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Haben wir noch was zu beichten? - Arnsteiner Patres

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60800
Apostel
Zeitschrift der Arnsteiner Patres
inhalt
Ausgabe 1/2014
Haben wir noch was zu beichten?
Das verschwundene Sakrament
Weitere Themen
Mit Kindern über Gott reden:
Wer geht schon gern zur Beichte?
Familie SSCC:
Abschied aus Lahnstein
Früh- und Spätschichten in Münster
Inhalt
Elternseiten
4
Familie SSCC
6
Nachrichten
8
Geistlicher Wegbegleiter
9
Titelthema Beichte
13
Theologisches
19
Innehalten, abschalten, zur Ruhe kommen ... sind das Ziel unserer
Früh- und Spätschichten. Biblische Texte, inhaltliche Impulse und Gedanken zur geistlichen Vertiefung, Lieder und Gebete, Meditation und
Stille bilden den Schwerpunkt dieser monatlichen Zusammenkünfte.
Gestaltet werden sie im Wechsel von den Mitbrüdern der Kommunität
der Arnsteiner Patres. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
n Ort: Arnsteiner Patres, Bohlweg 46, 48147 Münster, Tel.: 02 51 48 25 33
Die Frühschichten von April bis Juli 2014 finden immer am 1. Freitag
im Monat statt und beginnen jeweils um 6.45 Uhr:
n 7. März, 4. April, 2. Mai, 6. Juni und 4. Juli 2014
Die Spätschichten von April bis Juli 2014 finden immer an einem Mittwoch statt und beginnen mit einer Ausnahme jeweils um 19.30 Uhr:
n 19. März, 9. April (19 Uhr!), 14. Mai, 11. Juni und 9. Juli (anschließend
Sommerfest)
Die Früh- und Spätschichten sind für alle offen. Nach den Frühschichten
sind alle zum gemeinsamen Frühstück mit der Kommunität eingeladen.
Nach den Spätschichten sind alle zu einem gemeinsamen Zusammensein mit der Kommunität eingeladen.
Tag der offenen Klöster
Oasentage
Die Arnsteiner Oasentage laden ein, zur Ruhe zu
kommen und auf Körper, Seele und Geist zu hören.
Im Wechsel von Gespräch und Meditation, Stille und
Ge­sang werden verschiedene Themen aufgegriffen
und im Hinblick auf eigene Erfahrungen bearbeitet. Alle
Oasentage sind thematisch in sich abge­schlossen.
Samstag, 5. April 2014
»Allem bin ich gewachsen, weil Christus mich stark
macht« (Phil 4,13)
Referenten: Pater Peter Harr SSCC, Theresia Zimmer
n Samstag, 17. Mai 2014
Mein Leben vor Gott bringen
Referent: Bernhard Hamacher
Alle Oasentage finden jeweils von 9.30 bis 16.30 Uhr
in Kloster Arnstein statt. Anmeldung bitte bis 10
Tage vor der Veranstaltung in Kloster Arnstein,
56379 Obernhof / Lahn, Telefon: 0 26 04 97 04-0,
Fax: 0 26 04 97 04-26, E-Mail: kloster.arnstein@sscc.de
Weitere Informationen auf www.sscc.de
Impressum Apostel (ISSN 1611-0765)
Herausgeber: Provinzialat der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens (Arnsteiner Patres e. V.), Kardinal-von-Galen-Straße 3, 59368 Werne,
Tel.: 0 23 89 97 01 50, Fax: 0 23 89 97 01 27, E-Mail: provinzialat@sscc.de, Internet: www.arnsteiner-patres.de
SSCC ist die Abkürzung der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen, in Deutschland als Arnsteiner Patres und auch als Picpus (nach der Straße des Mutterhauses in Paris) bekannt.
Redaktion: Heinz Josef Catrein SSCC (verantw.) • Martin Königstein SSCC • Kerstin Meinhardt • Thomas Meinhardt • Ludger Widmaier SSCC
Weitere Mitarbeitende dieser Ausgabe: Hans-Ullrich Willms SSCC, Münster • Friedhelm Geller SSCC, Werne
Verlag: Meinhardt, Magdeburgstraße 11, 65510 Idstein, Tel.: 0 61 26 9 53 63-0, Fax: 0 61 26 9 53 63-11, E-Mail: info@meinhardt.info, Internet: www.meinhardt.info
Erscheinungsort: Lahnstein
Auflage: 5.700 Exemplare, gedruckt auf 100 % Recyclingpapier
Titel: © picture alliance / dpa
Bildnachweise: Auf der Doppelseite, auf denen die Abbildungen Verwendung fanden; Bilder ohne Nachweis: Archive der Ordensgemeinschaft und der Firma Meinhardt.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung von Herausgeber und Redaktion wieder. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos kann keine Haftung
übernommen werden.
2
apostel 1/2014
© Bild Gebetbuch: roger ashford – Fotolia
n
Am 10. Mai 2014, dem Festtag des Heiligen Damian, findet
erstmalig in ganz Deutschland der Tag der offenen Klöster
statt.
Auf der Homepage www.tag-der-offenen-klöster.de kann man
sich schon jetzt darüber informieren. Besucher der Seite
finden dort zahlreiche Klöster und Gemeinschaften, die Veranstaltungen zum Tag der offenen Klöster anbieten.
Welche Häuser der Arnsteiner Patres ihre Pforten an diesem
Tag öffnen, wird in den nächsten Wochen auf der Website:
www.arnsteiner-patres.de veröffentlicht. Interessenten können aber auch gerne in den Niederlassungen (Adressen siehe
Rückseite) direkt nachfragen.
Angebote der Citykirche in Koblenz
Die Citykirche in Koblenz am Jesuitenplatz wird von der Koblenzer Kommunität der Arnsteiner Patres betreut. Ihre
zahlreichen Angebote finden Sie auch
unter www.arnsteiner-patres.de. In den
nächsten Monaten werden dort unter
anderem folgende Veranstaltungen angeboten:
Dienstags, 19 Uhr
Bibel und Brot. Geistliche Schriftlesung
mit dem Text des jeweils kommenden
Sonntags.
n Donnerstags, 17.30 Uhr im
Gruppenraum
Zur Stille finden. Gemeinsam in der
Stille verweilen: still werden – zur Mitte
finden – neu aufbrechen und in den
Alltag zurückkehren.
n Freitag, 9. Mai 2014, 19 – 23 Uhr
Nacht der offenen Kirchen in Koblenz
Die Citykirche beteiligt sich mit vielen
anderen Kirchen mit einem eigenen
Programm an der 11. Koblenzer Nacht
der offenen Kirchen.
n Montag, 12. / 26. Mai 2014, 19 – 21 Uhr
»Gott ist ein Zutrauen erweckendes
und Vertrauen suchendes DU«
Der Dominikaner Johannes Tauler
(1300 – 1361) ist ein bedeutender Lehrer
geistlichen Lebens. Die Öffnung des
Gewöhnlichen für Gottes Gegenwart
und für die Vereinigung mit Gott sind
seine Themen. Laut Tauler ist die Voraussetzung für das Gelingen der Gottesbeziehung die rechte Beziehung des
Menschen zu sich selbst. An zwei
Abenden wollen wir bei ihm nach Hilfe­
stellung für unser Leben heute suchen.
Leitung: P. Martin Königstein SSCC,
Ulrike Kramer-Lautemann.
n
Was brauche ich wirklich?
Der letzte Umzug steckt mir immer noch in den Knochen: 300 Kisten
mit Akten und Büchern, 16 Wohnräume, 4 Büros, 13 Archivschränke.
Es war furchtbar.
Die Dinge, die man mitnimmt, sind das eine Problem. Die Dinge, von
denen man sich trennen muss oder will, das andere. Was mache ich mit
7 Schreibtischen für 4 Büros? Wohin mit dem Schildkrötenpanzer aus
Tahiti? Wie viele Exemplare brauchen wir von diesem Buch? Kann ich
von den 15 Büchern 12 wegwerfen? Immerhin sind sie 1962 erschienen
und noch originalverpackt. Das Interesse hielt sich also in Grenzen!
Die Qual der Wahl ist groß. Papiercontainer füllen sich. Irgendwo stapeln
sich alte Bildschirme, Schreibmaschinen und Küchengeräte. Dann gibt
es noch die Umzugskisten mit dem, was man glaubt, mitnehmen zu
müssen. Doch beim Auspacken fragt man sich schon, warum habe ich
ausgerechnet das mitgeschleppt. Die Überflussgesellschaft hat auch vor
Klosterpforten nicht haltgemacht. Umzugskartons und Müllsäcke sprechen eine deutliche Sprache.
Bei den Beduinen des Sinai gilt: Man nimmt nur so viel mit, wie ein
Kamel tragen kann. In den Klöstern wollte die Regel, dass ein Ordensmann mit dem umzieht, was in zwei Koffer passt. Da musste ausgewählt
werden. Heute wird darüber gelacht und gleichzeitig über Kreuzschmerzen geklagt, weil man beim Umzug allzu viele Kisten geschleppt hat.
Die Fastenzeit will uns Erleichterung verschaffen. Erleichterung auf
vielerlei Weise. Am wenigsten geht es dabei um ein paar Kilo Hüftspeck.
Die Abhängigkeit von materiellen Dingen ist bedrückender: Wie viele
Schuhe, Computerprogramme, Pferdestärken brauche ich wirklich?
Wie reich darf ich sein? Es gibt andere Dinge, die noch schwerer wiegen:
Geiz, Neid, Herrschsucht, Trägheit, Unbeherrschtheit, Vergnügungssucht? Das sind echte Lasten, ja sogar Laster.
»Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen
habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen« (Mt 11,28), sagt der Herr. Ist
das nicht eine Verlockung? Ist es nicht an der Zeit, das Problem des
Überflusses anzugehen? Die Fastenzeit will uns Erleichterung verschaffen. Nehmen wir sie nicht ernst, bleibt es beim Stöhnen. Der Ruf des
Evangeliums ist aber ein Freudenruf: »Halleluja«.
Ich wünsche Ihnen eine erleichternde Fastenzeit und ein gesegnetes
Osterfest.
Ihr
Pater Heinz Josef Catrein SSCC
1/2014 apostel
3
mit kindern über gott reden
wer geht schon gern
Beichte?
zur Das kleine Mädchen hatte alle seine Sünden auf
einem kleinen Beichtzettel notiert und trug diese mit
Ernst und Zerknirschung vor. Am Schluss bat ich
sie, mir den Zettel zu geben. Ich nahm ihn zwischen
die Hände und schickte mich an, ihn zu zerreißen;
als Zeichen dafür, dass nun alles vergeben war. Das
Mädchen schaute mich nur groß an und sagte: »Bitte
tu das nicht. Mein Bruder braucht den auch noch.«
Fast alle Katholiken können irgendwelche Beichterlebnisse erzählen – leider Gottes nicht allzu viele
positive. So berichtete mir einmal eine Frau, wie sie
als Kinder gerade zu dem Pfarrer beichten gehen
mussten, der sie – auch die Mädchen – im Religionsunterricht mit dem Lineal schmerzhaft auf die Finger schlug. Das Beichten war dann natürlich mit
einer Höllenangst verbunden, und der Glaube an
einen barmherzigen Gott wollte sich nicht so recht
einstellen.
Mittlerweile ist die Beichtpraxis vielerorts fast vollständig verschwunden. Kaum ein Kind geht noch
zur Beichte. Schade eigentlich – denn dieses Sakrament der Versöhnung kann sehr hilfreich sein.
Erklären, was eine Sünde ist
Der Begriff der Sünde ist für Kinder – auch für viele
Erwachsene – schwierig. Kinder haben jedoch ein
ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein. Sehr hilfreich ist
es, wenn man Kindern erklärt, dass eine Sünde eine
Handlung ist, die mir und anderen Menschen scha-
4
apostel 1/2014
© picture-alliance / dpa
Keine Angst machen
Der erste Schritt zu einem guten Verständnis dieses
Sakramentes sollte darin bestehen, den Kindern die
Angst vor der Beichte zu nehmen. Schweigen Sie
über eigene negative Beichterfahrungen, erzählen
Sie nicht, dass Sie einen ganzen Rosenkranz beten
mussten oder der Pfarrer ordentlich schimpfte. Solche Dinge sind leider viel zu oft geschehen, doch das
ist – Gott sei Dank – wohl vorbei. Bei mir beispielsweise gehörte zur Beichtvorbereitung immer schon
eine Besichtigung des Beichtstuhls verbunden mit
der Frage: Wie viele Kinder passen denn da gleichzeitig hinein? Das haben wir dann auch praktisch
ausprobiert. Heute ist zudem der klassische Beichtstuhl oft durch ein freundliches Beichtzimmer ersetzt worden.
mit kindern über gott reden
det. Gott wird nicht böse, wenn
wir sündigen, sondern er will,
dass wir es gut haben. Sündigen
wir, schaffen wir ein Klima, in
dem es niemandem gut geht. Das
kann man schön am Beispiel der
Lüge oder der Gewalt erläutern.
Sich etwas Gutes tun
Für die meisten Menschen hat
die Beichte etwas mit einer Gerichtsverhandlung zu tun: Anklage, Urteil, Buße bzw. Bestrafung.
Dieses Modell ist irreführend.
Das Bußsakrament heißt offiziell
»Sakrament der Versöhnung«
und dieser Name gibt eine ganz
andere Richtung an. Es geht um
Heilung und Versöhnung.
In der Beichte lernen wir, auf uns
aufzupassen. Kinder achten darauf, dass ihr Fußball genug Luft
hat, beim Computer passen Jugendliche schon auf, dass sie sich
keine »Viren« einfangen. Beichten
lehrt uns, die aufbauenden Kräfte
des Lebens zu entdecken. Fragen
Sie Kinder auch, ob sie Menschen
mögen, die immer Recht haben
wollen und ohne Rücksicht auf
andere ihren Willen durchsetzen.
Es gibt viele solcher kleinen Tyrannen auch unter Kindern und
Jugendlichen.
Sprechen, fragen und sich
unterhalten
Kinder wissen oft nicht, was sie
beichten sollen. Es ist gut, wenn
man Kindern nahebringt, bei der
Beichte das zu erzählen, was sie
am meisten bedrückt. Sie sollen
nicht den Eindruck haben, sie
seien an ein bestimmtes Schema
gebunden. Ermuntern Sie die
Kinder zu erzählen, was falsch
war. Nehmen Sie ihnen Ängste.
Es ist keine Schande, wenn man
beim Beichten stecken bleibt und
einem plötzlich nichts mehr einfällt. Dann kann man auch den
Priester bitten, einem zu helfen.
Wichtig ist, sich zu fragen: Wo habe ich mir und anderen geschadet – in der Familie, im Freundeskreis, in
der Schule. Vergesse ich den lieben Gott allzu oft?
Konkrete Hilfen
Wenn die erste Beichte Ihres Kindes ansteht, ist es gut,
sich zu erkundigen, wie diese vor sich geht. Sprechen
Sie mit den Katecheten und zuständigen Priestern.
Gehen Sie einmal in die Kirche und schauen Sie sich
den Beichtstuhl oder das Beichtzimmer an. Suchen Sie
sich Kirchen und Klöster aus, wo man Wert auf eine
gute Beichtseelsorge legt. Machen Sie die Beichte zu
einer Familienangelegenheit und bewegen Sie die
ganze Familie, auch zur Beichte zu gehen.
Mit erhobenem Zeigefinger
hat Beichten heute nichts mehr zu tun.
Manchmal gehen mein »Beichtkind« und
ich sogar beim Beichten spazieren
und wir unterhalten uns.
Älteren Kindern und Jugendlichen
sollte die Bedeutung des Beichtgeheimnisses erklärt werden. Der Priester ist zu absolutem Schweigen verpflichtet, selbst gegenüber der Polizei.
Ich habe auf solche Weise einmal eine
gestohlene Stereoanlage dem rechtmäßigen Besitzer wieder zukommen lassen und die reuigen Täter vor der Polizei bewahrt. Der Beichtstuhl ist ein
guter Ort, über alle Probleme zu reden.
Begegnung mit dem guten Hirten
Die Bibel ist voller Vergebungsgeschichten: der gute
Hirte, der verlorene Sohn, die verlorene Münze. Erzählen Sie, wem Jesus alles verziehen hat. Vor allem
die Person des Petrus ist hier wunderbar geeignet.
Jesus hat Petrus verziehen und ihn zum Hirten seiner
Herde gemacht, obwohl er ihn verraten hat. Gott gibt
uns immer eine Chance, selbst im letzten Augenblick.
Denken Sie an den Schächer am Kreuz.
Zur Person des Petrus kann man auch das Symbol des
Hahns verwenden. Er steht ja auf fast jeder katholischen Kirchturmspitze. Der Hahn gilt als Symbol der
Wachsamkeit. Er ist als Erster wach und weckt den
ganzen Bauernhof. Wenn es uns gut gehen soll, müssen wir auf uns aufpassen. Das Böse darf uns nicht
überraschen wie ein Dieb. Der Hahn erinnert uns auch
daran, dass Jesus alle Sünden verzeiht, denn er will,
dass wir mit Gott leben und es gut haben. n
heinz josef catrein sscc
4/2013
1/2014 apostel
5
familie sscc
Lahnstein
abschied
nach 94 Jahren
Es war ein bewegender Abend in der überfüllten
Abendmesse in der Johanniskirche, dann beim stillen
Gedenken an die Brüder, die auf dem Friedhof ihre
letzte Ruhestätte gefunden haben, und schließlich bei
der Abschiedsfeier im Gemeindesaal von St. Barbara.
Zahlreiche Patres, ehemalige und aktuelle Schüler,
Lehrer und Eltern des Johannes-Gymnasiums und
viele Mitglieder der Lahnsteiner Kirchengemeinden
waren an diesem 2. Februar gekommen, um Abschied
zu nehmen, Erinnerungen auszutauschen, miteinander zu feiern und auch um sich Mut für die Zukunft
zuzusprechen.
Pfarrer Armin Sturm und Pater Heinz Josef Catrein SSCC zeigen am Ende
des Gottesdienstes eines der Abschiedsgeschenke der Pfarrei
94 Jahre sind eine lange Zeitspanne. Und überall war
zu spüren, wie sehr die Arnsteiner Patres mit ihrer
Schule, ihrer seelsorglichen Arbeit in der Region
und dem vielfältigen Engagement für Frieden,
Flüchtlinge und Behinderte, für die Leprahilfe oder
die Gemeinschaft Christlichen Lebens unzählige
Menschen geprägt haben, aber auch, wie stark sie
selber von ihnen geprägt wurden. Und in den Reden
– beispielsweise der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden,
Ute Wagner, oder des jetzigen Schulleiters, Rudolf
Loch – war zu spüren, dass Spiritualität und Gemeindeverständnis der Arnsteiner Patres auf fruchtbaren Boden gefallen sind und auch ohne die Patres
weiterentwickelt werden.
Panta rhei – alles fließt: So hatte Provinzial Heinz
Josef Catrein seine Predigt eingeleitet und das Bild
der Kirche am Fluss als Symbol für seinen Rückund Ausblick genommen:
1920
Gründung der
sogenannten
»Missionsschule«
mit zunächst 30
Schülern und
des Konvents der
Arnsteiner Patres
in Lahnstein
6
apostel 1/2014
1939
Schließung der
Schule durch
die Nationalsozialisten
1945
Wiedereröffnung
der Schule
für Internatsschüler
1948
Aufnahme
der ersten
externen
Schüler
1951
Grundsteinlegung des
neuen Schulgebäudes
1955
Erster Abiturjahrgang
nach der
staatlichen
Anerkennung
familie sscc
»Der Konvent geht weg. Es ist
wie mit den Schiffen auf dem
Fluss. Sie kommen und
gehen. Scheiden tut weh. Es
fällt auch uns schwer, und
wenn man das Bedauern der
Bewegende Begegnungen bei
Menschen hört, hat man fast
der Abschiedsfeier im Pfarrsaal
den Eindruck, etwas Unanständiges zu tun. Wir gehen
weg, weil wir gehen müssen. Von 190 Brüdern im
Jahre 1970 sind wir auf 46 Brüder in der Provinz geschrumpft. Es ist klar, dass eine solche Entwicklung
Konsequenzen haben muss. (...) Aber in der Situation liegt auch eine Chance: Früher hat man es für
selbstverständlich gehalten, dass Priester und Ordensleute für Organisation und Aufrechterhaltung
des kirchlichen Lebens standen. Es war so, aber die
Frage stellt sich, ob es so extrem hätte sein dürfen?
Wo bleibt das allgemeine Priestertum aller Getauften, wo bleibt der missionarische Auftrag aller Gefirmten? Wieweit gilt die Beschreibung des Zweiten
Vatikankonzils von der Kirche als ›Volk Gottes
unterwegs‹?
Krisen sind Herausforderungen. Wir erleben einen
Strukturwandel der Kirche. Der Mangel an Priestern
und Ordensleuten zwingt zu neuen Wegen. Man
spricht viel vom ›Ehrenamt‹, von ›der Verantwortung der Laien‹. Es ist schade, dass solche Einsichten aus der Not geboren werden. Mir wäre es lieber
gewesen, sie wären früher und in konsequenter
Durchführung des Konzils gewachsen, so wie die
Limburger Bischöfe Kempf und Kamphaus es wollten. Die Kirche ist in erster Linie Kirche der Getauften, nicht Kirche der Kleriker und Ordensleute.
Schiffe kommen und Schiffe gehen, und der Wechsel
einer Mannschaft bedeutet nicht, dass das Schiff der
Kirche nicht mehr auslaufen kann.
Ich bin bewegt, dass so viele von Ihnen heute Abend
hier sind. Sie haben uns geschätzt, mit uns gebetet,
mit uns gearbeitet, mit uns gelacht und getrauert.
Sie haben unsere Werke in der weiten Welt unterstützt. Im Namen aller meiner Mitbrüder danke ich
Ihnen für Ihre Treue und Solidarität. Sie sind uns ans
Herz gewachsen. Der Ort Lahnstein ist nicht mehr
unser geografisches Zuhause, aber wir haben weiterhin unser Zuhause an Deck des Schiffes Kirche. Das
Schiff treibt auf dem Strom der Zeit und im Strom
des Lebens, aber der Herr hat uns versprochen, bis
ans Ende der Zeit bei uns zu sein.« n
thomas meinhardt
Das Abschiedsfest mit buntem
Programm gab die Möglichkeit,
sich von den Arnsteiner Patres
persönlich zu verabschieden
Schüler erstellten einen Modellbau der Kirche in Lahnstein
zum Andenken für die Brüder
Weitere Bilder und Texte zum Abschied von Lahnstein: www.arnsteiner-patres.de
1992
Schließung des
Internats und
Gründung der St.
Johannes-SchulGmbH, die vom
Orden und dem
Bistum Limburg
getragen wird
1993 / 95
»Jahrhunderthochwasser«
2006
Verkauf des Johannesklosters. Der Konvent
zieht ins Haus Damian.
2007
Das JohannesGymnasium wird
ganz in die Trägerschaft des Bistums
Limburg übergeben
2014
Die Arnsteiner
Patres verlassen
Lahnstein
1/2014 apostel
7
50
nachrichten
50 Jahre Ordensjubiäum
Totengedenken
Pater Alfred Bell SSCC
Bruder Georg (Heinrich) Schäfer SSCC
Alfred Bell wurde 1942 in Weibern in der Eifel geboren und erhielt seine höhere Schulbildung in den
ordenseigenen Schulen in Waldernbach und Lahnstein. Nach dem Abitur 1963 trat
er ins Noviziat ein und legte am 9.
April 1964 seine ersten Gelübde
in Arnstein ab. Seine theologischen Studien absolvierte er in
Simpelveld/Niederlande, ergänzte
diese dann noch durch zusätzliche
Studien in Spanien, Argentinien
und Deutschland. Nach dem
Staatsexamen in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften unterrichtete Pater Alfred an unseren Schulen in Werne und Lahnstein. 1989 wurde er als Generalsekretär unserer Gemeinschaft nach Rom berufen. Nach seiner Rückkehr 1996 leitete er bis 2008
als Direktor das Johannes-Gymnasium in Lahnstein.
Noch im gleichen Jahr wurde er erneut nach Rom
berufen, diesmal als Generalpostulator der Gemeinschaft. Der Generalpostulator ist der Verbindungsmann zwischen der Ordensleitung und dem Vatikan.
Ein Höhepunkt war sicherlich die Heiligsprechung
Pater Damian De Veusters im Jahre 2009.
Am 2. Februar 2014 erlag Bruder Georg nach langer
Krankheit seinem Krebsleiden.
Geboren wurde er 1932 in Küllstedt (Eichsfeld). In
den Nachkriegsjahren führte ihn
sein Weg nach Lahnstein, wo er
eine Ausbildung zum Gärtner absolvierte. 1953 legte er seine ersten
Ordensgelübde ab. Nach einigen
Jahren in Simpelveld / Niederlande
und als »Reisebruder« für unsere
Ordenszeitschrift »Apostel« versah er 15 Jahre lang seinen Dienst
als Gärtner im Generalat in Rom. In dieser internationalen Gemeinschaft fühlte sich Bruder Georg besonders wohl, lernte Italienisch und Niederländisch
und knüpfte weltweit Kontakte, die er sein ganzes
Leben lang pflegte. Nach seiner Rückkehr 1977 lebte
und arbeitete er bis Anfang 1991 in Werne, anschließend in Pirmasens und Münster, bis er 1999 erneut
nach Werne zurückkehrte. Wichtiger noch als seine
mit großem Pflichtbewusstsein ausgeführte Arbeit
war jedoch seine angenehme stille und freundliche
Art, mit der er sich überall in die Kommunitäten einbrachte.
25
25 Jahre Priesterweihe
Pater Peter Egenolf SSCC
Peter Egenolf wurde am 1963 in Kirchen / Sieg geboren. Nach der Schulzeit am Johannes-Gymnasium
in Lahnstein schloss er sich den Arnsteiner Patres
an. 1983 legte er seine ersten Gelübde ab und empfing nach dem Studium in Münster und Sevilla am
1. Mai 1989 die Priesterweihe in
der Klosterkirche in Arnstein. Ein
Einsatz in der Gemeindeseelsorge
und ein Aufbaustudium in Pastoralpsychologie in Frankfurt / Main
schlossen sich an. 1995 kam Pater
Peter nach Lahnstein und war
dort als Jugendpfarrer im Bezirk
Rhein-Lahn tätig. Von 2000 bis
2009 war er Provinzial der deutschen Ordensprovinz mit Sitz in Lahnstein, wo er zusätzlich in Schule und Krankenhaus seelsorgliche Aufgaben übernahm. 2009 wechselte Pater Peter nach Kloster Arnstein und wurde Pfarrer der fünf Gemeinden im
Lahntal, die mittlerweile zur Großpfarrei St. Martin,
Bad Ems / Nassau zusammengeschlossen sind.
8
Gestorben
apostel 1/2014
50
50 Jahre Ordensjubiläum
Pater Hans-Ulrich Willms SSCC
Hans-Ulrich Willms wurde 1943 in Kalenborn / Eifel
geboren. Nach dem Abitur trat er ins Noviziat ein
und legte am 9. April 1964 seine ersten Gelübde ab.
Anschließend studierte er Philosophie und Theologie und wurde 1969 zum Priester geweiht. Durch
den plötzlichen Tod von Pater
Gotthard Kessler wurde er Wallfahrtsleiter in Kloster Arnstein
und übte dieses Amt 19 Jahre lang
aus. Im Rahmen dieser Tätigkeit
schrieb er mehrere Bücher und
wirkte bei Rundfunk- und Fernsehsendungen mit. Von 1988 bis
1991 war er in der ordenseigenen
Studentenausbildung tätig. 1991 wurde Pater HansUlrich zum Provinzial der Arnsteiner Patres gewählt. Nach Ablauf seiner Amtszeit absolvierte er
ein Sabbatjahr. Von 2001 bis 2011 war er Pfarrer der
Pfarrei St. Mauritz in Münster. Seit November 2011
arbeitet er als Seelsorger im St. Rochus-Hospital in
Telgte und ist Superior der Kommunität in Münster.
Anregungen für die Monate April, Mai und Juni
geistlicher
wegbegleiter
»Das glaub ich – damit leb ich«
© Bilderzyklus volo credere Nr. 13 © Kerstin Meinhardt, Idstein 2014
Geistlicher Begleiter zum Heraustrennen
Ich glaube an Jesus Christus, am dritten Tage auferstanden von den Toten
Ostern, Auferstehung von den Toten: Das Leben
kann nicht sterben. Mein Gott, das ist es doch! Ein
Traum wird Wirklichkeit, der Traum vom heilen,
unverletzten Leben. Ein Traum, so alt wie der
Mensch. Ein Traum, so kaputt wie der Mensch. Seit
Kain und Abel gibt es
Mord und Totschlag,
werden Menschen verletzt, missbraucht, seelisch und körperlich umgebracht. Nichts, aber
auch gar nichts scheinen
die Menschen dazu­
zulernen!
Und doch: Das Leben
kann nicht sterben. Diese
Aussicht, diesen Glauben
dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Das Leben
hat mehr Recht als der
Tod, der Himmel mehr
Recht als das Nichts. Alle selbst ernannten Götter,
die in ihrem gottverdammten Größenwahn das
Leben klein- und den Tod großschreiben, ziehen den
Kürzeren. »Spiel mir das Lied vom Tod« – von
wegen!
Ostern, Auferstehung von den Toten: Alle Abgründe, in die wir schauen, alles Dunkle und Schwere,
was erlitten wird, alle Schuld, die Menschen auf sich
geladen haben, werden heil gemacht, so wahr es Gott
gibt, der wie ein guter Vater und eine liebende Mutter, der Gerechtigkeit, Liebe und Leben ist.
Wir sind erlöst, erlöst zum Leben. Zur Zukunft mit
Gott und zur Heimat in ihm. Der Tod, dieses Schreckgespenst allen Lebens, hat letztlich keine Chance. Er
frisst sich selbst. Nicht das Leben, der Tod geht ins
Grab.
Ostern, Auferstehung
von den Toten: Aber ist
nicht gerade hier, wie so
oft im Leben, der Wunsch
Vater des Gedankens?
Haben sich da nicht die
ersten Zeugen der Auferstehung Jesu, die Jünger und Jüngerinnen,
gegenseitig hochgeschaukelt in ihrer Hoff­nung?
Tote sind tot. Doch der
Glaube an den Auferstandenen kümmert sich
nicht um diesen oder andere Einwände. Er geht
über Stein und Grab hinaus. Was jenseits des Todes geschieht, können wir
nicht wis­sen. Und doch steht unser Glaube auf
gutem Grund: Es muss nach dem Tode Jesu etwas
passiert sein, das die Jünger und Jüngerinnen völlig
verändert und wieder auf die Füße gestellt hat.
Ich lade Sie ein, mit mir diesem Zeugnis der Jünger
und Jüngerinnen nachzuspüren.
Ihr
Pater Hans-Ulrich Willms SSCC
Impuls für den Monat April
Ich glaube an Jesus Christus
Am dritten Tage auferstanden von den Toten – Der Stein (Mk 16,1 – 7)
Gebet
Am dritten Tage auferstanden von den Toten – dieser Glaube war, ist und bleibt ein Stein des
Anstoßes.
Der Stein. Daran dachten die Frauen, als sie zum
Grab Jesu gingen, um ein letztes Mal Hand anzulegen und die Kleinarbeit der Liebe zu tun, seinen
Leichnam zu salben. So war es Brauch und Sitte.
Das gehörte zu den Aufgaben der Frauen, da
mischten sich die Männer nicht ein. Bei aller Besonderheit des Todes Jesu war das Alltagsroutine,
der Rest, der noch erledigt werden musste. Dass
sich am Grab etwas spektakulär »Umwälzendes«
ereignen sollte, das hatte niemand auf der Rechnung. In dieser Stunde null war nichts weiter
Thema, nur der Stein.
Eigentlich gab es zwei Steine. Den Stein vor dem
Grab und den Stein, der ihnen auf dem Herzen lag.
Diese nicht zu bändigende Angst und unerträgliche Last, dass alles zu Ende sein sollte, was ihrem
Leben einen neuen Sinn gegeben hatte. Ihr Lebenssinn war mit diesem Stein ins Grab gewälzt
worden. Aus und vorbei. Was nützt da alles Weinen, alle Trauer, alle Liebe?
Und dann: Der Stein ist weg. Das Grab ist offen.
Gott geht mit dem Grabstein Jesu in einer Art um,
die jenseits aller menschlichen Erfahrung liegt.
Wo der tote, dunkle Stein lag, ist nun ein heller
Engel mit der Botschaft vom lebendigen, auferstandenen Jesus Christus.
Allmächtiger, lebendiger Gott, du bist der Herr
der Menschheits- und der Menschengeschichte, der Herr des Lebens. Du schenkst
Leben durch den Tod hindurch und über das
Grab hinaus. Hilf uns, trotz aller Steine des
Anstoßes, die dem Glauben an deine
Auferstehung im Wege stehen, in allem dir und
auf dich zu vertrauen. Lass unsere
Verlegenheiten immer wieder zu Gelegenheiten
deiner Stärke und Liebe werden.
Wo steinerweichendes
Weinen den Stein
nicht hatte bewegen
können, laufen sie
jetzt in die offenen
Arme des Auferstandenen. Nichts liegt mehr
hinter dem Stein. Vom
dritten Tage an liegt
alles offen vor ihnen.
Der Stein ist weggewälzt. Das Grab ist
nicht Endstation, das
Grab ist leer. Etwas
unfassbar Neues ist da:
Jesus lebt. Er ist auferstanden.
Der Weg zum Leben ist
wieder freigegeben –
für immer und für alle.
selbstvergewisserung
Wozu lebe ich? Wie stehe ich zu meinem Tod?
Lebe ich, um zu sterben? Oder sterbe ich, um zu leben?
Was bedeutet Letzteres für meine Einstellung zum Leben?
Impuls für den Monat Mai
Ich glaube an Jesus Christus
Am dritten Tage auferstanden von den Toten – Das Grab (Lk 24,1 – 35)
Und dann werden sie
weggeschickt vom Grab
zu den Lebenden. »Was
sucht ihr den Lebenden
bei den Toten? Er ist
nicht hier, sondern er
ist auferstanden.« (Lk
24,5f.) Den Frauen und
Aposteln passiert nicht
etwas, sondern ihnen
»passiert« jemand, der
sie persönlich anspricht. Die Botschaft,
er lebt. Unglaublich.
Das bringen sie erst einmal nicht auf die Reihe.
Nur die Worte behalten
sie, geben sie weiter
und entzünden damit
ein Lauffeuer: Jesus
lebt.
Noch ahnen sie nicht, dass sie ihn bald treffen werden: im Abendmahlssaal, draußen in Emmaus, am
Ufer des Sees … Sie brauchen lange, um ihren
Augen, Händen, ihren Sinnen und ihrem Herzen zu
glauben. Es dauert lange, bis die Wirklichkeit »Jesus
lebt« sich in ihren Herzen einnisten kann zwischen
Angst, Verzweiflung und Traum. Immer wieder muss
der Auferstandene nachhelfen mit seinen direkten
Fragen: »Wusstet ihr nicht …?« und »Musste der
Messias nicht all das erleiden …?«
Auferstanden am dritten Tage – da bleibt einem der
Verstand stehen, aber nicht das Herz. Auferstehung
ist wie die Liebe jedem zugänglich, aber von keinem
Menschen abhängig. Das Grab ist leer. Es hat keine
Bedeutung mehr. Das Einzige, was man endgültig
begraben darf, ist das Wort: unmöglich.
Gebet
Gott des Lebens, wer an die Auferstehung deines Sohnes
glauben kann, für den birgt jedes Ende einen tröstlichen
Anfang, folgt jedem Abend und jeder Nacht ein heller
Morgen, fällt alles Dunkel in zeitloses Licht. Ich bitte dich
um diesen Glauben und, dass er mich trägt von Tag zu Tag,
von Nacht zu Nacht in das Leben, das keinen Morgen und
keinen Abend mehr kennt; das du uns schenkst in Jesus
Christus, der gestorben und auferstanden ist, damit auch
wir leben können durch den Tod hindurch und über das
Grab hinaus.
selbstvergewisserung
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Welche Konsequenzen hat diese Aufforderung für mich und mein Alltagsleben?
© Bilderzyklus volo credere Nr. 14 © Kerstin Meinhardt, Idstein 2014
Das Grab ist ein Grab. Und das Grab ist leer. Am
dritten Tage auferstanden – so fängt Ostern an. Blumen und Salben für den toten Jesus kann man bei
den Grabwächtern abgeben. Im Grab ist er nicht.
Das ist nach dem Schock am Karfreitag: »Gott ist
tot«, der Osterschock. Ins Grab gelegt, mit einem
Stein verschlossen – und doch: Im Grab ist er nicht.
Wo ist er dann? Die Frauen und Apostel erfahren am
dritten Tag erst einmal, wo er garantiert nicht ist: im
Grab. Gott lässt sich nicht umbringen. Gott lässt sich
nicht einsperren, nicht festlegen und auch nicht festhalten.
Impuls für den Monat Juni
Ich glaube an Jesus Christus
Am dritten Tage auferstanden von den Toten – Der Weg (Lk 24,13 – 35)
Die Auferstehung Jesu ist kein Comeback im Sinne
einer Wiederbelebung seines Leichnams. Kein Wunder, dass Jesus auf die Jünger ganz anders wirkt als
das ihnen vertraute Bild von ihm! Aber sie erkennen,
dass er kein anderer ist als derjenige, der am Kreuz
zu Tode gefoltert wurde. Er zeigt sich mit seinen
Wunden und in seinen vertrauten Gesten und ist
zugleich ganz anders. Er ist berührbar, er lässt sich
anfassen, ja fordert sie dazu heraus, aber er lässt sich
nicht festhalten. Er geht durch Türen, teilt Brot und
Fisch mit ihnen und entzieht sich wieder.
Gebet
Gott des Lebens, die Auferweckung deines
Sohnes holt seine Anhänger ins Leben
zurück. Sie bringt wieder Feuer in ihre
Herzen, das Funken schlägt und die
Botschaft von einer Liebe und einem Leben
ohne Widerruf überspringen lässt, sodass
sie andere ansteckt. Wecke immer wieder
auch in uns die Begeisterung für ein
Leben, wie du es für uns vorgesehen und
in deinem Sohn für uns erwirkt hast.
© Bilderzyklus volo credere Nr. 15 © Kerstin Meinhardt, Idstein 2014
Wir würden gerne mehr wissen
über jene Begegnungen mit dem
Auferstandenen. Seine Anhänger
sehen Jesus, erschrecken, erkennen
ihn nicht. Und als sie ihn endlich
erkennen, brauchen sie ihn nicht
mehr zu sehen.
Paradox: Die Widersprüchlichkeit dieser Zeugnisse
spricht für ihre Glaubwürdigkeit. Sie zeigen, dass es
den Jüngern die Sprache verschlagen hat. Es ist wie
bei einer Liebeserklärung, bei der einem die Worte
versagen, weil man seine Liebe und Zuneigung gerade nicht mit Worten eloquent erklären kann. Wohl
haben wir Bilder vor Augen und im Herzen, die wir
nicht in Worte fassen können. Bilder, die den Betroffenen zugänglich sind, von Außenstehenden aber in ihrer Bedeutung
nicht erfasst werden können.
selbstvergewisserung
Wo und wie begegnen mir in
Nach dem Tode Jesu ist etwas passiert,
meinem Leben der Auferstandene und die Auferstehung?
das die Logik alles bisher DageweseWie kann ich meine Erfahrunnen sprengt. Und das hat die Jünger
gen weitergeben?
verändert. Mit dem Tode Jesu war die
Welt für sie eingestürzt. Sie verstecken,
verkriechen sich, schließen sich ein. Durch die Begegnung mit dem Auferstandenen finden sie zurück zu
sich selber und zurück ins Leben mit der Botschaft:
Jesus lebt. Für diese Botschaft sind sie nun Feuer und
Flamme. Sie müssen sie in die Welt hinaustragen,
lassen sich nicht mehr zum Schweigen bringen, riskieren Kopf und Kragen. Jesus lebt! Alles ist anders.
titelthema
Haben wir noch was zu
beichten?
Beichten war einmal! In den
Pfarrbriefen der meisten katholischen Gemeinden spielt das Sakrament der Buße und Versöhnung
keine große Rolle mehr. Allenfalls
am Rande findet sich ein Hinweis
auf die Möglichkeit, dafür einen
speziellen Termin zu vereinbaren.
Einst schien das regelmäßig im
Beichtstuhl empfangene Bußsakrament nach persönlicher Beichte
etwas Urkatholisches zu sein.
Heu­te reicht selbst den meisten
regelmäßigen Gottesdienstteilnehmern, dass ihnen die Vergebung nach dem gemeinsamen
Schuldbekenntnis, allen gemeinsam zu Beginn der Messe vom
Altar aus zugesprochen wird. »Es
ist ein Glück, dass die Beichte,
diese ganze Angstmacherei, verschwunden ist!«, sagen die einen.
Andere fürchten, dass »das Kind
mit dem Bade ausgeschüttet wird«,
und sehen verpasste Chancen.
auf der suche nach einem verschwundenen sakrament
picture-alliance / maxppp
Bei den Leitungen der deutschen
Bistümern werden auch Sakramentenspendung statistisch erfasst. Die Aufzeichnungen zeigen,
dass nur an wenigen Stätten
Beichten im nennenswerten Maße
gehört werden.
Ein solche Stätte liegt in Koblenz.
Inmitten der Stadt, am Jesuitenplatz, lädt die Citykirche vorbeikommende Passanten – Einheimische wie Touristen – zum Verweilen, zur Begegnung mit Gott ein.
Auch Beicht- und Gesprächsseelsorge gehört zum Angebot. Schon
seit Jahrhunderten nutzen die
Koblenzer und Menschen aus
dem Umland die Möglichkeit, bei
den Ordensleuten zur Beichte zu
gehen. Manch einem fiel es dort
leichter als beim Pfarrer der eigenen Gemeinde.
Doch auch zu diesem traditionellen Beichtort kommen immer weniger Menschen zum Beichten.
Seit 2004 sind die Arnsteiner Patres mit einer Kommunität in Koblenz präsent und betreuen die frühere Jesuitenkirche. »Unser An­
gebot der ›Offenen Tür‹ mitten in
der Stadt wird recht gut angenom­
men. Aber zur Beichte sind im ge­
samten Bereich unseres Dekanates
früher sicher sehr viel mehr Men­
schen gegangen«, so der Leiter der
Beicht­seelsorge in der Citykirche
Gerd Nieten SSCC. Für das vergangene Jahr verzeichnet die Statistik der Citykirche circa 1.600
Beichten. Die traditionellen »Ohrenbeichten« machen dabei kaum
ein Viertel aus. Und diejenigen,
die kniend die Lossprechung
empfangen möchten, sind die
Ausnahme. Meist sind dies Ausländer, die diese Form aus ihrem
Heimatland, zum Beispiel Polen,
kennen. Der weitaus größte Teil
sind Beichtgespräche.
1/2014 apostel
13
titelthema
»Früher wurde hier an der Jesui­
tenkirche eher eine traditionelle
Form der Beichtseelsorge angebo­
ten. Da standen Gebote und Verbote
im Vordergrund. Aber hier hat sich
viel verändert seit dem Umbau im
Jahr 2004«, so Pater Gerd. Das
Äußere der Veränderung wird
beim Besuch der Kirche deutlich.
Die alten Beichtstühle sind verschwunden, die Beichtzimmer
sind einladend, hell und freundlich, es herrscht eine entspannte
Gesprächsatmosphäre. »Aber bei
allem, was sich geändert hat: Das
Beichtgeheimnis gibt es immer
noch«, schmunzelt der Geistliche.
Es tut den Menschen gut zu wissen, dass das, was sie erzählen,
beim Seelsorger bleibt. Manche
kommen regelmäßig zu ihrem
Beichtvater. Da ist die Grenze
zwischen Beichtgespräch und
geistlicher Begleitung fließend.
Wer sich seinen Schatten stellen
will, braucht Hilfe
»Ich versuche im Gespräch zu erkennen, was meinem Gegenüber
im Leben wichtig ist, aus welcher
Haltung er oder sie lebt, welche
Haltung dem Mitmenschen gegenüber besteht und wo vielleicht
etwas geändert werden müsste,
um nicht irre zu gehen«, so Pater
Gerd. Es sind erstaunlich viele
Männer, die das Beicht- und Gesprächsseelsorgeangebot der Citykirche wahrnehmen. »Sie wollen
ihrem Leben eine größere Tiefe
geben«, meint Pater Gerd. »Sie
wollen geistlich leben, aber merken,
dass man auf dem spirituellen Weg
auch ins Stocken geraten kann. Sie
haben den Wunsch nach Umkehr,
nach Versöhnung – mit Gott – mit
den Mitmenschen –, sie wollen
einen neuen Anfang machen. Wer
sich dem eigenen Schatten, seiner
Schuld und seinen Schuldgefühlen,
stellen möchte, braucht Unterstüt­
zung.«
Schon so manches Mal hat es der
ruhig, freundlich und ausgeglichen wirkende Beichtvater erlebt,
wie Menschen, die jahrelang
etwas Belastendes mit sich herumgeschleppt haben, nach der
Beichte erleichtert und wie neu
aufgerichtet waren. »Früher war
alles, was mit Sexualität zu tun
hatte, eine schwere Sünde. Diese
Prägung merkt man gelegentlich
noch bei älteren Menschen. Heute
stehen aber eher belastende Bezie­
hungsprobleme im Mittelpunkt der
Beichten. Wenn ausgesprochen
wurde, wo Konflikte sind, dann
wirkt das schon befreiend. Ich als
Priester bewerte das Gehörte nicht.
Wenn dann die Zusage der verzei­
henden, barmherzigen Liebe Gottes
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14
apostel 1/2014
titelthema
© Laurent Hamels – Fotolia
geschenkt wird, dann ist das eine
wirkliche Versöhnung. Ich als
Priester darf die Vergebung zusa­
gen. Das entlastet von Schuld und
Schuldgefühlen.«
Das in Filmen häufig bemühte
Klischee einer traditionellen Ohrenbeichte vor dem dunklen Gitter hat mit der Realität der Beichte in der Citykirche wenig zu tun.
Aber ob seelsorgliches Gespräch,
Beichtgespräch oder Beichtstuhl:
Wichtig ist, so Pater Gerd Nieten,
dass die Menschen in Koblenz
und im Umland wissen, dass sie
mit ihren Ängsten und Nöten ins
Kloster kommen können.
Wer sich selbst gegenüber ehrlich ist, weiß, dass er nicht alles im Leben richtig
gemacht hat. Sich seinen Schattenseiten zu stellen, zwischen Schuld und
Schuldgefühlen zu unterscheiden und sich zu ändern, ist ohne Hilfe schwer.
Das Kloster Arnstein ist als Wallfahrtskloster ein weiterer Ort, an
dem für heutige Zeiten noch verhältnismäßig viele Menschen zum
Beichten kommen. Gerade in den
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1/2014 apostel
15
titelthema
Pater Martin Königstein SSCC (oben, r.) im
Gespräch. Beichten finden heute selten hinter
dem Gitter statt, dafür durchaus schon mal
beim gemeinsamen Spaziergang.
chen, den ich nicht sehen konnte,
der hinter einem Gitter verborgen
war. Nein, Beichten war nichts für
mich, das hat mir nichts gebracht.«
Doch eine solche Beichtvorbereitung, wie sie früher im Rahmen
des Kommunionunterrichts stattfand, gehört heute längst der Vergangenheit an. Auch Pater Peter
Egenolf SSCC kennt Schilderungen wie die des Sängers Sting von
den Eltern seiner Kommunionkinder. In seiner Pfarrei in Bad
Ems sprechen die Kommunionkinder während eines Wochenendaufenthaltes über Versöhnung und Vergebung. »Wenn ich
den Kindern erkläre, was Sünde ist,
dann sage ich, dass ist etwas, was
dir schadet oder was anderen scha­
det. Gott liebt uns und vergibt uns
auch dieses schädliche Verhalten,
wenn wir es ehrlich bereuen und
uns bessern wollen.«
Anders als in den Kommunionsvorbereitungen anderer Gemeinden lernen die Kinder hier auch
die Einzelbeichte bei ihrem Pfarrer kennen. Aber dennoch erfährt
die Beichte trotz regelmäßigem
Angebot auch in seiner Pfarrei
kaum Zuspruch: Mehr als ein bis
zwei Beichten im Monat sind es
nicht.
Wann sind Sie das letzte Mal
beichten gewesen?
Der Sänger Sting antwortete auf
diese Frage: »Zu den Priestern
gehe ich schon lange nicht mehr.
Mir fiel das Beichten immer sehr
schwer. Die katholische Kirche lei­
tet dich dazu an, wenn du sieben
bist. Als Junge war ich danach
immer verwirrt. Denn ich fand da­
mals, dass ich eigentlich gar keine
Sünden begangen hatte – jedenfalls
keine, die man hätte beichten müs­
sen. Aber es gab diesen Druck, die
Pflicht des guten katholischen
Christenmenschen, zur Beichte zu
gehen. Also habe ich mir einfach ir­
gendwas ausgedacht. Es war immer
seltsam, mit jemandem zu spre­
16
apostel 1/2014
»Ich glaube, das Sakrament hat
heute deshalb keine Bedeutung
mehr, weil ›Beichte‹ in den Köpfen
vieler katholischer Christen immer
noch belastet ist. Die Form ist
angstbesetzt und mit Drohungen
verbunden. Ganz wichtig scheint
mir in dem Zusammenhang auch
zu sein, dass im Hinterkopf immer
noch eine Sexualmoral besteht, die
viele für sich selbst nicht mehr an­
nehmen können, zum Beispiel im
Hinblick auf die Empfängnisverhü­
tung. Dies beißt sich dann mit der
Vorstellung, dass die Beichte voll­
ständig sein soll, dass das Verhal­
ten ehrlich bedauert und geändert
werden soll.«
Das mach ich selbst mit Gott ab!
Viele katholische Christen stehen
heute auf dem Standpunkt, keinen Priester als Vermittler zu benötigen. »Das mache ich selbst mit
dem lieben Gott ab!«
Eine solche Haltung erfuhr kürzlich prominenten Widerspruch.
Sicher, so meinte Papst Franziskus am 19. Februar 2014, könne
man vor Gott seine Sünden benennen und um Vergebung bitten, aber die Vergebung der Sünden könne man sich nicht selbst
erteilen. Rechtzeitig vor Beginn
der Fastenzeit – neben der Ad-
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(Joh 20,23)
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© unten links: iStock
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auch hier sind die Zahlen rückläufig. Diese Tendenz wird auch von
anderen Wallfahrtsorten berichtet.
titelthema
Das Sakrament der Versöhnung
Die Last der Schuld
Jeder Mensch ist sich immer wieder einmal seines
Versagens bewusst. Man spricht in diesem Fall gerne
vom schlechten Gewissen. Auch nicht religiöse Menschen kennen das Problem: Da gibt es die Scham über
Dinge, die man getan hat; die quälende Erinnerung
an irgendein Versagen im Leben, die tief sitzende
Unzufriedenheit über die eigene moralische Schwäche. Schuld gehört zum Leben, Buß- und Vergebungsrituale sind Bestandteile aller Religionen, und vieles
von dem, was früher im Beichtstuhl geschah, wiederholt sich heute in den Sprechzimmern von Psychologen und Psychiatern.
© iStock
Die Notwendigkeit der Selbsterkenntnis
Voraussetzung für persönliche Veränderung ist immer
die Einsicht in die eigene Situation. Das Bekennen der
Sünden in der klassischen Beichte ist ein solcher Versuch. Es geht aber nicht darum, Sünden aufzuzählen.
Damit wird selbst der Frommste nicht fertig. Es geht
darum, zu erkennen, weshalb ich bestimmte Dinge
tue, die mir oder anderen schaden. Viele beichten:
»Ich habe gelogen.« Aber das ist wenig hilfreich. Aufschlussreicher ist die Frage, weshalb ich lüge. Lüge
ich, um jemanden lächerlich zu machen; lüge ich, um
meine eigene Person in gutem Licht dastehen zu
lassen; lüge ich über den Zustand des Autos, das ich
verkaufen will?
Die Rolle des Priesters
Für viele Menschen ist es nicht mehr einsichtig, weshalb sie dem Priester ihre Sünden sagen sollen. Um
es klar zu sagen: Christus vergibt die Sünden, nicht
der Priester. Dennoch ist die Rolle des Priesters wichtig. Mit einem anderen Menschen zu sprechen, hilft
mir, meine Situation neu zu sehen, es kommen neue
Gesichtspunkte ins Spiel und oft auch der Trost, dass
andere in der gleichen Lage sind.
Daneben gibt es die sakramentale Rolle des Priester.
Christus hat ihm die Vollmacht gegeben, in seinem
Namen die Vergebung zuzusagen. Es ist gut zu hören:
»Ich vergebe dir alle deine Sünden.«
Die Stunde der Gnade
Die alte Beichte war ein Gerichtsverfahren im Schnelldurchgang: Anklage, Geständnis, Urteil, Buße. Wie
sehr sich das geändert hat, wird auch im heute gebräuchlichen offiziellen Name des Sakramentes deutlich: »Sakrament der Versöhnung«. Dies setzt einen
ganz anderen Akzent. Es geht um Heilung, Versöhnung und Neubeginn. Das Gleichnis vom verlorenen
Sohn oder die Rettung der Ehebrecherin vor der
Steinigung sind klassische Beispiele.
Es gibt Sünden, deren Folgen wir nicht gutmachen
können. Ein in die Welt gesetztes Gerücht macht sich
selbstständig, ein gebrochenes Treueversprechen
hinterlässt oft eine lebenslängliche Wunde. Hier bin
ich am Ende mit meinen Möglichkeiten, und ich kann
nur auf die Gnade Gottes vertrauen. In der Beichte
wird mir diese zugesagt.
Der Wille zur Umkehr
Natürlich ist der Wille zur Umkehr eine Voraussetzung
für eine gute Beichte. Aber der Mensch sollte sich
nicht überschätzen. Ich werde nicht von einer Minute
auf die andere ein neuer Mensch. Ich werde auch
niemals vollkommen. Vollkommenheit ist eine Kategorie des Himmels. Die Beichte ist aber ein nicht
zu verachtendes Hilfsmittel. Sie zwingt mich, innezuhalten und auf mein Leben zu schauen. Viele sagen:
»Beichten hilft nichts, ich werde nicht besser.« Einer
meiner Mitbrüder in Norwegen pflegte dann zu sagen:
»Du wirst aber wenigstens nicht schlechter dadurch.«
Damit hat er recht. Wer nicht an sich arbeitet, kann
schnell ins Bodenlose abgleiten. n
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1/2014 apostel
17
titelthema
Haben wir noch was zu
beichten?
»Ja«, meint Pater Martin Königstein SSCC, einer der Beichtväter
in Koblenz. Seines Erachtens
könnte eine solche Beichte auch
im Rahmen eines Gesprächs
beim Spaziergang geschehen. »Es
geht weniger um eine punktuelle
Sündenvergebung als vielmehr um
einen Heilungsprozess«, erläutert er.
»Sünden sind Symptome für etwas.
Sie zeigen an, dass etwas in der Be­
ziehung nicht stimmt, ob in der Be­
ziehung zu Gott, dem Mitmenschen
oder sich selbst. Wenn es da zu Stö­
rungen kommt, tritt das Phänomen
der Sünde auf. ›Vergiss deine Sünde
nicht zu schnell, sie ist sehr nütz­
lich auf dem Weg zu Gott‹, sagt
Meister Eckhart. Es geht bei der
Während im Leben vieler
Katholiken die persönliche Beich
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Rolle mehr spielt, erlebt
sie bei
evangelischen Christen
eine Renaissance. Generationen
kannten
sie nicht und dachten,
dass das
etwas rein Katholisches
sei. Heute
besinnen sich manche
auf diese
Form der seelsorglichen
Begleitung und Lossprechung
von Sünden. Martin Luther hatte
entgegen
mancher Vermutung au
ch nichts
gegen das Beichten. Ne
gen theologischen Spitz
ben einifindigkeiten, etwa über die
Frage, ob der Mensch
überhaupt zur vollen Erk
enntnis seiner Sünden
fähig sei, ging es ihm
primär um die Ablehnu
ng des ausufernden Ab
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shandels. Er selbst
beichtete regelmäßig, in
Krisenzeiten sogar täglich
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ausdrücklich.
nicht nur Gott, sondern die Ge­
meinschaft der Kirche, die sich in
der Zerbrechlichkeit jedes ihrer
Glieder erkennt, die bewegt seine
Reue vernimmt, die sich mit ihm
versöhnt, die ihn ermuntert und be­
gleitet auf dem Weg der Umkehr
und der menschlichen und christli­
chen Reifung.«
18
apostel 1/2014
Die Erinnerung an muffige Beichtstühle und Sünderbänklein erschwert
manch einem heute den Zugang zu
einem heilsamen Sakrament
Beichte wesentlich um eine Heilung
in der Tiefe der Seele, um die Hei­
lung der Beziehungen. In der Ver­
gangenheit sind die Menschen oft
unter großen Ängsten zur Beichte
gegangen, haben dann die sakra­
mentale Lossprechung erfahren,
standen aber hinterher vor den glei­
chen Problemen, weil es menschlich
nicht aufgearbeitet wurde. Das Reli­
giöse ist aber etwas Ganzheitliches,
Glaube und Heilung müssen erfah­
ren werden. Dass hier keine formel­
haften Pflichtübungen gemeint sein
können, versteht sich von selbst.
Natürlich muss niemand beichten.
Aber ich denke, jeder ist gut bera­
ten, dieses heilende Angebot anzu­
nehmen.«. n
kerstin meinhardt
© Mitte: common licence, oben: KNA-Bild
ventszeit die traditionelle Hochzeit der Beichte – erläuterte der
Papst: »Ich kann nicht sagen: Ich
vergebe mir die Sünden. Um Verge­
bung wird gebeten, bei einem ande­
ren, und in der Beichte bitten wir
Jesus um Vergebung. Die Vergebung
ist nicht ein Ergebnis unserer Be­
mühungen, sondern ein Geschenk,
eine Gabe des Heiligen Geistes. Sie
erfüllt uns mit Barmherzigkeit und
Gnade, die vom offenen Herzen des
gekreuzigten und auferstandenen
Christus unaufhörlich fließen …
Es genügt nicht, den Herrn im
Geist und im Herzen um Vergebung
zu bitten, sondern es ist nötig, de­
mütig und vertrauensvoll die eige­
nen Sünden dem Diener der Kirche
zu beichten. In der Feier dieses Sa­
kramentes vertritt der Priester
Beichte:
farbe bekennen
theologisches
Ein nicht so bekannter Hitchcock-Film ist »I confess« (Ich beichte, 1953). Es geht darin um einen
deutschen Küster (gespielt von O. E. Hasse), der in
Kanada einen Mord begangen hat, seinem Pfarrer
(gespielt von Montgomery Clift) durch die Beichte
den Mund verschließt, ihn »zum Schweigen verurteilt«, wie der Film auch betitelt wurde, und ihn
damit verdächtig macht.
Eigentlich ist jeder Krimi eine Beichtgeschichte.
Etwas Böses passiert, der Tathergang wird untersucht, der Täter bekennt, wenn es gut geht, seine
Schuld und leistet Genugtuung.
»Wir sind alle schuldig
an allem, was auf
dieser Welt geschieht.«
F. M. Dostojewski, Verbrechen und Strafe, 1886
Nach der neuen kirchlichen Bußordnung von 1974
gibt es drei mögliche Formen des Sakramentes: die
persönliche Beichte, die gemeinsame Bußfeier mit
Lossprechung der Einzelnen und die Generalabsolution. In den 40 Jahren seither ist die Praxis der beiden ersten Formen fast auf null gefallen, die allgemeine Lossprechung – nur bei einer »schwerwiegenden Notwendigkeit« – war für die deutsche Kirche nie ein Thema.
© yevgeniy11 – Fotolia
Warum aber bleiben die Beichtstühle leer? Werden
heute weniger Sünden begangen? Ein Blick auf die
täglichen Nachrichten belehrt uns eines Besseren.
Das vergangene Jahrhundert, das den größten Auszug von Christen aus den Kirchen gesehen hat, hat
auch die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte erlebt. Die Liste des Grauens klagt furchtbare Einzeltaten an, aber auch ganze Völker, reicht
von Auschwitz über Syrien bis Zentralafrika.
Die Beichte war die Anerkennung des Bösen in unserer Welt und das Bekenntnis, Teil daran zu haben.
Inzwischen ist das Böse immer noch da, aber wir
haben nichts mehr damit zu tun. Es wird Sachzwän-
gen, sozialen Umständen oder Veranlagungen zugeschoben. Manche sprechen gar von einer »Ent-Bösung« des Bösen und finden dafür alle möglichen
psychoanalytischen Erklärungen. Aber dennoch
dämmert uns, dass wir mehr Verantwortung in der
Welt haben, als nur für unseren Vorgarten zu sorgen.
Das vormals kirchliche Vokabular wird weltlich gebraucht: Sünden gibt es nur noch in der Umwelt und
bei den Steuern, Bußgeld bei der Verkehrskontrolle.
Die bekannteste Fernsehfrau der USA ist »die Beichtmutter der Nation«. Aber lossprechen kann sie
nicht. »Das radikal Böse« – so der Titel eines neuen
Films – bleibt ein Geheimnis, wie es immer schon
für die Theologen ein Mysterium war.
Und doch ist uns aus diesem Dunkel wirksame
Hilfe, Befreiung zugesagt. Der Prophet Jesaja beschreibt es in einem Bild: »All meine Sünden warfst
du hinter deinen Rücken« (Jes 38,17). Eine gute
Beichte ist wie die Erfahrung des Vogels, der sein
Gewölle auswirft, den herausgewürgten Klumpen
unverdaulicher Nahrungsreste, die ihm sonst gefährlich werden können. Jeder von uns möchte gern
seine unbrauchbaren Schlacken loswerden, wie wir
es immer wieder mit der letzten, alles andere zusammenfassenden Vaterunserbitte erbeten: »Erlöse uns
von dem Bösen.«
Übrigens: Papst Franziskus hat in einer Predigt verraten, dass er alle zwei Wochen zur Beichte geht. n
friedhelm geller sscc
1/2014 apostel
19
1924 – 2014
90 Jahre Wallfahrten zum
Heiligsten Herzen Jesu auf Kloster Arnstein
Jahresthema 2014:
»Bringt eure Bitten mit Dank vor Gott« (Phil 4,6)
In diesem Jahr eröffnen wir am Dienstag, den 13. Mai 2014 die Wallfahrtssaison,
die Ende September dann ihren diesjährigen Abschluss findet.
Wie in jedem Jahr lade ich Sie – in Gruppen oder als Einzelne – auch in unserem Jubiläumsjahr
»90 Jahre Wallfahrt zum Kloster Arnstein« zu einer Pilgerfahrt zum Heiligsten Herzen ein.
Im Namen der Mitbrüder und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ihr Pater Bernhard Bornefeld SSCC
Unsere Niederlassungen in Deutschland
Arnsteiner Patres
Bohlweg 46 n 48147 Münster
Tel.: 02 51 48 25 33 n Fax: 02 51 4 82 53 59
Kloster Arnstein
56379 Obernhof / Lahn
Tel.: 0 26 04 9 70 40 n Fax: 0 26 04 16 06
Arnsteiner Patres
Jesuitenplatz 4 n 56068 Koblenz
Tel.: 02 61 9 12 63-0 n Fax: 02 61 9 12 63-14
Arnsteiner Patres, Provinzialat
Kardinal-von-Galen-Straße 3 n 59368 Werne
Tel.: 0 23 89 97 01 50 n Fax: 0 23 89 97 01 27
Arnsteiner Patres
Horststraße 35 n 56651 Niederzissen
Tel.: 0 26 36 61 66 n Fax: 0 26 36 60 60
Ordensgemeinschaft
von den Heiligsten Herzen
Immenstädter Straße 50 n 87435 Kempten
Tel.: 08 31 5 12 36 80 n Fax: 08 31 51 23 68 19
Niederlassung der Deutschen Provinz
in Belgien:
Pères des Sacrés Coeurs
Quai de Brabant, 38/5 n B-6000 Charleroi
Tel.: 00 32 71 70 02 46
www.arnsteiner-patres.de
Liebe Leserinnen und Leser,
mehr Seelsorge und weniger Verwaltung: Um diesen VorPatres Johannesstraße
36 A • 56112
Lahnstein
satzArnsteiner
zukünftig
noch besser
einhalten
zu können, haben wir
– im Zuge der Verlegung unseres Provinzia­lates von Lahnstein nach Werne – unsere Spendenverwaltung mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 auf die MNT Revision und
Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft in Limburg a. d. Lahn übertragen.
Die Anschrift unserer Spendenverwaltung lautet nunmehr:
Arnsteiner Patres e.V.
c/o MNT Revision und Treuhand GmbH
Holzheimer Straße 1, 65549 Limburg an der Lahn
Februar 2014
Ordensgemeinschaft
von den Heiligsten Herzen
Provinzialat
Haus Damian
Johannesstraße 36 A
56112 Lahnstein
Fon 02 6 21 /62 99-0
Fax 0 26 21 /62 99-20
provinzialat@sscc.de
www.sscc.de
Auch wenn alle Spenderinnen und Spender von uns schon persönlich angeschrieben wurden, möchten wir Sie an dieser Stelle noch einmal darauf
hinweisen, dass wir Spenden ab dem 1. Februar 2014 als wiederkehrende
Lastschriften nach dem neuen europaweiten SEPA-Basis-Lastschriftverfahren einziehen werden. Die uns von einigen Spendern bereits freundlicherweise erteilte Einzugsermächtigung wandeln wir daher in ein SEPA-BasisLastschriftmandat um.
Bei Fragen zu diesen oder anderen Themen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Bis zu unserer nächsten Apostel-Ausgabe wünsche ich Ihnen, Ihren Fami­
lien, Freundinnen und Freunden eine gute Zeit!
Mit besten Grüßen
Ihr
Pater Heinz Josef Catrein SSCC
Neues Provinzialat in Werne
Am 4. Februar war es dann endlich so weit. Der letzte Umzugs-Lkw traf, von
Lahnstein kommend, in Werne ein. Nach einer großen Kraftanstrengung
über viele Wochen – neben den persönlichen Sachen der Brüder mussten
vor allem unzählige Ordner und Dokumente der Provinzverwaltung und
zahlreiche Kunstwerke gesichtet, verpackt und an ihre neuen Bestimmungsorte verbracht werden – mussten nun Hunderte von Kisten ausgepackt werden, um das Provinzialat wieder funktionsfähig zu machen. Für den phänomenalen Einsatz bei diesem Großprojekt verdienen sich ganz besonders die
Lahnsteiner Mitarbeiterinnen Margret Mayer und Erni Lelle sowie Bruder
Josef Huke ein ganz großes Dankeschön.
Über den bewegenden Abschied von Lahnstein finden Sie ein paar Impressionen auf den Seiten 6 und 7 dieser Zeitschrift. Weitere Bilder, Impressionen und Texte vom Abschied und Umzug finden sich auf unserer Website
www.arnsteiner-patres.de
Unsere neue Anschrift lautet:
Provinzialat
der Arnsteiner Patres
Kardinal-von-Galen-Straße 3
59368 Werne
Telefon: 0 23 89 97 01 50
Fax: 0 23 89 97 01 27
E-Mail: provinzialat@sscc.de
Wie im Jahre 2013 stammt das Jahresthema vom Apostel Paulus, diesmal aus
seinem Brief an die Gemeinde von Philippi. Diese Gemeinde lag ihm besonders
am Herzen. Nur von ihr ließ er sich unterstützen. Den Anlass des Briefes bildete der Wunsch der Christen von Philippi, von ihrem Apostel, der in Ephesus im
Gefängnis saß, Näheres über sein Schicksal zu erfahren.
Der Abschnitt, dem das Wort entnommen ist, stammt aus dem vierten Kapitel.
Er stellt uns eine kurze Zusammenfassung eines christlichen Lebens vor, eingespannt zwischen zwei Polen: Freude und Friede.
Unser Jahresthema hebt den Kern des Satzes hervor: »Bitten mit Dank vor Gott«.
Ihr Pater Bernhard Bornefeld SSCC
Arnsteiner Wallfahrt 2014
Jahresthema 2014:
»Bringt eure Bitten mit Dank vor Gott«
(Phil 4,6)
Wallfahrt an den Werktagen:
Von Mai bis September heißen wir Sie jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag herzlich als Pilger auf Kloster Arnstein willkommen. Mit Ausnahme der
beiden Feiertage Christi Himmelfahrt und Fronleichnam bieten wir Ihnen nicht
nur geistliche, sondern bei Voranmeldung auch weltliche »Wegzehrung« an.
Für Gruppen bieten wir auf Anfrage ein eigenes Programm an. Dies kann einen
Imbiss oder Kaffee im Kloster, Andachten, Vorträge, Beichtgelegenheit sowie
Führungen durch Kirche und Kloster umfassen. Bitte unbedingt anmelden!
Weitere Informationen und Anmeldungen zur Wallfahrt:
Kloster Arnstein, Pater Bernhard Bornefeld, 56379 Obernhof/Lahn ,
Tel.: 0 26 04 97 04 0, Fax: 0 26 04 97 04 26, E-Mail: bernhard.bornefeld@sscc.de,
www.arnsteiner-patres.de
Termine und Organisatorisches:
Große Wallfahrten finden 2014 an folgenden Sonntagen
statt: 1. Juni, 15. Juni, 22. Juni, 29. Juni. Dazu können
auch Busse angemeldet werden. Für die Fahrt im Bus
bieten wir Ihnen CDs mit Gebeten, Betrachtungen und
Liedern an, die Sie in das Wallfahrtsthema einführen.
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Seele and Geist
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