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Hardcore-Sushi im Tokio-Hotel Tragt Sonnenschutz! Was tun, wenn

EinbettenHerunterladen
© www.photocase.com
Juni /Juli 2006
Hardcore-Sushi im Tokio-Hotel
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Was tun, wenn‘s brennt?
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Tragt Sonnenschutz!
Überlebenstipps
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Editorial
L
iebe Leserinnen und Leser,
die Jesus Freaks wachsen. Wachstum ist wichtig, um eines Tages groß zu
sein und all die Dinge zu tun von denen
wir als Kind geträumt haben. Flugzeuge
fliegen, den Mitternachtsfilm gucken,
ausschlafen, so lange wir wollen – kurz
endlich ohne Bevormundung über das
eigene Leben bestimmen. Dazu gehört
auch die eigenen Grenzen zu finden
und manchmal auch zu überschreiten.
Genau das machen einzelne Freaks in
ihrem Glaubensleben, sie entscheiden
sich zum Beispiel nach Japan zu gehen
und dort Gemeinden zu gründen.
Doch nicht nur Leute aus Deutschland wollen das Wachstum von JesusAnhängern anregen, sondern auch
Freak-Geschwister in ganz Europa haben den gleichen Traum, wenn sie auch
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anders heißen oder aussehen mögen.
Der Kranke Bote widmet sich in dieser
Ausgabe einigen von diesen Projekten
und auch in Zukunft wollen wir immer
internationaler werden.
Ein Schritt in diese Richtung wird die
englische Online-Ausgabe des Boten
sein, damit ab sofort auch Leute, die
der deutschen Sprache nicht mächtig
sind, an unserer Bewegung teilhaben
können. Um den Kranken Boten aber zu
einem Forum aller Jesus Freaks zu machen, sind wir auf eure Hilfe in Form von
Lob & Kritik, eigenen Texten und anderen kreativen Äußerungen angewiesen
– egal in welchem Land ihr lebt.
Also, lasst uns gemeinsam wachsen!
Bettina fürs DKB-Team
www.bote.jesusfreaks.de
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Der Kranke Bote
Meldungen
Geld-Segen
Seit Ende 2005 hat JFI eine eigene
Stiftung (siehe DKB Feb 06). Diese Stiftung soll einerseits JFI finanziell unterstützen und andererseits zum Aufbau
eines Sozialwerks dienen. Vorteil: Spenden an eine Stiftung können steuerlich
bevorzugt abgesetzt werden. Hier für
alle Interessierten die Bankverbindung
der Jesus Freaks Stiftung: Acredobank,
BLZ 76060561, Konto Nr. 3502511.
Nach-Folge
Leben wie Jesus (LWJ) ist ein viertägiges Jüngerschafts-Teaching für Jesus
Freaks in der Schweiz. Der erste Teil von
LWJ findet am 17./18. Juni im Clublokal
der JF St. Gallen statt, der zweite Teil ist
für den 2./3. September in Bern geplant.
Unkostenanteil: 10 sFr. Mehr Infos können angefordert werden bei Regioleiter
Christian Gauer [LWJ@jesusfreaks.ch].
Besucher-Rekord
Über 500 Gothics besuchten am
Pfingstsonntag die insgesamt drei „Gothic Christ“-Gottesdienste, die JF Leipzig und der Freundeskreis Gothic Christ
anlässlich des Wave-Gotik-Treffens
feierten. Das sind fünfmal so viele wie
2005. Besonders freuten sich die Veranstalter, dass fast die Hälfte der Besucher
Nichtchristen waren. Viele zeigten sich
berührt von Predigt und musikalischen
Darbietungen, die unter dem Motto
„Der Friede Gottes“ standen. Mehr Infos unter: www.gothicchrist.de.vu
Der Open-Air-Sommer 2006: Tipps der Redaktion
Was?
Wann? Wo?
Wieviel?
Web
Peacedog: Alternativfestival von JF Holland
17.6.
NL- Ede
ab 12h
15 € (+5€
Campen)
www.peacedog.nl
Freakfest:
Tschechenstock
22.25.6.
CZ- Červený Kostelec 20 €
/ Camp Brodský
All day
www.jesusfreax.com
Open Heaven: Rock30.6.worship & Wassersport 2.7.
CH- Flaach / Zelt90 sFr
platz Steubisallmend All day
www.openheaven.ch
14. SLOT Art Festival:
Kunst,Musik, Film usw.
PL- Lubiąż bei
Wrocław
43 €
All day
www.slot.org.pl
Rock on the rock: Italo- 21.stock am Gardasee
23.7.
I- San Michele,
Campo Sportivo
freier
Eintritt
www.rockontherock.
com
Freakstock: Familien3.8.treffen der Jesus Freaks 6.8.
D- Gotha, Pferderennbahn Boxberg
90 € All day www.freakstock.com
(69 € VVK)
Juni/Juli 2006 Seite 4
19.23.7.
FLT
Der Kranke Bote
Hermeneutik und Sponti-Lobpreis
Erstes Freak-Leiter-Training für die nächste Generation
D
as Freak-Leiter-Training fand dieses
Jahr vom 27.4. - 1.5. im Knüllhaus
bei Kassel statt. Ein Haus mit guten Betten und super leckerem Essen. Ich reiste
Donnerstagvormittag an und war auf
einmal überrascht, dass der Lobpreis
wirklich schon startete. So was bei Jesus
Freaks? Ich erwartete nettes Ankommen
und dann mit Mittag anfangen, doch es
war eine Leiterschulung. Wenn die zukünftigen Leiter es schon nicht schaffen
pünktlich zu sein, wer dann? Bei solch
einer konkreten Orga musste das Wochenende viel versprechend werden.
Paddy startete mit einem erfrischenden Input – ein guter Einstieg für
ein Hauptthema dieses FLTs: die Fähigkeit zu predigen. Hermeneutik und Homiletik war für manch einen schon aus
der Predigerschulung bekannt, doch die
meisten bekamen nette Einführungen
von Ferry und Storch. Dies sollten erste
Einblicke vom GROBIAN-Seminar sein
und die Motivation für mehr schaffen.
Kristian Reschke übernahm die ersten
beiden Tage den Lobpreis und auch einen Lehrteil über Anbetung. Ein intelektueller Höhepunkt war Daggi mit ihrer
kritischen Abhandlung über Vision. Mirko versuchte mit einem sozialpädagogischen Spielchen die Komplexität der
Bewegung zu erforschen und zu hinterfragen. Nach anfänglicher Verwirrung
wie nun was konstruiert ist, ergab es
Sinn und man verstand, dass alles gar
nicht so einfach ist.
Doch es ging nicht nur um Wissensvermittlung, sondern darum etwa 40
Leiter kennenzulernen, die aus ganz
Deutschland und den anliegenden
deutschsprachigen Ländern gekommen
waren. Man hatte ein Pool von gleichen
Interessen und Problemen.
Neben all den geplanten Ergebnissen
war für mich ein spontaner Lobpreisabend mit improvisierten Musikern ein
total geiles Erlebnis. Zwei Teilnehmer
am Klavier, welche die Noten auf die
Tasten geschrieben hatten, weil beide
nicht spielen konnten. Ferry am Bass
und Mirko an der Gitarre mit dem Blick
zur Wand, um ein ständiges Lachen zu
verhindern. Es war so einfach und ehrlich, dass es Gott gefallen musste.
Schon nach zwei Tagen merkte ich,
dass ich ungewohnt entspannt war. Es
wurde mir als Leiter gedient und ich
wurde zugerüstet. Ein seltsames Gefühl, aber gut. Schon allein aus dem
Grund werde ich wahrscheinlich beim
nächsten FLT wieder dabei sein. Danke
an alle, die das Ganze organisiert haben. Es war toll.
Simon Roth [SimonRoth@gmx.de]
Simon Roth ist Leiter bei den Freaks
in Zwickau und
leidet, wenn er mal
zwei Wochen lang
nicht im Burger
King gepredigt hat.
Mehr unter: http://
krassnaja-schaposchka.blog.de
Juni/Juli 2006 Seite 5
Hardcore-Sushi
im Tokio-Hotel
© www.photocase.com
R
eis klebt an den Fingern, und die
scharfe Wasabi-Paste lässt die Augen tränen. Dazu frisches Lachs- und
Krebsfleisch. Das ganze wickeln flinke
Hände in dunkelgrüne Seetang-Blätter:
Sushi heißt das exotische Endprodukt.
Ein Blick in eine asiatische Imbissbude? Nein, wir befinden uns zwischen
historischen Fachwerkgebäuden im Thüringer Wald, wo
sich europäische
Dreadlock-Hippies
und Hardcore-Kids
fürs Willow Freak
versammeln.
Jesus Freaks in Japan
als Vision – das ist
neu. Und diese exotische Kombination
wirft Fragen auf, die
wohl am besten von
den Initiatoren dieser Idee, Nora und
JP Koch aus Gießen,
beantwortet werden
können. Die beiden setzen sich zum Ziel, in den
folgenden Jahren JesusFreaks-Gruppen in Japan zu
initiieren, um die Menschen dort
für den Glauben an Jesus zu gewinnen. JP spricht davon, dass Gott einen klaren Auftrag für diese Arbeit durch einen prophetischen Eindruck auf Freakstock gab. Jesus Freaks
in Japan. Jesus Freaks kennt man ja nun zu genüge
– aber Japan? Ein unbekanntes Land für dich?

Big in Japan
127 Millionen Menschen leben in Japan,
davon sind nur etwa 0,8% dem christlichen
Glauben zuzurechnen. Die vorhandenen
christlichen Gemeinden sind in der Regel
sehr konservativ geprägt und bieten kaum
attraktive Angebote für Jugendliche. Die Distanz zwischen Jugendlichen- und Elterngeneration ist in Japan sehr stark ausgeprägt.
Gleichzeitig sind Religion und Kultur im Bewusstsein der japanischen Bevölkerung sehr
eng verbunden. Deswegen erfordern missionarische Aktivitäten eine enorme Sensibilität, damit sie nicht als Angriff auf die japanische Kultur gewertet werden. Allerdings
sind insbesondere die Deutschen durchaus
beliebt – in seliger Erinnerung an die einstige Waffenbruderschaft im 2. Weltkrieg.
In Japan existiert eine Vielzahl an unterschiedlichen Subkulturen und Szenen, von
Hardcore über Japan-Punk bis zur bizarren,
japanischen Popkultur. Das Projekt „Jesus
Freaks Japan“ soll, ganz im Sinne des viel
zitierten Sechs-Punkte-Plans, eine Brücke zu
diesen Menschen sein.
Absprung in die Zukunft
Nora und JP planen, über Netzwerkarbeit
und Freundschaftsevangelisation Kontakte
zu diesen japanischen Subkulturen aufzubauen und sie mit dem christlichen Glauben
bekannt zu machen. Anfang 2007 erfolgt
der Sprung ins kalte Wasser: Die beiden Missionare reisen nach Neuseeland, wo Nora
eine Bibelschule besucht und die beiden mit
japanischen Studenten arbeiten werden.
Diese Zeit soll insbesondere dazu dienen,
um sich der japanischen Kultur anzunähern
und sich mit Gott auf den Einsatz in Japan
intensiv vorzubereiten.

Der Kranke Bote
International Freak Conspirancy
Du bist Jesus Freaks Japan
Ab 2008 schließt sich ein zweijähriges Sprach- und Kulturstudium in
der japanischen Stadt Sapporo an.
Diese Vorbereitung ist den beiden Jesus
Freaks sehr wichtig, um ein Verständnis
für die Kultur und die Lebenswelt der
japanischen Bevölkerung jenseits von
Sushi und Mitsubishi zu entwickeln.
Parallel dazu werden sie missionarische
Kurzzeiteinsätze durchführen und Zeit
in die Entwicklung von Teams und von
Zellgruppen investieren. Alle fünf Jahren ist ein 12-monatiger Aufenthalt in
Deutschland vorgesehen, um die Kontakte in das Heimatland aufrecht zu
erhalten.
Von 2012 an ist geplant, nach und
nach Jesus-Freaks-Gemeinden in Japan
zu gründen. Sowohl Nora als auch JP
werden dann als Vollzeitmissionare aktiv sein. Dabei soll die Verantwortung
für Gruppen und Projekte so früh wie
möglich an an die japanischen Christen übergeben werden, damit sie selbst
als Multiplikatoren aktiv werden. An
diesem Zeitplan wird die langfristige
Ausrichtung des Projekts deutlich, denn
eine gute Ernte erfordert eine sorgfältige Aussaat.
Juni/Juli 2006 Seite 8
Allerdings ist dieses Projekt auch nach
Ansicht der beiden Initiatoren keine Veranstaltung für Alleinunterhalter. Es ist eng
eingebunden in die Bewegung und als Projekt dem World Wide Pizza Service (WWPS)
angegliedert. Gleichzeitig sind Nora und JP
organisatorisch an OMF (Oversea Mission
Fellowship) gekoppelt und werden durch
diese Gesellschaft vor Ort begleitet.
Doch wie kannst du dazu beitragen, diese
Vision zu realisieren? Nora und JP betonen
immer wieder, wie wichtig die Gebetsunterstützung für dieses Projekt ist. Gleichzeitig
wünschen sich die beiden Missionare, als
Team nach Japan zu reisen und Mitstreiter
für dieses Projekt zu gewinnen: Gemeindegründung in Tokio als interessante Alternative zum bundesdeutschen Alltag zwischen
Volksmusik und Sauerkraut.
Ab September kannst du für deine Gemeinde Jesus-Freaks-Japan-Parties buchen
– mit lecker Sushi, DJ, Infos, Bildern, Gebetsstationen und allerlei Sonderangeboten mehr. Merchandising-Artikel werden
ab Sommer 2006 erhältlich sein, unter
anderem das Jesus Freaks Japan-Shirt. Es
ist wohl selten derart schick, ein missionarisches Projekt zu fördern. Außerdem kann
deine Gemeinde eine Patenschaft für Teile
des Projekts übernehmen.
Jesus Freaks Japan – eine großartige
Vision. Und geiler als unsere Freunde von
Tokio Hotel ist das allemal. Es ist unsere
gemeinsame Verantwortung, diese Vision
zu realisieren.
Marcus [beisszu@web.de]
Infos unter: www.jesusfreaksjapan.de
Spenden: www.spenden.jesusfreaks.de
International Freak Conspirancy
Der Kranke Bote
Die Nacht der ruhmreichen Untoten
Glorious Undead im O‘Reilly‘s Pub
E
ngland ist berühmt für seine großen Jugendkirchen. Manche davon
zählen tausend und mehr Gemeindeglieder. Was jedoch auch ein Nachteil
sein kann, denn sie sind viel zu groß,
um ihren Gottesdienst in einem Pub
feiern zu können!
Die Glorious Undead Church, um
ihren vollem Titel zu benutzen, treffen sich im „Obergemach“ von
O‘Reilly‘s Pub in Kentish Town gleich
um die Ecke von Londons dreckigem
Szeneviertel Camden. Seit ihrer Gründung im Frühjahr 2002 zählten sie wohl
selten mehr als vierzig Mitglieder und
nannten vor diesem schon einen Club,
zwei Pubs und einen Park ihr Zuhause.
Sie sind der Prototyp der Durchlauferhitzergemeinde, denn viele sind nur
© www.gloriousundead.com
auf Austausch hier oder für begrenzte
Zeit. Ein fluktuierender Ring um einen
harten Kern. Trotzdem wollen sie vor
allem Familie und Zuhause füreinander
© www.gloriousundead.com
sein, einen Ort bieten, wo jeder angenommen wird, so wie er ist.
Glorious Undead pflügen den harten
Boden abseits der erschlossenen Kirchenfelder. Sie sind eine kleine Armee
unaufhaltsamer wandelnder Leiche, die
der Sünde gestorben sind; eine Armee,
nicht der Zerstörung, sondern des Segens und nicht getrieben vom Hunger
nach Menschenfleich, sondern nach
Gerechtigkeit und dem Reich Gottes.
Der Name Glorious Undead bezieht
sich auf die Inschriften von Kriegsdenkmälern, die oft: „To the Glorious Dead“ also „Den ruhmreichen
Toten gewidmet“ lauten. Wir sind ja
bekanntlich in Jesu Tod gestorben
und in ihm auch auferstanden (Röm
6,4), sind also Untote per Definition, fleischfressende Zombies, denn wir
wollen immer abhängiger von ihm sein
und sein Fleisch und Blut essen.
Alex Schneider
[kurttucholski@hotmail.com]
Juni/Juli 2006 Seite 9
Der Kranke Bote
International Freak Conspirancy
Czech it out
Eindrücke vom ersten Treffen der tschechischen Freaks
von Konzerten in Club und Kirche mit
Bands aus Nordböhmen, z. B. „Projevy
radosti“, „Maranatha“ und „šáron“.
Am Abend gab es dann ein paar
Konzerte. Später legte dann noch
„7thatom“ auf bis alle nach Hause
gingen. Danke Jesus für alles was du
getan hast!
Patris, Jesusfreax Hradec Králové
Zu Besuch beim Nachbarn
A
m 22. April gab es ein Schlüsseltreffen von Jesus Freaks aus Böhmen, Mähren, Schlesien und Sachsen.
Die Band „Swaty wertry“ startete mit
Lobpreis und dann stürzten wir uns mit
Sasha Flek, einem tschechischen Bibelübersetzer, ins Wort. Seine Message
war echt gut! Er redete darüber, dass
wir Jesus‘ Aufforderung „Gehet hin und
macht zu Jüngern“nachgehen sollen.
In der Pause sahen wir Videoclips
vom deutschen Freakstock, dem tschechischen Freakfest und dem polnischen
Slot Art Festival. Danach gab‘s Zeit
für Diskussionen. Aus jeder Gruppe
konnte jemand erzählen, wie es ihnen
ging. Kornout von der Silesian Godarchy erzählte von Konzerten, ihrem
Teeladen und dem täglichen Leben
mit Gott. Danach erzählte Ilt von den
deutschen Jesus Freaks, wie sich in
Sachsen immer neue Gruppen gründen, um uns zu ermutigen und unterstützen. Matěj von der Band „Projevy
radosti“ aus Ústí nad Labem erzählte
Juni/Juli 2006 Seite 10
Obwohl sich wenige kannten, kam
dieses Familienflair auf und das elektrisierende Gefühl von etwas Neuem lag
in der Luft.
Nachdem wir den morgendlichen
Kampfmarathon mit Schlafsack, Zahnbürste und Spiegelbild beendet hatten,
gab es wieder ein wunderbares Frühstück. Dabei hat mich eins wirklich verwundert. In Tschechien schneidet man
anders als in „Good Old Germany“ die
Brötchen nicht auf und legt und streicht
dort alles rein, sondern tut alles direkt
auf die Kruste. Als ich diesen Schock 
International Freak Conspirancy
verdaut hatte und das erste Brötchen
im Magen war, hab ich diese Variante
auch mal ausprobiert. Ich muss sagen,
es funktioniert.
Ein befremdendes Gefühl war es
auch, raten zu müssen, um was es
bei den Gesprächen gerade ging, da
nicht immer übersetzt wurde und
unser Tschechisch beschränkte sich
leider auf die wichtigsten Dinge wie
„ahoi“ (hallo) und „jeden pivo proscim“ (ein Bier bitte). Das Bier war
übrigens sehr gut und das bei 70 Cent
Gaststättenpreis.
Zum Abschluss haben wir noch für
unsere tschechischen Freunde gebetet
und sie für uns. Gott hat gesprochen
und es war einfach ´ne coole Zeit.
Mark Megel, Jesus Freaks Sachsen
Freakfest – Wie alles anfing ...
Mit ein paar jungen Leute trafen wir
uns regelmäßig ein Mal pro Woche bei
uns zu einem Hauskreis, aber meistens
sahen wir uns auch zwischendurch
mehrmals. Wir fingen an ein paar Events
zusammen zu organisieren, gingen gemeinsam ins Kino, zum Bowlen, in die
Kneipe und machten zusammen Sport,
organisierten Konzerte für christliche
Bands in Clubs und luden dazu unsere
nicht-christlichen Freunde ein.
Die Idee ein Festival in der tschechischen Republik auf die Beine zu
stellen, entstand nach dem Freakstock 2004. Wir waren alle so davon
ermutigt worden, dass wir Bock kriegten
ein ähnliches Festival in unserem Land
zu haben. Bei uns gab es nichts in der
Der Kranke Bote
Art und wir wollten anderen, Christen
und Nicht-Christen, zeigen, dass der
Glaube an Gott so viel mehr bedeutet
und reicher ist, als nur sonntags in die
Kirche zu gehen. Gleich nach Freakstock
fingen wir mit der Organisation an und
suchten eine geeignete Location für
das Freakfest 2005, obwohl wir bisher
eigentlich nur ein paar Konzerten veranstaltet hatten.
Wir sahen Gottes Wirken in allem. Er
führte uns in einer Art und Weise, die wir
noch nie erlebt hatten und unter seiner
Leitung kamen wir in Kontakt mit Leuten, die wir nicht kannten. Durch seine
große Gnade und die Unterstützung von
ein paar Leute aus Deutschland fand
schließlich das Freakfest 2005 statt.
Jetzt haben wir Mai 2006 und die Vorbereitungen für das diesjährige Freakfest laufen auf Hochtouren. Als Teil des
Festivalprogramms wird es ein Treffen
christlicher Biker aus Tschechien, Polen
und Deutschland geben.
Monika a Tomáš,
Jesusfreax Hradec Králové
Juni/Juli 2006 Seite 11
Der Kranke Bote
International Freak Conspirancy
Das gute Gefühl, nicht allein zu sein
Enthusiastische Stimmung bei den Jesus Freaks Holland
© www.photocase.com
A
m Anfang war das Festival –
darin ähnelt die Geschichte der
Jesus Freaks Niederlande dem tschechischen Weg.Vor sechs Jahren starteten
Max Paans (44) und ein paar andere
Christen in Ede, einer 100.000-Einwohner-Stadt, das alternative Musik- und
Kunstfestival Peacedog. Es entwickelte
sich schnell, und weil es zeitlich immer
kurz vorm Freakstock lag, kamen die
Holländer in Kontakt mit Christan vom
FS-Bandbooking: Gemeinsam konnten
sie sich die Flugkosten für große USBands teilen. 2002 besuchte Max zum
ersten Mal das Freakstock.
Letztes Jahr war er zum erstem Mal
beim Willow Freak mit der Frage, ob
Jesus Freaks auch etwas für die Niederlande wäre: „Danach haben wir gesagt:
Lasst es uns wagen, denn ich hatte ein
gutes Gefühl dabei.“ Im Sommer darauf
startete die Gruppe, und inzwischen treffen
sich in
Ede
wöchentlich
bis zu 25 Leute
zum Beten oder Got-
tesdienst feiern. Sie wollen nicht eine
weitere Gemeinde in Ede sein, sondern
eine Gemeinschaft aus Christen verschiedener Gemeinden. „Unser Hauptziel ist zur Zeit, den Weg zu finden, den
Gott für uns hat. Denn wir können nicht
einfach das Konzept von Jesus Freaks
Deutschland kopieren“, sagt Benny, der
zusammen mit Max und sieben weiteren Holländern auf dem diesjährigen
Willow war. Alle waren begeistert. Benny: „Viele JF-Gruppen sind in der selben
Situation wie wir. Es ist ein gutes Gefühl,
Geschwister in ganz Europa zu haben
und zu wissen: Wir sind nicht allein.“
Nach einigen Startschwierigkeiten
beschreiben die JF Ede die Stimmung in
der Gruppe als enthusiastisch. „Wir haben die Vision, dass die ganzen Niederlande bedeckt sein werden mit JF-Gruppen“, lacht Max. Und fügt ernst hinzu:
„Aber wir haben zuerst ein Herz für
unsere Stadt Ede.“ Was sich in Sachen
Freaks im restlichen Holland entwickelt,
wird sich zeigen. Auf jeden Fall wurde
schon mal ganz visionär die Website
www.jesusfreaks.nl eingerichtet.
Frank [texte@jesusfreaks.de]
Im nächsten Kranken Boten berichten
wir über Jesus Freaks in Dänemark.
International Freak Conspirancy im Internet
Tschechien: www.jesusfreax.com | Norwegen: www.subchurch.no
Portugal: shantipilgrim.blogspot.com | England: www.gloriousundead.com
Juni/Juli
i/J li 2006 S
Seite
it 12
Juppis Kolumne
Der Kranke Bote
Das Gleichnis vom Arbeitsamt
Es lebe der kleine Unterschied
© www.photocase.com
I
ch gehöre zu einer privilegierten Personengruppe! Das ist mir neulich klar
geworden. Mein Baum der Erkenntnis
hatte seine zierlichen Würzelchen in
den pflegeleichten Bodenbelag der örtlichen Agentur für Arbeit geschlagen,
und genau dort naschte ich von seiner
Frucht.
Nach reichlicher Warterei an diversen
Schreibtischen in diversen Zuständigkeitsbereichen ging mir aber so was
von ’nem Kronleuchter auf! Arbeitsamt
ist wie Christsein!!
Es fängt damit an, dass man eigentlich
lieber was anderes tun würde, z. B. ausschlafen statt um 7.00 aufstehen, um
zum A-amt zu dackeln, bloß weil einen
der Saftarsch hinterm Schreibtisch nicht
ab kann und einem den ersten Termin
um 8.00 gibt, um einen dann bis 8.45
warten zu lassen: „Computerproblem!“
Man muss schon Zeit haben wie ein Arbeitsloser, sonst verliert man da leicht
die Ruhe. Christseinsmäßig würde man
vielleicht lieber weiter Lobpreis machen
statt nach dem Godi die Kaffeetassen
zu spülen.
Da bin ich gleich schon beim zweiten
Punkt: Es wird gewartet. Auf die längst
überfällige Zahlung des Alg II. Auf den
Silberstreif am Horizont. Wenn es damit nichts wird, nimmt man auch gerne das Ende der Welt oder die nächste
Begegnung mit dem Heiligen Geist oder
den Bus, den Nachtisch, den sehnlichst
erwarteten Sonnenschein, den ersten
Schnee, den Mann fürs Leben und so
weiter und so fort. Die Liste ist lang.
Als nächstes kommt dann der Hl.G.
– oder er kommt nicht. Oder es kommt
so: „Nein, Sie kriegen kein Alg II. Sie
sind nicht bedürftig.“ Das ist beides
niederschmetternd.
Und weil mir dies alles ausführlich
widerfahren ist, kann ich, mit Erkenntnisbaumfruchtsaftspritzern auf dem TShirt, euch meine ganz persönliche frohe Botschaft verkünden: Es gibt einen
Unterschied!! Er ist zwar nur klein, entscheidet aber über das Wohl und Wehe
der Menschheit – ach, was sag ich, des
ganzen Universums!
Der Unterschied ist völlig unscheinbar und leicht zu übersehen, eher eine
klitzekleine Zahlenspielerei zwischen
Alg II, Kolumne III und Hartz IV, die ich
in wenigen Lesemetern aufklären werde, denn ich persönlich hasse ja diese
pompösen Amerikanischer-EvangelistAnkündigungen, die anhand von einer
Bibelstelle die Inquisition und Pythagoras’ Lieblingssatz erklären – und hinterher kommt nichts als heiße Luft raus.
Der Unterschied ist: Nicht Hartz, sondern Jesus ist für uns zuständig! Wenn
das kein Grund zur Freude ist!
Also steh auf, nimm dein Bett und
geh, denn Gold & Silber hast du nicht
nötig, wenn Jesus deine Kontonummer
kennt!
jubelt Juppi. [julia@kultshockk.de]
Juni/Juli 2006 Seite 13
Der Kranke Bote
Willow Freak
Programm-Upgrade auf Jesus Freaks 2.0?
Häppchen vom Willow Freak
Dezentral
Ein bisschen Uni-Atmosphäre war
vom 25. bis 28. Mai auf dem Hofgut
Siloah in Thüringen beim Leitertreffen
der Jesus Freaks zu spüren, denn erstmals fand der Großteil der Veranstaltungen dezentral statt. Jeder der rund
400 Teilnehmer konnte sich, mit einem
Stundenplan ausgerüstet, je nach Interesse bis zu vier Seminare am Tag reinziehen, von „Umgang mit Finanzen“ bis
„Leben zwischen 20 und 30“. Deshalb
hat jeder ein anderes Willow Freak erlebt. Hier also ein Bericht von 400 möglichen, bei dem du selbst entscheiden
kannst, welche „Häppchen“ du und in
welcher Reihenfolge liest.
Jesus Freaks International e.V.
Bei der Jahreshauptversammlung trat
der Vorstandsvorsitzende Morti Haltenhoff (30) nach fünf Jahren zurück.
Grund sei die momentan unklare Ausrichtung der Bewegung in Bezug auf
Struktur, Zielgruppe und Leiterschaftsverständnis, erklärte Morti vor den JFGemeindeleitern. Wenn diese Fragen
geklärt seien und er persönlich dann
noch hinter JFI stehen könne, stünde
er gern wieder als Vorstandsvorsitzender zur Verfügung. JFI-Geschäftsführer
Josha Eisenhut wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig zum
neuen Vorsitzenden gewählt, auf dessen
Wunsch begrenzt auf ein Jahr. In dieser
Juni/Juli 2006 Seite 14
Zeit wird Josha den Diskussionsprozess
zur JFI-Strukturreform leiten und moderieren. Wer mitreden will, melde sich bei
[josha.eisenhut@jesusfreaks.de].
Jesus Freak History
War früher alles besser? Das wurden
drei Freaks der ersten Stunde am Samstag abend beim „Freaktalk“ gefragt:
Martin Dreyer, Kuky Reschke und Mirko
Sander. Bei dem Gespräch ging es nicht
nur um nostalgische Geschichten aus
den wilden Anfangstagen in Hamburg,
sondern auch um die Frage: Was hat
Jesus Freaks am Anfang ausgemacht,
und was bedeutet das für uns heute?
Für Freaks der zweiten Generation im
Publikum gabs überraschende Erkenntnisse. Übrigens: Früher war nicht alles
besser. Kuky: „Meine Lebensqualität ist
heute viel höher als damals. Wir waren
damals nicht die Helden, sondern es
war die souveräne Gnade Gottes, dass
Jesus Freaks entstanden sind.“
Schlangestehen
Für Zonenkinder ein mit Erinnerung
an DDR-Mangelversorgung verbundenes Gruppenverhalten. Auf dem
Willow hingegen eine gern genutzte
Möglichkeit, um mitwartende Jesus
Freaks kennen zu lernen und/oder sich
über die gerade besuchten Seminare
auszutauschen. Leider arbeitete die
Küchen-Crew so schnell, dass ich nicht
fertig wurde mit erzählen.

Willow Freak
Der Kranke Bote
Emerging Church
Ein KaMeL im Schafstall
Ein Sammelbegriff für neue Arten
von Gemeinden, die versuchen, Kirche
für postmodern denkende Menschen
möglich zu machen. Obwohl Mark
Reichmann und Daniel Ehniss von Kubik Karlsruhe den Begriff nicht mögen,
standen sie Rede und Antwort beim
„Freaktalk“ zum Thema. Fazit: Möglicherweise stehen wir vor einer neuen
kulturellen Epoche. Während manche
JF-Gruppen weiter mit Methoden der
Moderne Gemeinde bauen, werden
andere völlig neue Formen von Predigt
oder Gottesdienst entwickeln, sozusagen Jesus Freaks 2.0. Doug Paggit von
der Solomon’s Porch Community in
Minnesota erzählte, wie seine Gemeinde die Priesterschaft aller Gläubigen (1.
Petr 2,9) ernst nimmt und Predigten gemeinsam vorbereitet und hält. Mehr auf
Marks Blog: www.pfaffe3000.de
Storch erzählte am Donnerstag
abend im Schafstall, die Haupthalle
von Siloah, von den Kurz-, Mittel- und
Langfristigen Zielen bei JFI, und welche
davon erreicht wurden. Wichtigster Erfolg: Das Projekt „Wehende Fahnen“
läuft besser als erwartet, inzwischen
spenden die JF-Gemeinden mehr Geld
an JFI, so dass die Gehälter des ÄKreises, des JFI-Geschäftsführers Josha
Eisenhut und von Andreas Werdermann bezahlt werden. Damit diese Gehälter allerdings mittelfristig auf einem
normalen Niveau liegen, muss sich die
Spendensituation noch verbessern, u.
a. durch eine optimierte Fundraisingseite (spenden.jesusfreaks.de). Weitere
Ziele fürs nächste Jahr: ein Gemeindeentwicklungsprojekt in Kronach, der
Aufbau einer „Seniorenarbeit“ für über
30-jährige und der Ausbau des Ausbil
dungsnetzwerks GROBIAN.
Juni/Juli 2006 Seite 15
Der Kranke Bote
Willow Freak
You are not alone
Wer sind wir eigentlich?
Das Motto von Willow Freak und
Freakstock 2006 und allgemein gefühlte Stimmung auf dem Kongress.
Nicht nur die einzelnen JF-Leiter vor Ort
sollten sich verbunden fühlen, sondern
auch die internationalen Teilnehmer
aus Dänemark, Portugal, den Niederlanden und den USA. Erstmals wurden
alle zentralen Veranstaltungen und die
meisten Seminare von der Bühne aus
ins Englische übersetzt – Feuerprobe
fürs Freakstock.
Und was ist unser Auftrag? Zentrale
Fragen, die sich viele Willow-Teilnehmer
dezentral in Seminaren und Schlangengesprächen stellten. Die Bewegung ist
in einer Umbruchphase: Sind wir kulturrelevant oder für Randgruppen da?
Schließt sich das aus? Brauchen wir
mehr oder weniger Theologie? Was
bedeutet es, wenn laut einer Umfrage
94% aller JF-Gemeindeleiter aus einem
christlichen Umfeld kommen? Antworten gabs noch keine, aber wir stellen
schon mal die richtigen Fragen.
Frank [texte@jesusfreaks.de]
Liebe Jesus Freaks, tragt Sonnenschutz!
Mirkos Überlebenstipps
Plane dein Leben mit Bleistift
W
enn ich euch nur einen Ratschlag
für die Zukunft geben könnte,
dann wäre es Sonnenschutz. Die Vorzüge von Sonnenschutz wurden von Wissenschaftlern bewiesen, wohingegen
der Rest meines Rats keine Grundlage
hat, die zuverlässiger ist als meine eigene verschlungene Erfahrung. Ich werde
diesen Rat jetzt zum Besten geben:
Juni/Juli 2006 Seite 16
Auf deinem Weg wirst du immer
wieder Überzeugungen erkennen, die
für den Moment deine Wahrheit sein
werden. Eine Zeit später werden diese Wahrheiten anderen weichen und
wenige werden bis an deinen Lebensabend wirklich bestehen.
Sei achtsam, welche Erkenntnisse
du mit Kugelschreiber auf deinem
Lebensblatt fest aufschreibst und
welche du mit Bleistift notierst. Bleistift
kannst du radieren und immer wieder
erneuern.
Überlege dir, was am Ende deiner
Tage auf deinem Grabstein stehen soll
und dann lebe so, dass es deine letzten
Wegbegleiter auch in deinen Stein einmeißeln lassen.

Willow Freak
Der Kranke Bote
Sei mit Freunden unterwegs
Mache Sport
Du wirst immer Freunde, die nur Gefährten und wenige Gefährten, die deine Freunde sind haben. Lebe so, dass du
Freunde hast. Verschwende deine Tage
mit Menschen, bei denen du ehrlich
sein kannst und es auch bist. Streiche
in harten Zeiten Gemeinde- und Arbeitstermine, aber nicht am Privatleben.
Mit Gefährten verbindet dich ein gemeinsames Ziel. Du brauchst Personen
um dich herum, mit denen du auf dem
Weg bist. Ohne Gefährten erreichst du
nicht das Ziel, zu dem du bestimmt bist,
aber ohne Freunde kannst du den Weg
nicht bestreiten.
Gefährten wirst du immer haben, solange du auf dem Weg bist, Freunde
musst du dir suchen und Freundschaften
pflegen. Schreibe mit Kugelschreiber,
dass du dein Leben lang ein Freund sein
willst und du wirst Freunde haben.
Die Frage ist nicht, ob du alt wirst,
sondern wie. Heute legst du ein Fundament für deine Zukunft und dein Körper ist dein Kapital. Bewegungen, die
dir heute selbstverständlich erscheinen,
können mit 50 sehr schmerzvoll sein,
wenn du es zulässt. Iss Gemüse und
nicht nur Salat bei McDonald‘s.
Verändere die Welt
Du kannst 40 x 2 Jahre leben oder
aber 1 x 80 Jahre. Du hast dieselbe
Zeit wie jeder andere auch und wie
jeder andere auch liegt es an dir, was
du aus deiner Zeit machst. Denke nicht
an Morgen und verbringe deine Momente nicht mit Sorgen an die nächsten
Monate.
Was ist dein Ziel? Kenne es und mache dich auf den Weg. Das Ziel kommt
erst am Ende und der Weg dahin ist
lang. Vollende den Lauf nicht, indem du
immer wieder kurze Läufe vollbringst,
sondern lauf deinen Marathon in einem
Stück und du wirst siegen.
Hab Zeit
Alles hat seine Zeit. Schon seit 2000
Jahren versuchen Menschen „Kirche“
zu bauen. Wir brauchen die „Gemeinschaft der Heiligen“. Versuche nicht, in
deinem Leben die „Gemeinde“ fertig
zu bekommen, um dann mit dem Richtigen anfangen zu können. „Gemeinde“
sind die Menschen um dich herum und
das sind die Leute, um die es geht. Die
Menschen sind „das Richtige“!
jesus.
Du kannst alles mögliche in deinem
Leben machen. Vielleicht wirst du erfolgreich damit sein, vielleicht auch
nicht. Wichtig ist in dem Ganzen nur
deine Beziehung mit Jesus. Alles andere wird vergehen, aber er ist der Anfang
und das Ende, bei allem auf der Welt
und in deinem Leben.
Aber glaube
Sonnenschutz!
mir
mit
dem
Mirko fürn Ä-kreis
[m.s@jesusfreaks.de]
Die ganze Geschichte dazu findet ihr unter:
http://mirko.funkensturm.de/2006/05/14
Juni/Juli 2006 Seite 17
Der Kranke Bote
Willow Freak
Mirko: „Wir stellen gute Fragen“
Nach der Spaltung in Nürnberg – Wie weiter mit JFI?
H
erausforderungen des letzten Jahres” lautete der unscheinbare Titel
des brisantesten Seminars auf dem Willow Freak. Es sollte um die Erschütterungen gehen, die es in der Bewegung
im Zusammenhang mit dem Einfluss
der „Wort und Geist“-Lehre gegeben
hatte. Als Referenten standen Mirko,
Storch, Paddy und Sprotte vom Ä-Kreis
im Programmheft. Dementsprechend
gut gefüllt waren die Bänke im Schafstall von Siloah.
Der Hintergrund: Bei den Jesus Freaks
sorgt seit rund zwei Jahren der geistliche
Input aus Pastor Helmut Bauers „Wort
und Geist“-Zentrum in Röhrnbach bei
Passau für unterschiedliche Reaktionen.
Darunter auch zwei Extreme: Während
die einen die JF-Bewegung am liebsten sofort à la Röhrnbach reformieren
würden, halten die anderen „Wort und
Geist“ für eine üble Sekte.
Diese verschiedenen Ansichten, vor
allem aber ein unterschiedliches Leiterschaftsverständnis, führten auch innerhalb des Leitungsteam der Jesus Freaks
in Nürnberg zu Spannungen. Der JFIÄltestenkreis versuchte zwischen den
Leitern zu vermitteln, doch ohne Erfolg.
Am 12. April ist Taade Voß als Leiter
der Jesus Freaks Nürnberg zurück- und
nach 14 Jahren aus der Jesus-Freak-Bewegung ausgetreten. Inzwischen hat
er eine neue Gemeinde gegründet. In
den folgenden vier Wochen sind ihm 17
Mitglieder der JF Nürnberg gefolgt. Die
Juni/Juli 2006 Seite 18
Spaltung lief nach Einschätzung des ÄKreises friedlich, auch wenn sie mitten
durch Beziehungen und Freundschaften
ging. Paddy: „Die Leiter sind einfach
nicht mehr zusammen gekommen, und
da ist Trennung noch die beste aller
schlechten Möglichkeiten“.
Auf die Frage, wie der Ä-Kreis zu
„Röhrnbach“ stehe, sagte Storch, dass
man die theologischen Erkenntnisse
von der „neuen Schöpfung in Christus“
teile. Die einseitige Betonung der Lehre sei jedoch falsch und habe schon in
mehreren Gemeinden in Deutschland
Spaltung gebracht. „Die Summe des
Wortes ist Wahrheit“, zitierte Storch
dazu einen Bibelvers. Er empfahl den
Jesus Freaks, die in Röhrnbach eine
Kurzbibelschule machen, entweder vorsichtig mit der Lehre umzugehen oder
es sein zu lassen, denn „ich sehe Gefahren da“.
Ein anderer Freak hatte die Frage,
ob diese Erschütterungen vor allem JF
Nürnberg oder JFI als Ganzes betreffen.
„Es gibt eine kleine Erschütterung“,
sagte Mirko. In der Kirchengeschichte
habe bisher jede Bewegung nach 15
Jahren auf dem Scheideweg gestanden
und drei Möglichkeiten: 1. In die Gemeinden zurückgehen, aus der sie kam.
2. Zur Sekte werden. 3. Neu entdecken,
was sie von Gott bekommen hat. Mirko
sieht gute Chancen für den dritten Weg:
„Die Bereitschaft zur Veränderung ist
da, und wir stellen gute Fragen.“
Frank [texte@jesusfreaks.de]
Willow Freak
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Der
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Kranke
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Kran
ran
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Bot
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Interview mit Taade Voß
Du hast per E-Mail mitgeteilt,
künftig nicht mehr Teil der JesusFreak-Bewegung zu sein. Warum?
Ich bin ja bei den Jesus Freaks Nürnberg raus und habe eine neue Gemeinde gegründet, die nicht im Rahmen der
Jesus-Freak-Bewegung existiert. Nürnberg braucht keine zwei JF-Gemeinden.
Also bin ich auch aus der Bewegung
raus.
Wie ist es aus deiner Sicht zur
Spaltung bei den Jesus Freaks
Nürnberg gekommen?
Es gab einfach unterschiedliche Ansichten in Bezug auf das Verständnis
von Leiterschaft und in theologischen
Fragen im Leitungsteam. Es war innerlich zerrissen. Es gibt zwar immer mal
in Gemeinden Kritik an verschiedenen
Richtungen, aber wenn diese Spannungen das Leitungsteam erreichen,
gibt es nicht viele Möglichkeiten, das
zu kitten.
Du bist dafür, dass ein apostolischer Leiter eine Gemeinde führen sollte und kein Team. Gilt das
auch für die Bewegung und den
JFI-Ä-Kreis?
Ich glaube schon, dass das zumindest
Sachen sind, mit denen sich die Bewegung auseinander setzen sollte. Ich halte
das Modell, was momentan gefahren
wird, für nicht erfolgversprechend.
Gehört deine neue Gemeinde zur Röhrnbacher „Wort und
Geist“-Bewegung?
Wir sind momentan ganz unabhängig, aber wie
das in Zukunft
aussieht, weiß ich
nicht. Ich bin da völlig entspannt.
Das, was Gott sagt, werde ich tun.
Ich war darüber geschockt, dass
du als Ur-Jesus-Freak die Bewegung verlassen hast. Hat sich deine Vision geändert?
Nein. Du bist Jesus Freak nicht, weil
du ’nen Kapuzenpulli mit Alpha-Omega
trägst, sondern wenn du das im Herzen
bist. Und das hat sich bei mir nicht mal
eben so in den letzten Wochen geändert. Ich frage mich aber, ob das an eine
bestimmte Organisation gebunden sein
muss. Auch alles, was hier in meiner
neuen Gemeinde passiert, wird in die
Richtung gehen, diese Stadt hier jesusmäßig zu verändern.
Kristian Reschke, ein „Freak der
ersten Stunde“, dient JFI weiterhin, obwohl er nicht mehr Teil der
Bewegung ist. Könntest du dir
das auch vorstellen?
Wenn das gewollt wird – natürlich!
Man tritt doch nicht aus dem Reich Gottes aus, nur weil unterschiedliche Leute
andere Meinungen haben. Und ich finde
auch die Leute nicht auf einmal scheiße.
Das waren für mich ja keine 14 schlechten Jahre bei JFI. Aber der Ä-Kreis hat
eindeutige Standpunkte bezogen, wo
ich nicht mitgehen kann.
Interview: Frank [texte@jesusfreaks.de]
Juni/Juli 2006 Seite 19
Der Kranke Bote
Ratgeber
Was tun, wenn’s brennt?
Konstruktiv mit Konflikten umgehen
W
© www.photocase.com
enn ein Brand ausgebrochen ist,
dann sollte schnellstmöglich (Mt
5,22-24 / Eph 4,26) mit den Löscharbeiten begonnen werden, damit er sich weder im Herzen noch auf andere ausweitet. So endete das letzte Mal mein Text
und damit will ich auch fortfahren. Auf
jeden Fall muss der Brandherd beseitigt
werden. Solange der Brand nur klein ist,
löscht man ja selbst, doch wenn er die
eigenen Kompetenzen überschreitet,
dann sollte
der Fachmann
ran.
Juni/Juli
Jun
uni/J
i/Ju
ulii 20
2006
006
6 Sei
Seite
e te
t 20
Stichwort: Brandherd
Schritt eins. Wenn du merkst, dich
ärgert etwas und das brodelt so sachte vor sich hin, dann lass nicht zu, dass
du daran erstickst, denn Schwelbrände
zerfressen langsam aber sicher alles
und Erstickungsgefahr droht. Also geh
dem nach, warum dich etwas ärgert.
Check deine Motivation, bevor du drauf
los polterst. Es gibt einerseits Anlässe
und andererseits Ursachen (Jak
4,1-3), was nicht das
gleiche sein muss.
Es nutzt nix, wenn
du an einer Stelle
löschst, die vielleicht
nur den äußeren Rand des
Brandes betrifft und nicht den
Brandherd. So kann es fröhlich
weiter brennen oder schnell
wieder neu ausbrechen. „Deshalb
legt die Lüge ab…“ (Eph
4,25). Der wahre Grund ist
nicht immer sofort offensichtlich und es bedarf einiger
Übung, Anlass und Ursache zu
unterscheiden. Jemand kann dir
Anlass geben, dass du dich über
etwas ärgerst, doch er selbst ist
nicht die Ursache. Die liegt in deiner Geschichte, in dir. Das heißt: Gönn
dir Zeit für dich und Gott, wo du
von nichts anderem abgelenkt
bist, „dein stilles Kämmerlein“ (Mt
6,6). Rede mit Gott darüber. Frag ihn
danach, wo du dich selber belügst und 
Ratgeber
rg
„…und redet Wahrheit, ein
jeder mit seinem nächsten!“
n!“ (Eph
4,25) Setz dich mit demjenigen
nigen
an einen Tisch und rede darüber.
ber. Nicht
so zwischen Tür und Angel undd dann
schnell abgehakt, so was geht meist
nach hinten los. Mach keine Verallgellgemeinerung. Bleib konkret und sende
de
Ich-Botschaften. Wie habe ich etwass
wahrgenommen und wie geht es mir
damit (Situation, Gefühle)? Wie hat sich
das ausgewirkt (daraus resultierendes
Verhalten, also konkrete Ebene)? Was
wollte/will ich eigentlich (Umgang für
die Zukunft)? Wenn du willst, dass dir
der andere aktiv zuhört, dann höre
auch ihm aktiv zu, um zu verstehen und
nicht wieder neue Gegenargumente zu
sammeln.
Wenn du willst, dass er auch deine
Perspektive wahrnimmt, so nimm auch
seine wahr. Das ist keine Garantie, aber
so kommst du ihm entgegen und gibst
ihm keinen Anlass, dich anders zu behandeln. „Denn wir sind untereinander
Glieder“ (Eph 4,25; Wir gehören alle zu
dem einen Leib/Körper). „Zürnet ihr, so
sündigt dabei nicht!“ (Eph 4,26). Wenn
a.o
edi
ikip
e.w
Stichwort:
Eigene
Löscharbeiten
©d
wo nicht. Hinterfrage deine
ne Zielstellung. Wenn du wirklich diee
Sache klären willst und
deine eigene Motivation hinterfragt
ragt
hast, dann gehee
zu Schritt zwei.
Der Kranke Bote
es dir darum geht, dem anderen nur
mal deine Meinung zu geigen,
schadest du dir im Endeffekt selber.
b Schluck deinen Frust nicht
runter,
run aber such dir konstruktive Wege mit ihm umzugehen.
Lerne
ihn beherrschen und
Le
zu führen, lass dich nicht
von ihm als Spielball hin
und her schubsen.
Betrifft
der StreitB
anlass
primär Aranla
beitsaufgaben
und
beits
damit
dam verbundene
Arbeitsweisen,
so
Arbe
muss
in erster Lim
nie die Zielstellung
und die Zuständigkeit geklärt werden.
Sollten
nach dieser Klärung der Streit
S
nicht ad acta gelegt sein, so fang wieder bei Schritt eins an.
Stichwort: Fachmann
Schritt drei: Wenn innerhalb der Aussprache sich die Fronten verhärten, dann
muss der Fachmann her. Sucht euch
eine unparteiische Person, die Weisheit und Herzensweite hat und sachlich
bleibt. Eine Person, die verschiedene
Perspektiven betrachten kann und Motive hinterfragt. Lieber so als gar nicht,
denn: „Die Sonne gehe nicht unter über
eurem Zorn und gebt dem Teufel keinen
Raum!“ (Eph 4, 26-27)
Andrea Graf
[andrea.mail@gmx.net] und
Fanni Gottwald [fannig@web.de]
Juni/Juli 2006 Seite 21
Der Kranke Bote
Meinung
Raus aus dem Untergrund
Weshalb die Jesus Freaks zur ACK sollten
S
tell dir vor, du bist schon seit Jahren
bei den Jesus Freaks. Stell dir vor, du
bist evangelisch oder auch katholisch
gewesen. Du bist aber, weil du ganz bei
den Freaks sein willst, aus dieser Kirche
ausgetreten. Stell dir einfach vor, du bist
so ein richtig normaler Jesus Freak. Stell
dir nun weiter vor, du hast den Traumberuf Erzieher. Und stell dir vor, du hast
die Ausbildung fertig und machst dich
jetzt an die Jobsuche.
Krass… denn nun ist es aus mit der
Vorstellerei. Du bewirbst dich beim
evangelischen Kindergarten St. Patrick, beim katholischen Jugend-Hort
Storchennest, bei der baptistischen
Seniorenresidenz Spratusleben oder
beim Jugendzentrum Sandromirk der
russisch-orthodoxen Kirche. Du kennst
vielleicht noch die Leiterin, sie war mal
deine Kindergottesdiensttante oder
auch eine Freundin deiner Mutter. Und
du schreibst eine super freundliche
und gute Bewerbung dahin. Und was
kommt?
Die Absage. Aua! Nein, dein Zeugnis war bombig gut. Ja, sie brauchen
auch dringend jemanden aus der Stadt.
Trotzdem keine Chance und als du
fragst warum, sagen die dir: „Wir stellen nur Leute ein, die einer ACK-Kirche
angehören.“
Einer was? ACK ist die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, zu der 20 Kirchen gehören. Um
die Ökumene-Skeptiker unter euch
Juni/Juli 2006 Seite 22
gleich zu beruhigen, da gehts nicht um
Einheitskirche und dergleichen! Die
Kirchen der ACK haben sich verpflichtet, dass sie Bewerbungen von Leuten
aus anderen ACK-Kirchen anerkennen.
Zur ACK gehören auf Bundesebene
die Evangelische und die Katholische
Kirche, die Orthodoxen, die Baptisten,
die FeG, die Adventisten, die Methodisten, die Mennoniten, die Armenischorthodoxe Kirche, die Äthiopische und
die Syrische Kirche in Deutschland, die
Herrnhuter, die Quäker, das Apostelamt Christi, die Kirche des Nazareners,
die Anglikaner, die Reformierten, die
Selbständige Evangelisch-Lutherische
Kirche, die Heilsarmee…
Ich arbeite bei der ACK in der Deutschlandzentrale in Frankfurt. Für mich ist es
sehr krass zu sehen, was es in Deutschland alles für verschiedene Kirchen und
Gemeinschaften gibt. Manche haben
etwas merkwürdige Ansichten, aber es
sind Geschwister. Ich selbst lerne viel
dazu, gerade weil und obwohl sich die
Kirchen in manchen Punkten nicht völlig
einig sind. Was ich erlebe ist eben, dass
sich die verschieden Gruppierungen
gegenseitig korrigieren und bereichern.
Also die Freikirchen etwa holen die Landeskirchen immer wieder schön dahin
zurück, worum es in der Kirche geht,
nämlich Jesus. Die Katholiken schaffen
es ausgezeichnet, die Freikirchen insofern zurückzupfeifen, wenn sie drohen,
sich für die einzig Wahren zu halten und 
Meinung
dabei fast abheben. Die Orthodoxen sagen den Katholiken immer wieder, dass
doch der Heilige Geist mehr Kraft als
der Papst hat. Die Arbeit wird also von
einem gegenseitigen Geben und Nehmen in Schwung gehalten.
Klar, man donnert hin und wieder
schon mal aneinander. Aber es sind
wirkliche Geschwister. Ja genau, Leute,
die Jesus kennen. Denen es ein Anliegen ist, sein Gebet um die Einheit seiner
Kirche (Joh 17,21) nicht links liegen zu
lassen. Natürlich wird die konfessionelle Spaltung nicht geheilt, wenn wir
Menschen uns nur genug anstrengen.
Es wird Gottes Ding sein, seine Kirche
heimzuführen.
Aber es ist vorstellbar, dass die Freaks
sich einbringen und ihre Geschwister
kennenlernen, auch um bestehende
Vorurteile abzubauen. Was ich schon
für witzige Sachen über die Jesus Freaks
hier gehört hab. Oder was ich mir von
Freaks für dumme Dinge über Katholiken anhören musste. Dann wäre es
zum einen
möglich
Der Kranke Bote
für Leute aus der Freak-Bewegung,
dass sie sowohl Jesus Freak sein, aber
gleichzeitig im katholischen Kindergarten arbeiten könnten. Es wäre zum
anderen interessant, zu lernen, warum
orthodoxe Priester heiraten dürfen, ihre
Bischöfe aber nicht. Es wäre schließlich
doch einfach der Hammer, wenn wir als
Freaks die kirchliche Szene in Deutschland auch insofern mitbestimmen, als
wir offiziell und laut sagen könnten,
was wir als Freaks zu sagen haben.
Es geht darum auch etwas Verantwortung wahrzunehmen für unser Land, für
unsere Städte und für unsere Regionen.
Ihr wisst alle, dass wir als Freaks gebraucht werden. Das geht bisher wunderbar auch ohne ACK. Daher, bitte,
dass mich keiner missversteht, die ACK
ist nicht das neue Jerusalem, sondern
ein Forum der Zusammenarbeit. Wir
müssen uns das gemeinsam überlegen,
ob und wenn ja, inwieweit wir uns da
einbringen möchten.
Ein Tipp: schaut euch doch mal in
euren Städten um, ob es vor Ort eine
ACK gibt. Hört hin, was da geht und
prüft, ob das für euch jesusmäßig
ist. Für mich persönlich hat es
viel dazu beigetragen, dass ich
die Menschen verstehen gelernt habe. Und nicht zuletzt:
Ich weiß, wo ich stehe. Das
Reiben mit anderen – das liebevolle! – formt die eigene Identität und stärkt sie.
Norbert Roth
[nobert@jesusfreaks.de]
Juni/Juli 2006 Seite 23
Der Kranke Bote
Gemeindeporträt I
Für eine Tasse Kaffee
Essen fassen bei den Jesus Freaks in St. Gallen
E
s ist Freitagabend in St. Gallen und
vor dem Gebäude der Heilsarmee
hat sich bereits eine lange Schlange gebildet. Heute sind die Jesus Freaks mit
der Essensausgabe betraut, wie jeden
letzten Freitag im Monat. Die Leute, die
dort kommen, um kostenlos Brot, Sandwiches und Kuchen abzuholen, oft das
einzige „ordentliche“ Essen während
der letzten Tage, sind auch die Zielgruppe der Jesus Freaks vor Ort, die Leute,
die sie auf dem Herzen haben. Viele
von ihnen leben auf der Straße, sind
Alkoholiker oder von anderen Drogen
abhängig. Darüber hinaus haben die
St. Galler Freaks Kontakte zur lokalen
Rockerszene.
Wenn keine Essensausgabe ist, dann
findet am Freitag der Clubabend statt.
Dieses Projekt ist momentan noch im
Anlaufen begriffen. Gerade sind die St.
Galler in zwei neue Räume im Keller der
Heilsarmee gezogen, vorher hatten sie
nur einen dort. Jetzt sind sie dabei, die
Bar einzurichten, ein Programm zu erJuni/Juli 2006 Seite 24
stellen, Werbung zu machen und mit
dem Club loszulegen. Die Bar wird
übrigens alkoholfrei geführt, einerseits als Zugeständnis an die Heilsarmee, denen die Räume gehören, andererseits aber auch, damit „uns der
‚Flaschengeist‘ nicht den Heiligen
Geist vertreibt…“, sagt Res Stillhart.
Beim Clubabend soll es Konzerte und
Lesungen, Kunst und Kultur geben,
nicht mit offensichtlicher „Evangelisationskeule“, sondern ganz chillig,
Clubatmosphäre eben. Trotzdem wird
es einen zehnminütigen Input geben,
was aber auch mal bedeuten kann, gemeinsam Freak-Lieder zu singen.
Als Gegengewicht zum Freitagsclub
gibt es am Dienstag den Hauskreis, das
gruppeninterne Herzstück, dort wird
nicht nur zusammen gegessen, sondern
es werden auch die Fundamente gelegt
für die zehn St. Galler Jesus Freaks, die
sich als Gang, als Freundeskreis verstehen. Sie sehen sich als eine eigenständige Gruppe, die mit der Heilsarmee gemeinsame Sache macht und das schon
seit der Gründung der JF St. Gallen
2000. Über die Essensausgabe hinaus
sind auch noch andere gemeinsame Aktionen geplant, zum Beispiel ein Filmeabend oder die gemeinsame Gestaltung
der Gassengottesdienste.
Angefangen haben die St. Galler im
Jahr 2000 zu zweit (Christian und Christian) mit Abhängabenden und der Essensausgabe, was ihnen einen Zuwachs
von zwei weiteren Leuten bescherte. 
Gemeindeporträt I
Mittlerweile hat die Gruppe 10 feste
Mitglieder und wechselnden Besuch.
Für die kommende Zeit stehen sie vor
der Herausforderung ehemalige Süchtige „durchzubringen“, also endgültig
weg von Drogen. Außerdem soll nicht
nur ihre eigene Gruppe weiter wachsen, sondern auch das Netzwerk der Jesus Freaks Schweiz, der Kontakt zu den
anderen Schweizer Gruppen gestärkt
werden, vor allem zu denjenigen, die
geographisch nicht unmittelbare Nachbarn sind, wie die sich formierenden
Gruppen im französischsprachigen Landesteil und im Tessin. Momentan gibt
es schon gute Kontakte zur Schwarzen
Braut im Tösstal, die vor allem in der
Metal- und Gothic-Szene arbeiten.
Der Kranke Bote
Die schlichte Antwort von Res Stillhart, einem Mitglied der Gruppe, auf
die Frage, was ihn zu den Freaks gebracht hat: „Kaffee“. Res kam damals
zur Essensausgabe und lernte so die
Jesus Freaks kennen. „Auf meinem
persönlichen Lebensweg habe ich die
Beziehung zu Jesus verloren und bei
den Freaks fand ich sie wieder. Ich fand
dadurch auch wieder Interesse am Leben und begann dieses ein wenig zu
ordnen.“ Mittlerweile leitet Res den
administrativen Bereich der St. Galler
Freaks und betreut auch die Webpage
der Jesus Freaks Schweiz.
Da bleibt einem nur zu sagen: „Coffee und Jesus – all that I need!“
Rosemarie [rose_marie@gmx.ch]
Gemeindesteckbrief zum Ausschneiden als Sammelspiel
Name und Ort:
Jesus Freaks St. Gallen (CH)
Homepage:
http://st.gallen.jesusfreaks.ch
Gottesdienstbesucher: 10 + Gäste
Gründung: 2000
Arbeitsbereiche: 4
Hunde: Kinder: 6
Ehepaare: 2
Lobpreisbands: - (PowerJam pausiert)
Frauenquote in der Leitung: 0 %
Kleingruppen: 1
Besonderheit: Zusammenarbeit mit
der Heilsarmee
© www.ms-foundation.org
Juni/Juli 2006 Seite 25
Der Kranke Bote
Fontaktoskop
© www.photocase.com
Das Aroma von Bibeltexten
Fontaktoskop 2000 plus
D
urch die Volxbibel ist gerade ein
riesiger Streit um die Bibel entbrannt, der zeigt, wie faul viele Fundamente unter uns sind. Zu recht hat
Ulrich Eggers einige Kritiker sinngemäß
gefragt: „Seid ihr jesustreu oder nur
bibeltreu?“ Die Bibel ist das Zeugnis
von Jesus. Punkt. Deshalb steht sie nie
über ihm! Sie bekommt ihren Wert dadurch, dass sich Gott, als Jesus Christus
in ihr offenbart.
Folgender Satz klingt sehr Lutherlike: „Das Alte Testament und das Neue
Testament sind eine Einheit, deren Mitte Christus ist. Die Schrift interpretiert
sich durch die Schrift selbst. Jedes Wort
der Schrift lässt sich nur im Licht der
ganzen Schrift erkennen.“ Stammt aber
von einem katholischen Theologen. Die
Bibel, das überkonfessionelle Versteck
Jesu.
Juni/Juli 2006 Seite 26
Als ich gestern mit dem Pastor einer charismatischen Freikirche auf der
Autobahn unterwegs war, hatte ich
zwei Erkenntnisse:
1. Auch charismatische Leiter mit
Schnauzbart fahren mit 240 Sachen auf
der Autobahn.
2. Ich hatte diesen Artikel schon im
Hinterkopf, da horchte ich auf, als der
Pastor von seiner „Zeit mit Gott“ erzählte und ich die „uralten“ Prinzipien
der klösterlichen Bibellesung entdeckte,
die auch von Bonhoeffer wieder belebt
wurden.
Nun, dachte ich mir, was für einen
Benediktiner, für Bonhoeffer und für
einen charismatischen Pastor, der auf
der Autobahn 240 fährt, gut ist, kann
so schlecht nicht sein: Der Dreiklang
der Worte Gottes: Lectio – Meditatio

– Oratio
Fontaktoskop
Lectio – Lesen der Worte Gottes
Lesen kann fast jeder. Einfache Aufgabe. Als man einen Abt fragte, wie man
die angehenden Kandidaten für sein
Kloster besser vorbereiten könne, antwortete er: „Bringt ihnen Lesen bei.“
Verdutzte Blicke. Steht es so schlimm
um uns? „Man las früher nicht wie heute hauptsächlich mit den Augen, sondern mit den Lippen,“ sagte er. „Indem
man das, was man sah, halblaut sprach,
und mit den Ohren dem gesprochenen
Wort zuhörte. Man las akustisch. Denn
Lesen bedeutete auch hören.“
Es meint genau hinhören, sich zu hören, Gottes Worten zu hören.
Lectio = Intensives, halblautes und
wiederholtes Lesen der Worte Gottes.
Ein Glas Wein bitte
Nichts gegen Bier, aber manchmal
will die Bibel wie ein gutes Glas Wein
behandelt werden. Bier trinkt man in
ein paar Zügen weg. Bei Wein ist das
eigentlich anders. Ein Wein-Liebhaber
sagt: „Man schluckt ihn nicht schnell
herunter, sondern lässt ihn langsam
über die Zunge laufen. Man schlürft
den Wein und vermischt ihn dabei
mit Luft. Und dann genießt man konzentriert seine Geschmacksentfaltung
beim Schlucken. Der Wein braucht Zeit,
um sein ganzes Aroma zu entfalten.“
Ähnlich ist es mit der Bibel. Natürlich: ist es ok, sie auch in sich hinein zu
schütten, aber lasst uns lernen, sie zu
genießen, sie zur Entfaltung kommen zu
lassen, sich für sie die Zeit zu nehmen,
die sie braucht, um „zu schmecken“.
Der Kranke Bote
Das Mönchtum hat dafür die Übung
der „ruminatio“, des „Widerkäuen“
des Textes. Man murmelt einen Vers,
einen Abschnitt vor sich her. Lässt sich
auf den und in den Text ein. Ja, man
versenkt sich in die Worte Jesu.
Meditatio – Nachdenken über die
Worte Gottes
„Wie jetzt ‚meditieren‘? Mir sann
doch kane Buddha Freaks!“. Gelassen
überhören wir diesen Einwand. Was bedeutet meditieren? „Müssen wir jedes
Wort mit der Om-Endung versehen?“:
„Imom Anfangom warom dasom Wortom…“ Auch diese Albernheit schulischen Witzes ignorieren wir eiskalt.
„Meditari“ heißt, „für etwas sorgen“,
es beschreibt ein „eifriges, sorgfältiges
Betreiben einer Sache“ und „die durch
Übung einer Sache herbeigeführte Gewöhnung an etwas.“ Im Sprachschatz
des antiken Militärs beschrieb es zum
Beispiel die Einübung der Rekruten im
Umgang mit den Waffen, aber auch in
der Musik und in der Poesie.
Es bedeutet, etwas in- und auswendig
können. Das englische „by heart“ und
das französische „par cœur“ bringen
es besser auf den Punkt. Zu meditieren
heißt, etwas mit dem Herzen erkennen,
es suchen, darüber nachsinnen (nicht
unbedingt nach-denken).
Bansky, ein Graffiti Artist, wurde gefragt, ob seine Kunst zum Ziel habe,
etwas abzuliefern oder gar berühmt zu
werden. Seine Antwort: „Das wäre so,
als würde man in einem Restaurant ein
tolles Gericht bestellen, nur um dann 
Juni/Juli 2006 Seite 27
Der Kranke Bote
Fontaktoskop
dort scheißen gehen zu können.“ Ok,
etwas drastisch, aber der Zweck deiner
Jesus-Suche in diesen Worten ist nicht
eine Predigt oder eine Lektion für den
anderen. Es geht schlicht und ergreifend darum, die Bibel als „Gottes Liebesbrief“ an dich zu entdecken.
Das braucht Zeit, Ruhe und viel
Übung! Nicht weil es so schwer ist,
sondern weil es so simpel ist. Denn Zeit
zweckfrei zu „vergeuden“, ohne vorher ein erwartendes und nachher ein
abrechenbares Ergebnis ist unglaublich
schwer für uns.
Oratio – Aussprechen und Beten
der Worte Gottes
Bonhoeffer fragte damals: „Wie lerne
ich beten? In dem ich betend die Schrift
lese und die Schrift lesend bete.“
Nimm den gelesenen Text und bete
ihn jetzt. Wende ihn auf deine Lage
an. Gehe den Gedanken nach, die dir
während der Meditation gekommen
sind. Sag Gott, dass du das Gelesene
und Erkannte selbst erleben möchtest.
Bitte Jesus konkret darum. Jetzt bist du
an dem Punkt an dem das Lesen und
Meditieren zu einer persönlichen Begegnung mit Gott werden kann. Lass
den Text dein Leben prägen, lass ihn
Antwort sein für dein Jetzt. Und lass ihn
dich hinterfragen.
So fängst du dein Gebet bei den
Worten Gottes an und formulierst sie
mit deinen Worten in deinen Alltag. So
bleibt Gebet nicht in der eigenen Situation stecken. Es versumpft nicht im Gejammer oder wird sprachlos oder zum
bloßen Gerede.
Es geht darum, Jesus zu lesen, zu entdecken. In manchen monastischen Gemeinschaften antworten die „Zuhörer“
auf die Lesung von Bibeltexten mit diesem Satz: „Worte des lebendigen Gottes“. Es sind Gottes lebendige Worte,
die du in dich hineinlässt, in die du dich
hineinlässt.
„Wer die Schrift nicht kennt, kennt
nicht die Tugend und Weisheit Gottes;
Unkenntnis der Schriften ist Unkenntnis
Christi.“ Hieronymus
Markus Lägel
[markus.laegel@24-7prayer.com]
Praxistipp: Wie kann ich die Bibel betend meditieren und meditierend beten?
Such dir einen ruhigen, entspannten Ort.
Nimm für eine Woche täglich denselben Text.
Begeistere andere mitzumachen.
© de.wikipedia.org
Bitte den Heiligen Geist, den Geist Jesu, dich zu leiten!
Es geht dabei rein um Gottes Reden zu dir.
Lectio – Lesen: Lies den Text halblaut und langsam.
Meditatio – Einwirken lassen: Sinne drüber nach.
Du kannst dich auch kreativ mit dem Text beschäftigen, ihn z. B. graphisch gestalten.
Oratio – Beten: Folge dem Text und den Gedanken, die er in dir hervorruft und bete.
Juni/Juli 2006 Seite 28
nachgedacht
Der Kranke Bote
nachgedacht: Übers Nachdenken
Da komme ich wirklich ins Nachdenken…
E
s ist uns nicht möglich nicht zu denken. Gott hat uns einen Kopf gegeben, der mit Hirn gefüllt ist. Die Frage,
die sich stellt, ist: Womit fülle ich mein
Denken, mein Brain. Denn womit ich
mich fülle oder worauf ich mich ausrichte, entscheidet darüber, wie ich
lebe, wie ich handele.
Manchmal denkst du
vielleicht, dass du dem
Auftrag Gottes gar
nicht gerecht werden
kannst, obwohl du dir
Mühe gibst, bist du enttäuscht oder mit deiner
Leistung unzufrieden. Stell dir
vor, da gab es in der Bibel den Josua, er hatte zig Jahre dem „großen Führer“ Mose gedient, welcher
das Volk Israel aus der Sklaverei
in Ägypten führte. Plötzlich bekommt Josua den Auftrag, dass er das
(Millionen-!)Volk in das, von Gott versprochene, fruchtbare Land führen soll.
Mannomann, was für ein heftiger Job.
Der, dem er jahrelang geholfen hatte
würde nun „abtreten“ und Josua sollte sich darum kümmern, dass die ganze Nation endlich die Dinge erlebt, die
Gott schon früher versprochen hatte.
Wenn das kein Grund ist Schiss zu bekommen. Welche Verantwortung! Was,
wenn ich nicht weiß, was ich tun soll?
Was, wenn sich die Leute beschweren,
keine Lust haben? Gejammer gabs ja
unterwegs genug.
Da redet Gott zu ihm und sagt: „Sei
stark und mutig! Der Herr ist es, der vor
dir herzieht, er selbst wird mit dir sein,
er wird dich nicht aufgeben und dich
nicht verlassen. Fürchte dich nicht und
sei nicht niedergeschlagen! …erschrick
nicht und fürchte dich nicht. Denn
mit dir ist der Herr, dein Gott,
wo immer du gehst!“
Josua hat sich nicht
an den Umständen
orientiert, sondern an
Gottes Wort und das
Volk ins verheißene Land
Z.
geführt. Es gab noch einige
m
m
Ti
„kleinere Schlachten“ zu schla©
gen, aber der Krieg war längst
entschieden.
Der Teufel ist bereits besiegt, das
ist vor 2000 Jahren passiert. Der
Sieger steht bereits fest, auch wenn es
noch einige „kleinere Schlachten“ zu
schlagen gibt, in denen wir den Feind
aus „unserm Land“ (Leben, Denken
usw.) vertreiben und uns zurückholen,
was uns gestohlen wurde.
Auch wir dürfen uns auf die Zusage
Gottes verlassen, dass er immer und
überall bei uns ist, egal wie´s dir grade
geht, oder was du tust, denn er lebt in
dir. Also auf in die nächste Runde, Menschen retten, Gott genießen und ihn
sein Reich durch uns bauen lassen.
Sei stark und mutig, denn der Herr ist
mit dir!
Paddy [paddy@jesusfreaks.de]
Juni/Juli 2006 Seite 29
Der Kranke Bote
Freaks vor Ort
Fünf Jahre Jesus Freaks Köln
A
m 1. Mai 2001 sind in der fast
legendären Jungs-WG in Köln/Nippes die Jesus Freaks Köln gegründet
worden. Damals war es nur eine Bude
voll mit Leuten, die nach der Bibelarbeit
oft bis spät nach Mitternacht noch zusammen gesessen haben, um noch ein
Pils oder zwei Kölsch zu trinken. Es
gab kein richtiges Konzept oder so, es
war die Sehnsucht näher zu Gott zu
kommen.
Zeitsprung: 30. April 2006, JFK wird
5 Jahre alt und wir feiern mit einer
ganzen Gruppe von Gästen rein in
den Mai. Wir haben im Vorfeld 3500
Flyer verballert, alle Gruppen der Region eingeladen, andere Gemeinden
aus Köln und natürlich auch unsere
Freunde, die nicht mit Gott leben. Wir
haben für die Party eine angesagte
Juni/Juli 2006 Seite 30
Underground-Location in der Stadt bekommen, eine ehemalige Backofenfabrik, wo jetzt Künstler in Zirkuswägen
wohnen.
9h mache ich mich mit Sarah und Stefan auf den Weg. Es ist spannend. Wie
wird der Tag werden? Werden unsere
Vorbereitungen den Leuten gefallen?
Haben wir an alles gedacht? Wie wird
das Wetter?
9h15 kommen wir vor der Halle an.
10 Leute vom Aufbauteam stehen im
Kreis und beten. Geil, wie kann man
diesen Tag besser beginnen?
9h16 die Sonne kommt raus. Wir fangen an die Halle und den Platz davor
aufzuräumen und zu dekorieren. Im Laufe des Tages tauchen immer mehr fröhliche Gesichter auf, die mit anpacken.
Bald steht die Technik und der angeranzte Vorraum ist mit farbigen Tüchern
behangen, den Kühlschrank schmückt
ein Poster der englischen Queen und 
Freaks vor Ort
über den Pissoirs hängen unsere
Visitenkarten. Im Ghettoblaster
läuft Everlast, Begeisterung macht
sich bei mir breit.
15h Der Nachmittag ist ganz
schön kalt ist, aber der Grillmeister und seine Freunde heizen den
Grill, das Lagerfeuer und die Feuertonne im Hof kräftig an. Das
festliche Buffet wird eher zufällig
eröffnet und immer mehr Freunde
aus nah und fern tauchen auf.
19h Der Gottesdienst beginnt.
Mit den Bierbänken, die fleißige Helfer
in gleichmäßigen Reihen aufgestellt haben, hat das ganze fast Kirchencharakter. Die Band ist leicht nervös, weil der
Raum proppevoll ist, aber bald ist die
Nervosität weg und der Geist Gottes
ist das, was man überall spüren kann.
Norbi hält ‘ne super Predigt und ich bin
nur noch baff, was für ein geiler Gottesdienst das geworden ist.
Kurz vor 21h fällt draußen der letzte
Regentropfen und als der Gottesdienst
vorbei ist, können alle wieder zu den
Feuern und dem Spanferkel gehen. Aber
wie wird die Party danach ankommen?
Haben die Leute Bock auf Tanzmusik? Ist
es angebracht nach einem Gottesdienst
das Unterhemd nass zu tanzen? Dürfen
Christen Spaß haben? Ja, natürlich!
22h30 Endlich legt DJ Jan Sommer
los. Man glaubt nicht was der Kerl alles parat hat. Bee Gees, Kim Wilde, 80er
Synthi-Sachen und sogar Dr. Alban, nix,
was der Typ nicht auf Lager hat. Die
Girls tanzen und manche fragen sich,
wann sie den Knallersong, der gerade
läuft, schon mal gehört haben.
Der Kranke Bote
Ab 0h30 legt DJ Cribbel, bekannt aus
dem Coffeezelt, los. Auch er hat vornehmlich nur die Lieder im CD-Player,
die einschlagen wie Lukas Podolski
vorm leeren Tor. Wenn man genau hinschaut sieht man, dass zeitweise ALLE
am rumzappeln sind und keiner in der
Ecke stehen bleibt, weil es einfach so
abgeht.
Gegen 3h macht Cribbel Platz für DJ
Schwingkopf aus Köln, der die Elektrofraktion fürs lange Warten belohnt.
Ich stehe am geplünderten Buffet und
suche die letzten vegetarischen Leckereien zusammen und bin überwältigt,
weil Gott an dem Tag auf alle meine
Vorstellungen noch mal einen draufgesetzt hat. Wahnsinn.
Gott segnet unsere Bemühungen.
Wenn wir ihn einladen, um uns zu helfen macht er das auch. Und wenn wir
nur wenig Plan haben, hat er mehr
Platz für seine Pläne. Und ganz wichtig:
Er freut sich, wenn wir uns freuen!
Benjamin Haase
[bennnhold@yahoo.de]
Juni/Juli 2006 Seite 31
Der Kranke Bote
Gemeindeporträt II
Die Gemeinde-Vor-Ortung
Freaks in der Hauptstadt
K
eine wöchentlichen Gottesdienste mehr!“ So lautet die Ankündigung auf der Homepage der Berliner
Jesus Freaks. Stattdessen wird ein monatliches Gesamttreffen angekündigt,
dessen Ort und Zeit jeweils bekanntgegeben werden und auf die GvOs
verwiesen.
GvO? GvO ist eine Abkürzung im
Jesus-Freak-Jargon und bedeutet Gemeinde vor Ort. Da Berlin so groß ist
(890 km²; 3,34 Millionen Einwohner)
wurden die wöchentlichen Treffen in
kleine Gemeinden aufgeteilt. „In der
GvO soll alles vorkommen, was Gemeinde ausmacht: Jüngerschaft, Anbetung, Gemeinschaft, Evangelisation und
Dienst. Deshalb bauen wir Gemeinde in
unserem unmittelbaren Umfeld, in unserem Kiez“, erklärt Ingo Kerschischnik
(31), GvO-Leiter und Prediger. So kann
jede Teilgemeinde ganz persönlich für
ihren Kiez da sein und sich an die Gegebenheiten des Stadtteils anpassen.
Unter der Woche veranstaltet jeder
Kiez sein GvO-Treffen, ganz biblisch in
den Wohnungen der Gemeindemitgliedern. Oft gibt es je nach GvO sonntags
noch einmal einen Gottesdienst. Ziel ist
es nämlich jede GvO wirklich Gemeinde werden zu lassen und somit Berlin
von hinten mit der frohen Botschaft
aufzurollen.
Da der gemeine Berliner oft schon
einiges gewohnt ist, gibt es oft laute,
kreative und provozierende Aktionen
Juni/Juli 2006 Seite 32
auf geschichtsträchtigen Plätzen. So
geschehen auf dem Alexanderplatz.
Zur Wende fanden dort Kundgebungen
statt, insbesondere im November 1989
als der Alex Schauplatz des Endes der
DDR wurde. Heute parken die Musiker
von Obadja mal eben mit ihrem Bus,
Generator und Schlagzeug dort und
machen mit lauter Rockmusik auf Jesus
aufmerksam, wobei sie auch tatsächlich
Blicke und Fragen von den übersättigten
Berlinern herausfordern können.
Musikalisch gesehen gibt es bei den
Berlinern sehr viel Kreativität. Gleich
5 Bands und spontane Zusammenstellungen bereichern den Gottesdienst
mit Lobpreis in allen Musikrichtungen.
Letztes Jahr wurde sogar ein Lobpreisalbum, im gnadenlosen Ein-TonSpurverfahren mit einem erstaunlich
guten Ergebnis produziert. Auf der
Homepage sind mp3s zum legalem
Download bereitgestellt, von denen
man sich überzeugen lassen kann.
Die Jesus Freaks Berlin gibt es eigentlich schon seit 1993 damals hatte man 
Gemeindeporträt II
die Hausbesetzer auf dem Herzen und
traf sich zum Beten auf dem Dach eines
bekanntem Hausprojekts in der Kreuziger Straße. Heute bestehen die Jesus
Freaks Berlin als eingetragener Verein,
dessen Vorstand den Ältesten untergeordnet ist. Die drei Ältesten übernehmen die Organisation und Leitung der
Gemeinde, ihre Entscheidungen geben
sie über die GvO-Leiter oder beim so
genannten Elbentreffen weiter.
„Das Elbentreffen“, sagt Ingo, „ist
unsere Gemeindeversammlung, wo
Ziele und Visionen vermittelt, die Richtung besprochen, Leiter eingesetzt, Leute aufgenommen oder verabschiedet
werden. Es wird Lobpreis gemacht und
zusammen gegessen.“
Der Kranke Bote
Es ist schon komisch, dass bei den Berliner Freaks nur sehr wenige echte Berliner dabei sind. Die Gemeinde besteht
vorrangig aus Zugereisten und Leuten
auf Zwischenstation. Doch genau diese
Importe bereichern die Gemeinschaft
und geben immer wieder neue Impulse. Aber nicht nur dauerhafte Zuzügler
kommen in die Gottesdienste, sondern
auch jede Menge Freaks aus der ganzen
Republik, die mal Berlin erleben, ihre
Landsleute besuchen oder ein Praktikum hier machen wollen. Entgegen
diesem Trend ist die Mobile-Freak-Gemeinde (www.mfg-home.de) gerade per
Bus unterwegs durch Europa. Vielleicht
kommt sie ja auch in deine Gemeinde.
Susan Hartkopf
[Susan_Hartkopf@gmx.de]
Gemeindesteckbrief zum Ausschneiden als Sammelspiel
Name und Ort: Jesus Freaks Berlin
Homepage:
www.jesusfreaks-berlin.de
Gottesdienstbesucher: 60
Gründung: 1998
Arbeitsbereiche: 5
Hunde: 4
Kinder: 3 (bald 5)
Ehepaare: 9
Lobpreisbands: 5 + x
Frauenquote in der Leitung: 33 %
Kleingruppen: 6 GvOs
Besonderheit: Hauptstadt-Freaks,
obwohl Gemeinde überwiegend aus
Import-Berlinern besteht; GvO-System
© www.photocase.com
Juni/Juli 2006 Seite 33
Der Kranke Bote
Konsumberatung
Don‘t come knocking
D
er Cowboy reitet davon. Es ist
Howard Spence (Sam Shephard),
ein faltig gewordener Filmstar, der die
wilden Tage und Nächte leid ist. Irgendwie hat er sein Leben verp(r)asst. So
flüchtet Howard vom Filmset zu seiner
Mutter, die er seit 20 Jahren nicht gesehen hat. Dort erfährt er, dass er einen
längst erwachsenen Sohn namens Earl
(Gabriel Mann) hat. Howard macht sich
also auf, sucht und flüchtet gleichermaßen. Die Vergangenheitsbewältigung
in Amerikas Provinz beginnt und
zieht sowohl Earl, als auch dessen Mutter, Howards alte Liebe
Doreen (Jessica Lange) mit. Kann
man „Familie-Finden“ lernen?
Es ist wirklich erstaunlich, dass
die DVD eine Tonspur für Blinde
hat, denn „Don‘t come knocking“
ist ein Augenschmaus. Naturschönheit
und Kleinstadtnostalgie – die Kamera
lässt alles leuchten. Die Musikauswahl
ist gediegen, country-lastig und berührt
mit Blues-Liedern von Gabriel Mann.
Was wenige wissen: Der Regisseur
Wim Wenders ist Christ und so erklärt
sich vielleicht auch seine filmische Vorliebe für spirituelle Themen und Musik, Vaterfiguren und Identitätssuche.
Meist wirken seine Charaktere verloren
und stolpern erst mal durch ihre eigene Wüste. Sie sind vage auf der
Suche nach diesem Ort, den wir
Heimat nennen. Wenders erzählt
diese Geschichten aber nie oberflächlich, sondern menschlich
und gerne auch gefühlsstark.
Freddi Gralle
[fredgralle@gmx.de]
Was immer auch rockt
W
as immer auch kommt...“ heißt
das aktuelle Album von Maskil
(JF Alzey), erschienen bei Jesusrockrecords. Mit zehn Songs und einem Video,
weitgehend im Gewand der späten
70er, schließt hier die nächste Band aus
der Jesus-Freaks-Szene zur säkularen
Konkurrenz auf. Abgesehen vom offensichtlichen Talent der vier Musiker spielt
hier der transparente Sound eine nicht
unerhebliche Rolle, wenngleich die Produktion sicherlich noch ein wenig mehr
Druck vertragen hätte. Wer also ein
gutes Lobpreisalbum kaufen möchte,
kann jetzt aufhören zu lesen und es
kaufen.
Juni/Juli 2006 Seite 34
Maskil passen in keine Schublade: zu
einer Gratwanderung zwischen Classicund Punkrock gesellen sich zwei sehr
poppige Balladen, die bis auf einige
bemerkenswerte Breaks aber unspektakulär sind.
Als kleiner Kritikpunkt sei noch angemerkt, dass die eher klassischen Rocksongs (betört, ungeteilt) nicht optimal
zur Stimme von Johannes passen, da
wirken die härteren Tracks überzeugender. Beim „hidden track“ kann
man sich übrigens ein gutes Bild davon
machen, was bei mutigerer Produktion
möglich gewesen wäre…
Hartwig Pohl [HardyPohl@web.de]
Kolumne/Impressum
Morpheus
H
e Alter, das Wochenende war fett was los:
Gemeindeausflug in die Pampa. Das
gab Stimmung im Bus. Nett wars dort,
so ganz ohne Lärm und Gestank, mit
viel Auslauf und jede Menge Grüngewächs. Außerdem war die Essensvorsorge bestens, Grillfleisch hier, Kekse
dort. So lässt es sich leben.
Auch die Zweibeiner waren ziemlich lässig drauf und laberten nur rum,
wenn sie nicht Fußball oder Frisbee
spielten. Und dann die Menschen-Welpen, die schrien begeistert „Wau-Wau“,
mein Herrchen sagte, damit meinen sie
uns Hunde, aber sobald ich ihnen mal
freundlich übers Gesicht geschleckt hab,
fingen sie an nach Mama zu schreien.
Also, wenn das bei meinem zukünftigen Nachwuchs auch so läuft, kann
mir die blonde Familientussi mit dem
Erziehungsgeld gestohlen bleiben. Da
Der Kranke Bote
Welt
halt ich mich doch lieber raus. Komischerweise reagierte mein Herrchen so gar nicht nett auf meine Schleckereien. Und Frauchen hat mich gleich
zurückgezogen. Was ist denn mit denen
los? Die wollen doch nicht etwa auch
‘nen Welpen.
Das kann ja heiter werden mit so
‘nem tollpatschigen Wesen zusammen.
Zugegeben süß sind sie schon so lange sie nicht „Hoppe, hoppe Morpheus“ spielen wollen. Die Welpenbesitzer
sind jedenfalls reichlich entspannt und
haben so ein komisches Lächeln im
Gesicht. Vielleicht überlege ich mir das
noch mal mit dem Nachwuchs. Muss
ich mal mit meiner Hündin drüber reden,
was die als Frau dazu sagt, von wegen
gemeinsam erziehen und so.
Morpheus
[morpheus.welt@yahoo.de]
Impressum
Herausgeber:
Jesus Freaks International e. V. – Bereich Medien
Redaktionsleitung: Frank Hartkopf (V.i.S.d.P.)
Tel. (0341)23064838
Redaktion: Marcus Beißwanger, Bettina Kammer,
Julia Pfläging, Jocky Spörl, Rosemarie Trautvetter
Layout: Andreas Kammer, Andreas Gehrlach
Leserbriefe und Einsendungen an:
[texte@jesusfreaks.de]
Abo-Service: Sean Brooks
[sean.brooks@jesusfreaks.de]
Tel. (06155)868910
Einzelabo: 12,00 € im Jahr (D/A)
inklusive Versandkosten.
Sammelabo für Gemeinden: ab 10 St. 9,00 €,
ab 20 St. 8,40 €, ab 30 St. 7,80 €
Jeweils pro Exemplar und Jahr.
Abo Schweiz: 28 CHF/Jahr (ab 10 St. 14 CHF pro
Exemplar)
Abo sonstiges Ausland: 12,00 €/Jahr zuzüglich
Versandkosten
Bezugsbedingungen: DKB erscheint sechsmal im
Jahr. Das Abo verlängert sich automatisch um ein
weiteres Kalenderjahr, wenn es nicht spätestens
6 Wochen vor Jahresende gekündigt wurde.
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Marcus Beißwanger [beisszu@web.de]
Einsendeschluss für die nächste Ausgabe:
13. Juli 2006
Spenden an JFI: Konto 1280144153, Hamburger
Sparkasse BLZ 200 505 50
Juni/Juli 2006 Seite 35
Auferstanden vonn den Bot
A
Boten.
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