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MEDIEN
KREBS
Verständlich, aber tiefgründig
Das im Jahr 2002 von zwei Journalisten an der Universität Tübingen
gegründete Konzept der Kinderuniversität hat mittlerweile an mehr als
70 Universitäten über fast alle Fakultäten in Deutschland, Österreich
und der Schweiz einen festen Platz.
Unter den Dozenten befinden sich
Nobelpreisträger. Denn: Komplexes
mit einfachen Worten erklären zu
können, junge Menschen zu begeistern, aber sich auch selbst an der Interaktion erbauen zu dürfen, ist gewiss die höchste Kunst der Lehre.
2005 erhielt die Kinderuniversität
den Descartes-Preis, die höchste
Auszeichnung für Wissenschaft der
EU, und die Gründer erhielten das
Bundesverdienstkreuz. Kinderuniversität ist mehr als eine äußerst PRwirksame Aktion für die Außendarstellung der Universitäten: Hier gibt
es echte Bereicherungen für Kinder
und für Lehrende, ein Bildungsangebot für Kinder ab acht Jahren.
Seit vielen Jahren findet die Kinderuniversität auch in Köln statt.
„Krebs“ ist seit 2010 ein Thema.
Samuel Horn: Expedition Krebs.
Krebs
Atp Verlag, Köln 2014, 102 Seiten,
gebunden, 19,80 Euro
Erstmals mit der Veranstaltung
„Hotel Körper – nein danke. Wie
sich Krebs im Menschen wohlfühlen und wie man dagegen ankämpfen kann.“ Diese wurde sogar theatralisch umgesetzt, und es entstand
auch die Idee von einer Buchpublikation. Und noch besser: Die Kinder waren aktiv in die Buchproduktion als die AG „Buch_Kids“ eingebunden. Aus der Idee wurde Papier.
In nur vier Jahren. Das Konzept von
Marian Barsoum, Ursula PietschLindt und Mitarbeitern wurde unter
anderem auch von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft und dem
Kölner Centrum für Integrierte Onkologie, Prof. Dr. med. Michael
Hallek, unterstützt.
In dem Buch geht es um Felix,
der an Krebs erkrankt ist, und um
die Beziehung zu seinen fünf
Freunden. Diese schrumpfen auf
Zellgröße und wandern dann durch
den kranken Körper ihres Felix,
dem sie natürlich helfen möchten.
Dabei machen sie spannende Entdeckungen und Erlebnisse. Am Ende wird natürlich – wie es sich gehört – auch Felix wieder gesund.
Der Text ist unterhaltsam, Fachbegriffe werden in der Marginalie erklärt. So lernen auch Erwachsene
noch etwas in dem Buch.
Das ansprechende Buch wurde
kindgerecht von dem Grafiker Robert Panthera Krause illustriert.
Der Uniklinik Köln und den Behandlern steht nun gleichermaßen
auch eine Aufklärungsschrift für
krebskranke Kinder oder krebskranke
Eltern zur Verfügung, kurzum für alle, die sich mit der Krankheit einfach
verständlich, aber auch tiefgründig
beschäftigen wollen und sollen. Der
Ulrich Fetzner
Preis ist günstig.
PSYCHIATRIE
Nützliche Gesprächstechniken
Daniel J.
J Carlat:
Das psychiatrische
Gespräch. Huber,
Bern 2013, 428 Seiten,
gebunden, 29,95 Euro
A 1814
Es handelt sich bei dem Buch um
die deutsche Übersetzung der dritten Auflage des englischsprachigen
Werkes „The Psychiatric Interview
– A Practical Guide“ von Daniel J. Carlat.
Das Buch unterteilt sich in
34 Kurzkapitel, die ihrerseits
zu vier größeren Abschnitten
mit verschiedenen Themenkomplexen zusammengefasst
sind: „Allgemeine Regeln
für das effektive Gespräch
mit Patienten“, „Psychiatrische Anamneseerhebung“,
„Störungsorientierte diagnostische Gesprächsführung“
und „Therapeutische Gesprächsführung“. Zusätzlich gibt es einen
Anhang mit Kopiervorlagen für
Aufnahmebögen, Patienteninformationen und Übersichten zu Krankheitsklassifikationen.
Zu Beginn eines jeden Kapitels
findet sich eine Textbox mit den
wichtigsten Botschaften, passenden Screeningfragen und (oft
recht holprigen) Eselsbrücken.
Dann folgen jeweils kompakte Erläuterungen zu wichtigen Gesprächsthemen in der Psychiatrie
und wie man sich diesen am besten nähert. Für den Berufsalltag
besonders nützlich sind Fragetechniken für schambesetzte Themen (Sexualität, Suizidalität) und
Tipps für den Umgang mit speziellen Personengruppen (weitschweifige Patienten, Jugendliche, Angehörige).
Das Buch und somit auch die
Eselsbrücken beziehen sich vollständig auf die in Deutschland wenig verwendeten Diagnosekriterien
nach DSM, dem Klassifikationssystem der American Psychiatric Asso-
ciation, was für einen mit ICD10-Kriterien arbeitenden Leser
recht ungewohnt ist. Auch wurden
einige Begriffe nicht entsprechend
der deutschen Terminologie übersetzt: So spricht Kapitel 21 statt
vom „psychopathologischen Befund“ vom „geistigen Zustand“,
und der in Deutschland semantisch
anders besetzte Begriff „Illusion“
fungiert gar als Bezeichnung für inhaltliche Denkstörungen (englisch:
delusion) statt für eine Wahrnehmungsstörung.
Alles in allem kann man mit Einschränkungen dieses Buch vor allem Berufsanfängern in der Psychiatrie und Studenten empfehlen,
die nützliche Gesprächstechniken
für den Umgang mit psychiatrischen Patienten suchen. Wer sich
dabei nicht von der US-amerikanischen Note abschrecken lässt, findet in diesem Werk einen hilfreichen Begleiter für die klinische Tätigkeit.
Benjamin Ochs, Tom Bschor
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 111 | Heft 42 | 17. Oktober 2014
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Bildung
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