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Bedienungsanleitung
Version: 30/01/12
Haubeninfiltrometer
IL 2700
Umwelt-Geräte-Technik GmbH • Email: info@ugt-online.de • Web: www.ugt-online.de
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Inhalt
Abkürzungsliste ........................................................................................................................... 3
1. Einleitung ................................................................................................................................ 4
2. Theoretische Grundlagen......................................................................................................... 5
3. Methodik der Versuchsdurchführung....................................................................................... 6
3.1. Infiltrationsversuche mit unterschiedlicher Wasserspannung .................................... 6
3.2. Infiltrationsversuche mit gleicher Wasserspannung ................................................... 7
4. Aufbau und Funktion des Haubeninfiltrometers....................................................................... 8
5. Versuchsdurchführung .......................................................................................................... 10
5.1. Vorbereitung des Haubeninfiltrometers.................................................................... 10
5.2. Aufstellen des Haubeninfiltrometers ......................................................................... 10
5.3. Befüllen der Haube .................................................................................................... 11
5.4. Wahl der wirksamen Wasserspannung ..................................................................... 11
5.5. Messen der Infiltrationsrate ...................................................................................... 12
5.6. Luftdurchtrittspunkt (LDP) des Bodens...................................................................... 12
5.7. Bodentensiometer ..................................................................................................... 13
6. Infiltrationsmessung mit dem Tensionsinfiltrometer .............................................................. 13
7. Berechnung der hydraulischen Leitfähigkeit ........................................................................... 14
8. Micrologger IL-2700 ............................................................................................................... 15
8.1. Funktion ..................................................................................................................... 15
8.2. Technische Daten ....................................................................................................... 15
8.3. Allgemeine Hinweise zur Bedienung .......................................................................... 16
8.4. Messung ..................................................................................................................... 17
8.5. Hinweise zur Konfiguration der Messung .................................................................. 17
8.6. Kalibrierung ................................................................................................................ 18
8.7. Festlegen des Messintervalls/Beginn einer Messung ................................................ 18
8.8. Optionsmenü.............................................................................................................. 19
8.9. Menüstruktur ............................................................................................................. 19
9. Software IL2700 GUI .............................................................................................................. 25
9.1. Auslesen der Daten .................................................................................................... 26
10.
Hinweise......................................................................................................................... 29
11.
Literatur ......................................................................................................................... 30
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Abkürzungsliste
a
Radius des kreisförmigen Quellbereiches
[L]
F
Quellbereich der Infiltration
[L2]
h
Hydraulische Druckhöhe
[L]
Hk
Höhe der Infiltrations Kammer
[L]
Hs
Wasserstand im Standrohr
[L]
kf
Gesättigte hydraulische Leitfähigkeit
[L/T]
ku
Hydraulische Leitfähigkeit
[L/T]
LDP
Luftdurchtrittspunkt
[L]
Q
stationäre Strömung
[V/T]
q
Verhältnis zweier Quellflächen
rs
Effektiver Radius des Infiltrationsbereiches
[L]
T
Eintauchtiefe der Luftzuleitung
[L]
t
Zeit
[T]
Us
Negativer Druck am U-Rohr-Manometer
[L]
Us(le)
Wasserstand im linken Teil des U-Rohr-Manometers
[L]
Us(ri)
Wasserstand im rechten Teil des U-Rohr-Manometers
[L]
Usmax
Maximaler Druck des U-Rohr-Manometers
[L]
vB
Infiltrationsrate in den Boden
[L/T]
Z
Wasserstand im Infiltrationsgefäß
[L]
α
Gardner Koeffizient
[L-1]
π
Zahl pi
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-
-
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1. Einleitung
Mit dem Haubeninfiltrometer (siehe Abb. 1) wird im nahe gesättigten Bereich die hydraulische
Leitfähigkeit von Böden im Feldversuch gemessen. Die Infiltration erfolgt aus einer auf den
Boden gesetzten geschlossenen Haube, die mit Wasser gefüllt ist. Die vom Wasser bedeckte,
kreisförmige Bodenoberfläche unter der Haube bildet die Quellfläche für den
Infiltrationsfluss. Auf der Meßfläche ist keine zusätzliche Kontaktschicht und keine
Präparation der Bodenoberfläche erforderlich. Lediglich die Bodenvegetation muss kurz
genug gestutzt werden um die Haube nicht zu beeinflussen.
Die hydraulische Druckhöhe unter der Haube wird über eine Mariotte`sche Wasserzuführung
gesteuert. Die wirksame Druckhöhe an der Bodenoberfläche kann zwischen Null und einem
Unterdruck bis zum Luftdurchtrittspunkt des Bodens frei gewählt werden. Über das
zugehörige U-Rohrmanometer wird diese Druckhöhe exakt gemessen.
Ein zusätzliches Bodentensiometer erfasst die Wasserspannung in einer definierten
Bodentiefe und erlaubt damit die exakte Bestimmung des hydraulischen Gradienten für die
aktuelle Wasserbewegung.
Die
Berechnung der
hydraulischen
Leitfähigkeit erfolgt zweckmäßig aus den
im Versuchslauf ermittelten stationären
Fließraten nach WOODING (1968) (siehe Kapitel
2 und 7).
Für die Infiltrationsversuche stehen zwei
Hauben mit einem Verhältnis der
Infiltrationsflächen von etwa 1:2 zur
Verfügung.
Eine zusätzliche Infiltrationskammer bildet
mit der Mariotte`schen Wasserzuführung
ein übliches Tensionsinfiltrometer, das Abbildung 1 HaubeninfiltrometerIL-2700 in Messposition.
unabhängig vom Luftdurchtrittspunkt des
Bodens Infiltrationsversuche bis zu einer Wasserspannung von etwa 60 hPa gestattet ( siehe
Kapitel 6).
Die Messdaten für die Fließrate können zusätzlich mit einem Drucksensor und dem
Micrologger IL-2700 erfasst und mit der Software IL-2700 in einen PC eingelesen und
ausgewertet werden (siehe Kapitel 8 und 9).
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2. Theoretische Grundlagen
Für die Berechnung der hydraulischen Leitfähigkeit ku als Funktion der Wasserspannung h
kann für Infiltrometermessungen im nahe gesättigten Bereich die k-Funktion zweckmäßig
nach GARDNER (1958) beschrieben werden:
ku  k f  e ( .h )
(1)
kf - gesättigte hydraulische Leitfähigkeit
h - hydraulische Druckhöhe (pos. im Überdruckbereich)
α - Gardner-Koeffizient
Mit diesem Ansatz ist eine analytische Lösung für zahlreiche zwei- und dreidimensionale
Fließprozesse möglich. Auf dieser Basis erfolgt in der Regel die Versuchsauswertung für die
gebräuchlichen Infiltrometeranordnungen.
Nach WOODING (1968) gilt danach für den stationären Fluss Q (Volumen/Zeit) von einer
kreisförmigen Infiltrationsfläche (Radius a) in den unbegrenzten homogenen Boden:
Q    a 2  k u  (1 
4
   a
)
(2)
Zur experimentellen Bestimmung von kf und α kann der Infiltrationsversuch mit
unterschiedlichen Wasserspannungen (hydraulischen Druckhöhen) ausgeführt werden oder
bei gleicher Wasserspannung wird die Infiltration aus Quellflächen mit unterschiedlichen
Radien gespeist (siehe Kapitel 3). Die Infiltration aus unterschiedlichen Quellflächen ist jedoch nur
bei weitgehend homogenen Böden sinnvoll.
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3. Methodik der Versuchsdurchführung
3.1. Infiltrationsversuche mit unterschiedlicher Wasserspannung
Das Haubeninfiltrometer gestattet den Infiltrationsversuch bei unterschiedlichen
Wasserspannungen bis zum Luftdurchtrittspunkt des Bodens unter der Infiltrationshaube
(Radius a). Für benachbarte Werte der gewählten Wasserspannungen (h1, h2) gilt jeweils
nach (1, 2):
Q1
4
 k f  e h1  (1 
)
2
   a
 a
(3)
Q2
4
 k f  e h2  (1 
)
2
   a
 a
(4)
Durch Division erhält man:
Q1
)
Q2

(h1  h2 )
ln(
(h1, h2 < 0)
(5)
und für die hydraulischen Leitfähigkeiten:
Q1
  a2
k (h1 ) 
4
(1 
)
   a
(6)
Q2
  a2
k (h2 ) 
4
(1 
)
   a
(7)
Der Infiltrationsversuch mit Wasserspannungen unterhalb des Luftdurchtrittspunktes
des Bodens kann mit dem Tensionsinfiltrometer ausgeführt werden. Dabei ist der
Einfluss des Kontaktmaterials zwischen Boden und Tensionskammer zu beachten, da
hierbei die „Reihenschaltung“ aus dem Kontaktmaterial und dem Boden wirksam ist.
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3.2. Infiltrationsversuche mit gleicher Wasserspannung
Bei der Infiltration mit gleicher Wasserspannung aus Infiltrationshauben mit
unterschiedlichen Radien gilt für die entsprechenden Fließraten:
Q1
  a12
k (h ) 
4
(1 
)
    a1
(8)
Q2
  a2 2
k (h ) 
4
(1 
)
    a2
(9)
Wählt man die Quellflächen in einem Verhältnis (10) erhält man:
F2  q  F1
F    a 
Q1
 1)
Q2

Q
a1    (1  q  1 )
Q2
2
(10)
4( q 
(11)
Für einen unbekannten Boden können damit kf und α aus (11), (8) und (1) ermittelt
werden. Da unterschiedliche Bodenbereiche in den einzelnen Versuchsläufen wirksam
sind, führen Inhomogenitäten im Boden teilweise zu ungültigen Ergebnissen. Bei dieser
Versuchsführung sollte die Gleichung (11) nur für repräsentative Mittelwerte der
Infiltrationsraten der jeweiligen Infiltrationshauben verwendet werden.
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4. Aufbau und Funktion des Haubeninfiltrometers
Eine Haube [2] mit kreisförmiger Grundfläche steht auf der Bodenoberfläche. Der Raum
unter der Haube ist mit Wasser gefüllt, wobei die hydraulische Druckhöhe über eine
Mariotte`sche Wasserzuführung [5, 6, 7] geregelt wird. Der Rand der Haube ist gegenüber
dem Boden bis zu einem Begrenzungsring [1] mit wassergesättigtem Feinsand abgedichtet
(siehe Abb. 2). Diese Dichtung ist nur bei Unterdruck im Wasservolumen unter der Haube
wirksam. Der Unterdruck kann von Null bis zum Luftdurchtrittspunkt des Bodens geregelt
werden. Auf der Messfläche bleibt das Porensystem des Bodens vollkommen ungestört.
Bei der Einrichtung der Versuchsanordnung wird zunächst ein Puffergefäß [3] unter der
Haube kontrolliert mit Wasser gefüllt. Bei Überlauf des Puffergefäßes beginnt die Infiltration
in den Boden und das Volumen unter der Haube wird mit Wasser gefüllt. Die
eingeschlossene Luft wird dabei über die Entlüftungsleitung [10] in das Luftvolumen der
Infiltrationssäule [5] geleitet.
Achtung!
Bei instabilen Böden oder strukturlosen Sanden sollte die Bodenfläche unter dem
Puffergefäß mit einem aufgelegten Tuch gegen Ausspülungen geschützt werden.
Nach Schließen der Entlüftungsleitung [V2, V3] bleibt das Wasservolumen unter der Haube
konstant. Der Infiltrationsfluss wird nur noch aus dem Infiltrationsgefäß der Mariotte`schen
Wasserzuführung geliefert und kann an einer Skala über die Füllhöhe ermittelt werden bzw.
mit dem Micrologger IL-2700 aufgezeichnet werden.
Die wirksame hydraulische Druckhöhe an der Bodenoberfläche wird aus der
Wasserspiegelhöhe im Steigröhrchen [4] und dem Unterdruck am U-Rohr Manometer [8]
ermittelt. Der Nullpunkt der Skala am Steigröhrchen liegt dafür in Höhe der Bodenoberfläche
an der Unterkante der Haube.
Achtung!
Die Unterkante der Haube muss für eine exakte Messung der Wasserspannung in
Bodenhöhe liegen. Bei instabilen Böden muss die Auflage der Haube zusätzlich gesichert
sein (Ring mit Auflage).
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Abbildung 2: Schematischer Aufbau des Haubeninfiltrometers
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Feinsandabdichtung
Kunststoffhaube
Puffergefäß
Steigröhrchen
Infiltrationsgefäß
Blasenturm
Belüftungsröhrchen
U-Rohr Manometer
Verbindungsschlauch 1
Entlüftungsleitung
Verbindungsschlauch 2
Standfüße
B
Hk
Hs
I
K
P
T
Us
V1
V2
V3
Z
Füllhöhe des Blasenturmes
Abstand zwischen Bodenoberfläche und Luftauslass
Wasserspiegelhöhe im Steigröhrchen
Maximale Füllhöhe des Infiltrationsgefäßes
Hahn zur Absperrung des Pipettierballs
Pipettierball
Eintauchtiefe des Belüftungsröhrchens
Höhenunterschied in U-Rohr Manometer
Hahn zum Trennen der Wasservolumina
Hahn zum Trennen der Luftvolumina
Hahn für Druckanpassung
Füllhöhe
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5. Versuchsdurchführung
5.1. Vorbereitung des Haubeninfiltrometers
Für den Aufbau des Haubeninfiltrometers muss beachtet werden, dass es nur auf
waagerechten Messplätzen korrekt arbeiten kann.
Als erstes die Füße (siehe Abb. 2 [12]) in die Grundplatte des Infiltrometers einschrauben und
den Turm damit senkrecht ausrichten. Blasenturm *6+ bis zur Markierung „B“ füllen. Dazu
Belüftungsrohr [7] herausziehen und Trichter einsetzen. Hahn “V1“ schließen und
Infiltrationssäule bis zur Markierung „I“ füllen und anschließend mit Stopfen
verschließen. Bei Verwendung eines Haubeninfiltrometers IL2700 mit Drucksensor und
Datenerfassung mit dem Micrologger wird empfohlen den Drucksensor vor dem Versuch
zu kalibrieren. Hierfür sollte das Füllen des Infiltrationsgefäßes als letzter Schritt
durchgeführt werden und der Kalibriervorgang ist im Micrologger bereits vor dem Füllen
des Infiltrationsgefäßes zu starten. Mehr Informationen hierzu finden sie im Kapitel „8.6
Kalibrierung“.
Die Haube über den Verbindungsschlauch 2 [11] und den Entlüftungsschlauch [10] an das
Infiltrationsgefäß anschließen und sicherstellen, dass die Hähne “V2“ und “V3“
geschlossen sind. Das U-Rohrmanometer über den Verbindungsschlauch 1 [9] an das
obere Ende des Steigröhrchens anschließen und wenn nötig bis zur Nullmarke der Skale
auffüllen.
5.2. Aufstellen des Haubeninfiltrometers
Für das Aufstellen der Haube sollte eine möglichst waagerechte Messfläche ausgewählt
und die Vegetation, falls nötig, auf ca. 5 mm gekürzt werden. Den Begrenzungsring auf
den Boden setzen und vorsichtig, gleichmäßig einige Milimeter eindrücken (siehe Abb. 3).
Anschließend die Haube zentriert in den Begrenzungsring stellen.
Das Infiltrationsgefäß in der gewünschten Position aufstellen und mittels der
Klemmschrauben an den Füßen senkrecht ausrichten. Der Verbindungsschlauch [11]
sollte in einem Bogen mit Gefälle verlaufen. Den Spalt zwischen Haube und
Begrenzungsring [1] mit Feinsand füllen (siehe Abb. 4) und diesen mit der Spritzflasche
anfeuchten.
Abbildung 3
Abbildung 4
Installation der Haube. Gekürzte Vegetation und Befüllen des Begrenzungsrings.
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5.3. Befüllen der Haube
Die Eintauchtiefe „T“ des Belüftungsrohres etwa 2 cm größer als die Kammerhöhe „Hk“
wählen. So wird die hydraulische Druckhöhe „Null“ knapp unterhalb der
Bodenoberfläche wirksam.
Hahn „V1“ langsam öffnen. Dadurch füllt sich das Puffergefäß [3]. Der
Verbindungsschlauch 2 sollte während dieses Vorganges komplett entlüftet werden.
Eventuell zurückbleibende Luftblasen können durch bewegen des Schlauches und kurzes
anheben und ankippen des Infiltrationsgefäßes entfernt werden, solang darauf geachtet
wird, dass sich die Haube dabei nicht bewegt.
Das Wasser im Infiltrationsgefäß gerät dabei unter Unterdruck. Sofern das System dicht
ist wird das Puffergefäß nicht überlaufen. Falls das Puffergefäß doch überlaufen sollte
überprüfen sie, dass alle Hähne geschlossen sind und keine der 2 Dichtungen an den
Anschlussstellen des Verbindungsschlauches 2, sowie die Dichtung der Schraubmuffe am
Belüftungsröhrchen fehlen oder beschädigt sind.
Hahn “K“ öffnen und aus dem Verbindungsschlauch 1 [9] Luft absaugen (Pipettierball),
bis der Wasserspiegel im Standrohr *4+ etwa auf Skalenmitte steht. Hahn “K“ danach
wieder schließen und geschlossen halten.
Das Entlüftungsventil „V2“ langsam öffnen. Der Raum unter der Haube gelangt dabei auf
Unterdruck und lässt das Wasser aus dem Puffergefäß überlaufen. Die Füllung der Haube
hat begonnen
Bei Erreichen der Füllmarke an der Haube Entlüftungsventil „V2“ schließen. Der
Infiltrationsstrom erhöht nun den Unterdruck bis zum Einsetzen der Belüftung der
Mariotte`schen Wasserzuführung. Nach Einsetzen der Belüftung bleibt der Unterdruck
unter der Haube konstant. Er wird durch die Eintauchtiefe „T“ des Belüftungsrohres
bestimmt und geregelt. Bei geringer Infiltration in den Boden reicht der sich in der Haube
bildende Unterdruck evt. nicht aus. In diesem Fall kann über „V3“ Luft abgesaugt werden
um den gewünschten Unterdruck zu halten.
Der Unterdruck Us am U-Rohrmanometer soll stets größer sein als der Wasserstand Hs
an der Skala am Steigröhrchen.
5.4. Wahl der wirksamen Wasserspannung
Die wirksame Wasserspannung auf der Bodenoberfläche wird unabhängig von der
Regelung direkt aus der Wasserspiegelhöhe „Hs“ am Standrohr und dem Unterdruck
„Us“ am U-Rohrmanometer 8 ermittelt.
h  Hs Us
( h< 0 !! )
(13)
Ein Versuchsstart sollte stets mit der Wasserspannung „Null“ erfolgen, um die
gesättigte hydraulische Leitfähigkeit zu erfassen.
Der Skalenwert an der Haube (Hs) sowie die Skalenwerte der beiden Schenkel des URohrmanometers (Us) sollten protokolliert werden. (siehe Tabelle 1)
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5.5. Messen der Infiltrationsrate
Nach Wahl der Wasserspannung wird am Infiltrationsgefäß die Auslaufrate „ΔZ/Δt“
(cm/s) gemessen. Hierzu wird die Füllhöhe Z als Funktion der Zeit aufgezeichnet
(möglichst ΔZ > 1cm).
Für die Erfassung der Messdaten ist das Führen eines Protokolles nach Tabelle 1
zweckmäßig:
U – Rohr1)
Infiltrationsgefäß
Haube
Zeit
Z (Scala)
Z / t
Us(li)
Us(re)
Hs
h
min:s
cm
cm/s
cm
cm
cm
cm
Tabelle 1 : Tabellenkopf zur Datenaufzeichnung
1) Us = Us(li) + Us(re) (linker/rechter Schenkel des U-Rohr Manometers)
Zusätzlich zur manuellen Erfassung der Messdaten kann die Datenaufzeichnung der
Auslaufrate mit dem Micrologger IL-2700 (siehe Kapitel 8) digital erfolgen.
Ein Infiltrationslauf ist bis zum Erreichen des stationären Endwertes der Infiltrationsrate
zu führen. Je nach Bodenart ist dafür die Infiltration bis zu einer halben Säulenfüllung
erforderlich.
Nach jedem Infiltrationslauf ist die Wasserspannung schrittweise zu erhöhen (Δh 1 - 2
cm) bis zum Luftdurchtrittspunkt des Bodens. Bei jedem Schritt ist die stationäre
Infiltrationsrate zu ermitteln. Diese wird aus der ermittelten stationären Auslaufrate A
über das Verhältnis der Querschnittsflächen Infiltrationsgefäß zu Haube berechnet (siehe
Kapitel 7).
5.6. Luftdurchtrittspunkt (LDP) des Bodens
Für die Ermittlung des Luftdurchtrittspunktes des Bodens den Hahn „V1“ schließen und
den Druckanstieg am U-Rohrmanometer beobachten.
Das Maximum von Us ermitteln.
LDP  H S  U S max
( LDP < 0 )
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(14)
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5.7. Bodentensiometer
Im Infiltrationsversuch erfolgt die Wasserbewegung unter dem Einfluss der Gravitation
und des Matrixpotentials. Bei Erreichen der stationären Fließbedingungen ist der Einfluss
des Matrixpotentials weitgehend abgeklungen, da sich die Infiltrationsfront in großer
Bodentiefe bewegt. Die Infiltration erfolgt weitgehend nur noch unter dem Einfluss der
Gravitation.
Der Einheitsgradient von 1cmWS/cm bildet sich jedoch nur bei homogener Verteilung
der ku-Funktion über der Infiltrationsstrecke aus. Bei geschichteten Böden wird die
Fließgeschwindigkeit durch die Schicht mit der kleinsten hydraulischen Leitfähigkeit und
den sich darüber bildenden Überstau bestimmt. Da die Fließrate über der Bodentiefe
konstant ist („Reihenschaltung“) bildet sich über den einzelnen Bodenschichten der dem
jeweiligen k-Wert entsprechende Gradient aus.
Für die oberflächennahe Bodenschicht kann der wirksame Gradient ermittelt werden,
wenn vor der unteren Schichtgrenze die wirksame Wasserspannung erfasst wird. Dafür
können zusätzlich bis zu drei Bodentensiometer in geringer Tiefe installiert. Die
Bodentensiometer, so wie der dazugehörige Begrenzungsring mit Führungsvorrichtung
sind bei der UGT-GmbH erhältlich.
6. Infiltrationsmessung mit dem Tensionsinfiltrometer
Für die Bestimmung einer repräsentativen ku-Funktion ist eine Versuchsführung mit dem
Haubeninfiltrometer zwischen der Wasserspannung „Null“ (kf-Wert) und dem
Luftdurchtrittspunkt des Bodens vorteilhaft. Die hier wirksamen Grob- und Makroporen
werden dabei nicht deformiert oder zugeschwemmt.
Ab dem Luftdurchtrittspunkt muss mit dem Tensionsinfiltrometer gemessen werden. Der
Feinsand der Kontaktschicht muss dabei so gewählt werden, dass seine hydraulische
Leitfähigkeit stets größer als die des untersuchten Bodens ist.
Zum Aufbau die Tensionskammer über die Verbindungsschläuche [11] und [9] mit dem
Infiltrationsgefäß und dem U-Rohrmanometer verbinden. Darauf achten, dass Hahn „V2“
geschlossen ist. Die Entlüftungsleitung [10] entfällt beim Tensionsinfiltrometer.
Die gewünschte Messstelle muss geglättet werden. Anschließend den Begrenzungsring auf
die Messfläche setzen und ca. 2 mm hoch mit Feinsand füllen. Danach die mit Feinsand
aufgefüllte Messfläche mit einer wasserundurchlässigen Folie abdecken und die
Tensionskammer glatt auf die Folie setzen. Die Eintauchtiefe des Belüftungsrohres „T“ etwas
größer als die Kammerhöhe „Hk“ wählen. Die Tensionskammer durch öffnen des Hahnes
„V1“ füllen und über den Verbindungsschlauch *9+ Luft absaugen bis der Wasserspeigel im
Steigröhrchen [4] etwa auf Skalenmitte steht.
Zum Starten des Infiltrationsflusses die Kammer leicht anheben und die Folie entfernen.
Beim zurücksetzen der Kammer auf die Meßfläche durch leichte Drehungen einen guten
Kontakt mit dem Feinsand herstellen.
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Anschließend verläuft die Messung so wie auch die Messung mit der Haube. Sobald die
Belüftung der Mariotte`schen Wasserzuführung einsetzt, wird die über die Eintauchtiefe „T“
eingestellte wirksame Wasserspannung nach Gl. (11) an der Bodenoberfläche wirksam. Die
Auslaufrate „ΔZ/Δt“ (cm/s) wird am Infiltrationsgefäß gemessen, bis die Stationäre
Infiltrationsrate für Wasserspannung h1 ermittelt ist. Anschließend die Wasserspannung
durch Variation der Eintauchtiefe verändern und die stationäre Infiltrationsrate für h2
ermitteln.
7. Berechnung der hydraulischen Leitfähigkeit
Im Versuchslauf wird der stationäre Endwert der Auslaufrate ΔZ/Δt am Infiltrationsgefäß bei
der jeweils gewählten Wasserspannung h ermittelt. In Gleichung (12) ist die entsprechende
Infiltrationsrate im Boden vB einzusetzen. Es gilt (mit rs = effektiver Radius Infiltrationsgefäß):
Q    a 2  B    rS2 
Z
t
Q
rS2 Z
Z
 B  2 
q
2
 a
a t
t
(15)
(16)
Der Faktor q ist das Verhältnis der Querschnittsflächen vom Infiltrationsgefäß und den
jeweils wirksamen Infiltrationsflächen an der Bodenoberfläche (siehe Tabelle 2).
In Gleichung (10) gilt für das Verhältnis der Infiltrationsraten bei unterschiedlichen
Wasserspannungen:
Z1
Q1
t

Q2 Z 2
t
(17)
Radien der Infiltrationsflächen
Infiltrationsflächen am
Querschnitt
(Begrenzungsringe)
Boden
Infiltrationsgefäß
Fi = 75,1 cm²
Haube (klein)
a1 = 8,8 cm
F1 = 240 cm²
Haube (groß)
a2 = 12,4 cm
F2 = 483 cm²
Tensionskammer
a = 12,4 cm
F = 483 cm²
Fi / F1 (kl. Haube)
q1 = 0,313
Fi / F2 (gr. Haube)
q2 = 0,156
Fi / F (Tensionskammer) q = 0,156
Tabelle 2
Geräte- und Berechnungsparameter
Als Infiltrationsflächen in Tabelle 2 sind die Flächen innerhalb der Begrenzungsringe
angesetzt, da der Sand zwischen Ring und Haube meist eine hohe Leitfähigkeit besitzt.
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8. Micrologger IL-2700
8.1. Funktion
Mit dem UGT-Micrologger IL-2700 werden die Auslaufraten aus dem Infiltrationsgefäß
„ΔZ/Δt“ bei unterschiedlichen Wasserspannungen an einem Messpunkt erfasst
(Messreihe). Es können bis zu 8 Tensionsstufen aufgezeichnet werden.
8.2. Technische Daten
Sensor
Differenzdrucksensor 0 - 70mbar
Prozessanschluss
Infiltrationsgefäß und Schlauchverbindung
Messbereiche
+/- 700mmWS
Datensicherung
Speicherkapazität 8000 Datensätze, 24 Bit
Abtastintervall
wählbar von 1s bis 10h
Datenübertragung
seriell RS 232, 57600 Baud
Anzeige
LCD-Punktmatrix-Anzeige, 2 Zeilen à 8 Zeichen mit
Tastatur
Versorgungsspannung
9V Blockbatterie
Der UGT-Micrologger IL-2700 besitzt zwei Schnittstellen:
Eingang "IN" für das Sensor-Datenkabel (Buchse linke Seite) und
Ausgang "RS 232" für das Datenkabel "PC (Buchse rechte Seite) (siehe Abb. 5).
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RS 232 (zum PC)
IN
Abbildung 5
Micro-Logger IL-2700
8.3. Allgemeine Hinweise zur Bedienung
Die vollständige Beschreibung der Menüstruktur und Funktionen des Handgerätes ist in
der
graphischen Darstellung im Unterkapitel „8.8 Menüstruktur“, sowie auf den
beigefügten laminierten Handzetteln zu finden.
Im Rahmen der Menüführung wird generell die „Start“-Taste im Sinne einer „Enter-Taste“
und die „On“-Taste im Sinne von „Escape“ verwendet. Damit führt die „Start“-Taste
jeweils in die nächsttiefere Menüebene und die „On“-Taste zurück in die nächsthöhere
Menüebene. Die Funktion der „Step“-Taste entspricht der der Pfeiltaste nach unten und
dient der Auswahl des Menüpunktes.
In den Menüs zur Eingabe des Messintervalls und der Tension lassen sich die Werte durch
längeres gedrückt halten (1 sec) der „Step“-Taste um 10 erhöhen und durch längeres
Drücken der On-Taste auf 0 setzen.
Prinzipiell kann der Datenlogger auch direkt am Messplatz ausgelesen werden z.B. mit
einem Laptop, etwa um die
Messergebnisse zu prüfen. Es wird jedoch empfohlen
während der Messung das Verbindungskabel zwischen Handgerät und Computer zu
entfernen, um Störungen der Messung zu vermeiden.
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8.4. Messung
Die Aufzeichnung der Daten erfolgt nach Messplätzen und der gewählten Tension. Im
Menü stehen 10 Messplätze mit jeweils 8 Speicherplätzen für Tensionen zur Verfügung.
So kann bei der späteren Auswertung leicht nachvollzogen werden, welche Datenreihen
wo und unter welchen Bedingungen aufgenommen wurden. Der gewünschte Messplatz
wird im Haupt- bzw. Messplatzmenü ausgewählt. Im darauffolgenden Untermenü kann
man entscheiden, ob man den Messplatz verwendet oder löscht.
Anschließend wird auf die gleiche Weise der Speicherplatz für eine Tension ausgewählt.
Im entsprechenden Untermenü befindet sich dann zusätzlich der Menüpunkt
„Kalibrieren“. Bevor man nun das Messintervall und die Tension für die Messung
konfigurieren kann, wird vom Programm geprüft, ob der Speicherplatz bereits verwendet
wurde und ob eine vollständige Kalibrierung stattgefunden hat. Ist dies nicht der Fall,
wird eine entsprechende Meldung im Display angezeigt. Sollte der Speicherplatz belegt
sein, kann man entscheiden einen anderen Speicherplatz zu wählen oder den aktuell
gewählten zu löschen. Im Falle einer unvollständigen Kalibrierung folgen sie bitte den
Anweisungen im Unterkapitel „8.6 Kalibrierung" auf Seite 18 dieser Bedienungsanleitung.
In den nächsten beiden Schritten wird erst das Messintervall und danach die verwendete
Tension eingestellt. Anschließend beginnt die eigentliche Messung. Maximal können 100
Messwerte pro Versuchslauf aufgezeichnet werden. Ab dem Erreichen einer konstanten
Fließrate wird jedoch nur noch die voreingestellte Anzahl an Messwerten aufgezeichnet
(nähere Informationen siehe „8.5 Hinweise zur Konfiguration der Messung“). Danach ist
die Messung beendet und man gelangt automatisch wieder in das Menü zur Auswahl
eines Speicherplatzes für eine Tension. Der Zustand der stationären Infiltration wird
durch ein Wellensymbol am rechten Ende der oberen Zeile gekennzeichnet.
Während einer Messung kann man durch längeres Drücken (1 sec) der „Start“-Taste die
Messung abbrechen. Da durch die Unterbrechung der Messung die Konstanz der
Fließrate nicht mehr konsistent geprüft werden kann sollte man Messungen immer
abbrechen, wenn eine Messung verzögert wird (Zum Beispiel Nachfüllen des
Infiltrationsgefäßes). Man erhält sozusagen eine zweigeteilte Datenreihe.
8.5. Hinweise zur Konfiguration der Messung
Das Konfigurationsmenü findet sich unter dem Menüpunkt Optionen. In den
entsprechenden Untermenüs kann festgelegt werden über wie viele Differenzen von
Messwerten ein gleitender Mittelwert gebildet wird (1-5), wie viele Messwerte nach
Erreichen einer konstanten Fließrate
aufgezeichnet werden (1-50) und ab welcher
Abweichung zwischen dem gleitenden Mittelwert und der letzten aufgezeichneten
Differenz, eine konstante Fließrate angenommen wird (1-20%). Die Standardwerte sind 3,
20 und 5% und können im Untermenü „Default“ wiederhergestellt werden.
Bei einem gleitenden Mittelwert von 1, findet keine Überprüfung auf eine konstante
Fießrate statt
und es wird die maximal mögliche Anzahl (100) an Messwerten
aufgezeichnet.
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8.6. Kalibrierung
Das Kalibrierungsmenü findet man sowohl im Optionsmenü als auch im Untermenü zur
Auswahl des Speicherplatzes für eine Tension. So kann vor jeder Messung bei Bedarf
schnell auf das Kalibriermenü zugegriffen werden.
Offset-Wert und Skalierungsfaktor können separat kalibriert werden. Es müssen aber
beide Werte festgelegt sein, um eine Messung durchführen zu können.
Der Offset-Wert wird im Regelfall bei einem Druck von 100 mmWS kalibriert. Hierzu wird
das Infiltrationsgefäß bis 100 mm auf der Skale befüllt und dies anschließend mit der
„Start“-Taste bestätigt. Er kann aber auch bei jedem anderen Druck kalibriert werden.
Wenn die Kalibrierung des Offsets nicht mit dem entsprechenden Punkt der Skale
einhergeht, dann stimmen die vom Handgerät erfassten Werte nicht mit denen auf der
Skale überein. Für die Differenzen spielt das jedoch keine Rolle.
Der Skalierungsfaktor wird üblicherweise bei einem Druck von 600 bzw. 610 mmWS
kalibriert. Hierfür wird das Infiltrationsgefäß bis 600 mm (beziehungsweise 610 mm)
gefüllt und der aktuell angelegte Druck in mmWS in das Handgerät eingegeben und mit
der „Start“-Taste bestätigt. Auch hier kann eine beliebige
Kalibrierung erfolgen, es
wird aber aus Gründen der Genauigkeit empfohlen, eine größtmögliche Druckdifferenz zu
verwenden. Der Stopfen bleibt während der Kalibrierung noch geöffnet.
Für eine praktische Versuchsausführung empfiehlt es sich, den Offset-Wert nach dem
Aufstellen des Infiltrometers am Messplatz und vor dem Befüllen des Blasenturms und
den Skalierungsfaktor nach dem Befüllen des Blasenturms (noch offen gegenüber der
Atmosphäre) zu kalibrieren.
8.7. Festlegen des Messintervalls/Beginn einer Messung
Das Messintervall wird generell vor jeder Messung festgelegt. Um an diesen Punkt zu
gelangen verfährt man wie in der Übersicht auf Seite 20 und 24 dargestellt. Zunächst
wird das Handgerät IL 2700 mit der „On“-Taste eingeschaltet. Durch entsprechend
häufiges drücken der „Step“-Taste wird der Messplatz gewählt und mit der „Start“-Taste
bestätigt. Somit ist man im Menü für die Messplatzverwaltung. Bereits mit einer
Datenreihe belegte Messplätze sind mit einem OK gekennzeichnet und könnten bei
Bedarf in diesem Menü gelöscht werden. Ist der Messplatz noch frei geht man durch
erneutes Drücken der „Start“-Taste direkt weiter in das Tensionsmenü. Hier wird über
die „Step“-Taste die gewünschte Tension gewählt. In der Regel Tension 1 für die erste
eingestellte Tension der Messung und anschließend fortlaufend jede weitere. Die
Bestätigung der Tension mit der „Start“-Taste führt in das Menü zur Tensionsverwaltung.
Bei Bedarf kann in diesem Menü eine bereits eingestellte Tension gelöscht, oder eine
Kalibrierung durchgeführt werden, sofern dies nicht vor dem Versuch generell über das
Optionsmenü geschehen ist. Um die Messung zu starten betätigt man die „Start“-Taste
gleich beim ersten Menüpunkt (Start).
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Es erscheint die Anzeige „Samples: H0M00S00“ in der zuerst die Stunden (H),
anschließend die Minuten (M) und zum Schluss die Sekunden (S) des Messintervalles
einzustellen sind. Die Zahlen können mit der „Step“-Taste um je einen Zähler vergrößert
werden. Halten der „Step“-Taste führt bei Minuten und Sekunden zu automatischen
10er-Schritten bis die Taste wieder losgelassen wird. Mit „Start“ wird die Eingabe jeweils
bestätigt und man wechselt zur nächstkleineren Zeiteinheit. Die Einstellung der kleineren
Einheit hat keinen Einfluss auf die davorstehende größere Einheit. (Die Anzahl der
Minuten ändert sich nicht, wenn die Sekunden von 60 weiter auf 0 springen). Bei einer
fehlerhaften Eingabe kann man mit „On“ immer wieder einen Schritt zurück gehen um
diese zu korrigieren. Nach der Einstellung der Sekunden des Messintervalls wird dieses
mit der „Start“-Taste bestätigt. Nun kann die angelegt Tension über die „Step“-Taste
eingestellt werden. An dieser Stelle löst die „Start“-Taste den tatsächlichen Beginn der
Messung aus.
8.8. Optionsmenü
Neben den Menüs zur Konfiguration und Kalibrierung findet man hier auch das Menü
zum Löschen aller Messplätze, das Menü zur seriellen Kommunikation mit dem PC und
das Diagnosemenü.
8.9. Menüstruktur
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9. Software IL2700 GUI
Die Kommunikation zwischen Handgerät und PC erfolgt über die Software IL2700 GUI.
Darüber können die Daten ausgelesen und bei Bedarf auch anschließend gelöscht werden.
Die grafische Darstellung der Werte für den Absolutdruck, sowie der Druckdifferenz erlaubt
eine sofortige Bewertung der Daten und damit auch der Güte des Versuchsverlaufes. Das
Diagnosemenü ermöglicht die Fehlersuche im laufenden Betrieb. Es ist insbesondere für
Wartungsarbeiten durch UGT-Mitarbeiter vorgesehen und wird somit hier nicht näher
erläutert.
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9.1. Auslesen der Daten
Zum auslesen der Daten wird zunächst das Handgerät über das mitgelieferte Kabel mit
dem PC verbunden. Anschließend wird das Handgerät eingeschalten und in den
Kommunikationsmodus gestellt. Diesen erreicht man über das Optionsmenü unter dem
Untermenü „Serial Communication“ entsprechend der hier dargestellten Tastenfolge.
ON
Sel. M:
Options
Start
Options:
M.-Cfg
Step
Options:
Calibrat
Step
Options:
Ser Com
Ser Com:
Start
Die Displayaufschrift „Ser Com:“ zeigt an, dass das Gerät im Kommunikationmodus ist
und auf eine Rückmeldung der Software IL2700 GUI wartet.
Beim Starten der Software wird automatisch eine Verbindung hergestellt, was durch die
Aufschrift „COM Port geöffnet!“ im Fenster „Protokollierung bestätigt wird. Sollte die
Verbindung nicht automatisch hergestellt werden liegt dies vermutlich an einer falschen
Einstellung des COM Ports. Stellen sie unter dem Menüpunkt „IL2700“  „Optionen
(COM Port)“ den entsprechenden COM Port ein und versuchen sie erneut eine
Verbindung herzustellen. Das Handgerät verweilt während der kompletten Zeit im
Kommunikationsmodus.
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Ist die Verbindung erfolgreich hergestellt können die Daten durch anklicken des Buttons
„Daten auslesen“ vom Handgerät auf den PC übertragen werden. Sie werden im
Programmordner
unter
dem
Dateinamen
„IL2700_YYYY-MM-DD_hh-mmss“entsprechend des Auslesezeitpunktes gespeichert. Diese Daten können in
Standardprogramme zur Tabellenkalkulation oder Textverarbeitung importiert werden.
Die Daten können unabhängig vom auslesen durch anklicken des Buttons „Daten
löschen“ gelöscht werden. Generell ist es empfehlenswert vor jedem neuen Versuch alle
alten Daten zu löschen um ein Maximum an Speicherplatz zu garantieren und
Verwechslungen der Daten auszuschließen.
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Über „Datei  Öffnen“ können in den Grafikfenstern der Software auch frühere
Datensätze dargestellt werden. Dies ermöglicht einen einfachen Vergleich der Daten.
Durch Markieren eines gezielten Ansichtsbereiches mit der Maus können Bereiche von
Interesse vergrößert dargestellt werden. Beim Anklicken der einzelnen Datenpunkte
werden jeweils die zugehörigen Werte eingeblendet. Der Datenpunkt, ab dem eine
konstante Fließrate als Zeichen für stationäre Verhältnisse gemessen wurde ist extra
hervorgehoben.
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10. Hinweise
Beim Umgang mit dem Haubeninfiltrometer und dem Micrologger IL-2700 ist Folgendes zu
beachten:
Haubeninfiltrometer:
 Vor Versuchsbeginn sind die Gefäße und Verbindungen auf Defekte zu untersuchen.
 Positionieren Sie die Apparatur eben. Richten Sie die Skalen zueinander aus.
 Den Quarzsand anfeuchten und leicht andrücken. Während des Befüllens
nachträglich weitere Mengen hinzugeben.
 Beim Befüllen die Haube leicht andrücken.
 Bedenken Sie, dass zum Befüllen der Haube ca. eine Säulenfüllung Wasser benötigt
wird.
 Die Haube darf nie vollständig gefüllt werden. Beachten Sie die Markierung.
Vermeiden Sie unbedingt, dass Wasser in die Schläuche [9] und [10] gelangt.
Gegebenenfalls den Ersatzschlauch verwenden. Abgesehen von kleinen Tropfen an
der Kapillarwand dürfen sich keine "geschlossenen" Tropfen bilden.
 Prüfen Sie vor Versuchsbeginn die korrekte Stellung der Hähne. Nur “V1“ darf
geöffnet sein.
 Zum Befüllen der Haube das Belüftungsrohr in den Blasenturm einführen. Die
Eintauchtiefe ist ca. 2cm größer als die Kammerhöhe Hk einzustellen. Bis zur
Belüftung, d.h. bis zum Beginn der Infiltration, darf im Infiltrationsgefäß [5] keine
Blasenbildung ersichtlich sein. Ansonsten System unbedingt auf Dichtheit prüfen.
 Beobachten Sie den Pegelstand von Us und Hs. Bleibt dieser während der
Versuchsdurchführung nicht konstant, dringt Luft über den Schlauch [9] bzw. das
angeschlossene System ein.
 Das Erreichen einer stationären Infiltrationsrate erfolgt asymptotisch und in
Abhängigkeit von der Bodenart. Als Richtwert ist ein quasi konstanter Wert nach
Infiltration einer halben Säulenfüllung erreicht.
 Das Infiltrationsgefäß möglichst auffüllen, bevor eine weitere hydraulische
Druckhöhe mittels Belüftungsrohr [7] eingestellt wird. Zum Auffüllen des
Infiltrationsgefäßes ist der Hahn“V1“ zu schließen.
Micrologger IL-2700
 Kontrollieren Sie den Ladezustand der Batterie im Logger
 Bei längeren Gebrauchspausen sollte die Batterie aus dem Logger entfernt werden
 Jede Zuglastung am Datenkabel ist unbedingt zu vermeiden!
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11. Literatur
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Near-saturated hydraulic conductivity in soils of contrasting texture measured by tension
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LOGSDON, S. D. & D. B. JAYNES (1993):
Methodology for determining hydraulic conductivity with tension infiltrometers. IN: Soil Sci. Soc. Am.
J. 57: 1426-1431.
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Determination of hydraulic conductivity using a tension infiltrometer. IN: Soil Sci. Soc. Am. J. 55: 633639.
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Hood-Infiltrometer: New type of tension infiltrometer. Soil Sci. Soc .Am.J. 71:1438-1447.
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Estimating hydraulic condyctivity of crusted soils using disc infiltrometers and minitensiometers. IN:
Journal of Hydrology 188/189. 209-223.
WOODING, R. A. (1968):
Steady infiltration from a shallow circular pond. IN: Water Resources Research 4. 1259-1273.
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