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"Was immer Sie uns geben, ist willkommen" - Nachrichten Hamburg

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"Was immer Sie uns geben, ist willkommen" - Nachrichten Hamburg - WELT ONLINE
16.06.09 11:32
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„Was immer Sie uns geben, ist willkommen"
Von Insa Gall 15. Juni 2009, 11:29 Uhr
Letzter Tag der Tansania-Reise der Zweiten Bürgermeisterin. Der Besuch in der Amana-Klinik gehört zu
den eindrucksvollsten Stationen auf der Reise von Christa Goetsch, die mit einer Delegation in die
tansanische Großstadt gekommen ist, um die Zusammenarbeit zwischen Daressalam und Hamburg zu
festigen.
Foto: Insa Gall
Christa Goetsch traf im Amana-Krankenhaus ein kleines Mädchen, das am Arm behandelt wird. Ärztin
Mwanahamisi Hassan ist drei Monate in Hamburg ausgebildet worden
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"Was immer Sie uns geben, ist willkommen" - Nachrichten Hamburg - WELT ONLINE
16.06.09 11:32
Es ist eng in dem Krankenzimmer und schon am Morgen drückend schwül. Der Ventilator, der sich an
der Decke dreht, schafft kaum Erleichterung. Auf einem der Betten ruht sich eine junge Afrikanerin aus.
Die 23-Jährige hat gerade ihr erstes Kind zur Welt gebracht, das in eine Decke gewickelt neben ihr liegt.
Ein paar Stunden noch kann sie sich von der Geburt erholen, dann wird sie nach Hause geschickt. Denn
das Bett wird gebraucht. Schon jetzt muss sie es mit einer anderen jungen Mutter und deren Kind teilen.
Dies ist Alltag im Amana-Krankenhaus, einem der größten Bezirkskrankenhäuser in Daressalam. Täglich
kommen hier 70 bis 100 Kinder zur Welt, doch auf der Neugeborenenstation gibt es nur 25 Betten.
Überdurchschnittlich viele Mütter sterben bei der Geburt, weil Komplikationen während der
Schwangerschaft zu spät erkannt werden.
Der Besuch in der Amana-Klinik gehört zu den eindrucksvollsten Stationen auf der Reise von Christa
Goetsch, die mit einer Delegation in die tansanische Großstadt gekommen ist, um die Zusammenarbeit
zwischen Daressalam und Hamburg zu festigen. Auf Anregung des Senats unterstützt der Verein für
Internationale Zusammenarbeit (VIMZ) das Krankenhaus. Die Hansestadt beteiligte sich an den Kosten
für ein Ultraschallgerät. Jetzt konnte Christa Goetsch den Ärzten ein neues Anästhesiegerät übergeben.
Dennoch fehlt es in dem 250-Betten-Krankenhaus, das für die klinische Versorgung von rund einer
Million Einwohner zuständig ist, an vielem. „Wir benötigen nicht nur Geräte, sondern auch Schulung –
was immer Sie uns geben, ist willkommen“, sagt die Gesundheitsdezernentin des Distrikts, Dafrossa
Lyimo. In der Kinderstation mit ihren 25 Betten drängen sich oft 120 kleine Patienten, begleitet von noch
einmal so vielen Müttern. Ärztin Mwanahamisi Hassan, die ebenso wie ein Kollege ein dreimonatiges
Training im Hamburger Krankenhaus Heidberg absolvierte, hat eine kleine Intensivstation aufgebaut.
Doch vieles von dem, was die 30-Jährige in Hamburg gesehen hat, gibt es hier nicht – kein
Beatmungsgerät, keinen Monitor zur Überwachung der Vitalfunktionen. Den Puls ihrer Patienten zählt
die Medizinerin mit der Hand. „All das macht es schwer, lebensbedrohliche Veränderungen im Zustand
schnell zu erkennen“, erzählt sie.
Ebenso eindrucksvoll, aber auch mit ähnlichen finanziellen Problemen belastet, ist das Dogodogo
Center, das am Stadtrand von Daressalam Straßenkindern ein Zuhause gibt. In zwei Internaten leben
insgesamt 200 Kinder und Jugendliche, die wegen Vernachlässigung, Missbrauch oder anderer Probleme
ihre Familien verlassen und sich lange auf der Straße herumgetrieben haben. Im Dogodogo Center lernen
sie, sich an Regeln zu halten, besuchen die Schule und erhalten Berufsperspektiven. „Straßenkinder
genießen in unserer Gesellschaft keine Priorität und werden eher als Ärgernis wahrgenommen. Aber es
sind Kinder, und sie wollen ein besseres Leben“, sagt Bernhard Staub, der die Einrichtung aufgebaut hat.
Dabei will auch die Jugendfeuerwehr Hamburg mithelfen. Feuerwehrnachwuchs aus der Hansestadt ist
bereits nach Daressalam gereist, Tansanier waren in Hamburg und wurden ausgebildet.
Ein gebrauchtes Löschfahrzeug steht in Hamburg bereit, um nach Afrika verschifft zu werden. Damit
könnte eine einsatzfähige Jugendfeuerwehr am Dogodogo Center aufgebaut werden. Dies würde auch
den nördlichen Stadtbezirken helfen, da die Feuerwehr aus dem Stadtzentrum kaum schnell genug vor
Ort sein kann, wenn es brennt. „Das letztliche Ziel ist es, Feuer zu löschen“, sagt Bernhard Staub, „aber
auf dem Weg dahin werden für diese Jungen viele wichtige andere Ziele erreicht.“
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