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Predigt am 32. Sonntag i. Jk./09.11.2014/Weihetag der Lateranbasilika/ Bad Rodach/Dekan R. Huth
Gott baut ein Haus, das lebt…
Ezechiel 47,1-2.8-9.12
1 Kor 3,9c-11.16-17
Johannes 2,13-22
Liebe Kinder, liebe erwachsene Geschwister, liebe Gäste hier bei unserem
Kirchweihgottesdienst in der St. Marienkirche in Bad Rodach!
Drei Dinge sind es, die uns heute besonders mit auf den Weg gegeben werden
sollen. Drei Dinge, die wir brauchen, damit wir hier noch lange miteinander
feiern können.
Wir feiern ja heute Kirchweih – an dem Tag, an dem auch der Weihetag der
Lateranbasilika in Rom gefeiert wird. Viele von euch und von Ihnen kennen den
Petersdom in Rom. Die Kirche, in der der Papst immer große Gottesdienste
hält. Aber die eigentliche Kirche des Bischofs von Rom, das ist die Lateranbasilika. Und so denken wir heute auch an die Kirchenweihe unserer Kirche hier in
Bad Rodach. Doch was bedeutet es eigentlich „Kirchweihe“ zu feiern? An was
erinnert es? Und zu was ermutigt uns dieser Tag?
Ganz schön schwierige Fragen für euch, liebe Jungen und Mädchen. Ihr könnt
euch vielleicht noch daran erinnern, was einige von euch ganz am Anfang dieses Gottesdienstes für ein Lied gesungen haben? Genau: „Tragt in die Welt nun
ein Licht. Gott hat euch lieb – groß und klein! Seht auf des Lichtes Schein!“
Genau das ist das erste ganz Wichtige! Da waren Menschen – oft schon vor vielen hundert Jahren. Bei uns hier vor ca. 60 Jahren, die haben gespürt: Da gibt es
katholische Christen, die brauchen ein ordentliches Dach über dem Kopf, eine
Kirche, wo sie miteinander ihren Glauben feiern können. Das waren die damaligen Lichtträger. Menschen, die wie die ersten Freunde von Jesus (könnt ihr
euch an die erinnern…und an die Namen von denen?), die auch an Jesus Christus und seine Botschaft geglaubt haben. Die Lichtträger waren, so, wie es viele
Kinder bald wieder am St. Martinstag zeigen, wenn sie mit ihren Laternen
durch die Straßen ziehen und auch damit sagen: Wir zünden ein Licht an, damit
es hell wird in unserer Welt und in unseren Herzen.
Und dann hat etwas Zweites ganz Wichtiges begonnen. Und das hat mit dem
zweiten Lied zu tun, welches wir vorhin nach eurem Anfangslied gesungen haben: „Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steinen. Aus großen und
aus kleinen. Eins, das lebendig ist.“ Ich glaube, dieses Lied erzählt, was wir wirklich am Kirchweihtag feiern. Da geht es nicht nur um den Bau der Kirche. Also
um die Mauern und das, was ihr alles in dieser Kirche finden könnt. Es geht vor
allem und viel mehr um dich, um euch, um Sie, um uns alle!
-1-
Und genau so hat es ja die Liedstrophe erzählt, wenn wir miteinander gesungen
haben: „Gott baut ein Haus das lebt. Wir selber sind die Steine, sind große und
auch kleine. Du, ich und jeder Christ.“
Was wäre denn diese Kirche, der schöne Raum, alles drum herum, wenn es keine lebendigen Steine mehr gibt, die kommen und die toten Steine und Mauern
beleben. Dann könnten wir hier ein Museum aufmachen. Ein Schild draußen
vor der Tür anbringen: „Hier trafen sich viele Jahre lang die katholischen Christen der Stadt Bad Rodach und feierten ihren Glauben. Heute steht die Kirche
allerdings nur noch zur Besichtigung offen.“ Ich hoffe doch, dass möchte keiner
von uns, dass es soweit kommt. Vielleicht, liebe Jungen und Mädchen, erinnert
ihr euch noch an das Evangelium, das ich euch grade vorgelesen habe: Da ging
es ja ganz schön hoch her, als Jesus im Tempel in Jerusalem war und furchtbar
geschimpft hat und auch wütend war. Weil er gemerkt hat, wie es bei ihm zuhause in seinem Gotteshaus gar nicht mehr wirklich um Gott ging, sondern nur
noch um Geschäftemacherei, um Geld und ums Verkaufen von vielen Dingen.
Im Tempel in Jerusalem, der schon damals ganz alt war, hat Jesus auch seinen
Mitmenschen schon gesagt hat: Hey, passt auf, dass euch nicht alles andere,
aller Kram drum herum wichtiger wird als das, worum es eigentlich geht.“ Und
damit hatte er recht. Ein lebendiger Glaube kann in der ärmsten Hütte und im
prächtigsten Kirchbau gefeiert werden. Es kommt auf die Menschen an, die sich
dort treffen. Und es kommt darauf an, ob sie etwas verstanden haben von der
Botschaft Jesu.
Und ein Drittes darf heute noch dazu kommen. Wir haben einen besonderen
Gast in unserer Mitte. Es ist ein Bischof aus dem Kongo, aus einem Land in Afrika. Wir freuen uns sehr über diesen Besuch. Er ist hier im Landkreis Coburg,
weil es gute Kontakte gibt zu dem Coburger Klinikum und weil immer wieder
junge Ärztinnen und Ärzte aus dem Kongo hier bei uns zur Ausbildung sind.
Einer davon ist sogar Priester und Arzt gleichzeitig. Und auch das haben wir gesungen. Könnt ihr euch noch an die dritte Strophe unseres Anfangsliedes erinnern: Gott baut ein Haus, das lebt, aus ganz, ganz vielen Leuten, die in verschiednen Zeiten, hörten von Jesus Christ.“ Das bedeutet: wir dürfen weltweite
Kirche sein. Nicht nur hier in Bad Rodach, nicht nur in Deutschland, auch nicht
nur in Afrika – überall versuchen Menschen sich von Gott zu einem lebendigen
Haus aufbauen zu lassen. Aber damit das gelingt, da braucht es was. Von dir,
von mir, von uns allen: die Bereitschaft, genau das weiter zu machen, was ihr,
liebe Jungen und Mädchen eben zuerst gesungen hat: Tragt in die Welt nun ein
Licht. Sagt allen: Fürchtet euch nicht! Gott hat euch lieb – groß und klein! Seht
auf des Lichtes Schein. Amen.
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Seele and Geist
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