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Kooperationen und Zweckbetriebe in der Praxis

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INFO
Offizielles Mitteilungsblatt des Solothurnischen Zivilschutzverbandes SOZSV Nr. 3 - September 2014
www.sozsv.ch
Akt ue l l
Millionenschäden im Emmental – der Zivilschutz hilft
Verschiedene Zivilschutzorganisationen des Kantons Bern standen im Emmental im Einsatz und zeigten, warum es einen gut
ausgerüsteten Zivilschutz braucht. Der Kanton Solothurn blieb bei den jüngsten Unwetter-Ereignissen von grösseren Schäden
verschont.
Die Bilder wurden uns von der Zivilschutzorganisation Aaretal (www.zso-muensingen.ch) zur Verfügung gestellt.
Bundeamt für Bevölkerungsschutz:
Inhalt
Aktuell Hochwasser 2014
1-3
Bevölkerungsschutz
4-5
Danke allen Beteiligten bei der Hochwasserbewältigung
Aktuell
Baselstädter im Kanton Solothurn
5
RZSO Zuchwil-Luterbach
6
RZSO Olten
7
Viele Regionen in der Schweiz sind in den letzten Wochen von Überschwemmungen
betroffen. Bundesrat Ueli Maurer dankt allen Beteiligten bei der Hochwasserbewältigung. Die Einsätze und die Zusammenarbeit hätten gezeigt: «Der Sicherheitsverbund
Schweiz mit dem Bevölkerungsschutz und der Armee funktioniert.»
Bundesamt für Bevölkerungsschutz
RZSO Thal
7
In eigener Sache
RZSO Grenchen
8
Ab dieser Ausgabe erscheint das INFO reduziert auf acht Seiten und inhaltlich
kompakter. Redaktionsschluss für die Ausgabe 4/2014: 31. Oktober 2014
Ak t u el l
Redaktionsschlüsse INFO 2014-2015
Nr. 4: 31. Okt. 2014
Nr. 1: 31. Dez. 2014
Nr. 2: 30. April 2015
Nr. 3: 31. Juli 2015
Impressum INFO
Herausgeber
Solothurnischer Zivilschutzverband (SOZSV)
ISSN 2296-0090 (Print)
ISSN 2269-0104 (Online)
Erscheinungsweise
4-mal jährlich
30. Jahrgang
Auflage 4500 Exemplare
Fachkommission Information
Christian Riesen (chr),
Leiter Fachkommission Information
Max Flückiger (mfz)
Daniel Kaspar (dkp)
Martin Steiner (mst)
Webmaster
Martin Steiner
Redaktions-Kontaktadresse INFO
Chefredaktor: Christian Riesen
Bornstrasse 86, 4612 Wangen bei Olten
Telefon: 076 425 45 00
redaktion@sozsv.ch | www.sozsv.ch
Jahrhunderthochwasser: Beispielhafte Alarmierung!
Am Donnerstag, 24. Juli, kurz vor Mittag, ist
der Pensionär und Berichterstatter an der Aare
unterwegs in Richtung «Emmespitz» (am Zusammenfluss von Emme und Aare – Gemeindegebiete Riedholz, Luterbach und Zuchwil).
Da, um 11:38 Uhr, der «Wetteralarm» per SMS
auf meinem Handy: «Alarm, Stufe 2 – Gewitter
mit Starkregen Solothurn West Bucheggberg /
Akute Hochwassergefahr an der Emme. Fluss
meiden! – ab sofort bis 17:00 Uhr».
Das ist doch unmöglich!
Am Himmel weit und breit keine Regenwolken und erst noch prächtiges Sommerwetter.
Nochmals konsultiere ich mein Handy, es ist
knapp vor 12 Uhr. Da eilt schon ein Mitarbeiter der KEBAG (Kehricht-Beseitigungs-AG)
zum «Emmespitz», informiert die Personen
vom Wetteralarm und der Hochwassergefahr.
Auf der Aare «schippert» ein Schlauchboot
(Eltern und zwei Kinder, alle vorschriftsgemäss
mit Schwimmwesten!) auf die mögliche Gefahrenzone zu. Auch da warnt der KEBAG-Mit-
arbeiter, und am Ufer glaubt der Bootsführer an
einen Scherz. Wenige Minuten später ist auch
eine zwei Personen starke Polizeipatrouille im
Laufschritt vor Ort und bittet die Personen, den
gefährdeten Platz zu verlassen. Von der anderen Seite rückt die Feuerwehr Zuchwil mit einem Kleintransporter an und sperrt den Aareweg für sämtliche Fussgänger. Weiter oben, auf
der Brücke (Zuchwil-Luterbach) postiert sich
die Feuerwehr Luterbach und beobachtet die
Situation.
Die braune Flutwelle
Treibholz, Sträucher und Baumstämme treiben in der Emme; das braune Wasser vermischt
sich mit der grünen Aare beim Zusammenfluss.
Beim Flusskraftwerk Flumenthal behindert
das viele Schwemmholz die gewaltige Wassermenge am Durchfliessen. Mit einem Ladekran
muss das Schwemmholz entfernt werden.
Text und Bilder: mfz
Kontaktadressen SOZSV
Solothurnischer Zivilschutzverband
Präsident: Willy Hafner
Rainfeldweg 18, 4710 Balsthal
062 391 53 23
Kassier: Michael Hubler
c/o BDO AG
Biberiststrasse 16,
4501 Solothurn
Fachkommission
der ZS-Kommandanten und -Stellenleiter
Präsident: vakant
Der KEBAG-Mitarbeiter warnt den Bootführer vor der sich nähernden Gefahr und bittet, das Gewässer zu verlassen.
Mit einem Ladekran werden Schwemmholz und Baumstämme aus dem Wasser gezerrt.
2
INFO 3 / September 2014
Akt ue l l
Naturgefahrenportal für
die Bevölkerung
Erstmals erlaubt eine übersichtliche Kartendarstellung auf dem neuen Portal
www.naturgefahren.ch, die aktuelle Naturgefahrenlage in der ganzen Schweiz
auf einen Blick zu erfassen. Die Naturgefahrenfachstellen des Bundes haben das
Portal gemeinsam im Auftrag des Bundesrates entwickelt und damit ein weiteres Element zur Verbesserung der Warnung bei Naturgefahren realisiert.
Wollte man bisher zum Beispiel an einem stürmischen, niederschlagsreichen Wintertag wissen, ob man problemlos von zu Hause ins Feriendomizil reisen kann, musste man die Informationen dazu bei MeteoSchweiz, beim BAFU
und beim SLF zusammensuchen. Das Portal
www.naturgefahren.ch der Naturgefahrenfachstellen des Bundes stellt nun die Gefahrenlage
und Warnungen auf einer einzigen, übersichtlichen Karte dar: Wetterextreme, Überschwemmungen und Rutschungen, Erdbeben, Lawinen sowie Waldbrandgefahr. Empfehlungen
zum Verhalten vor, während und nach Naturereignissen vervollständigen die Inhalte. Bei besonders kritischen Lagen vermittelt das sogenannte Naturgefahrenbulletin weiterführende
Informationen wie eine gemeinsame Lagedarstellung. Hintergrundinformationen und Details finden sich nach wie vor auf den Internetseiten der einzelnen Fachstellen.
Französisch und Italienisch zur Verfügung
steht und auch für Sehbehinderte barrierefrei
ist: «Wenn wir bei grossen drohenden Naturereignissen via Radio und Fernsehen warnen,
wird auf www.naturgefahren.ch verwiesen. Daher ist es essentiell, dass dort die Informationen
für alle zugänglich sind.» Die Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit wurden sehr genau getestet und in mehreren Schritten optimiert. Und weil immer mehr Menschen mit
Smartphones aufs Internet zugreifen, gibt es
eine Version des Portals, die für Mobiltelefone
optimiert ist.
Bund verbessert Massnahmen
Gemäss Bruno Oberle (Direktor des Bundesamts für Umwelt, BAFU) können Naturereignisse wie Hochwasser an sich nicht verhindert,
aber die Folgen gemindert werden. Das Ziel des
Portals ist eine gute Information der Bevölkerung, denn: «Nur wer gut informiert ist, kann
eigenverantwortlich handeln und so Schäden
vermeiden oder verringern.» Seit den Überschwemmungen im Jahr 2005 hat der Bund zusammen mit Kantonen und Gemeinden verschiedene Massnahmen bezüglich Naturgefahren umgesetzt. So wurden die Warnung
und Alarmierung weiter entwickelt, zum Beispiel durch Informationssysteme für Fachleute
oder Ausbildung von lokalen Naturgefahrenberatern und -beraterinnen. Das Naturgefahrenportal für die Bevölkerung ist ein weiterer Mosaikstein in der Umsetzung des OWARNABerichts zur «Optimierung der Warnung und
Alarmierung bei Naturgefahren».
Peter Binder (Direktor des Bundesamts für
Meteorologie und Klimatologie, MeteoSchweiz) betont, dass das Portal in Deutsch,
Zusammenarbeit der Fachstellen
Christoph Hegg (stellvertretender Direktor der
Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und
Landschaft, WSL) sagt, dass gemeinsame Produkte wie Karten auf einem solchen Portal nur
dann angeboten werden können, wenn auch gut
zusammen gearbeitet wird. «Das Portal ist der
nach aussen sichtbare Ausdruck, dass die Naturgefahrenfachstellen des Bundes – BAFU,
MeteoSchweiz, SED, SLF-WSL und BABS
– ihre Zusammenarbeit formalisiert und optimiert haben.» Im Fachstab Naturgefahren koordinieren die beteiligten Fachstellen
in kritischen Situationen ihre Prognosen und
Warnungen und erstellen gemeinsame Naturgefahrenbulletins und Medienmitteilungen,
die auch auf dem neuen Portal veröffentlicht
werden.
Bei Erdbeben ist eine Warnung im Voraus in
der Regel nicht möglich. Als umso wichtiger
erweisen sich daher im Ereignisfall verlässliche
Informationen über die Stärke, die möglichen
Auswirkungen und das empfohlene Verhalten, wie Stefan Wiemer (Direktor des Schwei-
Printscreen der aktuellen Lage unter www.naturgefahren.ch am 29. Juli 2014 morgens.
zerischen Erdbebendienstes) betont: «In der
Chaosphase direkt nach einem grösseren Erdbeben sind vertrauenswürdige, umfassende und
rasche Informationen für die verunsicherte
Bevölkerung zentral». Und weil zum Beispiel
Kälte oder Regen die Lage von evakuierten
oder obdachlosen Erdbebenopfern massiv verschärfen können, ist es sinnvoll, Erdbebenmeldungen im Kontext der gesamten Naturgefahrenlage darzustellen.
Vertiefte Informationen
Die Warnungen und Informationen zu Naturereignissen werden weiterhin auch auf den Internetseiten der jeweils zuständigen Fachstelle
veröffentlicht. Dort gibt es zudem wie bis anhin detaillierte Hintergrundinformationen wie
Messwerte, wissenschaftliche Zusammenhänge
oder Warnungen für spezielle Nutzergruppen
wie Landwirte, Kanufahrer, Segler oder Skitourengeher. Das Naturgefahrenportal des Bundes hingegen richtet sich an die breite Bevölkerung. Deshalb ist im Hintergrund auch das
Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS)
beteiligt. «Als Koordinationsstelle im Bevölkerungsschutz unterstützt das BABS alle Massnahmen, welche die Zusammenarbeit der beteiligten Partner stärken und verbessern. Das
Naturgefahrenportal ist ein Musterbeispiel für
die erfolgreiche Kooperation von verschiedenen Fachbehörden», erläutert Christoph Flury
(stellvertretender Direktor des BABS).
(Quelle VBS/BAFU, 4.7.2014; bearb. mfz)
INFO 3 / September 2014
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B evö lkerungssch u tz
Grundsätze bei der Bewältigung von Extremereignissen genehmigt
Eine Arbeitsgruppe (Bund-Kantone) hat
die Grundsätze für die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen bei der Bewältigung von Extremereignissen ausgearbeitet. Sie setzen zur Bewältigung
eines Extremereignisses den Schwerpunkt insbesondere auf eine verstärkte kantonsübergreifende Koordination.
Diese Grundsätze wurden von der Politischen Plattform des Sicherheitsverbundes Schweiz und vom Bundesstab ABCN
genehmigt.
Die Sicherheitsverbundsübung 2014
vom kommenden November gibt Gelegenheit, die Grundsätze zu überprüfen
und allenfalls anzupassen. Es wird sich
zeigen, wie die Zusammenarbeit unter
den Kantonen und das Zusammenspiel
zwischen Bund und Kantonen im Ereignisfall funktionieren.
Als Folge der Ereignisse in Fukushima hat
der Bundesrat 2011 eine interdepartementale Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Notfallschutzmassnahmen bei Extremereignissen in
der Schweiz zu überprüfen (Bericht IDA
NOMEX). Aufgrund dieses Berichts hat der
Bundesrat verschiedene Aufträge zur Verbesserung des Notfallschutzes bei Extremereignissen erteilt.
Mit der Massnahme 17 wurde das VBS beauftragt, gemeinsam mit dem Konsultations- und
Koordinationsmechanismus, den zuständigen
Bundesstellen sowie mit den Kantonen Grundsätze festzulegen, nach denen Bund und Kantone bei der Bewältigung von Extremereignissen
zusammenarbeiten.
Unter der Leitung des Delegierten Bund und
Kantone für den Sicherheitsverbund Schweiz,
André Duvillard, hat eine Arbeitsgruppe mit
Bundes- und Kantonsvertretern acht Grundsätze ausgearbeitet, die für die Zusammenarbeit zwischen Bund und den Kantonen bei der
Bewältigung von Extremereignissen wichtig
sind. Sie nehmen die jeweiligen Kompetenzen,
die Verantwortung und Zuständigkeiten des
Bundes und der Kantone gemäss den rechtlichen Grundlagen auf. Auch die Führungs- und
Krisenkommunikation sowie die integrale Lage
spielen bei einem Ereignis von nationaler Tragweite eine bedeutende Rolle. Weiter gehen die
Grundsätze auf das nationale Ressourcenmanagement, die Kooperation mit Dritten, die Ausbildung im Sicherheitsverbund Schweiz sowie
auf die subsidiären Einsätze der Armee ein. Der
Mehrwert dieser Grundsätze ist einerseits die
gemeinsame Erarbeitung und Konsolidierung
des Produkts durch Bundes- und Kantonsvertreter. Andererseits formulieren die Grundsätze
kurz und prägnant die wichtigsten Themen, die
die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantone im Hinblick auf und zur Bewältigung von
Extremereignissen erleichtern soll.
Die Grundsätze wurden von der Politischen
Plattform Sicherheitsverbund Schweiz (Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Bundesrat
Ueli Maurer, Regierungsrat Norman Gobbi,
Regierungsrat Hans-Jürg Käser) und vom
Bundesstab ABCN genehmigt. Beide Gremien beantragten, die Grundsätze an der Sicherheitsverbundsübung 2014 zu überprüfen und
wenn nötig aufgrund der Erkenntnisse aus der
Übung anzupassen.
Quelle VBS, 8.7.2014; bearb. mfz)
Neues Kulturgüterschutzgesetz
verabschiedet
Einblicke in die Katastrophenvorsorge der Schweiz
Der Kulturgüterschutz soll sich auf bewaffnete Konflikte und neu auch auf
Katastrophen und Notlagen ausrichten.
Das Bergland Schweiz hat eine lange Tradition bei der Bewältigung von Naturgefahren (Hochwasser, Lawinen, Murgänge
usw.). Im Rahmen des Wirtschafts- und
Umweltforums der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(OSZE) haben der Kanton Wallis zusammen mit DEZA, BAFU und BABS zwei Exkursionen im Wallis organisiert. Diese vermittelten rund 120 OSZE-Vertretern einen Einblick in das integrale Risikomanagement in der Schweiz und regte die
Zusammenarbeit zwischen den Staaten
an.
Das geltende Bundesgesetz über den
Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten
Konflikten
(KGSG) entstand
unter dem Eindruck
der massiven Zerstörungen während
des Zweiten Weltkrieges. Nun soll der
Geltungsbereich erweitert werden: Neben Massnahmen zur Prävention und Schadensbewältigung im Hinblick
auf einen bewaffneten Konflikt sollen neu auch
solche in Zusammenhang mit natur- oder zivilisationsbedingten Katastrophen und Notlagen
erfasst werden. Die Erfahrungen – etwa aus den
4
INFO 3 / September 2014
Hochwassern von 2005 und 2007 – bestätigen
laut dem Bundesrat die Notwendigkeit einer
solchen Erweiterung. Dies sieht der Ständerat
auch so. Er verabschiedete das Gesetz einstimmig mit 41 Stimmen. Der Nationalrat hatte das
Gesetz bereits im März verabschiedet.
Schutzort für ausländische Kulturgüter
Im neuen «Bundesgesetz über den Schutz der
Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, bei
Katastrophen und in Notlagen» werden ebenfalls neue Bestimmungen des internationalen Rechts umgesetzt. Als weltweit erster Staat
schafft die Schweiz die Grundlagen für einen
«Bergungsort». Ein «Bergungsort» ist ein Aufbewahrungsort für bewegliche Kulturgüter, die
im Besitzer- oder Eigentümerstaat akut gefährdet sind und für eine begrenzte Zeit im Ausland aufbewahrt werden sollen. – Die Inkraftsetzung der Revision ist am 1.1.2015 geplant.
(Quelle VBS, 04.06.2014; bearb. mfz)
Am 21. Mai 2014 nahmen rund 120 OSZEVertreter und Fachleute verschiedener Länder an zwei Exkursionen im Wallis teil, die ihnen Einblick boten in das integrale Risikomanagement (IRM). Bei der einen Exkursion ging
es um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Italien und der Schweiz auf der
B evölkerungsschutz
Route des Grossen St. Bernhard. Die zweite Exkursion, die auch Medienvertretern offen stand, fokussierte auf Vorsorge und Bewältigung im Zusammenhang mit Naturgefahren
und technischen Risiken in der Rhone-Ebene
bei der Gemeinde Monthey.
Mit den beiden Exkursionen konnte den
OSZE-Vertretern der schweizerische Ansatz bei der Bewältigung von Naturgefahren
und der Katastrophenvorsorge erläutert werden. Die Schweiz hat mit dem integralen Risikomanagement eine gute Basis und verfügt
über eine bewährte Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen Ebenen: Bund, Kantone
und Gemeinden. Auch das eigenverantwortliche Handeln von Unternehmen und Privatpersonen spielt eine wichtige Rolle.
Feldvisite im Kanton Wallis
Wegen seiner besonderen Lage als Gebirgskanton, der sich dem Rhone-Ufer entlang ausdehnt, hat das Wallis eine lange Tradition im
Umgang mit Naturgefahren. Experten begleiteten die OSZE-Vertreter auf die Exkursion
und erklärten an den Posten die Massnahmen
zum Schutz vor Überflutungen, Steinschlag
und Lawinen.
Auf Bundesebene waren die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), das
Bundesamt für Umwelt (BAFU) als Fachamt
für Naturgefahren und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) am Exkursionstag präsent. Zusammen mit der Walliser Regierung und Verwaltung hatten DEZA und
BAFU die Feldvisite vorbereitet. Das BAFU
gibt in der Schweiz den Rahmen für die Arbeit im Umgang mit Naturgefahren (IRM)
vor und unterstützt beispielsweise die Erarbeitung von Gefahrenkarten. Die DEZA wiederum setzt bei ihren Tätigkeiten im Ausland einen Schwerpunkt auf die Katastrophenvorsorge (Disaster Risk Reduction – DRR). Im Fokus
stehen sowohl plötzliche Katastrophen wie
Überschwemmungen als auch «schleichende»
Katastrophen wie Dürre oder von Menschen
verursachte Notlagen.
Am 20. Mai war dem Exkursionstag der Konferenzteil des zweiten Vorbereitungstreffens
des OSZE-Wirtschafts- und Umweltforums
in Montreux vorangegangen. Unter der Leitung des schweizerischen OSZE-Vorsitzes haben Vertreterinnen und Vertreter nationaler
und internationaler Institutionen, der Zivilgesellschaft, von Think Tanks, der akademischen
Welt und des Privatsektors über Prävention,
Notfallbewältigung und Wiederaufbau bei Naturgefahren diskutiert. Im Vordergrund standen
Erfahrungsaustausch und Vernetzung auf lokaler, regionaler, grenzüberschreitender und internationaler Ebene.
An der Eröffnung in Montreux sagte Staatssekretär Yves Rossier (Leiter Politische Direktion des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten, EDA): «Zusammenarbeit
bei Naturgefahren ist eine Win-win-Situation
und kann eine mächtige apolitische Massnahme sein, um Vertrauen zwischen den Beteiligten zu schaffen.» Manuel Bessler (Delegierter
des Bundesrats für Humanitäre Hilfe) forderte in seiner Ansprache von der OSZE, sich bei
der Bewältigung von Katastrophen vom reaktiven Ansatz wegzubewegen hin zur proaktiven
Katastrophenvorsorge, die mit entsprechenden
Investitionen verbunden sein müsse. Und der
OSZE-Koordinator für Wirtschafts- und Umweltaktivitäten, Halil Yurdakul Yigitgüden, hob
hervor, dass die Naturgefahren Anpassungen
auf lokaler Ebene erforderten, und keine Gruppe oder Organisation die Gefahren allein bewältigen könne. Die Resultate der Konferenz in
Montreux werden, wie jene des ersten Vorbereitungstreffens, in die hochrangige Konferenz
des OSZE-Wirtschafts- und Umweltforums in
Prag einfliessen, die im Monat September stattfand.
(Quelle EDA, 21.5.2014; bearb. mfz)
Ak tu el l
Baselstädter Zivilschützer
leisten Einsatz im Kanton
Solothurn
Der Kanton Basel-Stadt leistet jedes Jahr einen
grösseren Zivilschutzeinsatz in einem anderen
Kanton. Solche Einsätze legen unter anderem
auch die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Ernstfall.
Die Gemeinden Mümliswil-Ramiswil und
Beinwil verfügen über kilometerlange und teils
nur unter schwierigsten Bedingungen zugängliche Bachläufe. Alleine auf dem Gemeindegebiet von Mümliswil-Ramiswil liegen rund 50
Kilometer Bachläufe, die unterhalten werden
müssen. Geschieht das nicht oder nur unzureichend so drohen im Extremfall Überschwemmungen und Hangrutschungen. Es
geht bei dem Einsatz während den vier Wochen also darum, Bachläufe und Rückhaltebecken aus zu forsten und zu säubern, Schwellen
zu ersetzen oder zu unterhalten. Die den beiden
Gemeinden zur Verfügung stehenden Mittel
reichen bei weitem nicht aus, den Unterhalt
zu gewährleisten. Der Zivilschutz der eigenen Regionen verfügt personell nicht über die
Ressourcen, die Bachläufe zu pflegen. So haben die beiden Gemeinden Mümliswil-Ramiswil und Beinwil gerne das Angebot des Zivilschutzes Basel-Stadt angenommen. Der Unterhalt der Bachläufe ist für den Zivilschutz eine
sinnvolle präventive Aufgabe im Rahmen des
Bevölkerungsschutzes und gleichzeitig eine
gute Gelegenheit für die Zivilschutz-Pioniere
ihre Fertigkeiten zu trainieren und unter Beweis zu stellen.
Text: zvg
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E-Mail
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INFO 3 / September 2013
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INFO 3 / September 2014
5
R e g i o nen
RZSO Zuchwil-Luterbach und RZSO Wasseramt Ost
Einsätze für die Schwinger
und den 1. August
Trotz Sommerferien haben Teile der beiden RZSO Zuchwil-Luterbach und Wasseramt Ost verschiedene Einsätze zugunsten der Gemeinschaft und für die
Schwinger geleistet.
Fürs 107. Nordwestschweizerische Schwingfest vom Sonntag, 3. August, beim Sportzentrum Zuchwil haben nahezu 30 Angehörige
des Zivilschutzes (AdZS) der RZSO ZuchwilLuterbach (Zu-Lu) – unter Kommandant
Hansruedi Horisberger – die beiden 30 Meter
breiten über 730-plätzigen Tribünen, die Stehrampen, weitere Festeinrichtungen (Bänke,
Tische, Stühle, Sonnen- und Regenschirme)
und die Absperrungen aufgebaut. Vier Tage
dauerte die Aufbauphase. Allein die beiden
Tribünen hatten ein Gewicht von nahezu 15
Tonnen.
Teilweise missliche Wetterverhältnisse
Die Aufbauarbeiten starteten am Montag bei
recht guten Wetterverhältnissen; teilweise
wähnte man sich auf einem Bauplatz. Mit
nacktem Oberkörper und mit Sonnencreme
geschützt, werkten einige Zivilschützer. Gegen
Abend zogen die leider prognostizierten Regenwolken auf und es begann wie aus Kübeln
zu schütten. Die Moral blieb trotzdem auf einem hohen Niveau. Die Arbeiten mussten den
Witterungseinflüssen angepasst werden, um
das Landwirtschaftsland nicht noch mehr in
Mitleidenschaft zu ziehen.
Am Donnerstag herrschte ein besonders emsi-
Hand-in-Hand arbeiten auch beim Abbau der Tribüne. Fotos Hansruedi Horisberger
ges Treiben auf dem Festareal; bis am Abend
mussten alle Einrichtungen aufgestellt sein.
Lastwagen brachten das letzte Festmaterial; die
Verpflegungs- und Getränkestände sowie die
Festbänke fanden ihren Einsatzort. Für die vier
Sägemehlringe (genau zwölf Meter Durchmesser mit nahezu 15 Zentimeter Dicke) wurden
etwas mehr als 20 Kubikmeter Sägemehl herangeschafft. Am Abend konnten RZSO-Kommandant Horisberger und Bauchef Kurt Remund die wichtigsten Bauarbeiten als erfüllt
betrachten.
Am Montagmorgen nahmen die Zivilschützer den Abbau in Angriff. Diese dauerten dann
aber nur gerade noch drei Tage. Der Einsatz
verlief zufriedenstellend und ohne Unfall, wie
Kommandant Hansruedi Horisberger vor Ort
zufrieden feststellen durfte.
mfz
Zivilschützer und auch freiwillige Helfer präparieren den Sägemehlring. Mit grosser Sorgfalt müssen die vier Ringe erstellt
werden. Foto Max Flückiger
6
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Einsatz für die 1.-August-Feier
Seit einigen Jahren organisieren die
Gemeinden Biberist, Derendingen
und Zuchwil zusammen die 1.-August-Feier. Auf dem Bleichenberg –
beim Zusammentreffen aller drei Gemeindegrenzen – hat die RZSO Wasseramt Ost, unter dem Kommando von
Niklaus (Nik) Meier, mit 25 AdZS das
Festzelt und weitere Infrastrukturbauten erstellt. Zwei Tage wurden für den
Auf- und ein Tag für den Abbau aufgewendet.
mfz
Re g io nen
RZSO Ol ten
Zivilschützer sorgen für
den grössten Sandkasten
in Olten
Ein grosser Sandkasten für Profi-Beachvolleyballer mitten in Olten: Damit der
Beachevent stattfinden kann, haben
auch knapp 30 Zivilschützer die Hände
im Spiel.
Michael Bleiker organisiert den Beachevent
in Olten seit 2007. Er hat ihn noch als ProfiBeachvolleyballer gegründet, um sein Team wie
auch den Sport zu promoten. Seit der ersten
Austragung arbeitet er mit dem Zivilschutz zusammen. Für ihn sind die Mannen in Orange
eine grosse Hilfe, da er in Olten sonst bloss auf
die freiwilligen Helfer aus drei Vereinen zählen kann. Den Sand verteilen, die Zuschauertribüne montieren oder die Zelte aufstellen: Ohne
die Unterstützung der Zivilschützer müsste er
viel mehr Leute aufbieten.
Leutnant Dominik Ackermann leitet die Truppe von insgesamt 29 Zivilschützern, die am
Beachevent den Auf- und Abbau erledigen. Sie
Re g io nen
Die Zivilschützer bereiten den Platz vor, damit der Sand verteilt werden kann.
arbeiten beim Aufbau im Zweischichtbetrieb,
beim Abbau am Montag nach dem Beachevent wird so lange gearbeitet, «bis nichts mehr
steht», so Leutnant Ackermann. Der Mann,
der in seinem Beruf im Büro arbeitet, schätzt
den Job als Kursleiter, weil man sieht, «dass am
Ende des Tages etwas steht». Auch die Zusammenarbeit mit den Gruppenführern oder die
Gruppendynamik sei sehr gut.
Für Franco Giori, Kommandant des Zivilschutz Olten, ist dieser Einsatz zugunsten der
Gemeinschaft in vielerlei Hinsicht sinnvoll:
Text und Bild: zvg
Da die Stadt Olten eine Unterstützerin des
Beachevents ist und schätzt, dass dieser mitten in der Stadt stattfinden kann, bietet sich
hier die Möglichkeit, direkt zum Gelingen beizutragen. Darauf angesprochen, dass nicht nur
Pioniere im Einsatz sind, sagt Giori: «Für einen Einsatz zugunsten der Gemeinschaft ist
es nicht matchentscheidend, dass alles Spezialisten sind – ganz im Gegensatz etwa zu einer
Fachausbildung.» Die Mannschaft besteht etwa
zur Hälfte aus Neulingen. Diese lernen von den
alten Hasen.
RZSO Thal
nennenswerte Verletzungen abgeschlossen werden. Den Pionieren nochmals vielen Dank für
die erbrachten Leistungen. Text und Bild: zvg
Einige Eckdaten
Transportdistanz ca. 300 m
Höhendifferenz 30 m
Materialbedarf:
• 6 Stahlträger zu 6 m à 130 kg
• 120 Sack Fertigbeton à 20 kg
• ca. 250 Liter Wasser
• div. Pioniermaterial (Notstromaggregat, Wacker usw.)
Die Sherpas vom Thal
Nachdem die Regionale Zivilschutzorganisation Thal in den letzten fünf Jahren die Fussgängerbrücke in der oberen Wechten jährlich
instand gesetzt haben, wurde diese im Mai ersetzt. Die neue Brücke wurde angehoben, damit das Geröll einen besseren Abfluss hat.
Deshalb wurde die Spannweite auf 12 Meter
erweitert. Der Zugang zur Baustelle ist nur beschränkt mit Maschinen erreichbar. Maximale
Breite: 80 Zentimeter. Dank dem unermüdlichen Einsatz von elf Zivilschützern der RZSO
Thal konnte der Ersatz innerhalb einer Woche
realisiert werden. Für den Materialtransport
wurde reine Muskelkraft und eine kleine Motorkarrette eingesetzt. Der Kurs konnte ohne
Redaktionsschluss INFO 4/2014
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R eg io nen
Ur tei l
RZSO Thal besucht die Zivilschutzanlage «Einschlag»
Verurteilung
wegen Missachtung
eines Aufgebots
Mit einer 14-Köpfigen Delegation traf der Betreuungszug der RZSO Thal ein, um die Zivilschutzanlage Einschlag zu besichtigen. Markus
Böhi, Kommandant der RZSO Grenchen führte die Thaler Truppe unter Tage und zeigte ihnen vom Check-In über die Schlafunterkünfte
bis hin zum Generatoren-Raum jeden Winkel
der 1973 erbauten Anlage. Die während dem
Kalten Krieg erstellte Anlage wurde umfunk-
tioniert und dient heutzutage als Betreuungsstelle für Notlagen. Ziel des Besuchs der Thaler
war es, Einblicke in die umgestaltete Anlage zu
erhalten, da das Interesse besteht selbst ein solches Projekt zu verwirklichen. Der Betreuungszug des RZSO Grenchen hat selbst schon reale
Notfallszenarien innerhalb dieser neuen Betreuungsstelle durchgeführt.
Patric Schild
Die Solothurner Zeitung berichtete am 20. Juni
2014, dass ein Organisator einer illegalen Party
zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt wurde. Den Angeklagten Simon A., Sascha G. und
Andreas L. wurde vorgeworfen, dass sie im November 2010 eine illegale Party in der leerstehenden Druckerei Vogt-Schild in Solothurn
organisiert hätten. Der Einzelrichter Claude
Schibli vom Richteramt Solothurn-Lebern
sprach Sascha G. und Andreas L. in diesem
Hauptanklagepunkt «aus Mangel an Beweisen» frei. Interessant ist jedoch die Verurteilung
von Andreas L. in einem Nebenanklagepunkt.
Er wurde zu einer bedingten Geldstrafe in kleinerem Umfang verurteilt, weil er vorsätzlich
einem Aufgebot des Zivilschutzes nicht Folge
leistete.
chr
Postfach 832
AZB
4501 Solothurn
Redaktionsschluss INFO 4/2014
31. Oktober 2014
8
INFO 3 / September 2014
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