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Kündigung und Schwangerschaft – was ist zu beachten?

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PRAXIS NACHGEFRAGT
Kündigung und Schwangerschaft –
was ist zu beachten?
Sie wollen kündigen, wissen aber nicht, was Sie dabei berücksichtigen müssen. Sie sind schwanger,
Ihnen ist aber nicht bekannt, welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen das hat. Wir haben bei
ADEXA und BVpta nachgefragt.
Bettina Schwarz
Tanja Kratt
BVpta
Geschäftsführung
ADEXA
2. Vorsitzende der Fachgruppe PTA
Was ist zu berücksichtigen, wenn eine
PTA kündigen will?
Was ist arbeitsrechtlich zu beachten,
wenn eine PTA schwanger wird?
Grundsätzlich kann ein Arbeitnehmer ähnliche
Fehler bei der Kündigung des Arbeitsverhältnisses machen wie auch der Arbeitgeber. Wichtig ist es zu beachten, dass die Kündigung
schriftlich erfolgen und eigenhändig unterschrieben sein muss.
Soweit nicht im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag etwas anderes vereinbart ist, gilt die
gesetzliche Kündigungsfrist. Sie beträgt vier
Wochen zum 15. oder Letzten eines Monats.
Die tarifliche Frist beträgt laut BRTV sechs Wochen zum Quartalsende. Für die Probezeit gilt
die im Vertrag vereinbarte Kündigungsfrist.
Überhaupt lohnt es sich immer, einen Blick in
den Arbeitsvertrag zu werfen. Sehr häufig und
in zulässiger Weise wird dort vereinbart, dass
die gesetzlichen Verlängerungen für die Arbeitgeberkündigungsfrist auch für den Arbeitnehmer gelten. Dann muss sich auch dieser an
die verlängerten Fristen halten.
Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass ein Anspruch auf das Arbeitsentgelt auch dann bis
zum Kündigungstermin besteht, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer bis dahin von der
Arbeit freistellt. Bitte beachten sie: Wenn ein
Arbeitnehmer selbst kündigt und im Anschluss
daran arbeitslos ist, dann wird mit ziemlicher
Sicherheit von der Arbeitsagentur eine Sperre
für den Bezug des Arbeitslosengeldes verhängt.
Der Gesetzgeber stellt schwangere Arbeitnehmerinnen unter einen besonderen Schutz. Dazu
gehört das Verbot, schwere oder gesundheitsgefährdende Tätigkeiten auszuüben oder das
Verbot arbeitgeberseitiger Kündigungen, das
auch während der Elternzeit noch gilt. Ebenfalls ist es nicht erlaubt, eine Schwangere nachts
(20 bis 6 Uhr) oder an Sonn- und Feiertagen
zu beschäftigen.
Wichtig ist, den Arbeitgeber möglichst bald
nach Kenntnis der Schwangerschaft zu informieren. Nur so ist gewährleistet, dass auch alle
Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.
Besteht eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit von Mutter und/oder Kind, kann ein ärztliches Attest die Beschäftigung ganz oder teilweise untersagen. Dieses Verbot muss unterschieden werden von einer normalen Krankschreibung: Bricht sich eine Schwangere etwa
ein Bein, wird der Arzt sie krankschreiben. Sie
hat zwar einen Anspruch auf Gehaltsfortzahlung für sechs Wochen, danach allerdings setzt
die Zahlung von Krankengeld ein. Im Falle eines Beschäftigungsverbots hat die Schwangere
aber – unabhängig von der Dauer – Anspruch
auf ihr volles Gehalt. Es darf auch nicht gekürzt
werden, weil sie beispielsweise bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausüben oder nicht mehr
am späten Abend eingesetzt werden kann.
Auch Ihre Meinung
ist uns wichtig.
Schreiben Sie uns
Ihre Ansichten: Umschau
Zeitschriftenverlag,
Die PTA in der Apotheke,
Petra Peterle,
Otto-Volger-Straße 15,
65843 Sulzbach,
oder per E-Mail an
p.peterle@uzv.de
DIE PTA IN DER APOTHEKE | Januar 2009
35
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Seele and Geist
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