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Ich sehe was, was Du nicht siehst! - INNCH

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Ich sehe was, was Du nicht siehst!
INNCH GbR
Quartier am Hafen
Poller Kirchweg 78-90
51105 Köln
Künstlerische Verfahren in der qualitativen
Marktforschung am Beispiel einer
Second Screen-Nutzungs-Studie
Monika Heimann
Master of Fine Arts
Kreation
Michael Schütz
BVM Regionalabend Baden-Württemberg
Stuttgart, 3. Dezember 2013
Dipl.-Psychologe
Forschung
1
Gängige gestalterische
Verfahren
3
Warum überhaupt gestalterische Verfahren?
▶ Erfassung von bildlichen Vorstellungen, Erfahrungen,
Wünschen, etc. zu Produkten, Marken (Bildwelten)
▶ Bild als Medium, in dem sich Unbewusstes (besser)
ausdrückt
▶ Pb sind im Umgang mit Bildern weniger geübt (bildliche
Analphabeten), Rationalisierungen lassen sich ‘aushebeln’
4
Gängige gestalterische Verfahren in der
qualitativen Marktforschung
1. Bildvorlagen
2. Collagen
3. Selbst zeichnen/gestalten
Einsatz von Designer/Grafiker
Fotos
…
5
1. Collagen
6
1. Collagen
Begrenzte Motiv-Auswahl
+
Beeinfl. eigener Vorstellungsbilder
Bildwelten/unbewusste Seiten
Hoher zeitlicher Aufwand
Gestaltungshilfen
Ganzheitl. Komposition
Tipp
Collagen ausführlich befragen
Material möglichst ‚weit weg‘
7
2. Probanden selbst zeichnen lassen
8
2. Probanden selbst zeichnen lassen
-
+
Freie Gestaltung
Keine Gestaltungshilfen
Kunstunterrichts-Trauma
Strukturelles Dilemma: Ohne
Ausdruck (wenn ungeübt) oder
ästhetisierend (wenn geübt)
Tipp
selten Erkenntnisgewinn
9
2. Probanden selber zeichnen lassen
Beispiel: „Angestrengtes Alltagsgesicht”
Links: vom Proband selbst gezeichnet
Rechts: vom Zeichner gezeichnet
10
Designer
Bildvorlage
Fotos
Collage
Wenig/keine
Gestaltungshilfen
Hohes Maß an
Gestaltungshilfen
Große Entfernung
von konkreten
Vorstellungsbildern
(Bildvorgaben)
selbst zeichnen !
Die Verfahren changieren
zwischen den Polen:
Freiheit oder Ausdruck.
Fotos und Collagen bilden
einen Kompromiss.
Potentiell große Nähe
zu Vorstellungsbildern
I.d.R. fehlender
Ausdruck
11
Was die gängigen Verfahren auszeichnet
▶ Es handelt sich i.d.R. um reine Erhebungsverfahren
▶ Sie bewegen sich in der Spannung zwischen Begrenzung und
Freiraum:
Erhält der Proband ein hohes Maß an Gestaltungshilfen oder vorgestalteten Bildern
(z.B. Bildvorlagen), wird seine eigene meist flüchtige Vorstellung von den
Bildeindrücken verdrängt. Lässt man den Probanden selbst gestalten, ist der
gestalterische Ausdruck zu gering, um Erkenntnisgewinn zu bieten.
▶ Sie erfordern keine gestalterische Kompetenz des Forschers
▶ Sie gehen von ähnlichen Vorannahmen aus
wie in der ,Kunst-Therapie‘
12
Neue gestalterische und
künstlerische
Verfahren (InsightArt)
13
Neue künstlerische Verfahren
▶ Pb und Forscher gestalten im Dialog (gemeinsames Werk – analog
zum Interviewprozess)
▶ Nutzt die gestalterische Kompetenz des Forschers
▶ Inspiriert durch den künstlerischen Prozess als eine Art Forschen mit
den Sinnen und den Händen
▶ Verbindung von Freiraum und Ausdruck
ohne Kompromiss!
14
Neue gestalterische und künstlerische
Verfahren (InsightArt)
1. Phantomskribbling
2. Phänomenskribbling
3. Storyskribbling
4. Soundskribbling
5. Filmskribbling
15
1. Phantomskribbling
Vorbild ist das polizeiliche Phantomzeichnen.
Der Phantomzeichner hilft dem Zeugen durch
spezielle Fragetechnik bei der Entwicklung seines
flüchtigen Erinnerungsbildes und der Phantomzeichner zeichnet das Beschriebene.
Beim Phantomskribbling zeichnet ein Künstler,
der in psychologischer Interviewtechnik
ausgebildet ist, die Vorstellungsbilder der
Probanden im Dialog.
Der Pb kann / sollte dabei jederzeit korrigierend
eingreifen (Das Radiergummi ist immer griffbereit).
16
1. Phantomskribbling
+
Professioneller gestalterischer
Ausdruck UND Freiheit (vgl.
Phantomzeichnen)
Erfordert psychologisch geschulte
Zeichner/Künstler bzw. künstlerisch
versierten Forscher
Bilder werden in der Analyse weiter
entwickelt
Zusätzliche visuelle
Forschungsergebnisse (z.B.
Nutzung für Produktdesign /
Designsprache)
17
1. Phantomskribbling
In einem durchschnittlichen Projekt entstehen ca. 50 – 100 Zeichnungen
(es wird meist nur in einem Teil der Interviews Phantomskribbling
eingesetzt). Die Roh-Skizzen werden i.d.R. zur Erhöhung der Qualität
vorlagengetreu nachbearbeitet.
In Fokusgruppen können auch gemeinsam größere Bilder / Plakate in
Farbe (i.d.R. Gouache auf Pappe) erstellt werden.
18
1. Phantomskribbling
1.
Plakatentwicklung für Gesundheitsurlaub:
Verschiedene Typen im Umgang mit
Gesundheit müssen anders angesprochen
werden hinsichtl. Bildwelt, Komposition, Humor,
Stil, Claim etc.
2.
1. ‘Unzufriedene’ brauchen einen ‘Tritt in den
Hintern’, um ihr alltägliches Hamsterrad zu verlassen.
2. ‘Ausgebrannte’ brauchen selbstironischen
Zuspruch, um aus ihrer Rolle des ‘dummen Schafs’
auch einmal auszubrechen.
3.
3. ‘Fanatiker’ wollen unbewusst bestätigt sehen, dass
man mit eiserner Körperdisziplin (Sport, Ernährung)
dem Tod entkommen kann.
19
1. Phantomskribbling
Analyse der Bilder
Das Skizzieren wird nicht nur in der
Erhebungsphase eingesetzt, sondern in einer gestalterischen
Bildanalyse weiter entwickelt und auf Analysebilder verdichtet.
Die Auswertung erfolgt analog zur psychologischen Analyse:
▶ Welche Themen, Gegenstände, Formen, etc., wiederholen sich?
▶ Was hat die Dynamik in den Bildkompositionen gemeinsam?
▶ Wie ist die Körperhaltung und Interaktion der Akteure?
▶ Welche Symbolik zeigt sich in den Darstellungen?
▶ Woran erinnern die Darstellungen? (Analogien)
▶ etc.
Die gestalterische Bildanalyse wird mit der Analyse der verbalen
Aussagen, Interviewdynamik etc. verknüpft. Die Erkenntnisse
beider Zugangsformen unterstützen und prüfen sich gegenseitig.
20
Fallbeispiel: Second Screen Nutzung
Eine Studie im Auftrag von
IP Deutschland (RTL-Gruppe)
21
21
Fragestellungen
▶ 
Nutzungsgewohnheiten und
Nutzungsmotive (TV, Laptop, Tablet,
Smartphone)
▶ 
Stimmung und Verfassung bei der
Second Screen Nutzung
▶ 
Involvement beim First Screen (TV)
▶ 
Zukünftige Potentiale für Second
Screen
▶ 
Chancen und Risiken für die
Werbeeinbindung in Second ScreenAnwendungen.
Qualitative Studie Second Screen 2013
22
22
Methodik: InsightArt!
Tiefenpsychologische Interviews:
▶ 
Unbewusste seelische Wirkfaktoren
werden aufgedeckt
▶ 
Ganzheitliches Verständnis der
Motivationen und WahrnehmungsFaktoren
Phantomskribbling:
▶ 
Vorstellungsbilder werden im Dialog mit
den Befragten in Skizzen festgehalten
▶ 
Die Zeichnungen sind das Rohmaterial
für die weitere ergänzende Analyse.
Unbewusste Zusammenhänge werden
sichtbar gemacht
Der zeichnerische und der verbale
Zugang ergänzen und verstärken sich
gegenseitig.
Qualitative Studie Second Screen 2013!
Seite 23
Testdesign
21 Einzelinterviews, je 2,5 Stunden
Alle Befragten sehen regelmäßig Fernsehen und nutzen ein Smartphone, Tablet
oder Laptop auch privat. Die Verteilung je Endgerät ist gleichmäßig.
12 Nutzer von Second Screen
▶  3 Affine für Second Screen Nutzung
▶  3 Parallelnutzer
▶  3 Ablehner von Second Screen Nutzung
▶ 
Alter 14 - 59 Jahre gleichmäßig verteilt/ Geschlecht: 50:50
Erhebungsort: Köln
Qualitative Studie Second Screen 2013
24
Endgeräte und ihre Eignung für Second Screen
Das Second Screen–Endgerät ist immer präsent
Qualitative Studie Second Screen 2013
25
Endgeräte und ihre Eignung für Second Screen
Tablet als Freizeitgerät – Der Favorit für Second Screen
Wendiges Smartphone
▶  Mobiles
Zuhause, leicht
und handlich
▶  Wegen
kleinem
Bildschirms ist
Eintauchen in die
Second Screen Nutzung
erschwert
Qualitative Studie Second Screen 2013
Laptop im Arbeitsmodus
▶  Für
Second Screen
Nutzung am wenigsten
geeignet
▶  Zieht
einen zu sehr in
die Arbeitsverfassung
Tablet Freizeitgerät
▶  Etabliert
sich
zunehmend als
Freizeitgerät für
Zuhause
▶  Favorit
für die Second
Screen Nutzung
26
Motive und Verfassung für TV-Nutzung
TV: Entspanntes „Sich Gleiten Lassen“
Qualitative Studie Second Screen 2013
▶ 
Das Fernsehen genießt nach wie vor eine
hohe Bedeutung vor allem am Vorabend
und in der Primetime.
▶ 
Grundsätzlich bedient das TV nach wie vor
die typische Leanback-Verfassung: Das
Programm wird gesendet und der
Zuschauer ist passiver Empfänger.
▶ 
Er wird nicht selbst aktiv, sondern lässt
sich in einem begrenzten und vertrauten
Rahmen treiben.
27
Motive und Verfassung für TV-Nutzung
TV bietet Entspannung und Anregung
ENT
SP
ABTA ANNEN
UCH
EN
ANR
Vor allem in der Primetime erreicht der
Zuschauer seine gewünschte Stimmung
durch die gezielte Wahl eines Spielfilms,
einer Dokumentation, einer Show etc.:
▶ 
sich entspannen, die Alltagszwänge hinter
sich lassen
▶ 
sich Zeit für sich selbst nehmen
▶ 
in das fertige, „runde“ Programm
abtauchen
▶ 
In Phantasiewelten oder über
Dokumentationen Anregungen für die
eigene Lebensgestaltungen erhalten
EGU
N
HOL GEN
EN
Qualitative Studie Second Screen 2013
28
Motive und Verfassung für TV-Nutzung
Viele Gemeinsamkeiten in den TV-Verfassungs-Skribbles
Bestimmende
Bildelemente
Dynamik in der
Bildkomposition
Körperhaltung/Interaktion
der Akteure
▶ 
Wasser (10x !)
▶ 
Der Raum ist begrenzt
▶ 
▶ 
Snacks
▶ 
▶ 
Sofa mit Kissen
Die Bewegung verläuft
waagerecht
Die Akteure liegen oder
sitzen überwiegend
▶ 
▶ 
Palme
Die Interaktion zwischen
den Akteuren ist sehr
gering
▶ 
Großstadt und Dorf
▶ 
Spaß und Spiel-Elemente
Qualitative Studie Second Screen 2013
▶ 
Keine dynamische
Diagonalen
▶ 
Der Zuschauer ruht
unbeweglich im Zentrum
29
Motive und Verfassung für TV-Nutzung
Das Ergebnisbild ‚zeigt‘ die typische TV-Verfassung
„Es redet jemand, es bewegt
sich was“
Theaterwand zieht
vorbei. Palmen,
idyllisches Dorf,
Großstadt, Spaß und
Spiel-Elemente
wiederholen sich
„Nicht groß nachdenken,
berieseln lassen“
„Das ist eine
Wohlfühlstimmung,
gemütlich und entspannt“
Der Zuschauer lässt
sich treiben und
wird nicht selbst
aktiv.
Quelle: IP Deutschland, Kartografie von Bewegtbild 3, durchführendes Institut: INNCH
Qualitative Studie Second Screen 2013
30
Motive und Verfassung für Internet-Nutzung
Internet-Nutzung – Aktivitätspflicht im offenen Raum
Zum Ergebnisbild
vereinheitlichte
Zeichnung aus den
Phantomskribbles für
das Internet
Qualitative Studie Second Screen 2013
31
Motive und Verfassung für Second Screen Nutzung
Second Screen: Selbststeuern mit Selbstrelevanz
TV
Qualitative Studie Second Screen 2013
Internet
Second Screen
32
Motive und Verfassung für Second Screen Nutzung
Qualitative Studie Second Screen 2013
▶ 
Durch die Second Screen Nutzung
(unabhängig vom Gerät) bekommt das Boot
ein Ruder und der TV-Zuschauer rudert zu
seinem Ziel (hier an eine Stelle, die für ihn
spannender und relevanter ist).
▶ 
Die Nutzung des Second Screen setzt an
der TV-Verfassung an und verändert sie!
33
Motive und Verfassung für Second Screen Nutzung
Nutzungsmotive in den Analyse-Ergebnisbildern
TV
Second Screen
Internet
3. Man kann sich anderen Booten anschließen:
Teil der Öffentlichkeit werden
2. Aus der Theaterwand wird
eine reale Landschaft in 3D:
Mehr Lebensnähe
Qualitative Studie Second Screen 2013
1. Das Boot lässt sich durch das
Wasser steuern:
Regulieren der TV-Verfassung
34
Motive und Verfassung für Second Screen Nutzung!
Second Screen: Selbststeuern mit Selbstrelevanz
„Man kann es
selbstbestimmt steuern.“
„Fernsehen und Laptop ist immer
noch gemütlich, aber jetzt ist es
individuell, auf mich angepasst.“
„Ich kann selbst entscheiden,
wann ich aktiv bin. Das trägt zur
Entspannung bei, die ist immer
noch da.“
„Es macht Fernsehen attraktiver,
spannender. Man wird einbezogen,
sieht, dass man selber was
bewegen kann.“
Qualitative Studie Second Screen 2013!
Seite 35
Motive und Verfassung für Second Screen Nutzung
Sich in der TV-Leanback-Verfassung
selbstwirksam erleben
Regulieren der
TV-Verfassung
Qualitative Studie Second Screen 2013
Lebensnähe
herstellen
(Wirksamer) Teil der
Öffentlichkeit werden
36
Ausprägungen der Nutzungsmotive im Überblick
TV-Verfassung regulieren
▶ 
Leerstellen überbrücken
▶ 
Lustvolles Steigern
▶ 
Lebensnähe herstellen
▶ 
▶ 
Anregungen umsetzen
▶ 
Herstellen von
Gemeinschaftsgefühl
Beruhigen
Qualitative Studie Second Screen 2013
Relevanz erhöhen durch
Zusatzinformationen
Öffentlichkeit werden
▶ 
Mitwirken / - gestalten
▶ 
Teilhaben an öffentlicher
Meinungsbildung
▶ 
Position beziehen
37
Potential von Second Screen!
Sich in in der LeanbackVerfassung als selbstwirksam
erleben – das macht die Lust an
der Second Screen Nutzung aus!
Drei grundlegende Trends, die
mehr erlebte Selbstwirksamkeit
und damit Second Screen attraktiv
machen
▶ 
Machart des jeweiligen TV-Programms
▶ 
Kulturpsychologische Entwicklung
▶ 
Technische Entwicklung (weil es möglich ist)
Qualitative Studie Second Screen 2013!
Seite 38
Vorsichtige Prognose zur Second Screen Nutzung!
▶ 
Je mehr die Zuschauer TVFormate – v.a. in der Primetime
– als fragmentiert erleben ...
▶ 
Je mehr die kulturelle
Entwickung auch weiterhin zu
einem Zuwachs an
Fremdbestimmtheit,
Ohnmachtsgefühlen und
Orientierungslosgkeit führt ...
▶ 
Je bequemer die Second
Screen-Nutzung wird – v.a.
durch die weitere Verbreitung
von Smartphones und die
Etablierung von Tablets für die
häusliche Nutzung ...
... umso attraktiver wird die Second
Screen Nutzung und umso mehr wird
sie zunehmen – sofern die Sender
entsprechende Angebote machen!
Qualitative Studie Second Screen 2013!
Seite 39
Involvement bei der Second Screen Nutzung
TV bleibt First Screen – Second Screen erhöht das Involvement in TV
Second Screen Nutzung und Involvement in der Primetime
▶ 
Qualitative Studie Second Screen 2013
Die Aufmerksamkeit
zwischen den Screens
wechselt. Insgesamt wird
das TV-Involvement
gesteigert.
▶ 
Das Involvement der TVSendung wird durch
punktuelle Second Screen
Nutzung insgesamt
gesteigert.
▶ 
Lücken im TV-Involvement,
z.B. lang-weilige Stellen,
werden mit Second Screen
Nutzung überbrückt und
das TV-Involvement
insgesamt gesteigert
40
Werbung TV und Internet/Second Screen!
Second Screen Werbung muss an die Verfassung andocken
Die Vorstellung ist attraktiv, auch
auf die Werbung über den Second
Screen eingreifen zu können.
Screen-übergreifende Werbung
findet hohen Zuspruch, wenn sie
die neuen Möglichkeiten der
Second Screen Nutzung bietet:
Idealerweise werden alle drei
Motive über die Werbung
bedient.
▶ 
Die TV-Verfassung auch
während der Werberezeption
selbst regulieren, z.B. tiefer in
die Produktwelt eintauchen
(lustvolles Steigern)
▶ 
Mehr Lebensnähe herstellen,
z.B. Zusatzinformationen über
persönlich relevante Details
wie Modelle oder
Bezugsquellen abrufen können
▶ 
(Mitwirkender) Teil der
Öffentlichkeit werden, z.B.
über Feature Sponsoring das
Programm mitgestalten
Qualitative Studie Second Screen 2013!
Seite 41
Werbung TV und Internet/Second Screen!
Second Screen Werbung kann dann als ‚Angebot‘ erlebt
werden, selbstwirksam einen anderen Weg einzuschlagen,
der für den Zuschauer persönliche Relevanz besitzt – statt
Werbung ohnmächtig über sich ergehen zu lassen.
Qualitative Studie Second Screen 2013!
Seite 42
Neue gestalterische und künstlerische
Verfahren - InsightArt
1. Phantomskribbling
2. Phänomenskribbling
3. Storyskribbling
4. Soundskribbling
5. Filmskribbling
43
43
2. Phänomenskribbling
Beim Phänomenskribbling werden die Dinge
selbst “befragt”.
Viele Produkte und Angebote besitzen durch
ihre Anmutung (Form, Farbe, Dynamik, Material)
schon eine Art lebewesen-ähnliche Gestalt,
Körperform, Mimik und Gestik und legen
dadurch bereits eine bestimmte
Verwendungskultur nahe.
Ebenso sind die beobachtbaren Umgangsformen sichtbare Hinweise auf verdeckte
Haltungen und unbewusst wirksame Bilder.
44
2. Phänomenskribbling
45
2. Phänomenskribbling
+
Ermöglicht eine ‚dialogische‘
Befragung der Dinge (Artefakte,
Medien, Spuren und deren
Handhabung), sowie des Umgangs
mit Dingen/Produkten
nicht bei allen Themen durchführbar
nur Ergänzung
46
Phänomenskribbling
Phänomenskribbling zum selbst raten
Welche drei Automarken / -typen werden
hier dargestellt?
47
Phänomenskribbling
Phänomenskribbling
zum selbst raten
Hilfestellung
48
Phänomenskribbling
Phänomenskribbling zum selbst raten: Auflösung
49
2. Phänomenskribbling
Phänomenskribbling umgedreht als
Verfahren für die Produktentwicklung:
Übung mit den Teilnehmern eines Vortrags
beim BVM-Regionalabend in Köln:
Aus Anmutungen das neue Produkt
„Schampoo für Rocker” entwickeln
50
3. Storyskribbling
Dramaturgie in Bildergeschichten zeigen
Storyskribbling entspricht dem Phantomskribbling in Form einer
Bildergeschichte mit einer Bildfolge.
Es eignet sich besonders für Fragestellungen bei denen es um einen
dramaturgischen Prozess geht, z.B. das Drama einer Vertrags-Kündigung:
1. 
2. 
3. 
4. 
Akt: Wie ist der Vertrag zustande gekommen
Akt: Wie verlief die „glückliche“ Vertragszeit
Akt: Kündigung
Akt: Nach der Kündigung
51
4. Soundskribbling
Wie klingt ein Produkt?
Soundskribbling wird analog zum
Phantomskribbling ebenfalls im Dialog mit den
Pb durchgeführt.
Die Pb werden gefragt, welches Instrument,
welcher Rhythmus, welche Melodie, etc. z.B. ein
TV-Abend hat im Vergleich zur Internetnutzung.
Die Sounds werden live an einem Keyboard als
Soundskribbel ‚skizziert‘.
Für die Komposition der vereinheitlichten Sounds –
z.B. wie klingt ein TV-Abend interview-übergreifend
– wird ein professioneller Komponist beauftragt.
52
5. Filmskribbling
Studienergebnisse als sinnliches Erlebnis
Filmskribbling führt die Phantomskribbles oder
Storyskribbles und Soundskribbels in Filmen
(animierte Slideshow mit Sound) zusammen.
53
Was die neuen Verfahren leisten können
Tieferes Verstehen / Absicherung
Unbewusste Vorstellungswelten werden
sichtbar und (be-)greifbar gemacht.
Schlüsselbilder, Symbole und Strukturen
werden konkret erfasst.
Die zusätzliche visuelle Forschungsebene
führt zu einem Mehr an Erkenntnis – und
manchmal erst auf den eigentlichen
‘Knackpunkt’.
Insights lassen sich stärker absichern,
da sich die verschiedenen Zugänge
(Sprache/Bild) gegenseitig überprüfen.
54
Was die neuen Verfahren leisten können
Darstellung / Wirkung
Die Forschungsergebnisse werden
anschaulich visualisiert und
dadurch besser in Organisationen
kommunizierbar (z.B.
Marken-’Bilder’).
55
Co-Innovation Workshop
Inspiration und Innovation
Ähnlich wie in der Methode Design
Thinking fließen die Skribbles oder
Sounds unmittelbar in den Innovationsprozess ein.
So wurde in einem unserer InnovationsWorkshops mit Experten zur Entwicklung
neuer gesundheits-touristischer Angebote
z.B. das „Verlass dein Hamsterrad“-Plakat
aus den Fokusgruppen für die Ideenentwicklung verwendet.
Es wurden zuerst Gegenbilder zum
Hamsterrad entworfen, die zur Inspiration
für neue Angebots-Ideen dienten.
56
Neue Verfahren in der Anwendung
Für welche Projekte eignet sich die neuen Verfahren?
Grundsätzlich sind die Verfahren für alle Arten von qualitativ-psychologischen
Projekten geeignet – es ist immer von Vorteil, nicht nur abstrakt-verbal
sondern auch anschaulich-sinnlich zu forschen.
Für bestimmte Themen bietet sie sich besonders an, u.a.:
▶ Grundlagenstudien (z.B. Verwendungskultur, Verfassungen)
▶ Alle Projekte rund um Markenwelten und Images: Marken-Bilder (images) werden
auch als reale Bilder (pictures) begreifbar
▶ Projekte, die konkrete und brauchbare Ergebnisse für Kommunikation,
Unternehmensauftritt, Key Visuals, Claims, Ansprache verschiedener Zielgruppen
etc. ermitteln
▶ Themen, die schwer verbalisierbar sind, seien es peinliche Themen oder solche,
die besonders stark von unbewussten Wirkfaktoren, Ängsten oder Verdrängungen
bestimmt sind (z.B. Gesundheit, Krankheit, Tod)
▶ B-to-B Befragungen (um wirksame Bilder hinter der rationalen ‘Fassade’ von
Fachexperten aufzudecken)
▶ Innovationsmarktforschung / Produktentwicklung
57
Forschungs-Ergebnisse
werden Kunst
58
Forschungsergebnisse werden Kunst
Die Studie zum Gesundheitstourismus deckte ein Kulturideal auf, das für den
Einzelnen zum Diktat wird: “Du sollt immer gleichbleibend leistungsstark sein und
darfst nicht alt und krank werden”.
Für das Älterwerden gibt es kaum positive Vorbilder in unserer Kultur. Es gilt als
Manko, das eigentlich abgeschafft werden müsste. Man färbt sich die grauen Haare,
lässt sich liften, versucht jugendlich schlank und fit zu bleiben.
Im Roman von Oscar Wilde “Das Bildnis des Dorian Gray” erreicht der Hauptprotagonist Dorian dieses Ziel, indem er ein Bild von sich malen lässt und einen Pakt
mit dem Teufel eingeht, sodass fortan das Bild altert und Dorian jung bleibt.
59
Forschungsergebnisse werden Kunst
Für eine Kunstausstellung
haben wir den Spieß herum
gedreht und uns – lebensgroß
in Acryl auf Leinwand – 30
Jahre älter gemalt.
Die Ausstellungsbesucher
reagierten irritiert bis empört:
„Sowas macht man doch
nicht!“...
60
Kontakt:
Michael Schütz
Diplom-Psychologe
Geschäftsführer/Forschung
Monika Heimann
Meisterschülerin Freie Kunst
Geschäftführerin/Kreation
INNCH GbR
Quartier am Hafen
Poller Kirchweg 78-90
51105 Köln
Tel: 0221 16996356
info@innch.de
www.innch.de
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