, daß sie einen
deutschen Mitantragsteller haben; im Fall eines deutschen Antragstellers ist ein italienischer Mitantragsteller wünschenswert (s. Antragsformular www.villavigoni.eu).
Der Antrag soll in der Planung des Ablaufs das innovative Gesprächsformat erkennbar machen. Das Vorhaben soll dem institutionellen Auftrag der Villa Vigoni Rechnung tragen, „die deutsch-italienischen Beziehungen in Wissenschaft, Bildung und Kultur im europäischen Geist“ zu fördern, und möglichst auch eine
Begegnung des wissenschaftlichen Nachwuchses ermöglichen. Nicht antragsfähig sind Vorhaben, bei
denen die überwiegende Zahl der Teilnehmer nur von einem Ort oder zwei Orten stammt. Für deutschfranzösisch-italienische Arbeitsgruppen steht ein eigenes Förderprogramm bei der Villa Vigoni zur Verfügung (Trilaterale Forschungskonferenzen).
Falls erforderlich, können Mittel für eine Simultanübersetzung mitbeantragt werden.
Die Anträge müssen in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden. Einreichungen in italienischer
Sprache sind möglich; in diesem Fall muß jedoch eine deutsche Übersetzung beigefügt werden (möglichst
im gleichen Dokument). Die Anträge müssen alle Angaben enthalten, die eine begründete Entscheidung
erlauben (Höchstumfang 8 Seiten). Beizufügen sind eine Begründung, die die wissenschaftliche Bedeutung
und Zielsetzung des Gesprächs zu beurteilen erlaubt, eine Darstellung des vorgesehenen Ablaufs sowie
eine Liste der Teilnehmer (Höchstzahl 20) mit dem Vermerk, inwieweit bereits Zusagen vorliegen. Es wird
empfohlen, das Antragsformular zu verwenden, das auf der Homepage der Villa Vigoni abrufbar ist. Der
Antrag muß die Unterschrift aller Koordinatoren tragen. Ein Kostenvoranschlag ist nicht beizufügen. Für
Rückfragen steht Dott.ssa Caterina Sala (Tel. +39 0344 361239; E-Mail: sala@villavigoni.eu) zur Verfügung.
Anträge werden bis zum 15. APRIL 2014 erbeten an die Generalsekretärin des
Deutsch-Italienischen Zentrums für Europäische Exzellenz Villa Vigoni,
Prof. Dr. Immacolata Amodeo, entweder postalisch
Via G. Vigoni 1, I-22017 Loveno di Menaggio – CO
oder per E-Mail: segreteria@villavigoni.eu
1|14
S TA N D P U N K T
Forschung & Lehre
1
Mehr Aufrichtigkeit
Foto: David Ausserhofer
Überall und jederzeit
nutzbare
Informationstechnologien führen zu einem völlig
neuen Informationsverhalten über das gesamte gesellschaftliche
Spektrum hinweg. Alle
klassischen Massenmedien, insbesondere
aber die Printmedien,
wurden und werden
von diesen Veränderungen
getroffen.
Reinhard Hüttl
ist wissenschaftlicher
Als Konsequenz erVorstand des Helmholtzgibt sich ein ständig
Zentrums Potsdam (GFZ)
zunehmender
Sparund Präsident der acatech
druck in Verlagen und
– Deutsche Akademie der
Sendeanstalten – und
Technikwissenschaften.
hier stehen besonders
die Wissenschaftsressorts im Visier. Nur
sehr vereinzelt ist es den Wissenschaftsjournalisten gelungen, ihren Stellenwert als Querschnittsexperten zu verankern. Wissenschaftsressorts gelten vielerorts als nettes, im Zweifel aber verzichtbares Anhängsel. Allzu schnell gerät dabei aus
dem Blick, dass eine Nachrichtenredaktion nur
dann fundiert über Naturereignisse oder Naturkatastrophen berichten kann, wenn die wissenschaftlichen Fakten bekannt sind. Allein eine adäquat informierte – also auch wissenschaftlich aufgeklärte – Bevölkerung kann zu Themen wie Klimawandel, Gen- und Nanotechnologie, Energiewende oder Präimplantationsdiagnostik eine Entscheidung treffen. Kurzum: Die sachgerechte Information über Forschung, Wissenschaft und
Technologie ist eine conditio sine qua non, eine
unerlässliche Vorbedingung für ein funktionierendes Gemeinwesen.
Parallel zur Krise des Wissenschaftsjournalismus, aber durchaus nicht unabhängig davon, pro-
fessionalisierten sich die Kommunikationsabteilungen der Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Die Qualität in den Kommunikationsbüros stieg rasant – und zugleich der Druck, sich im
Wettbewerb miteinander zu positionieren und dafür das eigene Erscheinungsbild aufzupolieren.
Die Folgen beider Entwicklungen liegen auf der
Hand: Die Medien müssen sich durch interessante
Informationen am Markt behaupten, die Forschungseinrichtungen bieten ihnen den Stoff, den
sie dazu brauchen, und laufen dabei Gefahr, durch
Zuspitzungen ihre wissenschaftlichen Ergebnisse
zu überhöhen: Übertreibungen sind daher systembedingt vorprogrammiert, neue wissenschaftliche
Erkenntnisse werden schnell zu nobelpreiswürdigen, revolutionären Änderungen des Weltbildes
vergrößert.
Dieser Ökonomisierungsdruck ist eine der wesentlichen Ursachen für den derzeitigen Erosionsprozess in der Qualität der Wissenschaftsberichterstattung. Betroffen sind beide Seiten des
Schreibtischs, Wissenschaftsjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Und beide Seiten müssen liebgewonnene Selbsteinschätzungen ablegen.
Weder ist die Wissenschaft unabhängig von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, politischen
Meinungen und eigenen Weltanschauungen, noch
sind die Redaktionen frei von Redaktionsstatuten,
Haupt-Anzeigenkunden und der Meinung der Leserschaft. Mehr Ehrlichkeit täte hüben wie drüben
gut.
Daher brauchen wir eine neue Qualitätskontrolle für die Aufrichtigkeit der Berichterstattung
auf beiden Seiten. Die Zeit dafür scheint reif zu
sein, es gibt bereits Ansätze zur Entwicklung solcher Kriterien, und Verantwortliche auf beiden
Seiten des Schreibtischs begreifen endlich: Wissenschaftskommunikation ist ein Gesamtprozess;
sie ist die Klammer, die den Wissenschaftsjournalismus der Medien mit der Öffentlichkeitsarbeit
der Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen
verbindet.
2
I N H A LT
Forschung & Lehre
Inhalt
1|14
Medizin
S TA N D P U N K T
Reinhard Hüttl
1
Mehr Aufrichtigkeit
4
Mehr Befristungen und Teilzeit bei Professorinnen
als bei Professoren
MEDIZIN
Julika Loss
8
Zwischen Technik und Menschlichkeit
Wissenschaftlicher Fortschritt in der Medizin
Florian Steger
12
Therapieansätze und Risikoprofil
Chancen und Grenzen der individualisierten Medizin
Jürgen Schäfer
14
„Es muss die Systemfrage erlaubt sein...“
Patienten zwischen Uniklinik und DRG-System
Michael Albrecht
18
Ärzte und Patienten beschleicht zunehmend das Gefühl, dass der wissenschaftliche Fortschritt in der Medizin
und die Frage der Finanzierbarkeit auf
Kosten der Menschlichkeit gehen. Ist
die Wahrnehmung richtig? Wie gehen
Ärzte mit den Erwartungen der Patienten, den Kostensteigerungen und der
Halbwertszeit des Wissens um? Einblicke und Ausblicke in die Medizin von
heute und morgen.
Medizin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
„Das
System muss kurzfristig umgebaut werden“
Kernprobleme der universitären Medizin
Rainer Rupprecht
20
Foto: picture-alliance
NAC H R IC HTE N
Translation
Vom Labor in die Klinik
Prognosen der KMK
Irmtraut Gürkan
22
Extremkostenproblem
Universitäre Medizin aus kaufmännischer Perspektive
24
Medizin im Zahlenspiegel
26
„Medizinisch“ denken
Worauf es ankommt – zwei Ärzte berichten
PROGNOSEN
Dieter Dohmen
28
Studienanfängerzahlen
Ein Rückblick auf die KMK-Prognosen der letzten 20 Jahre
BOLOG NA-R E F OR M
Stefan Kühl
32
Die Mikro-Master
Die magische Vervielfältigung von Studienabschlüssen
im Rahmen der Bologna-Reform
Eine Welt ohne Prognosen ist nicht
mehr vorstellbar. Doch was passiert,
wenn sich Prognosen im Nachhinein als
ungenau, im schlimmsten Fall als falsch
erweisen? Eine exklusiv für Forschung
& Lehre erstellte Analyse der Prognosen zu den Studienanfängerzahlen geht
der Frage nach, wie valide die Vorhersagen der KMK in den letzten 20 Jahren
waren.
Studienanfängerzahlen . . . . . . . . . . 28
1|14
I N H A LT
Forschung & Lehre
Studienabschlüsse
LÄN DE R SYNOP S E
Foto: picture-alliance
34
Neue Studiengänge schießen wie Pilze
aus dem Boden. Ist die Zahl und das
Ausmaß der Vielfalt sachlich gerechtfertigt oder vielmehr die Folge von überbordendem Reformeifer und Selbstprofilierung?
Die Mikro-Master . . . . . . . . . . . . . . . 32
W-Besoldung 2014
Eine Übersicht der Grundgehälter
I N T E R N AT I O N A L I S I E R U N G
Andreas Pinkwart
36
Hochschulen zukunftsfest machen
Erfolgreiche ausländische Absolventen
sind die besten Botschafter
HOCHSCHULEN
Martin Butzlaff | Uwe Schneidewind
38
W-Besoldung 2014
Die Höhe des Grundgehalts unterscheidet sich in den einzelnen Ländern zum
Teil erheblich. Ein aktueller LänderVergleich verdeutlicht die Spreizung der
Grundgehälter und zeigt auf, ob bzw.
wie die einzelnen Länder auf die Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts, die
W2-Besoldung verfassungskonform auszugestalten, bisher reagiert haben.
Eine Übersicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Gesucht: Neulandbetreter
Die klassische Hochschule steht vor
einem tiefgreifenden Wandel
STU DI E NGÄNG E
Georg Sandberger
40
Franchising von Studiengängen
Analyse eines neuen Phänomens
WA S I S T E I G E N T L I C H . . . ?
Elisabeth André
42
Was ist eigentlich...?
Was ist eigentlich Multimodale Mensch-Technik
Interaktion?
Anpassungen an den Faktor Mensch
KARRIERE-PRAXIS
Gunda Rosenauer
54
Lehren, dass es ankommt…
Erfahrungen aus zehn Jahren Coaching für Professoren
RUBRIKEN
Die zunehmende Komplexität von technischen Systemen lässt manchmal sogar
Experten verzweifeln. Um die Nutzerfreundlichkeit von technischen Geräten
zu verbessern, bedarf es interdisziplinärer Forschung.
Multimodale Mensch-Technik
Interaktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
44
46
48
50
52
56
62
63
82
83
84
Forschung: Ergründet und entdeckt
Zustimmung und Widerspruch
Lesen und lesen lassen
Entscheidungen aus der Rechtsprechung
Steuerrecht
Preise/Habilitationen und Berufungen
Impressum und Informationsservice
Akademischer Stellenmarkt
Exkursion
Enigma
Fragebogen II: Zu Ende gedacht – Barbara Zehnpfennig
3
4
NACHRICHTEN
Forschung & Lehre
1|14
Nachrichten
Mehr Befristungen und Teilzeit bei Professorinnen als bei Professoren
V
on 8.526 Professorinnen an Hochschulen
ZAHL DES MONATS
212 300
Dollar betrug der höchste
Durchschnittsverdienst
eines Hochschullehrers
(Full Professor) an der
Columbia University/New
York, die damit Spitzenreiter aller US-amerikanischen Hochschulen ist.
Quelle: Chronicle of Higher
Education/Almanac 2013/14
sind 10,4 Prozent teilzeitbeschäftigt, bei Professoren
liegt der Anteil bei 5,9 Prozent. Damit sind Professorinnen an Hochschulen fast
doppelt so oft teilzeitbeschäftigt wie Männer. Befristet angestellt sind 24,3 Prozent der
Professorinnen, aber nur 16,3
Prozent der Professoren.
Nimmt man als Bezugsgröße den Frauenanteil in
der jeweiligen Kategorie Teilzeitbeschäftigung und befristete Beschäftigung, so ist der
jeweilige Anteil von Professorinnen höher als der Frauenanteil Professuren an Hochschulen insgesamt. Das geht
aus einem aktuellen Bericht
der Gemeinsamen Wissen-
schaftskonferenz
(GWK)
hervor. Das gleiche Bild ergibt sich demnach für den
wissenschaftlichen Mittelbau
an Hochschulen sowie für
das Wissenschaftliche Personal bei der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und bei der MaxPlanck-Gesellschaft:
Auch
hier ist der jeweilige Anteil
von Frauen, die in Teilzeit
oder befristet beschäftigt
sind, höher als ihr Anteil am
Personal insgesamt. Der
GWK-Bericht zeigt weiterhin, wie sich seit Beginn der
ersten Datenerhebung im
Jahr 1992 der Anteil der
Frauen an Hochschulen bis
zum Jahr 2011 erhöht hat:
Bei den Erstimmatrikulationen von 43,3 Prozent auf
46,6 Prozent, bei den Studienabschlüssen von 39,6 Prozent auf 51,0 Prozent, bei den
Promotionen von 28,9 Prozent auf 44,9 Prozent, bei
den Habilitationen von 12,9
Prozent auf 25,5 Prozent, bei
den Professuren von 6,5 Prozent auf 19,9 Prozent. Der
Bericht „Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen“ist im Internet unter
www.gwkbonn.de abrufbar.
Betreuungsverhältnis weiter verschlechtert
D
ie Zahl der Universitätsprofessuren
hat
sich im Jahr 2012 gegenüber
dem Vorjahr leicht erhöht.
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die für
Forschung & Lehre erhoben
wurden, lehrten 25 973 Professoren an deutschen Universitäten und ihnen gleich-
gestellten Hochschulen. Das
sind 291 mehr als im Jahr
2011. Über den Zeitraum
von zehn Jahren (2002:
23 739 Professoren) sind sogar 2 234 Professuren hinzugekommen. Mit dem Zuwachs bei den Studierendenzahlen halten die Professorenzahlen allerdings nicht
Schritt. Die Zahl der Studierenden ist gegenüber 2011
um knapp 70 000 gestiegen,
gegenüber dem Jahr 2002 um
250 987. Damit hat sich das
Betreuungsverhältnis wie in
den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Es liegt
jetzt im Durchschnitt bei 64
Studierenden pro Hoch-
schullehrer. 2011 waren es
noch 63 Studierende, 2010
60. Wie bereits in den letzten
Jahren hat sich die Zahl der
Abschlussprüfungen wieder
erhöht: von 2011 um 34 175
auf nunmehr 360 727. Es gab
geringfügig weniger Promotionen und mehr Habilitationen.
Uni-Barometer 2013
Univ.-Professoren1
Studierende an Universitäten1
Quelle: Statistisches Bundesamt
davon ausl. Studierende
inkl. Bildungsinländer1
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
23 739
23 712
23 845
23 475
23 361
23 596
23 918
24 356
24 934
25 682
25 973
1 422 688
1 467 890
1 403 491
1 418 377
1 408 544
1 369 075
1 397 492
1 448 616
1 503 839
1 605 401
1 673 675
179 824
193 161
192 012
191 819
187 978
176 043
176 514
179 353
184 205
192 918
204 221
Deutsche Studierende im Ausland
58 300
64 800
66 400
77 100
84 100
92 100
105 600
116 200
127 900
133 800
*
Abschlussprüfungen2
118 839
122 853
131 574
145 047
159 178
179 043
201 372
240 764
279 820
326 552
360 727
Promotionen
23 838
23 043
23 138
25 952
24 287
23 843
25 190
25 084
25 629
26 981
26 807
Habilitationen
2 302
2 209
2 283
2 001
1 993
1 881
1 800
1 820
1 755
1 563
1 646
30 374
30 644
30 536
30 974
32 144
33 475
36 339
38 872
41 239
43 755
*
3 305
3 437
3 466
3 662
3 855
4 262
4 853
5 348
5 908
6 372
*
Ausgaben der Hochschulen
in Mio. Euro
Drittmitteleinnahmen (in Mio. Euro),
alle Hochschulen
* Es liegen noch keine aktuellen Daten vor.
1 Universitäten einschließl. Kunsthochschulen, Pädagogische Hochschulen, Gesamthochschulen sowie Theologische Hochschulen
2 Abschlüsse insgesamt ohne Promotion und Fachhochschulabschluss
1|14
NACHRICHTEN
Forschung & Lehre
Frostiges Klima in Nordrhein-Westfalen
D
ie Landesrektorenkonferenz-NRW geht auf
Konfrontationskurs mit dem
Wissenschaftsministerium
des Landes und wird die Zielvereinbarungen
2014/15
nicht unterzeichnen. Die aktive Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen
Aufgaben
und ihre Verpflichtung zur effektiven Wirtschaftsführung
gebieten es laut LRK den Universitäten, keine unberechenbaren finanziellen Verpflichtungen einzugehen. Die Landesregierung ändere mit dem
nun vorliegenden Entwurf eines neuen Hochschulgesetzes
die zukünftigen Rahmenbedingungen für die Hochschulen gravierend. Dabei sei die
konkrete Ausgestaltung der
künftigen Regelungen zurzeit
nicht bekannt. Eine Unterzeichnung der Ziel- und Leistungsvereinbarungen
für
2014-2015 mit dem Wissenschaftsministerium käme einem Blindflug gleich.
Auch der Präsident des
Deutschen
Hochschulverbandes (DHV), Bernhard
Kempen, hat den Gesetzentwurf scharf kritisiert: „Das
Hochschulzukunftsgesetz
entmündigt die Hochschulen
und droht die positiven Entwicklungen, die NordrheinWestfalens Hochschulen in
den vergangenen Jahren unter dem ,Hochschulfreiheitsgesetz' genommen haben, zunichte zu machen.“ Mit dem
Hochschulzukunftsgesetz
wolle die Landesregierung
die 37 öffentlich-rechtlichen
Hochschulen in ein bürokratisches Korsett mit engen
Vorgaben und kleinteiligen
Berichtspflichten zwängen.
„Hochschulen brauchen zu
ihrer Entfaltung aber keine
kleinliche Detailsteuerung,
sondern Selbständigkeit“, betonte Kempen. Das Hochschulzukunftsgesetz
werde
die Wettbewerbsposition der
Landeshochschulen nachhaltig schwächen. Es gehe an
den Bedürfnissen der Hochschulen vorbei: Mit dem
„Wissenschaftsfreiheitsgesetz“ habe der Bund den außeruniversitären Forschungseinrichtungen
zusätzliche
Freiheiten bei Finanz- und
Personalentscheidungen, bei
Beteiligungen und Bauverfahren gegeben. Vergleichbare Freiheiten bei den unter
die Zuständigkeit der Länder
fallenden Universitäten fehl-
ten bundesweit. Der Entwurf
eines
nordrhein-westfälischen Hochschulzukunftsgesetzes sei ein deutlicher
Rückschritt, weil er statt auf
Hochschulautonomie
und
Wissenschaftsfreiheit
auf
staatliche Lenkung und Regelungsdichte setze. Die Landeshochschulen
brauchten
aber nicht weniger, sondern
die gleichen Rechte wie außeruniversitäre Einrichtungen. Zuvor hatte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, in
einem Offenen Brief an die
Ministerpräsidentin des Landes den Gesetzentwurf scharf
kritisiert und sie dazu aufgefordert, ihn zu überdenken.
Er schränke in zentralen
Punkten die Wissenschaftsfreiheit und Autonomie der
Hochschulen in inakzeptabler Weise ein.
Der DHV wird mit einem
Offenen Brief des Landesverbandsvorsitzenden Wolfgang
Löwer, der noch von Wissenschaftlern unterzeichnet werden kann, die Kritik verbreitern. Der Brief ist auf der Internetseite des DHV unter
www.hochschulverband.de
einsehbar.
DHV gegen Doktor (FH)
D
er Deutsche Hochschulverband (DHV)
will das Promotionsrecht als
ein Alleinstellungsmerkmal
der Universität und ihr
gleichstehender Hochschulen erhalten wissen und lehnt
die Pläne der schleswig-holsteinischen Landesregierung,
Fachhochschulen das Promotionsrecht zu verleihen,
als unausgegoren und verfehlt ab. „Universitäten und
Fachhochschulen haben verschiedene, sich ergänzende
Aufgaben: auf universitärer
Seite Grundlagenforschung
und Bildung durch Wissenschaft, auf der Seite der Fachhochschulen anwendungsorientierte Forschung und pra-
xisnahe Ausbildung“, erläuterte der Präsident des DHV,
Professor Dr. Bernhard Kempen. Das Promotionsrecht sei
damit auch ein wesentliches
Mittel zur Profilbildung der
einzelnen Hochschularten.
Die Verleihung des Promotionsrechts an Fachhochschulen würde zu einer Nivellierung
der
verschiedenen
Hochschularten, einer Verwischung ihrer unterschiedlichen Aufgaben in Ausbildung
und Wissenschaft und damit
zu einer Schwächung des
deutschen Wissenschaftssystems insgesamt führen. Kempen wies darauf hin, dass
FH-Professoren ein doppelt
so hohes Lehrdeputat wie
Universitätsprofessoren und
damit weniger Zeit zur Forschung haben. Bei der Einwerbung der Drittmittel wiesen sie knapp ein Elftel des
durchschnittlichen Drittmittelaufkommens eines Universitätsprofessors auf (2010:
23.400 gegenüber 261.700
Euro).
Selbstverständlich
müsse qualifizierten FH-Absolventen die Promotion an
Universitäten
ermöglicht
werden. Statt das Promotionsrecht auszudehnen, müsse deshalb die Zusammenarbeit zwischen Fachhochschulen und Universitäten intensiviert werden.
K O M M E N TA R
Aufstand
In NRW brennt die Luft.
Über einen Gesetzentwurf,
der allein Klientelpolitik
betreibt, wären die Hochschulen vielleicht noch mit
der üblichen Verärgerung
hinweggekommen. Aber es
geht um mehr, vielleicht sogar Historisches: Die Verteidigung mühsam gewonnener Autonomie und eines Freiheitsstatus, den
viele Hochschulen in anderen Bundesländern neidisch beäugen. Es geht um
die Grundfrage, wieviel
Leine der Finanzier Staat
sinnvollerweise den Hochschulen lassen sollte.
Wer Sympathie für David
gegen Goliath-Kämpfe hat,
wird diese Auseinandersetzung mit Spannung und Interesse verfolgen. Natürlich
wissen die Hochschulen
nur zu genau, dass sie am
kürzeren Hebel sitzen. Aber
der bemerkenswert eisige
und erbitterte Widerstand
bei wichtigen Multiplikatoren der Gesellschaft kann
Rot/Grün nicht kalt lassen.
Es gilt weiterhin die politische Faustformel, dass man
Wahlen wegen guter Bildungspolitik nicht gewinnen, wegen schlechter aber
sehr wohl verlieren kann.
Insofern wäre es kein Signal der Schwäche, sondern
politischer Klugheit, wenn
der Landtag im anstehenden Gesetzgebungsverfahren den Entwurf kräftigen
Änderungen unterziehen
würde. Schließlich dürfte
den Abgeordneten weder
die verheerende Stimmung
unter den nordrhein-westfälischen
Hochschulen
gleichgültig sein, noch
kann ihnen ihre eigene Entmündigung durch die gesetzliche Dauerparole „Alle
Macht dem Ministerium“
wirklich gefallen.
Michael Hartmer
5
6
NACHRICHTEN
C OT T B U S
Kritik an Fusion nimmt zu
ie fusionierte Hochschule BTU Cottbus-Senftenberg hat auch ein halbes Jahr nach ihrer Gründung
noch keinen Gründungspräsidenten. Dies bedeute auch,
so Beobachter, dass es weiterhin keine Berufungen, keine strategischen und wissenschaftsrelevanten Entscheidungen gebe. „Der totale Stillstand bleibt erhalten“, heißt
es. Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultätentag sowie der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft haben sich ausdrücklich gegen die Fusion von Fachhochschule und Universität ausgesprochen.
Der von Wissenschaftsministerin Sabine Kunst Beauftragte für die BTU Cottbus-Senftenberg, Birger Hendriks,
wird nach Aussagen von Beobachtern ob des aktuellen
Stillstands vehement kritisiert. Hendriks und Ministerin
Kunst mussten sich auch vor dem Wissenschaftsausschuss und den Fraktionen kritischen Fragen stellen.
D
Beteiligung der Länder am
DFG-Overhead
D
er Bundesrechnungshof hat das Bundesforschungsministerium
aufgefordert, seine Programmpauschale
(Overhead)
den
Hochschulen nur noch dann
zu gewähren, wenn die Länder sich spätestens ab 2016
daran „angemessen beteiligen“. Das berichtet der Berliner Tagesspiegel. Der Bundesrechnungshof kritisiere,
der Bund trage die Kosten al-
lein, obwohl die DFG anteilig von Bund und Ländern finanziert werde. Die Universitäten dürften nicht immer abhängiger von den Transferleistungen des Bundes werden. Außerdem sei durch eine Studie zu klären, ob die
Infrastruktur der Hochschulen tatsächlich von Projekten
dermaßen belastet werde,
dass die Höhe der Pauschale
angemessen sei.
Forschung & Lehre
1|14
Rekord bei FuE-Ausgaben
M
it 53,8 Milliarden
Euro haben die deutschen Unternehmen 2012 so
viel Geld für interne Forschung und Entwicklung
(FuE) ausgegeben wie nie zuvor. Das waren 5,3 Prozent
mehr als im Vorjahr, heißt es
in der aktuellen FuE-Erhebung des Stifterverbandes für
die Deutsche Wissenschaft.
Damit sei das im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vereinbarte Ziel, drei
Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und
Entwicklung aufzuwenden,
erreicht. Zwei Drittel dieser
Summe stammen aus der
Wirtschaft, insbesondere der
Industrie.
Die Quote der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft
als Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist im Vergleich zum
Vorjahr von 1,97 Prozent auf
2,02 Prozent gestiegen. Zusammen mit den von 0,94
auf 0,96 Prozent ebenfalls gestiegenen staatlichen Aufwendungen betrage die FuEQuote nun insgesamt 2,98
Prozent. Das Forschungspersonal wurde um 2,9 Prozent
auf insgesamt über 367 000
Vollzeitkräfte
aufgestockt.
Zusätzlich zur eigenen Forschung und Entwicklung ha-
ben die Unternehmen externe Forschungsaufträge in
Höhe von 12,8 Milliarden
Euro vergeben, etwa an
Hochschulen
oder
Forschungseinrichtungen – ein
Plus von 3,8 Prozent.
Die FuE-Aktivitäten der
Wirtschaft spielen sich vor
allem in der Industrie ab. Die
bedeutendsten
Branchen
sind der Fahrzeugbau, die
Elektroindustrie, der Maschinenbau sowie die Chemieund Pharma-Industrie. Allein
auf die Unternehmen des
Fahrzeugbaus entfallen 37
Prozent der internen FuEAufwendungen. Doch nicht
nur das Volumen, auch die
Wachstumsdynamik dieser
Branche ist hoch. Die Hersteller von Personen- und
Lastkraftwagen erhöhten allein von 2011 auf 2012 ihre
internen FuE-Aufwendungen
um überdurchschnittliche 6,4
Prozent. Noch stärker wurde
Forschung und Entwicklung
in Unternehmen ausgeweitet,
die Datenverarbeitungsgeräte
oder elektronische Erzeugnisse herstellen. Auch die Informations- und Kommunikationsdienstleister
haben
überdurchschnittlich in FuE
investiert.
um durch Einwerbung privater Spenden schließen“, erläuterte der Präsident des
Deutschen
Hochschulverbandes (DHV), Professor Dr.
Bernhard Kempen, die Entscheidung. Durch ihr vorbildhaftes, öffentlichkeitswirksames Auftreten habe sich Bohnenkamp-Renken in herausragender Weise um das Ansehen des Wissenschaftler- und
Professorenberufs in der Öffentlichkeit
verdient
gemacht.
Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird Professorin
Bohnenkamp-Renken am 24.
März 2014 im Rahmen der
sechsten „Gala der Deut-
schen
Wissenschaft“
in
Frankfurt am Main verliehen,
auf der auch academics – der
akademische
Stellenmarkt
von der ZEIT und der Zeitschrift „Forschung & Lehre“
– den Preis für den/die
„Nachwuchswissenschaftler/-in des Jahres“ vergeben
wird. Die mit 5.000 Euro prämierte Auszeichnung erhält
Juniorprofessor Dr. Walid
Maalej, Informatiker von der
Universität Hamburg, für seine Forschungsleistungen und
sein Engagement bei „Schotsteck“, dem Hamburger Programm für integrative Talentund Berufsförderung.
Hochschullehrerin des Jahres
F
rau Professorin Dr. Anne
Bohnenkamp-Renken,
Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts und des
Goethe-Hauses in Frankfurt
am Main und Professorin für
Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Frankfurt, erhält vom
Deutschen
Hochschulverband (DHV) die Auszeichnung „Hochschullehrer/-in
des Jahres“.
„Kollegin BohnenkampRenken setzt sich unermüdlich für die Errichtung eines
Deutschen Romantik-Museums in Frankfurt ein. Sie
möchte einen kulturellen
Schatz erstrahlen lassen und
legt dafür ein überobligatorisches Engagement an den
Tag. Auch nach dem Ausstieg
der Stadt Frankfurt aus der
Finanzierung dieses Erinnerungsortes versucht sie zielstrebig und unbeirrt, die weltweit einzigartige Sammlung
zur Literatur der deutschen
Romantik, die in den vergangenen 100 Jahren vom Freien
Deutschen Hochstift, dem
Träger des Frankfurter Goethe-Hauses, zusammengetragen wurde, der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Mit
Überzeugungs- und Tatkraft
will sie die entstandene Finanzierungslücke für ein
Deutsches Romantik-Muse-
1|14
FUNDSACHEN
Forschung & Lehre
7
Fundsachen
Mythos
„Nein, sicher nicht. Wenn man das an
der Zahl der Nobelpreisträger festmacht, was viele offenbar gerne tun,
dann muss man klar sagen: Das ist
falsch. Ein Mythos. Wir können die
Vereinigten Staaten nicht mit Deutschland vergleichen. Wir müssen sie mit
Europa vergleichen, und hier liegt
Europa deutlich vorne. Die Top-Länder
in Europa sind Großbritannien,
Deutschland, Frankreich, Schweden
und die Schweiz. Wenn Sie die fünf
nehmen, haben Sie schon genauso viele
Nobelpreise wie die Vereinigten Staaten. Wenn wir den Rest Europas mit
dazu nehmen, haben wir hundert Nobelpreisträger mehr.“
Professor Peter Gruss, Präsident der
MPG, auf die Frage ob die USA das Land der
wissenschaftlichen Eliten seien; zitiert nach
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom
10. Dezember 2013
Reform
„Wo der jeweilige Reformbedarf herkommt, ist (für Baden-Württemberg
und Nordrhein-Westfalen) nicht ganz
leicht zu sagen. Die nordrhein-westfälischen Hochschulen waren, ausweislich
von Mitteilungen ihrer Rektorenkonferenz (LRK), mit dem bislang geltenden,
vom Minister Andreas Pinkwart (FDP)
etwas pathetisch getauften „Hochschulfreiheitsgesetz“ der Vorgängerregierung
ganz zufrieden. Und dass die Universitäten in Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen, Freiburg und Konstanz ihren Ruf
trotz des Landesgesetzgebers errungen
haben, hat auch noch niemand behauptet. Aber wir leben in der Moderne, also muss auch reformiert werden, was
gar nicht leidet.“
Bankrotteure
„Alles, was nicht im Netz ist, wird in Zukunft nur noch geistiger
Besitz einer Minderheit sein. Und alles, was kostenlos im Netz
ist, wird dem Gesetz der digitalen Wildnis verfallen, es wird an
äußerem wie innerem Wert verlieren und seine Urheber zu
Bankrotteuren ihres eigenen Schaffens machen.“
Andreas Kilb; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. Januar 2013.
schul-Rankings darüber, welche Hochschule wie viel Geld bekommt, wer mit
wem zusammenarbeitet und wohin es
die besten Studierenden zieht. Wendy
Espeland (Northwestern University) zitierte die typische Reaktion der Dekanate: „Wir wissen, dass die Rankings
die falschen Kriterien haben, aber wir
müssen dringend etwas tun, um unsere
Position zu verbessern.“
Manuela Lenzen; zitiert nach Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 18. November 2013
Experten
„Schule funktioniert nicht ohne Eltern,
Schule gegen Eltern schon gar nicht.
Aber in der Schulpolitik ist die Neigung
von Nichtexperten zu intervenieren erstaunlich groß. Kein Mensch käme auf
die Idee, einen Blinddarm zu operieren,
nur weil er selbst einen hat. Wer eine
Schule besucht hat, ist noch kein Experte in Bildungsfragen. Ein gefühltes
Unbehagen sollte nicht der Ausgangspunkt für Schulpolitik sein.“
Professor Dieter Lenzen, Präsident der
Universität Hamburg; zitiert nach Der Spiegel
51/2013
Optimierungswahn
„Das ,Projekt Kind‘ erlaubt nun einmal
prinzipiell kein Scheitern, denn Scheitern ist im System nicht vorgesehen.
Damit ist das zweite Problem des heutigen Menschen benannt: Jedes NichtErreichen selbstgesetzter Ziele wird als
narzisstische Kränkung verstanden, unbeschadet des realistischen Gehalts des
zuvor jeweils gesetzten Zieles.“
Josef Zellner; zitiert nach Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 21. November 2013
Experiment
„Ganze acht Jahre: So lange haben die
Länder gebraucht, um sich einmal im
Kreis zu drehen. Sieben Länder führten
Studiengebühren ein, nachdem das
Bundesverfassungsgericht es 2005
grundsätzlich erlaubte; am Dienstag
stimmte der niedersächsische Landtag
als letzter dafür, die Gebühren abzuschaffen. Das Experiment Studiengebühren ist vorerst gescheitert.“
Marlene Weiß; zitiert nach Süddeutsche
Zeitung vom 10. Dezember 2013
Jürgen Kaube; zitiert nach Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 12. Dezember 2013
Quantifizierung
„Die Quantifizierung der Welt kommuniziert nicht nur Zahlen von zweifelhaftem Wert, sie drängt die Quantifizierten, sich ihren Kategorien anzupassen. Die Ergebnisse sind nicht selten
schizophren: Seit Beginn der achtziger
Jahre entscheiden Zahlen in Hoch-
Zeug
„Die Philosophie auf Academien hat unnütz Zeug genug, das
man weder zu sieden, noch zu braten brauchen kann.“
Christian Thomasius: Der studierenden Jugend zu Leipzig in einem Discours von denen
Mängeln der heutigen Academien, Halle 1688
8
MEDIZIN
Forschung & Lehre
1|14
Zwischen Technik und
Menschlichkeit
Wissenschaftlicher Fortschritt in der Medizin
| J U L I K A L O S S | Mit der Entwicklung der modernen
Medizin gehen umwälzende Veränderungen einher, die weitreichende Folgen für
Arzt und Patient haben. Alle Beteiligten im Gesundheitswesen stehen vor neuen
Herausforderungen. Welche Auswirkungen hat der Wandel in der Medizin?
I
n der Medizin hat sich in den verfort. Im Grunde ist der Nucleus aller
gangenen Jahrzehnten vieles veränVeränderungen der medizinische Fortdert. Der US-amerikanische Sozialschritt, der dann die weiteren Phasen
mediziner A. S. Relman spricht sogar
ins Rollen gebracht hat. Zu den unzähvon Revolutionen, die die ärztliche Beligen bahnbrechenden pharmakologirufsausübung geprägt haben. Am Beschen und medizintechnischen Entginn steht dabei, als „erste Revolution“,
wicklungen der letzten Jahrzehnte geder außerordentliche wissenschaftliche
hören – um nur einige zu nennen – die
Fortschritt in der Medizin in den NachNeuerungen in der Bildgebung (z.B.
kriegsjahren, der andernorts auch als
Computertomographie,
Magnetreso„Explosion des Machbaren“ beschrienanztomographie), die klinisch-chemiben wird. In den siebziger Jahren kam
schen und immunologischen Mögliches dann nach Relman zu einer zweiten
keiten in der Diagnostik; im therapeutiRevolution, der Phase der
Kostendämpfung, die auch
»Heute hat ein medizinisches
heute noch allgegenwärtig
Lehrbuch maximal ein halbes
spürbar ist, beispielsweise
in Form der unzähligen
Jahrzehnt Gültigkeit.«
Gesundheitsreformgesetze
oder der Einführung allgemeiner Budgetierungen oder Fallpauschen Bereich die Antibiose, die erhebschalensystemen. Es schließt sich die
lich
verbesserten
medikamentösen
Revolution der Bewertung und RechtMöglichkeiten in der Krebstherapie,
fertigung an (englisch: assessment and
oder auch die sog. interventionelle Theaccountability) – Ärztinnen und Ärzte
rapie (Endoskopie, Herzkatheter), mit
werden für ihre individuellen Leistunderen Hilfe ohne große operative Eingen zur Verantwortung gezogen, man
griffe Schleimhautveränderungen entfordert wissenschaftlichen Wirksamfernt oder Gefäßengstellen aufgeweitet
keitsnachweis, man kontrolliert die
werden können. Auch die Chirurgie selQualität, man erwartet Wirtschaftlichber hat immer neue Eingriffe möglich
keit. Diese drei umwälzenden Verändegemacht, denken wir an Organtransrungen sind keine Entwicklungen, die
plantationen oder an Operationen am
einander abgelöst haben, sondern hänoffenen Herzen. Dieser medizinische
gen zusammen und wirken bis heute
Fortschritt ist ohne Frage ein Segen für
AUTORIN
Julika Loss ist Professorin für Medizinische Soziologie am Institut für Epidemiologie
und Präventivmedizin der Universität Regensburg.
die Menschheit; wir würden heute nicht
mehr darauf verzichten wollen. Wir
können durch die moderne Medizin
vieles in Angriff nehmen, heilen, behandeln, was vor Jahrzehnten noch den
Tod oder lebenslanges Leiden bedeutet
hätte. Das spiegelt sich auch in der Lebenserwartung wider: lag diese um
1860 noch bei 35 (Männer) bzw. 40
Jahren (Frauen), stieg sie in der Folgezeit kontinuierlich an auf mittlerweile
77 bis 82 Jahre. Die Verlängerung der
Lebenszeit mag v.a. auf Verbesserungen
in Hygiene und Ernährung sowie auf
die erhöhte Sicherheit bei der Arbeit
und im Straßenverkehr zurückzuführen
sein; aber auch die Entwicklungen in
den medizinischen Behandlungsmethoden tragen zu geschätzten 30 bis 50
Prozent dazu bei. Wir können die Lebensqualität verbessern, auch bei Erkrankungen, die nicht heilbar sind.
Aber der Ärztestand ist wie die Disziplinen von Medizinsoziologie und
-psychologie, Medizinethik und Gesundheitswissenschaften auch immer
aufgerufen, die verschiedenen Herausforderungen und mögliche bedenkliche
Auswirkungen des medizinischen Fortschritts zu reflektieren.
Sinkende Halbwertszeit des
Wissens
Das Ausmaß des medizinischen Fortschritts in den letzten Jahrzehnten verdeutlicht ein Blick zurück in die Antike:
Der griechische Arzt Galen hat um 150
n. Chr. durch anatomische Versuche an
Tieren Erkenntnisse gewonnen, über
die er eine Reihe von Werken verfasst
hat. Diese Bücher waren die Grundlage
der medizinischen Ausbildung und
Heilkunde bis zur Renaissance; 1 200
Jahre hat man nach Galens Lehrbüchern Medizin gelernt, gelehrt und
praktiziert. Heute hat ein medizinisches
Forschung & Lehre
MEDIZIN
9
Foto: picture-alliance
1|14
Lehrbuch maximal ein halbes Jahrzehnt
rüber gegangen ist, wissen wir alle. Man
Gültigkeit. David Sackett hat einmal die
könnte zu den eingangs erwähnten drei
Halbwertszeit des medizinischen WisRevolutionen vielleicht noch eine vierte
sens auf drei bis fünf Jahre angesetzt.
hinzufügen: Revolution durch InformaDie Folge ist, dass Ärzte sich kontinution und Kommunikation. Denn inzwiierlich weiterbilden müssen. Man hat
schen wissen Patientinnen und Patienausgerechnet, dass ein Internist täglich
ten durch laienverständliche Informa19 Artikel lesen
müsste, um wenigs»Ein Internist müsste täglich 19 Artikel
tens mit den wichlesen, um mit den wichtigsten Enttigsten Entwicklungen Schritt halten
wicklungen Schritt halten zu können.«
zu können. Man
kann sich vorstellen, wie wenig realistisch das ist. „Der
tionen aus dem Internet häufig schon
ärztlichen
Informationsgesellschaft“,
sehr gut Bescheid über ihre Krankheischrieb das Deutsche Ärzteblatt, „steht
ten. Auch das ist für die Ärzte nicht imdas Wasser aus kräftig sprudelnden Inmer leicht, und sie müssen sich darauf
formationsquellen bis zum Hals“. Wie
einstellen, dass der mündige, gut inforkann man überhaupt eine Brücke schlamierte Patient wahrscheinlich auch der
gen zwischen den sich immer mehr anunbequemere Patient ist.
häufenden Erkenntnissen auf der einen
und der fordernden Arbeit in Praxis und
Wachsende Anspruchshaltung
Klinik auf der anderen Seite?
Gleichzeitig hat die Fülle der LeistunDass diese Wissensentwicklung
gen, die möglich sind oder möglich
auch an den Patienten nicht spurlos voscheinen, die Erwartungshaltung an die
Galenus und Hippokrates, Fresko,
1231/55
Medizin deutlich steigen lassen: die Anforderungen, die die Gesellschaft an die
Leistungsfähigkeit der modernen Medizin stellt, sind zum Teil immens. Es ist
vielerorts ein Gefühl entstanden, Gesundheit sei etwas, das in jedem Fall
machbar bzw. wiederherstellbar sei.
Lassen sich nicht die Streuherde eines
bösartigen Tumors einfach alle „herausoperieren“? Sind die Auswirkungen eines ungesunden Lebenswandels nicht
durch Tabletten kurierbar? Wir begegnen in Teilen der Bevölkerung einer Anspruchshaltung, bei der davon ausgegangen wird, dass nicht nur die Kosten,
die im Fall einer Krankheit entstehen,
abgesichert sind, sondern auch, dass die
erfolgreiche Behandlung garantiert ist.
Eine solche Haltung kann auch bewirken, dass präventive Bemühungen wie
Gesundheitsförderung eher unwichtig
10
MEDIZIN
erscheinen. Wir beobachten das am
Beispiel der antiretroviralen Therapie
für HIV/Aids: sie ist medizinisch ein
großer Erfolg; aber man hat festgestellt,
dass ihre Verfügbarkeit das Interesse an
Prävention im Bereich HIV/Aids erheblich unterminiert hat. Praktizierende
Ärzte, gerade in der Klinik, werden oftmals mit der Überzeugung der Patienten konfrontiert, in jedem Fall geheilt
zu werden. Insbesondere betrifft das die
Verheißungen der Chirurgie und der Intensivmedizin. Eine derartige Erwartung setzt Ärztinnen und Ärzte unter einen großen Leistungsdruck; eine Patientin oder einen Patienten sterben lassen zu müssen wird häufig als persönliche Niederlage und persönliches Versagen empfunden. Hier hat ein Umdenken in die Richtung, den Arzt auch als
Sterbebegleiter zu sehen und anzuerkennen, in vielen Fällen noch nicht eingesetzt.
Forschung & Lehre
lässt sich aber auch eine Gegenbewegung beobachten, eine Umkehr bei
manchen Ärzten, die sich bewusst den
alternativen Heilverfahren zuwenden –
weil sie das Gefühl haben, dadurch die
Nähe zum Patienten wiederherstellen
zu können, weil sie den Reiz ihrer Tätigkeit eben nicht im Technischen sehen.
Auch wenn diese persönliche Auseinan-
1|14
Einwohner für Gesundheit ausgegeben,
2009 waren es schon 3 400 Euro. Als
Folge haben in den letzten zehn, fünfzehn Jahren in der Medizin neue Leitmotive und Begriffe an Relevanz gewonnen. Blättert man das Deutsche
Ärzteblatt durch, trifft man immer wieder auf Schlagworte wie Effektivität, Effizienz, Leitlinien, Priorisierung oder
Rationalisierung.
Manchmal
gewinnt
»Zwischen Arzt und Patient schieman den Eindruck,
ben sich oftmals technische Geräte
dass die ökonomische
Rationalität zur eigentfür Diagnostik und Behandlung.«
lichen
Leitkategorie
der ärztlichen Berufsdersetzung per se nach wie vor zentraausübung avanciert ist, und dafür alle
ler Teil der Schulmedizin ist, wird sie
anderen Rationalitäten in den Hinteraber in diesem Rahmen oft nicht angegrund gedrängt werden. Treffend ist das
messen honoriert.
(in einem anderen Zusammenhang)
Und natürlich wissen wir, dass zahleinmal von Jürgen Habermas ausgereiche Patientinnen und Patienten diese
drückt worden, der von einer „Koloniaalternativen Heilverfahren nachfragen,
lisierung der Lebenswelten durch die
weil sie Bedenken gegenüber einer
Ökonomie“ spricht; ähnlich empfindet
Vermeidung menschlicher
technisierten Medizin haben. Immer
das sicherlich auch mancher tätige MeNähe
wieder wird, z.B. auch in den Medien,
diziner. Verbunden damit ist das Gefühl
Es ist interessant, dass die Entwicklung
diese Angst in Bilder gefasst, indem die
einer geringen Wertschätzung: dass etder modernen Medizin gleichsam als
Behandlung im Krankenhaus als Situawa ein Arzt das Beste für den Patienten
Geschichte der Vermeidung menschlition des hilflosen Ausgeliefertseins in eiversucht und ihm gleichzeitig – von
cher Nähe zum Kranken lesbar ist. Darner feindlich-technischen Umgebung
Krankenkassen oder kaufmännischen
stellungen aus früheren Jahrhunderten
dargestellt wird. Für Ärzte bedeutet dieGeschäftsführern – verschwenderische
zeigen den untersuchenden Arzt oft dise Entwicklung, dass der medizinische
oder gar betrügerische Tendenzen unrekt mit seinem Ohr und seinen HänFortschritt es immer schwieriger macht,
terstellt werden. Interessant ist, dass die
den am Brustkorb oder Rücken des Pazwischen der technischen Machbarkeit
ökonomischen Kompetenzen nicht nur
tienten. Dieser direkte körperliche Konauf der einen Seite und der tatsächlich
extern an die Ärzte herangetragen wertakt war etwas ganz Essentielles für die
vorhandenen Notwendigkeit für den inden, sondern sich auch von innen entDiagnostik. Heute wird diese unmitteldividuellen Patienten auf der anderen
wickeln. Stellenausschreibungen z.B.
bare Nähe durch moderne Bildgebung
Seite zu entscheiden. Die Balance zwifür Chefarzt-Positionen fordern nicht
oder instrumentelle Verfahren wie Arschen Technik und Menschlichkeit ist
nur medizinische Fachkenntnis, sonthroskopie und Endoskopie aufgehoschwierig. Mediziner müssen zum einen
dern explizit auch ökonomische Komben. Bei einer Computertomographie
unter einem „technischen Imperativ“
petenz. Berufsbegleitende Studiengänge
beispielsweise sitzt der beurteilende
arbeiten, zum anderen aber auch einem
zum Thema Health Business AdminisArzt sogar in einem anderen Zimmer
„ethischen Imperativ“ gehorchen: Vertration, Health Management oder Geals der Patient. Zwischen Arzt und Paheißungen, aber auch Sachzwänge der
sundheitsökonomie sprießen mittlermedizinischen Techweile wie Pilze aus dem Boden und
nik führen dazu, dass
werden zunehmend von Ärztinnen und
»Stellenausschreibungen für Chefder Arzt nichts unterÄrzten nachgefragt.
Wir verdanken dem wissenschaftliarzt-Positionen fordern explizit auch lassen möchte, was einem Patienten möglichen Fortschritt in der Medizin viel.
ökonomische Kompetenz.«
cherweise
helfen
Der Fortschritt muss aber auch medizikann – nicht zuletzt
nisch sinnvoll sein, er muss bezahlbar
tienten schieben sich oftmals technische
aus Angst davor, juristisch belangt zu
bleiben, um nicht einer weiteren ÖkoGeräte für Diagnostik und Behandlung
werden. Auf der anderen Seite steht die
nomisierung der Medizin Vorschub zu
oder zum Ersatz von Körperfunktionen,
Frage, was wirklich im Sinne des Paleisten. Es muss ein Fortschritt sein, von
wie etwa Dialyse oder künstliche Beattienten noch notwendig und sinnvoll
dem auch die Patienten überzeugt sind,
mung. Damit werden Patienten oftmals
ist, auch hinsichtlich Lebensqualität.
dass sie ihn wollen und von ihm profizum Gegenstand von technischer
tieren.
Handhabung. Diese anspruchsvollen
Kostensteigerung
technischen Tätigkeiten auszuführen
Der Fortschritt in Pharmakotherapie
hat für viele Ärzte einen besonderen
und Medizintechnik führt dazu, dass
Reiz. Es gibt eine Vielzahl von Ärzten,
sich die Gesundheitsausgaben kontinudie mit Leidenschaft und Geschick enierlich erhöhen. 1992 wurden beispielsdoskopieren oder Katheter legen. Es
weise durchschnittlich 2 000 Euro pro
Für eine Zukunft ohne Alzheimer –
Forschung ist nötig.
Förderung der Erforschung der
Alzheimer-Krankheit
auf dem Gebiet der Ursachen-,
Diagnose- und klinischen Forschung
Die gemeinnützige
Alzheimer Forschung
Initiative e.V. (AFI)
fördert die AlzheimerForschung durch gezielte
Förderprogramme, die
einen wesentlichen
Beitrag zum Fortschritt
der Alzheimer-Forschung
leisten sollen. Fördermittel der AFI werden an
besonders qualifizierte
Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler
vergeben.
Ausschreibung von Standard- und Pilot Grants
Junge Forschungsgruppenleiter und etablierte Wissenschaftler können die
finanzielle Förderung eines Forschungsvorhabens beantragen. Ausgeschrieben
werden bis zu 80.000 € für maximal zwei Jahre. Für junge promovierte AlzheimerForscher stellt die AFI Mittel von bis zu 40.000 € bereit. Die Antragsteller sollen
auf dem Forschungsgebiet ausgewiesen sein und ein entsprechendes wissenschaftliches Umfeld nachweisen.
Der aktuelle Einsendeschluss für formelle Anträge auf Forschungsförderung
mittels Standard- und Pilot Grants ist Montag, der 10. März 2014. Alle Anträge
werden vom Wissenschaftlichen Beirat der AFI unter dem Vorsitz von Prof.
Dr. Walter E. Müller, Goethe-Universität Frankfurt, zusammen mit den Beiräten
der Schwesterorganisationen in den Niederlanden und Frankreich begutachtet.
Ausschreibung von International Training Grants
Im Ausland ansässige Forscher mit mindestens zwei Jahren Erfahrung nach
der Promotion können die Förderung eines ein- bis dreimonatigen Weiterbildungsaufenthalts an einer deutschen wissenschaftlichen Einrichtung
beantragen. Ausgeschrieben werden Training Grants von bis zu 5.000 €.
Anträge werden das ganze Jahr über entgegen genommen und müssen drei
Monate vor dem geplanten Aufenthalt eingehen.
Ausschreibung von Travel Grants
Doktoranden und Wissenschaftler bis zu zwei Jahre nach der Promotion
können Gelder für Reisekosten bei der aktiven Teilnahme an Fachtagungen
beantragen. Ausgeschrieben werden Zuschüsse von bis zu 500 €. Anträge
werden das ganze Jahr über entgegen genommen und müssen drei Monate
vor der Reise eingehen.
Alle wichtigen Informationen und aktuelle Vordrucke
zu den Fördermöglichkeiten der AFI finden interessierte
Wissenschaftler auf www.alzheimer-forschung.de
Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf
Telefon: 0211-86 20 66 23, c.kerzel@alzheimer-forschung.de
12
MEDIZIN
Forschung & Lehre
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Therapieansätze
und Risikoprofil
Chancen und Grenzen der individualisierten Medizin
| F L O R I A N S T E G E R | Die an die individualisierte
Medizin gerichteten Erwartungen sind enorm. Sie reichen von prädiktiven Therapiemöglichkeiten über Erfolge maßgeschneiderter Therapien bis hin zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen. Bei all dem stellen sich medizinethische Fragen.
I
ndividualisiert war die Medizin
Personalität des Menschen ab und würschon in der Antike. Bestes Zeugnis
digt die psychosozialen Dimensionen.
hierfür ist die medizintheoretische
Überlieferung im Corpus Hippocrati„Auf den einzelnen
cum, welche dies unmittelbar vor Augen
ausgerichtet“
führt. Doch was in diesem ZusammenIndividualisierte Medizin meint aber
hang genau mit „individualisiert“, also
primär keine an den individuellen Be„auf den einzelnen“ ausgerichtet, zu verdürfnissen des einzelnen Patienten ausstehen ist, bleibt eine schwer zu klärende
gerichtete Handlungswissenschaft. VielFrage. In der Regel ist mit diesem Attrimehr ist damit eine pharmakogenetische
but eine durch Kohortenbildung bzw.
Forschungsrichtung gemeint, bei der es
Zuordnung definierte (biologisch) strati»Ein durchschlagender Erfolg der
fizierte Medizin geindividualisierten Medizin lässt sich
meint, die spätestens
nicht verallgemeinernd konstatieren.«
in der Mitte des 19.
Jahrhunderts einsetzte, als die naturwissenschaftliche Medium die individuellen maßgeschneiderzin ihren Ausgang nahm.
ten Therapieansätze (zielgerichtete TuDagegen meinen Patienten mit indimortherapie) oder um die prognostische
vidualisierter Medizin eine auf den einErmittlung eines individuellen Risikozelnen ausgerichtete Medizin. Sie verprofils geht. Doch lässt schon die Termilangen nach einer Medizin, die mehr
nologie keine eindeutige Bestimmung
Zeit für den einzelnen aufwendet, sich
zu, was genau unter einer „auf den eindem einzelnen mehr zuwendet und die
zelnen ausgerichteten“ Medizin zu verneben dem kurativen gleichermaßen
stehen ist. Fragen nach Potenzial und
ein präventives sowie gesundheitspädaTranslation individualisierter Medizin
gogisches Angebot zur Verfügung stellt.
geben weitere Rätsel auf. Bescheidenheit
Gefunden wird dies von vielen Patienist hier durchaus geboten, will man sich
ten in der Regel in komplementärmedidazu äußern, wie viel von einer solchen
zinischen Heilangeboten. Eine so verMedizin tatsächlich schon in der Praxis
standene individualisierte Medizin geht
angekommen ist.
weit über die biologisch stratifizierte
Sehen wir uns hierzu ein Beispiel
Medizin hinaus, hebt vielmehr auf die
an: Seit vielen Jahren verfolgt man in
AUTOR
Florian Steger ist Universitätsprofessor und Direktor des Instituts für Geschichte und
Ethik der Medizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
der Psychiatrie Pharmacogenomics-Studien, um künftig eine auf die individuellen Eigenschaften des Patienten maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. Darüber hinaus konzentriert man
sich auf das individuelle Risikoprofil,
um frühzeitig prädiktiv wirken und therapeutische Konsequenzen ziehen zu
können. Doch der durchbrechende Forschungserfolg ist bisher ausgeblieben,
Patienten tatsächlich eine maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können.
Vielmehr haben sich im Alltag auf Kohorten bezogene, multimodale therapeutische Ansätze als ertragreich erwiesen, bei denen die biologische Perspektive nur eine von vielen möglichen ist.
Fragen der Finanzierung
Die an die individualisierte Medizin gerichteten Erwartungen sind enorm. Sie
erinnern geradezu an Heilserwartungen.
Aber auch Ärzte und Behandlungsteams
selbst suggerieren entsprechende Erfolge, eine maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. Mögen auch für einzelne Krankheitsbilder, vor allem im Bereich der Onkologie, und bestimmte Populationen solche Meldungen angemessen sein, ein durchschlagender Erfolg
lässt sich nicht verallgemeinernd konstatieren. Gerade hier ist Differenziertheit
in der Darstellung geboten. Denn es darf
nicht so ohne weiteres suggeriert werden, dass mit individualisierter Medizin
größte Erfolge zu erzielen sind und zudem im öffentlichen Gesundheitssystem
Kosten eingespart werden können. Diese Erwartung wäre in Anbetracht knapper öffentlicher Kassen und einer Ressourcenallokationsnotwendigkeit zwar
durchaus wünschenswert. In einem solidargemeinschaftlich finanzierten Gesundheitssystem müssen aber Fragen der
Ressourcenallokation transparent, offen
und konstruktiv diskutiert werden. Doch
1|14
Forschung & Lehre
13
MEDIZIN
woher soll man die Evidenz nehmen,
der naturwissenschaftlichen Medizin.
wartungen aufeinandertreffen, die dann
dass sich diese öffentliche Investition
Ebenso muss bei der individualisierten
in der Praxis ausgehandelt werden müsheute bzw. künftig für die SolidargeMedizin bzw. genombasierten Kohortensen. In diesem Rahmen sind zudem die
meinschaft rechnet?
medizin der Mensch im Mittelpunkt steAnforderungen an eine Probandenethik
In der Onkologie sind Ansätze indivihen, wie dies Giovanni Maio für die Mezu reflektieren, werden Patienten im
dualisierter Medizin sehr vielverspredizin allgemein fordert. Der biologische
Rahmen der invidualisierten Medizin in
chend. Es lassen sich gute therapeutische
Reduktionismus, mag er auch hier und da
klinische Studien einbezogen. Schließlich
Erfolge nachweisen. Seit gut zehn Jahren
beispielsweise für Forschungsfragen gestellt sich für eine solidargemeinschaftlich
haben sich systemische Krebstherapien
boten sein, darf letztlich nicht an Psychofinanzierte Medizin die nicht ganz unerals zielgerichtete Therapien rasant entwiwie Soziomarkern vorbeigehen. Der
hebliche Frage, ob individualisierte Medickelt. Ansätze der individualisierten
zin tatsächlich über den exklusiven
Medizin lassen nun eine OptimieBereich für wenige hinaus ein Ange»Hat individualisierte Medizin
rung dieser Therapie zu, und die Pafür alle anzubieten hat. Um eine
über den exklusiven Bereich für bot
tienten haben hiervon einen unmitsolche Frage angemessen beantworwenige hinaus ein Angebot für
telbaren Vorteil. Diese therapeutiten zu können, müssten empirische
schen Erfolge in der Onkologie sind
Ergebnisse vorgelegt werden, aus dealle anzubieten?«
auch vor dem Hintergrund zu disnen der gesellschaftliche Nutzen diekutieren, dass Krebserkrankungen
ser Medizin evident hervorgeht. Indie zweithäufigste Todesursache in
Mensch ist mehr als die Summe seiner
wiefern dann die individualisierte MediDeutschland darstellen und dass deren
Teile, dessen also, was messbar, nachzin tatsächlich zur Kostenreduktion im
Behandlung, gerade am Lebensende, howeisbar und naturwissenschaftlich fassöffentlichen Gesundheitswesen beitragen
he Kosten bedingt. Es bleibt allerdings
bar ist. Besonderes Augenmerk verdient
kann, ist eine bisher noch nicht hinreidie anspruchsvolle Aufgabe zu lösen,
in der individualisierten Medizin der Pachend beantwortete Frage. Zum Schluss
diejenigen öffentlichen Gelder zu rechttient, bei dem das Medikament nicht
bleibt noch einmal zu bekräftigen und dafertigen, welche in hohen Summen für
wirkt, der hier nun exkludiert wird, und
für Sorge zu tragen, dass auch in der indie weitere Erforschung der individualidies, obwohl er doch die größte Zuwendividualisierten Medizin der Mensch im
sierten Medizin investiert werden.
dung verdiente. Darüber hinaus gilt es,
Mittelpunkt steht.
daran zu erinnern, dass auch bei der inEine ausführliche Fassung dieses Kurzbeitrags
Medizinethische Fragen
dividualisierten Medizin weder die
ist veröffentlicht in: Florian Steger (Hg.): MediDarüber hinaus stellen sich bei der indiPflicht zur Gesundheit noch die Pflicht
zin und Technik. Risiken und Folgen technolovidualisierten Medizin die gleichen medizum Wissen besteht. Gerade hier können
gischen Fortschritts (Ethik und Praxis). Münster 2013, S. 89-103.
zinethischen Fragen wie auch sonst in
aber unterschiedliche Wünsche und ErAnzeige
Einrichtung eines Forschungsschwerpunktes
Das Evangelische Studienwerk e.V. Villigst fördert besonders qualifizierte und begabte Promovierende aller Fachrichtungen. Im Rahmen unserer projektbezogenen Promotionsvorhaben richten wir für die Dauer von 5 Jahren einen
neuen Promotionsschwerpunkt ein:
Ernährung der Einen Welt
Mit der Arbeit des Promotionsschwerpunktes ‚Ernährung
der Einen Welt‘ möchte das Evangelische Studienwerk Forschung zu den globalen Herausforderungen nachhaltiger
Hungerbekämpfung und gesunder Ernährung vernetzen.
Die einzelnen Promotionsprojekte zu ernährungs- oder
agrarwissenschaftlichen Themen, die disziplinär qualifizieren, werden in Schwerpunktveranstaltungen in Beziehung
gesetzt. Über die beiden Leitdisziplinen, Agrar- und Ernährungswissenschaft, hinausgehend können auch ökologische, soziokulturelle, ethische , politikwissenschaftliche,
ökonomische oder andere Fragestellungen zur Hungerbekämpfung unter Berücksichtigung inter- und transdiszipli-
Evangelisches Studienwerk e.V. Villigst
Iserlohner Str. 25
D-58239 Schwerte
närer Anschlussmöglichkeiten bearbeitet werden. Die Zusammenarbeit im Schwerpunkt sollte so erfolgen, dass die
Komplexität des übergeordneten Themas im Blick bleibt.
Im Rahmen dieses Schwerpunktes soll ein intensiver Austausch unter den Promovierenden und beteiligten Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern gepflegt werden.
Zur Ausstattung stehen zusätzliche Mittel bereit.
Das Evangelische Studienwerk sucht ein Team bestehend
aus drei (oder mehr) Hochschullehrerinnen und -lehrern,
die den Promotionsschwerpunkt inhaltlich gestalten und
personell begleiten wollen. Interessierte Personen (-Gruppen) bitten wir um die Vorlage einer 5-10 seitigen Antragsskizze, in der die inhaltlich-konzeptionellen Vorstellungen
dargelegt werden.
Einsendeschluss: 15. März 2014
Informationen, auch über das weitere Verfahren, erteilt:
Dr. Almuth Hattenbach, Tel.: 02304 755 212;
a.hattenbach@evstudienwerk.de
Evangelisches Studienwerk e.V. Villigst
Iserlohner Str. 25, 58239 Schwerte
www.evstudienwerk.de
14
MEDIZIN
Forschung & Lehre
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„Es muss die Systemfrage
erlaubt sein...“
Patienten zwischen Uniklinik und DRG-System
| J Ü R G E N S C H Ä F E R | Warum finden Menschen mit
komplexen oder unklaren Leiden häufig keine entsprechende medizinische Unterstützung? Liegen die Ursachen im DRG-System, in der mangelhaften Diagnostik oder sogar in beidem? Antworten von Jürgen Schäfer, Gründer des Zentrums für unerkannte Krankheiten in Marburg.
führung zum Letzteren entschlossen hat,
führte letztendlich zur Gründung unseres
Zentrums für unerkannte Krankheiten.
Forschung & Lehre: Sie haben im Dezember ein Zentrum für unerkannte
Krankheiten eröffnet. Warum ist das nötig? Sind (Uni-)-Kliniken mit vielen
Krankheitsbildern mittlerweile überfordert?
Jürgen Schäfer: Da müssen wir selbstkritisch als Universitätsmediziner eingestehen, dass wir es aufgrund der Entwicklungen in den letzten Jahren unseren Patienten und Zuweisern nicht gerade
leicht gemacht haben. Wie finden Patienten mit einem scheinbar völlig unklaren
Krankheitsbild den richtigen Ansprechpartner? Durch die an vielen Kliniken
praktizierte Abschaffung der allgemeinen
Inneren Medizin bzw. der allgemeininternistischen
Hochschulambulanzen
müssen die zuweisenden Allgemeinmediziner schon sehr genau wissen, was ihr
Patient tatsächlich hat. Für Patienten mit
unklaren Beschwerden oder eben unerkannten Krankheitsbildern gibt es vielerorts offenbar keine geeignete Anlaufstelle. Ansonsten ließe sich der enorme Zustrom von Patienten (viele davon aus
Städten mit exzellenten Unikliniken vor
Ort) in unser Haus nicht erklären.
Jürgen Schäfer: Ganz bestimmt nicht –
Universitätskliniken sind und bleiben die
beste Anlaufstelle für Patienten mit unklaren Beschwerden und unerkannten
Krankheiten. Nur dort halten wir die
Vielfalt an fachlicher Kompetenz vor, die
gerade für solch komplexe Krankheitsbilder oftmals erforderlich ist. Unser
Zentrum ist auch ein integraler Bestandteil der Marburger Universitätsmedizin,
stellt eine interdisziplinäre, fachübergreifende Struktur innerhalb unseres Klini-
Professor Jürgen Schäfer ist Gründer
des „Zentrums für unerkannte Krankheiten“ in Marburg und gewann den PulsusAward als bester Arzt des Jahres 2013
kums dar und sieht sich als Schmelztiegel der unterschiedlichen Fachdisziplinen. Dass wir allerdings ein spezielles
Zentrum für unerkannte Krankheiten
gründen mussten, welches im Moment
von unzähligen Patienten aus ganz
Deutschland überrannt wird, zeigt
durchaus Schwächen im Versorgungssystem unseres Landes auf.
Die Gründung unseres Zentrums in
Marburg stellt dabei sicherlich einen etwas ungewöhnlichen Sonderfall dar. Aufgrund meines wissenschaftlichen Interesses an komplexen Krankheitsbildern bieten wir seit mehr als fünf Jahren ein Seminar mit dem vielsagenden Titel „Dr.
House revisited oder: Hätten wir den Patienten in Marburg auch geheilt?“ an.
Ziel dieses Seminars ist es, bei unseren
Studenten das Interesse für seltene Erkrankungen zu wecken und Diagnosefindungsstrategien zu vermitteln. Das Presse-Echo zu diesem kleinen Seminar war
überwältigend. Rasch erhielt ich von der
Presse den etwas fragwürdigen Titel
„deutscher Dr. House“ zuerkannt. All
dies führte zu einem beachtlichen Zustrom von Patienten, bei denen wir zum
Teil dank der kollegialen Zusammenarbeit und exzellenten Infrastruktur einer
Universitätsklinik auch recht spannende
Diagnosen stellen konnten. Dies sprach
sich herum und führte wiederum zu einer
noch größeren Nachfrage, so dass wir am
Ende die Wahl hatten, entweder die
Hilfeersuche unbeantwortet abzuweisen
– oder aber eine Struktur aufzubauen, die
dieser Nachfrage gerecht werden kann.
Dass sich unser Ärztlicher Direktor im
Schulterschluss mit unserer Geschäfts-
F&L: Warum aber die große Nachfrage?
F&L: Welche Rolle spielt bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten
die Zusammenarbeit von ausgewiesenen
Experten?
Jürgen Schäfer: Bei komplexen Krankheitsbildern ist Team-Arbeit der Schlüssel
zum Erfolg. Und das ist doch genau die
Stärke, die wir als Universitätskliniken
aufzuweisen haben. Wir haben für alles
ausgewiesene Experten vor Ort und können, wenn wir die entsprechende Struktur aufbauen, deren Know-how optimal
einbringen. Mit unserem Zentrum schaffen wir es, die besten Experten unseres
Hauses wieder zusammen an einen Tisch
zu bringen – ein Problem, welches in der
1|14
MEDIZIN
Forschung & Lehre
15
Anzeige
heutigen Zeit durch die diverse Bildung
von Schwerpunktzentren vermehrt entsteht. Ein zu starkes Spezialistentum
kann auch zu Problemen führen. Bislang
wurden Patienten nur von einem Experten zum nächsten geschickt, eine umfassende Vorstellung, geschweige denn eine
interdisziplinäre Diskussion der Befunde,
fand dagegen nicht statt. Unser Konzept
sieht vor, dass wir komplexe Fälle in gemeinsamen Boardsitzungen mit unseren
besten Klinikern diskutieren und das weitere Vorgehen festlegen.
F&L: Was müsste in dieser Hinsicht in
den Uni-Kliniken verbessert werden?
Jürgen Schäfer: Ich denke, die Universitätsmedizin ist zu vielschichtig, als dass ich
hier irgendwelche Verbesserungsvorschläge geben könnte. Allerdings habe ich
durchaus den Eindruck, dass wir vielerorts
durch die Fehlanreize des unsäglichen
DRG-Systems vergessen haben, was unser
tatsächlicher Auftrag als Hochschulmediziner ist. Viele hervorragende Kliniken –
und zwar völlig unabhängig von der jeweiligen Betreiberform – lassen sich durch die
ökonomischen Zwänge in reine Fachkliniken transformieren. Dies ist allerdings ein
Rennen, das wir als Universitätskliniken
nie gewinnen können, denn anders als
Fachkliniken, die wie am Fließband künstliche Hüften oder Herzklappen bei ansonsten Gesunden implantieren, ist unser
Auftrag ein anderer. Wir sind für die Patienten da, denen andere nicht mehr helfen
können (oder wegen der Kosten nicht
mehr helfen wollen?). Dies wird auch dadurch unterstrichen, dass nahezu alle Universitätskliniken trotz aller Bemühungen
defizitär wirtschaften. Wenn dies der Fall ist,
unabhängig von der Betreiberform, dann
muss einfach auch einmal die Systemfrage
erlaubt sein.
F&L: Welche Patienten sollen denn zu
Ihnen kommen?
Jürgen Schäfer: Wir sind für all die Patienten da, die eben nicht nur eine Arthrose oder einen Klappenfehler haben, sondern noch weitere den Verlauf verkomplizierende Erkrankungen. Sicherlich brauchen wir das Gros der üblichen „Brot und
Butter Erkrankungen“, allerdings sollten
wir diese Patienten im Sinne des Lehrund Weiterbildungsauftrags versorgen
und eben nicht mit dem Ziel der ökonomischen Grundabsicherung eines Universitätsklinikums. Der Anspruch einer Universitätsmedizin muss darüber hinaus in
der optimalen Versorgung von Patienten
Die Internationale Balzan Stiftung freut sich, die Verleihung der diesjährigen und die
Ausschreibung der nächstjährigen Preise bekannt zu geben:
Balzan Preisträger 2013
Alain Aspect (Frankreich)
für Quanteninformatik:
Mechanismen und Kommunikation
Manuel Castells (USA/Katalonien)
für Soziologie
Pascale Cossart (Frankreich)
für Infektionskrankheiten:
Grundlagenforschung und klinische Aspekte
André Vauchez (Frankreich)
für Geschichte des Mittelalters
Die Verleihung der Balzan Preise 2013 erfolgte am 15. November 2013 im Schweizer Bundeshaus in Bern. Am Vortag fand in Zusammenarbeit mit den Akademien der Wissenschaften
Schweiz am Sitz des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen
Forschung das Interdisziplinäre Forum der Balzan Preisträger 2013 statt.
Preissumme und Forschungsprojekte
Jeder Balzan Preis 2013 ist mit 750 000 Schweizer Franken dotiert. Die Hälfte davon muss –
vorzugsweise unter Beteiligung von Nachwuchswissenschaftlern – für Forschungsarbeiten,
Veröffentlichungen, Verbreitung, Instrumentenausrüstung, usw. bestimmt werden.
Balzan Preise 2014
2014 werden auf folgenden Gebieten Balzan Preise vergeben:
– Klassische Archäologie
– Epistemologie und Erkenntnistheorie
– Grundlegende und/oder angewandte Ökologie der Pflanzen
– Mathematik (reine oder angewandte)
Universitäten und andere wissenschaftliche Institutionen werden eingeladen, dem Preisverleihungskomitee der Internationalen Balzan Stiftung bis 15. März 2014 Vorschläge für die Preise
2014 mit folgenden Unterlagen einzureichen:
– Begründung des Vorschlags
– Lebenslauf mit Angabe von Nationalität, Geburtsdatum, Geburtsort und -jahr sowie
früheren und gegenwärtigen akademischen und sonstigen Ämtern
– Liste der wichtigsten Veröffentlichungen
– Anschriften, Foto
Eigenkandidaturen werden nicht berücksichtigt.
Kontaktadresse:
Comitato Generale Premi
Presidente Salvatore Veca
Fondazione Internazionale Balzan „Premio“
Piazzetta Umberto Giordano 4, I-20122 Milano
Tel. +39-02-7600.2212, Fax +39-02-7600.9457
E-Mail: balzan@balzan.it
Ziel und Organisation der Balzan Stiftung
Die Internationale Balzan Stiftung verfügt über zwei Niederlassungen, die eine nach italienischem, die andere nach Schweizer Recht.
Die Internationale Stiftung Preis E. Balzan „Preis“, mit Sitz in Mailand, verfolgt das Ziel, ohne
Ansehen von Nationalität, Rasse und Religion, die Kultur und Wissenschaften sowie die verdienstvollsten humanitären Initiativen für den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Völkern
zu fördern. Dies geschieht durch die alljährliche Verleihung von vier Preisen sowie – im Abstand von nicht weniger als drei Jahren – eines Preises für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern. Das Preisverleihungskomitee der Stiftung „Preis“ beschliesst
jährlich die Preisträger aus Kandidatenvorschlägen, die von international renommierten
Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen (Universitäten, Forschungsinstituten, Akademien) sowie von namhaften Persönlichkeiten, deren sachliche Zuständigkeit vom Komitee anerkannt
ist, erbeten werden.
Die Internationale Stiftung Preis E. Balzan „Fonds“, mit Sitz in Zürich, bezweckt die Zusammenfassung, den Schutz und die Verwaltung der von Eugenio Balzan hinterlassenen Vermögensmasse, um der Internationalen Stiftung Preis E. Balzan „Preis“ die zur Verwirklichung
ihres Zieles notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.
Im Unterschied zu anderen Preisen werden die Balzan Preise jedes Jahr in wechselnden
Fachgebieten der Natur- und Geisteswissenschaften vergeben. Dadurch können neue
Forschungsrichtungen sowie wichtige, jedoch von anderen grossen Preisen vernachlässigte
Forschungsbereiche gefördert werden.
Für weitere Informationen:
E-Mail: balzan@balzan.it – http://www.balzan.org/
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MEDIZIN
mit komplexen oder aber eben unklaren
Bildgebung. Vor allem die modernen
Krankheitsbildern zu sehen sein. Um es
Suchmaschinen revolutionieren die Diagetwas platt zu sagen: Patienten, deren Ernostik wie kaum zuvor. Musste man früher
krankung bereits der Klinikpförtner diagwochenlang in Syndromebüchern nachnostizieren kann, brauchen unsere Hilfe
schlagen, findet man heutzutage korrekte
eher nicht. Wir sind für die Patienten da,
Diagnosen durch eine einfache Internetrebei denen andere nicht mehr weiter wischerche in Sekundenschnelle. Musste man
sen. Dies erfordert allerdings eine weitreifrüher alle Diagnosen kennen, reicht es
chende Umstrukturierung der Honorieheutzutage oftmals aus, dass man die
rungssysteme gerade auch an UniversiSymptome wahrnimmt. So gesehen schaftätskliniken. Im DRG-System werden sifen das Internet und die medizinischen
cherlich gut zehn Prozent unserer PatienSuchmaschinen nach und nach den „siebten mit unklaren Krankheitsbildern nicht
ten Sinn“ ab und führen zu einer rasanten
korrekt abgebildet und sollten nach dem
Zunahme von diagnostizierten seltenen
tatsächlichen Aufwand abrechenbar sein.
Erkrankungen.
Speziell für Universitätskliniken sollte ein geringer Prozentsatz der Zu»Vor allem die modernen
weisungsbeträge für Patienten mit
Suchmaschinen revolutioseltenen und komplexen Erkrankunnieren die Diagnostik.«
gen reserviert sein und bei Nicht-Inanspruchnahme dem Kostenträger
zurück erstattet werden. Solch simple
F&L: Wie gehen Sie mit dem Problem
Maßnahmen könnten die Versorgung dieder notwendigen wissenschaftlichen Disser Patientengruppe enorm verbessern.
tanz und dem der menschlichen Nähe
zum Patienten um?
F&L: Spielt für die Diagnose einer
Krankheit auch so etwas wie der „Siebte
Jürgen Schäfer: Wer sagt, dass dies ein
Sinn“ eine Rolle?
Problem ist? Wir brauchen in der Medizin beides – die Wissenschaft und die
Jürgen Schäfer: Der Weg zur korrekten
Menschlichkeit. Eine Wissenschaft ohne
Diagnose ist oftmals kompliziert und von
Menschlichkeit ist in der Medizin unvielen
Begleitumständen
abhängig.
denkbar. Für die Medizin ist aber auch
Manchmal entscheidet schon eine simple
eine Menschlichkeit ohne Wissenschaft
Frage darüber, ob sich ein rascher Erfolg
problematisch. Letzteres mag für die eine
einstellt oder frustrierende Suche. Ein Beioder andere Befindlichkeitsstörung hilfspiel dazu: Bei einem niedergelassenen
reich sein, – existenziell bedrohliche ErLungenfacharzt wurde die Frage „Haben
krankungen bekommen wir so aber weSie einen Wellensittich oder Papagei?“
der diagnostiziert noch behandelt. Letztwahrheitsgemäß mit „Nein“ beantwortet.
endlich brauchen wir keine bettkantenDie von unserer Mitarbeiterin gestellte
sitzenden, händchenhaltenden AllesverFrage „Haben Sie Kontakt zu einem Welsteher, die fachlich keine Ahnung haben.
lensittich oder Papagei?“ hingegen wahrMit Nettigkeit alleine werden die Patienheitsgemäß mit „Ja“. Die Tochter, die von
ten nicht gesund. Oder wie Dr. House
der Patientin täglich besucht wird, hatte
einmal sinngemäß sagt: Was wäre einem
Papageien. Die korrekte Antwort ermögwohl lieber – ein Arzt, der einem die
lichte uns dann recht rasch, die Diagnose
Hand hält, während man stirbt, oder ein
einer allergischen Alveolitis zu stellen. So
Arzt, der einen zwar ignoriert, aber dafür
gesehen gehört ein gewisses Einfühlungsheilt? Besonders unangenehm sind navermögen, Zeit bei der Anamneseerhetürlich Ärzte, die einen ignorieren, wähbung, Erfahrung, fachliche Kompetenz
renddessen man stirbt. Klar wäre uns alund vielleicht auch so etwas wie ein „sieblen ein Arzt am liebsten, der uns die
ter Sinn“ dazu. Auf alle Fälle aber auch eiHand hält, währenddessen wir gesund
ne Portion Glück und vor allen Dingen
werden, aber es liegt an uns, genau solauch der Ehrgeiz, sich in die Probleme
che Arztpersönlichkeiten auszubilden.
reinzubeißen wie ein Terrier. Gleichgültige
Ärzte schlafen sicherlich besser, sind aber
F&L: Welche Chance haben Patienten
für die Patienten der sichere Untergang.
heute, sich angesichts der Spezialisierung
Dabei fand gerade im Bereich der Diagder Medizin gut zurechtzufinden und eine
nostik in den letzten Jahren eine regelrechAnlaufstelle für ihre Probleme zu finden?
te Revolution statt, die getrieben wurde
durch moderne Suchmaschinen und einer
Jürgen Schäfer: Ich persönlich halte die
Expertenvernetzung im Internet, umfasZersplitterung der Inneren Medizin, und
sender Labortechnik und hervorragender
nur für die kann ich als Internist spre-
Forschung & Lehre
1|14
chen, für eine tragische Fehlentwicklung.
Kommt ein Patient mit Oberbauchschmerzen zum Gastroenterologen, dann
wird primär an ein Magengeschwür gedacht, kommt er zum Kardiologen, dann
wird primär an einen Hinterwandinfarkt
gedacht. Sinnvoller wäre eine allgemeininternistische Anlaufstelle, wie wir sie früher mit den Medizinischen Polikliniken
an den Unikliniken hatten. Dort wird der
Patient zunächst „unvoreingenommen“
gesehen, um dann bei Bedarf die entsprechenden Schwerpunkte hinzu zu ziehen.
Geradezu besorgniserregend ist aber die
Tatsache, dass wir an unseren Universitätskliniken die Strukturen nach den
DRG-Erlösmöglichkeiten ausrichten, gewinnbringende Bereiche wie die Orthopädie oder Kardiologie werden ausgebaut,
die DRG-Verlierer wie die Pädiatrie, Dermatologie oder Endokrinologie werden
dagegen weggespart. Letztendlich bestimmt so ein stupides Abrechnungssystem die Strukturentwicklung unserer
Hochschulmedizin und führt zum Untergang von ganz wesentlichen Fachgebieten. Hier sind grundlegende Änderungen
der Honorierungssysteme erforderlich.
F&L: Die Medizin macht in vielen Bereichen enorme Fortschritte, so z.B. in der
Labortechnik und mit den Möglichkeiten des Internets. Kommt das auch den
Patienten zugute?
Jürgen Schäfer: In der Tat erleben wir in
der modernen Medizin heute eine ganze
Reihe von revolutionären Entwicklungen, sowohl in der EDV, der Labordiagnostik und in der Bildgebung. Durch
moderne Suchmaschinen können wir
durch wenige Eingaben quasi auf das gesamte Wissen der Menschheit zugreifen
und Krankheiten identifizieren, von denen wir selbst nicht wussten, dass es sie
gibt. Durch Netzwerkbildungen erreichen wir die jeweiligen Experten zu den
seltensten Erkrankungen und können
uns quasi live rund um die Welt austauschen. Es ist in der Tat eine faszinierende
Zeit, und wir werden sehen, wie unser
Wissen gerade auch zu seltenen Krankheiten in den kommenden Jahren explosionsartig zunehmen wird, erst recht,
wenn meine obigen Vorschläge mit den
Sonderzuweisungen für unklare Krankheiten umgesetzt werden. Ich denke, die
Hochschulmedizin hatte noch nie ein
solch enormes Entwicklungspotenzial
wie heute, es liegt an uns und den politisch Verantwortlichen, dieses Potenzial
zu nutzen. An uns Medizinern wird es gewiss nicht scheitern.
Agentur 42 | Foto: Axel Stephan
Köpfe die Wissen schaffen
Wissenschaft erfindet Welt,
indem sie erkennt, was
die Welt ist.
Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Institut für Öffentliches Recht
Richter des Bundesverfassungsgerichts a. D.
DHV-Mitglied seit 1993.
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MEDIZIN
Forschung & Lehre
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„Das System muss kurzfristig
umgebaut werden“
Kernprobleme der universitären Medizin
| M I C H A E L A L B R E C H T | Die Universitätsklinika in
Deutschland stehen vor einer Zerreißprobe: Zu ihren Aufgaben gehören Forschung, Lehre und Krankenbehandlung, gleichzeitig trägt das vorhandene
Finanzierungsystem den spezifischen Aufgaben nicht ausreichend Rechnung.
Was tun? Fragen an den Vorsitzenden des Verbands der Universitätsklinika.
Forschung & Lehre: Das auf Fallpauschalen basierende Vergütungssystem
(DRG) wird weder den Besonderheiten
noch den spezifischen Aufgaben und
den Kosten der Universitätsklinika gerecht. Die Mehrzahl der Universitätsklinika arbeitet deshalb defizitär. Wie sieht
Ihre Zwischenbilanz des DRG-Systems
aus?
Michael Albrecht: Die Umstellung auf
Fallpauschalen war richtig und wird
von uns auch nicht in Frage gestellt.
Viele komplexe und hochspezialisierte
Leistungen der Universitätsklinika sind
inzwischen gut im System abgebildet.
Nicht zuletzt, weil sich die Universitätsklinika intensiv an der Kostenkalkulation des Instituts für das Entgeltsystem
(InEK) beteiligen.
Die Probleme, die wir heute mit der
Finanzierung der Hochschulmedizin
Professor Michael Albrecht ist erster Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika e.V. Deutschland. Er leitet als Medizinischer Vorstand das Universitätskrankenhaus Carl Gustav Carus Dresden.
haben, beruhen daher auch nicht auf einem unzureichend entwickelten Fallpauschalen-Katalog. Das Kernproblem
sehe ich vielmehr im ordnungspolitischen Rahmen, in dem die Fallpauschalen derzeit genutzt werden.
Da ist zum einen die sogenannte
Kosten-Erlös-Schere: Das heißt, Kostensteigerungen, zum Beispiel durch Ta-
deraufgaben addieren sich zu einem gewaltigen Finanzierungsproblem für die
universitäre Medizin. Zwischen 2011
und 2013 haben sich die Jahresergebnisse der Universitätsklinika in Summe
um etwa 100 Millionen Euro verschlechtert. Klar ist also: Das System
muss kurzfristig so umgebaut werden,
dass die universitäre Medizin finanziell
stabilisiert wird.
F&L: Sowohl die Arbeitsgemeinschaft
Hochschulmedizin als auch der Verband der Universitätsklinika (VUD) haben eine nachhaltige Verbesserung der
Finanzierung der Uni»Die Umstellung auf Fallpauschalen versitätsklinika gefordert. Der Koalitionsverwar richtig und wird von uns auch
trag greift das nun auf
nicht in Frage gestellt.«
und will die „besonderen Aufgaben der Unirifsteigerungen oder gestiegene Energieversitätskliniken und der Krankenhäukosten, gehen nicht in vollem Umfang
ser der Maximalversorgung besser im
in die Fallpauschalen ein. Hinzu kommt
DRG-System vergüten“. Wie könnte
eine völlig unzureichende Investitionsfi„DRG plus“ aussehen?
nanzierung durch die Länder. Viele
Häuser ringen deshalb mit einem enorMichael Albrecht: Der Koalitionsvermen Investitionsstau in den Bereichen
trag zeigt uns, dass die Politik die UnBau, Medizin- und Betriebstechnik soterfinanzierung der Universitätsmedizin
wie IT.
auf der Agenda hat. Das ist positiv. Ich
Diese Probleme haben alle Kranbin dennoch skeptisch, ob die im Verkenhäuser, Uniklinika unterscheiden
trag angekündigte Optimierung des
sich aber zudem strukturell: Sie haben
DRG-Systems und der Hochschulameinen anderen Versorgungsauftrag und
bulanz-Vergütung eine ausreichende
können sich nicht wie Fachkliniken
Hilfe bringen kann. Zu häufig wurden
spezialisieren. Sie müssen zu jeder Zeit
hier schon Reformen angekündigt, aber
auch höchst komplexe Fälle versorgen
nicht umgesetzt. Der Grund: Verändekönnen. Außerdem müssen sie die berungen in den bestehenden Systemen
sonderen Anforderungen von Forsind technisch anspruchsvoll, zeitaufschung und Studentenausbildung in den
wändig und politisch extrem blockadeKlinikalltag integrieren. Daraus resulanfällig. Darum fordern wir ja auch im
tieren organisatorische und strukturelle
Einklang mit vielen weiteren Stimmen
Unterschiede, die im Finanzierungssysaus der Wissenschaftspolitik eine dritte
tem nicht berücksichtigt werden. KosFinanzierungssäule neben den etablierten-Erlös-Schere,
Investitionsmisere
ten Finanzierungssystemen: Das Motto
und unzureichend berücksichtigte Sonlautet DRG plus „Systemzuschlag“. Da
1|14
MEDIZIN
Forschung & Lehre
19
Michael Albrecht: Natürlich sehen wir
den Patienten auch nach der Einführung des DRG-Systems nicht als „Fall“,
sondern als Menschen, dem wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln helfen. Das Problem im DRG-System ist nicht, dass man Fälle statt Pflegetage abrechnet. Das Problem sind die
insgesamt zu gering bemessenen Klinikbudgets. Wären die Fallpauschalen höher und würden unsere Zusatzaufgaben
wie die Notfallvorhaltung und die Facharztweiterbildung besser vergütet, dann
könnten wir mit dem DRG-System gut
leben. Zwar liefern die deutschen Universitätsklinika auch im internationalen
Vergleich immer noch absolute TopMedizin. Da aber an allen Ecken das
Geld fehlt, bleibt unter dem Strich immer weniger Zeit für die Patienten, besonders in der Pflege. Wir müssen alles
dafür tun, dass die Finanzmisere nicht
auch auf die medizinische Qualität
durchschlägt. Hier ist es fünf vor zwölf.
F&L: Tut der derzeit stattfindende Privatisierungs- und Konzentrationsprozess der Qualität der Universitätsklinika gut?
Foto: mauritius images
Michael Albrecht: Bei den Universitätsklinika sehe ich derzeit keinen Privatisierungs- oder Konzentrationsprozess.
Von den Uniklinika wurde 2006 lediglich Gießen-Marburg privatisiert. Nach
den dortigen Erfahrungen glaube ich
nicht, dass es hier in absehbarer Zeit
Nachahmer geben wird. Anders war die
Entwicklung im nicht-universitären
Krankenhausmarkt. Hier hat es in den
zur zusätzlichen Finanzierung der Uniletzten Jahren eine Konsolidierung geversitätsmedizin gefunden. Neben Zugeben. Dieser Prozess wird noch weitersatzvergütungen für besondere Behandgehen, weil es in einigen Regionen
lungen gibt es auch strukturbezogene
Deutschlands nach wie vor zu viele
Sondervergütungen, die ausschließlich
Krankenhäuser gibt. Das Engagement
Universitätsklinika erhalten. In allen
privater gewinnorientierter Träger sehe
ich nicht per se
kritisch. Die He»In allen untersuchten Ländern wurde
rausforderung
politisch akzeptiert, dass es Mehrkosten durch die Privaten befeuert den
der Universitätsmedizin gibt.«
Wettbewerb und
zwingt letztlich
untersuchten Ländern wurde politisch
alle Träger, sich immer wieder aufs
akzeptiert, dass es Mehrkosten der UniNeue zu beweisen.
versitätsmedizin gibt.
Unabhängig davon ist und bleibt das
Kernproblem der Universitätsklinika
F&L: Beim DRG-basierten Abrechdie unzureichende Finanzierung. Das
nungssystem wird der Patient zum
macht uns viel mehr zu schaffen als die
„Fall“, der medizinisch und ökonoVeränderungen im Marktumfeld. Die
misch in „Fallgruppen“ eingeteilt wird.
Universitätsklinika sind so qualitätsWie wirkt sich das auf die Beziehung
und leistungsstark, dass uns Wettbezwischen Arzt und Patient aus?
werb nicht schreckt.
die gesetzlichen Krankenkassen von
den Leistungen der Universitätsmedizin
in Forschung und Lehre profitieren,
müssen sie für die Krankenversorgung
in der Universitätsklinik eine finanzielle
Mitverantwortung übernehmen.
F&L: Welche Erfahrungen zum DRGSystem gibt es aus anderen Ländern?
Michael Albrecht: Eine VUD-Studie
aus diesem Jahr hat die sehr unterschiedlichen Fallpauschalen-Systeme in
Österreich, England, den Niederlanden
und den USA untersucht und aufgezeigt: Das deutsche Fallpauschalen-System, das Uniklinika ohne jede strukturelle oder aufgabenbezogene Differenzierung über Krankenhaus-Einheitspreise finanziert, ist im internationalen
Vergleich ein absoluter Alleingang. Alle
untersuchten Länder haben trotz der
deutlichen Systemunterschiede Wege
20
MEDIZIN
Forschung & Lehre
1|14
Translation
Vom Labor in die Klinik
| R A I N E R R U P P R E C H T | Wer vom medizinischen
Fortschritt und der Medizin von morgen spricht, kommt an dem Thema „Translation“ nicht vorbei. Fragen an einen Wissenschaftler, dessen Arbeit für ihren
„echten translationalen Charakter“ ausgezeichnet wurde.
Forschung & Lehre: Warum wird der
Translation, der schnelleren Übertragung
von Innovationen in die Patientenversorgung, seit geraumer Zeit so viel Bedeutung beigemessen?
Rainer Rupprecht: Das Problem bei der
Übertragung von Forschungsergebnissen
aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis ist die sogenannte Translation, das heißt der Nachweis, dass die
Hypothesen, die in der Grundlagenforschung, z.B. am Tiermodell generiert
wurden, sich auch bei Menschen bzw.
dem Patienten im entsprechenden Indikationsgebiet bestätigen. Häufig ist es so,
dass z.B. neuartige Arzneimittel im Tier-
Professor Rainer Rupprecht ist ärztlicher
Direktor der Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie an der
Universität Regensburg.
modell deutliche Effekte aufweisen, z.B.
angstlösend wirken, beim Menschen
oder beim Patienten, beispielsweise mit
einer Angsterkrankung, sich ein therapeutischer Effekt jedoch nicht feststellen
lässt. Klinische Forschung ist zeitaufwendig und teuer, insofern ist es für die In-
löst wurde. Diese Arbeit wurde in Science publiziert und auch mit dem AnnaMonika-Preis ausgezeichnet.
F&L: Was setzt eine gelungene Translation in der Medizin (wissenschaftlich,
strukturell) voraus?
Rainer Rupprecht: Eine entsprechende
Translation setzt die Zusammenarbeit
von Grundlagenforschern und klinischen Forschern, an akademischen Institutionen oder in der
Industrie voraus. Fer»Für die Translation ist ein gutes
ner müssen die entVerständnis für die jeweils andere
sprechenden RäumDisziplin wichtig.«
lichkeiten und Modelle, sei es tier- oder hudustrie von großer Wichtigkeit, die sogemanexperimentell, vorhanden sein.
nannte Translation zuverlässig und rasch
Ebenso wichtig ist ein gutes Verständnis
bewerkstelligen zu können, um Zeit und
für die jeweils andere Disziplin: Der klidamit Entwicklungskosten zu sparen.
nische Forscher muss in der Lage sein,
Experimente im Bereich der GrundlaF&L: Im Jahr 2012 haben Sie den Annagenforschung zumindest verstehen und
Monika-Preis erhalten. Die Stiftung beinterpretieren zu können. Umgekehrt
zeichnete Sie als einen der wenigen klisollten Grundlagenforscher ihre Experinischen Wissenschaftler, „dessen Arbeit
mente jeweils schon im Hinblick auf späechten translationalen Charakter zeige“.
tere klinische AnwendungsmöglichkeiWas hat man sich darunter genau vorzuten planen.
stellen?
F&L: Sind andere Länder da weiter?
Rainer Rupprecht: In unserer Arbeit haben wir die anxiolytische Wirkung einer
Rainer Rupprecht: Eine translationale
neuen neurosteroidproduzierenden SubForschung hat mit Sicherheit in den
stanz sowohl beim Tier als auch beim
USA einen hohen Stellenwert. AndererMenschen in experimentellen Angstpaseits gibt es auch in Europa und auch in
radigmen nachgewiesen. Im Rahmen der
Deutschland hervorragende grundlagensogenannten Translation führten wir anwissenschaftliche aber auch klinische Inschließend eine erste klinische „proof of
stitutionen. Sofern beide Bereiche unter
concept“-Studie mit dieser Substanz
einem Dach vereinigt sind, sollte dies mit
durch. Das besondere an dieser Studie
Sicherheit translationale Forschungsanwar, dass diese nicht am Patienten
sätze befördern. Translationale Fordurchgeführt wurde, sondern an gesunschung ist aber auch durch gute Koopeden Probanden, bei welchen kurzzeitig
ration von klinischen Forschern und
eine Angstsymptomatik mittels Injektion
Grundlagenforschern möglich, z.B. in
von CCK-4, einem Neuropeptid, ausgeentsprechenden Verbundprojekten.
Glanzlichter der
Wissenschaft 2013
Ein Almanach
Herausgegeben vom Deutschen Hochschulverband
2013. 176 S., geb. € 26,00 inkl. Porto (für Mitglieder
des Deutschen Hochschulverbandes 19,90 € inkl. Porto).
ISBN 978-3-8282-0596-3
Der Sammelband „Glanzlichter der Wissenschaft“ vereinigt herausragende Veröffentlichungen und Vorträge renommierter
Autoren, die im Laufe des Jahres 2013 entstanden sind. Sie spiegeln Entwicklungen, die über den Tag und das Jahr ihrer
Publikation hinaus Bedeutung behalten – als Beispiele für die kritische Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit.
Inhaltsübersicht
Warum bewegt uns Musik?
Über die emotionale Wirkung und ihren
evolutionären Ursprung
Eckart Altenmüller
Vertrauen in Recht und Wissenschaft
Zur Notwendigkeit von Vorgaben,
Verfahren und Vielfalt
Susanne Baer
Intellektuelle Leidenschaft in der
Drittmittel-Welt?
Hans Ulrich Gumbrecht
Der wahre Geist in der Maschine
Schwächen der Technologiekritik
Evgeny Morozov
Einübung in paranoides Denken
„The Wire“, „Homeland“ und die filmische
Ästhetik des Überwachungsstaats
Vinzenz Hediger
Glück aus philosophischer Perspektive
Annemarie Pieper
„Alle wollen ja nur unser Bestes“
Über Beobachter der Beobachter, Freiheit
und Sicherheit
Jochen Hörisch
Thomas Mann – ein Virtuose
der Halbbildung
Peter J. Brenner
Europa in der Krise: Trägt die
europäische Idee?
Udo Di Fabio
Fürs Leben verwöhnt
Wie Babys und Kleinkinder eine
sichere Bindung entwickeln
Nicola Holzapfel
Im Gehäuse der Hörigkeit
Dieter Freiburghaus
Universität, Prestige, Organisation
Soziologiekolumne
Jürgen Kaube
Über Wahl
Ein Gespräch mit dem Psychologen und
Risikospezialisten Gerd Gigerenzer
Gerd Gigerenzer
Forschen heißt Hoffen
Hoffen als Antrieb menschlichen
Denkens
Paul Kirchhof
Das große Unbehagen
Bernhard Pörksen/Wolfgang Krischke
Streiten Tiere fairer als Menschen?
Der schwierige Weg zur Regelung
von Konflikten
Josef H. Reichholf
Eine deutsche Bildungskatastrophe
Die Geschichte von Hellmut Becker und
Georg Picht
Heike Schmoll
Irrtümer der Weltliteratur
„Die Odyssee“ mit GPS?
Manfred Schneider
Von der Schwierigkeit des Entscheidens
Barbara Stollberg-Rilinger
Muss ich das lesen? Ja, das hier schon
Wissenschaftliches Publizieren im Netz
und in der Überproduktionskrise
Valentin Groebner
Stütze oder Hilfe zum Sturz?
Das Potenzial des Internets in
Autokratien
Marianne Kneuer
„Speichellecker“ und „sehr rohe Teppen“
Wissenschaftliche Kontroversen und
Feindschaften
Heinrich Zankl
Die umgekehrte Angst
Zum Lebensgefühl von Jugendlichen
zwischen ‘68 und heute
Stephan Grünewald
Wie zeitgemäß ist das Konzert?
Ein Plädoyer für das musikalische
Kunstwerk
Laurenz Lütteken
Strukturlose Öffentlichkeit
Warum mehr Transparenz per Internet
zu weniger Demokratie führen kann
Barbara Zehnpfennig
Deutscher Hochschulverband · Rheinallee 18-20 · 53173 Bonn
E-Mail: dhv@hochschulverband.de · Fax: 0228 / 902 66 80
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MEDIZIN
Forschung & Lehre
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Extremkostenproblem
Universitäre Medizin aus kaufmännischer Perspektive
| I R M T R A U T G Ü R K A N | Kürzer, effizienter und
kostengünstiger sollten Krankenhausaufenthalte werden. Wie können Universitätskliniken das bewerkstelligen, ohne dabei rote Zahlen zu schreiben?
Forschung & Lehre: Mehr als die Hälfte der deutschen Unikliniken schreiben
rote Zahlen. Was sind die Ursachen?
Irmtraut Gürkan: Zunächst haben wir es
mit einem strukturellen Problem der Unterfinanzierung des Krankenhauswesens
zu tun, das alle Kliniken, nicht nur die
Universitätskliniken, betrifft. Beispielhaft
ist hier zu nennen, dass es keinen angemessenen Inflationsausgleich gibt, der
die Mehrkosten für Personal, Sachmittel
und Energie auffängt.
Für die Universitätskliniken kommt
allerdings erschwerend dazu, dass sie
weitere spezifische Belastungen zu
schultern haben wie den Betrieb von
hochspezialisierten Ambulanzen, die
u.a. auch aufwendige Spezialdiagnostik
bei seltenen Erkrankungen erbringen,
die Sicherstellung der Notfallversorgung, hier vor allem die Versorgung von
polytraumatisierten Patienten, und sie
»Dringlich ist ein
Finanzierungsfonds für
die Extremkostenfälle.«
übernehmen in großem Umfang Aufgaben der ärztlichen Weiterbildung.
Ganz besonders belastet die Finanzen der Uniklinika schließlich, was wir
das Extremkostenproblem nennen. Wenige hochkomplexe Fälle, die sich aufgrund der Funktion der Unikliniken
und Maximalversorger in diesen Häusern konzentrieren, verursachen hohe
Kosten, welche durch das DRG-System
nicht gedeckt sind. Beispielhaft sei die
Versorgung von Neugeborenen mit
Langzeitbeatmung genannt. Dieses Pro-
blem lässt sich auch durch die Forderung nach mehr Kosteneffizienz nicht
lösen. Der investive/apparative und
personelle Einsatz ist immens, und die
Universitätskliniken können sich dieser
Aufgabe nicht entziehen. Die Politik hat
das Problem inzwischen erkannt und
denkt über Finanzierungswege neben
der DRG-Vergütung nach, was wir für
richtig halten.
Dies sind nur einige Punkte, die das
strukturelle Defizit bei Universitätskliniken erklären. Ich will aber nicht ausschließen, dass auch lokale Probleme
und Managementfehler zu Fehlbeträgen
führen.
F&L: Was muss an diesem System geändert werden?
Irmtraut Gürkan: Diese Gefahr könnte
drohen, wenn wir ungebremst weiterhin
das System auf Kosteneffizienz trimmen.
In den zehn Jahren seit Einführung des
DRG-Systems kam es zu einer deutlichen Steigerung der Effizienz, die Kosten
pro Fall sind dramatisch gefallen. Entgegen einiger Behauptungen kam es bisher
auch nicht zu den gefürchteten „blutigen
Entlassungen“ der behandelten Patienten. Dies hat die Begleitforschung zum
DRG-System gezeigt. Trotzdem müssen
wir hier wachsam bleiben. Ich halte Qualitätsleitplanken für unerlässlich, innerhalb derer ein begrenzter Wettbewerb
zwischen den Krankenhäusern stattfinden kann. Diese Leitplanken der Behandlungsqualität sind in Teilen schon
vorhanden, müssen aber noch deutlicher
ausformuliert und schließlich gelebt werden. Ohne diese würde der Wettbewerb
über kurz oder lang auf dem Rücken der
Patienten ausgetragen werden. Wie ge-
Irmtraut Gürkan: Die zuvor beschriebenen besonderen Aufgabenstellungen und
damit verbundenen finanziellen Belastungen rechtfertigen einen besonderen Systemzuschlag für Uniklinika. Dringlich, sozusagen als erste Hilfe, ist ein Finanzierungsfonds
für die Extremkostenfälle, aus dem
diese nicht vermeidbaren und an
anderer Stelle nicht einzusparenden Kosten bestritten werden können. Über die
Mechanismen der Verteilung kann man
sich einigen. Konsens unter den betroffenen Kliniken besteht bezüglich der Notwendigkeit einer solchen zweckgebundenen Parallelfinanzierung.
F&L: Fallpauschalen wurden eingeführt,
um die Krankenhausaufenthalte kürzer,
effizienter und kostengünstiger zu machen. Geht dieser Zwang zur Effizienz
am Ende zu Lasten des Patienten?
Dipl.-Volkswirtin Irmtraut Gürkan ist
kaufmännische Direktorin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg.
1|14
sagt: noch haben wir eine exzellente
Qualität in der stationären Behandlung,
wir müssen diese aber auch in fünf oder
zehn Jahren noch sicherstellen können.
F&L: Immer wieder gibt es Berichte über
Not- und Engpasssituationen in Kliniken. So gebe es z.B. in der Uniklinik Tübingen hunderte von Überlastungsanzeigen des Personals allein in diesem Jahr.
Ist die Situation so dramatisch?
Irmtraut Gürkan: Die Situation in einzelnen Abteilungen bestimmter Krankenhäuser will und kann ich nicht kommentieren. Durch die Verdichtung der stationären Behandlung ist die Belastung des
Stationspersonals aber sicherlich deutlich gestiegen. Heute werden in sehr kurzer Zeit (im Mittel sechs bis sieben Tage)
eine Vielzahl an Untersuchungen und
Therapien durchgeführt, für die früher
deutlich mehr Zeit vorhanden war.
Gleichzeitig ist die Anzahl der Krankenhausbehandlungen auf zuletzt 18,6 Millionen pro Jahr angestiegen. Insofern wäre es naiv zu glauben, dass diese Entwicklungen nicht das Personal, vor allem
in den OP- und Intensivbereichen belas-
23
MEDIZIN
Forschung & Lehre
ten würde. Wir steuern hier gegen, so zumindest die Strategie am Universitätsklinikum Heidelberg, mit zusätzlichen Einstellungen, Reorganisation der Abläufe
und der Entlastung der Pflegekräfte und
Ärzte durch neue Berufsgruppen, z.B.
Versorgungs- und Serviceassistenten. In
kritischen Bereichen können viele Häu-
niken wichtige Aufgaben übertragen, diese müssen ausreichend finanziert werden. Viele dieser Aufgaben sind für die
medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Zukunft extrem wichtig und
dürfen daher nicht vernachlässigt werden. Das fängt bei der Ausbildung junger
Medizinstudenten zu den Ärzten der Zukunft an und
hört bei der Ent»Was wir heute entwickeln, steht uns in
wicklung neuer
zehn Jahren in der Routine-Behandlung
Behandlungszur Verfügung.«
methoden und
bei klinischen
ser jedoch aufgrund des leer gefegten ArStudien noch nicht auf. Was wir heute
beitsmarktes Personal in ausreichender
entwickeln, steht uns in zehn Jahren in
Anzahl gar nicht rekrutieren, obwohl die
der Routine-Behandlung zur Verfügung.
Mittel dazu vorhanden wären. Auch dies
Daher müssen die Kernaufgaben der
belastet die vorhandenen Mitarbeiter.
Universitätskliniken sowohl aus den
Landeshaushalten, soweit es Lehre und
F&L: Sollten Unikliniken angesichts der
Forschung betrifft, als auch, was die Padrei Kernaufgaben in Forschung, Lehre
tientenbehandlung betrifft, von den
und Krankenversorgung bei der FinanKrankenkassen angemessen finanziert
zierung vor anderen Krankenhäusern bewerden. Nur so kann der hohe Standard
vorzugt werden?
der Gesundheitsversorgung in Deutschland, der sich auch dadurch auszeichnet,
Irmtraut Gürkan: Von einer Bevorzudass allen Patienten der Zugang zu Innogung würde ich nicht sprechen wollen.
vation gewährt wird, erhalten werden.
Der Gesetzgeber hat den UniversitätskliAnzeige
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Weitere Informationen erhalten Sie bei der Europ. Melanchthon-Akademie, Direktor PD Dr. phil. Günter Frank,
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24
MEDIZIN
Forschung & Lehre
1|14
Medizin im Zahlenspiegel
Gesamtzahl der Ärzte
Im Jahre 2012 ist die Gesamtzahl der
bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärzte auf 459 021 gestiegen. Dies
sind 2,1 Prozent mehr als im Jahre
2011; damit liegt die Zuwachsrate im
Trend der letzten Jahre, aber etwas
niedriger als im Vorjahr.
Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der Ärzte ist auch im Jahre
2012 in der Tendenz der letzten Jahre
entsprechend leicht angestiegen und hat
jetzt 45,0 Prozent der Gesamtzahl
(2011: 44,6 Prozent) erreicht.
Im Krankenhaus tätige Ärzte
Der Anteil der im Krankenhaus tätigen
Ärzte ist bezogen auf alle ärztlich Tätigen weiter angestiegen auf nun 50,1
Prozent (Vorjahr: 49,7 Prozent). Damit
sind mehr als die Hälfte aller ärztlich
Tätigen in einem Krankenhaus beschäftigt.
Die Zahl der Krankenhausärzte
stieg – zum siebten Mal in Folge – recht
deutlich um 2,9 Prozent (absolut:
4 989) auf 174 829. Am deutlichsten
nahm die Zahl der Krankenhausärzte in
Niedersachsen (4,0 Prozent), Thüringen
(4,0 Prozent), Saarland (3,9 Prozent)
und Nordrhein (3,7 Prozent) zu. Der
Anteil der Ärztinnen im Krankenhaus
ist im Jahre 2012 weiter angestiegen,
von 45,3 Prozent im Jahre 2011 auf nun
45,9 Prozent.
Zur Altersstruktur ist festzustellen,
dass sie sich leicht verschlechtert hat.
Der Anteil der Krankenhausärzte, die
jünger als 35 Jahre sind, ist von 32,5
Prozent auf 31,9 Prozent gesunken.
Gleichzeitig stieg aber der Anteil der
über 59-Jährigen von 5,3 Prozent auf
5,9 Prozent. Das Durchschnittsalter der
Krankenhausärzte stieg dadurch von
41,14 Jahre im Jahre 2011 auf 41,25 im
Jahre 2012.
Abwanderung von Ärzten ins
Ausland
Seit 2005 werden bei den Ärztekammern die Daten bezüglich der Abwanderung von Ärzten ins Ausland erhoben. Im Ergebnis lässt sich feststellen,
dass im Jahre 2012 insgesamt 2 241 ursprünglich in Deutschland tätige Ärzte
ins Ausland abgewandert sind, wobei
der Anteil der deutschen Ärzte 66,8
Prozent beträgt.
Die Abwanderung hat damit abgenommen und liegt etwa auf dem Niveau
von 2009. Die beliebtesten Auswanderungsländer sind – wie in den vergangenen Jahren – die Schweiz (704), Österreich (275) und die USA (134).
Ausländische Ärzte
Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärzte ist im Jahre
2012 um 4 193, das entspricht 14,8 Prozent, auf 32 548 gestiegen.
Die Zunahme der berufstätigen ausländischen Ärzte liegt im Jahre 2012 bei
15,1 Prozent (Vorjahr 13,6 Prozent).
Wie bereits in den Vorjahren, stellt sich
die Wachstumsrate der ausländischen
Ärztinnen und Ärzte, die im Krankenhaus tätig sind, als besonders ausgeprägt dar, sie beträgt 15,8 Prozent (Vorjahr 16,6 Prozent).
Die stärksten Zuwächse verzeichnen mit 3 015 die Ärzte aus den europäischen Staaten – insbesondere aus
der Europäischen Union mit 2.580. Der
größte Zustrom konnte aus Rumänien
(plus 805) verbucht werden, es folgen
Griechenland (plus 332), Ungarn (plus
301), Bulgarien (plus 184) und die Slowakei (plus 163). Größere Abwanderungen aus einzelnen Ländern waren
im Jahr 2012 nicht zu verzeichnen. Die
größte Zahl ausländischer Ärzte kommt
aus Rumänien (2 910), Griechenland
(2 556) und Österreich (2 491), gefolgt
von Polen (1.759). Damit kommen 73,3
Prozent aller ausländischen Ärztinnen
und Ärzte in Deutschland aus Europa,
18,1 Prozent aus Asien, 4,9 Prozent aus
Afrika und 2,9 Prozent aus Amerika.
Gesundheitsausgaben
Bei insgesamt 293,8 Milliarden Euro lagen die Ausgaben für Gesundheit 2011
in Deutschland. Das waren 5,5 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent mehr als
2010. Auf jeden Einwohner entfielen
gut 3 590 Euro (2010: 3 530 Euro).
Die Gesundheitsausgaben betrugen
damit 11,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. In den beiden Vorjahren lag
dieser Wert noch bei 11,5 Prozent
(2010) beziehungsweise 11,8 Prozent
(2009). Der fortgesetzte Rückgang ist
auf die anhaltend starke Wirtschaftsleistung zurückzuführen, während sich das
Wachstum der Gesundheitsausgaben in
den beiden letzten Jahren stetig abschwächte. Im Jahr 2011 lag der Anstieg
der Gesundheitsausgaben deutlich unter der durchschnittlichen jährlichen
Steigerungsrate zwischen 2000 und
2010 von 3,1 Prozent.
Größter Ausgabenträger im Gesundheitswesen war die gesetzliche
Krankenversicherung. Ihre Ausgaben
erreichten 2011 den Wert von 168,5
Milliarden Euro. Sie lagen somit um 2,6
Milliarden Euro oder 1,6 Prozent über
denen des Vorjahres.
Quellen: Bundesärztekammer
sches Bundesamt
2013/Statisti-
1|14
MEDIZIN
Forschung & Lehre
Seien Sie vorsichtig mit
Gesundheitsbüchern – Sie
könnten an einem Druckfehler
sterben.
Ein gesunder Mensch ist auch
nur ein Mensch, der nicht
gründlich genug untersucht
wurde.
Mark Twain
Anonym
Man kann die Erkenntnisse der
Medizin auf eine knappe
Formel bringen: Wasser, mäßig
genossen, ist unschädlich.
Die besten Ärzte der Welt
sind: Dr. Ruhe, Dr. Diät und
Dr. Fröhlichkeit.
Jonathan Swift
Mark Twain
Das Leben ist kurz, die Kunst
ist weit, der günstige
Augenblick flüchtig, der
Versuch trügerisch, die
Entscheidung schwierig. Der
Arzt muss nicht nur bereit sein,
selbst seine Pflicht zu tun, er
muss sich auch die Mitwirkung
des Kranken, der Gehilfen und
der Umstände sichern
Hippokrates
Mediziner kann nur derjenige
genannt werden, der als den
letzten Zweck seines Strebens
das Heilen betrachtet.
Rudolf Virchow
Summe berufstätige Ärztinnen und Ärzte
348.695
Ärztinnen und Ärzte ohne Gebietsbezeichnung
102.468
Innere Medizin 46.995
Allgemeinmedizin 43.304
Anästhesiologie
20.836
Man sollte niemals zu einem
Arzt gehen, ohne zu wissen,
was dessen Lieblingsdiagnose
ist.
Henry Fielding
Der beste Arzt ist die Natur,
denn sie heilt nicht nur viele
Leiden, sondern spricht auch
nie schlecht von einem
Kollegen.
Ernst Ferdinand Sauerbruch
Chirurgie
20.066
Frauenheilk. u. Geburtsh.
17.147
Kinder- u. Jugendmedizin
13.179
Nichts beschleunigt die
Genesung so sehr wie regelmäßige Arztrechnungen.
Alec Guinness
Orthopädie u. Unfallchirurg.
12.840
Psychiatrie u. Psychotherap.
9.485
Radiologie
7.379
Augenheilkunde
6.980
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
5.922
Haut- u. Geschlechtskrankh.
5.519
Urologie
5.388
Quelle: Statistik der BÄK
25
26
MEDIZIN
Forschung & Lehre
1|14
„Medizinisch“ denken
Worauf es ankommt – zwei Ärzte berichten
Professor
Edelgard Lindhoff-Last
leitet den Schwerpunkt Angiologie/Hämostaseologie im Zentrum
der Inneren Medizin im Universitätsklinikum Frankfurt.
In meiner Abteilung betreuen wir jährlich rund 2 500 ambulante Patienten mit seltenen und schwerwiegenden Thrombosen und Blutgerinnungsstörungen, führen Gefäßdiagnostik
bei etwa 2 000 stationären Patienten durch und versorgen ca.
230 stationäre angiologische Patienten mit Durchblutungsund Gerinnungsstörungen. Der Standort Frankfurt ist einer
von nur vier universitären angiologischen Standorten und in
der Kombination Angiologie/Hämostaseologie einzigartig in
Deutschland.
Faszinierend an meiner Tätigkeit ist die Vielfältigkeit sowohl in Bezug auf die zu versorgenden Patienten als auch
bzgl. unserer klinisch fokussierten Forschung und der Lehre.
Bei der Versorgung unserer meist jungen Patienten mit seltenen Formen der schwerwiegenden, häufig rezidivierenden arteriellen und/oder venösen Thromboseneigungen sowie mit
seltenen angeborenen oder erworbenen Gerinnungsstörungen ist jeder Fall eine Herausforderung.
Durch die Tätigkeit an einem Universitätsklinikum können wir durch die klinische Forschung rasch neue Erkenntnisse gewinnen und diese direkt nutzbringend für unsere Patienten einsetzen. Durch engagierte Lehre gelingt es, unseren
Medizinstudenten ebenfalls diese Faszination unseres Faches
zu vermitteln und sie dafür zu begeistern.
Belastend ist, dass für unsere komplexen Patienten immer
weniger Geld in der universitären Krankenversorgung zur Verfügung steht. Das Finanzierungssystem der Universitätsklinika
krankt daran, dass keine zusätzlichen Boni für die kostenintensive „Supramaximal“-Versorgung unserer Patienten zur
Verfügung gestellt werden. Je mehr invasive Eingriffe ein Patient benötigt, umso „rentabler“ erscheint er unter rein finanziellen Aspekten. Dies ist meines Erachtens der falsche Ansatz.
Die Ergebnisqualität der durchgeführten Behandlung inklusive einer entsprechenden Nachsorge nach Entlassung
sollte aus medizinisch-ethischer Sicht eigentlich im Vordergrund stehen und nicht rein pekuniäre Interessen. Würde
dieser Aspekt in den Vordergrund gerückt werden, dann
könnten gerade Universitätsklinika kostendeckender arbei-
ten, weil die optimierten und innovativen Diagnostik- und
Therapieverfahren eine bessere Ergebnisqualität in der Patientenversorgung erwarten lassen.
Daher sollten unbedingt wieder medizinisch–ethische
Kriterien, innovative Forschung und der Patient im Mittelpunkt stehen und nicht gezwungenermaßen rein wirtschaftliche Interessen.
Professor Kai Wehkamp
arbeitet als Oberarzt für klinisches
Qualitätsmanagement, Ökonomie
und DRG am Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein/Kiel und an der
Medical School Hamburg, Department Medizinmanagement.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Krankenhäusern haben sich durch Einführung eines „KrankenhausMarktes“ im letzten Jahrzehnt stark verändert. Etwas zeitverzögert ist der dadurch bedingte Ökonomisierungsdruck auch
in den Universitätskliniken angekommen und hat die Arbeits- und Versorgungsbedingungen stark verändert.
Während noch vor wenigen Jahren Ärzte rein „medizinisch“ denken und agieren konnten, spielt nun ständig die
Frage von Effizienz und Finanzierung eine zusätzliche und
teils erdrückende Rolle. Vor dem Hintergrund faktisch limitierter Ressourcen und der ärztlichen Pflicht eines verantwortungsvollen Umgangs hiermit ist dies in Teilbereichen gerechtfertigt, z.B. wenn es darum geht Interaktionen verschiedener Sektoren, Leistungserbringer und ineffiziente Prozesse
zu optimieren. Aber nicht immer gehen Wirtschaftlichkeit
und Qualität Hand in Hand: kritisch sind die Bereiche, in denen der Wirtschaftlichkeitsdruck diametral zur Fürsorgepflicht steht. Hier gilt es, sich durch eine klare medizinische
und ethische Positionierung auf den ärztlichen Auftrag zum
Wohle des Patienten zu besinnen.
Gerade von den Universitätskliniken ist zu erwarten, dass
sie innovative Spitzenmedizin bieten. Trotz aller negativen
Auswirkungen des Ökonomisierungsdrucks sehe ich es als
spannende Herausforderung, sich diesem Anspruch zu stellen: das Ziel ist es, die medizinischen Prozesse und Finanzierungsgrundlagen so effizient und wirksam zu gestalten, dass
wir uns die Kraft für echte universitäre Versorgung erhalten.
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28
PROGNOSEN
Forschung & Lehre
1|14
Studienanfängerzahlen
Ein Rückblick auf die KMK-Prognosen der letzten 20 Jahre
| D I E T E R D O H M E N | Die Zahl der Studienanfänger
hat sich seit der Wiedervereinigung annähernd verdoppelt. Da der Koalitionsvertrag vorsieht, zügig in die Verhandlungen über die Fortführung des Hochschulpakts einzusteigen, ist ein Rückblick auf die Validität der Studienanfänger- und Studierendenprognosen der Kultusministerkonferenz angezeigt.
halten, hat die KMK ihre Vorausberechnungen in Bandbreiten abgegeben. Zunächst wurden drei Modelle mit Übergangsquoten von 75, 80 bzw. 85 Prozent gerechnet. Da sich die Übergangsquote in den 1990er-Jahren allerdings
eit 1972 veröffentlicht die Kulchen Annahmen hinsichtlich der Stuvon 82 auf 68 Prozent verringert hat,
tusministerkonferenz
ihre
dierneigung.
korrigierte man die Annahmen ab der
Prognosen zur Zahl der StudiÜberhaupt sind die zugrunde liegenPrognose aus dem Jahr 2001. Es wurenanfänger und Studierenden. Lange
den Annahmen das A und 0, da meist
den nun 70, 75 und 80 Prozent zugrunZeit erfolgte dies in regelmäßigen Abnur wenige objektive bzw. kurzfristig
de gelegt (s. mittlere und obere Variante
ständen etwa alle drei Jahre; in den letzunbeeinflussbare Daten wie die demoin der Abbildung).
ten rund zehn Jahren hat sich dies ergrafische Entwicklung der relevanten
Betrachtet man die Prognosen diffeheblich verändert. Nachdem die ProgAlterskohorten zur Verfügung stehen.
renziert und getrennt im Hinblick auf
nose aus dem Jahr 2005 massiv in die
Bereits die Zahl der Schulabgänger mit
die kurz- und langfristige VorhersageKritik geriet, hat die KMK nur noch
entsprechenden Zugangsvoraussetzungenauigkeit, dann lässt sich feststellen,
sehr sporadisch Berechdass die kurzfristigen Benungen
vorgenommen
rechnungen meist unge»Die kurzfristigen Berechnungen der KMK nauer erscheinen, wähbzw. publiziert. Stattdessen
wurden sie sogar einige
erscheinen meist ungenauer, während die rend die langfristige GeZeit ausgesetzt und erst
nauigkeit gut ist, auch
langfristige Genauigkeit gut ist.«
langsam wieder in abgewenn selbstverständlich
speckter Form aufgenomeine Punktlandung die
men. Wenn in diesem Beitrag der Fokus
gen ist bestimmten Veränderungen unAusnahme darstellt. Dies kann an einauf den letzten 20 Jahren liegt, dann hat
terworfen, folgt aber auch bestimmten
zelnen Beispielen nachvollzogen werdas vor allem pragmatische Gründe.
Trends. Deutlich problematischer ist die
den.
Mit der Vereinigung der beiden deutsogenannte Übergangsquote, die beDie 1993 vorgelegte erste Prognose
schen Staaten hat sich eine völlig andeschreibt, welcher Anteil der Studienbeim vereinten Deutschland stand unter
re Situation ergeben.
rechtigten tatsächlich ein Studium aufbesonderen Vorzeichen, da noch kaum
Die Abbildung auf Seite 29 fasst die
nimmt. Hier spielen etwa EntwicklunInformationen hinsichtlich der zu erPrognosen seit 1993 und deren Ergebgen im (dualen) Ausbildungsmarkt oder
wartenden Studiennachfrage in den
nisse zusammen und stellt sie der tatdie (aktuelle) Arbeitsmarktsituation der
neuen Ländern vorlagen. Für die alten
sächlichen Entwicklung gegenüber. Der
Akademiker eine wichtige Rolle. Hinzu
Länder wurde 1992 ein Anstieg von
jeweilige Prognosezeitpunkt lässt sich
kommt, dass zwar das Gros der Studiknapp 240 000 auf höchstens knapp
anhand des ersten Prognosejahres erenberechtigten innerhalb von wenigen
310 000 im Jahr 2010, und für das Jahr
kennen, wobei zu berücksichtigen ist,
Jahren das Studium aufnimmt, aller2000 zwischen 233 000 und 259 000
dass die Prognosen zunächst in Banddings ein zunehmender Anteil erst zu
prognostiziert. Für die neuen Länder
breiten abgegeben wurden. Diese Bandeinem (deutlich) späteren Zeitpunkt ein
wurde ein Anstieg von 52 600 (1992)
breiten speisten sich aus unterschiedliStudium beginnt; auch die Nachfrage
zunächst auf gut 100 000 in den Jahren
aus dem Ausland ist – trotz bestimmter
2000 und 2005 erwartet, dem ein AbAUTOR
Obergrenzen – schwer abzuschätzen.
sinken auf 72 700 im Jahr 2010 folgen
sollte. In Summe wurden für das Jahr
Dr. Dieter Dohmen ist Direktor des
Genauigkeit der kurz- und
2000 zwischen 335 000 und 360 000
Forschungsinstituts für Bildungslangfristigen Prognosen
Studienanfänger sowie für die Jahre
und Sozialökonomie (FiBS) Berlin.
Um trotz der (kurzfristigen) Unwägbar2005 bzw. 2010 Werte zwischen 355
keiten „treffsichere“ Prognosen zu er000 und 385 000 erwartet. Wenn man
S
1|14
Forschung & Lehre
diese Prognose bewerten will, sollte
fängerzahlen von 313 000 (2000) auf
man im Hinterkopf haben, dass die Verunter 290 000 prognostiziert, dem ein
kürzung der Schulzeit von 13 auf 12
langsamer Anstieg auf knapp 310 000
Jahre nicht absehbar war.
zum Ende des Jahrzehnts und anschlieDennoch kann man konstatieren,
ßend ein Rückgang auf 275 000 bis zum
dass der langfristige Trend richtig eingeJahr 2015 folgen sollte.
schätzt wurde und die tatsächlichen
Ähnlich wie die vorhergehenden
Studienanfängerzahlen mal unter, mal
Prognosen wurde auch diese den kurzüber der Prognose lagen. Problematifristigen Entwicklungen nicht gerecht.
scher war allerdings die
kurzfristige Vorausbe»Die KMK-Prognosen der verganrechnung: Statt eines
genen zehn Jahre blieben hinter
Anstiegs gab es einen
deutlichen Rückgang
den tatsächlichen Zahlen zurück.«
der Studienanfängerzahlen von 290 000 auf
gut 250 000. Erst ab 1996 stiegen die
Auffallend ist dabei allerdings, dass beiZahlen wieder, und zwar kontinuierlich
de Szenarien bereits kurzfristig unter
bis 2003 – auf dann 375 000.
den tatsächlichen Entwicklungen lagen.
Bei den nachfolgenden Prognosen
Ergänzend wurden auf Grundlage poli(1996, 1998) wurden zwar einige leichtischer Vorgaben weitere Szenarien mit
tere Korrekturen nach unten vorgenomden alten Übergangsquoten von 70, 75
men, sie lagen jedoch immer noch über
und 80 Prozent gerechnet, die zwar zu
den tatsächlichen Entwicklungen. Eine
etwas höheren Studienanfängerzahlen
deutlichere Kurskorrektur erfolgte erst
kamen, jedoch deutlich hinter der tatdurch die Prognose im Jahr 2001. Hier
sächlichen Entwicklung bis 2003 zuwurde aufgrund des zwischen 1990 und
rückblieben. Für den oberen Über1999 festzustellenden deutlichen Rückgangswert wurde entsprechend ein Angangs der Übergangsneigung von 82 auf
stieg auf bis zu 349 000 Erstsemestern
68 Prozent in einem sog. Status-quoim Jahr 2008 ermittelt, dem anschlieSzenario für die Jahre zwischen 2000
ßend ein Rückgang bis 2015 auf
und 2005 ein Rückgang der Studienan315 000 folgen sollte.
PROGNOSEN
29
Gründe und Folgen ungenauer
Prognosen
Vor dem Hintergrund der Entwicklung
der Ist-Zahlen Anfang der 2000er-Jahre
wurden 2005 neuere Berechnungen mit
wieder erhöhten Übergangsquoten vorgenommen, die jedoch bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung überholt waren, da sich ab 2003 ein Rückgang zeigte. Ob dies – neben dem Ausbildungsund Arbeitsmarkt – auch eine Folge der
verstärkten Diskussion über Studiengebühren war oder nicht, lässt sich nicht
abschließend beurteilen. Es scheint jedoch nicht völlig aus der Luft gegriffen
zu sein.
Die Folgen dieser „ungenauen“
2005er-Prognose sollten erheblich sein,
da diese einerseits den Grundstein für
die Diskussionen über den Hochschulpakt darstellten. Andererseits war die
Diskrepanz zum sichtbaren Rückgang
aber natürlich auch Wasser auf die
Mühlen derjenigen, die dem Hochschulbereich die Finanzmittel kürzen
wollten. Auch geriet die KMK für ihre
Prognosen massiv in die Kritik.
Nachdem die KMK in der Folge vorübergehend ihre Prognosetätigkeit eingestellt hatte, wurden erst 2009 und
2012 erneute Berechnungen vorgestellt,
die allerdings schon rein äußerlich ein
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anderes Erscheinungsbild hatten. Statt
als offizielle KMK-Publikation waren
sie (interne) Hintergrundpapiere für die
weiteren Beratungen im Kontext des
Hochschulpakts.
Betrachtet man die verschiedenen
Prognosen nun vor dem Hintergrund der
tatsächlich eingetretenen Entwicklungen, dann sind zwei Prognosen hervorzuheben. Zum einen die Prognose aus
dem Jahr 1993, die als einzige den langfristigen Trend zutreffend vorhergesagt
hat. Zudem waren ihre Werte am dichtesten an der hinterher eingetretenen
Entwicklung – unabhängig davon, dass
die tatsächlichen Werte temporär unterbzw. überschritten wurden. Alle nachfolgenden Berechnungen, die jeweils –
wenn auch in unterschiedlichem Umfang
– an die aktuellen Entwicklungen angepasst wurden, weichen deutlich stärker
von der lang- und kurzfristigen Entwicklung ab. Zum anderen ist die heftig kritisierte Prognose des Jahres 2005 zu nennen, ohne die es den Hochschulpakt und
daraus folgend den massiven Anstieg der
Studienanfängerzahlen in den letzten gut
fünf Jahren wahrscheinlich nicht gegeben hätte. Bonmot am Rande ist dabei,
dass die Gesamtzahl der Studierenden in
der 2005er-Prognose sehr gut vorhergesagt wurde, auch wenn sie ohne den
Hochschulpakt nie erreicht worden wäre, da die Umstellung auf Bachelor- und
Masterstudiengänge zu einer Verkürzung
der durchschnittlichen Studiendauer
und damit zu einer geringeren Studierendenzahl geführt hätte, als auf der Basis
einer durchschnittlichen Studiendauer
von sechs bzw. sieben Jahren zu erwarten gewesen wäre. Mit anderen Worten:
Hätte sich die Studiendauer nicht deutlich verkürzt, dann hätte die Erhöhung
der Studienanfängerzahlen im Umfang
der letzten fünf Jahre wahrscheinlich dazu geführt, dass die Gesamtzahl der Studierenden derzeit bei über drei Millionen
liegen würde.
Dies verdeutlicht aber auch noch
einmal, dass etliche Entwicklungen –
und deren Folgen für die Entwicklung
der Studienanfängerzahlen – im Vorhinein kaum absehbar sind bzw. wie sehr
politische Entscheidungen Rückwirkungen auf die tatsächliche Entwicklung der Studienanfängerzahl haben.
Die Verkürzung der Gymnasialzeit von
neun auf acht Jahre in fast allen Bundesländern wurde erst Anfang bzw. Mitte des vergangenen Jahrzehnts beschlossen, sodass diese in früheren
Prognosen nicht berücksichtigt werden
konnte. Umso bemerkenswerter ist da-
Tel.: +49 2191 9288-0
Fax: +49 2191 9288-231
dhv@merkana.de
www.merkanareisen.de
Forschung & Lehre
1|14
her die Güte der Prognose von 1993.
Hinsichtlich der Prognosen der vergangenen zehn Jahre ist allerdings zu
konstatieren, dass die KMK doch recht
deutlich hinter den tatsächlichen Zahlen
zurückblieb. Den Prognosen von 2003
und 2005 konnte man noch zugutehalten, dass der Hochschulpakt nicht absehbar war, der dafür sorgte, dass die Tore
der Hochschulen in einem Maße geöffnet wurden, das vorher niemand für
möglich gehalten hatte. Getoppt wurden
die unvorhersehbaren Entwicklungen
durch die Abschaffung des Wehr- und
Zivildienstes, der kurzfristig noch einmal
für einen deutlichen Nachfrageschub gesorgt hat, auch wenn niemand sagen
kann, welchen Anteil er an den beiden
Spitzenjahrgängen 2011 und 2013 hat.
Gerade im Hinblick auf die letzten
Jahre ist allerdings auch festzuhalten,
dass der KMK mit den Prognosen des
FiBS und des CHE, die deutlich näher
an der Realität lagen, eine starke Konkurrenz erwachsen ist. Beide Einrichtungen haben zudem erste Prognosen für
den Bedarf an Masterstudienplätzen vorgelegt; ein Feld, auf dem die KMK noch
nicht aktiv geworden ist, obwohl dessen
Bedeutung nicht zu übersehen ist.
2025
Unabhängig davon bleibt abzuwarten,
ob die letzte KMK-Prognose den Trend
bis 2025 korrekt vorausgesagt hat. Meine Prognose ist, ja, das wird sie – unabhängig davon, ob die Zahlen etwas zu
hoch oder zu niedrig sein mögen. Die
deutschen Hochschulen haben den
Gipfel der Studienanfängerzahlen überschritten, von nun an geht es erst einmal bergab, trotz aller Veränderungen
beim Übergangsverhalten und bei der
steigenden (relativen) Bedeutung eines
Hochschulstudiums. Auch hier gilt allerdings, dass die derzeitigen Studienanfängerquoten von über 50 Prozent
aufgrund der verkürzten Schulzeit und
der Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes ein vorübergehender statistischer Artefakt sind.
Fazit: Prognosen sollten eher im
Hinblick auf ihre langfristige Trendvorhersage und weniger hinsichtlich der
kurzfristigen Treffgenauigkeit beurteilt
werden. Dies erfordert mehr Geduld
anstelle eines kurzfristigen politischen
Aktionismus, sollten die Zahlen mal etwas von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen. Die entscheidende Frage ist dabei allerdings, wie groß die Differenz sein darf – eine Frage, die man
kaum absolut beantworten kann.
Aktuelle Seminartermine
LEITUNG UND ORGANISATION
Wissenschaftszentrum Bonn,
Dienstag, 4. Februar 2014, 10:00-18:00 Uhr
Referenten:
RA Dr. Michael Hartmer, Geschäftsführer des DHV
RA Dr. Hubert Detmer, 2. Geschäftsführer des DHV
und Leiter der Abteilung Recht und Beratung
Dr. Gisela Nagel, Kanzlerin a.D.; Schindler + Döss –
Strategy & Transformation
Themen:
• Die neuen universitätern Entscheidungsstrukturen
• Leitung und Kreativität - Die Organisation auf
dezentraler Ebene
• Die wirtschaftliche Verantwortung auf
Fachbereichsebene
QUALITÄTSMANAGEMENT AN DER HOCHSCHULE
Geschäftsstelle des DHV Bonn,
Donnerstag, 6. Februar 2014, 10:00-18:00 Uhr
Referenten:
Prof. Dr. Georg Rudinger, Universität Bonn, Zentrum
für Evaluation und Methoden (ZEM)
Dipl.-Psych. Katharina Olejniczak, Universität Bonn,
Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM)
Themen:
• Akkreditierung
• Evaluation von Lehre und Studium, Absolventenbefragungen
• Rankings und Ratings
• Hochschulauswahlverfahren, Online-Self-Assessment
• Zielvereinbarungen
• Leistungsorientierte Mittelvergabe
• Formalisierte QM-Systeme
BETREUUNG VON DOKTORANDEN
Geschäftsstelle des DHV Bonn,
Montag, 10. Februar 2014, 11:00-16:00 Uhr
Themen:
• Promotion und Promotionsverfahren
• Das Promotionsverhältnis
Referenten:
RA Dr. Michael Hartmer, Geschäftsführer des DHV
Dr. Beate Scholz, Trainerin und Beraterin, Scholz –
Consulting, Training, Coaching
DIE STEUERERKLÄRUNG FÜR WISSENSCHAFTLER
Geschäftsstelle des DHV Bonn,
Montag, 17. Februar 2014, 11:00-16:00 Uhr
Referenten:
RA Birgit Ufermann, Justitiarin für Hochschul- und
Steuerrecht im DHV
Gerhard Müller, Dipl.-Bw. (FH), Wirtschaftsprüfer und
Steuerberater, ECOVIS Stallmeyer Treuhand GmbH
Köln
Themen:
• Steuerliche Einzelfragen bei nichtselbständiger und
selbständiger Arbeit
• Steuerliche Einzelfragen mit dem Schwerpunkt
Ausland und Umsatzsteuer
Informationen und Anmeldung:
Deutscher Hochschulverband, Dr. Ulrich Josten, Rheinallee 18-20, 53173 Bonn
Tel.: 0228/90266-34, Fax: 0228/90266-97, josten@hochschulverband.de
Die ausführlichen Seminarprogramme finden Sie unter www.karriere-und-berufung.de
32
BOLOGNA-REFORM
Forschung & Lehre
1|14
Die Mikro-Master
Die magische Vervielfältigung von Studienabschlüssen
im Rahmen der Bologna-Reform
| S T E F A N K Ü H L | Nach aktuellem Stand gibt es an
deutschen Hochschulen etwa 16 000 Studiengänge. Ist diese hohe Zahl
sachlich gerechtfertigt oder die Folge von überbordendem Reformeifer und
Selbstprofilierung? Eine Kritik.*
B
ei der Wahl ihres Studienabschlusses haben heutige Studierende die Qual der Wahl,
müssen sie doch aus Tausenden von unterschiedlichen Studienfächern auswählen. Sie müssen sich zwischen Mastern
in „Hospitality Management“ und
„Hospital Management“ entscheiden,
zwischen Mastern in „Government“
und „Governance“ oder zwischen Mas-
tiv oder integrativ vorkommen sollten,
und lässt sich diesen dann von seinem
Fachbereich genehmigen. Von der
Hochschulleitung ist in den seltensten
Fällen Protest zu erwarten, weil es als
Auszeichnung betrachtet wird, wenn eine Fachhochschule oder Universität
möglichst viele verschiedene Studiengänge anbietet, besonders wenn diese
international, integrativ oder innovativ
sind.
Wie ist es zu dieser – an»An den Hochschulen kann sich
gesichts eher stagnierender
jeder Professor seinen eigenen
Ressourcen an den Hochkleinen Master basteln.«
schulen – nahezu magisch
wirkenden Vervielfältigung
tern in „Medienkommunikation“, „polivon Studiengängen gekommen?
tischer Kommunikation“ und „Wirtschaftskommunikation“. Sie müssen
Die aufwandsneutrale Schafwählen zwischen „Change Management
fung neuer Studiengänge
für kleine und mittlere Unternehmen“,
Der Trick bei der Schaffung neuer Stu„Global Change Management“ und
diengänge ist simpel. In der deutschen
„Change Management für alle“.
Fassung der Bologna-Reform wird nicht
Im Prinzip kann sich an den Hochnur verlangt, dass jede Veranstaltung,
schulen inzwischen jeder einzelne Projede Prüfung und jedes Praxisseminar in
fessor „seinen“ ganz eigenen kleinen exZeiteinheiten – den sogenannten
klusiven Master zusammenbasteln und
ECTS-Punkten – festgelegt wird, sondafür Studierende rekrutieren. Man erdern die in Zeiteinheiten verrechneten
klärt dafür einfach seinen eigenen perVeranstaltungen und Prüfungen müssen
sönlichen Forschungsschwerpunkt zu
auch in sogenannten Modulen zusameinem neuen Lehrschwerpunkt an seimengefasst werden. Bei der Gestaltung
nem Fachbereich, gibt dem Master eine
eines neuen Studiengangs mischt man
attraktive Bezeichnung, in der mögjetzt aus den sowieso in anderen Studilichst Worte wie international, innovaengängen angebotenen Veranstaltungen
AUTOR
Stefan Kühl ist Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld und Autor des
Buches „Der Sudoku-Effekt. Hochschulen im Teufelskreis der Bürokratie“ (transcriptVerlag 2012).
einige neue Module zusammen und
kombiniert sie mit an der Hochschule
bereits existierenden Modulen – fertig
ist ein neuer Studiengang. Selbst kleine
Fachhochschulen können so den Eindruck erwecken, dass sie ein vielfältigstes Studienangebot für ihre Studierenden parat halten.
In solchen Mikro-Mastern könnten
didaktische Chancen liegen, wenn ein
einziger Lehrender einen Jahrgang im
Klassenverband führt. Dieser Lehrende
würde die Schüler seiner Klasse selbst
aussuchen, sie in ein Spezialgebiet einführen und sie dann als eine Art „Klassenlehrer“ in einer Reihe von aufeinander aufbauenden Veranstaltungen zu einem Abschluss führen. Die Kunst- und
Musikhochschulen haben gezeigt, dass
solche in Meisterklassen stattfindenden
Ausbildungswege nicht die schlechtesten sind, weil die sich über mehrere Semester vertiefende Bindung zwischen
Meister und Schüler zu einer engen Betreuung der Studierenden führt.
Die Mikro-Master als Mogelpackung
Aber auch wenn Master auf den ersten
Blick nur die englische Übersetzung
von Meister ist, hat ein Masterstudium
mit dieser Form des Meisterstudiums
kaum etwas zu tun. Schließlich muss
ein Professor nicht nur die Studierenden seines Mikro-Masters betreuen,
sondern seine Veranstaltungen müssen
dann auch immer noch für eine ganze
Reihe von Studierenden aus anderen
Mikro-Mastern geöffnet werden. Letztlich sieht ein Professor in seinem Mikro-Master seine Studierenden auch
nicht häufiger als ein Professor in einem
Vertiefungsgebiet in einem umfassend
definierten Masterstudiengang.
Viele Mikro-Master sind also lediglich mehr oder minder gut getarnte Mo-
1|14
gelpackungen. Ein Masterprogramm
wird mit vielen attraktiv klingenden Adjektiven ausgestattet, und es wird auf
die Aktualität der durch den Studiengang abgedeckten Themen wie „nachhaltiges Tourismusmanagement“, „kreatives Marketing Management“ oder
„Abenteuer- und Erlebnispädagogik“
verwiesen. Die Studierenden stellen je-
breiter angelegten Studienfächern wie
Tourismuswirtschaft, Betriebswirtschaft
oder Pädagogik mehr oder minder genau das gleiche hätten studieren können wie in ihrem Spezialmaster. Bloß
dass ihnen im Spezialmaster die Auswahl zwischen unterschiedlichen Modulen häufig stärker eingeschränkt wird
als in den breiter angelegten Studienfächern.
»Viele Mikro-Master sind also
mehr oder minder gut getarnte
Mogelpackungen.«
doch fest, dass sie in dem Studiengang
weitgehend ein FH-Studium in Tourismus, Marketing oder Pädagogik absolvieren und dass der Zusatz der Nachhaltigkeit, der Kreativität oder des Erlebnisses nur durch ein oder zwei Module abgedeckt wird.
Es geht noch weiter: Häufig stellen
Studierende, die Mikro-Master-Studiengänge belegen, fest, dass sie in den
33
BOLOGNA-REFORM
Forschung & Lehre
Das einsetzende Mastersterben
Schon jetzt sind erste Ansätze
eines großen Sterbens besonders bei Masterstudiengängen
zu beobachten, weil viele der mit hoher
verbaler Kreativität produzierten Studiengänge nur mit einer Handvoll von
Studierenden auskommen müssen und
die Studiengangsverwaltungen mit der
Koordination einer Vielzahl von unterschiedlichen, aber miteinander verbundenen Studiengängen völlig überfordert
sind. Hochschulleitungen, die anfangs
die Vervielfältigung von Studiengängen
noch unterstützt haben, fangen an zu
überlegen, wie viele Studiengänge sich
eine Hochschule sinnvollerweise leisten
sollte.
So kann es Studierenden passieren,
dass sie zwar einen Studienabschluss in
einem so modischen Spezialthema wie
„Kompetenzmanagement“, „nachhaltige Ernährungspädagogik“ oder „Kinderrechte“ haben, dass aber diese Studienabschlüsse wenige Jahre später gar
nicht mehr existieren. Entweder weil
die Nachfrage zu gering war, die verantwortliche Professorin in den Ruhestand
gegangen ist oder auch einfach deswegen, weil das Thema nicht mehr so aktuell ist. Aber immerhin kann man als
Absolvent eines solchen Spezialmasters
sicher sein, dass die erste Frage bei einem Bewerbungsgespräch sein wird,
was das denn für ein exotisches Studienfach gewesen sei, das man damals
studiert habe.
* Zuerst erschienen in Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 6.11.2013, Nr. 258, S. N5
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34
LÄNDERSYNOPSE
Forschung & Lehre
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W-Besoldung 2014
Eine Übersicht der Grundgehälter
W
er am 1. Januar als W2Professor in Baden-Württemberg seinen Dienst
antritt, verdient gegenüber einem Kollegen in Berlin ca. 32 Prozent mehr
Grundgehalt. Von vergleichbarer Besoldung für vergleichbare Arbeit kann mithin keine Rede sein. Das liegt zum Teil
daran, dass einige Länder bis heute keine Notwendigkeit gesehen haben, der
Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts,
die W2 Grundbesoldung verfassungskonform auszugestalten (siehe „F&L“
11/12, S. 894 ff.; 12/12, S. 978 f.), durch
Vorlage eines Gesetzentwurfs nachzukommen. Das ist ein sichtbarer Beleg
für politische Indolenz und Respektlosigkeit gegenüber dem Bundesverfassungsgericht, aber auch ein Signal mangelnder Wertschätzung der Landespolitik für wissenschaftliche Arbeit.
Die nachfolgende Tabelle zeigt aber
auch, dass die föderale Struktur die
Spreizung der Grundgehälter nach Maß-
gabe von unterschiedlicher Kassenlage
und differierenden Umsetzungsmodellen
(z.B. mittels Einführung von Erfahrungsstufen, die eine bundesweite Vergleichbarkeit erschweren) erheblich beflügelt.
Besonders problematisch erscheinen dabei Modelle eines für jeden W-Professor
garantierten Grundleistungsbezugs, die
die Grundidee einer individuellen Belohnung von Leistung, unter der die W-Besoldung vor einer Dekade angetreten ist,
ad absurdum führen.
Die Tabelle zeigt auch, dass in vielen
Ländern die Grundbesoldung strukturell erheblich verbessert wurde. Die Befriedigung darüber wäre größer, wenn
W1 (mit Ausnahme von Baden-Württemberg und Bund) nicht „vergessen“
worden wäre und die Länder sich nicht
den Rosstäuschertrick der (partiellen)
Umwandlung von besonderen Leistungsbezügen in Grundgehalt (dazu siehe F&L 12/12, S. 980 ff.) hätten einfallen lassen.
Erläuterungen zur Tabelle auf
Seite 35:
Die Ranking Reihenfolge bezieht sich
absteigend auf W 2.
In Bund und jenen Ländern, in denen Erfahrungsstufen vorgesehen sind,
wird für das Ranking das Einstiegsgrundgehalt herangezogen; die Endstufe wird ebenfalls aufgeführt.
Länder ohne weitere Anmerkung
haben bereits novelliert. Die Erhöhung
der Grundgehälter erfolgt dort, wo bereits novelliert wurde und nach den
vorliegenden Gesetzentwürfen, rückwirkend zum 1.1.2013. Die Erhöhung
der Grundgehälter wird – mit unterschiedlichen landesrechtlichen Spezifika – unter Anrechnung auf Leistungsbezüge, welche zum Zeitpunkt des Inkrafttretens zugestanden haben, vorgenommen (vgl. diesbezüglich „F&L“ 12/
12, S. 980 ff.; 9/13, S. 736) sowie die jeweiligen DHV-Sonder-Newsletter).
(Recherche: Picker)
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Funktionsgerechte Hochschulorganisation
Am 4. Dezember 2012 veranstalteten der Deutsche Hochschulverband, Landesverband Hessen, und die
Philipps-Universität Marburg ein Symposium zum Thema „Funktionsgerechte Hochschulorganisation –
Rahmenbedingungen und Entwicklungspotenziale akademischer Selbstverwaltung“. Der Band versammelt
die dort gehaltenen und anschließend überarbeiteten Stellungnahmen und Referate:
– Hans-Detlef Horn: Universitäten sind keine Wirtschaftsunternehmen – Einreden zum Auftakt
– Claudia Kleinwächter/Katharina Krause: Ziele der Marburger Grundordnung
– Rolf Bernhardt: Ziele der Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes von 2009
– Wolfgang Löwer: Hochschulautonomie in der bundesstaatlichen Entwicklung
– Klaus Ferdinand Gärditz: Reformierte Hochschulorganisation und verfassungsrechtliche Gegenreformation
– Volker Epping: Strukturelle Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit durch Hochschulorganisation
Er richtet sich nicht nur an Hochschulpolitiker und Hochschulrechtler, sondern besonders auch an diejenigen,
für die die Organisation der hochschulinternen Willensbildung zum Umfeld ihrer alltäglichen Arbeitspraxis
gehört: an Wissenschaftler, Nachwuchswissenschaftler und Studierende.
Er kann beim Deutschen Hochschulverband angefordert werden.
Deutscher Hochschulverband
Rheinallee 18-20
53173 Bonn
E-Mail: dhv@hochschulverband.de
Fax: 0228 / 902 66 80
96 Seiten, ISBN 978-3-924066-99-4,
9,80 € inkl. Porto
1|14
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LÄNDERSYNOPSE
Forschung & Lehre
Land
Grundgehalt Jan. 2014
farblich differenziert nach:
Novellierung (grün)
Gesetzentwurf/Ankündigung (gelb)
kein Gesetzentwurf (rot)
Grundgehalt Dez. 2012
1. Baden-Württemberg
(Ankündigung Staatsministerium
vom 28. Okt. 2013)
W 1: 4.393 €
W 2: 5.532 €
W 3: 6.280 €
W 1: 3.988 €
W 2: 4.650 €
W 3: 5.612 €
2. Hamburg (Gesetzentwurf)
W 1: 4.072 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2 Grundgehalt: 4.633 € zuzügl. Grundleistungsbezug: 623 € = 5.256 €
W 3 Grundgehalt: 5.597 € zuzügl. Grundleistungsbezug: 623 € = 6.220 €
W 1: 3.869 €
W 2: 4.401 €
W 3: 5.317 €
3. Sachsen-Anhalt
W 1: 3.939 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2: 5.183 €
W 3: 5.754 €
W 1: 3.837 €
W 2: 4.375 €
W 3: 5.300 €
4. Bayern (Erfahrungsstufen)
W 1: 4.171 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 5.178 € – Endstufe 3: 5.706 €
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 6.129 € – Endstufe 3: 6.604 €
W 1: 3.947 €
W 2: 4.568 €
W 3: 5.447 €
5. Bund (Erfahrungsstufen)
W 1: 4.154 €
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 5.161 € – Endstufe 3: 5.768 €
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 5.768 € – Endstufe 3: 6.578 €
W 1: 4.056 €
W 2: 4.625 €
W 3: 5.604 €
6. Schleswig-Holstein
W 1: 3.924 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2: 5.145 €
W 3: 5.826 €
W 1: 3.830 €
W 2: 4.367 €
W 3: 5.289 €
7. Brandenburg
W 1: 3.878 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2 Grundgehalt: 4.421 € zuzügl. Grundleistungsbezug: 663 € = 5.084 €
W 3 Grundgehalt: 5.356 € zuzügl. Grundleistungsbezug: 663 € = 6.019 €
W 1: 3.764 €
W 2: 4.295 €
W 3: 5.207 €
8. Nordrhein-Westfalen
W 1: 3.816 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2: 5.044 €
W 3: 5.578 €
W 1: 3.816 €
W 2: 4.354 €
W 3: 5.278 €
9. Thüringen (Gesetzentwurf)
W 1: 3.989 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2: 5.000 €
W 3: 5.475 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 1: 3.894 €
W 2: 4.423 €
W 3: 5.344 €
10. Bremen
W 1: 3.816 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2 Grundgehalt: 4.354 € zuzügl. Grundleistungsbezug: 600 € = 4.954 €
W 3 Grundgehalt: 5.278 € zuzügl. Grundleistungsbezug: 600 € = 5.878 €
W 1: 3.816 €
W 2: 4.354 €
W 3: 5.278 €
11. Rheinland-Pfalz
W 1: 4.058 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2: 4.941 €
W 3: 5.551 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 1: 3.978 €
W 2: 4.606 €
W 3: 5.496 €
12. Hessen (Erfahrungsstufen)
W 1: 3.906 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 4.904 € – Endstufe 5: 5.643 €
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 5.437 € – Endstufe 5: 6.287 €
W 1: 3.807 €
W 2: 4.349 €
W 3: 5.281 €
13. Sachsen
(Gesetzentwurf – Erfahrungsstufen)
W 1: 3.837 € (keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W Besoldung)
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 4.704 € – Endstufe 4: 5.422 €
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 5.300 € – Endstufe 4: 6.243 €
W 1: 3.837 €
W 2: 4.375 €
W 3: 5.300 €
14. Niedersachsen
(Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.921 €
W 2: 4.473 €
W 3: 5.423 €
W 1: 3.819
W 2: 4.358
W 3: 5.283
15. Mecklenburg-Vorpommern
(Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.995 €
W 2: 4.555 €
W 3: 5.517 €
W 1: 3.816
W 2: 4.354
W 3: 5.278
16. Saarland (Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.921 €
W 2: 4.463 €
W 3: 5.395 €
W 1: 3.833
W 2: 4.362
W 3: 5.273
17. Berlin (Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.667 €
W 2: 4.190 €
W 3: 5.087 €
W 1: 3.596
W 2: 4.107
W 3: 4.988
Stand: 10. Dezember 2013
(Alle Angaben ohne Gewähr)
36
I N T E R N AT I O N A L I S I E R U N G
Forschung & Lehre
1|14
Hochschulen
zukunftsfest machen
Erfolgreiche ausländische Absolventen
sind die besten Botschafter
| A N D R E A S P I N K W A R T | Studenten aus dem Ausland sind an deutschen Hochschulen gern gesehen. Es wird von vielen Seiten
angestrebt, dass ihre Zahl in den kommenden Jahren noch wächst. Wie aber
können die Hochschulen dies neben den doppelten Abiturjahrgängen bewältigen? Vorschläge für ein Zukunftsthema.
W
ährend die Große KoaliAussetzung der Wehrpflicht einerseits
tion im Sozialbereich teuimmer jünger und auf dem Weg des lere Wechsel auf die Zubenslangen Lernens andererseits immer
kunft zieht, bleibt ihr Vertragswerk in
älter. Zugleich wächst der Anteil eines
puncto Zukunftsinvestitionen vage.
Altersjahrgangs, der zu einem akademiEnttäuschung macht sich vor allem bei
schen Abschluss geführt werden soll,
den Hochschulen breit, deren Hauptfibeständig. Und auch die Anzahl auslännanciers – die Länder – mit bangem
discher Studierender soll nach dem WilBlick auf die Schuldenbremse und verlen der Großen Koalition in den kommeintlich rückläufiger Studierendenmenden Jahren von heute rund 265 000
zahlen bereits damit beginnen, das finanzielle Korsett
»Fast jeder zweite ausländische
ihrer Universitäten noch enStudent verlässt die deutschen
ger zu ziehen. Dabei leidet
Hochschulen ohne Abschluss.«
die Grundfinanzierung der
Hochschulen schon seit Jahren Not. Darüber konnten die Sonderauf 350 000 Studierende anwachsen.
programme für den doppelten AbiturImmerhin in dieser Frage wird der Kojahrgang und die Exzellenzinitiative soalitionsvertrag einmal konkret. Dies
wie die Einnahmeverbesserungen aus
entspräche dann einer Zahl von etwa
Studienbeiträgen nur kurzzeitig hinweg
185 000 Bildungsausländern aus nicht
helfen. Dies gilt auch für die im Wege
EU-Ländern. Und dies ist mit Blick auf
der Hochschulautonomie eröffneten
die Demographie und den bereits heute
Gestaltungsspielräume, die von einzelspürbaren Mangel an talentierten
nen Ländern unter dem Vorwand der
Nachwuchskräften eine zweifelsohne
Demokratisierung der Hochschulpolitik
richtige Zielsetzung. Allerdings fehlt
nunmehr wieder zurückgedreht werauch hier jeder Hinweis, wie die Hochden.
schulen mit diesen sie besonders fordernden Aufgaben in Zukunft verantWachsende Anforderungen
wortungsvoll umgehen sollen. Allein die
Gleichzeitig stehen die Hochschulen
hohe Zahl von Studienabbrechern unvor wachsenden Anforderungen. Ihre
ter den ausländischen Studierenden –
Studierenden werden durch G8 und die
annähernd jeder zweite ausländische
AUTOR
Andreas Pinkwart ist Rektor der privaten HHL Leipzig Graduate School of Management. Zuvor war der Ökonomieprofessor Wissenschaftsminister in Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP.
Student verlässt die deutschen Hochschulen bislang ohne Abschluss – sollte
Anlass geben, sowohl die Auswahl als
auch die Betreuung ausländischer Studierender nachhaltig zu verbessern.
Und zwar sowohl im Interesse der jungen Menschen als auch im Interesse unseres Landes. Schließlich sind die erfolgreichen Absolventen in ihren Herkunftsländern unsere besten Botschafter, und für den Fall ihres wünschenswerten langfristigen Aufenthalts in
Deutschland profitiert der deutsche Arbeitsmarkt von ihnen am meisten.
Sicherlich könnte den Hochschulen
ein Teil ihrer Sorgen genommen werden, wenn der Bund die Mittel für die
außeruniversitären Forschungseinrichtungen künftig allein übernehmen sollte
und die Länder ihre diesbezüglichen
Beiträge zur Verstärkung der Grundfinanzierung ihrer Hochschulen umwidmen. Bisherige Erfahrungen etwa bei
der Ausfinanzierung der Hochschulbaumittel oder bei der vom Bund erwarteten Co-Finanzierung des Hochschulpakts durch die Länder nähren indes
Zweifel, ob, wie viel und wie lange die
Hochschulen von diesen Mitteln etwas
abbekommen.
„Geld folgt Student“
Eine auf Dauer auskömmliche und verlässliche Verbreiterung der staatlichen
Grundfinanzierung könnte indessen erreicht werden, wenn sich der Bund dazu entschlösse, den Hochschulen darüber hinaus die Kosten für das Studium
der ausländischen Studierenden nach
dem Prinzip ‚Geld folgt Student‘ zu ersetzen. Würde er überdies die Höhe der
Förderung pro Student auch noch vom
Studienerfolg und der Studiendauer abhängig machen, erhielten die Hochschulen geeignete Anreize, um die ausländischen Studierenden gezielter aus-
1|14
Forschung & Lehre
I N T E R N AT I O N A L I S I E R U N G
zuwählen, intensiver zu betreuen und
Deutschland für leistungswillige und
sie auf dem Weg zu einem erfolgreichen
begabte Studierende beitragen. Diese
Abschluss mit ergänzenden Stipendien
erwarten nämlich in aller Regel, dass
für den Lebensunterhalt zu unterstütein Studium etwas kostet und dass diese
zen. Hierzu sollten auch die Mittel des
Kosten ihnen zumindest teilweise erlasDAAD deutlich aufgestockt werden.
sen werden.
Damit dies möglichst erfolgreich geDer Bund würde seine Mittel in
lingt, sollte zudem die von der SächsiForm von Studienchecks unmittelbar
schen Wissenschaftsministerin Professor von Schor»Begabte Studenten erwarten,
lemer im Hochschulfreiheitsgesetz des Freistaates
dass ein Studium etwas kostet.«
festgeschriebene und an einer sächsischen Hochschule bereits praktizierte Möglichkeit,
an die Hochschulen leiten und auf diese
Studenten, die nicht Staatsangehörige
Weise auch sichtbar machen, wie hoch
eines Mitgliedstaates der Europäischen
die Stipendien sind, die internationale
Union sind, an den Kosten ihres StudiStudierende in Deutschland erhalten.
ums zu beteiligen, in die Überlegungen
Dies wäre eine große Motivation für die
einfließen.
Studierenden ebenso wie für die sie ausDa nahezu überall auf der Welt Stubildenden Hochschulen. Dabei können
dienbeiträge erhoben werden, würde
je nach Studiengang auch unterschiedlidies in jeder Hinsicht auch zur Attraktiche Geldbeträge pro Studienplatz gevitätssteigerung des Studienstandortes
zahlt werden. Denkbar ist auch ein
37
durchschnittlicher Betrag, wie er etwa
beim Hochschulpakt gewählt wurde.
Gehen wir von 10 000 Euro pro Jahr
und Student sowie einem Selbstbehalt
der Studierenden von 1 000 Euro pro
Jahr aus, würden den Hochschulen aufwachsend rund zwei Milliarden Euro
jährlich dauerhaft zusätzlich zur Verfügung stehen. Zusammen mit der Umwidmung der Landesanteile an der außeruniversitären Forschung zugunsten
der Hochschulbudgets ließen sich so die
berechtigten Forderungen der Hochschulen nach einer nachhaltigen Verbesserung ihrer Grundausstattung erfüllen. Es dürfte den anderen Politikfeldern schwer fallen zu beweisen, dass sie
für die Menschen nachhaltig bessere Erträge erzielen als es durch Bildung, Wissenschaft und Transfer gelingt.
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HOCHSCHULEN
Forschung & Lehre
1|14
Gesucht: Neulandbetreter
Die klassische Hochschule steht vor einem
tiefgreifenden Wandel
erwarten mehr als nur ausreichende berufliche Qualifikation. Völlig verständlich fordern sie Beiträge zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit unserer
Volkswirtschaft: Nicht nur in der Lehre
mit raschem und zielgerichtetem Reanmitten des gegenwärtigen Anbewerb um Forschungsdrittmittel Diffegieren auf den Arbeitsmarkt, sondern
sturms auf unsere Hochschulen hat
renzierung immer stärker als „Fokussieauch in der Forschung in Form von Inder Wissenschaftsrat seine Perspekrung“ und „Spezialisierung“ verstehen,
novationen und Patenten.
tiven zur Zukunft des deutschen Wisdann wird parallel zu der zunehmenden
Studierende, die nach einem achtsenschaftssystems vorgelegt. So wichtig
Arbeitsteilung und Differenzierung in
jährigen Turbo-Abitur erneut kleinteiliund richtig mehrere der aufgezeigten
Wirtschaft und Gesellschaft auch an
ge Bologna-Wissenshäppchen am FließPerspektiven sind – die verbesserte Beband verarbeiten sollen, erwarten
treuung von Studierenden, eine zunehvielfach nicht nur ein effizientes
»Bei aller Ausdifferenzierung
mende Internationalisierung, neue EntStudium in kurzer Zeit. Sie sudarf der Blick aufs ›große
wicklungschancen für wissenschaftlichen in dieser wichtigen LebensGanze‹ nicht verloren gehen.« phase an Hochschule und Uniches Personal – so sehr lohnt ein kritischer Blick auf eine der Hauptforderunversität oft auch gesellschaftliche
gen: den Ausbau der institutionellen
den Hochschulen und Universitäten
Orientierung und eine produktive intelDifferenzierung. Diese Ausdifferenzieimmer mehr „fokussiertes Spezialwislektuelle Mitarbeit an den großen Aufrung und „Vergrößerung der Artenvielsen“ produziert werden. Mit der unbegaben unserer Zeit.
falt“ hat in den vergangenen Jahren
absichtigten Nebenwirkung, dass für die
Der Arbeitsmarkt in Wirtschaft und
rasch zugenommen. Betrachtet man alLösung der großen, fachübergreifenden
Wissenschaft, in Politik und Verwaltung
lein die Zahl der aktuell rund 150
bzw. „undisziplinierten“ Problemstelfragt zunehmend nach HochschulabsolHochschulen
in
nicht-staatlicher
lungen nicht das akademische Lösungsventen, die sich bei allem unabdingbaren
Trägerschaft als Maßstab für zunehpotenzial abgerufen werden kann, was
Fachwissen eine Perspektivenweite erarmende Differenzierung, dann ist
dort eigentlich vorhanden wäre – und
beitet haben, aus der Verantwortung und
Deutschland auf dem Weg zu einer erin das viel Geld investiert wird.
Führungsfähigkeit erwachsen kann: Die
freulich produktiven Heterogenität und
Kombination aus „Generalistentum“
einer bunten Hochschullandschaft.
Umzingelt von Erwartungen
und Spezialisierungskompetenz ist dünn
Der Erwartungsdruck auf unsere Hochgesät und steht hoch im Kurs.
Differenzierung: ja –
schulen steigt allenthalben: bei den PoUnd wir alle – „die Gesellschaft“?
Verengung: nein
litikern, bei den Studierenden, in der
Wir realisieren mit wachsender ErnüchGleichzeitig gilt es, darauf zu achten,
Wirtschaft und – ganz allgemein – in
terung, dass die großen gesellschaftlidass bei aller Ausdifferenzierung der
der Gesellschaft:
chen Herausforderungen – KlimawanBlick aufs „große Ganze“ nicht verloren
Politiker, die unter dem Diktat einer
del, Krise Europas, Reform des Finanzgeht. Wenn Hochschulen in ihrem BeSchuldenbremse immer mehr Steuersystems, demographische Umbrüche
mühen um Profilbildung und im Wettgeld in Hochschulen investieren sollen,
etc. – von der Politik in der Kurzatmigkeit westlich geprägter Demokratie alAUTOREN
lenfalls kurzfristig entschärft werden,
gleichzeitig jedoch weit von einer langProf. Dr. med. Martin Butzlaff ist Präsident der Universität Witfristigen Lösung entfernt sind. Auch
ten/Herdecke.
hier ist die berechtigte Erwartung: Wo,
Prof. Dr. Uwe Schneidewind ist Präsident des Wuppertal Instituts
wenn nicht im weitgehend interessenfür Klima, Umwelt und Energie sowie Aufsichtsratsvorsitzender
freien und selbstverwalteten Raum under Universität Witten/Herdecke.
serer Hochschulen und Universitäten,
| MARTI N BUTZ LAFF | UWE SCH N E I DEWI N D |
Zur Moderne gehört eine zunehmende Arbeitsteilung und Differenzierung in
Wirtschaft und Gesellschaft. Auch die Hochschulen sind davon betroffen. Es
geht um Fokussierung und Spezialisierung. Was bedeutet dies für das klassische Modell von Hochschule und Universität?
I
1|14
HOCHSCHULEN
Forschung & Lehre
kann der produktive Wettstreit um die
besten Ideen zur Zukunft unserer Gesellschaft in enger Vernetzung mit Institutionen aus Wirtschaft, Politik, aus regionalem und kommunalem Umfeld geführt werden?
Spezialwissen und Weitblick:
kein Widerspruch
Große gesellschaftliche Aufgaben erfordern spezielles Fachwissen und generalistischen Weitblick. Und Hochschulen,
die in diesem Sinne neue Lehr- und
Lernwege beschreiten. Schon heute gibt
es nahezu alles verfügbare Wissen in allen relevanten Sprachen zu jeder Zeit
an allen Orten der Welt. Auf Knopfdruck. Und die Halbwertzeit des jeweils
„gültigen“ Wissensfundus sinkt – und
wird weiter sinken.
Mit dem Bedeutungsrückgang des
Faktors „aktuelles Wissen“ rückt die individuelle Lern- und Reflexionsfähigkeit ins Zentrum der hochschulpädagogischen Aufgabe. Die Fähigkeit, eigene
Standpunkte, Kenntnisse, Stärken und
Schwächen realistisch einschätzen zu
können – im Sinne von persönlicher
und reflektierter Urteilskraft – gewinnt
für die erfolgreiche professionelle Arbeit an Bedeutung.
Vom Bildungsanbieter zum
Gestalter der Zivilgesellschaft
Neben den bereits beschriebenen Leistungsansprüchen an Forschung und
Lehre in einem zunehmend wettbewerblichen Umfeld steigen parallel auch
die Erwartungen an die Hochschule,
sich über Forschung und Lehre hinaus
als zivilgesellschaftlicher Akteur zu engagieren. Diese Aufgabe einer gesellschaftlichen Mitgestaltung hat mehrere
Ebenen. Zunächst eine ganz individuelle bzw. persönliche: Werden die Studierenden einer Hochschule, werden die
Professoren, werden Rektor, Kanzler
und Hochschulräte in einer Stadt, im
Umfeld der Universität wahrgenommen? Und auf der institutionellen Ebene: Beteiligt sich die Hochschule an der
Lösung disziplinübergreifender Probleme, vor denen wir als Gesellschaft insgesamt stehen – ob zum Thema Energie, zur Generationengerechtigkeit oder
zur Umweltproblematik?
Eine
gesellschaftlich
engagierte
Hochschule mobilisiert für diese Fragestellungen nicht nur die Wissensbestände
ihrer unterschiedlichen Disziplinen, sondern bezieht betroffene Akteure und ihr
Wissen mit ein. Für die Hochschulen
heißt das auch, jenseits von Fach- und
Expertenwissen den Weitblick anzulegen,
zu fördern und zu üben, der notwendig
ist, um die individuelle ebenso wie die gesellschaftliche Dimension wichtiger Fragestellungen erfassen zu können.
Hier sind Hochschulen/Universitäten ganz besonders gefordert – mit ihrer
intellektuellen Kraft und ihrem beständigen Zustrom an neuen Studierenden
und damit neuen Ideen und neuem
Sauerstoff; und vor allem mit ihrer Fähigkeit zum „respektlosen“, grenzüberschreitenden Diskurs. Mit anderen
Worten: Für die besonderen, oftmals generationsübergreifenden Aufgaben, die
wir in vielen Regionen noch zu lösen
haben werden, sind Hochschulen ein
idealer „Wirk-Ort“ für einen engagierten, neugierigen, innovativen, mutigen
und sozial verantwortlichen Diskurs
über die besten Ideen für eine gemeinsame Zukunft.
39
gang und Abschluss-Niveau gilt es – im
Sinne einer „Theorie-Praxis-Theorie“Lernspirale – stärker von realen Fällen,
von realitätsnahen Fallstudien und vor
allem von den Fragen der Studierenden
auszugehen.
Von Rohstoffarmut zu
Bildungsreichtum
Angesichts der relativen Rohstoffarmut
in der Exportnation Deutschland ist das
Thema Bildung unsere Lebensversicherung für den Wohlstand auch kommender Generationen: Bei allen Sparmaßnahmen auf Bundes- und Länderebene
sind die Bildungsressorts daher bislang
entweder gänzlich ausgenommen oder
in nur geringem Umfang betroffen.
Trotzdem stellt sich die Frage, ob wir im
internationalen Wettbewerb und Vergleich genügend für die Hochschulbildung tun: Hier ist Deutschland mit den
Aufwendungen pro Student
und den wichtigen Betreu»Bildung ist die Lebensungsrelationen an den Universicherung für den Wohlstand versitäten allenfalls Mittelmaß. Ein Grund mehr, mit
kommender Generationen.«
der diskutierten Verfassungsänderung rasch dafür zu sorWeil Meister nicht vom
gen, dass der Bund zu einer finanziellen
Himmel fallen
Stärkung von Hochschulen und UniverDies gilt ganz besonders auch für die
sitäten beitragen kann.
ökonomischen Herausforderungen vor
Und obwohl Studiengebühren mit
denen wir stehen: Im Sinne der bereits
der letzten Landtagswahl in Bayern geskizzierten Spezialisierung hat die Figenwärtig in allen Bundesländern vom
nanz- und Wirtschaftskrise eine akadeTisch sind, ist die Frage, ob und in welmische Sackgasse für die Wirtschaftscher Form Studierende in Deutschland
wissenschaften und die universitäre
zukünftig an der Finanzierung ihres
Ausbildung in diesem Fach offengelegt.
Studiums beteiligt werden sollen, noch
Einem immer stärker fragmentierten
längst nicht abschließend entschieden.
Detailwissen, das zwar hohen wissenSinnvoll konzipiert und umgesetzt könschaftlichen Standards genügt, aber an
nen nachgelagerte Studiengebühren
den Kernfragen der gesellschaftlichen
nicht nur zu mehr Finanz-Sicherheit,
Praxis vorbei zielt, steht im „realen
Hochschul-Eigenständigkeit und -Qua(Wirtschafts-) Leben“ eine beständig
lität beitragen, sondern auch: zu mehr
wachsende und nicht befriedigte Nachsozialer Gerechtigkeit!
frage nach „gebildeten Ökonomen“ und
Auf der Suche nach Lösungswegen
„Gründergeistern“ gegenüber.
für die großen disziplinenübergreifenden
Führen und Verantworten, unternehThemen unserer Gesellschaft brauchen
merisches Denken und Handeln sind alwir die Hochschulen und Universitäten
lein durch ein Theoriestudium nicht erdringender denn je: als Vordenker und
lernbar. Wie in anderen Fächern auch –
Nachdenker, als Diskursforum, wissenz.B. Lehrer-, Ärzte- oder Ingenieursausschaftliches Lernlabor und „Neulandbebildung – heißt die Konsequenz: enge
treter“. Transdisziplinäre Vernetzungen
Verzahnung von Theorie und Praxis, diazwischen Universitäten und Unternehlogisches Lernen, frühzeitiges Übertramen, zwischen Hochschulen und Komgen, Erproben von gelebter Verantwormunen, zwischen Theorie und Praxis
tung. Es bleibt eine zu reduzierende
sollten wir deshalb nicht nur begrüßen,
Schwäche im gesamten Hochschul-Syssondern auch fördern und fordern.
tem: Dass vielfach an Hand von Fragen
gelernt, geprüft und zertifiziert wird, die
Gekürzte Fassung. Den Originalbeitrag finden
sich in der Praxis nicht stellen. UnabhänSie in voller Länge und mit Beispielen aus der
Praxis unter www.uni-wh.de/neulandbetreter.
gig vom jeweiligen Fachgebiet, Studien-
40
STUDIENGÄNGE
Forschung & Lehre
1|14
Franchising von Studiengängen
Analyse eines neuen Phänomens
|
GEORG
SANDBERGER
|
Es wird allseits
gewünscht, dass die Hochschulen untereinander, aber auch mit anderen
Bildungseinrichtungen kooperieren. Eine neue Entwicklung dabei ist das sog.
„Franchising“ von Studiengängen. Was hat es damit auf sich? Was bedeutet es
aus rechtlicher Sicht?
I
m Schatten der Liberalisierung und
Internationalisierung des Rechts
des Studiums, der Lehre und der
Prüfungen zu Beginn dieses Jahrtausends haben sich neue Formen der Zusammenarbeit von Hochschulen und
außerhochschulischen Bildungseinrichtungen beim Angebot von Studiengängen und Studienabschlüssen entwickelt.
Für dieses Phänomen haben sich
mehrere Begriffe, wie Franchising, Validierung, Externen-Prüfung etabliert, die
aber ihrerseits klarer typologischer Definitionen entbehren und deshalb nur
vereinzelt und mit unterschiedlichem
Gehalt Eingang in die Hochschulgesetzgebung gefunden haben.
Es ist deshalb zu begrüßen, dass sich
die
Hochschulrektorenkonferenz
(HRK) mit ihren Empfehlungen vom
19. November 21013 zum Franchising
von Studiengängen dieses Themas angenommen hat.
Diese Empfehlungen richten sich in
erster Linie an die Mitgliedshochschulen. Im Kern zielen sie darauf ab, Franchising-Kooperationen nur nach sorgfältiger strategischer Planung ihrer Integration in das Lehrangebot zu beginnen. Vor allem aber wird den Hochschulen empfohlen, im Rahmen der Gestaltung des Kooperationsvertrages die
Gesamtverantwortung für die Qualitäts-
kontrolle bei der Konzeption des Inhalts geplanter Studiengänge, bei der
Zulassung der Studierenden, bei der Bestellung des Lehrpersonals, bei der
Durchführung des Lehrangebots und
bei der Abnahme der Prüfung zu gewährleisten.
Die KMK und ihre Mitglieder werden aufgefordert, für das Franchising
klare rechtliche Rahmenbedingungen
zu schaffen und dieses von anderen Tatbeständen der Anrechnung außerhalb
einen Überblick über Hintergründe dieser Entwicklungen, typische Fallgestaltungen und ihre Erfassung durch das
geltende Hochschulrecht der Länder
(II), zum anderen um notwendige Konsequenzen auf der Ebene der Gesetzgebung, der Vertrags- und Satzungsgestaltung der Hochschulen (III).
Hintergründe, Fallgestaltungen
und Erfassung des Franchising
durch das geltende Hochschulrecht
Regeltypus des Erwerbs eines ein
grundständiges Studium abschließenden Hochschulgrades ist nach der Einführung der gestuften Studiengänge
(Bachelor und Master) ein mit der
Hochschulprüfung endendes, mindestens dreijähri»Die Kultusministerkonferenz
ges Präsenzstudium an einer Hochschule oder an
muss klare rechtliche
mehreren systemgleichen
Rahmenbedingungen schaffen.«
Hochschulen.
Anforderungen des Arhochschulischer Studienangebote erbeitsmarktes, unterschiedliche Lebensbrachter Leistungen und Prüfungen abund Ausbildungsbiographien, das Intezugrenzen.
resse, die Chancengleichheit im BilAn die Akkreditierungsagenturen
dungswesen zu verbessern, schließlich
richtet sich die Empfehlung, die Studidie Sicherung des künftigen Fachkräfteengänge vor ihrer Aufnahme nach den
bedarfs durch den Übergang beruflich
für hochschulische Studiengänge gelQualifizierter in den tertiären Bereich
tenden Qualitätsmaßstäben zu akkredigaben den Anstoß, die Angebote des
tieren und das Studienangebot in regelPräsenzstudiums durch Bildungsangemäßigen Abständen einer Qualitätskonbote zu erweitern.
trolle zu unterziehen.
In diesen Kontext gehört auch das
Tragweite und Tragfähigkeit dieser
sog. Franchising von Studiengängen.
Empfehlungen sind auf den Prüfstand
Der Sache nach geht es darum, dass die
zu stellen. Dabei geht es zum einen um
gradverleihende Hochschule entweder
die Durchführung eines gesamten StuAUTOR
diengangs oder Teile davon auf private
Bildungsanbieter überträgt und mit ihrem und dem Lehrpersonal des privaten
Professor Dr .iur. Dr. iur. h.c. Georg Sandberger, Kanzler der Universität Tübingen
a.D., Honorarprofessor an deren Juristischer Fakultät.
Anbieters die studienbegleitenden Prüfungen und Abschlussprüfungen durchführt.
1|14
STUDIENGÄNGE
Forschung & Lehre
Dabei gibt es zwei Hauptformen:
1. Die Gradverleihung durch eine staatliche oder staatlich anerkannte deutsche Hochschule aufgrund eines Studiums an einer deutschen oder ausländischen nichthochschulischen Bildungseinrichtung.
2. Die Gradverleihung durch eine
staatliche oder staatlich anerkannte
Hochschule des Auslands aufgrund eines Studiums an einer deutschen nichthochschulischen Bildungseinrichtung.
Die Gründe dafür sind vielfältig.
Zum Teil werden diese Angebote entwickelt, weil die gradverleihende Hochschule kapazitär nicht in der Lage ist,
das Studienangebot in eigener Regie
durchzuführen. Teilweise geht es auch
um zusätzliche Ausbildungsangebote
für Berufstätige, die Ausweitung in
hochschulferne Regionen oder den Export deutscher Studiengänge in Partnerländer.
den Hochschule für die Inhalte und
Durchführung der Studienangebote,
sondern binden die Zulässigkeit der
Prüfung und Gradverleihung an eine
ausreichende Vertretung des Fachs und
fachlich qualifizierter Prüfung in der
Hochschule.
41
klare, an die Mitgliedshochschulen gerichtete Orientierungs-Leitsätze für die
Einführung und Durchführung von
Franchisestudiengängen.
In deren Mittelpunkt steht die Verantwortung
der
gradverleihenden
Hochschule für die Inhalte, die Qualifikation des Lehrund Prüfungsperso»Auch im grenzüberschreitenden
nals und die QualiFranchising weisen die Ländergesetze tätssicherung, die
die Hochschule in
keine einheitliche Linie auf.«
den Kooperationsverträgen mit den
Auch im grenzüberschreitenden
Franchisenehmern und in den einschläFranchising weisen die Ländergesetze
gigen Prüfungsordnungen zu verankern
keine einheitliche Linie auf. Nur wenige
hat.
Länder, wie Brandenburg, NRW und
Ohne eine Angleichung der gesetzliNiedersachsen widmen dieser Problechen Rahmenbedingungen für das inmatik eigene Bestimmungen. Gemeinnerstaatliche und grenzüberschreitende
samer Nenner ist die Definition von
Franchising, für die die Regelungen des
Qualitätsanforderungen an das Ausbilnordrhein-westfälischen Hochschulgedungsangebot der nichthochschulisetzes als Vorbild dienen können, wird
schen Bildungseindie notwendige Verankerung der erforrichtung im Inland.
derlichen Qualitätssicherungssysteme
»Eine Analyse der landesrechtlichen
In den anderen Bunaber nicht zu erreichen sein. Dies gilt in
Regelungen weist ein höchst
desländern wird die
besonderem Maße für das grenzüberProblematik
bei
der
schreitende Franchising.
heterogenes Bild auf.«
Auslegung der BeDie Anforderungen an die Qualistimmungen
über
tätskontrolle des grenzüberschreitenIm internationalen Bereich kommen
die Anerkennung ausländischer Hochden Franchisings müssen sich an der JuGründe des Zugangs zu international
schuldiplome und der Eingangsvorausdikatur des EuGH zur Anerkennung
bewährten Studienangeboten hinzu, die
setzungen für die zweite Stufe der Bavon Hochschulgraden, die in einem andurch die Kooperation mit einer privachelor- Master- Studiengänge entschiederen Mitgliedstaat verliehen wurden,
ten Bildungseinrichtung für den deutden.
messen lassen. Eine Analyse dieser Judischen Markt zugänglich gemacht werkatur zeigt, dass eine Gleichwertigkeitsden sollen.
Konsequenzen auf der Ebene
prüfung nicht mehr zulässig ist, wenn
Vielfach wird dies mit dem Interesse
der Normgebung
der ausländische Hochschulgrad für ein
an zusätzlicher Einnahmengenerierung
Dieser Befund macht deutlich, dass dieStudium verliehen wird, das ausschließfür die Hochschulen aus der Beteiligung
ser Sachkomplex einer erneuten Befaslich im gradverleihenden Land absolan den Studienentgelten der nichthochsung durch die KMK und die Landesgeviert wurde und den Voraussetzungen
schulischen Bildungseinrichtungen versetzgeber bedarf, um Missbräuchen zu
der gradverleihenden Hochschule entbunden sein.
Lasten der in solchen Studiengängen
spricht. Dagegen ist eine QualitätskonEine Analyse der einschlägigen lanStudierenden gegenzusteuern. Aufgabe
trolle zulässig, wenn der ausländische
desrechtlichen Regelungen weist ein
Grad auf der Grundhöchst heterogenes Bild auf. Nur wenilage eines Studiums
»Die beschlossenen HRKge Bundesländer sind bisher den im Bean einer deutschen
Empfehlungen zum Franchising von nichthochschulischen
schluss der Kultusministerkonferenz
von 2008 definierten Anforderungen eiBildungseinrichtung
Studiengängen zeigen den richtigen
ner Qualitätsverantwortung der gradverliehen wird.
Weg auf.«
verleihenden Hochschule für Inhalt,
Im Interesse der
Qualifikation des Lehrpersonals und
Regelungstransparenz
Durchführung des Studienganges durch
ist es, transparente, ordnungspolitisch
für die betroffenen Studierenden und
besondere Regelungen nachgekommen.
stimmige, den Qualitätsanforderungen
die Hochschulen wäre eine AngleiDie meisten Bundesländer behelfen
eigener Studiengänge entsprechende
chung der landesrechtlichen Rahmensich mit allgemeinen Regelungen der
Anforderungen an Studienangebote zu
bedingungen auch für diese FallkonstelAnerkennung von Studienleistungen,
definieren, die im Rahmen von Public
lation sinnvoll.
die an nichthochschulischen BildungsPrivate Partnership außerhalb des
einrichtungen erbracht wurden.
Hochschulwesens erbracht werden.
Auch Regelungen über die sog. ExDie am 19. November beschlosseternenprüfung stellen in den Mittelnen HRK-Empfehlungen zum Franchipunkt ihrer Regelung nicht die Qualising von Studiengängen zeigen dafür
tätsverantwortung der gradverleihenden richtigen Weg auf. Sie enthalten
42
WAS I ST E I G E N T L I C H . . . ?
Forschung & Lehre
1|14
Was ist eigentlich Multimodale
Mensch-Technik Interaktion?
Anpassungen an den Faktor Mensch
| E L I S A B E T H A N D R É | Durch die zunehmende Komplexität von technischen Systemen fühlen sich deren Nutzer häufig gestresst
oder gar überfordert. Die Bedürfnisse der Nutzer sollten daher schon bei der
Softwareentwicklung viel stärker berücksichtigt werden.
bracht, die auf natürlichere Formen der
Eingabe mittels Berührungen und Gestik abzielen und so die klassischen Eingabegeräte wie Maus und Tastatur zunehmend ablösen. Allerdings stoßen
s gibt wohl kaum jemanden, der
nieurwissenschaften wie der Informatik
fingerbasierte Eingaben nicht per se auf
nicht schon hilflos vor seinem
stützt sich das Gebiet auch auf ErkenntAkzeptanz beim Nutzer. Vor allem für
PC saß und vergeblich versucht
nisse aus den Kognitions- und Sozialdie fingerbasierte Bedienung von Notehat, diesem die gewünschte Reaktion zu
wissenschaften. So werden Kompetenbooks mangelt es an stimmigen Interakentlocken. Selbst Experten verzweifeln
zen aus den letztgenannten Bereichen
tionskonzepten. Daher greifen viele
an der zunehmenden Komplexität von
u.a. beim Entwurf von Studien zur AnaNutzer für ihre tägliche Arbeit wie getechnischen Systemen. Das Gebiet
lyse von Interaktionsstilen benötigt.
wohnt auf Maus und Tastatur zurück.
Mensch-Technik Interaktion versucht,
Zum einen geht es in solchen UntersuWaren es bislang PC Systeme, die
diesem Trend entgegenzuwirken, indem
chungen um quantitative und qualitatidie Entwicklung von Bedienoberfläes den Faktor Mensch stärker in den
ve Aussagen zur Bedieneffizienz und
chen dominiert haben, so geben mittlerVordergrund rückt. Während
weile mobile Endgeräte mit
man bei der bisherigen SoftApps-Entwicklung den Ton
»Bei der Softwareentwicklung entwareentwicklung vor allem die
an. Auch der Trend hin zu mit
Anforderungen und VorstellunComputertechnik ausgerüstescheidet vor allem der Endnutzer
gen des Auftraggebers im Blick
ten Alltagsgeräten treibt neue
über den Erfolg des Produkts.«
hatte, bemüht man sich im GeInteraktionsparadigmen vobiet Mensch-Technik Interaktiran. Klassische Bedienkonon, den Endnutzer von Anfang an in
Anfälligkeit für Fehlbedienung. Zum
zepte reizen bei Weitem nicht das Poden Entwicklungsprozess mit einzubeanderen soll ein Maß für die subjektive
tenzial und Spektrum menschlicher
ziehen. Mittlerweile ist man sich dessen
Nutzererfahrung und das Empfinden
Kommunikations- und Interaktionsfäbewusst, dass es nicht der Auftraggeber,
von Nutzern gewonnen werden, etwa
higkeiten aus, so dass durch die Bereitsondern vor allem der Endnutzer ist,
zu welchem Grad sich diese bei der Instellung weiterer Interaktionsmodalitäder über den Erfolg eines Produkts entteraktion kognitiv überfordert und geten signifikante Synergien hinsichtlich
scheidet. Den Endnutzer lediglich am
stresst fühlen. Darüber hinaus kann
intuitiver und natürlicher Interaktion
Schluss eines langen Entwicklungsprosich die Zusammenarbeit mit Personen
zu erwarten sind. Enormes Potenzial
zesses bei Entscheidungen zur Anordaus dem künstlerisch-kreativen Bereich
liegt dabei in der Verwendung von Innung der Bedienelemente einer graphials gewinnbringend erweisen – etwa um
teraktionstechniken, die an der zwischen Oberfläche zu involvieren ist deneue Interaktionsparadigmen voranzuschenmenschlichen
Kommunikation
finitiv zu spät.
treiben.
orientiert sind und auf Gestik, Mimik
Durch
die
Berücksichtigung
und Sprache basieren.
menschlicher Faktoren hat das Gebiet
Technische Innovationen
Mensch-Technik Interaktion naturgeDie letzten Jahre haben eine Vielzahl
Trends
mäß einen stark interdisziplinären Chatechnischer Innovationen im Bereich
Das Paradebeispiel für die Simulation
rakter. Neben Verfahren aus den IngeMensch-Technik Interaktion hervorgevon kommunikativen und sozialen Fähigkeiten ist die Mensch-Roboter InterAUTORIN
aktion. In naher Zukunft werden Roboter, deren Einsatzbereich bisher überElisabeth André hat den Lehrstuhl für Multimodale Mensch-Technik Interaktion am
wiegend auf Fabrikanlagen beschränkt
Institut für Informatik der Universität Augsburg inne.
war, zum Massenprodukt werden. In Japan versucht man bereits heute, Probleme des demographischen Wandels
E
1|14
Forschung & Lehre
durch die Verwendung von Robotern
abzufedern. Durch den Einzug in den
häuslichen Bereich von Alltagsnutzern
wird sich auch deren Rolle vom reinen
Werkzeug hin zum persönlichen Begleiter oder sogar Freund wandeln. Damit
werden emotionale und soziale Faktoren bei der Mensch-Technik Interaktion
immer wichtiger. Es geht nicht mehr
nur um einfache Bedienung. Die Nutzung von technischen Artefakten soll zu
einer positiven Erfahrung – zum Erlebnis – werden. Mittlerweile wird der Begriff User Experience oder kurz UX von
einer Vielzahl von Firmen als Qualitätsmerkmal verwendet.
Ein weiterer Trend, der sich abzeichnet, ist die selbstständige Anpassung
von technischen Systemen an Nutzerbedürfnisse und Umgebungsbedingungen. Befindet sich der Nutzer beispielsweise in einem Raum mit hohem Geräuschpegel, so würde das System automatisch von Sprache auf eine andere
Form der Eingabe umschalten. Noch einen Schritt weiter gehen sogenannte organische Oberflächen, die sich selbstständig verformen – je nach Nutzungsanforderung. So ließe sich beispielsweise die Größe eines aufrollbaren Displays an den zur Verfügung stehenden
Interaktionsraum anpassen. Um die Be-
WAS I ST E I G E N T L I C H . . . ?
43
dürfnisse des Nutzers zu ermitteln, wermerhin taucht das Thema Menschden verstärkt implizite NutzerreaktioTechnik Interaktion in verschiedenen
nen wie z.B. Blickbewegungen als AusVarianten in den Wahlpflichtkatalogen
druck von Nutzerinteresse herangezoeiniger Informatikstudiengänge auf. An
gen. D.h. der Nutzer interagiert, ohne
einigen Hochschulen wie der Universidass er sich dessen bewusst ist. Es liegt
tät Augsburg hat eine Verlagerung von
auf der Hand, dass die automatische
Schwerpunkten hin zur Mensch-TechAnpassung von Nutzerschnittstellen mit
nik Interaktion im Rahmen von MultiProblemen einhergeht. Einerseits kann
media-Studiengängen
stattgefunden.
es recht bequem sein, wenn ein System
Das Spektrum umfasst Veranstaltungen,
die Bedürfnisse des Nutzers erahnt, ohin denen Grundlagen und Prinzipien
ne dass dieser sie explizit kommunizum Entwurf, zur Realisierung und Evaziert. Andererseits
besteht die Gefahr,
»Emotionale und soziale Faktoren
dass der Nutzer das
werden bei der Mensch-Technik
Verhalten des Systems nicht nachInteraktion immer wichtiger.«
vollziehen
kann
und das Gefühl hat,
die Kontrolle über das System zu verlieluation von Systemen der multimodalen
ren. Darüber hinaus bergen AnpasMensch-Maschine-Interaktion vermitsungs- und Personalisierungstechniken
telt werden, aber auch Spezialveranstalimmer auch ein Risiko für den Schutz
tungen zu neueren Interaktionsformen
der Privatsphäre von Nutzern.
wie haptische Interaktion, erweiterte
Realitäten
für
Mobilgeräte
oder
Leider kein Pflichtfach
Mensch-Roboter Interaktion. Einige
Bedauerlicherweise gehört das Gebiet
Hochschulen wie die Universität WürzMensch-Technik Interaktion trotz der
burg haben sogar erkannt, dass die Theenormen gesellschaftlichen und wirtmatik ergiebig genug ist, um komplette
schaftlichen Relevanz an den wenigsten
Studiengänge mit dem Schwerpunkt
deutschen Universitäten zu den PflichtMensch-Technik Interaktion zu bestreifächern eines Informatikstudiums. Imten.
44
FORSCHUNG
Forschung & Lehre
1|14
Ergründet
und entdeckt
Unterschiedlich verdrahtet
D
ie Gehirne von Männern und Frauen sind
unterschiedlich verdrahtet.
Während es in weiten Teilen
des Gehirns bei Frauen besonders viele Kontakte zwischen den beiden Hirnhälften gibt, bestehen bei Männern mehr Verknüpfungen
innerhalb der Gehirnhälften.
So hatten z.B. einzelne Unterbereiche des Gehirns bei
Männern viele Verknüpfungen mit ihren direkten Nachbarbereichen. Bei Frauen
hingegen fanden die Forscher
mehr längere Nervenverbindungen vor allem zwischen
den beiden Gehirnhälften.
Nur im Kleinhirn war es genau andersherum: Dort gab
es bei den Männern viele
Verbindungen zwischen den
Gehirnhälften, bei Frauen innerhalb der beiden Hälften.
Wie die Untersuchung ergab,
verstärkten sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Laufe der Altersentwicklung
(Madhura
Ingalhalikar et al., Proceedings; dpa, 6.12.13).
Alterungsprozesse
W
enige Lebewesen altern wie der Mensch. Wie ein internationales Forscherteam berichtet, steigt mit zunehmendem Alter nicht zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit
zu sterben, während die Chancen sich fortzupflanzen sinken.
Es gebe unter Tieren, Pflanzen und Algen eine viel größere
Vererbte Erfahrungen
E
rfahrungen können zum
Teil an die Nachkommen
vererbt werden – zumindest
bei Mäusen. US-amerikanische Forscher zeigten das am
Beispiel von Gerüchen, die
Gefahr signalisieren. Noch
die Enkelkinder reagierten
auf einen bestimmten Geruch
mit Angst, wenn ihre Großväter damit schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Die
angstvollen Erfahrungen veränderten unter anderem die
Gene in den Samenzellen
und wurden auf diese Weise
weitergegeben. Auch bei einer künstlichen Befruchtung
mit dem Sperma der Großväter bekam der Nachwuchs die
Angst vererbt und zeigte die
zuvor beobachteten Veränderungen im Gehirn. Dies bestätigte die Annahme der Forscher, dass die Erfahrungen
tatsächlich auf biologischem
Weg, und nicht etwa auf sozialem, vererbt werden. Sie
fanden dann auch an einem
Gen im Sperma der Mäuse
sog. epigenetische Veränderungen. Das sind chemische
Modifizierungen an den eigentlichen
Genbausteinen,
zum Beispiel durch das Anhängen einer Methylgruppe.
Dadurch kann die Aktivität
eines Gens verändert werden.
Ein Gen zur Erkennung von
Düften bei den Großvätern
und ihren Kindern war deutlich weniger methyliert als
üblich. Auf diese Weise werde
die Erfahrung an die nächste
Generation
weitergereicht.
Auf welchem Weg die angstvollen Duft-Informationen an
das Sperma weitergegeben
und verschlüsselt werden, sei
aber noch unklar (Brian Dias
et al., DOI: 10.1038/nn.3594;
dpa, 6.12.13).
Silbersturmvogel (Fulmarus glacialoides) Foto: picture-alliance
Vielfalt der Alterungsprozesse als bisher vermutet. Die Wissenschaftler hatten dazu die Lebensverläufe bei elf Arten von
Säugetieren, zwölf anderen Wirbeltieren, zehn Wirbellosen,
zwölf Gefäßpflanzen und einer Blaualge studiert. Bei Menschen zeigte sich die vertraute Entwicklungskurve: Mit zunehmendem Alter steigt die Sterbewahrscheinlichkeit an. Dass
dieser Verlauf aber nicht typisch für alle Lebewesen ist, zeigte
zum Beispiel der Vergleich mit der Kalifornischen GopherSchildkröte. Bei dieser Art nimmt die Wahrscheinlichkeit zu
sterben mit dem Alter ab. Bei einer Eichenart steigt die Mortalität zunächst an, bleibt dann aber konstant. Eine ähnliche Variabilität fanden die Forscher auch bei der Fortpflanzungstätigkeit der Lebewesen. Beim Silbersturmvogel oder beim Australien-Krokodil nimmt die Fruchtbarkeit stetig zu. Bei dem
Süßwasserpolypen Hydra magnipapillata bleibt sie im Verlauf
des Lebens konstant. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse
warnen die Forscher vor einem anthropozentrischen Blick bei
der Untersuchung von Lebensverläufen und Alterungsprozessen verschiedenster Lebewesen (Owen Jones et al., DOI:
10.1038/nature12789; dpa, 13.12.13).
1|14
FORSCHUNG
Forschung & Lehre
Bienenbestäubung
W
enn Bienen Nutzpflanzen bestäuben,
erhöht das nicht nur den Ertrag, sondern es verbessert
auch die Qualität der Früchte. Bei Erdbeeren ergibt sich
Biologen der Universität
Göttingen zufolge durch die
Arbeit der Bienen ein Handelswert, der um 54 Prozent
höher liegt als bei Selbstbefruchtung der Pflanzen. Die
durch Bienen bestäubten
Früchte seien schwerer gewesen, hätten weniger Missbildungen und eine höhere
Handelsklasse gehabt. Zugleich wiesen die Erdbeeren
weniger gelbe und grüne Stellen auf, hatten ein günstigeres Zucker-Säure-Verhältnis
und waren fester. Die festeren Erdbeeren ließen sich
rund einen Tag länger lagern,
bevor sie verdarben. Auch
deshalb wiesen ihnen die
Forscher einen höheren Handelswert zu. Die Forscher erklären dies damit, dass die
Bienen bei ihrem Besuch die
Pollen gleichmäßig auf dem
Fruchtboden verteilen. Dadurch entstehen mehr befruchtete Achänen, die eigentlichen, nussartigen kleinen Früchte der Erdbeere.
Die Befruchtung sorge dafür,
dass pflanzliche Wachstumshormone ausgeschüttet würden. Missbildungen und weiche Stellen gebe es hingegen
vor allem in jenen Bereichen
der Erdbeerfrucht, die einen
großen Anteil unbefruchteter
Achänen
aufwiesen.
Da
Pflanzenhormone die Qualität von Früchten bei vielen
Nutzpflanzen beeinflussen,
halten die Forscher ihre Ergebnisse auf andere Feldfrüchte
für
übertragbar
(Björn Klatt et al., DOI:
10.1098/rspb.2013.2440;
dpa, 6.12.13).
45
Überstimulierung
C
hronische Überstimulierung schädigt das
Gehirn junger Mäuse. Zu
diesem Schluss kommen USamerikanische
Forscher.
Demnach bildeten sich bei
Tieren, die kurz nach der Geburt zum Beispiel dauernd
mit Geräuschen beschallt
wurden, kaum noch kleine
Blutgefäße im Gehirn. Die
Wissenschaftler halten es für
möglich, dass auch beim
Menschen Überstimulierung
oder Reizüberflutung die
Hirnentwicklung beeinträchtigt. Dies müssten aber weitere Untersuchungen zeigen.
Stress oder Energiemangel
erklärten die beeinträchtigte
Gefäßbildung nicht. Vermutlich werde infolge der Über-
stimulierung im Gehirn zu
viel Stickstoffmonoxid (NO)
gebildet. Von dieser gasförmigen Verbindung ist bekannt,
dass sie die Bildung von Blutgefäßen mitsteuert. Verabreichten die Wissenschaftler
den Nagern einen NOHemmstoff, verlief die Gefäßbildung normal. Sie fanden weiter heraus, dass die
mangelnde Gefäßneubildung
die Sauerstoffversorgung im
Gehirn beeinträchtigte. Dies
wiederum führte dazu, dass
die Nervenzellen weniger
Dornfortsätze bildeten. Diese
kleinen Ausstülpungen sind
für die Übertragung von Informationen zwischen den
Nervenzellen wesentlich. Beendeten die Forscher die
Reise zum
Mars
Überstimulierung des Gehörs
nach fünf Tagen, hatten die
Nager einen Monat später
normal entwickelte Blutgefäße. Hielt sie hingegen mindestens 15 Tage an, zeigten
die Mäuse auch im Alter von
fünf Monaten noch immer eine geringere Gefäßdichte als
Kontrolltiere. Aller Wahrscheinlichkeit nach gebe es
einen kritischen Zeitraum, in
dem sich die Blutgefäße erholen könnten (Christina
Whiteus et al., DOI: 10.
1038/nature12821; dpa, 6.
12.13).
Nofretete in 3-D
W
er künftig einmal
zum Mars fliegt, erhöht unter anderem sein
Krebsrisiko. Forscher der
Universität Kiel haben zusammen mit US-Kollegen die
Belastung für einen 500 Tage
dauernden Mars-Aufenthalt
berechnet. Der Wert für Hinund Rückflug war bereits bekannt. Insgesamt sei ein Astronaut während der Reise
rund einem Sievert an Strahlung ausgesetzt. Das Krebsrisiko eines Marsreisenden erhöhe sich so insgesamt um
etwa fünf Prozent, berechnete die Raumfahrtagentur Nasa. Das sei etwas mehr als der
für Astronauten geltende
Grenzwert von drei Prozent.
Die Strahlung sei aber auch
von dem jeweils aktuellen
Sonnenzyklus abhängig. Die
Forscher hatten Daten des
US-Marsrovers „Curiosity“
ausgewertet. Für 2020 plant
die Nasa, „Curiosity 2.0“ zu
dem Planeten zu schicken,
später auch einmal Menschen (Donald Hassler et al.,
Science; dpa, 13.12.13).
F
raunhofer-Forscher haben ein mobiles Labor entwickelt,
das Artefakte im Akkord dreidimensional scannt und digitalisiert. Nur wenige Minuten braucht es, um mit diesem
speziellen 3-D-Scanner die Replika einer Büste der Nofretete
einzuscannen. Dabei erfassen zwei computergesteuerte halbrunde „Tastbögen“ mit Hilfe von Digitalkameras jedes noch so
feine Detail der Vorlage, ohne dass diese berührt werden
muss. Künftig soll der 3-D-Scanner besonders Museen dabei
helfen, wertvolle Artefakte zu digitalisieren und bei Bedarf
über einen 3-D-Drucker Repliken herstellen zu können. Quelle und Foto: Fraunhofer-Institut Darmstadt, picture-alliance.
Vera Müller
46
LESERFORUM
Forschung & Lehre
1|14
Zustimmung
und Widerspruch
Heft 10/13: Mitgemeint?
Funktionärsdeutsch
Gabriela SchuchalterEicke formuliert eine
Wunschvorstellung,
wenn sie schreibt: „Eines sollte doch klar
sein: das generische
Maskulinum
ist
schlichtweg ,out‘“. Im
Gegenteil, das generische Maskulinum
– also die Ausdrucksweise, bei der sich
ein Substantiv im Genus Maskulinum,
meist eine Berufs- oder sonstige Funktionsbenennung, auf Menschen beiderlei
Geschlechts bezieht – ist nach wie vor
„in“, und zwar in allen öffentlichen Medien wie den Tages- und Wochenzeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen
und dergleichen mehr, und es lebt in der
spontanen gesprochenen und geschriebenen Kommunikation. Hier gilt, was in
jeder Ausgabe von „Forschung & Lehre“ im Impressum aus dem Corpus Iuris
Civilis zitiert wird: „Ein Redeausdruck
im männlichen Geschlecht erstreckt
sich gewöhnlich auf beide Geschlechter.“
Die sogenannte „geschlechtergerechte Sprache“ (die auch gern zur „gerechten“ Sprache hochstilisiert wird),
wie sie sich vor allem beim Splitting
zeigt („Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,
Wissenschaftler/-innen,
Wissenschaftler_innen“ usw.), bleibt da-
gegen dem Funktionärsdeutsch in der
Politik, in Parteien, Verbänden, Kirchen, Universitätsverwaltungen und in
der „tageszeitung“ vorbehalten.
Recht hat Frau Schuchalter-Eicke
allerdings damit, dass in dem inkriminierten Bericht von „Forschung & Lehre“ über die Habilitationsstatistik 2012
die Geschlechterquoten hätten mitgenannt werden sollen, schon damit man
erführe, dass sich 2012 etwa 440 Frauen
habilitiert haben und ihr Anteil damit
27 Prozent der Habilitationen insgesamt beträgt. Der Frauenanteil ist in fast
allen Fächergruppen gestiegen und liegt
etwa bei den Sprach- und Kulturwissenschaften trotz eines Rückgangs um drei
Prozentpunkte bei 40 Prozent.
Professor (em.) Dr. Wilfried Kürschner, Vechta
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Lothar Knopp
Rechtswissenschaften an technischen Universitäten
– mit einem Fokus auf das Zentrum für Rechts- und
Verwaltungswissenschaften (ZfRV) in Brandenburg
In diesem Buch werden die Rechtswissenschaften an technischen Universitäten mit einem Fokus
auf das brandenburgische Modell an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus
analysiert. Es soll einen ersten Einblick in die Problemfelder, Herausforderungen, aber auch Entwicklungschancen der Rechtswissenschaften an technischen Universitäten geben. Aus dem Inhalt:
– Rechtswissenschaftliche Forschung an technischen Universitäten
– Promotions- und Habilitationsrecht
– Strukturelle Verankerung und „Institutionalisierung“ der Rechtswissenschaften an technischen
Universitäten – mit einem Fokus auf das Zentrum für Rechts- und Verwaltungswissenschaften an
der BTU Cottbus
– Zur Situation der Rechtswissenschaften an deutschen technischen Universitäten – „Einblicke“
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LIOBA WERTH KLAUS SEDLBAUER
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IN FORSCHUNG UND LEHRE
PROFESSIONELL AGIEREN
Die Leiter von Lehrstühlen stehen heute vor neuen Herausforderungen. Längst sind sie nicht mehr nur Wissenschaftler,
sondern zu Managern geworden. Sie sehen sich gestiegenen
Ansprüchen der Studierenden, einer zunehmenden Internationalisierung der Forschungslandschaft, der Beschaffung von
Drittmitteln und einer entsprechenden Außendarstellung in
der Öffentlichkeit gegenüber.
Mit dem Handbuch „In Forschung
und Lehre professionell agieren“
haben die Autoren ein Werk geschaffen, das anhand von Checklisten, Vorlagen, Leitfäden und vielen
Beispielen aus der Praxis zeigt, wie
mit den neuen Anforderungen
souverän, professionell und ergebnisorientiert umgegangen werden kann.
INHALT
TEIL 1 beschäftigt sich mit dem internen Management eines Lehrstuhls. Neben Hinweisen für die
ersten 100 Tage bei Übernahme eines
Lehrstuhls liefert das Kapitel wertvolle Tipps zur persönlichen Arbeitsmethodik, für ein effektives Arbeitsmanagement oder zur Ausrichtung
und Strukturierung eines Lehrstuhls.
Konkrete Checklisten erleichtern die
Organisation von internen Veranstaltungen sowie den Umgang mit Sitzungen und Arbeit in Gremien.
In TEIL 2 dreht sich alles um Präsentieren und Moderieren. Die klassischen Aspekte der Rhetorik und Präsentationsgestaltung werden ebenso
behandelt wie der Einsatz von
Medien und unterschiedlichen Moderationsmethoden oder das eigene
Auftreten und die damit verbundene
Außenwirkung.
TEIL 3 widmet sich dem Umgang mit
Studierenden im Rahmen der Lehre.
Dazu zählen die Bewertung von Prüfungsleistungen sowie eine verständliche Anleitung zur Erstellung von
Hausarbeiten, Referaten und Abschlussarbeiten.
TEIL 4 betrachtet die Forschungsarbeit am Lehrstuhl: Hier geht es um
die Planung und Ausrichtung von
Forschungsprojekten, deren Organisation und Beantragung sowie um
das Publizieren. Da Patente in den
Universitäten eine zunehmende Rolle
spielen, finden sich auch hierzu
wichtige Tipps.
In TEIL 5 zeigen die Autoren, wie eine
gezielte Öffentlichkeits- und Medienarbeit funktioniert und die Planung
von öffentlichen Events gelingt.
Abgerundet wird das Kapitel durch
einen „Lehrstuhl-Knigge.“
DIE AUTOREN
Prof. Dr. Lioba Werth und Prof. Dr.
Klaus Sedlbauer sind beide Lehrstuhlinhaber an verschiedenen Universitäten, in unterschiedlichen Fachbereichen. Beide sind in ihren Forschungseinrichtungen tagtäglich mit
Fragen des Managements befasst
und stellen mit diesem Buch ihren
Wissens- und Erfahrungsschatz vor.
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PROF. DR. WOLFGANG HERRMANN,
PRÄSIDENT DER TECHNISCHEN
UNIVERSITÄT MÜNCHEN
„Daher kann ich dieses Buch jeder
ambitionierten Führungskraft in
Forschungseinrichtungen zur
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„Durch den kurzweiligen
Schreibstil macht es zudem Spaß,
sich der Welt des Forschungsmanagements zu nähern. Das Buch
ist eine praktische Hilfe für die
Arbeit jeder Forschungs- und
Entwicklungsabteilung.“
PETER ZÜRN, SPRECHER
DER KONZERNFÜHRUNG
DER WÜRTH-GRUPPE
LIOBA WERTH
KLAUS SEDLBAUER
IN FORSCHUNG UND LEHRE
PROFESSIONELL AGIEREN
Lioba Werth ist habilitierte DiplomPsychologin, hat an der TU Chemnitz
den Lehrstuhl für Wirtschafts-,
Organisations- und Sozialpsychologie
inne und leitet ein Unternehmen für
Beratung, Coaching und Training
(auch im wissenschaftlichen Bereich).
Klaus Sedlbauer studierte Physik,
promovierte in Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, hat den
Lehrstuhl für Bauphysik an der Universität Stuttgart inne und leitet das
Fraunhofer-Institut für Bauphysik. In
seinem Ingenieurbüro und seiner
Firma beschäftigt er sich mit Aufgaben aus der Baupraxis.
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des DHV zum Sonderpreis von 70,00 €
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LA
GE
48
BÜCHER
Forschung & Lehre
Lesen und
lesen lassen
Plagiate
M
odeerscheinungen im Wissenschaftsbetrieb enttarnen sich
nicht selten, indem einschlägige Tagungen und Foren zu einem Zeitpunkt veranstaltet werden, zu dem die Zeitgeistigkeit des aufgegriffenen Sujets offensichtlich geworden ist: Dass es dazu
richtige und wichtige Ausnahmen gibt,
belegt dieser großartige Veranstaltungsband. Zunächst am genius loci – in Bayreuth Ende 2011 – vorgetragen, geben
die insgesamt zehn Experten mit ihren
schriftlich aktualisierten Beiträgen einen interdisziplinären Ein- und Überblick zum Thema, dem nachhaltig Beachtung geschenkt werden sollte – ja
muss: Denn mit Hegel – hier von Rieble
in Erinnerung gerufen – sollte Plagiatsabwehr als Frage der Ehre begriffen
werden: „Duldung führt in die Ehrlosigkeit, also in den Verlust an Anerkennung“.
In den einzelnen Aufsätzen wird
zum einen eine gründliche Bestandsanalyse zum „Phänomen Plagiat“ und
zu vergleichbaren Formen des (wissenschaftlichen) Fehlverhaltens gegeben,
zum anderen werden aber bekannte
und weiterführende Vorschläge für
mögliche Formen der Sanktion, der
Prävention und der Governance geprüft. Für den universitären Betrieb erweisen sich danach als dominante
Strategien einerseits der frühzeitige
und umfassende zum Studium anleitende Einsatz, andererseits die lückenlose Einforderung qualifizierter eidesstattlicher Versicherungen (mit der
Sanktion der Titelaberkennung) zumindest für titelgenerierende Prüfungsleistungen. Ergänzend werden Beratungs- und Ombudsstellen (nach dem
Oxford Modell, so Bamforth, „most efficient device in the available armoury“)
sowie der im Einzelfall begründete und
händisch überwachte (zusätzliche) Einsatz von geeigneter Plagiatssoftware
angeregt.
„Als akademischer Mensch“, so der
Philosoph Sloterdijk in seinem brillanten Einführungsreferat, „ist der Fachmann längst dazu verurteilt, ungleich
viel mehr ein Nicht-Leser als ein Leser
1|14
BÜCHER ÜBER
WISSENSCHAFT
zu sein“: Dieses Kompendium muss der
homo academicus lesen!
Judith Brockmann / Arne Pilniok
(Hg.): Prüfen in der Rechtswissenschaft
Probleme, Praxis und Perspektiven. Nomos Verlag, Baden-Baden
2013, 181 Seiten, 44,- €.
Thomas Dreier / Ansgar Ohly
(Hg.): Plagiate. Wissenschaftsethik und Recht. Verlag Mohr Siebeck, Tübingen
2013, 262 Seiten, 49,- €.
Professor Dr. Dr.
Manuel R. Theisen,
LMU München
„Das Thema drängt“
D
er Globale Wandel ist in aller
Munde. Auch die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina –
Nationale Akademie der Wissenschaften
hat sich auf ihrer Jahrestagung 2012 diesem Thema und seinen wissenschaftlichen Grundlagen gewidmet, denn: „das
Thema drängt“. Es wurden dort Vorträge
zur „Rolle der Wissenschaft im Globalen
Wandel“ gehalten, die nun als Buch erschienen sind. Inhaltlich reichen die Texte von der Beschreibung des Ist-Zustands, über neue Herausforderungen
durch den Globalen Wandel, bis hin zu
ersten Lösungsansätzen und gesellschaftspolitischen Konsequenzen. In den
einzelnen Kapiteln geht es um häufig diskutierte Fragen z.B. zur Biodiversität
oder zur Energieversorgung, aber ebenso
um Themen, die in der Öffentlichkeit seltener im Focus stehen, wie der Einsatz
von Gentechnik bei Nutztieren, um Umweltbelastungen, etwa durch Phosphor
im Tierdung, zu vermindern. Weniger
präsent ist auch die Baustofftechnologie,
von deren Bedeutung man sich jedoch
ein Bild machen kann, wenn man im
entsprechenden Kapitel lernt, dass Beton
nach Trinkwasser der weltweit in größter
Menge genutzte Stoff ist. Die Texte mit
zahlreichen Abbildungen liefern fundiertes Grundlagenwissen für die Auseinandersetzung mit dem Globalen Wandel.
Detlev Drenckhahn / Jörg
Hacker (Hg.): Rolle der Wissenschaft im Globalen Wandel. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart
2013, 396 Seiten, 29,95 €.
Ina Lohaus
Edgar Grande u.a. (Hg.): Neue
Governance der Wissenschaft
Reorganisation – externe Anforderungen – Medialisierung.
transcript Verlag, Bielefeld 2013,
374 Seiten, 32,80 €.
Robert Lucius Groh: Wir sind
Uni
Eine bildungspolitische Provinzposse – Und Humboldt kam nicht
über die Elbe. Verlag Tredition,
Hamburg 2013, 200 Seiten, 15,99 €.
Christoph Hoffmann: Die Arbeit
der Wissenschaft
Diaphanes Verlag, Zürich, Berlin
2013, 174 Seiten, 16,95 €.
David Kaldewey: Wahrheit und
Nützlichkeit
Selbstbeschreibungen der Wissenschaft zwischen Autonomie
und gesellschaftlicher Relevanz.
transcript Verlag, Bielefeld 2013,
494 Seiten, 39,99 €.
Philippe Mastronardi / Florian
Windisch: Vernünftig wissenschaftlich entscheiden
Zur Verfassung des interrationalen wissenschaftlichen Diskurses.
Verlag Duncker & Humblot, Berlin
2013, 216 Seiten, 99,90 €.
Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger:
Aphorismen und Zitate über
Natur und Wissenschaft
Verlag Wiley-VCH, Weinheim
2013, 340 Seiten, 24,90 €.
Thomas Schömann: Das Berufsbild des Universitätsprofessors im Wandel
Ein berufssoziologisches Analysemodell. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2012, 142 Seiten, 65,80 €.
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Forschung & Lehre - Leserreisen
STUDIENREISE VOM 27. MAI BIS 3. JUNI 2014
Venetien
Das „Goldene Hinterland“ der Lagunenstadt
Verehrte Leserinnen und Leser,
REISELEISTUNGEN
begleiten Sie uns auf eine Studienreise in den Norden Italiens, und entdecken Sie eine für die Geschichte Europas bedeutende Kulturregion.
Nach den turbulenten Jahrhunderten des Mittelalters, in denen sich die
Städte Oberitaliens ihre Freiheit von Papst und Kaiser erkämpften,
erkannten die Dogen die strategische und wirtschaftliche Bedeutung
ihres Hinterlandes. Sie befreiten die Städte von der Tyrannei streitsüchtiger Familien und bescherten der Region Wohlstand und einen dauerhaften Frieden. Unter dem Zeichen des venezianischen Markuslöwen
gelangten Handel, Kunst und Architektur zu neuer Blüte.
Ausgehend von unserem ersten Standort in Grado am Golf von Triest
erkunden wir das Friaul und Julisch-Venetien. Die Ausgrabungen der
römischen Hafenstadt
Slowenien
Aquilea erzählen von
Cividale
der Bedeutung der Redel
Friuli
Udine ● ●
gion in der Antike. In
Udine und Cividale del
Bassano
Friuli entdecken wir das
Aquileia
del Grappa
●
● Villa Maser
kulturelle Erbe der
Triest
●
●
Langobarden. Die klast
s
Grado Trie
Vicenza ● Gazzo
sizistische Pracht habsvon
●
Golf
Verona
burgischer Herrschaft
●
Venedig
●
zeigt sich bei einem
Padua
Golf von Venedig
Kroatien Rundgang durch Triest.
Mit Blick auf die mächtige Gebirgskulisse der Dolomiten fahren wir weiter zu unserem zweiten
Standort bei Vicenza. Wir besuchen die Stadt des Architekten Palladio,
erkunden das historische Zentrum Veronas, bummeln durch die alte
Universitätsstadt Padua und sehen die eleganten Villen venezianischer
Kaufleute entlang des Brenta-Kanals. Ein weiterer Höhepunkt unserer
Studienreise ist ein ganztägiger Ausflug in die Lagunenstadt Venedig.
❚ Flug mit Air Berlin, Lufthansa oder einer anderen namhaften
Fluggesellschaft
❚ ROTALA Studien-Reiseleitung
❚ Ausführliches Ausflugs- und Besichtigungsprogramm
❚ Ganztägiger Ausflug nach Venedig
❚ Schifffahrt auf dem Canal Grande
❚ Weinverkostung auf einem Landgut im Friaul
❚ Drahtlose Übertragungsanlage mit Kopfhörern
❚ Unterbringung in ausgesuchten Hotels der Vier-Sterne-Kategorie
❚ Doppel- und gegen Zuschlag Einzelzimmer
❚ Zimmer mit Bad und/oder Dusche, WC, Föhn, Sat-TV und Telefon
❚ Halbpension mit Frühstücksbuffet und Abendessen
❚ Ausführliche Reiseunterlagen mit Reiseliteratur
●
REISEPREISE PRO PERSON IN EURO
nal
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Düsseldorf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.249,–
Frankfurt und München . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.375,–
Stuttgart und Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.419,–
Einzelzimmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .129,–
Weitere Abflughäfen auf Anfrage.
LESERREISEN-VORSCHAU 2014
Zypern
Sizilien
Baltikum
Südpolen
Goldener Ring
Peloponnes
Israel & Jordanien
Die Standorte unserer Reise sind die gepflegten Vier-Sterne-Hotels
Diana in Grado und die Villa Tacchi bei Vicenza. Das von einem gepflegten Park mit altem Baumbestand umgebene Herrenhaus stammt aus
dem 17. Jh. und wurde mit viel Liebe zum Detail in ein komfortables
Hotel umgebaut.
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Studienreise vom 16. bis 25. März 2014
Studienreise vom 3. bis 12. April 2014
Studienreise vom 21. bis 29. Juni 2014
Studienreise vom 26. Juli bis 2. August 2014
Studienreise vom 26. August bis 3. Sept. 2014
Studienreise vom 16. bis 23. Sept. 2014
Studienreise vom 6. bis 17. November 2014
✁
INFORMATIONS-COUPON
Ich bitte um die unverbindliche Zusendung des Sonderprogramms und der Anmeldeunterlagen
für:
Venetien
Zypern
Sizilien
Baltikum
Südpolen
Goldener Ring
Peloponnes
Name
Vorname
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PLZ/Ort
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Israel & Jordanien
Bitte einsenden an: „Forschung & Lehre“ · Rheinallee 18 · 53173 Bonn-Bad Godesberg · Fax: 0228-9026680 · eMail: dhv@hochschulverband.de
Mit der Vorbereitung und Durchführung der Leserreisen wurde der Studienreise-Veranstalter ROTALA beauftragt.
50
RECHT
Forschung & Lehre
Entscheidungen
Gesundheitliche
Eignung
D
Foto: mauritius-images
as
Bundesverwaltungsgericht
(BVerwG) hat seine bisherige
Rechtsprechung zu den Anforderungen
an die gesundheitliche Eignung von Beamtenbewerbern grundlegend geändert
zeitige Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen. Die abstrakte Annahme, dass eine bestimmte
Personengruppe – hier die MultipleSklerose-Erkrankten – in ihrer Gesamtheit ein erhöhtes Risiko vorzeitiger
Dienstunfähigkeit aufweisen, reicht
nicht. Da das vorinstanzliche Oberver-
und den anzuwendenden Prognosemaßstab zugunsten der Bewerber erheblich abgesenkt.
Dem Urteil lag die Klage eines Lehrers zugrunde, dessen Verbeamtung wegen seiner angeblich fehlenden gesundheitlichen Eignung abgelehnt worden
war. Der Kläger war an multipler Sklerose erkrankt, jedoch leistungsfähig und
auf absehbare Zeit nicht beeinträchtigt.
Die Einstellungsbehörde hielt die dauernde Dienstunfähigkeit und vorzeitige
Pensionierung aufgrund der bestehenden gesundheitlichen Risiken gleichwohl für sehr wahrscheinlich und verweigerte die Verbeamtung.
Das BVerwG stellte nun klar, dass
die Anforderungen an den Nachweis
der gesundheitlichen Eignung bei aktuell leistungsfähigen Beamtenbewerbern
nicht überspannt werden dürfen, und
definierte einen neuen Prognosemaßstab für die Annahme einer vorzeitigen
Pensionierung wegen gesundheitlicher
Risiken. Es bedarf nunmehr tatsächlicher Anknüpfungspunkte, die eine vor-
waltungsgericht (OVG) keine Feststellungen dazu getroffen hatte, ob tatsächliche Anknüpfungspunkte für eine vorzeitige Dienstunfähigkeit vorliegen, verwies das BVerwG den Rechtsstreit zur
abschließenden Klärung an das OVG
zurück.
(BVerwG, Urteil vom 25.07.2013, Az. 2 C
12.11)
Erstberufung auf Zeit
D
er Kläger war als Professor im
Angestelltenverhältnis auf Zeit
für sechs Jahre an einer staatlichen thüringischen Hochschule beschäftigt. Der
Dienstvertrag verwies auf die Befristungsregelung des Landeshochschulgesetzes (LHG). Danach können Professoren – insbesondere im Falle der erstmaligen Berufung – in einem befristeten
Beschäftigungsverhältnis von maximal
sechs Jahren Dauer eingestellt werden.
Nach Ablauf der Vertragslaufzeit begehrte der Kläger die Übernahme in ein
unbefristetes Beschäftigungsverhältnis.
1|14
Er argumentierte, die Befristung seiner
Professur habe nicht auf der Grundlage
des LHG, sondern ausschließlich nach
den bundesrechtlichen und damit vorrangigen Befristungsregelungen des
Teilzeitund
Befristungsgesetzes
(TzBfG) erfolgen dürfen. Das TzBfG jedoch sehe keine Erstberufungsbefristung vor, weshalb sie rechtswidrig sei.
Das Bundesarbeitsgericht (BAG)
wies diese Rechtsauffassung zurück. Es
stellte klar, dass das TzBfG das Befristungsrecht nicht abschließend kodifiziere. Dies ergebe sich aus § 23 TzBfG, wonach Befristungsregelungen nach anderen gesetzlichen Vorschriften möglich
blieben. Dies könnten auch landesrechtliche Befristungsregelungen sein,
sofern ein Bereich betroffen sei, in welchem der bundesgesetzliche Gesetzgeber zu erkennen gegeben habe, dass er
die Gesetzgebungshoheit nicht vollständig in Anspruch genommen habe. Dies
sei bei befristeten Arbeitsverträgen der
Professorenschaft an staatlichen Hochschulen der Fall: Sowohl das bundesrechtliche Hochschulrahmengesetz als
auch das bundesrechtliche Wissenschaftszeitvertragsgesetz regelten zwar
die Befristung von Arbeitsverhältnissen
der wissenschaftlichen Mitarbeiter,
nicht aber der Professoren. Folglich
könne dieser Bereich durch das LHG
geregelt werden. Das BAG ließ die Erstberufungsbefristung des LHG schließlich auch inhaltlich unbeanstandet. Der
Schutz der Funktionsfähigkeit von
staatlichen Hochschulen lasse es als
sachgerecht erscheinen, befristete Arbeitsverhältnisse bei Erstberufungen
vorzusehen. Auf diese Weise würden
die Hochschulen in die Lage versetzt
festzustellen, ob erstmals berufene Professoren die Entwicklungserwartungen
in Forschung und Lehre auch tatsächlich erfüllen, die an sie gestellt werden.
(BAG, Urteil vom 11.09.2013, Az. 7 AZR
843/11)
Wiltrud Christine Radau
LE S E R S E RVIC E
Die Entscheidungen der Rubrik
„Recht“ können in vollem
Wortlaut bestellt werden bei:
Forschung & Lehre,
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Fax: 0228/9026680,
E-Mail: infoservice@forschungund-lehre.de
DHV-Funds-Consult
Terminübersicht 2014
SEMINAR „GROSSSPENDER-FUNDRAISING FÜR HOCHSCHULEN UND KLINIKEN“
Inhalte:
Großspender-Fundraising-Alleinstellungsmerkmale, Aufbau
von Fundraising in Hochschulen und Kliniken, SpenderMotivstruktur und -Gespräch, Database-Fundraising,
Instrumente und Tools, Deutschlandstipendium, Best
Practice-Beispiele, Fundraising als Chefsache, Abteilungsaufbau, Institutional Readiness, Projektentwicklung
Das Seminar wird in einer eintägigen und einer zweitägigen
Variante angeboten. Die zweitägige Veranstaltung bietet zu-
sätzlichen Raum für vertiefende Darstellung, praktische
Übungen und Austausch zwischen den Teilnehmern und mit
der Referentin.
Termine:
Donnerstag, 13. Februar 2014, Berlin
Montag/Dienstag, 12./13. Mai 2014, Bonn (zweitägig)
Dienstag, 23. September 2014, Mannheim
Donnerstag, 20. November 2014, Bonn
DHV-HRK-FUNDRAISING SYMPOSIUM
– EXKLUSIV FÜR LEITUNGEN VON HOCHSCHULEN UND KLINIKEN
Mit dem Fundraising-Symposium will der Deutsche Hochschulverband in Zusammenarbeit mit der Hochschulrektorenkonferenz Rektoren, Präsidenten und Kanzler sowie
kaufmännische Leiter von Kliniken motivieren, begeistern
und inspirieren, sich dem Thema Großspender-Fundraising
zu widmen und Ressourcen zu investieren. Es lohnt sich.
Termin: Montag, 24. März 2014, Frankfurt am Main
(Programm in Kürze erhältlich)
AUFBAU- UND PROJEKTBEGLEITUNG
Bei der Konzipierung und Implementierung von Fundraising oder einzelnen Fundraisingprojekten an Ihrer Hochschule, Klinik oder Stiftung begleitet Sie DHV-FundsConsult für eine erfolgreiche Umsetzung: Entweder begleitet
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PREMIUM-BEGLEITUNG UND STRATEGIEWORKSHOP MIT INGE REICHENBACH
Als Vice-President Development hat Inge Reichenbach an
der Yale University erfolgreich eine 3,8 Milliarden Dollar
schwere Capital Campaign etabliert. Diese Expertise stellt
Ihnen DHV-Funds-Consult zur Planung und Umsetzung
herausragender Fundraisingprojekte zur Verfügung. Gerne
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Ein Strategie-Workshop mit Inge Reichenbach findet
am Montag, 28. April 2014, in Bonn statt. Eine Teilnahme
ist nur auf Einladung möglich.
Weitere Informationen:
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Rheinallee 18-20 | 53173 Bonn | Tel. 0228/90266-43 | Fax: 0228/90266-97,
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52
STEUERRECHT
Forschung & Lehre
Steuerrecht
aktuell
D
as Finanzgericht Köln hatte zu
entscheiden, ob Reisekosten, die
ein Selbstständiger als Referent im
Rahmen eines eintägigen Fortbildungsseminars für eine Institution (die Bundessteuerberaterkammer) erhalten hat,
von der Umsatzsteuer befreit sind. Das
Gericht lehnte dies ab und erläuterte,
dass einmalige eintägige Fortbildungsveranstaltungen keine umsatzsteuerbefreiten Unterrichtseinheiten in Zusammenhang mit dem Schul- und Hochschulunterricht seien; sie könnten nicht
in einen Lehr- oder Studienplan aufgenommen werden. Ein Referent, der Unterrichtsstoff zwar eigenverantwortlich
erstelle und in der Art und Weise der
Abhaltung der Fortbildungsveranstaltung eigenverantwortlich sei, könne
nicht als steuerbefreiter Privatlehrer im
Sinne der 6. EG-Richtlinie angesehen
werden, wenn er im Rahmen von Lehrgängen tätig werde, die von einer Einrichtung angeboten werden; in diesen
Fällen sei die Einrichtung und nicht der
Lehrer der Träger der Bildungseinrichtung. Zur Kritik am Urteil siehe Umsatzsteuer-Rundschau vom 5.11.2013,
S. 817 ff.
§ 4 Nr. 21 b UStG befreit die unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck
dienenden Unterrichtsleistungen selbstständiger Lehrer an Hochschulen und
anderen allgemeinbildenden und berufsbildenden Einrichtungen unter gewissen Voraussetzungen von der Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuerbefreiung
in der 6. EG-Richtlinie Art. 13 Teil A
Abs. 1 Buchstabe j dagegen ist weitergefasst. Gemeint sind Tätigkeiten, bei
denen die Unterweisung in Schulen und
Hochschulen erteilt wird, um Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln.
In ähnlichen Fällen kann also empfohlen werden, die Umsatzsteuerfreiheit
ggf. so zu begründen, dass es sich bei
der speziellen Fortbildungsleistung um
eine Unterrichtseinheit handele, die
sich auf den Hochschulunterricht bezieht und dass man als „Privatlehrer“
„Hobbyautor“
E
in selbstständiger Logopäde wollte
Aufwendungen für die ihm entstandenen Kosten für eine Publikation,
Fahrtkosten, Arbeitszimmer usw. von
über 10 000 Euro im Rahmen der Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit für
seine Autorentätigkeit als Betriebsausgaben steuerlich anerkannt erhalten,
ohne jedoch Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit erzielt zu haben. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz lehnte die
Anerkennung der Verluste steuerlich ab
und erkannte die Kosten nicht an, da
keine Gewinnerzielungsabsicht vorlie-
auf eigene Rechnung und in eigener
Verantwortung unterrichte.
Finanzgericht Köln, Urteil vom 3.7.2013 – 5 K
2618/09 – rechtskräftig
Reisekosten
E
in Lehrer, der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit und als Autor von Lehrbüchern auch Einkünfte
aus selbstständiger Arbeit erzielte, wollte seine Reisekosten zu dem angemieteten Ferienhaus im Ausland steuerlich
im Rahmen der Anlage S als Betriebsausgaben anerkannt erhalten, da das
hochkonzentrierte Arbeiten als Buchautor nur an einem ruhigen Rückzugsort möglich sei.
Der Bundesfinanzhof lehnte die steuerliche Anerkennung der Reisekosten
komplett ab. Zwar kann nach ständiger
Rechtsprechung der beruflich veranlasste
Teil von Reisekosten steuerlich abgezogen werden, allerdings nur, wenn eine
Reise abgrenzbare berufliche und private
Veranlassungsanteile enthält. Wenn eine
Reise allerdings nicht unerhebliche, private, allgemein-touristische Interessen
verfolge und die beruflichen Aufwendungen nicht fest umrissen werden können,
ist ein Abzug der Reisekosten nach der
Rechtsprechung ausgeschlossen. Im vorliegenden Fall waren die Reisekosten abzulehnen, weil die private Veranlassung
(also Urlaub) nicht von völlig untergeordneter Bedeutung ist. Dass ein Ferienort als „Quelle der Ruhe“ zu einem guten
Arbeitsergebnis beiträgt, kann die steuerliche Anerkennung nicht rechtfertigen.
Lassen sich keine Gründe feststellen, die
eine berufliche Veranlassung der Reise
belegen, gehen entsprechende Zweifel zu
Lasten des Steuerpflichtigen.
Auch die Reisekosten für die mitgereiste Ehefrau konnten nicht als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden, da sie auch ohne die Behinderung
des Ehemanns aus eigenem Interesse
die Reise getätigt hätte. Es liege also
kein Mehraufwand durch die Behinderung des Mannes vor.
Bundesfinanzhof, Urteil vom 7.5.2013 – VIII R
51/10
Foto: mauritius-images
Umsatzsteuer bei
Vortragsleistungen
1|14
ge. Die verlustbringende Tätigkeit sei
aus persönlichen Gründen ausgeübt
worden.
Das Finanzgericht erkannte die
„Anlaufverluste“ nicht an, weil kein
schlüssiges Betriebskonzept bei der
Aufnahme der Tätigkeit bestanden habe. Im Ergebnis seien die hohen Druckkosten auch in den Nachfolgejahren
nicht auszugleichen gewesen. Die Hoffnung des Autors, für den Büchermarkt
entdeckt zu werden, reicht für ein solches Betriebskonzept auch nicht aus.
Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom
14.8.2013 – 2 K 1409/12 – rechtskräftig
Birgit Ufermann
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Berufungsverfahren eine oder einen
W3-Professorin / W3-Professor für das Fachgebiet
»Informationssysteme und Datenbanken« an der RWTH Aachen
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Ihre Bewerbung richten Sie bitte mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf mit
Darstellung des wissenschaftlichen bzw. beruflichen Werdegangs, Schriftenverzeichnisse und Sonderdrucke der fünf wichtigsten Publikationen, Verzeichnis der
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Dekan der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
Herrn Prof. Dr.-Ing. Stefan Kowalewski, RWTH Aachen, 52056 Aachen
Email: dekanat@fb1.rwth-aachen.de
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Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft
Herrn Prof. Dr.-Ing. habil. Reimund Neugebauer
Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft, Hansastraße 27c, 80686 München.
54
KARRIERE-PRAXIS
Lehren, dass
es ankommt…
Erfahrungen aus zehn Jahren
Coaching für Professoren
| G U N D A R O S E N A U E R | Studierende
zum sinnvollen Lernen zu motivieren und ihnen Wissen
spannend und anspruchsvoll zu vermitteln, ist eine große
Herausforderung. Wie können Hochschullehrer dieser Aufgabe gerecht werden? Was gilt es dabei zu beachten?
We cannot teach another
person directly; we can only
facilitate his learning.
Carl Rogers
S
eit über zehn Jahren
gibt es das Angebot für
Professoren und Lehrende an
der Hochschule Heilbronn,
sich coachen zu lassen, vor
allem zur Didaktik, aber
auch zu anderen Themen wie
Arbeitsbelastung, Mitarbeiterführung oder anderen Herausforderungen des Lehralltags. Professoren werden beispielsweise in die Vorlesung
begleitet und bekommen eine
Rückmeldung darüber, was
gut läuft, wo die Stärken des
Lehrenden sind, wo Entwicklungsfelder liegen oder welche weiteren Ideen zur Didaktik noch denkbar wären.
Was ist das Ziel guter Didaktik bzw. guter Lehre?
Zunächst sind motivierte
Studierende mit guten Berufschancen (viel Praxistransfer, engagierte Lehre)
das erste große Ziel.
Zudem sollten Studierende mit Kompetenzen ausgestattet werden (beispielsweise die Fähigkeit, sich neue
Wissensgebiete zu erschließen, soziale Kompetenz, Methodenkompetenz).
Wissen sollte nachhaltig
vermittelt werden. Die An-
AUTOR I N
Dr. Gunda Rosenauer ist Erziehungswissenschaftlerin,
Coach, Beraterin, Trainerin und Dozentin an verschiedenen Hochschulen. Seit 2003 coacht sie Professoren
und Lehrende an der Hochschule Heilbronn.
Forschung & Lehre
zahl der Folien, die in einer
Vorlesungsstunde
gezeigt
wird, sagt nichts darüber aus,
was ankommt und hängen
bleibt.
Wie können diese Ziele
erreicht werden?
Problem Langeweile
Das Schlimmste, was in einer
Lehrveranstaltung passieren
kann, ist Langeweile oder
umgekehrt ausgedrückt, das
höchste Gut ist Aufmerksamkeit. Es gibt viele didaktische
Fehler, wie zu volle oder zu
viele Folien, zu wenig nonverbale Kommunikation, zu
wenig Übungen, aber keine
hat so gravierende Auswirkungen wie Langeweile. Sind
das Interesse und die Spannung weg, schalten die Studierenden ab und die Vorlesungsinhalte kommen nicht
an. Daher ist es bedeutend
„in Beziehung zu sein“, um
mitzubekommen, wenn die
Studierenden nicht mehr
„dabei“ sind. Es ist die wertvolle Zeit der Studierenden
und des Lehrenden – diese ist
möglichst sinnvoll zu nutzen,
und daher ist Ruhe und Aufmerksamkeit eine wichtige
Grundlage. Geht das nicht,
muss mit den Studierenden
diskutiert werden, was das
Problem ist. Der erforderliche Aufwand lohnt sich, da
nur aufmerksame Studenten
Inhalte aufnehmen können.
Abwechslung über Gruppenarbeit, Vortrag und Übung ist
eine weitere Strategie, um die
Vorlesung „lebendig“ zu halten. Die Erfahrung zeigt, dass
manche Professoren didaktisch nicht so überzeugend
sind, aber die Vorlesung
trotzdem sehr erfolgreich ist
– warum? Sie sind „in Beziehung“ mit den Studierenden,
sind selbst immer wieder fasziniert von ihrem Thema, unterrichten gerne und sind
kreativ.
Emotionen
Lernen ohne Emotionen geht
nicht. Um Gefühle und Begeisterung erzeugen zu können, muss das Thema in ei-
1|14
nem selbst „brennen“ – eine
alte Weisheit – nur dann
kann das Feuer auch in anderen entfacht werden. Es ist
möglich, trockene Zahlen
wie einen Krimi zu erzählen
und komplexe Themen interessant und spannend zu vermitteln. Prof. Michael Suda
(TU München) forscht und
praktiziert zum Beispiel zum
Thema „Humor in der Lehre“. Auf einem Kongress für
Privatwaldbesitzer vermittelte er die Inhalte in Form eines Theaterstückes und in
Form eines reinen Vortrages,
dabei zeigte sich, dass beim
Theaterstück deutlich mehr
Informationen ankamen. Die
Inhalte in Form einer Geschichte berühren und erzeugen Emotionen und wirken
so nachhaltiger. Eine Vorlesung kann selbstverständlich
kein Theaterstück werden,
aber es ist möglich, immer
wieder humorvolle, kreative
und spannende Aspekte einzubauen. Lernen darf Spaß
machen!
Selbstlernkompetenzen
Die Selbstlernkompetenzen
der Studierenden zu entwickeln und zu fördern ist ein
wichtiges Ziel. Das wird am
besten erreicht, wenn die
Lehrenden sich zurücknehmen, eher Berater sind statt
Wissende. Studierende sollten auch in der Lage sein,
sich in kurzer Zeit ein ihnen
völlig fremdes Thema zu erschließen. Die Studierenden
erarbeiten zum Beispiel in
Dreier- oder Vierer-Gruppen
ein neues Thema und präsentieren es. Danach folgt die
Reflektion des Prozesses –
ein sehr wichtiger Baustein
des erfolgreichen Lernens.
Wo lagen die Herausforderungen? Wie sind sie vorgegangen? Wie lief die Teamarbeit usw.? So werden die Studierenden vorbereitet auf
„Lebenslanges Lernen“, da
sie Kompetenzen entwickeln
und nicht nur Fachwissen:
„Der einzige Mensch, den
man gebildet nennen kann,
KARRIERE-PRAXIS
Forschung & Lehre
55
Foto: mauritius-images
1|14
ist jener, der gelernt hat, wie
man sich anpasst und ändert,
der erkannt hat, dass kein
Wissen sicher ist, dass nur
der Prozess der Suche nach
Wissen eine Basis für Sicherheit bietet.“ (Carl Rogers
1902-1987).
Anerkennung und
Ermutigung
Zur Förderung der Motivation der Studierenden ist Anerkennung und Ermutigung
eine bedeutende Grundlage,
die viel zu wenig genutzt
wird. Soziale Anerkennung
ist der Kern unserer Motivation. Im Lehralltag bedeutet
das wahrzunehmen, was gut
läuft, und das auch auszudrücken. Dabei ist wichtig, dass
die Anerkennung unbedingt
ehrlich und möglichst konkret ist. Nach der GottmannKonstante sollte das Verhältnis von positiven und negativen Rückmeldungen 5:1 sein,
um sich gut entwickeln zu
können. Die Realität ist oft
umgekehrt, hier ist noch viel
Potenzial.
Wichtig ist auch die Haltung gegenüber den Studierenden. Es macht einen Unterschied, ob ein Professor
eher mit der Haltung: „Die
Studierenden wollen sowieso
nur wissen, was in der Prüfung abgefragt wird und haben keine Durchhaltekraft
mehr…“ in die Vorlesung
geht oder eher mit der Haltung: „Die Arbeit mit den
jungen Menschen macht mir
immer wieder viel Freude…“.
Diese innere Einstellung entscheidet grundlegend über
die Qualität der Beziehung
und damit der Lehre. „Ich sehe deine gute Seite“, „Ich
traue es dir zu“ und „Ich will
deine Entwicklung fördern“,
diese Haltungen des Lehrenden wirken sich langfristig
positiv aus. Sie stärken zudem das Selbstwirksamkeitsgefühl der Studierenden. Das
Gefühl „Ich kann das, ich
schaffe das“ ist eine wichtige
Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Sicher können
nicht alle Studierenden erreicht werden, aber die
Wahrscheinlichkeit, viele zu
erreichen, ist deutlich höher.
Für den Professor selbst
ist essentiell, dass er ausgeglichen ist und Energie hat. Es
ist von Bedeutung, dass Professoren auch auf ihre Kräfte
achten, denn das wirkt sich
sehr positiv auf die Lehre
aus. Die Arbeitsverdichtung
an den Hochschulen ist
enorm (Drittmittel einwerben, innovative Lehre, Veröffentlichungen, Kontakte zur
Industrie,
Gremienarbeit,
Projektarbeit). Daher ist es
elementar, immer wieder
Auszeiten und Pausen einzulegen, die helfen, sich zu
„sortieren“ und dann wieder
mit neuer Kraft und neuen
Ideen den Hochschulalltag
anzugehen: „Die Arbeit hört
nie auf, man muss mit der Arbeit aufhören.“
Eine noch wenig genutzte
Ressource ist zudem die
„Kollegiale Supervision“. Es
gibt so viel Wissen und Erfahrung unter Kollegen, die
genutzt werden könnten. Es
kann sehr bereichernd sein,
Material weiterzugeben, Herausforderungen zu diskutieren oder auch die Vorlesungen untereinander zu besuchen.
In meinen Vorlesungen
bitte ich die Studierenden oft,
ein Bild mitzubringen von jemandem, der etwas hat, was
sie beeindruckt. Ein Studierender brachte in der letzten
Vorlesung ein Bild eines Professors mit. Er erklärte:
„Ganz besonders bewundere
ich an diesem Professor sein
Wissen, das über den Tellerrand hinausgeht und vor allem, dass er sich für uns interessiert. Es ist ihm wichtig, ob
es ankommt…“.
L I T E R AT U R T I P P S
Hüther, Gerald: Ohne Gefühl geht gar nichts! –
Worauf es beim Lernen ankommt – DVD-Vortrag.
Auditorium Netzwerk 2009
Gottmann, John; de Claire, Joan; Goleman, Daniel
P: Raising An Emotionally Intelligent Child. New
York 1998
Bandura, Albert: Self Efficacy:The Exercise of Control. Hampshire 2004
Rogers, Carl: Lernen in Freiheit. 4. Aufl., München
1991
56
KARRIERE
Forschung & Lehre
Preise
„Gottfried Wilhelm
Leibniz-Preis“ der
DFG für das Jahr
2014
Prof. Dr. Artemis Alexiadou,
Linguistik, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Armin von Bogdandy, Ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Max-Planck-Institut
für ausländisches öffentliches
Recht und Völkerrecht, Heidelberg
Prof. Dr. Andreas Dreizler,
Verbrennungsforschung,
Technische Universität
Darmstadt
und
Prof. Dr. Christof Schulz,
Verbrennung und Gasdynamik, Universität DuisburgEssen
Prof. Dr. Nicole Dubilier,
Marine Ökologie, MaxPlanck-Institut für Marine
Mikrobiologie Bremen und
Universität Bremen
Prof. Dr.-Ing. Leif Kobbelt,
Informatik/Computergrafik,
RWTH Aachen
Prof. Dr. Laurens Molenkamp, Experimentelle Festkörperphysik, Universität
Würzburg
Prof. Dr. Brigitte Röder, Biologische Psychologie/Neuropsychologie, Universität
Hamburg
Prof. Dr. Irmgard Sinning,
Strukturbiologie, Universität
Heidelberg
Prof. Dr. Rainer Waser, Nanoelektronik/Materialwissenschaft, RWTH Aachen
1|14
der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gestiftet von der
Monika Kutzner Stiftung
zur Förderung der Krebsforschung
und Peter Grünberg Institut
des Forschungszentrums Jülich
Prof. Dr. Lars Zender, Hepatologie/Onkologie, Universitätsklinikum Tübingen
Alexander von
Humboldt-Professur
– Preisträger 2014
Prof. Dr. Giuseppe Caire,
Nachrichtentechnik, University of Southern California,
Los Angeles, USA; Nominierende Universität: Technische Universität Berlin gemeinsam mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut,
Berlin
Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier, Molekularbiologie,
Umeå University, Schweden;
Nominierende Universität:
Medizinische Hochschule
Hannover zusammen mit
dem Helmholtz-Zentrum für
Infektionsforschung Braunschweig
Prof. Dr. Stefanie Engel, Umweltökonomie, Eidgenössische Technische Hochschule
(ETH) Zürich; Nominierende Universität: Universität
Osnabrück
Prof. Dr. Francesca Ferlaino,
Quantenphysik, Universität
Innsbruck, Österreich; Nominierende Universität: Universität Ulm
Prof. Dr. Jens Förster, Psychologie, Universität Amsterdam, Niederlande; Nominierende Universität: Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Andreas Ludwig,
Theoretische Physik, University of California, Santa Barbara, USA; Nominierende
Universität: Universität zu
Köln
Prof. Dr. Stuart Parkin, Festkörperphysik, IBM Almaden
Research Center, San Jose,
USA; Nominierende Universität: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gemeinsam mit dem MaxPlanck-Institut (MPI) für Mikrostrukturphysik, Halle
Prof. Dr. Andreas Schulz,
Angewandte Mathematik
(Operations Research), Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge,
USA; Nominierende Universität: Technische Universität
München (TUM)
Prof. Dr. Jairo Sinova, Theoretische Physik, Texas A&M
University (TAMU) in College Station, USA; Nominierende Universität: Johannes
Gutenberg-Universität
Mainz
Prof. Dr. Hidenori Takagi,
Festkörperforschung, University of Tokyo; Nominierende
Universität: Universität
Stuttgart gemeinsam mit
dem Max-Planck-Institut für
Festkörperforschung, Stuttgart
Weitere Preise
Prof. Dr. Markus Rüttermann, Japanologie, International Research Center for
Japanese Studies in Kyoto
und Graduate University for
Advanced Studies in Kanagawa, Walter de GruyterPreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Georg Lenz, Humanmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Preis
Dr. Michael Schindler, Virologie, Helmholtz-Zentrum
München und Technische
Universität München, Eva
und Klaus Grohe-Preis der
Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Ralf Bartenschlager, Virologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Lautenschläger-Forschungspreis
2013
Prof. Dr. Damaris Nübling,
Historische Sprachwissenschaft des Deutschen, Johannes Gutenberg-Universität
Mainz, Akademiepreis des
Landes Rheinland-Pfalz
Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin
des Freien Deutschen Hochstifts und des Goethe-Hauses
in Frankfurt am Main und
Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
an der Universität Frankfurt,
Preis „Hochschullehrer/-in
des Jahres“ des Deutschen
Hochschulverbandes (DHV)
2013 mit Unterstützung des
ZEIT-Verlags Gerd Bucerius
GmbH & Co.KG
Juniorprofessor Dr. Walid
Maalej, Informatik, Universität Hamburg, Preis „Nachwuchswissenschaftler/-in
des Jahres“ von academics,
der Stellenmarkt für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung von DIE ZEIT und
„Forschung & Lehre“
1|14
57
KARRIERE
Forschung & Lehre
Habilitationen
und Berufungen
Theologie
sur für Islamische Theologie
und ihre Didaktik angenommen.
PD Dr. Jürgen Bründl, Universität Würzburg, wurde
zum W3-Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Universität
Bamberg ernannt.
Philosophie und
Geschichte
Dr. phil. Michaela SchmölzHäberlein, Universität Bamberg, wurde die Lehrbefugnis
für das Fachgebiet Neuere
und Neueste Geschichte erteilt.
Prof. Dr. Dr. Markus Enders,
Universität Freiburg, hat einen Ruf an die Katholische
Universität Eichstätt-Ingolstadt auf eine Professur für
Philosophische Grundfragen
der Theologie erhalten.
Gesellschaftswissenschaften
Dr. phil. habil. Yasar Sarikaya, Universität Gießen, hat
einen Ruf an die Universität
Gießen auf eine W3-Profes-
Dr. habil. Heike Delitz, Universität Bamberg, wurde die
Lehrbefugnis für das Fachgebiet Soziologie erteilt.
Dr. Monika Heupel, Wissenschaftszentrum Berlin, hat
einen Ruf an die Universität
Bamberg auf eine W1-Professur für Politikwissenschaft, insbesondere internationale und europäische Politik, angenommen.
Univ.-Prof. Dr. Silke Grafe,
Ruhr-Universität Bochum,
hat einen Ruf an die Universität Würzburg auf eine W3Professur für Schulpädagogik
angenommen.
Dr. Anja Henningsen, Universität zu Kiel, hat einen
Ruf an die Universität zu
Kiel auf eine Junior-Professur für Sexualpädagogik angenommen.
Dr. phil. Ulrich Hense, Universität München, hat einen
Ruf an die Universität Gießen auf eine W2-Professur
auf Zeit für Hochschuldidaktik und Evaluation angenommen.
Prof. Dr. Clemens Kroneberg, Universität Mannheim,
hat einen Ruf an die Universität Bamberg auf eine W3Professur für Soziologie, insbesondere Soziologische
Theorie, abgelehnt.
Prof. Dr. Christian Lahusen,
Universität Siegen, hat einen
Ruf an die Universität Bamberg auf eine W3-Professur
für Soziologie, insbesondere
Soziologische Theorie, erhalten.
Prof. Dr. Frank Lipowsky,
Universität Kassel, hat einen
Ruf an die Universität Bamberg auf eine W3-Professur
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KIEL
Max Jacobi Spedition GmbH – Tel.: +49(0)431.33939-0 – kiel@max-jacobi.de
LEIPZIG
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MÜNCHEN
Intermove GmbH – Tel.: +49(0)89.189386-33 – info@intermove.de
OSNABRÜCK
Heinrich Koch GmbH – Tel.: +49(0)541.12168-50 – info@uts-osnabrueck.de
STUTTGART
Paul v. Maur GmbH – Tel.: +49(0)711.3276-100 – info@uts-stuttgart.de
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Fax +49 (0)69 2445049-30
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58
KARRIERE
für Grundschulpädagogik
und -didaktik erhalten.
Prof. Dr. Henning Lohmann,
Universität Osnabrück, hat
einen Ruf an die Universität
Hamburg auf eine W3-Professur für Soziologie, insbesondere Methoden der empirischen Sozialforschung, angenommen.
Prof. Dr. Sabine Maasen,
Universität Basel/Schweiz,
hat einen Ruf an die Technische Universität München
auf den neuen FriedrichSchiedel-Lehrstuhl für Wissenschaftssoziologie angenommen und beginnt am 1.
April 2014 ihre Tätigkeit als
Direktorin des Munich Center for Technology in Society.
Forschung & Lehre
tut für Erwachsenenbildung
in Bonn abgelehnt und das
Bleibeangebot der Universität der Bundeswehr München angenommen.
Dr. Steffen Schindler, Universität Hannover, wurde
zum W1-Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt
Bildung und Arbeit im Lebensverlauf an der Universität Bamberg ernannt.
Dr. David Weiss, Universität
Zürich/Schweiz, hat einen
Ruf an die Columbia University New York City/USA auf
eine Assistenz-Professur (Tenure Track) für Sociomedical
Sciences angenommen.
PD Dr. Frieder Wolf, Universität Heidelberg, habilitierte
sich, und es wurde ihm die
Lehrbefugnis für das Fach
Politikwissenschaft erteilt.
Philologie und
Kulturwissenschaften
PD Dr. Susanne Friede, Universität Göttingen, hat einen
Ruf an die Universität Klagenfurt/Österreich auf die
Professur für Romanistische
Literaturwissenschaft angenommen.
Dr. Florian Heesch, Universität Siegen, wurde zum Universitätsprofessor für Popularmusik ernannt.
FAQ K A R R I E R E
Prof. Dr. Tanja Michael, Universität des Saarlandes, hat
einen Ruf an die Universität
Bamberg auf eine W3-Professur für Klinische Psychologie abgelehnt.
Dr. Sascha Münnich, MaxPlanck-Institut für Gesellschaftsforschung Köln, hat
einen Ruf an die Universität
Göttingen auf eine JuniorProfessur für International
vergleichende Soziologie angenommen.
Dr. Steffi Pohl, Universität
Bamberg, hat einen Ruf an
die Universität Bamberg auf
eine W1-Professur für Empirische Bildungsforschung,
Erziehungswissenschaft oder
Psychologie abgelehnt.
Dr. Ariadna Ripoll Servent,
Universität Wien/Österreich,
wurde zum W1-Professor für
Politikwissenschaft an der
Universität Bamberg ernannt.
Prof. Dr. Burkhard Schäffer,
Universität der Bundeswehr
München, hat einen Ruf auf
eine W3-Professur für Erwachsenenbildung an die
Universität Duisburg-Essen,
verbunden mit der Position
des wissenschaftlichen Direktors am Deutschen Insti-
Wie laufen Berufungsverhandlungen an
privaten Hochschulen ab?
Die Landschaft der privaten Hochschulen in Deutschland ist sehr vielfältig, was sich auch im Rahmen von Berufungsverhandlungen mit privaten Hochschulen widerspiegelt. Grundsätzlich lässt sich dort die Tendenz erkennen, Berufungsverhandlungen weniger formalisiert zu
führen als an staatlichen Hochschulen. Ein Konzeptionspapier und ein Besoldungsschreiben werden selten vom
Rufinhaber verlangt. Das Verfassen dieser Verhandlungspapiere durch den Rufinhaber – zumindest in Kurzform
– kann jedoch je nach den konkreten Umständen durchaus sinnvoll sein. Oft findet das Berufungsgespräch an
der Hochschule statt, es gibt aber in Einzelfällen auch telefonische Verhandlungen. Professoren an privaten
Hochschulen werden stets im privatrechtlichen Angestelltenverhältnis auf Basis eines Arbeitsvertrages eingestellt. Das Gehalt ist grundsätzlich frei verhandelbar. Eine gewisse Orientierung bietet die W-Besoldung im entsprechenden Bundesland, aber auch andere Aspekte wie
Status quo, Herausstellungsmerkmale des Rufinhabers
(Drittmittelstärke, Vernetzung, Publikationen etc.) spielen für die Verhandlung eine wichtige Rolle. Zudem ist
durch den Rufinhaber bei der Verhandlung auch ein Augenmerk darauf zu legen, dass im Angestelltenverhältnis
die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge abgeführt
werden müssen, was bei gleichem Brutto zu einem ca. 15
bis 20 Prozent niedrigeren Netto im Vergleich zu einem
Beamtenverhältnis führt. Häufig sehen Verträge privater
Hochschulen ein festes Monatsgehalt vor, hinzu kommt
an manchen Hochschulen ein leistungsabhängiger Gehaltsbestandteil oder Bonus. Ideal wäre die Verhandlung
einer Anpassung des Gehalts aufgrund der Teuerungsrate, was jedoch häufig schwer realisierbar ist.
Vanessa Adam
1|14
Dr. Nicole Maruo-Schröder,
Universität Paderborn, hat
einen Ruf an die Universität
Koblenz-Landau auf eine
W2-Professur für Cultural
Studies angenommen.
Prof. Dr. Matthias Schulz,
Universität Düsseldorf, hat
einen Ruf an die Universität
Würzburg auf eine W2-Professur für Deutsche Sprachwissenschaft angenommen.
Prof. Dr. Augustin Speyer,
Universität Göttingen, hat einen Ruf an die Universität
des Saarlandes auf eine W3Professur für Systematik und
Grammatik der Deutschen
Sprache angenommen.
Hanna Wimmer, Universität
Hamburg, hat einen Ruf an
die Universität Hamburg auf
eine Junior-Professur für
Kunstgeschichte erhalten.
Rechtswissenschaft
PD Dr. Anatol Dutta, M. Jur.
(Oxon), Max-Planck-Institut
für ausländisches und internationales Privatrecht, hat
einen Ruf an die Universität
Regensburg auf eine W3-Professur für Bürgerliches Recht
und ein weiteres Rechtsgebiet erhalten.
Prof. Dr. Katrin Höffler, Universität Tübingen, hat einen
Ruf an die Universität Göttingen auf eine W3-Professur
für Strafrecht und Kriminologie angenommen.
Prof. Dr. Jens Kleinschmidt,
LL.M. (Univ. California Berkeley), wurde zum Universitätsprofessor für Zivilrecht,
insbesondere Internationales
Privat- und Verfahrensrecht,
sowie Rechtsvergleichung an
der Universität Trier ernannt.
PD Dr. Anja Schiemann,
Universität Frankfurt am
Main, hat einen Ruf an die
Deutsche Hochschule der
Polizei, Münster, auf eine
W2-Professur für Strafrecht,
1|14
KARRIERE
Forschung & Lehre
Strafprozessrecht und Kriminalpolitik erhalten.
Dr. habil. Simon Schwarz,
Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht Hamburg, habilitierte sich an der Universität Hamburg, und es wurde
ihm die Lehrbefähigung für
die Rechtsgebiete Bürgerliches Recht, Handels- und
Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung erteilt.
PD Dr. Michael Sonnentag,
Universität Frankfurt am
Main, hat einen Ruf an die
Universität Würzburg auf eine W2-Professur für Privatrecht angenommen.
Wirtschaftswissenschaften
Dr. habil. Daniel Beimborn,
Universität Bamberg, wurde
die Lehrbefugnis für das
Fachgebiet Wirtschaftsinformatik erteilt.
Prof. Dr. Matei Demetrescu,
Universität Bonn, hat einen
Ruf an die Universität zu
Kiel auf eine W3-Professur
für Statistik und Empirische
Wirtschaftsforschung angenommen.
Dr. Jonas Dovern, Universität Heidelberg, hat einen Ruf
an die Universität Heidelberg
auf eine Junior-Professur für
Makroökonomik erhalten.
Prof. Dr. Kai Fischbach, Universität Bamberg, hat einen
Ruf an die Universität Bamberg auf eine W3-Professur
für Wirtschaftsinformatik,
insbesondere Soziale Netzwerke, erhalten.
Prof. Dr. Bernd Helmig, Universität Mannheim, hat einen Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität München auf eine W3-Professur
für Managementlehre und
Managementweiterbildung
erhalten.
Prof. Dr. Andreas Neef, Kyoto University/Japan, hat einen Ruf an die University of
Auckland/Neuseeland auf
eine Professur für Development Studies angenommen.
PD Dr. Elmar Reucher, FernUniversität in Hagen, hat einen Ruf an die Private Fachhochschule für Wirtschaft &
Technik (FHWT) Vechta auf
eine Professur für Quantitative Methoden angenommen.
Prof. Dr. Florian U. Siems,
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen,
hat einen Ruf an die Technische Universität Dresden auf
eine W3-Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing, angenommen.
Mathematik,
Physik und
Informatik
Prof. Dr. Gleb Arutyunov,
Universität Utrecht/Niederlande, hat einen Ruf an die
Universität Hamburg auf eine W3-Professur für Quantenfeldtheorie/Mathematische Physik angenommen.
PD Dr. Gabriel Bester, MaxPlanck-Institut für Festkörperforschung Stuttgart, hat
einen Ruf an die Universität
Hamburg auf eine W3-Professur für Chemistry of Nanoscopic Systems (Theory)
angenommen.
Prof. Dr. Andreas Büchter,
Universität zu Köln, hat einen Ruf an die Universität
Siegen auf eine W3-Universitätsprofessur für Didaktik
der Mathematik erhalten.
PD Dr. Yuriy Dedkov, Technische Universität Dresden,
habilitierte sich, und es wurde ihm die Lehrbefugnis für
das Fach Experimentalphysik erteilt.
Prof. Dr. Melanie Herschel,
Universität Paris-Süd/Frank-
59
DR E I F RAG E N AN:
Professor Dr. Tobias Ritter,
Harvard University, Klung-WilhelmyWeberbank Preis für Chemie 2012
Sie haben in Braunschweig, Bordeaux, Lausanne und
Stanford studiert. Welche Zeit hat Sie am meisten geprägt?
Jede Universität hatte ihre eigene Bedeutung für mich.
Die Anfänge in Braunschweig waren wichtig, um meine
Begeisterung und meinen Enthusiasmus zu wecken und
mich grundlegend auszubilden. Stanford dagegen gab
mir wichtige Einblicke in Bezug auf Forschungsrichtungen.
Welche Bedeutung haben Ihre Forschungsergebnisse für
die Entwicklung neuer Medikamente?
Unsere Forschung ermöglicht die Herstellung von möglichen Wirkstoffkandidaten. Potenziell interessante Moleküle können so schneller hergestellt werden. Unsere Forschung gibt den Chemikern, die Medikamente entwickeln, weitere Methoden und hoffentlich bessere Voraussetzung für die Medikamententwicklung. Des weiteren
entwickeln wir Methoden für Positron Emissions Tomography, welche für eine schnellere und besser vorhersehbare Entwicklung moderner Pharmazeutika beitragen
kann. Unsere Forschung stellt zusätzliche Methoden zur
Verfügung.
Sie haben neben Ihrer Professur auch ein Start-Up Unternehmen gegründet. Welche Erfahrungen haben Sie als
Gründer in den USA gemacht?
Boston ist eine phänomenale Stadt, um eine Firma zu
gründen. Das liegt an der Dichte der Unternehmen, angefangen bei großen pharmazeutischen Unternehmen bis
hin zu biomedizinischen Start-Ups und dem Humankapital, das hier weltweit einzigartig ist. Harvard hat viel Erfahrung mit der Gründung neuer Unternehmen und spielte bisher eine große Rolle bei der Gründung meines Unternehmens. Es ist für mich sehr sehr interessant, die Entwicklung von der akademischen Forschung bis hin zum
kommerziellen Produkt zu sehen und mitzugestalten.
reich, hat einen Ruf an die
Universität zu Kiel auf eine
W3-Professur für Informationssysteme angenommen.
PD Dr. Stephan Huckemann, Universität Göttingen,
hat einen Ruf der Universität
Göttingen auf eine W2-Professur für Statistik auf Nichteuklidischen Räumen angenommen.
Prof. Dr.-Ing. Jörg Lohscheller, Hochschule Trier, hat einen Ruf an die Hochschule
Trier auf eine W3-Professur
für Computerunterstützte klinische Diagnoseverfahren angenommen.
Jun.-Prof. Dr. Ansgar Scherp,
Universität Mannheim, hat
einen Ruf an die Universität
zu Kiel auf eine W2-Profes-
60
KARRIERE
sur für Knowledge Discovery
angenommen.
Dr. phil. Christof Schreiber,
Universität Frankfurt am
Main, hat einen Ruf an die
Universität Gießen auf eine
W3-Professur für Didaktik
der Mathematik mit dem
Schwerpunkt Primarstufe angenommen.
Dr. Yana Vaynzof, University
of Cambridge/Großbritannien, hat einen Ruf an die
Universität Heidelberg auf eine Junior-Professur für Physikalische Grundlagen der
Organischen Elektronik erhalten.
Dr. Diedrich Wolter, Universität Bremen, wurde zum
W1-Professor für Angewandte Informatik, insbesondere
Smart Environments, an der
Universität Bamberg ernannt.
Jun.-Prof. Dr. rer. nat. Henryk Zähle, Universität des
Saarlandes, hat einen Ruf an
die Universität Gießen auf
eine W3-Professur für Mathematik mit dem Schwerpunkt Stochastik erhalten.
Biologie, Chemie,
Geowissenschaften und
Pharmazie
PD Dr. Sonja-Verena Albers,
Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie
Marburg, hat einen Ruf an
die Universität Freiburg auf
eine Professur für Mikrobiologie erhalten.
Prof. Dr. Arne Biastoch,
Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR), hat einen Ruf an die
University of Cape Town/
Südafrika auf eine Sarchy
Professur der National Research Foundation für Physikalische Ozeanographie abgelehnt.
Dr. Gregor Bucher, Universität Göttingen, hat einen Ruf
Forschung & Lehre
an die Universität Göttingen
auf eine W2-Professur auf
Zeit (tenure track) für Evolutionäre Entwicklungsgenetik
erhalten.
Dr. Mathilde Cordellier,
Ludwig-Maximilians-Universität München, hat einen Ruf
an die Universität Hamburg
auf eine Junior-Professur für
Populationsgenetik angenommen.
Prof. Dr. Jörg Ebbing, Norges
geologiske undersøkelse
(NGU), Trondheim/Norwegen, hat einen Ruf an die
Universität zu Kiel auf eine
W3-Professur für Geophysik
angenommen.
Dr. rer. nat. Nicole Graulich,
Clemson University/USA,
hat einen Ruf an die Universität Gießen auf eine JuniorProfessur für Chemiedidaktik
erhalten.
PD Dr. Dariush Hinderberger, MPI für Polymerforschung sowie Max Planck
Graduate Center mit der
Universität Mainz, hat einen
Ruf an die Universität HalleWittenberg auf eine W3-Professur für Physikalische Chemie – Komplexe Selbstorganisierende Systeme angenommen.
Prof. Dr. rer. nat. Zoya Ignatova, Universität Potsdam,
hat einen Ruf an die Universität Gießen auf eine W3Professur für Biochemie erhalten.
FAQ R E C H T
Wie bewirbt man sich auf eine
Universitätsprofessur?
In den jeweiligen Hochschulgesetzen finden sich die Einstellungsvoraussetzungen für die Bekleidung einer Universitätsprofessur. Gefordert – und regelmäßig im Ausschreibungstext für die zu besetzende Professur auch niedergelegt – sind folgende Kriterien: (1) ein abgeschlossenes Hochschulstudium, (2) pädagogisch-didaktische Eignung, (3) die Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit,
die in der Regel nachgewiesen wird durch eine erfolgreiche Promotion und (4) zusätzliche wissenschaftliche
Leistungen, die durch eine Habilitation, Juniorprofessur
oder habilitationsadäquate Leistungen vom Bewerber belegt werden sollen.
Schon im Bewerbungsanschreiben muss deutlich
werden, dass diese Einstellungsvoraussetzungen vorliegen. Im Bewerbungsanschreiben muss weiterhin auf alle
individuell erwarteten Qualifikationen für die Professur,
wie im Ausschreibungstext gefordert, vom Bewerber eingegangen werden. So sollte unbedingt im Anschreiben
dargestellt werden, dass eine Passgenauigkeit des Bewerbers für die zu besetzende Professur vorliegt. In jedem
Fall sollten im Bewerbungsanschreiben Erfahrungen in
der Forschung, Publikationssichtbarkeit, Drittmittelerfahrung, ggf. Internationalität und Interdisziplinarität
dargestellt werden. Darüber hinaus sollte die Lehrerfahrung für die zu besetzende Professur belegt werden, auch
positive Lehrevaluationen sollten den Bewerbungsanlagen beigefügt werden. Schließlich muss der Bewerber im
Anschreiben darlegen, welche persönliche Motivation
der Bewerbung zugrunde liegt. Darüber hinaus wird häufig von der Hochschule noch die Einreichung eines Lehrund Forschungskonzeptes erwartet.
Ulrike Preißler
1|14
Prof. Dr. Daniel Jackson,
Universität Göttingen, hat einen Ruf an die Universität
Göttingen auf eine W2-Professur für Evolution of the
Metazoa angenommen.
Dr. Johannes Kirchmair,
University of Cambridge/
Großbritannien und Eidgenössische Technische Hochschule Zürich/Schweiz, hat
einen Ruf an die Universität
Hamburg auf eine JuniorProfessur für Angewandte
Bioinformatik erhalten.
PD Dr. Kirstin Krüger,
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung
Kiel, hat einen Ruf an die
Universität Oslo/Norwegen
auf eine Professur für Meteorologie angenommen.
Dr. Simone Mascotto,
Trient/Italien, hat einen Ruf
an die Universität Hamburg
auf eine Junior-Professur für
Anorganische Chemie erhalten.
Dr. Carsten Mehring, Imperial College London/Großbritannien, wurde zum Universitätsprofessor für Neurobiologie und Neurotechnologie
an der Universität Freiburg
ernannt.
Dr. Stefan Raunser, MaxPlanck-Institut für molekulare Physiologie, Dortmund,
hat einen Ruf an die Freie
Universität Berlin auf eine
W3-Professur für Biochemie
mit dem Schwerpunkt Membranbiochemie angenommen.
PD Dr. Simone Techert,
Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie Göttingen, hat einen Ruf an die
Universität Göttingen auf eine W3-Professur für Kurzzeitröntgenspektroskopie angenommen.
Prof. Dr. Tina Treude, GEOMAR Helmholtz-Zentrum
für Ozeanforschung Kiel, hat
einen Ruf an die University
of California in Los Ange-
1|14
KARRIERE
Forschung & Lehre
les/USA auf eine Professur
für Marine Geomikrobiologie angenommen.
Dr. Wilhelm Walter, Technische Universität Dresden,
hat einen Ruf an die Universität Hamburg auf eine Junior-Professur für Molekulare Pflanzenphysiologie angenommen.
Prof. Dr. habil. rer. nat.
Christian Wolkersdorfer, International Mine Water Association, hat einen Ruf an
die Tshwane University of
Technology in Pretoria/Südafrika als South African Reserach Chair for Acid Mine
Drainage Treatment sowie
einen weiteren Ruf an die
Lappeenranta University of
Technology in Mikkeli/Finnland als Finish Distinguished
Professor erhalten.
Ingenieurwissenschaften
Dr. techn. Dipl.-Ing. Dipl.Ing. Fadi Dohnal habilitierte
sich an der Technischen Universität Darmstadt in dem
Fach Technische Dynamik.
Prof. Dr.-Ing. Iris Gräßler
hat einen Ruf an die Universität Paderborn auf eine W3Professur für Produktentstehung am Heinz Nixdorf Institut angenommen.
Humanmedizin
PD Dr. rer. nat. Dorothea
Alexander-Friedrich, Universität Tübingen, habilitierte
sich, und es wurde ihr die
Lehrbefugnis für das Fachgebiet Molekulare Medizin erteilt.
Prof. Dr. Katja BeesdoBaum, Universität Dresden,
hat einen Ruf an die Universität Bamberg auf eine W3Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie
erhalten.
Dr. med. Susann Blüher,
Universität Leipzig, habili-
tierte sich, und es wurde ihr
die Lehrbefugnis für das
Fach Kinder- und Jugendmedizin zuerkannt.
Dr. Judith Daniels, Charité
Universitätsmedizin Berlin,
hat einen Ruf an die Universität Magdeburg auf eine Junior-Professur für Neurobiologie therapeutischer Kommunikation angenommen.
PD Dr. med. Andreas Dufke,
Universität Tübingen, habilitierte sich, und es wurde ihm
die Lehrbefugnis für das
Fachgebiet Humangenetik
erteilt.
Dr. med. Evaldas Girdauskas, Universität Leipzig, habilitierte sich, und es wurde
ihm die Lehrbefugnis für das
Fach Herzchirurgie zuerkannt.
PD Dr. Hanna Kaduszkiewicz, Universität Hamburg,
hat einen Ruf an die Universität zu Kiel auf eine W3Professur für Allgmeinmedizin angenommen.
Jun.-Prof. PD Dr. med. Jens
Kuhn, Universität zu Köln,
habilitierte sich in dem Fach
Psychiatrie und Psychotherapie.
Dr. med. Lukas Lehmkuhl,
Universität Leipzig, habilitierte sich, und es wurde ihm
die Lehrbefugnis für das
Fach Diagnostische Radiologie zuerkannt.
Dr. Michael Meinecke, Universitätsmedizin Göttingen,
hat einen Ruf der Universität
Göttingen auf eine W1-Professur für Shaping Membranes to Regulate Mitochondrial Protein Function and Distribution im Rahmen des
ProFutura Programms angenommen.
Dr. med. Sven MöbiusWinkler, Universität Leipzig,
habilitierte sich, und es wurde ihm die Lehrbefugnis für
das Fach Innere Medizin/
Kardiologie zuerkannt.
PD Dr. med. Arndt-Christian
Müller, Universität Tübingen, habilitierte sich, und es
wurde ihm die Lehrbefugnis
für das Fachgebiet Strahlentherapie erteilt.
PD Dr. med. Matthias F.
Müller, Universität Gießen,
wurde zum außerplanmäßigen Professor für das Fachgebiet Anästhesiologie und Intensivmedizin ernannt.
Prof. Dr. med. Werner Neuhaus, Chefarzt der Frauenklinik Köln-Holweide, hat einen Ruf an die Universität
Witten/Herdecke auf eine
Professur für Gynäkologie
und Geburtshilfe erhalten.
PD Dr. rer. medic. Melanie
Kathrin Neumann, Universität Witten/Herdecke, habilitierte sich, und es wurde ihr
die Lehrbefugnis für das
Fach Medizinische Psychologie erteilt.
PD Dr. rer. medic. Kurt Paul
Pfannkuche, Universität zu
Köln, habilitierte sich in dem
Fach Physiologie.
Dr. med. Sergio-Luis Richter, Universität Leipzig, habilitierte sich, und es wurde
ihm die Lehrbefugnis für das
Fach Innere Medizin/ Kardiologie zuerkannt.
Prof. Dr. phil. Martina Roes,
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Witten, hat einen Ruf an die Universität
Witten/Herdecke auf eine
Professur für Nursing Science and Health Care Research erhalten.
PD Dr. Nicolas Rüsch, Universität Freiburg, hat einen
Ruf an die Universität Ulm,
Klinik für Psychiatrie und
Psychotherapie II, auf eine
W3-Professur für Public
Mental Health angenommen.
61
Prof. Dr. Markus Schürks,
Universität Duisburg-Essen,
wurde zum außerplanmäßigen Professor im Fachbereich Neurologie ernannt.
PD Dr. med. Robert Siegel,
Universität Witten/Herdecke,
habilitierte sich, und es wurde ihm die Lehrbefugnis für
das Fach Chirurgie erteilt.
PD Dr. med. Steffen Simon,
Universität zu Köln, habilitierte sich in dem Fach Palliativmedizin.
PD Dr. med. Andreas Wiedemann, Universität Witten/Herdecke, habilitierte
sich, und es wurde ihm die
Lehrbefugnis für das Fach
Geriatrie erteilt.
Dr. med. Philipp Sommer,
Universität Leipzig, habilitierte sich, und es wurde ihm
die Lehrbefugnis für das
Fach Innere Medizin/Kardiologie zuerkannt.
Zahnheilkunde
PD Dr. Katrin Hertrampf,
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat einen Ruf auf
eine W2-Professur für Prävention und Versorgung in
der Zahnheilkunde an der
Medizinischen Fakultät angenommen.
PD Dr. med. Dr. med. dent.
Matthias Peter Kreppel, Universität zu Köln, habilitierte
sich in dem Fach Zahn-,
Mund- und Kieferheilkunde.
Ihre Meldung über Habilitationen und Berufungen
können Sie auch per
E-Mail an Marita Burkhardt
senden:
burkhardt@forschungund-lehre.de
62
KARRIERE
Impressum
21. Jahrgang in Fortführung der Mitteilungen des Deutschen Hochschulverbandes
(43 Jahrgänge)
Herausgegeben im Auftrage des Präsidiums des Deutschen Hochschulverbandes
ISSN: 0945-5604; erscheint monatlich
Deutscher Hochschulverband
Forschung & Lehre
1|14
Informationsservice
Präsident:
Bernhard Kempen, Univ.-Professor, Dr.
Vizepräsidenten:
Ulrich Schollwöck, Univ.-Professor, Dr. (1. Vizepräsident)
Bernd Helmig, Univ.-Professor, Dr.
Josef Pfeilschifter, Univ.-Professor, Dr.
Ilona Rolfes, Univ.-Professorin, Dr.
Claudia Solzbacher, Univ.-Professorin, Dr.
Daniela Wawra, Univ.-Professorin, Dr.
Ehrenpräsident: Hartmut Schiedermair, Univ.-Professor, Dr., Dr. h.c.
Geschäftsführer: Michael Hartmer, Dr.
Geschäftsstelle des Deutschen Hochschulverbandes:
Rheinallee 18-20, 53173 Bonn,
Tel.: (0228) 902 66-66; Fax: (0228) 902 66-80
E-Mail: dhv@hochschulverband.de
Internet: www.hochschulverband.de
Forschung & Lehre
Kuratorium:
Manfred Erhardt, Professor, Dr.; Wolfgang Frühwald, Univ.-Professor, Dr.;
Horst-Albert Glaser, Univ.-Professor, Max G. Huber, Univ.-Professor, Dr.;
Hans Mathias Kepplinger, Univ.-Professor, Dr.; Steffie Lamers; Reinhard Lutz, Dr.;
Johannes Neyses, Dr.; Karl-Heinz Reith; Kurt Reumann, Dr.; Joachim Hermann Scharf, Prof. Dr.,
Dr., Dr. h.c.; Hartmut Schiedermair, Univ.-Professor, Dr., Dr. h.c.; Andreas Schlüter, Professor, Dr.;
Joachim Schulz-Hardt, Dr.; Hermann Josef Schuster, Dr.; Werner Siebeck;
Margret Wintermantel, Univ.-Professor, Dr.
Redaktion:
Felix Grigat, M.A. (verantwortl. Redakteur), Michael Hartmer, Dr.,
Friederike Invernizzi, M.A., Ina Lohaus, Vera Müller, M.A.
Forschung & Lehre will den Lesern weitere Informationsquellen erschließen und übersendet gegen eine Kostenpauschale (Betrag incl. Portokosten) folgende Unterlagen:
(Bestellungen bitte an Forschung & Lehre, Fax: 0228/
9026680, E-Mail: infoservice@forschung-und-lehre.de)
Die Gesetze zur Reform der
W-Besoldung des Bundes
und der Länder
Bayern,
Brandenburg
Hessen,
NRW,
Rheinland-Pfalz,
Sachsen-Anhalt und
Schleswig-Holstein
stehen zusammen mit Informationen des DHV als pdf
zur Verfügung unter
www.hochschulverband.de
– Infocenter – W-Portal.
cher Vorschriften Hamburg
und Stellungnahme des
DHV, 71 Seiten, 6,50 €.
A 314 | Drittes Hochschulrechtsänderungsgesetz Baden-Württemberg (Entwurf,
Stand: 15.10.2013) u. Stellungnahme des DHV, 280
Seiten, 12,- €.
A 302 | Entwurf zur Neuregelung der Professorenbesoldung im Freistaat Sachsen
(Stand: Oktober 2012) und
Stellungnahme des DHV,
41 S. 4,50 €.
A 312 | Gesetzentwurf für
ein Drittes Gesetz zur Änderung des Brandenburgischen
Hochschulgesetzes (Stand:
26.8.2013) und Stellungnahme des DHV, 63 Seiten,
6,50 €.
A 310 | Gesetzentwurf zur
Änderung des Thüringer Besoldungsgesetzes und anderer
dienstrechtlicher Vorschriften
(Stand: August 2013) und
Stellungnahme des DHV, 53
Seiten, 6,50 €.
A 305 | Gesetzentwurf zur
Änderung dienstrechtlicher
Vorschriften Bremen (Stand:
Dezember 2013) und Stellungnahme des DHV, 13 Seiten, 3,- €.
A 311 | Gesetzentwurf zur
Verbesserung der Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie zur
Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften Thüringer
(Stand: 4.6.2013) und Stellungnahme des DHV, 31 Seiten, 4,50 €.
A 309 | Gesetzentwurf zur
Änderung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes
und Stellungnahme des
DHV, 28 Seiten, 3,- €.
A 315 | Entwurf eines Hochschulzukunftsgesetzes NRW
nebst Begründung (Stand:
12.11.2013), 355 Seiten, 15,€.
Design-Konzept: Agentur 42, Mainz
Titelfoto: mauritius-images
Grafik und Layout: Robert Welker
Weitere Mitarbeiter dieser Ausgabe:
Vanessa Adam, Dr., Rechtsanwältin im Deutschen Hochschulverband
Ulrike Preißler, Dr., Rechtsanwältin im Deutschen Hochschulverband
Wiltrud Christine Radau, Dr., Rechtsanwältin im Deutschen Hochschulverband
Birgit Ufermann, Rechtsanwältin im Deutschen Hochschulverband
Beiträge, die mit Namen oder Initialen des Verfassers gekennzeichnet sind, stellen nicht
in jedem Falle die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers dar. Für unverlangt
eingesandte Manuskripte kann keine Haftung übernommen werden.
»Pronuntiatio sermonis in sexu masculino ad utrumque sexum plerumque porrigitur.«
(Corpus Iuris Civilis Dig. L, 16, 195)
Zitierweise: Forschung & Lehre
Verlag und Redaktion:
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Preisliste Nr. 43 vom 1.1.2014
Forschung & Lehre wird auf chlorfreiem Papier gedruckt und ist recyclebar.
Druckauflage:
31.144 Exemplare (IVW 3/2013)
A 308 | Gesetzentwurf zur
Änderung der Besoldung von
Professorinnen und Professoren Hamburg (Stand: Juli
2013) und Stellungnahme
des DHV, 22 Seiten, 3,- €.
A 313 | Gesetzentwurf für
ein Zweites Gesetz zur Änderung personalvertretungsrechtlicher und richterrechtli-
1|14
Forschung & Lehre
Stellenmarkt
Veranstaltungen
Stiftungen | Preise
Professuren
AKADEMISCHER STELLENMARKT
63
Technologiemanagement und Arbeitswissenschaft /
Leitung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft
und Organisation IAO
(Universität Stuttgart und Fraunhofer-Gesellschaft)...............................................77
Verfahrenstechnik (Wilhelm Büchner Hochschule) .........................................75
Wirtschaftsinformatik (Hochschule für Technik Stuttgart)............................64
Juniorprofessuren: Naturwissenschaften | Medizin
Allgemeine Psychologie (Eberhard Karls Universität Tübingen).................64
Automatisierungstechnik (Technische Universität Ilmenau).......................69
Experimentalphysik – Ultraschnelle Optik und
Spektroskopie von Festkörpern (Universität Stuttgart) ........................65
Katalysatoren und Elektrokatalysatoren
Geistes- und Sozialwissenschaften
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
insb. Finanzierung (Technische Hochschule Wildau – FH).......................68
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
insb. Internationale Rechnungslegung
(Technische Universität Darmstadt) ..........................................................................70
(Technische Hochschule Wildau – FH)....................................................................68
Direktorin/Direktor für die Leitung des Deutschen
Historischen Instituts in Washington (Max Weber Stiftung)..................80
Kanzlerin/Kanzler (Pädagogische Hochschule Freiburg).......................................80
Präsidentin/Präsident (Goethe-Universität Frankfurt am Main)........................79
Präsidentin/Präsident (Universität zu Lübeck)........................................................79
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
insb. Prozessmanagement und Organisation
(Hochschule der Bayerischen Wirtschaft – München) ..........................................70
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
insb. Rechnungswesen, Controlling und Finanzen
Verwaltung | Management | Fachkräfte
(Hochschule der Bayerischen Wirtschaft – München) ..........................................70
Betriebswirtschaftslehre, insb. Entrepreneurship
Wiss. Mitarbeiter | Doktoranden | Postdocs
(Wilhelm Büchner Hochschule) .................................................................................72
Organisationskommunikation (Donau-Universität Krems) ......................65 Junior Professional Officer (JPO) / Beigeordnete
Sachverständige – Nachwuchsförderprogramm der
Naturwissenschaften | Medizin
Bundesregierung (Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung – BMZ)............................................................66
Angewandte Mathematik (Universität Paderborn) ........................................78
Aufbereitungstechnik / Abteilungsleiter/in für
Junior Professional Officer (JPO) – New York (Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – BMZ)............................67
Aufbereitungstechnik am Helmholtz-Institut Freiberg
Junior Professional Officer (JPO), Technical Officer,
für Ressourcentechnologie
(Technische Universität Bergakademie Freiberg)....................................................76
TB-Programme – Copenhagen (Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – BMZ).............................67
Bioverfahrenstechnik (Technische Universität Braunschweig).....................77
Computational Mathematics for Complex Simulations
Wissenschaftliche/r Beschäftigte/r an der Fakultät für
in Science and Engineering (Universität Stuttgart – SimTech) .............69
Informatik (Technische Universität Dortmund)................................................81
Elektromobilität und Energiemanagement
Wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in am Institut für
(Hochschule Ravensburg-Weingarten)......................................................................69
Organische Chemie (Universität Stuttgart)....................................................81
Energiewirtschaft und -technik (Wilhelm Büchner Hochschule)............73
Geochemie und Lagerstättenkunde
(Karlsruher Institut für Technologie – KIT) .............................................................76
Forschungsförderung | Preise
Hausdorff Chair am Hausdorf Center for Mathematics
(Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) ...............................................79
Informationssysteme und Datenbanken /
Mitglied der Institutsleitung des Fraunhofer-Instituts
für Angewandte Informationstechnik FIT
(Fraunhofer-Gesellschaft und RWTH Aachen) ...........................................................
Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre
in der Medizin (MFT Medizinischer Fakultätentag und
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft).......................................................U3
Balzan Preise 2014 (Internationale Balzan Stiftung).......................................15
Einrichtung eines Forschungsschwerpunktes "Ernährung
der Einen Welt" (Evangelisches Studienwerk e.V. Villigst) .........................13
Förderung der Erforschung der Alzheimer-Krankheit
Ingenieurmathematik (Universität Bayreuth) ...................................................71
Mechatronik (Wilhelm Büchner Hochschule) ......................................................74
(Alzheimer Forschung Initiative e.V.)........................................................................11
Photovoltaische Energiekonversion / Tätigkeit am
Gründungswettbewerb start2grow (Stadt Dortmund, dortmund-project) .37
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme
(Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) ......................................................................68 Internationaler Melanchthonpreis der Stadt Bretten
(Europäische Melanchthon-Akademie Bretten)......................................................23
Robotik und Mensch-Technik-Interaktion
(Technische Universität Chemnitz) ............................................................................71
Science and Technology Studies (Universität Siegen) ...............................78
Software für eingebettete und mobile Rechnersysteme
Veranstaltungen
(Hochschule Ravensburg-Weingarten)......................................................................69
Stochastik (Technische Universität Bergakademie Freiberg)...............................70 LEARNTEC 2014 (Messe Karlsruhe) ..................................................................33
Technische Thermodynamik
Villa Vigoni-Gespräche 2015
(Karlsruher Institut für Technologie – KIT) .............................................................71
(Deutsch-Italienisches Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni) .......U2
64
AKADEMISCHER STELLENMARKT
STELLENANZEIGEN | PREISE
Bewerbungsfrist
läuft noch bis:
Forschung & Lehre 12 | 2013
Algorithms and Data Structures (TU Wien) ............................08.01.14
Biologische Signalforschung (Universität Freiburg/BIOSS) ..31.01.14
Experimentelle Radioonkologie
(Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) ......................................10.01.14
Geschichte Europas in der Welt (FernUniversität in Hagen) ..09.01.14
Öffentliches Recht (Universität Bonn) ............................................15.01.14
Politikwissenschaft II: Internationale Politik
(FernUniversität in Hagen) .....................................................................09.01.14
Präsidentin/Präsident (Universität Hannover)................................15.01.14
Rektorin/Rektor (Universität für Musik und darst. Kunst Graz)...15.01.14
Siliziumtechnologie für Erneuerbare Energien
(Universität Hannover) ............................................................................10.01.14
Strafrecht (Universität Bonn).................................................................15.01.14
Forschung & Lehre
1|14
Volkswirtschaftslehre (FernUniversität in Hagen) ......................09.01.14
Wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in (Universität Siegen)...15.01.14
Bertha Benz-Preis für Ingenieurinnen 2014
(Daimler und Benz Stiftung) ..................................................................15.03.14
Deutscher Studienpreis (Körber-Stiftung) ....................................01.03.14
Else Kröner-Fresenius-Förderinitiative für
medizinische Spitzenforscher aus dem Ausland
(German Scholars Organization e.V. (GSO) und
Else Kröner-Fresenius-Stiftung...............................................................01.02.16
Klung-Wilhelmy-Wissenschafts-Preis für Chemie 2014
(Die Otto-Klung-Stiftung an der Freien Universität Berlin
in Kooperation mit der Dr. Wilhelmy-Stiftung ...................................01.02.14
Stiftung der Sparkasse Bielefeld
(Bielefelder Wissenschaftspreis).............................................................31.01.14
Forschung & Lehre 11 | 2013
Altes Testament (Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel)......31.01.14
Bodenmechanik, Grundbau und bergbauliche
Geotechnik (TU Bergakademie Freiberg) ......................................15.01.13
PROFESSUREN
MathematischNaturwissenschaftliche
Fakultät
Die Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart liegt im Zentrum der
Landeshauptstadt, die mit ihren innovativen Unternehmen und
zahlreichen Forschungseinrichtungen ein attraktives Umfeld
bietet. Zum Wintersemester 2014/2015 (1. September 2014) ist in
der Fakultät Vermessung, Informatik und Mathematik eine
Professur für Wirtschaftsinformatik
An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät ist im Fachbereich
Psychologie
eine Juniorprofessur (W1)
für Allgemeine Psychologie
zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen.
Der/Die künftige Stelleninhaber/in soll das Grundlagenfach Allgemeine
Psychologie in Forschung und Lehre eigenständig vertreten, wobei ein ForVFKXQJVVFKZHUSXQNW SDVVHQG ]XP NRJQLWLRQVSV\FKRORJLVFKHQ 3UR¿O GHV
Fachbereichs Psychologie erwünscht ist. Erwartet wird die Bereitschaft zur
Kooperation mit den psychologischen Grundlagen- und Anwendungsfächern,
sowie die Beteiligung an Aufgaben der akademischen Selbstverwaltung.
Der/die Stelleninhaber/in sollte durch allgemeinpsychologische Grundlagenforschung international sichtbar sein.
Für die Juniorprofessur gelten die Einstellungsvoraussetzungen nach
§ 51 LHG BW, für die ein abgeschlossenes Hochschulstudium, pädagogische
Eignung, in der Regel durch Erfahrungen in der Lehre oder Ausbildung, und
eine besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, in der Regel durch
die herausragende Qualität einer Promotion nachzuweisen sind.
Die Besetzung erfolgt im Beamtenverhältnis auf Zeit, zunächst für vier Jahre. Soweit eine Lehrevaluation und eine Begutachtung der Leistungen in der
Forschung dies rechtfertigen, wird eine Verlängerung um weitere zwei Jahre
in Aussicht gestellt.
Die Universität strebt eine Erhöhung des Frauenanteils in Forschung und
/HKUH DQ XQG ELWWHW GHVKDOE HQWVSUHFKHQG TXDOL¿]LHUWH :LVVHQVFKDIWOHULQQHQ
nachdrücklich um Ihre Bewerbung.
Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen und einem Forschungs- und Lehrkonzept werden bis zum 31. Januar 2014 in elektronischer Form erbeten
an den Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der
Universität Tübingen (dekanat@mnf.uni-tuebingen.de).
(Bes. Gr. W2) Kennziffer 541
zu besetzen.
Mit dieser Professur möchte die Fakultät – insbesondere im
anwendungsorientierten Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik, aber auch im Bachelor-Studiengang Informatik sowie
im englischsprachigen Master-Studiengang Software Technology – die Ausbildung der Studierenden mit weiteren praxisnahen
Themenstellungen vertiefen und Forschungsprojekte in diesen
Gebieten anstoßen. Von besonderem Interesse sind Erfahrungen in einem der Bereiche
• Unternehmens-Software sowie
• IT-Sicherheit
Bewerbungen von Interessierten mit anderen Spezialisierungen
im Bereich der Wirtschaftsinformatik sind ausdrücklich
erwünscht.
Vorausgesetzt werden ein Hochschulabschluss in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder einem anderen Fach mit Informatikausrichtung sowie einschlägige Forschungserfahrung im
jeweiligen Schwerpunkt. Eine engagierte Mitwirkung bei der
weiteren Ausgestaltung der informatiknahen Studienprogramme, beispielsweise durch neue Wahlpflichtveranstaltungen
im Hauptstudium, ist ausdrücklich erwünscht. Darüber
hinaus erwarten wir die Beteiligung an der Ausbildung auch in
Grundlagenfächern der Wirtschaftsinformatik und Informatik
sowie anderer Studiengänge.
Weitere inhaltliche Auskünfte zur Stellenbeschreibung erhalten
Sie vom Studiendekan des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik, Prof. Dr. Ralf Kramer, Ralf.Kramer@hft-stuttgart.de,
Telefon Sekretariat: +49 (0) 711 8926-2526.
Die Bewerbungsfrist für die Professur endet am 20.01.2014. Wir
bitten die Bewerber, die Bewerbungsunterlagen sowohl in
Papierform als auch in elektronischer Form (idealerweise eine
PDF-Datei mit sämtlichen schriftlich eingereichten Unterlagen
auf CD) zu übersenden. Ausführliche Informationen zu den
Einstellungsvoraussetzungen sowie den dienstlichen Aufgaben
der Professoren und Professorinnen finden Sie unter
http://www.hft-stuttgart.de/Einstellungsvoraussetzungen.
1|14
AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
Ingenieurgeologie und Umweltgeotechnik
(TU Bergakademie Freiberg) ...................................................................15.01.14
Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer
(Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung) ...........................21.02.14
Ars legendi-Fakultätenpreis (Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft und Dachverband der Fakultätentage der
Ingenieurswissenschaften und der Informatik 4ING).......................14.03.14
Innovationspreis (Stiftung Familie Klee) .........................................15.01.14
Innovative Studieneingangsphase (Stifterverband für die
Deutsche Wissenschaft und Heinz Nixdorf Stiftung)........................10.02.14
UM Research Excellence Award in Innovation
& Leadership 2014 (Peter Pribilla-Stiftung) .............................28.02.14
Forschung & Lehre 10 | 2013
Max-Planck-Forschungspreises 2014
(Alexander von Humboldt-Stiftung) .....................................................31.01.14
Forschung & Lehre 3 | 2013
Friedwart Bruckhaus-Förderpreis 2013/2014
(Hanns Martin Schleyer-Stiftung)..........................................................28.02.14
An der Universität Stuttgart ist in der Fakultät für Mathematik
und Physik eine
Juniorprofessur für
Experimentalphysik (W1)
„Ultraschnelle Optik und
Spektroskopie von Festkörpern“
zu besetzen. Verbunden mit der Juniorprofessur ist die Leitung einer wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe am MaxPlanck-Institut für Festkörperforschung.
Mögliche Themengebiete sind:
z Ultraschnelle Nano-Optik
z Mesoskopische und nanoskopische Systeme, Plasmonik,
metallische Systeme, einzelne Quantensysteme, zweidimensionale Kristalle wie z. B. Graphen oder Graphen-artige
Nanostrukturen
z Ultraschnelle Spektroskopie an stark korrelierten Systemen,
topologischen Isolatoren, oxidischen Heterostrukturen,
neuartigen Supraleitern
Donau-Universität Krems
Die bereits vorhandene Ausstattung umfasst UltrakurzzeitLaser- und Spektroskopiesysteme im Sichtbaren und im
Nahen Infraroten.
Universität für Weiterbildung
Die Donau-Universität Krems ist die europaweit führende Anbieterin von
berufsbegleitenden Universitätslehrgängen. Spezialisiert auf universitäre
Weiterbildung aktualisiert sie das Wissen von AkademikerInnen und
Führungskräften und stellt sich der gesellschaftlichen Herausforderung des
lebenslangen Lernens. Die Weiterbildungsuniversität bietet anwendungsorientierte Forschung und setzt auf starke KooperationspartnerInnen aus der
Wirtschaft und Wissenschaft sowie öffentlichen Einrichtungen im In- und
Ausland. Das Studienangebot umfasst mehr als 230 Universitätslehrgänge
aus den Bereichen Wirtschaft und Management, Kommunikation, IT und
Medien, Gesundheit und Medizin, Recht, Verwaltung und Internationale
Beziehungen, Kultur- und Bildungswissenschaften sowie Bauen und
Umwelt. Aktuell studieren mehr als 6000 Studierende aus über 60 Ländern
in Krems.
Die Juniorprofessur sollte die bestehenden Forschungsschwerpunkte in Stuttgart an der Universität (z. B. im Stuttgart
Research Center of Photonic Engineering SCoPE) sowie
an den Max-Planck-Instituten (zum Beispiel im Bereich der
Wechselwirkung zwischen einzelnen Quantensystemen hin
zu integrierten Quantensystemen) verstärken. Ebenso wird
eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gruppen
am MPI für Festkörperforschung erwartet.
Die Bewerber/-innen werden gebeten, in einem ein- bis zweiseitigen Exzerpt ihre Forschungspläne und die möglichen
Kooperationen aufzuzeigen.
An der Donau-Universität Krems gelangt folgende Stelle zur Besetzung
>
Universitätsprofessur für
Organisationskommunikation
gem. § 98 UG 2002
Inserat-Nr. 1353_Org
Die Berufung als Universitätsprofessorin/Universitätsprofessor erfolgt
unbefristet im Rahmen des Berufungsverfahrens gem. § 98 UG 2002.
Die Mindesteinstufung für Universitätsprofessorinnen/Universitätsprofessoren beträgt entsprechend der Dienst- und Besoldungsordnung
der Donau-Universität Krems (W1/1) EUR 4.885,15 brutto. Bereitschaft
zur Überzahlung besteht bei entsprechender Qualifikation.
Donau-Universität Krems, Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, 3500 Krems, Austria
Ausführliche Informationen und Bewerbungsvoraussetzungen erhalten
Sie unter www.donau-uni.ac.at/jobs
Zu den Aufgaben der Juniorprofessur gehört die Mitwirkung an der Lehre in der Fakultät im Umfang von zunächst 4,
später 6 Semesterwochenstunden. Die Dauer für die Juniorprofessur beträgt gemäß Landeshochschulgesetz maximal
6 Jahre.
Im Übrigen gelten die Einstellungsvoraussetzungen und
Bedingungen des § 51 des Landeshochschulgesetzes BadenWürttemberg.
Schriftliche und elektronische (pdf) Bewerbungen werden
bis zum 31.01.2014 an den Dekan der Fakultät Mathematik
und Physik, Prof. Martin Dressel, Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 57, D-70569 Stuttgart, dekanat@f08.uni-stuttgart.de,
erbeten.
Die Universität Stuttgart verfügt über ein Dual Career Programm
zur Unterstützung der Partnerinnen und Partner berufener
Personen. Nähere Informationen unter:
www.uni-stuttgart.de/dual-career/
65
Interesse an einer Karriere bei Internationalen Organisationen?
Dann könnte ein Einstieg über das Nachwuchsförderprogramm
Junior Professional Officer (JPO) /
Beigeordnete Sachverständige (BS)
der Bundesregierung für Sie genau das Richtige sein!
Wir suchen Hochschulabsolventinnen und –absolventen (Master bzw. Diplom) mit
deutscher Staatsangehörigkeit, zwei- bis vierjähriger Berufserfahrung, sehr guten
Englischkenntnissen und Schwerpunkten in beispielsweise folgenden Studiengängen:
• Sozial- und Politikwissenschaften
• Rechtswissenschaften
• Wirtschafts- und Finanzwissenschaften
• Naturwissenschaften und Ingenieurwesen
Nähere Informationen zum Programm finden Sie unter: www.bmz.de/jpo
Aktuell schreibt die Bundesregierung mehr als 50 JPO-Stellen in über 30 verschiedenen
Internationalen Organisationen aus, z. B. im UN-Sekretariat in New York, bei UNICEF in
Karthum, bei der WHO in Genf oder der FAO in Rom.
Die Ausschreibung endet am 12. Februar 2014.
Die detaillierten Ausschreibungstexte sowie Informationen über das
Bewerbungsverfahren finden Sie unter: www.bfio.de
Bitte bewerben Sie sich ausschließlich über:
Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO)
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Villemombler Str. 76
D-53123 Bonn
www.bfio.de
1|14
AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
Junior Professional Officer Programme
Recruitment for the World Health Organization (WHO)
Title:
Junior Professional Officer (JPO), Technical Officer, TB-Programme, Copenhagen
Sector:
Division of Communicable Diseases and Environment (DCE),
Regional Office for Europe
Requirements: Degree in microbiology, medicine, public health or other relevant fields.
At least one year of work experience in a bacteriological or related laboratory.
Proficiency in spoken and written English. Computer literacy.
Die detaillierten Ausschreibungstexte sowie Informationen über das
Bewerbungsverfahren finden Sie unter: www.bfio.de
Bitte bewerben Sie sich ausschließlich über:
Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO)
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Villemombler Str. 76
D-53123 Bonn
Junior Professional Officer Programme
Recruitment for the United Nations Secretary –
Generals’ Advisory Board on Water & Sanitation (UNSGAB)
Title:
Junior Professional Officer (JPO), New York
Sector:
Water policy
Requirements: Advanced degree in water resources management, environmental engineering or
economics, political sciences, international relations, or any other closely related
discipline. A minimum of two years of progressively responsible experience in
sustainable development, including experience at the international level is required.
Die detaillierten Ausschreibungstexte sowie Informationen über das
Bewerbungsverfahren finden Sie unter: www.bfio.de
Bitte bewerben Sie sich ausschließlich über:
Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO)
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Villemombler Str. 76
D-53123 Bonn
67
68
AKADEMISCHER STELLENMARKT
„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„
Die Technische Hochschule Wildau [FH] ist eine der führenden akademischen Ausbildungsstätten in Brandenburg. Derzeit sind ca. 4.000 Studierende immatrikuliert. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt sind folgende Professuren zu besetzen:
Im Studiengang Europäisches Management:
Professorin/Professor
(Teilzeit [50 %], Bes.-Gruppe W2 BBesO)
für das Fachgebiet Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
insbesondere Internationale Rechnungslegung
(Kennziffer ÜLMEM5-1)
Die Bewerberin/Der Bewerber soll das Fachgebiet Internationale Rechnungslegung entVSUHFKHQG GHP 3UR¿O GHU 7HFKQLVFKHQ +RFKVFKXOH :LOGDX >)+@ LQ GHU /HKUH LQ %DFKHORU
und Masterstudiengängen, der angewandten Forschung und im Wissenstransfer vertreten.
Die Schwerpunkte liegen dabei auf folgenden Lehrveranstaltungen:
- Internationale Rechnungslegung (in Deutsch und Englisch),
- Externes Rechnungswesen und Bilanzierung (in Deutsch und Englisch)
welche in Theorie und Praxis zu vermitteln sind.
Professorin/Professor
(Teilzeit [50 %], Bes.-Gruppe W2 BBesO)
für das Fachgebiet Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
insbesondere Finanzierung
(Kennziffer ÜLMEM5-2)
'LH %HZHUEHULQ'HU %HZHUEHU VROO GDV )DFKJHELHW )LQDQ]LHUXQJ HQWVSUHFKHQG GHP 3UR¿O
der Technischen Hochschule Wildau [FH] in der Lehre in Bachelor- und Masterstudiengängen,
der angewandten Forschung und im Wissenstransfer vertreten.
Die Schwerpunkte liegen dabei auf folgenden Lehrveranstaltungen:
- Corporate Finance (in Englisch und Deutsch),
- International Finance (in Englisch und Deutsch)
welche in Theorie und Praxis zu vermitteln sind.
*****
Ferner wird die Bereitschaft zur Übernahme der Lehre in fachverwandten Grundlagenfächern
erwartet.
Gesucht wird eine Persönlichkeit mit wirtschaftswissenschaftlichem Abschluss, die über
einschlägige Praxis- sowie Lehr- und Forschungserfahrungen verfügt und die genannten
/HKUYHUDQVWDOWXQJHQ LQ GHXWVFKHU E]Z HQJOLVFKHU 6SUDFKH ÀLH‰HQG PLW KRKHU GLGDNWLVFKHU
Kompetenz planen und durchführen kann.
Des Weiteren ist die Motivation für eine praxisorientierte Lehre und Kontaktfreudigkeit
im Umgang mit Studierenden und Partnern selbstverständlich. Eine engagierte Mitarbeit
EHLP $XIEDX XQG GHU (QWZLFNOXQJ QHXHU 6WXGLHQJlQJH ZLUG HUZDUWHW 'LHV VFKOLH‰W DXFK
die Übernahme von Lehrveranstaltungen des Fachgebietes in anderen Studiengängen einVFKOLH‰OLFK )HUQVWXGLXP HLQ
'LH 7+ :LOGDX >)+@ OHJW JUR ‰HQ :HUW DXI GLH )RUVFKXQJ XQG GHQ 7HFKQRORJLHWUDQVIHU GXUFK
Professorinnen/Professoren. Daher wird erwartet, dass die Kontakte zu Unternehmen, die
im Studiengang eingebunden sind, vertieft und ausgebaut werden. Die Hochschule unterstützt und fördert Bemühungen auf dem Gebiet des Technologietransfers und der Durchführung von Kooperationsprojekten mit industriellen Partnern. Forschungsaktivitäten und
interdisziplinäre Zusammenarbeit sind daher erwünscht.
Die Bereitschaft zur Mitwirkung an Studienreformprozessen und in Gremien der Hochschulselbstverwaltung wird vorausgesetzt.
Die Finanzierung der Professur erfolgt aus dem Studienplatzerweiterungsprogramm des
Landes Brandenburg. Die Professur ist auf fünf Jahre befristet und wird im Angestelltenverhältnis besetzt. Eine erneute Berufung für höchstens fünf Jahre ist bei Vorliegen der
haushaltsrechtlichen Voraussetzungen und des weiteren Bedarfs dieser Professur möglich.
Forschung & Lehre
1|14
Am geplanten Institut
für Sustainable Systems Engineering
der Technischen Fakultät
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
und in der Fraunhofer-Gesellschaft
ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine
Universitätsprofessur (W3)
für Photovoltaische Energiekonversion
in Personalunion mit einer Tätigkeit am
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme
zu besetzen.
Die neue Professur sollte sich schwerpunktmäßig mit photovoltaischen
Bauelementen und Systemen befassen. Zielsetzung ist die Weiterentwicklung von Solarzellen insbesondere auf Basis von kristallinem Silizium, die Analyse der zugrundeliegenden Halbleitereigenschaften und
die Konzeption neuer Solarzellenstrukturen und Messmethoden.
Die Professur steht in enger Kooperation mit dem Institut für Solare
Energiesysteme der Fraunhofer Gesellschaft (FhG-ISE) und soll dort in
einer Leitungsfunktion eingebunden werden. Weiterhin soll die Professur in den Planungsprozess für ein 3. Institut an der Technischen Fakultät für Sustainable Systems Engineering und den damit verbundenen neuen Studiengängen eingebunden sein.
Gesucht wird eine international ausgewiesene Persönlichkeit mit
hervorragender Kompetenz in Forschung und Lehre in folgenden
Bereichen:
- Simulation und Analyse von photovoltaischen Bauelementen
- Entwicklung von hocheffizienten Siliziumsolarzellen
- Bestimmung von grundlegenden Halbleitereigenschaften
- Analyse von Defekten in Halbleitern
- Neuartige Solarzellenkonzepte
Neben einer sehr guten internationalen Vernetzung werden von den
Bewerberinnen und Bewerbern Erfahrungen in der Einwerbung von
Drittmitteln, insbesondere über Industriekooperationen, und die Bereitschaft zur Mitarbeit in koordinierten Forschungsvorhaben erwartet.
Einstellungsvoraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium, pädagogische Eignung, Promotion und zusätzliche wissenschaftliche Leistungen. Letztere werden durch Habilitation oder gleichwertige
wissenschaftliche Leistungen, die auch außerhalb des Hochschulbereichs erbracht sein können, nachgewiesen oder im Rahmen einer Juniorprofessur erbracht. Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und die
Fraunhofer-Gesellschaft fördern Frauen und fordern sie deshalb ausdrücklich zur Bewerbung auf. Die Universität bekennt sich nachdrücklich zu dem Ziel einer familiengerechten Hochschule. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Es gilt die
W-Besoldung.
Die Einstellungsvoraussetzungen nach § 39 BbgHG sind neben der Erfüllung der allgemeinen
dienstrechtlichen Voraussetzungen:
a) Ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einer für die zu übernehmende Tätigkeit geeigneten Fachrichtung,
b) die besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, nachgewiesen in der Regel
GXUFK HLQH TXDOL¿]LHUWH 3URPRWLRQ
c) pädagogische Eignung,
d) besondere Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher ErkenntQLVVH XQG 0HWKRGHQ LQ HLQHU PLQGHVWHQV GUHLMlKULJHQ HLQVFKOlJLJHQ EHUXÀLFKHQ 3UD[LV
YRQ GHU PLQGHVWHQV ]ZHL -DKUH DX‰HUKDOE GHV +RFKVFKXOEHUHLFKV DXVJHEW ZRUGHQ VHLQ
müssen.
Informationen zu der Universität Freiburg und der Fraunhofer-Gesellschaft finden Sie unter www.uni-freiburg.de und www.ise.fraunhofer.de
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (tabellarischer Lebenslauf
mit Lichtbild, Verzeichnis der Schriften und Lehrveranstaltungen,
usw.) sowie aussagekräftigen Darstellungen der Lehre (siehe
http://www.zuv.uni-freiburg.de/service/berufungsleitfaden S. 27) und
der Forschung, Urkunden über akademische Prüfungen und Ernennungen sind bis zum 24.01.2014 zu richten an den
Die dienstrechtliche Stellung ergibt sich aus § 41 BbgHG. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Die TH Wildau
>)+@ LVW EHPKW GHQ $QWHLO YRQ TXDOL¿]LHUWHQ :LVVHQVFKDIWOHULQQHQ LP /HKUN|USHU ]X HUK|KHQ
XQG IRUGHUW GHVKDOE TXDOL¿]LHUWH )UDXHQ DXVGUFNOLFK ]XU %HZHUEXQJ DXI %HZHUEHULQQHQ
und Bewerber mit Kindern sind willkommen - die Technische HochVFKXOH :LOGDX >)+@ LVW DOV IDPLOLHQJHUHFKWH +RFKVFKXOH ]HUWL¿]LHUW
Dekan der Technischen Fakultät der
Prof. Dr. Yiannos Manol
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Georges-Köhler-Allee 101
79110 Freiburg
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind bis zum 31.01.2014
zu richten an den
Bitte fordern Sie zusätzlich einen Bewerbungsbogen im Dekanat der
Technischen Fakultät an und senden Sie eine elektronische Version
Ihrer Bewerbung an dekanat@tf.uni-freiburg.de
Präsidenten der Technischen Hochschule Wildau [FH]
Bahnhofstraße, 15745 Wildau
1|14
AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
The Cluster of Excellence
“Simulation Technology” at the
University of Stuttgart invites
applications for the position:
Professorship (W3)
Computational Mathematics for
Complex Simulations
in Science and Engineering
The sought-after candidate is an outstanding expert in
applied mathematics with special focus on numerical
methods for complex mathematical models in science or
engineering applications. Major topics of research could
be but are not restricted to stochastic methods, uncertainty
MQ=JPEł?=PEKJ DECD@EIAJOEKJ=H JKJHK?=H KN DECDKN@AN
models, discrete and data-based approaches, continuumdiscrete couplings or model reduction. It is imperative
that research includes the implementation of numerical
algorithms on high-performance computer platforms.
Besides research and teaching within the framework of the
Cluster of Excellence and in mathematics, the professorship
participates in the basic training of undergraduate students
in natural sciences and in engineering. The professor is
expected to contribute to undergraduate and graduate teaching
in the degree programs of Simulation Technology.
Young researchers are strongly encouraged to apply. Depending
KJ PDA ?=J@E@=PAĺO MQ=HEł?=PEKJ = ?D=ENA@ LNKBAOOKNODEL ?=J
be awarded.
69
Zum Wintersemester 2014/2015 sind in der Fakultät Elektrotechnik und Informatik folgende Stellen zu besetzen:
Professur
„Elektromobilität und Energiemanagement“
Bes. Gr. W 2 (Stellen-Nr. 177)
Der/Die Stelleninhaber/in soll die folgenden Lehrgebiete in der Lehre und der
angewandten Forschung vertreten: Elektromobilität, Energiemanagement, Energiespeicher, Grundlagen der Elektrotechnik. Erwartet werden ein abgeschlossenes Studium der Elektrotechnik und umfassende Erfahrungen auf dem Gebiet der
Leistungselektronik.
Professur „Software für eingebettete und
mobile Rechnersysteme“
Bes. Gr. W 2 (Stellen-Nr. 178)
Der/Die Stelleninhaber/in soll die folgenden Lehrgebiete in der Lehre und der
angewandten Forschung vertreten: Software-Entwicklung für eingebettete und
mobile Anwendungen, Grundlagenfächer der Informatik. Erwartet werden ein
abgeschlossenes Studium der Informatik und mehrjährige Erfahrung in der Entwicklung von Software-Systemen, bevorzugt in den Bereichen eingebettete
Systeme oder mobile Systeme.
Die vollständigen Ausschreibungstexte finden Sie auf unserer Homepage unter:
www.hs-weingarten.de/web/hochschule/stellenangebote
Bewerbungen (nicht per E-Mail) mit den üblichen Unterlagen senden Sie bitte
unter Angabe der Stellennummer bis spätestens 7. Januar 2014 an den Rektor der
Hochschule Ravensburg-Weingarten, Postfach 12 61, 88241 Weingarten.
The requirements for employment listed in § 47 and § 50 BadenWürttemberg university law apply.
LLHE?=PEKJO SEPD PDA QOQ=H @K?QIAJPO Ġ 3 @ACNAA ?ANPEł?=PAO
references, publication list, 3-5 selected off-prints) should
be sent to the Executive Director of the Stuttgart Research
Centre for Simulation Technology, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang
Ehlers, University of Stuttgart, Pfaffenwaldring 7a, 70569
Stuttgart, Germany, (ehlers@mechbau.uni-stuttgart.de) to
arrive not later than March 14th, 2014.
Further information on the cluster of excellence in Simulation
Technology can be obtained from the web page:
www.simtech.uni-stuttgart.de
The University of Stuttgart has established a Dual Career
Program to offer assistance to partners of those moving to
Stuttgart. For more information please visit the web-page
under: www.uni-stuttgart.de/dual-career/
Forschung
& Lehre
Alles was die Wissenschaft bewegt
Tel.: 0228 / 902 66-23 bzw. -59
Fax: 0228 / 902 66-90
anzeigen@forschung-und-lehre.de
www.forschung-und-lehre.de
Am Institut für Automatisierungs- und Systemtechnik der Fakultät für Informatik und Automatisierung ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die
Juniorprofessur
Automatisierungstechnik (W1)
zu besetzen. Die Juniorprofessur soll zunächst für die Dauer von drei Jahren besetzt werden.
Diese soll auf insgesamt sechs Jahre verlängert werden, wenn nach Evaluation die Bewährung als Hochschullehrer festgestellt wurde.
Gesucht wird eine auf einem Gebiet der Automatisierungstechnik wissenschaftlich ausgewiesene
Persönlichkeit mit besonderer Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit und pädagogischer
Eignung. Gemäß § 82 ThürHG wird diese Befähigung durch eine Promotion herausragender
Qualität nachgewiesen.
6SH]L¿VFKH )RUVFKXQJVVFKZHUSXQNWH GHU %HZHUEHULQQHQ%HZHUEHU OLHJHQ X D DXI PLQGHVtens einem der Gebiete
z
ereignisdiskrete und hybride Systeme
z
automatisierter Steuerungsentwurf
z
cyber-physikalische Systeme
Das Institut für Automatisierungs- und Systemtechnik bietet die Grundlagen- und Vertiefungsvorlesungen auf dem Gebiet der Automatisierungstechnik für die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge der Technischen Universität Ilmenau an. Die Bewerberin bzw. der
Bewerber vertritt die Grundlagen der Automatisierungstechnik sowie die Gebiete der ereignisdiskreten und ggf. auch hybriden Systeme in der Lehre.
9RQ GHQ %HZHUEHULQQHQ%HZHUEHUQ ZLUG HUZDUWHW GDVV VLH DXI GHP *HELHW GHU $XWRPDtisierungstechnik methodisch orientierte Grundlagenforschung betreiben und in ingenieurwissenschaftliche Anwendungen umsetzen. Die interdisziplinäre Kooperation soll zwischen
den Fachgebieten der TU Ilmenau in der ingenieurwissenschaftlichen Systemtechnik weiter
befördert werden. Einschlägige Erfahrungen bei der Einwerbung von Drittmitteln sind erwünscht.
Die enge Anbindung des Instituts für Automatisierungs- und Systemtechnik an das Fraunhofer
Anwendungszentrum Systemtechnik des Fraunhofer Instituts für Optronik, Systemtechnik und
Bildauswertung (IOSB) Karlsruhe eröffnet die Möglichkeit, automatisierungstechnische Lösungen in Industriekooperation zu realisieren.
Die Technische Universität Ilmenau ist Träger des TOTAL E-Quality-Prädikats. Sie strebt eine
(UK|KXQJ GHV $QWHLOV YRQ )UDXHQ LQ /HKUH XQG )RUVFKXQJ DQ XQG IRUGHUW TXDOL¿]LHUWH :LVVHQschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Schwerbehinderte haben bei gleicher
(LJQXQJ %HIlKLJXQJ XQG IDFKOLFKHU 4XDOL¿NDWLRQ 9RUUDQJ EHL GHU (LQVWHOOXQJ
Die Universität leistet aktive Unterstützung bei der Bereitstellung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten und der Verlegung des Lebensmittelpunktes in die Nähe des Dienstortes. Sie informiert über Arbeitgeber in der Technologieregion Ilmenau-Erfurt-Jena im Zusammenhang mit
EHUXÀLFKHQ :QVFKHQ GHV IDPLOLlUHQ /HEHQVSDUWQHUV
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Urkunden, Publikationsliste einschließlich ausgewählter Sonderdrucke und Verzeichnisse der gehaltenen
Lehrveranstaltungen sowie eine Zusammenstellung der bearbeiteten Projekte) sind bis zum
24. Februar 2014 zu richten an den Dekan der Fakultät für Informatik und Automatisierung,
Technische Universität Ilmenau, Postfach 10 05 65, 98684 Ilmenau.
70
AKADEMISCHER STELLENMARKT
An der TU Bergakademie Freiberg, Fakultät für Mathematik und Informatik, Institut
für Stochastik, ist zum 01.10.2014 eine
W3-Professur für Stochastik
zu besetzen. Gesucht wird eine international ausgewiesene Forscherpersönlichkeit, welche die angewandte Stochastik inklusive der Statistik in Forschung und
Lehre vertreten kann. Die Schwerpunktsetzung innerhalb der Stochastik muss
VLFK IU NRRSHUDWLYH )RUVFKXQJVYRUKDEHQ LP 5DKPHQ GHU 3UR¿OOLQLHQ GHU 78 %HUJ
akademie Geo, Material, Umwelt und Energie eignen. Die Zusammenarbeit mit
Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern wird daher erwartet. Mögliche
Schwerpunkte sind z. B. die räumliche oder raumzeitliche Stochastik, insbesondere partielle stochastische Differentialgleichungen, stochastische Geometrie
oder stochastische Prozesse. Der/Die Bewerber/-in sollte in interdisziplinärer
Zusammenarbeit ausgewiesenen sein, z. B. statistische Analyse und stochastische Modellierung von Mikrostrukturen, Geostatistik, statistische Bildverarbeitung
] % EHL WRPRJUDSKLVFKHQ 'DWHQ 0RQWH&DUOR 0HWKRGHQ XQG 4XDQWL¿]LHUXQJ
von Unsicherheiten in CFD-Simulationen oder Analyse multivariater Zeitreihen
in den Umwelt- und Wirtschaftswissenschaften. Die Lehre umfasst Grund- und
Spezialvorlesungen für Studierende der Mathematik und Informatik, aber auch
die Nebenfachausbildung für andere Studiengänge. Die Bereitschaft zur Lehre in
deutscher und englischer Sprache wird vorausgesetzt.
Die/Der Stellenbewerber/-in muss die allgemeinen Berufungsvoraussetzungen
für Professoren gemäß § 58 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes vom
10.12.2008 in der Fassung der Bekanntmachung vom 15.01.2013 erfüllen. Die
TU Bergakademie Freiberg vertritt ein Lehr- und Forschungskonzept, bei dem die
Verlegung des Lebensmittelpunktes nach bzw. in die Nähe von Freiberg erwartet
wird. Die Universität leistet aktive Unterstützung bei der Bereitstellung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie bei der Vermittlung von angemessenen Arbeitsstellen in der Region für Ehe- bzw. Lebenspartner.
Die TU Bergakademie Freiberg strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in
Lehre und Forschung an und fordert deshalb besonders Frauen auf, sich zu bewerben. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 31.01.2014 an die TU Bergakademie
Freiberg, Dezernat für Personalangelegenheiten, Akademiestraße 6, 09599
Freiberg einzureichen.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Vorsitzenden der Berufungskommission Prof. Dr. Michael Eiermann (E-Mail: eiermann@math.tu-freiberg.de, Tel.:
+49 (0)3731 39-2322).
Forschung & Lehre
1|14
Im Rahmen der Exzellenz-Graduiertenschule „Energy Science and
Engineering“ ist eine gemeinsam den Fachbereichen Material- und
Geowissenschaften sowie Chemie zugeordnete
Juniorprofessur (W1) für Katalysatoren
(Kenn.-Nr. 350)
und Elektrokatalysatoren
zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu besetzen.
Gesucht wird eine herausragende Persönlichkeit, die auf dem Gebiet
der Katalysatorentwicklung ausgewiesen ist. Inhaltlicher Schwerpunkt
der Professur ist die Synthese und Charakterisierung neuer Katalysatoren und/oder Elektrokatalysatoren zur Herstellung chemischer Energiespeicher in der Form von Brennstoffen (Wasserstoff und Kohlenwasserstoffverbindungen) oder verwandter Themenfelder. Dazu sollen neuartige Katalysatoren synthetisiert, diese in den festkörperchemischen
und -physikalischen Eigenschaften charakterisiert und in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen für die Anwendung entwickelt werden. Als Materialsysteme stehen Übergangsmetallclusterverbindungen
im Nanometermaßstab als Ersatz für Edelmetallkatalysatoren im Fokus.
Mögliche Anwendungsgebiete sind z. B. Co-Katalysatoren für die
photokatalytische und photoelektrochemische Wasserspaltung, Elektrokatalysatoren für die Wasser-Elektrolyse, sowie Katalysatoren für die
Umsetzung von Kohlendioxid unter extremen Bedingungen. Die Juniorprofessur soll das Schwerpunktthema „Solare Brennstoffe“ der Graduiertenschule inhaltlich ergänzen und zur Fortentwicklung des Themas
an der Technischen Universität in Forschung und Lehre beitragen.
Neben einer hervorragenden Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit
wird auch eine entsprechende pädagogische Eignung vorausgesetzt.
Die Promotionszeit und die Beschäftigungsphase als wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter soll insgesamt sechs Jahre nicht überschreiten. Es gelten ferner die Einstellungsvoraussetzungen des § 64
Hessisches Hochschulgesetz.
Die HDBW* ist eine private Hochschule mit Fokus auf Wirtschaft und Technik in
enger Kooperation mit bayerischen und internationalen Unternehmen. Sie versteht
sich als Partnerin der bayerischen Wirtschaft.
Wir suchen zum nächstmöglichen Termin eine/einen
Professorin/Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre
insbesondere Prozessmanagement und Organisation
sowie eine/einen
Professorin/Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre
insbesondere Rechnungswesen, Controlling und Finanzen
Gesucht werden Persönlichkeiten, welche die entsprechenden Lehrgebiete sowohl
in der Breite ihrer Grundlagenfächer als auch in den angrenzenden Studiengängen
der Hochschule hervorragend vertreten können. Erwartet werden exzellente Spezialisierung durch berufliche Tätigkeit im jeweiligen betriebswirtschaftlichen Vertiefungsgebiet und umfangreiches Fachwissen in der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre.
Die generelle Bereitschaft, Vorlesungen auch in englischer Sprache anzubieten, wird
vorausgesetzt. Für die jeweilige Professur wird ein überdurchschnittliches Engagement in Lehre und angewandter Forschung sowie beim Wissenstransfer in die
Wirtschaft im jeweiligen Fachgebiet erwartet.
Die Einstellung erfolgt in einem Beamten- oder Angestelltenverhältnis
auf Zeit nach W1 HBesG. Das Beschäftigungsverhältnis ist zunächst auf
drei Jahre befristet. Nach erfolgter Zwischenevaluation über die
Bewährung als Hochschullehrer/in kann es um weitere drei Jahre verlängert werden.
Die Technische Universität Darmstadt strebt eine Erhöhung des Anteils
der Frauen am Personal an und fordert deshalb besonders Frauen auf,
sich zu bewerben. Bewerberinnen oder Bewerber mit einem Grad der
Behinderung von mindestens 50 oder diesen Gleichgestellte werden bei
gleicher Eignung bevorzugt.
Bewerbungen sind mit den üblichen Unterlagen, Lebenslauf, Schriftenverzeichnis, Angabe bisheriger Lehrtätigkeit und Kopien von drei
wissenschaftlichen Arbeiten unter Angabe der Kenn-Nummer an den
Dekan des Fachbereichs Material- und Geowissenschaften, AlarichWeiss-Str. 2, 64287 Darmstadt zu senden. Parallel wird um Zusendung
in elektronischer Form an dekanat@matgeo.tu-darmstadt.de gebeten
Bewerbungsfrist: 15. Februar 2014
Die Einstellungsvoraussetzungen sowie weitere Informationen finden Sie unter:
www.hdbw-hochschule.de
Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen an die
Hochschule der Bayerischen Wirtschaft gGmbH
Gründungspräsident, Prof. Dr.-Ing. Lars Frormann
Konrad-Zuse-Platz 8, 81829 München
Bewerbungsschluss: 17.01.2014
Die Anstellung erfolgt im Angestelltenverhältnis in Anlehnung an W2.
Unsere Hochschule strebt eine Erhöhung des Anteils der Frauen am wissenschaftlichen Personal an. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei
gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.
*Staatliche Anerkennung voraussichtlich im Frühjahr 2014
Aktuelle Seminare
rund um das Thema Berufung:
www.hochschulverband.de
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AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
Zertifikat seit 2006
audit familiengerechte
hochschule
Die Universität Bayreuth ist eine forschungsorientierte Universität mit international kompetitiven und interdisziplinär ausgerichteten Profilfeldern in
Forschung und Lehre. An der Universität Bayreuth ist in der Fakultät für
Mathematik, Physik und Informatik ab 1. 4. 2015 eine
W 3-Professur für Ingenieurmathematik
im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zu besetzen.
Gesucht wird eine Persönlichkeit, die in einem Teilgebiet der Mathematik
international ausgewiesen ist, das Anwendungsbezug zu den Ingenieurwissenschaften besitzt.
Erwartet wird die Mitwirkung in den strategischen Profilfeldern des Strukturund Entwicklungsplans STEP 2020+ der Universität Bayreuth, insbesondere
in den Feldern „Neue Materialien“, „Energieforschung und Energietechnologie“ oder „Nichtlineare Dynamik“. Erfahrungen mit interdisziplinärer
Zusammenarbeit mit den Ingenieurwissenschaften, der Einwerbung von
Drittmitteln sowie mit Industriekooperationen sind erwünscht.
Die künftige Stelleninhaberin / Der künftige Stelleninhaber ist für die mathematische Ausbildung in allen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen
der Universität Bayreuth zuständig und wirkt in der Lehre in den Bachelorund Masterstudiengängen der Mathematik mit. Insbesondere wird Engagement für die Betreuung und Weiterentwicklung des Bachelor- und Masterstudiengangs Technomathematik erwartet. Die Universität Bayreuth legt
Wert auf eine forschungsnahe Lehre.
Es gelten die Einstellungsvoraussetzungen für Professorinnen und Professoren an Universitäten des Freistaates Bayern (Art. 7 und Art. 10 Abs. 3
BayHSchPG). Nähere Informationen finden Sie unter www.uni-bayreuth.de
(Universität / Stellenangebote).
Die Universität Bayreuth strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in
Forschung und Lehre an und bittet deshalb Wissenschaftlerinnen nachdrücklich um ihre Bewerbung. Die Universität Bayreuth wurde im Jahre
2013 von der Hertie-Stiftung als familiengerechte Hochschule reauditiert.
Schwerbehinderte werden bei im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt
eingestellt.
Bewerbungen mit Lebenslauf, wissenschaftlichem Werdegang, Zeugnissen,
Urkunden, Schriftenverzeichnis, Darstellung der wissenschaftlichen Arbeitsgebiete und Verzeichnis der Lehrveranstaltungen werden in schriftlicher
oder bevorzugt in elektronischer Form (als PDF-Datei) bis zum 31. 1. 2014
an den Dekan der Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik, Prof. Dr.
Walter Zimmermann, Universität Bayreuth, 95440 Bayreuth, erbeten.
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist aus der
Fusion von Universität Karlsruhe und Forschungszentrum
Karlsruhe hervorgegangen. Damit entstand eine deutschlandweit einmalige Institution, in der die Missionen einer
Universität und eines Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft vereint sind. Mit 9.000 Mitarbeitern
zählt das KIT zu den weltweit größten Forschungs- und
Lehreinrichtungen.
In der Fakultät für Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik ist zum 1. Oktober 2014 eine
W3-Professur für
Technische Thermodynamik
mit Leitungsfunktion am Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik zu besetzen. Das Fachgebiet
Kälte- und Kryotechnik ist am Institut mit einer eigenen
Professur (W3) vertreten.
Gesucht wird eine Persönlichkeit, die durch herausragende
wissenschaftliche Qualifikation auf dem Gebiet der Technischen Thermodynamik ausgewiesen ist und über eine
exzellente Befähigung für die Lehre verfügt.
Voraussetzung für die Berufung ist eine Habilitation oder
eine gleichwertige wissenschaftliche Leistung, die auch
außerhalb einer Hochschule erbracht worden sein kann.
Erwünscht sind Erfahrungen und richtungweisende
Forschungsbeiträge in Themengebieten wie Stoffdaten
komplexer, mehrphasiger Systeme und/oder thermische
Energie- und Prozesstechnik. Die Fortführung und die
Weiterentwicklung des Forschungsschwerpunktes Keimbildungsphänomene und spontane Phasenübergänge
werden erwartet. Es besteht die Möglichkeit, in den am
KIT vertretenen Forschungsprogrammen der HelmholtzGemeinschaft mitzuwirken.
Erwartet werden auch Engagement in der akademischen
Selbstverwaltung sowie die Bereitschaft zur Mitgestaltung von Verbundforschungsvorhaben der Fakultät und
des KIT.
Zu den Lehraufgaben gehört insbesondere die Übernahme
der Pflichtveranstaltungen Technische Thermodynamik
I und II für die Bachelor-Studiengänge sowie Chemische
Thermodynamik für die Master-Studiengänge der Fakultät.
Darüber hinaus ist die Beteiligung an weiteren Lehrveranstaltungen des Instituts erwünscht.
Das KIT strebt die Erhöhung des Anteils an Professorinnen
an und begrüßt deshalb die Bewerbung von Frauen.
Schwerbehinderte Bewerber/-innen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.
STELLENAUSSCHREIBUNG
PROFESSUR (W2)
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen in schriftlicher
und elektronischer Form unter Benennung der fünf
wichtigsten Publikationen sind bis zum 14. Februar 2014
zu richten an das Karlsruher Institut für Technologie
(KIT), Campus Süd, Dekan der Fakultät für Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik, Prof. Dr. Norbert
Willenbacher, Kaiserstr. 12 , D-76131 Karlsruhe, E-Mail:
dekanat@ciw.kit.edu.
KIT - Universität des Landes Baden-Württemberg und
nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft
„Robotik und MenschTechnik-Interaktion“
(Robotics and Man-Machine-Interaction)
Nähere Informationen unter:
www.tu-chemnitz.de/stellen
Forschung
& Lehre
Alles was die Wissenschaft bewegt
5FDIOJTDIF 6OJWFSTJUµU $IFNOJU[ t $IFNOJU[
Die nächsten
Anzeigenschlusstermine:
Ausgabe 2/2014
22. Januar 2014
Ausgabe 3/2014
19. Februar 2014
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AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
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Die 1997 gegründete Wilhelm Büchner Hochschule ist heute mit über 5000 Studierenden Deutschlands größte private
Hochschule für Technik. In den Bereichen Informatik, Mechatronik, Maschinenbau, Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Elektro- und Informationstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Technologiemanagement bieten wir berufsbegleitende, interdisziplinäre Studiengänge an. Die in Pfungstadt bei Darmstadt ansässige Hochschule ist staatlich anerkannt,
gehört zur Klett Gruppe und ist führend auf dem Gebiet der innovativen Studienkonzepte im Fernstudium.
Vor dem Hintergrund unseres dynamischen Wachstums besetzen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt die nachfolgend ausgeschriebene Professur.
Ihr Verantwortungsbereich als Professorin/Professor an der Wilhelm Büchner Hochschule umfasst in erster Linie die
hervorragende Vertretung des jeweiligen Fachs in der Lehre, die Erstellung von Lehrmaterialien für das Fernstudium, die Durchführung der Prüfungsvorbereitung und die tutorielle Betreuung der Studierenden. Dabei beziehen Sie
Online-Veranstaltungen in Ihr Lehr-Repertoire mit ein. Ferner wirken Sie mit bei der Entwicklung und Akkreditierung
neuer Studiengänge, übernehmen Aufgaben im Studienbetrieb und in der angewandten Forschung.
Professur „Betriebswirtschaftslehre, insbes. Entrepreneurship“
(in Voll- oder Teilzeit)
Mit Ihrem abgeschlossenen Hochschulstudium und Ihrer Promotion in den Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften
nehmen Sie ein breites Aufgabenspektrum wahr. Der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit liegt in der Lehre der betriebswirtschaftlichen Grundlagenfächer für Studierende der Ingenieurwissenschaften und der Informatik, wie z. B. Projektmanagement, Prozessmanagement oder Qualitätsmanagement.
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, aus Ihrem bisherigen Wirkungsfeld zusätzliche Erfahrungen in unsere Master- und MBA-Studiengänge im Entrepreneurship in technologiebasierten Unternehmen einzubringen.
Allgemeine Anforderungen zur Professur:
Wir suchen das Gespräch mit Ihnen, wenn Sie einschlägige Industrieerfahrung in einem technologisch geprägten
Umfeld besitzen. Sie verfügen über eine ausgeprägte Serviceorientierung, die Arbeit mit Studierenden bereitet Ihnen
große Freude und den Einsatz moderner Hochschuldidaktik haben Sie idealerweise bereits praktiziert. Ebenso wichtig
ist uns Ihre Fähigkeit, Prozesse zu steuern und in Ihrem Verantwortungsbereich strukturiert und zielorientiert vorzugehen. Sie sind in der Lage, Lehrveranstaltungen in Englisch zu halten. Weiter erwarten wir ein hohes Maß an Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu interdisziplinärem Arbeiten.
Vorausgesetzt werden mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs. Wir erwarten die Bereitschaft zur Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule.
Wir bieten Ihnen eine Herausforderung mit anspruchsvollen und abwechslungsreichen Aufgaben in einer innovativen
Hochschule, eine leistungsorientierte und attraktive Vergütung, ansprechende Möglichkeiten der Weiterentwicklung
und überzeugende soziale Leistungen.
Interessiert?
Dann möchten wir Sie gerne kennenlernen. Bitte senden Sie Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen, möglichst in
elektronischer Form, bis zum 15.02.2014 unter Angabe des nächstmöglichen Einstellungstermins an:
Präsident der Wilhelm Büchner Hochschule
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Deicke
0TUFOETUSB•Ft1GVOHTUBEUCFJ%BSNTUBEU
Praesident@wb-fernstudium.de
www.wb-fernstudium.de
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Forschung & Lehre
AKADEMISCHER STELLENMARKT
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Die 1997 gegründete Wilhelm Büchner Hochschule ist heute mit über 5000 Studierenden Deutschlands größte private
Hochschule für Technik. In den Bereichen Informatik, Mechatronik, Maschinenbau, Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Elektro- und Informationstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Technologiemanagement bieten wir berufsbegleitende, interdisziplinäre Studiengänge an. Die in Pfungstadt bei Darmstadt ansässige Hochschule ist staatlich anerkannt,
gehört zur Klett Gruppe und ist führend auf dem Gebiet der innovativen Studienkonzepte im Fernstudium.
Vor dem Hintergrund unseres dynamischen Wachstums besetzen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt die nachfolgend ausgeschriebene Professur.
Ihr Verantwortungsbereich als Professorin/Professor an der Wilhelm Büchner Hochschule umfasst in erster Linie die
hervorragende Vertretung des jeweiligen Fachs in der Lehre, die Erstellung von Lehrmaterialien für das Fernstudium, die Durchführung der Prüfungsvorbereitung und die tutorielle Betreuung der Studierenden. Dabei beziehen Sie
Online-Veranstaltungen in Ihr Lehr-Repertoire mit ein. Ferner wirken Sie mit bei der Entwicklung und Akkreditierung
neuer Studiengänge, übernehmen Aufgaben im Studienbetrieb und in der angewandten Forschung.
Professur „Energiewirtschaft und -technik“ (in Voll- oder Teilzeit)
Mit Ihrem abgeschlossenen Hochschulstudium und Ihrer Promotion in den Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften
nehmen Sie ein breites Aufgabenspektrum wahr. Ein Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit liegt in Abhängigkeit von Ihrem Profil
in der Lehre der energiewirtschaftlichen und/oder energietechnischen Grundlagenfächer für Studierende der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, wie z. B. Energiehandel und Marketing, Energiewirtschaftspolitik oder Energietechnik.
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, aus Ihrem bisherigen Wirkungsfeld zusätzliche Erfahrungen in unsere Master- und MBA-Studiengänge im Bereich Energiewirtschaft und -technik einzubringen.
Allgemeine Anforderungen zur Professur:
Wir suchen das Gespräch mit Ihnen, wenn Sie einschlägige Industrieerfahrung in einem technologisch geprägten
Umfeld besitzen. Sie verfügen über eine ausgeprägte Serviceorientierung, die Arbeit mit Studierenden bereitet Ihnen
große Freude und den Einsatz moderner Hochschuldidaktik haben Sie idealerweise bereits praktiziert. Ebenso wichtig
ist uns Ihre Fähigkeit, Prozesse zu steuern und in Ihrem Verantwortungsbereich strukturiert und zielorientiert vorzugehen. Sie sind in der Lage, Lehrveranstaltungen in Englisch zu halten. Weiter erwarten wir ein hohes Maß an Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu interdisziplinärem Arbeiten.
Vorausgesetzt werden mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs. Wir erwarten die Bereitschaft zur Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule.
Wir bieten Ihnen eine Herausforderung mit anspruchsvollen und abwechslungsreichen Aufgaben in einer innovativen
Hochschule, eine leistungsorientierte und attraktive Vergütung, ansprechende Möglichkeiten der Weiterentwicklung
und überzeugende soziale Leistungen.
Interessiert?
Dann möchten wir Sie gerne kennenlernen. Bitte senden Sie Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen, möglichst in
elektronischer Form, bis zum 15.02.2014 unter Angabe des nächstmöglichen Einstellungstermins an:
Präsident der Wilhelm Büchner Hochschule
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Deicke
0TUFOETUSB•Ft1GVOHTUBEUCFJ%BSNTUBEU
Praesident@wb-fernstudium.de
www.wb-fernstudium.de
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AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
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Die 1997 gegründete Wilhelm Büchner Hochschule ist heute mit über 5000 Studierenden Deutschlands größte private
Hochschule für Technik. In den Bereichen Informatik, Mechatronik, Maschinenbau, Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Elektro- und Informationstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Technologiemanagement bieten wir berufsbegleitende, interdisziplinäre Studiengänge an. Die in Pfungstadt bei Darmstadt ansässige Hochschule ist staatlich anerkannt,
gehört zur Klett Gruppe und ist führend auf dem Gebiet der innovativen Studienkonzepte im Fernstudium.
Vor dem Hintergrund unseres dynamischen Wachstums besetzen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt die nachfolgend ausgeschriebene Professur.
Ihr Verantwortungsbereich als Professorin/Professor an der Wilhelm Büchner Hochschule umfasst in erster Linie die
hervorragende Vertretung des jeweiligen Fachs in der Lehre, die Erstellung von Lehrmaterialien für das Fernstudium, die Durchführung der Prüfungsvorbereitung und die tutorielle Betreuung der Studierenden. Dabei beziehen Sie
Online-Veranstaltungen in Ihr Lehr-Repertoire mit ein. Ferner wirken Sie mit bei der Entwicklung und Akkreditierung
neuer Studiengänge, übernehmen Aufgaben im Studienbetrieb und in der angewandten Forschung.
Professur „Mechatronik“ (in Vollzeit)
Mit Ihrem abgeschlossenen Hochschulstudium und Ihrer Promotion in Mechatronik, Maschinenbau, Elektrotechnik
oder einer vergleichbaren Studienrichtung nehmen Sie ein breites Aufgabenspektrum wahr. Der Schwerpunkt Ihrer
Tätigkeit liegt in der Lehre und Betreuung von Modulen in den Studiengängen Mechatronik, Maschinenbau und
Elektro- und Informationstechnik. Idealerweise haben Sie langjährige Industrieerfahrung mit elektromechanischen
Systemen, z. B. in der Automobiltechnik, der Antriebstechnik oder der Fabrikautomation und verfügen über fundierte
Kenntnisse in der Automatisierungs-, Steuerungs- und Regelungstechnik.
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, aus Ihrem bisherigen Wirkungsfeld zusätzliche Erfahrungen in unsere
Master-Studiengänge einzubringen.
Allgemeine Anforderungen zur Professur:
Wir suchen das Gespräch mit Ihnen, wenn Sie einschlägige Industrieerfahrung in einem technologisch geprägten
Umfeld besitzen. Sie verfügen über eine ausgeprägte Serviceorientierung, die Arbeit mit Studierenden bereitet Ihnen
große Freude und den Einsatz moderner Hochschuldidaktik haben Sie idealerweise bereits praktiziert. Ebenso wichtig
ist uns Ihre Fähigkeit, Prozesse zu steuern und in Ihrem Verantwortungsbereich strukturiert und zielorientiert vorzugehen. Sie sind in der Lage, Lehrveranstaltungen in Englisch zu halten. Weiter erwarten wir ein hohes Maß an Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu interdisziplinärem Arbeiten.
Vorausgesetzt werden mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs. Wir erwarten die Bereitschaft zur Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule.
Wir bieten Ihnen eine Herausforderung mit anspruchsvollen und abwechslungsreichen Aufgaben in einer innovativen
Hochschule, eine leistungsorientierte und attraktive Vergütung, ansprechende Möglichkeiten der Weiterentwicklung
und überzeugende soziale Leistungen.
Interessiert?
Dann möchten wir Sie gerne kennenlernen. Bitte senden Sie Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen, möglichst in
elektronischer Form, bis zum 15.02.2014 unter Angabe des nächstmöglichen Einstellungstermins an:
Präsident der Wilhelm Büchner Hochschule
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Deicke
0TUFOETUSB•Ft1GVOHTUBEUCFJ%BSNTUBEU
Praesident@wb-fernstudium.de
www.wb-fernstudium.de
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Forschung & Lehre
AKADEMISCHER STELLENMARKT
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Die 1997 gegründete Wilhelm Büchner Hochschule ist heute mit über 5000 Studierenden Deutschlands größte private
Hochschule für Technik. In den Bereichen Informatik, Mechatronik, Maschinenbau, Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Elektro- und Informationstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Technologiemanagement bieten wir berufsbegleitende, interdisziplinäre Studiengänge an. Die in Pfungstadt bei Darmstadt ansässige Hochschule ist staatlich anerkannt,
gehört zur Klett Gruppe und ist führend auf dem Gebiet der innovativen Studienkonzepte im Fernstudium.
Vor dem Hintergrund unseres dynamischen Wachstums besetzen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt die nachfolgend ausgeschriebene Professur.
Ihr Verantwortungsbereich als Professorin/Professor an der Wilhelm Büchner Hochschule umfasst in erster Linie die
hervorragende Vertretung des jeweiligen Fachs in der Lehre, die Erstellung von Lehrmaterialien für das Fernstudium, die Durchführung der Prüfungsvorbereitung und die tutorielle Betreuung der Studierenden. Dabei beziehen Sie
Online-Veranstaltungen in Ihr Lehr-Repertoire mit ein. Ferner wirken Sie mit bei der Entwicklung und Akkreditierung
neuer Studiengänge, übernehmen Aufgaben im Studienbetrieb und in der angewandten Forschung.
Professur „Verfahrenstechnik“ (in Vollzeit)
Mit Ihrem abgeschlossenen Hochschulstudium und Ihrer Promotion in Verfahrenstechnik oder einer vergleichbaren
Studienrichtung nehmen Sie ein breites Aufgabenspektrum wahr. Der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit liegt in der Lehre
der verfahrenstechnischen Grundlagen-, Kern- und Vertiefungsfächer für Studierende der Verfahrenstechnik, wie z. B.
thermische, mechanische und Bio-Verfahrenstechnik oder Apparate- und Anlagentechnik.
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, aus Ihrem bisherigen Wirkungsfeld zusätzliche Erfahrungen in unsere
Master-Studiengänge einzubringen.
Allgemeine Anforderungen zur Professur:
Wir suchen das Gespräch mit Ihnen, wenn Sie einschlägige Industrieerfahrung in einem technologisch geprägten
Umfeld besitzen. Sie verfügen über eine ausgeprägte Serviceorientierung, die Arbeit mit Studierenden bereitet Ihnen
große Freude und den Einsatz moderner Hochschuldidaktik haben Sie idealerweise bereits praktiziert. Ebenso wichtig
ist uns Ihre Fähigkeit, Prozesse zu steuern und in Ihrem Verantwortungsbereich strukturiert und zielorientiert vorzugehen. Sie sind in der Lage, Lehrveranstaltungen in Englisch zu halten. Weiter erwarten wir ein hohes Maß an Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu interdisziplinärem Arbeiten.
Vorausgesetzt werden mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs. Wir erwarten die Bereitschaft zur Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule.
Wir bieten Ihnen eine Herausforderung mit anspruchsvollen und abwechslungsreichen Aufgaben in einer innovativen
Hochschule, eine leistungsorientierte und attraktive Vergütung, ansprechende Möglichkeiten der Weiterentwicklung
und überzeugende soziale Leistungen.
Interessiert?
Dann möchten wir Sie gerne kennenlernen. Bitte senden Sie Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen, möglichst in
elektronischer Form, bis zum 15.02.2014 unter Angabe des nächstmöglichen Einstellungstermins an:
Präsident der Wilhelm Büchner Hochschule
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Deicke
0TUFOETUSB•Ft1GVOHTUBEUCFJ%BSNTUBEU
Praesident@wb-fernstudium.de
www.wb-fernstudium.de
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AKADEMISCHER STELLENMARKT
Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
e.V. (HZDR) ist eine Forschungseinrichtung
mit über 800 Mitarbeitern und Mitglied der
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF). Seine fachübergreifenden wissenschaftlichen Schwerpunkte
liegen in den Bereichen Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Energie und
Gesundheit. Die Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit innerhalb
der HGF sowie mit Hochschulen, außeruniversitären Instituten und
GHU ,QGXVWULH GXUFKJHIKUW 'HWDLOOLHUWH ,QIRUPDWLRQHQ ¿QGHQ 6LH XQWHU
http://www.hzdr.de.
Das HZDR betreibt gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg das
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie.
An der TU Bergakademie Freiberg, Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine
Professur (W3)
für Aufbereitungstechnik
verbunden mit der Stelle eines/einer
Abteilungsleiters/-in für Aufbereitungstechnik am
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie
zu besetzen.
Einstellungsvoraussetzungen gemäß § 58 SächsHSG (Sächsisches
Hochschulgesetz) sind ein einschlägiges abgeschlossenes Hochschulstudium, pädagogische Eignung, Promotion und Habilitation bzw. habilitationsgleiche Leistungen.
Gesucht wird eine international herausragende Forscherpersönlichkeit
mit ausgewiesener Expertise im Bereich der Mineralaufbereitung metallhaltiger Erze. Die zukünftigen Forschungsarbeiten sollen Schwerpunkte in
den Arbeitsgebieten Grob- und Feinzerkleinerung, Klassierung, Sortierung
sowie insbesondere der Flotation mineralischer Rohstoffe aufweisen.
Ziel ist es, eine enge Kooperation entlang der Wertschöpfungskette im
Rahmen des Helmholtz-Instituts zu etablieren. Ebenso wird eine gute
Vernetzung mit den fachlich nahestehenden Professuren der TU Bergakademie (Bohrtechnik, Aufbereitungsmaschinen, Mechanische Verfahrenstechnik sowie Thermische Verfahrenstechnik) gewünscht.
Erfahrung und Bereitschaft zur interdisziplinären Kooperation entlang
der gesamten Wertschöpfungskette der Ressourcentechnologie sind
unabdingbar. Die Befähigung, Lehrveranstaltungen auch in englischer
Sprache durchzuführen, wird vorausgesetzt.
Neben exzellenten Leistungen bei Publikationen und Drittmitteleinwerbungen sind einschlägige Erfahrungen mit internationalen Kooperationen, u. a. auch mit Partnern aus der Wirtschaft, sowie im Management
erforderlich. Engagement in der Lehre sowie in der akademischen
Selbstverwaltung wird vorausgesetzt.
Der/Die Bewerber/-in muss die allgemeinen Berufungsvoraussetzungen
für Professoren gemäß § 58 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes vom 10.12.2008 i. d. j. g. F. (Sächs. Gesetz- und Verordnungsblatt
Nr. 19 vom 24.12.2008) in der jeweils geltenden Fassung erfüllen.
Die TU Bergakademie Freiberg und das Helmholtz-Zentrum DresdenRossendorf streben einen höheren Anteil von Frauen in Wissenschaft und
/HKUH DQ 4XDOL¿]LHUWH :LVVHQVFKDIWOHULQQHQ VLQG GHVKDOE DXVGUFNOLFK
aufgefordert, sich zu bewerben. Schwerbehinderte werden bei gleicher
Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Die Universität leistet aktive Unterstützung bei der Bereitstellung von
Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie bei der Vermittlung von angemessenen Arbeitsstellen in der Region für Lebenspartner/Lebenspartnerin resp. Ehepartner/Ehepartnerin. Die TU Bergakademie Freiberg
vertritt ein Lehr- und Forschungskonzept, bei dem die Verlegung des
Lebensmittelpunktes nach bzw. in die Nähe von Freiberg erwartet wird.
Die Bewerbungsunterlagen werden den zuständigen Gremien der TU
Bergakademie Freiberg und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf zugänglich gemacht.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. R.
Sauerbrey, Wissenschaftlicher Direktor des HZDR, Tel. (0351) 2602744, -2625, Fax: (0351) 260-2700, E-Mail: r.sauerbrey@hzdr.de oder
an den Dekan der Fakultät Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik, Herrn Prof. Dr. Alfons Ams, Tel. (03731) 39-3182, E-Mail:
alfons.ams@imfd.tu-freiberg.de.
Ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Zeugnissen, Veröffentlichungsliste,
Sonderdrucken der fünf wichtigsten Publikationen und einer kurzen
Darstellung der bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeit richten Sie bitte
in zweifacher Ausfertigung bis zum 31.03.2014 (es gilt der Poststempel
der ZPS der TU Bergakademie Freiberg) an das Dezernat für Personalangelegenheiten, 09596 Freiberg.
Forschung & Lehre
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist aus der
Fusion von Universität Karlsruhe und Forschungszentrum
Karlsruhe hervorgegangen. Damit entstand eine deutschlandweit einmalige Institution, in der die Mission einer
Universität und eines Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft vereint sind. Mit 9.000 Mitarbeitern
zählt das KIT zu den weltweit größten Forschungs- und
Lehreinrichtungen.
In der Fakultät für Bauingenieur-, Geo- und Umweltwissenschaften des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist
zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine
W3-Professur für Geochemie
und Lagerstättenkunde
zu besetzen. Die Professur ist zentraler Bestandteil des
Zukunftskonzeptes der Geowissenschaften am KIT.
Gestützt auf ein modernes analytisches Instrumentarium
betreibt die Professur international vernetzt prozessorientierte Forschung zu Geochemie und Lagerstättenkunde
mit angewandten Fragestellungen. Damit ergänzt die
Professur die bereits vorhandenen Disziplinen der Angewandten Geowissenschaften und Geoökologie am KIT in
idealer Weise. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit innerhalb des Instituts, der Fakultät und des KIT, die Beteiligung an und der Aufbau von Verbundprojekten sowie
eine Weiterentwicklung der Umweltgeochemie werden
erwartet. Erwünscht sind weiterhin eine Mitarbeit in den
KIT-Zentren bzw. Schwerpunkten wie „Klima und Umwelt“
und Beiträge zur Geo- und Wasserforschung am KIT. In
der Lehre ist die Professur im Wesentlichen in die beiden
konsekutiven BSc- und MSc-Studiengänge „Angewandte
Geowissenschaften“ und „Geoökologie“ eingebunden.
Aufgrund des zentralen Charakters der Professur innerhalb
der Geowissenschaften am KIT sollte der/die Kandidat/-in
international ausgewiesen sein, umfangreiche Erfahrung
in erfolgreicher Drittmittelakquise sowie entsprechende
didaktische Fähigkeiten nachweisen können - z. B. in Form
einer Habilitation oder einer gleichwertigen wissenschaftlichen Leistung.
Das KIT strebt die Erhöhung des Anteils von Professorinnen an und begrüßt deshalb die Bewerbung von Frauen.
Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden
bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Es gelten
die Einstellungsvoraussetzungen gemäß § 47 LHG.
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen in schriftlicher und elektronischer Form unter Benennung der
fünf wichtigsten Publikationen sind bis zum 09.02.2014
zu richten an: Karlsruher Institut für Technologie (KIT),
Dekan der Fakultät für Bauingenieur-, Geo- und Umweltwissenschaften, Prof. Dr.-Ing. Stefan Hinz, Kaiserstr. 12,
76131 Karlsruhe, E-Mail: dekanat@bgu.kit.edu.
Bezüglich der Detailinformationen empfehlen wir Ihnen,
sich an das Dekanat zu wenden.
Weitere Informationen finden Sie im Internet: www.kit.edu
KIT - Universität des Landes Baden-Württemberg und
nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft
Individualcoaching
für Berufungs- und Bleibeverhandlungen
„Das Coaching sowie die damit verbundenen
Ratschläge waren Gold wert!“
Weitere Informationen und Kontakt:
www.hochschulverband.de | detmer@hochschulverband.de
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Forschung & Lehre
AKADEMISCHER STELLENMARKT
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!EA #=GQHP¼P (KJOPNQGPEKJO -NK@QGPEKJO QJ@ #=DNVAQCPA?DJEG @AN 2JERANOEP¼P 0PQPPC=NP QJ@ @EA #N=QJDKBAN$AOAHHO?D=BP OQ?DAJ EJ AEJAI CAIAEJO=IAJ ANQBQJCORANB=DNAJ
In der Fakultät für Maschinenbau ist eine
Universitätsprofessur (BesGr. W3) für
„Bioverfahrenstechnik“
sofort zu besetzen. Das Institut für Bioverfahrenstechnik der TU Braunschweig
fungiert als Brückeninstitut zwischen Ingenieur- und Lebenswissenschaften, ist
ein Kerninstitut in den Forschungszentren für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ)
sowie für Systembiologie (BRICS) und betreibt Forschung und Lehre in der ingenieurbasierten Bioverfahrenstechnik mit Fokus auf die Bioreaktionstechnik. Die
Schwerpunkte zukünftiger Forschung sollen in den Bereichen
z
z
z
bioverfahrenstechnische Produktion pharmazeutisch aktiver Biomoleküle
Systembioingenieurwesen und
Industrielle Biotechnologie
liegen. Von der Stelleninhaberin oder dem Stelleninhaber werden die geschäftsführende Leitung eines größeren Instituts und Forschung auf den genannten
Schwerpunkten des Instituts erwartet. Dabei sollen die Themen der Bioverfahrenstechnik unter Nutzung bioprozesstechnischer und molekularbiologischer
Aspekte ganzheitlich aufgegriffen werden. In der Lehre sind vorrangig Lehrveranstaltungen für Studierende der Studiengänge Bioingenieurwesen, Biotechnologie,
Pharmaingenieurwesen und Maschinenbau/Energie- und Verfahrenstechnik abzudecken.
Gesucht wird eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler mit ausgewiesener
Kompetenz in Bioverfahrenstechnik aus Universität, Forschungseinrichtungen
oder Industrie. Vorausgesetzt wird die Fähigkeit zur engagierten Durchführung,
Koordination und Leitung interdisziplinärer Forschungsarbeiten und zur Akquisition von Drittmitteln sowie pädagogisches und didaktisches Geschick. Die Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit in Forschung und Lehre mit Arbeitsgruppen
der Fakultäten für Maschinenbau und für Lebenswissenschaften, insbesondere
innerhalb der Forschungszentren für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ) und für
Systembiologie (BRICS) sowie mit in Braunschweig und Umgebung ansässigen
Forschungseinrichtungen (vor allem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung
HZI sowie Fraunhofer Institut ITEM) wird erwartet. Die Einstellungsvoraussetzungen sind aus § 25 NHG zu entnehmen.
Die Technische Universität Braunschweig ist Mitgliedsuniversität der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH), der auch die zu besetzende Professur
zugeordnet ist. Von den Bewerberinnen und Bewerbern wird deshalb die Bereitschaft vorausgesetzt, an koordinierten interdisziplinären Programmen mitzuwirken
und sich in die Zusammenarbeit der technisch orientierten Universitäten in Niedersachsen, insbesondere im Rahmen der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH), in Forschung und Lehre einzubringen. Weitere Informationen zur
17+¿QGHQ6LHXQWHUKWWSZZZQWKRQOLQHRUJ
Die Technische Universität Braunschweig hat sich das strategische Ziel gesetzt,
den Anteil von Frauen deutlich zu erhöhen. Wissenschaftlerinnen werden deshalb nachdrücklich um ihre Bewerbung gebeten.
Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung
bevorzugt. Bewerbungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus
dem Ausland sind ausdrücklich erwünscht.
Bewerberinnen und Bewerber, die zum Zeitpunkt der Rufannahme das 50. Lebensjahr vollendet haben und nicht bereits im Beamtenverhältnis stehen, werden
grundsätzlich im Angestelltenverhältnis eingestellt.
Weitere Auskünfte erteilt der Vorsitzende der Berufungskommission, Herr Prof.
Dr.-Ing. Arno Kwade, Tel. +49 (0) 531 391 9610.
Schriftliche Bewerbungen (mit Lebenslauf, Veröffentlichungsliste, Liste der ein
geworbenen Drittmittel oder industriellen Projektverantwortlichkeiten und kurzer
Darstellung des Forschungs- und Lehrkonzepts)
richten Sie bitte bis zum 27.01.2014 an den Dekan
der Fakultät für Maschinenbau, Herr Prof. Dr.-Ing.
Thomas Vietor, Schleinitzstr. 20, 38106 Braunschweig.
eine Professorin/einen Professor
(W3) für Technologiemanagement
und Arbeitswissenschaft
(Nachfolge Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. Dieter Spath)
für die Leitung des Instituts für Arbeitswissenschaft und
Technologiemanagement der Universität Stuttgart
QJ@ EJ -ANOKJ=HQJEKJ
die Leiterin/den Leiter
des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft
und Organisation IAO
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78
AKADEMISCHER STELLENMARKT
Die Universität Siegen ist mit ca. 18.500 Studierenden, 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
davon ca. 1.100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, eine innovative und interdisziplinär
ausgerichtete Universität. Sie bietet mit einem breiten Fächerspektrum von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Wirtschaftswissenschaften bis zu den Natur- und Ingenieurwissenschaften
ein hervorragendes Lehr- und Forschungsumfeld mit zahlreichen inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten. Die Universität Siegen bietet vielfältige Möglichkeiten, Beruf und Familie zu verHLQEDUHQ 6LH LVW GHVZHJHQ VHLW DOV IDPLOLHQJHUHFKWH +RFKVFKXOH ]HUWL¿]LHUW XQG ELHWHW HLQHQ
Dual Career Service an.
An der Fakultät I - Philosophische Fakultät - ist am Medienwissenschaftlichen Seminar zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine
Universitätsprofessur auf Zeit
(Bes.-Gr. W2 ÜBesG NRW)
für „Science and Technology Studies“
für die Dauer von fünf Jahren zu besetzen.
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Kollegin/einen Kollegen, die/der fachlich in der Techniktheorie und Wissenschaftsgeschichte der
Medienwissenschaft und Geographie ausgewiesen ist. Die Bewerber/-innen sollen in der Lage sein,
die Medienwissenschaft in Lehre und Forschung in den medien- und literaturwissenschaftlichen
Studiengängen in ihrer gesamten Breite zu vertreten, insbesondere auf dem Gebiet der Technik- und
Wissenschaftssoziologie.
Die Einstellungsvoraussetzungen sind neben den allgemeinen dienstrechtlichen Voraussetzungen
ein abgeschlossenes Hochschulstudium, die besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, die
in der Regel durch die Qualität einer Promotion nachgewiesen wird, zusätzliche wissenschaftliche
Leistungen, die ausschließlich und umfassend im Berufungsverfahren bewertet werden, umfangreiche Lehrerfahrung und der Nachweis didaktischer Kompetenz. Die zusätzlichen wissenschaftlichen Leistungen werden im Rahmen einer Juniorprofessur, einer Habilitation oder einer Tätigkeit
als wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in an einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung oder im Rahmen einer sonstigen wissenschaftlichen Tätigkeit erbracht.
Vorausgesetzt werden:
z eine sehr gute Hochschulausbildung in Cultural Studies, Medien- und Kommunikationswissenschaft;
z eine internationale Ausrichtung (Vortrags- und Publikationstätigkeit in englischer Sprache,
internationale Forschungstätigkeit, Durchführung von internationalen Tagungen und Veranstaltungen im Bereich Science and Technology Studies);
z Forschungsaktivitäten im Kontext von Science and Technology Studies mit dem Arbeitsschwerpunkt in der Kultur- und Sozialgeographie;
z die Bereitschaft zur Mitarbeit im Graduiertenkolleg „Locating Media“ sowie
z Erfahrung in der Einwerbung von Drittmitteln.
Von der Stelleninhaberin/Vom Stelleninhaber wird erwartet, dass sie/er sich aktiv am Aufbau neuer
Forschungsverbünde beteiligt.
Die Universität Siegen strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an.
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Bewerbungen geeigneter Schwerbehinderter sind erwünscht.
Auskunft erteilt Herr apl. Professor Dr. Rainer Leschke unter Telefon 0271/740-2411 (leschke@
medienwissenschaft.uni-siegen.de).
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugniskopien, Verzeichnis der Schriften,
Darstellung der bisherigen Forschungs- und Lehrtätigkeit, Aufstellung der eingeworbenen Drittmittel)
richten Sie bitte bis zum 12.02.2014 unter dem Stichwort „W2 Science and Technology“ an
das Dekanat der Philosophischen Fakultät, Universität Siegen, Adolf-Reichwein-Straße 2,
57068 Siegen.
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Forschung & Lehre
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Universitätsprofessur (W 3)
für Angewandte Mathematik
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Einstellungsvoraussetzungen:‡%FW>MJJFMW,+2;MRHIV*EWWYRK
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6MGLXIR7MIFMXXI-LVI&I[IVFYRKFMW^YQ14.02.2014YRXIV%RKEFIHIVKennziffer 1762ERHIR
Leiter des Instituts für Mathematik
Prof. Dr. Torsten Wedhorn
Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
[[[YTFHI
„Mit dem strategischen Aufbauprozess
unseres Fundraisings, den wir gemeinsam
mit DHV-Funds-Consult entwickelt haben,
konnten wir unser Fundraising erfolgreich
weiter entwickeln. Und zudem macht es
auch noch Spaß, Netzwerke auf- und
auszubauen!“
Prof. Dr. Beate Schücking
Rektorin der Universität Leipzig
DHV-Funds-Consult
www.dhv-funds-consult.de
1|14
1|14
Forschung & Lehre
Am Hausdorff Center for Mathematics, eines im Rahmen der deutschen
Exzellenzinitiative geförderten Exzellenzclusters, der reine Mathematik, angewandte Mathematik und mathematische Ökonomie an der Universität Bonn
vereint, ist ein
Hausdorff Chair
als W3-Professur auf Lebenszeit zu besetzen.
Wir suchen eine international herausragende Forscherpersönlichkeit, deren
Arbeitsgebiet in das breite Spektrum des Exzellenzclusters fällt. Je nach wissenschaftlicher Ausrichtung der Kandidatin/des Kandidaten erfolgt die Zuordnung zur Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät oder zur Rechtsund Staatswissenschaftlichen Fakultät. Deutsche Sprachkenntnisse werden
nicht vorausgesetzt.
Die Einstellungsvoraussetzungen richten sich nach § 36 HG (NRW).
Chancengleichheit ist Bestandteil unserer Personalpolitik. Schwerbehinderte
werden bei gleicher Eignung bevorzugt.
Bewerbungen werden erbeten bis 24. Januar 2014. Die Berufungskommission
behält sich vor, auch über diesen Termin hinaus Bewerbungen zu berücksichtigen.
Bewerbungen sind zu richten an die gemeinsame Berufungskommission der
beteiligten Fakultäten: Berufungskommission „Senior Search Committee“,
z. Hd. Prof. Dr. Karl-Theodor Sturm, Endenicher Allee 60, D-53115 Bonn
VERWALTUNG
MANAGEMENT
FACHKRÄFTE
In der Nachfolge des derzeitigen Amtsinhabers ist die Stelle
der/des
Präsidentin/Präsidenten
der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum 1. Januar 2015
zu besetzen.
Die Goethe-Universität ist eine auch im internationalen Maßstab
lehr- und forschungsstarke Universität in der weltoffenen Metropolregion Rhein-Main. Vor 100 Jahren von Frankfurter Bürgern
gegründet, hat sie 2008 mit der Rückkehr zur Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Autonomie erlangt. Mit über 45.000
Studierenden und einem breiten Fächerspektrum ist die GoetheUniversität eine der größten Universitäten Deutschlands.
Gesucht wird eine wissenschaftlich hervorragend ausgewiesene
Persönlichkeit mit Leitungserfahrung, strategischem Gestaltungswillen, kommunikativer Überzeugungskraft nach innen und
nach außen, Organisationskompetenz und Vertrautheit mit internationalen und wissenschaftspolitischen Themen.
79
AKADEMISCHER STELLENMARKT
An der Universität zu Lübeck ist zum 1. August 2014 die Stelle der/des
Präsidentin/Präsidenten
neu zu besetzen, da der Amtsinhaber, Prof. Dr. med. Peter Dominiak, in den
Ruhestand treten wird.
Die Universität zu Lübeck ist eine Life Science Universität mit ausgeprägtem
Profil an den Schnittstellen von Medizin, Naturwissenschaften und Informatik/Technik. Sie ist erfolgreich an nationalen und internationalen Großforschungsvorhaben beteiligt und nimmt in den Rankings des Centrums für
Hochschulentwicklung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft regelmäßig gute bis Spitzenplätze ein. Die Universität gehört zu den Trägern des
Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und soll zum 1. Januar
2015 in eine Stiftung des öffentlichen Rechts umgewandelt werden.
Wissenschaftliche Schwerpunkte der Universität sind „Gehirn, Hormone und
Verhalten“, „Entzündung und Infektion“ sowie „Biomedizintechnik“. Zusammen mit der Fachhochschule Lübeck, den Fraunhofer-Instituten für „Marine
Biotechnologie“ und „Bildgestützte Medizin MEVIS“, dem Leibniz-Institut
Borstel sowie renommierten Medizintechnik-Unternehmen betreibt die
Universität den Wissenschaftscampus „BioMedTec“.
Zur Präsidentin oder zum Präsidenten kann bestellt werden, wer eine abgeschlossene Hochschulausbildung und aufgrund einer mehrjährigen verantwortlichen beruflichen Tätigkeit, insbesondere in Wissenschaft, Wirtschaft,
Verwaltung oder Rechtspflege, erwarten lässt, dass sie oder er den Aufgaben des Amtes gewachsen ist.
Erwünscht sind:
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Forschung, Lehre und Drittmitteleinwerbung
t &OHBHFNFOUJN'VOESBJTJOH
t ,PNNVOJLBUJPOT VOE 5FBNGÊIJHLFJU TPXJF &SGBISVOHFO JN 8JTTFOschaftsmanagement und in der Führung einer großen und komplexen
Organisation
t FJOCFTPOEFSFT*OUFSFTTFBOEFOXJTTFOTDIBGUMJDIFO4DIXFSQVOLUFOEFS
Universität
Die Präsidentin oder der Präsident wird vom Senat gewählt und vom Ministerium bestellt. Zur Vorbereitung der Wahl haben Hochschulrat und Senat
eine Findungskommission eingerichtet.
Die Amtszeit beträgt sechs Jahre, Wiederwahl ist möglich. Die Präsidentin
oder der Präsident wird in ein Beamtenverhältnis auf Zeit oder in ein befristetes privatrechtliches Dienstverhältnis berufen. Das Präsidentenamt ist der
Besoldungsgruppe W 3 zugeordnet. Darüber hinaus werden FunktionsLeistungsbezüge gewährt, die der Bedeutung des Amts entsprechen und
die bisherigen Erfahrungen der Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigen.
Die Universität zu Lübeck ist bestrebt, den Anteil von Frauen in gehobenen
Positionen zu erhöhen und fordert deshalb entsprechend qualifizierte
Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Sie werden bei gleichwertiger
Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt.
Die Universität zu Lübeck setzt sich für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ein. Daher werden schwerbehinderte Bewerberinnen und
Bewerber bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Die Aufgaben und die dienstrechtliche Stellung der Präsidentin oder des Präsidenten sind in dem Gesetz über die Hochschulen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein vom 28. Februar 2007 geregelt.
Schriftliche Bewerbungen mit aussagefähigen Unterlagen werden bis zum
31. Januar 2014 (Posteingang) erbeten an den
Vorsitzenden der Findungskommission
Herrn Prof. Dr. Hohagen – persönlich –
3BU[FCVSHFS"MMFFt-àCFDL
Die Präsidentin/Der Präsident wird auf Vorschlag des Hochschulrates vom erweiterten Senat gewählt. Die Amtszeit beträgt sechs
Jahre, Wiederwahl ist zulässig.
Die Goethe-Universität realisiert Chancengleichheit und baut
auf Diversität. Sie strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen
in leitenden Positionen an und bittet Frauen nachdrücklich um
ihre Bewerbung. Schwerbehinderte werden bei gleicher QualiÚNDWLRQ XQG (LJQXQJ EHYRU]XJW EHUÕFNVLFKWLJW
Bewerbungen sind bis zum 3. Februar 2014 an den Vorsitzenden des Hochschulrats der Goethe-Universität, Herrn Dr.
Rolf-E. Breuer, persönlich/vertraulich, Campus Westend
PA, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main erbeten,
der auch gerne weitere Auskünfte erteilt (E-Mail: rolf-e.breuer@
db.com, Tel.: 069/910-33012).
Forschung
& Lehre
Alles was die Wissenschaft bewegt
Die nächsten
Erscheinungstermine:
Ausgabe 2/2014
31. Januar 2014
Ausgabe 3/2014
28. Februar 2014
80
AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
1|14
An der Pädagogischen Hochschule Freiburg ist zum 1. April 2015 die Stelle
der Kanzlerin/des Kanzlers
Die bundesunmittelbare
(Bes.-Gr. W 3 mit Zulagen)
(Kennziffer 173/13)
Max Weber Stiftung
Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland
sucht für die Leitung ihres
Deutschen Historischen Instituts in Washington
zum 1. Oktober 2015 eine/n neue/n
Direktorin/Direktor
Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Einmalige Wiederbestellung ist möglich.
Die Position wird bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen
analog Besoldungsgruppe W 3 Bundesbesoldungsgesetz zzgl. Auslandszulage vergütet.
Aufgabe des Instituts ist die wissenschaftliche Erforschung der nordamerikanischen und deutschen Geschichte in ihren transnationalen
und vergleichenden Bezügen. Das Institut fördert die Zusammenarbeit
mit der amerikanischen Geschichtswissenschaft u. a. durch gemeinsame Forschungsvorhaben, Konferenzen, Publikationen und die Vergabe
von Stipendien.
Die Direktorin/der Direktor leitet und repräsentiert das Institut.
Einstellungsvoraussetzungen sind:
hohe wissenschaftliche Qualifikation im Aufgabenbereich
des Instituts
profunde Nordamerikakenntnisse und wissenschaftliche
Beziehungen zum Gastland
Organisations-, Führungs- und Teamfähigkeit
Erfahrung in der Einwerbung und Leitung von drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten
Die Max Weber Stiftung strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen in
Leitungsfunktionen an und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden nach Maßgabe des
Bundesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt.
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Schriftenverzeichnis mit Kennzeichnung fünf besonders aussagekräftiger Publikationen) sowie eine ca. fünfseitige Darstellung der anvisierten Institutskonzeption sind, in Papierform und per E-Mail, bis zum 31.01.2014
(Poststempel) zu richten an:
Max Weber Stiftung
z. Hd. des Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats
des DHI Washington
Kennwort: Bewerbung
Rheinallee 6
53173 Bonn
bewerbung@maxweberstiftung.de
als hauptamtliches Vorstandsmitglied für den Bereich der Wirtschafts- und Personalverwaltung zu besetzen.
Die Pädagogische Hochschule Freiburg ist eine bildungswissenschaftliche Hochschule mit Universitätsrang. An ihr werden 5.100 Studierende in den Studiengängen
für das Lehramt an Grundschulen, Werkrealschulen, Hauptschulen und Realschulen sowie in bildungswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen ausgebildet.
Gesucht wird eine führungsstarke Persönlichkeit mit Leitungserfahrung, die sich
durch ein hohes Maß an Führungskompetenz, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit sowie Verhandlungsgeschick auszeichnet und dazu beiträgt, die Pädagogische Hochschule Freiburg im Zusammenwirken mit dem Rektoratskollegium
und den Selbstverwaltungsgremien voranzubringen und im nationalen sowie internationalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich bestehen zu lassen. Vertrautheit mit
Hochschulstrukturen, modernen Methoden der Betriebswirtschaft und des Personalmanagements sind erforderlich. Erwartet werden zudem Sensibilität in genderspezi¿VFKHQ %HODQJHQ VRZLH GLH .RPSHWHQ] XQG %HUHLWVFKDIW GDV $PW LQVJHVDPW LP
Sinne der von der Hochschule verfolgten Gleichstellungsziele auszuüben.
Die Kanzlerin/Der Kanzler ist als Mitglied des kollegialen Rektorats der Hochschule
für den Bereich der Wirtschafts- und Personalverwaltung verantwortlich.
Die Kanzlerin/Der Kanzler wird vom Hochschulrat gewählt. Die Wahl bedarf der
Bestätigung durch den Senat der Hochschule. Die Amtszeit beträgt 6-8 Jahre. Eine
Wiederwahl ist möglich.
Die Kanzlerin/Der Kanzler muss nach § 17 Abs. 6 Landeshochschulgesetz die Befähigung zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsdienst oder einen anderen
Hochschulabschluss haben. Grundlage sollte eine mehrjährige leitende Tätigkeit,
insbesondere in der Personal- und Wirtschaftsverwaltung sein. Die Bewerberin/
'HU %HZHUEHU VROOWH GHQ $XIJDEHQEHUHLFK NUHDWLY XQG HI¿]LHQW JHVWDOWHQ N|QQHQ
Die Pädagogische Hochschule Freiburg strebt eine Erhöhung des Frauenanteils in
/HLWXQJVSRVLWLRQHQ DQ XQG ELWWHW HQWVSUHFKHQG TXDOL¿]LHUWH )UDXHQ QDFKGUFNOLFK
um ihre Bewerbung.
Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Der amtierende Kanzler stellt sich zur Wiederwahl.
Bewerbungsunterlagen werden unter Angabe der Kennziffer 173/13 bis zum
20.01.2014 an die Vorsitzende des Hochschulrats der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Frau Anne-Kathrin Deutrich, Kunzenweg 21, 79117 Freiburg,
erbeten.
leadersinscience
d i e d h v - p e r s o n a l b e r at u n g
Ihre Ansprechpartner:
Dr. Ulrich Josten
Anne Schermer, M.A.
Tel 0228/90266-34 oder 61
E-Mail: lis@leaders-in-science.de
www.leaders-in-science.de
Die richtigen Kandidaten finden.
Beim ersten Versuch.
Leaders In Science – Die DHV-Personalberatung
unterstützt wissenschaftliche Einrichtungen bei der Gewinnung hochqualifizierten Führungspersonals.
Spezialisierung auf den akademischen Bereich, weitreichende Vernetzung in Wissenschaft und
Wirtschaft, themen- und branchenbezogene Beraterexpertise: Auf Augenhöhe.
1|14
AKADEMISCHER STELLENMARKT
Forschung & Lehre
81
WISSENSCHAFTLICHE MITARBEITER
POSTDOKTORANDEN
DOKTORANDEN
Mit über 7.000 Beschäftigten in Forschung, Lehre und
Verwaltung und ihrem einzigartigen Profil gestaltet die
Technische Universität Dortmund Zukunftsperspektiven:
Das Zusammenspiel von Ingenieur- und Naturwissenschaften, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften treibt
technologische Innovationen ebenso voran wie Erkenntnisund Methodenfortschritt, von dem nicht nur die mehr
als 31.000 Studierenden profitieren.
Am Institut für Organische Chemie der Universität Stuttgart
ist zum 01.05.2014 die Vollzeitstelle eines/einer
Wissenschaftlichen Mitarbeiters/
Wissenschaftlichen Mitarbeiterin
An der Technischen Universität Dortmund ist in der Fakultät
für Informatik zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle
einer/eines
zu besetzen. Die Stelle ist unbefristet und die Eingruppierung
erfolgt in Entgeltgruppe 13 TV-L bzw. Besoldungsgruppe A13
BBesO.
wissenschaftlich Beschäftigten
befristet auf zunächst 2 Jahre zu besetzen. Die Möglichkeit zur Verlängerung ist angestrebt.
Das Aufgabengebiet umfasst die aktive Beteiligung an Lehre,
Forschung und universitärer Selbstverwaltung. Insbesondere wird die Fähigkeit zur Leitung von wissenschaftlichen
und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern, Eigeninitiative
und Kenntnisse im Werkstattbereich sowie Erfahrungen auf
dem Gebiet Sanierungs-/Umbauplanung erwartet. Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Durchführung von
Forschungsprojekten und der Habilitation.
Die Entgeltzahlung erfolgt entsprechend den tarifrechtlichen Regelungen nach Entgeltgruppe 13 TV-L bzw. ggf. nach dem Übergangsrecht
(TVÜ-L). Es handelt sich hierbei um eine Ganztagsstelle. Die Stelle ist
grundsätzlich auch für Teilzeitkräfte geeignet. Die Möglichkeit zur
wissenschaftlichen Qualifikation ist gegeben.
Einstellungsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit Promotion in Chemie.
Über uns:
Die Arbeitsgruppe forscht im Bereich des Software-Engineering an
der modellgestützten Entwicklung
von sicherer Software. Dabei werden in innovativen Drittmittelprojekten und in enger Kooperation mit
dem Fraunhofer ISST insbesondere
Sicherheitsaspekte aktueller Technologien wie Cloud-Computing betrachtet.
Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte
an die Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Organische Chemie, Frau Prof. Sabine Laschat, Pfaffenwaldring 55,
70569 Stuttgart, Tel. 0711/685 64565, E-Mail: sabine.laschat@
oc.uni-stuttgart.de. Die Bewerbungsfrist endet am 15.02.2014.
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Anforderungsprofil:
• abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium in den
Fachrichtungen Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik
oder Vergleichbares
• überdurchschnittliche Studienleistungen
• Kenntnisse in modelbasierter
Softwareentwicklung mit Ansätzen wie UML oder BPMN
• Bereitschaft, sich mit neuen
Methoden und Technologien auseinanderzusetzen
• gutes Englisch und Deutsch in
Wort und Schrift
• eigenständiges Arbeiten, Teamfähigkeit, Flexibilität, Engagement,
Sorgfalt
Vorteilhaft sind darüber hinaus:
• Erfahrung mit Cloud-Umgebungen
• Erfahrung mit Softwaresicherheit
oder Security-Engineering
• Kenntnisse formaler Methoden
Aufgabenbereich:
• selbstständige Bearbeitung von
Forschungsprojekten
• Mitarbeit in der Weiterentwicklung
unserer Security-EngineeringMethoden
• Teilnahme an nationalen und internationalen wissenschaftlichen
Konferenzen
Die Technische Universität Dortmund will den Anteil von Frauen in
der Wissenschaft in der Fakultät für
Informatik erhöhen und bittet daher
insbesondere Frauen um ihre Bewerbung.
Es wird darauf hingewiesen, dass
die Bewerbung geeigneter Schwerbehinderter erwünscht ist.
Bewerbungen mit den üblichen
Unterlagen (einschließlich einer
Kopie der Abschlussarbeit) senden
Sie bitte bis zum 06.01.2014 unter
Angabe der Referenznummer
175/13 an
Technische Universität Dortmund,
Fakultät für Informatik,
LS 14 - Software Engineering,
Prof. Dr. Jan Jürjens,
Otto-Hahn-Str. 14,
44221 Dortmund
oder per E-Mail an:
jan.jurjens@cs.tu-dortmund.de
Für telefonische Rückfragen steht
Ihnen Prof. Dr. Jan Jürjens unter
0231 755-7208 zur Verfügung.
82
EXKURSION
Forschung & Lehre
1|14
Exkursion
„GroKo“
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ort des Jahres 2013 ist GroKo. Das Kurzwort, meist
mit dem auffälligen großen „K“ im Wortinneren,
steht für die neue „Große Koalition“. Das Thema hat nach
Ansicht der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfDS) das
Wahljahr beherrscht. Das Wort zeige in seinem Anklang an
„Kroko“ bzw. „Krokodil“ eine halb spöttische Haltung gegenüber der Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene und habe die Presse bereits zu neuen Bildungen wie
1. GroKo
GroKo-Deal animiert.
2. Protz-Bischof
Für sehr viele sprachliche
3. Armutseinwanderung
Kreationen habe, so die Sprach4. Zinsschmelze
gesellschaft, im Jahr 2013 auch
5. Big Data
die katholische Kirche gesorgt.
So gelangte auf Platz 2 der als
„Protz-Bischof“ weit über die Grenzen des Bistums Limburg
bekannt gewordene Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Auf Platz 3 stehe sozusagen als Gegenpol zu Protz und
Prunk die „Armutseinwanderung“, einerseits aus Krisengebieten in Afrika nach Europa, andererseits innerhalb
Europas.
Aber auch in den wohlhabenderen EU-Staaten machen
sich viele Menschen Sorgen, weil die Eurokrise kein Ende
nehmen will. Im Fokus der Medien standen in diesem Jahr
oft die Folgen der Geldpolitik für die Bürger, denen die
Maßnahmen der EZB sinkende Sparzinsen oft unter der Inflationsrate bescheren und somit auf Platz 4 der Liste für eine „Zinsschmelze“ sorgten.
Ein Thema, von dem sich viele Menschen eigentlich
nicht betroffen fühlten, war die Überwachung ihrer persönlichen Daten durch Geheimdienste. Im Zuge der NSA-Affäre
rückte in diesem Jahr stark ins allgemeine Bewusstsein, wie
sich das Überwachen, Zusammentragen und Zusammenführen von Daten, „Big Data“ (Platz 5), auch auf das Leben jedes Einzelnen auswirken kann.
Auf Platz 6 steht ein Wort, das in innenpolitischen Zusammenhängen sehr häufig verwendet wurde: „Ausschließeritis“. Die Bildung erinnere an Bezeichnungen von Krankheiten, die ja häufig auf -itis enden, und beschreibt im übertragenen Sinne auch so etwas wie eine politische Krankheit:
Wenn eine Partei ihre eigenen (Ver-)Handlungsmöglichkeiten dadurch beschränkt, dass sie schon vor den Wahlen bestimmte Bündnisse kategorisch ausschließt, leidet sie an:
Ausschließeritis, was im Jahr 2013 zunehmend als zu überwindendes Übel angesehen wurde.
Auch in diesem Jahr gab es in Deutschland wieder Unwetter mit großer Zerstörungskraft, unter anderem die Flut
in Bayern und in östlichen Bundesländern. Im Unterschied
zu den letzten großen Überschwemmungen formierte sich in
diesem Jahr mit Hilfe von Social Media neben der offiziellen
Hilfe eine „Welle“ der Solidarität vor allem durch junge
Menschen, die als „Generation Sandsack“ (Platz 7) schnell
dort half, wo große Not war.
Ein besonderes Aufre6. Ausschließeritis
gerthema in der Politik und
7. Generation Sandsack
in der Bevölkerung war die
8. Ausländermaut
„Ausländermaut“ auf Platz
9. falsche Neun
8, die im Wahlkampf für
10. „Freund hört mit“
großes
Gezerre
sorgte.
Zwar sollten deutsche Autofahrer (und mithin Wähler) dadurch beruhigt werden, dass
sie als Einheimische ja nicht für die Benutzung deutscher
Autobahnen zur Kasse gebeten würden, aber die Diskussion
um die formale und juristische Umsetzung dürfte uns – ob
Aus- oder Inländer – im kommenden Jahr weiterhin beschäftigen.
Ein Blick sowohl in die jüngere sportliche Vergangenheit
als auch voraus in das Jahr der Fußball-WM 2014: Platz 9
belegt – die „falsche Neun“. Diese strategische Spielweise
ohne klassischen Mittelstürmer hat die spanische Nationalmannschaft zum Welt- und Europameisterschaftssieg geführt und wird mittlerweile von vielen Vereinsmannschaften
praktiziert. Taktisch ist die so genannte falsche Neun also offenbar nicht so falsch, wie die Bezeichnung vermuten lässt.
Die NSA-Affäre war wohl eines der Ereignisse, die das
Jahr 2013 am meisten geprägt haben. In Abwandlung des
Slogans „Feind hört mit“ aus dem Dritten Reich, der in der
DDR auf ironische Weise auch auf die Stasi angewendet
wurde, erfreute sich die Variante „Freund hört mit“ (Platz
10) – in diesem Fall bezogen auf US-amerikanische und britische Geheimdienste – in den Medien großer Beliebtheit.
Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern seine Signifikanz bzw. Popularität stehen nach Auskunft der GfDS
bei der Wahl zum Wort des Jahres im Vordergrund: Auf diese Weise stellen die Wörter eine sprachliche Jahreschronik
dar, ihre Auswahl ist dabei jedoch mit keinerlei Wertung
oder Empfehlung verbunden.
Quelle: Gesellschaft für Deutsche Sprache, 13. Dezember 2013
1|14
ENIGMA
Forschung & Lehre
83
Enigma
Sprachstile erkennen
Beispielaufgaben aus dem Auswahltest
der Studienstiftung des deutschen Volkes
Die folgenden Textausschnitte sind ganz unterschiedlichen Textsorten entnommen, z.B. einem Zeitungsbericht, einem
Roman, einer wissenschaftlichen Abhandlung, einem Gesetzestext, einem Märchen, einer Bedienungsanleitung. Ein Teil
des Textes ist jeweils durch eine gepunktete Linie ersetzt. Dem Textausschnitt folgen vier mit (A) bis (D) bezeichnete Ergänzungsvorschläge. Bitte wählen Sie aus diesen vier Vorschlägen jenen aus, der sich sprachlich und stilistisch am besten in
den Textausschnitt einfügt und markieren Sie den betreffenden Lösungsbuchstaben.
1. Es war einmal ein armer Mann, der konnte seinen einzigen
Sohn nicht mehr ernähren. Da sprach der Sohn: „Lieber Vater, es
geht Euch so kümmerlich, ich falle Euch zur Last; …………….. Da
gab ihm der Vater seinen Segen und nahm mit großer Trauer von
ihm Abschied.
A ich sollt mich wohl endlich um eine Stelle kümmern.“
B lieber will ich selbst fortgehen und sehen, wie ich mein Brot
verdiene.“
C was hältst Du davon, wenn ich mich auf eigene Füße stelle?“
D ich schätze, dann sollte ich jetzt auch einen Beitrag zur Haushaltskasse leisten.“
2. Bei Zusammentreffen der Tatsachen, dass im Kalender sowohl
ein Freitag als auch der Dreizehnte für den laufenden Tag verzeichnet war, stellte der wohl abergläubische Doktor J. fest, es werde
am laufenden Tag noch ein Unglück eintreten. Da hingegen war
der Dichter D. der Ansicht, dass …………………… Denn einerseits
sei Freya beziehungsweise Venus, also die Liebesgöttin, die Patin
besagten Zeitraums, andererseits hätten bereits die alten Orientalen die Dreizehn als eine zur Begünstigung selbst gewagter Unternehmungen geeignete symbolische Ziffer angesehen.
A sowohl die Zahl als auch der Wochentag eher etwas Positives
bedeutet.
B die Dreizehn ebenso wie der Freitag Glücksbringer sind.
C Freitag, der Dreizehnte, eher ein Glückstag ist.
D sowohl Zahl als auch Benennung in Frage kommender vierundzwanzig Stunden auf glückliche Vorbedeutungen schließen
lasse.
3. Der Allgemeinheitsanspruch einer Theorie lässt es nicht zu,
dass eine Theorie aufgrund empirischer Überprüfungen endgültig
und eindeutig als „wahr“ bezeichnet werden kann. Die Wahrheit
ist mittels empirischer Untersuchungen nur approximierbar. Dennoch erfolgt üblicherweise aus Theorien nach hinreichend gründlicher empirischer Überprüfung die Ableitung praktischer Konsequenzen. Was jedoch unter „hinreichender empirischer Überprüfung“ zu verstehen ist, kann nicht generell gesagt werden, sondern wird von Theorie zu Theorie mehr oder weniger rational neu
bestimmt. Es liegt auf der Hand, dass ……………..
A sich die Forscher empirisch umso besser abstimmen müssen,
je wichtiger die praktischen Konsequenzen sind, die an einer
solchen Theorie hängen.
B man umso mehr Aufwand mit der empirischen Absicherung
betreiben muss, je durchschlagender die praktischen Konsequenzen der Theorie sind.
C mit Zunahme der Bedeutsamkeit aller mit einer Theorie verbundenen praktischen Konsequenzen eine verbesserte empirische Absicherung gefordert wird.
D in die empirische Absicherung der Theorie natürlich umso
mehr Zeit und Arbeit gesteckt werden muss, je wichtiger die
Folgen für die Praxis sind.
4. Als wir jetzo die Flut des Ozeans durchsegelt, fuhren wir über
die Wogen des weithin hallenden Meeres zur ägäischen Insel, allwo der dämmernden Frühe Wohnung und Tänze sind und Helios’
leuchtender Aufgang. Jetzo landeten wir am sandigen Ufer der Insel, stiegen alsdann aus dem Schiff ans krumme Gestade des
Meeres, schlummerten dort ein wenig und ……………
A
B
C
D
warteten, bis es hell wurde.
erwarteten ungeduldig den kommenden Morgen,
dösten bis zum frühen Morgen.
harrten der heiligen Frühe.
Beispielaufgaben aus dem Demotest der Studienstiftung des deutschen Volkes, Aufgabengruppe „Sprachstile erkennen“.
Entwickelt werden die Tests von der ITB-Consulting GmbH in Bonn, Infos unter www.itb-consulting.de
Lösung:
1B, 2D, 3C, 4D
84
ZU ENDE GEDACHT
Zu Ende gedacht
Forschung & Lehre
1|14
ob sich das nicht durch das Ausfüllen
dieses Fragebogens bestätigt.
Die Wahrheit zu finden …
kann nur ständiges Ziel, nicht Gewissheit sein.
Das Bewusstsein von der eigenen
Vergänglichkeit …
nötigt zur Konzentration auf das Wesentliche.
Kreativität entsteht …
durch innere Befreiung von Konformität.
Freude an meinem Beruf …
lasse ich mir auch von Bologna nicht
nehmen!
Die Zeit meines Studiums …
war wissenschaftlich die freieste,
existentiell die schwierigste.
Foto: Florian Weichselbaumer
Wissenschaftler sind Menschen, …
die, sofern sie verbeamtet sind, ein
Höchstmaß an Freiheit mit einem
Höchstmaß an Sicherheit verbinden.
Warum machen viele von dieser
gesicherten Freiheit so wenig Gebrauch?
Wenn ich Wissenschaftsministerin
wäre,…
würde ich, auch wenn dies unzeitgemäß erscheint, wieder einmal bei Wilhelm von Humboldt nachlesen.
Ich beginne meinen Tag …
mit einer eiskalten Dusche. Ansonsten
bin ich zu nichts zu gebrauchen.
Meine besten Einfälle habe ich, …
wenn aller Tagesdruck von mir genommen ist bei einem Glas Wein.
Wenn ich einen Rat brauche, …
frage ich die Menschen in meiner Umgebung, von denen ich weiß, dass sie
die Sache nicht persönlicher Rücksichtnahme opfern.
Probleme unter den Studenten scheinen sich zu mehren.
Der Fortschritt von Wissenschaft und
Technik …
hat uns in menschlicher Hinsicht nicht
weitergebracht.
Wenn ich das Fernsehen anschalte,…
schalte ich meine Erwartungen herunter.
Energie tanke ich,…
wenn ich das Gefühl habe, dass etwas
gelungen ist.
Wenn ich mehr Zeit hätte,…
würde ich endlich wieder einmal ein
Buch schreiben!
Am meisten ärgere ich mich, …
dass die Universität inzwischen Strukturen ausgebildet hat, gegen die man
Wissenschaft betreiben muss.
Mit einer unverhofften Million würde
ich …
eine platonische Akademie gründen –
als Ort des wilden, freien Denkens.
Das nächste Buch, das ich lesen
will, …
wird wahrscheinlich ein psychologisches Fachbuch sein. Die seelischen
Ich frage mich manchmal, …
ob nicht die Eitelkeit die größte Versuchung in unserem Berufsstand ist und
STEC KB R I E F
Professor Dr. Barbara Zehnpfennig
Studium der Philosophie, Soziologie, Geschichte und Germanistik; Dissertation über Platon und
Fichte; Habilitationsschrift über
Hitlers „Mein Kampf“. Professorin
für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Passau; Vorsitzende der Deutschen
Gesellschaft zur Erforschung des
Politischen Denkens (DGEPD).
Fakultätenpreis Medizin
In Verstetigung des Ars legendi-Preises für exzellente Hochschullehre, den der
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft jährlich auf Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz verleiht, schreiben der MFT Medizinische Fakultätentag und der
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in diesem Jahr erneut fachspezifisch den
Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in der Medizin
aus. Er wird auf den Gebieten der Human- und Zahnmedizin verliehen.
Der Preis der Medizin wird an einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin
für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und
Betreuung an Medizinischen Fakultäten verliehen.
Für die Auszeichnung ist neben einer exzellenten Didaktik und Lehrqualität
ausschlaggebend, inwieweit der Preisträger/die Preisträgerin über die eigenen
Lehrveranstaltungen hinaus Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre in der
Hochschulmedizin gegeben hat.
• Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.
Vorschläge können von Medizinischen Fakultäten und Fachbereichen oder den
Fachschaften eingereicht werden; Eigenbewerbungen sind zulässig. Nähere Informationen zum Verfahren sowie Ausschreibungsunterlagen erhalten Sie unter
www.mft-online.de.
• Bewerbungsschluss: 21.03.2014
Roentgen-Möbel und
Kinzing-Uhren
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in einer weltweit
einmaligen Sammlung
Raiffeisenplatz 1a
56564 Neuwied
Tel.: 02631 / 803 379
www.roentgen-museum-neuwied.de
Öffnungszeiten: Di.–Fr. 11–17 Uhr, So. 14–17 Uhr
Erweiterte Öffnungszeiten bei Sonderausstellungen
Barrierefreie Erreichbarkeit aller Ausstellungsräume
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Seele and Geist
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