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Endoskopaufbereitung - Medizinische Universität Wien

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ALLGEMEINES
KRANKENHAUS
DER STADT WIEN
Klinisches Institut für
Krankenhaushygiene
HYGIENERICHTLINIE
AKH-KHH-RL-069
Aufbereitung von flexiblen Endoskopen
gültig ab: 13.08.2010
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GELTUNGSBEREICH UND ZWECK
Diese Hygienerichtlinie beschreibt die korrekte Aufbereitung von flexiblen Endoskopen und dessen
Zubehör.
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MITGELTENDE DOKUMENTE
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M. Anres, A. Cizek, U. Kovacs-Stifter, R. König, K. Rodic, B. Schuh, R. Vytlacil; Hygieneplan für
den Endoskopiebereich; KH-HYG-AG Wien in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis des
Magistrates der Stadt Wien MA 15 – Gesundheitswesen; Juli 2001
Richtlinie zur Aufbereitung von Endoskopen 15a; Arbeitskreis für Krankenhaushygiene des
Magistrats der Stadt Wien, MA 15 – Gesundheitswesen und Soziales; Februar 2007
Hygienemaßnahmen bei der Endoskopie; Arbeitskreis „Krankenhaushygiene“ der AWMF
(Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften), mhp-Verlag,
Wiesbaden 2004; AWMF-Leitlinien-Register Nr. 029/008, Entwicklungsstufe 1 + IDA
Gerlinde Weilguny, DGKS, Stationsschwester; Reinigung und Desinfektion von Endoskopen –
Reinigung und Sterilisation von Endoskopiezubehör; Allgemeines Krankenhaus Wien; Univ.
Klinik für Innere Medizin IV; Endoskopie
I. Ernst, E. Holzinger, H. Pitsch et.al.; Endoskopaufbereitung im Zentralen OP-Bereich; April 2001
Guidelines on Cleaning and Disinfection in GI Endoscopy; ESGE European Society of
Gastrointestinal Endoscopy; ESGENA European Society of Gastroenterology and Endoscopy
Nurses and Associates, Endoscopy 2000;32(1):77-83
Abfall-Richtlinie AKH/R/7/07 „Vorgangsweise bei der Entsorgung von spitzen und scharfen
Gegenständen aufgrund Umstellung der Entsorgung von Sharps“
Hygienerichtlinien
des
klinischen
Instituts
für
Krankenhaushygiene
AKH
Wien
(http://www.meduniwien.ac.at/krankenhaushygiene)
Erstellt
Geprüft
Freigegeben
Funktion
Name
Datum
Unterschrift
HFK
QB
IL
Erich K. Swoboda
Alexander Blacky
Elisabeth Presterl
12.08.2010
12.08.2010
13.08.2010
e.h.
e.h.
e.h.
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VERWENDETE ABKÜRZUNGEN
AKH
bzw.
C
e.h.
ESBL
HFK
IL
KHH
lt.
QB
RL
ml
MRSA
VRE
Allgemeines Krankenhaus
beziehungsweise
Celcius
eigenhändig
Extended spectrum beta-lactamase
Hygienefachkraft
Institutsleitung
Klinisches Institut für Krankenhaushygiene
laut
Qualitätsbeauftragte/r
Richtlinie
Milliliter
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus
Vancomycin resistente Enterokokken
ERSTELLUNG DIESER HYGIENERICHTLINIE
Erstellt von: Gerlinde Weilguny (Stationsschwester; Univ. Klinik für Innere Medizin IV;
Endoskopie) und dem Team des Klinischen Instituts für Krankenhaushygiene
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HYGIENERICHTLINIE
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Aufbereitung von flexiblen Endoskopen
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4.1
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TÄTIGKEITSBESCHREIBUNG
Einleitung
Flexible Endoskope kommen in besiedelten oder sterilen Körperbereichen zum Einsatz. Es ist vielfach
belegt, dass es bei endoskopischen Untersuchungen des oberen und unteren Gastrointestinaltraktes
und des Tracheo-Bronchialsystems zu einer Übertragung von Krankheitserregern durch kontaminierte
Endoskope und durch endoskopisches Zubehör kommen kann.
Es ist daher absolut notwendig, für alle PatientInnen ein korrekt aufbereitetes Endoskop und sterilisiertes
Zubehör zu verwenden, um die Übertragung von Infektionserregern zwischen PatientInnen zu
verhindern.
Diese Hygienerichtlinie geht allgemein auf die Aufbereitung von Endoskopen ein, je nach Modell kann es
jedoch Abweichungen bei der Handhabung der manuellen Vorreinigung und des Dichtetests geben. Hier
sollte man sich nach den Arbeitsanleitungen der jeweiligen Firma richten. Generell ist zu betonen, dass
alle Endoskope maschinell aufbereitet gehören. Eine manuelle Aufbereitung kann Gesundheitsrisiken für
das Personal bergen (Infektionsgefahr, allergische Reaktionen); außerdem wird mehr Personal benötigt.
Standardisierung und Validierung lassen sich bei manueller Aufbereitung wesentlich schwerer erfüllen
als bei maschineller. Endoskope, die nicht mit einer Endoskopwaschmaschine aufbereitet werden
können, entsprechen nicht mehr dem Stand der Hygienetechnik.
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4.2.
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Patientenbezogene Maßnahmen
Um eine Verschmutzung der Patientenkleidung durch Körperflüssigkeiten zu verhindern, sollte der
Patient diese soweit als notwendig ablegen, der verbleibende Teil der Kleidung soll durch Abdecktücher
geschützt werden.
Ein Zahnersatz wird für die Dauer der Untersuchung, mit dem Patientennamen versehen, in einem
sauberen Behälter aufbewahrt,
Patienten, die eine Infektion oder Kolonisation mit multiresistenten Erregern aufweisen (z.B. MRSA,
VRE, ESBL), sollten am Ende des Arbeitstages zur Untersuchung eingeteilt werden.
Nach der Endoskopie ist dem Patienten die Möglichkeit zu geben, sich zu reinigen.
4.3.
Personalbezogene Maßnahmen
Bei der endoskopischen Untersuchung und bei der Geräteaufbereitung sowie bei allen Tätigkeiten, bei
denen Kontaminationsgefahr von Personal und Kleidung besteht, sind Einmalhandschuhe,
Einmalschürze, Mund-Nasen-Schutzmaske und Schutzbrille zu tragen.
Es ist weiters die Individualhygiene (siehe Hygienerichtlinie „AKH-KHH-RL-041 Individualhygiene“ des
Klinischen Instituts für Krankenhaushygiene) und die Händehygiene (siehe Hygienerichtlinie „AKH-KHHRL-023-027 Händehygiene“ des Klinischen Instituts für Krankenhaushygiene) einzuhalten.
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4.4.
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Maßnahmen im Untersuchungsraum
Ein für die nächste Untersuchung aufbereitetes Endoskop darf erst dann in den Untersuchungsraum
gebracht werden, wenn der/die vorher endoskopierte PatientIn den Raum verlassen hat. Weiters muss
sämtliches kontaminiertes Material entsorgt werden. Anschließend wird eine Flächendesinfektion und
wenn notwendig eine Bodenreinigung im Untersuchungsraum durchgeführt.
Die Spülwasserflasche soll, aus hygienischen Gründen und um Kalkablagerungen im Endoskop zu
vermeiden, mit Aqua bidestillata befüllt werden. Nach der Untersuchung wird das Endoskop mit einem in
Eiweißlöser getränkten großen Gazetupfer/Einmaltuch von äußeren Verunreinigungen gereinigt (von
oben nach unten wischen). Danach wird es mit Eiweißlöser und Wasser durchgesaugt, mit sauberen
Händen von Lichtquelle und Prozessor diskonnektiert und in einer Wanne in den Aufbereitungsraum
transportiert. Aus Gründen des Kontaminationsschutzes soll nur die Vorreinigung des Endoskopes im
Untersuchungsraum, die Hauptreinigung aber in einem abgetrennten Aufbereitungsraum durchgeführt
werden.
Im Untersuchungsraum und im Aufbereitungsraum müssen reine und unreine Arbeitsflächen festgelegt
werden, um eine Kontamination desinfizierter Geräte oder Geräteteile durch Ablegen auf unreinen
Oberflächen zu vermeiden.
Die Geräte sind unmittelbar nach erfolgter Endoskopie aufzubereiten, um ein Antrocknen organischen
Materials zu verhindern. Dies gilt auch im Nacht- und Wochenenddienst sowie bei Endoskopien
außerhalb der Endoskopieabteilung.
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4.5.
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Umgebungsbezogene Maßnahmen
Flächendesinfektion
Nach jeder Untersuchung werden die Patientenliege, die Arbeitsflächen und die Bedienungselemente
des Endoskopieturmes mit einem alkoholischen Flächendesinfektionsmittel wischdesinfiziert (siehe
Hygienerichtlinie „AKH-KHH-RL-007 Verwendung von Flächendesinfektionsmitteln“ des Klinischen
Instituts für Krankenhaushygiene). Bei Verunreinigungen mit Hepatitis B oder C-haltigem Blut und/oder
Sekreten ist ein aldehydhältiges Flächendesinfektionsmittel zu verwenden. Grobe Verunreinungen
müssen vor der Flächendesinfektion mit saugfähigem Material entfernt werden. Die saubere Abdeckung
der Patientenliege wird nach vollständiger Auftrocknung des Desinfektionsmittels über die gesamte
Liegefläche gebreitet.
Bei sichtbarer Kontamination und nach Ende des Arbeitstages werden alle Flächen wischdesinfiziert.
Böden und Arbeitsflächen werden nach dem Reinigungs- und Desinfektionsplan der jeweiligen Einheit
nach dem Ende des Arbeitstages gereinigt und desinfiziert.
Wäscheversorgung und -entsorgung
Eine Trennung von reiner Wäsche und Schmutzwäsche muss gewährleistet sein.
Kontaminierte Wäsche ist ohne Zwischenlagerung und kontaminationsfrei in einen Wäschesack
abzuwerfen.
Abfallentsorgung
Die Sammlung des Abfalls aus dem medizinischen Bereich erfolgt nach dem Abfallwirtschaftsplan des
AKH.
Scharfe und spitze Gegenstände werden in stich- und bruchfesten Gebinden (Sharps) entsorgt (siehe
Abfall-Richtlinie AKH/R/7/07 „Vorgangsweise bei der Entsorgung von spitzen und scharfen
Gegenständen aufgrund Umstellung der Entsorgung von Sharps“).
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4.6.
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Aufbereitung von Endoskopen
4.6.1. Verantwortliches Personal
Die Verantwortung für hygienisch einwandfreie Endoskope und Instrumente tragen Arzt,
Fachpflegepersonal gemeinsam. Die Aufbereitung der Endoskope und des Zubehörs muss von
qualifiziertem und speziell geschultem Personal durchgeführt werden.
4.6.2. Schutzausrüstung des Personals
•
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•
•
Mund- und Nasenschutzmaske
Augenschutz (Schutz-Brille oder Mund- und Nasenschutzmaske mit Visier)
Einmal-Handschuhe (Besteht Verletzungsgefahr für die Hände, ist das Tragen von zwei Paar
Handschuhen zu empfehlen)
Einwegschürze (flüssigkeitsundurchlässig)
Wurde die Dienstkleidung verschmutzt (kontaminiert), ist diese aus Gründen des PatientInnen- wie auch
des Selbstschutzes zu wechseln. Vor dem Verlassen des Aufbereitungsraumes ist die Schutzausrüstung
zu entsorgen, und es ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
4.6.3. Manuelle Vorreinigung von Endoskopen
Die Endoskope werden mit einer reinigenden Desinfektionslösung (lt.
Desinfektionsplan) und dann mit Leitungswasser durchgespült (je 30 Sekunden).
Reinigungs-
und
Bei bestimmten Endoskopfabrikaten soll, um einem Verstopfen des Luft- Wasserkanals vorzubeugen,
das Reinigungsventil verwendet werden. Dazu wird das Luft-/ Wasserventil entfernt, stattdessen das
Reinigungsventil aufgesetzt und für ca. 30 Sekunden niedergedrückt – dadurch erfolgt ein Durchspülen
mit Wasser. Anschließend drückt man gleichzeitig mit dem Reinigungsventil das Absaugventil und saugt
abwechselnd Wasser und Luft an (dazu wird das distale Ende des Gerätes abwechselnd je 10
Sekunden in Wasser und Luft gehalten). Dann lässt man das Absaugventil und das Reinigungsventil los,
was zur Folge hat, dass automatisch Luft durch die Kanäle geblasen wird (mindestens 20 Sekunden so
belassen).
Das Endoskop wird nun vom Wasser- und Sauganschluss sowie von der Lichtquelle getrennt, dabei ist
auf den Lichtleiter zu achten, weil dieser sehr heiß ist. Um die sensiblen Kontaktflächen bei
Videoendoskopen vor Feuchtigkeit zu schützen, ist die Wasserschutzkappe aufzusetzen. Alle Ventile
und eventuell vorhandenen Aufsatzkappen werden entfernt und in einem Transportbehälter gemeinsam
mit dem kontaminierten Zubehör in den Reinigungsraum zur weiteren Aufbereitung gebracht.
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4.6.4. Dichtetest - maschinell, manuell
Zuerst muss das Endoskop auf undichte Stellen getestet werden. Ein manueller Dichtigkeitstest entfällt,
wenn die Endoskopwaschmaschine mit einem Programm für eine automatische Dichtigkeitsprüfung
ausgestattet ist. Dennoch ist anzuraten, das Endoskop vor dem Durchbürsten der Kanäle im Wasser an
den Dichtetester anzuschließen. Dadurch wird das Endoskop unter Druck gesetzt, und es kann bei
einem perforierten Gerät kein Wasser eindringen. Wassereintritt kann die elektronischen Teile des
Endoskops schwer beschädigen und eine kostspielige Reparatur nötig machen.
Endoskopwaschmaschinen, die ein Programm für den Dichtigkeitstest haben, testen vor dem
Waschvorgang das Endoskop auf Dichtigkeit und unterbrechen das Waschprogramm, bevor Wasser in
das Gerät eindringen kann.
Man verbindet den Dichtigkeitstester, der an einer Wartungspumpe oder einer Handpumpe
angeschlossen ist, mit dem Entlüftungsanschluss des Endoskops und schaltet die Wartungspumpe ein
bzw. betätigt die Handpumpe. Dadurch wird Luft in das Endoskop geblasen, und der dehnbare
Abwinkelungsgummi am distalen Ende des Endoskops bläht sich auf. Während des Tests sind die
Abwinkelungsräder (für das distale Endoskopende) in alle Richtungen maximal abzuwinkeln. So lassen
sich vorhandene Risse am Gummi des Einführteils besser erkennen. Das Endoskop muss nach
Anschluss an die Dichteprüfpumpe komplett mit Wasser bedeckt in einer Wanne liegen. Konstant
aufsteigende Blasen weisen auf eine undichte Stelle im Gerät hin (jedoch stammen anfänglich
aufsteigende kleine Blasen meist aus äußeren Nischen und sind keine Zeichen für eine Undichtigkeit
des Endoskops). Nun erfolgt die mechanische Reinigung während des Dichtetests (siehe „Durchbürsten
des Endoskops)
Anschließend wird das Gerät aus dem Wasser genommen und der Dichtigkeitstester von der
Wartungspumpe oder der Handpumpe abgenommen. Der Tester bleibt aber noch 30 Sekunden am
Endoskop angeschlossen, damit der Überdruck entweichen und der Abwinkelungsgummi sich wieder
auf Normalgröße zusammenziehen kann. Dann erst trennt man den Tester vom Endoskop. Bei
Videoendoskopen kann man stattdessen auch die Dichtkappe 5 Sekunden vom Endoskop abnehmen
und dadurch den Überdruck ablassen
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4.6.5. Durchbürsten des Endoskops
Vor der Gerätedesinfektion ist eine mechanische Reinigung der Kanäle des Endoskops mit einer
speziellen Reinigungsbürste notwendig. Denn festsitzende Schleim- und Blutreste oder andere
organische Verunreinigungen des Arbeitskanals stellen oft eine physikalische Barriere dar, sie könnten
sogar das Desinfektionsmittel neutralisieren. Die manuelle Gerätereinigung geschieht unter Wasser,
eventuell mit einem enzymatischen Reiniger versetzt. Auf keinen Fall sollen hier Aldehyde verwendet
werden, weil diese zur Denaturierung und zum Ausflocken von Proteinen führen können, was die
Reinigung beeinträchtigen würde.
Man bürstet:
• an der Absaugöffnung (dort wo das Absaugventil entfernt wurde) zwei Kanäle
• die Öffnung in Blickrichtung zur Ventilöffnung, bis die Bürste am Versorgungsstecker
(Anschlussteil für Saugerschlauch) des Endoskops wieder austritt
• die Öffnung unterhalb der Ventilöffnung, bis die Bürste am distalen Ende des Gerätes wieder
austritt
• die Öffnung des Absaugventils
• den Arbeitskanal des Endoskops, bis die Bürste am distalen Ende des Gerätes wieder austritt
• die Perforation des Biopsiekanalventils, um eventuelle Biopsiereste zu entfernen
• das distale Ende (wenn das Gerätemodell am distalen Ende einen abnehmbaren Endoskopring
hat) mit einer speziellen kleinen Bürste (eventuell eine weiche Einmalzahnbürste)
Ein Endoskop muss mindestens dreimal durchgebürstet werden, nötigenfalls aber so oft, bis die aus
dem Kanal austretende Bürste sauber ist.
Es empfiehlt sich Einmal-Endoskopbürsten zu verwenden, die nach einem Arbeitsvorgang verworfen
werden.
4.6.6. Reinigung des Albaranhebels
Bei Geräten, die einen Albaranhebel haben (Duodenoskope, manche therapeutische Gastroskope),
muss der Seilzug des Hebels vorgereinigt werden.
Dazu verwendet man den dafür vorgesehenen Spülschlauch, den man am Spülzugang des Seilzugs
anschließt. Es wird mit einer 20 ml Spritze Wasser durchgespült, während man den Albaranhebel auf
und ab bewegt. Mit einer Instrumentenbürste wird der Hebel in den verschiedenen Positionen (oben,
unten, in der Mitte) gebürstet. Bevor das Endoskop in der Waschmaschine angeschlossen wird, muss
der Albaranhebel in Mittelstellung gebracht werden.
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4.6.7. Undichte Endoskope
Ist das Endoskop undicht, wird der Außenmantel mit einem alkoholischen Flächendesinfektionsmittel
wischdesinfiziert. Das Gerät wird mit einer Plastikschutzhülle versehen und in einen Transportkoffer
gepackt. Das Informationsblatt für die Reparatur muss mit dem Hinweis „nicht desinfiziert!“ versehen
werden. Das Gerät darf auf keinen Fall in der Endoskopwaschmaschine gewaschen werden, da sonst
Flüssigkeit in das Endoskop eindringen würde.
4.6.8. Abschluss der manuellen Vorreinigung
Der durch die manuelle Vorreinigung kontaminierte Bereich ist mit einem Flächendesinfektionsmittel zu
desinfizieren.
Anschließend ist die Schutzausrüstung ausziehen und diese kontaminationsfrei zu entsorgen.
Zum Schluss ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
4.7.
Aufbereitung in der Endoskopwaschmaschine
Endoskopwaschmaschinen arbeiten mit einem validierten Reinigungs- und Desinfektionsprogramm bei
einer Temperatur von 60o C.
Es ist darauf zu achten, dass die Maschine ausreichend mit geeignetem Reiniger, Desinfektionslösung
und Maschinensalz gefüllt ist. Bei Mangel leuchten die Kontrolllampen auf (siehe Bedienungsanleitung
des Gerätes).
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4.7.1. Beschickung der Endoskopwaschmaschine
Für jeden Endoskoptyp muss der richtige Einsatzkorb mit den dazugehörigen Anschlüssen verwendet
werden.
Die Fronttüre der Endoskopwaschmaschine mit sauberen Einmal-Handschuhen öffnen und den
Einsatzkorb herausziehen.
Ventile, Biopsieventilkappen sowie Aufsatzkappen des distalen Endes müssen vom Endoskop
abgenommen sein, Wasserschutzkappen auf Videoendoskope aufsetzen. Das Endoskop wird in die
Halterung der Waschmaschine eingespannt, und es werden die Anschlüsse zur Direktanspülung der
Kanäle und der Dichtetester angedockt.
Die ultraschallgereinigten Ventile, Biopsieventilkappen und Aufsatzkappen werden in ein
Kleinteilwaschsieb mit Deckel geben und in der Endoskopwaschmaschine verstaut. Resterilisierbare
Endoskopbürsten werden nach einer Ultraschallreinigung und vor der Sterilisation ebenso in der
Endoskopwaschmaschine aufbereitet.
Einsatzkorb in die Maschine schieben, Einmal-Handschuhe ausziehen, anschließend die Fronttür
schließen. Hygienische Händedesinfektion durchführen.
Programm zur Reinigung und Desinfektion starten, Trockenzeit einstellen. Wird das Endoskop nicht
sofort an einem Patienten weiterverwendet, muss ein verlängertes Trockenprogramm (30 Minuten)
gewählt werden, damit keine Flüssigkeitsdepots in den Kanälen verbleiben, es würde sonst das
Wachstum, von Feuchtkeimen wie Pseudomonaden begünstigen.
4.7.2. Aufbereitung von Ventilen, Stöpseln, Endoskopbürsten und Spülwasserflaschen
Ventile, Biopsieventilkappen, Aufsatzkappen und Mehrweg-Endoskopbürsten dürfen ohne voran
gegangene Ultraschallreinigung nicht in Endoskopwaschmaschinen aufbereitet werden, da deren
alleinige Reinigungswirkung ungenügend ist.
Sie werden nach der Ultraschallreinigung innen und außen mit Wasser gespült. Dann kommen sie in
einem Kleinteilwaschsieb mit Deckel in die Endoskopwaschmaschine und werden mitgewaschen.)
Mehrweg-Bürsten müssen in regelmäßigen Abständen gegen neue ausgetauscht werden, um Schäden
an Endoskopen zu vermeiden. Bei jeder Anwendung ist zu kontrollieren, ob die Borsten unversehrt sind
und ob ein Widerstand an der Bürste spürbar ist. In diesem Fall ist diese sofort zu entsorgen.
Es empfiehlt sich jedoch Einmal-Endoskopbürsten zu verwenden, die am Arbeitstagsende verworfen
werden.
Die Spülwasserflasche, der Verbindungsschlauch und der Schlauch der Absaugung sind täglich
aufzubereiten und zu sterilisieren.
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4.8.
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Funktionsprüfung vor Anwendung und Lagerung der aufbereiteten Endoskope
Vor der Entnahme der Endoskope, ist darauf zu achten, dass das Aufbereitungsprogramm vollständig
abgelaufen ist und nicht durch Endoskop- oder Maschinendefekte abgebrochen wurde.
Kontrollieren, ob sich während des Wasch- Desinfektionsprozesses ein Anschlussteil gelöst hat.
Entnahme des aufbereitenden Endoskops aus der Endoskopwaschmaschine. Um eine Rekontamination
zu vermeiden, sollen aufbereitete Endoskope nur mit sauberen Einmal-Handschuhen berührt werden!
Bei Videoendoskopen die Wasserschutzkappe entfernen.
Reinigungserfolg kontrollieren (nur makroskopisch möglich)
Kontrolle, ob die Geräte trocken sind (gut sichtbar bei Schläuchen und Ventilen. Falls das Ergebnis nicht
zufrieden stellend ist, die Trocknung wiederholen).
Frisch aufbereitete Endoskope sollten erst nach frühestens 45 Minuten wieder am nächsten Patienten
verwendet werden, dies ist die Zeit der Abkühlphase des Gerätes. Werden Endoskope gleich nach der
Aufbereitung weiterverwendet, verkürzt es stark die Lebensdauer der Geräte.
Kontrollieren ob alle zum Endoskop gehörigen Ventile und Biopsiekappen vorhanden sind.
Vor der Anwendung die Ventile vollständig austrocknen lassen und dann bei bestimmten Ventilen (nach
Angabe des Herstellers) zwei Tropfen Silikonöl über den Dichtegummi des Ventils gleichmäßig verteilen.
Ist ein Endoskoptrockenschrank vorhanden, so ist dieser am Ende des Tages zu aktivieren.
Die Endoskope ohne Ventile in den dafür vorgesehenen Endoskopieschrank aus Nirostastahl hängen
und die Schranktüren schließen. Zum Schutz vor Staub und Kontamination sind immer
Plastikschutzhüllen über die Endoskope (Ventile frei lassen) überzustreifen. Das distale Ende der
Schutzhülle muss jedoch abgeschnitten werden, damit sich keine Restflüssigkeit von noch feuchten
Endoskopen darin sammeln kann. Das Endoskopende darf nicht am Kastenboden aufliegen. Endoskope
dürfen nicht in Gerätekoffern oder waagrecht gelagert werden.
Endoskope, die nicht täglich in Gebrauch sind, müssen einmal im Monat in der
Endoskopwaschmaschine desinfiziert und getrocknet und anschließend mit einer Schutzhülle versehen
werden.
Die Aufbereitung von Endoskopen muss manuell oder elektronisch dokumentiert werden. „Was nicht
dokumentiert wird, gilt als nicht gemacht.“
Desinfektionsmittelwechsel: Wenn für Endoskopwaschmaschinen ein Produktwechsel vorgesehen ist,
müssen alle Endoskope der Abteilung für drei Stunden ins Wasser gelegt werden, damit das alte
Desinfektionsmittel „ausgewaschen“ wird, sonst kann es zu Materialunverträglichkeiten kommen.
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4.9.
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Selbstdesinfektion der Endoskopwaschmaschine
Um Besiedelungen der Endoskopwaschmaschine mit unerwünschten Mikroorganismen vorzubeugen, ist
am Wochenbeginn sowie nach Stillstandzeiten von mehr als 36 Stunden eine Maschinen-Desinfektion
mit leeren Einsatzkörben und Anschlüssen mittels des Selbstdesinfektions-Programmes durchzuführen.
4.10. Wischdesinfektion des fahrbaren Wagens bzw. der Endoskop-Reinigungswanne
Den fahrbaren Wagen bzw. die Endoskop-Reinigungswanne
Flächendesinfektionsmittel wischdesinfizieren und auftrocknen lassen.
mit
einem
alkoholischen
Instrumente, die bei Patienten verwendet wurden, bei denen ein Verdacht auf eine Variante der
Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung besteht, dürfen generell nicht wieder verwendet werden.
Siehe Hygienerichtlinie „AKH-KHH-RL-037 Schutz vor einer Übertragung der Creutzfeldt-JakobKrankheit im Rahmen von invasiven Eingriffen“ des Klinischen Instituts für Krankenhaushygiene.
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5
Version 02
ÄNDERUNGEN
Datum
1.10.2008
1.8.2009
12.08.2010
Version
01
02
02
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