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SWR2 MANUSKRIPT
ESSAYS FEATURES KOMMENTARE VORTRÄGE
SWR2 Zeitwort
10.11.1969:
In den USA läuft die erste Folge der Sesamstraße
Von Wolf Eismann
Sendung: 10.11.2014
Redaktion: Ursula Wegener
Produktion: SWR 2014
Bitte beachten Sie:
Das Manuskript ist ausschließlich zum persönlichen, privaten Gebrauch bestimmt. Jede
weitere Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des
Urhebers bzw. des SWR.
Service:
SWR2 Zeitwort können Sie auch als Live-Stream hören im SWR2 Webradio unter
www.swr2.de oder als Podcast nachhören:
http://www1.swr.de/podcast/xml/swr2/zeitwort.xml
Autor:
1968 entwickelte die Produzentin Joan Cooney, Präsidentin des neu gegründeten
Children’s Television Workshop in den USA ein Konzept, um Bildungsdefizite bei
sozial benachteiligten Kindern mit Hilfe des Fernsehens auszugleichen. Die
amerikanischen Kids saßen damals täglich bis zu sechs Stunden vor der Glotze, und
man wollte das elektronische Medium für die Vorschulerziehung sinnvoll nutzen. In
Anlehnung an die bei Kindern besonders beliebten TV-Werbespots sollten in kurzen
und unterhaltsamen Sequenzen nicht Cornflakes und Schokolade, sondern
Buchstaben und Zahlen angepriesen werden. Und zwar von Puppen. Jim Henson
und seine Muppet Company wurden engagiert, um eine Vielzahl skurriler Charaktere
kreieren. Und sie hatten dabei jede Menge Spaß.
O-Ton Jim Henson und Kollegen:
Autor:
Jim Henson hatte mit seinen ungewöhnlichen Handpuppen erstmals 1955
Aufmerksamkeit erregt: in der eigenen Five-minute-late-night-show „Sam and
Friends“. 1958 gründete Henson dann die Muppet Company. Die von ihm und seinen
Mitarbeitern gestalteten Puppen aus weichem Schaumstoff schienen ideal für das
Fernsehen. Im Gegensatz zu traditionellen Handpuppen und Marionetten konnten sie
ihre Gesichter knautschen, zeigten somit Mimik – und wirkten unglaublich lebendig.
Viele der von Jim Henson entwickelten Charaktere für die „Sesame Street“, wie die
neue Sendung heißen sollte, sind heute berühmt: Big Bird, ein ebenso argloser wie
liebenswerter Riesen-Kanarienvogel. Gleichermaßen begriffsstutzig und
wissbegierig.
O-Ton Big Bird:
Autor:
Oskar, ein Misanthrop, der in einer Mülltonne haust.
O-Ton Oscar:
Autor:
Das unentwegt lauthals nach Keksen brüllende Krümelmonster.
O-Ton Cookie Monster:
Autor:
Ernie und Bert, Partner einer Männer-WG, einer stoisch vernünftig, der andere ein
sinnenfroher Kindskopf.
O-Ton Ernie und Bert:
Autor:
Und schließlich Kermit, der Frosch, dem Henson persönlich seine Stimme lieh…
O-Ton Jim Henson:
1
Autor:
Gemeinsam mit vielen anderen kehrte er als wahrhaft liebenswertes Geschöpf in die
Kinderwelt ein. Selbst vor einem Monster brauchte hier niemand Angst zu haben.
Denn in der Sesame Street müssen die Monster lernen, sich sozial zu verhalten. Auf
diese Weise lernen es auch die kleinen Zuschauer, bestätigt Medienpädagoge Prof.
Stefan Aufenanger.
O-Ton Stefan Aufenanger:
Also mit dem Monsterthema hat er natürlich was aufgegriffen, was Bruno Bettelheim
mit seinem „Kinder brauchen Märchen“ schon mal angeschnitten hat. Dass Kinder
halt in dieser Auseinandersetzung mit dem Bösen auch immer aktiv umgehen
müssen.
Autor:
Von Anfang an waren auch Psychologen und Pädagogen an der Entwicklung von
„Sesame Street“ beteiligt. Eine Häuserzeile mit Ghetto-Ästhetik war der
Ausgangspunkt des Geschehens. Susan und Gordon, zwei Afroamerikaner aus
Fleisch und Blut, teilten hier ihren Alltag mit den verrückten Puppen, erzählten kleine
Geschichten, die immer wieder von Einspielfilmen unterbrochen wurden. Darin
sangen Monster mehrstimmig einen Psalm, um zum Beispiel die Zahl 4 zu
lobpreisen. Ein verdächtig wirkender Typ namens Schlemihl versuchte Ernie unter
der Hand den Buchstaben B zu verkaufen. Und ein neunmalkluges, ziemlich
arrogantes Zeichentrick-Mädchen namens Susanne Klickerklacker erklärte den
Unterschied zwischen oben und unten oder dunkel und hell.
Musik:
Main Theme „Sesame Street“
Autor:
Am 10. November 1969 ging die „Sesame Street“ im amerikanischen Fernsehen
erstmals auf Sendung. Sie wurde über Nacht zum Erfolg und wurde schon bald in
über 140 Ländern der Welt ausgestrahlt, unter anderem auch in China, Israel und im
russischen Fernsehen. - Im Januar 1973 flimmerte die Sesamstraße erstmals über
deutsche Bildschirme. Angelika Paetow, die damals zuständige Redakteurin, erinnert
sich.
O-Ton Angelika Paetow:
Ich denke, es ist nie wieder so intensiv über Programm für Kinder gesprochen
worden, wie in den siebziger Jahren. Da waren die Eltern, da waren die Kinder, da
waren die Lehrer, da waren die Wissenschaftler, und da waren diejenigen, die sich
tagtäglich kaputt lachten.
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Bildung
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